Fr. 374. Konntag. de« 33. Uovemder 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. _*._, Fernsprecher: Amt VI. jlr. 4106.• Nedsükion: Veukhstvaßv 2.— Expedition: VeukhitesHe 3. Monat Dezember eröffnen wir ein neues Abonne- Jä mmir �«iohlet«!®Intt'F das Zentralorgan der deutschen Kozial- ' e§ vertritt durchaus den Standpunkt der modernen Wehuiig �beiterbewegung sowohl in sozialer wie in politischer diis»?"! den denkenden und aufgeklärten Arbeiter brauchen wir der di»�" t>>mkt des Näheren nicht zu erläutern. Für Jeden. '"'flt K.»?annu»g> welche auf unseren gesammten Verhältnissen lilid tritt derselbe klar zu Tage. Aber der gebildete Äann r��tlärte Arbeiter muß stets darauf bedacht sein, sein zu weiteren Kreisen seiner Klassengenosse» zugänglich teistan?,�' für sein Organ stets neue Streiter zu suchen, die dazu Mlin»»«>. ß die arbeitende Bevölkerung ihrem Ziele, der end- Befreiung der Menschheit, im Sturmschritt zueilt. Addrup �uiUeton unseres Blattes beginnen wir mit d»r �.�'"es spannend geschriebenen historischen Romans ■�4*"'*» große» Bauernkriegs von 1535, "olhenvurger Tnge. � Fedrr des unseren Lesern wohlbekannten Schriftstellers Wilhelm Bios. �otbjc, �Zählung spielt in der hochberühmten alten Reichsstadt Niidcn c? 9" der Tauber, die ein Hanptwaffenplatz jenes ge- hioizr,; orecheitskampfes war. Ter Verfasser versucht auf Grund A historischer Studien ein Bild von dem bunten und rWn x und Treiben jener Zeit zu gestalten, und die !° dg« i; rr. sr1, geschaffen, sind mitten aus dem Volke entnommen, i»ie®rääHIiina auch einen Einblick in die sozialen Zu- Ü?d bip �.sroßen Zeit gewährt. Die hochfliegenden Hoffnungen -rft 8ol&enen Freiheitsträume, der heldenhafte Kampf, die (S�L.uud die blutige Reaktion des Jahres 1525 sind in �sNemungen und Wirkungen innerhalb der dem ans 'Uein��'uiiugen und Wirkungen inneryaio vrc engen de« Reichsstadt geschildert. Wir glauben mit dieser zu tonimen"*'en an ul�er Feuilleton ganz besonders ent- &r�vlin nehmen sämnitliche Zeitungsspediteure, sowie �rst ,/» B e u t h st r. 3, Bestellungen zu»i Preise von ife«r.'.i.Ä. ffür: monanlcy, rrrt ins«ans, eiuötyen. "T"�rhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonne- nUm s"•»* 4 ifV ffftv htm 9IT?nnnt .VV«MV.»,».... � �—,.....,-------- von 1 Mark 10 pf. für den Monat Ung?lis,�."."uee Volksblatt" ist eingetragen in der Post- unter Nr. 802, V. Nachtrag. Die Redakttvii und Expedition des Keriiner Uolüsblatt". Feuilleton. "M&oienj [47 Uictoria. % tzr Vornan von Minna K a u t s k y. es über sich, alle Empfindlichkeit bei ... iL-™1 und ihn in seinem Hause aufzusuchen. > y" darin zu seinem Erstaunen den stummen �Jressj.,' dir ihn mit einem Hohngelächter empfing und Uk!� beduvs.?�'bm entgegentrat.. I&u,"Vte der ganzen Autorität des Pechers, um den >es. der r« ,9C und aus dem Zimmer zu verweisen.� to«' Er � war bei dem Pecher nicht glncklicherßge- IM i,. verweigerte geradezu jede Auskunft über die ich»- � wenn er vor ihm auf den Knien läge, oder lertf°rpr.»uoung einer Pistole entgegenhielte, er sollte ihm »d. iie ij! tlnd als der Andere zornig auswallte, ge- K»nte,, plrem eifersüchtigen Grimm hart aneinander JQ_ i'ch als Feinde. 9e vergingen, die Franzel war uitd blieb ver- Zur gef«Mge»t VenNztung: Der siebente Jahresbericht des arbeits- statistischen Bureaus des Staates Neiv- N o r k für das Jahr 1889 ist kürzlich erschienen.■ Die wichtige Frage der Ausstände, Aussperrungen und Boykotts wird darin sehr eingehend behandelt, und es ist be- schämend zu sehen, mit welcher Sachlichkeit und Ruhe ein amtlicher Vertreter der„dollarjagenden" Nation über die Arbeiterbewegung urtheiit, während im„Lande der Dichter und Denker" Deutschsreisinnige, Volksparteiler, Konserva- tive und Nationalliberale mit Bußen und anderen lieblichen Dingen die soziale Frage behandeln. Herr Peck, der Kommissar des Bureaus, theilt u. a. eine Uebersicht der in dem letzten Jahrfünft im Staate New-Aork stattgehabten Streiks mit, die sehr lehrreich ist. Die Gesammtzahl betrug 1885—1890: 9884. Von diesen waren 5866 oder 62,6 pCt. erfolgreich, während 3468 oder 36,9 pCt. erfolglos, 50 beim Abschlüsse der Ermittelungen noch unentschieden waren. Die nachstehende Tabelle giebt die Ergebnisse nach Jahren: z.H. Streiks Streikend. Streiks reiche Streiks 1885 1020 52 442 1202 207 211 1880 8680 175 369 1215 847 1714 1887 1677 54 240 732 190 75', 1888 1027 24 092 501 83 443 1889*)1374 32 783 872 107 345 Sa. 9384 338 926 4432 1434 3468 Ueber 41 pCt. aller Arbeitseinstellungen, nämlich 3888, wurden zur Erhöhung der Löhne oder gegen Lohnherabsetzungen inszeuirt; 70 pCt. von diesen 3888 sind geglückt, 1128 oder 29 pCt schlugen fehl. Wegen der Frage des Arbeitstages wurden 1432 Etablissements in allgemeine Streiks verwickelt, sei es, daß es für eine Verkürzung der Arbeitszeit oder gegen ihre Herauf- setzung gestritten wurde. Davon waren 1175 oder rund 82 pCt. erfolgreich, 157 oder 17 pCt. mißglückten. Diese Resultate zeigen, was eine gute, festgegliederte Organisation unter dem Schutze volksthümlicher politischer Einrichtungen zu leisten vermag. Die Bedeutung großer, zentralisirter Gewerkschaften, die für Verbesserung des Arbeiterlooses die geschlossenen Bataillone der organisirten Proletarier ausbieten können, die darauf zu rechnen ver- mögen, daß das hochentwickelte Solidaritätsgefühl die Bürg- schäft für thatkräftige Unterstützung seitens der Klassen- ') Darunter 50 beim Abschluß der Statistik unentschiedene. auf das Innerliche, auf ein Schaffen und Gestalten gerichtet ist, findet man häufig eine gewisse Lässigkeit, ja Nntüchtigkeit ihrer äußeren Lebenslage gegenüber, die sie fast immer in ein Abhängigkeitsverhältniß zu ihrer praktischeren Umgebung bringt. Sie fühlen sich somit Denjenigen, welche die Sorge für ihr äußerliches Wohlbefinden und ihre Behaglichkeit übernehmen, unendlich verpflichtet, und in keinem anderen Staude werden Ehen aus Dankbarkeit so häufig geschlossen, wie unter Künstlern. Oswaldt war in gleichem Fall gewesen. Field hatte Alles für ihn gethan, ihn jeder Sorge enthoben, und Oswaldt hatte nichts dagegen gehabt, diesen Zustand zu einem dauernden zu machen. Aber nun war ihm eine Kraft erstanden, die umgestaltend nach Innen und Außen wirkte und ihn das Entwürdigende seiner bisherigen Situation er- kennen ließ._ Und wenn es sein Verderben bedeutete, wie Field ihm so oft versicherte, er wollte seinen eigenen Weg gehen, und müßte er auch wieder von vorne anfangen. Er wollte als Künstler sich Geltung verschaffen, einzig durch sein Talent, nicht durch Konnerionen und Protektionen, die ihm jetzt verhaßt waren. Der unbekümmerte leichtfertige Jüngling war zum Manne gereift._ Aber dem scharfblickenden Field waren die Bestrebungen seines künstigen Schiviegersohnes, sich von ihm abzulösen, nicht entgangen, und sie erbitterten ihn maßlos. Wie, glaubte der Undankbare, er hätte Mühe und Kosten in diesem Maße auf ihn verwendet, ihm allen Schutz geliehen, um sicher die steile Höhe des Erfolges hinan- zuklimmen, damit er schließlich denselben nicht mitgenießen solle? Rein, der Mann täuschte sich und unterschätzte ihn. Field war Herr der Situation. Er hatte die Szene gestellt, genossen bietet, ist nicht zu bestreiten. Und die deutschen Arbeiter wissen, weshalb sie ohne irgend weitere, grundstürzende Programm- Forderungen auch nur in einem Tüpfelchen aufzugeben, energisch die Herausbildung starker, schlagfertiger Fachvereine, die Konzentration der Kräfte, die gewerkschaftliche Agitation in die Hand genommen haben. Wie hohl und nichtig die Ausreden sind, hinter wel- chen das UnterneHniertHum und die in seinem Schlepptau befindliche Bureaukratie ihren Widerwillen gegen soziale Reformen verbirgt, geht recht klar aus den Angaben Peck's hervor. Er sagt:„Daß Streiks, die Erhöhung der Lohn- sätze, die Verkürzung der Arbeitszeit, die Forderungen der Arbeiter auch nicht einen Schatten von Ungewißheit und Unsicherheit auf die Geldmänner und Unternehmer ge- warfen haben, wird zwingend durch die vom Baudeparte- ment geführten Listen bewiesen. Man bedenke, daß die Baugewerbe die vollkommensten Arbeiterorganisationen be- sitzen; sie unterstützen einander, und obwohl jedes Gewerk seine anerkannte Unabhängigkeit besitzt, gehen sie wie ein Mann vor, wenn gemeinsame Interessen auf dem Spiele stehen. Die Listen des Baubureaus der Stadt New-Pork weisen einen stetigen Fortschritt des Baugeschäfts und die Fortdauer des öffentlichen Vertrauens auf die feste Grund- läge des Gewerbes aus. Es stellten die gewährten Bau- konzessionen folgende Werthe dar: Im Jahre 1885; 45 Millionen Dollars(1 Dollar— 4,33 M.), 1886: 50 Millionen Dollars, 1887: 67 Millionen, 1888: 47 Millionen, 1889: 69 500 000 Dollars. Dieselbe allgemeine Erscheinung ist in anderen städtischen Gemeinden des Staates zu beobachten, und man kann ruhig glauben, daß die Furcht vor kurzer Arbeitszeit oder hohen Löhnen dem Kapital keine schlaflosen Nächte bereitet. Beachtenswerth für unsere Kontraktbruchstrassüchtigen, von der„Zuchtlosigkeit" der Arbeiter redenden Reaktionäre mag auch folgende Ausführung einer staatlichen Behörde — jenseits des Weltmeeres sein:„Es herrscht bisweilen die Vorstellung, auch bei Leuten, die besser unterrichtet sein sollten, daß ein Streik... eine Kundgebung ohne des Uebermuthes, als ein prinzipieller Akt sei. Diese Auf- fassuug ist durchaus irrig. Während der einzelne Arbeiter jeder Zeit die Arbeit aus einem persönlichen Grunde ver- lassen kann, ist die Arbeitseinstellung als verabredete Handlung der Gegenstand ernsthafter Erwägung; wird er ohne Erlaubniß der Gewerkschaftsleitung ins Werk sie- setz, so verlieren die Streiker ihre Rechte und Privilegien und werden thatsächlich zu Nichtgewerkschaftlern. Die sittliche Entrüstung über die unzufriedenen Ar- bester, die angeblich bei jeder Gelegenheit den Zank von: Zaun brechen, die stets das„Karnickel" sein sollen, das die handelnden Perjonen in das richtige Verhältniß zu ein- ander gebracht, und er hielt nun seinen Hauptakteur so sicher am Fädchen, daß dieser, einer Marionette gleich, tanzen mußte, wie er es wollte. Uno konnte der Thörichte es denn besser haben? Field liebte ihn wirklich. Und war ihm der Mann auch ein Spekulationsobjekt geworden, so chrlc er in ihm den Künstler, und was in deni Finanz- mann an künstlerischen Neigungen lebte und sein von Unruhe erfülltes Dasein einzig erfreute, war in Ueber- einstimmung zu ihm gebracht, in innige Beziehung und Wechselwirkung. Oswaldt konnte sie nicht mehr lösen. Je mehr Field in diesen Tagen von Sorgen gepeinigt war und bedrängt, je ungünstiger sich die allgemeine Weltlage gestaltete und ihn mit dem Schlimmsten bedrohte, um so nachdrücklicher suchte er Oswaldt's Angelegenheiten zu vertreten, um so enger schloß er sich an ihn an, und wußte das Verhältniß zu seiner Familie um so zwingender zu gestalten. Er hatte ihn bei der Fürstin Res«, einer der geist- reichsten und einflußreichsten Persönlichkeiten der Residenz, eingeführt. Oswaldt hatte die beste Aufnahme gefunden und war sofort in all die Pläne, die ihr lebhafter Geist und ihr warmblütiges Herz ansheckten, eingeweiht worden. Die vorige Saison hatte mit einem großen Wohl- thätigkeitsfcst ihren Abschluß gefunden, die diesjährige sollte mit einem solchen eröffnet werden. Niemals empfanden die Besitzenden mehr Mitleid für die Bedrängten aller Kategorien, als in unseren Tagen und zeigten sich erpichter, dies öffentlich zu manifestiren und zur allgemeinsten Keuntniß zu bringen; leichtsinnigen Schuldnern gleich, die»in so mehr darauf halten, ihre Gläubiger von ihrem guten Willen zu überzeugen, je weniger sie daran angefangen hat, ist eines der beliebtesten Mittel unserer Bourgeoispresse, um den Philistern die Verwerflichkeit von Arbeiterausständen so recht plausibel zu machen. Die letzten Sitzungen der Arbeiterschutz-Kommission haben unseren Vertretern Gelegenheit geboten, die K a p i t a l i st e n als Anslister von Streiks in mehr als einem Falle zu kenn- zeichnen. Unsere amtliche Quelle weiß auch darüber zu berichten. Herr Peck stellt fest, daß die Unternehmer Streiks provoziren, um mit ihren durch Ueberproduktion bis an den Giebel gefüllten Lagern bequem räumen zu können, oder aber sie wollen eine sonst kritische Periode wohlfeil durchmachen und zwingen zum Streik. Gründe sind ja so wohlfeil wie Brombeeren, und eine verlogene Geldsackpresse kolportirt diese„Gründe" mit vielem Fleiß und heißem Bemühen. Wenn die Zigarrenfabrikanten im Süden der Union ihre unverkäufliche Waare los werden wollen — es handelt sich um dunkle Zigarren—, so reizen sie, wie Peck mittheilt, die Arbeiter durch Chikanen und Nörgeleien zum Kampf, führen absichtlich eine Pro- duktionsstockung herbei, reguliren so in ihrem Interesse die Nachfrage und die Zufuhr, können ihre Zigarren los- werden, und die Arbeiter haben derweilen beim Streik ge- darbt und gelitten. Das ist Moral vom Standpunkt des Kapitalismus aus. „Wie der Krieg das letzte Argument der Könige oder eines unterdrückten Volkes, so ist der Streik das letzte Argument der Arbeiterklasse", sagt Peck. Und wir können nur wünschen, daß die deutschen Fabrikinspektoren ein wenig vom Hauch dieses freien, frischen Geistes, der im Lande der„Dollarjäger" weht, verspürten, daß die„Sozialreform von Oben" mit den modernen Gedanken erfüllt werde, wie sie drüben ein staat- licher Bericht offen fundgiebt. Mit reaktionären Maßregeln soll der deutsche Arbeiter- schütz garnirt und dadurch ungenießbar gemacht werden, das zur Vorderthür hinausgeworfene Ausnahmegesetz wird zur Hinterthür mit höflichster Verbeugung von den Vätern und Gönnern der Gewerbenovelle wieder hinein- komplimentirt. Das Volk sei auf der Hut, daß sein Bischen Ko alitions- recht nicht strangulirt werde zu Nutz und Frommen der Stumm, Baare und Kompagnie. Der Dereins schütz in der Reichstagskonunisston. Nachdem in einunddreißig Sitzungen die erste Lesung der Gewerbeordnungsnovelle in der zur Vorberaihung derselben ein- gesetzten Kommission beendet ist, lohnt es sich wohl, die Ergeb- nisse der bisherigen Berathung und die Stellung der bürgerlichen Parteien zu der Regierungsvorlage zu betrachten. Vor der Vertagung des Reichstages hatte die Kommission ein gut Stück der Vorlage berathen und bezüglich der Sonntags-, Kinder- und Frauenarbeit zum Theil über die Regierungsforde- rungen hinausgehende, die Arbeiter schützende Bestimmungen in das Gesetz aufgenommen. Den Unternehmern erschien natürlich ein solches Vorgehen als ein Frevel an ihren heiligsten Rechten, und von allen Seiten stürmten während der Vertagung des Reichstages die Handels- kammern und sonstigen Unternehmerverbände mit Petitionen auf die Reichstagskommission ein, um die gefaßten Beschlüsse rückgängig zu machen und weiteres Unglück zu verhüten; namentlich der„Verein mit dem langen Namen" hat eine rege Thätigkeit entfaltet; die Schlotjunker und Kohlenbarone, welche von der Auffassung ausgehen, daß der als Mensch gleichberechtigte Arbeiter sich mit dem Eintritt in das Arbeitsverhältniß in einen Untergebenen des Unternehmers ver- wandelt, haben in beweglichen Worten ihre Vergewaltigung durch die Arbeiter geschildert und den Untergang der deutschen In- dustrie prophezeit, wenn nicht die Autorität des Arbeitgebers den Arbeitnehmern gegenüber in vollem Maße ausrecht erhalten bliebe. In wie weit die Reichskommission in Bezug auf die ge- faßten Beschlüsse diesen Agitationen unterliegt, wird sich bei der zweiten Berathung, welche in der Kommission am 1. Dezember beginnt, zeigen, wir fürchten, daß, wie bisher fast immer, auch hier wieder die Unternehmer siegen werden; ruht doch die Klinke der Gesetzgebung in den Händen der herrschenden Klassen, und denken, ihre Schuld selbst abzutragen. Und in wie geschmack- poller Weise verstehen es diese oberen Zehntausend, sich zum Bestcu der Armen und Elenden zu amusiren, ihre Kapriolen und Klownstückchen dem neugierigen Plebs gegen ein ge- ringes Entree vorzumachen, während ihre jungen Damen gutherzig alle ihre Reize in öffentlicher Schaustellung zum Besten geben. Wer ivollte so sauertöpfisch sein und da nicht applau- diren?! Auch jetzt wollte man von der Bühne herab wirken. Zuerst mit lebenden Bildern, hierauf das tanzende und singende Wien in Walzern und Schnadahüpfeln, und schließ- lich Exerzitten und militärische Evolutionen vorführen, von den jüngsten und schönsten Damen ausgeführt, eine berückende Massenwirkung. Die adelige Arrangeurin hatte die Rollen vertbeilt, die Proben sollten unter ihrer Leitung stattfinden; oie Bor- bereitnngen aber leitete ein Intimus der Fürstin, dem Oswaldt als Beirath an die Hand gehen sollte. Bei Field war das Auskunftsbureau errichtet. In seinen Salons lagen die Zeichnungen und Photo- graphien auf und die kostbarsten Stoffe ivaren hier zur Auswahl und Farbenzusammensttmmung gehäuft, Field als seiner Kenner, wurde in Allem befragt, und er erwies sich als der aufmerksamste und liebenswürdigste Ausstattungskünstler, der für Sammt lind Seide, für Krausen und Federn, für Paffen und Bänder das innigste Verständniß besaß und dies Alles so genial mit Gestalt und Teint in Einklang zu bringen wußte. Wie dieser Mann mit dem fahlen eingefallenen Gesichte, mit den von der Nachtarbeit und Schlaflosigkeit gerötheten Augen hier an den Farben sich lechzte und an den Linien, wie diese zitternden Hände eine Krause zurechtzulegen ver- standen und die schweren Stoffe in herrliche Falten zu drapiren!