m" Fr. SKV. Sonnabend, de« 15. Uovember 1890. 7. Jahrg. MmMHkl Hrgan für die Znkereffen der Aröeiler. Das„Berliner Volks blatt" scheint täglich Morgens auscr nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSvmS für Berlin ftei �haus vierteljährlich 3�0 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer v Pf. «»nntags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3�0 Mark pro Quartal. .(Eingetragen iu der PostzcitungSpreiSliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) «Itter Kren, band, täglich durch die Erpcdition, für Tentlchland und Oelterrcich-Ungarn L Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins« und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Fernsprecher: Amt VI.|!r. 4100.« RedAkkion: VvttkhFkratze S.— Exprdikion: 3. Alter Kurs? Neuer Kurs? vre haben die Gesetzes- Entwürfe gelesen, die dem L IA�n Landtage vorgelegt worden sind, wir haben des preußischen Ministerpräsidenten und deutschen »chskanzkers über diese Gesetzes-Entwürfe gelesen, und .7 Dissen nicht, welche Antwort auf die obige Frage wir 1 5n sollen. In dem S t e u e r g e s e tz- E n t w u r f sind wanden enthalten, denen wir unsere vollste Zustimmung er- th°'f aussen. Keine Mehrbelastung, und gerechtere Ver- ? uung der Steuerlast! Das ist ein schönes Ziel, obgleich es Und• m n:,e't schöneres Ziel wäre, eine Minder belastung d eine gerechte, statt eine gerech t e r e Vertheilung der �.euerlast anzustreben. Jndeß das hindert uns nicht, den anzuerkennen, und wir machen sogar das weitere „iriiia nß, daß wir auch gegen eine Mehr belastung duvib einäUItlenken hätten, wenn der Ertrag der Steuern y, T�s zu gemeinnützigen und produktiven Zwecken ver- der(£ Wie dem nun aber sei, der Grundgedanke »�..Steuerreform, so weit er ausgesprochen ist, hat unsere ».Figung und deutet entschieden auf neuen Kurs. Die �.Ä�ck-Puttkamer und Komp. konnten, bei ihren uionär-agrarischen Anschauungen, ein solches Steuer- �ogramm nicht aufstellen. L.%qs Grundprinzip des Schulgesetz-Entwurfs Sefv t e�lnfa� unsere Billigung. Schul g e l d bei Um?, Q n 9 ist eine monströse Ungerechtigkeit. Der � soll unentgeltlich, der Weg zum Wissen Jeden geöffnet sein. Es ließe sich da riito Mancherlei sagen— daß es Unterricht und Unter- h,' Wissen und Wissen giebt,— daß Alles auf die dovi des Unterrichts und Wissens ankommt,— f ch fer Schulunterricht bei gleißender Scheinmissen- i/ l i ch k e i t ein verdummender, der Geist- und be,»rentwickelitng schädlicher sein kann,— indeß hier- Kmn,10 v en �ir jetzt nicht verweilen, und wir geben un- stnirt"•": auch in diesem Gesetz sehen wir so �on S n)t? 11 e 11 C n Kurs. Die Bismarck- Puttkamer und iL»« hätten, mit ihren, junkerlichen Haß gegen die "dung, einen solchen Gesetzentwurf nicht vorgelegt. die auch die übrigen Gesetzentwürfe der Regierung, sch.andgemeinde-Ordnung und die G r b- ivas st e u e r betreffend, haben entschieden Manches, auf einen neuen Kurs schließen läßt. «sto neuer Kurs? deutstT'�aber was der preußische Ministerpräsident und ges � Reichskanzler am Schluß seiner Programmrede Herr' uiacht es unmöglich, die Frage zu bejahen. Th-is� �aprivi sagte— und wir theilen den bezüglichen ber Rede nochmals und zwar dem vollständigen "ante nach mit—: FenMekoii. ettvoitn.)_ Uictovia. (40 Roman von Minna Kautsky. !ucheii«� wüssen in anderen Fabriken unterzukommen - a... i.. w .-He/�,"'te�swaldt. der m.Wlrth zuckte die Achseln.„Das ist nicht so leicht. die o.' en ist zu weit hinausgeschoben, zu isolirt, mm ä«" �edstlu�Wirth war auch hier sofort nnt der Er „Wenn das die Grundzüge dieser Gesetzgebung sind, so bin ich der Meinung, daß in einer Zeit, in der die soziale Frage eine so Heroorragende Stellung einnimmt, in der wir vor so schwierigen Ausgaben nach der sozialen Richtung hin stehen, alle Schritte der Regierung und der gesetzgebenden Körper auch nach der Richtung hin geprüft werden müssen, welche Wirkung sie in Bezug auf die soziale Frage haben. Es konnte nicht die Aufgabe der Staats- regierung sein, diese Gesetze etwa zuzuschneiden, als ein Glied in der Kette der reformatorischen Maßregeln, die an anderen Stellen durchgeführt werden, aber immerhin mußte man sich die Frage vorlegen: wie werden denn diese Gesetze nach der Richtung hin wirken? Werden sie in den, Kampfe, der von den staatsbedrohenden Elementen un- ausgesetzt gegen das Dasein des Staates und der Kultur inszenirt zu werden scheint,— werden da diese Gesetze im Stande sein, den Staat zu stärken, zu kräftigen? Das wird der Fall sein. Zu- nächst wird der Staat eine direkte Stärkung dadurch erfahren, daß die Finanzen des Staates auf eine festere, gesichertere Grundlage gestellt werde», dadurch, daß Rechtsunsicherheiten, wie sie in Bezug auf das Gemeindeleben und die Volks- schule thatsächlich in nicht unerheblichem Umfange vor- gelegen haben, beseitigt werde», und daß die Volksschule an Kraft und Gesundheit gewinnt und dadurch auch auf die Cr ziehung der künstigen Generationen mehr und besser einzuwirken befähigt wird, als es bisher der Fall war. Die Staatsregie- rung hat keinen Anlaß gehabt, auf eine Verstärkung ihrer Macht in irgend einer Hinsicht hierbei oder bei einer anderen Gelegenheit bedacht zu sein. Die Staatsregieruug ist sich ihres Rechts und ihrer Pflichi, die Gesetze mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln durchzuführen, die Ordnung im Staate zu erhalte», den Besitz zu schützen, vollkommen bewußt. Sie hat aber bisher noch nicht das mindeste Anzeichen gefunden, daß die bestehenden Gesetze f ü r diesen Zweck nicht ausreichen.(Lebhafter Bei- fall links.) Sollten solche Anzeichen austrete», so wird die Staatsregierung nicht säumen, dasjenige zu thun, was etwa nöthig sein könnte, um weitere Garantien zu schaffe». (Beifall.) Ich lege Werth darauf, dies hier ausdrücklich zu er- wähnen, obwohl ein Theil dieser Fragen die sectes materiae (Sitz der Materie, Ort, wo die Materie zu behandeln) im andern Hause hat. Ich lege Werth darauf, um einer Richtung entgegen zu treten, welche das Staatsministerinm eines schwäch- lichen Zuwartens beschuldigt. Wir wissen ganz genau, was unsere Aufgabe ist, und sind gewillt, alle der Regierung zu Ge- böte stehenden Machtmittel rücksichtslos anzuwenden, wenn wir, was Gott verhüten wolle, vor die Nothwendigkeit gestellt wer- den.(Lebhafter Beifall.) Wir sind aber nicht gesonnen. Schritte zu thun, für welche reale Motive zur Zeit uicht.vorliegen.(Lebhafter Beifall.) Wenn nun diese Gesetze nicht die Staatsregiernng, sondern den Staat direkt stärken, so darf man sich der Hoffnung hingeben, daß sie auch indirekt zur Stärkung des Staates beitragen werden. Denn es will mir scheinen, daß der Staat in dem Kampfe, vor den er gestellt ist, nur gewinnen kann, wenn es ihm gelingt, die Zahl seiner Gegner zu verringern. Die Regierung kann niederhalten, niederschlagen, damit ist die Sache aber nicht gemacht(sehr wahr! links). Die Vorgänge, vor denen wir stehen, müssen von innen heraus beurtheilt werden(Beifall) und es gehört vor Allem zu den Aufgaben unserer Regierung, das Wohlbefinden zu fördern, das S i ch h e i m i s ch f ü h l c n, die T h e i l n a h»r e mit daß junge Arbeiterinnen, die bisher in Verwendung ge- standen, in ihren Fabriken in Böhmen Aufnahme finden könnten. Sie sollten daselbst die Manipulation mit den verbesserten Haspeln erlernen und nach einiger Zeit wieder zurückgesandt werden. Diejenigen, welche der böhmischen Sprache mächtig seien, erhielten den Vorzug. Die Gesell- schaft wollte offenbar damit eine gewisse Fürsorge bekunden, aber der Aufruf wurde verschieden gedeutet und begegnete großem Mißtrauen. Oswaldt, von einer immer brennenderen Ungeduld er- faßt, vermochte dessen Auseinandersetzungen nicht zu folgen, aber er sah den armseligen Gestalten nach, die da kamen und gingen/und denen der Kummer in den blassen Gesichtern sag, und mußte daran denken, wie doch die Willkür Einzelner so viel verschulde, wie die Gier, ihren Reichthum rasch zu vermehren, uneingeschränkt walten dürfe und ehrliche Arbeiter zu Bettlern mache. Ficld Halle mit Kauf und Verkauf ein gutes Geschäft gemacht, was kümmerte es ihn, daß so viele Existenzen dabei zu Grunde gingen. Jetzt wurden die Pferde gebracht und sofort vor den Wagen gespannt. Oswaldt half selbst mit anschirren. „Es geht in die Enge, nicht wahr" fragte der Wirth mit einem bedeutungsvollen Blick. „In die Enge," wiederholte Oswaldt, und zum Kutscher gewendet, der sich soeben auf den Bock schwang,„laß sie laufen. Deine Rappen, ich will Dir's entsprechend be- lohnen." Er sprang nun selbst in den Wagen. Der Wirth aber lehnte noch immer an den Rädern und kraute sich in den Haaren. „Wenn Sie's nicht übel nehmen wollen, so— so Kopf und Herz an den Aufgaben des Staates in weitere Kreise zu tragen.(Lebhafter Beifall.) Hierzu geben die Gesetze insofern eine Hilfe, als sie, wie ich an mehreren Stelle» zu erwähnen mir erlaubt habe, und wie Ihnen noch klarer und in noch größerem Umfange das Studium der Gesetze selbst vielleicht ergeben wird, die Tendenz haben, die schwachen Schultern zu entlasten. Sie haben aber auch weiter die Tendenz, die Thätigkeit innerhalb der Gemeinden in breitere Kreise zu übertragen, und wenn die Existenz des Staates mit einer Feindschaft auf Tod und Leben bedroht wird, so wird auf der anderen Seite als Gegenmittel eine Verstärkung der Liebe zum Staat gesucht werden müssen.(Lebhafter Beifall.) Der Weg zu dieser Liebe zum Staat wird aber für einen groben Theil unserer Mitbürger durch die Liebe zur Gemeinde gewonnen, und eine solche zn erhöhen, zu wecken, zu kräftige», ist einer der Zwecke dieser Vorlage.(Beifall.) So der preußische Ministerpräsident und deutsche Reichskanzler. Er verurtheilt das Sozialistengesetz und jede Aus- nahme-Gesetzgebung— neuer Kurs. Er verurtheilt jede Gewaltpolitik und erklärt sich— wenn auch mit anderen Worten, für den berühmten Satz Gladstone's: Force is no remedy, mit mechanischen Machtmitteln heilt man den Staat nicht— neuer Kurs. Er sagt, die Regierung habe die Pflicht, das Wohl- befinden des Volks zu fördern, so daß die Bürger den Staat lieben können— neuer K u r s. Und noch verschiedene andere Anzeichen einesneuen Kurses. Aber da steht, inmitten dieser verheißungsvollen Aussprüche und Andeutungen, als„harte widerspenstige Thatsache", die all dem Verheißenen schroff und trotzig widerspricht, der fatale Satz über den „Kampf, der von den staatsbedrohen- denElenrentenunausgesetztgegendas Dasein des Staats und der Kultur inszenirt zu sein schein t." Wäre der Inhalt dieses Satzes nicht näher bestimmt, dann ließe sich nicht viel einwenden, denn es giebt „staatsbedrohende Elemente", die„das. Dasein des Staats und der Kultur" bekämpfen. Allein aus den, ganzen Zusammenhang geht unzwei- deutig hervor, daß die Sozialdemokratie ge- meint ist. Hier segelt der preußische Ministerpräsident und deutsche Reichskanzler nun unbedingt im alten Kurs, und zwar im schlimmsten Kurs, den das alte, verrottete Bismarck- Puttkamer'sche Polizei-Regiment je verfolgt hat. Mit derartigen Anschauungen ist ein neuer Kurs einfach unverträglich. Der Herr Ministerpräsident und Reichskanzler sollte sich einmal die Frage vorlegen, welche möchte ich Ihnen eine Warnung zukommen lassen, Herr Oswaldt." „Oh!" „Sie wissen ja doch, der Andreas—" „Was ist's mit dem Burschen?" „Er hat seine Strafe abgesessen und ist wieder frei; seit gestern ist er von Neustadt herüber gekommen und— und", er neigte sich dem Ohre des Malers zu,„und er sucht nun die Franzel. Sie wissen wohl, wie es gekommen ivar, es hatte ihn rasend gemacht, daß Lisi ihm keine Aus- kunst über sie geben wollte, und in seiner Wuth hat er zum Messer gegriffen. Jetzt wird es ihm nicht schwer fallen, ihren'Aufenthalt zu erfahren, alle Leute wissen, Ivo die Kleine steckt, und wenn er am Ende gar—. Ich möchte daher rathen, Herr Oswaldt, sehen Sie sich vor— der Bursch hat den Teufel im Leib, und das Stöckchen da in Ihrer Hand ist keine Waffe. Wenn Sie vielleicht einen—" Oswaldt machte eine kurze ungeduldige Bewegung mit der Hand, es war eine entschiedene Ablehnung. „Es ist gut, ich danke Ihnen. Und nun mach' fort. Der Wirth sprang zurück, die Pferde zogen an, und der Wagen fuhr rasch die breite mit Bäumen besetzte Straße dahin, mächtige Staubwolken aufwirbelnd, die hinter ihm drein zogen. Es war spät am Nachmittag. Die Luft war ruhig und schwül, dichtgeballte weißglänzende Wolken stiegen im Westen empor und zogen langsam näher. Oswaldt trieb zu immer heftigerer Eile an, das Drückende dieser Atmosphäre war nicht geeignet, die heiße Wallung eines jungen Herzens zu mildern. 'Partei es denn ist, die programmmäßig am schärfsten von allen Parteien für die jetzt von ihm vertretenen Reform- gedanken eintritt und von jeher eingetreten ist? Es ist die S o z i a l d e n? o k r a t i e, welche in ihrem Programm die gerechte Wertheilung der Steuern, die Nnentgeltlichkeit des Unterrichts, das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden, die Förderung des Volks-Wohlbefindens verlangt. Ist das„staatsbedrohend", was die preußische Regierung jetzt selber vorschlägt zur Stärkung des Staats? Bedroht ist der Staat durch diejenigen Klassen und Parteien, die in ihrer Nimmersatten„Begehrlichkeit" sich der„Klinke der Gesetzgebung" bemächtigt und sie benutzt haben, um sich auf Kosten ihrer Mitbürger zu bereichern, um die Nahrungsmittel zu vertheuern und dem arbeitenden Volk im wahrsten Sinne des Wortes den Brotkorb höher zu hängen, durch Knebelgesetze das Volk numdtodt zu machen— kurz, eine Politik der Ausbeutung und Unterdrückung, welche allgemeine Unzufriedenheit und Erbitterung hervorgerufen hat und hervorrufen muß, und demzufolge zweifellos eminent„staatsbedrohend" ist. Der Hauptvertreter dieser Klassen und Par- teien ist vom Staatsruder entfernt, das Knebelgesetz gegen die Sozialdemokratie ist ihm nachgeworfen worden— im Uebrigen aber sind diese Klassen und Parteien noch in voller Macht, ihre Sonderinteressen-Gesetzgebung ist noch in voller Kraft, und ihnen zu Lieb muß noch heute von jedem Bissen Brot und Fleisch, den der„arme Mann" — das staaterhaltende arbeitende Volk— zum Munde führt, an diese„begehrlichen" Nimmersatten Parteien und Klassen ein Zoll bezahlt werden! Das ist der Punkt, wo der Hebel angesetzt werden muß.——— „Doch di? Sozialdemokraten sind Umstürzler, Revolutionäre!" Gemach! Was heißt„Umstürzler",„Revolutionär"? Die Gesetzentwürfe, welche die preußische Regierung so- eben dem Landtag vorgelegt hat, sind in den Augen der Agrarier— der gesammten konservativen Partei genauso „umstürzlerisch" und„revolutionär", als das Programm der Sozialdemokratie. Und sind etwa— um nur dies Eine herauszugreifen — die Herren Reichsunmittelbaren, die jetzt zur Steuer herangezogen werden sollen, nicht durch eine wirk- liche, echte, gewaltsame Revolution weiland ihrer Throne und Kronen beraubt worden? Und unterscheidet sich int Prinzip die Prozedur, durch welche ihnen ihr letztes Vorrecht genommen werden soll, von der fürchterlichen Expropriation der Expropriateure, die das letzte Ziel der Sozial- demokratie bildet? Oder ist das nicht auch eine Expropriation? Durch Worte und Gespenster darf man sich nicht er- schrecken lassen. Der„staatsbedrohende" Feind steht greif- bar vor uns— er wird die Regierungsreformen be- kämpfen, gegen ihn muß die Regierung ihre Kraft richten, wenn sie die Reformen durchbringen will. Und was zunächst zu thun, das ist: Bruch mit dem Agrarierthum, Bruch mit der PolitikderBrot-undFleischvertheurung. Bruch mit dem Schutzzoll-Syste in.