Ir. 864. Mittwoch, den II. Uovember 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Jnsertionsgebnhr beträgt für die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der �Expedition, Berlin 8W., Benthitraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenoiiiiiieii. Die Ervedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI. Zlr. 4106.«-•*- VrdLrükion: 2.— Expedikion: VvukhÜvÄlße 3. d«r EuvopÄisihe„Wilde" in Mfvikcn. . So oft wir von„Triumphen der Wissen- 'hast" oder von„Fortschritten der Zivili- i i o n" aus A f r i k a vernahmen, regte sich in uns Wunsch, es müßte doch einmal über die Art und ist, wie die Afrika-Expeditionen vor sich gehen, die Wahrheit an den Tag kommen. Die Herren Afrika- Äsenden wissen uns alle ihre Thaten und Erlebnisse mehr aer weniger dramatisch und anschaulich zu schildern und 'sichlen auch niemals, ihre persönlichen Verdienste in die ahorige Beleuchtung zu rücken. Wir wollen an dem, M wirkliches Verdienst ist, ganz gewiß nicht mäkeln. J** wir sind auch überzeugt, daß bei fast allen diesen Mitionen die Behandlung der Eingeborenen, wo man v sich ohne Gefahr erlauben kann, eine sehr harte und Male ist und daß die Eingeborenen noch weniger erbaut M von �v. a(g nur von den„Fort- Fitten der Wisse, ischaft", die ,nit barbarischen Mitteln sticht werden. Verschiedene Aussprüche von Forschern .7 Weltreisenden deuten darauf hin, daß mal, die Em- Wenen mit wenig mehr Werthschätzung als die Last- L'ere behandelt, daß man sie zu den härtesten �Istleistungen zwingt und daß man sie unt C grausamsten Strafen heimsucht, sobald sie nur geringsten Widerstand wagen. Ein beriihniter K��sorscher hat sogar gesagt, eme solche Be- ."dlung der Eingeborenen sei nothwendig, weil man sie W:"'cht UN Zaume halten könne. Aber, fragen wir, wan sich dann noch wundern, wenn bei den gequälten L wißhandelten Afrikanern ein tiefer Groll sich au- Zweit und wenn sie die erste Gelegenheit heimtiickpch sich zu rächen? Nein, man muß im Gegentheil "tmüthigkeit der„Wilden" bewundern, die sich so % gefallen lassen. Sie siild manchmal wirklich„bessere �7'chen". als die auf Beute ausziehenden Europäer Zp k enen man hier und da glauben könnte, es sei allev "ichlichkeitsgesühl bei ihnett erstorben. jüngster Zeit scheint unser Wuilsch, über den .Maus der Afrika-Expeditionen auch Berichte zu be- L"'si der Expedition zur Rettung Emin-Paschas umge- %'e"eit englischen Majors B a r t t e l o t mit einaiider W man da erfährt, ist so schauerlich, daß nian schier � 111 Glauben gelangen kann, bei den Asrika-Expeditionen »«vbotenj Fenillekotr. [37 Victoria. Roman von Minna a u t- k y. "'chtete einen heißforschenden Blick aus> �er taugen?" sei die„Zivilisation" auf Seite der„Wilden" und die Europäer seien ausgezogen, sie zu zerstören. Stanley, von dessen Persönlichkeit längst der romantische Nimbus früherer Jahre geschwunden und der sich als ein schlauer, perfider und gewaltthätiger Geschäfts- agent entpuppt hat, erzählt von Barttelot Dinge, die aller- dings zu der Annahme führen können, daß dieser famose Major ein Wahnsinniger war, der wegen des geringsten Vergehens die Eingeborenen peitschen ließ, und zwar manchmal so unmenschlich, daß sie den Geist aufgaben. Dies bewirkte endlich, daß Barttelot von einem Ein- geborenen getödtet wurde. Ein anderer Führer der Expedition, I a m e s o n, ließ ein zwölfjähriges Mädchen schlachten, braten und auffressen, um zu sehen, wie sich der Kanniba lismiis in der Wirklichkeit a u s n i m m t. So erzählt Stanley. Die Verwandten des ermordeten Barttelot aber erzählen, daß Stanley genau so wie Barttelot die Eingeborenen habe peitschen lassen. Wir glauben beiden Theilen. Es wird sich bei dem Streite schließlich die Wahrheit herausstellen nnd ganz besonders wird die ganze Expedition als das erscheinen, was sie ist, als ein Raubzug, der nicht Emin, sondern seinem Elsenbein galt. Diese Dinge werden nun in der„nationalen" deutschen Presse mit Behagen breitgetreten, was seinen ganz besonderen Zweck hat. Das gläubige Publikum soll dahin belehrt werden, daß es vor allen Anderen die Eng- länder seien, die sich durch brutale Behandlung der Ein- geborenen auszeichnen. Die englische Brutalität in den Kolonien war Nie- mand ein Geheimniß. Nichts ist weiter entfernt von den Grundsätzen, die in Alt-England selber herrschen, als die Behandlung, welche Indien, die Boeren und selbst Irland von England erfahren haben. Aber, fragen wir, haben denn unsere Herren Kolonial- Patrioten so sehr Anlaß, sich in die Brust zu werfen? Indem sie auf John Bull deuten, glauben sie wohl, man werde übersehen und vergessen, was von deutschen Expeditionen an den Wilden verübt worden ist. Aber man erinnere sich an den Aufstand in Ostafrika, der doch nur zum Ausbruch kam, weil dort die Ein- geborenen mit ausgesuchter Brutalität behandelt wurden. Wenn vom Peitschen die Rede ist, so rühmte sich seiner- zeit ein— später umgekommener— Deutscher, Namens Hessel, daß er auf einer Expedition, als er in einem Negerdorfe keine Lebensmittel habe bekommen können, den Häuptling des Dorfes so lange prügeln ließ, bis er den Versteck der Lebensmittel angab.— Die armen Neger wollten eben ihre Lebensmittel für sich selber reserviren, was ganz natürlich. Er sah sie an, betrogen von der Sicherheit dieses Aus- spruchs, aber ihm schien es doch, als ob es hier eine Gewiß- heit gebe, die, wie ein Blitz, schnell und Alles erhellend, ins Herz leuchtet, und von seiner Jugend hingerissen, sagte er voll schöner Offenheit: „Was allein uns näher bringen kann, ist das an- schmiegende Vertrauen und das Gefühl der Gleichheit. Sieh, Hanna, Du standest mir bisher so hoch gegenüber, was ich als ein Recht in Anspruch nehmen durfte, dünkte mir selbst Vermcssenheit. Aber ich bin verlangender geworden, und wahrlich, unser Verhältniß muß ein anderes, innigeres werden, ich will nicht länger wie ein Knabe Dich nur von ferne bewundern." Und abermals wollte er sie an sich ziehen, aber sie wehrte ihn ab, und als er kühner wurde, erhob sie sich. „Laß mich, Oswaldt— ich bin heute so überaus nervös — und wir haben noch so viel Zeit vor uns, uns kennen zu lernen." Sie saß plötzlich in einem japanesischen Rohr- stuhl, der mit Teppichen und Tüchern zeltartig dekorirt war. Und sich tief in die Kissen drückend, sah sie fast ängstlich zu ihm empor, erzitternd vor seiner Berührung. Er stand vor ihr und kreuzte die Arme. Wie mit einem Schlage war seine Stimmung eine andere geworden, nun er lachte, es klang fast frivol. Ah, Du gefällst Dir noch immer darin, mir gegenüber die Heilige in der Nische zu sein," und als er ihrem empörten Blick begegnete, wollte sich ein leidenschaftliches Wort aus seine Lippen drängen, aber er bezwang sich und sagte in vornehmer Gelassenheit:„Bitte, willst Du nicht meinen Arm nehmen, um zur Gesellschaft zurückzukehren?" Sic erhob sich und legte ihren Arm leicht in den seinigen. Wir wollen die Brutalität überall verurtheilen wo sie sich vorfindet, nicht nur bei den Engländern. Die Enthüllungen Stanley's und seiner Gegner lassen ahnen, was sich in Afrika Alles abspielen mag. ohne daß mau etwas davon erfährt. Kein Wunder, daß sich die„Wilden" aus der Aufhebung der Sklaverei so wenig machen. Als Sklaven haben sie jedenfalls noch eine weniger barbarische Behandlung erfahren, als unter verschiedenen„Herren der Wissenschaft." Hoffentlich wird der Schleier noch einmal gelüftet werden, der über diesen Dingen liegt. Eines aber steht schon fest: daß man von nun ab die Afrika-Expeditionen mit äußerstem Mißtrauen betrachten wird, denn wer bürgt dafür, daß Andere besser sind, als Stanley, Barttelot und Genossen?' Die Greuellhaten der C o r t e z und P i z z a r o bei Eroberung Amerikas fallen Einem ein, wenn man das Vorgehen solcher„friedlichen Eroberer" in Afrika, die„im Namen der Wissenschaft und der Zivili- sation" ausrücken, betrachtet. Da mögen sich wohl die armen Wilden wünschen, noch hundert Meere und Wüsten lägen zwischen ihnen und der europäischen Kultur. Wir können es ihnen nicht verdenken. Msbovstchk. Berlin, den 11. November. Der Tag, an welchem das Plenum de« Nrichstage« wieder zusammentreten wird, ist nun wenigstens annähernd festgesetzt. Den Mitgliedern ist nachstehendes Schreiben zu- gegangen: Die Herren Kollegen werden ergebenst benachrichtigt, daß der zur Zeit vorhandene Mangel entsprechenden Beratyungs- Materials, sowie die gebotene Rücksicht auf die Arbeiten der seit dein S. d. M. wieder zusammengetretenen VIII. Kommission zur Vorberathung des Gesetz-Entwurfs, betreffend die Ab- ändernng der Gewerbe-Ordnung, die Festseyung einer Plenar- sitzung unmittelbar nach dem Ablauf der Vertagung des Reichs- tages nicht gestatten. Von der Anberaumung der voraussichtlich in der Zeit zwischen dem 25. und 27. November, spätestens am 2. Dezember er.. stattfindenden nächsten Plenarsitzung werde ich sofort nach meiner Entschließung den Herren Mitgliedern des Reichstages Kenntniß geben. Berlin, den 10. November 1890. Der Präsident deS Reichstages. von Levetzow. Dem Knndesrath ist der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Unterstützung von Familien der zu F r i e d e n s ü b u n g e n einberufenen Mannschaften zugegangen. Der Entwurf lautet: § 1. Die Familien der aus der Reserve, Landwehr oder „Du mußt mich nehmen, wie ich bin," sagte sie leise, aber entschieden. Aber als bereute sie das allzuherbe Wort, fügte sie mit einem bittenden Blick und einem schwachen Lächeln hinzu:„Ich bin nun einmal schwerfälliger, als Du glaubst, darum habe Geduld mit mir," Drittes Kapitel. Es war Abend, als Oswaldt den Ring entlang schlen- derte. Die Temperatur war noch immer hoch, die Luft schwill und schwer. Ihm brannte der Kopf, und er fühlte sich so verdrießlich und herabgestimmt, daß er die ganze Welt verwünschte. Aber weshalb diese Unzufriedenheit, was wollte er denn eigentlich? Hatte er nicht Alles erreicht, was einen hochfliegenden Ehrgeiz befriedigen konnte? Die gemeine Sorge des Lebens war von ihm genommen und eine glänzende Zukunft that sich vor ihm ans. Dennoch fühlte er sich innerlich wie vernichtet. War ihm draußen im Verkehr mit der Natur ein gesunder Sinn erstanden, der ihm das Hohle seiner Existenz erkennen ließ? Fühlte er seine Ab- hängigkeit und knirschte er darunter? 'Ach, er hatte nicht allein sich selbst, er hatte auch seine Kunst dahiugegcben, er hatte sie zur öffentlichen Dirne ge- macht, die auch dem verdorbensten Geschmack noch schmeicheln will, konnte sie ihm noch etwas Heiliges sein? Und dieser Znstand sollte ein dauernder sein und bleiben? und er hatte sich wirklich verkauft mit Leib und Seele? Gleich darauf suchte er sich wieder zu beruhigen, er konnte nichts daran ändern und durste nicht hernmdeuteln an dem, was sein eigener Entschluß zu etwas Unwider- ruflichem gemacht. Und hatte ihn Field nicht in der That gefördert? und war Hanna nicht sein Ideal gewesen, zu dem er anbetend aufgesehen? Er lachte laut und bitter auf. Du Seewehr zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften er- halten im Falle der Bedürftigkeit aus öffentlichen Mitteln Unterstützungen; die Gewährung der Unterstützungen richtet steh, so weit nachfolgend nicht Besonders bestimmt ist, nach den Vorschriften des Gesetzes, betreffend die Unterstützung von Fa- milicn in den Dienst eingetretener Mannschaften, vom 28. Fe- bruar 1888. § 2. Die Unterstützungen sollen mindestens betragen: a.) für die Ehefrau im Mai, Juni, Juli, August, September und Oktober 20 Pf., in den übrigen Monaten 80 Pf. täglich; b) für jede der sonst unterstützungsberechtigten Personen 10 Pf. täglich. § 3. Die bewilligten Unterstützungsbeträge sind in wöchent- lichen Rate,: vorauszuzahlen. § 4. Von den gezahlten Unterstützungen wird die Hälfte der im§ 2 festgesetzten Mindestbeträge ans Reichsmitteln er- stattet; die Erstattung hat vor Ablauf des Etatjahres zu er- folgen, in welchem die Zahlung stattgefunden hat. § 5. Die Ausführung dieses Gesetzes wird durch kaiser- liche Verordnung, unter Zustimmung des Bundesraths, geregelt. Die Begründung knüpft an den im Februar 1886 ange- nommenen Antrag des Reichstags an, einen Gesetzentwurf vor- zulegen, welcher die Unterstützung der Familien der zur Uebung einberufenen Reservisten und Landwehrleute regelt. Es sind darauf umfassende Erhebungen angestellt worden über die finanzielle Tragweite einer derartigen Regelung, sowie über die Beurtheilung der Frage, wem die Unterstützungspflicht aufzu- erlegen ist, in welchem Umfange die Unterstützungen zu bemessen sind und welchen Personen dieselben zugewendet werden sollten. Man hat die Erhebungen für die Zeit vom 1. April bis 31. August 1887 angestellt und das Ergebnijz ist dem Ent- würfe beigefügt. Die zur Unterstützung erforderlichen Summen können auf etwa 450 000 M. oder falls die Unter- stützung auf die Fälle der Bedürftigkeit beschränkt wird, auf etwa 320 000 M. jährlich veranschlagt werden. Unter- sttttzungen unabhängig von der Voraussetzung der Bedürf- tigkeit zu gewähren, fei unthunlich, weil dann die Unter- stützung die Natur einer Entschädigung gewinne, und in dieser Eigenschaft zu dem im Geist unserer Heeres- Verfassung beruhenden Grundgedanken, daß die Wehrpflicht eine staatsbürgerliche Ehrenpflicht ist, in Widerspruch trete. Hieraus ergebe sich gleichzeitig, daß den Familien nicht voller Ersatz für die durch die Einberufung ihrer Ernährer entstehenden Ausfälle, sondern nur eine Bei- Hilfe zur Beschaffung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse in .solcher Höhe zu gewähren sein wird, welche das Eingreisen der öffentlichen Armenpflege entbehrlich macht. Es imrd dann noch ausgeführt, daß es sich als zweckmäßig erwiesen habe, zur Uebernahme der Unterstützungen die durch das Ge- setz über die Kriegsleistungen gebildeten Verbände heran- zuziehen. Der Gesetzentwurf ist bekanntlich auf die Initiative der sozialdemokratischen Abgeordneten zurückzu- führen, die allerdings nicht an eine so winzige Unterstützung gedacht haben. Zum„g-iftigen Kampf«". In der„National-Ztg." lesen wir: „Wie wir hören, steht die Veröffentlichung eines Erlasses des Kaisers an das preußische Staatsministerium über das Unterrichtswefen bevor. Der Erlaß ist schon älteren Datums — er dürfte noch vor dem Rücktritt des Fürsten Bismarck er- gangen sein—, ist aber bisher nicht bekannt geworden. Das umfangreiche Schriftstück betrifft sowohl den höheren, als den Volksschul-Unterricht. Es finden sich manche Anklänge an den berannten Erlaß über den Unterricht in den Kadettenanstalten davm, so namentlich das Verlangen, daß beim Religionsunter- richt das Auswendiglernen eingeschränkt und aller Nachdruck auf die sittliche Seite des Unterrichts gelegt werden soll. Für die höheren Schulen wird u. a. die Fortführung des Unter- richts in der deuffchen, bezw. preußischen Geschichte bis auf die neueste Zeit verlangt. Die Schüler sollen er- fahren, daß die preußischen Könige immer für die be- drückten Klassen gesorgt haben; wie am Ansang des Jahrhunderts durch die Befreiung der Bauern, so iin letzten Dezennium durch die sozialpolitische Reichs-Gesetzgebung. Die Schule soll an der Bekämpfung d e r S o z i a l d c m o- kratie theilnehmen, indem sie die künftigen Staatsbürger be- fähigt, die sozialistischen Irrlehren als solche zu er- kennen. Zu diesem Zwecke sollen auch die Volksschullehrer in den Semmarien mit den wichtig st en Lehren der Volkswirthschaft bekannt gemacht werden. Dies nur einige aphoristische Mittheilungen aus dem Erlaß, dessen Veröffentlichung wohl im Hinblick auf die bevorstehende Untersuchung über das höhere Schulwesen angeordnet ist." Mit dem Erlaß dürfte es ivohl seine Richtigkeit haben, und, da„der Kurs der alte" ist, legen wir auch keinen bewußt mich nehmen wie ich bin, das war die Antwort, die er davon getragen. Er empfand das Stolze und Selbstische dieser Forderimg in tiefster Seele und doch— doch glaubte er sich von Hanna geliebt. Er war in einen Laufschritt gekommen und schlug mit seinem Stöckchen das Pflaster, als wollte er es zer- trümmern. Als er an einem Cafe vorüberkam, ließ er sich an einem der am Trottoir aufgestellten Tischchen nieder. Er war er- müdet und gänzlich abgespailnt. Er bestellte Kaffee und nahm ein Zeitungsblatt in die Hand. Unter den Personalnachrichten blitzte ihm wieder sein Name entgegen. Seine Rückkehr von einer bedeutenden Kunstreise wurde gemeldet und der Schätze Erwähnung gethan, die er mit- gebracht. Er warf das Blatt zornig bei Seite. Es war nichts mehr von jener wohlgefälligen Eitelkeit in ihm, die, vor einigen Monaten noch, bei ähnlicher Gelegenheit ihn wie einen Pfau sich brüsten ließ. Er wußte jetzt, was dies zu bedeuten habe, es war die bezahlte Lüge. Field bezahlte sie mit seinem Gelde, er aber, wahrlich, bezahlte einen höheren Preis dafür. Die Nacht war hereingebrochen, er saß allein hier draußen. Einige Herren traten in das Cafs, einer derselben kam nahe an ihm vorbei und sah ihn an. Es war Baron Waller, der Oswaldt erkannt hatte und sich neben ihm niederließ. Er fragte lustig, was er hier so allein treibe, und bestellte Eis. Es sei furchtbar schwül, meinte er, aber er könne nicht ablegen, denn er sei im schwarzen Kleide. Er lüftete seinen Ueberzieher, so daß ein Orden sichtbar wurde. „Sie hatten einen offiziellen Besuch gemacht?" fragte Oswaldt zerstreut. „Wir hatten die Vertheilung der Prämien durch Se. Hoheit dem Protektor der Gewerbeausstellung, ich fungirte als Zensor, obwohl ich, ich versichere Sie, nicht das Geringste davon verstehe. Und was machen Sie heute Abend?" sonderen Werth darauf, daß der Erlaß, aus der Zeit de» jetzt glücklich lebendig begrabenen Exkanzlers stammt. Wir freuen uns aufrichtig über die Aufmerksamkeit, welche man uns schenkt. Daß man uns„bekämpfe n" will— nun, das ist ja eine für