— Es waren Stunden, wo er der schweren Sorge entrückt war, einer fieberhaft gesteigerten Thätigkeit, die ihm das Gehirn ausdörrte. Stunden, wo der Künstler wieder in ihm zum Vorschein kommen durfte, und damit Leben und Wärme, sein besseres Selbst. Die Fürstin hatte für das erste Tableau das bekannte deren Vertreter sind es, an welche der Ruf, das heilige Eigen- thlim zu schützen, ergangen ist. Wenn also kauni Aussicht vorhanden ist, daß der„Arbeiter- schütz", wie er in der ersten Berathung formulirt ist, Gesetz wird, und wenn allem Anschein nach diese Bestimmungen auf das Minimum der Regierungsvorlage herabgedruckt werden, so hat der„Arbeitertrutz", welchen die Regierungsvorlage mit den Schutzbestimmungen verbunden hat, um so größere Sympathie bei den Ausbeutern aller Grade gefunden. Der zweite Theil der Kommissionstagung hatte sich wesentlich mit diesen Bestimmungen zu beschäftigen. Das Recht der Unternehmer, das Verhalten der Arbeiter außerhalb des Betriebes durch die Arbeitsordnung zu regeln, sowie die Regelung der auf Grund der Arbeitsordnung zu erhebenden Strafen, Bestrafung des 5i'ontraktbruchs durch entsprechende Buße, endlich strafrechtliche Verfolgung für öffentliche Aufforderung zum Kontraktbruch und für die durch Drohung, Ehrverletzung oder Verrufserklärung unternommene Verhinderung, von getroffenen Vereinbarungen zurückzutreten; dies sind im Wesentlichen die Verschärfunaen, mit welchen die Arbeiter die paar von den Unternehmern so sehr an- gesochtenen Schutzbestimmungen bezahlen sollen. Es ist interessant und bezeichnend, was für eine Stellung die beiden Parteien, welche den Kampf mit geistigen Waffen gegen die Sozialdemokratie führen, das„Zentrum" und der„Deutsch- sreisinn", zu diesen Fragen eingenommen haben. Was die Buße für den Kontraktbruch anlangt, so ist es einem Mitgliede der dentschsreisinnigen Partei vorbehalten geblieben, einer Gesetzgebung den Boden zu bereiten, welche dem Arbeiter, auf dem Wege der Lohneinbehaltnng eine Buße für Kontrakt- brach auferlegt und, damit eine Handlung straft, welche von An- deren begangen, den etwa Beschädigten zuin Nachweise erlittenen Schadens ziviugt und auf dem Wege der Zivilklage ausgefochten werden muß. Wahrlich ein leuchtendes Beispiel, wie gewisse Herren vom Freisinn die Gleichberechtigung der Arbeiter auf- fassen. Wir sind neugierig, was die Gewerkvereine des Herrn Dr. Hirsch zu dieser Art„Arbeiterschutz" sagen werden, da wird von der Unsittlichkeit des Vertragsbruchs reklamirt, während die Herren doch ganz gut wissen, daß die Streiks vielfach von den Unternehmern provozirt werde» und wo dies nicht der Fall ist, als letztes Mittel der Ausbeutungswuth des Kapitalismus wirk- sam entgegenzutreten, angewendet werden. Es giebt keine„freie Vereinbarung" bei dem Arbeiter, er steht derartig in dem Banne, der durch wirthschastliche Roth hervorgerufenen Zwangslage, daß er sich widerstandslos den Bedingungen des Unternehmers unter- werfen muß, stets das Gespenst des Hungers und Elends im Nacken, ist er gezwungen, seine Arbeitskraft dem Unternehmer nach dessen Gutdünken zu überlassen; unter diesen Umständen, welche eine nothwendige Folge des herrschenden Produktionssystems sind, ist es eiu Hohn vom freien Arbeitervertrag der Arbeiter zu reden, und es ist eine Heuchelei bei Streiks die. Arbeiter für Vertrags- brüchig zu erklären, während die wirkliche und moratische Verant- wortlichkeit, namentlich bei Massenstreiks— und um diese handelt es sich nur— stets tue Unternehmer trifft. War es bei der Buße für Kontraktbruch ein Deutschsreisinniger, der dem König Stunun die Vaterschaft einer solchen Bestimmung nicht gönnte, so ritt für die Verrichtung des Koalitionsrechts ein Zentrumsmann in die Schranken und verkündete, daß die Uebel- thäter gegen§ 153 der Gewerbeordnung mit drei Monat Gefängniß nicht genügend bestraft seien. Zentrum und Freisinn Arm in Arm das Ausbeuterthum schützend, die Interessen der Unternehmerklasse wahrnehmend gegen die Arbeiterklasse, ein Erfolg des 20. Februar mit dem die Reaktion zufrieden sein kann, aber die Sozialvemokratie ebenfalls; denn diese Thatsache beweist deutlich, daß die Arbeiter aus Schutz bei den herrschenden Klassen nicht zu rechnen haben. Wir wollen einmal sehen, ob das Zentrum und der Freisinn— von den Konservativen und Nationalliberalen reden wir nicht, denn von ihnen weiß man, daß sie Allem, was Unterdrückung und Nieder- Haltung der Arbeiter bedeutet, freudig zustimmen— den Muth haben, vor ihren Wählern diese Art von„Arbeiterschutz" zu ver- treten; namentlich das Zentrum könnte recht böse Erfahrungen machen, wenn die katholischen Arbeiter inne werden, daß sie die Strafverschärfungen des§ 153 ihren eigenen Vertretern im Reichs- tage verdanken. Hoffentlich überlegen sich die Herren es noch einmal und füllen die Pause bis zur nächsten Berathung damit aus, einmal die Arbeiter zu fragen, wie ihnen der ultromontan-freisinnige Arbeiterschutz gefällt; an deutlicher Antwort wird es gewiß nicht fehlen. Es ist absurd, zu verlangen, daß die Arbeiter das Bischen Arbeiterschutz mit dem Verlust und der Vernichtung des Koalitions- rechtes, mit der Buße für Kontraktbruch bezahlen sollen, und die- jenigen Parteien, welche solchen exorbitanten Forderungen zu- stimmen', verwirken damit ein für alle Mal das Recht, sich „arbeitersreundlich" zu nennen. Der Angriff, welchen die Regierungsvorlage gegen das Koalitionsrecht enthält, indem dieselbe die Strafbestimmungen des§ 153 in unerhörter Weise verschärft und dadurch ein neues Ausnahmegesetz für die Arbeiterklasse schafft, muß im Reichstage zurückgeschlagen, die arbeiterfeindlichen Bestimmungen aus der Bild Brozik's gewählt: Ein Fest bei Rubens, wobei all der Glanz und die Pracht der Renaissance sich entfalten ließ. Sämmtliche Mitwirkende, welche die meist historischen Per- sönlichkeiten in diesem Bilde zu repräsentiren hatten, hatten sich an diesem Abend bei Field zusammengefunden, und man flüsterte und lachte, stritt und gestikulirte, grollte und koket- tirte. Oswaldt sollte als Sachverständiger das letzte Wort sprechen, aber mail wartete vergeblich auf sein Erscheinen, und so hatten sich der Intimus und Field in die Arbeit zu theilen, mtd es war keine allzuleichte, all dieser Eitelkeit und Gefallsucht Rechmmg zu tragen, Neid und Malice in Schranken zu halten. Eine große Photographie von Brozik's Bilde war in mehreren Exemplaren aufgestellt und wurde diskutirt. Eine junge Frau, eilte reizende Blondine von üppigen Formen, war für„Helene Forman" ausersehen. In ihrem Kostüm vermochte sie die äußerste Pracht zu entfalten, und sie ließ sich den hellen Brokat über ihre Schultern legen, um die Wirkung desselben zu ihrem lichten Haar zu erproben, dessen Anordnung, in dichte, in das Gesicht hereinschattende Locken, sie sich von Field erklären ließ. „Sie werde entzückend aussehen!" versicherten Alle. Und sie war der gleichen Meinung, denn ihr weißes, von einem zarten Roth überhauchtes Gesicht erglänzte im Schimmer der ungetrübtesten Ftende. Tic schöne Frau hatte durch ihre, keine Schranken kennende Putzsucht ihren ersten Manu zum' Selbstmord getrieben, aber sie hatte bald darauf einen zweiten genommen. Man munkelte zwar, daß dieser auf demselben Punkte stehe, wie der frühere, aber sie hatte tvahrscheinlich schon einen dritten in petto, und so wählte sie denn in reizender Sorglosigkeit das Kostbarste und Herrlichste aus, um sich zu schmücken, tter warf ein älterer Kavalier mit ungeduldiger Hand toffe durcheinander, um einen zu finden, der für ränlein Hilda, seinen jungen Liebling, angemessen wäre. .r ist der beste Freund ihrer bürgerlichen Eltern, und der Kleinen, wie böse Zungen betonen, väterlich zugethan. Hilda hatte indes vor dem Spiegel einen großen mit Federn be- setzten Rubenshut ausgesetzt, und sprang nun zur Mama, um sich darin bewundern zu lassen. Vorlage beseitigt werden; die Beschlüsse über§§ 125 und Buße bei Kontraktbruch und Strafe für Aufforderuiig beitseinstellung ohne die Kündigungsfrist innezuhalten—!1{.,s. den ein Prüfstein sei» für die Arbeiter, gleichviel welcher f-' tischen Richtung dieselben auch sonst angehören. Die Verhandlungen im Plenum des Reichstages werden w Klarheit über die Stellung der Parteien zu diesen Frage»' wir wollen sehen, ob der Reichstag des 20. Februar es wird, den Begierden der Unternehmerklasse entgegenzutreten,° ob er sein Votum auch in diesen Fragen deni Ausbeuten?' dienstbar macht; wir wollen sehen, ob das Zentrum und die ff1';, sinnigen den geistigen Kampf gegen die Sozialdemokratie einleiten, daß sie die spärlichen Reste des Koalitionsrech vollends vernichten und ein neues Sozialistengesetz für dieArbeu klaffe schaffen. j Zunächst tritt die„Koalition der herrschenden Klasse».� den Plan; in einer aus Vertretern aller-Parteien gebildeten 3° Mission soll eine Einigung über die in erster Lesung hervorgetttten Differenzen versucht werden; selbstverständlich betheilige» st?" soztaldeuiokratischen Kommisstonsmitglieder nicht an dieser« pronnßarbeit,aber bezeichnend für unsere Bourgeoisie ist es iMMM, daß Kleift-Retzow und Schmidt(Elberfeld), König Stumm Dr. Max Hirsch, Hitze und Puttkamer sich zusamnienfinde» gemeinsam das„heilige Eigenthum" gegen den Ansturm Sozialdemokratie zu vertheidigen... j Wir wünschen den Herren viel Glück; diese Koalition m die wir brauchen; Lassalle hatte Recht, der Arbeiterklasse 0' über ist Alles eine reaktionäre Masse!! Saga», 20. Novbr. Heute brachte das„Saganer blatt" folgenden Bericht: M „Am vergangenen Sonntag hat in der evange"!? Kirche die Trauung eines vor drei Jahren standesa»» verehelichten hiesigen Sozialdemokraten stattgefunde», gleichzeitig wurde an seinen beiden Kindern die Taufe v genommen. Es sei dies als ein Gegenstück zu dtt- wegung der Berliner Sozialdemokratie, die den Au»' aus der Landeskirche bezweckt, hiermit registrirt." Das ist nun Alles ganz schön, nur schade, daß der Betre schon seit Jahren nicht mehr zur Partei gehört, die er ntejj� irgendwie unterstützte— im Gegentheil. Man sieht auch recht ein, wie dieses geradezu welterschütternde Ereigniß ein � stück zu der Berliner Bewegung bilden soll.„Erkläre mir, Oerindur.. VottkiHHe Mlob-rstchl. Berlin, den 22. November. � Die Geld» und Geschäftskrisis scheint in ein der Versumpfung einzutreten. Das verkrachte P,tJ Varmg wird vergesellschaftlicht, jedoch natu", nicht im sozialistischen Sinn zum Besten der GesaMimL sondern im kapitalistischen Sinn, zum Vortheil der u' beuter: das Bankhaus Baring Brüder n. Komp: ffa u einer Gesellschaftsbank, einer sogenannten Sooiete ariofr. Vi/t JU.yVt[ IWUJIV p VMtW| V�V«vv«*»* vvv*»—------ � oder Aktiengesellschaft„erweitert" werden. Das heißt, i die Stelle der auf Beute ausgehenden Familie, trtn J R u d e l. Die Jagd ist schwieriger geworden, und nt»i> *< */V W V V t*-t/% V-yj V»| V|V*f«V»VV»£V J ß W----,.«llffl größeren Mitteln, mit vereinigten Kräften, weil die emsi � nicht ausreichen, betrieben werden— und das ist Fortschritt. Und s o„wächst die Bourgeoisgesell!�-- in den Sozialismus hinein"— das heffst> schafft selbst— durch die Konzentrirung der Kapitalien � Produktionsmittel— Zustände, welche die Beseitigung� Kapitalismus nicht blas im Interesse der Allgew�Ä nothwendig machen, sondern sie auch sehr erleichtern, nur noch wenige Personen an der Erhaltung des herrsch�./ Systems interessirt sind. Der eine Krupp ist, 1 � einmal die unerläßlichen Vorbedingungen da sind, pj Hinderniß für die sozialistische Neugestaltung, währen.�. zehntausend Kleinmeister, die er, kraft des kapitalifl»� Zentralisationsprozesses expropriirt und ersetzt hat, j bedeutenden Widerstand hätten leisten können,— ja. � nicht zu überwindenden, denn man muß bedenken, kapitalistische Jdealstaat— in den verschiedenen zweigen— ein paar Tausend Kruppe enthalten wird, denen jeder seine Tausende von Kleinmeistern oufgm und in sich„einverleibt" hat. Dank den Anstrengungen der englischen Bank, die v der französischen Bank mit einem Goldanleihcu „Er steht mir doch entzückend, nicht wahr?" rief f naiver Selbstbewunderung.. u Mama lächelte, dann wendete sie sich in gut grff Bescheidenheit an ihr» Nachbarin:. u,;) „Ich werde Durchlaucht bitten, meine Hilda tn..;• ten Tableau zu verwenden, dieses stellt wahrhas j anderen hohe Anforderungen an Kostüme."«i „Aber das macht ja nichts, der Baron hat bereu Robe für mich ausgesucht," platzte- das sonst so wo Kind in schrecklicher Ungenirtheit heraus.' Mama hatte ein süßsaures Lächeln.„Der Ba � sehr gütig, aber Papa dürfte weniger zuvorkomme»�- zeigen. Und sieh nur, welch reicher Schmuck da vorg> � den ist, er müßte gleichfalls im Charakter sein, u> wird Papa nicht gewähren wollen." f z r Das junge Mädchen sah plötzlich sehr Hoffnung»� Fi „Ach ja, Papa ist immer so schrecklich 0�%/ wenn es sich darum handelt, mir eine Freude zu i«aW aber man könnte vielleicht—" M Du wirst doch keinen falschen Schmuck tragen fragte Mama, sie starr ansehend. Die Kleine erröthete schamhaft über diese ZuMP „O nein, Mama, niemals!" Sie zog ihr Taschens die hervorquellenden Thränen zu trocknen. Da tieWPf der Baron über die Stuhllehne der Dame zu uN rasch:.fM f' „Wissen Sie was, Klementine, ich werde H" Schmuck zum Geburtstage schenken." f Mama erröthete, vielleicht aus Vergnügen, Miene drückte Ablehnung aus. „Was fällt Ihnen ein, Sie setzen mich Verlegenheit.".