— Das wäre neuer Kurs. So lange aber der Staat in der Partei, an Leren Reformvorschläge er sich anklammern muß, um vorwärts zu kommen, seinen Feind erblickt, und auf die Par- teien, welche den Wohlstand des Volks untergraben, das Staatswohl ihren Sonderinteressen opfern und für jede ernsthaste Reform ein starres Nein haben, sich stützt und ihnen weiter zu Diensten ist,— so lange segeln wir im alten Kurs. pulikisrlxo Mebevstcht. Berlin, den 14. November. Die reaktionären Parteien sind durch die Entlassung des Stöcker und andere Vorkommnisse derart in Verwirrung Das Rasseln des Wagens ließ eine Gestalt, die un- weit des Weges im Schatten eines Gebüsches gelegen, empor- schnellen. Es war ein junger Bursche, der hier eingeschlafen war, ermattet von Lust und Sonne, deren er so lange entbehrt. Es war Andreas. Er sah dem Wagen nach, von besten Jnsaffen er nur mehr Hut und Hals von rückwärts erblickte, aber er wußte, wen er vor sich hatte, und er stieß einen Fluch aus, der in ein frohlockendes Lachen überging. Kaum in Freiheit, traf er auf den Einen, auf den während seiner Haft sein eifersüchtiger Haß sich gesamnielt, und er traf ihn auf dem Wege zu i h'r. Er erwischt sie miteinander, die Brut, sie sollte ihm nicht entkommen! Er begann zu laufen, dem Wagen nach. Aber dieser hatte einen Vorsprung und ging so rasch, daß er ihn bald aus den Augen verlor. Keuchend verfolgte er die Spuren, die er auf der Straße zurückließ: er brach einige Male zusammen, stand auf und lief weiter. In der Rotte angekommen, stieg Oswaldt aus; er schickte das Gefährt zurück und ging zu Fuß weiter, der Enge entgegen. Die Sonne stand am Rande der Berge, hinter dunklem Gewölk geborgen. Rasch umdüsterte es sich innner mehr, und mit einem Male war das ganze Firmament von schweren sich immer tiefer senkenden Wolken umhüllt. Oswaldt fühlte sich eigenthümlich beklemmt. Ist es die heiße Lust, ist es die sehnsüchtige Ungeduld, die ihm die Brust zusammenschnürt. Endlich hat er das Haus des Hegers erreicht. Frau Hufnagel ist beschäftigt, die Wäsche von der Leine zu nehmen. Bei seinem Anblick stößt sie einen Ruf der Ueberraschung aus, ohne indeß ihre Arbeit zu unterbrechen. Er grüßte flüchtig und sprang ins Haus. Gleich daraus erschien er wieder an der Schwelle. gerathen, daß sie zu den Regierungsvorlagen noch nicht feste Stellung genommen haben. Es kann jedoch keinem Zweifel unterliegen, daß sie den Wider st and und die Opposition bald organisirt haben werden. In der Politik herrscht das Interesse. Durch die Regierungs- vorlagen werden die Interessen der Junker und Agrarier- entschieden bedroht. Mag auch die Regierung sich vorläufig noch scheuen, diesen Herren und ihrem System zu Leibe zu gehen, so wird sie doch(s. unseren heutigen Leitartikel) durch die Logik der Thatsachen bald vor das Dilemma ge- stellt sein: entweder auf ihre Refor mpläne'zu ver- Sichten, oder mit dem Junker- und Agrarierthum zu brechen. Zwischen den Hörnern dieses Dilemmas schlüpft selbst ein so gewandter politischer Turnkünstler, wie Herr Miguel, nicht hindurch. Die d e u t s ch e R e i ch s r e g i e r u n g hat sich, wie verlautet, nun auch zur Anerkennung der brastlianischr» Republik entschlossen, nachdem dieselbe durch den Ausfall der Wahlen oie Sanktion der ungeheuren Mehrheit des Volkes erlangt hat. Fürst Bismarck wäre sicherlich nicht so entgegenkommend gewesen. Er war gegen„wilde", das heißt freie Völker und Staaten, stets sehr unfreundlich, außer wenn er sie zu etwas brauchte— wie er denn zum Beispiel seiner Zeit sogar mit den ungarischen und italienischen Revolutionären sehr zärtlich konspirirte, als es sich 18G6 darum handelte, dem„österreichischen Bruder", dessen Bundesgenossenschast er später erbetteln mußte, den bekannten„Stoß ins Herz" zu versetzen. Die neue Reichsregierung scheint auch in diesen Dingen eine neue Praxis zu befolgen. Gleich nach Wiederznsammentritt des Reichstages soll seitens des Zentrums ein Antrag auf Aufhebung de» Irfuitengesetze» eingebracht werden. Nachdem der deutsche Reichskanzler, in seiner Eigenschaft als preußischer Minister- Präsident so entschieden jede Gewaltpolitik verurtheilt hat, wie dies gestern im Landtage geschah, so kann— da in der Brust des Herrn v. Caprivi doch nicht zwei ganz grundverschiedene"Seelen wohnen können: eine preußische M r n i st e r s e e l e und eine deutscheReichskanzler- s e e l e— mit Bestimmtheit darauf gerechnet werden, daß die Regierung sich dem Antrag nicht widersetzen wird, falls sie ihm nicht gar durch eine Gesetzesvorlage zuvorkommt. Die sozialdemokratische Fraktion, die schon vor 10 Jahren einen Antrag auf Abschaffung aller Ausnahmegesetze, ins- besondere auch desjenigen gegen die Jesuiten embrachte, wird selbswerständlich für einen derartigen Antrag oder Gesetzentwurf stimmen. Die Jesuiten, die sich ehrlich so nennen, sind uns beiläufig weit achtungswerthere Menschen, als die Jesuiten, die unter anderen Namen als„praktische Politiker", als Männer des„prak- tischen Christenthums", als„nationalliberale Mannes- seelen", als„geniale Politiker" u. s. w. mit ihrem gemeingefährlichen Jesuitismus die Volksmoral zu vergiften und die Volksinteressen zu schädigen beflissen sind. Uebri- gens sind wir auch den ehrlichen Jesuiten keineswegs zuoethan, und wir wünschen nichts sehnlicher, als daß der Jesmtismus in dieser wie in jeder anderen Form aus- gerottet werde;— allein durch Polizeigesctze und Polizei- maßregeln ist das nicht zu erzielen— ebensowenig wie durch den Jesuitismus„liberaler" und sonstiger Kon- kurrenzfeindc. In der franzäftfchen Kamurrr unterwarf der Admiral Ballon die F l o t t e n z u st ä n d e Frankreichs einer sehr scharfen Kritik. Und gewiß war dieselbe auch ganz berechtigt. Wer daraus nun schließen wollte, die französische Flotte sei gar nichts wcrth oder wenigstens weit schlechter organisirt, als die anderer Länder, der würde in einen argen Jrrthum verfallen. Man muß bedenken: Frankreich ist ein freies Land und in freien Ländern wird rücksichtslose Kritik an den heimischen Dingen geübt, während in unfreien Ländern die Kritik sich rücksichtslos nur an die ausländischen Dinge wagt, und um die heimischen wie die Katze um den heißen Brei herumgeht. Wie wird nicht von Zeit zu Zeit die englische Flotte von englischen Admirälen mitgenommen! Und doch ist die englische Flotte noch bei Weitem die mächtigste und bestorganisirte der Welt. Räch ihr kommt die französische, welche durch die Kritik des Admirals Ballon sicherlich nicht schlechter wird— im Gegentheil. Wenn wir in Deutsch- land auch einmal so„wild" geworden sind, dann wird auch bei uns die Kritik ebenso rücksichtslos sich bethätigen. Er hatte den Hut vom Kopse gerissen und wischte sich die feuchte Stirne.„Wo ist die Franzel?" rief er. Die völlig klanglose Stimme vemeth ferne ungeheure Aufregung.„Ich finde sie nicht rm Hause, wo ist sie hingekommen� � au� � Hochwies," laatete die ruhige Antwort. Wir haben Heu oben, das muß noch in einen Schober kommen, eh's losbricht, sonst ist's weg." „Und deshalb ist sie hrnauf?" Mit dem Michael." Weshalb wird sie zu schwerer Arbeit verwandt? Ich will es nicht, hört Ihr, ich will es nicht!" Die Frau sah ihn verwundert an, so hatte sie ihn noch nie gesehen. Sic kannte ihn nur in seiner sorglosen Froh- lichkeit Niemals war es ihm bisher eingefallen, rhr, der Frau, vorzuschreiben, wie sic's mit der Franzel zu halten habe. Sie war auch sichtlich gekränkt. No," sagte sie,„Heumachen is sein lebtag keine schwere Arbeit, und wenn auch, so was macht das Madel nicht schlechter, agte weiter, er war schon wieder in's Haus zurüdgedlt � � in den Flur trat, stieß sie aber- mals mit ihm zusammen. Er hatte einen großen Plaid aus seinem Zimmer geholt und wollte an ihr vorbei. Sie aber hielt ihn fest. „Wo wollen's denn hm?" „Auf die Hochwiese, der Franzel entgegen." „Ist das eine Idee! Es kommt a schwer's Wetter, und es wirb da sein, eh man sich's versieht." „Eben deshalb." „Aber z'wegen was wollen Sie denn unnöthig naß werden, und noch dazu mit so an' schön' G'wand? Bleiben's nur da, sie müffen ohnedies gleich herunterkomme«.' Aber er hörte nicht auf sie. Er hatte das Haus ver- Da wir gerade beim Flotteuwesen sind, si" � Versuch erwähnt, die in Italien mit einem st®" Schiffspanzer gemacht worden sind. Der Panzer stand allen Geschossen. Dieses Resultat wird � „äußerst befriedigend" hingestellt.„Aeußerst befriedig� — ja für die K a n o n e n g i e ß e r— für Krupp und Nossen, aber nicht für das italienische Volk; denn wird flugs eine neue Kanone„konstruirt", die den Panzer durchschießt. Und das kostet viel Geld. Und>u L;' neue Panzer glücklich durchschossen, dann muß ein dickerer Panzer hergestellt werden. Und sofort ins tWr liche. Denn der„Krieg zwischen Kanone und Panzer" � seiner Natur nach kein anderes Ende, als die„Geduld% � Aus Italien telegraphirt man noch, ein paar M' sten hätten in Rom„in die Luft geschossen". lich!) Der geschwätzige Telegraph vergißt zu sagen, od ei Sperling oder eine Fliege verwundet worden ist., Tie belgische Negierung soll mit dem Plan umgehsf das Wahlrecht, welches jetzt bekanntlich das Monopol° Reichen ist,„auf die Hauseigenthümer und direkten MustP auszudehnen. Der letztere Ausdruck ist aber unklar— ist, falls sträubt die Regierung sich gegen das allgemein Wahlrecht, und e z i g dieses kann genügen. Neueste Nachrichten. Em Telegramm aus Rom besäst' dem gestern erfolgten Abschluß der Rechnung' verflossenen Verwaltungsjahres ergiebt 74 Millionen Lire. Der des ein Nach Etats des Ausfall von fall des laufenden Jahres, welchen der Minister in gleicher annimmt, soll durch Ersparungen auf 30 Millionen Lire tr schränkt werden., 74 Millionen Lire sind etwas über 60 Millionen 9� Ein ganz hübsches Defizit. Und was die versproche»' „Ersparuugeu" betrifft, so können wir das Lied und st» Text. Der Militarismus, den Herr Crispi in Italien ei»' geführt hat, spart immer blos am N ö t h i g st e n— ff der Schule und den sonstigen Anstalten für�Volkswsts ahrt. Die italienischen Schulen sind bekanntlich misettst o daß der größere Dheil der Bevölkerung ohne iegl�-s der Rest mit unzulänglichem Schulunterricht 0 1 wächst— eine himmelschreiende Schande!—,... Der österreichische Reichstag ist endgiltig auf 4. Dezember einberufen.,_ In Portugal gährt's weiter. Es werden wieder publikanische Demonstrationen gemeldet— und zwar w der Universität Coimbra. Arbeiterschntz-Kommisfion.. Vor Eintritt in die Tagesordnung erhält Abg. Dr.$ daS Wort, um einen Fall der Berichterstattung über die rathungen der Kommission zur Kenntniß derselben zu bring�' der Redner beklagt sich über die tendenziöse Berichterstattung � „Berliner Volksblatt", welches bekanntlich in seinem � Nr. 264, vom Mittwoch, hervorgehoben hatte, daß Dr. Hirsch � Genossen den günstigeren Antrag des Abg. Hitze bezüglich Höhe der Geldstrafen in der Arbeitsordnung durch stimmung gegen denselbensszu Falle brachten. Dr. Hirsch bemängelt, daß wir von der Annahme seines� träges, welcher statt, wie von der Regierung vorgeschlagen* 1 Strafen bis zur„doppelten" Höhe des ortsüblichen Tagel�„1 nur solche bis zur einfachen Höhe des ortsüblichen Tag�ahn» I zulässig erklärt, keinen Vermerk genommen haben. Es ist uns unerfindlich, wie Herr Dr. H i r s ch in uns, den Thatsachen durchaus entsprechenden Mittheilung tendenziöse Berichterstattung" erblicken kann.„ Nach dem Älntrage des Abg. Dr. Hirsch kann die auf den vollen Betrag des Tagelohnes gewöhnlicher Tageard� (§ 8 des Krankenversichcrungs-Gesetzes) normirt werden.( Der Antrag Hitze wollte, daß die Strafe nur bis Hälfte des„durchschniittichen" Tages-Arbeitsverdienffrs de*. beiter festgesetzt werden sollte. Da nun der hntk» verdienst für 95 pCt. der Arbeiter niedriger ist, als der*. --- f �—"•—•- T•-L tX 4 am 3 f,* hßt 3»�z unterschlagen. Die Berathung beginnt bei§ 134 e; derselbe bestimmt, daß le Arbeitsordnung der unteren Verwaltungsbehörde einzu wichen und an geeigneter den Arbeitern zugänglichen Stell« aus Zuhängen ist. Hierzu haben die Sozialdemokraten den gestern bereits mit- Litheilten Antrag gestellt; Abg. Hirsch beantragt jedem Ar � em Exemplar der Arbeitsordnung auszuhändigen; Abg .Stumm beantragt die Arbeitsordnung au einer den„be- heiligten" Arbeitern zugänglichen Stelle aushängen zu lassen. Der Referent Abg. v. S t u m m beantragt Annahme der egierungsvorlage mit Einfügung des von ihm gestellten wendements; den Antrag Bebel und Gen. bittet der Referent l Z�tehnen, weil die Gewerbcgerichte ihm nicht die geeigneten �nzen zu sein scheinen und deren Unabhängigkeit durch die Uebertragung einer solchen Funktion in kommt; dieselben Bedenken hat der Redner die ev. Genehmigung der Fabriksordnung durch die na ukinspektoren; auch gegen die Beschwerde bei der höheren �rwaltungsbehörde hat der Referent praktische Bedenken, nament- ' l weil der Antragfes nach seiner Forin zuläßt, daß eine einzelne �stonen Beschwerde führen kann; der Antrag Hirsch bietet nach �■Muhl des Referenten ebenfalls bedeutende Schwierigkeiten, eneu keine besonderen Vortheile gegenüberstehen, weil die Ans- uuguuj der Arbeitsordnung an zugänglicher Stelle genüge Korreferent Abg. M o l k e n b« h r beantragt Annahme sozialdemokratischen Antrages, der nur eine Konsequenz des aJi" wonach die Arbeiter über die Arbeitsarduung bhort werden sollen; wenn das Anhören der Arbeiter einen weck haben soll, dann muß auch dafür gesorgt sein, daß etioatge • zur Aenntniß derjenigen Stelle kommen, welche die Unehliche Entscheidung hat; ebenso ist es noth,vendig, die Av > öordnung an die Genehmigung eines nuparueiisch zusammen- "Richten Kollegiums zu binden. -. �9- S3 e b e I begründet den sozialdemokratischen Antrag, em er sich den Ausführungen des Abg. Molkenbuhr anschließt * nachweist, daß die Gewerbegerichte die allergeeigrietsie Stelle ", um die Prüfung und Genehmigung der Arbeitsordnung vor- � Rehmen; der Antrag sei eine Konsequenz der modernen Arbeiter wegung, welche die Regierung durch ihre Vorlage anerkannt . o t, und wenn man wirklich Frieden wolle, dann müffe man Arbeitern die Möglichkeit geben, die Fabriksordnung, welcher unterstellt werden sollen, von einer Behörde feststellen zulassen, �che das Vertrauen der Arbeiterklasse besitzt; der Redner ver- o�tet sich ausführlich über die Bortheile, welche aus der An- fthme des Antrages für beide Theile entstehen würden und kommt I c§ nur die Erfüllung der durch den kaiser- .. n in Ausficht gestellten Gleichberechtigung der Arbeiter würde, wenn der Antrag Annahme fände; das Amendement .■ Hirsch sowohl wie das Amendement v. Stumm, bittet der f ner anzunehmen; die Regierungsvorlage sei durchaus unge- "Ugeud und mangelhaft. Abg. 3)r, Hirsch findet, daß der Vorredner sich in Wider- suchen bewegt habe,— soweit er sich auf englische Verhält- Mle bezogen hat— und nach der Polizei rufe, wenn er die �Sitzordnung an die Genehmigung der Behörde binde. Die kw«rbegerichte feien bereits genügend belastet und man könne l«n daher die Arbeit der Prüfung und Genehmigung der Sitzordnung nicht zumuthen. Nach Ansicht des Redners könne t".'n freier Verhandlung der Zweck, friedliche Verhältnisse " �zuführen, erfüllt werden und die Rechte der Arbeiter seien berücksichtig k, wenn dieselben über die Arbeitsordnung jed � werden. Redner bittet um Annahme feiges Antrages, der Arbeiter in die Lage bringe, die Arbeitsordnung genauer >>en zu jlernen, als wie geschehe, wenn nur Anschlag der "ung bestimmt würde. Serich Zi l e m m führt aus, daß die Judikatur der Gewerbe- �en könnte, wenn man denselben die Genehmigung . � rbeitsordninig übertragen würde. Redner ist ebenfalls hürtu 015 Arbeitsordnung an die Genehmigung einer Be- fteki 0 äU binden und will später diesbezügliche Anträge „*"• Das Gericht, welches bei Verletzungen der Arbeitsordnung ivert wird und entscheidet, darf nicht in die Lage gebracht Arbeitsordnung selbst festzusetz-n; den Antrag Hirsch anzunehmen, dagegen den Antrag Bebel abzu- '�r- H a r t in a n n polein ist rt gegen den sozialdcmo- " Antrag; die Bezugnahme Bebels auf sächsische Verhält- ■ ceffe-, weil dort ganz andere Voraussetzungen füi der Fabriksordnnng durch die Behörde vor- bic 0)»,, fe nic�t zu, weil dort ganz andere Voraussetzungen für �ähetei/ nf' � e �ann nicht für zulässig erachten, daß man der iinei, tzj,.�waltungsbehörde oder auch den Gewerbcgerichten °rd.u. auf die materiellen Bestiminungen der Arbeits- �h»lb-e.ll,v�Umt» das muß dem Gesetz überlassen bleiben und bei« gegen den sozialdemokratischen Antrag, während er nabrikj�.'�öirsch zustimme und es für vortheilhaft halte, dem Ane Abschrift der Arbeitsordnung zuzustellen, was ""zetere � 1 c r'"acht längere, durch Aenßernngen Bebels die ��kührungen über englische Verhältnisse und glaubt, eis%[. Cl'ete®utwickelung in Deutschland ähnliche Zustände fjch'L werde. Was die vorliegende Frage anlangt, so S" Segen den Antrag Bebel, empfiehlt jedoch den i. Regj'? Annahme. h Siet..» 8§f LeHeMche . JHm pauoramru. Diovan»««. Ethnographische Sannnlungen. Italientsche Uolkssänger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. CWWns S. Heine Chausseestr. 14. ' Die schönsten Kiitderkleider wid)-Men für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenrölke, llitterröcke, MoMelt 11. Blouseii, auch im Einzelverkauf sehr billig! Maaßbesttllungen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Normal-Unterkleider und Triko- tagen für Herren, Damen und Kinder. Strümpfe, Socken, Hand- schuhe:c. 8. Heine. Zum Rur Hdte 1526a mit ArintttMhelmck. MtzechÄ 131, ÄISS, Wilhelm Zapel, Hutmacher. Spiegel nnd PolstenvaareuJ eigener Gr. Lager, bill. Preise.