Zr. AHA. Sonntag, de« S. Uovemder 1890. 7. Aahrg. MiuiMMä. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. ...._ Das„Berliner Volksblatt" täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei Sil � 8 vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. nntags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnemcnt 3„30 Mark pro Quartal. «(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) «•niet Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Dentschlaiid und Ocstcrreich-Ungarn A Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder bereit Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beutyftraße 3, sowie von allen Annoncen-Bnreaux. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -*■-, Frrusprecher: Amt VI. Ur. 4100.«- Nedsktion: Venkh�tvoltzo 2.— Expedikion: VeukhÜratze 3« Ulil de»» eherne» . rohngetey üb ßfti�t sich die Parteipresse sehr angelegentlich, wie denn die Diskussion des Parteiprogramms nachgerade a jsiuß gekommen ist. Bei der Wichtigkeit des Gegen- halten wir es sür unsere Pflicht, den trefflicheil iiin welchen die„Berliner Bolks-Tribüne" in ihrer Nummer veröffentlicht, unseren Lesern ebenso wie ... Ich den der„Sächsischen Arbeiterzeitung" zur Kenntniß Qp,■Jüchen. Der Artikel betitelt sich:„Das eherne Lohn- ' S und lautet: hon se'uet Kongreßrede über die an unserem Partei- , chanim vor-tunebmenden Abänderungen erwähnte Lieb- [„.r"""" vorzunehmenden Abänderungen erwähnte Lieb . auch, daß man gut daran thun würde, den Aus- LT"ury. daß man gut daran thun würde, -'ehernes Lohngesetz", der in mannigfacher Beziehung erm. sei, durch einen präziseren zu ersetzen. Wie zu (k??üar' haben bürgerliche Zeitungen, diese schöne iiL �heit, sich sittlich zu entrüsten, nicht unbenützt vor- . lassen.„Was— so sagte man— das„eherne Ü 9elch", das Zeichen unter welchem die junge Sozial- ftliu r tie ihre siegreiche Agitation begonnen, das soll j| �lten Eisen geworfen werden? So sind die Bourgeois- Ä7, die jenes Gesetz nicht anerkennen und dafür � �llalle mit so unerhörter Schärfe angegriffen wurden, 4. gerechtfertigt— und zwar durch das klptändniß ihrer wüthendsten Feinde, der Sozialisten nrtr»2o finf ftrfi rtffi vtt>ftrtOV.CSiimfiiin � �«- ganze Sache hat sich als riesiger Humbug üjJjjjW. den man nun, da man seiner bei der Agitation mehr M bedürfen glaubt, einfach zur Seite wirft. e! ist unbedacht von den Herren, auf ihre eherne (L.„�sth°Jllusion zu verzichten, denn damit fällt der und Eckstein des ganzen sozialistischen Systems." itfiev,■'n �er That, schon Lassalle hatte seinen Gegnern %..lJen' wenn Ihr mich widerlegen wollt, Zso zeigt— Kl be verlange ich— daß das eherne Lohngesetz, in Uebereinstimmung mit der ganzen bisherigen �.. lschen Wissenschaft festhalte und auf welches meine «risij,.. Beweisführung basirt ist, in Wirklichkeit nicht L J 1 Das eherne Lohngesetz besagt: Der Preis, toi; j.Cv Arbeiter für seine Leistung im Lohne erhält, folgt Preis aller anderen Waaren den Schwankungen Angebot und Nachfrage. Sobald man aber 5okil® Ve Zeiträume in Betracht zieht und aus den lok?",'' WWW. R MW libe Lr? einzelnen Jahre den D u r ch schnitt#« M bi lür eine ganze Periode berechnet, zeigt sich, sich* J von Jahr zu Jahr eintretenden Lohnfchwankungen l«h» s'prnsiren(aufheben). Der Durchschnitts-Arbeits- ner längeren Perioden bleibt also in sofern immer uls er stets nur hinreicht, die nothwendigsten Be- Feuilleton. nia»ertöte».) [pt Uictoria. Roman von Minna K a u t s k y. % Du ihm geschrieben?" fragte Silvia. III» öl, lc� v'lt meiner Toilette zum Diner beschäftigt sei, empfange." cv, wtteff Unrecht, ihn abzuweisen." ich) f..f. lanii ihn jetzt nicht sehen, ich kann nicht, ich kann i Sil»''(e'n exaltirter Heftigkeit. fs �dxi,�.z?ö sie neben sich auf das Sopha und begann Weise ihr Vorstellungen zu machen, die her- Tj/ Anschauungen auszukramen. ß!'""ste sich den Verhältnissen anbequemen, ein }o%U unmöglich, die ganze Stadt spreche von ihrer � ez � isung. Wenn diese rückgängig gemacht wurde, denkbar Schlimmste, das sie treffen tonnte h.?? Man den wirklichen Grund errathen, und setbff e>i chn erführe, würde ihn Niemand gelte» laffen ttdT" nm, ä' �suyre, wurde»yn vciemano gene» llS!U- tvns �vals würde man Oswaldt als Schuld an ga«/ �lc( Gesellschaft nicht nur tolerirt,� sondern als NN. Sa«' nicyr nur loierirr, Sebd/aci,/.. �elbstverstmidtiches betrachtet. Hanna allem '»t sex II, iptk»,, ftp iniirde Nerleumdnnaen NNS- lei««� � leiden, sie würde Verleumdungen !««>,' � unnachsichtigsten Spotte selbst. 'ie � die Zähne zusammen und schwieg. »te recht gut, wie sebr ihre Schwester Recht halle. dürfnisse des Arbeiters zu befriedigen.(Freilich, fügt Laffalle hinzu, sei einzuräumen, daß das Maß dieser Be- dürfnisse nicht rein physiologisch bestimmt werde. Was als„nothwendig" gilt, hängt in einem gewissen Gerade auch von der historisch-ötonomisch bedingten öffentlichen Meinung ab; aus einer solchen veränderten Auffassung des„Nothwendigen" erklären sich die geringen Schwan- kungen, welche eine Lohnstatistik auch für die Durch- schnittslöhne längerer Perioden eventuell nachweisen könnte). Die Ursache, warum der Arbeitslohn stetig um das Existenzminimum herumpendelt, liegt darin, daß der Preis der Arbeit ebenso wie der Preis aller anderen Waaren im Durchschnitt.sich nach den Erzeugungskosten regelt. Die Kosten für den nothwendigen Lebensunterhalt werden durch das Existenzminimum repräsentirt. Um dieses also bewegt sich der Preis der Arbeit; je nachdem aber Angebot oder Nachfrage überwiegt, steigt er über oder fällt unter diesen Punkt. Wie indeß bei zunehmen- der Nachfrage nicht nur die Preise der betreffenden Waaren steigen, sondern wie gleichzeitig die Erzeugung solcher Waaren zunimmt, bis der Preis auf sein altes Maß oder unter dasselbe herabsinkt, so natürlich auch bei der Waare Arbeit. Erhebt sich der Lohn über das Existenzminimum, so werden mehr Kinder geboren und durch bessere Pflege am Leben erhalten als früher. Sind dieselben heran- gewachsen, so hat dieser Menschenzufluß das Arbeitsangebot bedeutend vermehrt. Die Nachfrage ist übersättigt und die Preise weichen. Im umgekehrten Falle tritt das Um- gekehrte ein. Sinken die Löhne unter das Existenz- Minimum, so nimmt die Erzeugung der Waare Arbeit ab, d. h. weniger Kinder als früher werden durchgebracht. Damit verringert sich das Arbeitsangebot und treibt die Löhne wieder auf ihre alte Höhe— auf das Existenz- Minimum— hinauf. Nach Lassalles Theorie erklärt sich also das Herum- pendeln der Löhne um das E x i st e n z in i n i in n m daraus, daß dieses die Erzeugungskosten und damit den „natürlichen Preis" der„Waare Arbeit" repräsentirt. Das Pendeln wieder, das zeitweilige Steigen und Fallen der Löhne um diesen Punkt herum, wird durch Schwankungen im Verhältniß von Arbeitsangebot und Nachfrage verursacht, Schwankungen, die aber nie von Dauer sein können. Denn jedes Plus und Minus an Löhnen steigert resp. verringert die Volksvermehrung und damit die Masse des künftigen Arbeitsangebotes, wodurch jedes länger dauernde Abweichen des Lohnes vom Existenzminimum verhindert wird. Dieses Minimum wird durch d e n M e ch a n i s m u s d e r k a p i t a- l i st i s ch e n Produktion s e l b st d e m Arbeiter g a r a n t i r t. Lassalle's Agitation setzt an diesem Punkte ein. Sie Und so mußte sie über sich ergehen lassen, was sie im Innersten empörte. Tie bei Ficld zum Diner geladenen Gäste begannen sich einzufinden. Da der Hausherr noch fehlte, machte der Schwiegersohn die Honneurs. Frau Field saß in einer isabellsarbencn Atlasrobe mit Diamanten geschmückt auf dem Sopha und plauderte mit ihrem neuen Freunde, Lord Edward Harbourne. Seitdem sie ihn in Amsterdam kennen gelernt, hatte er sich nicht mehr von ihr zu trennen vermocht. Er hatte so lange gebettelt, bis sie eingewilligt hatte, seine Aacht zu besuchen, dieses entzückende, elegant eingerichtete Fahrzeug, auf dem sie, nachdem die Sache einmal eingeleitet, fast täglich ihre..Exciirsions1' in dem Kanal machten. Frau Field schwärmte für diese Vergnügungsfahrten, obwohl ihr Zustand dabei durchaus kein vergnüglicher genannt werden konnte, besonders, wenn die See etwas hoch ging. Aber gerade in dieser Bedrängniß lenite sie Edward'» edles Herz und seinen festen Charakter kennen. Er trug sie dann selbst auf seinen Armen vom Verdeck in die Kabine hinab und gebot in zärtlicher Strenge, sich nicht mehr zu rühren. Er ging wieder hinauf, aber sie gehorchte trotzdem und sühlte sich besser. Seitdem wußte sie, welche Macht dieser Mann über sie besaß, und empfand ihre Schwäche als etivas Süßes. Als sie einmal, unvorsichtiger Weise, den Wunsch geäußert, Lord Edward möchte sie in Wien besuchen, hatte er sofort erklärt, er werde sie dahin begleiten. Frau Field bekam ordentlich Angst vor ihrer Gefährlichkeit und war einigermaßen erstaunt, dgß ihr Gatte den jungen Lord so zuvorkommend aufnahm und in sein Saus lud/ Sic selbst war die) er Eroberung gegenüber glücklich und verwirrt wie konzentrirt die ganze Aufmerksamkeit der Arbeiter auf die Unmöglichkeit, dauernd den Lohn über das Existenz- minimum hinaus zu erhöhen. Aus dieser Unmöglichkeit folgert er, daß jede Arbeiterpartei die Aufhebung des ehernen Lohngesetzes selbst, die Beseitigung des der Arbeit anhaftenden Waarencharakters und damit die Herstellung einer sozialistischen Organisation fordern müsse. Wer das leugne, solle erst die Existenz des ehernen Lohngesetzes widerlegen. Wenn heute vorgeschlagen wird, den Namen des „ehernen Lohngesetzes'" aus unserem Programm zu streichen, so geschieht das selbstverständlich nicht deshalb, weil wir wie die bürgerlichen Gegner diefes Gesetzes die Behauptung aufstellen, der Mensch als Verkäufer seiner Arbeitskraft sei nicht denselben Gesetzen des Waarenaus- tausches, welche die übrige Waarenwelt beherrschen, unter- warfen, er vermöge den Preis für seine Waare über die Erzeugungskosten derselben beliebig und zwar je länger, je mehr hinaufzutreiben. Eine solche Lehre würde in der That dem Arbeiter im Rahmen der heutigen Gesellschaft die Aussicht auf eine durchgreifende Besserung seiner Klassenlage eröffnen und damit den Nerv der sozialdemokratischen Agitation zerschneiden. Was die wissenschaftliche Nationalökonomie an die Stelle des„ehernen Lohngesetzes" gestellt hat, das ist etwas absolut anderes. Indem Marx die wirklichen Be- wegungen des Arbeitsmarktes genau verfolgte, kam er zu einer Theorie, welche den beobachteten Thatsachen in einem ganz anderen Maße als Lassalles ehernes Lohngesetz ent- sprach und welche andererseits die Hoffnungslosigkeit der Arbeiterklassenlage mit noch viel schärferer Evidenz hervor- treten ließ. Fürs erste stellte Marx einen aus der klassischen Oekonomie in das eherne-Lohngesetz übernommenen Denk- fehler ein für alle Male richtig. Wenn der Waaren- werth wie Smith schon unklar und Ricardo deutlich lehrten, durch die in den Produkten krystallisirte Arbeit bestimmt wird, so darf man die Arbeit selbst nicht als Waare, den Arbeitslohn nicht als Preis der Arbeit be- trachten. Denn wie kann die Arbeit, welche der allge- meine Werthmesser ist, ihren Werth selbst wieder messen/ Die Schwierigkeit verschwindet, wenn man der Wirklichkeit entsprechend, nicht die Arbeit, sondern die Arbeitskraft als Waare bezeichnet. Der Besitzer derselben ist der Arbeiter, und ihr Wert h normirt sich nach der zu ihrer Pro- duktion nothwendigen Arbeitsmenge d. h. nach den noth- wendigen Kosten, welche die Aufziehung und der Unterhalt des Arbeiters selbst verursachen. Es fragt sich aber, ob in dem ökonomischen Mecha- nismus, wie Lassalle behauptet, die Garantie liegt, daß der durchschnittliche Preis der Arbeitskraft ihrem W e r t h e ein junges Mädchen und empfand das lebhafte Bedürfniß, sich auch äußerlich ein wenig umzutauschen. Aber ihre Brauen wurden zu schwarz, um schön, und ihr Nacken zu dckolletirt, um verführerisch zu sein. Ihr Fett war allerdings um ein Beträchtliches ae- schwunden und sie hatte, Gott sei Dank, wieder eine Taille; auch das doppelte Kinn war wegmassirt, aber überall, wo diese Fettpolster fehlten, hatte die Haut feine Runzelchen be- kommen, welche die Kosmetik nicht vollständig zu vertuschen vermochte. Frau Ficld hoffte auch hier auf einen Ausgleich, und um ihn rascher herbei zu führen, legte sie des Abends frisch- geschlachtetes Kalbfleisch kompreffenartig auf. So sog sie jede Nacht mit allen Poren den blutigen Saft ein, um am Morgen erfrischt und verjüngt aufzustehen. Ach ja, sie fühlte sich wieder so ungemein jung, wie sie Jedem versicherte, der es hören wollte, und insbesondere Lord Edward Harbourne, der es nicht oft genug hören konnte. Baron Waller, ihren ehemaligen Liebling, wußte sie jetzt fürsorglich Anderen znzuthcilen, ein Bestreben, in dem sich übrigens sämmtliche Familienmitglieder begegneten. Der gute Lir, wie ihn Alle nannten, wurde wie ein nothwendiges Versatzstück in allen Szenen aufgestellt, weniger, um diese zu schmücken, als um die Anstritte zu erleichtern und die Abgänge zu maskiren. Er fand sich in dies Alles mit Leichtigkeit. Er merkte wohl, daß sein alter Adel nicht mehr seine imponircnde Üfafp inih.hnü rniA nfS(S*ftpntrmtT iotvto Wirkung übte, und-daß er auch als junger Ehemann seine Rolle ausgespielt. Aber das erregte weder seinen Stolz, —— gleichkommt. Und diese Frage, welche Lassalle in seiner Formulirung des ehernen Lohngesetzes bejaht, wird von Marx verneint. Wenn selbstverständlich auch ein Steigen der Löhne die Kindersterblichkeit vermindert, eine Lohn- senkniig dieselbe erhöht, so ist doch diese— zudem erst nach Jahren sich realisirende— Vermehrung respektive Verminderung des Arbeitsangebotes so gut wie gleich- giltig für die wirkliche Gestaltung der Löhne. Denn wie Marx im Kapital unwiderleglich nachgewiesen, setzt der ökonomische Mechanismus, ganz unabhängig von der größeren oder geringeren Bevölkerungsver- mehrung, dauernd große Arbeitermassen als industrielle Reserve-Armee aufs Pflaster. Soll im Durchschnitt eine Waare zu ihrem vollen Werthe gezahlt werden, so ist die Voraussetzung, daß die Produzenten, der Nach- frage im großen Umriß folgend, bald mehr bald weniger davon auf den Markt werfen können. Lassalle hatte be- hauptet, daß auch die Arbeiter in dieser allen übrigen Waarenbesitzern eigenthümlichen Lage wären. Marx aber leugnet das, und die Erfahrung giebt ihm Recht. Wenn der Kapitalismus ununterbrochen Arbeitskräfte überschüssig macht, so ist der Ueberschuß des Arbeitsangebots über die Nachfrage eine ständige, nicht, wie Lassalle voraussetzt, eine abnorme, durch zeitweilig stärkere Volksvermehrung hervorgerufene Erscheinung. Da also die Besitzer der Ar- beitskraft mit ihrem Angebot die Nachfrage fast stets über- treffen und übertreffen müssen, können die Preise ihrer Waare unglaublich gedrückt werden und dauernd tief unter den Werth derselben herabgehen. Mit anderen Worten: die Löhne reichen meist zur Produktion und Reproduktion der Arbeitskraft nicht aus. Der Arbeiter stirbt eben vor- zeitig, weil ihm die Erhaltungsmittel seiner Waare Ar- beitskraft nicht hinreichend zugeführt werden. Das E x i st e n z m i n i m u m ist i h m— auch in längeren Perioden— nicht g a r a n t i r t. Wenn die Schwankungen des Lohnes nicht durch den Wechsel der Volksvermehrung, also den Wechsel des Arbeitsangebotes hervorgerufen werden, so können sie nur im Wechsel der Arbeitsnachfrage ihren Grund haben, d. h. in den rapid, je nach der Marktlage umschlagenden Verwerthungs-Bedürfnissen des Kapitals. „Im Großen und Ganzen, sagt Marx,*) sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohnes ausschließlich regulirt durch die Expansion und Kontraktion der indu- striellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Cyklus entsprechen. Sie sind also nicht be- stimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Ver- hältniß, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Surpluspopulation, durch den Grad, worin sie bald absorbirt, bald wieder freigesetzt wird. Für die moderne Industrie mit ihrem zehnjährigen Cyklus und seinem regelmäßigen Periodenwechsel, der außerdenl in» Fortgang der Akkumulation durch stets rascher aufeinander folgende unregelmäßige Oszillationen durchkreuzt wird, wäre es in der That ein schönes Gesetz, welches die Nachfrage und Zufuhr von Arbeit nicht durch die Expansion und Kontraktion des Kapitals, also nach seinen jedesmaligen Verwerthungs-Bedürfnissen regelte, so daß der Arbeitsmarkt bald relativ untervoll erscheint, weil das Kapital sich expandirt, bald wieder übervoll, weil es sich kontrahirt, sondern umgekehrt die Bewegung des Kapitals von der absoluten Bewegung der Popu- lationsmenge abhängig machte... Bevor infolge der Lohnerhöhung irgend ein positives Wachsthum der wirk- lich arbeitsfähigen Bevölkerung eintreten könnte, wäre die Frist aber- und abermal abgelaufen, worin der industrielle Feldzug geführt, die Schlacht geschlagen und entschieden sein muß". Wie unterscheidet sich also Marx' Theorie von der *) Kap. Bd. L, 2. Auflage, S. 662. noch seine Galle; er behielt seine gute Laune und lebte nur um so nngenirter und flotter in den Tag hinein. Der Schwiegerpapa mußte Alles bezahlen, das war seine Rache. Er hatte soeben Oswaldt bewillkommt und ihm noch rasch einige Pikanterien zugeflüstert, ehe er bei Mama vor- kommen konnte. Diese empfing ihren zukünftigen Schwiegersohn ungemein kühl. Sie wußte, Papa war mit seiner Aufführung nicht ganz zufrieden, und sie war es ganz und gar nicht. Hatte er ihr doch während der ganzen Dauer seiner Abwesenheit nicht einmal geschrieben; das war eine Vernachlässigung, die er büßen sollte. Oswaldt schien indeß über ihre Ungnade nicht sonderlich bekümmert, und ihre Kühle fand ihn noch kälter. Die Ab- Weisung Hanna's hatte ihn indeß auf das Empfindlichstege- troffen. Wie, durfte er nicht verlangen, eine Stunde mit ihr allein zu sein, hatte er noch immer nicht das Recht dazu? Er wollte doch einmal festen Boden unter sich fühlen. All das Schwankende und Ungewisse in seinen Beziehungen zu Hanna, das ihn früher kaum berührt, da er vermeinte, es müsse so sein und diese Reserve entspränge ebenso ihrem gesellschaftlichen Range, als dem Schicklichkeitsgefühl einer jungen Dame, fand er nun abgeschmackt und unerträglich. Er hatte ein Mädchen kennen gelernt, das ihm frei- müthig und offen jede Regung enthüllte, die in ihrer jungen Seele keimte, er hatte eine" Ahnung bekommen von dem tiefen Inhalt eines weiblichen Gemüthes und wollte nun auch Diejenige auf diesen Inhalt prüfen, die seine Gattin werden sollte. Ungeduldig und erregt sah er nach der Thür. Eine allgemeine Bewegung war entstanden; der Haus Herr war eingetreten, eine Daine am Arm, welche nun von Frau Field mit übertriebener Zärtlichkeit begrüßt wurde. Field hatte seine gewöhnliche siegesgewisse Haltung, ergab sich, wie immer, sprühend in geistiger Regsamkeit, und war doch auffallend verändert. Eine ungesunde Blässe lag auf seinem Antlitz, das in seiner Magerkeit schärfere Kon- turen zeigte. Aus Augenblicke und wenn er sich unbeobachtet Lassalle's? Dadurch, daß jener— aus Thatsache», nicht auf Dogmen baueiid— bei seiner Untersuchung die Existenz der ständigen industriellen Reservearinee nie aus dem Auge verliert. Weil diese Reservearmee stets vorhanden, darum wird auch nicht einmal das Existenzminimum dem Arbeiter garantirt und darum ist die Gestaltung seines Lohnes nicht von der Volksvermehrung, sondern nur von der stets schwankenden Nachfrage, die das Kapital erhebt, abhängig. Nun? Welche Lehre ist richtiger und zugleich geeig- neter, die Basis einer sozialistischen Agitation zu bilden? Es ist lustig, daß, wenn wir jetzt auch offiziell den Wort- lallt unseres Programms der tieferen Auffassung von Marx allpassen wollten, unsere Gegner über Inkonsequenz und Verstmpelung zu schreien beginnen. Ich dächte, sie hätten allen Grund, davon still zu sein. Kriefe aus Frankreich. Paris, den 2. November. Ebenso wenig>v>e die sozialdemokratische Partei Tcntschlands giebt sich unsere Arbeiterpartei irgend welchen Jllnsionen hin über die Erfolge der Thätigkeit ihrer Abgeordneten im Parlament. Aber gleich den deutschen Sozialdemokraten glauben auch wir, daß es gut ist, alle die Waffen zu gebrauchen, welche uns die Bourgeois-Gesetzgebung bietet, und dieselben Gründe— der Agitation und der Propaganda— die uns bewegen, an den Wahlen theilzunehmen, bestimmen uns, die Tribüne des Parlaments, da sie uns offen steht, auch zu benutzen zum Vortheil unserer Sache und zum Nachtheil des Feindes. In diesem Sinne hat der K o n g r e ß z u L i l l e folgende Resolution angenommen: „Ter Kongreß beauftragt„In Erwägung, daß eS die Pflicht der Arbeiterpartei ist, in ihre Hand die rastlose Vertheidigung der Arbeiter zu nehmen und sie in allen ihren Beschwerden und For- derungen(reclanrations) bei den öffentlichen Gewalten zu unter- stützen; die Bürger Ferroul und Thivrier in llebereinstim- mung imt dem Nationalrath der Partei für den nächsten Kongreß Gesetzes-Entwürse auszuarbeiten zur Vorlage vor die Kammer, die besonders betreffen sollen: „Wahlfähigkeit und Wählbarkeit der Arbeiterinnen aus Gründen der Billigkeit. Einsetzung von zur Hälfte aus Arbeitern bestehenden, durch Arbeiter gewählten Gerichten, damit man unterrichtet werde über die in den Berg- und Hüttenwerken vorkommenden Unfälle. Abschaffung der von den'Arbeitgebern errichteten Kantinen, Verkanfsftätten oder Konsumvereinen. Verbot für die Unternehmer,(fremde) ausländische Arbeiter zu geringeren Löhnen anzustellen als die einheimischen u. s. w. u. s. w." Was die Werkstattsordnungen betrifft, die immer häufiger mißbraucht werden,, und die das schweizerische Gesetz von 18T5 der Genehmigung durch die Kantonalregierungen und der Annahme durch die Arbeiter in allen Bestimmungen, die sie betreffen, entwirst— so hatten Ferroul, Thivrier, Baudin und einige andere Abgeordnete im Laufe der letzten Session einen sehr ausgeführten Gesetzesvorschlag entworfen, den der Kongreß nur anzunehmen brauchte, indem er die Arbeiter aller Branchen aufforderte, ihn mit allen Kräften zu unterstützen. Wir lassen hier den Wortlaut folgen: Art. I. Es ist jedem Meister oder Unternehmer aus- drücklich verboten, sich selbst Recht zu verschaffen für die Schädigungen, die er durch Thun(du fait) seiner Arbeiter erleiden könnte. Art. II. In keinem Falle darf eine Geldbuße von einzelneil oder von vereinigten Arbeitgebern über die Ar- beirer verhängt werden. Art. III. Es ist in allen Industriezentren eine Arbeits- kommission einzusetzen, die zu gleicher Zahl aus Vertretern der Arbeiter der verschiedenen Berufsziveige und den Unternehmern bestehen und die von de» Arbeitern resp. Unternehmern gewählt werden soll. Art. IV. Diese Arbeitskommission wird die Ausgabe haben, die Werkstattsordnungoil einer Revision zu unter- werfen, da dieselben bisher der ausschließliche Ausdruck des Willens nur einer der Parteien sind. Art. V. Keine Werkstattsordnung darf in Kraft treten, ohne vorher dieser Kommission vorgelegt j und von ihr an- genommen worden zu sein nach getrennter Vernehmung der bctheiligten Arbeiter und Meister. Art. VI. Jede Verletzung dieses Gesetzes soll mit einer Geldstrafe von 16— 3000 Fr. geahndet werden. Im Wiederholungsfalle soll die Strafe auf das Doppelte glaubte, wurde sein Mund schlaff, sein Lächeln zu einer Verzerrung. Alles in ihm schien nach Ruhe zu verlailgen, aber er kannte sie nicht mehr und nicht einmal der Schlaf brachte sie ihm. Jeder Tag brachte neue Verwicklttnaen, Alles schien sich gegen ihn verschworen zu haben. Die Ereignisse dieses Erd- balls wurden immer komplizirter, seine eigene Lage immer kritischer. In Hast und Erregung, zitternd, mit stockendem Athem überflog er mehrmals im Tage die einlaufenden Telegramme und oftmals wurde sein Gesicht noch blasser und der Athem schien ihm zu fehlen. Sein Prozeß mit dem Pariser Hause, den er in erster Instanz verloren, hatte in. zweiter eine günstige Wendung genommen, wenn er ihn gewann, so konnte er der drohenden Kalamitäten um ihn herum noch Herr werden. Erkämpfte also weiter, kämpste wie ein Verzweifelnder, der, von Gefahren umgeben und zum Tode ermattet, doch seinem Genie vertraut und in dem äußersten Anspannen seiner Kräfte noch die Möglichkeit einer'Rettung zu haben glaubt. 