„U'' „Ach!" machte ungeduldig der Baron, und M Ohr neigend, flüsterte er etwas von„unnöthigen Hilda schlug entzückt beide Hände zusammen, Mama sagte hoch und streng:„Gemach, gemach, jedenfalls erst Papa fragen, ob er es erlaubt.", Das Töchterchen hüpfte leichten Herzens da» wußte ans Erfahrung, daß Papa gegen die groß'" Spenden des Barons nie etwas einzuwenden hatte. ab-- '� Millionen Mark unterstützt ward, ist es gelungen, die größere, � der wackelnden Häuser nothdürftig zu stützen und Bankerott zu verhindern. Allein das ist— für den gall des Gelingens— bloß eine äußerliche Kur, welche die Krankheit nur tieser in den Organismus hineintreibt. Die -lnsis ist nicht überwunden, sie ist v e r s u m p f t 77 an Stelle der akuten tritt die chronische Krisis d'e Krisis in Permanenz. ... Die Debatte des preußischen Abgeordnetenhauses wer die Steuerreform kam gestern nicht zu Ende, nd es ist möglich, daß sie sich bis in die nächste Woche anziehen wird. Interessant war gestern nur die Erklärung Zentrumsmannes, v. Huene, daß seine Partei sich mit Regierung zu verständigen wünsche. Und das war acht eine bloße Redensart— das Zentrum ist, wenigstens n seiner großen Majorität, Regierungspartei ge worden. e. s. Gegner sind sehr liebenswürdige Leute; überall Md sie aufs Eifrigste beniüht, Propaganda für uns �'"achen, und unsere Lehren in Kreise zu tragen, die uns >sh« unzugänglich waren. ...Die Gegner nennen diese seltsame Prozedur, die vieb ��schnstlicher Nächstenliebe entspringt,„Kamps mit geisti- tz'' Waffen." Der„Kamps" besteht darin, daß sie vor rTx'."'e im§ nicht kennen, von der Sozialdemokratie reden, ein nicht sehr anziehendes Bild von ihr an die Wand 'Pen, und dann auf das Bild, welches sie selber gemalt Wen, weidlich kosschimpfen— und das mit voll- "''"neuem Recht, denn das Bild ist miserabel— m x'c'."c Urheber mögen zwar ganz gute Menschen sein, . slbcr sehr schlechte Maler. Und nun kommt die irfLU.," n g. Wer das Bild sieht, sagt: es ist häßlich, ab- Mullch— Pfui, müffen das häßliche, abscheuliche Menschen i l11/ diese Sozialdemokraten! „ So weit, so gut— und die Männer des„geistigen ampfz» können vergnügt über ihren„moralischen Erfolg" Dmunzeln. Nun hat es aber zn ihrem Unglück mit den «ur hier nicht sein Ende. Die Leute, die das . iserable Bild miserabel finden, sind leider Menschen, die Menschen haben leider die Eigenschaft, welche sie sich von den Thieren unter unk. durch scheiden, daß sie nach dem Ursprünge der Dinge und«ach Gründen fragen. Nicht Alle sind gleich neugierig Dl Der Eine ist es ein Bischen mehr, der Andere em Mischen weniger, doch neugierig sind Alle— sonst wären � keine Menschen. Und da rückt denn— ebenso gewiß PS denkende und nicht stumpfsinnige Wesen dabei sind— rage hermüssen X uilv Nicyl PUIIIPspIiNi. A Neugierigste mit der wnndcrbar' natürlichen Frc °us:„aber ist das Bild denn auch ähnlich? Wir Einmal das Original betrachten!" 5 Und ein Wort giebt das andre— die Worte werden Putsch luß, der Entschluß wird zur That, und— man PisUlt sich entweder sozialdemokratische Schriften, oder sorgt asur daß man eines lebendigen, ächten, unverfälschten v)>aldemokraten ansichtig wird. Und beim Ansichtig- W1»c1 kileibt's dann nicht, zumal der lebendige Original > zwldemokrat dem miserablen Bild gar nicht gleicht, son ein ganz netter, reputirlicher Bursche ist, der auch yaare auf de» Zähnen hat und aus jede Frage eine Ant- . Und wenn dann auch die Polizei, wie das in Bremen » lchehen ist, mit den Richter'schen Irrlehren Hausiren geht, , der pfiffige„Bauernkönig" Schorlemer- Alst noch so ''dringlich an die„westfälischen Bauernschädel" appellirt, {.P der katholische Kaplan mit Engelszungen die Selig- �.uen des Paradieses auf Erden preiset, das allein die kann— und das sie in geschaffen hat—, es hilft ____..... sozialdemokratischen Gift nahe iDio x' davon, und wer davon ißt— dem ergeht es s den Lotosessern des alten Homeros, die, wenn sie ein- iiipk der himmlischen Frucht gekostet, für nichts anderes köeschmack hatten— er kann von der Sozialdemokratie 'ht mehr lassen, sie ist ihm in Fleisch und Blut gedrungen kr rst Sozialdemokrat! cvt �lso nur lustig und Wohlgemuth darauf los gewühlt, �..Herren Kämpfer mit den„geistigen Waffen!""Ihr K den Boden auf, und wir säen den Samen der «. Kaidemokratie hinein.— Das ist auch eine Theilung der 'k, und eine sehr praktische. Mutter Kirche schaffen AlLa** 1 e» so»herrlich «er dem Den Herren Oberschulräthen, Seminardirektoren u. s. w., insbesondere allen, welche die L e h r e r zum Krenzzug gegen die Sozialdemokratie gewinnen wollen, rufen wir ein fröhliches: Gut Glück!' zu. Nur frisch an dieArbeit. Die Lehrer sind ein dankbaresAcker- feld. Nur. heran niit Euren Irrlehren! Engagirt womög- lich Herrn Eugen Richter in Person als Feldprediger. Bon zweien Eins: entweder begreifen die Lehrer, was Sozial- demokratie ist, oder sie begreifen es nicht. Begreifen sie es, so gehören sie zu uns. Be- greifen sie es nicht, so können sie uns keinen Schaden thun. Also wacker ans Werk— der Propaganda für uns! Bei dieser Gelegenheit sei eine Notiz erwähnt, die wir in der heutigen„Kreuz-Ztg." finden. Wir lesen da: „Das offizielle Parteiorgan des Westfälischen Bauernver- eins, der„Wests. Bauer", veröffentlicht unter der Ueberschrift: „Die Sozialdemokratie und der Grundbesitz" einen anscheinend von Herrn v. Schorlemer-Alst geschriebenen Artikel, den ver- schiedene Blätter nachdrucklich der Beachtung empfehlen, Namentlich für den Fall, daß die Sozialdemokratie mit ihrem angedrohten Eroberungszug aufs platte Land Ernst macht. Er beginnt mit folgendem Zitat aus einein sozialdemokra- tischen Blatte:„Der internationale Getreidehandel wirkt mächtig auf die Zerstörung des Bauernstandes ein, so daß dieses letzte Bollwerk der geschichtlichen und christlichen Gesellschaft rasch zu Grunde gehen muß. Die letzte Stunde für den Bauer alten Schlages, der in ganz bornirten, provinziellen und nationalen Borurtheilen aufgeht, rückt heran; wir haben nur Ursache, uns darüber zu. freuen, daß das festeste Bollwerk der konservativen Bestrebungen unterwaschen wird." Dann heißt es weiter: „Das waren unsreundliche, den Untergang, des Bauernstandes preisende Worte. Jetzt will die Sozialdemokratie dieses Boll- werk der Ordnung selbst in Angriff nehmen, es ihrerseits zu zerstören.„Noch haben wir keinen sozialdemokratischen Bauern", sagte in Halle der Sozialdemokrat Blos; aber alle Führer, er- klärten wiederholt, die ländliche Bevölkerung für ihre Partei zu gewinnen, sei jetzt die erste und wichtigste Aufgabe. Also, „Buer, paß np," damit alle Versuche, alle Wühlereien an den harten westfälischen Bauernschädeln scheitern, auf daß auch noch nach weiteren Jahren die Sozialdemokraten sagen müssen: „Sozialdemokratische Bauern haben wir nicht." WennHerrSchorlemer solchesZeug wirklich geschrieben hat, dann haben wir ihn bisher sehr überschätzt. Wenn erdieWahrheit kennt und sie sagen will, dann muß er den Bauern sagen, daß das von ihm gebrachte C i t a t den Verhältnissen voll- tändig etit spricht.;�a, dem alten Bauernstand ist nicht mehr zu helfen, so wenig wie dem Handwerkerstand der kapitalistische Großbetrieb frißt beide auf, und die Sozialdemokratie, welche den kapitalistischen Großbetrieb ab- 'chaffen will, verheißt beiden die Rettung— nur daß sie ich den neuen, fortgeschritteneren Produktionsverhältnissen anzupassen haben. Das angebliche Wort, wir hätten noch keine sozialdemo- kratischen Bauern, ist unseres Wissens auf dem Halle'schen Kongreß nicht gefgllen. Und wäre es gefallen,' so hätte der Sprecher Unrecht gehabt. Wir haben— Dank dem zufälligen Umstand, daß die Bauern nicht so dumm sind, als die Herren Bauernfänger vermeinen, viele sozialdemokratische Bauern, sehr viele— und auch in die westfälischen Bauern- 'chädel wird die Sozialdemokratie sich einbohren—' und wenn 7err Schorlemer-Alst seinen Westfälischen Junkerschädel vor erger an die Wand stößt. Die sächstsch«« Amtsblätter jubeln über den Bescheid der Kreishauptmannschaft in Sachen der Auflösung des Löbauer Arbeiter-Wahlvereins. Der„Sächsische Postillow 'chreibt: „Die königliche Kreishauptmannschaft hat durch die Be- stätigung der stadträthlichen Verfügung und durch die Billigung der dem§ 20 des Vereinsgesetzes in dieser Allgemeinheit, so weit uns bekannt, zum ersten Male vom Stadtrath zu Lübau gegebenen Auslegung, den sächsischen Polizeibehörde», zur Freude aller Anhänger des Rechts und der guten Sitte, eine Grundlage gegeben, von welcher aus— der vqn den Ver- sammlungen handelnde Paragraph des Vereinsgesetzes kann in derselben Weise ausgelegt werden— es ihnen möglich ist, der Sozialdemokratie auf Grund des allgemeinen Landesrechts besser und nachdrücklicher zu Leibe zu gehen, als esaufGrund des Aus- nähme gesetzes überhaupt möglich war." Das ist richtig. Wenn man die bestehenden Gesetze rücksichtslos gegen eine Partei anzuwenden entschlossen ist, dann kann man es noch schlimmer treiben, als unter dem Sozialistengesetz. Niemand kann die sächsischen Behörden "wem Ecksopha hatten sich zwei Danien nieder- >e cL„ Die Aeltere, mit dem Klemmer auf der Nase, war die wnü' t»n Dorn, die sich selbst zu jenen Edlen rechnete, die befragen muß, will man erfahren, was sich ziemt; 'var p!„. W neben ihr ungemein bescheiden aus. Es x-... nie kleine zarte Person mit einem sanften Geficht, das nannte sie, zum st eine Rolle (lo,aT" Schwägerin, die anständige»ton von Bauer. Es Fr«» ,, J0' als ob man sagen wollte, die langweilige Ä Bauer. stotoj Damen hatten die Farbenskizzen für die einzelnen stäiitzj W sich ausgebreitet, und die Gencralin fuhr be- �achbov? den Fingern über dieselben hinweg, um sie ihrer Jp1 zu erklären. Sie, meine Beste, die sich aus ihrem Stuhl hat x;..""'gl, das ist die Fernrne de Jordaens. Man "ffttibfteV"®6 P'llern dafür ausersehen, gerade die Un- s>chtF,�"basseud, wieso?" fragte Frau von Bauer,„das Ge- b>.... der jordaens ist so jugendlich und sie blickt in dies fe'a Treiben, das sich traumverloren." vor ihr entfaltet, gar uu- Mick,«2.herleiten?" fragte die Generalin mit einem fächeln, indem sie den Klemmer, der ihr von der t._ 1..-T.—...♦/*<* w»« „SäDffw • r.n, P'e �daraus eine besondere Eignung für die ,*'---.rJW trnf pinpm ni t!e auf x~'""'. i«»»............ 'lichte. �s'zze gefallen, mit einem Schwuilge wieder �'iletn'ch finde fast eine Aehnlichkeit heraus, und die Die ßt?"; 1° 1""«, sie scheint fast ein Kind." e.''"Nerattn kicherte.„Ein Kind, das seiner Gouver- den Ohren liegt, ihm aus der Leihbibliothek % Uiel.' si" auszusuchen. Diese klagte mir, sie werde bald „c xFu.'sg Pikantes für sie finden." J" fottt.«fr,1'1 abscheulich!" rief Frau von Bauer,„und e»t�.»��lles thun, um diese Person von ihrem Posten IjRI' � ?»!--.Ich rjeff. eine vornehme Miene auf. es nichtz mich in solche Angelegenheiten zu � bin da vielleicht von einer zu extremen Fein- ühligkeit, aber sieh da—" sie brachte ihren Klemmer in eine andere Richtung,„ist das nicht unser Rüden?" „Er sieht entsetzlich schlecht aus," wagte Frau von Bauer bemerken, und darin konnte ihr selbst die Dorn nicht widersprechen. Es war ein bejahrter Elegant, der sich da mit weit auseinander gespreizten Storchbeinen, wodurch ihre Trag- ähigkeit erhöht wurde, vor einem Rudel junger Damen hinpflanzte. Er neigte sich mit süßem Lächeln, in einer anmuthig ein sollenden Pose, zu ihnen herab, wobei die widerliche Glatze, über welche das spärliche Haar in Ringeln geklebt war, bedenklich viel Licht erhielt. Das Gerücht hatte diesen chlotternden Lempr bereits einige Mal todt gesagt, aber der Schäker lebte nod) immer und schleppte sich mit an- erkennenswerthem Heroismus jeden Abend in die Zirkel der vornehmen Welt, um hier den Frauen und Mädchen, und zwar den jüngsten zumal, den Hof zn machen. „Wissen Sie schon, er hat sich mit der Pillern verlobt," wisperte die Generalin. „Das ist nicht möglich!" fuhr Frau von Bauer auf. „Warum denn nicht?" fragte gelassen die Andere. Sie macht eine gutePartie und er hat höchstens ein Jahr noch zu leben." Tie Edle schien in dieser Vereinigung nichts Unziem- liches zu finden, und erhob sich, um ihre Neuigkeit weiter zu kolportiren. Frau von Bauer blieb allein im Sopha sitzen. Ihre Haltung hatte etwas ängstlich Gezwungenes. Sie fühlte, ie bedeutete in diesen Kreisen nichts und Niemand nahm nteresse an ihr. Und dennoch blieb sie, trotz ihres scheuen urückziehenS von Scheelsucht und Medisance nicht ver- chont. Ihre Toilette, die denkbar reichste, mochte allerdings den Neid herausfordern. Ihr Gatte behängte sie mit Brillanten und Spitzen; seine Frau sollte hervorragen, und womit hätte sie sonst, seiner Meinung nach, sich bemerkbar machen können? So hatte er auch neuerdings ihre Appartements neu und glänzend einrichten lassen, ohne ihren Geschmack zu befragen. (Fortsetzung folgt.) hindern, jede sozialdemokratische Versammlung von vorn- bercin zu verbieten, jedes sozialdemokratische Blatt zu Grund zu richten, und jedem Sozialdemokraten die Existenz zu ersthweren, wo nicht gar unmöglich zu machen— allein was wird dann aus dem Gesetz? Was aus dem Rechtsstaat? Sind wir dann nickst mitten in der Barbarei, wo nur das Faustrecht gilt, nur das Recht der Stärkeren, und wo der Schwächere, rechtlos und geächtet, sich Alles gefallen lassen muß? Das ist aber ein Zustand, welcher am Ende unseres 19. Jahrhunderts auf die Dauer nicht mehr b e- stehen kann, und welcher— selbst der denkbar beweis- kräftigste Beweis des intellektuellen und moralischen Bankerotts — mit Nothwendigkeit mich zum politischen Bankerott führen muß. Aus Dresden meldet man: In der ersten Sitzung des im Jnvaliditäs- und Altersversicherungs-Gesctz vorgesehenen Ausschnstes der Derstcherunga-Anstalt für das Königreich Sachsen wurde annähernd festgestellt, daß bei Inkrafttreten des Gesetzes im Königreich Sachsen eine Million Ver- sichernngspflichtige vorhanden sein würden. Zur Aus- bewahrung der Quittungskarten der Versicherten, sowie für die Geschäfte der Anstalt, soll in der Neustadt ein eigenes Gebäude errichtet werden. Das Schicksal, welches den russischen Oberspitzel KilbrrftoflP betroffen hat, ist, wie wir voraussahen, für die russische Regierung eine Quelle der ärgsten Verlegenheiten geworden. Es wird eingestanden, daß der Ermordete an der Spitze der Geheimpolizei stand, und da seine Stellung in Frankreich eine völkerrechtswidrige war,, so begreift es sich, daß die russische Regierung ein lebhaftes Interesse hat, die Sache zn vertuschen. Ja, man erzählt sich sogar in Paris, die russische Gesandtschaft habe dem muthmaßlichen Mörder zur Flucht verHolsen. Thatsache ist: die Kugel, die den russischen Ober- spitzet traf, hat auch ein Loch in die russische Politik ge- macht.