« Fabrik. EmiS Heyn, Brunneitstraße 28, Hos parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. 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Unter Berücksichtigung, daß der Kausst�.� des obigen Geschäftes ein ganz enormer ist, vermag. die Handlungsweise des Herrn Kowald nicht nähe�'� kennzeichnen, erwarte jedoch von allen meinen F�ust � und verehrten Kunden, daß dieselben mich nach wch � in meinem Unternehmen unterstützen und damit MM Vorgänger, Herrn Kowald, beweisen werden, daß« ihnen dessen Handlungsweise unter keinen Umständest* billigt wird. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Kassie in Berlin. Druck und Verlag von Mae Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hier«« zwei 1 Beilage zum Berliner Volk Nr. AK7. Sonnabend, den 13. Uovemder 1890. 7. Jachrg. Weitere Mittheilnngen«der ein Heilmittel gegen Tuberkulose. Von Professor R. Koch, Berli n.*) . Sn einem Vortrage, ir eichen ich vor einigen Monaten auf dem "uernationalen medizinischen Kongresse hielt, habe ich ein Mittel "mähnt, welches im Stande ist, Versuchsthiere unempsänglich Men Impfung mit Tuberkelbazillen zu machen und bei schon er- Dankten Thieren de« tuberkulösen Krankheitsprozeß zum Still- wsti zu bringen. Mit diesem Mittel sind inzwischen Versuche an, Menschen gemacht, über welche im Nachstehenden berichtet werden soll. Eigentlich war es meine Absicht, die Untersuchungen voll- Wdig zum Abschluß zu bringen und namentlich auch ausreichende Mahlungen über die Anwendung des Mittels in der Praxis und le,me Herstellung in größerem Maßstabe zu gewinnen, ehe ich "ras darüber veröffentliche. Aber es ist trotz aller Vorsichts- Maßregeln zu viel davon, und zwar in entstellter und über- »Ebener Weise, in die Oeffentlichkeit gedrungen, so daß es nnr geboten erscheint, um keine falschen Vorstellungen auskommen zu ri' W)0" jetzt eine orientirende Uebersicht über den augenblia- «che» Stand der Sache zu geben. Allerdings kann dieselbe unter �gegebenen Verhältnissen nur kurz ausfallen und muß manche richtige Frag-n noch offen lassen. Tie Versuche sind unter meiner Leitung von den Herren fx- A. Libbertz und Stabsarzt Dr. E. Pfuhl ausgeführt und zum Theil noch im Gange. Das nöthige Krankeumaterial haben zur Verfügung gestellt Herr Prof. Brieger aus seiner Poliklinik, Dr. W. Levy in seiner chirurgischen Privatklinik, Herr �heunrath Fraentzel und Herr Ober-Stabsarzt R. Köhler im ?horitee- Krankenhause und Herr Geheimrath v. Bergmann in r chirurgischen Universitätsklinik. Allen diesen Herren, sowie OßtCft Slffiftenten, sind . welche bei den Versuchen behilflich gewesen möchte ich an dieser Stelle für das lebhaste Interesse, oen». f'e der Sache gewidmet, und für das uneigennützige Ent- SV»» Ulmen, das sie mir bewiesen haben, meinen tiefgefühlten „..A, aussprechen. Ohne diese vielseitige Mithilfe wäre es nicht s.Wch gewesen, die schwierige und verantwortungsvolle Unter- �ung i,, wenigen Monaten so weit zu fördern. . lieber die Herkunft und die Bereitung des Mittels kann ich, .-Meine Arbeit noch nicht abgeschlossen ist, hier noch keine An- tL;fn machen, sondern muß mir dieselben für eine spätere Mit- Mlung vorbehalten.'*) m-s* � Mittel besteht aus einer bräunlichen klaren Flüssigkeit, kaitk?.n und für sich, also ohne besondere VorstchtSmaßregeln, )Li•'N- Für de» Gebrauch mutz diese Flüssigkeit aber mehr oder Niger verdünnt werden, und die Verdünnungen sind, wenn sie, iirfi yUlßii'tem Wasser hergestellt werden, zersetzlich; es entwickeln Darin sehr bald Bakterienvegetationen(eine Ansammlung von -----"....... mehr zu ge- Wiii1' werden trübe und sind dann nicht dies zu verhüten, müssen die Verdünnungen"durch W,,»-sirt und unter Watteverschluß aufbewahrt, oder, Z>u�mer ist, mit 0,5 prozentiger Phenollösung hergestellt w was Phenokl-s���- Erhitzen sowohl, als durch"die Mischung mit Ii* 5u!!9 scheint aber die Wirkung nach einiger Zeit, nament- >ch bii. i��dünnten Lösungen, beeinträchtigt zu werden, und bedient m deswegen immer möglichst frisch hergestellter Lösungen Iiis,--.�m Magen aus wirkt das Mittel nicht; um eine zuver- Wn.k/Ü. ng zu erzielen, muß es subkutan(unter der Haut) SfeJ! ch* werden. Wir haben bei unseren Versuchen zu diesem � ausschließlich die von mir für abkteriologische Arbeiten W-k benutzt, welche mit einem kleinen Gummiballon 'eicht, n jR. und keinen Stempel hat. Eine solche Spritze läßt sich steine- Ücher durch Ausspülen mit absolutem Alkohol aseptisch Afeh/„Vi. 0' and wir schreiben es diesem Umstände zu, daß bei �Wanden subkutanen Injektionen nicht ein einziger Absceß �«rsrnti- �pplikationsstelle(Ansatzstelle) wählten wir, nach einigen anderen Stellen, die Rückenhaut zwischen den �ese» Jauern und in der Lendengegend, weil die Injektion an •totiA. su.• am wenigsten, in der Regel sogar überhaupt keine t»»» 0« zeigte und fast schmerzlos war. 'm>at aun die Wirkung des Mittels auf den Menschen an- in I i"*6 stch gleich beim Beginn der Versuche heraus, daß über«Jr sch)" wichtigen Punkte der Mensch sich dem Mittel gegen- such?ts>!.!�ch anners verhält, als das gewöhnlich benutzte Ver- ber nQt,'. bns Meerschweinchen. Also wiederum eine Bestätigung bat ,,.,"'chi genug einzuschärfenden Regel für den Experimentator, Aerknt?"'cht ohne weiteres vom Thierexperiment auf das gleiche %!" beim Menschen schließen soll. Mensch erwies sich nämlich außerordentlich viel schwein* für die Wirkung des Mittels als das Meer- jirrj»ch�"- Einern gesunden Meerschweinchen kann man bis zu ?'lzentimetern und selbst mehr von der unverdünnten deei!,.�' subkutan iujiziren, ohne daß dasselbe dadurch merklich Keajjg-?trgh wird. Bei einem gesunden erwachsenen Menschen dagegen 0,25 Kubikzentimeter, um eine intensive Wirkung ter ff)i„'■"'gen. Auf Körpergewicht berechnet, ist also Visoo von 8c' welche beim Meerschweinchen noch keine merkliche "g hervorbringt, für den Menschen sehr stark wirkend. toitims*®�mptome, welche nach der Injektion von 0,25 Kubik- e.ner 2"% beim Menschen entstehen, habe ich an mir selbst nach i°loenh° berarm gemachten Injektion erfahre»; sie waren in Kürze l�Iieh.,' Drei bis vier Stunden nach der Injektion Ziehen in den M*. Mattigkeit. Neigung zum Husten, Athembeschwerden. � Uvi v—-....c».,,.(Sitnnh. trat ein un- eine Stunde Ansteigen der Körper- fift. r,"w----,-.y.. i y z..»..,, fmöhnli* 7l'fu steigerten; in der fünften Stunde »"bauertel heftiger Schütielfrost ein, welcher fast k Mfeem,,' �ö'eich Uebelkeit, Erbrechen, Ansteigen....... r.. Ws'Mßitbe g?'/' Zu 33,6 Grad; nach etwa zwölf Stunden ließen tu Zun, n�-?weroen nach, die Temperatur sauk und erreichte Elieb�i Dage wieder die normale Höhe; Schuere in „iMfo(a.J"""0.Mattigkeit hielten noch' einige Tage au, 9eröthet b'ieü die Jnjektionsftelle ein wenig schmerzhast Uundeu ngijett Grenze der Wirkung des Mittels liegt für den wl"' Kubik!!"�e" ungefähr bei 0,01 Kubikzentimeter(gleich aur8 �ers„*"eter der hundertfachen Verdünnung), wie zahl- volliefe»A- ergeben haben. Tie meisten Menschen reagirten �etfleb.«!"ur noch mit leichten Gliederschmerzen und bald her Mattigkeit. Bei einigen trat außerdem noch eine '*-- atttTOV ierau§ ihieme, ?S: •"Tmtt jsau, Sq!"8 Doch muß ich bemerken, daß der zur Zeit vor- bstrC"ur ein sehr geringer ist, und daß erst nach �8n etwas größere Mengen zur Verfügung stehen leichte Temperatursteigdrüng ein bis zu 38 Grad oder wenig dar- über hinaus. Wenn in BezUg aus die Dosis des Mittels(auf Körper- gewicht berechnet) zwischen Versuchsthier und Mensch ein ganz bedeutender Unterschied gesteht, so zeigt sich doch in einigen anderen Eigenschaften'wieder eine ziemlich gute Ueberein- stiminung. Die wichtigste dieser'Eigenschaften ist die spezifische Wirkung des Mittels auf tuberkulöse Prozesse, welcher Art sie auch sein mögen. Das Verhalten des Bersuchsthieres in dieser Beziehung will ich, da dies zu weit führen würde, hier nicht weiter schildern, sondern mich sofort dem höchst merkwürdigen Verhalten der tuberkulösen Menzchen zuwenden. Der gesunde Mensch reagirt, wie wir gesehen haben, auf 0,01 Knbik-Zentimeter' gar nicht mehr oder in unbedeutender Weffe. Ganz dasselbe gift auch, wie vielfache Versuche gezeigt habe», für kranke Menschen, vorausgesetzt, daß sie nickt tuber- kulös sind. Aber ganz anders gestalten sich die Verhältnisse bei Tuberkulösen: wenn man diesen dieselhe Dosis des Mittels (0,01 Kubik-Zentim enter) injizirt,*) dann tritt sowohl eine starke allgemeine, als auch eine örtliche Reaktion ein. Die allgemeine Reaktion besteht in einem Fieberanfall, welcher meistens mit einem Schüttelftost beginnend, die Körper- temperatur über 39 Grad, oft bis 40 und selbst 41 Grad steigert; daneben bestehen Gliederschmerzen, Hustenreiz, große Mattigkeit, öfters Uebelkeit und Erbrechen. Einige Male wurde eine leichte ikterische(gelbsüchtige) Färbung, in einigen Fällen auch das Auf- treten einer uiasernartigen Exanthems(Ausschlage) an Brust und Hals beobachtet. Der Anfall beginnt in der Regel 4—5 Stunden nach der Injektion und dauert 12—15 Stunden. Ausnahmsweise kann er auch später auftreten und verläuft dann mit geringerer Intensität. Die Kranken werden von dem Anfall auffallend wenig angegriffen und fühlen sich, sobald er vorüber ist, ver- hältnißmäßig wohl, gewöhnlich sogar besser, wie vor demselben. Die örtliche Reaktion kann am besten an solchen Kranken beobachtet werden, deren tuberkulöse Affektion sichtbar zu Tage liegt, also z. B. bei Lupuskranken(hauttuberkulösen Kranken). Bei diesen treten'Veränderungen ein, welche die spezifisch anti- tuberkulöse Wirkung des Mittels in einer ganz überraschen- de» Weise erkennen lassen. Einige Stunden, nachdem die Infektion unter die stiückenhaut, also an einem von de» erkrankten Hauttheilen im Gesicht u. s. ,v. ganz entfernten Punkte gemacht ist, fangen die lupösen Stellen, und zwar ge- wohnlich schon vor Beginn des Frostanfalls an zu schwellen und sich zu röthen. Während des Fiebers nimmt Schwellung und Röthung immer mehr zu und kann schllehlich einen ganz be- deutenden Grad erreichen, so daß das Lupnsgewebe stellenweise braunroch und nekrotisch(brandig) wird. An schärfer abgegrenzten Lupusherden war öfters die stark geschwollene und braunroth ge- färbte Stelle von einem weißlichen fast einen Zentimeter breiten Saum eingefaßt, der seinerseits wieder von einem breiten lebhast gerötheten Hos umgeben war. Nach Abfall des Fiebers nimmt die Anschwellung der lupösen Stellen allmälig wieder ab, so daß sie nach 2—3 Tagen verschwunden sein kann. Die Lupusherde elbst haben sich mit Krusten von aussickerndem und an der Luft vertrocknetem Serum(Blutwaffer) bedeckt, sie verwandeln sich in Borke», welche nach 2— 3 Wochen abfallen und mitunter schon»ach eininaligerJnjektion des Mittels eine glatte rothe Narbe hinterlassen. Gewöhnlich bedarf es aber mehrerer Injektionen zur vollständigen Beseitigung des lupösen Gewebes, doch davon später. Als besonders wichtig bei diesemVorgangemuß noch hervorgehoben iverden, daß die geschilderten Veränderungen sich durchaus auf die lnpös er- krankten Hautslellen beschränken; selbst die kleinsten und unschein- barsten, im Narbengewebe versteckten Knötchen machen den Prozeß durch und werden infolge der Anschwellung und Farbenänderung sichtbar, während das eigentliche Narbengewebe, in welchem die lupösen Veränderungen gänzlich abgelaufen find, unverändert bleibt. Die Beobachtung eines mit dem Mittel behandelten Lupus- kranken ist so instruktiv und muß zugleich so überzeugend in Bezug auf die spezifische Natur des Mittels wirke«, daß Jeder, der sich mit dem Mittel beschäftigen will, seine Versuche, wenn es irgend zu ermöglichen ist, mit Lupösen beginnen sollte. Weniger frappant, aber immer noch für Auge und Gefühl wahrnehmbar, sind die örtlichen Reaktionen bei Tuberkulose der Lymphdrüsen, der Knochen und Gelenke u. s. iv., bei welchen Anschwellung, vermehrte Schmerzhaftigkeit, bei oberflächlich gelegenen Theilen auch Röthung sich bemerklich macheu. Die Reaktion in den inneren Organen, namentlich in den Lungen, entzieht sich dagegen der Beobachtung, ivenn man nicht etwa ver- mehrten Husten und Auswurf der Lungenkranken nach den ersten Injektionen aus eine örtliche Reaktion beziehen will. In der- artigen Fällen dominirt die allgemeine Reaktion. Gleichwohl muß man annehmen, daß auch hier sich gleiche Veränderungen vollziehen, ivie sie beim Lupus direkt beobachtet iverden. Die geschilderten Reaktionserscheinungen sind, wenn irgend ein tuberkulöser Prozeß im Körper vorhanden war, aus die Dosis von 0,01 Knbik-Zentimeter in den bisherigen Versuchen ausnahmslos eingetreten, und ich glaube deswegen nicht zu weit zu gehen, wenn ich annehme, daß das Mittft in Zukunft ein unentbehrliches diagnostisches Hilfsmittel bilde» wird. Man ivird damit im Stande sein, zweifelhafte Fälle von beginnender Phthifis(Lungen- schwindsucht) selbst dann noch zu diagnostiziren, wenn es nicht gelingt, durch den Befund von Bazillen oder elastischen Fasern in, Sputum(Auswurf) oder durch die physikalische Unterftichung eine sichere Auskunft über die Natur des Leidens zu erhalten. Drüsenaffektionen, versteckte Knochentuberkulose, zweifelhafte Haut- tuberkulöse und dergleichen werden leicht und sicher als solche zu erkennen sein. In scheinbar abgelaufenen Fälle» von Lungen- und Gelenkstuberkulose wird sich feststellen lassen, ob der Krankheitsprozeß in Wirklichkeit schon seinen Abschluß gefunden hat, und ob nicht doch noch einzelne Herde vorhanden sind, von denen aus die Krankheit, ivie von einem unter der Asche glimmenden Funken, später von Neuem um sich greisen könnte. Sehr viel wichtiger aber als die Bedeutung, welche das Mittel für diagnostische Zwecke hat, ist seine Heilwirkung. Bei der Beschreibung der Veränderungen, welche eine sub kutane(unter die Haut einzuspritzende) Injektion des Mittels auf lupöS veränderte Hautstellen hervorruft, wurde bereits erwähnt, daß nach Abnahme der Schwellung und Röthung das LupuS- geivebe nicht seineu ursprünglichen Zustand wieder einnimmt, sondern daß es mehr oder weniger zerstört wird und verschwindet. An einzelnen Stellen geht dies, wie der Augenschein lehrt, in der Weise vor sich, daß das kranke Gewebe schon nach einer ausreichenden Injektion unmittelbar abstirbt und als todte Masse später angestoßen wird. An anderen Stellen scheint mehr ein Schwund oder eine Art von Schmelzung des Gewebes einzutreten, welche, um vollständig zu werden, wiederholter Einwirkung des Mit- *) Kindern im Alter von 3—5 Jahren haben wir ein Zehntel dieser Dosis, also 0,001, sehr schwächlichen Kindern nur 0 0005 Kubik-Zentimeter gegeben und damit eine kräftige, aber nicht besorgniherregende Reaktion erhalten. tels bedarf. In welcher Weise dieser Vorgang sich vollzieht, läßt sich augenblicklich noch nicht mit Bestimmtheit sage», da es an den erforderlichen histologischen Untersuchungen fehlt. Nur so viel steht fest, daß es sich nicht um eine Abtödtung der im Gewebe befindlichen Tuberkelbazillen handelt, sondern das nur das Ge- webe, welches die Tuberkelbazillen einschließt, von der Wirkung des Mittels getroffen wird. In diesem treten, wie die sichtbare Schivellung und Röthung zeigt, erhebliche Zirkulationsstörungen und damit offenbar tiefgreifende Veränderungen in der Ernäh- rung ein, welche das Gewebe fe nach der Art und Weise, in wel- eher man das Mittel wirken läßt, mehr oder weniger schnell und tief zum Absterben bringen. Das Mittel tödtet also, um es noch einmal kurz zu wieder- hole», nicht die Tubeekelbazillen, sondern das tuberkulöse Ge- webe. Damit ist aber auch sofort ganz bestimmt die Grenze bezeichnet, bis zu welcher die Wirkung des Mittels sich zu erstrecken vermag. Es ist nur im Stande, lebendes tuberkulöses Gewebe zu beeinflussen; auf bereits todtes, z. B. abgestorbene käsige Massen, nekrotische Knochen jc., wirkt es nicht; ebensowenig auch auf das durch das Mittel selbst bereits zum Ab- sterben gebrachte Gewebe. In solchen tobten Gewebsmassen können dann immerhin noch lebende Tuberkelbazillen lagern, welche entweder mit dem nekrotischen Gewebe ausgestoßen werden, möglicherweise aber auch unter besonderen Verhältnissen in das benachbarte noch lebende Gewebe wieder eindringen könnten. Gerade diese Eigenschaft des Mittels ist sorgfältig zu beachten, wenn man die Heilwirkung deffelben richtig ausnutze« will. Es muß also zunächst das noch lebende tuberkulöse Gewebe zum Absterben gebracht und dann Alles aufgeboten werden, um das todte sobald als mögKch, z. B. durch chirurgische Nachhilfe, zu entfernen; da aber, wo dies nicht möglich ist, und nur duvch Selbsthilfe des Organismus die Aussonderung längs»«» vor sich gehen kann, muß zugleich durch fortgesetzte