'Als Oswaldt jetzt auf ihn zutrat, erhellte sein Gesicht ein Ausdruck wirklicher Zuneigung. „Man hat gestern'Abend bei der Fürstin viel von Dir gesprochen", sagte er laut und als er den neugierig fragen- den Gesichtern rundum begegnete, erzählte er, daß die Fürstin die Absicht habe, um den unzufriedenen Kleingewerbtreibcnden in ihrer ökonomischen Bcdrängniß zu Hilfe zu kommen, einige WohlthätigkeitLvorftellnngen zu arrangircn. Wenn dergleichen auch ökonomisch nichts bedeute, so verrathe es doch den guten Willen. Die Fürstin habe die Mitwirkung seiner Töchter erbeten und er habe seinerseits die Gelegen- heit wahrgenommen, Oswaldt für das lünsttcrische Arrangement in Vorschlag zu bringen, der auch sofort mit Vergnügen akzcptirt worden sei. „Tu wirst also in der nächsten Zeit viel mit dieser geistvollen Frau zu konferiren haben und Dich ihr über- Haupt ganz zur Verfügung stellen", bemerkte Field in glück- licher Geschäftigkeit, und als er in Oswaldt's Mienen erhöht und der Schuldige zu einer Gefängnißsirase W 0 Tagen bis 3 Monaten verurtheilt werden können. Schließlich hat sich der Kongreß noch mit dein Gesetz Mo- Frauen- und Kinderarbeit beschäftigt, welches das Abgeordnetem Hans in der ersten Lesung angenommen hat, und welches diqe» Winter wieder diskutirt werben wird. Indem er Artikel für Artikel durchsprach, stellte er du Unzulänglichkeit des Gesetzes fest und gab gleichzeitig die zu inachenden Äerbesfcrungen an. So fordert er:, 1.„Entsprechend dem Artikel II des Parteiprogramw- und den Beschlüssen des internationalen Kongresses ZU Paris soll das Alter siir die Zulassung in die Fabrike» und Werkstätten ans 14 Jahre erhöht werde». 2. Verkanfsgeschäste und häusliche Werkstätten(W in dem Regicriingseiitwurfe nicht mit einbegriffen sind), sollen den Hüttenwerken und Manilsaktnren ähnlich°k- handelt werden. 3. Unter keinen Umständen und unter keinem Vor- ivande soll Nachtarbeit von Kindern und Frauen zulässig sein. 4. Die Verpflichtung eines wöchentlichen Ruhetag- soll ohne jede Einschränkuilg gelten." Aber dabei blieb der Kongreß nicht stehen...„ Was bis jetzt die spärlichen Arbeiterschutz- Gesetze, die es M Frankreich giebt, kraftlos gemacht hat, ist einerseits: daß-u Inspektion ausschließlich von Slaatsingenienren und von früheren Arbeitgebern ausgeübt wird, und andererseits: daß der Entschem Über die Bestrafung der Schuldigen in den Händen der M>>- schuldigen Gerichtshöfe liegt(weniger denn 7000 Fr. im Iah" 1688 für 270 Zuwiderhandinngen!). Der Kongreß hat infolge dessen einen Gesehentwurf geschaffou, der die Ueberwachung der'Arbeiterklasse selbst, zu deren Gun>"» das Gesetz gemacht ist, überträgt. Demgemäß sollen die Arveiter und Arbeiterinnen berufen werde», siir jedes Departement je einen Inspektor unter oeu Kandidaten auszuwählen, die durch einen oberen Arbeiterausschn? als zulässig anerkannt sind. Dieser obere Arbeiterausschuß E; zusammengesetzt sein ans einem Mitglied der Akademie o» Medizin, einem Mitglied des Ober-Gesnndheitsrathes, Zw Pariser Gewerberäihen(conseillers pnidhornrnes), die v»" ihren Kollegen gewählt werden; und fünf anderen Mitgliedern, die für vier Jahre von den Arveitersyndikaten dcS Tepartemen» der Seine ernannt werden. Weiterhin fordert der Kongreß die Einsetzung eines mindesten- zur Hälfte aus Arbeitern bestehenden und durch Arbeiter% wählten Spezialgerichts, welches einzig die Uebertretungen die!-- Gesetzes zu behandeln hat.., Es ist möglich— ja sogar wahrscheinlich, daß der weitan größere Theil unserer Borffchläge von der Kammer verivml- werden wird; indeß wird darum die parlamentarische Arve unserer Partei nicht Umsonst gewesen sein. Weder Zeit Mühe wird verloren sein.. Die Arbeiterpartei wird nachgewiesen haben, daß es ge» � Reformen giebt, die im Stande wären, eine merkliche Beheru- in den elenden Arbeiter-Verhältnissen herbeizuführen und die si? in der gegenwärtigen Gesellschasts-Organisation sich verwirliuv ».(Sie sind es, zum Theil, in der Schweiz). Und die regelmäßige Weigerung der Vertreter der Bourgeo! den von den Sozialisten vorgezeichncten Weg einzuschlagen,% � den Massen, die sich dessen noch nicht bewußt sind, zun« Be'. dienen, daß der Sozialismus allein ihre Sache sührt, und sie helfen müssen, dem Sozialismus den Triumph hcrbeizusuy ohne den ihnen nichts zu hoffen übrig bleibt. Dieses Vorgehen, das Tausende der von den Bourgf" Parteien betrog««» Proletarier in unsere Reihen ziehen wird die soziale Umgestaltung mehr fördern, denn all' j schrei der Herren Anarchisten, welche da brüllen: Revolui"- Revolution!— wie die Hunde den Mond anbellen. Zwei gute Nachrichten noch zum Schlüsse...„d Der Streik der Tüllarbeitcr in Calais ist beendet— beendet mit der Kapitulation der 70 Fabrikanten, die"j zurückgeschreckt waren vor der allgemeinen Schließung Etablissements.. Dankdemeinmüthigen nationale» undinternationalenZ»sa>P m stehen der Arbeiter(die englischen Trades-Unions haben � 7000 Irls, ausgeschickt) konnten sich die Streikenden i kann nicht zweifelhast sein..m, D e l c l u ze, Mitglied des Generalraths, und Solew lizipalraths, die diesen Feldzug so gut Mitglied des Munizipalraths, keinesivegs jede freudige Zustimmung erwartete, nahm er die Gelegenheit wahr, Seite zu treten. ' I?"*VV*.V»V. fiTW „Mein Lieber," sagte er scherzend,„Du bist uns- � verwildert zurückgekommen, wir werden Mühe haben, � � wieder zu zivilisiren, aber laß mich nur machen." u«. � Oswaldt versicherte, daß sein ganzes Bestreben jetzt Arbeit gerichtet sei, daß er soeben ein Bild begönne', sein volles künstlerisches Interesse in Anspruch näh»'*, �i> jtiu üumr» iiuiiueiuujc» tu �, er daher kaum im Stande sein werde, dergleichen zeu„ch den gesellschaftlichen Forderungen nachzukommen, e»f ,6 WWW«-■ _....._ tuemiigtu Jiuryjuiuiiimcu,- er heftig, ja herrisch;„Du mußt in der Gesellschaft es ist das Wichtigste, es ist die Bedingung des �Lvc'1 Ich dächte. Du wüßtest das. Als ob es von der si: allein abhänge! Wie viele tüchtige Künstler haben>v'' B arbeiten, aber sie können dabei verhungern. Oder S c,, Tu, es genüge zu malen und seine Bilder in AuspU zu schicken?"„frif „D, ich sehe es wohl," bemerkte Oswaldt niaff, � Bitterkeit,„in unseren Ausstellungen, die so reich beschickt werden, wird so gut wie Nichts Erkauft., Plntokratie erweist sich immer mehr als ktmstfcindlW' Field lächelte überlegen.„{( s1 «Unsere Millionäre besitzen die alten besitzen ein Vorzug ist; wenn sie von zeüß�'W Künstlern etwas kaufen, wollen sie einen Namen, TV, f interessant und geläufig geworden ist, über unterhält, enfin, eine Persönlichkeit. Es heißt all", yf Erkcmitniß gemäß handeln und nicht Thorheit am heit begehen.« t/ Field hatte seinen Arm in den Oswaldt's 0«� führte ihn nach einem entlegenen Gemache.„i#'"! „Tu hast an Terrain verloren," begann er° j,i< l'cher,„wir werden zu thun haben, es wieder zu ES war ein unerhörter Mißgriff, der Einladung f Schwanda nicht Folge zu leisten, und nun wolltest�. in dieser Angelegenheit abermals spröde eriveisen- � � haftig, ich begreife Dich nicht. Hättest Du Rathschläge befolgt, so hättest Tn jetzt die Prostll (Fortsetzung folgt.) baben. sind entschlossen, sich nach Caudry zu begeben, einer Ge- meinde des Norddepartements, ivo durchweg die mechanische �pitzensabrikation herrscht. Es handelt sich darum, eine nicht nur nationale, sondern auch internationale Bereinigung der Tullfabrik- Arbeiter ins Leben zu rufen. welche umfassen soll: Palais, Caudry und St.-Quenlin in Frankreich, Nottinaham in England und endlich auch Plauen im inneren Deutschland. So soll die ganze mechanische Tüllfabrikation in Europa sondarisch werden zur Vertheidigung gegen Lohndruckerei und sonstige Äusbeutung. Während die Arbeiter von Calais diesen ökonomischen Sieg errangen, erfochten die von Roanne keinen anderen auf poli- Mein Gebiete: Fünf Kandidaien der Arbeiterpartei, rnit starker Majorität gewählt, sind vergangenen Sonntag in den Stadtrath eingetreten. Ihr sehet, daß wir Eurem guten Beispiel folgen. Jules Guesde. Norvespo»rde»tje»r. Vfovzheim, 4. November. Bei der gestern in Dillstein Nattgehabten Bürgerausschuß- Wahl der 3. Wählerklasse wurden lammtliche 8 Kandidaten der Arbeiterpartei mit bedeutender Majorität gewählt. Auch in Eisingcn siegte die Arbeiterpartei. Mochte» die anderen Ortschaften WS Bezirks ein Beispiel daran nehmen!— Der Sozialdemokrat kommt! Diplomaten und sonstigen an Bedeutung verliert, ge- Volitifche Uobevstrhk. Berlin, den 8. November. i. Gebiete der sogenannten stostrn Politik, die aber nL• nichts weniger als hoch ist, läßt sich eigentlich jr!? n,chts melden. Viele Diplomaten und Staatsmänner !,.stuf Reisen und das niag sie wohl daran hindern, ihre 'ustfcrtigkeit zu zeigen— und das ist für die Völker sehr ist!', Ist weniger nian für sie sorgt,- und je mehr nmn sie L? felbst überläßt, desto besser geht es ihnen, und das -tvort eines sozialdemokratischen ReichstagS-Abgeordneten: Politik ist keine" trifft hier sicherlich zn. m dem erwachenden politischen Leben tritt die„hohe" w i naturgemäß in den Hintergrund,' und in demselben Maße als dies Treiben der—-1....... v— sjunst* und Geschäftspolitiker innt die Parteibe ivegung in den verschiedenen andern an Interesse Und die"Arbeiterbewegung präzisirt »n � zu Tag schärfer als Klassen bewegung. Die tsn Parteien sind ausnahmslos in der Zersetzung begriffen Prozeß, der sich, wie schon gesagt, in allen Ländern llstlchmaßrg vollzieht,— die Annäherung der alten Parteien st.stMnder macht stetige Fortschritte und immer näher •ststr der Moment heran, wo es nur noch zwei Parteien giebt, „ st Huben und ein Trüben:„die eine reaktionäre Masse" und d,e Sozialdemokratie. an Deutschland wird dieser Prozeß durch das rapide �-achsthum der Sozialdemokratie wesentlich beschleunigt. �ste Sozialdemokratie steht unzweifelhaft im Vordergrund oer politischen Interessen, und wenn irgend eine andere Porter plötzlich verschwände/ so würde keine auch •str annähernd so große Lücke entstehen, als wenn der Sozialdemokratie dieses Schicksal erblühte. Ä ist nun freilich nicht zu denken; überall gedeiht und Wst die Sozialdemokratie, und ivo sie nöch nicht ist, ahm dringt sie. Und waS sie nicht, hat, daß muß sie robern. Freilich, auf den ersten Anlauf läßt nicht jede ckestung sich nehmen. Bei der Würzburger Reichs- Q ahl und bei der C h e m ir i tz e r G e m e i n d e- P a h l haben wir Schlappen erlitten,. indeß für gute «oldaten ist das nur eine Aufmunterung, es das nächste mebr n''deren Richtimg hin leisten die freien Kassen erheblich nur hn,. Zwangskassen. Das Gesetz verpflichtet die Kassen geld während eines Zeitraums von 13 Wochen Kranke» bnriiiL, S"fähren. Bon den Zwangskassen gehen nur wenige %i«fr, hinaus, nämlich von den Orts-Krankenkassen nur tasikn 00n i>vn Betriebskasscn nur 30 pCt., von de» Jnnungs- 3 niir 22 pCt. und von den Bau-Krankenkasse» gar nur weite/- Mehrleistung beschränkt sich größtentheils auf eine sa>n„,st. Unterstützung für 13 Wochen, also bis zu einer Ge- sch,.,.st,.°!!*r von 26 Wochen. Von den freien Hilsskassen be- 13 g(,'" l'ch aber nur ein Drittel auf die gesetzliche Leistung von gewÄ.?.- ���"kenfürsorge; mehr als ein Drittel, 371/4 pCt. nämii�. Wochen lang Krankengeld, nahezu ein Viertel, njtihr.stl 23,26 pCt., gewährt Krankengeld für ein volles Jahr, Betri°st- dies nur bei ö'/s pCt. der Orts-, bei 11 pCt. der 6i/4 rz*' und bei 21/2 pCt. der Jnnungskassen der Fall ist. Zeih-;. der freien Kassen gewähren sogar noch über de» auf M-r"1 lineS Jahres hinaus Krankengeld. Daß die Arbeiter auf».st�.�Rvhrleistung auch einen großen Werth legen, liegt fchied- Hand. Sollte man da in der Beurtheilung der saa. Kassenarten nicht einen etwas andern Maßstab ver- an- �ÖClT 1 1 t\*j* toelü* le� in der Begründung der Novelle geschehen ist, «rsl».. istrL�digüch auf die ärztliche Behandlung während der 18 Wochen versteift V- Ter Bürgermeister von Gent(Belgien) hat für morgen jeden Aufzug der Arbeiter untersagt; und aus einer anderen belgischen Stadt kommt die Nachricht, alte an der morgigen Kundgebung sich bctheiligenden Arbeiter sollten gemaßregelt werden. Die Herren Bourgeois scheinen es auf die„gewaltsame, blutige Revolution" abgesehen zu haben.— Der Sieg der amerikanischen Demokraten hat die Herrschaft der republikanischen Partei zum zweiten Mal und hoffentlich definitiv gebrochen. Tie Republikaner, welche sich nur dadurch, daß sie den Interessen des Großkapitals sich nnt Leib und Seele verschrieben, wieder ans Ruder brachten, sind durch und durch korrumpirt; die Demokraten sind jedoch nicht viel besser. Auch sie sind Vertreter der kapitalistischen Interessen, und wenn sie das Heft wieder in die Hände bekommen, wird prinzipiell nichts gebessert werden. Leider haben die amerikanischen Arbeiter sich noch nicht genügend organisirt, um mit beiden kapitalistischen Parteien aufzuräumen. Peneste pachrichtew. Nach Depeschen aus Lissabon und London ist betreffs der afrikanischen„Interessen- sphäre" eine V e r st ä n d i g u n g zwischen der englischen und der portugiesischen Regierung erzielt worden. Der Streit war überhaupt lächerlich.— Der deutsche Reichskanzler ist in Italien sehr gut empfangen worden, wie das nicht anders zu er- warten war.— Der Streik der Grubenarbeiter in St. E t i e n n c (Frankreich) mit einem Siege der Arbeiter geendigt hat.— Aus Sansibar kommt die Nachricht, daß die Engländer, nachdem sie den Hauptort des Witugebiets in Brand geschossen, nun alle» Europäern den Eintritt in das Land verboten haben. Soll wohl heißen: alle» Nicht- engländern.— Herr Dichter irrt stch. Er schreibt heute, ein Inserat mit der Ankündigung seiner„Irrlehren" sei vom„Berliner Vvlksblatt" zurückgewiesen worden. Das ist nicht richtig. Ohne unser Wissen'hat die Gxpedition das Jttserat zurückgewiesen. Sobald wir davon erfuhren, ordneten wir die Aufnahme an; das Inserat erscheint iit der heutigen Nummer, und wir fügen ihm sogar eine warme Empfehlung der„Irrlehren" bei. Htiickrr ist entlassen. Arbeiterschut,- Kommissto». Die Berathung beginnt bei§ 120e, Die Sozialdemokraten beantragen, zu bestimmen, daß dem Reichstage Kenntniß von den vom Bundesrath zu erlassenden Bor- schriften gegeben werden muß. Abg. Hitze beantragt, die Berufsgenossenschafte» zu er- mächtigen, Anordnungen bezüglich der Arbeitszeit zu treffen und denselben das Recht zu ertheilen, ebenso wie die Polizeibehörden, allgemeine Vorschriften zu erlassen, deren Nichtbefolgung mit Geldstrafe bis zu 300 M. bedroht sein kann. - Der Referent Abg. v. S t u m m empfiehlt die Regierungs- vorläge. Nachdem man einmal dazu gekommen ist, Arbeiterschutz- bestimmungen zu erlassen, ist es gerechtfertigt, diese Bestimmungen auch auf die tägliche Arbeitszeit auszudehnen. Der Redner, welcher die Festsetzung eines Normal-Arbeitstages für undurch- führbar hält, befürchtet' nicht, daß durch die vorliegende Be- stimmung der Normal-Arbeitstag in die Gesetzgebung eingeführt wird. Abg. Möller hat inzwischen den Autrag gestellt, dsn Bundesrath zu verpflichten, solche Vorschriften nur unter Zu- stimmung der Berufsgenossenschaften zu erlassen. Der Referent fährt fort und bittet die Amendements Hitze und Möller abzulehnen; wogegen er den sozialdemokratischen Antrag zur Annahme empfiehlt. Der Redner spricht sich gegen die Heranziehung der Bcrussgenossenschaften aus und will dem Bundesrath, als über den Parteien stehend, vollkommen freie Hand lassen. Abg. Hitze verlangt eine Erweiterung des Arbeitsfeldes der Berufsgenossenschasteu; er hält diese Körperschaften für sehr ge- eignet, Vorschriften in Bezug auf den Schutz von Leben und Ge- sundheit der Arbeiter zu treffen, umsomehr, als der Effekt auch in materiellen Vortheilen für die Genossenschaften bestehen werde; nach sehr ausführlicher Begründung empfiehlt der Redner seine Amendements, weil Unfall- und Krankheitsverhütung so eng zu- sammenhängen, daß eine Trennung der Behörden, welche dies- bezügliche Anordnungen zn treffen haben, nicht wünschenswerth sei; ebenso sei es nothwcndig, den Berufsgenossenschaften Einfluß auf die etwa beabsichtigte Abkürzung der Arbeitszeit zn ge- währen. Abg. v. K l e i st- R e tz 0 w kann, obgleich er- im Wesentlichen mit den Hitzesschcn Ansichten übereinstimmt, die Annahme des Antrages nicht empfehle», dagegen bittet er sein Amendement, welches die Vertreter der Berussgenossenschasten und die Arbeiter- Vertreter vor Erlaß von Vorschriften, die von Polizeibehörden — nicht vom Buudcsrath— ausgehen, hören will, anzunehmen. Regierungs- Kommissar Geh. Rath Lohma» n weist in ausführlichem Vortrage nach, daß die Hitze'schen Anträge sowohl in formaler als auch in materieller Beziehung undurchführbar sind; die Berussgenossenschasten haben als Träger der Unfall- Versicherung mit der Gewerbe-Ordnung nichts zu thun; man kann auch nicht gelegentlich des Erlasses eines Einzelgesetzes die Machtbefugnisse der Berufsgenossenschasteu erweitern. Nebenher würden bei Annahme der Hitze'schen Anträge eine solche Un- menge thatsüchlicher Schwierigkeiten entstehen, daß die Durch- sührung derselben unmöglich sei. Auch in Bezug auf die Fest- setzuug der Arbeitszeit dürfe man der Berufsgenossenschast keinen Einfluß einräumen, namentlich aber darf man. dieselben nicht förmlich zu gesetzgebenden Organen machen. Der Redner befür- wertet auch die Ablehnung des Antrages von Kleist, welcher gegenüber den Landespolizei- Behörden unnöthig sei, und der vielfach eine Verschleppung zur Folge haben werde. Der Redner befürwortet die Regierungsvorlage' und hat gegen die Annahme des sozialdemokratischen Antrages nichts ein- zuwenden. Abg. Bebel findet die Regierungsvorlage zweckentsprechend und ist namentlich erfreut, daß mit ihr der Anfang für die gesetz- tiche Regelung der Arbeitszeit gemacht wird. Gegen die Hineinziehung der Berussgenossenschasten wendet sich der Redner in sehr energischer Weise; in den Anträgen Hitze und Kleist-Retzow läge die Gefahr, daß die Berufsgenossenschafien die gairzeGewerbe-Gesehgebung überwucherten und diejUnternehmer- Interessen in einer die Arbeiterklasse schwer schädigenden Weise zur Geltung brächten. Außerdem seien die Anträge auch praktisch undurchsührbar und man solle durch die Schaffung von Instanzen nicht die Schwierigkeit der Gesetzgebung vermehren. Der württembergische R e g i e r u n g s- K 0 m m i s s a r, sowie der Handelsmini st er empfehlen die Berufsgenossen- schaften nicht bei den vorliegenden Bestimmungen zu betheiligen und ersuchen um Annahme der Regierungsvorlage der Minister bittet nach einigen Bemerkungen über die Roth- wendigkeit, dem Bundesrath für den Erlaß von Schutz- bestimmungen vollkommen freie Hand zu lassen, die Anträge Hitze, Möller und v. Kleist abzulehnen. Abg. Möller findet, daß nach den Ausfuhrungen des Geh. Rath Lohmann die Anträge Hitze und v. Kleist nicht angenommen werden können; dagegen hält er seinen Antrag aufrecht, den er namentlich um deswegen anzunehmen bittet, weil die Möglichkeit der Feststellung der Arbeitszeit ohne Anhörung der Berufs- genossenschaftcn resp. der Unternehmer ausgeschlossen werden müsse; der Redner giebt hierbei zu, daß die Arbeitervertrctung bei der Unfallversicherung rein dekoratives Beiwerk sei. Abg. Schmidt beantragt prinzipaliter Absatz 2§ 120 e zu sireichen; eventuell will er binnen drei Monaten Beschwerde an den Bundesrath zulassen. Abg. v. P f e t t e n hat Bedenken gegen die Anträge Hitze und bittet von einer Betheiligung der Berufsgenossenschaften an den zu erlassenden Anordnungen abzusehen. Abg. Dr. Hirsch empfiehlt die Vorlage in allen ihren Theilen und glaubt, daß ihre Annahme die Gefahr einer gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit ausschließt. Der H a u d est s m i n i st e r verwahrt die Regierung dagegen, als ob sie der Meinung sei, daß die Arbeitervertrctung bei der Unfallversichetung ein dekoratives Beiwerk sei; die Regierung glaube, der Arbeiterbevölketung mit der Schaffung der Arbeiter- Vertretung ein sehr werthvolles Geschenk gemacht zu haben. Ebenso giebt der Minister nicht zu, daß der Absatz 3 des Paragraphen der erste Schritt zur gesetzlichen Festlegung der; Arbeitszeit sei; im Gegensatz zu der Sozialdemokratie, welche mit der Einschränkung der Arbeitszeit die Lohn- frage regeln wolle, steht die Regierung auf den, Standpunkt, einzig und allein übermäßiger Ausbeutung menschlicher Arbeits- kraft entgegenzutreten. Abg. Schmidt empfiehlt seinen Antrag, der das Recht der Beschwerdeführung konstituire, und nach welchem nicht gerecht- fertigte Anordnungen der Polizeibehörden vom Bundesrath be- seitigt werden könnten. Abg. Hitze bemängelt die Ausführungen der Regierungs- Vertreter; der Redner geht in sehr ausführlicher Weise auf seine Anträge ein und kommt zu dem Schluß, daß die Berufsgenossen- schaften sehr wohl in der Lage seien, die ihnen zugedachten Auf- gaben zu erfüllen, und daß es ein Recht dieser Körperschaften sei, in Wahrnehmung ihrer Interessen an dieser Gesetzgebung mitzuwirken und über so einschneidende Bestimmungen gehört zu werden. Abg. v. K l e i st befürwortet seinen Antrag, der den Berufs- genossenschaften die nothwendige Berücksichtigung gewähre, bekänipft dagegen den Antrag Schmidt, welcher einestheils jede Einwirkung der Behörden beseitigen wolle und andererseits die Angelegenheit zu verschleppen geignet sei. Abg. Singer konstatirt, daß der Abg. Möller, indem er zugab, daß die Arbeitervertretung bei der Unfallversicherung nur dekoratives Beiwerk sei, ein sehr wahres Wort ausgesprochen habe; dem Handelsminister weist Redner nach, daß die kaiserlichen Erlasse ganz generell die Nothwendigkeit der Einschränkung der Arbeitszeit anerkennen und daß der Minister insofern sich heut in Widerspruch mit diesen Erlassen befunden habe. Abg. Graf Hahn tritt für die Anträge ein, namentlich aus dem Grunde, weil die Sozialdemokraten dagegen seien. Nach Schluß der Diskussion empfiehlt der Referent Abg. von Stumm die Regierungsvorlage, nachdem er noch den Ausführungen des Abg. Möller bezüglich der Arbeiter- Vertretungen entgegengetreten ist. Der Redner beantragt, die Amendements Schmidt und Möller abzulehnen, ebenso bekämpft er die Anträge Hitze, wogegen er den Antrag Kleist anzunehmen beantragt. Der Korreferent Abg. Molke nbuhr beantragt die Ab- lehnung des Amendements Kleist, welches eine ganz unnütze, ja sogar meist schädliche Hereinziehung der Bcrussgenossenschaften herbeiführen werde. Der Redner wünscht Ablehnung aller Amendements außer der sozialdemokratische» und mit diesem die Annahme der Regierungsvorlage. Bei der Abstimmung wird§ 120s in der Fassung der Regierungsvorlage unter Annahme der Amendements Kleist-Retzow (13 gegen 11 Stimmen) und Bebel und Genossen(einstimmig) an- genommen. Nächste Sitzung Montag Mittag 1 Uhr. Zur Znkunftostaatelei und zum„Kampf mit geistigen Waffen" sehreibt die Berliner„Volkszeitung": „In den seit dem 1. Oktober verflossenen Wochen haben wir schon wiederholt Gelegenheit gehabt, auf die dürftige und kümmerliche Art hinzuweisen, in welcher die„geistige Bekämpfung" der Sozialdemokratie betrieben wird. Diese Art be- schränkt sich im Wesentlichen auf ein ewiges Gefrage nach den Einzelheiten des„Zukunftsstaates", womit schlechterdings nichts erreicht wird. Wäre die sozialdemokratische Partei ein Klub von Theoretikern, die auf dem Wege individuellen Nachsinnens zn dem Entschlüsse gekommen wären, den heutigen Staat abzuschaffen und dafür einen von ihnen erdachte» Staat einzu- führen, so wäre sie zweifellos verpflichtet, die Einzelheiten dieses Phantasiegebildes bis auf die geringfügigste Kleinigkeit zu schildern, ehe sie beanspruchen könnte, daß ei» Versuch mit seiner Durchführung gemacht würde. Da die sozialdemokratische Partei aber ganz etwas anderes ist, nämlich ein objektives Er- zeug, riß der geschichtlichen Entwicklung, da ihre Wurzeln eben so schwere wie unleugbare llebelstände der heutigen Gesellschaftsordnung sind und ihr Ziel ein Zustand ist, in welchem diese llebelstände beseitigt sein werden, so ist sie so wenig, wjx irgend eine andere Partei, zu Prophezeiungen über die Zukunft verpflichtet, und wer sie damit zu schädigen glaubt, daß er sie zu einem solchen Prophetenthum für verpflichtet erklärt, der kämpst wirklich gegen Windmühlen und; sollte mit der „geistigen Bekämpfung" der Sozialdemokratie lieber heute als morgen einpacken."