uns sehr nützliche Beschäftigung, wie die Geschichte des letzten Vierteljahrhundcrts gezeigt hat; und einen außerordentlichen Vortheil und Fortschritt erblicken wir darin, daß die jungen Lehrer„mit den wichtigsten Lehren der Nationalökonomie bekannt gemacht werden" sollen. Wenn w i r Minister wären, würden wir dies auch anordnen. Nationalökonomie ist heutzutage die Wissen- schaft der Wissenschaften. Und den Lehrern der Jugend darf sie nicht fremd sein. Wer aber„die wichtigsten Lehren der Nationalökonomie" kennt, und nicht durch mächtige Interessen davon abgehalten wird, der ist unfehlbar für die Sozialdemokratie gewonnen, muß sich zur Sozialdemokratie bekennen. Und da solche wichtige Interessen bei den Lehrern nicht obwalten, die Lehrer im Gegentheil, ein mächtiges Interesse daran haben, daß die Sozialdemokratie zur Herrschaft gelangt, so ver- sprechen wir uns von dem Erlaß die günstigsten Resultate. Die Kerfrrkerivnth, mit welcher die Z e n t r u m s- presse seit einigen Wochen Lufthiebe gegen die Sozial- demorratie führt, hatte von Anfang an etwas Räthsclhaftes -für uns, denn im Grund war gar keine ernstliche Ursache vorhanden. Wenn in Halle vom Kampf gegen das Zentrum geredet wurde, so war das nichts Neues— es wurde blos oft Gesagtes nochmals ausgesprochen. Im Kampf mit dein Zentrum sind wir, seit es einZ e ntru m g i e b t, und M a i n z z. B. wurde durch uns dem Zentrum abgenommen, ohne daß es in dem Zentrumslager zu ähnlichen Schimpfausbrüchen gekommen wäre. Es mußte diesmal also irgend etwas Be- sonderes vorliegen. Und dieses zu entdecken, war nicht schwer: die Sache ist, im„Thurms" selb st herrscht Hader und Zwietracht— die regierungsfreundliche Politik, zu welcher die Majorität der Zentrumsfraktion des Reichs- tags unter Windthorst sich— namentlich in der Militär- frage— entschlossen hat, ist nicht nach dem Geschmack vieler „Fichrer" und eines großen Theils der Parteigenossen, und es tobt ein heimlicher Krieg, der vielleicht zur„Zer- bröckelung" des„Thurms" führen wird und von dem durch das wilde Jndianergeheul der konservativen Zentrumspresse die Augen des Publikums abgelenkt werden sollen— beiläufig ein bekannter Kniff. Der„Germania", die noch immer nicht gesagt hat, wie ihr„Zukunftsstaat" aussieht, wollen wir einstweilen noch eine weitere Frage vorlegen, so konkret und klar, daß es da keine Ausflüchte giebt: Was hat das Zentrum bisher für die Arbeiter gethan? Und was thut es jetzt? Wir Sozialdemokraten haben im Reichstag doch durch die That bewiesen, daß wir für das Wohl der Arbeiter zu wirken gewillt sind, wir sind aber durch die Majo- ritätsparteien, darunter das Zentrum ge- hindert worden. Das Zentrum dagegen ist jetzt die ausschlaggebende Partei im Reichstag. Wenn es ihm mit der Arbeiterfreundlichkeit Ernst i st, dann hat es die Macht, gute Gesetze für die Arbeiter zu schaffen. Schafft es sie nicht, so ist es ihm nicht Ernst mit der Arbeiterfreundlichkeit. Aus diesem Dilemnia ist kein Entrinnen. Also noch einmal:was hat das Zentrum für die Arbeiter gethan, was thut es und was gedenkt es zu thun?— Während die R ü ck s ch r i t t l e r aller Art und aller Länder— die fortschreitenden Rückschrittler und die rück- schreitenden Fortschrittler— mit.allen möglichen„geistigen Waffen" aus der Rumpelkammer überwundener Welt- anschauungen, unter mörderischem Geschrei gegen den Sozia- lismus zu Feld ziehen und kreuz und quer mit grimmigen Lufthieben auf die Phantome ihrer Einbildungskrast los- schlagen, wenden die wahren, unabhängigen Männer der Wiffenschaft sich einer nach dem andern dem Sozialismus zu. So hielt z. B. der berühmte englische Gelehrte Graut Allen, ein Schüler Darwins, vor kurzem in London einen Vortrag über„Sozialismus und Darwinismus", in welchem er sich offen als Sozialist bekannte und die Männer der Wissenschast, die den Sozialismus bekämpfen, des Mangels an Konsequenz zieh. bis# 'anWn# Auch die gestrigen Arbeiter-Knndgebungen in iöklg" sind imposant verlaufen. In Brüssel nahm der meister die Petition zu Gunsten des allgemeinen rechts aus der Hand einer Arbeiter-Abordnung in EmpfA und erklärte, er sei für eine Erweiterung des WahlrcM- aber gegen das allgemeine Stimmrecht. Wie gnädig!™ Herr ist eben ein Bourgeois, der den Arbeitern I Recht vorenthalten will, das er für sich selbst als st� verständlich beansprucht.» Aus Paris erfahren wir, daß sich in Bezug auf Arbeiterkandidatur in Clignancourt(Montmarm! — dem durch des Possibilisten I o f f r i n' s Tod It{1| gewordenen Wahlkreis— leider eine Einigung nicht hat erzielen lassen. Und da auch alle and—. teien die Hände nach diesem Wahlkreis ausstrecken �] hatte bekanntlich bei der letzten Wahl eine boulangiW Mehrheit, deren Stimmen, als für einen der polittD? Ehrenrechte Verlustigen abgegeben, jedoch nicht wurden— so bringt fast jeder Tag eme neue Kandidat- und ist deren Zahl bereits auf 26— wir schreiben undzwanzig— gestiegen. Hoffentlich gelingt es � den® zialisten noch, der Zersplitterung unter den Arbeitern H Ende zu machen, und eine Verständigung herbeizuflih"»' ohne welche der Sieg der Arbeiter unmöglich ist._ ft In England besteht die Gewohnheit, daß die lr stallirung des Lordmayors von London durch einen powj haften Umzug gefeiert wird, und daß diesem ein Bai« folgt, auf welchem der Ministerpräsident, oder das der Regierung eine hochpolitische Rede zu halten hat. 4] der betreffende Staatsmann seine Weisheit und wichh». Nachrichten nicht Tage, Wochen und Monate lang für n behält, um sie dann hinter einem Teller Schildkrötensup� in Guildhall(der alten Halle der Gilden) seinen staunem' Mitgästen, und durchs Fenster hinaus der aufhorchen� Welt zu verrathen— das kann jeder halbw� vernünftige Mensch sich an seinen fünf FlUgc abzählen. Trotzdem hat man sich daran 8�%:.' der Guildhall-Rede, mit welcher die Parlamentssession Nif' eröffnet wird, ebenso wie der Rede beim„Fischessen", 0 die Session zu beschließen pflegt, eine gewisse BedemM beizulegen. Auch den Speech Lord Salisbury's beim geP'sP Fest in Guildhall hat der Telegraph uns zu übermüt .für nöthig erachtet. Sie muß ganz ungewöhnlich t#*. los gewesen sein, denn die wichtigste Aeußerung ist die,°. „alle Anzeichen auf Erhaltung des europäischen Friei hindeuten". Wie viel Werth diesen„Anzeichen" beizuniep ist, erhellt daraus, daß als wichtigstes„Anzeichen" die bev stehende Reise des russischen Thronfolgers nach Indien aw. zählt ist. Lord Salisbury gilt für einen sehr gesck)�. Mann, wenn aber blos diese Bemerkung von ihm beia wäre, würde er sicherlich nicht in den Ruf eines gesch�vL Mannes gekommen sein. Oder liegt etwa der Gedanke nahe, der Großfürst wolle sich das Paradies feinmal vo � ansehen, das er den Engländern zu rauben wuMj Und welche Bedeutung haben überhaupt derartige Retz. Auch wir glauben, daß die Aussichten der Erhaltung_ Friedens günstig sind. Allein die„Friedensbürgschast ,(t steht nicht in den Neigungen einzelner Personen und. Absichten der Kabinette, sondern in der allgemei»�, . Oswaldt zuckte die Achsel. „Kommen Sie doch zu Sacher", drängte Lix,„Salon separee im ersten Stock; ich sage Ihnen, wir haben stets einen Hauptspaß dort, und die Damen, meist vom Ballet, sind so köstlich dumm, man amüsirt sich über die Maßen." Oswaldt schüttelte den Kopf und versicherte, daß er nicht bei Laune sei und nur stören würde. Der Baron klemmte das Binoklc ein und Oswaldt näher rückend, sah er ihm mit seinen vorstehenden Augen gerade ins Gesicht. „Lieber Freund— ich glaube zu bemerken— na, Sie können mir Alles sagen, kleine Differenzen, was? Ist er zäh, der Alte, will er nicht genug hergeben? Na, jetzt kann er nicht mehr aus, der Bien' muß." Er hatte ein vergnügtes Wiehern. „Das ist es nicht," sagte Oswaldt,„im Gegentheil, er überhäuft mich mit Güte." „Also mit Hanna auseinander gekommen? Wundere mich nicht, wundere mich garnicht, lieber Freund. Diese Field's sind ja von einer Prätention, na, ich habe auch eine Field, und ich weiß, sie möchte jeden Faden in mir geändert haben, aber das nützt ihr nichts, da ändert sich nichts bei mir. Haha!" „Hanna hat sich mir gegenüber nicht ausgesprochen." „iZlussprechcn, haha! als ob sie das thäten. Sie wissen ja selbst nicht, was sie wollen, aber sie sind nun einmal so furchtbar gescheidt, diese Beiden, haha, so unvergleichlich! und da haben sie denn an allen Anderen so viel auszusetzen und zu bespötteln.— Liebster, was ich in dem Jahr meiner Ehe mir habe gefallen lassen müssen! Aber ich habe eine harte Haut bekommen und ich lache dazu." „Aber Hanna und ich sind ja noch gar nicht ver- heirathet—" bemerkte Oswaldt mit einem schwachen Lächeln. ■„Haha, und da fürchten Sie, mau könnte die Sache wieder rückgängig machen? Beruhigen Sie sich, das ist ganz unmöglich, das dürfen sie nicht mehr wagen, und wenn sie es auch wollten." „Warum nicht?" rief Oswaldt fast heftig,„ein Bruch ist immer möglich." Furcht vor. dem nächsten Krieg, dessen gang, weil unter ganz neuen Bedingungen und früher nicht geahnten Massen gekämpft wird, ein-s unberechenbar ist. Jeder kann wiffen,, wie viel Millionen er in den Krieg zieht, aber Keiner wissen, mit wie viel Mann er wieder herauskommt, uno� er überhaupt wieder herauskommt. Jeder kann unsflN-, und was bei Beginn des Krieges steht— Niemand � wissen, wer und was am Ende. Der Krieg ist zu geworden— und die Werkzeuge des Krieges: Die M Riesenheere zu gewaltig, um von Menschenhand sicher 8° zu werden. So gräbt der Krieg selbst sich das Grab. Ueber die Rede Salisbur? Ueurst« Uachricht«». folgendes ausführliche Telegramm eingelaufen:. „In seiner Rede bei dem Lord-Mayors-Bankett e � Lord Salisbury, alle Anzeichen deuteten auf Erbaltu«s � europäischen Friedens jedenfalls noch auf ein Jahr, jfw»' guten Vorbedeutungen gehöre.der Besuch des russisch�!?,"j, erben in Indien als Gast der Königin und der indifl?,�� gierung. Diese unerwartete Kollokation der Ideen Ru? und Indiens könne für die beiden Länder Gutes..�i» und Sicherheit für die Aufrechterhaltung des u „Möglich ja, aber es wäre ein Skandal!" „Wie so?"| .«Hanna war bereits einmal verlobt und die a usem an der gegangen, wenn sich das nun wiederholte, fr1? ,ii rfjp°§äeck— rni— haha. Sie können sich wohl denkc� welch böswilligen Vermuthungen das Anlaß gäbe-' ganze Stadt weiß um Eure Verlobung, das kleinste~ hat davon Notiz genommen, man weiß auch, was 3�.' ooH '..............." 09 gethan hat, der Atelierbau beschäftigt alle Welt, man bereits die Feste, die Field zu geben gedenkt; 0� �# man würde es nicht verübeln, wenn man)?arum ö würde? Nein, mein Lieber, dazu wird Niemand p) F' Sie selbst kämen vielleicht noch am glimpflichsten"ff Hanna wäre dem Gelächter preisgegeben. Daru»� Angst, Lieber, er kann nicht mehr zurück, die Sach� widerruflich!" „Unwiderruflich!" murmelte Oswaldt. „Gewiß, hihi," wieherte der Andere,„und S'. � sich darum bereits viel bequemer geben, sie kons' ßf eigensinnig sich ein wenig steifen, kurz, Sie haben 1 9 beste Zeit, ich beneide Sie darum." ,li Er knöpfte seinen Ueberzieher über dem Orde> erhob sich... „Also abgemacht, Sie kommen zu Sacher, PL i>� Sie nicht mehr loslassen,— ich habe, haha, vor? � Uli1 einen kleinen Besuch zu machen, aber ich komme den Kellner herbei, mit dem er abrechnete, dan er sich. Viertes Kapitel. ä t? Es war eine etwas gemischte Gesellschaft, die% ■-..... .................— V| V*v[ v.|-�...T in einem Saale des Grand Hotel zusammenfanH stand vor der Hand nur ans Herren. Es hohe Würdenträger, Künstler und Industrielle, ivicgender Anzahl aber solche, welche keinen U sich zu amüsiren, und die auch aus., biete, dem Zeitgeistc entsprechend, Ueberarber hatten, als pflegten. (Fortsetzung folgt.) , Zwischen ihnen bieten. Die Verwirklichung der Be- schliisse der Nntisklaverei- Konferenz werde allein durch Holland in Frage gestellt; es sei klar, daß, wenn '"cht die Wünsche der Majorität irgend einer Kon- serenz die Zustimmung der übrigen Theilnehmer an der Konferenz erhalten, sich kein großes Resultat erreichen lasse. . tn(Salisbury) sei davon überzeugt, daß Holland diese Wahr- heit eventuell erkennen werde und daß England Mittel finden werde, die Schwierigkeit zu beseitigen, welche das edelste Unter- nehmen: die gänzliche Unterdrückung des Sklavenhandels zu nereiteln drohe. Was Afrika anlange, so sei das hierauf bezüg- «che Abkommen mit Frankreich und Deutschland fertig; mit Italien seien die Unterhandlungen begonnen und er glaube, daß dieselben schnell zu einem erfolgreichen Abschlüsse gelangen wür- den; die Unterhandluirgen mit Portugal befänden sich noch in cmem ungiinstigen Stande, doch berechtigten dieselben nicht zu düsteren Besorgnissen. Tie englische Regierung habe heute u" zeitweiliges Abkommen auf 6 Monate abgeschlossen, durch welches die territorialen Abmachungen von, August für den Augenblick aufrecht erhalten werden und welches beiden Par- teien anheimstellt, nach Ablauf von 6 Monaten die terri- torialen Arrangements von Neuem in Erwägung zu ziehen. Salisbury kam sodann auf Amerika zu sprechen und erklärte, sei erfreut, daß der Fre. Handel zenseits des Atlantischen Ozeans einen Sieg oder doch einen scheinbaren Sieg errungen habe; sollte es sich nicht um die Sache des Freihandels ge- handelt haben, so sei es doch mindestens ein Protest gegen d>e extravagante Schutzzoll-Politik gewesen, der Tarifkonflikt d""ere aber in der ganzen Welt fort; überall würden Resolutionen gefaßt und Plane entworfen, um den Verkehr der Rationen mehr zu beschränken. England müsse diesen Kampf ausfechten, es könne aber keine Repressalien üben, da der englische Tarif bereits auf den niedrigsten Stand gebracht sei. Was den Konflikt zwischen Kapital und Arbeit angehe, so musie er jede legislatorische Beschränkung der Arbeitszeit be- mmpsen; der einzige Vortheil, den England vor anderen Mandern im Handelsverkehr habe, bestehe in der Freiheit seiner Institutionen. Begebe sich England dieser Freiheit, so werde rt T* Q"�erc Länder an Kapital, Handel und Wohlstand überflügelt werden und die ersten, welche darunter zu leiden haben würden, wären die Arbeiter." Unser Urtheil über die Rede des englischen Premiers wird durch dieses„ausführlichere Telegramm" in keiner �rise geändert. ' Aus Konstantinopel werden zahlreiche Ver- Mtungen von Armeniern gemeldet— es soll eine Ver- s ch w ö r u n g entdeckt sein. Da Rußland beständig der- «ige Verschwörungen anzettelt, so wird die Nachricht ivohl , 4� sein. Jedenfalls ist sie eine hübsche Illustration der hollnungsseligeii Betrachtungen, die der englische Premier- W lliTh"�ei 8 russischen Thronfolgers an- Die Berathung beginnt mit schnitt IV(Verhältnisse der Fabrikarbeiter) bei§ 134; dieser b" k'_e folgenden Paragraphen bis 184 g der Vorlage enthalten w Bestimmungen über Arbeitsordnungen; im Anschluß hieran eantragen die Abgg. Hitze und Schmidt die Bestellung von ständigen Arbeiterausschüssen, welche in späteren Paragraphen Verhandlung gelangen werden. § 134a bestimmt, daß innerhalb vier Wochen nach Jnkraft- eu des Gesetzes eine Arbeitsordnung zu erlassen ist. . �g. von Stumm beantragt für einzelne Abtheilungen Betriebes besondere Arbeitsordnungen zuzulassen. Rsferent v. Stumm empfiehlt die Regierungsvorlage mit innem Amendement. Bei der Abstimmung wird§ 134a mit dem Amendement ' Stumm angenommen. ®'e Diskussion über§ 134 b wird über jeden Absatz einzeln 0fs»et; zum Absatz 1 beantragt Hitze die Einführung von be- "iiniten Lohnfristen, wonach mindestens zweimal im Monat und alle acht Tage durch eine entsprechende Abschlags- Uni u"3 gelohnt werden muß; die Lohnzahlung am Sonnabend des t'?0.n"'aS soll verboten sein. Abzüge für Vorschüsse sollen V» faltigen Lohnes nicht übersteigen dürfen. „oj. � llleserent Abg. v. Stumm empfiehlt die Regierungs- Neb Unb �kämpft das Amendement Hitze, welches den Unter- �wern eine unerträgliche Arbeitslast auferlege; der Redner bafi■ Auslohnung der Vereinbarung zu überlassen; erfindet, den gi stoßen Betrieben eine monatliche Lohnfrist mit entsprechen- an k.���gszahlungen am besten sein wird; die Lohnzahlung eben/ � Dage zu binden hält der Redner für sehr schwierig, sek fami mnn einen bestimmten Theil des Lohnes fest- Sie?"' � �ei geleisteten Vorschüssen in Abzug zu bringen ist; der bittet, den Antrag Hitze abzulehnen. q. er Korreferent Abg. Molkenbuhr findet es im ium Referenten nothwendig, die Lohnzahlungen ..l�Uich vorzunehmen; die Schwierigkeiten, welche der Referent wünfi macb'e' fe'en sehr leicht zu überwinden; der Redner daß• � �""ahme des Antrages Hitze und ist auch der Ansicht, Ivo,, �1° Arbeitsordnung eine Bestimmung aufgenommen wird, die Kündigungsfrist für beide Theile gleich sein muß. Uche � e begründet seinen Antrag mit den wirthschaft- kam" �ältnissen der Arbeiter; die Belastung der Unternehmer wö/ ���"aber den Vortheilen, welche die Arbeiter von der 9ll)i'CUtt?!/)en Lohnzahlung haben werden, gar nicht in Frage; die Atbeif r'Ut ll°leistete Vorschüsse dürfen nicht so hoch sein, um die fingen �°burch in Verlegenheiten und wirthschaftliche Roth zu den ��Rangskommissar Rcgierungsrath W i l h e l m i kann Arbeit Hlf>e nicht befürworten; man würde die wüns/'' welche für sich eine längere Löhnungssrist für tzn,pk�"'Werth erachten, zwingen, den Lohn alle Woche in Nah,,, Zu nehmen; der Redner ist der Ansicht, daß bei An- leiten Antrages Hitze so unendlich viel praktische Schwierig-' Arbxj. würden, daß die Vortheile, welche Hitze den wandet" Zuwenden will, sich in das gerade Gegentheil ver- uußerd""�e,,; die Lage der Arbeiter würde sich verschlechtern. »Nd würde auch eine Ungleichheit zwischen Fabrikarbeiter» Arä� werksmäßlge» Arbeitern entstehen; aus allen diesen der zj/" �'ttet Redner den Antrag Hitze abzulehnen und es bei g'erungsvorlage zu belassen. iine Q, Hirsch begründet zunächst seinen Antrag, der �kdank' l* Kündigungsfrist für beide Theile herstellen will; der Ustdiirn/. Antrages Hitze sei richtig, derselbe sei aber praktisch es müsse der Gedanke der achttägigen Lohn- "der h Gesetzgebung aufgenommen, Abweichungen hiervon �eien Vereinbarung überlassen werden. 