Anwendung des Mittels das gefährdete lebende Gewebe vor dem Wiedereinwan- dern der Parasiten geschützt werden. Daraus, daß das Mittel das tuberkulöse Gewebe zum Absterben bringt und nur auf das lebende Gewebe uftrtt, läßt sich ungezwungen noch ein anderes, höchst eigen- thürnliches Verhalten des Mittels erklären, daß es nämlich in sehr schnell gesteigerten Dosen gegeben werden kann. Zunächst könnte diese Erscheinung als auf Angewöhnung beruhend ge- deutet iverden. Wenn man aber erfährt, daß die Steigerung der Dosis im Laufe von etwa drei Wochen bis auf das 500fache der Anfangsdosis getrieben werden kann, dann läßt sich dies wohl nicht wehr als Angewöhnung auffassen, da es an jedem Analogon von so wettgehender und so schneller Anpassung an ein starkwirkendes Mittel fehlt. Man ivird sich diese Erscheinung vielmehr so zu erklären habe», daß Anfangs viel tuberktckäses lebendes Gewebe vorhanden ist, und dein entsprechend eine geringe Menge der wirksamen Substanz ausreicht, um eine starke Reaktion zu veranlassen; durch jede Injektion wird aber eine gewisse Menge reattionssähigen Gewebes zum Schwinden gebracht, und es bedarf dann verhält- nißmäßig immer größerer Dosen, um denselben Grad von Reaktion wie früher zu erzielen. Daneben her mag auch innerhalb gewisser Grenzen eine Angewöhnung sich geltend mache». Sobald der Tuberkulöse soweit mit steigenden Dosen behandelt ist, daß er nur noch ebensowenig reagirt, wie ein Nichttuberknköser, dami darf man wohl annehmen, das alles reaktionsfähige tuberkukstse Gewebe getödtet ist. Man wird alsdann nur noch, um den Kranken, so lange noch Bazillen im Körper vorhanden sind, vor einer neuen Infektion zu schützen, mit langsam steigenden Dosen und mit Unterbrechungen die Behandlung fortzusetzen haben. Ob diese Auffassung und die sich Daran knüpfenden Folgerungen richtig sind, das wird die Zukanft lehren müssen. Bor- läufig sind sie für mich maßgebend gewesen, um danach die Art und Weise der Anwendung des Mittels zu konstruiren, welche sich bei unseren Versuchen folgendermaßen gestaltete: Um wieder mit dem einfachsten Falle, nämlich mit dein Lupus zu beginnen, so haben wir fast bei allen derartigen Kranken von vornherein die volle Dosis von 0,01 Kubik- Zentimeter in- fizirt, dann die Reaktion vollständig ablaufen lassen und nach ein bis zwei Wochen wieder 0,01 Kubik- Zentimeter gegeben, so fort- fahrend, bis die Reaktion immer schwächer wurde und schließlich aufhörte. Bei zwei Kranken mit Gesichtslupns sind in dieser Weise durch drei beziehungsweise vier Injektionen die lupösen Stellen zur glatten Vernarbung gebracht, die übrigen Lupus- kranken sind der Dauer der Behandlung entsprechend gebessert. Alle diese Kranken haben ihre Leiden schon viele Jahre ge- tragen und sind vorher in der verschiedensten Weise erfolglos de- handelt. Ganz ähnlich wurden Drüsen-, Knochen- und Gelenttuberkulose behandelt, indem ebenfalls große Dosen mit längeren Unter- brechungen zur Anwendung kamen. Der Erfolg mar der gleiche wie bei Lupus; schnelle Heilung in frischen und leichteren Fällen, langsam fortschreitende Besserung bei den schweren Fällen. Etivas anders gestalteten fiq die Verhältnisse bei der Haupt- masse unserer Kranken, bei den Phthisikern. Kranke mit ausge- sprochener Lungentuberkulose sind nämlich gegen das Mittel weit empfindlicher, als die mit chirurgischen tuberkulösen Affek-tione» behaftete». Wir mußten die für Phithisiker anfänglich zu hoch bemessene Dosis von 0,01 Kubik-Zentimeter sehr bald herabsetzen und fanden, daß Phithisiker fast regelmäßig noch auf 0,002 und selbst 0,001 Kubik- Zentimeter stark reagirten, daß man aber von dieser niedrigen Anfangsdosis mehr oder weniger schnell zu denselben Mengen aufsteigen kann, welche auch von den anderen Kranken gut ertragen iverden. Wir verfuhren in der Regel so, daß der Phithisiker zuerst 0,001 Kubik-Zenlimeter in- fizirt erhielt, und daß, wenn Temperaturerhöyung danach eintrat, dieselbe Dosts so lange täglich einmal wiederholt wurde, bis keine Reaktion mehr erfolgte; erst dann wurde auf 0,002 gestiegen, bis auch diese Menge reaktionslos vertragen wurde, und so fort immer um 0,001 oder höchstens 0,002 steigend bis zu 0,01 und darüber hinaus. Dieses milde Verfahren schien mir namentlich bei solchen Kranken geboten, deren Kräftezustand ein geringer war. Wenn man in der geschilderten Weise vorgeht, läßt es sich leicht er- reichen, daß ein Kranker fast ohne Fieber- Temperatur und für ihn fast unmerklich ans sehr hohe Dosen des Mittels gebracht werden kann. Einige noch einigermaßen kräftige Phthisiker wur- den aber auch theils von vornherein mit großen Dose», theils mit forzirter Steigerung in der Dosirung behandelt, wobei es den A»- schein hatte, als ob der günstige Er,olg entsprechend schneller ei»- ftat. Tie Wirkung des Mittels äußerte sich bei den Phthisikern im Allgemeinen so daß Husten und Auswurf nach den erste» �»jektione» geivohiilich etwas ziinahme», da»» aber mehr inid mehr geringer wurden, um in den günstigsten Fällen schließlich ganz z» verjchwtnde»; auch verlor der Auswurf seine eitrige Be- schastenheit, er wurde schleimig. Die Zahl der Bazillen(es sind nur ivlche Kranke zum Versuch gewählt, ivelche Bazillen im Aus- wurf hatten) nahm gewöhnlich erst dann ab, wenn der Auswurf I ajlcimigca Aussehen bekommen hatte. Sie verschwanden daii.i zeltiveilig ganz, wurden aber von Zeit zu Zeit wieder angetroffen, w- Auswurf vollständig wegolieb. Gleichzeitig hörten die Nachtschweiße auf, das Aussehen besserte sich, und die Kr»"k»" nahmen an Gewicht zu. Die im Anfangsstadium der Phthisis be- handelten Krauken sind sämmtlich im Lause von 4 bis 6 Wochen von allen Krankheitssymptomen befreit, so dasi man sie als ge- beilt ansehen konnte. Auch Kranke, mit nicht zu großen Kavernen sind bedeutend gebessert und nahezu geheilt. Nur bei solchen Phthisikern, deren Lungen viele und große Kavernen ent- hielte», war, obwohl der Auswurf auch bei ihnen abnahm, und das subjektive Befinde» sich besserte, doch keine objektive Besserung wahrzunehmen. Nach diesen Erfahrungen möchte ich annehmen, daß deginnende Phthisis durch das Mittel mit Sicherheit zu heilen ist.>) Thtilweisc mag dies auch noch für die nicht zu weit vor- geschrittenen Fälle gelten. Aber Phthisiker nnt großen Kavernen, bei denen wohl meistens Komplikationen, z. B. durch das Eindringen von anderen eiter- erregenden Mikroorganismen in die Kavernen, durch nickt mehr zu beseitigende pathologische Beränderungen in anderen Organen u. s. w. bestehen, werden wohl nur ausnahmsweise einen dauernden Nutzen von der Einwendung des Mittels haben. Vorübergehend gebessert wurden indessen auch derartige Kranke in den menien Fallen. Man muß daraus schließen, daß auch bei ihnen der ur- sprüngliche Krankheitsprozeß, die Tuberkulose, durch das Mittel in derselben Weise beeinflußt wird, wie bei den übrigen Kranken, und daß es gervöhnlich nur an der Möglichkeit fehlt, die ab- getödteten Geweb»niafse» nebst den sekundären Eiterungsprozessen zu beseitigen. Unwillkürlich wird da der Gedanke wachgerufen, ob nicht doch noch manchen von diesen Schwerkranken durch Kombination des neuen Heilverfahrens mit chirurgischen Ein- griffen(nach Art der Empyemoperation), oder mit anderen Heil- saktoren zu Helsen sein sollte. Ucbcrhaupt möchte ich dringend da- von abrathen, das Mittel etwa in schematischcr Weise und ohne Unterschied bei allen Tuberkulösen anzuwenden. Am einfachsten ivird sich voraussichtlich die Behandlung bei beginnender Phthise und bei einfachen chirurgischen Affektionen gestalten, aber bei allen anderen Formen der Tuberkulose sollte man die ärzUiche Kunst in ihre votlen Stechte trete,! lassen, indem sorgfältig individualisirt wird und alle anderen Hilfsmittel herangezogen werden, um die Wirkung des Mittels zu unterstützen. In vielen Fällen habe ich den entschiedenen Eindruck gehabt, als ob die Pflege, welche den Kranken zn Theil wurde, ans die Heilwir- kling von nicht unerheblichem Einfluß war, und ich möchte des- weoen der Anwendung des Mittels in geeigneten Anstalten, in welchen eine sorgfältige Beobachtung der Kranken und die erfor- derkiche Pflege derselben am besten durchzuführen ist, vor der ambulanten oder Hausbehandlnng den Vorzug geben. Jmvieweit die bisher»ls nützlich erkannten Behandlung-. Methoden, die An- wenduug des Gebirgsklimas, die Freiluftbehandlung, spezifische Ernährungen u. s. w, mit dem neuen Verfahren vortheilhast kombiuirt werden können, läßt sich augenblicklich noch nicht absehen; aber ich glaube, daß auch diese Heilfaktoren in sehr vielen Fällen, namentlich in den vernachlässigren und schweren Fällen, serner im Rekonvaleszenzstadiuni im Verein mit dem neuen Ver- fahren von bedeutendem Nutzen sein werden�). Der Schwerpunkt des neuen Heilverfahrens liegt, wie gesagt, in der möglichst frühzeitigen Anwendung. Das Ansangsstadium der Phthise soll das eigentliche Objekt der Behandlung sein, weil sie diesem gegenüber ihre Wirkung voll und ganz entfalten kann. Desnwgen kann aber auch gar nicht eindringlich genug darauf hingewiesen werde, i, daß in Zukunft viel mehr, als es bisher der Fall war, seitens der praktischen Aerzte Alles aufgeboten werden muß, um die Phthisis so frühzeitig als möglich zu diagnostiziren. Bislang wurde der Nachweis der Tuberkelbazillen wu Sputum mehr als eine nicht uninteressante Nebensache be- trieben, durch swelche zwar die Diagnose gesichert, dem Kranken aber kein weilerer Nutzen geschafft wird, die deswegen auch nur zu oft unterlassen wurde, wie ich noch nie wieder in letzter Zeit an zahlreichen Phthisikern erfahren habe, welche gewöhulnh durch die Hände mehrerer Aerzte gegangen waren, ohne daß ihr Sputum auch nur einmal untersucht war. In Zukunst muß das anders werden. Ein Arzt, welcher es unter- läßt, mit allen ihm zu Gebote stehenden MiUeln, namentlich mit Hilf« der Untersuchung des verdächtigen Sputums auf Tuberkel- bazille» die Phthisis so früh als möglich zu konstatiren, macht sich damit einer schweren Vernachlässigung seines Kranken schuldig, weil von dieser Diagnose und der auf Grund derselben schleunigst eingeleiteten spezifischen Behandlung das Leben des Kranken abhängen kann. In zweifelhasten Fällen sollte sich der Arzt durch eine Probe-Jnjeklio» die Gewißheit über das Vor- handensein oder Fehlen der Tuberkulose verschaffen. Dann erst wiro das neue Heilverfahren zu einem wahren Segen sür die leidende Menschheit geworden sein, wenn es dahin gekommt» ist, daß möglichst alle Fälle von Tuberkulose frühzeitig in Behandlung genommen werden, und es gar nicht mehr zur Ausbildung der vernachlässigten schweren Forme» kommt, welche die unerschöpfliche Quelle sür inuner neue Infektionen bisher ge- �'�°Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß ich absichtlich statistische Zahkucuigeben und Schilderung einzelner Krankheit-!- fälle in dieser Mittheilung unterlaffen habe, weil dieierngen Aerzte, zn deren Krankenmaterial die sür unsere Versuche be- nutzten Kranken gehörten, selbst die Beschreibung der Fülle über- nommen haben, und ich ihnen in einer möglichst objektiven Dar- stellung ihrer Beobachtungen nicht vorgreisen wollte. UoKales. Den Pneteigenossen Berlins«ud Zte«grse»d sei fol- gmdes mitgetheilr: Der zu Pankow im Gafthause des Herrn R a h n, einem f ü r A r b e i t e r gesperrten Lokale, tagende Gesangverein„Blaue Schleife" beabsichtigt in Gemeinschaft mit dem im„Marienbad", Gesundbrunnen, Badstraße(ebenfalls für Arbeiter gesperrt) tagenden Gesangverein„Männerbund" im Lrkale des Herrn Rahn am Todtensest-Sonntng eine musikalische Abendunterhaltung zn veranstalten. Wir richten nun an alle Genoffen die Aufforderung, überall, wo Programme und Einlaß- karten oder dergleichen zn dem angeführten Feste angeboten werden, darauf aufmerksam zu machen, daß das Fest in einem für Arbeiterversammlungen nicht zur Verfügung stehenden Lokale stattfinden soll und dahin zn wirken, daß die Herren hübsch un- gestört unter sich bleiben mögen. In Pankow ist immer noch für Arbeiterversammlungen über- Haupt kein Saal zu haben. Das„Berliner Volksblatt" liegt nur aus beim Gastwirth Bdrchardt, Schulzestraße 27, sonst in keinem anderen Lokale in Pankow und Nieder-Schönhausen. Die Lokal- kommisfion von Pankow und Nieder-Schönhausen. I. V.: Otto Ehlert. $«1« prcusjil'chrn Abgeordnetenhaus« ist der Gesetz- entwurf über die Einkommenpeuer zugegangen. Derselbe umsaßt 86 Paragraphen, die, in 10 Abschnitte gegliedert, die Steuer- pflicht, die Steuersätze, die Veranlagung, Oberaussicht, Steuer- Erhebung, Heranziehung der Ko.nmunal-Abgaben u. s. w. an- geben. Nach den Motiven hat die Regierung bei dieser Reform >) Dieser Ausspruch bedarf allerdings noch insofern einer Einschränkung, als augenblicklich noch keine abschließenden Er- fahrungen darüber vorliegen und auch noch nicht vorliegen können, ob die Heilung eine definitive ist. Rezidive sind selbst- verständlich vorlaufig noch nicht ausgeschlossen. Doch ist wohl anzunehmen, daß dieselben ebenso leicht und schnell zu beseitigen sein werden, wie der erste Anfall. Andererseits wäre es aber auch möglich, daß nach Analogie mit anderen Infektionskrankheiten die einmal Geheilten dauernd immun werden. Auch dies muß bis auf Weiteres als eine offene Frage angesehen werden. *) In Bezug auf Gehirn-, Kehlkopf- und Miliartuberkulose stand uns zu wenig Material zu Gebote, mn darüber Erfahrungen sammeln zu können. ihr Hauptaugenmerk darauf gerichtet, Klaffensteuer und klassifizirte Einkommensteuer zu verschmelzen, den Steuertarif zu verbessern, den minder bemittelten Bevölkerungsschichten Erleichterungen zu gewähren, das Veranlagungs-Berfahren unter Einführung der Selbsteinschätzung zu vereinfachen und unparteilich zu gestalten. Tie Steuerpflicht beginnt mit einem Einkommen von 900 M. Die Steuer beträgt bei einem Einkommen von mehr als: bis einschließlich: Mark Mark 900 1050.. 1050 1200.. 1200 1350.. Mark 1350 1500 1650 1800 2100 2460 2700 3000 3300 3600 3900 4200 4500 5000 5500 6000 6500 7000 7500 8000 8500 9000 1500 1650 1800 2100 2400 2700 3000 3300 3600 3900 4200 4500 5000 3500 6000 6500 7000 7500 8000 8500 9000 9500 6 9 12 16 21 26 31 36 45 54 66 78 92 106 120 135 150 165 180 195 210 226 242 258 276 Bei Einkommen von mehr als 9500 bis einschließlich 15000 M. beträgt die Steuer 300 M. und steigt bei höherem Einkommen bis einschließlich 100 500 M. in Stufen von je 1000 M. um je 30 M., von da ab in Stufen von je 5000 M. um je 150 M. Für jedes Familienglicd unter 14 Jahren werden vom steuer- pflichtiqen Einkommen bei einem Betrage von nicht mehr als 3000 M. der Betrag von 50 M. abgezogen. Auch sonst können besondere, die Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigende wirth- schaftliche Verhältnisse in der Weise berücksichtigt werben, daß bei Einkommen von nicht mehr als 8000 M. eine Herabsetzung um drei Stufen, bei einem Einkommen von nicht mehr als 6000 M. eine Ermäßigung von höchstens zwei Stufen gewährt wird. Jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 M. veranlagte Steuerpflichtige ist zur Steuererklärung verpflichtet, in welcher das Einkommen, nach den verschiedenen Einkominenqnellen gesondert, anzugeben ist. Wer die Erklärung nicht rechtzeitig abgiebt, verliert die Rechtsmittel gegen seine Einschätzung sür das betreffende Jahr. Der Aeranlagung geht eine Boreinschäyung voraus durch besondere Kommissionen, bestehend aus dem Gemeindevorstande und Mitgliedern, die theils von der Regierung ernannt, theils von der Gemeindevertretung gewählt werden. Tie Veranlagung erfolgt durch die Veranlagnngs- Kommission unter dem Vorsitz des Landraths bezw. eines Regierung»- Kommissars und Mitgliedern, die wiederum theils von der Regierung bestellt, theils von den Kreis- bezw. Stadtvertretungen gewählt werden. Gegen die definitive Veranlagung giebt es eine Berufung an die Be- rufungskommission und in letzter Instanz an einen in Berlin zu errichtenden Steuer-Gerichtshof, dessen Mitglieder theils Beamte des Finanzministeriums, theils solche des Ober-VerwaltnngSgerichts und Kammergerichts sind. Wissentliche Aerschweigungen oder unwissentlich richtige An- gaben in der Steuererklärung oder bei der Beantwortung der gestellten Fragen werden, wenn eine Verkürzung des Staates stattgefunden, mit dem vier- bis zehnfachen Betrag der Verkürzung, sonst mit dem vier- bis zehnfachen Betrag der Jahressteuer, um welche der Staat verkürzt werden sollte, mindestens aber mit einer Geldstrafe von 100 M. bestrast. Sind zu den Gemeinde-, Kirchen- und Schulsteuern Personen mit weniger als 900 M. heranzuziehen, so erfolgt ihre Veran- lagung lsterzu nach