— Ifobti* die Ae»cher«ug Liebknecht s, daß eine Grenz- linie zwischen dem heutigen nnd deni Zuknnstsstaat sich nicht ziehen lasse, daß der heutige Staat in den Sozialismus dineinivachse und der Sozialismus in den heutigen Staat — ist von dem Troß der kapitalistischen Lohnschreiber ein lautes Halloh erhoben worden, obgleich Jeder, der von dem Wesen der modernen Geschichts- Wissenschaft eine Ahnung hat, in jenen Worten nur den Ausdruck einer allgemein anerkannten Wahrheit findet. Dasselbe, was Liebknecht auf dem Halleschcn Kongreß sagte, wurde einige Wochen später in England von einem konservativen Parlaments- Mitglied B o w m a n n gesagt, der auf den Vorwurf, die Tories feien nicht sozialistisch, seinem Kollegen und Partei- genossen Hoiverth zurief:„Wir Tories keine So- z i a I i st e n? Wir stecken vielmehr bis an den Hals im Sozialismus� Tie einfache Wahrheit ist, daß seit der Genehmigung der Fabrikgesctze im Jahre 1841 der Staatssozialismus uns in alle Glied- maßen g e d r nn g e n i st. Die zahlreichen Fabrikakten, die Bergwerks-Akten, die Akte über öffentliche Gesundheits- pflege, die Akten über die Wohnungen der Handwerker, die wir so oft auf der Tribüne anführen, sind weiter nichts als reiner Sozialismus. Der kühnste Wurf aber in der Rich- tung des Gemeindesozialismns wurde in der letzten Session von Ritcbie in dessen Bill über Arbeiterwohnungcn gethan, wodurch Sie Kreisämter Vollmacht erhalten haben, Arbeiter- wohnnngen zn erbauen und zu vermiethen. Wo steckt der Unterschied im Prinzip, wenn dem Arbeiter eine Wohnung geliefert wird, deren Miethe eine öffentliche Behörde fest- stellt, oder wenn die Länge des Arbeitstages amtlich be- stimmt wird?" „In alle Gliedmaßen gedrungen" und„hineingewachsen" — das ist so ziemlich dasselbe. Nun ist der Staatssozialismus der englischen ToryS allerdings etwas sehr verschiedenes von dem Sozialismus Ser deutschen Sozialdemokraten, allein der Staatssozialismus ist doch eine Form des Sozialismus, wenn auch nur eine untergeordnete, imd mit der zunehmenden Demorratisirung der Gesellschaft, der selbst die Monarchen sich nicht entziehen können, wird und muß diese niedere Form des Sozialismus sich allmälig zu der höheren Form des demokratischen Sozialismus entwickeln oder in ihm„hineinwachsen".— Unter der Uebrrschrift:„Die Gewissensfrage in Deutschland"— behandelt ein fortschrittlicher Journalist und Parlamentarier m der„Breslauer Zeitung", die von uns schon erwähnte Maßregelung eines sächsischen Offiziers wie folgt: „Ein sächsischer Stabsoffizier hat eine Schrift veröffentlicht, in welcher er seinen religiösen Standpunkt darlegt, der von demjenigen der herrschenden orthodoxen Kirche abweicht. Er bekennt sich, um einen Lessing'schen Ausdruck zn gebrauchen, zu dem„Christenthum Christi" im Gegensatz zu d«m Christenthum der Kirche. Er bekennt sich zu Anschauungen, die dreihundert Jahre hindurch, bevor das athanasianische Glaubensbekenntniß über das arianische siegte, von dem größeren Theil der Christenheit getheilt wurden. Er greift die dogmatischen Sätze der Konfession, aber nicht die sittlichen Wahr- heilen des Christenthums an. Seine Schrift ist von dem höchsten sittlichen Ernst getragen; die Veröffentlichung seiner Ansichten rechtfertigt er mit deni religiösen Be- diirfniß, die Wahrheit zu bekennen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung dieser Schrift hat er seinen Abschied aus der Atmee nachgesucht und in allen Ehren erhalten. Es waltet kein Zweifel ob, daß sein Abschiedsgesuch ihm aufgenöthigt war und mit seiner Schrift in kausalem Zusammenhange steht. Daß ein höherer Offizier in solcher Weise den Much hat, Ansichten zu bekennen, die höheren Orts ungern gesehen iverden, kann über- raschen. Den Much auf deni Schlachtfelde besitzt jeder deutsche Offizier; der Much, eine selbstständige Meinung zu behaupten, ist seltener, und für das geschilderte Vorgehen fehlt es vielleicht an jedem Beispiel.' Daß die angedeuteten Folgen eingetreten sind, überrascht nicht. Auf den Umstand, daß es ein sächsischer Offizier war, ist kein besonderes Gewicht zu lege»; in dem preußischen Ar»iee- Kontingent wären vor- aussichtlich dieselben Folgen eingetreten. Es überrascht nicht, daß eine solche Folge eingetreten ist, aber gebilligt kann es un- möglich werden. Niemand wird zu behauvten unternehmen, daß religiöse Ansichten, wiesie dieser Offizierauseinandergesetzthat, dem sittlichen Ansehen desjenigen, der sie bekennt, Eintrag thun; noch weniger steht in Frage, daß sie ihn an der Er- füllung seiner militärischen Pflichten in keiner Weise behindern. Die Maßregel zeigt, daß es den Offizieren der deutschen Armee verwehrt ist, sich öffentlich zu Anschauungen zu bekennen, die von denjenigen der orthodoxen Kirche abweichen, daß die Frei- heit des religiösen Bekenntnisses für den Offizierstand nicht be- steht. Es muß wiederholt werden, daß nicht die Form seines Bekenntnisses irgend einen Anstoß erregt haben kann, sondern daß lediglich die in dem Inhalt gegebene Abweichung von dem christlichen Dogma die Maßregel hervorgerufen hat. Ich weiß es sehr wohl, daß es zur Zeit völlig vergeblich sein würde, an diesem Zustande rütteln zu wolle»; wenn derselbe öffentlich besprochen wird, kann es nur darauf ankommen, den Zustand, wie er nun einmal ist, zu schildern, damit keine Täuschungen über das Maß von Religionsfreiheit aufkommen, welches bei uns besteht. Dem Manne, der in dieser Weise den Muth seiner Meinung bethätigt hat, wird Niemand Hochachtung vor- enthalten." Wir können das Alles unterschreiben, möchten bei dieser Gelegenheit aber fragen, ob der Satz unseres Programms, der auch von fortschrittlicher Seite angefochten worden ist! „die Religion ist Privatsache" durch die vorstehenden Aus- führungen nicht aufs Glänzendste gerechtfertigt wird? An diesem konkreten Beispiel sieht man, wie.jede Formel, welche zu irgend einer bestimmten Anschaumtg— sei es des Glaubens oder der Glanbenslosigkeit verpflichtet, in ihren praktischen Konsequenzen zur Verletzung der 6k Wissensfreiheit, S: h. zum verwerflichsten Eingriff in d,e persönliche Freiheit führen muß. Nicht„Heuchelei"— wie von psäffischen Zeloten des Glaubens und Unglaubens behauptet worden ist, hat uns zu dieser Fassung des auf die Religion bezüglichen Passus unseres Programms bewogen, sondern die Achtung vor dein höchsten Prinzip mit dem höchsten Gut: d e r p e r s ö n' lichen Freiheit— die selbstverständlich auch die Achtung der persönlichen Freiheit des M i t mfe n s ch's" bedingt. Jeder Mensch hat das gleiche Recht der persön- lichen Freiheit.— <$ schinachvollro Unrecht, schreibt der„Grütlianer", ist es, daß die boshafte, rücksichtslose und unüberlegte Geschwätzig' keit der Welt gemeinhin Kinder die Fehler ihrer Eckern schwer entgelten läßt. Da hört man so oft, wie. die Schwätzer»»w Schwätzerinnen einander sich zuflüstern:„Sein Vater hat ge- stöhlen, gemordet, im Zuchthause gesessen, sich das Leben gjf nommen" oder:„seine Mutter war eine lüderliche Dirne. Dieser von Herzlosigkeit nnd Ungerechtigkeit zeugende Unfug jftt schon manchen Menschen, der das Unglück hatte, davon betroffen zu werden, allen sittlichen Halt geraubt.% sieht die Verachtung, die man seinen Eltern gezollt, auf sich übertragen: er ist gewissermaßen verfehint, überall glaubt er das Gezischet ber_ klatschsüchtigen Bosheit zu hören,— und ehe er sich' versieht, hat dies Gezischel ihn auch auf die Bahn des Ver- brechens oder des Lasters gepeitscht, oder'es treibt ihn fort von der Heimath, hinüber über's Meer. Und dann, wen» J--'vi..r...i. v.c:..—(____ Lt von oer«elmaiy, ymuoer uoers A/ceer. unv V«,»,.,. bte klatschsüchtige Bosheit es dahin gehracht, dann brüstet sie sich mit„sittlichen Erwägungen" und sagt:„Seht ihr. es ist doch ew wahres Sprichwort, der Apfel fällt nicht weit vom Stamme. Wir kannten und kennen noch manchen Menschen, der auf diese Weise von der Welt zu einem schlechten oder unglückliche» Menschen gemacht worden ist. Er wäre brav geblieben oder hätte brav und glücklich werden können, wenn die Welt sich mit ihm Natt m boshafter, in liebevoller und rücksichtsvoller Weise be- schäfligt hätte. Es ist ein schmachvolles Unrecht, Jemanden oie Fehler seines Vaters oder seiner Mutter entgelten zu lassen, w» an diese Fehler auch nur zu erinnern in der Absicht, zu kränken. Man sollte höchstens in gewissen Fällen ihn auf diese Fehler"' liebevoller und diskreter Weise hinweisen, damit er dieselben fim eine Warnung sein lasse. Theater. Sonntag, den 9. November. «»«whiui». Oberon, König der Elfen. Montag: Lohengrin. Kchaukpirlstano. Die Quitzow's. Montag: Wilhelm Tell. Zesstng.Theaker. Sodom's Eiide. Montag: Der Traum ein Leben. KerUner Theater. Die Jour- nalisten. Montag: Kabale und Liebe. Dentsche« Theater. Das verlorene Paradies. Montag: Der Sohn der Wildniß. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Königsgardist. Sonne und Erde. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mallner» Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schöller. Montag: Dieselbe Vorstellung. Uefideuz- Theater. Scylla und Charybdis. Familie Moulinard. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Die Million. Montag: Dieselbe Vorstelluim. Keltealtiauce- Theater. Mamsell' Nitouche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sftend- Theater. Der Sandmann aus der Friedeustraße. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomao-Thrater. Der Wetterfrosch. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'« Uariötö. Große Spe. zialitäteu-Vorstellung. Theater der NeichvhaUe». Große Spezialitäten-Vorstcllung. Eonrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wekr. Uichter'» Uariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- V orstellung._____ Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27c. Franka Scholz, Kostüm-Soubrette. Geschmr. Wildenfels, Gesangs- Duettiste». Richard Oersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödickc, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakler-Komikcr. Truppe Blumenfeld, Parterrc- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- .künstler. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags G'/a Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. iKriwcilMBierhckltii Kommandaalenatr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Enartelt tZängrrn. ausgeführt von dein Musik- Direktor H. S a n s t l e b e n. Wochentags: Frei-Concerf. Sonntags L'utrao 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und eine» Saal zu Ver- guügungeu nnd Versammlungen. 708 F. Sodtke. Circus Renz. Karlstraße. Sonntag, d«n 9. November, MF Zwei mg große Vorstellungen. Nachm. um 4 Uyr(1 Kind frei): Ifljcpal LerbMM. Große Historische Pantomime mit Ballet in 4 Abth. arrangirt u. inszenirt vom Direktor E. Renz. IW Abends 7-/e Uhr: Deutsche Turner. Große nationale Pantomime vom Hof- Balletmeister A. Siems, inszenirt vom Direktor E. Renz. Musik von A. Caan- bley. Dekorationen, Kostüme, Requisiten, Wagen auf das Prachtvollste. Außerdem in beiden Vorstellungen Austreten der ersten Künstlerinnen und Künstler, sowie Vorführen und Reiten der bestdressirten Freiheits- und Schul- pferde. Morgen Montag: Deutsche Turner. E. Renz, Direktor. MWMllt Buggenhagen am Moritzplatz. _ Täglich;__ ffiRF" Grosses Concert."MW Direktion A. Uödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. ItWrwa Wochentags 10 Pfg., Eillli Co sonn- und Festtags 25 Plg. Großer Frühstücks- nnd Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 16 Pf. 041 F. Müller. Castan's Panopticnm. Entree 50 Ufg., Kinder 25 llfij, |V. 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. ' Vorstellung ' Vorm. ll'/a u. 121/3 Uhr. 'Mach m. u.iVe-O'/sllHv stündl. eine Vorstellung. �Erlra-Entvee 30 Ufa, Kinder frei. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Sonntag, den 9. November, 2 Grosse 2 Extra-Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr(1 Kind frei) und Abend» V/3 Uhr. Beide Vorstellungen Mit verschiedenen vorzüglichen Programm-Nummern. Die Nachmittags-Vorstellung i. a. ein. eigens zur Belustigung der Jugend gewählten Programm zusammengesetzt. In beiden Vorstellungen Austreten sämmtlicher Spezialitäten, Künstler sowie Künst- lerinnen, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheits- pferde. Besond. hervorzuheben: Zweites Auftreten des vorzügl, Jockey-Reiters Mr. Arsene Loyal. MIT Original-Clown Duroff."WW 4 fache Fahrschule mit 8 Schulpferden. Familie Leon, Jkarische Spiele. Etagen- Caroussel mit 25 Freiheitspferden.— Schulpferd Troubadour, geritten von Frl. Wilma. Komische Entrees sämmt- licher Clowns. Zum Schluß der Nach- mittags-V orstellung: Der betrogene Kaufmann. Komisches Intermezzo, ausgeführt vom gesammten Personal. Morgen: Grosse Vorstellung.— Jockey-Reiter Mr. Loyal.— 12 Rapphengste.— Großes Bället-Potpourri v. 20 Damen.— Batonde amoricain.— Schulpferde Abd-el-Kader und Herz.— Duroff.— Quadrillb des Cloches de Corneville:c. zc. Alles Nähere die Plakate und Austragzettcl. Passage-Panopticuiu. Unter den Linden 22 23. s742� Lehtilsgroßt Uanoramrn. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische U'olkosänger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 0 Uhr. Parade-Garten am Tempelhofer Felde, hinler der Bockbrauerei. Jeden Sonntag: Grosses Frei Concert in den neu dekorirten Sälen. Außer- den» empfehle meine reichhaltige Speise- karte ä la carte. Frischer Hasen- und Gänsebraten, Eisbein und Sauerkohl. Großer Frühstückstisch, vorz. Weiß- und Bairisch Bier. 1633 M. Ohle. Empfehle mein Iii Weissu.Bairlschbier-Lokal. Kalte und war m e Speisen zu jeder Tageszeit. Auch ist ein Vireinszimmer zu vergeben. Zahlstelle w. angenommen. G. Wachhaas, Empfehle mein Lokal zum Arbrito- nachwei« und für Zahlltellen. Zimmer für Vereine. 1070 Carl Dlricn, Wrangelstr. 84. W Pchellhostt-Bier�mÄs. 2MP- vo Liter 10|lf. t®® 1302 Fifcherstaste 5, pari. Reim's Restaurant, Krautltralir 4 5, 204 empfiehlt sein vorzügliches Weiss, u. Bairisclt Bier, sowie kräftigen Ulittagstifch. Zimmer für Vereine. Nur Hüte mit Arbeiter- Kontrollmarken empfiehlt August Wittenbecher, 22 Lübeckerstraße 4. Außerordentl. Mitgliederversammlung kt Central-KMenW der Maurer, Steinjauer, Ztulkateure lt.((Öriii#!: zur Einigkeit) am Dienstag, den II. November ds. Js., Abends 81 2 Uhr, May's Festsälen, Beuthstrasse 20—22. „ Tages-Ordnung: �... ®er.I$t der Recherchekommission in Angelegenheit Schmidt. 2. Nei s mahl sämmtlicher Hilfskassirer. 8. Besprechung über die Vorlage der Kramen- kassen-Novelle. 4. Verschiedenes in Kassenangelegenheiten.—' Der wichkfst" Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheine». 294 Der Vorstand._ Verein der Klempner Berlins und vmgeg. Grosze Nersantmlimg am Mittwoch, den 12. Novbr., Abends 8 Uhr, in Gratuffif s Bierhallen, Kommandantenstrasse 78. Tagesordnung: 1. Vortrag über Hexenprozesse. Referent Herr Tor 2. Diskussion. 8. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fras lasten.— Die Mitglieder werden ersucht, den§ 5 Absatz a des Statuts ä beachten.— Gäste haben Zutritt. 284 Oer Vorstand. Verein gmerblilher HiWrbelter Verlins und llingegend. General-Uersammluns"W am Dienstag, den II. November, Abends S1', Uhr, _-. Renz>.Salon,«aunynstr. 27. g g�ahl w ÄSSLl ÄttSf-'W»* Mitglieder sind verpflichtet zu erscheinen. � Vorstand. Deutscher Tischler- Verband der (Zahlstelle Chart ottenburg). Montag, den 10. November ds. Js., Abends 8 Uhr,•n Gambrinus-Brauerei", Wallstrasse Grohe Versammlung. TageS-Ordnung:..... vof 1. Vierteljährlicher Kaffenbericht. 2. Tie Geiverkschafts-Bewegu und nach dem Sozialistengesetz. Referent Herr Th. Glocke. Ker eines Delegirten zum Verbandstage in Hannover. 4. Fragikasten>w 0,- schiedenes.— Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht"4 jJjge» alieder zu erscheinen. Neue Mitglieder werden ausgenommen. � /.,,ders Mitglieder unserer Zahlstelle, welche in Berlin wohnen, werden ganz ve; zu dieser Versammlung eingeladen.. 273 Der Vorstand. 3n bnirljru durch die Grprditio» der..Freisinnigen ?ritn»g", Berlin 8W., Zimmrrltrasir 8, Soeben erfchien: 3"� der Sozialdemokrane beleuchter�vou Engen Uichter, Mitglied des Reichstag». GroS-Oktav 3 Druckboge»., ,pl. Preis 50 Uf.. in Partien von mindestens Exempl. a 40 Pf., von mindestens 10 Exempl. a SV Pb. von mtck t. 50 Exempl. ä 30 Pf., von mindestens 100 Exempl. 5 �„pl. von mindestens ll00 Exempl. n 1Ä Pf., von mindestens 500<-5 ä 10 Pf.(inkl. Porto). ,..„«1»« Die Drrfeudnng gefchirtzt portofrei und ouonnlin nur gegen vorherige Einsendung des Setragro. Verantwortlicher Redakteur: tfurt DaaKc in Berlin. Druck und Verlag von War Sading in Berlin SW,. BeuthstraKe 2. Hier»» iwei L Vellage zum Berliner Nr. S«A. Sonntag, den 9. zlovrmlier 1890. y. Jahrg. Charakteristik unserer Gegner. .S» Bezug auf den drohenden Konflikt zwischen den englischen s5°rbe.tern und Tockdirektoren(Rhedern u. s. w.) schreibt die " �"ö'Zeitung" heute unter England: „„In Zachen der angedrohten Docksperre ist gegen- wartig noch nicht abzusehen, ob die Union- Arbeiter es daraus ankommen lassen werde». Die Exekutive der Dock- Union oder vielmehr das berüchtigte Triumvirat, welche- mcselbe am Gängelbande fuhrt, scheint wirklich allen Ernstes demüht zu sein, eine Sperre seitens ihrer Leute zu vermeiden. Obgleich diese Apostel der Arbeiterivelt in letzter psit Beweise einer geradezu bodenlosen Beschränktheit in Hülle und Fülle geliefert haben, so sind sie augenscheinlich verschlagen genug, einzusehen, daß sie in einem Kampfe imt. der Dockverwaltung schmählich den Kürzeren finde» mußten. Eine Niederlage würde aber ihrem Prestige, )a ihrer Existenz vollends ein Ende machen und lebe» müssen ja die„selbstlosen" Vorkämpfer der Freiheit, ra iv»war„anständig". Und dazu gehört vorläufig noch weld; kurzum die Herren Burns, Tillett und Mann scheuen die Folgen einer Sperre und leisten ausnahms- weise daher ihr Möglichstes, ihre Freunde zur Vernunft zu üriugeu. Ob ihnen dies gelingen wird, steht noch in Frage, da eine nicht unerhebliche Anzahl derselben die Tnumvirn so wie so in Verdacht hält, eigennützige Zwecke versvlgt zu haben und noch zu verfolgen; mit der vielgerühmten Disziplin ist es daher, wie schon telegraphisch gemeldet, nicht weit her. Tie Exekutive hat sich eine Frist, nicht unmöglicherweise eine Galgensrist, ausgebeten, Nch die Lage eine Woche lang überlegen zu dürfen und die Tockverwaltung hat dieselbe gern bewilligt, da sie An- stalten getroffen hat, jeder Eventualität die Stirne bieten zu können." Zeile dieses Ergusses einer schönen Polizei- und kein» �wseele schwitzt der Aerger hervor, daß die Arbeiter neb»» ffmmheit machen, nicht durch unbesonnenes Bor- Ittirn... 5. öffentliche Meinung gegen sich ausbringen, und die bar?-»>>.�flfl�wortlichkeit aus sich laden ivollen, einen furcht- Hern,, k f in Mitleidenschaft ziehenden Konkurrenzkampf Mschworen zu haben. Brifi».wir vor einigen Wochen, bei Abwehr der albernen Au- aJl!®ul den Halle'schen Parteitag, den Gegnern vorwarfen, ihr n«.,?!., �uhre hauptsächlich daher, daß wir uns nicht zu hält-,. Tollheiten und psendorevolutionären Streiche» Tolit iwvvozire» lassen, da wurde uns entrüstet widersprochen. kelw�' rc,t will, angesichts der vorstehende» Auslassung, noch btir* 2''wsere Gegner wünschten nicht, daß die Arbeiter hzs? unbesonnenes Vorgehen ihnen— den Feinden— in die arbeiten. .den in der Notiz befindlichen Verdächtigungen des 'OolipL ll.on Ehrenmännern wie Burns, Mann und Tillot llkt F"'}' hier gar nicht reden. Wir sind an diese schmutzige solch...„Kampfes mit geistigen Waffen" so gewöhnt, daß wir tortA. ÖM® kaum mehr beachte». Das Organ einer Partei, iähl-n kue„Edelsten der Nation" zu ihren Mitgliedern zu " behauptet, aber trotzdem, von Anderem abgesehen, seit Fahren notorisch die Klinke der Gesetzgebung handhabt, ,» i N auf Kost eil des arbeitenden Volkes svx... bereichern ldurch Koruzölle, Fleischzölle, Vieh- ?!ugheit'�.�. w-).. sollte aus Rücksichten der »in i» habinA, lü05 davor- hüten, den Vorkämpfern anderer Parteien �»shnL r�chn|tspolili'l zur Last zu legen. Wer in einem tiitioi �„F�uhuk, soll sprichwörtlich nicht mit Steinen werfen MfliA, Bkäniiern, die ein sehr sestgebautes Haus yo„.°!ch°l'ej)aben.- und vor- mTsWtSBiSSB '%#### ei,,„| i. einzelnen Fabriken körn»,-» manmgsaltige ist. Wo ein Zweig zuni Erliegen Ziv?i„- wenigstens die Beschäftigung in den anderen auo-„i>s?„wlfrcc� erhalten werden. Am meisten leidet letzi h.: o � wohl der Webstuhlbau, umgekehrt erfreut sich beso»>,-. �ukomotiveubau in der sächsischen Maschinenfabrik schreit-� �uthe. Ehe man zu weiteren Arbeiterentlassungen schränk. zunächst die Arbeitszeit noch weiter be- 8 Uhr i.®chon letzt lassen einzelne Fabriken nur von acht,,,- au beziv. bis um 5 Uhr arbeite». Damit ist der anael � Arbeitstag eingeführt, den die Sozialdemokraten verlor!."" Manien der Arbeiter am ersten Mai so stürmisch die s,.": Aber jetzt stellt sich auch heraus, daß es nicht geKren ffnd, die den Achtslnndenarbeitstag be- Zeit ist"Ve Klage über die Abkürzung der Arbeits- achte, und sie gilt, was wohl zu be AerbiLft r blos deni infolge davon geschmälerten deffe>, k, ,.i andern auch dem Wenigerbeschäftigtsein an sich. die be» iiunwe. vielfach demoralistrende Wirkungen gerade «wa Arbeiter recht gut erkennen. Daß übrigens nicht "aiiientrl wie man vielfach behauptet und wache» ,!- Seiten der Sozialdemokratie gerne glauben der ie»t' der nächste, geschweige denn alleinige Grund sache!,„k"�°'�ienen'Arbeitsstockung ist. beweist die That- wieder A"sträge aus'Amerika gerade in der letzten Zeit sondei,, Wach eingegangen sind. Nicht blos Strumpfe, Nnlb �l�'dmaami�erben»och fltu na'1!: sail kläglich gescheitert sein.-. kiegt ,, gegenwärtigen Arbeits fr ock un g die e s w eh r in derBeunrnhigung, die f�ieu a! �Agitation der Sozialdeniok r a t i e k'd) Kern,, ,-5?'""d nicht zuletzt in den oft ganz Willkür- s?