— Die freie Liebe hat einen großen Triumph erlebt— die irischen Parlamentsmitglieder haben in einer Fraktionssitzung einstimmig beschlossen, daß P a r n e l l sein Mandat und die Führung der Partei zu behalten habe. Eine Anzahl englischer Blätter ist allerdings anderer Ansicht und der spießbürgerliche Michael Davitt besteht auf den Rücktritt des„Chefs", indeß vorläufig haben die Apostel und Jünger der„freien Liebe" die Oberhand. Nun heißt es, der alte Gladstone soll entscheiden. Warten wir ab. Die Sache Irlands hat mit Parnell und der freien Liebe natürlich nichts zu thun— ob der bisherige Führer der irischen Partei bleibt oder gegangen wird,— in jedem Fall ist die klein- bürgerliche Politik, welche er verfolgte, nicht im Stand, die Lösung der irischen Frage herbeizuführen. Parzellen- dauern sind heutzutage eben so wenig existenzfähig, wie Earzellen Pächter— ohne genossenschaftlich- sozialistische rganisation der Landwirthschaft ist die Landfrage— usid aus diese läuft die irische Frage hinaus— nicht zu lösen. Mit Gladstone-Parnell'schen Rezepten ist da nicht zu helfen. $ Neueste Nachrichten. Aus Paris wird telegraphirt: „Ganz in der Stille sind hier bereits mehrere Personen infolge der Ermordung des Generals Seliverstow a u s g e- wiesen worden. Wie verlautet, wird die russische Botschaft die Verfolgung des Mörders des Generals Seliiverstow in keiner Weise unter st ützen, da dieselbe einer- seits die Enthüllungen vor deni Gerichtshofe und andererseits die bekannte Milde der ranzösischen Geschworenen gegen politische erbrecher fürchte." Aha! Wie recht wir doch hatten! Zum Glück liegt es nicht in der Macht der russischen und auch nicht der französischen Regierung, zu verhindern, daß die französischen Behörden sich mit der Angelegenheit beschäf- tigen. Unter den Ausgewiesenen soll Mendelsohn sein, „von dessen Unschuld sich die Gerichte überzeugt haben". Warum aber einen Unschuldigen ausweisen? Das riecht ja ganz nach der Praxis n i ch t„wilder" Länder. In B r a u n s ch w e i g ist ein Streik der Knopf- dreher ausgebrochen. Zuzug fernhalten! SrrztAle Xtclu-rTiritl. Achtung Uergolderl Die Werkstatt von A. Kamprath, Kochstr. 20, ist frei. Unsere Forderungen sind daselbst bewilligt. Die Lohnkommission der Vergolder. Die Redattw» stellt die Benutzung des SprechsgalS, soweit Raum dafür ab»»- eben ist, dem Publiku»» zur Besprechung von Angelegenheiten allgemetnen Interesse» zur Bersiigung; ge verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mildem Inhalt desselben identtsizirt zu werden. Geehrte Redaktion! Sie werden eS gewiß ganz natürlich finden, wenn ich mich hierdurch im Interesse der Arbeitersache mit einem harten Tadel gegen gewisse„Arbeiter" gerade an Sie wende und S i e um Veröfsentlichlmg dieser Zeilen bitte: Jeden gesittete» und zielbewußten Arbeiter berührt es gewiß schmerzlich, wenn er sah, wie bei Gelegenheit des Brandes der Brauerei Königstadt einige Hunderte von„Arbeitern" an der Kreuzung der Straßburger- und Saarbrückerstraße jedem Anstandsgefühl und jeder guten Sitte dadurch Hohn sprachen, daß sie alle wohlberechtigten und anständigen Aufforderungen der Beamte», die Ruhe und Freilassung der Passage betreffend, mit einer wahren Fluth von Schmähungen und mit jedes Mal lang anhaltendem Johlen und Pfeifen erwidern als es hier geschehen ist. Eine von „Männern" umgebene Frauensperson kennzeichnete sich durch ihre fast unglaubliche Rohyeit in Ton Geberden derart, daß man fast gezwungen war, ihr Brüllen als das Zeichen einer etwaigen Krankheit anzusehen. Solche Fälle, behaupte ich, sind geeignet, die Partei zu kom- promittiren, denn welcher Feind der Arbeitersachc wird nicht mit verächtlichem Achselzucken sagen:„Das sind ja Sozialdemokraten!" Und welcher Freund wird nicht an der inneren Wahrheit der Sache verzweifeln, wenn solch Verhalten seitens der Sozialdemo- kratie nicht rücksichtslos gebrandmarkt wird? Wenn jene Leute überhaupt ein Ziel haben, dann war eS ihr gekennzeichnetes Ver halten; Sozialdemokraten aber waren es nicht, denn diese haben ein Ziel, ein besseres Ziel. Hochachtungsvoll Schuhmacher A. Schulz, Bernauersir. öS. Theater. Sonntag, d e n 23. N o v b r. Kperuhau». Die Hugenotten. Montag: Oberon, König der Elfen. Samuspirtl/aus. Die Geier-Wallv. Montag: Der beste Ton. Zun, Schluß: Post festum. FeMng-Titeater. Sodoms Ende. Montag: Die Ehre. �rvlinrr Theater. König Lear. Montag: Das Schweigegeld. Deutsche« Theater. Der Pfarrer von 5tirchfeld. Montag: Ronieo und Julia. Fr.edrich-Milhelmltädt. Theater. Konlgsgardist.. Sonne und Erde. Montag: Dieselbe Vorstellung. MaUner-Theater.'s Nullerl. Montag: Pension Schöller. Vorher: In Hemdsärmeln. Nrstdens-Theater. Der Kampf ums Dasein. Stontag; Dieselbe Vorstellung. DtUtorm- Theater. Die Million. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ketlealliaure- Theater. Einer von uns're Leut'. Montag: Mamsell' Nitonche. Gstend-Theater. Die Grille. Montag: Emin Pascha. Thoma». Theater. Der Soldaten- freund. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Trust-Theater. Unsere Don Juans. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'« Darietö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshalle». Große Spezialitäten-Vorstellüng. Toneordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. «ebr. Richter's Uaristö. Große Spezialitäten-Vorstellüng. W,ntersarten. Große Spezialitäten- Vorstellung._ Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27c. Franka Soksla, Kostüm-Soubrette. Geschw. Wildenfels, Gesangs- Duettisten. Richard Oersdorf, Sächstscher GesangS-Humorist. Adolf G6dicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Truppe Blumenfeld, Parterre- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- kunstler. > Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags BVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf __ 20 und 30 Pf._ (Mifcment Buggenhagen am Moritzplatz. -_ Täglich; Mp Grosses Coneert."SIE Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Walzer-Ahend. EllfrPP„ Voohenlagg 10 Pfg., JUIU1CC Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. 641_ F. Müller. iKraiiveilHe Bierhallen \uß Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Coneert mit Euartett-Sängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags; Frei-Concert. Sonntags Entree 20 PI. Empfehle auch zugleich 8 Billards. 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- giingunge» und Versammlungen. '63 F. Sodtke. Passage-Panopticum. Unter den Linden 22/23.[742 Lebeltsgme Wachsßgnren. Panoramen. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Dolkssänger. Eniree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Castan's Panopticum. Entree 50 pfg., Kinder 25 Pfg. |V. 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Vorstellung rS3otm. HVa u. 12V2 Uhr. 'Stachln. 0.4V2-91/2 llhv] l. eine Vorstellung va-Entree 30 Pfg. Kinder frei. Meyer's, Brockhaus' Lexica, Bücher, Bibliotheken kauft A. Bannemann, Kochstr. 56,1.[556 Circus Renz. Karlstraße. Sonntag, den 23. November er., Abends 71/2 Uhr: „Deutsche Turner", große nationale Original- Pantomime. Ferner sind aus dem reichhaltigen Programm besonders hervorzuheben: 12 arabische Schimmelhengste zusammen dressirt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. Colmar, ger. v. Frl. Clotilde Hager. Austreten der weltberühmten 4 Gebr. Briatore. Mr. I. F. Clarke, phänomenaler Rcitkünstler. Austreten der Reitkünstlerinnen Frl. Adele Lillie und Rosa Meers. Auftr. der Herren Rodgers und Burnell Fillis. Komische Entrecs und Intermezzos von sämmt- lichen Klowns. Morgen Vorstellung Abends 7 Uhr. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Heute, Sonntag, Abends 71/2 Uhr: Crohe Echll-Vorßellullg. Besonders hervorzuheben: 12 Rapp- Hengste in Freiheit vorgeführt von Herrn Max Schumann und Auftr. der Reck- künstler Gebr. Morelli. Mr. Arsöne Loyal, anerkannt bester Jockey. Tandem mit 4 Schulpferden, geritten von >errn Ernst. Pas de trois. Miß tictoria, Rosa Gerard und Herr Max. Reitkünstlerin Fräulein Paula. "amitie Leon, Jkarische Spiele. Mr. Ichilles, Saltomortal-Reiter. Entree gymnastique, Hermann und Gregori. Schulpferd Reinard ger. v. Frl. Adele. Galopp-Voltige, Alf. Leon. Faust und Gretchen, zusammen in Freiheit vorgef. von Herrn Ernst Schumann. Jeu de bar, oder; Der Schleifenraub, ger. v. 3 Damen. 4. Gastspiel der unüber- trefflichen Drathseilkünstler Mr. Längs- low und Miß Clemens. Morgen Montag: Große Vorstellung mit neuem Programm. Zum I.Male: Doppel-Jockey der neuengagirten Jockey- Reiter Mr. Watson und Mr. Meers. Zum I. Male: Grand pas de deux auf 2 unges. Pferden von Mr. Watson und Mr. Meers. Erstes Debüt des jugendlichen Klowns Mr. Joö k. Alles Nähere Plakate. Parade-Garten am Tempelhofer Felde, hinter der Bockbrauerei. Jeden Sonntag: Grosses Frei-Concert in den neu dekorirten Sälen. Außer- dem empfehle meine reichhaltige Speise- karte ä la carte. Frischer Hasen- und Gänsebraten, Eisbein und Sauerkohl. Großer Frühstückstisch, vorz. Weiß- und Bairisch Bier. 1533 M. Uhle. Empfehle mein Lokal zum Arbeitsnachweis und für Zahlstellen. Zimmer mit Pianino für Vereine. 7101 Arthur Ziemer, Cuvrystr. 16 Empfehle mein Lokal zum Arbeitsnachweis und für Zahlstellen. Zimmer für Vereine. 1076 Carl Dlrich, Wrangelstr. 84. Allen Freunden und Genossen die ergebene Slnzeige, daß ich Schönhauser Allee Ur. 28 ein 235 Restaurant mit Saal, welcher sich zu Versammlungen(für ca. 400 Personen) eignet, eröffnet habe. Vereinszimmer stet- zur Verfügung. R. Nürnberg, Schönhauser Allee 28. Allen Freunden u. 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Schriftführers und eines Revisors. 3. Verschiedene Kassen-An- gelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. 771 Dir Grtsverwaltnng. zeatral-KtMe«-«.Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Graste öffentliche Versammlung am Montag, den 24. November 1890, Abends 8I/2 Uhr, im Lokale des Herrn Scheffer, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz der Ar- beiter, wie sie sein sollte. Referent: Herr Redakteur Schütte. 2. Tis- kussion. 3. Wahl eines Delegirten und eines Stellvertreters zum Kongreß freier Hiliskassen.— Es ist Pflicht eines leben Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. 728 Di» Grt» Verwaltung. Freie Vereinigung der Danienmäntel- Sehneider (Kügler, Stepper«. Zuschneider) und der Arbeiterinnen der Bekleidungs-Industrie Berlins. Gr. Versammlung am Dienstag, 25. Nov., Ab. 8V2 Uhr, bei Nürnberg, Schönhauser Allee 28. Tages-Ordnung; 1. Vortrag des Herrn Türk: Die texenprozesse. iskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Uin zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 702 Der Vorstand. Mediziualverein d. Tabakarbeiter Kerlin«. 700 Dienstag, den 25. Nov., Ab. SVa Uhr, bei Z erntet, Münzstr. 11. Genera I- Ve rsammlung. T.-O.: Abrechnung pro 8. Quartal. Der Kongreß fr. eingeschr. Hilfskassen i. Berlin bezw. Wahl e. Delegirten u. Ver- schiedenes. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 23. Nov., Ab. 71/2 Uhr, Grenadierstr. 33. bei S e e f e l d t: Vortrag des Herrn R. Peus über: „Der Tod." Nachher: 699 Gesellige Unterhaltung. Gäste, Damen u. Herren, willkommen. 2. Stittungs- Fest des Deutslhen Weider- und Tlhneidmnnen-Verbandes der Filialen Kerlin» am Sonntag, den 30. November, bei JoUl(früher Keller), verbunden mit 693 Konzert und Ball. stRIP" Entree 30 Pf. IMz Herren, welche am Tanz theilnehmen wollen, zahlen 50 Pf. nach. Gesang-Veeein Mimchor„St. Urban". (Mitgl. d. Arbeiter-Sängerbund.) Sonntag, den 23. November(Todtenfest), Nachm. 4 Uhr, i. Lüdost, Waldemarstr. 75: Vokal- und Instrumental-Konzert verbunden mit Tanz. 756 Neu 1 Zur Aufführung kommt„Die Arbeit" v. Gutau, Dirigent d. Vereins „St. Urban". Sangesbrüder, Freunde u. Genossen willkommen. Programme zu 30 Pf. sind zu haben.(S. redak. Theil.) Herren, welche gewillt sind, dem seit II Jahren bestehenden MännerGesang- Verein„Harmonia"(beim Arbeiter- Sängerbund) beizutreten, können sich jeden Dienstag, Abends von 9—11 Uhr, im Restaurant Lemm, Stenimetzstr. 76, melden. Grösse Volks-Versammlaag zu Gunsten des Vereins für die Reform der Schule und ErziehP? ZU anlag, den 34. Aouember, Abends SVe Jlljr,« im großen Saal von™ Joel, Andreas- Strasse Nr. 21. Tages-Ordnung:. 1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten E. Vogtherr: Religion Schul fache. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes., Zahlreiche Betheiligung von Damen und Herren wird dringend erde»«- Sozialdemokratische Versammlung äSIÄäÄÄ ©aste haben Zutritt. Um recht regen Besuch bittet Der Korstan� Sozialdemokratischer Wahlverein_ für den S.Berliner Reichstags- Wahlkreii' Versammlung MU »,— nu*.. auua. u Uhr. im Restaurant Roseutbalerstr. 38(oberer B*—/' Tag, demokratie." Dienstag, 25. Nov., Abds. 8 ühr, im Restaurant Rosenthalerstr. 38(oberer Bis»/' e§- D r b n u n g; 1. Eugen Richter's„Irrlehren über die So)f- m,;,... Referent: Dr. Ltttgenau. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich Mitglieder zur Wahl von Vertrauensmännern? 4. Verschiedenes u. FragekasM. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorsts»�' Große öffentliche Versammlung genierblicher Hilssarbeitn sür Mi« vvb UmeM Dienstag, den 35. Uovember, Abends 8V2 Uhr, im Saale der K � 1 1* A* Fachverein der Metallschleifer Berlins. Am Dienstag, den 35. November 1890, Abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung in Neyer'« Kalo», Alte Jakobstr. 83.«5 Tages-Ordnung: In 1. Vortrag.(Referent wird in der Versammlung bekannt gewmy■ 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstands im oberen Saale � Grosse öffentliche Versammlung der Lithographen Berlins am Dienstag, den 25. November, Abends 8 Uhr, im ob« Restaurant Fenerstein, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: 0.„bs, 1. Bericht der Revisoren über den Stand unseres Unterstützungsson 2. Gewerkschaftlicher Vortrag, gehalten von Herrn Regierungs-Baumeister a. Keßler. 3. Diskussion. 4. Besprechung über die Beschickung des bevorstehen Kongresses und event. Wahl zweier Delegirten. 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet am Eingang des Saales eiste Teu sammlung statt. Der Ginberufsr- Versammlung für Männer nnd Trauen Sonntag, den 83. November, Abend» T/s Uhr» � im Lokal des Herrn KrOger, Große Frankfurterstraße Nr. 39. w DUA Vortrag des Herrn Dr. Ltttgenau. Nachher geselliges Beisammensein. Große öjselitlilhe Wimlw siimmtlicher in ki Wkinjirnmenten-Brnnihe besW. W# � Tat � �» HA 3 1 m Tl st* ifltr* am Montag, de» A4. Uov., Abend» 8 im Lokale de» Herr» Nürnberg, Schönhauser Ä � Ä L> M«—«•%« A — r*?""""""' v 7<3,--- Tages-Ordnung.„„Ae, Die Gewerkschastsorganifation und ihre Bedeutung für unsere Bratw Referent: Stadtverordneter F. Zubeil. NB. Die Kollegen der mechanischen Mustkinstrumenten-Branche siud 8® besonders dazu eingeladen, um Stellung zur Organisation zu nehmen. 330 Oer Einberufer» Achtung!__ Große öffentliche Versammlung. der Klempner HerUus u. Umgegettv am Dienstag, S5. Uovember, Abend» 8 Uhr, Feuerstein s Salon, Alte Jakob- Strasse in Tages-Ordnung: '" 2. Abrechnung der Kongreßkoinnnii n. � r.»'- V____ o, i 1. Bericht der Lohnkommission.-------, 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. oMiA Kollegen, wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Eure in der Versammlung zu erscheinen. Dandlnngsgehilfinnenl Heute, Abends 5 Uhr, bei Gratweil, Kommaudantenstrasse Große öffentliche Versammlung. « iw'jösr? lÄs-Äfe Ta �IDI�U|C. i7lC[CLCUi. AAUOA( AUOA SJ)avu>-****** Sorgt dafür, daß Eure Angehörigen, welche in kaufmännischen Geschäften sind, vollzählig in die Versammlung kommen. Männer habe» 3 u tritt Musik,-m Größte Auswahl aller Mustkinstrumente. fn Zithern, A�iolinen, Gnitarren, Mando-~± liiieii, Trommeln. Graste» Lager in Spieldofe», Sarmoniha» nnd allen Klasinftrumente«. Mulikmerh�lorloih(Mit Marseillaise.) August Kessler, Lausiizcrstr. 