folgenden fingirten Normalsteuersätzen: bei einem Einkommen von mehr als bis einschließlich Jahressteuer — M. 420 M. e/s pCt. des Einkommens 420„ 660„ 2,40 M. 660., 900„ 4,00„ Zum Schluß geben wir noch wieder, was in dem Entwurf über die vorgesehene Ausdehnung der Steuerpflicht auf Aktiengesellschaften«. gesagt wird; es heißt da: Der Entwurf schlägt die Ausdehnung der Einkommensteuerpflicht auf die wichtigsten und steuerkrästigsten Eriverbsgesellschaften vor und geht hierbei im Wesentlichen von gleichen Gesichtspunkten aus, wie die Ge- setzesvorlage vom Jahre 1883. Nur insofern haben die Vor- schlage der letzteren eine Erweiterung erfahren, als den Aktien- gesellschaftcn mit Bezug auf die Einkommensbesteuerung die Berggewerkschasten und die eingetragenen Genossenschaften gleich- gestellt werden sollen. Nicht getroffen werden von der Ein- kommensteuer diejenigen Genosseuschaften, welche ihren Verkehr statntgemäß und thatsächlich auf den Kreis der Mitglieder beschränken. Die„D-lks-Its." schreibt: Die„Berliner Zeitung", das Organ der Familie Ullstein, bewährt heute ihren all begründeten Ruf, das schäbigste Organ der hiesigen Presse zu sein, durch folgende Notiz:„In dem Beleivi- gungsprvzeß des Miteigenthümers der„Berliner Zeitung", Louis Ullstein, gegen den früheren Chefredakteur der„Bolks-Zeitung", Dr. Franz Mehring, stand gestern Termin vor dem Schöffengericht an. Herrn Mehring sollte Gelegenheit gegeben werden, die belei- digenden Behauptungen, welche er in Bezug auf den Privatkläger verbreitet hatte, zu beweisen. Herr Mehring hatte es jedoch vorgezogen, zu Hause zu bleiben, und sich damit entschuldigt, daß er— der Eröffnung des preußischen Landtags beiwohnen müsse. Das Entschuldigungsschreiben war dem Gericht erst gestern zugegangen, obwohl Herr Mehring, wie konstatirt wurde, bereits am 30. Oktober geladen war. Auf Antrag des klägerischen Vertreters, Rechtsanwalt Dr. Halle, wurde beschlossen, Herrn Mehring zum nächsten Termin zwangs- weise vorführen zu lassen." „Die„Post", welche den betreffenden Gerichtsbeschluß gleich- falls— in anständiger und sachlicher Form— erwähnt hatte, ist so loyal, heute Abend auch folgende Klarstellung zu ver- öffentlichen: „Hochgeehrter Herr Redakteur! In Ihrer gestrigen Nummer berichten Sie über einen Preßbeleidigungs- Prozeß, der von dem Verleger der„Verl. Ztg.", Herrn Louis Ullstein, gegen mich an- gestrengt, und in welchem— wegen nicht genügend entschul- digten Ausbleibens— meine zwangsweise Vorführung vom Gerichtshöfe beschlossen worden ist. Ohne die Richtigkeit dieses Be richts anzufechten, ersuche ich Sie, denselben dahin ergänzen zu wollen, daß der betreffende Beschluß ans ausdrücklichen Antrag des klägerischen Anwalts, des Dr. Halle, gefaßt worden ist. Herrn Halle hatte ich rechtzeitig in höflichster Form von meinem an den Gerichtshof gerichteten Antrage um Verlegung des Termins in Kennmiß gesetzt, und da ich keine Antwort erhielt, seine Zustimmung um so mehr vorausgesetzt, als ich bei dem Ver- treter eines freisinnigen Blattes ein Berständniß für publizistische Verpflichtungen annehmen zu dürfen glaubte und als Herr Halle selbst durch von ihm eingeleitete Ausgleichs-Verhandlungen, auf welche ich mit aller Loyalität eingegangen war, den Austrag der Sache monatelang verzögert halte. Wenn Herr Halle durch die Nichtbeantwortung meiner Benachrichtigung mich in den Glauben' versetzte, er stimme einer Verlegung des Termins zu, und dann vor Gericht meine zwangsweise Vorführung bean- tragte, so werde ich sofort durch Darlegung des wirk- lichen Sachverhalts eine Aushebung des von dem Gerichts- hose ohne Kenntniß der oben erwähnten Umstände Vorführuugsbeschlusses zu erwirken suchen: bis dahin muß ich Urtheil über das Versahron des Rechtsanwalts Halle und° „Berliner Zeitung", welche heute unter Verschweignng j wirklichen Sachverhalts über ineine angebliche Feigheit triumpp' jedem Unbefangenen überlassen. Indem ich Sic, Herr Rtdaut> Uni gefälligen Abdruck dieser Zeilen ersuche, zeichne ich � achtungsvoll«rgebenst„ F. Mehring.' Für unsere Leser bemerken wir noch, daß die ganze? folgenden Zusammenhang hat. Im August d. I. übersiel „Berliner Zeitung" uns einen schönen Tages und ohne daß � seit undenkbarer Zeit ihren Namen auch nur genannt hatten,>n einer Fülle duftiger Schimpfwörter und seiner Verleumdiing 7 indem sie uns als Erpoesserorgan verdächtigte 2C. Da absolut kein Anlaß dieses sauberen Ergusses zu entdea war, so konnten>vir nur annehmen, daß sich in selben der Zorn eines jungen Mannes Luft machte,' einige Zeit vorher als„Louis Ullstein" von der„Berlm Zeitung" auf unserer Redaktion einen unerbetenen Besuch mg. stattet, aber auf eine„kollegiale", leider sehr ungehörige ö' einen höflich ablehnenden Bescheid erhalten hatte. richteten wir an die Adresse dieses Jünglings die nochgedrunz� Abivehr jener verlenniderischen Angriffe, die freilich auch nach Alberti's Komplimentirbuch abgefaßt, aber nichts als e — strafrechtlich erlaubte— Kritik der beleidigendsten Vorwull war. Der Witz des trotzdem angestrengten Prozesses besteht> darin, daß sich aus dem„Kollegen" Louis Ullstein plötzlich. „Kaufmann" und„Miteigenthümer" der„Berliner Zeitung' puppt hat, der mit heiligem Abscheu jede moralische Veranwvo lichkeit für die Redaktion der„Berliner Zeitung" ablehnt wuninehr klagt, weil er in beleidigender Weise für Dinge v antwortlich gemacht worden sei, an' denen er kein Theil Der„Kaufmann" und„Eigenlhümer" braucht ja auch nicht wo zu wiffen, was der„Kollege" sicherlich aus seinem Lessing ge» hatte:„Der Wirth. der in seiner Kneipsch-nke wissentlich läßt, ist nicht ein.Haar best«, als der Mörder.,,_ j- So weit waren die Dinge gediehen, als der Dr. Haue Namen seines Schwagers, des Herrn Louis Ullstein, in � Weise Ausgleichsverhandlungen einleitete, auf ivelche u früherer verantwortlicher Rebakteur eben so höflich m»gJ£ Schließlich scheiterten dieselben aber doch. Leider hatte dem '■-• rv* i- ri-...»__-n rr\.. C- � i——•">*1£ll» Schließlich scheiterton tnejelven aver oocy. klagten das bisherige Verhalten des Dr. Halle das Vertrauen. geflößt, daß derselbe, wenn er in eine kurze Vertagung bes r* Beklagten auS mehrfachen Gründen unbequem liegenden Terin nicht willigen wollte, wenigstens auf die entsprechende ihm zeitig zugegangene Benachrichtigung mit einem kurzen Ncin warten würde. Dieses nnzeitige Vertrauen hat dein eine gerechte Strafe eingetragen; inzwischen tröstet ihn über I.. Ungemach einigermaßen das seltene Beispiel menschlichen �.( muths, mit welchem die Redaktion der„Berliner Zeitung Heldenthaten des Herrn Louis Ullstein in einem Pro; ehe herrlicht, welcher nur dadurch möglich geiverden ist, daß J? Louis Ullstein die Redaktton der„Berl. Ztg." nach ihre« t* thaten heftig verleugnet.,$ zlugluck schläft nicht. Unter dieser Spitzmarke sch man uns: An der Ecke der neu durchgelegten Falkenstem- Schlesischenstraße sind Arbeiter, von einein Maurerpolier c' fichtigt, beschäftigt, die Hinterhäuser dieses Eckhauses Nlederzu 9 Der Polier, der selbst mit Hand anlegte, wurde von einer stürzenden Wand begraben und nach wenigen Minuten,«mg � die feste Wand von den die Straße pflasternden Steinsetzern Arbeitern gehoben, todt hervorgezogen. Die herbeigerufene y � die sich in hochschwangerem Zustande befindet und auch«om � todtes Kind zu Hause hat, brach an der Leiche ihres tw« bewußtlos zusammen. it Die Zeiche eine« unbekannte« S e lb ftm äeder»' � kürzlich an den Schießständen auf dem Spandauer Bock 8# wurde, ist zu rekognosziren. Der Lebensmüde war 46— 4o. alt, hatte granmelirtes Kopshaar, etwas kleine breite Rafe,. bekleidet mit einem schwarzen Rockanzug, auf ivelchem die t( S. Hamburger, Roscnthalerstraße 3 am Kragen verzeichne ferner mit einem leinenen Hemd, in das die Anfang***� T. T. gezeichnet waren.. ata« Dali,«,-geeicht. Am 13. d. Mts. Morgens fiel ew« � vor dem Hause Waterloo- Ufer Nr. 17, angeblich in FM8 � Ohnmacht' in den Landwehr- Kanal; sie wurde noch leben dem Waffer gezogen und nach dem Krankenhause am tlrv � bracht.— Als Mittags der Kutscher Jareczewski»ut mIic« ladenen Steinwagen auf das Grundstück Nr. 8 in der Straße B, zwischen der Schilling- und Großen Irankfurte t ---«-*-----<>--- CUrt/lPll fuhr, wurde er durch einen Stoß, den der Wag Fahren über die Bordschwelle erlitt, von demselben et(itt geschleudert, so daß er unter die Räder gerieth.-„.m«? einen doppelten Bruch des Unterschenkels und eine der Brust uud mußte nach dem Krankenhause am E«» ätiP Hain gebracht werden.— Nachmittags ging'«%»afl denftraße ein Pferd mit einem Gcschäftswagttl. dem Landsbergerplatz zu durch. Der Produktenhändler» wollte dort das Pferd aushalten, siel'.hm in die Z«8«' chtett noch etwa 80 Schritte weit mitgcschleist und erlitt babei, Kopfverletzungen, so daß er nach dem Krankenhause am? '»am gebracht werden mußte.— Zu derselben.Z«"'- c# putzet Hellwig beim Abrüsten eines Stangengcriisics p# Srundsmck Lottumstr. 13A etwa 3 Meter tief herab.«..„haust eine Quetschung der Hüfte. Er wurde nach dem»ra„„t am Friedrichshain gebracht.— Abends wurde e»i- vi«5 dem Hause Jnvalidenftr. 43 von einem Wagen überfay an beiden Beinen anscheinend schwer verletzt, so daß ie 3 1« '': erforderlich wurde.- fiihrung nach der Charitee der Nacht zum 13. dieses Brände statt. ' Monats fanden J'00 Tlzeoter war gntf C,t nnu"be im Allgemeinen recht flott, auch � Ilobevstlhk„ 181 '• sowie im Arbeitsnachweis und«« �runge" des obigen Vereins. Venrerken wollen wir nur noch, , V Niemand zu befürchten braucht, daß der Skw.e des ErHebers «Mint gegeben wird. Wir wünschen, daß dieser Mahnruf nicht ungehort verhallen möge. j„ ,%* der©frnfrtdrik utid Kunstnegetei, vormals Diirichen tl\.. � Meißen, wurden die Arbeitslöhne wiederholt bedeu- o gekürzt. Da der Direktor Jahn hierbei auf keinen nenuens- "'.»«i Widerstand stieß, nahm derselbe im Laufe vergangener �che eine weitere, in manchen Theilen über SO pCt. betragend« �Wireduzirinig vor. Dieses Vorgehen war nnn aber auch dem weeßen Arbeiter zu arg, infolgedessen legten am Montag, den 10. Zto� «mber, alle Töpfer der Fabrik die Arbeit sofort nieder(23 Mann). t.f Forderung der Arbeiter ist nur:„Erhaltung der bisherigen chne". Tiefe wollen und müssen sie aufrecht erhalten, soll ihre dssensstellung nicht unter die der Kulis sinken. Die deutschen werden ersucht, Zuzug strengsiens fern zu halten und für genügende Geldnnttel zu sorgen. Die Wanren benannter Fabrik snn»" �besondere nach Hamburg und Westfalen. Die Ofenseher i„' wenn irgend thunlich, ihre Verarbeitung verweigern, so n»ge die Fabrik den billigen Forderungen ihrer Gehilfen nicht Jchpricht. Töpfer Deutschlands, laßt die Kollegen in Kölln nicht Nikcn! Alle Arbeiterblütler sind freundlichst um Abdruck des Erstehenden gebeten._,' VersÄ mmlunflcn. m,;, o,., K-Kanntmachnng. 25 m'i, auf die Nachricht, daß der Neichsläg in der Zeit vonl die I bis späresteus 2. Tezcmber er. zusaimnentreten wird, sieht sich �anzreii-Komlnission veranlaöt, dkli > Ia«hnite® ber et» g es ch rte b en e«', sowie auf Grund .itim �rechtlicher Vorschriften errichteten Hilfstassen lind,« m bm s. Dezember er., nach Berlin einzuberufen. Tie Eröffnung Maitt Bermiitazs o Uhr iwit; das Lokal wird demnächst bekannt gc- SetÄl angemeldet«» Delegirten wird direkt noch eine Einladung zu- .fc- D t e Kommission. i" tif. pro Ezelliplar zu begehen. M- arbeitersreundlichen Blatter werden um Abdruck gebeten. und!»t.rb«>i-ir«»er MetaNurdrrter«S. fr»""b msMmmm feps«": i-ÄW» v'«ßclbltilWn■- Arbeiter und verwandten Beruf«- w. Demschland«.(Filiale Berlin.) Montag, den 17. November, Ver- MMiSLM« "rrijmwlung.':- b»r KSttcher.«in Dlensiag, den 3. Tejember, l' Restaurateur Heise, Ltchlrnbergerstraße 31, General- UM> Sesriidnichklisse de« ziert in« sSmmtNche» Aerufe- bioit»,»�"valtungsstelie es,«Sonnabend, den 16, Slovember, Abends s Uhr, Tel»,,"., l"- d bei BarieU,«erfammluna. Tagesordnung: i. Wahl der ÄliWeber zur Bcncral-Bersammlung. 2. Berschiedines. s. Aufnahme neuer * 0»nd Arbeiterin»»», befonderS die Zigarren- l; und Tortirertnncn, werden auf die am Tiensiag, den Abends«X Uhr, slatlsindende öffeuMche Versammlung UM deul rren ausmertsam gemacht, daß der«ongreß-Selegirte, Herr von Elm au? Hamburg, anwesend sein uud nau�utlich zu den Eortirern und lZortircrinnen sprechen wird. Di« Taa-�sordnung der Bersammlung ist: I. Tie Novelle zum Kranteu-BersicherungBzcseh. 2. Der Kongreß der freien Hilsstasien in Berlin bczw. Antrags zu demseloen, 3. Verschiedenes. Zentral- Krank«»»- und ÖitrbcknSc der Eischter cic.«Wekßcnsee.) Sonnlag, den 10. November, Nachmittags i Ubr, M.tolicdzr-Versammtung im Restaurant„Zum Pfersfcnmnller", Königs chaussec 4a. Tagesordnung: Ab- rechnuug vom 2. und». Quartal und Kasienangelegenheilen. Uni zahlreiches «krschemen wird ersticht, Dtr Nrrein für Frauen»ud Mädchen!, Fennstr. 4a bei Krüger, 12. Görlitzer- und Sorauerslrauen-Ecle, 13. Weißen- iee: Bolter- und«!harlo«enstraßen-Ecki bei Klevs, 14 Brliorterstraße und Eck: Arenzlauer Allee, ill. Gesundbrunnen, Grüi.lhalerstraß:«6 bei Preuß. Der tirveiisnachweiS besindet sich Wallstraße 7—8 und ist von 7 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12—3 Uhr, gcössnet. Die Arbeitsvermittlung geschieht unentgeltlich.— Da in der ordentlichen «ö-neraloersammlnng beschlossen wurde, die Ertrasteuer vom 1. Dezember ab bis zum März wegfallen zu lassen, werden die Mttglieder ersucht, bis Ende dieses Monats ihre Extrabeiträge zu entrichten. Fachverrin der in Kuchbindtrritn und vermandi-n Setrirbe» br- sichästigttn Arbeiter. Montag, den 17. November, Abends 8% Uhr, im Konzertyaus„Sanssouci", ltottdusersir, 4 a: Graß- allgemeine Versammlung. Tagcsoronnng: 1. Wie stellen sich die in Buchbindereien und- verwandten Belrieden beschäftigten Arbeiter zu den Beschlüssen der Versammlung der im graphische» Gewerb« beschäftigten Arbeiter? Referent; Verbands- vorsitzenbcrA. Dietrich auS Stuttgart. 2. Verschiedenes. Ausnahme neuer Mitglieder. Ausgab- der l-atisttschen Fragebogen, sowie der Sammellisten für die Streikenden bei Julius Rosenihal, Kollegen, Arbeiter, es aUt Mittel und Wege zu sinden, um der Nimmersatten RuSbeittungZwuth ein Hai: zu ge- bieten. Darum erscheint Alle, ob Vereins- oder Nicht- Vereinsmiiglieder, in dieser Veisammlung und beweist duich recht zahlreiches Erscheinen, daß Ihr Eure Klafsealace c.Iaunt hob! und endlich gewillt seid, durch recht rege Be- I Heiligung am Berein Euch ein inenscheinvürdig«s Dasein zu schaffen. Der Borstand. Kttreiii Äerlincr älagelsiiiuiirdr. Sonntag, den 18, November, Bor- mittags 10 Uhr, Lichtenbergerstraße 21 bei Heise, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: l. Bericht vom'Arbeitsnachweis und von der Neiseunter- stützung, sow.c endgiltige Äeschlußfafswig über letztere. 2. Unser Winter- vergnügen. 3. Bersaiiedcnes. Gäne willkommen. N»rba»d der H1or:t>!ai>pin!er unv Ftrufsgenosien Kerlin». Berfainmlung am Montag, den 17. November, Abends 9 Uhr, bei Feuerstein, Alle Jalobstr. 76. «dthischc K-krUschakt. Sonntag, den 18. November, Abends 7% Uhr, Erenadiersir. 33 bei Secfeldt: Vortrag des Herrn Dr. Völkcl:„Der Segen des Unglaubens". Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz, Gäste, Damen und Herren, willtomme.:. tiroftc iiffrntliche ziolksvrrsammlung für Warienderf»iid zln«. geg-nd am Sonnabend, den 16. November, Abends 8% Uhr, im Saale des Herrn Vlocksdors. Frirdrichehagen! öirohe ässentlicht Melke- Nersantmlung für ztlänntr U»i> Frantn am Sonnabend, den 16. November, Abends 8% Uhr, im Saale des GesellschastShauses. Nrinilktndorf I Jim Sonniag, den IC. November, Nachmittags Iis Uhr, im Lokale deS Herrn Lüdicie: Lefsenlliche Versammlung des Fachvereins der Bau- und gewerblichen Hilssarbetter für Reinickendorf und Umgegend. Tischlrr-Merrin. Heule Abend 0 Uhr jiottbuserstr. 4a: Bortrag des Herrn Dr. Lütgenau und Bericht vom Stiftungsfest, Ztrrchottr I Ki» Mtrriniguug dtr Artchsler 7«»tfchiando, Zahl- fttllt Ztirdorf, veranstaltet am Sonnabend, den 15. November, In Barla's «Salon, Berastr. 120, ein Tauzl.änzchen, verbunden mit Gesang vom Gesang- verein„Grüne Eiche"(Mitglied des Arbeiter-Sängerbundes) und Vortrag des Herr» Otto Negun. Freunde und Bttannte find gerzlich willkommen. tNtfstntliche Merfaminlung dtr Kattter Arrttee» nnd Nmatgtud am Monlag, den 17. giooember, Abei.ds 8% Uhr, bei Gründer, Schwerin- straßc 18. Tagesordnung: l. Unsere Iv rthschastliche Lage und Stellungnahme zu derselben. 2. Diskussion. 8. BcrschiedeneS. Pri»at-?Ktattr-Wtstllfch»ft..Koifnnntz". Sonnabend, den 16. November, Gesellschastsabcnd im Gartensaal bei»r-bs, Ohmgassc 2. Nerti» zur Mahrnng dtr Interrlft» dtr Kchnhiiiirchrr. Sonntag, den 18. November: Gesellige Zusammentunst mit Tanz und Vorträgen in May's Feslsälee:(kleiner Saal), Beulhstr. 