>astiil"lbeschworenen Arbeitsausständen. die i-de ge- vielfach!, Kalkulation erschweren. Das sehen die Arbeiter wohi»."ch selber ein. Sie sympathisiren in ihrem Herze» Wie in ihrer Mehrheit mit der Sozialveino- "us F.,»At 0§ nur verschlechtert, aber sie„laufen mit ""d,„.J®01; Hohn und Spott und theilweife wohl ch.N Schlimmerem, womit die sozialistischen Fuhrer Tj�'vhx,,„ Wdgarde, ihre Büttel und ihre Schergen sie WÄi S M chveckenskind Friesen, auigetaucht ist. ä.ie �.o ,«halb denk- �orvivanreii ivccvri,«uu,....... ??ch de» 3(";..nuc1' hier Niemand daran, die Fabrikation 'esex Art � niigleu Staaten zu verlegen, und ein Versuch . vroe» i» k»!5ven wir nicht, von Greiz aus gemachl e.;,, Ter Haupt zialdemokratie soll am schlechten Geschäftsgang schuld sein. Die Gemeinheit wird nur erreicht durch die Unwissenheit, welche sich in dieser grotesken Anschuldigung kund giebt. Also an den natürlichen Folgen der Mißwirthschaft des K a p i t a l i s- mus soll die Sozialdemokratie schuld sein! Und das sagt ein Organ desselben Protzenthums, das vor wenigen Monaten, als die K i n l e tz- B i l l, d. h. die verdiente Strafe für die agressive Schutzzollpolitik des Abgottes unsere r Bourgeoisie, am Horizont emporzusteigen begann, fast kniefällig die sozial- demokratischen Arbeiter anflehte, sie möchten doch gegen die Kinlep-Bill agitiren und einen Petilionsslurm an die Reichs- regierung organisireu, damit sie in Washington nachdrückliche Vorstellungen mache! So sind sie! Diese zwei Probe», aus einem ganzen Wust ähnlichen Stoffes herausgegriffen, mögen als Ausbeute eines Tages für heute genügen. Gelegenlich mehr. Vorigen Hriefe ans England. London, den 5. November 1890. onnabend haben in ganz England Erneuerungs- wählen für die Gemeindevertretungen stattgefunden. Natürlich wurden sie zum großen Theil nach politischen Rücksichten vorgenommen, da der Kampf zwischen den beiden großen bürger- lichen Parteien, je näher die„Entscheidungsschlacht"— die große Parlamentswahl— rückt, uni so mehr die Gemüther auf beiden Seilen erhitzt. Trotzdem ist es nicht zu ver meiden, daß bei Gemeindewahlen Nebenrücksichten sich stärker in de» Vordergrund drängen, als bei den Wahlen zur Landesvcrtretnng, das Hemd sitzt den Leuten näher wie der Rock, und ob eine neue Brücke gebaut oder die alte nur ausgebessert werden soll, ist für die Bewohner von Petersheim eine weit ivichtigere Frage als die, ob Petersheim von den Liberalen oder den Konservative» zu den„intelligenteren Ortschaften" gezählt wird, die ihre politische Reife auch bei dieser Wahl glänzend an den Tag gelegt haben. So ist es denn auch ziemlich ziveiselhaft, wie weit inan aus dem Ausfall der Gemeindewahleii einen selbst nur bedingten Schluß auf die Aussichten der Parteien bei den Parlaments- wählen ziehen darf. Im Ganzen haben überhaupt wenig Ver- änderungen stattgesunde». Die Liberalen haben, nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten in den städtischen Vertretungen gegen 100 Sitze gewonnen, die Konservativen einige 60, und die unabhängigen und Arbeiter-Kandidaten 8, so" daß für die Ersteren ein Nettogewinn von 80 bis 40 Sitzen bleibt. Darüber natürlich großer Jubel im Lager der Gladstoneaner, denn gerade der Absall der städtischen Wahlkreise, der„Boroughs", war es, der 1886 ihre große Niederlage und den Verlust der Regierungs- gewalt zur Folge hatte. Ganz besonders glücklich sind sie über den Ausgang der Wahl in Manchester, ihrem einstigen Stammsitz, der aber jetzt zum Theil durch Konservative, darunter Herr A. Balsour, Staatssekretär für Irland, im Parlament vertreten ist. In Manchester hatten 16 Mitglieder aus der Stadtverlretung auszuscheiden, davon waren neim konservativ und sieben liberal. Außerdem waren noch in siebe» neuen Be- zirken, die zur Stadt hinzugekommen sind, 21 Vertreter zu wähle», insgesammt also 40. Das Resultat ist: 24 Liderale und 16 Konservative gewählt. Auch in Liverpool haben die Liberalen einige Sitze gewonnen, ebenso an einigen kleineren Orten Lancashires. „Lancashire ist geivonnen," jubelt der radikale„Star"„und wenn ,vir das und London haben, sind wir einer überwältigenden Ma- jorirät sicher". Was die„Arbeiterkandidaten" anbetrifft, so läßt sich kein genaues Bild geben, wie viele davon wirklich selbstständige Vertreter der Klassenintereffea der Arbeiter, ausgestellt im Gegen- sah zu beiden bürgerlichen Parteien, und wie viele nur vorge- schobene Posten derselben. Bei den Meisten scheint das Letztere der Fall gewesen zu sein und vorzugsweise die Arbeiterkandidatur den Liberalen als Teckflagge gedient zu haben. In Newcastle, Rochdale:e., wo sozialistische Arbeiterkandidaten aufgestellt waren, sind dieselben unterlegen. Wir müssen uns vorläufig noch mit dem Fortschritt des sozialistischen Gedankens begnügen; zu einer sozialistischen Partei, die auf diesen Namen Anspruch er- heben kann, haben wir es noch nicht gebracht und werben es wohl erst bringen, wenn die Liberalen wieder am Ruder sind. Die Entwickelung der Parteikämpfe in England hat es mit sich gebracht, daß diejenige der beiden großen Parteien, die gerade außer Amt ist, sich ganz besonders darauf verlegt, in Ardeiter- sreundlichkeit zu machen und Reformen über Reformen zu Gunsten ber Arbeiter auszuhecken, von denen dann, wenn die Partei am Ruder ist, ein kleiner Theil allenfalls zur Ausführung gelangt, während der Rest als Makulatur den Weg alles Papieres geht. Danach Handel» jetzt die Liberalen, und da sie sich immer mehr vom orthodoxe» Manchesterthlim enianzipire», so sind sie der Bildung einer sozialistischen Arbeiterpartei viel gefährlicher, als die Konservativen— so lange sie außer Amt sind, selbstverständlich. Sind Sie erst im Amt, so hört die Demagogie auf und das bürgerlich-kapitalistische Antlitz der Partei komnit auj's Deutlichste -uni Vorschein. Der vormalige Löwe entpuppt sich als ganz gc- wöhnlicher Philister mit dein allc» Philistern so theuren Wahl- sprach: Immer langsam voran. Dann ist die Rolle der Hiinniels- slürlnerei an den Konservative», aber diese vertreten zu viel Sonderiuteressen und Privilegien, um den Arbeitern so gefährlich werde» zu können, wie die, die bürgerliche Gesellschasr schlechtweg vertretenden Liberalen. Uebrigens ist auch das Munizipal-Wahl- recht de» Arbeitern noch ungünstiger, als das bei den Parlaments- wählen maßgebende Wahlrecht. Immerhin hat der Sozialismus auch bei diesen Wahle» eine gewisse Rolle gespielt. Wie die bürgerlichen Parteien von den eigentliche» Arbeiter- forderungen soviel in ihre Wahlprogramme au j zunehmen pflegen, als sie vor ihren kapitalistische» Parieigäitgern nur verantworten können, so auch von sonfligeii. gerade zugkräftigen Bestrebungen. Und da der Sozialismus heule i» aller Mund ist und bei den Astassen einen guten Klang hat, so habe» auch viele Liberale es für zir eckmäßig gehalten, mit einem Stück „Sozialismus" aufzumarschiren." Es nennt sich Munizipal- sozialismus. Ein sehr harmloses. Niemand ein Leid zufügendes Pflänzchen. Uebernahme der Gasanstalten, Wasser- leitnngen und ähnlicher Anstalten durch die Gemeinde, Errichtung öffentlicher Bäder, Bau von Arbeiterivohnungen und was dergleichen mehr oder weniger zweckmäßige Unternehmungen sonst noch sind. Hier und da geht man sogar so weit, den Betrieb der Pferdebahnen von Genieindewegen zu verlangen, im Große» und Ganzen aber geht der Munizipalsozialisinus wenig über � das hinaus, was inan in Deutschland und anderwärts unter dem Begriff der Gemeinnützig- keit versteht, wie er von gewissen, sich demgemäß nennenden Bereinen und Gesellschaften kultivirt wird. Um so merkwürdiger, oder vielinehr nicht merkwürdiger, sondern gar sehr begreiflich, daß grade er Gnade vor den A gen ter— Anarchisten gefunden hat. Es hat ans den Schreiberdieses einen überaushuinorislischen Ein- druck gemacht, als ans der diesjährigen Märzfeier der„Sozialist League",derA»archistKrapotkin, nachdem erüber den„Staatssozialis- mus" der Sozialdemokratie das unvermeidliche Anathema ge- sprochen, ein Loblied auf den„Munizipalsozialismils" anstimmte, der jetzt überall Boden gewinne. Man denkt unwillkürlich an einen Ex-Gesinnnngsgenossen des guten Kcapotkin. Herrn Paul Bronffe, der, als er die anarchistische Löwenhaut abstreifte, mit seiner famosen„Theorie der öffentlichen Dienste", die genau auf dasselbe hinauslüust, wie der hiesige Munizipal- sozialismus, das Entzücken aller Philister herausforderte. Krapotkin ist kein Streber, aber im Punkte Spießbürgern ist er Herrn Bronsse noch ein gutes Stück über. Sonst ist von den hiesigen Gemeindewahlen noch beinerkelis- werth, daß der Gewerkvereinsführer Birtwistle, der in Accrington Gemeinderath war nnd sich einer Neuwahl zn unterziehen hatte, bei dieser durchgefallen ist. Seine Popularität scheint demnach durch sein Verhalten auf dem Liverpooler Kongreß bei der Weber- Bevölkerung von Aecrington nicht gewonnen zu habe». Auf de» Londoner Docks ist mit Mühe und Noth ei» vorläufiger Friede erzielt worden. Die Tockkampagnien haben sich bereit erklärt, an den Haupttestimimingen des nach dem Streik im vorigen Jahre getroffenen Abkommens, das beiläufig vorgestern jährig geivor- den ist,»och festhalten zu ivollen, bis die Satzungen über die Ein- richtung des genossenschastlichen Betriebs auf den Docks völlig durch- berathen sind und sich berechnen läßt, wie sich die Kompagnien bei diesem stellen,— dafür haben die Leiter der Docker-Union das Zugeftändniß gemacht, ihre Leute zu bewegen, von jedem Streik vorderhand abzustehen und ruhig neben den angeworbenen„freien" 'Arbeitern zn schaffen. Es. ist kein leichtes Stück, diesen Beschluß durchzuführen, denn auf verschiedenen Docks herrscht wegen der in letzter Zeit getroffenen Neuerungen arge Mißstimmung, aber bis zetzt ist es den Anstrengungen von Tom Mann, Tillett nnd Mac Carthy ge- lungen, die Disziplin auf den Docks aufrechtzuerhalte». Was das für ein Stück Arbeit ist, geht daraus hervor, daß die beiden Erstgenannten physisch total aufgerieben sind. Ob ihre Politik der Nachgiebigkeit richtig ist, darüber kann und will ich mir kein Urtheil Herausnehmen. Sicher ist, daß die finanzielle Situation der Docker-Union keine glänzende ist, und daß die Mittel, die sie flüssig hat, durch den, seit 11 Wochen währenden Streik der australischen Hafen- ee. Arbeiter fast voll- ständig in Anspruch genommen ivevden. Die Australier hatten gehofft, es würden ihnen von England ähnliche Summen zufließen, wie die, welche sie im vorigen Jahre hierher gesandt, aber nachdem die erst« Begeisterung vorüber, hielt es ungemein schwer, neue Gelder auf- zutreibe». Jetzt ist ein Delegirter der australischen Arbeiter, John Fitzgerald, hier, um Vorträge zn Gunsten der Streikenden zu halten und die Verabfolgung von Unterstützungen und Darlehen au dieselben zu bewirken. Er hat sehr warme Aufnahme gefunden, indeß die alten Unionen gehen selten über einen gewissen Satz hinaus und die neuen haben so viel eigene Kämpfe auszufechteu, müssen darauf vorbereitet sein, jeden Augenblick für ihre Existenz zu kämpfen, daß sie beim besten Willen über ein gewisses Maß nicht hinaus können. Das große Publituili aber verhält sich dem australischen Streik gegen- über apathisch, was es beiläufig auch einem hiesigen Tockerftreifl gegenüber thun würde, falls nicht besondere Umstände zu Gunsten der Streikenden plädiren. Es müßten aber schon sehr starke Fälle von Provokation oder Vergewaltigung vorliegen, ehe man darauf rechneil könnte. Weiter spricht gegen das Eintreten in einen Streik der Umstand, das; in den Wintermonate», wo Tausende und Aber- tausende von Landarbeirern feiern, es überaus leicht ist, neue „Hände" anzuwerben, während für den Streik geltend gemacht wird, daß, wenn die Kompagnieii erst den kleinen Finger erlangt haben, sie auch bald die ganze Hand verlangen werden und zwar um so eher, je ,»ehr die neueingestellten„freien" Hände ein- geübt sind. Wo das Recht ist, läßt sich,>vie gesagt, nicht entscheiden; es steht bei einem Streik so viel ans dem Spiel,— man kann sagen, die ganze Existenz der Union—, daß es begreiflich ist, ivenn die Leiter mit äußerster Vorsicht vorgehen. Es ist mit den Organisationen der„Ungeübten" eben eine prekäre Sache. Ein Fehlschlag kann ihnen viel verhängnißvoller werden, als den Organisalionen gualifizirter'Arbeiter, und sie sind eigentlich nur leistungsfähig, ivo sie im Sturm vorgehen oder'mit großen Mafien operiren. Dazu aber braucht es kolossaler Mittel, und die sind nicht leicht zu beschaffen. Tie geplante Aktion des Schiffsrheder- Verbandes gegen die Organisationen der Hafen- nnd Marinearbeiter hat diese ver- anlaßt, einen Kartellverband zu gründen, ,»n eventuell durch ge- meinsanie'Aktion jede» Schlag des koalirteu Unternehmerthuins zu vereiteln. Mehrere Sitzungen, an denen Vertreter der Haupt- Organisationen vertreten waren, haben bereits stattgefunden, und es ist eine Kommission eingesetzt worden, welche einen ent- sprechenden Kartellvertrag ausarbeite» soll. Das Kartell würde bis gegen eine halbe Million Arbeiter umfassen, eine Armee, mit der nicht zu spaßen ist. Die Schiffsrheder haben denn auch vor- derhand von jeder größeren Aktton abgesehen und begnügen sich mit allerhand kleinlichen Chikanen, die aber nur den Zweck haben, die Arbeiter in der richtigen Stimmung zu erhalten. Es wäre noch viel von der'Arbeiterbewegung zu melden, ich will aber für heut hier abbrechen, um noch mit wenigen Worten einer eifrigen Genossin zu gedenken, die ein plötzlicher Tod aus unserer Mitte gerissen. Geyern kDienstagl Nachmittag ist nach kurzem Krankenlager Helene D e in u t h, die treue Genossin der Familie Marx, eine ebenso überzeugte, wie hilfsbereite Sozialistin, aus dem Leben geschieden. Was die Verstorbene der Familie'Marx war, wie sie derselben die schlimmste» Jahre des Exils hat tragen helfen, hat P. Lafargue erst kürzlich, im Heft 2 der„Neuen Zeit", geschildert, ich will daher hier nur aus seine 'Alicsührungen verweise», die i» dieser Hinsicht kein Wort zuviel sagen. Seil Marx's Tode hat Helene Demuth Friedrich Engels Haushalt geleitet, aber unserem, in wenigen Wochen siebzig- jährigen Vorkänipser trifft der Verlust des treuen Kameraden, der alle Kampfe der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus mit durchgemacht, nicht minder hart, als der des sorasani waltenden Hausgeistes. Tenjeuigeil. die das Glück hatten. Helene Demuth näher kennen zu lernen, wird ihr Andenken unvergeßlich sein Hoftnles. Zum Kapitel der Ausliruiung iu de»» kaufmiinuischen Äcrufe». Das; die sozialen Zustände der Angestellte» in kaus- niänuischeil Betrieben zu den wundesten Punkten an dem faulen- den Körper des heutigen Kulturstaates gehören, scheint»achgerade auch den Betheiligten zum Bewußtsein zu komme». Was dieses bedeutet, kau» nur der ermeffeu, der den J»differentis>nus, welcher bis jetzt diese Kreise befangen hielt, aus eigener An- schaunng kennt. Thatsächlich regt sich jetzt auch hier der unser modernes soziales Leben beherrschende Gedanke, das Streben nach materieller und geistiger Befreiung von der diktatorischen Gewalt- Herrschaft des Kapitals.� Macht sich doch selbst in der spießbürgerlichen und zopfigsten aller kausmännischen Vereinigungen, dein hiesigen„Verein junger Kausleute", der doch stets so ängst- lich darum besorgt ist, daß die Sonne kultusminisierieller Gunst, keine Trübung erleide, eine frische und thatkräftige Opposition geltend, Freilich fordern_ die trostlosen Zustände in den Kreisen der kaufnninnischeir Angestellten den ösicntlichcn Unwillen nicht minder heraus, als ans gewerblichem Gebiete das kapitalistische Aus- beutnngssystem. Ii« Zeiten hochgehender Konjunkturen, wie wir sie in den letzten beiden Jahren im Bankwesen und in der Textilindustrie beispielsweise hatten, hoben sich diese Mißstande nicht in so scharfen Umrissen ab wie gegenwartig, da diese Beiden Gebiete wirthschastlicher Thätigkcit in der Nnctoildung begriffe» sind. Namentlich ist es daö Bankwesen, das sich in Verfall befindet, seit die Börse sich an den faulsten Gründungen den Magen verdorben hat und der wichtige Zweig des Emissions- geschafts ruht. Die augenblickliche Geschäftsstille, welche auf diesem Gebiete Platz gegriffen, hat zur Folge, daß das ökonomische Prinzip der Unternehmer gegenüber den Angestellten schärfer denn je her- vortritt. An erster Stelle in der Handhabung dieser Geschästspraxis marschirt das renommirteste Institut des Privatbankwesens, die Berliner„Diskonto-Gesellschast". So spät man auch des AachtZ die Behrenstraße passiren mag, stets sieht man die Geschäfts- räume dieses Kreditpalastcs in heller Beleuchtung. Und in der That wird hier nicht etwa ausnahmsweise, sondern regelmäßig bis tief in die Nacht hinein gearbeitet. Der Leiter dieser Gesellschaft, Herr v. Hansemann, der die Bank als quasi Fnmilien-Fideikommiß zu betrachten scheint, sucht seinen Ehrgeiz darin, möglichst hohe und dabei doch gleich- mäßige Erträgnisse für die Herren Aktionäre heraus zu wirth- schaften. Und zwar unter völliger Jgnorirung der vorge- schrittenen Bedürfnisse unserer anspruchsvolleren Zeit in Bezug auf die Besoldungsvcrhältnisse der großen Mehrheit der Ange- stellten. Nach dieser Richtung scheinen die Ueberlieferungen aus der Zeit des seligen Herrn David Hansemann noch immer maß- gebend zu sein. Wohl giebt es in den hervorragenderen Posten dieser Gesell- schaft einzelne vorzüglich dotirte Pfründen, während die große Masse Derjenigen, welche die Arbeitslast mit Zuhilfenahme der Nachtstunden zu bewältigen hat, in durchaus unzulänglichen Be- soldungsverhältnissen sich befindet. Wenn oft als Beispiel für die Herrschast eines grausamen Materialismus die Vereinigten Staaten angeführt werden, mm, wozu in die Ferne schweifen; hier findet sich ein ebenbürtiges Pendant. In denselben Räumen, in denen Hunderte von kaufmännischen Tagelöhnern für nichts mehr als das tägliche Brot sich bis in die späten Stunden plagen müssen, in denselben Räumen arbeiten die vier Gesellschafter der Kommandit- Gesellschaft, welche zu- sammen für das Jahr 1889 die Kleinigkeit von 2 212 978,56 M. aus dem Geschästsgewinn bezogen. Wenn auch den Löwenantheil von ca. 1 Million Mark hiervon der erbliche spiritus regens für sich reklamirt, so erhalten die anderen drei Herren doch noch das Sümmchen von ca. 404 000 M. jeder. Selbst die 17 Herren des Aufsichtsraths beziehen für ihre jährlichen aintlichen Zu- sammentünfte, welche im Ganzen noch nicht die Arbeitszeit einer halben Woche in Anspruch nehmen dürften, noch immer pro Kopf 26 035 M. Demgegenüber betragen sämmtliche VerivaltungLspesen ein- schließlich der Tantieme von etiva 20 Prokuristen nur 1 287 124,16 M. Wenn man in Betracht zieht, daß diese Summe sich auf mehrere hundert von Angestellten vertheilt, so wird man zugestehen müssen, daß krassere Verhältnisse auch nicht in den vielverrusenen Vereinigten Staaten wuchern rönnen. Bei anderen Instituten, wie der Deutschen Bank, der Dres- dener Bank und d«r Berliner Handelsgesellschaft, nehmen sich dies« Daten weniger charakteristisch aus. Immerhin erhielten aber auch bei der Deutschen Bank im Jahre 1889 der Ver- waltnngsrath 552 744,50 M., die Direktoren(einschließlich fünf Prokuristen) das runde Sümmchen von 930 956,78 M., während die gesammten Verwaltungsspesen inklusive der gerade bei dieser Bant in großer Zahl angestellten Hilfsarbeiter dagegen nur 1 778 067,03 M. Kosten verursachten. Die Herren Direktoren der genannten beiden anderen Institute bezogen für das Jahr 1889 Einkünfte, die sich um die Zahl 400 000 herum bewegen. Mit einigen hunderttausend Mark Abstriche» von diesen fürstlichen Einkommen iväre ixr Roth und Sorge des großen Heeres der schlecht bezahlten Angestellten ge- steuert. Thatsächlüch giebt es keine andere Bezeichnung für das Vegetiren dar großen Masse von sogenannten Hilss- Schreibkräften, die in einem täglichen Sold von 2.50 M. bis zu 4 M. stehen, täglich gekündigt, Verden können und in der iuunerwährenden Befürchtung der plötzlichen Entlassung jede Aus- Nutzung ihrer Arbeitskraft geduldig über sich ergehen lassen. Sollte es Jenen, die täglich Gelegenheit haben, auf dem Gebiete der Oekonomie ihren Untergebenen gegenüber Erfahrungen zu sammeln gar so schwer fallen, angesichts solch fabelhafter Bezüge das System der Einschränkung gegen sich selbst zu üben? Wir haben nur einzelne der bemerkemswertheren Fälle in den Kreis �dieser Besprechung gezogen.— Typisch sind sie nicht.— Denn in den meisten der kleineren Geschäftsbetriebe ist die Lage derer, die man jetzt so oft mit dc-m Namen des geistigen Proletariats bezeichnet(und zwar sehr zutreffend) weit schlimmer. Allerdings fehlt es auch hier nicht an den üblichen Ausnahmen. Allein, wolle man eine Statistik sammeln, so würde man sehr bald dahinter kommen, daß die Ausnahmen eine so geringe Zahl darstellen, daß sie nur zur Bestätigung der Regel dienen könnten. Mögen auch in jedem gröberen Gefshüfte einige Stellen vor- Händen sein, welche ein menschenwürdiges Dasein gestatten, so darf man sich dadurch über die Größe des hier herrschende» Nothstandes nicht täuschen. Die Wahrnehmung, daß auch in diesen Kreisen sich ein frischer Geist zur Opposition gegen das Zlusnutzungssystem regt, wird außer den Manchestermännern und ihren Bannerträgern Niemand überraschen. Diese freilich haben bisher noch jede von sittlicher Kraft getragene Bewegung verkannt. Und darin liegt gerade das Tröstliche der ganzen Sache. Hoffent- lich gelingt es den jungen Kaufleuten— gleich den Arbeitern der Gewerke— die patriarchalische Bevormundung seitens der Unternehmer von sich abzuschütteln und zu einer weiteren Ausbildung des ZusammengehöriAeitLgefühl zu gelangen. Nur durch engen Zusaimnenschlup an einanoer lasten sich die hohen Ideale mensch- lichen Strebens erreichen, die Befreiung des einzelnen Jndl- viduums vom Joch materieller und geistiger Knechtschaft. Sozialdomoirratifche Agitator««» als Lockvögel für Bourgeoisgeschäste— das ist die neueste Blüthe unserer Reporter- Phantasie. Ein Herrenkleider-Geschäft und eine Brauerei sollen sich bereits„sozialdemokratische Agitatoren" als Kundenfänger zugelegt haben. Nun, wenn die Bourgeoisie einsieht, daß sie ohne Sozialdemokraten nicht mehr auskommt, so ist das ein Zu- stand, mit welchem«vir sehr zufrieden sein können. Daß Bourgeois sich von Sozialdemokrawn ernähren lassen, ist übrigens eine alte Geschichte.— Anarstchts der voransjusttlichrn Heilbarkeit der sVKKWTKHsÄ« finden, welches die Hauptplage des Menschengeschlechts ist. Während zweier Jahrtausende hat sich die Wissenschaft redlich abgemüht, dieses Heilmittel zu finden. Legion ist die Zahl der Arzneimittel, die von den Zeiten des Hippokrates bis auf die Gegenwart zur Behaudlung der Lungenschwindsucht empfohlen «vorden sind. Oft genug glaubte«nan den Erlöser von jenem entsetzlichen Leid gefunden zu haben; aber dem Wahne folgte stets die Enttäuschung fast unmittelbar auf dem Fuße. Ist auch die inedizinische Wissenschaft sonst fast in allen Theilen ihres weit verzweigten Gebietes im Verlause der Kulturgeschichte unab- lässig fortgeschritten, so ist sie doch gerade der Schwindsucht gegen- über ohnmächtig geblieben. Noch heute richtet die furchtbare Krank- heit das gleiche Elend an«vie vor Jahrhunderten und Jahrtausen- den, ja sie hat sich immer liefer in das Menschengeschlecht ein- geivnrzelt. Ungezählte Male ist die Therapie der Lungenschwindsucht eine andere geworden, aber niemals eine bessere. Auch bei dem un- geheuren Äusschivnng, den die Medizin in den letzten Jahrzehnten ge- nommen hat, ist die Therapie der Schwindsucht so gut wie leer aus- gegangen. In fast ununterbrochener Folge hat sich die Zahl der zur Heilung der Schwindsucht empsohlenen Behandlungsinethoden gemehrt, ohne daß eine derselben eine«vesentliche Bereicherung des ärztlichen Könnens ausmacht. Eine neue verheißungsvolle Aera für die Bekämpfung der Lungenschivindsucht brach mit der Entdeckung des Tnberkelbazillus, welche Robert Koch in« Jahre 1883 machte, an. Nachdem man den Erreger der Krankheit kennen gelernt hatte, hoffte man auch bald den Stoff zu finden,«vclcher jenen zu vernichten vermag. Man hat eine wahre Jagd ans den Tuberkelbazillus gemacht, ist ihm n>it allen möglichen Mitteln auf den Leib gerückt und hat auch in der That solche gefunden, die dem Parasiten das Lebens- licht auszublasen vermögen. Wir«vollen es uns versagen, hier alle die Arzneimittel namhaft zu machen, die seit Robert Koch's Entdeckung in die Therapie der Lungenschivindsucht eingeführt «vorden sind. Die Mehrzahl derselbe» sind ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwundei«,«vie sie darauf gebracht worden sind. Es stellte sich nämlich heraus, daß diejenige» Mittel, welche den Tuberkelbazillus abzutödten im Stande sind, dies nur in einem Konzentrationsgrade vermöge««,«velchen der menschliche Organismus nicht ohne Nachtheil verträgt, sodaß er unter der schädlichen Ein- «virlung dieser Substanzen eher unterliegt, als ihre Heil,virk«lng zu Stande kommt.— Ein geringerer Konzentrationsgrad jener Substanzen aber,«velchen der Organismus reaktionslos verträgt, vermag«viederum die Tuberkelbazillen nicht zu vernichten. Bei dieser Lage der Dinge hat sich denn in den letzten Jahren in ärztlichen Kreisen die Neberzeugung Bahn gebrochen, daß es nicht möglich- sein«verde, init Arzneimitteln dem Tuberkelbazillus bei- zukommen, und dementsprechend hat sich vielfach die Ansicht geltend gemacht, daß man die Schivindsucht erfolgreicher«verde bekämpfen können,«uenn man ivei«iger den krankheiterregenden Parasiten in Angriff nimmt, sondern den Nährboden, auf den« er sich entiv«ckelt und gedeiht. Aus dieser Erkei«ntniß sind die Versuche entsprungen, die Schivindsucht zu heilen durch Erhöhung der Widerstandskraft des Organismus, durch Stärkung seines Krästezustandes, insbesondere durch Kräftigung der Lunge, deren Funktion so gehoben«verde«« soll, daß eindringende Krankheits- erreger sich nicht mehr in ihr festzusetzen vermögen, sondern durch den lebhaften energischen Stoffivechsel in den Lungen vernichtet oder«venigstens in ihrem Wachsthum und ihre Vermehrung hintangehnlten«verde». Diesem therapeutischen Prinzip entspricht in erster Reihe die moderne hygienische diätetische Behandlungs- Methode der Lungenschivindsucht,«vie sie in de» vielen südkjcken Kurorten Italiens, der Schiveiz:e. und in den geschloffenen Anstalten in Görbersdorf, Falkenstein«>. a.