2- Bebel erklärt zunächst für den Antrag Hirsch, welcher nur dem schon früher gestellten sozialdemokratischen Antrage entspricht, stimmen zu wollen, da auch er fordert, daß die Kündigungsfrist für beide Theile vollkommen gleich- sein muß. Der Redner weist an einer Anzahl von Beispielen nach, in welch' geradezu empörender Weise die Unternehmer jetzt schon ihre wirthschaftliche Uebermacht mißbrauchen indem sie sich andere Kündigungsfristen auSbedingen als sie den Arbeitern gewähren; die Vorlage in Verbindung mit§ 125 bedeute die Vernichtung des Koalitionsrechtes der Arbeiter. Der Antrag Hitze geht dem Redner zwar lange nicht weit genug er wird aber dafür stimmen, weil der Antrag die jetzt bestehenden Mißstände etwas zu bessern geeignet sei. Der Redner führt aus, daß die thatsächliche Handhabung der ungerechten und die Arbeiter schädigenden Bestimmungen bezüglich der Arbeitsordnung zu den heftigsten Klassenkämpfen führen muß. Der Minister von Berlepsch betont zunächst die gute Absicht der Regierung, durch diese Gesetzgebung das Verhältniß zwischen Arbeitern und Unternehmern zu bessern; bezüglich des Uebelstandes der ungleichen Kündigungssrist, welcher in vielen Fällen den Keim der Verbitterung in sich birgt, stimmt der Minister den Ausführungen Bebel's zu und hat kein Bedenken, den Antrag Hirsch zu akzeptiren. Obgleich in dem Antrag Hitze einige sehr gute Gedanken enthalten sind, bittet der Minister, diesen Antrag abzulehnen, weil er die Schwierigkeiten, welche derselbe bereuen wird, für unüberwindlich hält. Abg. Möller verbreitet sich über die Unzuiräglichkeiten, welche der Antrag Hitze herbeiführen muß und empfiehlt die Ablehnung desselben; dagegen glaubt auch dieser Redner den Antrag Hirsch befürworten zu sollen; von den Arbeitsordnungen erwarte der Redner keine sonderlichen Vortheile. Abg. W ö Ilm er ist sim Gegensatz zu dem Vorredner der Meinung, daß der Arbeitsordnung ein hoher Werth beizumessen ist; dem Antrag Hitze kann der Redner in der jetzigen Form nicht zustimmen; er empfiehlt die Regierungsvorlage mit dem Amende- ment Hirsch. Abg. Hitze bittet die Mitglieder, welche seinem Antrage sympathisch gegenüberstehen, die formalen Bedenken nicht gar so hoch anzuschlagen; im Uebrigen hofft er biS zu der zweiten Lesung eine alle Bedenken beseitigende Form für seinen Antrag zu finden; sachlich hält der Redner seinen Antrag mr vollkommen begründet und bittet] um Annahme desselben, nachdem er einige Aenderungen an seinem Antrage vorge- nommen hat. Abg. Klemm glaubt, daß die mißbräuchliche Ausnutzung des Koalitionsrechtes auf beiden Seiten in gleichem Maße geübt wird; der Redner empfiehlt, die Bestätigung der Arbeits- Ordnungen der höheren Verwaltungsbehörde zu überlaffen. Abg. Bebel behält sich vor, später auf die mißbräuchliche Ausimtzung des Koalitionsrechtes einzugehen und nachzuweisen, auf welcher Seite dieser Mißbrauch liegt; nach Ansicht des Red- ners sind es in überwiegendem Maße die Unternehmer, welche sich dieses Mißbrauchs schuldig machen; freilich sind, bisher immer nur die Arbeiter für solche Fälle gerichtlich gestrast worden, während sich bisher kein Staatsanwalt gefunden hat, solche Unternehmer zur Verantwortung zu ziehen; der Redner befür- wortet den Hitze'schen Antrag und nimmt denselben in snnem ganzen Umfang? wieder auf. Abg. Möller findet, daß der Antrag Hitze die Verhältnisse in rein mechanischer Weise regelt; in Wirklichkeit läßt sich der- elbe nicht durchführen. Nach Schluß der Diskussion empfiehlt der Referent Abg. von Stumm für diese Berathung die Ablehnung des Antrages Hitze und meint, daß es bis zur zweiten Berathung möglich sein wird, eine andere durchführbare Form zu finden; bei Groß- betrieben ist eine langfristige Akkordlöhnung nicht zu-vermeiden; ebensowenig ist eine Trennung der Arbeiter bezüglich der Lohn- Zahlung durchführbar. Der Antrag Hirsch erscheint dem Ne- erenten unbedenklich, obgleich er demselben eine große Wirksam- keit nicht beilegen kann. Der Korreferent Abg. Molkenbuhr mißt dem Antrage Hirsch eine größere Wirkung bei und empfiehlt dessen Annahme; der Antrag Hitze wird zurückgezogen. Bei der Abstimmung wird Absatz 1 des§ 184b unter Ein- llgung des Amendements Hirsch einstimmig angenommen. Absatz 2§ 134b enthält die Vorschriften über die Straf- Bestimmungen der Arbeitsordnungen; die Vorlage will Geld- strafen über den doppelten Betrag des ortsüblichen Tagelohns nicht zulassen; Bebel und Gen. beantragen keine höheren Geld- strafen als 5 pCt. des ortsüblichen Tagelohnes zuzulassen; Abg. Hirsch will die Geldstrafen nicht über den ortsüblichen Tagelohn ausdehnen; Abg. Hitze will, daß Strafen, welche 10 pCt. des ortsüblichen Tagelohns übersteigen, in ein Buch einzutragen sind, welches dem Aufsichtsbeamten vorzulegen ist; Ab. v. Stumm be- antragt statt„ortsüblichen Tagelohns" zusehen„durchschnittlicher Tagesarbeitsverdienst", ebenso wünscht der Abg. v. Stumm dem Arbeitgeber das Recht vorzubehalten für den Fall widerrechtlicher Aufhebung des Arbeitsverhältnisses, Einhaltung des rückständigen Lohnes auszubedingen. Der Referent Abg. v. S t u m m vertheidigt seine Amendements als im Interesse der Disziplin und des ordnungsmäßigen Be- triebes nothwendig und empfiehlt die Regierungsvorlage mit seinen Anträgen. Geldstrafen müssen nach Ansicht des Redners fühlbar und dürfen deshalb nicht zu niedrig sein; dieser Bedingung ist bei den Anträgen Bebel und Hirsch nicht genügt, deshalb empfiehlt Redner Ablehnung dieser Anträge; am liebsten würde der Abg. v. Stumm die Aufnahme von Geldstrafen in die Llrbeitsordnung der freien Vereinbarung beider Theile überlassen; dem Antrag Hitze stimmt der Redner zu, wünscht jedoch, dann alle Geld- strafen eintragen zu lassen, und nicht nur die Strafen, welche einen bestimmten Prozentsatz des Tagelohns übersteigen; nach- dem der Referent noch die Nothwendigkeit, in bestimmten Fällen Lohn einzubehalten, betont hat, empfiehlt er die Regierungs- vorläge mit seinen Amendements, indem er sich bereit erklärt, eventuell die Einbehaltung des rückständigen Lohnes auf zwei Wochen einzuschränken. Korreferent Abg. Molkenbuhr erklärt sich gegen das Prinzip der Strafen überhaupt und namentlich gegen hohe Geld- strafen, welche den ganzen Verdienst der Arbeiter absorbire können; der Redner ist entschieden dagegen, dem Unternehmer das Recht auf Einhaltung des Lohnes zu geben; durch die Strafen werden die Arbeiter der Willkür der Unternehmer überliefert; jedenfalls müssen die Geldstrafen eine Maximalgrenze erhalten; es empfiehlt sich alle Anträge außer dem sozialdemokratischen, der die Geldstrafen nur bis zu 5 pCt. des Lohnes zuläßt, abzulehnen. Der Referent für die Petitionen, Abg. Schmidt, theilt mit daß einige Wünsche bezüglich dieses Punktes laut geworden find] nach Ansicht des Redners dürfen nicht zu hohe Geldstrafen ge- nommen werden; dem Antrag Stumm, betr. die Einbehaltung des Lohnes kann Redner nicht zustimmen. Abg. Hirsch wünscht die Strafbefugniß seinem Antrage gemäß festzustellen; der Antrag Bebel und Genossen genüge ihm nicht. Abg. Bebel hält das Institut der Strafen für überflüssig und schädlich; er weist nach, daß das Verhältniß zwischen Ar- beitern und Unternehmern um so besser ist, als die Strafen seltener sind; die Industrie kann vollkommen ohne Strafen aus- kommen; eine vernünftige, anständige Behandlung der Arbeiter sei das beste Mittel Strafen zu vermeiden und dieselben über- flüssig zu machen; der Redner wendet sich gegen die Ausführungen des Referenten und führt an der Hand der Fabrikordnung des Neunkirchner Eisenwerks(Gebr. Stumm) aus, wie exorbitant die Strafbestimmungen in einzelnen Fabriken sind; eine Be- stimmung des Strafmaximums muß daher unbedingt er- folgen; in Bezug auf die Einbehaltung rückständigen Lohnes ist Redner der Meinung, daß bei dieser Gelegenheit die Buße auf Umwegen eingeführt werden soll; abgesehen davon, daß solche Handlungen, wenn sie jetzt vorkommen, ungesetzlich sind, bestreitet der Redner dem Unternehmer das Recht, ver- dienten Arbeitslohn, der meist nur die allerdürftigsten Lebens- bedükfnisse deckt, einzubehalten. Der Kontraktbruch kann beim Arbeiter nicht anders beurtheilt werden, als wie bei den anderen Bevölkerungsklaffen; durch den Stumm'schen Antrag wird der Unternehmer zum Kläger und Richter in einer Person; der Redner erklärt sich auf das Ent- schiedenste gegen hohe Strafbestimmungen und bittet namentlich den Antrag Stumm, Einbehaltung rückständigen Lohnes, abzu- lehnen. Abg. Hitze erklärt sich gegen das Stumm'sche Amendement bezüglich der Lohneinhaltung; dagegen erscheint ihm der durchschnitt- licheLohn geeigneter alsMaßstab für Strafen als der„ortsüblicheTage- . lohn". Der Redner empfiehlt keine höhere Geldstrafen als dieHälfte des „durchschnittlichen Arbeitsverdienstes" zuzulassen; seinen Antrag empfiehlt der Abg. Hitze in Rücksicht darauf, daß durch denselben eine Herabminderung der Strafen herbeigeführt werden wird, weil die Pflicht der Eintragung eine genauere Ueberlegung vor der Strafverhängung erwarten lasse; der Redner vervollständigt seinen Antrag und bittet, denselben in dieser Fassung anzunehmen. Reg.-Komm. Geh. Rath Hoffmann findet ebenfalls einen Zusammenhang des Antrages v. Stumm mit dem Vorschlag der Regierung bezüglich der Buße; letztere hält der Redner für noch- wendig; sollte aber die Kommission dafür nicht stimmen wollen, dann bäte er, den Antrag v. Stumm bezüglich der Verwirkung verdienten Lohnes anzunehmen. Abg. v. Kleist-Retzow hält die Ansicht Bebels in Bezug auf Strafen an sich für richtig, aber bei der Sündigkeit des Menschengeschlechts seien Strafen nothwendig; ist dies richtig, dann müsse man auch zu fühlbaren Strafen kommen. Der Redner hält die Einführung von Konventionalstrasen lir Kontraktbruch im Interesse der Unternehmer für nothwendig und beantragt, denselben das Recht, zweiwöchentlichen Lohn für 'olche Fälle einzubehalten, zu gewähren. Der Antrag Hitze wird vom Redner befürwortet. Regierungskommissar Geh. Rath L o h m a n n empfiehlt den Stumm'schen Antrag, der eine Lücke namentlich dann beseitigt, wenn die Bußbestimmung, welche die Regierung beantragt, ab- gelehnt wird. In Bezug auf die Höhe der Strafen hält der Redner die Regierungsvorschläge für richtig und bittet, es unter Ablehnung aller Anträge bei dieser zu belassen. Die Diskussion wird geschlossen. Der Referent Abg. v. Stumm erläutert nochmals seine Anträge, die er um so mehr empfiehlt, als dem Arbeiter das Recht an die Gewerbegerichte zu gehen zusteht; Redner wird gegen das ganze Gesetz stimmen, wenn weder der§ 135 der Vorlage, noch sein bei§ 134 b gestelltes Amendement angenommen wird; auch in Bezug auf die Höhe der Strafen hält der Referent 'eine Ansichten nicht wiederlegt und bittet trotz des Widerspruchs der Regierung sowohl die Vorlage, als auch die Anträge Hitze, Bebel und Hirsch in djeser Beziehung abzulehnen. Korreferent Abg. Molkenbuhr ist nicht von der Anficht zurückgekommen, daß Geldstrafen überhaupt, namentlich aber hohe Geldstrafen im Fabrikbetrieb schädlich sind; den Antrag Stumm bezüglich der Einbehaltung verdienten Arbeitslohnes bekämpft der Redner sehr energisch, derselbe wird der Chikane und Willkür Thür und Thor öffnen. Bei der Abstimmung wird bei Absatz 2 des§ 134 b die Regierungsvorlage bezüglich der zulässigen Höhe der Geldstrafe ab- gelehnt; ebenso wird der Antrag v. Stumm statt„ortsüblich" „durchschnittlich" Tagesverdienst zu sagen, abgelehnt. Antrag Bebel und Genossen, nur 5 pCt. Strafe als zulässig zu erklären, wird abgelehnt. Antrag. Hitze, nur dieHälfte eines Tagelohns als Strafe zuzulassen, wird abgelehnt; die Freisinnigen Kirsch und Gr- uoss-» stimmen dagegen und halten damit die höhere Strafe aufrecht. Antrag v. Stumm, Einbehaltung des Lohnes, wird abgelehnt. Antrag Hitze, Eintragung der Strafen, wird angenommen. Hiernach wird der Absatz 2 des§ 184b, wie er sich durch die Vorabstimmung gestaltet hat. mit großer Majorität an- genommen; durch diesen Beschluß sind Geldstrafen bis zur Höhe des«WuHi�iTagelohns für zulässig«HW, während die Einbehaltung eines zwe, wöchentlichen Lohnes bei Verlassen der Arbeit abgelehnt ist. Die Diskussion wendet sich z» Absatz 3 deZ§ 134b, wonach dem Fabrikanten das Recht ertheilt wird, noch andere Aestim- »iuugen in die Arbeitsordnung aufzunehmen; auch kann die -Arbeitsordnung das Verhalten der minderjährigen Arbeiter außerhalb des- Betriebes regeln. Der Referent Abg. v. Stumm beantragt die Annahme der Regierungsvorlage und will außerdem, mit Zustimmung eines Arbeiterausschusses, auch das Verhältniß der großjährigen Arbeiter außerhalb des Betriebes durch die Arbeitsordnung regeln. Hierauf vertagt sich die Kommission bis morgen Abend 7 U h r. Die Thüringer Sozialdemokraten haben nächsten Sonntag(d. 1 6. d.) ihren Parteitag in Erfurt. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die Berichte gegnerischer Blätter von Streitigkeiten unter den Thüringer Genossen, von?einer„Spaltung" in„Junge" und„Alte", ganz und gar aus der Luft gegriffen sind. Unsere Gegner betreiben die Anfertigung und Verbreitung solcher Lügen systematisch und geschäftsmäßig— es gehört das zu ihrer„Taktik", und ist ihre Hauptwaffe in der„geistigen Bekämpfung der Sozialdemokratie". Wir können den Genossen nur wieder- holt rathen, alle derartigen Berichte in gegnerischen Blättern von vornherein und ohne Weiteres als Lügen zu betrachten und demgemäß gar nicht zu beachten. Berichtigung. In der letzten Notiz unseres gestrigen Haupt- blattes(„Schimpf-Virtuosen") muß es natürlich statt Rostocker: Rastatter Gesandtenmord heißen. Wir spielten auf die Ermordung der französischen Gesandten am 28. April 1799 an. der KedAkkion. Ul. 179. 1. Sie theilen uns zwar mit, daß Ihre Mutter bisher Miethsteuer- Freiheit gehabt hat, nicht aber den Grund, aus welchem ihr solche gewährt worden ist. Wir können daher unmöglich beurtheilen, ob die Reklamation von Erfolg sein würde. 2. Sehen Sie doch im Adreßkalender nach.» G. PI. 28, Sie können den Vorfall der Staatsanwalt- schaff mitcheilen, da die Betreffende sich durch Richtanmeldung chrer Arbeiterinnen zur Krankenkasse strafbar gemacht hat. G. G., Krrgumnnstr. Der Vater, welcher für sich und seine Kinder aus der Landeskirche ausgetreten ist, kann die Letz- rente von da ab von der Religionsstunde dispensiren. M. S., Frirdrnan. Sie brauchen dem Spediteur nur für diejenige Zeit zu zahlen, in der Sie die bestellte Zeitung erhalten haben. Schicken Sie ihm den Betrag, der ihm hiernach zu- kommt, ein. ©. K., Gitschinerstr. Bitten Sie die Polizeidirektion zu Arnstadt um Auskunft, ob der Betreffende dort zur Meldung ge- langt ist. Event, wenden Sie sich unter Angabe der letzten hiesigen Wohnung an das Einwohner-Meldeamt hier. K., Kchleftschestraße. Nein, dann braucht Keiner Alimente zu zahlen. 1. Ziehung der 3. Klasse 183. Königl. Preuß. Lotterie. Li-v"»g v«m Ii. 5)oaem6et 1890, Vormittags. Slit dl« wcwwi» übet 105 Marl sind den acictneitbcu N»i»m«r» i» Ipareuttltie beigetiigt. (Dirne liemübr.) _<6 149 365 429 81[200) 84 88 53t 63 736 44 92 825 41 56 914 1590 720 78 940'4053 66 140 265 346 510 76 765 779 849 900»039 226 50 63 304 775 908 42 90 4009 162 93 256 89 379 505 605 26 63 867 78 949 59 63 3274 503 18 66 83 668 745 800 72 916 52 92[2001«152 202 80 96 437 516 608 931 40 SO 7178 331 47 589 834 81 930[150] 32 64[1501 SO? 3 356 78 461 633 66 702 SO 819 77»031 224 26 363 73 478 535 42 012 14 715[1501 16 11501 91 905 62 10254 371 671 703 90 850 92 11199 382 96 529 622 886 950 12079 157 393 459 529 93 618 19 829 1 3007 28 68 153 325 510 642 761 923 67 1 4218 329 432 34 546 91 707 31 825 911 69 1 3026 159 1150) 313-402 857 930 37 85 1 0363 428 33 505 615 715 835 1 7351 707 807 932 55 1S115 51 266 435 548 701 95 806 48 60 911 1V037 47 178 268 81 472 527 29 895 jJOOÜl 100 74 95 292 337 692 747 68 13001 895 926 21138 42 274 459 81 515 62 672 968 22045 342 581 839 924 23135 46 60 250[1501 386[1501 v8 475 549 606 49 63 85[2001 725 32[150] 835 904 2 4006 14 184 243 300 787 970[1501 23086 290 346 535 90 904 49 61 20015 55 167 227 385 506 30 11501 94 729 33 39 864 965 27231 41 646 839 924 2 8032 137 89 273 376 86 460 583 707 904 9 69 2»030 154 246 380 486 96 533 35 46 672 804 10 73 »«>030 1150) 40 228 41 86 306 66 400 501 16 21 35 64 87 623[777 809 43 905»1026 175 239 330 506 97 626 28 65 69 967»2144 55 352 563 613 24 748 90 902 989»»097[150] 124 34 73 274 442 588 904 34075 180 225 498[300] 524 93 696 706 870»7.116 97 207 64 640 787 »«207 397 736 59 803 28 94»7012 1150] 29 146 313 424 72 617 725 [150] 44 920 49 85»«090 122 33 38 351 55 479 573 661 67 727 30 »»167 238 68 445 85 656 70 11501 704 851 903 40190 305 416 58 64 811 18 4 1 003 26 75[200] 212 97 466 597 616 955 71 42428 512 13 4 5 96 666 715 808 35 40 43038 68 147 229 306 76 508 723 74 896 905 27 89 44039 166 423 522 38 74 662 746 48 Vi) 1150) 850 916 43001 301 74 406 513 630 56 731 936 4«106 47 252 71 390 430 619 41 707 927 37 4 7105 365 80 89 442 546 673 708 31 37 88 804 29 32 83 4*013 33 39 80 217 552 654 49056 III 12 43 268 609 722 859 922 60056 105 274 363 94 454 948 51162 296 455 699 701 856 85 5)4047 128 663[200] 788 835 37 54 62 960 53033 114 39 273 406 525 623 37 44 79 753 3 4000 43 244 411 599 1150) 687 900 64 5 5075 100 273 440 569 81 96 615 799 806 19 33 930 49 57 50007 38 68 180 218 314 503 20 96 604 706 23 58 908 81 57062 158 472 537[150] 51 754 1150] 993 5*133 89 279 348[150] 66 68 469 628 78 863 5»009 23 74 93 III 341 50 66[2001 445 58 79 735 65 864 76 60043 275 346 469 