51 am Lanstber Ulab. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt KaaKe in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW„ Beuthftraße 2. gier«» zwei Sei»'» 1. Bälage slksblatt. Nr. 274. Sonntag, den 33. November 1890. 7. Jahrg. Al»geordnrte»ha»s. ö. Sitzung am 22. November, 11 Uhr. »>issar'" �unstertische: M i q u e l, Herrfurth und Kenn- S'fcht'6 eV'"te®erötNl'"fl des Einkommensteuergesetzes wird fort- Richter: Den großartigen Finanzplan, welchen der '�»j.Präsident in den fünf Vorlagen gesehen hat, habe ich . n Vorlagen noch in den mündlichen Ausführungen des ,"-""»isters finden können. Ter größere Theil dieses Plane?, überhaupt schon in der Diskussion der Regierung klar- lheil'''' Wwebt für uns vollständig im Dunkeln. Im Gegen- ...'w-nches in den Vorlagen ist geeignet, einer Finanzreform Icio«, Nur zwei Gedanken sind in den fünf Vor- fall»J.f»8 durchgeführt: erstens daß die Staatskasse keinen Aus- niütr-i.» soll, und zweitens daß die Steuerzahler mehr bluten jnl'Denn nicht für den Staat, so doch für die Gemeinden. GelJ,!? keine erheblich reformatorischen, sondern strengfiskalischen «füll f cr ei'le Gedanke ist besonders bei der Gewerbesteuer durch- ledei,,'»�den. D i c 4 M i ll i o n e n M a rk, welche erlassen werden sollen, IM, doch sehr wenig gegenüber einem Ueberschusse von Die 41 m»*» Ntark und einem Etat von 1600 Millionen Mark. die N? � �Nillionen werden aber reichlich wieder eingebracht durch fttuer x astu»9 derjenigen Klassen, welche durch die Einkommen- üditü!? �4 die Aklieusteuer und namentlich durch die Jnva- d>e N��licheruug jetzt mehr belastet werden sollen, und durch Äeriii., �". ng der Schankwirthe, welche ohnehin unter der neuen Tur» xN�steuer für Branntwein erheblich zu leide» gehabt haben. die e» Ueberweisung der Grund- und Gebäudestcuer werden Äeicki fahler nicht entlastet, denn den Steuerzahlern ist es wird"» welche Kasse sie bezahlen. Durch die Ueberweisung keine Entlastung herbeigeführt, das zeigen die Er- . mit den Ueberweisungen im Reiche, welche die rechts>. keiner Weife entlastet haben(Widerspruch 445 sm»}'.. dei den Nationalliberalen), trotzdem im Reiche wetbpT Mark Stenern und Zölle mehr erhoben besten& vor 1879. In einein Augenblicke, wo die verij�» � Unfallversicherung steigen, wo die Invaliden- -Wrln�g k>te Arbeitgeber und Arbeiter sofort um 100 Mill. dl,-�» oslet, soll eine Vermehrung der Steuer erfolgen, trotzdem die!(.."ilnge eine solche durchaus nicht erfordert. Niemals ist schien«,"'"e Dialektik des Herrn Finanzministers so deutlich er- lOg s in der Art und Weise, wie er den Ueberschuß von sihij,-,"klionen Mark hinweg zu reden versuchte. Die Ueber- Rei�!. �kjpringen der Steuerbewilligung aus Vorrath, welche im die «tan bei M •nuimo.. o.-'st; die Finanzlage ist eine gute, trotzdem Tie-j 1,.Federn sich bemühen, sie als eine schlechte hinzustellen. Nied?, stud in dem Reichsetat absichtlich viel zu bess«. 8 veranschlagt; hoffentlich gelingt es, im Reichstage eine der �««?uschlagung durchzuführen, damit nicht die Verhältnisse TtobV"-�stoak» schlechter erscheinen, als sie wirklich sind. btpi cw b'e Invalidenversicherung vom Reiche in den nächsten fahren nur 6 bezw. 9 und 13 Millionen erfordert, schlagt «ne Erhöhung der Zuckersteuer vor, welche 30 Millionen .vringen soll. Angesichts solcher Verhältnisse braucht man Steuerreform nicht gerade so fiskalische Grund- -v-wickeln. Als Herr Hobrecht mit seinen Steuerplänen ®««klärte der Reichskanzler, bei Durchführung derselben «tifiinx-. ganze Klasseustener und die Einkommensteuer vom ' Ginkommen bis zu und über 6000 M. solle SteUei: Mas ist die Folge_..,_ IBei bl i» dtoppelten» Betrage und fast kein Pfennig Erleichterung. « Ginkominensteuer ist garnicht auf die Kommunalsteuern genommen, trotzdem die Reform der Gemeindesteuern �n,»Engender ist, und man durch die Einkommensteuer sich die tztani. i?ksteuerreform verbaut. Wen» die Einkommensteuer im «teinn. vle Hauptrolle spielt, dann kann sie nicht in der Ge- Temeinb Hauptsache sein, denn mehr, als jetzt für Staat und �bracht zusammen durch die Einkommensteuer aus- �./«ndirten Einkommen bis zur Höhe von 6000 M. ausgehoben ,>lle nur eine Anstandssteuer gezahlt �teupi-.'.>It die Folge gewesen? Die Einführung von mrrd, kann überhaupt nicht «st das System, das für die werden soll? aufgebracht werden. Gemeindebesteuerung «ntetc» �"geführt werden? —- Sollen etwa die Verbrauchs Dann würden sich die Klagen der n. Daß das Einkommen gleich- gleichgiltig ans welcher Quelle es fließt, e Ungerechtigkeit. Man spricht immer von der �«iT büt® Einkommens aus körperlicher Arbeit und vergißt '«an i,?«!' d'aß es auch geistige Arbeit giebt. Damit arbeitet iMdie y-'ß«" der falschen sozialdemokratischen Vorstellung, Ärbej»."'«.geistige Arbeit unterschätzt. Wer sich durch geistige ?«>»eu«?i 9?en muß, steht schlechter als jeder Andere, schlechter ~«etztiom als der Beamte, für dessen Aller durch die Pensions- �«»etwi® st' f- w. gesorgt ist. Für diese Einkommen ist der '«est bowii!' st'.«1 ZU hoch, nicht bloß bis 9000 M., sondern»och v"fsen x L'uaus. Daß die Regierung für die beiden untersten lta0Meuerstst>e ermäßigt, ist keine Erleichterung seitens �stoaen sondern diese Erleichterung wird von den Gemeinden �'«len' �kche den Ausfall, der dadurch bei den unteren °f>»e b.� steht, durch höhere Zuschläge decken müssen, %, die Deklaration den Gemeinden immer eine ,'«irenb bringt. Dieser Tarif ist geradezu «nb~kn0 für b»"««„SfinTf b,-'-■--- B «Hb'mst0 für den Haushalt"der Gemeinden, welche das Drei- ,7.,«fache der Staatsneuer als Zuschlag erheben. Es wäre ii?«!«". wenn das Ministerium des Innern ans diesen Punkt ssl di. Ä?"ksamkeit gerichtet hätte. Geradezu ividersinnig aber 'N ej>..�«lleuerung der Aktiengesellschaften und Genossenschaften «Al' Augenblicke, wo man jede Doppelbesteuerung beseitigen Mt'iti,?""S zpelcyem Grunde? Weil die Gemeinden von diesen auch Steuer» nehme» ohne Reue. Das ist ein netter ?»litjk'?». für die Finanzpolitik. Wo bleibt denn die Sozial- d-U.-."füglich der Genossenschaften? Das Genossenschaftsgesetz Unti* h"1"—*■' f• rr/->. C. t---- Crtfloii SlP (4q."fchafti M \' llßll*' 1***/»»»,«»«•••%«••••»•/•«" T------...;* i« Ii«» welchen die Arbeiter lernen können, welche Bedeutung Hten.?.?uehmer"»d das Kapital hat, wenn sie der Fiskus N a>.' Tie landwirthschasllichen Brennereien I ollen von Mex.?««best euer frei bleiben, die anderen aber um so %ck �«offe» werde». Die lex Huene giebt jetzt 47 Miüione» ,?''des,�.'?««nd die Ueberweisung der halben Grund- und Ge- ,,»«« nur 36 Millionen Mark erfordert. Warum über- �«isi>nn".Nicht diesen Betrag einfach? Warum soll die Ueber- %«%,%««st noch durch Erhöhung der Einkommensteuer verdient JSllj-, Glf Jnhre haben die Agrarier um die Lea gedient durch rfi bi« to'S indirekter Steuern, jetzt sollen sie noch>v«'t«« b'«"«" �«d b�.Aachel durch Beivilligung direkter Steuern.'%«"_«") iCnf j üjiuiflumi aicii ävcui;, wvtt*ViV-'r Vr«-- i i»,, lüften sich bilden, namentlich die Produktiv- Genoffen- . In i__ if______ wrniffrß OiphPIIIIIIin lÄv, 0QV> v. Vufcvy»VVJV»**» JJ»»««—•»»««»■«.---- v.. ... können sie vielleicht ivegen der Ueberweisung der Kü. ibüi-x Gebäudeneuer einmal wieder ansragen.(Heiterkeit.) «bx fte»er �er Ueberweisung der halbe» Grund- und Ge- ' daz •••»* Vtt w» �v»*vvf w----- aus den Mitteln der lex Huene einverstanden sein, mit. einer Ueberweisung aus der Einkominenstelier, heißt: zu Gunsten des platten Landes aus deii Städten lliid industriellen Bezirken viele Millionen heraus- pumpen. Für eine solche Rechnung ist der Finanzminister nicht empsänglich; er sagt, der Staat' ist ein einheitlicher Organismus; das ist richtig. Sobald der Staat für seine Auf- gaben Geld braucht, sollen alle Bezirke nach ihren Kräften bei- tragen. Zlber darüber hinaus muß jede Steuer dem Bezirke zu gute kommen, der sie aufgebracht hat; dann darf nicht den Städten etwas abgenommen werden zu Gunsten der Gutsbezirke, dein Westen etwas zu Gunsten des Ostens und seiner Großgrund- besitzer. Die 10 Millionen, welche aus der lex Huene für zwei Jahre gewonnen werden für Schulbaute», werden hauptsächlich den Gutsbesitzern zufallen, welche jetzt die Hauptträger der Schul- baulast sind, und die 7Vs Millionen zur Schulunterhaltung, welche dauernd ebenfalls aus der lex Huene genommen werden sollen, kommen auch mehr dem platten Lande als den Städten zu gute; denn die Ueberweisungen erfolgen nach einem Ver- lheilungsmaßstabe, welcher für die Städte äußerst ungerecht ist. In der Begründung der Vorlage ist bei§ 84 auch davon die Rede, daß die Mehreinnahmen dienen sollen zur Erleichterung der kleinen und mittleren Einkommen. Was soll das bedeuten? Denn in der Verhandlung ist seitens des Ministers davon gar keine Rede gewesen, sondern nur von der Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer. Herr von Huene will, daß die Ueberweisung der Grund- und'Gebäudesteuer erfolgen solle zur Beseitigung der Zuschläge zur Grund- und Gebäudesteuer. Das würde ich für einen großen Fehler halten. Denn das Alehr an Einkommensteuer wird aufgebracht nicht blos von Grundbesitzen- den, sondern auch aus dem Arbeilseinkommen; also das Arbeits- einkommen würde kontributionspflichtig gemacht werden zur Eni- lastung der Besitzenden in der Kommunalsteuer. Ich möchte wünschen, daß der Finanzminister hierüber eine Erklärung giebt, denn aus seinen Auslaffungen glaube ich entnehmen zu können, daß er der Meinung ist, daß die Grund- und Gebäudesteuer mehr als bisher die Trägerin der Kommunallasten werden soll für alle Ausgaben, welche geeignet sind, den Werth des Grund und Bodens und der Häuser zu steigern. Ueber die Art der Ver- wendung der Mehreinnahmen ans der Einkommensteuer wollte der Finanzminister erst später eine Verständigung herbeiführen. Bei Steuersachen hört die Gcmüthlichkeit ans. Wenn ich mehr Stenern bewillige, will ich erst wissen, was damit angefangen werden soll. Denn es ist alles schon einmal da gewesen. Wir haben schon einmal einen nationalliberalen Finanzminister ge- habt, der die Steuererhöhungen durchdrücken mußte. Als er den Karren den Berg hinaufgeschoben hatte, da konnte er gehen; das übrige besorgten schon die konservativen Finanzminister.(Heiterkeit.) Auffallend war mir auch, daß Herr v. Rauchhaupt so vertrauensvoll ist; er brauchte nicht einmal den§ 84; die Herren Agrarier sind sicher. Wenn das Stenerbouquet erst einmal gebunden ist, werde» sie sich die schönsten Blumen aussuchen können.(Heiterkeit.) Trotz der Bedenken sind wir gehalten, an der Fertigstellung der Vorlage mitzuarbeiten; wir müssen dahin streben, daß jede Mehreinnahme vermieden wird durch Ermäßigung der Tarife. Sollte sich trotz- dem eine Mehreinnahme ergeben, so muß die Quotisirung ein- geführt werden, denn ohne diese werden die Beamten ausgereizt zur Wahrnehmung des fiskalischen Interesses. Ter Finanzminister war zu zaghast, die Quotisirung zu beantragen. Von der Re- gierung beantragt, würde sie in diesem Hause und auch im Herrenhause durchzubringen gewesen sein. Es ist gesagt worden, wenn die Quotisirung durchgeführt wäre, hätte man das Deutsche Reich nicht. Der Konflikt ist 1663 ausgebrochen, weil die Regie- rung in Bezug auf das Ausgabe-BewiÜigungsrechl des Landtags die Verfassung gebrochen hat. Sie hätte damals den Frieden haben können, wenn sie ans die zweijährige Dienstzeit ein- gegangen wäre(Widerspruch rechts); sie wären ganz ohne Ein- fluß gewesen auf die Kricgsführung, denn die Soldaten, die damals ins Feld zogen, halten alle nur wenig mehr als zwei Jahre gedient. Die Beeinträchtigung des Wahlrechts konnte man am leichtesten vermeide» durch Einführung des Reichs- Wahlrechts(Widerspruch rechts und bei den Nationalliberale»); das hätten Sie nur schon früher, namentlich vor dem 20. Februar deutlich sagen sollen. Wo anders soll das Volk seine Rechte, namentlich sein Wahlrecht, wahren, wenn nicht dann, wo neue Steuern gefordert werden? Die Deklaration betrachte ich lediglich vom sachlichen Standpunkte ans. Wenn es heißt, dieselbe ist in sächsischen Staate» schon eingeführt, wenn der Finanzininister sogar auf das Mittelalter und auf die alten Römer kam. So kommen wir dadurch zu einer Mustersammlung, wie die Nur»- berger Folterkammer, vor der jedem Steuerzahler Angst und Bange wird.(Heiterkeit). Und warum denn die Einführung von steuer- fiskalischen Beamten, diesehr leicht die Mehrheitin derEinschätzungs- kommission erlangen können? Man hat schon die Stellung der Land- räthe so verstärkt durch die Zutheilung von diskretionärer Befngniß, daß der Landrath oft mächtiger ist als ein Fürst in seinem Fürstenthum.(Widerspruch rechts.) Es wäre wünschenswerth, wenn die Vorlage» in ihren großen Fragen erst in zweiter Lesung im Plenum entschieden würden, ehe sie an die Kommissionen gehen, und ferner wäre es angebracht, einen Gedanken durchzn- führen, der von nationalliberaler Seite ausgegangen ist: nämlich, daß angesichts dieser Vorlage das Abgeordnetenhaus aufgelöst werden müßte.(Heiterkeit und Bewegung). In der national- liberalen Presse hat man dargelegt, daß bei der Wahl dieses Hauses andere Zeiten geherrscht hätten; es war damals noch die Zeit der Versumpfung, welche die letzte Periode des Systems Bismarck kennzeichnete.(Widerspruch bei den vtationalliberalen.) Ich bin damit vollständig einverstanden(Heiterkeit), und es wäre ganz gut, wenn die Abgeordneten einmal wieder mit dem Boden ihres Ursprungs in Berührung kämen.(Heiter- keit.) Ter Ministerpräsident von Caprivi weist darauf hin, daß die bevorstehenden Gesetze ausreichen, um die Sozial- demokraten zu bekämpfen. Man benutzt alle Gelegenheiten zum 5kampf gegen die Sozialdemokratie; den Neubau von 5iirchen und alle möglichen Dinge begründet man damit.(Sehr richtig! rechts.) Das ist nicht der richtige Kampf gegen die Sozialdemokratie, man muß vielmehr daS Leben im Diesseits besser zn gestalten suchen und beweisen, daß die sozialdemokratischen Ideen dafür nichts thnn können. Die Vorlage aber wird nur Nn- Zufriedenheit in den mittleren Ständen erregen. Die Vorlage enthält durchaus keine ausgleichende Gerechtigkeit, dafür ist der Platz im Reichstage, wo die indirekten Steuern erleichtert werden müssen. Die Entlastung von 1 M., welche in der höchsten Stufe der Klassensteuer durch Berücksichtigung der Familienverhältnisse möglich ist, ist gar nichts im Vergleich zur Belastung von 40 M., welche jetzt jede Familie durch die Getreidezölle zu tragen hat. Daß die Verthenernng der Lebensmittel durch die Müller, Bäcker und Schlächter erfolge, glaube Niemand mehr. Der Zoll kommt nur den Großgrundbesitzern zu gute, die Getreide für den Verkauf übrig haben. Wenn nach der Meinung des Herrn von Hnene die Preise ebenso hoch bleiben, auch wenn die Getreidezölle aufgehoben werden, dann mag man sie doch auf- heben! Früher hieß es: wir seien oem Süden zu liberal, jetzt find wir ihm zu agrarisch. Wir sollten nicht erst Verhandlungen über Ermäßigung der Tarife einleiten, welche weniger den beut- schen Konsumenten, als den ö ierreichischen Produzenten zu gute komme, sondern die Lebensmittelzölle erleichtern. Wenn das ge- schieht, dann werden wir bereit sein, an die Bewilligung von Mitteln zu denken. Jetzt solche Mittel zu gewähren, heißt eine Politik unterstützen, welche wir für verderblich halten.