«n. zur Anwendung kommt und zwar oft mit dem besten Erfolge. Diese Art der Behandlung hat aber zivei Vorbedingungen, die nur selten erfüllt sind, einmal«nüssen die Schivindsüchtigen im Anfange der Krankheit in die Behandlung kommen, und alsdann muffen sie«naterielle Mittel haben, mn jene Kur, die eine längere Zeil dauert, durchführen zu können. Alis direkterem Wege, als durch hygienische diätische Lebens- «veise hat mm« die Lunge zu kräftige» versucht durch eine un- «nittelbare Besserung ihres Ernährungszustandes. Dieses Ziel hat vor Allem Dr. Krull tu Güstrow i. M. angestrebt durch Ein- athmung von mit Fmchtigkeit gesättigter Lust von 36 bis 37 Grad Celsius, welche eine vermehrte Blutzufuhr zur Lunge herbeiführt mid dad««rch eine reichlichere, bessere Ernährung der Lunge ver- mittelt. Dr. Krull«vill,»vie er auf den letzten Naturforscher- Versa««, mlnngen in Köln und Heidelberg und noch unlängst wieder in Bremen berichtet hat, mit dieser Methode eine voll- ständige Heilung der Sch«vindsucht nicht nur im Ansangsstadiun«, sondern selbst in schon vorgeschrittenem Stadinii«, falls die Kranken nicht erblich belastet sind, erzielt haben. Ein endgiltiges Urtheil über den Werth des Krull'schen Versahrens läßt sich noch nicht fällen, da durch dasselbe von anderer Seite noch nicht ,>ennel«s>verthe Erfolge erzielt wurde». Es fei mir erwähnt, daß das Krull'sche Verfahren keineswegs auf gleiche Stufe zu stellen ist mit den Weigert'schen Heißluft-Athmungen, die darauf berechnet sind, den Tuberkelbazill«is selbst in der Länge durch die Hitze abzutödten. Diese Versuche haben sich nicht nur als eitel, sondern auch als direkt gestlndheitsschädlich erwiesen. Nachdem sich gerade in letzter Zeit die Anschauung immer mehr Bahn gebrochen hatte, daß der Tuberkelbazillus selbst im menschlichen Körper sich einer Bekämpfung entzieht«nid dem- entsprechend die Heilung der Schivindsucht mir durch Kräftigung des Gesammtorganismus,«vie der Lungen insbesondere, zu er- «varten sei, kam die Verheißung Robert Koch's in seinem viel- besprochenen Vortrage ans den« zehnten internationalen medizinischen Kongreß in Berlin so unerwartet,«vie ein Blitz- strahl ans heiteren« Himmel. Wenn Robert Koch etivas bekannt macht, ist man gewohnt, jedes Wort für nnnmstößlich«vahr zu halten, und seine«viffenschaftlichen Arbeiten pflegen über jede Kritik erhaben zu sein. Deshalb hat auch Koch's Ankündigung eines«virklichen Heilmittels gegen die Schivindsucht den in dieser Hinsicht gerade so berechtigten Ziveifel nicht auskommen lassen. Schon die nächsten Wochen werden die Entscheidllng dieser Frage bringen, von«velcher das Wohl der Menschheit ab- hängig ist. Einige feste gefährliche Hochstapler sind dieser Tage von der Polizei gefaßt und in Sicherheit gebracht«vorden. In einem Falle handelte es sich um den Kauzlisten Heilicke, der als nobler Kavalier auftrat und stets auf Freiersfüßen ging. Er «vußte eine große Menge junger Damen, auch hübsche Dienst- inädche», für sich einzunehmen, denen er die prachtvollsten Bonqnets, Konfitüren und andere Gegenstände verehrte, um sie später auf das Geineinste auszubeuten und zu bestehlen. Mit mehreren seiner Opfer hatte er sich verlobt, um sie ganz sicher zu machen. Diese betrogenen Bräute«verde» ebenso gegen ihn zeugen, «vie die große Menge von Gärtnern, Kanfleuten, Jmvclicren und anderen Gewerbetreibenden, bei denen er seine reichhaltigen Ein- kaufe, natürlich iimner auf Kredit, zu besorgen pflegte.— Der andere Fall betrifft ein gemeingefährliches Subjekt, das sich als Arzt in elegante Hänser einzuschleichen«vußte, un« dort Dieb- stähle in größerem Umfange auszuführen. In einem Hause der Bürwaldstraße hatte er dem Portier vorgeredet, er sei zu einer iin dritten. Stock«vohnenden Familie schleunigst gerufen«vorden, ««nd als ihn der Portier passiren ließ, brach der Fremde in den Boden ei««, nahm einen«verthvollen Pelz mit, den er sogleich an zog und verschivand. An« der» Tage, als ihm dasselbe Manöver noch einmal geglückt«var, nahm er Wäsche und andere Gegenstände mit. Aach einer telegraphische» Aepefche aus Elogau hat vorgestern Wilhelm Ohlenschlägcr daselbst seine Stiefmutter er- «nordet und ist flüchtig geivordeu. Der Mörder ist 21 Jahre alt, 1,60 Meter groß, blond, hat niedrige Stirn, graue Auge», läng- liches Gesichr, gesunde Gesichtsfarbe und stottert. Er«var mit schwarzem Gehrock, grauer Weste und Hose bekleidet und trug ein schwarzes Borheind init der Stickung„Glück auf". Ärbrl's KiiiUer- Enquete findet eine bnrcha««� stimmende Beurtheilnng in dem„Grenzboten". Der Vorwuri' daß das benützte Material unvollständig sei, beruhe auf die Au keimung des Unterschiedes Mischen einer statistischen U»tersuchu!>? und einer Enquete; es sei auch einfach nicht anders mögllch,(1'v daß bei einer privaten Enquete das Material noch dürftiger z»r Kenntniß des Bearbeiters gelange, als bei einer staatlich� Enquete. Bebel's Versahren habe allen erfüllbaren wiffenschfst lichen Anforderungen genügt und, soweit eine Kontrole möglich sei, habe sie Bebel'S Mittheilnngen überall bestätigt. An diese'» Urtheil ist weiter nichts merkwürdig, als daß«venigstens gegnerisches Organ gerecht genug ist, es auszusprechen. 2ie „Grenzboten" geben aber auch weiter zu, daß die Forderimge»- «velche Bebel im Interesse der Bäcker erhoben hat, berechtigt u»d auf dem Boden der heutigen Staatsordnung erfüllbar sind und erfüllt«verde«« müssen. Es«vird sich nun fragen, ob andere, i»»P' gebende Faktoren diese Meinung der„Grenzboten" theilen. Das lebte(Opfer des Koiialistengefestes im ffechste» Wahlkreise, der Töpfer Hermann Tabbert, hat nach sechsmom"' lichen« Aufenthalt unter der Maske am Montag, den 10- vember, Nachmittags 3 Uhr, in Plötzensee seine„Strafe" verbup und«Verden die Genosseii ersucht,«velche an der Abhollmg thk"- nehmen, sich Punkt 3 Uhr in der Nähe des Gefängnisses einz"' finden. Ein f«st»»em- Einbruchsdiel-stahl, dessen ganze A»»' fuhrung darauf schließen läßt, Vaß altergraute Verbrecher hie«» detheiligt gewesen, ist in der verflossenen Nacht auf dem stück Biücherstr. 37 ausgeführt«vorden. Im Parterregeschoß»' findet sich das Krüger'sche Restaurant, und dieses haben die 0»' brecher gründlich heimgesucht. Dieselben-nüssen mit der Oer lichkeit genau vertraut gewesen sein, denn sis. haben den Eium""' derartig bewerkstelligt, daß sie ein Elsengitter,«velches über de Lichtschacht eines Kellersensters angebracht, gewaltsam beseitlgt"* sodann das Fenster eindrückten, die hindernden Riegel öffnere und so von der einsamen Straße aus unbehindert in den»n«� dem Gastraun»» befindlichen Keller gelangten. Von hier haben sie eine, den Keller von den oberen Räumen trenneno- Fallthüre erbrochen, sind nach oben gestiegen und haben nun m Büffet aufgeräumt. Die Ladenkasse fand man heute früh}>■, Oeffnung des Lokals erbrochen und ihres Inhaltes beraum, ebenso waren die gesammten Zigarrenbestände, eine Anzahl v»> Flaschen, Weine und Liquenre enthaltend, soivie diverse, de Wirth und dem Personal gehörige Bekleidungsstücke verschwunde''- Auf demselben Wege, ans«velchen« die Diebe gekommen, sin?' auch verschwunden, nachdem sie das Effengitter vorschriftsmaW «vieder über dem Kellersenster ai«gebracht. Der Diebstahl muß" der dritten Nachtstunde ausgeführt«vorden sein; bis 2 Uhr Dl; Nachts befanden sich noch Gäste«in Lokal. Der Einbruch ennn» an den vor etwa Jahresfrist bei eine», Schlächter in ganz W l'cher Weise ausgeführte». Damals gelang es leider nicht- Einbrechern auf die Spur zu kommen. durch das polizriamt zu ttlamz stierster l»f»rte Uerfon,«velche sich Fernando Ramircz de la Cruz, Ol' zier a. D. ans Guatemala, nennt nnd durch Zertifikate der OU! maurerlogt zu Buenos Apres legitimirt, ist gestern hier r genommen worden, als er in einer hiesigen Loge eine UnterstichU' j erbat. In Mainz soll er unter dem Vorgeben, nur amerikami�, Papiergeld zu besitzen. Herren, deren Vertrauen er vermöge st1' gewandten Auftretens gewonnen hatte, zur Hergäbe von o»' betrügen bestimmt haben. M Ich Krststo»inrs festgenommenen Diebes sind folgen Gegenstande, o«e aus Läden oder deren Eingängen gestohlen I,. dürfte», gefundei««vorden: Ein neuer dunkelblauer Knaben-Pan',. m,t schwarzen« San, metkragen; eine schwarzblaue Kammgarn»?, — auf den Knöpfen die Firma Berndt-Berlin—, eine neue du>" blaue, braun- und schwarzkarrirte Weste— am Futter war Zettel angesteckt mit der Bezeichnung„Com«»..Kokot. SMstL Packet— Anz. 48." Die Eigenlhünier«vollen sich Vormi' ö' zwischen 9 und l Uhr im Polizeipräsidium, Kriminal-Abthe'lu� Zimmer 97, melden. w Eirwarnt wird vor einer Schwindlerin, welche in elega'' Kleidung die Wohnung hochgestellter Personen im Viertel aufsucht, sich als Fräulein von Rauch, und"ff" Freund,,« einer Verwandten'des Hauses vorstellt, um unter» riifiing ans Geistliche, Unterstützungen für eine vera... Wlttive zu erbitte». Die betreffende Person ist etwa d# P- offtzre alt, schlank, hat breite schwarze Augenbrauen und bekleidet mit schivarzer Sainmetkapotte und grauem AO mantel. polizribericht. Am 7. d. M. Vormitttags fiel der � � Paget vor den« Hause Friedrichsstr. 219 von einem# befindlichen Arbeitswagen, gerieth unter die Räder depewe erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels«ind eine O,»«' �-i des rechten Beines, so daß er nach der Charitee gebrach» mußte.— Nachmittags wurde ein ziveijähriger Knabe v.� Grundstück Jnvalidenstr. 144 von einen« Möbelwagen übe' � und erlitt eine so schivere Quetschung deS linken Beines- � seine Ueberführung nach dem Lazarus-Krankenhause erw..�ir wurde.— In der Nacht zun« 8. d. M. versuchte ein polizeilicher Kontrole stehendes Mädchen,«velches ivegen*, 5 ff heit und VerÜbung groben Unfugs sistirt«vorden«var,, fifl Wache des 34. Polizeireviers mittelst eines Taschenmeil � die Pulsadern der linken Hand zu öffnen. Nach Anlegung � Nothverbandes wurde es«iach der Eharitee gebracht. rF iyhlü' selben Zeit entstand in der Georgeustraße vor dem Z?»« siii zivischen einem Droschkenkutscher nnd einem Hauffvie„ eff Streit, bei welchen« Ersterer einen Messerstich in bief, hielt.— Am 7. d. M. und in der Nacht zum 8. d. ck"' fünf kleinere Brände statt. (Bet.'iri,ks-Bciku»»g-. Ein ziachfpirl zum Streik der Nlöbrlpolirer. u,ff» Vergehens gegen die Gewerve-Ordnung angeklagt 1�' die Möbelpolirer Wilhelm L i n d n c r, Karl& jci" Paul F ä h s c, Hans Buck nnd Karl N e i l i ck"0 iff Forum hiesigen Schöffengerichts zu erscheinen. Tieselben»-�i während des in« Frühjahr d. I. stattgehabten Streiks der-ff# polirer die Streikkommission und«vare» beschuldigt, «vendimg von Drohungen und Verrusserklärung den Movffff.&(' Töpfer zur Theilnahme an« Streik, soivie die Direktor Musik-Jnslrumentenfabrik, Akliengescllschast(vorm- P'Ä" ff Söhne) zum Eingehen auf die Forderungen der Stce'ff' veranlassen versucht haben. Mit den Direktoren der jst"# Fabrik hatte die Streikkommission«viederholt vergeblich$.�1 handeln versucht. Nachdem der Streik bereits mehrere gedauert hatte,«vnrde in einer Versammlung°er Pe>" polirer eine entsprechende Resolution gesaßt nnd der ff-ff z.iff Mission aufgegeben, der Fabrikdirektion diese Resolut'bffpzöd' stellen. In, Auftrage der Streikkommission schrieb„«">%< polirer Fa hs e einen Brief an die Direktion der ff, murde in diesen, sowohl wie in dem persönlichen Streikkommission mit Töpfer ein Verstoß gegen die% 153 der Gewerbe-Ordnung und gegen§ 74 des Mich aes�Uea erblickt NNd bemnenmn vinffrin»»rk,->Ne>i. T o ffi rc -'? in Hannover, ivar weder zur Verhandlung al- �«vff sönlich vorgeladen, noch auch kommissarisch vernom"..„iff Da aber seine Aussagen in der V orvernehmung. Punkten widerspruchsvoll waren, so beschlop zur AM �>-« Tbatbestandes auf Antrag des Staatsanivalts st'.ji«»' theidigers. Herrn Rechtsanwalt W 0 l f g a n s V Auchtshos, de» v- Töpfer wie auch den Fabrikdirektor Herrn -uiittig persönlich als Zeugen zu laden und wurde demzufolge » neuer Termin anberaumt. i.'>Sir drrfx» mir«ich mit'n janz jewrelinliche» lium- nK Dagrdirb itff cenc Stufe stellen, Herr Jerichtshof, V ," ick woll'n Viskcn mehr Bildung in de Suppe zu brocken r,v'r lu'e �ie mehrsten Schutzlcite un Bildung macht frei, wie fQ0i-" So meinte von der Slnklagebank aus ein vierzig- v?,!r Mann in abgerissener Kleidung, der sichtlich bestrebt war, ein Gerichtshofe möglichst zu imponiren.— V o r s.: Ich weiß u2 nui, ben früheren Verhandlungen, daß Sie ein ganz unleid- "Zer Schwätzer sind und vom Hundertsten in's Tausendste zu nuuen pflegen.— A n g e k l.: Wer Vieles bringt, wird feoem etwas bringen un wenn Dummheit cene Jabe Jottes si„'r- n ss wahre Bildung derjenige Adel, der— Vorsitzender: c'Jf11 uns in Ruhe mit Ihrer Bildung und mit Ihren �awadereien. Sie sind der frühere Barbier Emil-G... und uielfach ivegen der verschiedensten tlebertretungen und Ver- ii? vorbestraft. Heute sind Sie nun wieder der Beleidigung '"�Schutzmannes und der Zechprellerei angeklagt. Wir wollen »'flachst die erste Sache erörtern. WaS machten Sie am Nach- Mittage des 19. August in den Anlagen ans dem Königsplatze? T-' geklagter: Ick bin een leidenschaftsvoller Leser un k»» Bücher, die ick habhaft werden kann. An jenem Tage pA'ck Ks'»e Bänke und hatte en sehr scheenet Buch vor, I?'i°0.Pe, det waren die Memoriden von Kaiser Josephen von v>e wtühlbachen. Mit eenem Make ,' als ick jerade an eene recht w, � Stelle bin, spüre ick, det einije Droppen in det Buch muen. Nanu? denk« ick, iliejen bei vollständig blauem Himmel? ja en merkwiirdijet Aequinoktium. Da muß ick doch �wchowen mal inpellitircn. Mit eenem Male kommen noch mehr floppe». Nu stehe ick uff un sehe, bat hinter mir, von en Je- vusch versteckt en Mann mit en Spritzenschlauch steht, der in alle �".uthlichkeit die Blumen bejießt.„Sie da," sage ick,„sehen Sie nich, ffii»nr hier vervollkommnen dhue? Halten Sie jefälligst Ihren * ch f0, det Publikum nich molcstirt wird.— ttlch wat, wnte er, so jenan könnte det Keener treffen un ick sollte mir ' ivmÖe,»f'ne andere Bank setzen.— Vors.: Das hätten Sie J>'9«hu» solle».— Angekl.: Ick sehe nich in, det ick den «tamtenstolz noch neie Nahrung jeden soll, so'» Mann muß sich ach nur richten.— Vors.: Sie geriethen also mit ihm in einen n>il, Achsel, der besonders viele von den sich in den Anlagen �haltenden Kindern anlockte, ein Schutzmann kam hinzu, der ®,e sortwies und nun richten Sie Ihre beleidigenden Aeuße- 'wge'- gegen ihn.— A n g e k l.: Wie kann der Mann cr!» vs'ne öffentliche Anlage meine Existenz verweigern'?— L habe blos jesagt, er hätte ivoll den Einfalts-Bacillus in'n ''app, wat der Mann wohl jar nich mal verstanden hat.— nJ?.v 1'' Sie sollen noch verschiedene recht beleidigende und rvmäre Redensarten gebraucht haben, woraus am besten zu i�u ich wie es mit ihrer vielgerühmten Bildung beschaffen ist. � Schutzmann siihrte Sie zur Wache, wo Sie festgehalten Wirde», bis Ihre Personalien festgestellt waren. Dann wurden r!* tntlassen. Sagen Sie mal, wurden Sie auf der Wache nicht ntcrsucht?— Angekl.: Ja, Sie haben mir da die Ii I?'" umjekramt.— Vors.: Gut. Wie kam es denn, daß Sie >ach 2 Stunden wieder auf der Wache warxii?— '"ge kl.: Det jing janz natierlich zu. Ick jehe so langsam durch J Karlstraße un hatte mir natierlich über den Mann mit die Nvitze und über de Schutzleite mächtig jeärgert. Ick schmeiße m n Vorbeijehen eenen'Blick in so'n Budikerkeller rin un sehe det mein Freind Müller, der Kolporteur is un mir die Memoriden jeborgt hatte, an't Fenster sitzt. Det trifft sich sein, °rnke ick un jehe rin. Als ick ihm aber bejrüßen will, sehe ick, P". ick mir jeirrt habe, er war et nich. Ick lasse mir'ne wvtze Weiße jeden und weil der Wirth jerade so'ne scheene «ulze uff'n Tisch steh'» hatte, wat schon von Kindheet an mein Lieblingsessen jewesen is, lasse ick mir davon for 30 Fennige 'Unterschneiden.— Vors.: Sie sollen im Ganzen eine Zeche von 65 Pfg. gemacht haben.— Angekl.: Tel mag wohl mmmen.— Vors.: Wie wurde es denn nun mit der Be- zahlung?— Angekl.: Ick hatte durch alle die Ereignisse janz "irzeffen, det ick keen Jeld bei mir hatte, aber det is doch schon wuz andere Leite passirt.— Vors.: Das mag sein. Sie wußten aber doch, daß sie soeben auf der Wache untersucht �vden waren und keinen Pfennig Geld hatten.— Angekl.: r�r viel in Bücher liest, der denkt an sowat»ich. Uebrigcns vranchte der Budiker keene Angst for die Paar Fennige zu haben, denn ick wollte ihm die Mühlbachen so lange in Pfand lÜlt Vors.: Et hat es vorgezogen, Sie arrctiren zw d.v1'~ Ter Angeklagte soll eine vierzehntägige Gesängniß- urafe verbüßen. Nevsmmttlunsim. Dpr tn■..Frei» UoUivliiili»»". Abend?«rein„Freie Volksbühne" hielt am Freitag I0y9 deS„Böhmischen Brauhauses" eine von etwa Äuk d�tv � besuchte öffentliche Agitationsversammlung ab. das m- r. ��vrdnung stand ein Vortrag Dr. Wilke's über uufa�» Hauptmann sche soziale Drama„Vor Sonnen- Pglj,°.?." 0'• Zur Ueberwachung der Versammlung war ein biete�,""0 ubersichtlich erscheine. Herr Wille wollte zunächst die geh»» � besetzt haltenden Herrschasten fragen, ob sie zum Auf- Zudem auf den Wunsch des Beamten gewillt seien. klärte>.& ,der Oekonom des Böhmischen Brauhauses und er- l»,,.' uap die Polizei bei den vielen Hunderten von Versamm- GaUer.'- m.bkn Saal schon gefüllt hätten, noch niemals an der errea» �stoß genommen habe. Ter Herr Lieutenant stand 'rklurt»' bedeckte sein Haupt mit dein Helm und dieser«. cr'önne die Anwesenheit von Personen auf sür ei». Valerie nicht zugeben, da er dieselbe nicht sa»,,»... Theil des Saales halte(Schallendes Lachen der Ver- wjgsnMt und werde, falls seinem Verlangen nicht sofort ge- klärte> Bierde, die Versamnilung auflösen. Herr Wille er- Zlvis,,'"P' der Macht weichen zu müssen, und damit war dieser tnae-Tl! erledigt. Man tonnte nun zur Erledigung der Iheiiuim"»0 schreiten. Dr. Wille machte zunächst die Mit- »Vor � daß die nächste Ausführung des Vereins mit dem Drama ÜnltU'.x°"'�"uusga»g" nächsten Sonntag im Ostend-Theater loosu'„e und zwar fiir die Mitglieder der 1. Serie. Die Ver- Jeder.'��de um'/e2 Nachmittags beginnen, es möge also « rechtzeitig da sein. Programme seien unentgeltlich im Theater zu haben. Um den Wünschen der Vereinsmitglieder entgegen zu kommen, sei der Garderobenzwang ausgehoben. Jeder aber, welcher Garderobe abgebe, habe ein Entgelt von 10 Pf. zu entrichten. Hierauf besprach Dr. Bruno Wille das Drama Gerhardt Hauptmann's„Vor S o n n e n a n f g a n g" und führte u. A. folgendes aus: Das Drama ist bei seinem Erscheinen viel umstritten worden. Eine Partei trat offen für dasselbe ein, eine andere be- kämpfte dasselbe eifrig. Wie der Streit auch enden mag, jeden- falls ist es ausgemacht, daß das Stück eine Bedeutung hat, und daß es einer Volksmasse, die moderne naturalistische Stücke sehen will, nicht vorenthalten werden darf. Das Drama nennt sich sozial, und ich halte es deshalb für nothwendig, die soziale» Ver- Hältnisse im Stücke zu besprechen. Es ist auch besser, wenn man die Voraussetzungen der sozialen Zustände, welche uns im Drama entgegentreten schildert, als wenn man eine Inhalts- angab« macht und dem Zuhörer der Vorstellung damit Spannung verkümmert. Redner gab eine Charakteristik der Hauptpersonen des Stückes und verglich die beiden grund- verschiedenen Weltanschauungen, welche sich nicht vereinigen können und im Drama auseinanderplatzen mit zwei Strömungen die beim gegenseitigen Zusammenstoßen einen Strudel bilden. Dieser Strudel sei der tragische Abschluß im Stücke. Auf die Einwen- düngen, welche gegen das Hauptmann'sche Drama gemacht worden sind, ging Dr. Wille am Schlüsse seines Vortrages ein und bemerkt hierzu. Es sei zunächst gesagt,„Vor Sonnenaufgang" sei, weil es den Alkoholismus bekämpfe, ein Temperenzler-Drama; diese Tendenz sei jedoch sehr schwach vertreten und mit solch schwachen Waffen dürfe ein Dichter nicht kämpfen. Nichts von alledem sei richtig. Loth,°der im Mittelpunkt stehende„Held" des Stückes werde durchaus nicht als Vertreter einer einzigen Ueberzeugung, als Kämpfer gegen den Alkoholismus, sondern als Mann von eiserner Ueberzeugungstreue und Konsequenz geschildert. Dann sage man, Loth, der Held, sei anfänglich ideal angelegt, dann zeige er sich aber als Schwächling, läßt das von ihm geliebte Mädchen in den gräßlichsten Verhältnissen zurück und fliehe selbst den Schauplatz der Begebenheiten. Zugegeben, daß Loth Anwandlungen von Schwäche zeige, was thue das dem Drama? Es gehöre ja nicht der idealistischen Richtung an, die „Helden" schafft, sondern es wolle die Menschen so zeigen, wie sie sind. Man habe fernergegen dasStück eingewendet daß esmitVorliebe schmutzige und wiederwärtige Zustände schildere. Die Zustände seien ja widerwärtig. Doch was�jvolle die realistische Dichtung? Sie wolle die Wirklichkeit schildern, sie wolle die Wahrheit triumphiren lassen und könne deshalb vor keiner Häßlichkeit zurück- schrecken. Vor Sonnenaufgang habe der Dichter sein Drama betitelt, er deutete damit an, daß es trübe Zustände sind, daß eine Finsterniß über den Verhältnissen liegt, über der ganzen Gesellschaft. Doch ein neuer Tag dämmert uns entgegen. Die Richtung der naturalisti- scheu Dichtung gehört einem Zeitalter an, das„vor Sonnenaufgang" steht. Diese Richtung wird ein Ende nehmen, wenn die neue Sonne aufgegangen ist. Wir sehen Sonntag das Drama„Vor Sonnenaufgang", wir leben in einer Zeit vor Sonnenaufgang und diese Zeit prophezeit ein Dichter mit den folgenden Versen, die ich an den Schluß meines Vortrages setzen will: „Kommen wird sie doch einmal, Wird von allem bösen Sklaventhum und Lügenwerk Diese Welt erlösen; Kommen wird sie doch einmal, Wird mit reichen Händen 'Allem, das in Armuth lebt, Frohe Gaben spenden; Zwist und Haß und Traurigkeit Sind hinweg genommen; Herrlich, herrl ch wird ihr Reich lieber alle kommen." In eine Diskussion wuroe nicht eingetreten und man gelangte zur Besprechung verschiedener Vcreinsangelegenheiten. Ein An- trag, stich beschwerdeführend über den überwachenden Beamten an den Polizeipräsidenten zu wenden, wurde durch die Erklärung des Vorsitzenden als erledigt angesehen, daß der Vorstand einen gleichen Beschluß bereits gefaßt habe. Von den einzelnen Rednern wurde hauptsächlich eine stärkere Agitation sür den Verein „Freie Volksbühne" befürwortet. Außerdem wurden einzelne kleinere Mißstände bei der letzten Vorstellung gerügt mit der Bitte um Abhilfe. Auch in den Gang der Diskussion glaubte der Polizeilieutenant zu wiederholten Malen eingreifen zu müssen. Er verlangte nämlich mit peinlichster Genauigkeit von jedem Redenden den Namen und die Angabe der Wohnung, wenn dieser sich auch nur zur Geschäftsord- nung gemeldet und ganz wenige Worte zu sagen hatte. Heiterkeit trat auch ein, als ein Arbeiter seine Wohnung sehr genau Grenadierstr 8, im Hose rechts, 2 Treppen links angab. Als der Beamte längere Zeit mit dem Helm auf dem Kopfe da- saß, wurde ans der Mitte der Versanmilung die Anfrage gestellt, ob die Versammlnng aufgelöst sei, da nur in diesem Falle der Beamte sein Haupt bedecken dürfe. Der Lieutenant nahm hier- aus den Helm' wieder ab. Dr. Wille machte zum Schlüsse noch die Mittheilung, sdaß auch bei einigermaßen eifriger Agitation der Absatz der Karten sür die zweite Abtheilug gesichert sei und für die zweite Abtheiluna die erste Vorstellung voraussichtlich am 30. November stattfinden werde. Ter Verein werde an den Sonntag Abenden an verschiedenen Orten der Stadt Agitationsversammlungen mit deklamatorischen Vorträgen veran- stalten. Auch in anderen Großstädten bereite sich die Bildung von Freien Volksbühnen vor. In kürzester Zeit werde eine Mitglieder- Statistik des Vereins„Freie Volks- bühne" erscheinen, die in Bezug auf den Vorwurf der Gegner, daß der Verein keine Bühne für Arbeiter geschaffen habe, be- weisen werde, daß der weitaus größte Theil t er Vereinsmitglieder Arbeiter seien. Um Vs12 Uhr wurde die Versammlung mit einem Hoch ans das Gedeihen des Vereins geschlossen. Herrn Paul Iah» schreibt uns:„In dem in der heutigen Nummer enthaltenen Bericht über die Versammlung des Fach- verein der Lederarbeiter wird u. a. erwähnt, daß ich es unter- lassen, dem jetzigen Vorstand die Adresse des Offenbachcr Vor- standes mitzutheilen. Meines Wissens habe ich dies mündlich so- gar gethan, nndernsalls wußte der neue Vorstand auch. in eine Adresse, um sich danach zu erkmidigen. Jedenfalls hat Niemand ein Recht oder Veranlassung, mir„Maugel an Pflichtgesühl" vor- zuweric». Diese Herren mögen nur ihrer eigenen Pflichten immer eingedenk sein." Krrichtiguug. In der Cchneidcrvcrsainmlung, welche am 5. d. Mls. bei Feuerstein stallfand, wurde in die Agitation»- kommission nicht ein Herr Puffe, sondern Herr H u s e gewählt. Pcr«>»io»»a dr» Nrecholcr Teutschlands, Orlsvonvaltuug Berlin 2 (Sloclbranchi).«ersammlung am Tienstaji, den il. d. M., Ab-nV» s Uhr, in Tchäfser's Salon, Jnselsiraße w. TageZordiNMg::. EeschasilicheZ. s. Vor- tcon iider den Werth der Liewerkschaftsorgllniialioil nach dem Sozialiiiengesev. Neserent: Herr Bruns..2. Dislussion. 4. Verschiedenes. ziic öffentliche Kch»l,»n,cher-j>«rsai»»il»»g sinder am Meniaz in Feuersteins Salon nicht statt. per perrin Krrtiner Kausdiener hält am Montag, den 10. d. Mls., Abends 9 Uhr, Konnnandanlenstraße 20, Arinin-Hallcn, eine Mitgiieder-Ver- sammlung»ist folgender Tagesordnung abi 1. Mtitheilungen. r. Ausnahme neuer Mitglieder und Angabe der Kinder, betreskend der Weihnachts-Beschee- rung. 8. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Verschiedene« und Fragelasten. Äee perei» Kerliner Die»ff»ln»»er für freiwillige Kranken- und Sterbe-Untcrstühung hält seine M ona ts v ersamm liin g Montag, den 10. d. M., Abends a Uhr, Krausenstrabe 65 bei C. Nuppcrt ab. grtit Vereinigung de« t scher Handschuhmacher n»d Kandagiffe». Monlag, den 10. November isso, Abends»Uhr, Versammlung im Restaurant Seefelvt, Erenadierstraße 88. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Stadt- verordneten Vogthcrr. Thema wird i» der Versammlung bekannt gemacht. 2. Entgegennahme der Fragebogen. 8. Eröffnung der Vercins-Bibliothet. 4. Verschiedenes. 5, Aufnahme neuer Mitglieder.(Baste sind willkommen. Fachverri» der in Hiichbindcrcir» und verw. Betrieben beschäftigten Arbeiter, Montag, den 10. d. M., Abends 0 Uhr, Annenstr. 10 Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn A. Krause über Chemie mit Erpen- menten. 2. Verschiedenes und Fragelasien. Aufnahme neuer Mitglieder. Ausgabe der Sammellisten für die Sireileuden bei JulinS Rosenthal, sowie der statistischen Fragebogen und der Billeis zu dem am 22. d. M. staltsindenden Kränzchen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen bitlet der Vorstand. Versammlung der Lackirer(Filiale 4) am Montag, den 10. Novbr., Abends eis Uhr, tu Beyers Restaurant, Neue(Lrünstraste 14, Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schweitzer über Wissenschaft und Religion. 2. Tts- lussion. 3. Verschiedenes. Tie Mitglieder werde» ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Reue Mitglieder werden ausgenommen.(Säfte willkommen. Vereinigung der Drechoier Dentschlando. Ortsverwaining Berlin. No- vemder-Versaminlungen. Zahlstelle 2: Tieustag, des 11. November, Abends sx Uhr, bei Scheffer, Znselftraße 10. Zahlstelle 3: Montag, den 10. November, Abends sZs Uhr, bei Bolzmann, Anvreasstraße es. Zahlstelle 4: Dienstag, den 11. November, Abends fi« Uhr, bei Knadt, Brunnenstraße 88. Zahlstelle 0: Monlag, den 10. November, Abends ex Uhr, bei Zemter, Münzsiraße 11. s-rohe öffentlich» Volßsversainmlnng am Dienstag, den II. Novbr., Abends 8� Uhr, im Saale der Aliien-Brauerei Moabitmach»rv«rsa»>mluno am Montag< den 10. November, Abends n", Uhr, bei Feuerstein, Alle Jalobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag über Sozialismus und Anarchismus. Ref. M.Baginsti. 2. Diskusston. 9. Verschiedenes. Soiialdemokratischr Agitationsschule„tztuitur". Monlag, den 10. November, Abends ve Uhr, bei Schmidt, Wrangelstr. I4l: Versamnilung. Vortrag des Genossen Scheer über:„Die Frau tn der Gegenwart, Vergangen- heil und Zukunft. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Fachoerei» der Schlosser und Maschinendanarbeiter Kerlin» und jtmgrgend. Monlag, de» 10, November, Abends Sjs llhr, bei Feuerstein, Alle Jalobstr. 75: Große Versammlnng. Freie Vereinigung der tziartonarbeiter. Am Monlag, den 10. November, Abends 8% Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29: Versammlung. zrhrknrs«» der Kerliner Kriieiter und Arbeiterinnen zur ersten tilfe bei Unglücksfällen lmännliche Abtheilung). Monlag, den 10. November, bends 8K Uhr, bei Fenerftetn, Alte Jakobstraße 76. 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 2. Uebungsstunde. 8. Bereinsangelegenhetten. 4. Fragekasten. — Herren, als Gäste, haben Zutritt. Die Mitglieder werden ersucht, die Bücher der Btbliolhel abzuliefern. Die Lehrstunde der weiblichen Abthetlunz findet am 17. November statt. Fese-»nd Siokutirbinbo. Am Monlag: Sozialdemokratischer Lese- und Diskulirklub„Freie Denker", bei Haugk, Böllhstr. 12. Arbeiter-Kängerbnnd Kerlin» und Zlmgrgend. Montag, Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Ausnahme neuer Mitglieder— Gesangverein„Sene- felder" Restaurant Trieschmann, Jüdenstraße 65.— Gesangverein„Zu- frtedenheit" Willibald-Alexisstr. 6, bei Genger. Gelang., Turn»nd gefeUig» v»r»i»». Lübeckffcher Turnverein am Sonntag, Abends von 0—8 Uhr, t. Lehrlingsabtheilnng: am Montag, Abends von 8—10 Uhr, Alännerabtheilung. Rauchtlub,. Arcona", Montag, Abend» 8%— 10% Uhr.— Rauchklub„Weiße Wolke", Montag, Abends von e— 11 Uhr, Strelitzerstr. 1«, bei Belker. Di« Redaktion st Ali die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu geben ist, dem' Interesses zur' ubltlmn zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen erfiigung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifiztrt zu werden. Bezugnehmend cmf den Artikel in der Nr. 259 des„Berliner Voltsblatt",„Offener Brief an die Gewerkschaften u. f. w. Berlins", nach welchem außer den Buchdruckern, Gürtlern und Kutschern auch die Hausdiener trotz der schönen Solidarität ausnahmslos Verehrer der Philharmonie sind, sieht sich unterzeichneter Vor- stand veranlaßt, folgende Erklärung zu veröffentlichen. Der Zentralverein der Haus- und Geschäftsdiener Berlins, hat sich bei seiner Gründung mit der gesammten Ar- beitcrschaft solidarisch erklärt. Dies wurde durch die in der letzten General- Versammlung einstimmig an- genommen Resolution, welche besagt, nur in solchen Lokale» Versammlungen und Vergnügungen abzuhalten, die auch zu Arbeiterversammllingen zu haben sind, nachdrücklich bestätigt (siehe Versammlungsbericht in Nr. 259 des„Verl. Volksblatt"), was uns alle übrigen Worte erspart. Wohl existiren Hausdiener- Vereine, die sich ja auch solidarisch erkürt haben; aber bedauerlich ist es, daß dieselben nicht stark genug sind, dieses Prinzip durchzuführen. Ter Vorstand des Zentralvereins der Hans- und Geschäfts- diener Berlins. I. A.: A u g u st W e r n e r. Vepcfchen. (Molffs Telesravhrn Kurrnu.) New Uorll, 8. November. Behufs Abhaltung einer Gc- dächtnißfeier der Hinrichtung der Ehikngoer Anarchisten hatte eine Anzahl'Anarchisten in Ziewark(New-Uersy) einen Saal gemiethet. Als der Eigenthümer des Saales erfuhr, zu welchem Zweck derselbe benutzt werden sollte, verweigerte er den Einiaß. Die Anarchisten sammelten sich außerhalb des Gebäudes an, einer derselben versuchte eine Rede zu halten. Der Polizeihaupt- mann, der dies zu verhindern versuchte, wurde angeblich durch einen Schlag über den Kops betäubt. Die Menge nahm eine drohende Haltung an, bis Polizciverstärknng eintraf, dieselbe mit Stockschlägen auseiuandertrteb und mehrere Personen verhastete. Most, welcher amvesend war, entfloh. »» fPjetm lieben Freunde Wittstock I. hficj"em, morgenden Wiegenfeste ein schäm' Wie ist's denn mit einem bes. 0°fl Rest Evorabräu? Das ist — 1__ keen Kaffee. 2 rothe Bauern. Soldiner-Verein. 248 Aerm«?lbend 8 Uhr außerordentliche deratJtl n0 bei Wnttke, Friedrichs- Uin�raße 24 Neue Mitgl. w. aufgen. Ersch. bittet Der Uorstand. gut P�Vrb. u. Genossen emps. ich mein öiniw«.'�lZtlliu'sllt, sowie 2 Vereins- ' 0. Junold, Osibahnhof Nr. 7. WUT irrri—■ n i.■_ Todesanzeige Die Beerdigung unseres Kollegen»nd treue» Vereinsmttgliedes, des Herrn Albert Wuttke, Zossenerstr. 17, findet heute, Sonntag, den 9. November, von der Leichenhalle des Neuen Jerusalemer Kirchhofs in Britz statt. 249 Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand der Freien Vereinigung der Davenmäntel-Sclineider und Arbeiterinnen d. Bekleidungs industrie. Ich habe mich hier als Spezialarzt für Augenkranke niedergelassen n. wohne ArUcalliancestr. 11. Sprechstunden von 9— 11 Uhr Vorm. u. 3—4 Uhr Nachm. Sprechslnnde für Unbemittelte Wneisrnaustr. 104 von 12—1 Uhr. Dr. Jakobsohn, 1693 Augenarzt. Ich habe mich 266 Ecke Motzstraße, oMenacherftr. 8, niedergelassen. Dr. Hermann Hamburger, prakt. Arzt, Wundarzt u. Geburtshelfer. Sprechst. Vorm. 8— 94% Nachm. 4—5'/«. Den Uereiur» empfiehlt z. LrstHch- liciteu Papiermützen, Masken, Fächer, Kottillon- und Vbrloosungs-Gegenstände„ zu billigsten Preisen die Fabrik Münz- Strasse Ii, Hos 1 Tr.______ 270 Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich Neue König- Strasse 17 ein III Weiss- u. Bairisch-Bierlokal eröffnet habe. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Sonnabend: Gänse- Ausschieben. Gustav Wachhaus. Ein Verelnszimmer ist zu vergeben bei Adel! Laegc, Fürbringerftr. 22. 1758 Dr. Hocsch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Für u... einen im Mestru bestehend älteren Männer-Gejangverein wird 1 tüchtiger Dirigrut gesucht. Gest. Meldungen an Aug. Weisshi Golzstr. 24, Hos 2 Tr.£ Allen Genosse» und Freunden theile ich hierdurch mit, daß ich mein Ciizarrrngeschäft am 1. Oktober nach der Riantenffelstraße 9 verlege. 6. ileliiickey Mantensselstr. 112 a, 2381 Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Sonnabend, den£5. November: II. im grossen Feslsaal der Berliner Bock-Brauerei, Tempelhoferberg unter gütiger Mitivirkung des Gesangvereins„Lorbeerkranz". Grosse Oeber raschung. Anlang 7 Ohr Abends. Hcrren-Billets 50 Pf., Danen 25 Pf. Billets sind bei folgenden Koinitee-Mitgliedern zu haben: Wilhelm Roll, Skalitzerstr. SS; Schwabe, Grünauerstr. G; Schulz, Schönhauser Allee 174, 4 Tr. bei Schubert: Helterhof. Arndtstr. 31, 3 Tr.: spritz Wagner, Alt-Moabit 123, 4 Tr.; Karl L u I;, Ainalienstr. 7, Hof park.: Fr. Kohler, Arndtstr. 7; Bradeinann, Nostizstr. 40; W'oSjien, Schonleinstr. 31, Hof pari. Außerdem sind Billets in alle» Zahlstellen des Vereins, sowie bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben. 291 Uni zahlreichen Besuch ladet ergebenst ein Das Komitee. Verband deutscher Gold- u. Silberarbeiter und verw. Berufsgenossen(Zahlstelle Berlin). Dirnsiag, den 11. November, Abends 8V2 Uhr, in Frnrrltrin's Salon. A l t e I a k s b si r a ß e 7'>:' Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnnng: l. Vortrag des Herrn H. Ströbol aus Marburg: Die Entwicklung der Familie. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Beiträge und Zeitungen in der Versammlung beim Kassirer. Gäste stets nnllkoinmen.— Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 289 Der Vorstand. Große öffentliche Uersammlnug aller in der� Wirkerbrauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Dienstag, den 11. Aouember. Abends S! 2 Uhr-, im Lokale des Herrn Joel, Andreasstrasse 21(oberer Saal:, Tages-Ordnnng: 1. Vortrag des Herrn Stadtv. H e i n d 0 r f über:„Die Zuchthausarbeit nn Allgemeinen und speziell in der Wirkerbranche. 2. Diskussion. 3. Statuten- berathuiig." 4. Verschiedenes. 247 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen bittet um zahlreiches Erscheinen Der Einberufer. pT* Achtung! ßrolc ößeMilhe'Vttsaininlilllg her lüpfet ChlirlöttenbUgs und Umgegend am IWiUwoch, den 12. November, Abends 8 Uhr, in der Gambrinws- Brauerei, Wallstrape 46. 276 Um zahlreiches Erscheinen bittet Oer Einberufer. Achtung! Parteigenossen Charlottenburgs! Die Volksversammlung findet am Montag, den 10., wegen der Tischlerversammlung nicht statt. H. W. Abrechnung der Kommission znr Unterstützung der gemassregelten Genossen von der Reichstags wähl 1890. Ausgabe. Einnahme. Freiwillige Beiträge von Berliner Genossen do. Weißenseer Genossen Neberschüsse von Teller- sammlungen verschiedener Bolksversammlungen do. der kaufmännischen An- gestellten bei Joel am 21. 3. 90 Auf dem Maskenball der Freien Gemeinde gesam- melt am 22. 3. 90 Ueberschuß derKranzsamm- lung vonderLudw.Löwe- fchenFabrikvom 13. März 1890 Von Herrn Koppen 481,00 M. 99,50„ 180,47 13,85 3,00 72,90 5,20 Summa 805,92 M. Verschiedene Unkosten 15,25 M. Inserate an das„Berliner Volksblatt" 10,80„ Unterstützung an Berliner Genossen 588,00„ do. Weißenseer Genossen 163,50„ Von Herrn Stadthagen an verschiedene Genossen ge- zahlt 23,10„ Summa 805,65 M. Bilanz. Einnahme... 805,92 M. Ausgabe... 805,65„ Bestand 0,27 M. Revidirt und richtig befunden. 245 A. S t a d t h a g e n, Landsbergerstr. 61. W. Schulz, Weidenweg 5. F. Thielke, Strausbergerstr. 16. R. W e n g e l s, Er. Frankfurterstr. 124. Felix Oppenheim, Rosenthalerstrasse U- 12. Varste» und altrrnommirteste» Hpezial-Geschäft für Damen-Mantel und Costnme im Norden Berlins. Winter- Mäntel, wollenen Stoffen, ferner in Seidenplüsch, Seiden-Matlacö, Seiden-Brocat«. in 40 verschiedenen Facons, dunkelblau, schwarz und in jeder beliebigen anderen Farbe, für jede Figur passend, sino schon von 18 Mark an in großartigster Auswahl vorräthig. Jaquets in reizenden Fagons und prachtvollen Aus- fttrungen schon von 10 Mark an. Fertige Costüme S ÄS; Strassen- und Ball-, Gesellschafts- und Trauer- Skostüme.— Braut-Kostüme. Seidene Kostüme in schwarz und farbig von 40 Mark an. Im Tuehgeschäft I jetzt Dranievßr. M, I. Herren- und Knaben- Anzüge, Paletots, | sowie Oamenkleider etc. Auf Wunsch auch gege» Thritzahtungen. 258 1 Herren-». Knaben- Filzhüte Ferdinand Henke, Dennewitggtr. I, Ecke Steglitzersiraße. IMT Ohren"WU werden billig reparirt bei MWpiiiIap Mantenffelstr.40, .»V rllurl j Hof parterre. Kein Laden, man achte auf Haus- nummer 40. 214 Kreit Vereinig. i>. Teifenfieüer i!. Berilfsgen. Verl. v.llmgeg. Montag, den 10. Nov., Ab. 8V2 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10; Mitgl ieder- Versammig. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Herrn Otto Klein. 2. Diskussion. 3. Entrichtung der Monatsbeiträge. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Gäste sino ivillkoninien. Um pünktliches und zahlreiches Er- scheinen der Mitglieder ersucht 283 Der Torstand. ' Spiegel und r.Polstenvaareii. eigener Gr. Lager, bill. Preise Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hos parterre. Theilzahlung nach Uebereinkrmst. Posameutiere! Freie Vereinigung d. Arbeiter u. Arbeiterinnen der Posamenten- Branche. Versammlung am Dienstag, den 11. Nov., Ab. S'/ä Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. T.-O.: 1. Vortrag d. Hrn. I'. Türk über:„Heren- Prozesse". 2. Wahlen. 3. Der Uösamentier-Hongvesz etc. Bei der hochwichtigen Tagesordnung wird aus zahlr. und pnnktl. Erscheinen sämmtl.Kollegen U.Kolleginnen gerechnet. 233 Der Torstand. Verein Berliner Snuckener. Montag, den 10. Nov., Abds. 9 Uhr, ind.Arwillhallen,K0n»nandantenstr.20: Mitglieder- Vemmmlg* Tages-Ordnnng: 1. Mittheilungen. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Angabe der Kinder betreffs der Weih- nachtsbescheerung. 250 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Torstand. Gr. Versammlung des Frauen- n. Mädchen-Vereins für Äleiszenscr und Umgegrud am Dienstag, den 11. Novbr., Abends SVa Uhr, im Saale des Hrn. Sengheil (Kaiser Wilhelm), Königs-Chaussee 49. T a g e s 0 r dnu 11 g: 1. Vortrag der Reserentin Fräulein Wahnitz(Berlin). 2. Diskussion. 3. Wahl einer 2. Borsitzeuden und einer Bei- sitzenden. 4. Ausnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 6. Ver- chiedenes. Znr Deckung der Unkosten Tellersammlung. Männer haben Zutritt. 262 Der Torstand. Achtung l StellmacherJ Montag, den 10. Nov., Abds. SVa Uhr, in Zemter's Lokal, Münzsir. 11: Außerordentliche Mitglieder- Versammig. Tages-Ordnnng: 1. Antrag d. vorletzten Versammlung, betr. Auflösung der Vereinigung. 2. Gewerkschaftliche?. 3. Verschiedenes und Fragekaste». Mitgliedsbuch legitiinirt. Um das Erscheinen aller Mitglieder bittet 256 Die Ortsverwaltung. Centrnl-Kmken-u. Sterdekaffe iier Tischler n. f. in. Oertliche Terwaltungssielle Berlin E. Montag, den 10. N 0 v e m b e r, Abends 8' e Uhr: im Wcdding-Park, Müllerstr. 178. Tagesordn u n g: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1890. 2. Wahl eines Revisors und Beitrag- sammlers. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiie». Das Mitgliedsbuch legitimiri. Zu zahlreichem und pünkllichem Erscheinen ladet ein Die Ortsverwaltung. Nach Schluß obiger Versammlung Vierteljahres- Bericht der Zuschußkasse vom 3. Quartal 1890. Die Zahlstelle Nr. 4 ist vom l. No- vember ab von der Gartenstr. 160 nach der Gartenstr. 171 bei Herrn Kleina», verlegt worden. 286 W-KMfenkMerWrrtn- Ciglirren-Tortirer jn Berlin. Sonniag.den 16. November, Torrn. III Uhr: Ntitglieder-Vers nmmluug bei Krrfrldt, Krrnadierstrastc 33. T a st e s 0 r d n u n g: Bericht des Rendanten über den Stand der Kasse.— Wahl der Vertreter zur General-Versammlung.— Quittimg?- buch legitiinirt. Die Herren Arbeitgeber, welche t aBei- träge aus eigenen Mitteln znr obige» Kasse zahlen, werbe, 1 zu einer Versammlung an, Sonntag, 16. November, Vormittags präzise 10 Uhr, in oben genannte»! Lokal eingeladen. Tages- ordnung wie oben angegeben. 199 Der Uorstand. Uerfallenr Winter- Paletots zu soliden Preisen Pfandleihe Weil»- berg«,veg Ä. 251 Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 9. Nov., Ab. 7t 2 Uhr, in d. Arminhallen, Kouimandantenstr. 20: Vortrag des Herrn H. Pens über: „Die freie Liebe" � Nachher:„Gesellige Unterhaltung und Tanz", Gäste, Damen und Herren willkommen Gr. Uersammlung ber Möller n. Mühlenarbeiter am Dienstag, den 11. d., Abds. 8 Uhr, in Behlitz' Salon, Bergstraße 12.1 Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. Fr. Berndt über: „Die Ursachen der Verbrechen". 2. Diskussion. 3. Quartals-Abrechnung. 4. Abrechnung vom Vergnüge». 5. Verschiedenes. Um recht zahlr. Erscheinen ersucht 290 Der Torstand. Der Arbeiter-Gesangverein„Hoff nung" zu Friedrichsberg bittet Freunde und Genosse», welche im Besitze von Billets vom 24. August d. I. sind, die- selben einzusenden an 243 Raasch in Friebrilhsberg, Blunienthalstr. 15. Amerikanische Nickel- Wecker- Uhren in allen Lagen gehend, mit Läutewerk 4,öO|il. Größer, m. geschl. Glas nnr 5,30 W. Mit beweglicher Figur nur 7.00|M. Neu! mit Datumzeiger 1 6, 50 M., größer 7, 30 H. Gegen Nachnahme. G. Schroedter, Berlin S. 14, Dresdener-Strasse 28. Winter-Pttletots, neu und getragen, ebenso Damenmäntel, Anzüge, Uhren, Betten etc. Alles billig. Luckenwalder Kleiderhalle, Neanderslr. 33. 241 Bitte genau aus Hausnummer u. Namen zu achten. mit Arbeiter- Kontroi- marke liefert die Hutfabrik von 277 L. F. Koschel, Charlottenburg, Sophie-Charlottenst.27. Marken z. quittiren von Partei- MW beitragen enipfiehltallen Genossen die Quitiungsmarkeu- und Kautschuk- Stempelfabrik von Conrad Müller, Schkendik-Leipzig. Preisline gratis und franko. MB M von mir im Sommer aus mehreren Auktionen gekauften und im Versatz verfallenen hocheleganten Herren- u. Damen-Winter- Paletots, Knaben- u. Mädchen-Paletots, Herren-»1. Knaben-Anzüge, Damen- u. Kinder- Kleider, Uhren, Ketten, Ringe, Betten, Wäsche, Kessel, Stiefel, Koffer, Schirme, Harmonika's u. s. w. verktinstilbnnr bis&il)n#n damit zu räumen, zu erstaunlich billigen Preisen. T llplpp Neaiulerstr.9. JJ&twACy Ecke Schmidstr. Bitte genau auf Ha«»nun»mrr und N«mrn zu achten. 972 Hut-Fabrik E. Bergmann InrfpfcnflrnfKlöl), 83] nahe der Besselstraße. Hnte mit Wrolmnrbn. E. Strauss, ♦r Blumenstr. 46, pari., früher Wassmannstr. 17a. 84 empfiehlt sich zur Anfert. eleg. Herren- Garderoben. Für guten Sitz u. saubere Arbeit wird garantirt. Lager v.Sto.t n in grosser, geschmackvoller Auswahl. Koulante Zahlungsbedingungen! Betten und Bettfedern in größter Auswahl empfiehlt Louise Schreib, Kar!gasse (Gegründet 1585.) 1533a Mhhpl Spiegel u- JliUMCly Polsterwaaren C. Tausendfreund Fehrbeliiner-Strasse No. 78, nahe Weinbergsweg. Solide Arl>«lt. Sllligste preis«. Alle Arten Vögel stet? billig. Stieg- litze 1,25, Koppenstr. 90, H. 1-er. 287 Je« toic« Herren* u. Knaben" Garderoben- Geschäft« Wim. Fahr, a-rffg Herren- Garderoben nach Maaß, reellste Bezugsquelle. Produktiv- GenossenscMa. Berliner Schneider.- Berlin S., Koniinandantenstr. vi. Garantirte reine Mcdicin«, Ungarweine, bestes Stärkungsn» für Kinder, Kranke und Rekonvale. zenten, direkt bezogen von Schwarz& Brodi, Nagyward, Ungarn._ Zll habe» bei H. Heiiierlin�f Berlin, Pallisadenstrasse 10. für 70 cm br. �»,.v �.(,"3-.,...... Atlas u. SaM- nietkragen von 50 Pf. an in all. Farve P.KochmaUU, Alte Jakobstr.86. Süup fl Mark. Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen.. Pollak, jetzt Gepxgenkirchstr. 2�. Jede Nähmaschine zu repariren kostet unter Garantie b guten Nähens 2,50 M. Kleine Repa tum, billiger. W. Maaske, Fachmann, Christinenftr. 34, 2 Tr. Alle» Parteigenossen empfehle ich Z" Festlichkeiten mein Lager selbstgesertigw Papiermützen und Schärpen,& yV Papiermützen und Schärpen,- von 4 Mk. au; Stocklaternen, KN« bonbons, Qrde», Bouquets zc._ C. Pätsch, Tanzlehrer, Grenzstr. 20. 295 Annoncen-Expedition Gr. Franksurttt' siraße 39. Annahme bis 4 Uhr Aach zum nächst. Tag. f. Bollsbl., Volks-M Verl., A(. Journal. Boß. Orig.-PwA prompt besorgt.. �4 Allen Freunden».Bekannten enipfe� mein Cigarren- und Tab. Geschäft.* H. Wibbing, Epreestrj�. Mein Milch- und Material-Geschtf1 m. Rolle krankheitshaloer bill. an z. verk. Gartenstr. 152, im Keller.�__, Cigarren und Tabake R. Süsseuguth, Elsasserstr. 3. a. Rai thaler Thor. Zur Anfertigung v. Damen-».Kind kleidern empfiehlt sich Fr. Münch,, Weg 69, v. 4 Tr.'' Soeben erschien j Jer ivohre Zocod Nr. 112. Inhalt: Der sozialdemokratische ParleHAB- Zu beziehen durch die Erpedi» Beuthstraße 3. 3itlj«r-pnterr.R.Nlckel,@artenstr� Schlafstelle für Mädchen Wran� straße 137, v. 3 Tr. r. Ein anst. Mädchen kann»liteinivohasa bei Huras, Neue Hochftr. 21, 206, Schläfst, sep. b. Plöger, Oranienstr. chlafst.z.v.Wc>uweg 63,SeitenflA� .teil Schlafstelle für Herrn sofort, sepa bei Mollert, Waldemarstr. 64a, vorw Schläfst, f. H. Louisen-Ufer Nr- JJ bei Müller.' jZ- Arbeitoiilarkt.(< Schwars polirer auf Papprah'"� verlaugt die Rahmenfabrik von Heise in Hannover. Eilt erprobter Korrektor, womöglich akademisch gebildet der zugleich der Redaktion# Hand gehen kamt, wird gesuch' Ädressenmit kurzerAugabede bisherigen Thätigkeit werdk' unter W. L. in der Expedits des„Berliner Volksblatt' Beuthstraße 3, erbeten., Für sozialdemokr. Zeitungen' et Ein junger Parteigenosse,>n ff'» bisherigen Beschästianng gemaßreS.� sucht Stellung als Journalist, stellvertretender Redakteur oder-V ef arbeitet cn einem Parteiblatte. Selv J ist schon längere Zeit Mitarbeite, � gewerkschaftlichen und.Parteibla» � und beherrscht sowohl diese FiiclftO � auch Feuilleton und Dichtung i» 0„nl gendem Maße. Jedoch iviro nstt � dauerndes Uilterkominen ,» 0vO",,if(l Thätigkeitsfeld gerechnet. Probeos stehen gern zur Verfügung. Osserie die Erpedition des„Berliner Volkev' ,0i unter A. R. 68. y Verantwortlicher Redakteur: Tuet paake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin 8W., Beuthstraße 2. 1 Beilage zum Berliner Bolksblatt. Nr. AßA. Sonntag, den 9. Zlovenii-cr 1899. 7. Jahrg. Gevichks-Zsikuttg. -!eiti�>?"��Sehens gegen das MarKenschntzgese. lon,� v Kaufmann Emil Hermann vor der ersten Straf Man« an- Landgerichts I. Der Angeklagte hat von dem Kaust lick..�'egand ein Zigarrengeschäft übernommen, der Verkäufer »eitw(!C?°rbehalten, den mit dem Geschäft verbundenen Allein- fütnt, w®.1 nikotinfreien Zigarre. die den Namen„Aeskulap" Meit»,.-. von der Firma Wenderoth u. Harver fabrizirt wird tirp nv Juf''�Ten- Die Fabrikanten haben ihr Erzeugniß durch iiiipn. Anette schützen lassen, welche einen Aeskulap auf "Kufe".P0 darstellt, �welches mit dem Worte„Schutz- anderen versehen ist. Bremer Firma bte-- Der eine Angeklagte hat von einer nikotinfreie Zigarre anfertigen Äsa ,.ote unter demselben Namen und mit derselben äußeren W* 8 verkaufte, wie die von Wicgand in den Handel ge- x. Im Februar stand Hermann deshalb bereits vor Gericht. r. �?chte geltend, daß der Aeskulap eine Figur sei, die als ein tie v-u �gesehen werden müsse, denn sie könne gerade so gut ta.£'er Hygieia auf alle Gegenstände angebracht werden, welche bf?»�vndheit dienen. Trotzdem die Ansicht durch das Gutachten de» �verständigen Unterstützung fand, hielt der Gerichtshof ihn. Angeklagten doch für schuldig und verurtheilte iun 9i t/\~ u---- I*♦»|vi;rv*viy V Vtvunytmv oOO M. Geldstrafe. Die eingelegte Revision wurde vom p.i.A-gericht verworfen. In dem Revisionsbescheid wurde aus- «in-r■ die Figur des Aeskulap zwar an und für sich als iw�Zeiche» anzusehen sei, durch die Zusammenstellung mit zn.-lvvrte„Markenschutz" auf dein Sockel der Figur sei die inender eine eigenartige und als solche geschützt worden. Der �n,?>chlede»e wandte sich an den Rechtsanwalt Dr. Flatau, der ,,,.. �n Rath gab, anstatt des Wortes„Markenschutz" ein anderes «rD'�ann könne ihm auf Grund der Ausführung des Reichs- inb-.'Niemand etwas anhaben. Hermann folgte dein Rathe dy«,�"l"""�>gen iauieie wiederum zu seinen Gunsten, derselbe stviniir lD?r' daß besonders in Süddeutschland viele Apotheker die irbot--j Aeskulup als Wahrzeichen wählen und der Angeklagte chipm'5 sogar zum Beweise, daß seine Unterbeinkleider mit 1 WWWW Der Staatsanwalt hielt dennoch ............ beantragte einen Monat Gesängnip, .der Rechtsbcistand des Geschädigten für denselben eine ioln. gungssunnne von 2000 M. forderte. Der Gerichtshof tin8. aber den Ausführungen der Verlheidigung und fällte sei lversprechendes Urtheil, indem es nicht zu erörtern Siln* i das Verhalten des Angeklagten vom Standpunkte der 01 angesehen werden könne. Fiktig gegen den phil. M o IN m s e n Anr privatklag- des Htudissus PZMMUJ Uen"•■•--- allerlei über eine inkorrekte Haltung des Fittig bei dieser (.in. Mvg, über leichtsinniges Schuldcnmacken u. dergl. IN. iSB,,,'a|n die Zeit der Ankunft des Königs von Italien und tzi, Lautete, daß dem Ausschusse der Studentenschast die Theil- L Oll hon*........