600 76 745 6 1 037 65 269 422 504 19 58 604 744 842««110 229 60 431 43 90 683 860 990 91«3224 73 88 306 75 92 675 737 70 866 1150) 98 906 64017 11501 23 92 231 603 89[1501 ,99 968«5040 162 247 304 50 89 709 875 912 6 6012 40 121.22 509 «53 70 724 877 6 7183 329 83 83 446 776 875 976 6*433 534 82 774 @94 905 65«»178 252 339 453 752 60 804 11 12 72 904[2001 70138 46 115 0 001 240 92 357 90 4)3 62 543 685 820 31 40 930 74 92 71044 201 49 436 74 798 813 937 44 7«323 784 7 3006 78 198 258 420 28 55 73 522 861 962 65 7 4000 4 96 17,4 204 5 350 438 631 746 79 963 75081 212 42 303 407 22 34 35 91 98 600 63 84 751 80 869 88 89 903 25 7 6086 189 98 208 53 614 81 758 913 26 34 65 77005 7 122 246 92 349 471 77 735 78029 47 702 879 969 7»258 323[150] 881 921 80064 71 219 345[160] 69 472 81 514[150] 55 66 91 613 31 702 866 921 8 4033 101 91 696 707 828 922 31 38 8 2018 211 23 89 96 334 71 74 483 539 63 610 728 815 39 905 45 78 83027 70 144 46 62 65 218 85 359 408 69 511 30 739 54 63 86 99 804 64 65 944 48 84020 242 4e6 576 624 764 903 85065 75 88 272 86 336 92 439 49 64 73 672 713 14 20 80 914 66(150) 80 85*6042 177 268 340 85 98 457 [200] 86 711 869 990*7128 203 404 620 928 92 8*115 25 92 246 363 656 649 87 723 89 810 25 52 900 63»»019 125 271 466 611 84 794 982 »»30» 17 434 93 637 49 869 960»1064 68[150] 219 24 28 374 414 [1501 518 635 87 754 63 802 63 89 94 994 0*037 r 83 172 321 634 58 663 803 990 0 3147 56 62 212 323 81 619 85 97 640 87 700 86® 58 93 1150] 911 55»4063[150] 218 358 62 479 81 522 630 43 919 N »3039 92 144 97 319 27 499 613 45 730 1150] 824 25»6065 657 M 65 718 32 993»7028 46 108 77 351 454 11501 98143 417 42 519»1 729 81 837 912»»051 289 304 16 437 19 569 606 7 ÖO Ovi tJ** w 6U Olf vvy• v qIQ'H) 66 884 1 5 GOOS 105 31 237 40 557 668 91 93 938 1 5 7001 20 44 219 20 414 42 761 825 918 1 5*084 258 452 540 68 660 775 857[200] 150023 93 107 19(1501 47 77 105 19 320 43 67 495 681 89 674 160024 70 122 33 60 307 449 1150] 508 93 94 612 161010 186 386 404 53[150] 519 630 53 77 714 69 899 971 10*187 299 442 636 760 802 1 63076 157 240 587 698 1 04045 64 153 334 545 63 1»5ÜÜ' 378 415 530 609 60 776 814 18 932 10»lü4 30[200] 244 346 81 411 518 68 74 77 642 44 702 40 88 170014 95 156 274 354 86 96 652[160193 824 40 948 1» 1067 39» 400 14 670 98 671 869 1 7*173 88 218 67 371 509 658 96 733 40»u 843 52 68 912 97 1 7 3004 16 428 509 19 676 706 62 958 1 74146« 225 415 36 74 577 677 92 702 1 73055 112 71 275 1150] 330 456 b»' 714 86 810 1 70 090 100 30 96 230 52 430 701 876 1 77008 236 34» 76 532 744 833 951 99 1 7*136[160] 45 54 438 49 692 677 819 34 W [200] 987 1 7»040 69 237 59 95 315 519 30 4» 712 923 48 " 180155 77[150] 212 304 38 477 692 678 715 845 53 88 939 73 181155 307 562 707 1**005 145 1*3103 200 389 421 29 3o 42(300) 749 824 1 84087 94 103 378 98 623 36 60[150] 642[150] 86 93 724 48 1*5035 71 93 224 40[200] 63 342 450 92 542 664 841 912 68<< 1*0281 323 54 425 846 994 1*7006 42 94 334 83 452-709 938 71 1**066 198 390 469 601 3 85 640 70 813 42 1*»325 621 924 63 Theater. Mittwoch, den 12. November. (Optrttlfitu«. Oberon, König der Elfen. Schauspirlhaus. Don Carlos. Lesstng-Theater. Sodoins Ende. Frrliurr Theater. Kabale und Liebe. Deutsches Theater. Die Hauben- lerche. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Königsgardist. Sonne und Erde. Malluer- Theater. Der Bauerndoktor. Pension Schöller. Restdeus- Theater. Scylla und Charybdis. Familie Moulinard. Viktoria- Theater. Die Million. Keileallianee- Theater. Mamsell' Nitouche. Vstend- Theater. Zimmermann's Lene. Thomas-Theater. Der Wetterfrosch. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'» Uarists. Große Spe- zialitäten-Vorstellung, Theater der UeichshaUe». Große Spezialitäten-Vorstellung. Toncordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Ziichter's Uariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alcxander- straße 27c. Franka Scholz, Kostüm-Soubrette. Geschw. Wildenfeäs, Gesangs- Duettisten. Richard Gersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Truppe Blumenfeld, Parterre- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- künstler. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/9 Uhr. Entree Wochentags it. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. iKrütmilHeBierhalleil WJ Kommandauteiistr. 77— 79. Täglich: Grosses Concert mit Guartett-Siiuger», ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concerf. Sonntags Eutree 20 PI. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtkc. Wlimilm, Werkzeilge, Haus- lllls Ailljengerathe E. Vogtherr, b*™ c- 3 Landvb-rgrrstr. 61, amAlexanderpl. Strphanstr. 16(Moabit). (Sonntags geschlossen.) Circus Renz. Karlstraße. Mittwoch, den 12. �hvtmbtv, MF" Abends 71/2 Uhr:"MG Deutsche Turner. Große nationale Pantomime vom Hof- Balletmeister A. Siems, inszenirt vom Direktor E. Renz. Musik von&. Cahn- bley. Dekorationen, Kostüme, Requisiten, Wagen auf das Prachtvollste. Das Blumenpferd Jfagar, vorgeführt von Frl. Oceana Renz. Mr.J. F. Clarke, phänomenaler Reitkünstler. The Gold Bird, geritten von Frl. Clotilde Hager. Der berühmte Luftgymnastiker Mr. Rodgers. Vierfache Fahrschule, geritten von den Herren Fr. Renz, A. Renz, E. Renz(Enkel) und William mit acht Schulpferden. Voltige ä la Richard von Mr. B. Fillis. Austreten der Damen Frls. Lillie und Rosa Meers, Gierach, Frida und Elisa Cottrelly. Komische Entrees und Jntermezzo's von sämmt- lichen Clowns. Morgen: Deutsche Turner.— An Sonn- und Festtagen 2 Vorstellungen. E. Renz, Direktor. StfllllifCfllCllt Biiggenliagen am Moritzplatz. _ Täglich: SW Grosses Concert. Direktion A. Rädmamr. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Sillium Wochentags 10 Flg., lillll L c sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Miltagstisch. Spezial-Ansschattk von Patzenhofer Erport-Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Castan's Panoplicum. ©«free 50 Pfg,. Kinder 25 pfg. V. 9 Uhr Morgens� bis 10 Uhr Abends. Vorstellung llVe it. 12Va Uhr. it. ü.dVs-OVaUHv ' stündl. eine Vorstellung. �Eitra-Cuttec 60 Pfg. Kinder frei. �SBBSBSläaä�jää 'assage-Panopticum. Unter den Linden 22/23.[742| LewiSgrÄ MMllttll. ilitttcritiiteit. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Dolltasiknger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Mittwoch, den 12. Uovembee, Abend» 7Vä Ahr. Besonders hervorzuheben: Zum ersten Male: Mr. Arsene Loyal in seinen großartigen Jongleurkünften zu Pferde. Walküren-Manöver, ger. v. 16 Damen. Etagen- Caroussel mit 25 Freiheitspferden, vorgef. von Herrn Max Schu- mann. Mr. Melas als Deckenläufer. Schulpferd„Eklipse", ger. v. Frl. Ada. Zum 1. Male: Galopp- u. Barrieren- Voltige, ausgef. v. Frl. Bonnet. Bolero andaluz, span. Nationaltanz ger. von Adele u. Herrn Ernst Schumann. Alfred Leon als englischer Jockey. Großes Ballet-Potpourri v. 20 Damen. Mgr Original- Clown Durott mit neuen Entrees. Austreten der Reck- künstler Gebr. Morelli am 3 fach. Rech Neitkllnstlerin Frl. Paula. Faust und Gretchen, in Freiheit vorgef. v.> Herrn Ernst. Komische Entrees sämmtlicher Clowns. Morgen: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. GesßWhlllls 8. Heine Cbausseestr. 14. Die schönsten KillderkWer W-Zalkeil für Mädchen jeden Alters, sowie Morgeilrölke, HutmMc, TrikottMe««. Mnsen, auch im Einzelverkauf sehr billig! Maaßbestellungcnu. Reparaturen werden prompt erledigt! Normal-Unterkleider und Triko- tagen für Herren, Damen und Kinder. Strümpfe, Socken, Hand- schuhe tc. 8. Heine. GeMchllus jfdur I Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 1276 Otto ESeser, U h r m a ch e r(Fachmann), Uaunynstr. 15, Ecke Mariannenstr. Spiegel und Polster waaren. Gr. Lager, bill. Preise.� Emil Heyn, Brunneustraßc 28, Hof parterre. Thcilzahlung nach Uebereinkunft. eigener Fabrik. üoäsr1 1 PJaiA* Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen. 131 Poilak, jetzt Gcorgenkirchstr. 24 11. Uersanrmlimg der, Delegirten d.Berl. Streik-Kontrolkommissioo am Freitag, den 14. Nov., Abends 8»/- Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobftraße Nr. 48». Verlesung der Präsenzliste pünktlich um 9 Uhr. Tages-Ordnung: gg 1. Der Streik in der Schuhwaarenfabrik von Christ, Bernauerstr. hy- Ref.: Herr Opitz. 2. Anträge der Gastwirths-Gehilfen, der Tapezierer und de Buchdrucker. 3. Ergänzungswahl des Ausschusses der Streik-Kontrolkommtstwu- 4. Stellungnahme gegenüber den Gast- u. Schankwirthen Berlins. 5. T 337 Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen aller� Delegirten bittet Einberufer« Der Oeffentl. Volks-Versammlung fnr Männer nnd Frnnen a m Donnerstag, den 13. November, Abends 8 Uhr, w, im Saale der Gambrinus Kranerei, Charlottenburg, Malistraße■*"* Tages-Ordnung:. 1. Vortrag des Herrn Stadtv. E. Vogtherr über„Wesen und„ deutung der freien Geineinden. 2. Berathung und Beschlußfassung über Grund« einer freien Gemeinde. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Zu zahlreichen Besuch ladet ergebenst ein Oer Einberufer-___ & öffittL AchiiiiiilW der Töpfer Berlins u. Umgefl am Donnerstag, den 13. November, Abends 6 Uhr, im neuerbauten Saale des Herrn Keiler, Kergstraße Ur« 68« Tages-Ordnung: 1, Abrechnung von unserem Streik. 2. Rechenschaffsbericht des trauensmannes. Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen in dieser Versammlung ev' _ C. Thieine�� % Grosse offentl* Versammlung für Frauen und Männer, am Freitag, den 14. November, Abends SVe Uhr, im Lokale KÜ»iS� Bülowstraße 88—40.«az- Tages-Ordnung; 1. Vortrag über: Freie Liebe. Referent Pöus.*■* kussiou. 3. Verschiedenes. gzg Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. _ Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Der CSinbtvuftt��' Leseklub Karl Marx. Heute, Abend 8 Uhr, d in den Armin-Hallen, Kommandantenstr. 20(oberer Saüff' Oeffentlicifts Versammlung" � Vorlesen und Erläuterungen des Herrn PöuS aus dem Kapital von Karl Es findet jede Woche eine Versammlung statt, in welcher das fortgesetzt wird.____ Unterstntznngsbnnd d. Hausdiener Berlik' Wander-Versammkung am Mittwoch, den 12. d. Mts., Abends 9 Uhr, bei Boizmann, Andreasstrasse 26. wpi* Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: Das.�es Lohugesetz. 2. Diskussion. 3.. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Werschs und Fragekasten. Um recht zahlreichen Besuch bittet 3�2�_ ger Doista»� Verantwortlicher Redakteur:(Citri Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadiag in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hierzu»ine Beil'")" Beilllge zum Berliner Nr. 364. Mittwoch, den 13. Uooemder 1890. 7. Jahrg. Charakteristik� unserer Gegner. fmden, daß es zur Kennzeichnung dieser schwarzen Blatt � gut ist, den ganzen Artikel durch Abdruck in unserm n. 5}iim'ct �tikel über die„Zukunsts- Staatsmänner" in der VrSm vorigen Freitag hat die„Germania" ganz rasend den.» �®on den duftenden Schimpf- und Stilblüthen, mit stellt? un� überschüttet hat,— le style c'est l'homme*)— 'tibeg'1 � l�0" gestern einige zu einein Sträußlein zusaminen, Gesell zu WWem Gr K. „Geistiger Bankerott der Sozialdeinokratie ist ganz und gar die Signatur ihres jetzigen„geistigen" Kampfes. Nicht oie einlachsten logischen Denkgesetze wissen ihre Wortführer wehr zu handhaben! Heute enthält das anerkannte Hauplorgan, das„Berliner Volksblatt", von Neuem einen Artikel, der wieder von nichts Anderein als von «bsoluter Denkunfähigkeit zeugt, der sich in emem halben Dutzend Zeilen als vollständig b o d e n- °? darthun läßt, und der doch wieder mit dem— zu- "och geistlosesten— B o m b a st ausgestattet r!I" c v e§"öthig ist, diese sozialdemokratische Gesell- icyasr durch und durch und von allen ihren Seiten z» lernen und das Material zu haben, sie oem Volke im rechten Lichte zu zeigen, so werden unsere �eser verstehen, wenn wir sie in der jetzigen Zeit der Aufstellung der Kampfesreihen manchmal auch mit bangeren sozialdemokratischen Zitaten be- yelligen, die wirklich nicht einmal das Papier werth sind, aussein sie stehen. Das heutige Elaborat, das wir ihnen vorzulegen haben, st m der ersten Hälfte Liebknecht'sche Arbeit— nur geistlose Floskeln—, in der zweiten Hälfte, dem sachlrchen Theile, Hilfe für Herrn Liebknecht " au ß e n, wie schon neulich" beim„Ersatz" für das . Sohngesetz. Herr Liebknecht muß entsetzlich Nlflos geworden sein, wenn er nach solchen Rettungs- aurern greift, die auch nicht eine Sekunde lang standhalten! .Ev heißt: i>n!in Auszug aus unserem Artikel, den der Leser ginal nachlesen möge, und dann wird fortgefahren:) Viel Geschrei und wenig, ja gar keine Wolle! Der Mann, der die letzte Hälfte geschrieben hat, und Herr �lebknecht, der es mit einer bombastischen Einleitung vor- fuhrt, können beide— nicht denken. Das ist das ganze Geheimuiß! Das„Hier" und das„Dort" schlagen Utch.t auf einander'los, sondern schlagen beide a»f die s o z i a l d e in o k r a t i s ch e Lehre los. . Der sozialdemokratische Zukunstsstaat soll gesell- I chaft li ches G em ei n ei g en th u m an allen Pro- ouktionsmitteln haben und genösse nschaftlichePro- o u k t i on auf Grund dieses Gemeineigenthums, und jeder der »Genossen" hat„absolute Gleichberechtigung". Diese Grundlagen des sozialistischen Zuknnfsstaates haben Marx, Engels, Liebknecht, Bebel, das Gothaer Programm u- f- tv. in gleicher Weise anerkannt, und Herr Lieb- 00 echt hat sich auch noch neulich, als wir ihn zu einem Vekenntmß über den Zukunftsstaat zivangen, dazu o e k a n n t. In dieser Beziehung haben wir also trotz aller onstigen sozialdemokratischen Vertuschungsversuche feste � a s i s. Nun aber ist diese Grundlage des Zukunsts- staates aus vielen Gründen absurd, wir haben aber Mrn Liebknecht nur auf das Rhodus von zwei dieser Grunde gestellt. Besteht Gemein eigenthum und G e- w e i n Produktion mit absoluter Gleichberech- 1 1 9 u n g Aller daran, dann wird e n t w eder der Zukunftsstaat zu den s ch l e ch t e r n Arbeiten keine Arbeiter und in den s chlechtern hegenden keine Bewohner haben, sondern Alles wird zu ven besseren Arbeiten und Gegenden sich drängen, . oder man muß Zwang anwenden, man muß die freie Berufswahl und die Freizügigkeit aufheben, muß die Arbeit anweisen, den Wohnort anweisen. Das Erste ergiebt Anarchie, das Zweite ent- > e tz l i ch e Despotie— in beiden Fällen wird der �Zuknnftsstaat unhaltbar, die beiden Fälle aber bilden Stil ist der Mensch. Alz Freie Uolkskiihne. Zweite Aufführung. W»e» Theatervorstellung des Vereins„Freie Volks- Erhard« Qln fetzten Sonntag das„soziale Drama" von fslle eim». nnrt»Aar Sonnenausgang" gegeben. Es er- � not ungetheiltcn Erfolg— ein Widerspruch gegen Mrezch-s? Alchen Derbheiten des Stückes, wie er noch vor Jr'hne",> S ei der Erstaufführung desselben auf der„Freien °chande„ unerquicklichsten Szenen geführt hatte, war nicht Zaditen dürften die vor dieser Aufführung häufig vor- Versammlungen erörterten Zweifel: ob sich der rchn 3in(,fiche Bühnennaturalismus für das Publikum der 5% h-r■■'hue eigne oder nicht, beseitigt sein. Wenigstens '-schiede» s$eve große Erfolg des Hauptmann'schen Dramas .�r, daß dieses Publikum' für naturalistische Kunst Miel! die V."Ud nach derselben verlangt. Freilich ist mir Nn 7!lnie Sorge geblieben: ob es"denn wirklich immer Jchdlbae» des Dichters ivaren, welche den thatsächlichen ».".»s.»".des StMes zu Grunde lagen, ob nicht manchmal kÄ�rz und in einer Weise wirkte, die das Herz des ue.' rnn er anwesend gewesen wäre, mit Grausen erfüllt dabei insbesondere an die Gestalt des Alfred Loth. fer; �Ubli»,. de in der Darstellung des Herrn Hagemann auf de'?* eine starke Wirkung iibte, halte ich es doch für k. ockik, darauf hinzuweisen, daß diese Art ihn dar- �tnV cn Absichten des Dichters nicht nur nicht entspricht, iw Tet t1 direkt entgegen steht. f'bei Mter hat den Alfred Loth als einen Mann gezeichnet, tiii��ali».. Reflexion, in allen seinen Handlungen eine kuhle '» J? komm? dewahrt, dem das Herz sehr schwer auf die fiill?Vb L»,!?"ud der daher eine gewisse eckige Schwerfälligkeit 'ßriSkeit„.�..des Lebens bewahrt, der ferner aus dieser Schiver- lipie�.�llsermaßen eine Tugend gemacht hat, die er vor sich k.bSat vi6'16 nennt. gichiz �der Alfred Loth, wie ihn Herr Hagemann spielte? uicht! Tas war ein äußerst selbstgefälliger, phrasen- ein Entweder— Oder, schlagen sich keineswegs gegenseitig tobt, wie der denkfaule oder denkunfähige obige Skribent an Herrn Liebknecht es meint und der geistig gleich beschaffene Herr Liebknecht es mit solchem Triumphe verkündet!" So die„Germania". Bei dem erneuten Mißgeschick, das ihr passirt ist— nämlich daß sie glaubt, unser Artikel zerfalle in zwei von verschiedenen„Männern" geschriebenen Hälften, wollen wir nicht verweilen und blos feststellen, 1. daß das„wissenschaftliche" Organ der Zentrumspartei nicht begreifen kann, wie die beiden uns gemachten Vorwürfe: wir erstrebten den Z w a n g s st a a t und wir erstrebten den a n a r ch i st i s ch e n Freiheitsstaat, einander aufheben; 2. und daß das„denkfaule oder denkunfähige" Blatt sich keine F r e i h e i l ohne Anarchie und keine Ordnung ohne Zwang denken kann.