Hr. S«A. Keustag, den 11. November 1890. 7. IchW. berliner Vslksblall. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. ftf,.. Das„Berliner Volksblatt" imVeP täglich Morgens oubcc nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei x H/>uS vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. 66-Numiner mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnemcnt 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzcitnngSpreiSlistc für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn _ L Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertiousgebühr beträgt für die Sgcspaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beulhitrabe 3, sowie von allen Annonccn-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3— 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -*■-» Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.,- Vedaktion: VeuthfirAße S.— Expedition: Vruthfjkrsttzo 3. WliMÄvisiHes. g. Der Militarismus heischt vom Volke eine riesenhafte o � und Blutsteuer. Wie hoch waren die Ausgaben für und Flotte? Diese Frage ist von größter unt � it für die richtige Beurtheilung der Zustände, Sw�en uiir leben, des Systems, nach welchem in Utlchland regiert wird. Wir geben die Zahlen so, daß z, sur jedes Jahr die fortdauernden, und die einmaligen licfi �uwhl des ordentlichen, wie des außerordent- Mn Etats zusammenzählen. Uns kommt es darauf an, 5„JCti*,rn' u>ie der Militarismus von Jahr zu Jahr mehr l»>9 verschlingenden Moloch sich auswächst, der die J°N Säfte, das Mark der Nation aussaugt. Und zwar ü�ven s.;- o;r:___ r."... L8« wir zuerst die Ziffern für das R e i ch s h e e r ��875 bis zum Etatsjahr 1890 91. Für dasselbe 5 R.jun fünfzehn Jahren hat uns das Reichsheer L2 200 M., d. h. nicht weniger als sechs Mit- ii»s.< sechshm»dertnndsechsuudf««ftig Mit- lch., �(oie Hunderttausende gar nicht mitgerechnet) ge- L,' t Die Steuerzahler haben für dies herrliche Kriegs- ff'iissen, die breiten Massen, die von ihrer vlinB n,'""II611, vre uieutii iyiu||eu, nie uvu % fr, i>eit leben, in erster Reihe. Sie gerade werden llilit» � herangezogen, da sie nicht allein die Kontin- kw„Jlu' Annee stellen, welche die dreijährige Dienstzeit ei»»?"�n müssen, sondern auck ibr käraliches Arbeits- im o t ,|OvHlllUUüUCi® t p /L-, j »übg'T Lande der Gottesfurcht und frommen Sitte W�With schwer, und das Volk kann von diesem -'" eingeengt, kaum athmen. Jeder Schritt vorwärts »ehemmt durch die Last der Waffen. Uictoria. Roman von Minna K a u t s k y. 2 aw&W Fie� r""en." V�lSSSBmm mmm WmmmMä ####. �«« d.n.--«p. Und das Unglück der Militärstaaten will es, daß der Wettbewerb zwischen den waffenstarrenden Konkurrenten, die stets schlagfertig auf der Lauer liegen, ein unaufhör- lich wirkender Sporn zu neuen Ausgaben wird. Das ist die Schraube ohne Ende, welche jeden Pfennig aus dem kleinen Manne herauspreßt, mag auch das Elend drohend um sich greifen, und der Groll den ausgenützten Steuer- zahler unaufhaltsam tief und tiefer fressen. Die Technik, die im Dienste des Massenmordes steht, die Kriegstechnik leistet bei diesem Vorgange nur zu gründlich Vorschub. Die Ingenieure, die Chemiker, die Geschützgießer, der ganze weitverzweigte Stab der exakten Wissenschaften ist rastlos thätig, Maschinerien zur möglichst sicheren, möglichst maffen- haften Vernichtung„zivilisirter" Menschen zu erfinden. Eine neue Konstruktion jagt die andere. Was heute als unübertroffen galt, fliegt niorgen ins alte Eisen. Das Gewehr, auf welches kaum die Militärs geschworen haben, ist in Bälde beseitigt durch eine Flinte, die ein kleineres Kaliber, deren Kugeln eine größere Schlag- und Tragkraft haben. Der Kanone, die dicke Panzer- platten wie Holzbohlen durchschießt, setzt man in Kürze Stahlplatten entgegen, gegen welche sie macht- los ist. Hat ein Staat eine Verbesserung eingeführt, dann müssen die anderen nachfolgen, und bei diesem Weit- rennen muß jedes Hinderuiß genommen werden. Die Losung aber heißt: Geld, Geld, nochmals Geld! Was für Kosten hat die Einführung des rauchlosen Pulvers bereits gemacht, was für Unsummen wird diese Neuerung noch ferner heischen, da durch sie die ganze Kriegssührung umgewälzt worden ist. Daß unsere Marine nur zu Vertheidigungszwecken bestimmt sei, wurde als selbstverständlich behauptet und angenommen. Daß sie trotzdem viel, sehr viel Geld kostete, versteht sich. Aber die K o l o n i a l a b e n t e u e r, in welche der deutsche Michel hineingerissen wurde, als es auch rein gar nichts mehr des Kolonisirens Wertstes gab, hat den Kohl erst recht fett gemacht. Die Marine beanspruchte im Jahre 1875 im Ganzen 49 265 700 M., dagegen in den Budgetjahren 1886/87: 50 467 600 M., 1887/88: 52 357 000 M., 1888/89: 51 048 900 M., 1889 90: 51 106 100 M., 1890/91: 79 741 000 M. Die Handvoll Rheder, Großkaufleute, Schnapsbrenner, Pulvermacher, Plantagenbesitzer, die allein von den Kolonien profitiren, halsten uns den Kolonialetat, der ins Ungemessene anzuwachsen droht, sie halsten uns auch für die Kriegsflotte Mehrausgaben auf. Welcher Stolz füllt aber auch die patriotischen Herzen aller nationalliberalen Biederniaier und Knöpflischwaben, wenn sie verüehmen, daß die„aufrührerischen" Schwarzen, die sich durchaus nicht zu Lohn- die Hand, als hätte er sich auf einer Ungehörigkcit ertappt, und drückte sie mit Wärme. „Ich weiß, ich werde Dir Alles zu verdanken haben, meine ganz- Zukunft." Als sie wieder in den Salon zurückkehrten, waren Hanna und Silvia bereits anwesend. Die jungen Damen, in lichter Seide mit frischen Blumen geschmückt, waren geradezu blendend. Hanna, in den Sessel zurückgelehnt, sprach mit mehreren Herreu. Ihre Haltung zeigte eine vor- nehme Ruhe, nur ihre Lippen bcivegten sich. Jetzt reichte sie Oswaldt die Hand, richtete einige Worte an ihn nnd wendete sich sofort wieder den Anderen zu. Er dankte ihr fast, daß sie ihn nicht in die Konver- sation mit einbezog. Wie gleichgiltig waren ihre Mienen, ivie nachlässig ihr Ton, niemals vorher war ihm ihre bc- wußte Ueberlegeuheit so ausgefallen, aber hatte sie nicht ein Recht dazu, diesen Gecken gegenüber? Da stieg ihm plotz- lich die Rothe in die Wangen. Was berechtigte ihn zu der Annahme, daß sie von ihm eine bessere Meinung habe? Er mußte des übermüthig überlegenen Tones gedenken, den sie in ihren Briefen an ihn angeschlagen. Nun, er wollte einmal Gewißheit haben. Sic sollte ihm Autwort geben ans tausend Fragen, die ihm erstanden und ihn bewegten. "Und wieder mußte er der Franzcl gedenken, mit der er in den letzten Wochen so heiter anschließend nnd gesellig gelebt hatte. Die war ohne Arg und in ihren klaren Augen sah er bis auf den Grund. Er wußte selbst um das, was sie ihm verbergen wollte. Wenn Hanna nur die Hälfte für mich empfinden würde, wäre ich zufrieden, dachte er, und wenn sie vollends so wahr, so treu nnd selbstlos sich zeigte, wie diese kleine Frauzel, wäre ich glücklich. sklaven machen und ihren Grund und Boden gegen Annexion schützen wollen, von der Kriegsflotte zu Paaren getrieben worden sind. Wenn die Siedelungen der Neger in Rauch aufgehen, brennt die vaterländische Gluth lichter- loh in den genialen Schädeln der reichsdeutschen Philister. Ein Minister des Königs Friedrich Wilhelm II, der, einsichtsvoller als seine Kollegen, den Zusammenbruch des alten Systems voraussah, sagte einst, wie Th. von Schön in seinen Erinnerungen erzählt:„Ein paar Jahre wird die Pastete noch halten." Wie lange wird die Pastete des Militarismus noch ausdauern? Weltkrieg oder Weltsriede, das ist die Alter- nattve. Wer für die friedliche Entwickelung der Mensch- heit ist, muß grundsätzlicher Gegner des Militarismus sein, der den Krieg nährt und ewig rüstet. Grundsätzliche Gegnerin aber ist allein unsere Partei. Die lendenlahme Halbheit der bürgerlichen Parteien kommt nicht weiter als zu den Nörgeleien und Rechenexempeln des Herrn Richter. Kriefe ans Gesterreich. Wien, 6. November. Die Organisation der Arbeiter Oesterreichs hat in der letzten Woche einen wichtigen Schritt nach vorwärts gemacht. Am 1. und 2. November war in Brünn der e r st e ö st e r r e i ch i s ch e Textil- Arbeitertag beisammen. Die Textilindustrie ist für Oesterreich von ausschlaggebender Bedeutung. Hundert- iausende von Familien sind mit der Herstellung aller Arten von Geweben, von der Spinnerei und Weberei bis zur Appretur und Färberei, beschäftigt. Ganze große Gebiete, insbesondere Böhmens, Mährens nnd Schlesiens, erhalten von diesem Produktionszweig ihr wirlhschaftliches Gepräge und auch alle Stufen der Technik und der Äirthschaft, die primitivste Hausindustrie, Kleingewerbe, Manufaktur bis zum Fcchrikbetrieb im Riesenmaßstabe finden sich da und zwar bezeichnender Weise unmittelbar nebeneinander. Die offizielle Statistik zählte im Jahre 1888 zirka 190 000 Versicherungspflichtige Arbeiter(darunter über die Hälfte Frauen) in der Gruppe der Textilindustrie. Sie umfaßt von allen die meisten Arbeiter; im Bergbau sind nicht ganz 100 000 Personen beschäftigt. Dabei ist die offizielle Ziffer ent- schieden zu niedrig und das Kleingewerbe und die Hausindustrie überdies garnicht mitgezählt. Dieser kolossalen Arbeitcrmass< fehlte es bis jetzt auch nur an jedem Ansatz zu einer einheitlichen Organisation. Es existiren allerdings einige größere Fachvereine, in Reichenberg, Jägern- dorf, Brünn ec., aber ihre gesammte Mitgliederzahl dürfte 5000 kaum erreichen. Freilich ersetzen die Meisten von ihnen durch Rührigkeit, was ihnen an Stärke abgeht und ihr Einfluß wird durch Gruppen zielbewußter Arbeiter, denen die Form des Ver- eins noch fehlt und die sich überall finden, sehr vermehrt. Trotz- dem aber giebt es ganze Gebiete, wo es vor kurzem noch an j dun Mittelpunkt fehlte. Dazu gehören insbesondere jene Orte, Ivo neben Deutschen und Tschechen die Hauptmaste der Arbeiter aus Polen besteht, wie in Bieliy-Biala und abgelegene Theile Nord- Aber dies Glück zu nehmen, wo er es fand nnd diese kleine, treue, selbstlose Franzel zu seiner Frau zu machen, das fiel ihm gar nicht ein. Und wer durfte ihn deshalb tadeln?! Dem Manne der „besseren Gesellschaft" sind bei der Wahl einer Gattin eben ganz andere Dinge maßgebend geworden, als jene innere Uebereinstimmnng, die allein eine glückliche Che ver- bürgt und Mann und Weib das süßeste Gefühl des Daseins vermittelt. Unverwandt hingen seine Augen an dem schönen Mädchen, das seine Verlobte war und ihm ein Räthsel. Mit gleicher Beharrlichkeit, verfolgte ein anderes heißes Augcnpaar jede Linie nnd jede Bewegung in dem lachenden Gesichte ihrer Schwester. „An waS denken Sie, mein thcnrer Lord?" fragte Mama Field, nachdem dieser auf ihr Geschwätz lange keine Antwort gegeben. Of yon, Madame", sagte er schnell gefaßt nnd galant. „O, an wen others mußt ich denken, wenn ich bin mit Sic?" Aber Sie sehen inuner nach Silvia hinüber", schmollte sie, ihr Mänlchcn verziehend. „Sie sind Recht,«Madame, aber in mein' Imagination es yt the snine thrng. Sie sehen einander so ähnlich, like Zwei Swesters", flüsterte er, während er sein Bärtchen über die ironisch sich kräuselnden Lippen zog. „W-iS fällt Ihnen ein, Edivard, mir so etivas zu sagen": aber sie war im Herzen selig, sie glaubte ihm, und so ward ihm die Auszeichnung zu Theil, sie zu Tische zu führen. Seine Lordschaft ließ darüber den Mirnd hängen und er rundete chn erst wieder zu einem„Well", als er inne ward, daß sein vis-ä-vis die schöne Baronin Waller war. I m>ihre»s. Gerade dort aber üben die Unternehmer auch einen Despotismus aus, von dem man in Europa kaum eine Ahnung hat, und die Gemeindebehörden sind einfach ihre gehorsamen Orgaue. Gerade diese Gegenden aber, wo mit brutaler Gewalt bisher jede Arbeiterbewegung niedergehalten wurde, waren be- zeichnender Weise im April dieses Jahres der Schauplatz jener Krawalle der aufs Aeußerste gereizten Arbeiter, die man als „Judenkrawatte" darzustellen beliebte. Der erste Versuch, die Textilarbeiter systematisch zu organi- sire», datirt also von diesem Brünner Kongreß. Die Einberufer hatten einen ganz.überraschenden Erfolg. Aus 53 Orten waren mehr als Hundert Delegirte gekommen, darunter 6 Frauen. Am besten war Nordböhmen und Mähren vertreten. Die Ver- Handlungen wurden, wie stets in Oesterreich, in deutscher und tschechischer Sprache geführt. Die Mehrzahl der Delegirten stammen aus solchen Gegenden, wo der Nationalitäten- Hader am üppigste» blüht, wo er das sogenannte„öffentliche Leben", d. h. das Gethue und Gerede einiger Tausend Leute, ausschließlich beherrscht. Trotzdem war auch nicht die geringste Schwierigkeit, nicht der leiseste Mißton zu verspüren; die nationale Frage existirt nicht für die Arbeiter Oesterreichs, wenig- stens nicht als Streitfrage. Der erste Punkt der Tagesordnung gab Gelegenheit, über die Lage der Textilarbeiter allerwärts ausführlich zu berichten. Es wurden auch sehr genaue Auffchlüsse über die Löhne, Arbeits- zeit ic. gegeben. Geradezu entsetzliche Verhältnisse wurden dabei aufgedectt. Daß der Fabriksweber bei 11— ILstündiger Arbeitszeit an vielen Orten nicht mehr als 2—3 fl.(3,50—6 M.) . w ö ch e n t l i ch verdient, klingt schon arg genug. iAber der Haus- iveber in Schlesien, in Nordböhmen, auch auf' den Dörfern um Brünn herum, errackert bei endloser Ar- beitszeit zusammen mit Frau und Kind kaum zwei Gulden die Woche und hat er schlechtes Material, muß er viele Stunden weit liefern gehen, drängen sich Faktore zwischen ihn und den eigentlichen Abnehmer, so sinkt sein Wochenvervienst häufig bis unter einen Gulden! Die Berichte, die sich da aneinander reihten, bildeten die schärfste Anklage gegen das herrschende Wirthschaftssystem, welches solche Äräuel zur Bedingung und Voraussetzung hat. Und noch wird es immer ärger. Die Hausindustrie kann den Wettlauf mit dem Großbetrieb kaum mehr aushalten; kraftkos und entnervt keucht sie vorwärts und in manchen Bezirken ist sie bereits zu Ende. Aber im Großen und Ganzen„arbeitet" das Kapital noch imnier weit mehr mit Hauswevern mit Handstühlen : als mit dem niechanischen Webstuhl, Noch ist vielfach Menschen- fleisch billiger als Kohle. Der Textil- Arbeitertag hat sehr wenige Forderungen an die Gesetzgebung aufgestellt; seine Hauptaufgabe war .die Organisation. Unter den Forderungen aber nimmt die erste StÄle ein die Abschaffung des Stücklohns und Einführung eines den lokalen Verhältniffen angepaßten Minimallohnes. Wenn diese Forderung ausgesprochen wurde, so war man sich sehr klar darüber, daß in nächster Zeit vom Parlamente Nichts zu erwarten sei; aber man wollte auf die wundeste Stelle hindeuten und das Ziel für die eigene Thätig- keit bestimmen. Von der Klarheit der Auffaffung ökonomischer Dinge zeigt, daß nach lebhafter Debatte mit an Einstimmgkeit grenzender Majorität die Ausdehnung des Arbeiters chutzes auf die Hausindustrie verlangt wurde. Dies geschah mit dem vollen Bewußtsein, daß dadurch dieser Vetriebsform die Lebens- bedingringen endgiltig entzogen würden. Nur über die Art der Durchführung und Kontrole gab es Meinungsverschiedenheit. Sollte, wie zu hoffen, diese Frage in Deutschland endlich zum Beginn einer Regelung kommen, so rväre das auch für Oesterreich ein gewichtiges Moment. Bezeichnender Weise wird in demselben Augenblicke, wo die Haus- industriellen selbst das sehr berechtigte Verdaminungsurtheil über die Hausindustrie aussprechen, von den Helden der liberalen Partei, den Euner und Konsorten, wieder einmal der Versuch gemacht, ihr durch allerlei Rezcptchen künstlich auf die Beine zu helfen. Seitdem die Liberalen aufgehört haben,„brutale Manchester- männer" zu sein, sind sie zwar nicht besser, aber entschieden dümmer geworden. Auf die Einzelheiten des Organisationsplanes der Textil- arbeiter kann ich hier nicht eingehen. So viel sei gesagt, daß von einem formell einheitlichen Verband vorläufig abgesehen werden mußte, da man sehr gut weiß, daß die Regierung ihn nicht bewilligen würde. Es werden also L o k a l v e r ein e und Provinzialverbände angestrebt, deren Zusammenhang durch die Fachpresse und einen alljährlichen Kongreß ge- wonnen und erhalten werden soll. Das Fachblatt soll in beut- scher Sprache in Reichenberg, in tschechischer in Brünn erscheinen und dürfte in wenigen Wochen ins Leben treten. (Schluß folgt.) Drikchfehler- Kerichtigung. In dem„Briefe aus Frankreich" der letzten Nummer haben sich einige Druckfehler eingeschlichen.* Absatz 9, Zeile 6:„unter wirft" für„entwirft". Absatz 7 der Besprechung der Arbeiterschutz-Gefstze, Zeile 5: „Den Triumph des Sozialismus", statt:„Dem Sozialismus den Triumph". Im 4. Absatz nach diesem, Zeile 5 und 6:„Der das Werk einer ans Arbeitern und Arbeitgebern gemischten K. ist und den Arbeitern sc." Im 4. letzten Abschnitte, letzte Zeile:„in Euerm Deutsch- land" statt„im innern sc." Das Diner dauerte lange. Man aß gut und trank noch besser. Jeder unterhielt sich mit seinem Nachbar, und erst als der Hausherr mit einem gewissen nervösen Interesse über die jüngsten Ereignisse der Kunstwelt sich ausließ, kam eine allgemeine Unterhaltung in Gang. Bald war das neue Atelier Oswaldt's, das Field ihm einrichten ließ, und das nun seiner Vollendung entgegen ging, das Thema, das Alle interessirte und von Allen fest- gehalten wurde. Die meisten hatten cS bereits gesehen, sie lobten das herrliche Licht und schwärmten von den luxuriös komponirten Räumen. Die innere Einrichtung war noch nicht vollendet, sollte nun aber rasch fertig, gestellt werden. Nach den bis- herigen Anordnungen versicherte man, daß es das einst so be- rühmte Atelier Atakart's bei weitem übertreffen werde. Und auch hier werde sich„ganz Wien" herbeidrängen, um das Atelier des jungen Meisters, das selbst zu einem Kunstwerk sich ge- stalten sollte, zu bewundern. Field� sprach in ausmalender Lebendigkeit von den Festen, welche daselbst veranstaltet werden sollten. Tie Creme der Gesellschaft werde sich dazu drängen. Nicht wie bei Makart die Künstler- und Geldaristokratie allein. Nein, Oswaldt würde hochadlige Damen bei sich empfangen können.» Leuchtender Stolz prägte sich in Field's Mienen aus. Und die Phantasie dieses von Sorgen durchwühlten Ge- schäftömannes schwelgte in Bildern von Glanz und Schön- heit, die auf sein Geheiß erstehen sollten. Oswaldt wird die räumlich größten Bilder in diesem Atelier bewältigen können, Landschaft oder Genre, und ehe ein solches Kunstwerk das Atelier verläßt, um der Oeffentlichkeit übergeben zu werden, soll es Veranlassung zu einem Feste geben, zu welchem nur an Bevorzugte die Einladungen er- Nolttische Nevtevsttfjk. Berlin, den 10. November. Die Entluffimg des der. Stöcker wird von der „Kreuzzeitnng" und gesinnungsverwandten Blättern sehr tragisch genommen und als ein epochemachendes Ereigniß betrachtet. Das ist sie tum sicherlich nicht,— dafür ist die Persönlichkeit des Kaltgestellten denn doch etwas zu un- bedeutend— allein eine Maßregel, über die jeder anständige Mensch sich freuen muß, ist's immerhin. Bleibt auch der „Kurs der alte", so wird doch wenigstens in reinerem Wasser gesegelt— was für jeden reinlichen Menschen imnierhin etwas sagen ivill. Und die Maßregel darf nicht vereinzelt betrachtet, nicht von früheren losgelöst werden, mit denen sie organisch zusammenhängt. Erst Puttkamer abgejagt, dann Bismarck mit seinem Spitzel- und Reptilpack, uno nun der Stöcker— dies sind Phasen eines und desselben Prozesses, der übrigens noch lange nicht zu Ende ist. Herr Stöcker wird nicht der letzte sein. Die Verhandlungen der Arlmterschnh-Kom- missio» sind nicht geeignet, die Hoffnungen auf Zustande- kommen eines für die Arbeiter� annehmbaren Gesetzes zu vermehren. Die sozialdemokratischen Abgeordneten stehen ganz isolirt da, während die Vertreter der übrigen Parteien, und namentlich auch der Regierung sich immer entschiedener gegen jede irgend wirksame, und den Bedürfnissen der Ar- beiter entsprechende Reform erklären. Das Zentrum uament- lich hat das demokratische Mäntelchen ganz abgeworfen und sich als richtige Bourgeoispartei eistpuppt. Die sozial- demokratischen Abgeordneten thun natürlich ihr möglichstes, allein sie dringen nicht durch und ihr Eintreten für die Sache der Arbeit bringt ihnen blos den Vorwurf ein:„Die Wirkimgen des Halle'schen Kongresses zeigten sich in der schärferen Tonart." Nun, die„Tonart" ist genau so scharf, wie sie sein muß und so v o r Halle war. Die Sozialdemokratie ist überhaupt hente genau das, was sie immer gewesen ist. Und lächeln müssen wir, wenn ein Brentano im„Deutschen Wochenblatt" schreibt: „Es zeigt nur einen Fortschritt in der Erkenntniß, wenn Bebel im vorigen Sommer in einer Berliner Volksversammlung erklärte, die deutsche Sozialdemokratie sei davon abgegangen, einen schnellen Zusammenbruch der heutigen Wirthschastsweise in Aussicht zu nehmen und suche sich daher auf dem Boden der heutigen Ordnung einzurichten, und als ein anzustrebendes praktisches Ziel eine wirksame Arbeiterschutz-Gesetzgebung be- zeichnete, oder wenn der Kongreß zu Halle so große Sorgfalt auf die wirksame Organisation von Gewerkschaften verwendet hat. Mit den Doktrinen der sozialen Revolution steht all' dies freilich im krassesten Widerspruch. Auch kann es an dieser Thatsache nichts ändern, wenn Bebel gleichzeitig erklärte, daß man bei Verfolgung dieser praktischen Ziele doch das Endziel der Sozialdemokratie nicht aus den Augen verliere, oder wenn Liebknecht in noch so scharfen Protesten den fortdauernden revolutionären Charakter der Sozial- Demokratie betont. Gleichviel, welches Bedürfniß, nach wie vor. als gesinnungstreuer Revolutionär dazustehen, solche Salvirungen des sozialdemokratischen Gewissens verursachen mag, eine Partei, sich mit den Mitteln, die sie in Anwendung br die bringen will, lediglich auf dem Boden der heutigen Ordnung zu halten ver bt, i st eine Reformpartei und hat thatsächlich aufgehört, revolutionär zu sein, oder sie weiß nicht oder will nicht wissen, was sie thut und spricht. Selbstverständlich begrüße ich die damit eingetretene oder eintretende Wandlung mit Freuden, und bin