20—21. Anfang 7 Uhr. Um recht zahlreiche vetheilraung wird gebeten. Zwei grtichr öfftntlichr Zttrsnmntlungtn für Frauen und Männer. 1. Am Sonntag, den is. November, Abends 6 Uhr, im Lokal von Hosk- mann, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Freie Liebe". Referent: Peus. 2. Dislussion. 2. Am Montag, den 17. November, Abends 8 Uhr, im Lokal von Nürnberg, Schönhaufer-Avce 28. Tagesordnung: 1. Vortrag Über:„Eugen Richter und die Sozialdcmolratie". Referent: Dr. Lütgenau. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Zu recht zahlreichem Besuch dieser Bersamm- lungen werden Genossen und Genossinnen eingeladen.. Aaftler Ktrlin» und Zlmel.stnd. Oesseittliche Versammlung am Montag, den 17. November, In Gründer's Salon, Schwerinstr. 13. TaaeS- ordnung: 1. Unssve wirthfchafiliche Lage und Stellungnahme zu derselben. 2. Distusflon. 3. Verschiedenes. Fest- und AisKubirKlub». Sonnabend. Fe u erbach, Abends sUhr, im Lolale des Herrn Schröder, Reichenbergerflr. 24. Arlitittr-Känhitrbund Berlins und Umgegend. Sonnabend,'Abends SUhr: Uebungsstunde, Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein„Freund- f ch a f l Fricdenstr. 48 bei Tolltühn.— Gefangverei»„Sanges Echo," Stalitzerftraße 142 bei Greiser.— Gesangverein„L y r a n t a", Landsberger- straßc 81 bei Musehold.— Grüne Eiche", Knesebeck- und Hermannftr.-Ecle bei Beiler. »Zesnug-, Turn- und geftstige Mereine. Sonnabend. Gesangverein der Offenbacher„Sän gertr a nz", Deutscher.Hof, Luckauerstr. Nr. 16, Uebunns- liunde um o Uhr. Gäste willkommen.— Musitverein„Vorwärts", Abends %— 10% Uhr, Annenstr. 14, pari. Berliner Tu rn g e n 0 lse Usch a st. 8. MännerAbtheilung. Abeuds %'9— kn Uhr.— Lübcck'scher Turnverein. Tie 1. Lehrlinasabtheilmig lurnt Abends 8—10 Uhr. Der Turnsaal besindet sich Königstädlrfches Gymnasium, Elisabethstraße 57—68. Slalklub„R a m s ch", gegründet t. Oltober 1890. Abends 9 Uhr, Sitzung in Willi)«SchmZdl's Restaurant, Wrangclstr. 141, Genossen sind räeundlichst eingeladen.—„Privat-Theater-Gesellschaft S ch n e e g l ibck«b«»" im Lokal Beleranensiraße 0 bei Vettin.— Verein„Luft i-g-c Brüder", Abends« Uhr, Vrüderstr. 28,— Roller'scher St eno- g r a p h e n- B e r e i 11„S ü d- W c st Berti n". AbcndS 8� Uhr, im Restaurant Körner, Barutherstraße 1, Unterricht und Ucbung. VrivfkokPteu der MedAktion. Bei Anfragen bttten wir die AbonnementZ-Quittung beizusügen. Aittwort wird nicht erlheilt. «rieslichs J. K. in DtrudsiMM. In Ihrem Brief an L. haben Sie keine Adresse angegeben. L. kann selbst nicht kommen, empfiehlt aber Herrn P. 100. Wenn Sie lediglich technisch thütig waren, ohne mit der kaufmännischen Seite des Betriebes zu thun zu haben, so be- durfte es überhaupt keiner Kündigung, oder es genügte jedenfalls die 14 tägige, der Gewerbeordnung entsprechende. Jedenfalls können Sie das rückständige Gehalt beanspruchen. N. L., Kubenerstrajsr. Tie Abrede, daß, falls Ihnen das gegebene Darlehn nicht rechtzeitig zurückgezahlt wird, die Ihnen. als Pfand gegebenen Pfandscheine Ihr Eigenthum sein sollen, ist ungiUig. Sie können nur Ihren Schuldner auf Rückzahltmg des Darlehns verklagen, am besten durch Zahlungsbefehl. Sie sind berechtigt, die Pfandscheine einzulösen, dürfen dann aber die ein- gelösten Gegenstände auch nur als Pfand, nicht als Eigewhmii betrachten. K. W. 95. Beantragen Sie wegen Ihrer Restforderung beim Amtsgericht einen Zahlungsbefehl. Erhalten Sie nicht binnen zwei Wochen seil Zustellung des Zahlungsbefehls die Nachricht, daß Widerspruch»rhoben ist, so beantragen Sie bei demselben Gericht den Erlaß des Vollstreckungsbefehles, welchen Sie sodann einem Gerichtsvollzieher zur Bornahme der Zwangs- Vollstreckung übergeben. Gderberg. 1. Alexanderstr, 50, 2. Wenn aus erhobenen Widerspruch gegen ein Strafmandat das Schöffengericht und die Strajkammer des Landgerichts geurtheilt haben, so ist noch Re- Vision an das Kammergericht zulässig. 3. Die Verbreitung einer alten Nummer des„Sozialdemokrat" ist jetzt nur dann strafbar, wenn die betreffende Nummer einen strafbaren Inhalt hat, z. B. Beleidigungen enthält. K» K. Falls die Eltern des Kindes dasselbe nicht bei Ihnen belasten wollen, so kann das Vormundschaftsgericht eine dahin- gehende Verfügung erlassen, falls der Nachweis erbracht wird, daß die Eltern das Kind vernachlässigen würden; es müsse hierfür aber gewichtige Gründe angifführt und bewiesen werden. Unserm Gen offen E a r l Klein zu »._ Carl merkst« was? *'»«emetnizefährttch-n#K* der •—__ Papprl-Alle»._ t feiner Schwester M i n n a zu ihrem kJ*£?n Wiegenfeste ein dreifaches Hock, * dl« ganze Kastanien-Allee wackelt! C. Rock. . Verein Maßchinisten n. Beizer. rn!�9' 1G' b- Mts.. Nachm. 5 Uhr: WF* Versammüing ««ue I a k 0 b st r a ß e 24'25. e!p�.°rdnun g: Vortrag über "Wiche Schiedsgerichte. Referent: M, r,j,. Diskus, ion. Auf- .«yme neuer DLtglieder.- Gäste will- *ü,«iUien v-.w Der DorSand. Minter-Naletots be Mld �nzuge � � � i g st e n V r'e i s e n enipfiehlt das bekannte Mm- üb üNveil- vtticrsbe von * J, von 425 Julhis Liudenbaum �**ltjvauhfaitt«tfkv. 159. J' ti_t ltät: Anfertigung nach uu� Arbeitssache». «i» aus Firma und «austtu,nu,„ zu achir»!) ich und Freunden theile Tig�rch mit. daß ich mein nc-chf.�'s'hiift am 1. Oktober -�nteuftelstraSe 9 verlege. C��iueunemraBe 9 verleg! • Roinicke, Li-uiteuffelstr. 112a. 2381 »«., Uhren '" Wark(außer Bnich) bei «J*'," Winkler, Uhren, Ohrketten. Herren- u. Knaben- � Arbeiter- Kontrob N uionr. Menke '■'«Mr. � g wibe marke. Steglitzerstraße. Marstrn z. quittiren von Partei- Keitragen empfiehlt allen Gen offen die Quittnn eamarken- und Kautschuk- Stomp olfabrlk von Conrad(MiMler, Schieendit»-Leiftig. 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B9 Morgen, Sometag, den 16. d. Mts., von sruh bis Abend großes Wnrst- eifon, wozu Kvennde und Genossen freundiiihst einladet 430 H. Kl Wake, Weinmeisterstr. 6. 429] Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Reii->. B«msß Bin-Ml. Alb. No«t»ne, Gr. Franksurterstr. 27, _ Eingang Lelms erstraße._ Alle Fremden und Geuossen lade ich am Montag, den 17 d. Bt., zu einem gemüthlichen Abend crgebenst ein. EJÖüÜmZm, Kaiserstr. 4. Empfehle mich de» Genossinnen und Arbeiterfrauen als Modistin in allen Nnmengarderoben zu den bittigsten Preisen. Auch verkaufe Schnittmuster zur Selbstanfertigung. Frau Anna Noack, Mrlttttu-AHte 89, v. 3 Tr.[414 Winter-Paletots in hochfeinen Stoffen 15, 18, 20, %4, 30 M. Mofit- u. J�uet-An- Züge IS— 33 M., Hochs. Hosen u. Mosten. Knabrn-Mnirtoto spottbill. 119 Kleider- Paradies isn L.cipzigerctrasse. ilO Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Rum, Punsch, Glühwein. Vi FI. 1,50. Ingwer, LuH, Poramerauzeu Vi Ltr. 1,00. Kedichi. üngarwein r Vi Fl. 1,50— 2,00. Rctli- u. Portwein...Vi Fl. 1,50. empfiehlt 1238 Franz Beyer, 16. Prinzessinnenstraße 15. Filiale: _ Elisabeth-Ufer 47. Genossen und Freunde lade Sonn- abend zum Giinse-«*d Hasrn Anospiolrn crgebenst ein. 126 Gastwirth Schütze, Urbanstr. 51. KS EG EX1 R. Bamneyer Rind« u. Schweineschläcitter SW., ä'ürhriHflerpvitß» 13 SV. JJrfllr Mr-rtvr._ Hilligc preise. Ein Verein«tzieomer ist zu veraeben bei Adolf Laego, Fürbriugerftr. 22.1758 Alb. Mutze. Dalldarierstr. 18, dicht am Weddingpl, empfiehlt sein Lager fertiger fchnhwaaren erren, Damen n»»d Kinder. Solide Waare zu billigsten Preisen. Bosisliungen nach Kaass sowie Reparaturen prompt und bi&hgmt. MF" Den Parteigenossen im Osten empfehle mein Cigarre«aoesci*äi#t. Kommt aber©firrr nach dem Ander», damit das Gedränge nicht immer zn groß wird. 450 __ H. Laake, Weidenweg 36. Hui* I k�aHc. Klagen, Eingaben, Rath in Prozesse», Einziehung von Forderungen. 440 Pollak, jetzt Georgenkirchstr. 24 11. 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Leute(26 und 28 Jahr alt) suchen Stellung, am liebsten bei einem Parteigenossen, gleichviel welcher Branche und in welcher Eigen- schast als Lageristen, Kontorboten, Kasfirer, Aufseher. Magazins- oder Labvratorinmsarbeiter. Eintritt kann nach vorher gegangener 14 tä giger Kündigung jeden 1. u. 15. erfolgen. Offerten unter 0. 9. an die Erved. d. Bl. 433 Uchtieng PerBmutt-Apbeiterl Der Streik der Firnia p. Kinze, Uittrrstraße 118, dauert unverändert fort. Zuzug ist seruzuhaltcu. Die Streikende». Zahlstellen befinden'sich bei Strohmeier, Mariannenplatz 19; bei sowie in sännntlichen Zahlstellen der Drechsler _, NB. v..v, Schmiedt, Ritterstraße Deutschlands. 12. Gros&e UffeBitliche Uolks- Versammlung fÜV Männer Ittlb Semiten m--«- _ W �......-V für Männer und Frauen in der Neuen Welt(Hasenhaide) Heute Abends 8 Uhr"SglBSj Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn P-us: Was bedeutet: Religion ist Privatsache. 2. Dislmjfto». 3. Fragekaste». 421 Männer und Frauen sind zu dieser Versammlung eingeladen.— Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlüng statt. Der Einberufer. CharEottenlsupg f. n» /Ki- � und "##1 ____ FpaEiera am Montag, den 17. November, Abends 8 Uhr, in der„Gambrinus-Brauerei", Wallstr. Nr. 46. Tages-Ordnung: 1. Erklärung über Sozialist und Anarchist. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 437 Der Einberufer. in Grosse Volks-Versammlung am Sonntag, den Iß. Uovember, Wittags HVe Uhr, Eratmeit's K i e r h a 1 1 e n, Kommandantenstraße 77—79. Tages-Ordnung: Wie verhalten sich die Arbeiter Berlins zur Gründung eines„Allgemeinen Berliner Arbeiter-Bildungsvereins. 305 Besonders Leseklubs und Arbeiterbildungsvereine mögen diese Versamm- lung ihre Aufmerksamkeit schenken. Der Einbrrnt'er. Verein d. Filzschnbarbeitf und Bernfsgenossev Berlins und Umgeuendi Sonntag, den 16. N o vembtu Vormittags lOVe Uhr: Große Versammlung im Lokale des Herru Zemler, MüniP1,1'' Tagesordnung: n. . Vorlesung und Diskussion beäW' ! rs r\ r\r f•*..v C\Y)fltt2r. der »MM ViäZmhmmm -"- A,. 1C00.1...... 1. c>.. iti— I Itcfi»u erfrfietncii U,5?31 Nar TnrstlB -----,---- JJ---- �_' tarifs. 2. Antrag Schunke und 3. Verschiedenes und Fragekasten. _' y i• t._ t, am Sonnabend, den 15. November 1889, Abends SVa Uhr, iu Wilke's Lokal, Hochstraße 3ßa. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht über die Berliner Streik-Koutrolkommission und Wahl eines Delegirten. 4. Stellung- nähme zum Gewerkschaftskongreß. 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellcrsammlung statt. 435 337 Der Einberufer. Soeben erschieu: Die Neue Zeit. . n O..?* C m» �*,..__ ZimrrsepSeMtel Versammlung der„Freien Vereinigung" am Sonntag, den 16. d. Hits., Vormittags 10' 4 Uhr, iu«eller's Salon, Bergstraße Nr. 68. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Julius Türck über Hexen- Prozesse. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 408 Pflicht eines jeden Zimmerers ist es zu erscheinen. Oer Vorstand. I. A.: Otto Dürre. NB. Aufnahme neuer Mitglieder. Die Uersammlung mied pünktlich eröffnet. Revue des geistigen imd öffentlichen Lebens.-## Heft?□ Die„Neue Zeit" gelangt jeden Sonnabend früh zur Ausgabe. Preis pro Heft 20 Pfg.\ Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstraße Nr. 3. St-ar" Miedervcrkäufer erhalten Rabatt. Fachverein ä. Lithographie- Steinschleifer u. Bernfsge:' (Luxuspapierprägex). � Dienstag, 18. d. Mts., Abends 9 W Versammlung bei B o b e r t, Weinstraße Nr. U- Tagesordnung:. 1. Vortrag des Herrn M. Pre«? über:„Die Entstehung des ParlaM' tarismus und seine Stellung zur Jetztzn 3. Innere Vereinsangelegenheit. 3. Verschiedenes. f Gäste willkommen. Der Vor»Und._ Berliner Arbeiter-Bibliothek. 1 Teck. Achtung! Metallarbeiter' Den Mitgliedern des Allg- arbriter-Urrrins Kerlins n. i grgend zur Nachricht, daß vom tag, den 17. November ab, die f liothrk von Schmidt, Ritterstr. U? nach Adalbertstr. Ur. 16 part. b- Werschke verlegt wird. Die Bibliothek-Kommission. I. A.: R. W e g n e r, Oranienstr.�r Soeben erschien Heft 7; Freie Vereinigung der Bau- u. gewerblichen Hilfsarbeiter für Schöneberg und Umgegend. Sonntag, den 16. November 1890, Wittag» 13 Uhr: Wände r-Ve n Sammlung im ,, Kurhaus" zu Friedenau. Tages-Ordnung: 1. Wahl eines 2. Vorsitzenden. 2. Ziele und Zwecke der Organisation.(Referent: Buchdrucker Wilh. Werner.) 3. Diskussion. 4. Verems-Angelegenheilen. 5. Verschiedenes. 6. Lokalfrage. Mitglieder werden aufgenommen. 419 .—--- ö- vvvvs ♦WCtUCI Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Uorstaud. Große öffentl. Dolksversommlnng iL tzekssjeil i). Kreises Ttltö«-BeskW-Stsrksiv-Chttlstte!lbllr> -----" � in 3. SÖSUsJOEl'*5, 2' 452 Zahlreiches Erscheinen der Genossen bittet --- Oer Einberufer. —---»■■■Mwi-uaci-s Sinei grsje ößentl. Versmmluiigeil Vi:«. � � -*........ für Fronen und Männer I. am Sonntag, den 16. November, Abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Orauienstrasse 180. „„».rws.------'-■- F r e i e L i e b e." Ref.: Peus 3.°b--: II. Am Montag, den 17. November, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Nürnberg, Schönliauser Allee 28. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Eugen Richter und die ---' Ref.: Dr. Lütgenau. 2. DiÄnssion. 8. Ver Sozialdemokratie." schieoenes. Zur Beachtung! Die Versammlungen werden Ve Stunde nach der hier airgegebenen Zeit eröffnet.— Zu recht zahlreichem Besuch laden ein 422 Di- K-auftragt-n. Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter u. verw. Berufsgen. Am Montag, den 17. November 1890, Abends 8 Uhr, in Heigmüller's Salon, Alte Jakobstr.-18a: 8VSitgBieder>-¥ersaniinEung. Tages-Ordnung: -~'"•--- Nob. 1. Die Verhandlungen auf dem Parteitag in Halle. Referent: Schmidt. 2. Vereinsangelegenheit. 413 D-r Uorstaud. _ gf»*_ Gauverein Berliner Bildhauer. Am Di-nstag, den 18. Uov. 1890, Abends 1/29 Uhr, Außerordentliche General-Versammlung bei K-ßuer, Annrustrahe 16. Tages-Ordnung; 1. Geschäftliches(Antrag Davon: 1000 Mark für Arbeitslose aus der Lokalkaffe zu bewilligen). 2. Veratyung des LokalstatutS. 3. Verschiedeues. 420 Mitgliedsbuch legitimirt. Der Uorstaud. Ein Wort an das Volk und seine Lehrer. Von Hans Miiller-Zürich. Smr 48 Seiten. Preis 20 Pfennige."HWH Die Schrift bietet auf Grund reichhaltiger geschichtlicher und statistischer Mittheilungen eine vernichtende Schilderung der Urrmahr- losung drv Uolksutdcrrichts und der K-Haudlung der Uolks» tchnllrhrrr in pr-nß-n. Achtung! Den Mitgliedern der Central" Kranken» und Sterbeka*®* der Tischler(VerwaHunfl«*4® Berlin F) zur Nachricht, daß sich 15. November ab die Zahlstellen folgenden Lokalen befinden: � l. Toborski, Wollinerstr. 9 i. Kell» 2. Emil Schmidt, Diedenhofeker- oe Tresckowstraßen-Ecke. 3. Merker, Bergstr. 10. 4. Bruckner, Lothrirgerstr. 67. Die Auszahlung des Kranke�e� Zu beziehen durch die Expedition des„Berliner Volksblatt", Beuthstr. 8. erfolgt Ruppinerstr. 46 part. bei Raü? Die Zahlstellen bei Hohn, Zionsbs� Platz 1 1, Erdmann, Linien- u. JoawJ straßen-Ecke und Weland, Metzerstc. sind aufgehoben. 412 Di-«rt«o-rwalt»mS� Tie Droijllenhllndlllng m H. Siewert, Berlin 0., Thaerstrasse 62, nahe d. Frankfurter Allee, empfiehlt außer sämmtlichen Apothekenwaaren besonders den schönsten weißen Oorschleberthran, welcher seines milden Geschmackes und der vorziigl. Wirkung sehr beliebt ist! 1 Fl. 50 Pf. u. 1 M.. pro Pfund 80 Pf.; eine besondere Kinderseife, welche sich auch vortrefflich zum Waschen von —'-..... keine r.ijonh»" s:.-»»----- Flchtttin her Ftilechttt. Versammlung K ! am Sonntag, den 16. November . 0, Vormittags' 11 Uhr. im Lokale des Herrn Meißner, Gartenftr. Nr. 162. ____ D-r Vorsta»?!> Sp-nalitäten: Kräuter magenbitter, welcher infolge seiner Zusamineiffetzung aus den besten Kräutern u. Wurzel» ein wohUhuendes, kräftiges Hausmittel ist! Origiualflasche 2 Dt. Den Kollegen zur ! Kttmer. Metallglanzlack mit Farbe, in 1 Stunde hart trocknend, ist im Winter wie im Sommer streichbar! 1 Pfd. 80 Pf. Anerkennungsschreiben liegen bereit! i--------- �Nachricht, daß, beabsichtigte Versammlung des •-•-- nni Sn*!. Vereins der Former, welche am tag im Süden stattfinden sollte, _______| lue, fällt, da wir kein passendes 9ofm fimden haben, dafür findet die m Oi i CD 56 Feste Preise. Für Mark liefere Versammlung vember statt. kassirt Zöllner Sonnabend- bis 10 Uhr beim Restaurateur o g hi- Hornstr. 11 und Montags v->' � 10 Uhr beim Restaurateur iß- Boeckhstr. 12, Restauration älim Meer. Im Westen,/ kassirt P a r d e m a n n i»* Sonnabends von 8 bis 10 ll!£ ss> Restaurateur Böhland, Bülowl� In Moabit kassirt Pfarr Montags A"' abends von 8 bis 10 Uhr rateur Fiel, Birkenstr. 41. 451 Di- G-tsu-rcka beim9" lt-� / I 9 Nr. 267. Somlabrnd, den 13. November 1890. 