— Wer unseren von der„Germania" angegriffenen Artikel liest, wird sehen, daß wir dort das Beispiel der Li r a n k e n p f l e g e, für welche es schon in der jetzigen Gesellschaft an Frei- willigen nicht fehlt, als Beweis dafür angeführt haben, daß es keines Despotismus bedarf, um auch für die unangenehmsten, gefährlichsten und ekelhaftesten Ver- richtungen Arbeiter zu bekommen. Um dieses Beispiel, das wir nur im Vorübergehen hinwarfen, drückt die„Ger- mania" sich mit gewohnter Kon rage Hern in. Und nun wollen wir gegen die„Germania" Jemand ins Feld führen, den sie gewiß als Autorität anerkennen wird— so wenig auch wir es thun— nämlich die„Germania" s e l b st. Unser Hamburger Bruderorgan hat aus dem„Vor- wärts" von 1877 einen Artikel der„Germania" über die Sozialdemokratie ausgegraben, in welchem es wörtlich heißt: „-- Vor allen Dingen hat die sozialdemokratische Partei mit dem„Pöbel" nicht mehr gemein als die „Liberalen"; wahrscheinlich werden sie sogar behaupten, daß eine solche Gemeinschaft bei ihnen noch geringer sei. Nichts- thuer, Bettler, Säufer, Schläger oder wohl gar Verbrecher gegen das Eigenthum sind unter den Sozialdemokraten nicht in größerer Zahl vorhanden als unter den An- hängern anderer politischer Richtungen. Sie sind nicht der„Abschaum des Volkes", sie sind nicht Lumpen und Taugenichtse, nicht Petrolörs und Brandstifter, nicht Kom- munisten, die f ich, gleich den Gründern, mit fremdem Eigenthum bereichern wollen. Es sind Männer, zumeist aber nicht ausschließlich aus dem Arbeiterstande, unter intelligenten, zum Theil hochbegabten Führern, alle tief, ja leidenschaftlich den Druck verkehrter gesellschaftlicher Ver- Hältnisse empfindend und entschlossen, alle ihre Kraft einzusetzen, um die Gesell- s ch a f t auf gerechteren Grundlagen neu auf- zubauen. Was mit dem„Pöbel" zusammenhängt, hat keinen Zu- sammenhang mit der Sozialdemokratie. Wer die Versamm- lungen der letzteren besucht, muß sich davon überzeugen. Die sozialdemokratisch gesinnten Arbeiter sind, wie ihre Arbeitgeber bestätigen, fleißig und nüchtern. Sie hören mit begierigen Ohren die Lehren ihrer(falschen) Apostel und lesen eifrig die(falschen) Evangelien ihrer zahlreichen Parteiblätter. Sie sind ein an sich durchaus achtungs- werlhes Element, nur in einem grundstürzenden Jrrthum befangen. Ebenso haben Kommunismus(im extremen Sinne) und Sozialdemokratismus nichts miteinander gemein. Nicht den unvernünftigen Gedanken einer T h e i- lung des vorhandenen Eigenthums oder der Abschaffung des E i g e n t h u m s über- Haupt verfolgen die Sozialdemokraten, sondern sie wollen der Ausbeutung Vieler d u r ch E i n z e l n e v o r b e u g e n, u n d z w n r durch Einrichtungen, welche Alle die gleichen Vortheile bieten. „Auch ist es unrecht, was nur zu oft ohne die ge- ringste Nachforschung geschieht, die Greuelthaten, welche in Paris unter der Herrschast der Kommune verübt sind, den Sozialdemokraten in die Schuhe zu schieben. Nicht der g e r i n g st e B e w e i s i st g e l i e f e r t w o r d e n, daß diese U n t h a t e n von d e r K o m m n n e aus- gegangen sind. lim nicht zu weit abzu- schweifen, soll nur darauf verwiesen werden, d a ß d i e K o m m un e und ihre Anhänger m o n a t e- lang die Bank von Frankreich mit cr l l e n ihren Beständen und sehr viele andere hafter, moralpathetischer Herr, ein warmblütiger„Liebhaber" und guter edler Mensch nach allen Regeln der Koulissenkunst. Er machte den Eindruck eines auf Ferien reisenden Schmieren- schauspielers, dem es nicht möglich ist, den hohlen Ton aus der ivealistischen Tragödie, im täglichen Leben zu verleugnen— aber nicht den eines ernsten, einseitigen Mannes der Wissenschaft. Kurz: Herr Hagemann ist kein realistischer Schauspieler, der einer solchen Rolle gewachsen wäre; er charakterisirt nicht einen individuellen Menschen, sondern spielt nach irgend einer alten Schablone feinen Part gut provinzmäßig herunter, sucht die Konlissenessekte möglichst herauszuarbeiten und freut sich, wenn er mit dem Brustton der Ueberzeugung so eine recht saftige Tirade in die Welt setzen kann, denn zu solchen verwandelt er die stillen Selbstbekenntnisse des Mannes, der sich„so zu sagen nur als Letzter an die Tafel setzen" könnte. Aber das ist nun das Traurige: obwohl neben dieser Leistung des Herrn Hagemann andere einer wirklich realistischen Ge- staltungskrast standen, wie die geradezu musterhaste des Herrn Pauli) als Ärbeitsmann Beibst, die des Herrn v. Kurnatowsky als Dr. Schimmelpsennig, und obwohl es der Regie des Herrn Cord Hachmann gelungen war, beispielsweise aus dem szenisch so schwierigen zweiten Akt ein resolut- lebensvolles Bild zu machen und überhaupt das Milieu des Stückes in echt moderner Weise herauszuarbeiten und festzuhalten— wirkten gerade die krassen Stillosigkeiten des Herrn Hagemann offenbar besonders stark und nachHallig auf das Publikum. Es erklärt sich dies daraus, daß die nackte Tendenz, zu welcher die Worte des Loth im Munde seines Darstellers sich gestalteten, dem Publikum als solche nur allzu sympathisch war. Herr Hagemann verstand es, ganz ans dem Rahmen des Kunstwerks heraustretend, sich gleichsam direkt agitatorisch, als stände er aus der Rednerbühne des Saales des Böhmischen Brauhauses, zur Menge zu sprechen und verschmähte dabei keinen noch so wohlfeilen Rednerkniff. Aber das ist nicht die Aufgabe der dramatischen Kunst. Von der Buhne herab soll nicht gepredigt werden, auf derselben wollen und sollen wir eine das Leben wahrhaft enthüllende Handlung vor sich gehen sehen. Diese Handlung soll uns er- greisen und uns jenes Spiel der Leidenschaften gewähren, in dem der Kunstgenuß dem Drama gegenüber besteht. Otto Erich Hartleben. Geldin st itute in ihrer Gewalt hatten und nicht einen Heller aus denselben ent- nahmen; ferner, daß für die Verbrechen des durch die Abwesenheit jeder geordneten Gewalt entfesselten wirklichen Pöbels nicht eine Quasi-Obrigkeit, welche kaum über irgend welche Machtmittel zu gebieten hatte, und noch weniger eine hinter ihr stehende Partei verantwortlich ge- macht werden könne." Dies der Artikel, mit dem wir gewiß zufrieden sein können. Wir überlassen es der„Germania" von 1890 sich mit der„Ger- mania" von 1877 auseinander zusetzen, wollen ihr aber, ehe sie an die etwas schwierige Arbeit geht, noch eine Thatsache ins Gedächtniß rufen und eine Frage vorlegen. Die T h a t s a ch e ist, daß die A p o st e l und ersten C h r i st e n, die doch unzweifel- hast den richtigen Glauben hatten, Kommunisten in des Wortes ver wegen st er Bedeutung waren. Und unsere Frage: Was denkt die„Germania" von dieser kommunistischen Praxis des U r ch r i st e n- t h n m s?— von Christus selbst gar nicht zu reden) Nicht daß w i r auf diese Praxis irgend Werth legten,— der moderne wissenschaftliche Sozialismus hat mit dem urchristlichen Kommunismus eben so wenig zu schaffen, wie die Zivilisation mit der Barbarei, allein die„Germania" ist an die kirchliche Legende gebunden, und sie muß entweder ihren ch r i st l i ch e n Glauben verleugnen, oder den Kom- munis m us als echt christlichen Gesellschafts- z u st a n d anerkennen. Also was hat die„Germania" auf unsere Frage zu*nt- worten? Nachdem in kurzer Zeit drei Griindnnge». die Gubener Hutfabrik, die Eppendorfer Jndustriegesellschaft uno die Aktien- gesellschaft für elektrische Glühlampen, Patent Seel, verkracht sind, ist eine vierte Gründung,„Heinrich Bock, Aktiengesellschaft für Hutfabrikation" Hierselbst, auf dem besten Wege, Nachfolgerin jener drei zu werden. Am 20. Februar 1889 wurden die Aktien dieser Gesellschaft, nachdem einige Tage vorher durch einen verlockenden Prospekt in den hiesigen großen Bourgeoisblättern die nöthige Reklame gemacht worden war, an die hiesige Börse gebracht. Das Aufgeld war auf 32 pCt. festgesetzt worden, d. h. es mußten für eine über 1000 M. lautende Aktie 1320 M. gezahlt werden, ein recht ansehnlicher Gewinn von 320 M. auf die Aktie, der in die Tasche der Gründer geflossen ist. Am Tage nach der Zeich- innig der Aktien war der Börsenkurs bereits auf 140 pCt. gestiegen, die erste Dividende betrug 3Vs Prozent. Und wie steht es jetzt mit diesem Unternehmen nach Verlauf von etwas mehr als einem Jahre! Der Verwaltungsrath wird in der auf den 28. d. M. einberufenen Generalversammlung der Aktiengesell- schaft den Antrag auf.Liquidation des Unternehmens ein- bringen, weil wegen der großen Konkurrenz und der Mae Kinley- Bill das Geschäft nicht mehr lohnend sei. Kann es wohl einen lächerlicheren Erklärungsgrund für die schlechte Geschäftslage geben, in welcher sich die Aktiengesellschaft befindet, als die Bezugnahme auf das neue amerikanische Zoll- gesetz, welches erst seit wenigen Wochen besteht. Uebrigens wurde in dem Prospekte ausposaunt, daß sich die Fabrikate eines guten Renommees erfreuten und deren Absatz zum größesten Thecke in Deutschland, außerdem aber noch in Frankreich, Holland, Belgien Dänemark, Schweden und Norwegen stattfinde. Es läßt sich kaum annehmen, daß diese zahlreichen Absatzgebiete mit einem Male versagt haben sollten, wahrscheinlicher ist es, daß die Gründer den Mund zu voll genommen haben. Ob sie mit den Gerichten Bekanntschaft machen müssen, wird sich erst aus dem Verlaufe der nahen Generalversammlung, ergeben, unmöglich ist es nicht. Bestätigt wird aber aufs neue, daß der Berus eines Kaufmanns, speziell der eines Bankiers ein gefahrvoller ist, denn der Weg, den er zu wandeln hat, führt allzu nahe am Plötzensee und Moabit vorbei. Aber Ehre dem Ehre gebührt, weiß er sich nur um eines Haares Breite von jenen Aufenthaltsorten fern zu halten, so ist er eines Kommerzien- oder Geheimen Kommerzienrathes gewiß, er hat außerdem Equipage, bekleidet Ehrenämter und ist Mit- glied vieler Wohlthätigkeitsvereine, leiht seine Hilfe auch gerne einem Lorterieunternehmen, dem ein patriotisches Mäntelchen um- gehängt worden ist, wie noch aus neuester Zeit erinnerlich. So im Großen und Ganzen werden einträgliche Geschäfte gemacht und ebenso verläuft im Allgemeinen das Leben eines Kaufmannes. Im schroffsten Gegensatze zu demselben verhält sich das der meisten Arbeiter. Dr. Lange, ein berufener und glaub- würdiger Zeuge, schildert in einem Berichte an den Verein für Sozialpolitik in klarer, sachlicher und leidenschaftsloser Weise die grauenvolle Zunahme des Elendes in der schlesischen Haus- industrie. Gleiche Berichte koikimen aus dem Fichtelgebirg« und Thüringen. Der hiesige Fabrikinspektor, Herr v. Stülpnagel, berichtet Gleiches über die Weber in Rixdorf, Bernau und Nowawes. Die Löhne in der Konsektionsbranche, sowohl der für Weiß- waaren und Wäsche, wie der für Mäntel, sind so niedrig, daß nach der von Herrn v. Stülpnagel aufgestellten Berechnung eine Arbeiterin ihr genügendes, bescheidenttichst eingerichtetes Aus- kommen nicht findet. Solche Widersprüche können keine Dauer haben, nachdem die Arbeiter sich ihrer Lage aber auch ihres Rechtes und ihrer Macht bewußt geworden sind. Die ehrliche Arbeit muß den Schwindel und Betrug endlich besiegen. Wie diese Leiden um sich gegriffen haben, lehrt der Kurszettel. Die große Mehrzahl der auf diesem verzeichneten Aktiengesellschaften sind Betriebe, welche früher im Besitze einer oder zwei Personen waren; es läßt sich kaum denken, daß diese Vorbesitzer sich zu einem Verkauf entschlossen haben würden, wenn die im Prospekt angegebenen Erträgnisse in Wahr- heit erzielt worden wären. Mancher Schreibfehler mag dem Ver- fasser eines Prospektes passirt sein, den er, da er einmal gedruckt worden war, nicht ausradiren konnte.' Wenn auch viele auf diese Art entstandene Aktiengesellschaften zu prosperiren scheinen, so ist wohl weniger die innere Gesundheit des Unternehmens die Ur- fache, als die außergewöhnlich günstige Konjunktur der letzten Jahre, die vereint mit einer unerhörten Lohndrückerei und Aus- beutung der Jugend- und Kinderkräfte hohe Dividenden haben erzielen lassen. Hiermit soll keineswegs gesagt sein, daß das Aktienwesen überhaupt zu verwerfen sei, bei unseren jetzigen wirth- schaftlichen Verhältnissen ist es unentbehrlich, wenn es sich um Anlage großer internationaler Unternehmen handelt, wie z. B. der geplanten Neberbrückung des 5kanal La Manche. Daß manchem Aktienbesitzer, dessen behagliche Existenz von einem hohen Ertrage seiner Aktien abhängig ist, bei dem be- ginnenden Krach und dem Koursniedergange der Papiere bange wird, beweist folgendes Schreiben der Branerei Friedrichshain an einen ihrer Aktionäre: „Auf Ihre Anfrage theilen wir Ihnen mit, daß wir siw Zeil mit den Abschlußarbeiten beschäftigt sind. Der Geschäftsgewinn stellt sich für das vergangene Jahr bei Ulis wie bei den meiste» Brauereien durch die höheren Löhne und die theueren Rohmaterialien geringer als im Borjahre. Dies ist wohl der Grund des Kursrückganges unserer Aktien." Uebrigens hat diese Brauerei im Jahre vorher 10 pCt. Dividende gezahlt, sollten es. nun einige Prozente weniger werden, so wird es auch nichts schaden, wenn der Aktionär in diesem Jahre einige Flaschen Wein weniger wird trinken können. Das ist aber durch das erwähnte Schreiben eingestanden, daß hohe Gewinne nur durch Ausbeutung der Kraft der Arbeiter erzielt werden. Neber das Wesen und die Hedeutttng der Uolks- Zählung am I. Dezember 1890 wird in der„Statist. Korresp." eine„Ansprache an die Bevölkerung" veröffentlicht, in welcher es heißt: In Preußen empfängt jeder Haushaltungsvorstand und jede einzeln lebende Person,'welche eine besondere Wohnung inne hat und eigene Hauswirthschaft führt, einen Zählbrief und wird darin ersucht, für jede in der Nacht vom 30. November zum I. Dezem- der d. I. in der Haushaltung— wenn auch nur vorübergehend — anwesende Person in eine gelbliche Zählkarte A den Namen, die Stellung zum Haushaltungsvorstande, das Geschlecht, das Alter, den Familienstand, den Beruf bezw. Nahrungszweig, die Geburtsgemeinde, das Religionsbekenntniß, die Staatsangehörig- keit und die Muttersprache, für bundesangehörige aktive Militär- und Marinepersonen, serner die Charge und den Truppentheil, für nur vorühcrgehend in der Haushaltung Anwesende endlich noch deren IWohnort einzuschreiben. Ebenso hat der Haus- Haltungsvorstand für jeden am Zähltage aus vorübergehendem An- lasse abwesenden Haushaltungsangehörigen, welcher dort noch seine Wohnung bezw. Schlafstelle besitzt, in eine röthliche Zähl- karte a den Namen, die Stellung zum Haushaltungsvorstande, das Geschlecht, das Alter, den Familienstand, den Beruf bezw. Nahrungszweig, den vermuthlichen Aufenthaltsort undsür bundes- angehörige aktive Militär- und Marinepersonen die Charge und den Truppentheil einzutragen. Jngleichcn hat derselbe ein Hans- habtungsverzeichniß B aufzustellen, welches Namen, Ver- wandtschaft bezw. Stellung zum Haushaltungsvorstande, Religions- bekenntniß. An- oder Abwesenheit der Haushaltungsmitglieder bezw. die lediglich vorübergehende Anwesenheit anderer, in der Haushaltung gezählter Personen nachweist. Der Zählbrief ent- hält auf feiner Innenseite eine Anleitung nebst Mustern zur richtigen Ausfüllung der vorerwähnten Zählkarten und ist mit den ausgefümen Zählpapieren vom 1. Dezember Mittags ab zur Abholung durch den Zähler bereit zu halten. Sollte am Nach- mittage des 1. Dezember Niemand in der Wohnung verbleiben, so ist in geeigneter Weise Fürsorge zu treffen, daß der Zählbrief mit den ausgefüllten Zählkarten und den etwa übrig gebliebenen Formularen durch Nachbacen u. s. w. dem zur Einsammlung er- scheinenden Zähler übergeben und diesem sich freiwillig und un- entgeltlich dem öffentlichen Dienste widmenden Beamten die Er- süllüng seines Amtes möglichst erleichtert wird. Niemand hat von der wahrheitsgemäßen Beantwortung der in den Zählpapieren gestellten Fragen für sich selbst oder seine Haushattungsgenoffen den geringsten Nachtheil zu befürchten; denn seitens des königlichen statistischen Bureaus werden durch die Volkszählung gewonnene Nachrichten über einzelne Personen niemals veröffentlicht oder irgend wohin, auch nicht an Behörden, mitgetheilt' Ebensowenig werden diese Nachrichten seitens der Steuerverwallung oder sonst zu fiskalischen Zwecken verwerthet. Nach beendigter Auszählung werden die verbliebenen Zählkarten eingestampft. Meitere Zfceßstitttmen zur Entdeckung des Professor Koch. Der„B. B. K." erklärt: Wir sind in der Lage, ohne Rückhalt die Versicherung abgeben zu können, daß die Wirksam- keit des Koch'schen Heilmittels auf Tuberkelbazillen nunmehr auf das Be.immteste festgestellt ist. Unter denjenigen Formen der tuberkulösen Erkrankungen, welche der Kunst am hartnäckigsten trotzten, nimmt der Lupus eine hervorragende Stellung ein. Es ist dieses eine mit mehr oder minder umfangreicher oder vollständiger Zerstörung der Gesichtshaut, der Nasenflügel oder der Lippen einhergehende, auf Tuberkulose beruhende Erkrankung der Haut, welche sehr oft zur Allgemeininfektion des Körpers führte. Es ist nun einem unserer berühintesten Chirurgen gelungen, mit Hilfe des Koch'schen Mittels den unerhörten Erfolg einer Heilung in fünf Tagen herbeizuführen! Wie die„Tanz. Ztg." mittheilt, hat sich der Ober-Vürger- meister a. D. v. Winter in Danzig infolge der Nachrichten über Prof. Koch's Heilverfahren gegen Tuberkulose nach Berlin in dessen Behandlung begeben. Die„Köln. Ztg." schreibt: Wie der„Temps" be- richtet, erhebt Prof. Samuel Dixon, Doktor der Medizin in Philadelphia, den Anspruch, der wirkliche Erfinder der Jmpfnngs- Methode zur Heilung der Lungenschwindsucht zn sein. Er be- hauptet, seine Entdeckung veröffentlicht und ein Exemplar seiner Schrift an Dr. Koch gesandt zu haben, der dann seine Ideen dieser Veröffentlichung entlehnt habe. Dr. Dixon setzt seine Ver- suche an allen der Schwindsucht ausgesetzten Thieren sort. Bis fetzt hat er, wie er behauptet, keinen Mißerfolg gehabt. Mit dem Tuberkelbazillus behaftete Meerschweinchen seien durch Ein- spritzung seines flüssigen Mittels geheilt worden. Des Weiteren behauptet, wie das nämliche Blatt mitthcilt, Prof. Schrötter in Wien, vollständig unabhängig von den Forschungen Koch's ein Heilungsverfahren für die Lungenschwindsucht entdeckt zu haben. In der nächsten Sitzung der Medizinischen Gefellschaft in Wien beabsichtigt er, seine Methode vollständig darzulegen. Man will wissen, daß in der Mischung des Heilmittels, dessen er sich bedient, Cyanwasserstoff-Säure enthalten ist. Die unerträgliche Zugluft im Inuern der Dferde- dahnuxtgen für diejenigen Passagiere, welche in der Nähe der zum Vorderperron führenden Thür Platz gesunden haben, giebt sortgesetzt zn lauten Klagen Anlaß. Die'charfe kalte Luft, die durch das kleine Fenster der Vorderthür der jedesmaligem Oeffnen desselben dringt, trifft immer nur eine Stelle des Körpers, zu- meist Kopf und Brust und wird gerade dadurch viel gefährlicher, als wenn der ganze Körper der Kälte ausgesetzt wäre. Auf langen Strecken, schreibt die„Nat.