gern bereit, Herrn Liebknecht zuzugestehen, daß die Sozial- demokratie, insofern diese Wandlung wirklich eintritt,„mit der Wissenschaft vorwärts schreite"." Wenn Herr Brentano die Geschichte unserer Partei so genau verfolgt hätte, wie die der englischen Gewerkvereine, so würde er Obiges nicht geschrieben haben. Nicht die Sozialdemokratie hat sich gändert, sondern die Art und Weise, wie die Gegner' uns betrachte». Der Popanz, den sie selber sich zurecht gemacht und Sozialdemokratie genannt hatten, ist von uns zerrissen und die Fetzen in alle Wrnde verstreut worden,— und wohl oder übel müssen sie nun uns selbst betrachten. Und weil wir diesem Popanz nicht ähnlich sehen, behaupten sie, iv i r hätten uns geändert. Nun, diesem Popanz, ihrem eigenen Werk, haben wir niemals geglichen, und wir fordern Herrn Brentano auf, uns einen einzigen prinzipiellen Punkt zu be- zeichnen, in dein die Sozialdemokratie heute einen anderen Standpunkt einnähme, als in fricheren Zeiten. Auf die ge- werkschaftliche Organisation haben wir stets den größten Werth gelegt, an der gesetzgeberischen Arbeit haben wir stets Theil genommen und, soweit die Gegner uns nicht daran verhinderten, auch praktisch mitgewirkt,— und die alberne Theorie von der sitcvolutionsmacherei und dem„gewalt- samen Umsturz", ist im Leipziger Hochverraths-Prozeß, also schon vor achtzehn Jahren, mit derselben Energie zurückgewiesen worden, wie nur irgend in jüngster Zeit. Und nicht blos das, es ist auch auf's Gründlichste dargelegt gehen sollten. Und nun führte er in lebendiger Anschaulich- keit den Gedanken aus, wie zu dem gemalten Bilde ein kleiner lebender Vordergrund gestellt wepden könnte, wirkliche Bämne und Blumen, oder plastische Säulchen und Treppchen mit Staffage, hinter einem Vorhange natürlich, vor ivelchem das Publikum Platz genommen. Es ertönt Musik, Musik von Meistern ausgeführt, welche die Stnn- mung vorbereitet und erhöht, und nun theile sich der große Sammetvorhang, und man blickt auf dieses in elektrischem Lichte erstrahlende Gemälde. Welch ein Effekt! Das Pu- blikum müßte davon in einer Weise impressionirt werden, daß es Thräuen vergösse. Und als sich unter den Anwesen- den künstlerische Bedenken dagegen erhoben, bemerkte Field gereizt, man wird natürlich nur Diejenigen laden, die sich mit der Idee befreunden könnten, ein Kunstwerk in dieser Weise eingeführt zu-sehen, die Gegner mögen diesen Festen immerhin ferne bleiben. Aber damit war die Opposition anch schon mundtodt gemacht, und Field rief triumphirend: „Ich wette, daß, sobald Oswaldt zu jedem größeren Werk eine Premiäre veranstaltet, er die laute Gegnerschaft sofort entwaffnet, und die heimliche zählt nicht." Man gab dies lachend zu und brachte hierauf einen Toast auf den jungen Künstler und seine Werke ans. Oswaldt hatte seinen Platz neben Hanna. Die Aus- führungen Field's fesselten Beide, und Oswaldt erhob sich, um mit einigen, in der That dürftigen Worten für den Toast zu danken. Er athmetc auf, als das Diner zu Ende war, als wäre er von einem lästigen Zwange erlöst. Er ersah die Gelegen- heit, näherte sich Hanna, als sie allein stand, und fragte sie, weshalb sie ihn nicht empfangen habe. Sie blickte ihn erstaimt an. Der unzufriedene Ton, mit dem er dies sagte, war ihr neu. worden, daß diese Theorie der sozialdemokratischen 0�'" auffaffung schnurstracks zuwiderläuft., Genug, die deutsche Sozialdemokratie ist heute genau! revolutionär und putschfeindlich, als sie es von W» an war. Herr Brentano sei bei dieser Gelegenheit noch � «yctt �OCCIUUUU|tl. VCl Vlt|&V erinnert, daß wir von den Herren Anarchisten und andch" Nevolutionsschreiern schon seit 1878 tagtäglich eine mentarische" Partei geschimpft werden, die den„revelun� *- c �---- f f... Ttf W Sozialismus schmählich ve? nären Charakter leugnet habe.,. Der Mahlsteg des Ze»tru«»s in Würz bürg' j die Organe dieser Partei in ein wahres Delirium» Freude versetzt— woraus sich auf die%iiL schließen läßt, mit welcher sie dem Ausgang entgegengfts? haben müssen. Wir haben noch keine näheren Bermi f yaoen mupen.%üir yaoen nocy reine nuye«» können jedoch versichern, daß uns ein Wahlsieg unserer p von vornherein für ausgeschlossen oder wenigstens für nw � * f pf.... yl o.f--------- e.j------ !Die Zusammensetzung dieses kreises ist— von dem religiösen Unterschied abgesehe ausgeschlossen galt kreises ist— von vrm rrrigivsrii uiutifo/itu'«j«, ähnlich wie im W u r z e n e r Kreis, wo ein Theil der km bürgerlichen Elemente eine Zeit lang, d. h. so lange n ihnen zusagende bürgerliche Partei auf dem Plan war, � der Sozialdemokratie ging und sich dann einer stW bürgerlichen Partei zuwandte. Das ist ein natürlicher � gang, den die„Germania" freilich nicht versteht— und i nicht verhindern wird, daß die Ausreißer nach dem um meidlichcn Bankerott der bürgerlichen Parteien wieder uns zurückkehren müssen— und mit Verstärkung.*1 Wurzener Schlappe hat den 20. Februar nicht verhinderlsi die Würzburger Schlappe wird einen zweite ni 20. Fem" « Würzburger Schlappe wird einen z w nicht verhindern. Und wir Sozialdemokraten verstehen auch Lehren überzeugt und— iverden nun d o p p Der deutsche Rrichskan?ter soll mit seinem in Italien sehr zufrieden sein, was wir sehr gern da Deutschland und das deutsche Volk sich bei» Italienern einer ebenso großen Popularität erfreuen, der„Dreibund" unpopulär ist. Als Kuriosum si'„ merkt, daß ein— wahrscheinlich von dem betroP. Journalisten selbst ausgehendes Telegramm uns meldet, Herr von Caprivi einem Journalisten, der ihn intervw. wollte, einfach sagen ließ, er sei für Interviewer nicht zu L Das war recht. Der alte Herr Reichskauzler wird finde»/ � fntn STMrfifr-ifrtPv fffitWfil- fnttä fitaiVfmff nßf 6t.(5�„ � von Eaprivi allgemeine Nachahmung finden wir die unerträglich werdenden„Interviewer" einmal los werden.— Tie Kersuche Koch'» beschäftigen die ganze zi.�i L CC.z> Ifi-<�1-f-. ff QU- 5,1 Welt. Es ist diese a.llgxm.eine.Aytheilnabme� Werke zum Heile der Menschheit, ein wahrer Llchkb � diesem eisernen Zeitalter, das sich sonst in erster#0 mit den Fortschritten der Massenmord-Kuust zu beich' pflegt. Ob die Hoffnungen,-zu- welchen die Versuche Anlaß gegeben haben, sich in' vollem Maße erfüllen' a bleibt allerdings abzuwarten.'Man erinnere sich® fahrungen, die mit P a st eu r' s'Entdeckung 0 1 worden sind.— ji Uerkürzuttg der Asbeitszeit ist jetzt in den% Jnduftriegegenden das Losungswort. Die flaue GseL läge ist der ain Tag' liegende Grund dieser Allein es ist auch»icht der einzige. Ms C h e m n i? Ä geschrieben(Siehe die letzte llftltsinjer der„Che Presse"): Zur Verkürzung der Arbeitszeit wegen ArbeitsmaNS auch die Vervollkommnung der Maschinen, wodurm mehr„Hände" überflüssig werden, wie schon oft erwaU mit bei. So wurde, ivie uns von einem Fachkundig w getheilt wird, in der„Sächs. Maschinenfabrik, vorm. Uy mann, vergangenen Sommer eine Haumaschine welche große flache Hand- nnd Vorfeilen haut. Die rfel bekamen nun nur noch die kleineren Feilen zu hauen, �»zni» großen, nach dem Gewicht bezahlt werden-, aber selbsiverb �_ mehr Arbeit erfordern. Die Geschädigten wandten sich"U � betreffenden Meister und ließen um Lohnzulage bitten schlug es aber rundweg ab, mit der Direktion ofr; � Unterhandlung zu treten. Sie sollten, wenn ihnen? nicht mehr paffe, dieselbe nur liegen lassen; et mm jp ifor rrwfßrnßn rvipfVfx» in rtm»m finThpn a* r Arbeiter anlernen, welche in eine», halben'Jahre-%. xeilen hauen könnten, und die wären froh, wen« r.« stunde 20 Pfg. verdiente». Die Direktion dürfe' '»t ff en, wieviel die Feilenhauer verdienten, sonst abgezogen. Als er nun darauf aufmerksam gemacht wurde, Allem nur gewünscht würde, daß die Arbeit Keffer u«# *114* gvtl'Uitrvi/v«VMVVV/ vv* p V»V-v* V � V V*"•«fg Feilenhauern zur VerHeilung käme, damit eine gropr gleichheit erzielt würde, ließ er nicht weiter mit sich rede«'' gestellte es dem Bittsteller anHeim, die Arbeit zu kitndW�> flüsie� „Ich hatte Dir den Grund mitgetheitt, nicht ohne Erregtheit. „So werden also gesellschaftliche Rücksichten u f pflichtungen stets ein Grund sein, um uns einander l.� halten. Ich möchte Dir ivohl einmal einige Work, die nicht von Allen gehört iverden, und ich dc> I wüßtes dies begreiflich finden." Niemals hatte er in so männlich bestimmter � ihr gesprochen, und es mußte für sie etwas, darin liegen. Sie nahm seinen Arm.«,(A Sie durchschritten mehrere Gemächer, Nieinw ihnen. In dem kleinen Eckzimmer hatten sie nebeN.-� Platz genommen. Er hatte die Hände des schöne» � �- in Uto luinon npinnan imS versuchte ihr in die r � in die seinen gezogen und senkten Augen zu blicken Wir sind Verlobte, aber wahrlich, ich habe/ , Bräutigams noch kaum in Anspruch ö«110", ß Er führte ihre Hand an seine Lippen, koni» A den Handschuh küssen. � „Du hast Dich freiwillig von uns getrennt," sie leise, sich zu einer Ruhe zivingend, die nicht i» „und bist uns ferne geblieben, länger als nöthig 1 ,< „Hättest Du mich gerufen, ich wäre gekomwe»' stip Sie schüttelte den Kopf.„Es widerstrebte""„j- � einen Zwang auf Dich zu üben, und schriebst D» ä daß Du so glücklich seiest und tief in der Mb# r*•. /�V- f. t', r\,. 1 Sollte ich Dich dem entreißen?" Er nagte an seinem Schnurrbart. , f.* i■_■„«..._ . J'l .....Ich nus.M'/I dings danken für die Freiheit, die Du mir ge�fZiA. ist wahr, ich verspürte seltene Arbeitslust, ich, i-'' fangen, höhere Ansprüche an mich selbst zu stclK>' völlige Einsamkeit brachte Manches zur Reise." (Fortsetzung folgt.) jjj�k dieser auch gethan hat. Von der Einpfehluug, länger zu ar- beiten, dann könnten sie auch mehr verdienen, aber wollen auch die Feilenhauer angesichts der fortwährenden Reduzirnng der Arbeitszeit in verschiedenen Branchen von Seiten der Werk- «esiung nichts wissen; doch wäre es ihnen lieb, wenn sie mit den Vicistern sich vertragen und Hand in Hand arbeiten könnten, denn„im Guten ist Alles zu machen", erklären ja die Meister »n ihren Antrittsreden gewöhnlich.— Auch in der Hermsdorf- schen Färberei ist jüngst ein neuer Lohntarif angeschlagen worden, den wir hier folgen lassen:„Vom Tonnerstag, den 30, Oktober 1890 an gelten in der Formerei bis auf Weiteres folgende Löhne: Tagschicht: Nachtschicht; Former pro Stunde 13 Psg. 13 Pfg. Abzieher„ 14„ 16„ Aufzieher„„ 16„ 17 ,. pwi: täglich 30 Dutz. a Person. Für jedes Dutzend mehr kommen 4 Pf. Prämie zur Vertheilung." Also auch das Prämiensystem wird immer mehr ausgebildet, um aus den Ar- veltern so viel wie möglich Arbeit herauszupressen. Selbstver- standlich hat der Arbeiter davon selbst keinen Nutzen, selbst der >ucht, welcher die Prämie erringt; denn die Löhne sind, wie der Augenschein lehrt, so niedrig bemessen, dag die Prümienver- »Heilung mit in Anschlag gebracht ift. Auch die Strafen sind keine geringen in H.'s Färberei, denn ein Anschlag besagt Folgendes:„Achtung! Wer Wasser oder andere Getränke auf oie Dielen oder zwischen den Dielen und Fenstern hinunter- schüttet, ruinirt das Garn, wird mit 3 M. bestraft." Das ist gerade genug! Ae-ß*1 �uglnnd tobt eine wilde Preßfehde zwischen dem Afrikaforscher Stanley und dessen Anhängern einer- und den Verwandten und Freunden Bertelott's anderer- «w,~~ des englischen Offiziers, welcher die Stanlcy'sche Aachhut kommandirte und dabei das Leben verlor— wie «tanley zur Last gelegt wird, durch dessen Schuld. So weit die Sache sich bis jetzt übersehen läßt, scheint Stanley l" diesem Fall ungerecht angeklagt worden zu sein— 1° große Schandthaten er auch sonst unzweifelhaft in Afrika «erubt hat. . In P a r i s haben einige Juchten- und Knuteilanbeter den verrückten Plan gefaßt, eine französische Industrie- Ausstellung in Moskau abzuhalten. Warum nicht in Sibirien? Oder wenn das den Herren zu weit ist, in �ha renton— dem Dalldorf' von Paris? Das Mäßigste an der Geschichte ist, daß den russische n Chauvinisten, als sie von dem Plan hörten, angst und Jwnge geworden ist um die heimische Industrie, welche ourch die französische Ausstellung zu Schaden kommen könne. In Geldsachen hört auch für einen Chauvinisten dw Gemüthlichkeit auf.� im durfte Uachrichte». Em Telegramm vom gestrigen Abend meldet aus Bochum: m»Heute fand in Witten eine Bergarbeiter- Versammlung statt, ans deren Tagesordnung auch die f-Amkfrage stand. Mehrere Redner bezeichneten die Lage �« unerträglich und der Lage vor dem Streik von 1889 "hAnch. Wenn nicht anders, so müsse man durch einen 1 C,u e n allgemeinen Streik eine Besserung er- zwingen; und es müsse daher das nächste Streben aus den Aushau der Organisation zu einem Verband und die An- whnung an die übrigen Bezirke gerichtet sein." Uns kommt die Nachricht von dem allgemeinen Streik "was verdächtig vor. Tie Kundgebung der belgischen Arbeiter «u Gunsten des allgemeinen Wahlrechts ist großartig ver- t>i"m' und da die Behörden nicht störend eingriffen, ist w Ruhe auch nirgends gestört worden— was der Tele- ßkuph gar nicht nöthig gehabt hätte, zu melden. Arbelterfchuü-K-mmisst-n. Die Berathung beginnt mi § 139b(Aufsicht durch die Fabrikinspektoren.) Hierzu beantragen Bebel und Genossen, daß die Ordnung der Zuständigkeitsvcrhältnisse der Regelung durch das bleich vorbehalten bleiben soll. . Die Vorlage überweist diese Aufgabe den einzelnen Bundes- staaten. Abg. Dr. Hirsch beantragt hierzu, daß die Fabrikinspektoren weder mit anderen amtlichen Funktionen besaßt, noch bei gewerb- ichen Unternehmungen irgend welcher Art betheiligt sein dürfen; wner soll den Fabrikinspektoren das Recht, Unternehmer, Be- sriebsbeamte und Arbeiter zu vernehmen, ertheilt werden und h"en zustehen, in dringenden Fällen polizeiliche Strafmandate zu blassen. Außerdem beantragt Abg. Hirsch einen Reichs-Gewerbe- Inspektor einzusetzen, welchem die Zusammenstellung der Jahres- Berichte der Anfsichtsbcamten, die Berufung und Leitung von Konferenzen derselben, die Begutachtung von Gesetzen. Ver- Ordnungen und internationale Verabredungen ,c. übertragen werden soll. . Abg. Hitze beantragt, die Arbeitgeber zu verpflichten, den unbrikinspektoren diejenigen MittheilungenZüber die Verhältnisse er Arbeiter zu machen, welche vom Bundesrath vorgeschrieben werden. Der Referent Mg. von Stumm beantragt Annahme er Regierungsvorlage, welche er gegenüber den Amendements alv 0 lommen ausreichend erklärt. Abg. Dr. Hirsch begründet seine Anträge mit dem Hm- � auf gleichartige Bestimmungen in der österreichischen� izerischen und englischen Gewerbc-Gesetzgebnng. In Deutschland giebt es eine Anzahl von Fabrikin spektoren� ,. � ihre wichtige Ausgabe nur im Nebenamt erfüllen; die-- und müsse beseitigt werden; ebenso'st es noth� MMW -ZWZM-� jetzt erfüllt werden; der Redner befürwortet seinen Antrag, der die erforderliche Klarlegung der Arbeiterverhältnisse fördern werde. Abg. Bebel betont die Wichtigkeit dieses Paragraphen, welcher die Ueberwachung der Schutzbestimmungen regelt; es sei dringend nothwendig, eine einheitliche Gewerbeaufsicht zu schassen; durch den sozialdemokratischen Antrag werden die Hirsch'schen Anträge bezüglich des Reichs-Gewerbe-Jnspektors unnöthig; für den Antrag Hirsch, den Fabrikinspektoren keine andere Funktionen zu übertragen, könne er stimmen; ebenso wird Redner in Rück- ficht auf die gegenwärtig ganz unzulänglichen Verhältnisse dafür stimmen, den Fabrikinspektoren das Recht zu geben, Strafen zu erlassen; der Antrag Hirsch bezüglich des Reichs-Gewerbe- Inspektors ist nur eine Halbheit und hält die Gesetzgebung auf diesem Gebiet für später auf; der Antrag Hitze ist für den Redner annehmbar. Der Handelsminister von Berlepsch führt aus, daß bereits jetzt die Aufgaben, welche der Antrag Hirsch dem Reichs- Gewerbc-Jnspektor stellt, durch den Bundesräth erfüllt werden; dem Gedanken, die Fabrikinspektoren zu regelmäßigen Kon- ferenzen u. s. w. zu berufen, steht der Minister für seine Person sehr freundlich gegenüber; der Antrag von Bebel und Gen. ist konsequenter wie der Antrag Hirsch und der Minister würde, wenn er im Augenblick eine anderweite Regelung der Gewerbe- Aufsicht für wünschenswerth und durchführbar hielte, gemäß dem sozialdemokratischen Antrage eine Zentralisirung der gesammten Gewerbe- Gesetzgebung und der daraus nothwendig werdenden Aufsicht vornehmen; der Redner bittet daher, diese Amendements abzulehnen und sich an der Regierungsvorlage genügen zu lassen; vor Allem erscheint es unthunlich und würde die Thätigkeit der Fabrikinspektoren abschwächen, diesen Beamten die Vefugniß, Straf- Mandate zu erlassen, zu geben; dagegen stimmt der Minister dem Amendement Hitze zu, weil es nothwendig erscheint, statistische Erhebungen über die Verhältnisse der Arbeiter in viel höherem Umfange als bisher vorzunehmen. Abg. Schmidt erklärt sich dagegen, den Fabrikinspektoren polizeiliche Strafbefugnisse zu ertheilen, wünscht aber, daß diesen Beamten keine anderen Funktionen zuertheilt werden. Der An- trag Hitze geht nach Ansicht des Redners viel zu weit, weil er den Einblick in alle Interna der Gewerbebetriebe gestatte. Der würtembergische Regierungskommissar Geheimer Rath S ch ü ck e r t hält es für sehr wünschenswerth, den Fabrik- inspektoren andere Funktionen z. B. die Kesselrevisionen zu über- lassen; der Redner bekämpft die Hirsch'schen Anträge, die durch die bestehenden Verhältnisse gegenstandslos sind. Abg. L e t o ch a empfiehlt das Amendement Hitze, und ver- langt eine Aenderung der Aufsicht im Bergwerksbetriebe, die jetzt unzulänglich sei und außerdem den Revierbeamten zu viel Rechte gewähre. Abg. H a r t in a n n wendet sich gegen den Antrag Bebel und Genoffen, der einen Zustand schaffen würde, gegen welchen die jetzigen Verhältnisse vorzuziehen seien; die Verbindung der Kessel- revision mit der Fabrikaufsicht sei nicht bedenklich, ebenso könne er für den Antrag Hitze stimmen. Abg. Klemm verkennt zwar nicht die Möglichkeit bedenk- licher Konsequenzen, welche bei Annahme des Hitze'schen Antrages entstehen können, glaubt aber, daß durch die Berechtigung, Zeugniß zu verweigern, diese Bedenken beseitigt werden; im übrigen wird der Bundesrath von dieser Vefugniß gewiß nur mit der größten Diskretion Gebrauch machen; den Antrag Bebel und Genossen bittet der Redner abzulehnen, weil die reichsgesetzliche Regelung dieser Materie nicht erwünscht sei. Abg. Bebel wiederholt die Bedenken, welche er dagegen hat, den Fabrikinspektoren andere amtliche Funktionen zu ertheilen; der Redner fordert mit dem Hinweis auf die Schweiz, daß die Gewerbebeamten zu Reichsbeamten gemacht werden müssen, und dies könne nur ausreichend geschehen, wenn ein Reichsgewerbe- oder Arbeitsamt errichtet wird, der Redner empfiehlt die Annahme des sozialdemokratischen Antrages und erklärt nach den Ab- schwächungen der Hirsch'schen Anträge, nicht für dieselben stimmen zu wollen, ebenso wenig hält er den Zusatzantrag Möller für an- nehmbar. Abg. Möller hat einen Zusatzantrag zu dem Amendement Hitze gestellt, wonach die Unternehmer nur verpflichtet sein sollen, solche Fragen zu beantworten, welche keine„Fabrikationsgeheim- niffe" betreffen oder eine„Schädigung des Geschäftsbetriebes" be- fürchten lassen. Abg. Hitze findet, daß der Antrag Möller ein unberechtigtes Mißtrauen gegen den Bundesrath enthalte. Der Handelsmini st er zerstreut die Bedenken des Abg. Möller bezüglich etwaigen Mißbrauchs der zur Kenntniß der Regierung kommenden Thatsacheu. Abg. Schmidt erklärt sich für den Antrag Bebel und Ge- Nossen, der eine bedeutende Verbesserung der bestehenden Ver- Hältnisse herbeiführen werde, die Verbindung der Kesselrevisionen mit den Fabrikinspcktorcn hält der Redner für unthunlich; die Gefahren des Antrages Hitze sind nach der stattgehabten Diskussion für den Redner nicht beseitigt. Abg. Möller stimmt der Tendenz des Antrages Hitze zu, hält aber einen Zusatz, wonach jeder Mißbrauch verhütet wird, für nothwendig; jedoch nach den beruhigenden Erklärungen des Ministers zieht Abg. Möller seinen Antrag zurück. Abg. Krause bekämpft den Antrag Hitze, welcher den Unternehmern Unbequemlichkeiten bereiten werde, und außerdem gar nicht nöthig sei, weil die beabsichtigten Erhebungen jetzt bereits gemacht werden können. Abg. Hirsch hat seine Anträge durch Zusätze abgeschwächt und hofft nunmehr, daß dieselben Annahme finden. Abg. Hitze polcmisirt gegen die Abgeordneten Krause und Schmidt und weist nach, daß die Annahme seines Antrages im Interesse der Erhebungen über die Verhältnisse der Arbeiter noth- wendig sei. Abg. Singer erklärt sich dagegen, den Autrag Hitze durch Einfügung des Wortes„statistischen" abzuschwächen; der Redner wünscht eine strenge und eingehende Durchführung der Erhebungen, welche auf alle Verhältnisse der Arbeiter auszudehnen sei und dem Bundesrath ohne jede Einschränkung gewährt werden müsse. Geh. Rath L o h m a n n glaubt, daß Erhebungen, wie Singer sie wünscht, auch bei Einfügung des Wortes„statistischen" gemacht werden können. Abg. v. Kleist-Retzow wünscht den Antrag Hitze an- zunehmen, ohne daß der Zusatz„statistisch" gemacht wird; der Redner betrachtet diesen Zusatz als unnütz und meint, daß der- selbe als Mißtrauen gegen den Bundesrath ausgelegt werden könne. Nach Schluß der Diskussion resümirt der Referent Abg. v. Stumm die Debatte und empfiehlt die Ablehnung der Anträge des Abgeordneten Hirsch, welchen er keine Be- deutung zuerkennen kann; ebenso wendet sich Referent gegen den Antrag Hitze, indem er auf die Gefahr hinweist, welche durch das Bekanntwerden der Lohnstatistik für die Landwirth- schaft eintritt, weil die landwirthschaftlichen Arbeiter durch die höheren Löhne nach der Stadt getrieben werden; wenn aber der Antrag Hitze angenommen werden soll, dann hält er die Ein- fügung des Wortes„statistisch" für nothwendig, um individuelle Belästigungen zu vermeiden; der Referent empfiehlt die Re- gierungsvorlage. Der Korreferent Abg. Molkenbuhr hält das Amendement „statistisch" für viel zu einschränkend und bittet, dasselbe abzu- lehnen; es giebt sehr nothwcndige Erhebungen, welche, ohne daß damit direkt statistische Zwecke verbunden sind, gemacht werden müssen. Redner empfiehlt die Annahme der Vorlage mit den Amendements Bebel und Genossen und dem Antrage Hitze; da- gegen beantragt er Ablehnung der Anträge Hirsch und des Amendements Stumm. Bei der Abstimmung werden die Anträge Hirsch abgelehnt und der Absatz 1§ 139b nach der Regierungsvorlage ange- nomine». Bei Absatz 2 wird der Antrag Bebel und Genossen abgelehnt und die Regierungsvorlage angenommen. Absatz 3 und 4 ohne Widerspruch angenommen. Der Antrag Hitze, Absatz 5, wird unter Einfügung des Wortes „statistisch" angenommen. Der Antrag Hirsch(bezüglich Reichs-Gewerbe-Jnspektor) wird abgelehnt. Nunmehr wird§ 139b im Ganzen angenommen. Artikel 2 des Gesetzes wird ohne Diskussion angenommen. Artikel 3 des Gesetzes wird berathen. Abg. Bebel wendet sich dagegen, daß den Innungen die Ueberwachung der Beobachtung der erlassenen Vorschriften über- tragen wird. Geh. Rath Lohma»» und Abg. v. K l e i st führen aus, daß es sich hier nur um formelle Bestimmungen handelt und daß an den bestehenden Verhältnissen nicht das Geringste geändert wird. Artikel 3 wird angenommen. Nächste Sitzung Dienstag 10 Uhr. ©vimtmmoe» au unsere« in Halle verstorbenen Ge» nassen Kaumgarte». Ein Chemnitzer Freund des Verstorbeneu schreibt:„Wir waren zusammen vor drei Jahren in St. Gallen auf dem Kongreß gewesen. Alle Berliner und Leipziger Vertreter waren durch Schmuggler durch entlegene Akpenpässe über die öfter- reichische Grenze und von da nach Deutschland geschafft, weil wir befürchteten, daß erstere an der Grenze abgefaßt und mindestens ausgewiesen werden würden. Die drei Vertreter von Hamburg, welche ich sänimtlich in Halle wiedergetroffen, darunter auch Baum- garten, besuchten erst einmal die Redaktion des„Sozialdemokrat" m Zürich, wo wir uns trafen und noch mehrere andere Genossen vorfände«. Wir gingen mit dem„rothen Postmeister" auf den Uebtliberg bei Zürich, von da bummelten wir in Einzelgruppen an den Züricher See entlang und ich wollte gerade„Zum Schwan", dem Versammlungsort des sozialdemokratischen Arbeitervereins (welchem ich schon im Jahre 1860 angehört hatte), als ich Plötz- lich auf der Straße von einem Manne angehalten wurde: „Bist Du nicht Heine?"