(Beifall links.) Finanzminister Miqurl: Daß Herr Richter an der Vorlage kein gutes Haar lassen würde, habe ich nicht anders erwartet. Die„Freisinnige Zeitung", auf welche Herr Richter doch einigen Einfluß hat, brachte im Sommer, als ich die Steuervorlage aus- arbeitete, viele Kritiken, welche sich oft unter einander wider- sprachen, aber keine positiven Rathschläge. Wenn das Bestreben der Regierung, jeden Staatsbürger nach seiner wirklichen Leistnngs- fähigkeit zu belasten und qlle Staatsbürger gleichmäßig zu ent- lasten, so verkannt wird, wenn hier Interessengegensätze künstlich erregt werden, so muß ich dagegen mit Entschiedenheit protestiren. (Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Es ist falsch, daß die Ueberweisung der Grund- und Ge- bändesteuer den Westen zu Gunsten des Ostens, die Städte zu Gunsten des platten Landes benachtheiligen würde. In den west- liehen Provinzen würde die Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer 279 Pf. pro Kopf betragen, im Osten nur 233 Pf.; die Stadt Berlin würde aber 555 Pf. pro Kopf er- halten und dabei muß man bedenken, daß für die Städte die Gebäudesteuer eine stets wachsende Einnahme bringt, während die Grundsteuer fixirt ist und nicht steigen, kann. Wenn die Grund- und Gebäudesteuer überwiesen wird, so werden dadurch die Grund- und Hausbesitzer nicht entlastet, denn sie zahlen ja doch, wie jeder Andere Einkommensteuer. Die Aufgabe ist, das mobile Kapital mehr zu treffen, als bisher(Beifall rechts); denn bisher hat die Gesetzgebung dasselbe nicht treffen können. Wenn die Grund- und Gebäudesteuer und die Gewerbesteuer den Gemein- den überwiesen würden, dann hätte ich, um den Ausfall zu decken, die Einkommensteuer auf 6 v. H. erhöhen müssen. Ein solcher Sprung ist aber in der Steuergesetzgebung nicht gut möglich.(Zu- stimnmng). Die Debatten im Hause haben in mir die'Neigung verstärkt, die Einkommen über 3000 Mark zu entlasten.(Bei- fall.) Ich kann keine bindenden Versprechungen machen, ich weiß nicht, wie das Staatsministerium darüber denkt, aber die Bestrebungen der Staatsregierung gehen nach dieser Richtung hin. Die Gewerbesteuer für die Großbetriebe hat Herr Richter bemängelt, während es doch der Gerechtigkeit nicht ent- spricht, daß die Großbetriebe nur Vs bis Vio v. H. zahlen, während die Kleinbetriebe bis 14 v. H. zn leisten haben. Es sind viele Großgewerbetreibende bei mir gewesen, welche mich in meinem Plan bestärkt haben, und ich glaube, das Bürgerthum wird gerecht genug sein, diese Belastung auf sich zunehmen fldenn wo Gerechtigkeit gefordert wird, giebt es in Preußen keine Parteien. Ich soll den Neberschuß von 102 Millionen weggeredet haben. Herr Richter weiß doch als Finanzkundiger, wie die Dinge liegen. Mag er doch angeben, wo unnütze Ausgaben vermieden werden können, meine Bundesgenossenschaft wird er dabei finden. Aber wenn wir die indirekten Steuern im Reiche vermindern, dann müssen wir bei uns die direkten Stenern erhöhen. Die Ueber- Weisung aus der lex Huene beträgt in diesem Jahre 47 Millionen Mark; kann Herr Richter garantiren, daß sie im nächsten Jahre auch nur die 36 Millionen der halben Grund- und Gebäude- stener beträgt? Daß die Gemeinden davon keinen Vortheil ge- habt haben, hätte man selbst aus dem Munde des Herrn Richter zu hören nicht erwarten sollen.(Zustimmung rechts.) Im All- gemeinen glaube ich den Plan der Reform der Kommunal- besteuerung klargelegt zn haben; Einzelheiten vorzutragen, würde nur Material für eine ungünstige Kritik bieten. So sehr ich auch für falsch halte, daß bei den Ertragssteuern für den Staat die Schulden nicht abgerechnet werden können, so wenig würde ich das für richtig halten in den Gemeinden. Denn die Leistungen der Gemeinde steigern den Werth des verschuldeten und des unverschuldeten Besitzes; deshalb müssen die Ertragssteuern die Grundlage der Gemeindebesteuerung bilden. (Zustimmung Richter's.) Gewiß wäre es gut, die Gewerbesteuer von Staatswcgcn ganz abzuschaffen und sie den Gemeinden zu über« weisen, welche dann nicht den Gewerbetreibenden, sondern den Gewerbebetrieb als solchen, die single property, mit einer Steuer belasten. Aber soll man jetzt vielleicht Großbetriebe freilassen, die ohne großes Anlagekapital leicht vererbt werden können in der Familie, während man Betriebe mit großem Anlagekapital, aber geringem Umsätze heranzieht? In eine Falle soll die Volksvertretung nicht gelockt werden; durch§ 84 ist das Verfügungsrecht des Landtages über die Mehreinnahmen gesichert. Wenn die Klausel nicht ausgenommen wäre, ich möchte wissen, wo dann die Steuerreform geblieben wäre. Die Steuersätze bleibe» die gleichen. Ist das ein Bluten des Steuerpflichtigen, wenn da gezahlt werden soll, wo schon früher hätte gezahlt wer- den sollen? Halt Herr Richter die Deklaration für einen Fort- schritt? Er hat so viel um die Sache herumgesprochen, daß man fast sagen könnte, er hat sie weggesprochen.(Heiterkeit.) Man darf wohl im Allgemeinen annehmen, daß die Steuerzahler die Wahrheit sagen werden. Aber mit dem guten Glanben allein ist es nicht gethan. Denn erstens werden viele Bürger nicht absichtlich, sondern aus Jrrthum und falscher Rechnung sich falsch einschätzen und zweitens giebt es auch döswillige'Steuerzahler, die man zur Wahrheit zwingen muß. Tie Reform der Einkonimensteuer soll ruinirend für die Gemeinden sein, während ihnen Ueberweisungen zufließen sollen. Mit der Ermäßigung der Steuersätze werden allerdings die unteren Klassen erleichtert werden; damit werden die Gemeinde- Steuer- zahler der höheren Klassen vollständig einverstanden sein. Der Krebsschaden ist jetzt, daß die schlechte Veranlagung der Staats-' steuer sich bei den kommunalen Zuschlägen verdoppelt und ver- dreifacht.(Sehr richtig! rechts.) Wenn die Gemeinden eine richtige Staats-Stenereinschätzung vor sich haben, dann wird ihnen geHolsen sein, ganz abgesehen davon, daß ihnen 35 Millionen Grund- und Gebäudesteuer überwiesen werden sollen. Die Genossenschaften werden durch die Vorlage nicht geschädigt, die Regierung nimmt dieselbe Stellung ihnen gegenüber ein, wie bei der Berathung des Genosfenschaftsgesetzes. Aber die Genossenschaften sollen fest gehalten werde» an der Grenze der Förderung der Wohlfahrt ihrer eigenen Mitglieder.(Zustimmung rechts.) Ueberhaupt haben mehrere Bestimmungen des Gesetzes eine soziale Bedeutung, das gilt auch von der Vorschrift bezüglich der Gewerbesteuer für die landwirthschastlichen Brennereien, durch welche allein schlechter Boden nutzbar gemacht werden kann, sonst müßte das Land zum Forst gemacht werden und die Bewohner könnten sich nur ernähren durch Auswanderung(Heiterkeit); sie müßten auswandern, um anderswo Arbeit zu suchen.(Zustimmung rechts.) Ob ich per- sönlich ein Freund der Quotisirung bin, kommt hier nicht in Betracht, denn ich stehe hier als Vertreter des Staats-Ministe- rinms. In der Vorlage ist aber so viel von der Quotisirung enthalten, als man bei dieser Gelegenheit verlangen kann. Die Schätze sollen nicht aufgehäuft, sondern in jedem Jahr zur Erleichterung verwendet werden. Ich hatte gehofft, daß dieses Entgegenkommen eine etwas mildere Stimmung hervor- gerufen hätte. Auf die Zollpolitik im Reiche gehe ich nicht ein, diese Debatte möge im Reichstage weitergeführt werden. Aber wer behauptet, daß die Reform der direkten Steuern ohne Be- seitigung indirekter Steuern gar keine Bedeutung hat, dem fehlt entweder die Grundlage für eine richtige Beurlheilung oder es handelt sich nur um einen Vormand.(Beifall rechts.) Das letztere nehme ich nicht an; bezüglich des Erstereil habe ich zu bemerken, daß die Gegner der indirekten Steuern immer eine Reform der direkten Steuern verlangt haben und nun, wo wir anfangen, ist's nicht recht.(Zustimmung rechts.) Wenn Herr Nichter so sehr für die Wohlfahrt der Steuerzahler besorgt ist, dann müßte er die Regierung doch bei diesem Werke unterstützen. Wenn Herr Richter davon gesprochen hat, daß ein national- liberaler Minister konservative Politik treibe, so war das nicht besonders liebenswürdig und höflich, es macht auch auf mich nicht den geringsten Eindruck. Vielleicht weiß das Herr Richter auch und hat es deshalb für unbedenllich gehalten.(Heiterkeit.) Sofern darin aber der Vorwurf liegen sollte, daß ich hier Parteipolitik treibe, so muß ich dem widersprechen. Ich habe in der langen Zeit meiner politischen Thatigkekt gelernt, daß die Fraktionsgegensätze über die Maßen auf die Spitze getrieben sind, und ich habe mich gefreut, an einem Werke mitarbeiten zu können, was nach keiner Seite hin einen Fraktionsstandpunkt vertritt. Man sollte die versöhnenden Punkte nach Möglich- keit hervorkehren; die Männer, welche das Gegentheil lhun, halte ich nicht für nützliche Männer.(Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Ich werde an dieser Stelle nichts thun, was ich nicht in vollem guten Glauben als ehrlicher Mann im Interesse der Gesammtheir für nothwendig halte.(Beifall.) Ich bin zufrieden, daß die Staatsregierung nach langer Stockung eine Politik der Reformen einschlägt, von der ich durchdrungen bin, daß sie vorhandene berechtigte Beschwerden abstellt, die Zufriedenheit erhöht und den Staat und die Monarchie stärkt. (Lebhafter Beifall.) Abg. v. Eqnrrn, welcher nächster Redner ist, beantragt die Vertagung der Verhandlungen, welche auch gegen die Stimmen der Konservativen beschlossen wird. Nach einigen persönlichen Bemerkungen wird die weitere Be- rathung bis Montag 11 Uhr vertagt. Schluß 3 Uhr. LuKcllrs. Gründliche Kchulinidung ist ei» Uorrecht der de- sttzenden Klassen. Die Stellung, welche Stavtschulrath Bertram in der letzten Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung gegen- über dem Antrag Stadthagen und Genossen, betreffend die Bc- schaffung der Lehrmittel für die Gemeiudeschüler auf Kosten der Stadt, einnahm, hat wieder gezeigt, daß jeder Versuch, den Er- werb von Bildung für das Proletariat weniger kostspielig zu machen,;bei der Bourgeoisie auf Widerstand stößt. Wenn nicht einmal die völlige Unentgeltlichkeit des Volksschulunterrichtes ge- währt werden soll, dann wird die Uuentgeltlichkeit des Unter- richtes auf den höheren Lehranstalten bis auf Weiteres erst recht schöner Traum bleiben. Es werden noch Taufende von begabten Proletarierkindern ihr Talent in der Volksschule verkümmern lassen müssen, während so mancher beschränkte Bourgeoissohn, der hinter der Hobelbank seinen Platz viel besser ausfüllen würde, die Bänke der Gymnasien und Realschulen drückt. Die Gegner der Sozialdemokratie, welche nach der Beschaffenheit des sozial- demokratischen„Zukunftsstaates" fragen, mögen sich doch einmal überlegen, welche unsinnige Kraftvergeudung darin liegt, daß so viele infolge der wirthschastlichen Ungleichheit dahin gestellt werden, wohin sie nicht gehören. Sie werden sich dann wohl selbst klar machen können, wie sich in dem „Zukunftsstaat" zum Beispiel das Schulwesen gestalten wird und muß.„Gleich ist in der Schule für alle der Unterricht, ver- schieden die Begabung", sagte der Herr Stadtschulrath. Den Schluß, daß Schüler mit verschiedener Begabung verschiedenen Unterricht erhalten müssen, also in verschiedene Schulen gehören, hat er nicht gezogen. Sie sind beide gleich sehr zu bedauern, der talentvolle Sohn des Proletariers und der talentlose Sohn des Bourgeois. Der letztere reibt sich manchmal in dem erfolglosen Streben nach einem Ziel, das ihm nach seiner ganzen, geringen Befähigung stets unerreichbar bleiben muß, geradezu auf. In Wien hat sich kürzlich ein elfjähriger Gymnasiast das Leben ge- nommen, weil er im lateinischen Unterricht die dritte Deklination nicht begreifen konnte. Man hat zwar bei uns von einem so eigenthümlichen, trotz des Ernstes der Sache beinahe komisch wirkenden Selbstmordmotiv noch nicht gehört, aber ähnliche Fälle kommen auch auf unseren höheren Lehranstalten zahlreich vor. Die Selbstmorde wegen schlechter Zensur oder Nichtversetzung wiederholen sich mit dem Schluß jedes Halbjahres, und in den statistischen Nachweisungen über die Selbstmorde von Schul- lindern sind bei den höheren Schulen mit der höchsten Ziffer aufgeführt. In Preußen waren es in dem Zeitraum 1883—1888 über 23 pCt. aller Selbstmorde, deren Ursachen ermittelt werden konnten. Darin ist auch ein kleiner Beitrag zur Schulreform enthalten, der Beachtung verdient. Viel- leicht nimmt sich die Kommission, welche nächstens zu- sammentritt, um über die„Schulreform" zu berathen, dieser armen Opfer des jetzigen Schulwesens und des elterlichen Unver- standes an. Freilich hat der Wunsch, daß für die Aufnahme in die höheren Lehranstalten die Möglichkeit des Mitkommens ent- scheidend sei, vorläufig noch viel weniger Aussicht auf Erfüllung, als das Verlangen nach Unentgeltlichkeit des Unterrichtes. So lange aber das Vermögen, das Schulgeld zu bezahlen, entscheidet, wird der Proletarier in den meisten Fällen von dem Besuch der höheren Lehranstalten ausgeschlossen sein. Zum Koch' scheu Keilverfaliren. Dem Vernehmen nach wird geplant, in dem in nächster Nähe Berlins gelegenen wald- reichen Vorort Bad Johannisthal zur Anwendung des Koch'kchen Heilverfahrens gegen die Tuberkulose ein medizinisches Institut zu errichten. Eine staatliche Klinik soll, wie wir bereits mittheilten, auf dem Triangel zwischen dem Charitee-Krankenhause und der Stadl- bahn zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten nach Koch'schem Verfahren errichtet werden. Wie die„Verl. Klin. Wochenschrist" erfährt, soll Herr Professor Brieger die Leitung der Klinik über- nehmen. Professor Brieger war früher Assistent von Frerichs und hat sich durch seine vortrefflichen bakteriologischen Forschungen großen Ruf erworben. Gegenwärtig leitet er eine Poliklinik. Sein Name wurde mehrfach in Verbindung mit den«ersuchen des Geh. Raths Koch genannt. �_ Zu den bisherigen Berichten aus der ärztlichen Praxis über den Erfolg des Koch'schen Heilverfahrens stnd jetzt zwei neue gekommen: In den von Prof. Dr. Oskar Liebreich und Dr. A. Langgaard herausgegebenen Therapeutischen Monatsheften be- richtet Dr. Hermann Feilchenfeld, Assistent an der Levy'scheu Klinik, über den Verlauf der in derselben behandelten Fälle von Tuberkulose; in der neuesten Nummer der„Verl. klin. Wochen- schnst" berichtet ferner Stabsarzt Dr. Dengel, der seit einigen Wochen in der Dr. Eyrlich'schen Privatklinik Tuberkulöse nach dem Koch Ischen Heilverfahren behandelt, über seine Ersahrungen. Beide Berichte enthalten im Wesentlichen keine neuen Thal- fachen, sie bestätigen aber vollauf das, was Koch selbst in seiner ersten Mittheilung behauptet hat._ Der springende Punkt in der ganzen Sache ist doch die Frage, wie weit die Lungenschwindsucht heilbar ist, und daraus geben auch diese beiden neuen Berichte wieder die be- stimmte Antwort, daß leichte Fälle der Ltrankheit, die noch nicht eingewurzelt sind, mit Sicherheit zur Heilung, etwas weiter vor- geschrittene Fälle vielfach Besserung, allerdings zuweilen nur eine vorübergehende, erfahren, aber nicht ein Aufhören sämmtlicher Krankheitserscheinungen zeigen. Vielleicht ist der Grund dafür darin zu suchen, daß die Behandlung noch nicht lange genug gedauert hat.