-Ztg.", wiederholt� sich das Oeffnen und Schließen der kleinen Oeffnung sehr häufig und gerade im Winter, wo das Geld erst aus den vielen Umhüllungen hervor- geholt wird und die Handschuhe das Ergreifen des Geldes er- schweren, vollzieht sich die Abfertigung der Passagiere weit lang- sanier, als im Sommer, so daß das Offenstehen der Klappen sich übermäßig ausdehnt. Es giebt viele Dinge, in denen die Pferde- bahn Wünschen des Publikums nicht entgegenkommt, weil sie die Erfüllung der Wünsche für unmöglich erklärt. Aber wenn man unmögliche Foroerungen an die Pferdebahn nicht er- hebt, so sollte die Direktion uin so mehr berechtigten Wünschen Erfüllung nicht versagem Warum soll die Große Berliner Pferdebahn nicht können, rvas die nach Charlottenburg führenden Linien möglich machen? Es ist im Winter ein wahrhast wohliges Gefühl, mit dein man diese mit Polstern, Rückenlehnen und Vorhängen versehenen gut tempe- rirten Wagen betritt. Jeder Tapezirer wird der Großen Berliner Pferdebahn sagen, wie Vorhänge leicht und ohne große Ausgabe anzubringen sind. Aus welchem Grunde entzieht sie sich der Er- füllung eines Wunsches, dem nach keiner Richtung hin etwas rm Wege steht? War die Forderung von jeher eine einstimmige, so wird sie jetzt um so lauter, als seit zwei Wintern die Erkältungs- Krankheiten sehr stark auftraten und auch die Widerstands- fähigsten empfindlicher, nacht. Zum Unglück trifft bei regel- mäßiger Benutzung der Pferdebahn das Schicksal, einen Platz in der Stahe der zugigen Ecke zu bekommen, fast immer dieselben Personen. Wer am Endpunkte einsteigt, setzt sich wohlweisnch weit vom Schluß in die Mitte. Wer erst nach geraumer Zeit die Pferdebahn besteigen kann, findet freie Plätze nur an der Thür. Zu dem Beamtenpersonal der Großen Berliner Pferde- bahn gehören auch Aerzte. Vielleicht entschließt die Direktion sich, von diesen ein unbefangenes Gutachten über diese Fragen ernzu- fordern. Ueber den Ausfall der Antwort hegen wir nicht den leisesten Zweifel. Zur Krunzeichunug«uferer heutigen Zustände möge folgendes dienen. Der Posamentier P., 60 Jahre alt, war seit ca. 6 Jahren in der Posamentenfabrik von L. u. Ko.. Spandauer- straßc, beschäftigt. Einige Wochen vor dem 1. Mai d. I. erkrankte P. und war infolgedessen für einige Zeit arbeitsunfähig. Inzwischen traten seine Kollegen mannhaft für die Feier des l. Mai ein und wurden demzufolge von der Firma gemaßregelt. Als P. gesund war, stellte er sich bei der Firma vor, um die innegehabte Stellung wieder einzunehmen, jedoch wurde er mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß man die alten Arbeiter nicht wieder einstelle wegen des Konfliktes am 1. Mai, obgleich P. gar nicht daran betheiligt war. Der Grund dieser Zurückweisung mag wohl vielmehr der gewesen sein, daß man die Gelegenheit wahrnahm, um die alte abgenutzte Arbeitskrast durch eine jüngere und leistungsfähigere zn ersetzen.— Der alte Mann mußte nun bei seinen bisherigen Bemühungen um Erlangung anderer Arbeit traurige Erfahrungen durchmachen. Als er sich auf eine Annonze hin bei einer Firma in der Alten Jakobsiraße einfand, um Arbeit zu erhalten, speiste man ihn mit der Redensart ab:„Sie sind uns zu alt!"— Endlich gelang es ihm, mit Hilfe des Arbeits- Nachweises der Posamentiere, Stellung bei der Firma K. in der Schützenstraße zu erhalten. Aber auch hier sollte seines Bleibens nicht von langer Dauer sein. Durch die moderne Produktions- weise nur zn einem Theilarbeiter ausgebildet, konnte P. einen bei letzterer Firma vorkommenden Artikel nicht genügend schnell machen und die Folge war, daß er ohne Weiteres entlassen wurde. Nach wiederum mehrwöchentlicher Arbeitslosigkeit erhielt P. Arbeit bei der Firma C. in der Wallstraße. Aber schon nach IVo Tagen entledigte man sich seiner wieder, um eine jüngere Arbeitskraft für ihn einzustellen und P. liegt jetzt wieder auf der Straße.— Muß da nicht ein jeder Arbeiter mit Grauen an fein Alter denken? Zn Welchen Lümmeleien sich unsere akademisch„ge- bildete" Jugend versteigt, zeigt ein Vorfall, der von einem Be- richterstatter, wie folgt, geschildert wird: „Ein Herr in gesetzten Jahren, der sich, mit seiner Familie vom Theater komniend, in der oberen Etage des Cafe Bauer be- fand, hatte sich nach der Toilette begeben. Zwei junge Leute, wie sich später herausstellte, Studirende an der hiesigen Universität, machten sich nun den„Spaß", den Herrn durch Ver- binden der Toilettethür mittels eines Handtuches einzusperren. Nachdem die Beiden dieses Heldenstück ausgeführt, begaben sie sich auf ihre Plätze und harrten frohlockend der Dinge, die da kommen würden. Dem unfreiwillig Jnternirten gelang es trotz angestrengter Bemühungen nicht, sich frei zu machen, und so mußte er schließlich um Hilfe rufen. Den Angestellten des Cafes gelang es erst nach geraumer Zeit, das stark verknotete Handtuch zu lösen und so die Befreiung zu bewirken. Seiner Erregung machte der Befreite nunmehr unter voller Zustimmung der übrigen Gäste dadurch Luft, daß er dem Hauptveranstalter dieses Dummenjungen-Streiches eine schallende Ohrfeige versetzte, von einer weiteren Sühne aber auf Zureden der Gäste Abstand nahm. Am Morgen nun wurde der Herr durch Erscheinen eines Kartell- trägers überrascht, der ihm im Namen des Geohrfeigten auf ge- zogene Pistolen, 5 Schritt Barriere, forderte. Dem Bericht- crstatter zufolge wird der beleidigte Herr die Forderung mit einer Anzeige wegen Freiheitsberaubung bei der Staatsanwalt- schaft beantworten." Weshalb der betreffende Herr den„Kartellträger" nicht eben- falls zur Thür hinausgeohrfeigt hat, ist uns unerfindlich. Aus Anlnß des Krandunglücka i» der Friedrich- straffe war auf vielen Seiten der Wunsch nach Einrichtung eines Nachtdienstes bei den Telephonämtern laut geworden, um Nachts in Fällen der Noth mit Sanitätswachen und Aerzten in Ver- bindung treten zu können. Diese Anregung ist auf fruchtbaren Boden gefallen, denn der Ober-Postdirektor Griesbach hat soeben an alle Aerzte, welche telephonischen Anschluß besitzen, ein Rund- schreiben erlassen, worin es u. A. heißt:„Zur Förderung der Angelegenheit würde es beitragen, wenn die vorhandenen Sanitätswachen sich thunlichst allgemein an das Fernsprechnetz anschließen lassen und auch diejenigen Herren Aerzte, welche bereits Theilnehmer an der hiesigen Fcrnsprech- Einrichtung sind, sich in möglichst großer Zahl bereit finden lassen, auch des Nachts Hilfe zu leisten, falls sie hierzu mittelst des Fernsprechers aufgefordert werden. Da auch Euer Wohlgeboren über einen " ernsprech- Anschluß verfügen, so gestatte ich mir die ergebene infrage, ob Sie zur Hilfeleistung während der Nacht im Sinne des vorstehenden Schreibens sich bereit zu erklären geneigt sind." Das letzte Gpfer der furchtbaren Hrandkatastroptze aus der Hochstraße, Frau Reibnitz, welche die traurige Hochzeit als Gast mitgemacht, ist jetzt, wie die„Post" nnttheitt, ebenfalls und zwar gestern aus dem Krankenhause, in welches sie seiner Zeit gebracht worden war, entlassen worden. Die unglückliche jrau ist zwar noch nicht ganz hergestellt, doch sind die Brand- wunden an Armen und Händen sowie am Leibe soweit geheilt, daß die Entlassene der völligen Herstellung in ihrer eigenen Häuslichkeit ohne weitere Gefahr entgegensehen kann. Uor einiger Zeit ging die Meldung durch die Presse, daß ein junges Mädchen infolge der ihm von einer Wahrsagerin ge- wordenen Prophezeiung vom Schlage gerührt worden und sofort verstorben sei. Wie amtlich mitgetheilt wird, beruht die Nach- eicht auf Wahrheit. Zwar bestreitet die Wahrsagerin, der Ver- storbenen eine Prophezeiung gemacht zu haben, welche dieselbe in Schrecken zu setzen geeignet gewesen sei. Es ist aber nachgewiesen worden, daß zwei andere Mädchen, welche, dieselbe„kluge Frau" zu befragen gekommen waren, warten mußten, weil ein Mädchen in Ohnmacht gefallen sei. Die Wahrsagerin hat dem ver- storbenen Mädchen prophezeit, daß es einen Ring, welchen es in der Tasche trage, nicht mehr an den Finger stecken werde, weil derjenige, von welchem der Ring herrühre, mit einer Anderen ein Verhältniß eingegangen sei, welches nicht ohne Folgen geblieben wäre. Darauf ist dem Mädchen heiß ge- worden, so daß es alsbald vom Stuhl fiel. Das von Natur schwächliche Mädchen ist infolge des Schreckens, den sie durch die „Weissagung" erlitt, von einem Herzschlage betroffen worden. Die Wahrsagerin will nun bei ihrer Vernehmung nichts davon wissen, daß sie der Verstorbenen einen Blick in die Zukunft„ge- stattet" habe, giebt vielmehr an, daß dieselbe schon vorher umge- fallen sei. Bezeichnend für die Prophetin ist übrigens, daß sie, während ein Opfer ihrer Kunst todt in der Küche lag, den anderen beiden Mädchen ruhig die Karten deutete. Es ist zu be- dauern, daß die Wahrsagerin nur wegen Verübung groben Unfugs, also im Höchstfalle nur mit Hast bestraft werden kann. Gin fchmerer Mnfalt wurde gestern Mittag durch un- sinniges Fahren eines Schlächters angerichtet. Kurz nach 12 Uhr sauste der Wagen des in Moabit wohnenden Schlächters P. von der Leipzigerstraße her die Kanonierstraße hinab, riß an der Kreuzung der Mohrenstraße ein junges Mädchen, die den Damm überschreiten wollte, zu Boden und überfuhr sie, so daß sie an- scheinend schwer an den Beinen verletzt wurde. Die Bestürzung, die der Unfall hervorrief, suchte der Schlächter zu benutzen, um durch schleunige Flucht den Folgen seiner That zn entgehen. Einen Mann, der von hinten auf den Wagen sprang, trieb er durch Piitschenhieb weg, und beinahe wäre es ihm auch gelungen, unerkannt zu entkommen, wenn nicht zufällig ein Herr sich die am Wagen befindliche Adresse gemerkt hätte, die er einem Schutzmann zur weiteren Verfolgung der Sache mittheilen konnte. LatzenstaFendiebe machen gegenwärtig den Norden Berlins unsicher und treiben in diesem Stadtviertel ihr Unwesen mit kaum glaublicher Frechheit, ohne daß es bisher gelungen ist, auch nur eine Spur dieser Burschen zu entdecken. So wurde einem florzellanwaarenhändler in derSchönholzerstraße, als derselbe den aden für wenige Sekunden verlassen und sich in die daran stoßende Wohnstube begeben, die Ladenkasse mit 200 M. geraubt; gestern früh, also einen Tag darauf, wurde einem dem Beüohlenen vis-a-vis wohnenden Milchhändler jedenfalls von deiistß*' Gaunern die Ladenkasse, in der sich zirka 60 M. befanden, � geräumt. Die Polizei recherchirt eifrigst nach den Einbreche- die mit Außerordentlicher Gewandtheit operiren. Fräulrin Amia Knetter, welche vor etwa sechs dem Zuschneider CeM im Thiergarten von ihrem Bräutigam, dem Zuschneider ur durch zwei Revolverschüsse in die Schläfe schwer verwundet den war, ist jetzt aus dem ikrankenhause als geheilt eiillnIP worden. Es wollte nicht gelingen, schreibt die„Post", die MN» ans dem Kopfe zu entfernen; Tank der ausgezeichneten lung wurde die K. aber auch so wieder hergestellt und>v>r° Geschosse so lange im Kopfe mit sich herumiragen, bis t».- Zufall ausscheidet. Der Attentäter Cesticky, der seiner Zen I nach vollbrachtem Mordversuch an seiner Braut ebenfalls nie?' Schüsse beigebracht hatte, wurde damals der Jrrenabtheilung„ königlichen Charitee überwiesen, verstarb aber dortselbst der nach vier Tagen.. � Uiev junge K, tuschen im Alter von 12 Jahren sind hastet worden, weil sie sich zur Ausführung von BandendiebstM) welche Verbrechen mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft rc den, zusammengethan und im Süden der Stadt Einbrüche geführt haben, bei denen ihnen Waaren der verschiedensten in die Hände fielen. Das Haupt dieser Bande bildet ein I L, riger Knabe, welcher mithin noch nicht strafmiindig ist. Der] ist demnach auch nicht verhaftet worden. � Mit durchschnittener Hehle und geöffneter Pule wurde am Freilag von einem Sergeanten in den Schießfi"" des 4. Garde-Regiments z. F. im Grunewald ein Mann getroffen, der noch lebte, aber ohne Bewußtsein war.* Schwerverletzte wurde in das Krankenhaus gebracht, Zvo er starb. Die Persönlichkeit des Tobten ist noch nicht festgest� In der letztvergangenen Dacht ist im südlich«! jz? der Friedrichstraße aus einem mit Kunstschlössern versehe, Schreibtisch heraus ein erheblicher Diebstahl verübt worden». welchem dem Einbrecher 6000 M. in Taul-mdmarkscheinen ch, Hände gefallen sind. Die That ist nach dem Urtheil der Kruw � polizei nicht von einem gewerbsmäßigen Einbrecher au-ger' worden, wohl aber hat der Thäter den Glauben erwecken wo als ob dies der Fall sei; denn er hat, wie es bei Einbrüche � geschehen pflegt, Wachsstreichhölzer, Bindfaden u. dgl. am orte zurückgelassen. Der Spitzbube ist gesehen worden, Hinterhause wohnendes Dienstmädchen hat in dem betreffe Zimmer zur Nachtzeit einen Lichtschein wahrgenommen und o bei näherer Aufmerksamkeit gesehen, wie eine Person in wyLj Nachtgewande sich an dem Schreibtisch zu thun machte. Angaben machen die Entdeckung deS Diebes wahrscheinlich., Die Lostaltzoiumissio« von Trmpelhof macht bela daß nunmehr der Gastwirth Herr Wesenberg, Schönebergeritw sich entschlossen hat, das„Verl. Volksbl." auszulegen. Dolizeiberichk. Am 10. d. M. gingen in der Koch« Ecke der Charlottenstraße, die Pferde eines mit leeren Fall beladenen Geschäftswagens durch und liefen, nachdem der Kuü L vom Wagen geschleudert worden war, bis zur Ecke der Fneo � straße, wo ihnen der auf Posten befindliche Schutzmann VMI die Zügel fiel. Busse wurde noch etwa 26 Schritte weit � geschleift und erlitt dabei mehrere Verletzungen am Oberich und an der Hüfte, sowie eine Verstauchung-des Rückgrats. Z Kutscher blieb unverletzt.— Abends schlug der 24jährige Sch- macher Müller vor dem Hause Fehrbellinerstr. 26 einen sfi � Mann ohne besondere Veranlassung mit der Faust derartig. Gesicht, daß dieser niederstürzte und durch den Fall eine 1« Verletzung am Hinterkopf davontrug. Nach Anlegung eines Verbandes wurde er nach der Charitee gebracht. GerwJjks«3eikrmg. DieKchaulvirlrri« Frl. v. Schabelvki trat vor der theilung des Schöffengerichts zweimal als Privatklagerw � gegen Dr. Brahm(Vertreter Rechtsanwalt Jonas), unv den Direktor Barnay und Paul Lindau. Den Letzteren die Rechtsanwälte Michaelis und Dr. Fr. Friedmann zur � Die Privatklägerin wurde von dem Rechtsanwalt Muna � vertreten.— Brahm hatte in seiner„Freien Bühne kür mo � Leben" einen Artikel unter der Ueberschrift„Sittliche En» über den Fall Lindau" veröffentlicht, m welchem von einem, � folgungswahn der Dame und ihres Beschützers" gesprochen, � selbe eine„Konfusionsräthin, von Aergerem zu geschweige»' � nannt und die Wendung gebraucht wurde:„Aus elflei reinen Gefäß kann kein reiner Tropfen kommen."-" Api Munckel jr. erachtete eine Bestrafung für geboten, da diese We»o Ex zweifellos Beleidigungen der Klägerin darstellen. Rechts» � Jonas beanspruchte dagegen für seinen Klienten den § 193, da dersel.e durch eine vorangegangene Notiz der n»� Zeitung" als einer der„Mitschuldigen" hingestellt worde welche als Kritiker von Paul Lindau s. Z. beeinflußt se>U etwas für die 5ilagerin zu thun. Die letztere gab auf Bei � des Vorsitzenden zu, daß sich unter den Lindau'schen Brief' jit sie der„Volks-Ztg." überreicht, auch ein solcher befunv welchem ihr Linoau schrieb, er»volle Brahm ersuchen, etwas für sie thue. Der Gerichtshof billigte zwar dein gji klagten den Schutz des§ 193 zu, glaubte aber, daß» Kr Grenzen desselben hinausgegangen sei und verurtherlte o« geklagte» zu einer Geldstrafe von dreißig Mark..«j# In der zweiten Sache gegen Direktor Barnay Lindau Handel! es sich um die Veröffentlichung des Urtheils,'. � der Vorstand des„Vereins Berlinei: Presse" in dem Falles m erlassen Halle. Die Veröffentlichung hatte Paul Lind � „Verl. Tagebl." veranlaßt und dabei unter Zustimmung Direktor Barnay einen Brief des Letzteren an ihn veröve durch welchen sich die Klägerin beleidigt fühlt. Barnay dl darin die Behauptung des Frl. v. Sch., daß Lindau a»« liehen Schritte gethan habe, um sie nicht blos als SchausL�„li» sondern auch als Schriftstellerin unmöglich zu machen. mW. schreibt it. A., daß er das Stück der Privatklägerui��„ul 3UIMUL}C(UIC|CU yuut,»Wifc Vi/ I IV*; yruijj vvmvviv«/ v»w t-- Ut»» d Paul Lindau darstellte und Frl. v. Sch. es ihm mir der � � überreicht habe, daß er der e r st e Direktor fei, welchem jct Stück eingereicht habe. Direktor Barnay blies dabei, dop Brief die Wahrheit enthalte. Thatsächlich habe w1" Mf v. Sch. ihren„Berühmten Mann" eingereicht. Es damals schon gewußt, daß die Klägerin ein Stu» � � f rtw 9, m f nbaw:hlll �e.' welches Direktor Blumenthal schon ih iÄ,? "'" �------|V u» V% m I V v i I••••~" I V yv| v�fcvvvv»«/|»vv'„ JUJH'j.-jC langte und sie habe außerdem das Stück nur dem- �»„ Barnay zur Lektüre überlassen wollen. Direktor B wies dem gegenüber auf einen seiner Zeit aus i'V an die Klägerin ergangenen Brief, in welchem mit am jl strichen worden sei, daß das Stückdem Direktor Barnay am � iL, einzigem eingereicht worden sei. Die Klägerin verblieb ao.�rn � Darstellung, während Rechtsanwalt Michaelis daraus.� spättF«- machte, daß die Klägerin in keinem Briese, den. st�rt«.�>l D&r Banmi) gerichtet, gegen diese dem Dr. Mehring unwahre Angaben gemacht habe. Stelle heißt es nämlich etwa so:„Ich sagte v Barnay:„Herr Direktor, Sie lassen»»ich zwar als Schauspielerin Mt auftreten und es wird Sie kaum intersssiren, ob ich ein vluck geschrieben habe. Ich lege Ihnen dies aber mit Rücksicht M die Hausordnung vor.. Ter als Zeuge vernommene Dr. Franz -"ichring bekundete, daß er sich bei der Schilderung der thatsäch- ucheii Vorgänge durchaus aus die Darstellung der Klägerin gestützt we. Auch bei dieser Stelle sei dies der Fall gewesen.