„Ja wohl."„Du möchtest sofort mal nach der Redaktion des„Sozialdemokral" kommen." Ich muß gestehen, ich bekam keinen gelinden Schreck. Was ist geschehen? Sind unsere Genossen an der Grenze verhaftet? Ist eine Depesche von Haus gekommen mit böser Nachricht? Der Bote wußte von Nichts. Eiligst begab ich mich nach Hottingen,«inem Vorort von Zürich, zur Redaktion, wo ich Baumgarten und die anderen Hamburger antraf. Baumgarten und die Anderen hatten zwei Hamburger Geheimpolizisten auf der Straße von Zürich erkannt, sie hatten von der Fraktionsleitting die strengste Ordre erhalten, Allem aus dem Wege zu gehen.„Heine," sagte Motteler, „Du mußt uns aus der Patsche helfen!"„Was soll ge- schehen?„Du bringst die Hamburger durch Frankreich nach Deutschland. Die genaue Anweisung gebe ich Dir. Die Genossen sprechen kein Wort französisch und Du mußt als Dolmetscher dienen."„Das wird aber eine theure Bescheerung!" warf ich ein.„Nicht ein Zehntel so theuer, als wenn unsere Freunde abgefaßt und aus Hamburg ausgewiesen werden."„Na, also denn los."— Den andern Morgen in aller Frühe fuhren wir mit einem Lokalzuge bis zur nächsten Station vor Zürich(Baden).(So früh steht die Bande nicht auf, hatte Motteler gemeint.) Von da fuhren wir über Solothuru nach Delles. Hier überschritten wir die französische Grenze und fuhren bis Bclfort. Vou Belfort fuhren wir nach Nancy und bei Metz und Luxemburg fuhren wir einzeln auf verschiedenen Bahnen über die deutsche Grenze. In Koblenz traf ich zufällig wieder mit Baumgarten zusammen. Alles war gut gegangen und in Halle lachten wir noch über unsere verschiedenen Reiseabenteuer, wie man uns in Nancy ge- sottenen Karnickel- als Hasenbraten vorgesetzt hatte u. s. w. Der brave Genosse, er hatte einen schönen Tod. So wünsche ich ihn mir auch. De» Urtsel auf den Kopf trifft das„Berliner Volks- blatt"— so schreibt die„Kreuz-Zeitung" vom Sonntag—, wenn es den Applaus, welchen„Sodoms Ende" im Lessing- Theater seitens der Berliner Bourgeoisie fand, mit dem Bei- fall vergleicht, den 1784 der französische Adel Beaumarchais' „Figaro" spendete. Von dieser Gesellschaft gilt wahrlich das Wort:„Spottet ihrer selbst und weis; nicht wie". Sie fühlen sich in ihrer ganzen Hohlheit und Nichtswürdigkeit, m ihrer geistigen und sittlichen Misßre treffend charakterisirt und karrikirt und dazu jubeln sie noch. Wenn das„Verl. Volksblatt" nun sagt, dasi eine solche Gesellschaft nichts ver- dient, als den Untergang, hat es damit nicht etwa Recht? Was der Sozialdemokratie am meisten Wind in die Segel giebt, ist nicht etwa ihre eigene Theorie, denn die ist so kläglich als möglich, sondern die Verderbtheit dieser sogenannten guten Gesellschaft. Nur ist cS Gott sei Dank mcht überall so. Und gerade die christlichen Kreise wer- den den Zusammenbrilch alles Bestehenden verhüten, lueun die naturalistische Epikuräer-Bourgeoisie ihr„Sodoms Ende" findet." — ein Zeichen„der Verderbtheit dieser sog. guten Gesellschaft" besteht gerade darin, daß jeder Einzelne sich selber als eine Ansuahme betrachtet. Und ein anderes, daß die„gute Gesellschaft* in ihrer Masse— mit nur sehr wenigen Ausnahmen— die vorhandenen Symptome über- sieht oder gar ihrer spottet. Wie trieb es seiner Zeit die Lottergesellschaft am Hof der französischen Könige? Und wahrhaftig sie war nicht schlimmer, als diejenigen, welche heute die Nase über sie rümpfen. Was aber will die„Kreuz-Zeitung" mit der Bemerkung .sagen, daß unsere Gegner durch ihre Verderbtheit uns den Wind in die Segel geben? Soll das eine Herabsetzung unserer Partei sein? Glaubt das Junkerorgan, wir mit unserer„kläglichen Theorie" wußten das nicht und rechneten nicht darauf? Ja, das ist ja has Schöne, daß unsere Gegner und Feinde für uns arbeiten müssen.— Schuster, bleib' bei deinem Leisten I müssen wir dem Herrn Prof. H ä ck e l zurufen, dem es plötzlich eingefallen ist, für die Kolonialpolitik Reklame zu machen. Hr. Höckel hat schon verschiedene Male sich aufs politische Eis gewagt, und ist jedesmal dabei zu Fall gekommen. Als Mann der Wissenschaft hat er Tüchtiges geleistet und kann vielleicht noch Tüchtiges leisten. Da ist sein Feld. Eic Rhodas, hic salta! Die Kolonialpolitik überlasse er den Peters und Genossen.— Schimpfnirtuose«. Der Umstand, daß wir am Tage der Moltkefeier nicht aufhörten, Sozialdemokraten zu sein, hat ein hiesiges Blatt zu folgendem patriotischen Erguß be- geistert: Der Fanatismus der Sozialdemokratie streift nach- gerade an Blödsinn. Das parteioffizielle Organ der Sozial- demokratie, das„Verl. Volksbl.", vertheidigt sein gänzliches Todtschiveigen der Molktefeier damit, daß die Bourgeoisie ja auch die Geburtstage eines Marx oder Lassalle nicht feiere. lieber das Ungereimte der Zusammen st ellung eines Molkte mit ein paar demagogischen Eintagsgrößen brauchen wir wohl kein Wort zu verlieren. Es ist natürlich nur ein dürftiger Vorwand, um nicht offen einzugestehen, daß man dem Hasse alles dessen, was deutschnational ist, frohnt und dabei sich nicht scheut, in den blödesten Undank zu ver- fallen. Denn was wäre der deutsche Arbeiter, die deutsche Arbeit, ohne den Schutz des deutschen Reiches und des durch Moltke auf den Gipfel der Tüchtigkeit gehobenen deutschen Heeres! Das fühlt der ehrliche Ar- heiter auch recht gut, und deshalb scheut sich die Parrei- leitung, ihm ins Gesicht hinein zu erklären: Wir nahmen von der Moltkefeier keine Notiz, weil wir den Mann um des Werkes willen hassen, das er vollbracht. Deshalb muß die in jeder Hinsicht alberne Parallele mit Marx und Lassalle herhalten, von denen die große Masse der Arbeiter kaum mehr als den Namen kennt, während das Verdienst Moltke's mit u n v e r- g ä n g l i ch e n Lettern in jedes deutsche Herz eingegraben ist. Aber was weiß das„Berliner Volksblatt" von deutschem Wesen. Das Kennzeichen des echten Sozialdemokraten ist und bleibt, neben wüstem Geschimpfe auf Alles, was einem rechtschaffene» Deutschen werth und lieb ist, die S ch w e i f w e d e l e i mit den Franzosen, die auch wieder vom„Berliner Volksblatt" anläßlich der Moltkefeier in gewohnter Weise betrieben wird. Und das maßt sich an, eine neue Aera des Volkswohls in Deutschland einzuführen. Wie übrigens eine deutsche Volks- beglückung nach dem Rezept der Franzosen aussieht, davon legt das Gedächtniß der Melac'schen Mordbrennereien in den Rhein- landen und die Franzosenherrschaft in Preuße» zu Anfang des Jahrhunderts hinlänglich Zeugnih ab." Nicht übel das! Die heutigen republikanischen zosen mit den Melac'schen Mordbrennerbanden, die vor 200 Jahren von dem großen Abgott aller deutsche» Höfe, dein„ K ö n i g- S o n n e" geschickt waren, zusammen- zuwerfen, ist beiläufig gerade so sinnlos, als wenn man die deutschen Regierungen von heute für eines der schuftigste» und feigsten politischen Verbrechen, die je verübt worden sind, den R o st o ck e r G e s a u d t e n m o r d, verantivort- lich machen wollte.— Noch toller als das Blatt, dem wir obige Stilbluthe entnommen, schimpft die„Germania", die, weil!>e ihren„Zukunftsstaat" oder Jdealstaat nicht präfen- tiren kann und von uns ausgelacht wird, such»' wild ist und wie ein Fischweib schimpft, d. h. wie ein F#' weib der Tradition, die Fischweiber der W i r k l i ch- feit, die sehr nützliche, meist sehr anständige und zum Theil sehr liebenswürdige Glieder der menschlichen GeseU- schaft sind, würden sich dafür bedanken, mit den Gelehrten der„Germania" auf eine Stufe gestellt zu werden. J» einem Artikel leistet das biedre Organ der(katholiich-) christlichen Nächsten- und Bruderliebe sich folgende Blumenlese:„Geistiger Bankrott der Sozialdemokratie."„llnfahig die einfachsten Denkgesetze zu handhaben",„absolute Dem- Unfähigkeit",„geistlosester Bombaß",„denkfauler oder dem- unfähiger Skribent" u. s. w. Nun— an ihren Werken sollt ihr sie erkennen. Und das S ch i m s e n gehört JO- wie das Verfluchen zu den Werken der„Germaina und ihres Gleichen. Theater. Dienstag, den 11. November. Opernhaus. Das Nachtlager in Granada. Schauspielhaus. Verlorene Liebes- müh. Lesstug-Theater. Sodoms Ende. Herliuer Theater. Die Jour- nalisten. Deutsche« Theater. Das verlorene Paradies. Frledrich-Milh-lutstadt. Theater. Königsgardist. Sonne und Erde. |U alliier- Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schüller. Ziestdeuz■ Theater. Scylla und Eharybdis. Familie Moulinard. Kititoria- Theater. Die Million. Kelleallianr«» Theater. Mamsell' Nitouch«. Ostend- Theater. Der Sandmann aus der Friedenstraße. Thomas-Theater. Der Wetterfrosch. Adolph Ernst»Theator. Unsere Don Juans. Aaufmau»'» DartttS. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der NeichshaUeu. Große Spezialitäten-Vorstellung. Coueordia. Große Spezialitäten- ' Borstellung. Oedx. Richter s NariStö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktton: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Franke Schols, Kostüm-Soubrette. Gesehnt. Wildenfels( Gesangs- Duettisten. Richard Gersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Truppe Blumenfeld, Parterre- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- künstler. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVl Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Kommaudantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Ouartett-Kängeru, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frci-Concerf. Sonntags Entrec 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 8 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. EtMißment Bnggenliagen am MoritzpBatz. _ Täglich: ■9" Grosses Concert. Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. FnfrÄo Wochentags 10 Pfg., üiUlie« gönn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Castan's Panopticum. Ottire« 60 Pfg., Kinder 25 Pfg V. 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Vorstellung Vorm. UVa u. 12V» Uhr. Nachm. v.4Vs-9VsUhr stündl. eine Vorstellung. �Brira-Oiiire« 30 Pfg. Kinder frei. Circus Renz. Karlstraße. Dienstag, den 11. November, MF- Abends 7Vg Uhr: Deutsche Turner. Große nationale Pantomime vom Hof- Balletmeister A. Siems, inszenirt vom Direktor E. Renz. Musik von A. Cahn- bley. Dekorationen, Kostüme, Requisiten, jWagen auf das Prachtvollste. Eine Fahnen-Quadrille, geritten von 16 Damen. 6 irländische Jagdpferde, zusammen dressirt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. Der phänomenale Reitkünstler Mr. I. F. Clarke. Miß Zelina Zampa, Luftvoltigeuse. Trepido, geritten von Frl. Oceana Renz. Auf- treten der weltberühmten 4 Gebrüder Briatore. Johanniter, geritten von terrn Gaberel. Mr. Burnell Fillis, altomortal- Reiter auf ungesatteltem Pferde. Auftreten der Reitkünstlerinnen Frls. Zephora und Natalie, sowie komische Entree's und Jntermezzo's von Clowns. Morgen: Deutsche Turner. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Dienstag, den 11. November, Abends 7Vs Uhr. Die Jagd bei Bolton. Höchstintereffantes Jagdbild, geritten von Damen und Herren der Gesellschaft mit englischen Halb- u. Vollblutpferden. Tanzeinlage: DerJägertanz, vom Corps de Ballet. Auftreten des anerkannt besten Jockey- Reiters der Welt Mr. Arsene Loyal. MF" Original-Clown Ouroff. Familie Leon(5 Personen) Jkarische Spiele(ohne Konkurrenz). Pas de trois auf 2 nebeneinander laufenden Pferden von Miß Victoria, Rosa und Herrn Max. Entree comique vom beliebten Clown T a n t i.— Saltomortal-Reiter Thomas Leon. Zum 1. Male: Jam- marie, arabischer Fuchshengst, vorgef. von Miß Ada. Entree gymnastique et comique von den Clowns Hermann u. Gregore. Parforce-Reiteriki Frl. Helene Gerard.— Auftreten der Reitkunstler Gebr. Morelli in ihren sensationellen Leistungen am 3fachen Reck:c. je Morgen: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Passage-Panopticum. Unter den Linden 22/23.[742 LebensMe Panoramen. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Uolstssiinger. Entree 90 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. flirtflirtflilf A* Goldschmidt, alDlJllllllll Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt sicher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel besindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[746 j BBanaBnBMBnaHi Nur 1 ftTiaHc. Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen. 131 Pollak, jetzt Georgenkirchstr. 24 11. Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Als Verlobte empfehlen sich: Frida Töpznik Karl Reier. 318 Heute Nacht IVeUhr entschlief sanft nach kurzemLeiden unser geliebter Mann und Vater, Bruder, Schwieger- u. Groß- vater, der Restaurateur Franz Schonfeldt im vollendeten 60. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten Berlin, den 8. November 1890. Die trauernde» Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Dienstag, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Mariendorferstr. 10, nach dem Neuen Jakobi-Kirchhof(Britz) aus statt.[302 Todes-Anzelge. Nach kurzem Leiden verschied am Sonnabend, den 8. d. Mts., am Gehirn- schlag unser Kollege Otto Baetz. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen-Kirch- Hofes, Landsberger Allee, statte Die Kollegen der Piano-Fabrik von Kuhla. Vereill zur Wahrung her Znteresseu her Klavierarbeiter und verw. Berufsgenossen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Otto am Sonnabend am Gehirnschlag ver- starben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. d. M., Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- kirchhofs, Landsberger Allee, statt. Um recht zahlreiche Betheiligung er- sucht Der Vorstand. Danksagung. Allen Genossen und Freunden, welche meinen Mann, unfern Schwager, zur letzten Ruhe geleitet haben, sagen wir hierdurch unseren innigsten Dank. Wittve Emma Wntke geb. Klink. Hermann Klink t Amalie Klink 1 Verwandte. Anna Klink J 801 Allen Freunden und Genossen bei unserer Abreise nach den Ferienkolonien ein herzliches Lebewohl. 313 Th. Uoffmann, Zimmerer. Ii. Schulz, Tischler. Deutscher Zchueiber- uub Schueiberiuueu-Verbanb. Filiale Derlin Nord. Dienstag, 11. November, Abds. SVe Uhr, Mglieber-Versaiunllung in der Dranerei Königstadt, Schönhauser Allee 10—11. Tagesordnung: 1. Vortrag.— 2. Diskusston.— 3. Borstandswahl für den Noroen.— 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. 809 Verein der Arbeiterinnen au Buch- und Steindruck- Schnellpressen. Große Versammlung am Mittwoch, den 12. November, Abends 8V2 Uhr, bei Reqer, Alte Jakobstraße Nr. 83. Tages-Ordnung: 1. Gründung eines Zeitungsorgans. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet 923 Der Vorstand. Genosse», welche gewillt sind einem Arbeiter-Gesangverein beizutreten, sind willkommen Mittwoch, Abends 9 Uhr, Schönhauser Allee 28 bei Nürnberg. (1. Tenöre erwünscht.) 321 Hiermit die traurige Nachricht, daß unser Genosse und Mitglied des sozialdemokratischen Wahlvereins für den II. Berliner Reichstags- Wahlkreis, Herr Restaurateur 3üb Franz SchänfeBdl verschieden ist. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. November, Nachmittags 3 Uhr, von der Mariendorferstr. 10 aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand Grosse Volks-Versammlung an» Sonntag, den IG. November, Mittags UVs Nhr, ft in Gratweit'» Kierstallen, Komtnandantenstrasie 7* Tages-Ordnung:_ Wie verhalten sich die Arbeiter Berlins zur Gründung eines„Allgemein Berliner Arbeiter-Bildungsvereins. Besonders Leseklubs und Arbeiterbildungsvereine mögen diese Versa»»' lung ihre Aufmerksamkeit schenken. Der Ginbernfer._ Gr. öffentl. Volksversammlung Am Dienstag, den 11. November 1890, Abends Sva Uhr, im Saale der Aktien-Brauerei Moabit(Ahrends Brauerei). Tages-Ordnung: t, 1. Vortrag über Endziele der Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 9.-v schiedenes.... Zu dieser Versammlung werden die freisinnigen Herren Dr. Pach«'' Rechtsanwalt Dr. Goldstein, Rechtsanwalt Dr. Flatau brieflich eingeladen. Referent ivird in der Versammlung bekannt gemacht. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Ginbernfer.___„ Sozialdemokratischer Wahlverein. für den 2. Berliner Reichstags-Wahlkreis- Dienftag, den 11. November, Abends SVa Uhr, in der Kosttbranerei an» Tempelhofer Kerg: Gr. GeneraB- Versammlung" 4. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Vortrag. n kussion. 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste, welche Mitglieder wer wollen, haben Zutritt. Um zahlrerches Erscheinen ersucht 303 Der Vorstand. Gr. öffentl. Volksversammlung für Schöneberg und Umgegend am Donnerstag, den 13. November, Abends SVa Uhr, in Gründer'» Salon, Schwerinstrasie 36._■„r, Tages-Ordnung: 1. Die Stellung der bürgerlichen Parteien ZirSo» demokratie. Referent: Herr Regierungsbaumeister a. D. Gustav Keß: 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 006 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Einberufer.____ Verein der Berliner Möbeltransport- Arbeiter, Kutscher und Berufsgenossen. Mittwoch, den 12. November 1890, Abends 8 Uhr, Im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstrassc« 3 General- Mitglieder Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 8.-w% der Kassen-Revisoren. 4. Antrag des Kollegen Leschinski(Abänderung des 3 des Statuts. 5. Verschiedenes. Statutenbuch legitimirt. 263 Gäste können eingeführt werden. Der Vorstand. �Große öffentliche Versammlung � Sr fwr Frauen und Mannet* am Allittwoch, den 12. November, Abends 8Vs Uhr,„ im Lokale des Herrn Nürnberg, Schönhauser Allee Tages-Ordnung:... 1. Vortrag über:„Freie Liebe". Referent Pens. 2. Disku» 3. Verschiedenes. Zu recht zahlreichem Besuch laden Genossen und Genossinnen ein 319___ Die Keanftragtet!��. OeffentBiche yersammiunü der Vergolder, Vergolderinnen u. BeruW' am Dienstag, den II. November, Abends 8 Uhr, in Sahms Clubhaus, Annenstr. 16. miocfl4 Tages-Ordnung: 1. Der Streik der Barockrahmen-Vergolder. 2-- ,�1» zum Krankenkassen-Gesetz. Referent: Kollege Fries. 8. Stellungnahme Gewerkschaften-Kongreß. 4. Verschiedenes.. Alle Mitglieder der Ortskrankenkasse der Vergolder werden beso> eingeladen. 303 Die Lohn- und Agitations-KommifsioN'___-- läse"' Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Aading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. tjirr;u zwei Ae« L Beilage m Berliner Nr. 363. Dienstag, den 11. Uovemder 1890. y. Jahrg. Eine Fata morgana. Ter Ruf:„Fort mit den Getreidezöllen!" er- 'mmer lauter und dringlicher. Mit Siebenmeilen-Stiefeln die m Preisbewegung der Lebensmittel vorwärts. Selbst ll>?„ rgeoiskriise scheinen die Kalamität, zu welcher die !m»n �»g der Lebensmittel-Preise emporgewachsen ist, schon zu idind n'.denn Stadtverordneten-Versammlungen und Gewerk- sve>I petitioniren beim Reichskanzler um Aushebung der Vieh- !ön- der Ausfuhrverbote und Herabsetzung der Lebensmittel- Li' Wie ein verfrühter Fastnachlsscherz nimmt sich unter «ack ü �rrhältnissen der Unkenruf der„Kons. Korrespondenz" riii? Strafrichter aus, den das zitirte Blatt gegen uns an- J'..we.l wir nach dessen Meinung ungerechtfertigte Be- Elrik anzetteln. Wie leer muß es in den Schädeln solcher die ir H aussehe», wenn sie noch nicht begriffen haben, daß .it„?.'unnchigung auf Seiten der Konsumenten ist, daß die k, r" Interessen des Individuums auf dem Spiele stehen, daß Ii*,,"" Selbsterhaltungstrieb des Einzelnen sich gegen mensch- Streit nnffakMf ■vjrreit auflehnt. di- iSs Nahrungsbedürfniß ist das dringendste Bedürfniß K.i.��uschen. Es äußert sich täglich, und von seiner ob A!®.unfl hängt die Gesundheit des Menschen in erster Reihe »m'J?'&>e Erhaltung seines Lebens. Wenn demnach die Lebens- imh™nWich bis zu einem Grade vertheuert werden, der die dam. S? h'1' breiten Volksmassen ersichtlich schädigt, was ist �Zial reicher Ql§ bie Kundgebung des Unwillens über solche doz und ninnner werden wir es der„Köln. Ztg." glauben, lqA le yleischpreise nach Fallenlassen der Grenzsperre gegen Ruß- oiril-i?."