— i.—"■ ft"*- »fc9.».estattet Mir Einpfange nur unter der ausdrücklichen Be- ... worden sei, daß Fittig nicht daran theil- dürfe. Endlich erfolgte auch noch infolge der Ber- ungünstiger Umstände die Eröffnung des strafrechtlichen Se9eu F. welcher in den unbegründeten Verdacht ge- \i i!/! war, den Einbruchsdiebstahl in die Ausschußkasse verübt ktoor" Er ging aber aus dieser Affäre glänzend gerechtfertigt da seine Freisprechung wegen bewiesener Un- in.. � a((e diese Vorkommnisse gingen begreif- glyisolgk. Uib» lebendige Erzählungen in den' Kreisen' der !r. cni. und deren Fttniilien""U ni,A h «um Bereu ynnmieu um und auch der jetzige oin nl s e n hatte darüber Mittheilung gemacht, durch .«e f.*->.•«.■.... g..()Ue et überzeugte sich aber ____________„ vor dem Hiesigen Schöffengericht, .....Dunsen ziemlich unschuldig in der Affäre ist und es kam ei» Vergleich zu Stande. Anders lag die Sache mit iiti Fenstern. Dieser hatte über die aaiue Anaeleaenbeit Ä fich Fittig beleidigt suhlte. V xv gestrigen Verhandlung »ii Mvumisen ziemlich unsÄ" in viesem ein Vergleich zu( «»Fenstern. Dieser Hi >■'Aul. Börsen-Cour." eine iSKSS W !k°e. trf-;«. u-......'— �biel� m Ige« ue tu. Meier hatte über die ganze Angelegenheit ssittin Korsen-Cour." einen Artikel veröffentlicht, welcher den d»s.' o emfioen 9int<-rttnr im„Verein deutscher Studenten", �«ie mm.... MWW> Mitritt. Bemerkungen über denselben machte. Morgenstern lsoe beleidigende Absicht und behauptete, daß der •'Heils wirkliche Thatsachen, theils das wieder- damals in den studentischen Kreisen ging.— Rechtsanivalt H o f m a n n als S lRiinhQ6e' mn'vus P'chCetpp V JU MUlid g...g. u»vu,w**(..w....y V|........*...v Aiwer» y �lubiosus Fittig beantragte mit Rücksicht auf die k' Sfanpr c Beleidigungen vierzehn Tage Gefängniß; ;? et f., Islbst beanspruchte auch noch eine Buße von 1500 M., »Hiutns rc� olle diese'Anfeindungen ein volles Jahr seines �loreu habe. Der Gerichtshof verurtheilte de» An- vnj M o r g e n st e r n z» einer Geldstrafe.v o n Ne'.,ssVk und überließ es dem Kläger, etwaige Ansprüche ans Aiirt J» lm Zivilwege geltend zu machen. Der Vorsitzende �rbx'," l>as Gericht unbedingt auf Gesängniß erkannt haben bjm r?n vicht dadurch dem Angeklagten, der unmittelbar �lbe,"'�.. Staatsexamen stel steht, seine ganze Zukunft verdorben Norsttrmnlwrgcu. Erster Mahlkrcis. •'Ue sozialdemokratische Volksversammlung für den I. �iiz. � i Freitag im May'schen Lokale' linter v«.,. ii u Berti" l). M e tz n e r statt. Es galt Stelli ng zur Wahl in, Ep>,.>?vonsmannes zu nehmen. Das einleitende Referat D?�u»>in y?m,smann F l a t o w. Derselbe konstatirt mit Ge- t>n �vlan y Ü der Hallesche Parteitag zugleich mit dem Organi- ' Vertrauensmänner-System geschaffen. Ter Ver- n.ttei ,n?v sei in erster Linie dazu kompetent, die für die N„./viiielnden Gelder entgegenzunehmen und danii weiter »il. s>>r"nkasse abzuführen. Eine seiner Hauptaufgaben sei Wahl dein Vorsitz »ij.s'ir elnl'm äffe abzuführen.-----,.............. ,. � �, e Regelung des Versammlungswesens zu sorg tzinhll.?,vilungeii müssen vermieden werden; auch b . y«"- Un- auch haben sich iZlny,"'«»»gen inuyen vcrmieoe» rneiueu; uuu;«!'««"•'' i'" JS'iiben u'et von Versammlungen beim Rehmen der Vor •1 ps L* M Arfl 8»+ Slip CT) 1«»91 rt tltl pß nhpi & noch dem Urtheil des Vertrauensmannes über i'-i»—«.n Bei Zuwiderhandeln müsse der Ver- .-."inleben ein makelloses sei, gewählt werden. �t(l�sli!ie«nI'e6"e" ein makelloses sei, gewählt werden. Tie � Lfftt habe» es sich noch zur Aufgabe zu machen, i»it ">ür die.ksebuna der Wablvereine im arbeiten. p«»..Hebung der Wahlvereine zu osse l/vai»! für den ersten Wahlkreis wurde hierauf : m.,, 4." 3» st Tnter oro und als dessen Stellver- ' � 1 a" i Feldman» gewählt; ersterer ein- rtr gegen drei Stimmen. Die Adresse Täteroiv's ist Mauerstraße 9 3 Tr. Die nun beginnende Debatte drehte sich wesentlich um die Frage: Wie heben wir den Wahlverein? Es sprachen hierzu die Genossen Täterow, Flatow und M e tz n e r. Diese Frage habe nicht blos Geltung für den ersten Wahlkreis, sondern auch für andere, so den vierten. Die Volks- Versammlungen würden immer viel zahlreicher besucht, wie die Wahlvereinsversammlungen, und doch sollten letztere gerade als ei» Hauptmittel zur Verbreitung von Bildung gelten. Die Volksversaiiimlungen seien mir zur Regelung von Angelegen- heilen, die nicht innerhalb des Rahmens des Wahlvereins geregelt werden können; auf letztere sei aber der Hauptwerth zu legen. Die Regelung der Vorträge, welche in' den Wahlvereins- Versammliingeii gehalten werden sollen, müssen systematisch vor sich gehen, nach einander müssen Vorträge verschiedener Art gehatten werden. Auch sei Vorsicht bei der Auswahl der Referenten zu üben; es dürfe nicht vorkommen, daß zwei Redner gerade das Entgegengesetzte über unsere Ziele sage». Tie Genossen sollten jetzt die ivohl für die Zeit des Soziotislengesetzes begründet gewesene Klubwirthschaft aufgeben und ihre Kräfte einem großen Verein widmen. In de» Leseklubs werde ein gewisser Kastengeist großgezogen; jetzt komme es ans Konzentrirung der Kräfte an. Zu iliiterbleiben seien auch die persönlichen Anrenipeliinge», welche unter„Verschiedenes" sehr oft vorkommen.— Nachdem Genosse Felgentreff bekannt gegeben, daß nächstens eine Wahl- vereins-Versammlung stattfinde, in ivelcher Genosse Auer einen Vortrag über„Wie gestalten wir unsere Organisation?" halten wird, wurde die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die Sozialdemokratie geschloffen. Zweiter Walilkvris. Tie Parteigenossen des zweiten Wahlkreises hielten am Frei- tag Abend in der Bockbrauerei eine Versammlung ab, welche der Leitung des Genossen Wilschke unterstand. In der stark besuchten Versammlung hielt Genosse Otto Klein zu der Wahl eines Vertrauensmanns das einleitende Referat. Er ging die Verfolgungen durch, welche sowohl die Partei als auch die Gewerkschafts-Or- ganisationen vor und während des Sozialistengesetzes betroffen habe und gedenkt insbesondere der segensreichen Thätigkcit des Herrn Tesseydorf; er bespricht die auf die politischen'Parteien bezüglichen Bestimmungen des Vereinsgesetzes und erörtert kurz die Neuorganisation der Partei, wie sie der Parteitag in Halle geschaffen habe._ Dieser Organisation zufolge habe der zweite Wahlkreis jetzt einen Vertrauensmann zu wählen. Redner legt dann die Aufgaben ausführlich dar, welche dem Vertrauens- mann zufallen. In seinen weiteren Ausführungen zieht Redner einen Vergleich zwischen den Zielen der Sozial- demokratie und den Zielen der bürgerlichen Parteien und unterzieht die Letzteren im Einzelnen einer eingehenderen Kritik. Zum Schluß kommend empfiehlt er, nur einen Vertrauensmann wählen zu wollen und fordert auf, dabei allen Zank und allen Haß fortfallen zu lassen. Man müsse sorgfältig erwägen, wen man wählen solle; man müsse darauf sehen, daß nur Jemand gewählt werde, der des Vertrauens auch würdig sei. Nach voll- zogener Wahl müßten jedoch die Einzelnen, unter Fortlassung alles Persönlichen, dem Vertrauensmann volles Vertrauen ent- gegenbringen, dessen eingedenk, daß wir eS nicht mit Personen zu thun haben, sondern mit Prinzipien.(Beifall.) In der Dis- kiission empfahl Genosse Menader, in Anbetracht der'Ausdehnung des Wahlkreises, die Wahl von zwei Berträuensmäunern. Genosse Wilschke trat dem letzteren Antrage entgegen und empfiehlt die Wahl nur eines Bertrauensmannes. In demselben Sinne spricht sich auch Genosse Retzerau an?. Es wurde dann beschlossen, nur eine» Vertrauensmann zu wählen und es wird als solcher Genosse Kleinert in Vorschlag gebracht und einstimmis.« gewählt; es waren noch einige andere Genossen vorgeschlagen dieselben verzichteten aber sämmtlich zu Gunsten Kleinert'?. Der Gewählte giebt der Versammlung die Versiche- riing, daß er sich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln be- mühen werde, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen, und er bittet, ihn darin zu nnterslützeii. Die Bersammlung stimmte einem Antrage zu, welcher aufforderte, nur in Lokalen zu verkehren, welche ihre Säle den Arbeitern zur Verfügung stellen und serner darauf zusehen, daß in allen Lokalen, in welchen Arbeiter verkehren, die Ärbeiterblätter„Berliner Volksblatt" und„Berliner Volkstribüne" ausliegen." Im iveitercn Verlauf drückte die Versammlnng ihre entschiedene Mißbilligung darüber aus, daß verschiedene Kewerk- 'chaften, sowie die Buchdrucker und die Hausdicncr, zu ihre» Vergnügungen die Philharmonie, Kaufmann's Variete und andere Lokale nehmen, welche den Arbeitern ihre Räumlichkeiten ivohl zu Vergnügungen, aber nicht zu Versammlungen geben. Der Fall mit der Adlerbranerei sollte der Lokalkommission zur Prüfung überwiese» werden. pi-ri-r Wahlkreis(Küdvsten). Die Wahl von Vertrauensmännern führte die Genossen aus dem Südosten des vierten Berliner Reichstags- Wahlkreises zusammen. Die Leitung der Versainmliing wurde dem Ge- Nossen August Günther übertragen. Da der angesagte Referent Genosse Robert Schmidt am Erscheinen verhindert war, übernahm Genosse Heindors da? einleitende Referat. Er childert, wie die Partei sich entwickelt hat und wie es nun, nach dem Fall des Sozialistengesetzes, den Genossen ermöglicht sei, eine neue Organisation zn schaffen.— Von einer Tistussion ivurde 'Abstand genommen und gleich zum 3. Punkt der Tagesordnung: Wahl von Vertrauensinäniier» übergegangen. Die Wahl, durch Stimmzettel vollzogen, ergab folgendes Resultat: Genosse Zubeil erhielt>57, Blaser 187, David 98 Stimmen; mithin sind dieGenossen Zubeil und Blaser zn Vertrauensmännern für den Südost des 4. Wahlkreises gewählt.— Unter„Verschiedenes" ersucht Genosse Grundmann, die Versammlung möge den ihm von einer frühere» Versammlung gewordenen Auftrag: in Sachen des„Berliner Volksblatt" eine Versammlung einzuberufen, wieder zurücknehmen, da sich die Verhältnisse iui„Berliner Volksblatt" inzwischen ge- ändert hätten und die Berliner Parteigenossen nicht mehr allein darüber verfügen könnten; die Versammlung stimnit dem zu.— Genosse Zubeil will die Aersaininlungen insoweit einheillicher ge- regelt wissen, als nicht an einem Tage soviel öffentliche Ver- 'ammlungen stattfinden dürften, von denen dann keine gut beucht sei.' Genosse Kerstan erklärt, daß bereits Schritte gethan .eien, diesem Uebelstande abzuhelscn.— Genosse Ebert, Kellner, bittet die Versammelten, sie mögen die von Seiten der Gastwirths- gehilfen ergriffenenDtaßnahmen, den uiiorganisirten Kellnern gegen- über unterstützen. Genosse Bruns ist der Meinung, daß diese Sache erst der Berliner Streik-Kontrolkommission hätte zur Be- gutachtung vorgelegt werden müssen, ehe die Gasiivirthsgehilfen init ihrem'Appell an die Genossen herantreten. Nach kurzer Dis- kussion beschließt die Versammlung Uebergang zur Tagesordnung. Mit einem Hoch auf die inlernationale Sozialdemokratie, schließt der Vorsitzende die Versammlung. Arbeiterinnen Nersammlung. Tie Arbeiterinnen Berlins waren für den ß. d. Mts. nach dem Böhmischen Brauhause zu einer öffentlichen Versammlung eingeladen worden, um Stellung zu nehmen zu der am iß. d. M. in Berlin stattfindenden Gewerkschaftskonferenz und Delcgirte zu derselben zn wählen. Etwa 500 Personen hatten der Einladung Folge gegeben, doch befanden sich gerade die Arbeiterinnen in der großen Minderheit. In das Bureau wurden gewählt Frau S t ä g e m a n n, Fräulein K r ö b e r und die Einberuferin der Versammlung, Frau P o st. Fräulein Bader als Referentin bezeichnete als eine der wichtigsten Errungenschaften des Parteitages in Halle die Gleichstellung der Arbeiterin mit dem Arbeiters der Frau mit dem Manne, die An- erkennung derjenigen Frauen und Mädchen, die sich zur Sozialdemokratie bekennen, als vollberechtigte Genossinnen. Gleich wie die sozialdemokratische Partei die einzige politische Partei sei, welche die Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern in jeder Beziehung erstrebe, so seien auch die Frauen der arbeitende» Bevölkerung'die einzigen, welche Gleichberechtigung fordern. Die Arbeiterinnen seien zwar in Bezug auf Organisation noch hinter den Arbeitern zurück, doch sei der Grund hierfür in der wirthschaftlichen Entivicklung zu suchen. Die Frau war bis- her in das Haus gebannt. Erst durch die maschinelle Entwicklung sei die Frau dem Hause entrückt worden und— so sehr sie sich auch dagegen sträube— gezwungen, außer dem Hause, in der Industrie zc. ihr tägliches Brot zu verdienen. Damit sei aber die Frau nur aus einem Joche in das andere gekommen, aus dem häuslichen in das kapitalistische. Die Frau habe ein gleiches Interesse, wie der Mann, am öffentlichen Leben theilzunehmen, wenn ihr auch noch viele Rechte, vor allen» das Wahlrecht, vorenthalten seien. Die Frau müsse Steuern zahlen, wie der Mann, sie sei den Männern in strafrechtlicher Beziehung und auch in der Arbeit gleichgestellt, nur nicht in politischer Hinsicht. Nicht einmal zum Gewervegericht sei der Frau die Wählbarkeit zuer- kannt. Sie sei klug genug zum Arbeiten, Steuern zn zahlen, die Gesetze zu halten, nur nicht über ihre eigenen Verhältnisse zu nr- theilen! Die Arbeiterinnen haben die gleiche Pflicht mit dem Arbeiter» sich um die Organisation der sozialdemokratischen Partei zu küniinern und deren'Ausbau fördern zu helfen. Nachdem das. Sozialistengesetz seines natürlichen Todes gestorben, können die Menschen nicht mehr in der Welt heruingehetzt werden; dies sei die einzige Errungenschaft; im Uebrigen würde das Vereinsgesetz schon seine Schuldigkeit thun. Die bis- herigen Arbeiter- Organisationen seien für die heutigen Verhältnisse nicht mehr ausreichend; die Arbeiter hätten ein- gesehen, daß sie sich anders organisiren müssen. Deshalb hätten die Hamburger Metallarbeiter einen Ausruf zur Veranstaltung eines Gewerkschaftskongresses ergehen lassen. ZurVorbesprechung solle nun am Iß. November in Berlin eine Geiverkschaftskonferenz stattfinde», und Referentin empfahl den Berliner Arbeiterinnen, sich ebenfalls durch Telegirtinnen vertreten zu lassen.(Großer Beifall.) Herr Eichhorn bedauerte das wenig zahlreiche Er- scheinen der Arbeiterinnen angesichts der Wichtigkeit der Sache, pflichtete der Referentin im Allgemeinen bei, trat ihr jedoch in deni Punkte entgegen, daß die Gleichberechtigung der Frau nicht als ein Fortschritt, sondern lediglich als eine Formulirung des ozialdcmokratischen Prinzips zu erachten sei. Von jeher sei die sozialvemokratische Partei eingetreten für gleiches Recht für Alle!(Zustimmung). Redner empfahl pur eine Dele- girte zu wählen. Herr Dick bezeichnete es als einen Fehler, daß diejenigen Arbeiterinnen, die mehr verdienen, sich auch besser dünken, als andere. Das müsse anders werden. Pflicht der besser Gestellten sei es, für die minder gut Gestellten einzutreten.(Bravo!) Gleichheit, Freiheit und Recht müsse die Losung sein.(Bravo!) Frau S ch u m in e führte den schwachen Besuch der Versammlung seitens der Arbeiterinnen auf den Um- stand zurück, daß lauge Zeit keine öffentlichen Arbeiterinnen- Versammlungen genehmigt worden seien. Die Arbeiterinnen müßten erst wieder an solche gewöhnt werden. Leider sei der Kastengeist und der Jndifferentismus unter den Arbeiterinnen noch groß. Sie belügen sich selber aus Scham darüber, daß sie 'o wenig verdienen!(Sehr richtig! Bravo!) Sie bat, die Titulatur„Damen" bei Seite zn lassen. Die Arbeiterinnen wollten nur Arbeiterinnen sein.(Zwischenrufe.) Bezüglich der Delegirtenwahl plädirte Rednerin für nur eine Vertteterin je eines Industriezweiges für ganz Deutschland und machte dem- entsprechende Vorschlüge. Herr Goldberg erachtete das Klagelied der Refcrentin für nicht berechtigt.(Lachen.) Die soziale Stellung der Frau sei unter den heutigen Verhältnissen günstiger als die des Mannes, indem die Frau bedürsnißloser ci.(Oho! Lachen. Unruhe.) Der Mann sei der Frau gegenüber in jeder Beziehung im Nachtheil. Die Frau als Märtyrerin hinziistellen, sei nicht richtig. Berkehrt sei es, zu verlangen, daß der Frau Rechte eingeräumt iverden sollen, zn denen sie nicht qnalifizirt sei.(Oho.» Die Politik sei feache des Mannes. (Gelächter.) Er möchte sehen, wie ein Parlament von Frauen aussehen würde.(Schluß! Unruhe.) Wenn gleiche Rechte, dann müßte die Frau auch gleiche Pflichten übernehmen.(Haben sie ja!) Die Frau ist dazu da, im Hause zu wirken.(Schluß! Unruhe! Unterbrechung.) Die Zurechtweisung des Herrn Gold- berg geschah seitens der R e f e r e n t i n, des Fräulein W a b n i tz, der Frau W e n g e l L und anderen in gebührender Weise. Herrn G o l d b e r g wurde empsohlen, auf das„Berliner Volksblatt" zu abonniren.(Goldberg: Bin Abonnent! Gelächter.) Frau G ii b e l a ivünscht, daß Berlin für sich Delegirte wähle und zwar jede Branche. Berlin sei groß genug. Herr Greifen- berg macht darauf aufmerksam, daß die Gewerkschafts- konscrenz die Frage erörtern soll, ivie die Arbeiterinnen sich am zweck- mäßigsten organiiiren sollen, ob lokal oder zentral? Da noch große Unklarheit herrsche über die Tragweite der Orgamsationsiveisen, so ivurde nach längerer Debatte beschlossen, in der nächsten Woche noch eine öffentliche Vecsammlung stattfinden zu lassen, in welcher ein tüchtiger Referent über die Bedeutung der lokalen und zentralen Organisation sprechen soll. In dieser Versammlung sollen auch die Delegirten gewählt iverden, und es wurde demzufolge empfohlen, recht rege für dieselbe zu agitiren. Es nahm nochmals Herr Goldberg das Wort und gab damit zn einer längeren Debatte nochinals Veranlassung. Herr Goldberg ivar schließlich spurlos verschwunden. Die Versammelten trennten sich endlich mit einem dreifachen Hoch aus die internattonale Sozialdemokratie. Die Kunst als Mittel zur Lösung der sozialen Frage,— der Vorschlag ist nicht neu, aber in der„Bekämpfung der Sozialdemokratie mit geistigen Waffen" bildet er jetzt die neueste Entwicklungsstufe. Iui„Männerbund zur Bekämpfimg der öffentlichen Unsittlichkeit", ivelcher wieder an der Arbeit ist und am Donnerstag Abend seine erste Versammlung in diesem Winter abgehalten hat, sprach Superintendant Döblin von der Elisabethkirche über„Kunst und Sittlichkeit." Er verlangte, daß die Kunst mitarbeite an den großen Fragen unserer Zeit. Mit dem staubgeborenen, staub- leckenden Materialismus, der nur das Haben und das Genießen kenne, solle sie aufräumen. Die Künstler seien in erster Linie be- rufen, das gesunkene Volk wieder zu heben, es aus der Ver- sumpsung heraus zum Großen, Edlen, Erhabenen zu führen. Aber im sozialvemokratischen Staate werde es keine Künstler geben, sondern nur Arbeiter. In merk- ivürdigem Gegensatze hierzu erklärte der Herr Super- intendent ferner, daß es ein Jrrthum sei, zn meinen, daß das Kunstverständniß beim Volke abgeftilinpft sei. Trotzdem das Volk die Stätten der Knust ineide, sei in ihm ein Verlangen nach Freude und Erquickung, und dieses Verlangen sei auch etwas Berechtigtes an der sozialdemokratischen Bewegung. Dem Volke sei großes Unrecht geschehen, indem man es zu einer bloßen Maschine habe erniedrigen wollen. Dagegen habe sich der gesunde Sinn des Volkes gesträubt. Zum Schluß gab sich der Redner dann wieder der Hoffnung hin, daß die unsinnige und unsittliche Mache, die in der Tiefe ihr Wesen treibe, doch nicht siegen werde.— Ter„Männerbund" wird mit seinen Bemühungen zur Lösung der sozialen Frage, die bei diesen Herren gleich- bedeutend mit Unterdrückung der Sozialdemokratie ist, kein Glück haben. Er soll es überhaupt unterlassen, in sozialer Frage zu machen und sich lieber darauf beschränken, der herrschenden Klasse Moral zu predigen und die Prostitution zu bekämpfen. Freilich wird auch dieses Bestreben nicht von Erfolg gekrönt sein. Tie Prostitutionssrage kann überhaupt nicht für sich allein gelöst werden, ebenso wenig wie all die anderen„Fragen". Wer diese Einzelfragen zu lösen versucht, der will die Symptome der Krankheit des Gesellschaftskörpers unterdrücken, anstatt das Nebel an der Wurzel anzugreifen. Alle diese Einzelfragen werden in der einen großen allgemeinen Frage, der sozialen Frage, ihre Lösung finden, aber nicht durch den„Männerbund" und auch nicht durch die Kunst, sondern allein durch die Sozialdemokratie. Die Freie Kereinigung der Kaufleute hatte am G. d., ihre Mitgliederversammlung, in welcher Stadtv. Vogthcrr über: „Christlichen und vorchristlichen Geisterglauben" sprach. Der Referent, der einer Reichsgerichts-Verhandlung wegen genöthigt war, noch am selben Abend nach Leipzig zu reisen, führte in seinem Vortrag einleitend aus, daß jede Religion Autoritäts- glaube sei und dieser Autoritätsglaube von gewissen Kasten ge- pflegt und mit einem Sagenkreis umwoben werde, um als Mittel 'zur Herrschaft zu diene». Ter verderbliche Einfluß dieser Herr- schaft sei zu augenfällig, als daß es nicht Pflicht jedes auf- geklärten Charakters sei, hiergegen energisch Front zu machen. Der Vortrag wurde hierauf wegen der Behinderung des Re- serenten vorgelesen und fand beifällige Aufnahme. Bei der Be- .rathung der Vcreinsangclegenheiten wurde beschlossen, mit der Einkassirung der Mitglieder- Beiträge einen Kaffenboten zu beauftragen, welcher alle zwei Monate die Beiträge bei den Mitgliedern erhebt. Die Bibliothek des Vereins wurde zur regen Benutzung empfohlen und beschlossen, für das Entleihen eines Buches für die ersten 14 Tage 5 Pf., und dann für jede iveiteren 8 Tage ü 5 Pf. Leihgeld anzusetzen. Ferner wurde be- schloffen, das„Verl. Nolksbl." und die„Berliner Volkstribüne" in vierteljährlichen Bänden eingebunden der Bibliothek ein- zuverleiben. Unter Verschiedenem machte Herr Hintze auf den Streik der Töpfer, der Perlmutterarbciter und der Tabakarbeiter aufmerksam, zum Theil Kämpfe, die den Betreffenden wegen ihrer Organisation aufgedrängt worden. Es wird beschlossen, die Töpfer, wenn noch nöthig, jedenfalls aber die Tabakarbeiter finanziell nach Kräften zu unterstützen. Herr Miecker be- antragte, zur Erlangung eines möglichst erschöpfenden Materials bezüglich der in den hiesigen Geschäften geltenden Kündigungsfristen eine Enquete unter den Mitgliedern zu ver- anstalten, wobei diese alle ihnen bekannten Verhältnisse zu be- rücksichtigen und besonders die Zahl der mit den verschiedenen Kündigungsfristen beschäftigten Handlungsgehilfen anzugeben hätten, was umgehend auszuführen beschlossen wurde. Nach Be- antwortung einiger Fragen wurde darauf die Versammlung mit einem Hoch auf die unbesiegbare Sozialdemokratie geschlossen. Der Fachuerein der Steiumeffen Berlins hielt eine gut besuchte Generalversammlung ab. Die Abrechnung vom Stiftungsfest konnte noch nicht erledigt werden, da die Gelder für ausgegebene Karten nicht vollständig eingelaufen und inzwischen auch viele Kollegen, die Karten ge- nommen, aber noch nicht bezahlt haben, abgereist find. So wurde diese Angelegenheit bis zur nächsten Versammlung vertagt. Die Neuwahl des Vorstandes findet laut Statut alljährlich statt. Es wurde nun von verschiedenen Seiten der Wunsch geäußert, unser bisheriger Vorsitzende, H. Vieregg, möchte doch die Wahl wieder annehmen. Derselbe erklärte, da" er jetzt schon über 2 Jahre das Amt verwaltet habe, so bittet er die Versammlung, eine Neuwahl zu treffen. Schließlich aber übernahm er und der Kassirer F. Vörkauf auf einstimmigen Wunsch der Kollegen die Leitung noch auf so lange, bis sich die Arbeitsverhältnisse bester gestalten und den Kollegen es dann nicht schwer fällt, eine Neuwahl zu treffen. Im Verschiedenen wurde nochmals dringend erwähnt, die Lohn- karten, welche von dem Fachverein gratis verabfolgt iverden, und in jeder Versammlung zu haben sind, schleunigst auszufüllen, um so eine genaue Statistik zu erlangen. Unser Gesangverein, welcher eine rege Thätigkeit entwickelt, sei auch zu unterstützen, sei es, um an den Uebungen, welche jeden Mittwoch bei Herrn Müller, Johannisstraße, stattfinden, theilzunehmen; oder um passives Mit- glied desselben zu werden. Ein Kommers, veranstaltet vom Ge- sangverein, findet am 29. d. M. ebenfalls in der Johannisstraße statt, wozu ein jeder Steinmetz willkommen ist. Zum Schluß wurde noch erwähnt, daß jeder Kollege zur Vervollständigung des neuen Tarifes ferne Wünsche äußern, resp. seine Beschwerden rechtzeitig einreichen soll. In der Versammlung des Fachvereins der Tischler, Bezirk Südost, sprach Herr Dr. Lütgenau über:„Das eherne Lohngesetz." Der interessante Vortrag wurde von der Versamm- lung mit großem Beifall aufgenommen und beschloffen, von einer Diskussion abzusehen. Zum dritten Punkt referirte Kollege Ahrens über die Zustände in der Möbelfabrik von I. C. Pfaff. Der Redner führte ungefähr Folgendes aus: Daß die Zustände nicht die besten sein könnten, könne man schon daraus ersehen, daß man ihn(Redner) heute, plötzlich und nicht gerade aus die feinste Weife entlassen habe. Enthüllungen über die Fabrik scheine man sehr zu scheuen. Herr Kommerzienrath Pfaff sei seinen Arbeitern wenig oder garnicht zugänglich. Dafür sei ein Heer von Beamten in Thätigkeit, welches ungefähr aus folgenden Personen besteht: Technischer Leiter, Obermeister, scjjeiiar.nte Saalmeister, Arbeits- kontroleur u. s. w. Bei den ersten Arbeiten wäre eS Regel, daß sehr wenig verdient würde. Es müsse ein Schriftstück unter- schrieben werden, wonach erst beim vierten Akkord Anspruch auf eine Abschlagszahlung von 18 M. zu erheben wäre. Es sei vor- gekommen, daß Kollegen für 5 Arbeitstage volle 9 M. Kostgeld gezahlt seien, obgleich sie 4 M. täglich verdienten. Mit den Maschinenarbeitern hätte der tsckjnische Leiter ein Prozentsystem vereinbart, unter Garantie des Lohnes, den sie vorher verdienten. Die Leute verdienen jetzt viel weiniger. Die Eaalmeister ließen auf eigene Rechnung produziren und machten sich gegenseitig sogar Konkurrenz. Während der Eine für Paneele 22 M. verlangte, wollte der Andere süe für 17 Mark anfertigen lassen.