— Dem gegenüber legte der Vertheidiger die Hausordnung des Berliner -lheaters vor, welche von der Klägerin unterschrieben ist. Die- Mbe enthält nichts davon, daß Mitglieder, welche Stücke schreiben, J!chpflichtet sind, davon dem Direktor Mittheilung zu machen. un Paragraph verbietet nur den Mitgliedern, kritische Urtheile Uder das Institut in den Zeitungen zu veröffentlichen.— Frl. ®ch- erwiderte, daß sie diese Hausordnung eines Tages durch . eil darauf wartenden Theaterdiener zugestellt erhalten und nur % Fluge durchgelesen habe.— Direktor Barnay erbot sich zum «eweise, daß allen Mitgliedern seines Theaters durchaus volle se>t gelassen werde, diese Hausordnung genau durchzulesen. Ä" Uebrigen sei diese Hausordnung die auf Grund genoffen- lchnstlicher Abmachungen festgestellte.— Rechtsanwalt Munckel beantragt die Bestrafung der beiden Angeklagten, da der <3nef doch nur veröffentlicht sei, um der Klägerin «was am Zeuge zu flicken.— Paul Lindau widersprach dieser Behauptung.— Rechtsanwalt Michaelis erklärt sich bereit, den Nachweis zu erbringen, daß an mindestens 11 Stellen der ntt- tVe v. Sch. Herrn Mehring falsche Thatsachen mit- Wheilt haben müsse. Er beantrage die Freisprechung seines �uenten. Rechtsanwalt Dr. Friedniann meinte, daß in dem Streitfall Dr. Lindau nur da hervorgetreten sei, wo es sich um me nothwcndigste Abwehr handelte. Der Gerichtshof svrach beide Angeklagte frei. Er billigte ihnen den Schutz des§ 193 zu und Wt eine beleidigende Absicht nicht für nachgewiesen. YersÄ»ntttln ngen. <. D er iterriu deutscher Kchuhmachev nahm am 3. d. M. Ith �sichterftattung des Kollegen Fischer aus Frankfurt a. O. uoer die Generalversammlung zu Meißensels entgegen. Zunächst ! Sterte er den Fall König und theilte die Gründe nnt, weshalb Mandat dieses Telcgirten für ungiltig erklärt worden ist. «obann besprach er die Thätigkeit der Generalversaininlung. Tie ckragc, ob Zentral- oder Lokalorganisation sei überflüssig an- bnth der Thatsache, daß sich die Zentralisation so gut bewährt T*}' t>aß sie auch auf die Arbeiterinnen in unserer Branche aus- gedehnt worden ist. Auch hat sich die Zahl der Mitglieder innerhalb zwei Jahre nahezu verdreifacht. Redner beleuchtet mm die Thätigkeit des Vorstandes uiid erwähnt die vielen Pro- i» w v �em �ere'n angehängt worden sind, die jedoch nicht "hinderten, daß er großartige Erfolge zu verzeichnen hat. Ter �orsihxnde spricht dem Referenten den Tank der Versammlung s. fs— In der Diskussion versuchte Herr KümK sich zu recht- ti o' �'e �kvsammlung nahm jedoch, nachdem all« Redner mit „" Ausnahme gegen ihn gesprochen, gegen eine Stimme fol- osi'de Resolution an:„Der Verein deutscher Schuhmacher, Filiale erklärt sich mit dem Beschlüsse der Generalversammlung o» Äeißensels in Bezug auf die Person des Herrn König in allen leinen Konsequenzen einverstanden." Kollege Grosche wurde als Nh Iot 011 stelle Königs gewählt. Sodann forderte der Vor- ntzende zu regem Besuch der am 17. d. M. stattsindenden Vereins- Versammlung auf. ,. Verein„Volksbildung" für Männer und Frauen Mit am Donnerstag, den G. November, eine Sitzung ab. Die Bor- ejung aus Bellamy's Rückblick wurde mit vielem Beisall aus- genommen. In der Diskussion wurde die Berliner Stadt- erwaltung einer scharfen Kritik unterzogen. Nachdem verschiedene ässreinsangelegenheiten erledigt, wurden die Billets zu dem am • November in Nürnberg's Salon stattfindenden Kränzchen �»gegeben. Hierauf. schloß der Vorsitzende die sehr gut besuchte Korr Dr. Krnno Wille theilt uns in einer längeren Er- «arung mit,„genöthigt zu sein, nicht zu verschweigen", daß in viel berufenen Bericht über die Luckenwalder Versanimlung 'hm Gedanken zugeschrieben würden, die er als f a l s ch bezeichne» bed-t�k �"ach Berlin noch benutzen zu können.— Diese historisch fceirn o'nt thatsache ist bekanntlich in der Berichtigung des da»' Luckenwalde bereits von uns mitgetheilt worden, so H?ail..?�rn Wille kein Grund vorlag, deshalb an unsere Preith»�!. appelliren. Daß er sich außerdem noch auf das seine �vust, spricht zwar für seine Vorsicht, nicht aber für Kenntniß dieses Gesetzes. Wien m Ja dem Bericht vom 4. November in der M«™ 9ir- 267 über die am 26. Oktober stattge- Aam. öffentliche Versammlung für Männer und Frauen ist der «in.,, �>nes in die Lokalkommisflon gewählten Genossen durch Locke f'�fehler verändert worden. Gemahlt ist nicht Anglist fandern August Backe aus Nieder-Schönweide. »-»«>>*»»d K«r»fsgc»oi7«» �rrlino»nd Zlm» ��h»iarn oen! Wie Euch belannl ist,>>ai die Lodulouimisston einen ?Uesen n!„?h.��?, ei>ei, welcher in einer frühere»«erfainrnliinz schon vor- '"H WbflSnv wurde beschlossen, von einer DiSlussion in tener«ersnnnn- iiNjuben,-... nehmen. Und zu dicfein Zweck eine d.sondere vcrfomniiunz Uiid ntifiT, T.cse Versammlung, icolleucn, swdel nuu am Iii. d.!I)i. statt, «Siiiren nou Euch rege iSelhelligung. Es ist Eure Pstichl, dafür zu Iber»m.J ,,,, n Fabrircn und In den llemfien Wertnäiien, auch wo nur e», 'ibeihount u> beschäfilgs stnd, ebenso in Freundes- und Belanntsnrrclfen, !>»e Nroii ," ta' wo auch nur einer unserer Kollegen zu stnden ist, der Stanifott™.stehl: sucht es jedem Nar zu inachen, welchen Muhen eine guie Tugen für alle Aibeiier hat, sühri ihnen unsere traurige Lag- vor Icoli der o.h �°i>t ste, sich inSgesammt>n unseren Verein ausnehuien zu lassen. »at; st.n Vitris ane.lannt weiden, so ist es nolhw-ndi.r, daß wir einig und Ue sctie,,, oabrilanlen werden sich nur dann eiwas r. dringen lasse», wenn "ti, wir geschloffen vorgehen, daß wir ihre falsche Aibeitersreundlich- Wrvch, fins' � manche so gern brrisien, durchschaut haben, und daß wir nicht K'at, botJ cv«,1"'!?'WH langer mit schönen Reden bethören zu lassen. Kollegen, �sserunn ßw Männer seid, die gewillt sind, selbst und durch eigeiie Zrraft für Ziele hl? wter Lage einzutreten; beweist, daß Ihr begrissen habt, für welche ?alidar,,., öderne Arb-it-rbeivegung lämpst, beweist Eure Kollegialität und SMittttnhi"®vfch«i»t alle Mann für Mann am Tonniag, den 10. Movember, "'«cht. U. 1% Uhr, in der Versainmluno, helft uns tänrpstn sur Freiheit und i, Kchi!,,»,. dialem Gruß P. Lpm. Hoizinarltsir. 49., S�JteßeiTh„"'S,. ll»robs öffentliche«olksversanunlung für Schvneberg und Eaiois pL?"' Tonnersrag, den 13. November, Abends b.z Uhr, tu Gründer's iil,..?>wninftr. Staffen tu»'«rliner zUübeltranoport Arürticr. Kutscher und Berufs- "lbn,»,'.«eneral- Miigliederversauimluna am Mittwoch, den 12. November, n. 2L''m Lokale de« Herrn F-ucrsi-in, Alte Jarobstr. 7ö. n,'ibon� �ir prio»tb-ai»t«u-zicr,ii>, Zweigvere n Berlin lUnterstühungs-, ,, willtominen. ,,. des Vereins der Metallarbeiter in Sas-. WM ÄIlB Qt• 0 Uhr, in Buß's Salon, Große Frankfurterstr. 97, ein Vokal- Uiid Instrumental- Konzert und nachdem Tanzkranzche». Kollegen und Freunds des Gesanges stnd hierzu eingeladen. Entree so Pf. Billets sind bei Mescha, Urbansir. 37, und sämmtlicheu Mitgliedern des Vereins zu haben.— Ten Mitgliedern des Arbeiter-SängerbundeS zur gesälligen Keiiiitnitznahine, daß das Lokal von Vuß zu allen Arbeiierversainniluiigen zu haben ist und auch ar.f der Lokal- lifte sieht. zierrin der Krbriterinueu an Buch- und Steindruck-Schnellpressen. Große Bsrsamnilung, am Mittwoch, den 12. November, AbcndS 8% Uhr, bei Reyer, Alle Jakovstr. SS. Sotinldemokratifch-r ftft- und Siahuiivltlub„Hein»", zu Rixdorf, am Donnerstag, den is. November t Außerordentliche Generalversaininlung. Tagesordnung t 1. Wahl eines 1. Vorsitzende». 2. Verschiedenes. Graß« ztersauinilung der Kchueidrr und Schneiderinne» am Montag, den 17. November, in den Arminhallen, Kommandanienstr. so. Tagesordnung: Vortrag des Kollegen Reitzhaus aus Erfurt. Tas Erscheinen aller Schneider und Schneiderinnen ist»othwendig. krankeniiass« sümuitlichrr H«r»f«i>iall»». Verwaltungsstelle 8, Moabit. Mitgliederversammlung, den is. November, Abends 8 Uhr, im Lokal, Raihenowerstr. 78, bei Blocksdorf. Gäste willkommen. Aufnahine von Frauen und Männern. A» die Arbeiterinnen Kerlin». Am nächsten Tonilsrftag wird eins allgemeine Arbeiteriiinen-Vcrsammlung stattfinden. In derselben wird von einem bewährten Referenten über lolale oder zentrale Organisation Vortrag gehalten werden. Nach Beendigung desselben wird die Wahl einer Delegirlen zur Gewerkschafislonserenz, die am 16. d. M. hier slallstnden wird, vorge- genommen werden. Wegen der Wichtigtett der angegebenen Tagesordnung werden die Gewerkschastsvereine der Frauen ersucht, vor dem Donnerstage Versammlungen nicht abzuhalten, doch werden alle Fraue» gebeien, an diesem Tage in der Versammliing zu erscheinen. Das Versammlungslokal wird recht- zeilig in diesem Blatte bekannt gemacht werden. Im Austrage der Agitations- kommisston für die Frauenbewegung. Ottilie Baader. Kviilildeiiioiiratische Lese-»»d Visstutirblub».„Vorwärts", Abends 8% Uhr Sitzung im Lokale des Herrn Röhn, Nauiihnslr. 83. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen.—„I n t e r n a t i 0- >1 als", Abends 8!s Uhr bei Oelze, Kl. Andrcasstr. 10. Gäste haben Zutritt. Arbeitrr-Siinger-Hnnd Berlins und Umgegend. Millwoch, Abends 0 Uhr, Uebungsstunde(Aufnahme von Mttaliedern). Gesangverein„Unver- zagt", Nesiauranl Köpnickerstr. 127 a.— Gesangverein„F r e y a",(Gemischter Chor) Große Hamburgerstr. IS.— Männer- Gesangverein„H t l a r i t a s", Hochiir. 32 a bei Wille.— Gesangverein B r c« e l s ch l n ß". Ohingasfe Nr. 2 bei Krebs.— Arbeiter-Gesangverein„V o r w ä r t s", Schönhauser Allee 28 bei Nürnberg.— Sesangverein„Ltcdesfreihei t", Blumensir. 38 bei Henke. — Gesangverein„der S t e i n m e tz e n", JohanniSstr. 21 bei Müller.— Gesang- verein„D euts ch e Eiche", Blumensir. 46 bei Wenk.— Arbeiter-Gesang- verein„E ch o", Pankow bei Borchert, Schützenstr. 27.— Gesangverein „Lerche", Abends 9 Uhr bei Zimmermann, Brunnenftr. ns. besang-, Turn- und gesrllige Nereinr. Gesangverein„Frisch a li s", Abends 8�— lofs Uhr bei Kaller, SiallNlsnstr. 70.— Gesangverein „Pausebeutel", Abends 9 Uhr bei Poppe, Lindenstr. log.— Gesangverein „Hoffnung", Moabit, Wends U Uhr bei JlgcS, Wilsnackersir. 63.— Männergesangverein„Sangeslreue", Abends Ii Uhr bei Luther, Brüderstr. 28.— Zitherklnb„Alpenveilchen", Abends 8% Uhr, Brücken- straße 2. Lübeck' scher Turnverein t I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis 10 Uhr im Turnsaale des„Königstädt. Gymnas.", Eltsabethftr. 87—88.— Berliner Turngenossenschast, 8. Männer-Abih., Abends von p bis %ii Uhr. Pollack-Klub„L u st i g e B r ü d e r", Abends 8%— 10% Uhr im Restaurant Martannenstr. 48.— Geselliger Klub„Proletariat" bei Lorenz, Koppenstr. 43e.— Geselliger Klub„H o sfn ung" bei Feige, MarkuSitr. 31. — Verein der„Sold in er", Abends 8� Uhr bei Wuike, Fricdrtchsberger- straße 24.— Verein„Kreuz st bei", Sitzung mit Damen bei Doberstcin, Martannensir. si.— Rauchklub„Nordstern" in Friedrichsberg.— Nauch- kiub„V u i t a n", Abends 9 Uhr bei Ahmer, Gräfestr. 82. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- geben., ist, dem Publikum zur Besprechung vou Angelegenheilen allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mir dem Jnhall desselben tdentistztrt zu werden. Bezugnehmend auf die Aiisführungen des Vorstandes des Zentralvereins der Hans- und Geschäftsdiener Berlins in Nr. 262 des„Berliner Volksbl." sieht sich Endesunterzeichneter veranlaßt, folgende Erkläriing abzugeben. Ich bestreite ganz entschieden, daß der Zentralverein der Haus- und Geschnftsdiener Berlins sich bei seiner Begrüiidung, ivelche bei verschloffenen Thüren stattgefunden hat, sich mit der gesaminten Arbeiterschaft solidarisch erklärt hat und zwar aus folgenden Gründen: l. Seit Jahr und Tag ist der Unterstützungsbund der tausdiener Berlins bemüht gewesen, sämmtliche Hausdiener- ereinigungeii zu einer Bereinigung zu verschmelzen; Zeuge» sind die Genossen T h. G l o ck e, W i l h e l in W e r n e r und Andere mehr. Anlaß dazu gaben erstens die vielen Stellen- nachweise und zweitens glaubten wir auch, daß, wenn alle Hausdiener nur einer Bereinigung angehören, wir besser einen Druck auf die Gesetzgebung ausüben könnte», und drittens tagte im Monat Juni der Kongreß aller nichtgewerb- lichen Hilfsarbeiter in Hannover, dieser Kongreß hat sich absolut für die Zentralisation ausgesprochen, ebenso der Parteitag in Halle, oder wissen das die aufgeklärten Kollegen nicht mehr? Wir behaupten ganz entschieden, daß der Zentralverein der Haus- und Geschästsdiener Berlins sich nicht etwa begründete, weil die Nothwendigkeit, eine neue Veremigniig zu begründen, vorlag, sondern sie begründeten sich nur aus persönlichen Interessen, denn Alles, was die große Masse für gut ge- heißen hat, war den Führern des genannten Vereins stets mi- sympathisch. Statt nun aber die indifferenten Massen m dieser Bereinigung hinein zu ziehen und aufzuklären, versuchen die Führer, soivie einige Mitglieder des Zentralvereins, den Unterstlltznngsbiind zu untergraben, die Beweise dafür haben wir zu Hunderten in Händen, in dem sie ausbreiteten, der Unter- stützitngsbund stände auf wackligen Füßen und könne jeden Tag bankerott werden; daß dem nicht so ist, das beweist der Jahres- bericht, den wir s. Z. veröffentlichten; 2. waren diejenigen Kollegen, die heute den Vorsitz führen und auch Vorstands- Mitglieder im Zentralverein sind, s. Z. als die Philharmonie sowie Kroll während ihrer Amtsperiode zu Festlichkeiten genommen und ausdrücklich erklärt, in keinem anderen Lokal die Vergnügungen abzuhalten. Dem neu gewählten Vorstand ist daraus kein Vorwurf zu inachen, denn das letzte Vergnügen(Stiftungsfest) in der Philharmonie wurde von dem alten Vorstand, wie oben angeführt, arrangirt. Ferner hat der Zentralverein, trotz der kurzen Zeit seines Bestehens, beschlossen, unser Fachorgan,„Die Einigkeit", ivelches die Interessen der Hausdiener vertritt, nicht mehr als Pnblikationsorgan anzu- erkennen. Wo bleibt denn da das starke Prinzip lind die Soli- darität. Bis jetzt hat genannter Verein für die Oeffentlichkeit noch nichts geleistet, prahlt aber, daß er sich mit der gesammlen Arbeiterschaft solidarisch erklärt habe. Carl Alboldt, Mitglied des Unterftützungsbundes der Hausdiener Berlins. vepefitien. Halle, den 11. November.(Telegr. des„Herold".) Der' Redakteur I l l g e vom Halleschen sozialdemokratischen„Volks-' blatt" wurde vom Halleschen Landgericht wegen Verächtlich- machunn des Volksschulwesens zu einem Monat Gesängniß ver- urtheilt. Telegrapheit Knrea«.) Landott, 11. November. Das Urtheik der Queens Bench in Angelegenheit der von der Schweizer Regierung beantragten Aus- lieserung Eastionis lautet dahin, daß der Antrag abzuweisen sei,' weil der Tod Rossi's während einer politischen Erhebung er- folgte. Castioni wird»och heute in Freiheit gesetzt werden. (War zu erwarten.(R. d.„B. V.") Vrief�Älften dev MedAlitio«. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird ntchl ertheili. CQuithtug, 34 M. 35 Pf. hat die hiesige Lohnkommisston durch Herrn August Ringe ans Berlin dankend erhalten. Die Lohn- kommission der Weißaerber zu Kirchhain. Bon dieser Ablieferung sind durch eine Tellersammllmg in den Zentral-Feftfälen bei Hoffmann 15 M. 65 Pf. und durch eine Liste 18 M. 70 Pf. ein-; gekommen. G. Dahl. 1882. W. A. Maldemarstr. 69. 1. Die Maßnahme dient doch in gewissem Sinne zur Sicherstellung. 2. Daß der betreffende Herr' immer noch eingeladen wird, liegt hauptsächlich an den Gewerk- schaften selbst! Gera. Gemeinderaths-Mitglieder. H. U., Gitschinerstr. 3ö. Wir glauben mit den Spitzel- geschichten, die wir veröffentlicht haben, das Bestreben dieser Leuie genügend gekennzeichnet zu haben. Wir haben nichts mehr zu verbergen, wer also hinter uns herspitzelt, der spitzelt eben hinter unserem H— her. Das mag thun, wer will. E. U., Lichtrnbrrgerstr. Besten Dank für Ihre Mit-. theilung; wir werden von derselben bei passenoer Gelegenheit Gebrauch machen. J. 44. Erkundigen Sie sich bei etwaigen Verwandten Ihres Mannes und beim Einwohner-Meldeamt nach dessen Aufenthalt. Auf Ehescheidung können Sie erst klagen, wenn seit dem Ver- schwinden Ihres Gatten ein Jahr verflossen ist. <5. Sch., Krrnaurrstrassr. Sie können gegen den Unter- zeichneten des Inserats und denjenigen, der Sie sonst verläumdet, beim Schöffengericht klagen. Vorher müssen Sie dieselben aber vor den Schiedsmann laden. F. 1ÜOO. Da Sie sich nach der 25. Woche bei der Kasse arbeitsfähig gemeldet haben, können Sie nachträglich nicht noch weiteres Krankeiigeld verlangen. Als ausgeschieden stnd Sie dagegen nicht anzusehen. Kriefkaste« der Erpedition. Die Inhaber oou Sammelstelle» für geiefette sirbeiterbtätter ersuchen wir, falls es Ihnen an Material zur llerlenduna manaelt. einen Posten älterer Nummern unseres v k[ V8 V8) V 1»« V»|»» V Versendung mangelt, einen Postei Blattes bei uns abholen zu lassen. 1. Zirhniig der 2. LUassc 183. Konigl. Prcnsz. Lotterie. Lied»»« tun, 11. November 1890, NoUnuliiog». lim tu Wcumiu« Uder Iii.» 8>tort llmi oer. eiteeaeuoea RumBU» u> PamtUvt delftcniat. (Ohne Gew. ttt.) 63 14 G 227 70 86 377 665 700 854 1049 133 39 242 602 12 47 929 38»'69 103 80 303 25 39 638 057 853 931»282 343 IIOOOI 450 652 CO 752 912 4013 81 60 67 205 115 001 13 37 369 411.34 7 5 978 5005 91 102 41 1150] 474 610 1200] 78 819 56 9 9 0129 83 89 370 89 400 576 87 666 762 1160! 