!.? sicigen müsse», weil dann dem deutschen Viehstand iv-,.-, die Gefahr einer Verseuchung näher gerückt sei. Keines- der n diese mögliche Gefahr an Größe sich messen mit näfin.0 r h a n d e n e n Gefahr der weiteren Einschränkung der Er- w.ug- Man hat berechnet, daß der Rückgang des Fleisch- Nr-ik» gegen 1888 in Arbeiterkreisen 20 pCt. und in den den„, kleinen Beamten schon 10 pCt. ausmache. Jetzt wer- l�.-Uuch die Kartoffclpreise anziehend, so daß nur äußerste Ein- die Qn alle» anderen Lebensbedürfnissen den Arbeitern g�'/�gtichkeit des nothdürstigsten Auskommens im Haushalt schai.z't man bestrebt ist, den Kurs der Bismarck'schen Wirth- KgI�?°otik zu ändern, hat man auch das Augenmerk auf die fluü ► der Theuerung der Ernährung gerichtet, und ein Aus- Erkenntnis, ist ohne Zweifel bereits die beabsichtigte �uav'gnng gegen Oesterreich-Ungarn. Wir haben schon nachgewiesen, daß, was die Agrarier llllz|uiuu vwp, xuus uic lich.„s1"., deutsch- österreichischen Zolltarif machen wollen, recht- hali°., u>oglich, wirthschaftlich verwerflich ist. Wir uon dem Zugeständniß, das die Herren Schutzzöllner an die Herren Konsumenten zu machen bereit sind, k-.' absolut Nichts. «!?�ut nun, als wenn so etwas Aehnliches auch in den \ �isen der Regierung in die Erscheinung getreten ist, m �an man einem Gerücht, das in den letzten Tagen wieder- fr�en ist, Glauben schenken darf, so ist der Antrag auf S R? bks Identitätsnachweises für Getreide (»& H ndesrath an den Reichstag gelangt und soll dort sofort �onstituirung desselben zur Berathung kommen. spricht nichts deutlicher gegen die Ueberhebung, An- ton" and Begehrlichkeit der Agrarier, als gerade das Ver- ! nach Aushebung des Identitätsnachweises. Demnach ■"ctürf,* fast, als habe die„Köln. Ztg." Recht, wenn sie das Senti, t00? dem Abgange des landwirthschaftlichen Ministers kaünü der sich als der starrste Anhänger der Bismarck'schen 'v'.Sungspolitil der Landwirthschaft erwiesen hat. Nur »Hr®te Agrarier die Stütze für ihre Begehrlichkeit fest fühlen, in s>e die Klinke der Gesetzgebung noch fest in der Hand Üflo n.V»a�nteinen, konnten sie es durchsetzen, daß diese Forde- �nl>� v. Erbbegräbniß, das ihr der Reichstag 1888 , Jiio nr II ZU neuem Leben erweckt worden ist. -«iten ashebung des Identitätsnachweises sür Getrei w zu «ufyevung daß in Z Identitätsnachweises sür Getreide würde Ktiin...... UUB in Zukunft der Zoll nicht mehr allein für das- tili» �kportirte Getreideauantum zurückvcrgütet wird, betrests �a,,f.d� Nachweis geliefert werden kann» daß es vorher in �iilw.d importirt worden ist, sondern daß die Zollvergütung �sdr für jedes exportirte Quantum erfolgt. Der Prophet. Eine orientalische Geschichte aus der Gegenwart. Ich meld' euch eine hübsche Mähr' Aus fernem Morgenlande, Die zutrug sich in einer Stadt An eines Flusses Strande. Und fraget ihr:„Wie heißt der Fluß?"— Der Jordan war es nicht; das muß 'Uorlättfig euch genügen. Die Gläubigen versammeln sich Allmöchentlich, zu beten, xsn.der Moschee, zu horchen auch Den Worten des Propheten, Der ihnen auslegt den Koran Und sie ermahnet, auf der Bahn Des Glaubens fromm zu wandeln. �inst ließ sich hören ein Prophet, Aie sie noch keinen hörten; Er redete gewaltig, kühn, Nicht wie die Schriftgelehrten. Drum schlief an diesem Tage auch Nicht einer ein, wie sonst der Brauch; � lauschten wie im Schauspiel. �anz ohne Scheu las er den Text Den reichen Sklavenhaltern. sprach;„Allah hat euch nur bestellt seinen Gutsverwaltern; ,ucht, daß ihr häufet Schatz auf Schatz sUid euch ergebt der tollen Hätz Nuf gleißnerischen Mammon. �enug des Lohnes sollet ihr Den Arbeitsleuten geben; Sjollt ihnen gönnen allezeit in menschenwürdig Leben; sie behandeln menschlich, gut, Zapfen fühllos nicht ihr Blut Durch anzulange Arbeit. Dadurch würden weder die Zolleinnahmen des Reiches ge- schmälert werden, da das über den absoluten Bedarf Deutschlands exportirte Gctreidequantuni(und nur um solches könnte es sich ja handeln), für welches der Zoll vergütet wird, immer wieder durch einen entsprechenden Import ergänzt werden muß, sür den der Zoll zu entrichten ist, noch die Interessen der Agrarier berührt werden. Diese denken mit der Freigebung der Identität einen kühnen Schachzug ztt thun. 1. würde dadurch der Erport von Getreide aus Teutschland einen bedeutenden Aufschwung nehmen und die Petition der Königsberger Kaufmannschaft mit einem Schlage erledigt sein. Braucht die Königsberger Kaufmannschaft bei dem Export des von ihr aus Rußland imvortirten Getreides nach England, Schweden:c. nicht nachzuweisen, daß das importirte Getreide mit dem zu exportirenden in jeder Hinsicht, d. h. nach Waare, Ort des Imports und Exports, Person ves Importeurs und Ex- porteurs, identisch ist, so ist damit von selbst eine Erhöhung des Exports(der freilich nur nach vorausgegangenem Import möglich ist) angezeigt. Das Aushören der Getreideaussuhr aus den Ostseehäfen ist dadurch gegeben; 2. würde durch die Aufhebung des Identitätsnachweises der Schein erweckt werden, als wenn der Steigerung der Getreide- preise damit ein Ziel gesetzt sei. Denn während jetzt nicht im- porlirt werden kann, wenn die Preise des Inlandes die des Auslandes nicht um den Betrag der Zollsumme über- steigen, so kann nach Aufhebung des Jdentitäts- Nach- weises ruhig jedes beliebige Quantum Getreide importirt werden. Hat man doch die Gewißheit, daß schlimmsten Falls die Waare wieder herausgeschafft werden kann, wobei man ja den Zoll zurückerstattet erhalten würde. Thatsächlich würde also einer Ansammlung von Getreidelagern alsdann nichts im Wege stehen. Ein übermäßiger Export wäre schon dadurch verhindert, daß das Getreide, sobald es die Grenzen Teutschlands verläßt, nur den Weltmarktspreis vorfindet, dem es sich zu unterwerfen hat. Mit anderen Worten: Tie Gesetzgebung erleichtert, indem sie die für die Ernährung des Landes überschüssigen Getreide- mengen in geeigneter Werse herausläßt, die Ansammlung von Vorräthen. Dadurch könnte der Glaube erweckt werden, so spe- kulircn unsere Schutzzöllner, daß der Getreidcnoth ein Ende bereitet sei; und unmöglich wäre es ja nicht, daß zunächst angesichts der ausgestapelten Lager der GctreidepreiS für den Älugenblick ein wenig nachgäbe. Allein, der Wahn würde nicht länger als wenige Tage vorhalten. Wird nämlich das Getreide zum Bedarf verwerthet, so geht der Zoll mit verloren, er wird mit dem Getreide zusammen dem Markte entzogen, mit ihm zu- sammen gewissermaßen vernichtet, d. h. der Preis dis Getreides kann trotz der Vorräthe keinen Nachlaß erfahren, denn der ge- zahlte Zoll muß nach wie vor zum Getreidepreise zugeschlagen werden. Die Aushebung des Jdentitäts- St achweis e s bedeutet also nicht eine Erniäßigung des Preises, sondern nur eine Erleichterung des Handels. Die fata morgana(das Trugbild), die dadurch hervorgezaubert werden soll, würde sich bald als das herausstellen, waS sie in der That ist, als S ch e i n k o n z e s s i o n, die genau so werthlos ist, wie die einseitige Ermäßigung der Zölle gegen Oesterreich-Ungarn. 3. Würde die Aufhebung des Jdentitäts-Nachweises ein direkter, den Agrariern gewährter Vorth eil sein, da dieselbe, wie selbst die Reptilpresse anerkennen muß, dno Schutzsollsystem befestigt und den Agrariern eine gewisse Beständigkeit der jetzigen Wirthschaftspolitik garantirt. Es kann daher nicht dringend genug gegen die Bauern- fängerei gewarnt werden, welche die Schutzzöllner aller Vor- aussicht nach mit diesem neuesten wirthschaftlichen Humbug ver- suchen werden. Und mit solchen nutzlosen Experimenten vertreibt man die Zeit, während sich inzwischen die Zustände zur Krisis zuspitzen. Unbekümmert um dieselben gehen die Erhebungen der Ministerial- räthe über eine Zollvergütung von 15 M. gegenüber Oesterreich- Ungarn ihren Schneckengang. Im Frühjahr 1801, so verkündet Herr Miguel, werden die Vorverhandlungen hierüber beendet sein. So lange sollen die Konsumenten sich ihre Ernährungs- weise verkümmern lassen, während heute schon klar ist, daß un- bedingt das Bedürfniß besteht, die Zölle um mehr als 15 M. zu ermäßigen und zwar gegen alle SÄnder. Der Wille der großen Mehrheit des Volkes ist, daß die Zölle fallen müssen, und zwar sofort, um mindestens die Hälfte und an allen Grenzen zugleich. Die Latifundienbesitzer dürfen nicht länger auf Kosten Doch mancher, pfui! behandelt sie, Als wären sie Maschinen, Und meinet, Allah schuf sie nur, Um schnöder Gier zu dienen. In eurem Dünkel glaubt ihr, ha! Die Erde sei für euch nur da, Und nicht sür alle Menschen. Weh'! so ihr bald nicht Buße thnt Wird Allah euch verdammen, Statt Paradiesesfrenden dröhn Euch Höllenfeuerflammen. Beherziget! In Allahs Reich Sind alle, alle Menschen gleich; Doch Sünder holt der Teufel!" Die Sklavenhalter waren tief Empört ob solcher Rede Und schwuren dem Propheten Haß Und bis aufs Messer Fehde. Sie liefen �u dem Kadi stracks, Ob ihres Gold- und Silbersacks Besorgt in ihren Herzen. Der Kadi höflich sie empfing Und sprach: Salem aleikum! Was giebt es? Geht das Sklavenvolk Etwa mit einem Streik um? Brach gar wohl aus ein großer Krach, Weil neuerdings der Perserschach Euch den Import verboten?" Und einer von den Männern sprach: „Herr Kadi: Gott, gerechter! Wir klagen den Propheten an Als falschen Glaubenswächter. Gelästert hat er uns, verhetzt Hat er die Sklaven, schwer verletzt Die Pflichten des Propheten. der großen Mehrheit der Steuerzahler ihre Taschen füllen. Alle Sophistereien der Welt können die brutale Thatsache nicht beschönigen, daß trotz des nicht unbefriedigenden Ernte- Ausfalles in Deutschland die Preise für Brotgetreide auf unseren Märkten sich in einer Höhe halten, wie— um ein Bismarck'sches Bild zu gebrauchen— der verrückteste Agrarier dies nicht vor wenigen Jahren zu hoffen gewagt haben würde. Die Korn- speicher sind unter der Wirkung der Zölle nahezu entblößt. Am Hanptmarkt in Deutschland, in Berlin, sind die Vorräche an Getreide wenig mehr als 10 000 Tonnen inklusive der Vorräthe der Mühlen. Das ist eine eminente Gefahr für die Zukunft, da angesichts solch winziger Vorräthe die Aussicht auf irgend welche Verringerung der Preise für Zerealien ausgeschloffen bleibt. Sowie die Binnen-Schifffahrt geschlossen wird und neuer Zuzug ferngehalten ist, kann sich diese Entblößung von Vorräthen zu einer wahren Nothlage steigern, und thatsächlich nimmt man in unterrichteten Kreisen eine weitere Erhöhung der Getreidepreise in Aussicht. Und da zögert man noch länger mit der Beseitigung der Zölle. Da hat man im Lager der„Kreuz- Zeitung", der„Post" und Blätter vom gleichen Schlage, den traurigen Much, von Begünstigung der Industrie- und Finanzinteressen zu sprechen. Laut und ver- nehmlich erheben wir als Anwalt der Millionen Arbeiter, denen die Roth des täglichen Lebens das Dasein zur Unerträglichkeit steigert, die Stimme und rufen:„Oeffnet die Grenze n." Uolrnles. Die Forschungen des Professor Koch über die Heilung der Tuberkulose sind noch nicht abgeschloffen, werden jedoch bald für die Veröffentlichung reif sein. Obwohl bereits eine Reihe von positiven Erfolgen und glücklichen Heilungen vorliegt, hält Professor Koch, wie die„Nal.-Ztg." erfährt, den Zeitpunkt für die Veröffentlichung jetzt noch nicht sür gekommen. An den speziellen Untersuchungen und Krankenbeobachtungen, die noch weiter fortgesetzt werden, sind vier Aerzte betheiligt: Dr. Arnold Libbcrh aus Frankfurt a. M., ein langjähriger vertrauter Freund Koch's, der hiesige Spezialarzt für Chirurgie Dr. William Levp, Dr. Georg Eornct aus Rcichenhall, der vor mehreren Jahren bereits im hygienischen Institute einige vortreffliche Arbeiten über die Verbreitung der Tuberkulose ausgeführt hat, und der Stabs- arzt Dr. Eduard Pfuhl vom medizinischen Friedrich- Wilhelms- Institut, der Schwiegersohn des Geheimraths Koch. Ueber den Ort, an welchem Professor Koch seine Heilversuche an Menschen anstellte, haben wir bisher im Interesse der Sache Still- schweigen beobachtet, um nicht durch vorzeitige Mittheilungen darüber die Ruhe der Patienten und de» ungestörten Fortgang der Untersuchungen zu gefährden. Jetzt scheint diese Reserve nicht mehr nöthig zu sein, und wir können hierüber Folgendes mit- theilen. Nachdem Prof. Koch die Versuche, die in der Charitee auf der Abtheilung des Prof. Senator unternommen, Anfang September eingestellt hatte, setzte er sich unmittelbar darauf mit Herrn Dr. W. Levy in Verbindung, welcher eine chirurgische Privatklinik in der Prenzlauerstr. 40 unterhält und als Gewerks- arzt über ein vielseitiges Krankenmaterial verfügt. In aller Stille wurde eine Anzahl geeigneter Kranker in diese Klinik aufae- nommen und die Heilversuche daselbst sowohl an Lungenkranken wie an Patienten, die an tuberkulösen Erkrankungen anderer Organe leide», angestellt. Mit welcher Vorsicht behufs Ge- Heimhaltung die Auswahl und Aufnahme der Kranken er- folgte, erhellt daraus, daß die Kranken sowohl wie die sie überweisenden Aerzte verpflichtet wurden, zu Niemandem über Ort und An der Behandlung zu sprechen, daß während der Behandlung von den Angehörigen der Kranken nur einer be- stimmten gehörig legitimirten Person der Zutritt in die Klinik gestattet wurde und dergleichen mehr. Thaisächlich ist das Ge- heimniß auch bis vor wenigen Tagen vollkommen gewahrt worden. Jetzt werden auch in anderen Heilanstalten Versuche nach dem Koch'schen Verfahren angestellt, so in der chirurgischen Klinik des Professors'' von Bergmann in der Ziegelstraße, in dem Garnison- lazareth in der Scharnhorststraße, im Lazarus-Krankenhause in der Bernauerftraße jc. In der von Bergmann'schen Klinik wurden ain Donnerstag zum ersten Mal fünfzehn Patienten mit Tuberkulose der Knochen und Gelenke der Koch'schen Behandlung Zur Ruhe, zuc Ergebenheit Soll mahnen er die Sklaven; Einschläfern soll die Wachen er, Nicht wecken die da schlafen. Er predige Zufriedenheit Und geißle die Begehrlichkeit Der Sklaven, nicht die unsre. Er hat uns zu belehren nicht, Wir wollen nicht belehrt sein; Er hat uns zu bekehren nicht, Wir wollen nicht bekehrt sein. Wir zahlen ihn mit unserm Geld, Drnm sprech' er so, wie's uns gefällt. Herr Kadi, lehrt ihm Mores!" So sprach der Mann von Zorn erregt, Der Kadi aber lachte. Er war ein Diplomat und sagt' Nicht Alles, was er dachte. Er sprach mit einer Reverenz: „Es ist nicht meine Kompetenz.| Ihr Herrn, Salem aleikum!" Die Sklavenhalter schnitten da Gar sauere Gesichter Und gingen fort, sehr schlecht erbaut Bon ihrem Friedensrichter. Doch gaben sie darum nicht weich Und stiegen auf die Bude gleich Den andern Stadtpropheten. Und diese ließen willig sich Zu einem Schritt bewegen, Und machten mürb den aus der Art Geschlagenen Kollegen. Er sprach:„Verzeiht! Ich bin noch jung. Ich will geloben Besserung."— So endigt die Geschichte. Moschee: Gotteshaus der Türken; Koran: deren Bibel; Allah: Gott; Kadi: Friedensrichter; Salem aleikum: Friede mit Euch! türkischer Gruß. unterzogen und Tags darauf stellte Professor von Bergmann einen dieser Patienten einem intimen Kreise von Acrzten vor, um die schon binnen vierundzwanzig Stunden eingetretene Veränderung des Krankheitsbildes zu demonstriren. Ueber die Natur und die Beftandtheile des Koch'schen Heilstoffes herrscht noch immer tiefstes Dunkel. Prof. Koch stellt den Stoff eigenhändig her, den er zu den Versuchen liefert, und gedenkt sein Geheimmß nicht vor der authentischen Veröffentlichung preiszugeben. Nach Vermuthungen ans ärztlichen Kreisen, die indessen einige Wahrscheinlichkeit für sich haben, soll der geheimnißvolle Stoff, mit dem die Heilungen erzielt werden, gewisse chemische Stoffwechselprodukte des Tuberkel- bazillus oder einer anderen Bazillenart enthalten, die wegen ihrer giftigen Beftandtheile„Toxalbumine" genannt werden. Dieser Stoch ist flüssig und wird vermittelst der Pravnz'schen Spritze (ähnlich wie Morphium) den Kranken unter die Haut eingespritzt (subcutane Injektion) und so den Blutbahnen des Organismus direkt zugeführt. Bei Lungenleidenden wird die Einspritzung an dem Rücken vorgenommen, bei tuberkulösen Prozessen anderer Organe— wie zum Beispiel des Knie oder Hüftgelenks, des Kehlkopfes— in der nächsten Umgebung der Erkranknngsstelle. Nicht in allen Fällen, aber doch oft tritt bei den Kranken in den nächsten Tagen nach der Einspritzung Fieber auf, indessen wird dasselbe in allen Fällen überwunden und der Körper erträgt die ganze Behandlung, ohne einen Schaden davonzutragen. Es sind in dieser Weise, wie gesagt, bereits eine Anzahl glücklicher Kuren erzielt worden, die sich sowohl auf ältere, wie auf züngere Personen mit theilweise vor- geschrittenen Stadien der Schwindsucht, auch auf Kinder erstrecken. Bisher wurden die Kiranken in der genannten Klinik in der Prenzlauerstraße oder in Privathäusern behandelt; in den nächsten Tagen soll eine besondere Privatklinik in der Albrechtstraße zur Aufnahme und Spczialbehaudlung Lungenleidender nach Koch- schein Verfahren eingerichtet werden.— So lückenhaft diese Mit- theilungen über die bedeutsamste Entdeckung der Heilkunde auch sind, so geben sie doch eine annähernd richtige Vorstellung von der Art und Wirkungsweise derselben und rechtfertigen die hochgespannten Erivartungen, die man im Vertrauen aus die un- vergleichliche Forschungsgabe Koch's von vornherein an diese Entdeckung geknüpft hatte. Z» den ballteriologischrn Forschungen von Professor Koch dürste folgende Mittheilung aus der letzten Sitzung der Pariser„Lodere de Biologie" von Interesse sein. Die Herren Eadick, Gibbcrt und Roger haben bei Versuchen mit Bazillen der Hühnertuberkulose gefunden, daß die genannte Krankheit auf Hühner ohne Schwierigkeit übertragen werden kann, daß Kaninchen ebenfalls sehr dafür empfänglich sind, daß aber das Meerschweinchen, welches bekanntlich fiir menschliche Tuberkulose mehr inklinirt als das Kaninchen, für Hühncrtuberkulosc sich sehr wenig empfänglich zeigt. Bei Impfungen blieb die Krank- Heck meist lokal— in den wenigen sonstigen Fällen zeigte sie nur einen ganz leichten Charakter. Ueber die Sauhatz» welche am letzten Freitag im Grüne- wald stattgefunden hat, waren uns von einem Berichterstatter Mittheilungen gemacht worden, die uns so unglaublich erschienen, daß wir zunächst abwarten wollten, was die„staatserhaltenden" Prcßorgane über dieses Waidmannsvergnügen der„Edelsten der Nation" berichten würden. Dieser Bericht liegt uns nun in einer gegen sonstige Schilderungen dieser Art ganz auffälligen Dürftig- keit vor und wir müssen dennoch annehmen, daß in diesem„staats- erhaltenden" Bericht mit Fleiß das verschwiegen ist, was unser Berichterstatter uns mittheilt. Um dein Leser zu ermöglichen, sein Urtheil aus dein mehr erwähnten Jagdbericht und der Mittheilung des Bericht- erstatters sich selbst zu bilden, lassen wir beide folgen. Die„Vossische Zeitung", wie auch die„Kreuz-Zeitung" ent- halten den gleichen Bericht; wir lassen den Wortlaut des Kreuz- Zeitungsberichts folgen, damit unsere Leser sich einmal über- zeugen, welche Schwierigkeiten so einer modernen staatserhaltenden Redaktion durch die richtige Titulatur allein schon verursacht werden. Die„Kreuz-Zeitung" schreibt: Die heutige Parforcejagd, welche unter Leitung Sr. K. H. des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen im Grunewald stattfand, wurde von Sr. K. H. dem Herzog von Connaught, Sr. H. dem Erbprinzen von Meiningen, I. K. H. der Erb- Prinzessin von Meiningen, Sr. Großherzogl. Hoheit dem Prinzen Max von Baden, Sr. Hoheit dem Herzog von Altenburg und Sr. Durchlaucht dem Prinzen von Hohenzollern mitgeritten. Nach scharfem Galopp von 15 Minuten wurde Halali geblasen. Lieutenant v. Burgsdorff vom 8. Garde- Regiment z. F. und Lieutenant v. Senden I. vom 1. Garde-Dragoner-Regiment hoben aus und Se. K. H. Prinz Friedrich Leopold gaben den Fang. 92 Brüche wurden vertheilt. Im Jagdfelde befanden sich auch die Gräfin Hohenau, Frau v. Berger, Frau v. Plüskow, sowie Fräulein v. Rosenberg. Dagegen schreibt nun unser Berichterstatter folgendes: Herrlicher Sonnenschein lag am Freitag über dem Grüne- wald. Von der gleichnamigen Station der Eisenbahn und von Halensee her kamen Schaaren von Spaziergängern, um sich die gegen Mittag angesagte Sauhatz anzusehen; auch fehlte es nicht an den Radaumachern, denen man im Sommer öfter hier im Freien zu begegne» pflegt. Heute sind es einige Schankwirthe, bei denen Reitknechte, Ofstziersburschen und andere Spezialitäten herrschaftlicher Dienerschaft zu verkehren pflegen und die von diese» ihren Gästen erfahren haben, daß heute bei der„Parforcejagd" (so heißt die Sauhatz nämlich im modernen Salondeutsch) ganz beson- ders Etwas los sein werde. Diese Kneipgenies vollführen nun einen tollen Specktakel, so daß man ihnen gern aus dem Weg geht, was aber nicht verhindert, daß man von Sangarten, wo das zu setzende Wild sorgfältig„srisirt" in einein Hocken gehalten wird, ivieder mit ihnen zusammentrifft. Ich sagte, sorgfältig„frisirt", und in der That hat das hier in einen engen Raum eingeschlossene Borstenthier für seinen heutigen letzten Gung besonders Toilette gemacht, man hat ihm nämlich sorgfältig die beiden Hauer ausgebrochen. Ich glaube nicht, daß die Herren Gardeofsiziere, die an solcher Jagd Theil nehmen, um ihre Waden besorgt sind, denn dazu haben siekeinen Grund. Gegen 1 Uhr sammelten sich etwa 90 Jagdrciter, säinmtlrch in rothen Röcken, was bei einem Versammlungs-Berichterstatter, der während der ganzen Dauer des Sozialistengesetzes als solcher thätig war, ein geradezu unheimliches Gefühl erweckt; dies Ge- fühl wird noch erhöht durch die Ankunft mehrerer Gendarmen. Wie leicht Hütten sich diese Leute irren und diese Versammlung auflösen können?!.. Bald kam auch die Meute, eine Heerde prächtiger Hunde, geleitet von zwei höheren, berittenen Lakaien, Piköre genannt. In einiger Entfernung von dem Saugatlcr hielt die ganze Jagdgesellschaft. Auf Anordnung des Leiters der Jagd wird die Thür zu dem Hocken der Jngdsau geöffnet. Aber diese hat gar keine