— Auch von Dr. G. Cornet, der gegen, värlig die meisten Erfahrungen in dem Koch'schen Heilversahren besitzt, ist demnächst eine Veröffentlichung zu erwarte».— Geh. Rath Koch selbst wird, wie wir erfahren, die Mittheilung über die Zusammensetzung und Herstellung seines Heilmittels in wenigen Wochen machen.— Mit dem Impfstoff ist jetzt die Mehrzahl der Universitäts-Kliuiken in Deutschland sowie in Wien bereits versehen, wenn auch nur in kleinen Mengen, lind das Koch'sche Heilverfahren wird gegenwärtig chon an vielen Tausenden von Personen erprobt. In die Hände der praktischen Aerzte ist das Mittel bisher wenig gelangt,' und das wird auch für die nächste Zeit noch so bleiben. 5lranken- Häuser für Behandlung Tuberkulöser nach Koch'schem Verfahren werden in nächster Zeil in großer Anzahl entstehen, so wird Pro- fessor Fürbringer eine Klinik mit 58 Betten für Arme, die unent- geltliche Behandlung erhalten, und daneben eine kleinere für Wohlhabende errichten. In der Charitee wird das Koch'sche Ver- fahren jetzt aus allen Ablheilungen geübt, seit wenigen Tagen auch auf der Leyden'schen Klinik. Die Beobachtungen, welche man macht, sind überall dieselben. Sehr beträchtliche Erfolge sind bereits in einer Anzahl von Fällen von Kehllopftuberkulose er- zielt worden, die indeß noch nicht vollkommen zur Heilung ge- kommen sind. Der schon mehrmals gemachte Versuch, die tuber- kulöse Hirnhautentzündung, eine Krankheit, die stets in wenigen Tagen zum Tode führt, zu beeinflussen, ist bisher gescheitert, weil die Krankheil zu schnell fortschreitet. Uom Schlnchtfcld drr Arbrit. Vor einigen Tagen ge- dachten wir der Zustände, welche in Bezug auf Schutzvorrichtungen in unseren Fabriken herrsche». Heute liegt uns ein Bericht aus Amerika vor, der beweist, daß auch unter dem Sternenbanner die Verhältnisse kein Haar besser sind. Allein im Staate Massachusetts ereigneten sich in einer abgegrenzten Zahl von Betrieben im ver- gangenen Jahre 708 Unfälle. Von diesen Unfällen werden 266 als„leichte" bezeichnet, weil es sich nur u»i abgeschnittene oder abgequetschte Finger oder Hände handelt. Die übrigen Ver- letzungen waren schwerer Natur und wurden dieselben Haupt- sächlich durch vorstehende Stellschrauben oder Keile, sowie durch unbedeckte Zahnräder und Riemen verursacht. In 24 Fällen wurden den von den Maschinen erfaßten Arbeitern die Arme, in 13 Fällen die Beine gebrochen, in 5 Fällen wurden Arme, und in einem Falle ein Bein abgerissen u. s. w. Aus diesen Zahlen kann man auf die Summe der Verstümmelungen schließen, welche in den gesammten Betrieben der vereinigten Staaten vorkommen mögen. Es ist eben hüben wie drüben. Ein Amerikaner, Namens Wilbur, befindet sich wieder im Untersuchungsgefängniß zu Moabit. Derselbe hat das Ver- trauen eines Landsmannes auf das Gewissenloseste mißbraucht. Er hatte sich in München mit einen, amerikanischen Rentier be- freundet, mit dem er dann gemeinschaftliche Reisen nach Paris und durch Deutschland unternahm. Auf einer Eisenhahnfahrt plünderte er den schlummernden Freund um eine Reihe von kost- baren Gegenständen, unter denen sich allein vier Ringe im Werths von 4000 M. befanden. Die beiden„Freunde" wohnten dann zusanunen im Zentralhotel und in der Flemnringftraße. Hier wiederholte sich Mr. Wilbur das erprobte Manöver noch einige Mal. Unter anderem sielen ihm dabei 2000 M. in die Hände. Uiith srlkaft ist der Vebleib eines Arbeiters Fischer, der seit dem 26. Oktober verschwunden ist. F., welcher von allen Seiten als nüchterner, fleißiger Arbeiter geschildert wird, der in glücklichen Familienverhältnisfen lebte und heiteren Gemüthes war, wurde zuletzt am Abende des genannten Tages gegen 10 Uhr in einem Lokale der Schlesischenstraße gesehen. Er ging um diese Zeit von dort weg, indem er zu seinen Bekannten sagte: Nun ist es Zeit, daß ich nach Hause gehe. Seitdem fehlt jede Spur Fischer's. Abermals hat(ich ei» EisrnbahnnnfaA zugetragen. Derselbe fand nach dem„D. T." am Donnerstag Abend 6 Uhr auf dem neu angelegten Rangirbahnhofe zwischen den Stationen Südende und Tempelhof der Anhalter Bahn, dicht bei der könig- liehen Hauptwerkstatt Tempelhof statt. Eine Lokomotive, die, um Wasser einzunehmen, nach dem Wasserkrahn zu fahven im Begriff war, muhte zu diesem Zwecke ein Geleise kreuzen, auf dem aber auch ein beladener Güterzug dahergesahren kam. Ehe beide Führer die Gefahr erkannt hatten, war die Lokomotive dem Zuge in die Flanke gefahren. Vier Wagen wurden aus dem Geleise gehoben und zertrümmert. Die Lokomotive selbst entgleiste und bohrte sich bei dem Zurückprallen so fest in das Erdreich, daß es bis heute Vormittag trotz aller Anstrengungen noch nicht gelungen war, sie daraus ivieder empor zu winden. Ein Bremser erlitt bei dem Zusammenstoß eine so schwere Verwundung beider Beine, daß er nach seiner Wohnung transportirt werden uiußte. Dort dürfte er seinen Verletzungen bald erlegen sein. Die Aas- räumungs-Arbeiten wurden bei Fackelschein sofort in Angriff genommen. Das sechsjährige Schneiderstöchterche» Gertrud U. in der Tresckowstraße verunglückte gestern auf folgende Weise: Die Kleine wollte ihrer Mutter in der Küche hilfreich zur Hand gehen und einen Topf von der Kochmaschine herabholen. Da Gertrud aber nicht hinauf zu reichen vermochte, stellte sie sich auf eine Kiste. Beim Herabsteigen bemerkte sie aber nicht, daß an der Seite auf dem Fußboden ein Kessel mit kochendem Wasser stand, und so trat sie mit den Füßen hinein. Das �verunglückte Kind mußte in ein Krankenhaus geschafft werden. Drr bekannte rnsstschr Kornet Nikolaus de Sawine ist, der„Voss. Ztg." zufolge, megen Hochverraths und verschiedener Schwindeleien durch das Militärgericht in Schlüsselbmrg zu einer zehnjährigen Verbannung nach Tobolsk verurtheilt worden. Wir erhalte» folgendes Schreiben: Ich arbeitete seit Februar d. I. beim RechEanwalt Dr. Halle als Gehilfe für ein monatliches Salär von 66 M. Vom l. September er. erhöhte er dasselbe um 5 M„ so daß ich TO M. bezog. Seit dem 4. Oktober d. I. ging dessen Bureau Friedrich- straße 211 ein und es wurde ein gemeinschaftliches Bureau Charlottenstraße 25/26, eröffnet und zwar unter der Firma: „Dr. Erich Meyßner, Dr. Halle, Franz Heinitz, Rechtsanwälte." Anfangs November er. ersuchte ich die Herren inn Erhöhung meines Salärs auf 75 M., hierauf wurde mir aber die Mit- theilung, daß daran gar nicht zu denken sei und daß das Salär überhaupt schon zu hoch sei, sie auch übrigens ganz billige und jüngere Leute einstellen würden. Ich hatte bereits aus früherer Zeit vom Rechtsanwalt Dr. Halle einen Vorschuß von TO M. ä conto meines Salärs. Am 5. oder 6. Oktober er. erhielt ich wiederum vorschußiveise 40 M., sodaß ich 110 M. im Ganzen pro Oktober erhalten hatte. Am 1. November cr. wurden mir 10 M. abgezogen, und ich erhielt mithin pro Oktober 60 M. Obgleich ich mir Nichts zu Schulden kommen ließ und meine Arbeiten pünktlich erledigte, wurde mir dennoch die Stelle am 15. November cr. gekündigt und bedeutet, daß der Vorschuß mit noch 100 M. ganz in Abzug gebracht wird und ich somit pro November cr. Nichts erhalte. Hierbei muß ich aber bemerken, daß außer mir noch ein Staalsanwaltschasts-Assistent, der Nachmittags beschäftigt wird, und zwar als Bureauvorsteher. Statt aber diesen, der ohnehin ein schönes Einkommen bezieht, zu entlassen, haben sie es vorgezogen, mich zu entlassen.— Nun stehe ich da, ohne einen Groschen Geld, ohne Stellung! Denn jetzt, vor Weihnachte», ist schwerlich eine Stelle zu be- kommen, dabei habe ich eine kränkliche Frau und zwei noch un- versorgte Kinder zu ernähren. Diese Herren haben mich blos des Weihnachtsgeschenkes wegen entlassen und dann, um diesen Beamten zu behalten. Ich bin durch die Handlungsweise total zu Grunde gerichtet. A. Leskowsky, Schillingstr. 34, 3 Tr. Dir Sozialdemokrate» wollen dir Fnmilir zerstören. In konservativen Blättern ist eine längere Lokalnacyricht ent- halten, welche sich sehr ausführlich mit den„Sünden der Kinder- Mädchen" beschäftigt, der Gehilfinnen der Mütter, wie die daselbst beliebte Bezeichnung lautet. Es ist darin zugegeben, daß die Kinder keine richtige Behandlung und Erziehung erhalben. Natür- lich wird alle Schuld auf die armen Mädchen geschoben, welche mit einigen Thalern jährlichen Lohnes nicht allein ihre ganze Arbeitskraft verkaufen, sondern sich dafür auch noch willenlos der Laune der„Herrin" unterordnen müssen. Nach dem M oder vielmehr nach der famosen Gesindeordnung sind PI ru 2.. v:_--- ti-r-o f- f 4.» O„f.,, ,.«S 1, ehre«' Kit# ständig rechtlos, so lange sie in„Lohn und Die Hauptschuld trifft vor allen Dingen doch die werthen Bourgeoismütter selbst, welche ihre anderen Leuten für einen kümmerlichen Lohn zur Veobac?u>» überlassen, ohne sich weiter um dieselben zu kümmern, dafür a lieber Äarlitt'sche Romane lesen. Doch davon wollen wir ji nicht weiter sprechen. Der Schreiber oben angezogener 4°" Nachricht scheint von selbst etwas Aehnliches zu ahnen, jedoch®■ er einen kleinen Vorwurf an die Bourgeoismütter nur w- etwas sehr verschämte Form zu kleiden. Uns geht die 9®}, Sache schon aus dem Grunde nichts an, weil die große-la zahl der proletarischen Mütter nicht einmal selbst in der Lage 6 auf ihre Kinder Obacht zu geben, sie müssen in die Fabrn i* dern oder sonst wo mit dem Mann zusammen den dursng Unterhalt für die Familie verdienen. Noch viel wsng können sie sich Jemand annehmen, dem sie die Beaufiichug- und Erziehung der Kinder beauftragen könnten. Außerdem mu.i auch die Kinder der Proletarier meistentheils schon vom zar«! Alter an mit zur Arbeit herangezogen werden, da selch».... Verdienst von Vater und Mutter nicht für die ganze Fa>' zum Lebensunterhalt ausreicht. Was uns veranlaßt, uns oiu, ganzen Sache zu beschäftigen, das ist die Erkenntniß der 9 konserativen Herren, daß es mit der Kindererziehung, l besteht, nicht so ganz in der Ordnung ist. Es sind das ja g» die Herren, welche den Sozialdemokraten nicht genug vorive> können, sie wollten die Familie zerstören. Und das nur de>?y- weil diese eben der Ansicht sind, die Kinder müßten von � rufsmäßigen Pädagogen erzogen werden, wenn sie eine vernu gemäße Erziehung genießen sollen. Wir geben den Herren Rath, sich nicht immer so oberflächlich mit den Dingen zu � schäftigen. Wenn.sie finden, daß hier in diesem Punkt M'.M» vorhanden sind, so mögen sie etwas tiefer auf die Sache e>ng 9 und den sozialen Veranlassungen der Uebel nachforschen, werden sie wohl auch zu einer anderen Erkenntniß kommen.. Nolizribericht. Am 21. d. M. Nachmittags versuchte � obdachloser Arbeiter auf dem Treppenflur des v L Alexanderstraße Nr. 1 sich zu erhängen. Er wurde jedoch,� rechtzeitig losgebunden und durch einen Arzt ins Leben zu gerufen.— Nachmittags und Abends fanden fünf»lei Brände statt. Gegen den verantwortliche» Aedaktrur Slatteo, Curt Vaake, stand gestern vor der 11. Slrafkamme hiesigen Landgerichts 1 Termin wegen Beleidigung VN. sitzender des Gerichtshofes war der Landgerichts-Direktor■p ,, weiter, die Anklagebehörde war durch den Assessor Diederic» treten. Der Thatbestand, welche der Anklage zu Grunde.. war folgender: In Nr. 220 des„Verl. Volksbl." vom 21.� d. I. war unter der Spitzmarke:„Die Arbeiter sind zur M � schaft geboren" ein Artikel veröffentlicht, welcher sich un» angeblichen Zitat des Generalsekretärs des Ze»tralver° deutscher Jndustriellei, Herrn Bueck, beschäftigte. Die Pm l � dem Zitat waren einem Parteiblatt in der Provinz entlehn � die Redaktion des„B. V." hatte es im Vertrauen»»» I L Richtigkeit des Zitates— ein Zweifel war um so weniger � liegend, als Herr Bueck bei den verschiedensten Anlässen ans I � Unternehmerfreundlichkeit keinen Hehl gemacht hatte, T. nonimen. Herr Bueck wies nach, daß er die ihm JuSelSL„:t( schriftliche Äeußerung nicht gethan habe und wir beeu»».# daraufhin, die Sache richtig zu stellen; einige Tage dara � schien im„Berliner Volksblatt" ein Widerruf. Trotzdem.�. Herr Bueck gegen unsern verantwortlichen Redakteur den � an trag wegen Beleidigung, die Staatsanwaltschaft bielt die � folgung„im öffentlichen Interesse" für geboten und Reo s, Vaake hatte sich gestern vor der obenbenannten„ kammer zu verantworten. Vaake gab die U»rw) j» des fraglichen Zitats zu, er habe bei Aufnahme deffel» gutem Glaube» gehandelt. Auch bitte er den Gerichtshof,, � Strafabmessung zu berücksichtigen, daß Herrn Bueck sei»! 5 Redaktion alle mögliche Genuglhuung geleistet worden le,>Mi Vertreter der königlichen Staatsanwaltschafr meinte, der � bestand einer schweren Beleidigung liege vor, es könne nur um die Höhe der Strafe handeln und er halte ei»*� strafe von 300 Mark für angemessen. Der Vertheidiger, anwalt Heine, hob hervor, daß ein Versehen vorliege, zudem sofort gut gemacht worden sei. Er hielt das von anwaltschaft beantragte Strafmaß für zu hoch und ersuch»..�? deutende Herabsetzung derselben. Stach kurzer Berathung vki tt(. der Vorsitzende des Gerichtshofs das Urtheil, welches genau n»"! Antrage des Staatsanwalts a u s 300 M. G e l d st r a f e üblichen Nebenstrafen, Vernichtung der noch vorhau Exemplare der betr. Nummer, Veröffentlichung des" ge kenors im„Berliner Volksblatt" u. s. w. lautete. In R v gründung des Urt Heils bemerkte Herr Brausewetter, sekretär Bueck sei durch den Artikel schwer beleidigt,"»' � für den Angeklagten sei der Widerruf. Dagegen falle ersch�. pii ins Gewicht, daß der ganze Artilel nur der Verhetzung y Beoölkerungsklassen Vorschub leiste und jeder Meiisch nmsst daß diese Verhetzung dem Vaterlande nur zum Unheil g�» könne. Der Kandidat Dons wurde vor einigen Tagen v'" Kriminalkommissar Höhne zu Protokoll vernommen, u wegen einer in einer Rirdorfer Versammlung gethanen Aeup\i folgenden Wortlauts:„Wenn der Weltheiland heute l-r»� lbe kein kommandirender General, sicherlich Mii1'' ,— g-.. höchst wahrscheinlich aber ein sehr gefährlich�., ff" demokratischer Agitator." In dieser Äeußerung wird«>«' S"' c'a« ,r„. längen#1»%;, wäre derselbe letzung des§ SiANSNckMs S& Beschimpfung der Kirche wird 0*1" risches Urtheil zu einer-oeicyimp>»ng vrc«uaj«'u>—". werden können. ts,nW-\ Gin Wnstevbeamter. Unter Ausschluß der Oeff■jjtl wurde gestern vor der zweiten Strafkammer des Laiwg eine Anklage wegen Vergehens im Amte gegen den S»9 Ferdinand B a e s e l e r verhandelt. Aus der Urtheilsoer»» r ging folgender Sachverhalt hervor. Am Spätaven 8. Juni d. I. traf'der im Thiergarten patrouillirende A» P daselbst ein Liebespaar, welches sich in Zärtlichkeiten erg i' einen Anstoß in sittlicher Beziehung nicht erregen konn»'fl.y Angeklagte stürzte plötzlich aus einem Versteck hervor u» m dem erschreckten Paar, daß er dem Treiben desselben» genug beigewohnt habe und er das Mädchen verha»�,» In höchster Angst folgte die bis dahin Unbescholtene �% mten zur Wache. Unterwegs zog der Angeklagt� I-e> amren zur uvacye. nnrerwegs zog oer Angeriag--..> a,;, gleiterin auf eine Bank nieder und verlaugte» aap gßu zu Willen sei. Seine Absicht scheiterte an dem..