822 12001 28 7107 311 51 487 714 868[1501 977»218 352 424 77 566 70 710 94 866 98 923»116 45 47 234 394 462 057 880 925 10073[1501 141 43 305 400 60 527 67[150] 700 19 822 976[150] II 161 Ol 30, 404 654 87 828[1501 43 1*075 119(150) 395 701 11501 802 34 909 51 78 18026 92 297 302 33 87 475 509 075 702 1150] 99 941 48 14030 75 152 224 11501 333 570 8-0 941 83 I 5258 305 51 452 538 1150) 40 52 078 749 954 I«080 235 340 442 074 781 864 909 20- 4 81 1 7138 70 274 83 402 42 75 022 795 802 37 39 I»235 00 72 421 47 48 579 830 10117[loch 2>3 301 84 470 019 23 719 41 808 97 959 80 *0031 33 170 92 278 379 542 774 938(1501 Gl*1008 288 314 453 78 80 681 yoi-*177 239 73 325 79 91 444 78 657 758 815 90 955 *8110 441 1150) 559 636 700 894*4252 371 570 692 94 772 832 925 11501*5232 94 303 90 524 82 025 28 853 1150] 924*0071 77 116 43 300 84 413 02 90 881*7029 07 88 109 53 67 317[150] 80 40 65 454 71 502 602 897 975»8*»206 14 15 96 314 26 674 6j2 7 730 91 884 930«»197 260 312 58 776 85 1150] 818 78 98 900 30082 117 372 77 452 77 79 508 20 72 658 754 1300] 837 31177 11501 251 78 342 1150] 401 74 776 917 39 3*202 303 405 22 Gl 664 71 98 712 903 90 93 965 33187 93 208 44 378 411 14 29 7 2 011 745 66 34112 1300] 51 1200) 260 314 84 638 4 4 98 784 857 3 5 008 349 405 02 505 7 882 12001 970 31*25, 70 334 09 409 651 023 3 7187 242 314 83 513 17 691 3»028 34 73 84 477 770 91 130Ü1 982 83 97 3»019 72 III 14 94 99 031 88 830 963 81 40092 222 4.12 615 679 4 1 092 139 456 515 606 51 63 81 92 735 879 4*111 24 207 94 773 801 901 25 4 3009 02 118 93 3 0 00 433 70 799 986 4 4073 109 35 90 222 308 423 038 827 4 5002[150] 33 09 112 81 392 420 11501 042 79 99 713 804 12001 7 84 913 30 03 4 0043 274 92 405 525 35 068 69 79 738 56 872 929 47103 23 11501 486 95 510 48 82 95 662 04 767 13001 811 14 11501 920 4»Ü6Ü 118 255 89 658 723 58 11501 820 40232 71 317 65 473 850 61 80 901 15001 30 50Ü35 173 273 317 20 549 62 638 954 5 1072 108 02 203 4 313 877 933 05 5*013 07 09 194 268 322 019 1150) 38 700 823 909 71 5 3228 819 503 22 40 776 802 18 80 919 5 4109 71 82 89 253 79 420 11501 838 46 1150] 64 716 17[150] 6 1 80 835 5 5025 48 97 III 28 11601 59 07 94 292 329 557 078 511074 278 539 48 05 044 13001 779 928 5 7201 16001 41 432 519 041 853 5S001 114 40 346 Ol 402 84 77« 803 933 80 50137 1150] 220 47 Gl 345 94 561 754 81 803 70 83 911 27 85 «Olli 43 214 24 445 513 SO 92 058 740 860 902 15#1051 112 440 90 505 660 11501 766 840 907 0*037 68 197 300 43 502 48 6)0 849 immrnm »O074 IGo 243 64 61 453 95 709 58 11501 87 626 75 930 75»1090 (2001 296 323 417 28 616 710 44 834 95 915»*008 20 35 108 34 89 211 32 02 303 543 645 73 705 19 65 876 919 52 56»3012 99 157 339 95 478 521 922 75»4858 67 115 319 82 459 69 625 97 754 60 894 938 »5110 26 214 330 79 458 604 24 70 708 22 59 893»«125 70 202 39 320 33>4 672 773»7087 228 31 300 408 81 622 801 94 0*015 44 103 1150] 269 93 344 13001 516 40 868 951»»352 443 55 84 12001 624 85 714 840«6 93 1150] 100010 98 250 83 319 97 608 48 733 74 97 893 948 60 1 0 1 226 45 93 327 450 022 844 1 0*015 137 64 218 48 416 82 605 96 742 1*8068 164 302 7 10 507 66« 72 729 73 8 5 49 979 104104 4 5 79 11501 274 323 722 31 56 944 1 05145 278 320 505 39 70 783 887 JO«059 111 16 28 201 343 73 409 97 002 721 850 926 1 07079 1«8 324 451 618 64 755 57 62 89 91 844 13001 55 10*002 17 47 98[2001 243 302 14 68 801 76 937 1 00009 194 226 82 84 315[1501 424 610 800 23 77 78 1 10014 24 13001 30 49 Gl 132 76 213 53 337 505 636 719 36877 916 1 11021 104 515 31 010 700 82 970 11*000 161 251 302 10 70 420 52 610 670 724 30 97 850 914 40 I I»035 58 375 559 604 784 859 910 48 1 14183 215 507 762 91 856 115131 32 03 296 335 403 661 772 83 832 46 84 968 90 1 1«0"7 25 27 162 53 81 274 305 69 76 768 72 806 29 993 1 I»129 31 420 92 556 60 86 663 824 986 1 1»001 292 329 11501 46 506 704 941 1X0244 94[2001 313 427 65 79 5ul 643 50 710 75 851 1*0126 382[3001 554 674 722 90 872 950 77 1*1098 205 37 69 314 11501 74 449 95 665 80 13001 87 11501 710 831[150] 40 44 51 1**031 142 285 355 458 83 96 713 20 39 65 1*»067 449 603 61 98[150] 799 1*4188 200 71 365 491 504 709 890 1*5043 167 255 89 306 65 577 035 713 883 922 60 1*6050 90 125 385 426 352 616 89 48 838 1*7024 264 424 682 604 98 916 83 1**373 410 24 523 87 692 93 768 1*0263 339 41 463 78 612 76(200) 710 29 46 67 840 91 l»O0)9 150 229 307 53 95 481 88 630 38[200] 792 97[1501 062 I 31020 97 189 349 11501 Ol 79 040 790 810 13 49 CO 362 13*017 31 209 3 6 402 002 945 1 33112 31 996 048 78 717 11501 45[15% 991 13 4071 396 589 058 87 797 1 35035 84 12O0I 110 13 47 92 406 514 38 82 99 094 704 1 30118 209 23 412 658 801 39 910 7 2 77 97 137003 5 31 76 76 in) 204 446 709 25 830 7 3 915 1 3*000 238 321 22 11501 433 96 730 13»023 53 173 82 320 08 542 622 814 92 983 140182 272 92 938 11501 14 1065 273 96 440 708 872 73 97 911 13 14*029 151 305 415 44 51 75 81 505 8 4 802 97 1 43031 206 11501 09 310 72 481 552 044 721 33 922 144001 153 537 98 637 728 145037 45 147 94 11501 2*4 318 552 654 712 863 920 67 140130 73 82 250 342 410 583 97 725 915 50 94 1 4 7007 77 158 487 96 525 37 11501 682 93 951 95 14*001 97 112 200 309 4<)1 73 982 14U016 58 80 119 47 58 210 300 9 34 68 82 520 036 811 40 95 979 91 G»«" ,1, l.,2U 279 11501 341 66 405 31 64 543 616 900 25 738 76 862 10*033 86 152 11501 169069 125 58 531 06 85 m mmms»««>»««« 424 36 60 617 12 54 1*3024 DMWßMMWW Achtung Metallarbeiter! Sonnabend, den 15. Nov., in der Brauerei Friedrichshain(st. W): 1. großes Stlstnngsfest des Allgemeinen Metallaebeiter-Uereins Keriins u. Umgegend unter Mitwirkung mehrerer Gesangvereine. Die Ballmusik wird von der 20 Mann starken Kapelle des Herrn Musikdirektors Schouert ausgeführt. Prolog. Festrede, gehalten vom Vertrauensmann der Metallarbeiter Deutschlands, Herrn Martin Segitz aus F>i r t h in Bayern. Um 12 Uhr: Große humoristische Polonaise, verbunden mit Sonbouregr«. E r ö f f n u n g U h r. Anfang 8 Uhr. E u t r e e f ü r H e r r e n 50 Pf., Damen 80 pf. Hierzu sind sämmtliche Metallarbeiter, welche als Delegirte zur Gewerkschafts-Konferenz geschickt werden, eingeladen. Zur gefälligen Beachtung: Der Saal ist gut gebohnt! 1881 Das Urrgniignugs Komitee. ». Hotz, Tieffenbachsir. a7, Seitenflügel I. A.: P. 2 Tr. Freie Uolhubüline. Freitag, den 14. Nov., Abends v-g Uhr, im Concerthaus Sanssonei, Kdttb Uferstraße 4a: Oeffe�tSiels® Me�saittmlung. Tages-Ordnung: 340 1. Vereinsmittheilungen. 2.„Heinrich Hart« Fied der Menschheit l. Tul und Uahila", vorgelesen von Herrn Dr. Richard D e h m e l. Mitglieder zur 2. Abth. werden(auch in dieser Versammlung während der Pausen aufgenommen.(Der Vorstand. Große öffentl. Schneider- Uersammiung smM. Nilitar- n. Liestrllllgs-Slhneiiier mit Friise« am Donnerstag, den 13. Uouembrr 1890, Abends 8Vs Uhr, in DeigmnUer's Salon, Alte Jakobstraße 48a. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Julius Türk. 2. Diskussion. 3. Bericht der Lohnkvmmission und deren Auflösung. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet freundlichst 328 Der Ginberufer. Mitglieder-Versammlung des Fachoereins der Metollnrdeiter in Gas-, Master- u. Dampfarmatnren MgT Donnerstag, den 13. November, Abends 8 Uhr, bei Z e m t e r, Münzstraße Nr. II. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Gerisch über:„Die zukünftige Gestaltung unserer Organisationen. Diskussion. 2. Vierteljahres- Abrechnung. 3. Verschiedenes und Fragekasten. 338 Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Porstaud. Große öffentliche Uersammlnng der Mechaniker u. verw. Beriüsgenossen am Donnerstag, den 13. November, Abends 8 Uhr, MF" in Deigmüller'o Salon, Alte I a k o�b st r a ß e Nr. 48a."MW Tages- Ordnung: 1. Bericht unserer Delegirten über den Bremer Mechanikertag sowie über oen Kongreß der Mechanikergehilfen Deutschlands in Wiesbaden. 2. Wie stellen wir uns zu der von unfern Arbeitgebern angestrebten Einrichtung von Einigungsämtern? 3. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersamniliing statt. 334 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Kollegen, zu erscheinen. Der Einbcrufer: H. Bäcker, Lothringerstr. 8. Freie Vereinigung der Maurer Berlins uud Umgegend. Donnerstag, den 13. d. M., Abends 8 Uhr, Uofenthalerstraße Nr. 38, (Versammlungslokal der Freireligiösen Gemeinde): MitgSiecleB*«¥eB*samtnlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Revisoren. 2. Vortrag über Alters- und Invaliden- Versicherung. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Mitglieder werden aufgenommen. 348 Um zahlreichen Besuch bittet Der Dorstand. I Jm Verlage der ,, Magdeburger Dolliostimme" ist soeben erschienen und für Aerliu durch die Suchdrnrkrrei von Maurer, Merner& Co., SO., Elisabeth-Ufer 55, zu beziehen: Die Gntschödigungsanspvuche der Ardeiter dei Unfällen. Zusammenstellung der nach den Entscheidungen des Reichsversicherungs- Amtes den Verletzten bewilligten Rentensätze umfassend die Zeit vom I.Juli 1386 bis 13. Juli 1839 nebst Einleitung enthaltend die wrsrut- lichsten Kestimmuugeu des UnfaUverstchrrungs-Gefehes. _ Alphabetisch nach Berufsklassen geordnet. Herausgegeben von Hans Müller."MU Preis 30 Pfg. Für Kolporteure hohen Rabatt. 336 „Heizapparat" D. R. P. 39427 Bester Sclinlz gegen kalte Ränme, im Gehrauch. Preis 4,50 M. Zu Halen in allen Eisenwaaren-, Haus-u. Küchengeräthe-Handl., sowie in d. Fabrik 0. Uilinski, Alerauderstr. 26, Hof links part. Ueber 10 000 Stück Handlung von Carl � Gross, Krnderstr. 25, empfiehlt zur Winter- Saison: Paletot-, Anzug- und Bein- ileidstoffe zu billigen Preisen. Reste und zurückgesetzte Sachen werden unter Fabrikpreis verkauft. Musterkarten stehen den Herren Schneidermeistern gern zur Verfügung. rv___ ri__ r\ n i-i evn* 1 CVf)f --nster 2, 3, 5, 8 Mk. Stores 1 Mk. Fabrikverkauf Zimmerstr. Ur. 86, Hof part._ Meyers, Brockhaus' Lezica, Bücher, Bibliotheken kauft A. Hannsinani), Kochstr. 56,1.[109 Lrts-Kmkeukajse des Zimmerergewerdes. Generalversammlung (Dertreter der Arbeitnehmer) am Freitag, 21. November, Abds. 8 Uhr, Grenadierstr. 33 bei Srefeldt. Tagesordnung: 1. Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern. 2. Wahl des Prüfungs-Ansschusses. 3. Verschiedenes. Sonntag, den 23. November, Vormittags 10 Uhr, Grenadierstr, 33 bei Seefeldt: VttskMllsng der Arbeitlieber, welche Beiträge zur Kasse aus eigenen Mitteln leisten. Tagesordnung: Wahl von 55 Vertretern zur General- Versammlung. 353 In demselben Lokale und zu derselben Versammlung der Kassen-Mitglieder (Arbeitnehmer). Tagesordnung: Wahl von 110 Vertretern zur General-Versammlung. Quittunasbuch legitimirt und ist das- selbe am Eingange den Kontroleuren vorzuzeigen.— Das Kassenlokal ist an diesen: Tage geschloffen. Der Vorstand. I. A.: Plötz, Landsbergerstr. 8. Central-Kranken- u.Sterbckjse der Tischler u. s. id. Gertiiche Urrwaltung Äerlin B. Donnerstag, den 13. November, Abends SVe Uhr: Mgliedet-VechMlW im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Vortrag des Herrn Dr. Zadel. 3. Verschiedene Kassciinngelegenheitcii. Mitgliedsbuch legitimirt. Ilm zahlreiches Erscheinen ersucht 347 Die Grtsverwaltung. Orts-Krankenkasse der Tabaksfabrik- Arbeiter. Donnerstag, 27. November, Abends 3Uhr,imKassenlokaleLaNdsbergerstr.31: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Rechnung. des lausenden Jahres. 2. Vornahme d. erforderlichen Neuwahlen für den Vorstand. Um Zahlreiches Er- scheinen bittet[354] Der Vorstand. Große öffentliche Nolksverfammwttg am D o n n e r st a g, 13. N o v e m b e r Abends 8V2 Uhr, in der Kfrtnrrri Fricdrichshain, Am iiönigsthor. Tagesordnung: 1. Bewegung der Schlächtergesellen Berlins und die Stellung der Berliner Arbeiterschaft ihr gegenüber. Referent: Stadtverordneter Otto Klein. 2. Diskussion. 339 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Achtung! Aste SchiiichtrrgrfrUrn Keriin s stnd;n dieser Uersummlung speziell ringelnden. Der Ginberufer. R. Grewatscli, Grenadierstr. 19. Verein der Kurbelstepperinnen, Stepper und Bernfsgenossen. Donnerstag, den 13. N o v e m b e r, Abends 8V2 Uhr: Versammlung bei Bolzmann, Andreasstraße Nr. 26. Vortrag des Stadtverordn. Heindorf. Gäste haben Zutritt. 331 reM werden billig reparirt bei M.Wciides,H"ps'Ä"- Kein Laden, man achte auf Haus n u in m e r 40. 214 Zither-Uuterr.R.ItioIrol,Gartcnstr.l53 Als heute Morgen ich erwacht, Da habe ich bei mir gedacht: Heul' gratulirst du als Genosse Dem Karl Hartwig und Frau Gosse In Weißensee und in Berlin, Gebürtig Beide aus Stettin, Zu Ihrem heut'gen Wiegenfeste Und wünsche ihnen, es ist das Beste, Daß sie noch viele, viele Jahre Das wahre Freiheitsbanner, zu tragen Werden stets sein bereit Für Wahrheit, Recht und Brüderlichkeit. 353 0. B. Unserm Freunde und Genossen Ernst Krüger zu seinem heutigen Wiegcn>este die herz- lichsten Glückwünsche! 346 Chr. F. 0. P. R. B. A. B. M. P. Sfjfcndiilc W'ockrung. Alle Parteigenossen, welche noch über den von der Berliner Lokal-Kominission herausgegebenen Arbeitcr-Almanach ab- zurechnen haben, werden ersucht dies unverzüglich zu thun, da alle diejenigen, welchebishersich nicht verpflichtet fühlten abzurechnen, am nächsten D i e n st a g öffentlich bekannt gemacht werden. 360 Die Kcrlinn* Lokal-Koiumissto». Heindorf. Werner. Insinger. Jede Uhr zu reparircn und zu reinigen (außer Bruch) kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens 6,50 Mark. Lager aller Arten Uhren und Gold- waaren zu den billigsten Preisen. 1786 ßiicf Tiloiilr Rosenthalerstr. 10. tlUSl. meilk,(a. b, Auguststr.) Artistisch- Photographisches Atelier von Carl Graefe, Berlin S., Prinzenstraße 11, empfiehlt sich den Freunden und Partei- genossen zur Aufnahme von Portraits, Gruppen, Landschaft, u. Reproduktionen. Spez.: Vereine u. Gewerkschaftsgruppen. UI eist nachts-Aufträge bitte zu beschleunigen._ A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Gröstte Anawnhl. Gnrnntirt sicher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[746 Jede Uhr zu repariren und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens nur 1 M. 50 Pf.(außer Bruch), kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer und gebrauchter Uhren. Verkauf zu erstaunlich billigen Preisen. 52 E. Rothert& Stolz, Uhrmacher. Andrrnsstr. 62, Cchansteestr. 78, Alte Schönliauferstr. 25. Im Tuchgeschält > jetzt LranleO. Uli, I. Herren- und Knaben- Anzüge, Paletots, [ sowie Damenkleider etc. Auf Munfch auch gegen Theilzastlungen. 258 1 Herren-«. Knaben- Filihüte Ferdinand Henke, Dennewitzstr. 1, Ecke Steglitzerstraße. „Marque Belgique1' Deutsch-Kelgifche Fiqueur-Fabrik, Alexanderstr. 28,[195 empfiehlt ihre vorzüglichen Fiqurure, Coguar« und Rum zu billigen Preisen. Verkauf in Gläsern und Flaschen; z. B. Stonsdorfrr a Glas 5 Pf. Kenedirtiner ä Glas 15 Pf. Meyers Lexikon, postlagernd Postamt 93. 352 »Andrea»ftr.23,H.pt, Achtung Töpfer! Nach kurzem Leiden verschied cm Sonnabend, den 8. d. Mts., unser Kolleg« P�eseher Die Beerdigung findet heute Nachmittag 2Vs Uhr vom Katholischen Krankenhaus nach dem Sophien-Kirchhof statt. Um rege Betheiligung der Kollegen ersucht 344 Gustav Erbe. T 0 d e s- A n z r i g r. Meinen lieben Freunden und Be- kannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau Henriette Döring Sonntag 'Abend gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, Nachm. 8 Uhr. von Der Leichenhalle des Neuen Jakobn Kirchhofs ans statt. 34b Adolf Döring nrbst Kindern. vtach langem schwerem beiden verschied am Montag, früh 9'/: Uhr, mein geliebter Mann, unser guter Vater, der Destillateur Julius Finke nach vollendetem 49. Lebensjahre. Dst Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, vom> Trauerhause, Pückttrstr. 12, aus nach dem neuen Louisenkirchhofe statt.[3V Die trauernden Hinterbliebenen« Wwe. Finkc nebst Kindern und Mutter� 4. November ist in der Versammlung des Allg. Arbeiterinnen- Vereui Am bei Scheffer ein seidener Regenschui mit gelbem Stock stehen geblieben. Gegs Dank hbzugeben Koppenstr. 35, v. 14- ■ Kalauer Abendbrot. W Jeden Abend: Pellkartoffeln mit Leinöl.' Breslauer Strasse 27. Restaurant zum A mb 0 9. SflT Neu eröffnet.*9» .Allen Freunden und Bekannten eM- pfehle mein Restaurant mit Saal und Vereinszimmer zur gefälligen Benutzung- Robert Schwalbe, Straße o3a Ur. 3, Ecke Gerichtsstr.So- Allen Arb. u. Genossen empf. ich gut einger. Restaurant, sowie 2 Verein.-' zimmer. C. Junold, Ostbahnhof Nr�c- Ein Schankgefchäft ist an einen Parteigenossen preiswerth zu verkaufen- Zu erfragen Wilhelmshaveiierstra��j Den Genossen empfehle mich � Anfertigung von Damen- Maut» reell und billn 189 Th. Kaiisch, ienerstralie 62 W- Den Dereiüen empfiehlt,. FestU�. Keiten Papiermützen, Masken, WM Kottillon- und Verloosungs-Gegeisswn zu billigsten Preisen die Fabrik Strasse U, Hof 1 Tr. Dr. Hoesch, Homöopath. 91$' Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. S-l� StGhM!! Größte Auswahl.': am billsten'N Emil LefAvres Fabrik, tS»" Schlaldecken Ä" Stück 4, 6, 8 und 10 Mark. Mertst das Doppelte!! Jllustr. Preisliste gratis u. franko. Kl. Wohnungen sofort billig za j, miethen. Näh. SwinemdnderstrJ� Eine Schlasstelle zu nenn. ßoßm% straße 36, 4 Tr. r. bei Genosse findet saubere Schlaffe-,,� Forner, Elisabethstr. 49, H. 2, Emg�- Frdl. Schläfst, f. 2 anst. Herren soS� z. l5Vll.b. Göhler, Naunynstr. 90, V, Tüchtige Maurer, welche an* Baugeschäft theilnehmen wollen, bestens 300 Mark disponibel tzm-jn wollen ihre Adresse unter K. O- ggS der Exped. d. Bl. niederlegen.___ � m Htuckateur(Ansetzer) wird 330 Jerusalemerstr�, ÜhbPl Spiegel und Polster-Waares1; iSA al M ö reelle Maare ,u soliden Preifeu. Ganze Ausstat ,.' Y- in Mahagoni u. Nußbaum; Küchenmöbel t« B Auswahl empfiehlt Franz Tutzauer, Oberhemden nach Maaß. Federn- Betten* Federn und Daunen Pfd. 60, 90 Pf. bis 8 Marb- i., Deckbett. Kisteu, Unterbett von 14,75 Mark bis 60 Mar- Fertige Zuletts, Ueberziige, Laken, Kettdechen. Oberhemden, Herren-, Damen- uud Kinderhemdeu« Tischtücher, Handtücher, Taschentücher. ■ wesslang, vormals Drevdenerstrasie 134, am Kottbufer Thor, früher Kommaudantenstraße 2. k. E. Matros Verantwortlicher Redakteur: Gurt Sänke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.