Lust, herauszukommen; erst als einige Arbeiter mit gewaltiger Peitsche das Thier bearbeiten, geht dasselbe hinaus. Rechts vor der Ausgaugsthür brennt ein hoher Holzhaufen, der das Thier verhindern soll, sich dorthin zu wenden; diese Vorsicht ist aber unnöthig, denn vor dem Feuer hat die Rotte skandaliren- der Berliner Budiker Ausstellung genommen und da geht denn so leicht keine Sau entlang. Das Thier wendet sich also nach links und läuft im schnellen Lauf den geraden Jagen- ,veg entlang, gefolgt von dem reitenden Pikör, der sich überzeugt, welchen Weg das Thier nimmt. Dasselbe ist dicht bei der Ausgangsthür über einen sauber gehackten Weg gerannt und die spitzen Zehen haben dort leicht Eindruck hinter- lassen. Diese wichtige Stelle, welche mit einem Fichtenbruch bedeckt wird, hüten zwei Gendarmen zu Pferde. Hier sollen nämlich nach einigen Minuten die Hunde angelegt werden. Doch es kam anders! Während die Menge harrend bei der frisch„verbrochenen Fährte" stand und den Moment erivartete, wo die Hunde hier angelegt werden sollten, erschien die freigelassene Sau plötzlich wiedet in Sicht und ging direkt durch die Menschen- menge und an dem Feuer vorbei nach dein Hocken zurück, aus dem es herausgejagt worden war. Das Thier hatte hier im Saugarteii Junge gehabt und so wurde es ihm schwer, diese Stelle aufzugeben. Vorsichtig aber hatte man die Thür geschlossen und so blieb dem Schwarzrock nicht Anderes übrig als nach dem nahen Pechsee hin zu flüchten; dabei geräth er aber so nahe an die Hunde, daß diese im Angesicht des Wildes nicht mehr zu halten ivaren, sondern sich auf die Sau stürzten und dieselbe wenige Schritte am Halteplatz der Jagdgesellschaft fest hielten. Ein im höchsten Maße widerwärtiges Schauspiel bot sich nun den Blicken der Zuschauer. Während etwa 80 Hunde das Schwein festhielten und zu Schanden bissen, nahte die Jagdgesell- schast. Die Piköre saßen ab und trieben die Hunde von den, zuckend am Boden liegenden Thier. Heulend zog sich die gierige Meute vor den Peitschenschlägen der Piköre zurück, mit blutigen Schnauzen, an denen die Borsten des zerbissenen Wildes klebten. Jetzt treten von der Jagdgesellschaft Einige hervor; während der Eine das zuckende Thier beim Hinterbein ergriff, stieß der Andere das lange Jagdmesser tief in die Weiche deI Schweines. Dieses machte noch einige letzte Anstrengungen, zu laufen; einige Fußtritte auf den Kopf drücken es an den Boden zurück und unter den Muskelkrämpfen, welche bei Verblutungen eintreten, verendet des Thier. Während dieser Zeit umsteht die hohe Jagdgesellschaft in respektvoller Entfernung das verendende Thier und sieht der Jagd- und Schlachtarbeit schweigend zu; nur die Stimme des Gen- darmen zu dem vordringenden Publikum hört man:„Zurück bis hinter der Dame! Die Dame zu Pferde hat allerdings Mühe, ihren Gaul zu zügeln: derselbe scheint mehr gesunde Empfindung zu haben, als mancher andere Theilnehmer der Jagdgesellschaft. Er dreht dem blütigen Schauspiel mit großer Hartnäckigkeit den Rücken zu und läßt sich auch durch Peitsche und Zügel nicht recht zu den vor- nehmen Jagdgebräuchen erziehen. Die Jagdgesellschaft war von diesem Jagen noch nicht be- friedigt und es wurde ein zweites Schwein freigelassen. Dasselbe nahm den gleichen Weg wie das erste, indem es wieder nach dem Hocken zurückwollte, hierbei aber von der Jagdgesell- schast durch lautes Halloh zurückgetrieben wurde. An der Stelle, wo es sich wieder nach den: Walde zuwendete, legte man die Hunde an. Was aus der zweiten Jagd geworden, weiß ich nicht; es schien mir aber, als ob die Hunde durch die beiden vor- haudenen Spuren irre wurden. Möglich, daß sie das zweite Schwein auffanden und auch dieses Thier ebenso gemordet wurde, wie das erste. Wir überlassen unseren Lesern, sich die beiden Berichte zu- sammenzureimen. Auf die kulturelle, die sittliche und die straf- rechtliche Seite solcher Hetzjagden kommen wir vielleicht ein ander Mal ausführlicher zurück. Man schreibt«no: Ter Untergang der Sozialdemokratie ist gewiß, der Stadtmissionar Ehrhardt hat es den Kindern in der Sonntagsschule in der Boyenstraße erzählt. Tie Sozial- demokraten sind die schlechtesten und verworfensten Menschen, sagte er, schon einmal hat eine Sündfluth die bösen Menschen vertilgt, aber es müßte und wird noch eine kommen, wo wiederum alle schlechten Menschen untergehen werden. Na, Herr Ehrhardt, bauen Sie, sich nur schnell eine Arche, sonst gehen Sie vielleicht mit unter und Ihr Freund Stöcker auch. Die �»Uational- Zeitung" schreibt: Bei den theueren Fleischpreisen, welche zur Zeit herrschen, denkt man unwillkürlich an die billigen und schmackhaften Bewohner des Meeres, von welchen in London nach den Mittheilungen des Herzogs von Edinburg in den„Bemerkungen über die Seefischerei und die Fischereibevölkerung im vereinigten Königreiche" nicht weniger wie 67 Pfund als Nahrungsmittel jährlich auf den Kopf der Bevölkerung entfallen. Wer den Central Fish Market im Mittelpunkt der City, den Markt von Billings- gate und den in Bethual Green Columbia Market besucht hat, weiß, was der Seefisch im Leben der Londoner Bevölkerung be- deutet, weiß, welche gewaltigen Massen dort täglich hingeschafft und veräußert werden. Man wird in der Annahme nicht fehl greife», daß etwa drei Millionen Zentner, also etwa ein Viertel des gesammten Ertrages der englischen Fischerei, in den Londoner Konsum gelangt. Dem gegenüber spielt der Seefisch, wie über- Haupt der Fisch als Nahrungsmittel der Berliner Bevölkerung eine höchst untergeordnete Rolle. Was uns Ost- und besonders Nordsee biete», wird viel zu wenig ausgenützt. Einerseits mag das an der mäßigen Ausdehnung der deutschen Fischereiflotte liegen, welche kaum 9000 Fahrzeuge mit etwa 18 000 Personen umsaßt, andererseits an dem Mangel geeigneter Verkehrseinrich- tungen, welche eine schnelle Beförderung der Ladung von den Seeplätzen nach der Hauptstadt gestatten. Unsere Markthallen machen denn auch in den Fischabtheilungen einen sehr dürftigen Eindruck, selbst die Zentral-Markthalle ist von diesem Urtheile nicht ausgenommen. Uever die Verwendung giftiger Farben zur Färbung minderwerthiger Kaffeebohnen und um diesen eine grünliche Farbe wie guten Kaffeebohnen zu geben, berichtet das Reichs- Gesundheitsamt in seinen amtlichen Stachrichten. Ein Kaufmann in Altona hatte eine von ihm unter Verwendung giftiger Stoffe hergestellte Farbe einem anderen Kaufmann in Hamburg über- lasse», welcher damit einen größeren Posten Kaffeebohnen, welche Seeschaden erlitten hatte, färben wollte. Infolge der Einwirkung des Secwassers erhalten die Kaffeebohnen statt der graugrünen Farbe ein erdgraucs Ansehen und sind so von guten Kaffeebohnen leicht zu unterscheiden; auch bewirkt das Seewasser eine Ver- schlechterung des Kaffees soivohl hinsichtlich seines Geschmackes als auch hinsichtlich seines Aromas. Ter durch Sccwafscr geschädigte Kaffee schmeckt brakig und enthält nur noch 12 bis 17 pEt. Extrakt, während dieser Prozentsatz bei gutem Kaffee 25 beträgt. Es ist also jedenfalls ein gegen das Nahrungs- mittel-Gesetz verstoßendes Verfahren, wenn solcher minder- werthige Kaffee durch Anwendung künstlicher Mittel den Anschein einer besseren Sorte erhält. Da nun auch in Hamburg ein sehr lebhafter Handel mit solchem durch Seewaffer verdorbenen Kaffee getrieben wird, so erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. So ist beispielsweise ermittelt ivorden, daß ein Posten ikaffee von 5530 Kilo, von einem Händler für 17 Pf. pro Pfund erstanden und später, nachdem er kräftig gebrannt und anderweitig behandelt worden war, mit 90 Pf. pro Pfund verkaust wurde. Das Gericht hat in dem vorerwähnten Falle die beiden Angeklagten Kaufleute sreigesprochen, da es zu einem Verkauf verfälschter Waare nicht gekommen ist und die Behauptung der Angeklagten, daß die giftige Farbe noch unberührt im Keller lagere, nicht widerlegt werden konnte. In dem nachgewiesenen Verfahren aber würde nur eine straflose vorbereitende Handlung zu einem Vorgehen gegen das Nahrungsmittelgesetz zu erblicken sein. Ein tzroffca Schadrnfrnrr in Fichtcnbcvg kam vor- gestern Mittag 12 Uhr aus dem Gutshose des Jlmtsvorstehers daselbst zum Ausbruch. In einer auf der Mitte des Wirthschafts- Hofes belegenen Scheune war das Feuer ausgekommen, welches in den daselbst aufgestapelten Futtervorräthen reiche Nahrung fand, so daß es sich mit großer Geschwindigkeit auf die angrenzenden Wirthschaftsgebäude übertrug. Tie Berliner Feuerwehr, welche durch einen reitenden Boten, der das Feuer im Depot der Memelerstrahe meldete, benachrichtigt wurde, traf mit zwei Zügen auf der Brandstätte ein. Ihre Thätigkeit beschränkte sich jedoch zünächst darauf, im Verein mit der Orts- und Rixdorser Feuerwehr, das Feuer zu lokalisiren, da an ein Retten der brennenden Baulichleiten nicht mehr zu denken war. Es gelang denn auch zu verhindern, daß der Brand weiter um sich griff; für das Wohngebäude des Rittergutes und wahrscheinlich auch für das Dorf Lichtenberg wäre sonst die Gefahr eine große ewesen. In Flammen sind aufgegaugen eine Scheune mit In- alt, ein großer Stall, ein kleinerer Stall und ein Kohlen- schuppen; vier Druckspritzen der Orts- und Berliner Feueri«ih waren insgesamnit in Thätigkeit. Der durch Versicherung f deckte Schaden wird auf 50 000 2)1. angegeben. Tie C»-' Feuerwehr yat die Bewachung der Bandslelle übcrneniiw»' deren völlige Ablöschung noch einige Tage in Anspruch•W® dürste. '»Gräfin Schlemming Lurgsdors" erschien � Abend des 7. d. M. in einem Gefthäste in der Leipziger!� und kaufte für 80 M. seine Konditorwaaren, die ihr>" iL Wohnung, Wilhelmstraße 33, geschickt werden sollten. Gesontt ließ sich die Dame außerdem für 10 M. Waaren einpacken. ste gleich mitnehmen wollte. Da sie aber gar keine AnM� traf, die 10 M. zu bezahlen, so trug der vorsichtige suhrer Bedenken, ihr die Waaren zu verabreichen, sondern er'lat. Alles zusammen durch den Hausdiener sofort nachsenden zu nn>u Die„Gräfin" war zivar sehr indignirt über dieses Mißtrau» aber letzteres zeigte sich dennoch als sehr berechtigt, denn« j; ---- in L"1, Haupt nicht. ..KKsW% WsfäP&S Eine unbekannte ältliche Frau versuchte unmittelbar aus der Richtung des Oranienburger Thores Herkonimenden ff" bahnwagen der Linie Weidendammer Brücke— Tegeler� Cya b, den Fahrdainm zu überschreiten. In ihrer Hast, an den fi«- streifenden Pferden vorbei zu kommen, glitt die Unglückluyr dem schlüpfrigen Schienengleise aus und wurde von einem/). direkt über den Leib'gefahren, so daß bald darauf ihr Tod em Auf m, ehrliche Weife erworben dürfte ein elegam» bundenes ziemlich werthvolles Buch sein, welches ein unbelan Gast iin September d. I. in einer Schankwirthschaft in der-U. Jakobstraße als Pfand für eine Zechschuld von 40 Pf. 3UtU:-- .. VJvvVI— rj Da der Gast das Pfand:„Ter Rechtsanwalt im Huutt£(t abgeholt hat, so brachte die Wirthin die Sache zur Anzeige. Eigenthümer kann das Werk gegen Erstattung der 40 Pf- erhalten. zZrfchlagnahme. Gestern Vormittag wurden in un" Expedition und Druckerei 33 180 Exemplare des Organisaus entwurfes und Parteiprogramms von Seiten der Polizei besch nahmt, weil auf denselben die Angabe des Verlegers fehlte. Uolizriboricht. Am 8. d. M. Nachmittags verstarb der Wache des 40. Polizeireviers ein Dienstmann, welcher'» Trunkenheit vom Dönhoffplatz dorthin gebracht worden um■ � Abends befand sich der Arbeiter Strehlow bei seinem Are Fechtner in dessen Wohnung, Wrangelstr. 124. Als Letzter« � Strehlow dort einen Revolver zeigte, entlud sich plötzucy, � Schuß und traf Strehlow derart in die Stirn, daß er � darauf im Krankenhause, wohin er gebracht worden war, starb.— Am 9. d. M. Morgens entstand vor dem Brunnenstr. 27 eine Schlägerei, wobei der Schuhmachers� Sedelies durch Messerstiche drei seiner Gegner leicht und ,, vierten an der linken Hand bedeutend verletzte.— Abends l � sich eine Frau in einem Anfalle von Geistesstörung aus � Fenster ihrer im dritten Stock des Hauses Gubenerstr. vA legenen Wohnung auf den Hof hinab und verstarb bald infolge der erlittenen schweren Verletzungen. Ein ungetreuer Kompagnon stand gestern in ver �£ Kaufmanns Adolf Wolf vor der dritten Strafkamu � <____ T rv_ rv____ �„ tOTO Sov"»JlnQvl111«..*« ts* des Landgerichts I. dem Kaufmann jin Januar 1878 gründete der An; Koch ein Butter-Engrosgeschäft. €1 gab das Kapital dazu— 25 000 M.— her/ während Wost g-, Mittel besaß und nur seine Arbeitskrast und Gcschäft-tuch in die Waagschale zu werfen hatte. Im Juli d. I. maust � seinem Kompagnon die überraschende Mittheiluug, daß M lind Nack ca. 24 000 M. für das Geschäft etm "'k und nach cd. 24 000 M.' für das, und für sich verbraucht habe. Koch wollte töhe der unterschlagenen Summe von einer. bstand nehmen, Wolf bestand aber darauf,/ V zur Verantwortung gezogen und gerichtlich bestraft mero nur dadurch ivürde er sein Gewissen einigermaßen können. Der Angeklagte wiederholte sein Gesländniß m, g Termine, er gab an, daß er in den Ketten eines Weibes das ihn ruinirt habe. Uebrigens wurde die unterfM Summe dadurch vermindert, daß Wolf bereits von dem Geschästsüberschuß 9000 M. zu beanspruchen hatte. sitzende, Landgerichtsrath Braun, nahm Veranlassung Zst' fiij wieviel durch ein Bu tter-Engrosges chäst zu verdiene � müsse, denn die beiden Inhaber hatten in zwei- und einem �» v, � iwi____• Jahre je einen Ueberschuß von 9000 211.' erzielt und jeder jährlich 8000 M. für sich verbraucht. Das mackje aup � Geschäftsunkosten einen Betrag von 33 000 M. aus, die> Jahren sechs Monaten 25000 M. verdient seien. Da s« dings kein Wunder, daß das Publikum, da? die von, Detaillisten beziehe, hohe Preise für die Butter müßte. Ter Staatsanwalt zog die aufrichtige Reue geklagten mildernd in Betracht, als er nur ei»e j-t UN? fängnißstrasc von acht Monaten beantragte I Gerichtshof, der nach den, Antrage erkannte, rechnete �, Monat für die erlittene Untersuchungshast ab..., Eine neue Schwnrgerichtvperiode des LamS begann gestern unter dem Vorsitze des Landgeria)- gm» Baethke mit der Bcrhandlung einer Anklage weg auf; Verbrechens, die sich gegen den Schlöffet Awa den Dreher Paul Schlodder und den Stellma� o Wille richtete. Die Verhandlung wurde im J" stjF. öffentlichen Ordnung unter Ausschluß der C/l, geführt. Die Angeklagten, von denen Zyka bereitste, " K Münzverbrechens vorbestraft ist, hatten sich zur„ falscher Fünfzig-Pfennig- und Ein-2'tarkstücke verbünde' fälschten Münzen wurden im Königreich Sachsen, hu»p/' Dresden, voransgabt. Tie Falschmünzer-Werkfiatt �' einer Kellerwohnung in der Jnvalidenstraße entdeck� Angeklagten in vollem Umfange geständig ivaren, jede Beiveisausnahme. Der drei I a h r en Z u ch t h a Stellung unter Poiizeiausstchtz und Sfö i l l e zu eine m Jahre' Gefängniß.... Drv Urdaklrnv dro„Gastfouom", Ad. Metz ,, geffer» wegen Beihilfe zum Lolterievergehen vor pj mH' theilung des Schöffengerichts. Tie Beihilfe wurde darin daß der Angeklagte eine Aunonze des Lotteriekollektcuw� ß»» Hahn zu Bremen aufgenommen"hatte. Inserent Loose zur„staatlich konzesstoiiirteii Lotterie voi�stw��ge gliiti daß und' einem Hauptgewinn'von 500 000 Mark". huptet nun. dap der Beschuldigte gewußt W/.TV w um eine auswärtige Lotterie handelt, da die prenß'�L�L und nicht fleoen Klaffen hat. Ter Angeklagte bestritt. �» behauptete, daß die in ihm aufgetauchten Bedenke»,.ost// um eine Bremer Lotterie handele, durch den Bescheid pK, Kollekteurs He, uze beseitigt worden seien, der uuf ß geantwortet habe, daß es im Staate Bremen überv« � Staatslotter>e mcht gebe. Tarauf habe der AngcklaSAv' L � ßßl'I ■■Lf» der Lotterie nicht spiele und ebenso wenig mit"t"""o, der Eintheilung der preußischen Lotterie bekannt l L'�fclst/ anderer Lotterien, geglaubt, daß es sich um%«/'£ handele. Der Vertheidiger, R.-A. Dr. Coßmann, fu? unter den vorliegenden Umständen wohl eine oj;1'/; pi'1 folgen müsse, der Gerichtshof entschied aber ander> Urtheil lautete auf 20 Mark Geldstrafe. Sozikile Msverstchk. Marn«»g für Klavierarbriter. Schon seit Jahren wird den deutschen Klavierarbeitern bekannt sein, daß sich ein Herr Mecklenburg, Pianoforte- Fabrikant in Kiew(Südrußland) unter Angeblich günstigen Bedingungen deutsche Klavierarbeiter zu verschaffen sucht. Er hat sich solche in den letzten sieben Jahren Aus Berlin. Leipzig, Dresden und Lübau geholt. Der Herr ver- spricht beim Abschluß des Uebereinkommens alles Gute, was er Vicht zu halten im Stande ist. Doch giebt er sich die erste Zeit Mühe, seinen Verpflichtungen nachzukommen; nach drei bis vier Wochen aber beginnt er einen Theil des Lohnes zurück- Zuhalten unter dem Vorgebe», das Geld für den Fall aufzu- sparen, wo der Arbeiter wieder zurückreisen würde. Läßt man sich dieses nicht gefallen, so stößt er Drohungen aus und spricht selbst davon, den Arbeiter nach Sibirien bringen zu lassen. Solche Einreden könne man wohl in Deutschland vorbringen, aber nicht bei ihm in Rußland. Im Jahre 1888 war auch ich unvorsichtig genug, mich mit ewigen andern Klavierarbeitern durch die schönen Versprechungen dieses Mannes täuschen zu lassen. Wir 6 Kollegen verpflichtete» u"s alsdann, uns gegenseitig zu unterstützen, blos wieder zurück- weisen zu können; viele brave Arbeiter sind aber in Nußland ge- blieben, weil sie nicht die Mittel zur Rückreise aufbringen konnten und dort elend verkommen. Den Weggereisten bleibt der Herr hwtz seines Vorgebens den Lohn schuldig, so einem Max Köhler 40 Rubel, Benthin 80 R., mir 25 R., Franz Pflug 15 81., Emil Groß ig Rubel jc. Auch seinen russischen Arbeitern ijült er regelmäßig einen Theil des Lohnes zurück, spricht sie mit »-im" und allerlei schönen Schimpfwörtern an und erlaubte sich lvgar, die Leute mit den Füßen zu stoßen. Ich würde mich mit dieser Angelegenheit nicht mehr befaßt haben, wenn der Herr nicht schon wieder einen Flügel Äusammensetzer von der Pianoforte-Fabrik �uysen engagirt hätte und am nächsten M i t t- woch Abend vom Alexanderplatz ab mit ihm nach Rußland zu verreisen gedenken würde. Ich rathe nochmals jedem Klavierarbeiter, lieber hier zu Wben, als nach Rußland und namentlich nach Kiew zu gehen. öic&t dort Arbeiter genug, wenn sie nur einigermaßen bezahlt werden und der russische Arbeiter macht bekanntlich nicht große Ansprüche. Ich bin bereit, die hier gegebenen Angaben zu vertreten. Carl Niendorf, Neichenbergerstr. 38 II. Pf* partielle Streik der Töpfer Kerlin« ist beendet. ■wirt des Zusammeuhaltens und der Opferfreudigkeit der Kollegen, c w o r a l i s ch e n und pekuniären Unterstützung anderer �riverbsgenossen, ist es uns gelungen, unsere Forderung, verglaste r auf den Bauten, durchzuführen. Da wir nun durch unsere Solidarität bewiesen haben, daß durch einmüthiges Vor- gehen alles zu erreichen ist, und daß der Einzelne sich auf die wuer keine Vortheile zu schaffen vermag, erinnern wir hiermit , e Kollegen nochmals an die Beschlüsse, welche wir seinerzeit gc- bwt haben: Mann für Mann unserin„Verein zur Regelung der .'ichcn Interessen der Töpfer Berlins und Umgegend� er ist und sei das Bollwerk, an welchem alle An- Seirerkschaftlichcn Interessen der Töpfer Berlins und Umgegend" ueizutreteu; er ist und sei das Bollwerk, an welchem alle An- griffe der Gegner zerschellen. Darum Kollegen! tretet unserm herein bei, nicht rückwärts, sondern vorwärts! sei unsere ujl M'»Ihr habt die Macht in Händen, wenn Ihr nur einig ; Allen Genossen hiermit Dänk für jede Unterstützung. '-..chr uns zu Theil wurde, mit dem Versprechen, daß Ihr die j';?}8t Berlins immer auf dem Platze finden werdet, wo es Äl.',.Avbeiterinteressen wahren. Mit solidarischem Gruß und ifÜ,%?S die Streik- Kommission Berliner Töpfer. I. A. Thieme. , die Kutscher Kerlin«! Freunde und Kollegen! Seit • m besteht die Freie Vereinigung der Kutscher wo aller im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter. Bis jetzt ''Iv-ti- getreulich gehalten, was sie auf ihre Fahne geschrieben: »..�Arnng unter die Kutscher zu bringen, um dieselben aus dem mpfe l)erauszuziehen, und sie der intelligenten, für die Freiheit ».»Säumten Menschheit kämpfenden Arbeiterschaft zuzuführen. i nun üegts aber auch an Euch, uns in der Lösung dieser '-■ igabe zu unterstützen. Schließt Euch alle der Freien Vereint- g der Kutscher an. Nur organisirt sind wir ini Stande etwas erringen. Kollegen und Bcrufsgenossen, rufe ich Euch zu: .«rt Euch! Mit kollegialischem Gruß H. Hettke, Schrift- B n freien Vereinigung«. aefr». füQt alle die Fragebogen genau und wahrheits- Zahlstellen"b � �ert � an t'en Bewsrand oder auf den bekannten Zenguiß dafür, wie das Unternehmerthum bc- Arb»ii»l bem Arbeiter die„Harnionie" zwischen Kapital und fleit».. ZU machen, diene folgende, der„Metallarbeiter- "P entnommene Zuschrift: StroL 7o*-S 1 a der Fabrik„Archimedes", Märkische- ''8, wurden wegen eines Zerwürfnisses mit einem neu- st i,,.«Meister" gegen 90 Arbeiter plötzlich entlassen. nea-i-!�' � fernzuhalten. Näheres wird noch bekannt ""Jtz werden. •gterzu erhalten wir soeben nachstehende Zuschrift: Ter Stephan ist ein Mustermensch. Derselbe trat am N°nb T den 27. Oktober, in der Fabrik„Archimedes" seinen ÄÄ, Doch schon in den ersten drei Tagen bot er den ihm i s°i"er Abtheilung Ohrseigen an, bis einer der Kollegen -. Ni cm-TVa f,;.,« emoininin klar maaitc. Kn- !�lSe defiVn fiö V1' c------ o.....,_ �"ßenicur Jn K'r11 Maschinenbauer, etnm 00 Mann, von de», U'olien" V■ r �"all und Fall entlassen ivorde». Wir Z-er gn(.r;F cl Qiwiteii, wenn entweder der samose Meister aus "eleu asten ist, oder aber alle Mann wieder in Arbeit A'g fern!'* �llegeu seid einig und haltet jeden Zu- deten. � orbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ge- �■.