7. Iichrg. Bojistle Uebovstihk. p Aufruf! Kameraden und Freunde! Selten hat ivohl ein �»ynkampf so vernichtend auf die Arbeiter gewirkt, wie hier unter Zimmerern O si e r b u r g s. Wir erhielten bei schwerer «UDOlt � �'.. Arbeit mm Se in unserer Nähe"(Goldbeck) 30 bis 36 Pf. pro SÜinde' ge-' i'J wurden, so wagten auch wir an unsere Meisler mit einer v rderung von 30 Pf. Stundenlohn bei zehnstündiger Arbeitszeit anzutreten. Da wir auf gütlichem Wege uns mit cv"." zu einigen hofften, so thaten wir ihnen unsere schon am 15. Dezember 1889 kund und stellten ]»Qn r'-'"n?iir die Erfüllung der Forderung den 1. April ein» nv'*- Zum 2. März luden wir unsere Meister zu W», summlung ein, aber anstatt der Meister kam ein Schrei- Bn» AAben, wonach sie den Stundenlohn für gute Arbeiter— (ib'n ,uuf 22 Pf. erhöhen, auf die anderen Forderungen sich r� JUcht einlassen wollten. Daraufhin wurde einstimmig bc- arfAfc' die Arbeit am 1. April niederzulegen, welches auch LI en<®'v wurden auch im Anfang von unseren Kameraden Kti,. Bundes gut unterstützt, aber nach dem 1. Mai, wo die err% unserer deutschen Kameraden einen bedeutenden Umfang . hatten, mußte» auch bei uns die Unterstützungen sich � riugern. Jetzt haben wir bereits vierzehn Kochen lebe Unterstützung den Kampf fortgesetzt, und die tritt mit ihren vernichtenden Folgen immer mehr an uns . Unterstützt durch die Polizei, erwarten unsere Unter- triM1 m'* Begierde den Zeitpunkt, wo wir, durch Hunger ge- Uns vor ihnen deinüthigen sollen. Auf der anderen Seite -ieg, aber ivie den Kampf durch- zielbewußt dem Ausgange des der den StmVs 8111611 Stundenlohn von 20 Pf., womit wir aber nicht im "• waren, unsere Familie zu ernähren. Da nun in diesem ohne Noth heran. , vw ryuvu Jiuft uns in' weiter Ferne der suhren?— Noch sehen wir zielt, Kampfes entgegen, denn wir haben bis letzt nur Emen, «hwu» � c\J der Treue gebrochen und ivieder beim Meister arbeiret. einkn.,? nucty- äußerte sich, daß er die Arbeit gerne wieder iönnf n0"röe' n)enu cr fe'nc Fanlilie nur anders durchbringen dem . nese und Sendungen bitte zu richten an den Vertrauensmann ni, Frauke in Osterburg, Reg.-Bez. Magdeburg, Wasserstraße Leb t ��8 atbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck uns in erobern. diesem Alle VevJÄnmrlmtgeu. b 8e Lohn- und Ägitations- Kommission o e n„ff 6 ß a l d e r, Vergolderinncn u u d Berufs- der(*»..! 6 il hatte zum 11. d. Mts. eine öffentliche Versammlung ßem, �wgenoffen einberufen. Dieselbe fand unter Vorsitz des Mehring statt und erörterte als ersten Punkt der Urrgoider. und Ägitations Jserru wi e d r i» a �vesordnung den Streik der Barockrah men-Ver- >ur besseren Information gelangte in erster Linie ,-x-*'. � Y Y*1• f loTb'er o', 00»ng a der Verhandlunge» war die ArMung � auf folgende Bedingungen: neunstündige gegenseitige ge tägliche zehn" Prozent Alkordaufschlag, fünf Prozent b°'",'ß>cymg für Ueberslundcn. Daraufhin haben 20-Minen Inn*.' bestreikt haben im ganzen TG Kollegen. Davon !,°"u verheirathel 26 mit 87 Kindern. Davon waren Ber- 2° �wilglieder 66. Zu verzeichnen waren 2 Streikbrecher und »-.�a�tbrllchige, sowie 60 Indifferente. Ein großer Theil ber lum bale hat die vereinbarten Bedingungen nicht erfüllt iDÄ Ä jg'Ji«' SS ,» Wji'W l.« bwfem Grunde werden die Meister, welche nicht bewilligt haben, „�nt gegeben werden. Tie Prinzipale, welche bewilligt haben, m MW« SSLfef»!� .�gsklarten Arbeiter gelange. Die Ansichten ü ----— foftr aetbeilte. i auf1 Lkäulein m"-V trat e»tschi»den für freie Hilfskasse» em und '»ch einDi-6.°ber forderte die Arbeiterinnen cnt,chieden ."'hen.'�»�freien Hflfekasse, deren hier •tlen V. in Jr, 111 bem Referenten einverstanden n»d vcr- drii,. T Orts.« vorkommenden Fällen für die Jnter- Aiive�ankt b»r' Mitglieder einzutreteii."— Ter �rrn Maflskons.. Tagesordnung lautete: Stellungnahme zur tt1 befl: 1'» r a n i r' ,mb bie Versammlung wählte hierzu eichlnke... 8 all zum Delegirten. Mit der Aiiferingling mürben L � S8�°Ffenen9 y L 3um �legiiTen.' Mit Der Ausiringuiig nä zu vertr/tem" gleichzeitig die Vergolderinnen auf Die Urrrinigung deiitl'chcr Ktellmacher hielt am Montag, den 10. d. M., ihre Mitgliederversaininlung ab. Nach- dem der Kassirer Böttichcr die Abrechnung verlesen und dieselbe von den Revisoren für richtig erklärt war, ertheilte der Vorsitzende dem Kassirer Techarge. Kollege Geelhaar sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Berichte soivie die Anträge und Beschlüsse der letzten Versammlungen nicht richtig gefaßt wären und die auswärtige» Kollegen deshalb nicht wissen könnten, weshalb ivir eigentlich die Zentralorganisation fallen lassen wollten. Er er- klärte, daß mit der Zenlralorganisation hier in Berlin nichts zu schaffen sei, weil wir in den Vereinsversammlungen nicht auf dem politischen Gebiete vorgehen können. Deshalb müßten wir, um den§ 8 des Vereinsgesetzes nicht zu verletzen, einen Fach- verein gründen, um die Kollegen darüber aufzuklären, was sie zu thun und zu lassen haben. Denn erst dadurch, daß wir politisch gebildet werden, wird der Jndifferentis- mus beseitigt.— Kollege Schueleke legte in kurzen Worten die Gründe klar, weshalb wir mit der Vereinigung nicht vor- ivärts gekommen seien. Viele ältere Kollegen hätten sich ihr sogar deshalb nicht anschließen wollen, weil daö ganze Geld nach Hamburg geschickt wird. ES sprachen sich noch verschiedene Kollegen für die Auflösung der Vereinigung ans, und die Auflösung wurde schließlich einstimmig angenommen. Mehrere Kollegen kritisirtcn noch den Jungen-ArbeitsnachwSis. Dann wurde bekannt gemacht, daß am Sonntag, den 16. November, Vormittags, die erste Ver- sanimlung des neuen Fachvereins, Münzstr. 11, bei Zemter, stattfindet. Mit einem Hoch auf die neue Organisation schloß der Vorsitzende die Versammlung. Eine ötfentliriic Uerfammlung sämmtlicher an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Ar- b e i t e r fand am Sonntag unter dem Vorsitz des Herrn Koboldt statt. Auf der Tagesordnung stand: Wie stellen sich die Kollegen zu dem in der Fritz Kroschel'schen Werkstatt ausgebrochenen treik? Es handelte sich hier darum, daß an Stelle der bisheri- gen wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden seitens der Älrbeiter eine solche von 58 Stunden eingeführt werden sollte. An der über diesen Streik stattfindenden Diskussion betheiligten sich die Herren Weiß, Wilhelm, Schmidt, Kurzweg, Riehl, Rumpf, Wieland, Vadok, Stein und Koboldt. Es wurde von den am Streik betheiligten Kollegen, sowie auch von einigen anderen Rednern bedauert, daß sich Herr Kurziveg seinen Kollege» nicht angeschlossen und mitgestreikt habe. Dieser weist den Vorwurf der Unsolidarität zurück: ihm sei nichts Festes über die Absicht seiner Kollegen mitgetheilt worden; darum habe er in dieser Woche, so lange wie der Streik dauere, weiter gearbeitet. Herr Riehl ist der Meinung, daß die Streikenden selbst Schuld' daran haben, wenn sich ihnen nicht alle der in der Werkstatt beschäftigten Arbeiter angeschlossen haben. In Zukunft müßten derartige Angelegen- heilen besser geregelt werden. Jetzt sei es selbstverständlich, daß der Streik ausrecht erhalte» und die Streikenden unterstützt werden. Es wurde beschlossen, die Werkstatt- Kontrol- kommission zu beauftragen, sich in den nächsten Tagen mit Herrn Kroschel in Verbindung zu setzen, um eventuell eine Einigung herbeizuführen. Außerdem wurde die Kommission beauftragt, Listen behufs Sammlung von llnterstützungsgeldern für die Streikenden auszugeben. Der Vor- sitzende forderte die Kollegen, welche im Fachverein sind, dazu auf, ihre Beiträge möglichst zu bezahlen, damit der Vorstand des Vereins bei dem Anschluß desselben nicht so viel Arbeit habe. Herr Kurzweg erklärt auf eine Aufforderung ans der Mitte der Versammlniig hin, daß er sein Möglichstes thun iveroe, um Herrn liroschel zur Zurückziehung der schwarzen Listen zu bewegen. Unter Verschiedenem wurde das Verhalten der Bremer Liollegen gerügt, welche eine Fahnenweihe mit Umzug durch die Stadt veran- stalteten. Der Kehrknrf«« der Derlincr Arbeiter und Arbeiterinne» zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen tagte am 10. November. Herr Dr. Bernstein sprach über Wunden und Weichtheile. Zunächst wurde in ausführlicher Weise erörtert, wie Quetschungen entstehen,>vie sie verlaufen und behandelt werden. Die Wichtig- keit der modernen Wundbehandlung, der antiseptischen Heilmethode, wurde gebührend gewürdigt. Der leitende Arzt ivandte sich an die einzelnen Hörer mit entsprechenden Fragen; durch Rede und Gegenrede wurde versucht, Klarheit in der wichtigen Frage der Wundbehandlung zu schaffen. Daran schloß sich eine Frage- stellung über früher gehaltene Vorträge. Der leitende Arzt sprach seine Zufriedenheit mit dem Erreichten anö und ging dann zu den Verbandsübungen über. In Vereinsangelegenheiten lies eine Anfrage ei»: Ist es vortheilhafter, eine Agitation für unseren Verein durch das„Berliner Volksblatt" oder durch Flugblätter zu veranstalten? Ein fester Beschluß wurde nicht gesaßt, sondern zwei Mitglieder gewählt, welche mit der Redaktion verhandeln sollen. Nächste Versammlung am 24. November(männliche Abtheilung), am 17. November(weibliche Abtheilung). Eine öffentliche Drrsninuilung der E»«,»miarbriter fand am 12. November unter Vorsitz des Herrn Krüger statt. Herr Link gab in einem Referate einen Ueverblick über die Ent- wickelung in der Geschichte der Menschheit. Er wies in seinen Ausführungen die Haltlosigkeit des alten Satzes:„Es ist schon immer so gewesen, eS hat inimer Reiche und Arme gegeben!" nach. In den urwüchsigen Gemeinschasten der Menschen habe es kein„arm und reich" gegeben. Jedes ihrer Mitglieder habe für die Gruppe gearbeitet und den seinen Bedürfnissen ent- sprechenden Theil der Produkte erhalten. Redner beleuchtet nun in seinen weiteren Ausführungen die antike und feudale Gesellschaft, und kommt zum Schluß auf die heutige Gesellschaft zu sprechen. Sie haoe sich, wie alle anderen Gesellschastssormeu, aus der ihr vorattgegangeuen entwickelt. Durch den Sieg deS Bürgeithums über den Fenda- lismus wurde sie entgilt ig konstituirt. Tie Früchte fielen nur den Besitzenden, dem sich immer mehr entwickelnden Kapital, in die Hände. Tic Entunckliing der Technik schuf ein großes Heer von Arbeitslose». Das Kapital vereinigt sich in immer weniger Hände; die Produktion wird in einem immer großartigeren Maßstabe betrieben und ermöglicht bald eine vollständig genossenschaftliche Regelung ihrer selbst. Unsere Aus- gäbe ist es, den rechten Zeitpunkt abzuwarten, in» dann die Regelung der Prod ilion znm Richen der Allgemeinheit zu übernehmen, so, daß jeder arbeitet, aber auch jeder seine Bedürfnisse ganz befriedigen kann. Ans diesem Grnude Müssen wir uns organijircn>md schon jetzt bessere Arbeits- bedii'guuge» zu erringen suchen, damit wir fähig werden, uns die nölhige Bildung anzueignen. Letzteres einpsehle er, Redner, auch den Gummiarbcitern. Die Ausführungen wurde» bcifnllig ausgenomme». Zur Diskussion sprach Herr Krüger im Sinne dos Referenten. Nach dem Schlnßivort ves Herrn Link wurde». nachdem Herr Krager die Stothivendiakeit derselben klar gelegt, zwei Delegirte zur Berliner Streik-Kontrolkomniission geivahll, und zwar die Herren Ende und Hartman n. Einem Wunsche aus der Versaiiiniliing, eine Gmiiiniarbciler- Versammlung im Norden der Stadt stattli chen zu lassen, ivird Folge geleistet werde». Die Veran», ilnng wurde mit einem Hmy auf die Gummiarbeiter- Bewegung geschlossen. Eine stark belnchte Uerfamnilnng des Fachvereins siir Kchlaster und Maschinenbauer Berlins und Umgegend fand am Montag, den 10. d. M. statt, in ivelcher Herr Dr. Lüttgenail über daS eherne Lohngesetz sprach. Im Verlauf seines Vortrages besprach der Referent auch die lliechenspielerei des Herrn Eugen Richter, das Einkommen eines Einzelnen im sozialistischen Staate herauszurechnen. Dieser große Mathematiker hat es beianntlich dadurch herausbekommen, daß er die Gesammtsumme des ver- steuerten Einkommens durch die Gesannntzahl der Bevölkerung dividirte, das machte pro Kopf eine Summe von 842 M. ans, wobei Herr Richter,(der es bei anderen Gelegenheiten ganz genau weiß), das nicht versteuerte Einkommen des Staates, und der früheren reichsunmittelbaren Fürsten und die Enthüllungen der Bochnmer Steueraffare n. s. w. wahrscheinlich vergessen hat. Ter Referent schloß seinen Vortrag mit den Worten: die Un- wissenheit der Massen ist unser Feind, die Unwissenheit der Geg- »er dagegen uilser Bundesgenosse. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine beinahe zweistündigen Aussührnngeu. Eine Tis- kussion fand nicht statt.— Die Abrechnung vom Sommerfest konnte nicht erledigt werben, da das Vergnügungs-Koinitee noch nicht alle Billets zurück erhalten hatte. Es wurde diese Nach- lässigkeit von einigen Redner» scharf kritisirt und die Kollegen auf- gefordert, ihrer Pflicht nachzukommen. Zur Aufnahme meldeten sich 12 Kollegen. Beschwerde wurde geführt über die uiigenügeiide Besorgung der„Metallarbeiter-Zeitung". Ein Antrag, sie obligatorisch einzuführen, wurde avgelehnt und beschlossen, diese» Antrag auf die Tagesordnung der nächsten beschließenden Versammlung zu stellen. I» die Arbcitsnachweis-Kommission für de» Süden wurde Kollege Hilscher als Ersatzmann gewählt. Zu Verschiedenem machte der Vertrailensmailn der Schlosser und Maschinenbauer Berlins, Kollege Petzold, auf die jetzt zur Aus- gäbe gelangenden Karten und Marken für den Streik- und Agitationsfond aufmerksam und empsichlt rege Benutzung der- selben; ferner machte er auf die am Montag, den 17. d. Mts., bei JoA, Andreasstraße stattfindende Versammlung aufmcrtsam, in welcher der Vertrauensmann der Schlosser Teulschlands, Kollege Bredcr aus Nürnberg referiren wird. Pflicht sämmtlicher Kollegen Berlins sei es, dort auf dem Platze zu sein. Nachdem noch auf das am 3. Weihnachts-Feiertage stattfindende Vergnügen hingeiviesen wurde, zu welchem Billets ä 30 Pf. bei den Bor- standsmitgliedern sowie beim Bergnügungskomitee zu haben sind, schloß die Versammlung. Der Dervand drntscher Mechaniker hielt am Mittwoch eine Mitglieder-Versammlung ab. In derselben sprach Kollege Schöiieinann über„Das Koalitionsrecht". Wie Redner besonders hervorhob, haben die Arbeiter in Deutschland seit 1868 laut Reichs-Gewerbeordnnng wohl das Recht sich zu vereinigen,»in bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erziele», aber dieses Recht wird dem Arbeiter mit Hilfe der verschiedenen Vereins- gesetze jedes einzelnen Ländchens, iviederuin in dem Maße ge- schmälert, daß von einem wirklichen Koalitionsrecht nicht die Rede fein kann. Es wäre dankbar anzuerkennen, wenn die sozial- demokratische Fraktion in dieser Hinsicht Wandel schaffen könnte. Die Versammlung stimmte den Aussührnngen des Referenten zu und nahm folgende Resolution einstimtnig an. Die heutige Ver- sammlung erkennt die dem Koalitionsrecht entgegen- stehenden Vereinsgesetze der verschiedenen Länder als schädigend an für eine freie Organisation der Arbeiter. Die Versammlung erkennt das Koalitionsrecht in der heutigen Form als nicht ausreichend an und sieht eine entschiedene Besse- rung in dem von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ein- gebrachten Entwurf. Die Versammlung beschließt mit allen ge- setzlichen Mitteln für Durchführung dieser Forderungen ein- zutreten." Im Weiteren wurde der Antrag angenommen, die Regelung des Arbeitsnachweises auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung zu setzen. Außerdem wurde der Vorstand beauf- tragt, vermittelst geeigneter Agitationsinitlel für regeren Bestick/ der Versaumilungen Sorge zu tragen. Die Mitglieder der Kranken-»nd Kegräknisskajsl'e der Kronteure«. j. iv. nahmen in einer außerordentlichen, leider schwach besuchten Generalversammlung den 5iassenberichl des Rendanlen entgegen. Am 31. Oktober belief sich das Kassen- vermögen auf 13 356 M. 92 Pf., der beste Beweis für das Ge- deihen der Kasse, die für einen Wochenbeitrag von 45 Pf. eine Kranlenunterstütznng von wöchentlich 12 M. während 26 Wochen und in den folgenden 26 Wochen von 6 M. gewährt. Aus der Mitte der Versammlung wurde an den Vorstand die Frage ge- richtet, weshalb der Vorstand zur Abhaltung des Etiftungssestes die Philharmonie und nicht ein anderes Lokal gemicthel habe. Vom zweiten Vorsitzenden wurde die Frage toie folgt beantwortet: Die vom Vorstande gewählte Kommission habe, nachdem sie sich elf Tage htnteretnander vergebens bemüht habe, ein paffendes Lokal zu finden, mit dem Biitgliede der Lokalkommission. Herrn Werner, in Betreff der Philharmonie Rücksprache genominen, wobei derselbe erklärte, daß die Philharmonie, da schon mehrere Gewerkschaften um Aushebung des Verbots gebeten haben, durch eine Volksversammlüng freigegeben werden würde.