— Daß die Arbeiter bei einem solchen System nicht die beste Zeit hätten, müsse jedem einleuchten. Nachdem die Ausführungen in der Diskussion von mehreren Red- nern bestätigt, gelangte folgende Resolution einstimmig zur An- nähme:„In Erwägung, daß die- Mißstände in der Fabrik von I. C. Pfaff unbestreitbar sind, beschließt die Versammlung kräftig für die Beseitigung derselben einzubceten und sich zu diesem Zwecke dem Fachverein der Tischler anzuschließen. Irr Allgemeine Arbeiterivmeil-Uereii» hielt am 4. No- vember eine gut besuchte Genercckversammlung ab. Tie erste Kassirerin, Frl. Langisch, erstattete den Kassenbericht. Sodann sprach die erste Vorsitzende über den Antrag, die Filialen ein- gehen zu lassen und nur da, wo eine Filiale sich befindet, eine Zahlstelle einzurichten. Es entspann sich eine längere Debatte. Folgende Damen wurden in den Vorstand gewählt: I.Vorsitzende Frau Fahrenwald, 2. Vorfitzende Frau Prochow. 1. Schrift- sührerin Frl. Schmidt, 2. Schriftführerin Frl. Eichner. 1. Kassirerin Frau Viereck, 2. Kassirorin Frl. Weißyof. Beisitzende Frl. Langisch, Frau Scherzer, Frau Weißhof. Revisoren Frau Gubela, Frau Hildebrandt und Frl. Groffert. Die Wahl eines Bergnügungs-Kamitees und einer Rechtsschutz-Kommission wurde der vorgeschrittenen Tageszeit halber bis zur nächsten Versammlung vertagt. In der Mikalirder-Versanckutkung de» Fachv�rein« der Twpezirer am 4. d. M. hielk Herr Pens einen Vortrag über �„sogenannte Zukunstskasernen". An der Diskussion be- theiligte sich ein Redner. Unter„Verschiedenem" wurde be- schloffen, die Fachschule mit dem 12. November bei Freigang, Schützenstr. 18/19, Abends Uhr(und zwar jeden Mittwoch) beginnen zu lassen. Es wurde ein Reglement ausgestellt und eine Kommission von 5 Mitgliedern gewählt, welche den Unter- richt zn überwachen hat. Dann wurde die Wahl eines Bibliothekars vorgenommen. Mit der Aufforderung, recht tüchtig für den Fachverein zn agitiren, schllH der Vorsitzende die Versammlung. Versammlung der Freien Uoreinigung der Gravenre «nd Ziseleure ani 3. November. Der Vorsitzende macht zunächst auf die am 17. November stattfindende außerordentliche General- Versammlung aufmerksam. Kollege Metzkow giebt den Bericht vom letzten Kränzchen: Ueberschuß 27 M. Hierauf hält Herr Dr. Kollwitz einen beifällig aufgenommnen Vortrag über Sozial- Hygiene.(Ueber de» Vortrag hat das„Berliner Volksblatt" bereits berichtet.) In der Diskussion spricht Kollege Kröbel.— An Stelle des auS dem Vorstände ausscheidenden ersten Vor- sitzenden Blühmke wird der zweite Vorsitzende Schimansky und an dessen Stelle Kollege Hallig gcivählt. Der Verband dev Möl-eipokirer Kerlin« und Umgegend hielt am Montag, den 3. Novcznber, eine außerordentliche Generalversammlung ab. Kollege Fühses, Memelerstraße 32, wurde mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewühlt. Zum ersten Kassirer wurde Kollege Wendt, Thärstraßc 54, wieder gewählt, ebenso der Kollege Schönicke, Dragoncrstraße 31. Im Amt blieben der 2. Vorsitzende, der 2. Kassirer und der 1. Schrift- sührer. Die Ergänzungswahl ergab folgendes Liesultal: Gewühlt wurden die Kollegen Nehrlich, Franke, Urban, Zander und Wolf. Ein Schreiben der Rahmenvergolder, welche um Unterstützung baten, wurde der Fachkommission überiviesen. Weiter beschwerte sich Kollege Wolf über das Verhalten der Firma Gebr. Ehrlich, Krautstraße. Er mußte am Freitag und Sonnabend einige Zeit aussetzen und der Lohn für die Zeit- sollte ihm abgezogen werden. Ebenso erging es dem Kollege» Lindner; letzterer trat aber energisch dagegen auf und erreichte dadurch seinen Zweck; Kollege Wolf dagegen nicht, obwohl er es an Energie nicht hatte;ehlen laffen. Kollege Urban theilte weiter mit, daß die bis dahin üblich gewesene 14tägige Kündigungsfrist ferner nicht niehr stattfinden werde und erklärt, dafür sorgen zn wollen, daß die dort arbeitenden Kollegen sich dem VerbandeZan- schließen. Die beiden Kollegen werden das Gewcrbcschiedsgericht in ihrer Sache in Anspruch nehmen. Ferner wurde noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Listeninhcrber, die ihre Listen bisher nicht abgeliefert haben, nochmals aufzufordern, sie auf jeden Fall abzuliefern, oder die Zeichner aufzufordern, die Nummer der Liste, auf welcher sie gezeichnet und den Namen dessen, der sie ihnen vorgelegt hat, unverzüglich dem Vorstand zu übermitteln, um so gegen die Säumigen energisch vorgehen zn können. In einer später folgenden Sitzung wurde die Konstituirung der Fachkommission vorgenommen und zwar in folgender Weise: Vorsitzender Balduin Franke, Blumenstr. 38, Hof l., 2 Tr.; Kassirer Adolf Frohmann, Frankfurter Allee 110; Schriftführer Franz Wolf, Frnchtstraße 33—34; zu Bei- trags- Sammlern für den Generalfonds: Zahlstelle A. Karl Kurth, Schönhauser Allee 21; Zahlstelle B. Gustav Urban, Ostbahn 10; Zahlstelle C. Friy Lindemann, Manieufselstr. 93a. Kontrolkommission: Paul John, Albert- straße 96; Karl Nehrlich, Rheinsbergerstr. 39; Hermann Zander, Admiralsir. 33 und Kühnike, Sandstr. 14. Nächste Serbfl»� Versammlung Montag, den 17. November, Abends 8 Uhr, Bolzmann.. Möbrlpoiiret'. Am Sonnabend, den 1. November, j®' unter Vorsitz des Kollegen Weber eine öffentliche VersaniinlW der Möbelpolirer mit Damen statt. Herr Türk hielt seinen� trag über Frauenbefreiung zur Zufriedenheit der zahlreich suchten Versammlung. Von einer Debatte wurde Abstand r nommen. Es folgte dann der gemüthliche Theil, den die KoW mit ihren Frauen bei Gesang und Tanz bis in die st»� Morgenstunde zusammenhielt. Es wurde vielfach der SW« ausgesprochen, derartige Abende öfter zn arrangiren, und das auch in nächster Zeit geschehe»., Der gejelligr Verein Hoffnung feierte am I. Noveni» fem viertes Stiftungsfest im Böhmischen Brauhause unter zahlreicher Betheiligung. Die Feier bestand in Gesangsvorttag->" komischen Szenen:c.. nachher Tanz. Die Festansprache hielt Dr. Lütgenau. Derselbe zählte die Verfolgungen des Vereins«w die Bestrafungen, die seine Mitglieder unter dem Sozialistengest» erlitten haben, ans. Ter Name Hoffnung für einen Proleiarn• verein habe ihn immer besonders angemuthet. Das Proletan« habe noch die„göttlichen" Tugenden: Glaube und Hoffnung a i seinen Sieg, und Liebe, d. h. das Gefühl der Solidarität. sich in der sozialistischen, klassenlosen Gesellschaft aus der darität der Arbeiterklasse zur Solidarität der ganzen"st»!«' liehen Gattung erweitern wird. Das Fest dauerte bis 3" frühen Morgen. Köpenick. Am Sonntag fand unter Vorsitz des Geiwi!* Ungering eine öffentliche Kominunalwähler- Versammlung beW Stellungnahme zur Stadtverordnetenwahl statt, wozu Pz,* Berlin das einleitende Referat übernommen hatte. 3,9. lehnung an den Beschluß des Parteitages betr. die Betheckg an Kominunalwahlen bespricht Redner die Bedeutung für die Partei, die hauptsächlich eine agitatorische sei.�a bei. Dreiklassen-Wahlsystem ein wesentlicher Einfluß auf die fiaRtsts Angelegenheiten selbstverständlich ausgeschlossen sei. fordert die Versammlung auf, unter keinem Unfftänden für, Komproniiß-Kandidatcn zu stimmen. In der folgenden Dieiup � giebt Genosse Rautmann der Meinung Ausdruck, oap � trotz der weiteren Einschränkung des Wahlrechts, das nur jenigen ausüben können, welche 18 M. Bürgerrechtsgeld gstä 1 haben, bei der hohen Zahl der sozialdemokratischen Stimmen � wohl möglich sei, die Kandidaten der Arbeiterpartei � zubringen und kritisirt dann noch einige städtische Ernrichm» x Als 5tandidaten wurden in Vorschlag gebracht: 1. tBoow R. Winser, Grünanerstraße, 2. Zigarrenhändler Hoffmann, straße 34; ersterer für 6, letzterer für 4 Jahre. Nachdem i zur Annahme der Kandidatur bereit und gleichfalls erklärt 1.„ voll und ganz saus dem Boden der sozialdemokratischen Pm stehen, nahm die Versammlung diese Vorschläge an. � Äerichtigung. Herr Karl Liebe, Luckenwalde, theilt»n einem längeren Schreiben mit, daß seiner Meinungnach m Bericht über die Volksversammlung, die am 30. v. M. in v walde stattgesunden hat, Jrrthümer vorhanden sind. Z", im, habe der Referent Wille die Versammlung nur deshalb mri' � weil er den 10 Uhr 30 Minuten-Zug benutzen wollte. H>° sei Unruhe in die Versammlung gekommen und sie habe> i oeffen auf 10 Minuten vertagt werden müssen. Nickst' � (Liebe's) Ausführungen hätten Lärm hervorgerufen, sonve.� Rede Tabert's. Er(Liebe) gebe zu, die im Bericht eri � Aeußcrung über den Kongreß zu Halle gemacht zu haben, � durch die Vorkommnisse bei der Wahl der Delegirten für de � hierzu veranlaßt worden. Dagegen bestreite er auf das- schievenste, das Wort„Radikalismus" oder„Anarchismus nur ausgesprochen zu haben.*. s rt Ht- Wir können demgegenüber nur konstatiren, daß wir ve � richt überhaupt nicht veröffentlicht hätten, wenn er uns ii>ck> sehr zuverlässiger Seite zugegangen wäre. D. R.)— pcvtiu ht»urijiniac». Sonntag, den». November er., »ur Besichtigung der i-chnischen Anlage de» Böhmische» Brauhauses,, berger Allee, Bormtltags 10 Uhr. Sammelpunkt daselbst Im Nestanrosi�*0 In der I>ui<>a»lstischri!«Seiueindr, Kommandanlensrrate gl»'/ Montag, den w. November, AbendS S Uhr, Herr Pen» einen Sc«™*' Tie französische BölkSschule. Hieraus Fragebeanlivvrtung und tveip Gäste willkommen. Prrgniignngovrreiu Äceono. Montag, Abends S Uhr, ve> Mclchiorstr. 15, Sitzung mit Damen. Nachher Tanz. Gaste wtllkv «rtokrankeiikasse d»r Ktruinpsniiriirr. Mvnlag, den IJ.- w.- Abends 8 Uhr, ordentliche Generalversainmlung in Feindl's salvn, slraste Ii.. fachverein der Schlosser Leriins und zt«nge»e»d.©"6« lung am Montag, den 10. November, Abends«r Uhr. bei Feuerst«} Jalvbftrab« 76. Tagesordnung: i. Vortrag de« Herrn Dr. Lutgeilau. russton. 3. Abrechnung vorn Sornmervcrgnügen.«. Ausnahme neu � glieder und Entrichtung von Beiträge. 6. Anträge, c. Verschieb« Fragekasten.„|t# Alle Kart,»er-, Friseur-»nd perrüistenmacher-tSehiisen,>>>« Absndknüpsschule Iheilzunehine» wünsche», werden ersucht, Wjf_« Adressen behufs Eiureichuug eines Gesuchs an den Jnnungsvorsia zahlreich an den Kollegen A. Pleuse, Louisenstr. 60, zu senden. Nliiiter und Mnlstrnarlieiier Berlins. Grost« Versamm Dienstag, de» n. November, Abend»« Uhr, bei Rehli,, Bergsir.!»• ver Vevakkiott» M. E. Bei der hiesigen Gewerbedeputatton können uciflen, wenn Sie in Berlin in Arbeit standen. Wo dle f Wohnung des Meisters sich befindet, ist dafür unerhebUch- � . lyv. Wir können Ihnen kein Mittel empsehlen--hal welche» Sie den gewünschten Zweck erreichen, ohne stch' zu machen. � Schreiben Sie an das auswärtig� � nomme Qt gewesen ist, wird nicht zur Expedtttoü öbel-, Spiegel-«. Polsterwaaren-Magazin«.« Aug. Herold S©- Z. Reichenbergerstraße 3. SO. Großartige Auswahl.| Kl. Vereinszimmer ist zu vergeben bei »1S.Keruwuerstr.1tj.> Doerfer, Splittgerbergaffe Nr. 1.[201 Meise BsWMsz verbunden mit Vapier-, Schreib-, Galanterie- und Spirlwaareu nebst reichhaltigem Cigavren-Fager halte den Genossen und Freunden bestens empfohlen. Lieferung sämmtlicher Wissenschaft- lichen, politischen 1524 ÄAGF" Kroschure» und K sicher, sowie ganzer Vrreiuobibliothrkr» zn den beliebigsten Preisen. Wilhelm Schweitzer, Rixdorf, Prinz Handjeristraße 37, Ecke der Hermannstraße. Roy-Tabak Größte Auswahl, billigste Preise. 831 G.ElkWsen, WLnzstr. 10. Billigste Quölle für deutsche un? eiserne Bettstß% Fabrik mit Dampfbet Jll. Preis-Kour. gratis u. franko.|j, SclSS, Roh-Tabake. Grösste Auswahl, hilligste Preise von sämmtl. im Handel befindlichen Tabaken 1531a Heine. Frank, Brunnenstr. 141-142. Winter• Ueherzieher, Hosen, Uhren, Röcke sind billig zn vert. G. Psandleiher, Ctalitzerstr. La.[1209 Elslmmrlli, ßliiis- iiiid fiijm".; E. Vogtherr,»"JV Den Genossen empfehte ÄX&r 189 WieurrstraY�. [ zwischen Kanonie'". ffiauerstrasse Psr' Central Keihhaus-Ansverbauf, 72, Jägerstr. 72 i1 an nnft r u k an- i n für Gelegenheitskäufe, einzig in seiner Art in Berlin � 15, 30-40. Alles für die Hälfte des Werthes. Oie Sozialdemokratischer Wahlverein för den 2. Berliner Reichstags-Wahlkreis. DienSag, den 11. Aovemlier, Abends S1/« Uhr, »» der Hockbrauerei a m Tempelhofer Herg: w. Oene�ai® IFersamitilustg. Tages-Ordnung: • 1. Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Vortrag. 4. Dis- ,„"'on' 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste, welche Mitglieder werden haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht JZ Oer Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 5. Berliner Reichstags- Wahlkreises. W* Große Versammlung �MZ Montag, den 10. November 1890, den 10. November 1890, Abends 8 Uhr, in BÄtzow's Brauerei am Prenzlauer Thor. „. Tagesordnung 1. Liberalismus und Sozialdemokratie. Referent Curt 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Pflicht aller «ahler ist, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Außerordentliche Versammlung to Hsimcher-KtallkeMe zu Berliu lEiug. Kilftk. Nr. ß?.> am Montag, den 10. November, Abends SVe Uhr, "n Lokale des Herrn Feindt, Wein» Strasse Ho. II. Tagesordnung wird dort bekannt gemacht. �. Im Interesse der Sache ersucht dringend um zahlreiches und pünktliches erscheinen 267 Der Einberufer: C. Klau. Allgem. Metallarbeiter-Verein Berlins und Umgegend. Am Dienstag, den 11. November 1890, Abends SV« Uhr, 1« der Ujo rddeutschrn Krauerei, Chausseestrahe 58; Grosse ¥e�savnm8ung. Tages-Ordnung: s«r c eherne Lohngesetz. Referent Dr. Franz Llltgenau. 2. Diskussion. •• aufnähme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragen. 273 ___ Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Faehveroin der Tischler Wu). Am 10. November, Abends 8 Uhr, b" Köhmlscheu Kranhanse, Landsberger Allee 11—13,(großer Saal): Große KersammUmg. f., Tages-Ordnung: I. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Welches sind die Ur- it.?. V0" mangelhaft besuchten Versammlungen V 4. Verschiedenes und vragdaften. Aufnahme neuer Mitglieder. z», Zu dieser Versammlung sind die Kollegen der Werkstatt von Hübner, Ammenstraße 33, ganz besonders eingeladen. Der KevoUmächtiate. Oeffentliche VersaBtimiung für Männer und Frauen In e"m Dienstag, den 11. Dovember, Abends 8Va Uhr, Feuerstein s Salon, Alte Jlakobstrasse No. 79. Tages-Ordnung: (v. Medizinischer Vortrag. 2. Wie versichert sich der Arbeiter mit seiner «aiiulie bei Krankheitsfällen? 3. Diskussion. Tellersammluna findet nicht statt. jg Es ladet zu dieser Versammlung ein _ Oer Einberufer._ . Große öffentliche Versammlung ifer für iüäoraer und Frauen% Wilmersdorfs und Umgegend am Dienstag, den II. November ds. Js., Abends 8 Uhr, im Viktoria-Garten Wilhelmsaue. ij.j Tagesordnung: I. Wie stellen wir uns zum Austritt aus der Landes- llko Referent cand. phil. Pilus. 2. Diskussion. ___ Der Einberufer. WrWtnlt»' Ni> Attk-MHWMse In daiWe« »«Arn(L ö. Nr.ZS«S«rz) 1« MI. Bttmliz. Win. 3. Ber- R-rsammInng_ , 6*a3i den II. November, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstrasse 75. ,a Tages-Ordnung: fchiebin�s pro 3. Quartal 1890. 2. Revisoren-Ersatzwahl. 259 Bm zahlreiches Erscheinen der Zimmerer ersucht —_______ Per Verstand. Abrechnung st,, uvr Lohnkommission der Drecoaier *''* Kammluug für die H a m b urger Aus g e sp errten. Aus»!-, Einnahme. 1 Ausgabe. T*en nflOAAnan 1 AnntBufo aeinnbt 1930,00 97t. gezeichnet 2630,02 M. Bilanz. 2630,02 M. 2590,29„ Bestand eingegangen 39,73 M. 19.55„ täglich des Ueberschu'sfts 59,23 M. �Sesandt worden 58eröebo� $. SU« Uevisore«. <ä,«'*14«»."' ».»osch-el. »«.r- Stockarbeiter. Win, im Novemb --■•-�gabes Nach Hamburg gesandt 1930,00 M. " lreJA•» 200,00„ „ KirchhalN„ 130,00„ , Greiffenhagen gesandt 100,00„ „ Bergedorf gesandt 75,00„ Ans Volksblatt abgeliefert 79,75„ A» Druck für Liften mit Quittung Koll. Legien-Hamburg für Ünkosten Annonzen Portis Fahrgeld für ein im Norden wohnendes Konimissionsmitglied sonstigen Unkosten Schreibutensilien 20,00 20,00 13,20 7,99 3.25 10,50 0,60 � 1 1» Berginannstr. 97; Pietsch, Weinstr. 2. Achtung! IW" Achtung! Am 29. November findet vom Verein zur Wahrung der Interessen der Klavier- Arbeiter und verw. Berufsgenossen im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuser-Straße Nr. 4a, der diesjährige Kommers statt.— Billets ä 50 Pf. sind zu haben im Restaurant Winzer straße 78, wie bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern. 163 I. 31.: Kröhn. Naunyn- ..............__ sämmtlichei�anllclzbearbeitungs-laschinen beschäftigten Arbeiter am Sonntag, den 9. November, Vorm. 10 Uhr, in Säger» Lokal, Grüner Weg 29. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen wir uns zu dem Streik in der Werkstatt von Fritz Kroschel, Küstriner Platz 9? 2. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreiches und pünktliches""'------ ------> 205 ......... Erscheinen ersucht Dir Merkstatt-Kontrotkommisstott. Ach Hentlilhe BersammlUg der Zinkgiesser und Stürzer Berlins und Umgegend am Montag, den 10. November. Abends 8 Uhr, in Schröder'» Salon, Manteuffelstraße 9. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Zinkgießer und Stürzcr Berlins Änd Umgegend zur Gründung eineS Vereins? Ref.: Emil Tastig aus Elberfeld. 2. Diskussion. 3. Wahl des prov. Vorstandes. 4. Verschiedenes. 5. Fragekaften. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Gießers, in dieser Versammlung zu er- scheine». 216 Der Einbernfer. Gegründet 1*75. Gegründet 1875. iL Pergandd's Färberei, Druckerei, chemische Wasch-Austalt «AKT» Uebeezieher. Röcke im ganzen oder getrennt. Möbelstoffe jeder Art, k Kilo 2 M., Bettdecken ä Paar 2,50 M. Herren-Anzug, gereinigt und gebügelt 2,50 M.. ungebügelt 1,25 M.— Abholung und Zustellung kostenfrei. 242 Heizapparat D. R. P. 39427 Bester Schutz gegen kalte Räume, lieber 10 000 Stück im Gebrauch. Preis 4,50 M. Zu haben in allen Eiseiuvaaren-, Haus- u. t Küchengeräthe-Handl., sowie in d. Fabrik D. Kilinski, Alcrandrrstr. 26, gof link» park. f Die seit 1877 bestehende, weltbekannte Uhrenfabrik ftSax 157 Invalidenstr. 157, ÄÄ. verkauft jetzt sämmtlichs Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwaarcn zu fabelhaft billigen Preisen. Specialität �Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsacben werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. 522 ! Salb» yrtife! 1 WrWlM. Nur Ueberzeugung macht wahr, daß der Klcidrr-Zlalchn die Hälfte billiger verschleudert, wie irgend eine Konkurrenz. BW 25 000 entzückende Winter- Paletot», im Massen-Ausverkauf nur 10, 15, 20, 26, 30 M. Prima. Ufav 20000 Jaquet- oder Dock- Anzüge, von 10 bis 80 M. ff. MU-OOdOKnabeii-Paletots u. Kuaben-Auzüge v. 2—17 Jahr., jetzt halb umsonst. ßW?" Schlafröcke und Kosen spottbillig. Kleider-Wslha genannt: Der billige Mani». Wohnhaft wie bisher nur allein: 32 Rösellthalerstrche 32. Eike Sophienstr., Gckladen. Man achte aenau auf 32 u. Eckladen. ZlZphss,Matrtztll, Mpcfleii, auch Theilzahlung, 724 bei_0. Schmidt,(krtcnjtr. 65. Achtung I Kein Laden. Rur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanischer Tabake. Rivpentabak 2 Pfd. 60 Pfg. 234 a f--,-..-11.— rlr' F. Dinstage, Kottbuserstraße 4, Hof pari. SHöbel-, Spiegel- uisd PolsterwaareM- Fabrik von R. Jhioff, Linienstr. 201, am Rosenthaler Thor. 989 J&vh&isier! Filz- und Seide»« hüte ni. Arbeiter- Kontrolinarke empfiehlt[837 Franz Haupt, Hutmacher, Gr. Frankfurterstr.(alte Nr. 140, neue Sir. 145) zw. Frucht- u. Alemelerstr. Kranzbinderei und Blumenhandlung J, Speyer-, in der Ecke oei der Manteuffelstraße, liefert Guirlanden Meter von 15 Pr Doppelbügel-Lorbeerkränze von 50 P an. Hyacintenzwiedeln von 20 Pf. an. Topfpflanzen wie Bouquets:c. gut und billig. 1891, Fornsproolier. Amt IX. 9482. Allen Freunden und Genoffen empfehle mein Cigarren», Cigareiten-, Pfeifen-, Cigareitenspitzcn- und Tabak-Geschäft. 1567 W. Lindemanu, Seimstr. S4. Allen Freunden u. Genossen empfehle ich mein 1555 Tchch- W Mesel-Lager. C. Klein, Buchholzerstr. 4. Jede Uhr zu reparireu und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens ni»v 1 M. 50 Pf.(außer- Bruch), kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer und gebrauchter Uhren. Verkauf zu erstaunlich billigen Preisen. 52 £. Rothert& Stolz, Uhrmacher. Andreas stv. 68, Chausseestr. 78, Alte Schönhau�rpk:. 26. WWM 8. Heine Ghausseesü'. 14. Tie schönsten KiOttkleikr nidi-Zsckell für Mädchen jeden Alters, sowie Mörßeül'öike, üllterröikt, Triksttilillen ö. Uochg, auch im Einzelverkauf sehr billig! Maaßbestelluugen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Normal-Unterkleider und Triko- tagen für Herren, Damen und Kinder. Strümpfe, Socken, Handschuhe 2C. S. Heine, Betten u. Bettfedern. AUerbiUigste Kemgsqurlle 1 W AUergröstte» Lager!-#g in dem ältesten Geschäft Berlins G. H. Schäker, UenePromeirade, Sahnhof „Sörsr", im Stadtbahnbogen, früher Spandau. erdrücke 2 (jetzt dort nur noch Engros- Lager). Gegründet 1826. Bei Besicht, ni. Lagers stehe gerne zu Diensten, auch wenn nichts gekaust wird. Prob. vors, nach Ausserhalb raös. Bei Kassakäufen gewähre 4%. Zei Brautbetten eine nützliche Zugabe im Werthe von 4 M. BW Auch auf Theilzahlung! A Mfa fir 6 1.» W in derselben Qual., d: m. Konkurrenz als Betten(?) für 7 Mark verkaust. Federn für 10 Pfennig in derselben Qual., die m. Konkurrenz mit 15 Pfg. als Bettsedern verkaust. Reelle Beden ä Stand zu 12, 15, 18, 20, 25 M. u. s.>v. bis zu den feinsten Herrschaftsbctien. Federn zn 50, 60, 75, 100, 125, 160 Pf. bis zu den feinsten Federn und Daunen. Niemand kann billiger verkaufen als! ich. Mein Bezug ist direkt von Auf- käufern in Böhme», Ungar», Galizien, Rußland, China; daher der Einzige in Berlin, der den Konsumenten durch Bezug von Grossisteu die Federn nicht vertheuert. Ich führe die Federn direkt von Auskäufern in den Provinzen meinen Kunden zu. Die ilteinigung geschieht in meiner eigenen Fabrik für Bettsederreinignng m. Dampfbetrieb. Jedem meiner Kunden ist gestattet, den Betrieb der Fabrik in Augenschein zu nehmen. Aserkennungaschroiben ans allen Gegenden Europas I 688 1 H. Stramm's 183. Kitterstoatz- ISS. Großes Fremdenlogis. Herberge und Arbeits- Nachweis der Vereine der Klempner, Glaser und Korbmacher. Rrichhaitiger Frühstück-, Mittag- „nd Avendtifch ä la carte zn soliden Preisen. 51 Ausschank von vorzüglich. Weiss- und Bairisch-Bier. Allen Freunden und Genossen die ergebene Anz�e, daß ich Schötthanfrr ein 235 Allee Ur< Restanrant mit Saal, welcher sich zn Versaminlungen(für ca. 400 Personen) eignet, eröffnet habe. Vereinszimmer ste» zur Verfügung. R. Nürnberg, Schönhauser Allee 28. Allen Freunden it. Genossen empfehle mein WiW'MüL 1 Saal zu Versanimlungen und 2 Vereinszimmer stehen zur Verfügung. Hermann Wutike, Friedrlchsborgovstr. 24 pt. 1528. Empfehle allen Freunden und Be- kannten mein Welse- und Bairlsch-Bicr-Lokal, verbunden mit Frühstücks-, Mittags- und Ahendtisoh. Auch ist ein Vereins- zinuner zu vergeben. 1663 Fr. Fröhlich, Uannyn straffe 43. Genossen n. Freunden empfehle mein Weiss- u.Bair.-Bierlokal Die neueste Kegelbahn dar Veit. Jeden Donnerstag: U»>- Redakteur: Cnrt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Ma« Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2 Kiilserwilgen.KdÄA