�Soiveik k' Die Maschinenbauer des„Archimedes". (We rüg,,., die Zuschrift. Wie viele derartiger oder ähnlicher Ms tont'ljyi™"' ohne daß sie die Oesfentlichkcit erreichen. msten fo" A? Kapital, und namentlich das in Aktien gesell- i,! �Afjrneit Ü�iyi8' erfordert sogenannte„technische" Leiter, die P d Aibeitlr Ä'"'d als Parasiten. Sich zwischen Kapitalist feilsch; g� er schiebend, fristen sie ihre Existenz, daß sie d,e LUe ch.,�dcn Arbeiter schwingen, die der Unternchmer ihnen »AieistexA drückt. Gelangen je derartige Uebergrifse des �A>»m-i» m tle Oeffentlichkeit, so kann der Schlotbaron Sewichj«'ein Augeiiaufschlag erklären:„Davon habe ich nichts letzten Streik nicht beschnitten wurde, durch ihre Abwesenheit glänzten, und zwar waren es in erster Linie die Arbeiter der Firma Willing u. Violet. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, berichtete der Vorsitzende, Kollege Hirsch, über die vom Vorstände besuchten Werkstätten, deren Arbeiter zum Wiedereintritt in den Fachverein veranlaßt werden sollten. Das Resultat war ein befriedigendes, doch wurde das Verhalten derjenigen Kollegen scharf gerügt, welche wohl dieVereinsschulden haben mit machen Helsen, aber letzt, wo es ans Bezahlen geht, nicht zu sprechen sind. Sodann erstattete der Kassirer, Kollege Thate, Bericht vom Generalstreik (derselbe war in Ztr. 255 des„Berliner Volksblatt" abgedruckt). Es entspann sich eine rege Diskussion, da verschiedene Punkte in der Abrechnung zusammen gezogen waren; so war unter andern eine Tellersammlung aus Weißensee vom 1. Mai mit in der Rubrik„ohne Listen" verzeichnet, doch war die Versammlung mit der Geschäftsführung während des Streiks zufrieden, und dem Vorstande, dem Kassirer, soivie dem gewesenen Kassirer wurde Decharge ertheilt. Kollege Thate machte noch bekannt, daß die spezielle Abrechnung für Jeden zur Einsicht in seiner Wohnung, Waßmannstraße 84, ausliegt. Der zweite Punkte der Tagesordnung, Nruwahl des Vorstandes, fand durch einen Antrag des Kollegen Voigt, den Vorstand zu ersuche», bis zum Jahresschluß die Geschäfte weiterzuführen, seine Er- ledigung. Hierauf erstattete Kollege Voigt Bericht über die ein- gelaufenen Gelder znin Rechtsschutz resp. zur Unterstützung der Familien der Jnhastirten. Danach betrugen die Einnahmen 274,60 M. und die Ausgaben 256,83 Pf., es bleibt mithin ein Bestand von 14,72 M. Außerdem kommen dazu noch Gelder, welche nach Aufstellung der Abrechnung eingelaufen sind. Es ist demnach der Bestand ein größerer. Folgende Kollegen wurden mit der Revision der Beläge betraut: Hennig, Hecht, Koopmann und Trcuherz; außerdem solle» noch die Kollegen Weiduer und Iiiedel dazu eiugladencn werden. Unter Verschiedenem ivurde der Antrag einstimmig angenommen, diejenigen Kollegen welche durch die Nothlage seiner Zeit gezwungen wurden, den Revers betreffs Austritt aus dem Fachverein zu unterschreiben, die jetzt jedoch dem Verein wieder beitreten wollen, die Beiträge bis zum 1. November zu erlassen. Ein Antrag, die Mitglieds- beitrüge zu erhöhen, wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag, in diesem Jahre ein Stiftnngsfest zu veranstalten. Dagegen wurde beschlossen, ein Vergnügungs-Kkomitee zum Maskenball zu wählen. Sodann berichtete Kollege Hecht über die Schraubenfabrik von Stärke(Blumenstraße 73). Ter Unternehmer sucht das Koalitionsrecht der Arbeiter zu verkümmern. Als nach der Werkstattbcsprechung, welche der Vorstand mit den Kollegen hatte, sie geschloffen in den Fachvcrein wieder eintraten, da wußte er nichts darauf zu erwidern, sondern suchte seine Arbeiter mit Ver- sprechungen hinzuhalten. Jetzt jedoch, da mehrere wankelmüthig geworden sind, fand er es an der Zeit, thntkrästig mit einzugreisen und entließ sofort den Vertrauensmann, und weitere zwei Kollegen bekamen ihre Kündigung. Die Versammlung erkannte die Entlassung als Maßregelung an. Sodann machte Kollege Stabernack auf die Vergnügungen der Gürtler, Hausdiener und Buchdrucker aufmerksam und ermahnte die Anwesenden, sie nicht mitzumachen, da sie in einem den Arbeitern gesperrten Lokal (Philharmonie) abgehalten iverden. Der Derrin der Eisen- und Itletaildrrher hielt am Sonn- tag eine Versammlung ab, auf deren Tagesordnung stand:„Die Bedeutung des Parteitages für die Gewerkschaftsbewegung." Refent: Th. Glocke. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. — Ter Referent führt etwa folgendes aus: Im Unlerschied von den früheren Parteitagen habe sich der letzte Parteitag der Sozial- demokratie eingehend mit der Geiverkschaftsbeivegung besaßt, und er habe den politisch aufgeklärten Arbeiter auf den Weg der Ge- werkschaftsorganisation veriviesen. Es sei dies um so mehr her- vorzuheben, als namentlich während des Ausnahmegesetzes ein großer Theil der vorgeschrittenen Arbeiter sich der Gcwerkschafts- bewcgung fern gehalten habe. Redner schildert nun, wie sich aus der Familien- und Stammesorganisation, durch die Entwicklung des Privateigenthums, die Berufsgenofsenschaften, die Zünfte ent- wickelten. Auch diese seien Kainpfesorgaiiisationen gewesen, die sich in ihrer Bliithezeit gegen die Uebermacht des feudalen Land adels und des Patrizierthums wehrten. Durch die Entivicklung des Handels und der Manufaktur wurden die Existenz- bedingungen dieser alten Innungen untergraben, bis sie endlich durch die wirthschastliche Umwälzung fast vollständig verschwan- den. Charakteristisch für die in der sranzösische» Revolution nach„Freiheit" und„Gleichheit" schreiende Bourgeoisie sei es, daß sie den Arbeitern jegliches Iiecht der Vereinigung verwehrten, iveil dadurch der freie Wettbewerb der iiräste beeinträchtigt würde. Redner legte nun dar, wie sich das aufstrebende Kapital jeder, die Produktion einengenden Schranke entledigte und der Mittel- stand durch das Großkapital aufgesaugt wurde. Die Gefellschaft fei dadurch in zivei Klassen getheilt, von denen die größere, die Arbeiterklasse, allein die Kosten der freien Konkurrenz zu tragen hätte. Ter, durch die Entwicklung der Maschine bedingte Kultur- fortschritt komme einer kleiner Minderheit von Besitzenden zu Gute. Aufgabe der besitzlosen Klasse sei es, das kapitalistische Produktionssystem in das genossenschaftliche hinüberzuleiten. Zivar treibe die heutige Gesellschaftsfornintion von selbst ihrem Unter- gange entgegen, aber die Arbeiter haben sich zu ivehren, damit sie nicht durch das Kapital ihrer völligen Versumpfung entgegen- geführt werden. Dies könne erreicht iverden, indem sich die Arbeiter zu Gewerkschaften verbänden, uin so für sich bessere materielle Existenzbedingungen zu erlange». Referent schildert eingehend die Entwicklung der englischen und sranzösische» Arbeiterbewegung und zeigt, wie die reine Gewerkschafts- bewegung zur Versimpelung der Arbeiterklasse führe» müsse. Das sei aber bei der deutschen Arbeiterklasse nicht mehr zu befürchten. Der Parteitag in Halle habe nun erkannt, daß bei der heutigen Konzentration des Kapitals die bisherigen Organi- sationen der Arbeiter zu schwach seien, gegen die maßlosen Ueber- griffe des Unternehmerthnms Front zu machen; deshalb feien Branchenorganisationen zu Gunsten zcntralisirter Lokalorgani- sationen zu vermeiden.(Lebhafter Beifall.)— Zu Vereins- angelegenheiten befürwortet der Kassirer die Nothwendigkeit, für den Süden einen Hilfskassirer zu wählen. Die Wahl fiel auf Herr» Tügner. Ferner macht der Vorsitzende bekannt, daß in Breslau in der Fabrik Archimedes Maßregelungen stattgefunden hätten(siehe auch„Soziales"); er bitte, den Zuzug fernzuhalten und fordert auf, für die Unterstützung der Ausgesperrten Sorge zu trage». A!lue»u>»«UUt«lliu4>»it«-U«e«>» K-ivti»«>»>!> zlingegend. Grobe B«rsa>nmlu»a am Tieuflaa, den n. d. M., AbendZ Uhr, in der„?!ord- deutslben Brauerei, Ehausseestr. 58. z-erband drutscher«»id->»-?- Sirt-erarvriter und verwandter Berufs- acnoncn I. Zahlstelle Berliul. Mitgliederverfaunnlung ainTicustag, den ii.No- vemder, Abends SK Uhr, in Fcuerstein's Salon, Alle Jakobstr. 75. (öroßr offentliche persamuilung aller in der Wirterdranci)- deschästlgten Arbeiter und Arbeiterinnen am Dienstag, den 11. November, Abends er Uhr, im Lokale des Herrn Joel, Audrcaostr. ei(oberer Saal). Achiii»«: Große öffentliche B-rfainmIung der Töpfer Charlottenbura» und Umaegend am Ntillwoch, den 12. November, Abends s Uhr, tu der Gam- brinnS-Brausrci, Wallftr. tu. Geffriiiliche iirrinmntUti!« für Iii an»er ,ind gvattm am Dienstag, den ii. November, Abends Uhr, in Feuerstein'S Salon, Alt- Jakobstr. 75. Ulilinersdorf. Große öffentliche Verfaniinkung für Männer und Frauen WUmerSdoriS und Umgegend am Dienstag, den ti. November, Abends s Uhr, im Viktor iagarten, WilhelmLane. Zeiitraikrankr»-«»d pt-rbr- zl»t«rst>ii)i!iigskalf« der deutsche» Zimmerer IG. H. Nr. 2, Hamburg) der örtlichen Aerwaltniig Bcrlw. Ber- fammlimg am Dtenltaz. den n. November, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn»äierstein. Alle Jakobstr. 75. ,, �etTammlumstcn. ZZffWN SeiÄ"Nlßn,-s.�eneralversaiii»ilnng ab. Die Versaiiiinluiig war * diei.»? Sut besucht, doch war es sehr zu bedauern, daß 1»igen Kollegen, welchen das Koalitionsrecht beim «auverein Serlinor Kildliauer. Die Verein?- Versainmlnng fällt Dleniiag, den Ii. Novcinber, ans. Dagegen finde! Millivach, den 12. Novbr., 4« Sa« WfVilltjftäÄrtiri'tt flfltt. Ko»tr»I- ...... Deigmüller's Lokal, Alte Jakobsir. 48 a. Verlesung der Präsenzliste um v Uhr. Grob» öffentlich» Uorsammlung für Frauen nnd Wäiiurr am Milk- woch, den 12. November, Abends 8% Uhr, im Lokale von Nürnberg, Schön- hauier Allee 28. Tagesordnung: I.Vortrag über:„Freie Liebe." Referent Herr Pens. 2, Diskussion. 3. Verschiedenes.— Genossen und Genossinnen iverden zu recht zahlrelchem Besuch dieser Versainnilnng eingeladen.— Zur Deckung der Unloslen Eiilgegennahme freiwilliger Beiträge. Achtung! Am 29. November findet vom Verein zur Wahrung der Jnter- essen der Klavterarbeiter und verw. Berufsgenosseii im Konzerthanö SanSsonci, üottbnserstr. 4a, der diesjährige Kommers statt.— BilletS a so Pf. find zu haben Im Nestaurant Winzer, Nannynstr. 78, wie bei fämmllichcn Vorstands- Mitgliedern. Frei» Uerrinigung der Maurrr Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 15. November: 2. Stiftungsfest im großen Festsaal der Berliner Bock- branerei, Tempelhoferberg. Auhrrord-ntl. zUitgliederversammluiig der Zrutral-Kraukeiikass» der Maurer, SIeinhaner, Slnckatenre ic.(Grundstein zur Einigkeit) am Dienstag, den II. November d. Js., Abends 8% Uhr, in Maips Festfälen, Beuthstraße so— 22. per«,« der Klempner Kerlins und Zliugegeiid. Große Vsrsamm- lung am Mittwoch, den 12. November, Abends 8 Uhr, ln Gratweil'S Bierhallen, Kommandantenftr. 79. Uerrin geiverbl. Hilfsarbeiter Krrliu» und Zlingegrud. General- Versammlung am Dienstag, den 11. November, Abends Uhr, in Renz' Salon, Nanntjnstr. 27. vrohe öffentlich» persaiumluiig der Katiler, viriuer. Täschner, Wageubaurr und BerufSzenossen, am Mulwoch, den 12. d. Mls., in SaegerS Salon, Grüner Weg 29. Tagesordnung: I. Die wirlhsthaflllche Lag- und unsere Sielluiig zu derselben. Referent Herr Thierbach. 2. Dls- knfston. 3. Verschiedenes. Ganz besonders find die Sattler der Ofibahn-Werk- stall eingeladen. sozialdemoleratischer Wahivereiu für den 3. üerliner Rrichotag«- Mahlkreis. Dienstag, d:n u. November, Abends 8� Uhr, in der Bock- braneret am Tempeihoserberg: Gr. General-Versammlung. Gr. yersainiulung de» Frauen- und ZUädchen-prreius für Weißen- see und Umgegend am Dienstag, den 11. November, Abends 8% Uhr, im Saale des Herrn Scngbetl lKaifer Wilhelm), Köntgs-Gyanfsee 40. Nntcrflüiiuugobund der Hausdiener. Wanoerversamiulung am MM- woch, den 12. November, AbendZ 0 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. 20. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Dr. Lütaeuan über:„Das eherne Lohn- efetz." 2. Diskussion. 3. Anfnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und sragekafien. Kollegen als Gäste und Gönner des Bundes find gern gesehen. Krosfr Ndüisvcrsammlung am Sonntag, den 10. November, Miltass 11% Uhr in Gianveil««ierhallcn, KominaiidaiUmftr. 77—79. Tagesordnung: Wie stellen sich die Arbeiter Berlins zur Gründung etneS Allgemeinen Berliner Arbeiter-BildungSvereins V Die Lefellnds und Bildnngjvsretne iverden gebeten, diese Versammlung besonders zu beachten. Fese- und Hiobutirklub».„H e rwegh". AbondS 8% Uhr im Lokale des Herrn Otto Linke, Forsterstr. 45. Gäste willlommen.—„Hu m anität". AbendS 8li Uhr im Lokale des Herrn Steuer, Aetnstraßc 22. Gäste willlommen.— AgitaltonSvereiii„Las alle", Abends 8 Uhr, Slaliherstr. 103 bei Haupt. Gäste haben Zutritt. Arbeiter-Häugerbuud Berlins und Umgegend, Abends s Uhr, Uebnugs- stunde, Aufnahme von Mitgliedern. Gesangverein„Lerche", IBrunnensir. no bei Zimmermann.— Gesangverein„Steineiche"(Böttcher), Lichtenberger- straße:i bei Heise.— Gesangverein„Norddeutsche Schleif e", Nestau- raut Kaiser Franz Grcuadierplah 7.— Gesangverein„A l l e g r 0", Slalitzer- trage 142 bei Greiser.— Gesangverein„O l y m p i a", Prlnzenstraße 108 bei scrlh.— Gesangverein ,.K r e n z b e r g", Teiupelhofer-Nfer 15 bei Kräng.— Gesangverein„F ideli las", Ackerstrabe 13 bei Kummer.—„Moabit er Liebe rlafc l", WilheiniShavuerstr. 23 bei Broich.— Gesangverein„M a t- g 1 ö et ch c n", Hochstr. 32 a bei Wille.— Männerchor„S ü d- O st", Köpnicker- nraße 101 bei Folge.— Mäiiner-Sesangverei»„Harmouta", Abends 9 Uhr bei Lemm, Stetnmoystr. 70. «esa»«-. Uurn- und gesellige Uerein». Privat-Theaterverein„Acacie", Abends 0 Uhr, im Restaurant Lehmann, Naungnstr. 44. Gälte willlommen. — Verein ehmaliger 37er, Abends 0 Uhr, im Königftadt-Kastno, Holzmarkt- straße 72.— Veretn ehemaliger Buhrmetsler'scher Tauzschüler, Abends 0% Uhr,, Sitzung mit Damen Im Restaurant AndreaSstr. s. Gäste willkommen.— Rauch-> klub„R 0 s e n b l ä t t e r", AbendS 8% Uhr bei Leopoldt, Bork- und Mannfteln- straßen-Scke. Gäste willkommen. Kicks-Krausteuliaste der Zigarreumacher, Tabakspinner und Zigarren- sortirer zu Berlin. Milglirderoersamuilnng am Sonntag, d.— _____ 11 ii u.. r..•-.,#... � «ormittazs n uhr, bei Serselot, Gre-rdi-rstr. 33. den 10. November, "*r KOSLt..«w» ��'«Äb�ei�nnen b» Volamenten-Vranche. Bersammlung am Dieniiag, den 11. Nov., Ab. 8% Uhr, hei Feuerstein, Alle Jakobstr. 75. SpvechsetQl. Di« Redaltion stellt die Benntzung des SprechsaalS, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publilnrn zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung: sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mildem. Inhalt desselben tdentifiztrt zu werden. Bczllgnehmeud auf den Sprechsaal-Artikel in Nr. 262 vom Sonntag habe ich zu bemerken, daß im Juli dieses Jahres, im größten hier bestehenden Halisdienerverei», dem Unterstützungs- bunde, bei Berathung der Festlichkeiten, die beiden Vorsttzenden- gegen die Philharmonie stimmten, während Herr August Werner der Unterzeichner obengenannten Sprechsaal-Artikels als damaliger 1. Schriftführer des Bundes in Gemeinschaft mit dem jetzigen- >2. Vorsitzenden des Zentral-Vereins Herrn Jiersch, gen. Jurek, welcher ebenfalls Vorstandsmitglied des Bundes war, für die Philharmonie eintraten. Somit sind sie also die eigentlichen Schuldigen in dieser Frage, denn hätten dieselben ebenso dagegen .gearbeitet wie die beiden Vorsitzenden des Bundes, die Kollegen Lambrecht und Dopatka, ivären die Gegner der Philharmonie nicht in der Minorität gebliebeu. Oskar Wie in er, Jüdenhof 7, Delegirter für die Hausdiener zur Berliner Streik-Koutrol- Kommisston. WPiejnkmstken dev Medockkion. Bit Ansragen bitten wir die AbonnementS-Quittung bsiznsügen. Veiestich Antwort wird nicht ertheilt. Adlerahof. Sie brauchen blos das anzugeben, was Ihre erste Frau mit in die Ehe gebracht oder während der Ehe zur Erbschaft erhalten hat. K. Frankfurterstr. Wenn Sie nicht nachweisen können, daß die Bettstelle Fehler gehabt hat, welche bei Abschluß des' Leihkontraktes nicht erkennbar waren, so werden Sie den Prozeß verlieren. Miethsentschädigung können Sie keinenfalls bean- spruchen. Ktuckintrur. Wir mußten Ihren Aufruf wegen Raum- mangels kürzen. 63. 103. Theilen Sie den angenommenen Antrag dem Parteivorstand mit. KrirfKaste« der Expedition. AlloVersammlungs-Annonzen, ausgenommen diejenigen, welche uns von Vereinsvorständen oder Vertrauensmännern, sofern sie bei uns Konto habe», aufgegeben iverden, müssen von jetzt ab bei Ausgabe baar bezahlt werden.— Dasselbe gilt von allen anderen Annonzen, für welche wir den Betrag(40 Pf. pro Zeile) bei Ans- gäbe in Briefmarken eiiizusenden bitten, da wir dieselben sonst unberücksichtigt lassen müßten. Ar. Kr. 8. 3 Exemplare des Halleschen Protokolls gehen Ihnen nach Einsendung von 1,40 M.(in Marken) sofort nach Erscheinen desselben portofrei zu. (Wo lsfo Trleizrnphen-Knren».) Altona, 10. November. Zwischen streikenden hiesigen und fremde», die Arbeit fortsetzenden Glasarbeitern kam es Sonnabend Abend im Stadtbezirke Ottensen auf dem Hose der dortigen ver- einigten Glashütten zu einem heftigen Kampfe. Durch Revolver- schüsse von Seiten der Ausständigen wurde ein auslvärtiger Glas- arbeiter am Kopfe verwundet. Drei der Haupträdelsführer sind verhaftet. Die llnterfnchung ist in vollem Gange. Drüfl'rl, 10. November. Gegenüber der von den Arbeitern zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts beabsichtigten Kund- gebung sind mnsassende polizeiliche Maßnahmen getroffen; die Truppen sind zwar konsignirt, jedoch werden ernste Ruhe- störungen nicht befürchtet. Die Arbeiterpartei will den im Stadthause versainmelten liberalen Abgeordneten von Brüssel nochmals einen energischen Protest zu Gunsten des all- gemeinen Stimmrechts einhändigen, welches das ganze Land begehre, und das schon von zahlreichen Arbeitervereinen und demokratischen Gesellschaften verlangt worden sei; die Protest- schrift fordert die gesetzgebenden Versammlungen auf, ihre Pflicht zu thun, ebenso wie dir Arbeiter die ihrig,«füllt hätten. I. Amerikanishe Uerkaufs-Hailen Spandatterbriicke la. IL Skalitzerstraße 39. Wienerstvaße 69. Billigste Bezugsquelle �#= und-l-g.».- Bekleidungs-Gegenstände Der Verkauf siiunntNchrr Maaren findet zu geradezu enorm billigen aber streng festen Preisen statt. Manh öre und st a u n e: Ein groß. Post. Herren Winter-Paletots Stück M. mit warmem Futter, sonst 22 Mark Ein groß. Post. Herren-Winter-Paletots Stück M. mit warmem Wollfutter, sonst 40 Mark Ein groß. Post. Herren-Winter Paletots Stück M. mit gestepptem warmen Futter, sonst 60 Mark Ein groß. Post. Herren Winter Paletots Stück M. Prima-Qualität, sonst 75 Mark Knaben Garderobe, ebenfalls ganz enorm bißig, und dergleichen mehr. 31,00 20,00 30,00 40,00 Stück 3)?. 9%. Ein groß. Post. Herren Anzüge, Jaquet, Hose u. Weste, dauerhafte Winterwaare Ein groß. Post. Herren Anzüge, Stück Jaquet, Hose u. Weste, in allen Mustern, sonst 35 Mark Ein groß. Post. Herren Anzüge, Stück M. Jaquet, Hose u. Weste i. schön. Kammg.-Must, sensat., sonst 60 M. Ein groß. Post, einzelne Herren-Hosen, Stück M. kolossal dauerhast in schönen Mustern Ein groß. Post. einz. Herren Hosen, Kmg. Stück M. in gestreift, u. karrirten Mustern, schwarz u. farbig, geradezu staunenswerth 10,00 16,50 30,00 5,00 9,00 Jeder Kinrfer eines Gegenstandes vis z» 30 Mark erhält als G�atis-ZugatSse 1 eleg. Meiderimrste. Zur gell. Beachtung Preise streng test. Amrikmsje VeckO-Men Jeder Käufer eines Gegenstandes «der 30 Mark erhält als Gratis-Zugads 1 eleganten Hut. Spandauerbrücke la, Skalitzerstrasse 39 u. Wienerstrasse 69. Die wirklichen Amerikanischen Verkaufs Hallen befinden sich nur, Spandauerbrücke la, Skalitzerstrasse 39 und Wienerstrasse TT und beruhen alle ähnlich klingenden Ankündigungen auf Täuschung des Publikums. 1545 Achtung I Broie össentlHe VersammlUg kr Töpfer WMenbnrg? und Umgegend am Donnerstag, den 13. November, Abends 7 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Wallstraße 46. 276 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberufer. Große öffentliche Uersammlung der Fabrikarbeiterinnen am Dienstag, 11. November, Abends Sva Uhr, iw Konzerthaus Sanss ouci, Kottbuser Straße Nr. 4a. _ �Tages-Ordnung: 1. Vorlage des Lohntarifs resp. das Resultat des Fubrilanten der Berliner Velvetfabrik in der Köpnickerstraße. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten eine Tellersammlung. Die Berliner Streik-Kontrolkommission ist hierzu eingeladen. Der wichtigen Tagesordnung halber werden sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins gebeten, recht zahlreich zu erscheinen.[307] Die Lohn-Kommisst-n. Wer eine wirklich gute, killige Cigarre rauchen will, der probire meine folgenden Spezialmarken: Q}* 9/1 Ausgezeichnete reine 5 Pf.-Qualitätscigarre. Ersetzt die sog. •lll. ÄT. Spezialsorten von 60 bis 75 M. vollständig. q>» 14 Unübertrefflich! Vorzüglichste aller 6 Ps.-Cigarren. Dieselbe -'lt. i%. wird anderweitig nicht unter 10 Pf. verkauft. Sfiv 91 Hochfeinste 7Vs Pf.-Cigarre. Für verwöhnt« Raucher, welche lkU mw. sich einen wirkl. Genuß verschaffen wollen. Werth das Dopp. Cigarren anderer Preislagen in unerreichbaren Qualitäten. Ein Versuch wird es Behren, daß man nirgends besser und billiger Cigarren kauft, als bei mir. EWALD NITTER, Mi« C.,»tjtaie 2« (Ecke Scharrnstraße). 1724 bester Qualität, geruchlos, sehr hochgradig, 92—96 pCt. mit denatlirirt, ca. 96 pCt., liefert zu sehr billigen Preisen frei ins Haus und nach auswärts bahnfrei hier Die Krennspiritus- Fabrik Hermann Meyer& Co., _ Kerli«, Usedomstraße(Berliner Lagerhof)._ 771 I a> CO I H.pt. Empfehle mein Lokal zum Arbeits Nachweis und für ZahlSelte». Zimmer mit Pianino für Berel■ 6 7101 Arthur Ziemer, Cuvryff�. SlinweiffKS"»«»!!' Olmniitsgiaagii' suchezu kauf�s Meyer's Lexikon.. A. Sauer, Rüdersdorferstr. 36. Freundl. Schlafstelle für H-rre» Wolf, Manteuffelstr. 95, HofJj� Wienerstr. 34, 2 Tr.___ Schlafstelle, sep. Eingang, bei Lübeckerstr. 13, Hof l.___ Frdl. möbl. Schläfst. cbmidt. Michaelkirchplatz 4, Schmidt, Michaelkirchplatz � Jitljer-Uttterr.B.Nickel.Gattenst� Ein Vereinszimmer ist zu bei Adolf Laege, Fürbringerstr� 1 Punktirerin und 1 Anlegerin � Buchdr. R. Gensch, Kounnandmu��- Albumleisten-Zusammensetzerw � Otto, Waldemarslr. 42, Schleifer auf Hartgummi Loewenstein, Sophienftr. 