(!) Hierauf habe die Kommission das Lokal zur Feier des Sliftungssestes ge- miethet, und da Herr Werner gleichzeitig den Druck der Billets und Plakate übernahm, auch angenommen, hierin nicht unrecht zu handeln./') Der Unrein der Uliischc-Zuschnrider hielt am Sonn- abend, den 8. November, eine Mitgliederversanimlung ab. Herr I. Türk sprach über Frauenbesretung. In der Diskussion sprachen die Herren Grasholv und Koopmann; sie wiesen auf die Wichtigkeit der Frauenfrage gerade in unserer Branche hin. Im 'Anschluß hieran wurde der Wunsch laut, im Dezember eine öffentliche Versammlung eiiizuberufen, in welcher dasselbe Thema noch einmal behandelt und die Frauen dazu eingeladen werden sollen. Nachher soll ein genüithliches Beisammensein, wie es in anderen Gewerkschaften üblich ist, arrangirt werde». Dieser Wunsch wurde zu», Antrag erhoben und einftinimia an- genommen. Dem Kollegen Koopmann wurden 50 M. aus dem Fonds der Arbeitslosen resp. Gemaßregelte» einstimmig bewilliat Kollege Koopmann besprach hierausdle,BeschlüffederBerllnerStreik- Kontrolkouunlssion und ersuchte, aus die ausgegebenen Listen der die Geschäs Vertrauen ZMM'L.MMM muffe eilig od sich mit wundern, daß die dieser �Angelegenheit Er vor- Staatsaiiwaltschaft so 0 belästigt worden ist.— Es erscheint ihm als Pflicht des Borftaudes, daß man ihm tungehend das Manko hätte tniUheilen müssen, damit nicht ohne Grund Kollegen verdächtigt werden, um so gebrandmarkt unter ver Arbeiterschast herumzulaufen. Hierauf sprach Herr " und widerlegte alle von Herrn Möhmg an- Grasholv geführten Punkte. Er theilte der Versammlung mit, dajj Herr Möhring wiederholt aufgefordert worden ist zu er- scheinen, jedoch niemals erschienen wäre. Herr Möhring habe für 9 Wochen von den Zuschneidern pro Woche 26,30 M. Unterstützung erhalten und er habe bei den Plätterinnen angeführt, dast die Zuschneider nicht im Stande wären, ihn 14 Tage über Wasser zu halten. Folgender Antrag wurde mit Majorität angenommen:„In Erwägung, dah das Mitglied C. Möhring sich grober Vernachlässigung seines'Amtes hat zu Schulden kommen lassen; ferner in Erwägung, daß derselbe fortgesetzt wissentlich in der denkbar gehässigsten Weise unsere Organisation in der Oeffent- lichkeit verdächtigt und verleumdet hat, beschließt die Versamm- lung des Vereins der Wäschczuschneider de» Möhring aus unserem Verein für immer auszuschließen. Die Freie Dereinignug der Kanarvciter Berlins hielt ain Sonntag, den 9. Nobr., Vormittags 11 Uhr, ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Da es dem Vorstände nicht möglich war, trotz aller Mühe einen Referenten zu bekommen, so mußte der erste Punkt der Tagesordnung fallen gelassen werden und es wurden Vereinsaugeiegcnheiten erörtert. Die Beschwerde, die vom Kollegen Noack über einige Vereinsmitglieder erhoben wurde, soll vom Vorstande geprüft werden. Kollege 5iohlstädk sah sich ge- nöthigt, als Leiter der Fachkommission zurück zu treten, da be- kannt wurde, daß er einen Kollegen in'Arbeit gestellt hat, der am 1. Mai die Arbeit an einem Bau aufgenommen hat, wo Vereinskollcgen gemaßregelt wurden. Auch das Fachkommissions- Mitglied, Kollege Wittig, schied aus persönlichen Gründen ans seinem Amte. Neugewählt wurden zum Ersatz die Kollegen Unterlauf und Grell. Den streikenden Ver- goldern und einem kranken Mitgliede wurden je 30 M. bewilligt. lieber die Matinee, welche am 30. November in Kausmann's Variets stattsindcn soll, entspann sich eine längere Debatte. In Betreff der Lokalfrage soll der Vorstand nochmals Erkundigung einziehen. Ferner wurde die Angelegenheit der rückständigen Extrabeiträge, welche verschiedene Mitglieder sich weigern zu zahlen, einer scharfen Kritik unterzogen und folgender Antrag an- genommen: Die heutige Mitglieder-Versammlung beschließt, alle diejenigen Mitglieder, welche noch mit der Extrasteuer für Juni, Juli, August und September im Rückstände sind, sind verpflichtet, dieselbe bis zur nächsten Mitglieder-Versannnlung zu begleichen, da sie sonst nicht mehr als vollberechtigte Mitglieder anerkannt werde».— Tie Verkehrslokale wurden bekannt gemacht: Für den Südosten bei Fritz Ebel, Skalitzerstr. 43; für den Südwesten bei Setzlatschek, Fürbringer- und Zossenerstr.-Ecke; für den Westen bei Fritz Genneneit, Alvenslebenstr. 1; Das Lokal für den Norden wird erst später bekannt gemacht werde». Der Fachverein der Gas-, Dstasser-, Heizungs- Nohrleger und Berufsgrnollen hielt am Sonntag, den 9. November, seine ordentliche Generalversammlung ab. Kollege Karpenkiel berichtete über die von der Statuienberathungs- Kommission vorgenommenen Aenderungen der Vereinsstatuten. Der Vorsitzende stellte hierauf die geänderten Paragraphen zur Diskussion. Der Verein erhält die Bezeichnung„Fachverein der Gas-, Wasser-, Heizungs-Rohrleger und Gehilsen", statt wie bisher„Berufsgenossen". Ferner kommt§ 1 ad 6 in Fortfall „religiöse und politische Angelegenheiten sind im Verein nicht zu erörtern". Dte einzelnen Aenderungen wurden speziell durch- berathen und zum größten Theil angenommen, jedoch wurde über das Gesammlstatut nicht abgestimmt, da man erst die Beschlüsse des Geiverkschaftskongresses abwarten will; alsdann sollen weitere Beschlüsse stattfinden. Der Kassirer Kollege Krebs gab hierauf die Abrechnung. Die Einnahmen des letzten Vierteljahres betrugen inkl. Bestand vom vorigen Quartal 131,05 M., Ausgaben 86,10 M., bleibt Bestand 44,95 M. Die Gcsammt-Jahreseinnahme 512,83 M., Ausgabe 467,90 M. Nachdem die Revisoren erklärt. Bächer und Kasse in Ordnung befunden zu haben, wurde der Kassirer entlastet. Koll. Kutscherra ersuchte die vom Arbeitsnachweis Beschäftigung erhaltenden Kollegen, dieses sofort dem Arbeitsnachweiser mitzu- theilen. An Stelle der ausscheidenden Borstandsmitglieder ivuroen gewählt zum 2. Vorsitzenden Koll. Oskar Ficius, zum 1. Schriftführer Koll. Korschel, zum 1. Kassirer Koll. Rißmann, zum 2. Schriftführer Koll. Gurtschke und zu Kommissionsmitgliedern die Koll. Schulz, Emil Tolksdorf und Emil Liebe. Am 23. Noo. findet die nächste Fachvereins-Versammlung statt. Im Uerein dev Einsetzer sprach am 2. November Herr Dr. Lütgenau über das eherne Lohngesetz. An der Diskussion be- theiligten sich die Kollegen Schänitz, Schubert und Schöneberg. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:„Die Mitglieder-Versammlung des Vereins der Einsetzer erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten Herrn Dr. Lütgenau einver- standen und spricht demselben ihren Dank aus, verpflichtet sich an der allgemeinen Organisation theilzunehmen, um endlich die Beseitigung des herrschenden Lohnsystems herzeizuführen." Der Fachverein der Tischler, Bezirk„Glien" hielt am Montag eine Versammlung ab, in der zunächst Herr Pinn einen Vortrag hielt, über Nordau's„konventionelle Lügen der Kultur- Menschheit." Kollege Wiedemann berichtete noch einmal aus- sührlich über die Krüger'sche Werkstatt und konstatirte, daß der Streit zu Gunsten der Kollegen ausgefallen, da ein annehmbarer Vergleich zu Stande gekommen. Ter'Abzug ist verhindert. Es fand noch eine Debatte über den schlechte» Versammlungsbesuch statt, die zur Annahme folgender Resolution führte: Die Versammlung des Fachvereins der Tischler erkennt in dem schwachen Versammlungsbesuch nur die Interesselosigkeit der Berliner Tischler und verpflichtet sich, mit Energie für die Beseitigung dieses Uebels einzutreten. In der Freien Drreinignng der Zimmerer sprach der Genosse, Metallarbeiter Wilde, am 3. d. Mts. über„Wirthschaft- liche Umwälzungen und die Sozialdemokratie". Er forderte zum Anschluß an unsere Partei ans und erntete reichen Beifall.— Die Mitglieder wurden ermahnt, die Sammlungen für den Reservefonds fleißig fortzusetzen, damit der Verein allen Unter- stützungsgesuchen genügen kann. Von einer Erörterung der Äln- gelegenheit Ortland contra Lehmann wurde mit Rücksicht ans die Thätigkeit der Zentral- Streikkommission in dieser Angelegenheit Abstand genommen, lieber die Konserenz der Vertrauensleute zn Halle a. S. erstattete Kollege Lehmann kurz Bericht: Brinkmann hat seinen„Umfall" durch persönliche'Angriffe gegen seinen einstigen Mitarbeiter zu rechtfertigen gesucht.— Die nächste Versammlung findet am Sonntag, den 16. November, in Orschel's Salon statt. Im Fachvmin sämmllicher in der Firmenschilder- Branche beschäftigten Arbeiter hielt am 4. d. Mts. der Buch- drucker, Herr Hugo Lehmann, einen beifällig aufgenommenen Vortrag über gewerkschaftliche Organisation. Die Zustände in der Werkstatt der„Wellfirma" Koch n.Bein wurden einer scharfen Kritik unterworfen und bedauert, daß die Arbeiter dieser Werk- statt dem Fachverein feindlich gegenüberstehen. Doch wurde diese letztere Behauptung auch bestritten. Für die streikenden Vergolder wurde gesammelt und eine Resolution angenommen, welche zum Beitritt in die Organisation auffordert. Die Versammlung war sehr stark besucht. Eine öffentliche Uerfammlnng der in der chirur- zischen Branche beschäftigten Arbeiter hörte am Sonntag unter Vorsitz des Kollegen Schuster die Abrechnung von der Lohnbewegung: Einnahme 347,50 M., Ausgabe 337,75 M. Der Rest wurde der Berliner Streik-Kontrolkommission überwiesen, nachdem Finkendci, Kerbs und Bovin zu Revisoren gewählt waren. Pirch sprach sodann über den bevorstehenden Gewerkschafts- Kongreß und wies seine Wichtigkeit nach. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:„Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und fühlt sich veranlaßt, zur Förderung der Arbeiterorganisationen einen Delegirken zum Kongreß zu senden." Die Wahl zum Delegirten fiel auf Kollege Fendius. Unter Verschiedenem wurde milgelheilt, daß auch in anderen Fabriken die Reduzirung der Preise vor sich gehen soll; so auch in der Fabrik von Krüger. Dort ist einem Kollegen gekündigt worden, wegen Beharrens bei den alten Be- dingungen. Auch die Arbeiter dieser Fabrik werden eine Kom- Mission wählen, welche in diesen Fällen niit den Meistern Rück- spräche nehmen werde. Gewählt wurden Kollegen Bovin, Vien ez und Behnke, um das Geld aufzubringen zur Deckung der Nu- kosten des Delegirten. In der Dollrsverfammlung in Dtoaliit wurden uoch folgende Anträge angenommen: Die Versammlung beschließt, da- „Berliner Volksblatt" zu ersuchen, in Zukunft die Kontrol-Ver- sammlungen zu bringen, weil die Kontrolpflichtigen zu zwei Dritteln aus Arbeitern bestehen. Ferner wurde ei» Antrag auf Boykottirung der Geschälte des Leber- und Fkeischhändler- Sagert, Zentral-Markthalle, Verkaufsstand 10, und des Schlächtermeisters Kehrberg, Oderbergerstr. 37, angenommen und kein Bier von der 'Adler-Brauerei zu trinken, weil dieselbe keinen Saal zu Ver- sammlungen giedt. Ein Antrag, den Ueberschuß der Teller- sammlung den ktirchhainer Wcipgerbern zu übersenden, wurde einstimmig angenommen. Ietzisndorf. Am Sonntag, den 9. d. M., sollte in Zehlendorf die erste sozialdemokratische Versammlung stattfinden, welche von dem Genossen, Buchbinder Hart'männ, einberufen war. Genosse Wilschke hatte das Referat über„Die Volksbildung und die moderne Arbeiterbewegung" übernommen. Die Bekanntmachung war durch Inserate im„Berliner Volksblatt" erfolgt, außerdem durch Plakate, welche in Zehlendorf und anderen Ortschaften zahlreich ausgetheilt und angeklebt waren; auch in, Zehlendorfer Amts-Anzeigekasten war ein derartiges Formular angeklebt ivorden, wofür 2 Mark zu entrichten waren. Viele Männer und Frauen waren der Einladung gefolgt. Das Lokal„Aigner's Höh" war voll besetzt. Der Einberufer er» öffnete die Versammlung und ersuchte, zur Leitung derselben ein Bureau zu wählen. Als ein Genosse hierzu Vorschläge machte, da erhob sich ein Gendarm aus Rixdorf und erklärte die Ver- sammlung für aufgelöst. Der Staat und Zehlendors waren nun wieder einmal gerettet und die Ruhe des Kirchhofs nicht gestört. Nach dem Grund der Auflösung befragt, gab der Herr Gendarm Göricke zur Antwort, sie wäre erfolgt, iveil ihm die Bescheinigung nicht vorgelegt worden sei. Der Einberuser hatte die Versamm- lung zeitig angezeigt und der Amtsvorsteher hatte ihm versprochen, die Bescheinigung durch den Ortsdiener zustellen zu lassen. Das war aber nicht geschehen und man kann hieraus die ss- Lehre, ziehen, daß man sich auf Versprechen nicht verlassen siw- Gderi-erg i. d. Mark, 10. Novbr. Am letzten Sonull? war es den hiesigen Arbeitern nach langer Zeit gelungen, in 9( schlossenen Räumen eine Versammlung abzuhalten. Es war c» Versammlung der Kommunalwähler der dritten'Abtheilung, unter Vorsitz des Genossen W. Klempin tagte. Das Referat „Die bevorstehenden Stadtverordneten- Wahlen", hielt Gench Th. Metzner aus Verlin. Obwohl Gegner anwesend waW' nahmen sie doch nicht das Wort. Zu Kandidaten für die be»«. stehenden Stadtverordnetenwahlen wurden Klempin und Kunw einstimmig gewählt, linier„Verschiedenem" wurde die Art u» Weise besprochen, wie die hiesige Polizei so lange die abtreiberei betrieben hat. Der Tischler Gustav Canin verlas» 'Antwort, welche er vom Bürgermeister Sieg auf die von der 2. Nov. unter freiem Himniel tagenden öffentlichen sozialdein»"' tischen Volksversammlüng einstimniig beschlossene Resolution erhall hat. Daraus wurde folgende Resolution einstimmig angenommen Die heute, den 9. November 1890, im Lokale des.HeMiAi tagende öffentliche Kommunalwähler-Versammlung erklärt sich m der von der am 2. November 1890 unter freiem Himmel tagen»' Volksversainmlung beschlossenen Resolution vollständig einverstan»! und beschließt' Mnsii-iverwaltuna ju ersuchen, � gethane welche ja selbst der Bürgermeister Sieg, in der Beschwero«!� des Zimmerer W. Künecke, vom 8. Februar d. I., an den MchN» des Innern zugiebt, zurückzunehmen, um uns hierdurch>»>k» dahin gelangen zu lassen, bei Abhaltung von Versammlungen geschlossenen Räumen resp. Sälen tagen zu können." Nach»� Herr Metzner noch ein kräftiges Schlußwort gesprochen, wm die Versammlung mit einem dreifach donnernden Hoch aus» internationale Sozialdemokratie geschlossen. Vrieflmpten trev VetrÄktion» Höttchev, Kranevri. 1. Im Allgemeinen ist für Klage über mehr als 300 Mark das Landgericht zuständig. Es kommt aw im Einzelnen auf den Grund des gellend gemachten Anspru« an. 2. Sie haben Recht, das ist lediglich eine Frage dese beutels.. No. 99. Tie Braut ist nicht erbberechtigt und muß ihr vom Bräutigam nur zur Aufbewahrung gegebenen Sachen dessen Erden herausgeben. Fj. H. 99. 1. Wenn die Frau ein Geschäft betreibt,»» daß die Gemeinschaft des Erwerbes durch einen gerichtlichen» notariellen Vertrag zwischen den Eheleuten ausdrücklich geschlossen worden ist, so gehört der Geschästsverdienst und sur denselben angeschafften Sachen dem Manne und unterlieg der Pfändung wegen Schulden desselben. 2. Das auf den Nanu des Kindes bei der Sparkasse Eingezahlte unterliegt dagegen Pfändung nicht. � C. H. 19. Fordern Sie den Wirth zur Reparatur Ofens auf, eventuell besorgen Sie letztere selbst und verklag' «ie den Wirth auf Erstattung der Kosten. Gagegen rathen -ohuen nicht, die letzleren von der Miethe abzuziehen. I M, Dostizstv. Wir können unmöglich sämmtliche 0� licheii Bestimmungen über die Fischerei abdrucken. Wer j gelegentlich einen selbstgeangelten Fisch verkauft, braucht»' nicht zur Gewerbesteuer anzumelden. Dies ist nur nöthig, lls Jemand aus dein regelinäßigen Verkauf von Fischen«s% siändigeu Erwerb, wenn auch nur einen Nebenerwerb ziehen m Abonnent Dtuilrotv. Sie dürfen sich in Ihrer Wohn. einen geladenen Revolver halten, ohne daß die Polizei de»!«'« zu konsisziren berechtigt ist.„f Marth-: D. Wenn Sie schriftlich für das ganze 3#% d'e„Modenwelt" abonnirt haben, so müssen Sie so lange vre Nummern abnehmen und bezahle». G. S. �3. Innerhalb des Zeitraums vom 285. bis) 210. Tage vor der Entbindung.«„ .. M- 74. Wenn die Benutzung des gemeinschaftlichen� ridor- dadurch, daß Ihr Nachbar dort Brennmaterial auf! nicht gehindert wird, so könne» Sie ihm das nicht verbieten. ß« 5US3. Der Aufbewahrer einer verschlossenen K ß mode ist nicht berechtigt, dieselbe öffnen zu lassen und den In»'-, herauszunehmen. Sie können bei der Staatsanwaltschaft �' antrag stellen.» Tharrstr 11. i. Sehen Sie doch im Adreßkalender T öilt niemals als ein unentbehrlicher und des? der Pfändung entzogener Gegenstand.„«„teti»1 Vorspiegelungen gemacht haben. �stst """""" Größte Herrenkleider-Werkstatt Stettins! Berlin N., Berlin SQ., Berlin 0., Wussttßrche Ma» BMenslraße 8. A. 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