8. Schwae;-P oiirer verlangt die Rahmenfabrik von v zso Heise in Hannover Für sozialdemokr. Ein junger Parteige bisherigen Beschäftigung sucht Stellung als Journalrlt, qqg- stellvertretender Redakteur od arbeiter an einem Parteiblatte.. go auch Feuilleton und Dichtung'»»«ul gendem Maße. Jedoch'nird dauerndes Unterkommen m 9� �stke> Thätigkeitsseld gerechnet. unter A. R. 68._____ Ein erprobter Korrekt�/ womöglich akademischgeb� � der zugleich der Redaktion Hand gehen kann, wird Adress enmit kurzerAngav. � bisherigen Thätigkeit unter W. L. in der EfpgV des„berliner Beuthstraße 3, erbeten- Verantwortlicher Redakteur: Gurt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von War Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Nr. 263. Dienstag, den IL November 1890. y* aWiW GeriÄzks Jeitimg. . E»»e ocmringrfälirliche Ladrnschwindleri», vor wel- M in den Zeitungen wiederholt gewarnt worden ist, stand gestern "' der Person der Frau Auguste Schmidt geb. Sutter vor dem d'esigen Schöffengerichte. Vor einiger Zeit mehrten sich bei der rv'iei die Anzeigen über das Treiben einer Schwindlerin, welche desvnders in den Geschäften von Schlächtern, Bäckern und Vor- '°sthändlern ihre Thätigkeit ausübte. Tieselbe arbeitete mimer »ach derselben Schablone. Sie erschien gewöhnlich Abends m den Mchästslokalen in Begleitung eines Knaben und imponirte durch d>e Ruhe und Sicherheit, mit welcher sie austrat. Sie kaufte gc- wohnlich eine Kleinigkeit und bezahlte mit einem Zwanzigmark- ''uck. worauf sie sich herausgeben liest. Unter fortgesetzten tliedens- ürten ließ sie sich dann gewöhnlich noch ein Dreimarkstück wechseln, ßM aber dann in größter Seelenruhe nur ein Zweimarkstück hin "d ehe die von dem vielen Geschwätz etwas wirr gewordenen Verkäufer recht zu der Erkenntnist kaine», dost sie betrogen worden, war die Schwindlerin schon über oite Berge. In anderen Fällen machte sie das alte Kunststuck, dost, wenn sie auf das Zwanziqmarkstück herausbekam, sie ganz derduht behauptete, daß ein Dreimarkstück fehle. Bei einer �aden- dstltzeri», welche von dem Treiben der Schwindlerin aus den Zel- "'nge,i Kenntniß erhalten hatte, erreichte aber die Angeklagte ihr ■Schicksal: sie wurde festgehalten und zur Polizei befördert. Eine gonze Anzahl von Geschäftsleuten konnte die Angeklagte nicht d'sber erkennen, dagegen wurde sie von vier Zeugen an ihrem �geprägt süddeutschen Dialekt mit Bestimmtheit rekognoszirt. dr Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte, welche schon im origeii Jahre wegen ganz ähnlicher Schwindeleien bestrast wor- r"'st. zu 3 Monaten Gesängnist. Ter Gerichtshof berücksichtigte dobci. daß der Angeklagten ihre Schwindeleien zu leicht gemacht Verden, da die Zeuge» trotz der Warnungen in den Zeitungen "'cht die genügende Vorsicht beobachteten.„Wir haben keine Zytz Zeitungen zu lesen," erwiderte eine Markthändlerin;„wir 'offen von früh bis spät arbeiten!" ."Die Verführung war ,» gros»!" so«nlfchulbiate sich Schern ganz treuherzig der kleine Möbelpolier-Lehrlincz Joh. Friedr. 7 o t r n e r. welcher wegen eines verunglückten Geniestreiches sich or der 1. Strafkammer zu verantworten hatte. Derselbe erhielt M'es Tages lebhaste und berechtigte Vorwürfe von seinem Lehr- ?�r>>, weil er die Räume eines benachbarten Schankwirths allzu S,"stg studirte und daselbst Zechen machte, die in gar keinem �rrhöltniß zu seinem jugendlichen Alter standen. Der kleine '''«ipcmt versprach Besserung, aber„das Pentagramma machte ")>» Pein!" Er wußte nämlich, daß bei dem s-chankwuth an .�lorener Stelle eine Tafel hing, wo die Schulden des„Herrn v�'ier in ziemlichem Umfange angekreidet waren. Der Gedanke, f°P dies Schuldbuch vernichtet werden müsse, beschäftigte seitdem 2 kleinen Kerl unausgesetzt und dermaßen, daß er es als em stutcs Omen betrachtete, als er eines Abends, als das Geschäft Z°n geschlossen war. das Fenster, welches zum Schank- 7"" führte, offen stehend fand. Er kletterte hinein und Wuchtete kühn entschlossen� das Denkuial semer Schulden, Er er das gesammte Konto an der Tafel auswischte. wollte fröhlich wieder zum Fenster hinauskleltern, ,.— irvyiim wieoer zum zensier ymauslie d..!°in Kismet seine Augen ans das Büffet richtete, '? köstlichsten Eisbeine, die gediegensten Schlack- und Knoblanch- a�er litt am nächsten Tage an verdorbenem Magen. Als der «chankwirth am nächsten Morgen die Verheerungen betrachtete, te:,'l"9e" eine Urkundenunterdrückung zu fmde» ist, auf stai und verurtheilte den kleinen Feinschmecker mit stuckpcht l seine Jugend zu einer Woche Gefängnrß. Leben, wieder e.-.mal zu lernen, wie Arbeit aussteht. ItSZMZii ' e b e'f� sll"v"'hrem Manne getrennt lebende Frau Carola vf5 letzteren ü lten Bruder Namens Herz in der Wohnung D,• ermordet worden. Als der Thäler waren der Ehe- Zu beste» ß- sowie der Arbeiter Lorenz G e m b i tz a -„s. m � Ignatz Gembitza ermittelt worden. f�te» em«lese,, Schnee vorgefundenen Fußspuren - stelbe»' iu den Stiefeln der Angeklagten, die Kleider T �"flellnoif11'n,t Blut besudelt und Tabakpfeife und Stöcke Dezember» Ä waren am Thatorte gefunden worden. Tie im Ü der g stattgehabte Verhandlung endete mit der Verurthei- »»�l-gte Ren,� gten. Die gegen das schwurgerichtliche Urlheil .�tte Erfolg und so mußte noch einmal der bnl/st werde» �awt, 89 Zeugen und 2 Sachverständige, ,» Bewegung Üi,..""ch h.i. P'l t>en durchschlagende» Revisionsgründen ge- ' sei»- �aß der Gerichtschemiker Dr. I e s e r i ch aus A? auf' oer damaligen Verhandlung abgegebenes Gut- abnpn.c 9or den Langerichten Berlin 1 und Ii ein für alle Si ,n Batst„" Sachverständigen-Eid genommen hatte, während de» i?*.:""ch einmal hätte vereidigt werden müssen.— '? VGtlirt � fitih hpi? nb Lore iese wil „p- v. s c tz a richtete.---- a�ülbin»gen>hn gefällte Verdikt der Geschworenen lautete auf 'h t h» aubes, wonach der Angeklagte zu 8 Jahren au-..: V Ehrverlust und Polizeiaufsicht verurtheilt wurde. -——- inu.-..»»««. °rn J?�err»�-n ox,,-oerny. isn geryarv», x J 1 f f s.�.arl K l i» g b e i l, Kaufmann Adolf Marken „SJ tchr'T'o gegen den Pferdehändler Oskar D r e n s k e und v!u?"Nten Friedrich Wilhelm T h e w s. Die beiden Letzt- lii?Sbil>»r x st-'l�n gemeinschaftlich einen Pferdehandel und ein iiu" hast- Thcws liest für eine Forderung, die er an dem- �Kiir,.' i,lne® Tages fünf Pferde mit Beschlag belegen. Da Tinste und trat mit der Behauptung hervor, daß die Pferde sein Eigenthum und von ihm auf dem Markt in Stargard gekaust und bezahlt worden seien. Er berief sich zum Beweise dafür auf das Zeugniß der drei ersten 'Angeklagten, welche seine Behauptung auch durch eides- stattliche Versicherungen bestätigten. Es hat sich jedoch durch die Beweisaufnahme herausgestellt, daß diese eideZstattlichcn Ver- stchermigen fahrlässig falsch abgegeben� worden waren, denn die Angeklagten konnten keineswegs mit Sicherheit bekunden, daß die gepfändeten Pferde mit den in Stargard gekauften identisch waren, sie haben vielmehr ein Schriftstück unterschrieben, ohne zu wissen, was darin stand. Der Gerichtshof hatte keinen Zweifel darüber, daß dies auf Anstiftung der beiden letzten Angeklagten geschehen war und er verurtheilte deshalb D r e n s k e und. T h c w s zu je 3 M o n a t e u, die übrigen Angeklagten zu je 1 W o ch e Gefängniß. vevstmuttUmgim. UlrtWc'tif. Eine öffentliche Generalversammlung der Maurer Berlin? und Umgegend fand am Sonntag unter Vorsitz des 5kollcge» Wernau, bei vollbesetztem Saale statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm die Versammlung Monikas entgegen beziv. gab Kollege Maciejewski über eingegangene Monikas Aus- kuiift betreffend die Abrechnung der sruheren Vertrauensmänner von dem von ihnen verwalteten Generalfonds. Sonstige Ein- ivcndungen gegen die Abrechnung sind schleunigst zu richten anßdie früheren Revisoren Maciejewski, Steinmetzslr. 24, Ferkel, Birkenstr. 12a, und H e i n z e, Forsterstr. 10. Den ersten Punkt der Tagesordnung:„Das Verhalten der Berliner- Maurer gegenüber ihrer Organisation und die Beschlüsse des Parteitages in Halle" er- örterte der Vorsitzende. Der Parteitag hat bekanntlich jedem Parteigenossen empfohlen, sich auch seiner gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen, wenn möglich zenlralisirt. Redner bedauerte, daß die Berliner Maurer ihrer Organisation noch sehr k>hl gegenüberstehen. Redner zweifelte ferner nicht, daß die Ge- schäftsleitung in Hamburg den deutschen Maurern empfehlen werde, sich in Zentralverbänden zusammen zu schließen und daß sie auf dem achten deutschen Maurerkongreß einen entsprechenden Organisationsplan vorlegen werde. Würde ein derartiger Be- schluß gefaßt werden, so müßte Berlin unbedingt ausgeschlossen werden, da die Berliner Gewerkschaftsbewegung eine eminent politische sei. Eine rein gewerkschaftliche Veivegung sei heute absolut nicht mehr möglich. Redner hielt eine Zentralisation der Maurer über einen Theil Deutschlands allenfalls in den Pro- vinzen für möglich, wo stellenweise der alte Zopf noch sehr lang hänge. Mit dem vom siebenten deutschen Maurerkongreß ge- schaffenen Siistein erklärte sich Redner einverstanden und war der Meinung, daß Berlin sich einer Zentralisation nicht anschließen könne. Vorbedingung hierzu sei die Auflösung der Freien Vereinigung, welche als polltischer Verein behördlicher- seits angesehen werde und die dies auch sei, und Gründung einer neuen„gewerkschaftlichen" Vereinigung, welche die Berliner Maurerbewegung völlig zu Grunde richten würde. Die Berliner Maurer seien gehalten, positiv zu wirken, angesichts der hierorts bestehenden beschämenden Arbeitsverhältnisse an die Gesetzgebung heranzutreten, ähnlich, wie es die Freie Vereinigung mit ihrer Petition an die Stadtverwaltung gethan. Wenn auch im Prinzip die Zentralorganisation anzuerkennen sei, so hielt Redner in tak- tischer Hinsicht die Lokalorganisation für einpfehleiiswerth. Die Solidarität könne in Lokalorganisationen ebenso, unter Um- ständen noch besser gepflegt werden, als in Zentralverbänden, und da die Lokalorganisationen weniger bedroht erscheinen, als die Zentralorganisationcn, so sei den ersteren aus praktischen Rücksichten der Borzug zu geben und richtete der Redner einen dringenden'Appell an die Kollegen, sich der Berliner Lokalorganisatio», der Freien Vereinigung anzuschließen, in der Agitation für dieselbe nicht zu erlahmen, einzutreten für die Verbesserung ihrer Klassenlage und für Be- sreiung aus den Banden des Kapitals.(Lebhaftes Bravo!) Kollege Weiße tadelte die noch immer herrschende Zersplitterung der Berliner Maurer in verschiedene Vereine, indem doch nur durch eine einheitliche Organisation etwas zu erreichen sei. Hier müsse Wandel geschaffen werde». Kastengeist und JndifferentismuS würden nicht verschwinden, so lange die Berliner Maurer noch mehr wie eine Organisation hätten. Kollege Blaurock war der Ansicht, daß mit den Beschlüssen de- Parteitages nicht Miß- brauch getrieben werden dürfe und daß in der Freien Vereinigung ein„Etwas" vorhanden sei, welches hindere, dieselbe groß und stark zu machen und das müsse ausgemerzt werde». Früher sei in der Vereinigung mehr Prinzip vorhanden gewesen, man habe mit denjenigen, die sich den Prinzipien nicht sägten, wenig Um- stände gemacht. In arger Verblendung habe man die sruheren Grundsätze aufgegeben. Die Zulassung einer„geregelten" Akkord- arbeit sei ein Fehler gcivesen. Würde dieses System nicht geändert, würden und müßte» alle denkenden Kollege» der Freien Vereinigung fern bleiben. Kollege S i l b e r s ch m i d t errannte die von Wernau vorgeführten Gründe für eine Berliner Lokal- organisation nicht an und trat für eine Zentralorganisation ein. Dieselbe vermöge mehr zu bieten, als eine lokale Organisation. Berlin habe sich schon niehrfach des Bruches von Kongreß- beschlüssen schuldig gemacht und warnte Redner vor weiteren. Den selbstgefastten Beschlüssen habe man sich unterzuordnen bis zum nächsten Kongresse und keine Sonderiuteressen zu vertreten. Gegen den gefaßten Beschluß, einen Provinzialkongreß ein- zuberusen, müsse protestirt werden. Die Freie Vereinigung sei den heutigen Verhältnissen in keiner Weise geivachsen. Noch trauriger würde» die Verhältnisse werden, ivenn sich Berlin isolirc» wollte. Spruchreif sei die Organisationsfrage vorerst noch nicht. Jeder aber, der die Arbeiterbewegung fördern wolle, würde sich dem, was geschaffen werde, anschließen. Die Organi- sationssrage wurde weiter von den Koll. I e z o r t e, Klinge»» berg, Dietrich ventilirt. Koll. Wernau erklärte, daß in der Berliner Maurerbewegung prinzipielle Gegensätze vorhanden seien, welche in nächster Zeit zum Austrag gebracht werden würden. Die Fusion mit den Alkordarbeitern erkannte auch er als das Hauptlibel an, an dem die Freie Vereinigung kranke, doch müßte der Versuch gewagt werden. Er ivolle durchaus keine Jsolirung Berlins, nur sei seine prinzipielle Ueberzeugung, daß für Berlin, dem Kops und dem Herz Deutschlands, in dem das politische Leben Deutschlands pulsire, nicht angängig. Die vorhandenen Gegensätze wurden sich klären müsse», Personen spielten keine Rolle, cr sei gern bereit, zurückzutreten, ohne deshalb sich in den Schmollwinkel zurückzuziehen. Nachdem noch Kollege Weiße gesprochen, wurde ein Antrag ans Schlnß der Diskussion an- genommen und beschlossen, die Organisationsfrage, ob zentrale oder lokale Organisation, zu vertagen und das Bureau zu be- auftrage», in nächster Zeit eine öffentliche Generalversammlung der Maurer einzuberufen mit der Tagesordnung:„Lokale oder zentrale Organisation?" und Herrn Baumeister Keßler als Referenten hierfür zu gewinne» zu suchen. Kollege Kerstan wünschte zwar die Vertagung vorstehenden Antrages, sowie Herrn Keßler sosange nicht in Maurer- Versammlungen sprechen zu lassen, bis die in Sachen Keßler kontra Frohme niedergesetzte Kommission ihre Entscheidung getroffen habe, doch war die übergroße Majorität der Versamm- lnng anderer Ansicht. Auch stimmte die Versammlung folgender Resolution zu:„In Anbetracht der Thatsache, daß durch die Uneinigkeit der Berliner Maurer ihre Arbeits- und Lohnverhält-, nisse immer schlechtere, die Arbeitszeit verlängert und die Ar- beitslöhne immer weiter heruntergedrückt werden, beschließt die Versammlung dahin zu wirken, daß sämmtllche Berliner Maurer der Freien Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend bei- treten, um in geschlossener Masse der Ausbeutung durch das Unternehmerthilm entgegentreten zu können." Ferner wurde auf Antrag des 5ch!legen Wernau beschlossen, sämmtliche Uten- silien, welche Eigenthum der Berliner Maurer sind, aber iinter der Aera des Sozialistengesetzes den Späheraugen der Polizei entrückt werden mußte», einzuziehen und hiermit das Versamm-. lungsbureau zu beauftragen. Nachdem noch einige unwesentlichere Sachen erledigt und bekannt gegeben worden war, daß die nächste Mitgliederversammlung der Freie» Vereinigung am nächsten Freitag, den 14. d. M., und zwar nicht bei Orschel, sondern in einem noch bekannt zu gebenden Lokale, wahrscheinlich bei Scheffer, Jnselstr. 10, stattfinden wird.Z erfolgte Schluß der Versammlung. Stuämtrure. Die Stuckateure hielten unter dem Vorsitz des Herrn Braum Sonntag Mittag eine öffentliche Versammlung ab. Es wurde zunächst über die. vorbereitenden Schritte zu einem Gewcrkschafts- kongrcß berathen. Der Obmann der deutschen Stuckateure, Sittenseld-Hamburg, habe bei dem Einberufer des demnächst in Berlin stattfindenden Gewerkschaftslongreffes, dem Genossen Täterow, seine Adresse angegeben. Es wurde nun in der Ver- sammliing die Befiktchtung laut, daß Herr Sittcnseld zu der be- Hufs Feststellung der Tagesordnung de- Kongresses am 16. November stattfindenden Vorkonferenz nach Berlin kommen wurde und so den Stuckateuren unnütze Kosten verursacht würden. Man war der Meinung, daß zur Vorkonferenz ganz gut ein Ver- trauensmann der Berliner Stuckateure delegirt werden könne. Nach einer ausgedehnten Diskussion über diesen Punkt einigte man sich aus einen Antrag, nach welchem der Ein- berufer des Kongresses aufgefordert werden sollte, von der Zu- ziehung des Herrn Sittenfeld zur Vorkonferenz Abstand zu nehmen und sich in dieser Sache mit den Vertrauensmännern der Berliner Stuckateure in Verbindung zu setzen. Man schritt dann zum zweiten Punkt der Tagesordnung, welcher lautete: Wie verhalten sich die Stuckateure zu" der Forderung verglaster Fenster auf dem Vau? Hierzu führte Herr Thierbach aus: Die Töpfer hätten vor Kurzem durchgesetzt, daß sie in der Zeit vom 15. Oktober bis zum 15. April nur bei verglasten Fenstern zu arbeiten brauchten. Diese Forderung wäre zur Beschützung der Gesundheit der Bau- arbeitcr dringend nothwendig. Bei den Stuckateuren liege die Sache ebenso, wie bei den Töpfern. Sie müßten in den zugigen Räumen schwer arbeiten und setzten ihre Gesundheit großen Gefahren aus. Die Arbeiter müßten dahin trachten, ihr einziges Kapital, die Arbeits- kraft möglichst gut zu schützen. Außerdem wäre die Forderung selbst im Interesse der Miether von großer Wichtigkeit, da durch verglaste Fenster das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert werde. Fittgenhauer, Töpfer, ersucht die Stuckateure, sich seinen Berufsgenossen anzuschließen, welche schon seit dem Jahre 1886 für diese Forderung eingetreten seien. Er macht darauf auf- merksam, daß sie wohl in jedem Jahre von neuem auf den ein- zelnen Bauten für ihre Forderung iverden kämpfen müssen. Er macht ferner auf die gesundheitsgesährlichen Koaks-Aus- dünstungen aufmerksam. Die Bau-Arbeiler müßten darauf dringen, daß die Bau- Unternehmer feste Oese» mit Rauchabzug auf den Bauten zur Austrocknung der Räume ausstellen. Er kommt zu dem Schluß, daß die Stucka- teure und die Töpfer gemeinsam vorgehen müssen, da beide Be- rufe gemeinsame Interessen zu vertreten haben.(Beifall.) Kietz tritt den Ausführungen des Borredners bei, beschwert sich aber über den Jndifferenlismus unter den Stuckateuren. Sie müßten daher mit aller Macht für Aufklärung sorgen, damit sie geschlossen auftreten könnten. Redner ist der Meinung, daß die Behörden selbst für Beseitigung dieser die Gesundheit der Arbeiter schädigen- den Einrichtungen eintreten iverden, nachdem sie davon Kenntniß erhalten haben. Heindorf drückt im Gegensatz zu dem Vorredner seine Meinung dahin aus, daß sie auf ein Einschreiten der Behörden im Interesse der Arbeiter nicht rechnen dürfen. (Der Polizeibeamte verlangt wegen einer Aeußerung die Adresse des Redners.) Die Arbeiter können sich nur auf sich selbst ver- lasse». Wenn sie eine Verbesserung ihrer Lage wollen, so müssen sie sich dieselbe selbst erkämpfen. Daher müßten sie hauptsächlich das Solidaritätsgefühl zu stärken suchen.(Beifall.) Jacobey führt aus, daß es drei Forderungen seien, welche die Arbeiter in ihrem Kampfe gegen die Kapitalmacht aufgestellt haben: Ein- fährung auskömmlicher Löhne, Einführung nzöglichst verkürzter 'Arbeitszeit»nd Einführung von gesundheitsgemäßen Zu- ständen bei der Arbeit. Bei der letzten Forderung könnten die besitzenden Klassen wohl sehr leicht zeigen, wie weit es ihnen Ernst ist mit ihrer in letzter Zeit so viel gerühmten Sozialreform. Die Profitwnth der Unternehmer sei es, welche sich gegen jede Aufbesserung der Lage des'Arbeiter- sträube. Um gegen die Unternehmerklasse wirksam ankämpfen zu können, müßten sich die Arbeiter fest organisiren (Beifall). In demselben Sinne sprachen in der weiteren Debatte Schulz, Rüdenburg, Kietz, Fittgenhauer, Thierbach. Auf Antrag Heindorfs wird beschlossen, daß die Vertrauensmänner der Stuckateure und der Töpfer zusammentreten sollen, um über diese Fragen gemeinsain zu berathen und in nächster Zeit eine öffent- liche Versammlung der in beiden Berufszweigen beschäftigten Arbeiter einzuberufen. Es gelangen nachstehende Resolutionen zur ein- stimmigen Annahme: 1. In Erwägung, daß die arbeitenden Klassen vor'Allem für Beseitigung aller ihre Gesundheit und ihr Leben schädigende» Mißstünde eintreten müssen, in Erwägung daß die Arbeiter bei Erkämpfung besserer Arbeitsverhältnisse in einem schroffen Gegensatz zu dem Unternehinerthum stehen, in fernerer Erwägung, daß die Arbeiter nur durch eine feste Organisation etwas Positives aus dem Kampfe gegen die Kapitalistenklasse herausschlage» können,— verpflichten sich die Anwesenden mit allen ihren Kräften für Aufklärung und für Heranziehung ihrer indifferenten Arbeitskollegen zu agitiren. Die öffentliche Ver- sammlung der Stuckateure ist weiter der Meinung, daß die S t u ck a t e>l r e mit den Töpfern und den anderen Bauarbeitern gemeinsam vorgehen müssen, u m gesundheitsschädliche Mißstände;» beseitigen. 2. Die heutige öffentliche Versammlung der Stuckateure beschließt, die gerechten Forderungen der Töpfer— aus Gesundheitsrücksichten i m Winter nur bei v e r g l a st e n F e n- stein z n arbeiten— auch zu den ihrigen zu machen. S i e fordert ferner Beseitigung der Kokskasten, welche zum Austrocknen der Räume auf den Bauten verwendet werden und erklärt sich vom heutigen Tage ab mit den Töpfern in jeder Hinsicht solidarisch.— Unter Verschiedenem macht Heindorf auf die Bestrebungen de» Vereins der Gastwirthsgehilfen aufmerksam. Er fordert die Anwesenden auf, diese junge Organisation dadurch zu unterstutzen, daß sie in den Lokalen, in welchen sie verkehren, sich von den Kell- n e r n deren M i t g l i c d s o ü ch e r vorzeigen zu lassen und daß sie nur denen ein Trinkgeld geben, welche sich dem F a ch v e r e i n angeschlossen haben.— Es gelangen dann noch Sammellisten für die iin Streik liegenden Barockrahmen-Vergolder zur Ausgabe, und es wird ausgefordert, diese in ihrem gerechten Kampfe zu unterstützen. Kehufo Ktrlittniznnhmc zu dem in nächster Zeit in Berlin stattfindenden Kongreß sämmtlicher freien Hilfskassen Deutsch- lands, tagte eine öffentliche Mitgliederversammlung der Kranken- und Sterde-Unterstützungskasse der Bergolder und Berufsgenossen (Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 19) am Montag, den 3. November, unter Leitung des Herrn Niebergall. Der Referent, Herr Fritz Zubeil bezeichnete es als Pflicht eines jeden Arbeiters, daß die freien Kassen den Zwangskassen gegenüber groß und stark werden. Es liegt dies im Interesse der Arbeiter selbst, denn erstens werden die Arbeiter durch den Krankenkassenbeitrag des Arbeitgebers zu Sklaven gestempelt und zweitens kann ein Kranker nur.zu dem Arzt Zutrauen haben, den er sich selbst wählen kann. Zum Schluß empfiehlt Redner keinen Delegirten mit gebundenem Mandat zu entsenden, sondern ihm freien Spielraum zu lassen. In der Diskussion waren alte Redner mit dem Referenten einverstanden. Es gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die heutige Versammlung der freien Hilfskasse Nr. 19 erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und protestirt energisch gegen die weitere Be- schränkung der freien Hilfskassen, sowie gegen die erweiterten Befugnisse der Jnnungskassen, und verspricht ferner mit aller Entschiedenheit für die weitere Verbreitung der freien Kassen einzutreten. Unter„Verschiedenem" wurde ein Antrag gegen 1 Stimme angenommen, einen Delegirten mit ungebundenem Mandat zu wählen. Es wurde hierauf Herr Boges als Tele- girier und Herr Behrendt als Stellvertreter gewählt. Als Spesen werden pro Tag 6 Mark festgesetzt und beschlossen, die Gelder durch Sammellisten aufzubringen. Eine Cienrualversammluna deo sozialdcmokvatischett Mahlvrrrino d-roen an einem chronischen Siechthum, welches die Lebenskraft aufzehrt und die physische wie geistische Entwicklung lahm legt, zu Grunde gerichtet werden. Wohl haben in Berlin die Freien Hilsskassen eine Bereinigung zu Stande gebracht, um ür die Kassenmitglirder und ihren Angehörigen in Kranheits- allen billigen Arzt und Medizin zu haben, doch Thatsache ist, >aß der Arbeitertßllbst diese ermäßigten Honorarsätze, besonders bei hartnäckiger Krankheit, nicht aufzubringe» im Stande ist. Diese so gut gemeinte Bereinigung wird demnach durch den leeren Geldbeutel des Arbeiters so gut wie illusorisch gemacht. Die Aerzte, welche auch leben müssen, haben— wie einige bereits geäußert— den Verdienst für diese Behandlungen zum Theil nur im Buche zu stehen. Angesichts dieser Thatsachen müssen wir einen Weg suchen, auf dem es möglich ist, für alle Arbeiter Berlins genügende Fürsorge in Krankheitsfällen zu treffen. Die Krankenkassen- Novelle wird uns viel enger zusammen schließen. Wir müsse» uns in großen Massen vereinigen, um diesem Ziele näher zu kommen. Hierzu bietet uns zunächst einzig und allein der Ber- liner Sanitätsverein für Arbeiter Gelegenheit. Dieser Verein basirt auf einer sicheren Grundlage und macht es dem Aermsten möglich, sich mit den Seinigen anzuschließen. Von allen Ver- suchen, welche bis jetzt in Berlin auf diesem Gebiete gemacht wurden, ist dieser unzweifelhaft der Glücklichste und berechtigt somit für die Zukunft zu den schönsten Hoffnungen. Dieser Arbeiterverein stylst bis jetzt einzig in seiner Art da und verdient in den weitesten Kreisen bekannt zu werden. Wohin wir auch blicken mögen, nirgends finden wir ein Institut, welches, wie der Sanitütsverein für Arbeiter, bei drei Mark jähr- lichem Beitrag seinen erwachsenen Mitgliedern in allen Krankheitsfällen einen Arzt unentgeltlich nach freier Wahl zur Verfügung stellt. Jedes Kind hat dieselbe Vergünstigung für einen jährlichen Veitrag von 1,20 M. Das Eintrittsgeld beträgt für die ganze Familie, ob 2 oder 10 Köpfe stark, nur 1 Mark. Hervorgehoben zu werden verdient, daß die Aerzte durch das Mitglied selbst für jede Einzelleistung vermittelst Bons honorirt werten. Jeder hat also das Recht, sich an den Arzt seines Ver- trauens zu wenden. Das ist der Vortheil, den der Berliner Sanitätsverein seinen Mitgliedern im Gegensatz zu anderen ähn- lichen Vereinen trotz des geringen Beitrages gesichert hat. Hier in diesem Verein nmß der Hebel angesetzt werden, ihm müssen die Arbeiter Berlins in großen Massen beitreten, alle»och vor- handenen Mängel beseitigen Helsen und den Verein ans- bauen zu einem den Arbeiter Hilse spendenden Institut. Nicht nur Arzt und Medizin, sondern Massage, Bäder und Alle?, was zur Heilung und zur Verhütung von Krankheiten erforderlich, muß und wird hier gewährt werden können, wenn die Arbeiter Berlins sich in großen Massen zusammenschließen. Darum bitte ich Sie, treten Sie nicht nur selbst dem Verein bei, sondern werben Sie für denselben immer neue Mitglieder, damit wir dem gesteckten Ziele in Bälde nahe kommen und der Verein mit Ihrer Hilfe seine Aufgaben ganz und voll erfüllen kann. Hiera» schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion, an welcher sich die Herren Hundt, Kerstan, Haseloph, Matz, Frau Zumann und Andere betheiligten. Zahlreiche Aufnahmen wurden während der Versammlung vorgenommen. Zum Schluß machte der Vorsitzende noch bekannt, daß die nächste öffentliche Versammlung am Diens- tag, den 11. November, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, stattfindet. Mit einem Hoch auf das Gedeihen des Vereins schloß Herr Kerstan die Versammlung. Die Steinmetz«» Berlins und Itiugegend waren am 7. d. M. sehr zahlreich in Müller's Salon, Johannisstraße 20, versammelt. Die Versammlung hörte in erster Linie einen Vor- trag des Regierungs- Baumeisters a. D. Keßler über das Thema:„D i e h e u t i g e W i r t h s ch a f t s ,v e i s e und ihre Einwirkung auf Handwerker und Arbeiter." In fesselnder Weise schilderte der Vortragende die heutige anarchistische Wirthschaftsweise und den Kampf Aller gegen Alle, die Jagd nach Gewinn und Profit, legte dar, ivie dadurch das Volk, das arbeitende Volk zu Grunde gerichtet werde, während die Unternehmer reich werden. Die VolkSmoral sinke unter den Konsequenzen der heutigen Wirthschaftsweise immer tiefer, und dadurch, daß unter dem Einflüsse der Konkurrenz Alles nach Billigkeit der erzeugten Produkte dränge und dies nur möglich sei durch Bedrückung der Arbeiter, gestatte sich die Volksgesundheit immer ungünstiger. Das Herunterdrücken der Löhne iverde mög- (ich durch das stetige Ueberangebot von Arbeitskräften. Die heutige Wirthschaftsiveise fei unvereinbar mit dem Volkswohle. Ans dem Boden der heutigen Wirthschaftsweise sei eine Besserung der Zlrbeiterverhältnisse beim besten Willen nicht möglich. Tie Heu- tige Wirthschaftsweise werde an ihren eigenen Schäden zn Grunde gehen, die neue bessere Zeit werde erst eintreten mit der Be- seitigung der heutigen privalkapitalistischeu Produktionsweise und mit Beginn der sozialistischen Produktionsweise.(Anhaltender Beifall.) Eine Diskussion über den lehrreichen Vortrag wurde für überflüssig erachtet, dagegen stimmte die Versammlung ein- müthig folgender Resolution zu:„Die heutige Versammlung der Steinmetzen Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Aus- führungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich erstens: in Erwägung, daß durch die immer weitere Einführung von Maschinen die Arbeitslöhne immer mehr heruntergedrückt werden und ein immer größeres Heer von Arbeitslosen geschaffen wird; zweitens, daß in der heutigen Produktionsweise der Arbeiter den rechtmäßigen Ertrag seiner Arbeitsleistung nicht erhält, mit allen Mitteln dahin zu streben, das heutige Produktionssystem zu ändern, sowie Mann für Mann dem Fachverein beizutreten."— In weiterer Folge lag es der Versammlung ob, Stellung zur Gewcrkschaftskonferenz zu nehmen. Nach eingehender Erläuterung der Bedeutung und des Zweckes des Gewerkschaftskongresses wurde beschlossen, die Gewerkschafts- konferenz zu beschicken und zwar durch zwei Telegirte, welche die Steinmetzen Deutschlands, soweit sie dem Verbände augehören, zu vertreten haben. Gewählt wurden die Herren I e s ch k i und Kolbe. Den streikenden Barockrahmen- Vergoldcrn wurden 50 M., den streikenden Perlmutterarbeitern 80 M. aus dem Generalfonds bewilligt. Deckung hierfür soll durch Zirkulation eigener Listen erbracht werden. Des Weiteren wurden die Ver- sammelten mit den Beschlüssen der Streik- Kontrolkommission bezüglich der Kellner, Schlächter des„Berliner Lokal- �Anzeiger" bekannt gemacht und dieselben zur Nachachtung empfohlen. Auch wurde beschlossen, keinen Streik zu unterstützen, der nicht von der Berliner Streik-Kontrolkommission sanktionirt ist. Auch wurden dem Gesangverein aus dem Generalfonds 50 M. überwiesen. Die Verwaltungsstelle Berlin C der Zentralkranken- und Sterbekasse der Tischler jc.(Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 3 in Hamburg) hielt am 5. November eine ordentliche Mitglieder- Versammlung ab. Hierzu waren auch die Mitglieder der Zuschuß- lasse eingeladen, da' nach Schluß der Verhandlungen der Zentral- lasse auch die Abrechnung der Zuschußkasse stattfinden sollte. Zunächst erfolgte der Bericht des Kassirers Herrn Reichardt über Einnahme und Ausgabe im 3. Quartal 1890 nebst Lokalausgaben. Die Einnahme betrug 6585,08 M., die Ausgabe 5855,90 M., bleibt Bestand für das nächste Quartal 729,18 M. Die Mitgliederzahl betrug am Schlüsse des Quartals, also am I.Oktober, 979. Ausgeschlossen wurden leider wieder 37 Mitglieder auf Grund des Statuts nach§ 7 Absatz 1. Gestorben sind im Laufe des Quartals Mitglieder, die Herren Glau, Reinack und Heinze. Die Ver- sammlung ehrt das Slndenken der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Als Beitragsammlcr für die Zahlstelle 5 wird Herr Raue per Akklamation gewählt. Herr Witte stellt den An- trag, den Punkt„Verschiedenes" zurückzustellen, um erst den Be- richt der Zuschußkasse entgegen zu nehme». Der Antrag wird angenommen und die Versammlung inzwischen vertagt. Nach Verlauf einer halben Stunde wird sie wieder eröffnet. Zunächst erläuterte Herr Wahrmann den neuen Gesetzentwurf in Betreff der Krankenkassen-Novelle in allen Punkten, und wies nach, wie er auf die freien Hilfskassen wirken müsse. Folgende Resolution, welche von der Ortsverwaltung ist, wurde einstimmig angenommen: Die Versammlung von Mit- gliedern der Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Tischler jc. erklärt nach eingehender Erörterung, 1. daß der von der Reichs- regierung eingebrachte Entwurf zur Abänderung des Gesetzes, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter im Allgemeinen wenig oder garnichts Ersprießliches für die zu versichernde» Arbeiter enthält;— 2. daß die freien Hilsskassen und ganz be- sonders die zentralisirten, wenn der Entwurf Gesetz werden sollte, in ihrem Weiterbestehen gefährdet und das fernere segensreiche Wirke» dieser Kassen geradezu zur Unmöglichkeit gemacht wer- gen würde;— 8. daß die in dem Entwurf in Aussicht genommene vollständige Bureaukratisirung des gesammten Kassen- wesens den Mitgliedern daS Interesse an der Verwaltung voll- ständig verleiden und somit den Anlaß zur Ausbeutung geben und die Erhöhung der Beiträge herbeiführen würde. Die Ver» sammlung erwartet, daß der demnächst stattfindende Kongreß der freien Hilfskassen einen festen Zusammenschluß sämmtlicher be- theiligten Kassen Herbeiführen, energisch gegen die bezüglichen Bestimmungen des Entwurfs Stellung nehmen und dem Reichstage die Wünsche der in einer so großen Zahl in den freien Hilfs- lassen versicherten Arbeiter in geeigneter Weise zur Kenntniß bringen wird." An der Diskussion betheiligtc» sich die Herren Böhm, Ertel, Reichardt, Witte, Kopper und Wahrmann. Diese Iiesolution soll demnächst dem Ende dieses Monats stattfindenden Kongreß sämmtlicher freien Hilfskassen übergeben werden. So- dann wurde beschlossen, den heutigen Versammlungsbericht im „Verl. Volksbl." veröffentlichen zu lassen, damit die Mitglieder, sowohl diejenigen, die nicht anwesend waren, wie auch die Mit- glieder der freien Hilfskasse», hieraus ersehen sollen, daß Stellung gegen diesen neuen Gesetzentwurf genommen worden ist. Nee Fnchverei« der Putzer Berlins hielt am 2. No- vember seine regelmäßige Versammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Statutenberathnng, gab Kollege Dähne ein kurzes Resumä der Gesichtspunkte, von welchen die Statuten- berathungs-Kommission bei Abfassung des neuen Statuts ausge- gangen ist.— Hauptsächlich wies er auf den neuen§ 6 hin, welcher den Rcchtschutz betrifft, und hob hervor, daß gerade dieser Paragraph der wichtigste des ganzen Statuts sei, da er den Ver- ein groß gemacht habe. Nachdem eine längere Diskussion statt- gefunden, in welcher hauptsächlich der§ 6 in der von der Kam- Mission gefaßten Form von mehreren Rednern bekämpft, auch bean- tragt wurde, den ganzen Paragraphen fallen zu lassen, wurde derselbe jedoch von der Versammlung genehmigt, und es wurde hierauf das ganze Statut mit überwiegender Majorität angenommen. Kollege Buchholz stellte hierauf den Antrag, sür den alten Vorstand eine Gratifikation von zusammen 120 M. zu bewilligen, der Antrag wurde angenommen. 4 Unterstützungsgesuche erkrankter Kollegen wurden mit je 30, 20, 40, 20 M. bewilligt. Ilm 10. Januar findet ein von dem Verein veranstalteter Maskenball in der Brauerei Friedrichshain statt. Kollege W. Buchholz ermahnt hierauf noch die Kollegen, welche sich mit innerer Putzarbeit be- schäftigen, sie möchten die Lampenarbeit bei Seite lassen; wenn der Betrieb durch den Polier geschlossen ist, zahlt die Berufs- genossenschaft bei etwaigen Unglücksfällen keine giente. Nachdem noch ein Antrag, eine Matinee für hilfsbedürftige Kollegen zu veranstalten, angenommen war, wurde die Versammlung ge- � �|lrr Allgemeine Mrtnllnrbriter-Urrein Berlins und Umgegend hielt am 4. d. eine Mitgliederversammlung ab, in der Herr Auerbach über„Die Parteien und die Arbeiter" sprach. Referent legte klar, wie die einzelnen Parteien auf die Arbeiter spekuliren und sie soviel wie möglich ins Schlepptau zu nehmen suchen. Die konservative Partei sucht den Fabrikarbeiter zu ködern, indem sie ihm den größtmöglichsten Arbciterschutz verheißt, der Landarbeiter mag sehen, wie er fertig wird. Er muß ja doch bei der Wahl für den Herrn stimmen. Tie Nationalliberalen ivollen von einem Arbeiterschutz-Gesetz überhaupt nicht-- W'J■[ sie können bei Wahlen die Arbeiter so ivie so beeinflusse», diese von ihnen abhängig sind. Die Freisinnigen wollen»»8 b lich nicht allein dem Arbeiter helfen, sondern dem ganze»«. soll geholfen werden, trotzdem betreiben sie den Bauernfang separaten Arbeitervereinen ohne Arbeiter. Tie UltrawoM'. schrecken vor dein Schutz des Arbeiters zurück, ivollen aber Sonnlagsheiligung; sie ivollen die Frauen- und Kinderarveu schränkt wissen. Es ist Pflicht der Arbeiter, möglichst viele Br. aus den feindlichen Lagern der sozialdemokratischen Arbei partei zuzuführen.(Beifall.) In der regen Diekui!, ivurde das Verhalten der freisinnigen Partei noch o verschiedene Beispiele in das rechte Licht gestellt. Redner bedauerten den schwachen Besuch der letzten Verla«. langen; sämmtliche Kollegen mögen zum Beitritt in die Lrg sation agitiren, ehe es zu spät ist. Man soll nicht denke», w, man sich im politischen Leben etwas betheilige, brauche»m»! um Gewerkschaftliches nicht kümmern. In seinem Schluß' gedachte Referent noch der„Königstreuen Arbeitervereine. der Mache in denselben, ebenso des Antisemitismus und soro zum Lesen und Verbreitung der Arbeiterblätter auf. suche durch Aufklärung ans seine indifferenten Kollegen ewj wirke». Es wurde bekannt gemacht, daß zu Neujahr Mitgus.. karten ausgegeben werden, jeder suche sobald wie' sein altes Buch in Richtigkeit zu bringe», damit, Karten rechtzeitig zugestellt werden können. Die Blbuo? im Süden wird am 17. November von Schmidt, Ritterstrap- nach Adalbertstr. 16 bei Werschke verlegt. Auf die Frage� weit die Statistik gediehen sei, wurde erwidert, daß die Ost 8 wohl am Platze sei, aber es ist das erste Mal, daß eine Slal l> aufgestellt werden soll. Die Fachkommission hat imt u' Schwierigkeiten zu kämpfen; das zweite Mal wird dw i* Mission schneller arbeiten können. Mit der Aufforderung, Fondssammlungen in den verschiedenen Fabriken,"ug dieselben einen Zweck haben, welchen sie Wollen, energll») c gegenzutretcn, denn hierdurch wird der Verzettlung Vorschuv w leistet, und mit der weitereu'Aufforderung, das Slistuugsst»_ Vereins am 15. November bei Lips zu besuchen, schloß der« sitzende die Versammlung. Der Untrvstiitzungvbnud der gnnodieuer Berlins? am Dienstag eine Versammlung ab. Ter Vorsitzende, w Kaisler,(heilt mit, daß 2 Kollegen krank sind, und daß El■ Unterstützungen von Seiten des Vorstandes bewilligt wurde». weist noch darauf hin, daß vom 1. November ab die Ze» „Einigkeit" obligatorisch eingeführt und jeden, Kollegen zngsfi � wird. Ferner wurde vom 5ioUegen Grauer mitgetheilt, baB; Oktober 34 Stellen besetzt worden sind, daß immer noch c,» Stellenloser vorhanden sei. Jeder Kollege möge dazu benrug. daß jede vakante Stelle im Bureau, Neue Grnnstr. 10, gst»' jeder Kolleae eine Wohnungsverandel Eine gelegenheiten wurde erledigt. wird. Außerdem möge jeder Kollege eine Wohnüngsveränoe,»'-- umgehend mittheilen. Eine Reihe weiterer innerer Vereuie gelegenheiten wurde erledigt. Am 6. Dezember findet ein Her»- Abend zu Gunsten der Zeitung bei Feuerstein statt.~ sr, a 50 Pfennig sind bei den Mitgliedern der Prcßkomnnsl �----- m---- t/-v offi» 1 D_ und im Bureau Neue Grünstr. 10 hnbeii. Herr H. Ströbel, Marburg, hält hieraus einen— "ber die Entwicklung der Familie, der beifällig aufge»om»>° wurde. Die Kollegen Osw. Graur, O. Lambrecht und DapaR' betheiligten sich an der Diskussion.— 44 neue Mitglieder ließen ß, aufnehmen. Kollege Osk. Wiener erstattete als Delegirter° Berliner Streik-Kontrolkommission Bericht über die am Freitag,.�' 31 Oktober, stattgesundcne Bersamnilung. In der Diskussion» diesen Bericht sprach Kollege Osw. Grauer seine Zustinni'UNg«, der-rhätigkeic der Berliner Streik-Kontrolkommission aus, Protei aberunter Beifall der Versammlung dagegen, daß die 6(0»»% -•--....).mtti'l cioemmev �oeiyau t»er �eiiamnumig vup-« Mission sich zu andern als zu ihrem ursprünglichen Zw( � stimmte Ausgaben macht. Im Besonderen könne es"ich gäbe der Kontrolkommission fein, im internen Gewerls 1.� leben Schieds- oder Sittenrichter zu spielen; noch viel w pi: aber könne, so lange eine Lokalkommifsion für Berlin best��, .................. i stimmte Ausgäben macht. Jni Besondere» könne es gäbe der Kontrolkommission sein, im ini leben Schieds- oder Sittenrichter zu spielen aber könne, so lange eine Lokalkommissioi, Kontrolkommission in der Lokalsrage Entscheidung treffen- ner) meine, die Angelegenheit Ortlandt-Lehmaniisowie die Frag Philharmonie gehöre vor ein ganz anderes Forum; aber. müsse gesorgt werden, daß Streiks, die nicht Abwehrstreiks s unter allen Umstände» vorher der Berliner Slreik-Ko» koinniission mitgetheilt und von ihr begutachtet werden.%% � Resolution wurde angenommen:„Die Versammlung sps'?, p,: lMerfinor(StfrptfiÖ'rtrTtvnifnmniifilm» htp(Wprprfitin'.nm ab, sich Philharmonie gehöre vor ein ganz anderes Forum; ave müsse gesorgt werde», daß Streiks, die nicht Abwehrstreil» Qp unter allen Umstände» vorher der Berliner Stre"-!» komniission mitgetheilt und von ihr begutachtet werden. Resolution wurde angenommen:„Die Versammlung Berliner Streik-Kontrolkommission die Berechtigung ab,"w. Lokalfrage wie in innere Fragen der Gewerkschaste»,»'' tt> nahine solcher, welche die Lohn- und Arbeitsbedingung � treffen, einzumischen, verweist dieselbe auf ihre A"!0„ verlangt, daß unsere Delegirten in diesem Sinne wirken. � Die erste Generalversammlung derFreirnUer���iiO der Kutscher und aller im Fuhrwesen beschäftigten» pfi. Berlins und Umgegend tagte am Sonntag, den 2. Aov j, Herr Wilhelm Werner hielt einen Vortrag über Arbeitero sationen und Unternehmerverbände. An diesen Vortrag l�»jl sich ein Referat des über Werth und Nutzen der BerusS» sür die im Fuhrwesen beschäfttgten Arbeiter. Die Diskusl pp staltete sich zu einer sehr lebhaften und interessanten, theiligten sich die Kollegen Lindenheim, Hettke, Gleiwig, Siegel und Brunsch im Sinne der Referenten. Der Kollege Brunsch, gab hierauf den Kassenbericht, der eine» schuß von 11,30 M. für das erste Vierteljahr nachwies. visoren erklärten alles in bester Ordnung und für richtig � zu haben. Dein Kassirer wurde Decharge ertheilt.„pch Gleiwig wurde als Revisor gewählt. Ein Antrag des Vott � am 6. Dezember ein Kränzchen abzuhalten, wurde ni äl genommen. Eine gut besuchte Uersammlung des F»"l».p F der Tischler für den Bezirk Rixdorf und Umgegend 1»�;#: 5. November in Barta's Salon, Bergstraße 120, statt., tfige" Koblenzer sprach über den Kamps ums Dasein, sowie die» mn wirthschaftlichcn Verhältnisse der Arbeiter. Herr Weber jLpo I Amt als Werkstatt- Kontrolkommmissions- Mitglied gW, es werden Herr Hirthe, Herr Mainz, Herr#01' Herr Sy und Herr Rauch zur Werkstatt- komnlissiou vorgeschlagen. Ferner waren die f)»' der Werkstatt des Tischlermeisters Scholz, Bergstraße s.- ß». Hesse, Juliusstr. 2l und der Gipsfabrik von vormals Wem zur Veriammluna einaeladen. weil sie länaer aearbeile'- zur Versammlung eingeladen, weil sie länger gearv Die Kollegen von Scholz waren -Z _ waren nicht erschienen,»»s, nnd Weiß' waren einige Kollegen anwesend. Den Kv-ieg ans Herz gelegt, daß sie nicht nur sich selbst, sondern 1 Kollegen damit schädige», wenn, wie bei Hesse, bis llsE L gearbeitet wird. Sie möchten doch dagegen agttn� r* Kollegen anssordern, dem Verein beizutreten, in welche' Unterstützung finden werden...piol""� Die erste Geueral-Dersammlnng des Arbeiter-Dereins wurde am Dienstag, den 4. d.«n Herr Dr. Liitgenau sprach über das eherne Lohngesetz; � z Vorstand wurden gewählt Ritter zum Vorsitzenden,. � Kassirer, Gurnicka zum Schristfiihrer. Zu Hilfsperson Rosenkranz, Hein und Tilicke, zu Beisitzern Forkivcri,..�s.. und Sücke gewählt; zu Revisoren Lode, König"»Ö.,r>- Es wurde aufgefordert, nur in solchen Lokalen zu ppa'K Arbeiterblätter ausliegen; auch keinen Verein durch zu unterstützen, welcher sein Vergnügen bei Wirthen • f y»,*... CVf—t.-----"•» __.??. r>----<.—»-*• v nosse Jacobei) bringt die Wahl von 4 Vertrauensleute�. die Genossen Marten, Schwabe. Verantwortlicher Redakteur:(Curt Baal-.« in Berlje» D-mk und vorlag von ZB-e in Berlin SW.. Beutb�aS« 2. RSS&Äägäyöi