Ä stände des Mädchens, welches darauf von ihm wurde. Der Angeklagte wollte das Opfer einer M Lü'Z wechselung geworden sein, wurde durch die Beweisauss•- für überführt erachtet. Besonders belastend fiel ins G*' die Schwester des Angeklagten zweimal bei dem d* Mädchen gewesen war und sie durch Anerbieten einer® von 50 M. zu bewegen versucht hatte, den Strasanw»» �. zuziehen. Der Gerichtshof sah die That des AngeklaS eines Beamte», der für die öffentliche Sicherheit und s~, stiy sorgen hatte, als eine besonders schwere an, den» d» lautete auf ein Jahr sechs Monate Gefän außerdem wurde dem'Angeklagten die Fähigkeit zur öffentlicher Aemter auf die Zeitdauer von fünf o.LA gesprochen. Der Verurtheilte wurde sofort in Haft ge".j y Gin sonderbar«»: Ausfluß uö» Grokth>ss�,f Eitelkeit hat dem früheren Kaufmann Friedrich M" ?.»n.a®e'ue3cu LNSesugrer Ausübung eines Amtes zugezogen, die t>or ket vierten Strafkammer des Landgerichts I gegen ihn 'f. Verhandlung gelangte. Ter Angeklagte erschien eines Tages ll einem der hiesigen Polizeibureaus und stellte sich als Re- S>erungs-Bauführer im Dienste des Baurath Badstiibner vor, der Auftragt sei, mehrere in dem betreffenden Reviere unter- emnicne Bauten zu revidiren. Er erbat sich hierzu einen Schutz- mnn als Begleiter aus, und da man keine Veranlassung hatte, fn ü Zugaben zu mißtrauen, so murde seinem Wunsche ent- Iprochen. In Begleitung des Beamten besuchte der Angeklagte Zwei Neubauten, ließ sich die Zeichnungen vorlegen und Iich dabei eine große Wichtigkeit, wobei er sich nachweislich Miete, seine völlige Unkenntniß von Bausachen durch irgend eine Äußerung zu verrathen. Die Komödie kam aber doch Kenntniß der Behörde, und Müller, der wegen anderen schwereren Strafthat kürzlich zu sechs Monaten ,, I?niß verurtheilt wurde, erlitt durch das gestrige Erkenutniß ach eine Zusatzstrafe von vierzehn Tagen. . Wenn unerfahrene Leute aus der Provinz hier in Berlin sogenannten„Landsmann" treffen, dann geht es ihnen ge- ähnlich nicht gut. Ten zahlreichen Gerichts- Verhandlungen, eiche diese Thatsache illustriren, ist die Anklage hinzu zu gesellen, gestern gegen einen gewissen Mo las verhandelt wurde. Der «rpign-r Ubich aus Oppeln lag mit. seinem Fahrzeuge hier ■ dn Stadt vor Anker und benutzte den Charsreitag, um in Berliner Kirche zu pilgern. Nach Schluß der Kirche wollte er 0ch mehrere Einkäufe machen und namentlich war es sein Wunsch, mige Flaschen echten Gilka'schen Eetreidekünzmels mit an Bord in Ahnten. Als er in die Schützenstraße kam, fragte er den ihm ..en Weg laufenden Angeklagten nach dem Gilka'schen Ge- Kr« dieser aber wußte, daß das letztere an Feiertagen ge- MWen ist und erklärte sich bereit, den Fremden in ein anderes «-eitillationsgeschäft zu führen, wo er gleichfalls gute Waare fcnR ,•*8m,te- Auf dem Wege dorthin erfuhr der'Angeklagte, „Ä sein Begleiter aus Oppeln sei und er stellte sich }} dem Ausdruck hoher Freude„gleichfalls als Schlesinger", . lv als Landsmann vor. Die Landsmannschaft wurde p! dem Destillationsgeschäft tüchtig begossen, der Schiffs- gner bezahlte und verließ das Lokal in Begleitung neuen Freundes und bepackt mit mehreren Flaschen Ge- «oetunimel. Als sie eine Weile gegangen waren, trat ein waßenpassant mit dem Bemerken auf Ubich zu:„Um Gottes Sie brennen ja!" und der Augenschein zeigte, daß sein bnt.-'.der That in der Gegend der Brusttasche sengte. Herr U. bi» m, 6 Zeit, darüber nachzudenken, auf welche Weise wohl . Verbrennung zu erklären sei, da er selbst doch nicht rauchte; � griff vor allen Dingen in die Rocktasche, um seine ..�Nerpapiere in Sicherheit zu bringen, während sein Be- sW diensteifrig das Portemonnaie abnahm, welches ?.j'Ntalls in Gefahr schwebte, zu verbrennen. Ter„Landsmann" „Jy."nn beschuldigt, daß er diese, in ihrer Entstehung nicht auf- eine'".Gelegenheit benutzt habe, um aus dem Portemonnaie b°st..,®�dhere Summe Geldes zu entwenden. Der Schiffseigner aber» daß ihm diese Summe fehlte, der Angeklagte bestritt »un„ Wieden, von deren Verbleib etwas zu wissen. Es ist UM-?at e'n vorbestrafter Mensch, der z. Z. in Rumnielsburg leuer- die beiden Hauptpersonen dieses Berliner Aben- der<,U' �■a®e ,Ucf)t'"ehr ganz nüchtern waren und >Nolbu>?adigte auch keine bestimmten Angaben zu machen ver- der A l" hwlt der Gerichtshof den naheliegenden Verdacht, daß vetöhtv hier einen dreisten Koup gegen einen Fremden auf°.4">cht für genügend bewiesen und erkannte deshalb vepfe»»r»ttlultge»r. bek � Richter renommirt mit dem starken Absatz seiner ihläTtn*"Z'-llehren". Derselbe beruht aber nicht überall auf tam' sondern auch auf dem Gratisangebot. So be- eins ln �eC �hten Versammlung des deutschfreisinnigen Wahlver- »Jrrl Berliner Wahlkreise Jeder ein Exemplar der Berliner _ umsonst.; ß, erzählte am Freitag in der v illich-Soziaf� n. a.;„Auch die Kirche tainpfe. „Tonhalle" seinen legt Hand an im auch die Pastoren Vorausgesetzt, daß u. a. .. />" Daher hat die Kirchenbehörde jetzt '"eingesandt in die Arbeiterversammlungen".........-o-i-v-»---r p°lker in diesem Falle glaubwürdig ist, weiß nian nun, warum eute wie der Pastor Werkenthin in die Arbeiterversammlungen gehen. Tie thun es nicht aus persönlichem Antrieb und auv ynipathie mit den Bestrebungen der Arbeiter, sondern, wie jetzt Zugeftanden ist, allein im Interesse der Kirche. liehen Versammlung vom 14. Oktober er. wurde mit großer Majorität beschlossen, alle bisher in den einzelnen Branchen un- seres Gewerbes bestehenden Kommissionen aufzulösen und eine einheitliche dreizehnmitgliedrige Agitationskommission zu wählen, welche unterstützt, durch zu wählende Werkstatts- und Geschäfts- Delegirte, die in unserem Gewerbe bestehenden traurigen Werk- statts- und Lohnverhältnisfe zu prüfen und eventuell öffentlich zur Diskussion zu stellen hat. Diese Agitationskommissioii wurde nun am 3. November er in Feuersteins Salon, leider aber nicht vollständig, gewählt, da viele der Anwesenden aus persönlichen Gründen ablehnten. Am Mittwoch, den 26. November er., findet nun in den Arminhallen(unterer großer Saal), Kommandantensttaße Nr. 20, eine große Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie aller Branchen statt. Tagesordnung: I. Ergänzungswahl der Agitationskommission. 2. Die Gewerksehaftsbewegung nach den Be- schlüssen des Parteitages und der Gewerkschastsronferenz. 3. Bericht der Delegirten der Berliner Streik- Kontrolkommission. 4. Diskussion. Kollegen und Kolleginnen, wir erwarten von Euch, daß Ihr recht zahlreich erscheint, denn es sind noch 5 männliche und 3 weibliche Mitglieder der Kommission zu wählen und zwar aus der Konfeklionsbranche beiderlei Geschlechts, der Militär- und der Militär- und Beamten- Lieferunqsbranche. Es ist wohl an der Zeit, daß in unserem Gewerbe endlich etwas geschieht. Um dies aber zu ermöglichen, ist die Theilnahme und Mitarbeit Aller erforderlich; deshalb sind unverzüglich in säm mtlichen Werkstellen Delegirte zu wählen; es sind hierunter nicht nur die Werkstätten der besseren Geschäfte zu verstehen, sondern die aller Branchen, ob Bestellung, Konfektion, Militär- und Beamtenliefernng, Damenmäntel oder Trikotagen, ob die Werkstelle vom Geschäftsinhaber oder von Hausinduslriellen gestellt wird; auch die Hausindustriellen eines Geschäfts haben sich zu einigen und aus ihrer Mitte einen Ge- schäftsdelegirten zu wählen. Die gewählten Delegirten haben die in den Werkstellen und Geschäften bestehenden Arbeits- und Lohn- Verhältnisse zur Kenntniß der Kommission zu bringen und wir bemerken, daß die Namen der Delegirten, um Maßregelungen zu vermeiden, Niemandem genannt worden. Zur Entgegennahme von Berichten wird bis auf weiteres täglieh Abends von 9 Uhr an ein Mitglied der Agitationskommission im Lokal von Hilgener, Seidelstr. 12, (zweiter Eingang vom Flur) anwesend sein. Aus denn Kollegen und Kolleginnen Y Wählt Delegirte zu Eurer Vertretung hei der Kommission, erscheint Alle recht zahlreich in der Versammlung. Wenn wir dann auf diese Weise gemeinsam arbeiten, ivird es auch in unserem Gewerbe möglich sein, bessere Zustände zu schaffen. Mit kollegialischem Gruß. Die Agitationstommission. Berlin. Aufruf n» die gewerbliche» chilfonrbeiter, Fabrikarbeiter rtr. Kollegen! Jeder von Euch wird wissen, daß gerade wir Hilfsarbeiter von allen Arbeitern am schlechtesten ge- stellt sind, daß die Roth in unfern Reihen am größten ist. Aber Ihr werdet auch wissen, daß sich unsere Lage nicht verbessern kann, wenn wir nicht selbst thatkrästig Alle für die Besserung der- selbe» eintrete». Darum schließt Eueh sämmtlich dem Verein ge- werblicher Hilfsarbeiter an. Ist es nicht eine Schande für uns, ivenn von zirka 50 000 Hilfsarbeitern kaum 1000 dem Verein angehören? Gedenkt auch Ihr des Beschlusses des Parteitages in Halle, nachdem sich jeder Arbeiter seiner Organisation ansehließen soll. Oder sollen wir uns immer wieder sagen lassen, daß wir noch nicht reif sind für die Ar- beiterbewegung? Wenn wir auch vereinzelt nichts könne», so könnten wir vereint großes erreichen. Wir erinnern Euch an den Londoner Dockarbeiterstreik. Dort hat sieh in großartigem Maße gezeigt, was unqualifizirte Arbeiter leisten können, wenn sie einig sind. Soll niau nun sage», die Berliner Hilfsarbeiter haben keinen Grund, sich aufzuraffen, um auch Front zu machen gegen unseren gemein- samen fyeind, den Kapitalismus, oder sind dieselben schon so ab- gestumpft, daß sie ihre schlechte Lage nicht mehr fühlen? Wir befürehten fast das Letztere. Darum ist es erst recht Eure Pflicht, endlich einmal den 5iopf zu heben, damit Ihr Euren Kindern zwar kein Vermögen ivie der Kapitalist den Seinen, wohl aber eine bessere Zukunft als Erbtheil hiilterlassen könnt. Hauptsächlich wenden wir uns hiermit an die Arbeiter des Nordens, dieselben könnten sich an ihren Kollegen im Osten ein Beispiel nehmen. Es findet am Dienstag, 25. Novbr., Abends S'/e Uhr, in der Norddeutschen Brauerei, Ehausseestr. 58, eine öffentliche Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter statt und die Kollegen sind nicht nur eingeladen, sondern verpflichtet, zu erscheinen. Die Freie Uereinignug der Zeituugafpediteure«nd -Urrkäufer hielt am Montag unter Vorsitz des Herrn Pirch eine Versammlung ab. Zunächst wurde über den Erfolg des Gesuches an die Verleger des„Berliner Volksblatt" und der „Volks- Zeitung" um rechtzeitige Ausgabe der Blätter berichtet. Tann wurden die doppelten Preise der „Berl. Ztg." für Spediteure und Straßenhändler besprochen und beschlossen, dagegen Schritte zu unternehmen. Nachdem noch weitere Vereinsangelegenheiten erörtert waren, wurde die Ver- zanniilung geschlossen. (fivefit iisstutlich» soiialdemol»««tisch» No!ltso«rs»»>mlu»g des Niedcr-Bärnimer Kreises zu Reiniltendorf a>n Tönning, den 23. November, NachinillagS 2 Uhr, tni Restaurant Teeschlöbchen, Marlsir. 1—2. Kros/r!>rrsa>ni»l«»g dr« AUaemrinei: Arbeit«» inuenv»»»!«« grrtin»»d Kingegcnd am Sonntag, NachmttlagS a Uhr, tni groben Saale der gräflich Reifchach'fchen Brauerei zu Stralau. «Srohr öffentliche Nersannnlnng für dir Arbeiter und Ardritr- rinnen aller Sranchen am Sonntag, den 23. November iTodtenfestl, Nachmittags 4 Uhr, in der„Neuen Welt", Hasenhaide. Achtung. Handinngsgrisilsinnr»: Sonntag, den 23. November, Nach- mittags r, Uhr, findet In Gratwetl'S Bierhallcn, KommandantiNsiraße, eine grobe öffentliche Versanimlung aller in kaufmännischen Geschäften angestellten Frauen und Mädchen statt. Die Tagesordnung lautet: i. Die Mißstände tm kaufmännischen Beruf. Referent Herr Albert Auerbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— In Anbetracht Eurer gcdrullten Lage, die es Euch höchstens an einem Sonntag Nachmittag ermöglicht, in eine Ver- sammlung zu kommen, ist cZ Pflicht einer jeden Gehilfln, dorr zu erscheinen, wo sich alle über das, was fle drückt, offen und frei werden aussprechen können. vrohe öffentliche persaminiling alle»' i» der Vold- und Kilber- Ivaare» Branche beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend am Montag, den 24. November, Abends 8% Uhr, in iSralweips Bierhallen, Kommandanlen- straße 77— es. Geffentliche z»«rsa>«ml»»g für Frauen und Männer am Sonntag, den 23. November, Abends 5M Uhr, im Lokale des Herrn N. Weigel in Rum- melsburg, Türrschmidt- und(Sölhestraßen-Sclc. Kauchkliib„Koldene iOimfte". Montag Abend 9 Uhr Elisabethstr. 30 im Restaurant Hermann. Gäste willkommen. Karthnus'scher Gefangoerein(Mitglied des Arbeiter-Sängerbundesj. Montag Abends von 3%— 10% Uhr FriedrichSbergerstraße Nr. 24 im Lolalvon Wuttle. Kroße xiolkoversauiulinng für de» tlordr» am Donnerstag, den 27. November, Abends s Uhr, in der Brauerei siönigstadt, Schönhauser Allee. Tagesordnung:>. Vortrag des Herr» Albert Auerbach. 2. DiSlusston. 3. Verschiedenes.— Männer und Frauen w er den ersucht, zahl- reich zu erscheinen. L»chv»t'»in der in Vuchbiiidereien>t»d verwandten Getrieben be- schäftigtr» Arbeiter. Montag, den 24. November, Abends o Uhr, Annen- straße 16, Versammlung. Tagesordnung: i. Vortrag des Herrn Pens über „Freie Liebe". 2. Verschiedenes.— Aufnahme»euer Mitglieder, sowie Aus- mibe der statistischen Fragebogen.— Um recht regen Besuch ersucht der v»sf»ntliche Persammlung d»r Kattier und der im Kerns beschäftigten Arbeiterinne». Dienstag, de» 23. November, Abends 8 Uhr, im Resiauranl von Keller, Bergstraße«8. Tagesordnung: i. Die ökonomische Lage der Arbetler und ihre Organisation. Reserent Herr Olto Thierbach.' 2. Disrnssion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet die Agt- tattonslommisston. Kroße poikoversammlung zu Gunsten des Vereins sür die Resormder Schule und Erziehung am Montag, den 24. November, Abends 8% Uhr, im großen Saal von Joel, Andreasstraße 21. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Stadtverordneten E. Vogtherr über: Religion leine Schulsache. Dislusston. Verschiedenes.— Zahlreiche Bethetltgung von Damen und Herren wird drin- gend erbeten. Frri» p«r«i»ig»»g der selbftftäudigen Karbier« und Friseure. Versammlung am Montag, den 24. November, Abends 9% Uhr, im Kontgstadt- Kasino, Holzinarllftraße Nr. 72. Tagesordnung: i. Verlesen des Prolo- lolls. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Wahl des zweiten Schriftführers. 4. Abrechnung vom Vergnüge». 3. Berschiedenes.— Kollegen als Gäste will- kommen. Kesangvereiu Mäunerchor Ht. Urban(Mitglied des Arbeüer-Sänger- bundes) veranstaltet am 23. November(Todlenfest) Nachmittags 4 Uhr, im Lokale„Slld-Ofl", Waidemarstr. 73, ein Vokal- und Inftrnmental-Konzert mit nachfolgendem Tanzlränzchen. Sangesbrüder, Freunde und Genossen, herzlich willkommen. Programme a 80 Pf. sind z» haben bei Fröhlich, Naunynstr. 4:i (Rcstauranl): Moslcr, Rtllerstr. 93; Lausch, Wasserthorstr. 9; Melzer, Reichen- bergerstr, 134: Hahn, Riichcnbcrger- und Liegnitzerstraßen-Ecke: Knnzmann, Slaliyer- und Manteusselstraßen-Ecke;„Lustiger Stiesel", Slalitzerstr. ls, und in allen bekannten Arbeilerlolalen sowie Zigarrengeschäften.(Den Mitgliedern des Arbeiter- Sängerbundes zur gefälligen Kennlnißnahme, daß das Lokal „Süd-Ost" ,n allen Arbeiler-Versammlungen zu haben und auch auf der Lokal- liste verzcichnel ist. xesrklub„Zum Ficht". Sonntag, den 23. November, Vormittag» 10 Uhr, Annenfir. 18. Versammlung. Tagesordnung: Vorlesung. DtSlussion. Ver- schieden«?._, Zwei große öffentlich» Kchuhmacher-plrsammluug-» stnden Montag, den 24. November, Abends 8 Uhr, statt. Erste: In Habels Brauerei, Berg- mannftr. 3— 7. Tagesordnung: i. E.hristenlhum und Sozialtsmus. Referent: Wilhelm Schweitzer. 2. Forlsetzung des Vortrages„Anarchismus und Sozialismus", welcher durch Sisttruug des Reserenlen am 10. d. M. unterbrochen wurde. Reserent: Max Vaginsli. 3. Dislusston. 4. Verschiedenes. Zweite: In Moabit tn Jlger's Salon, Wtlsnackerstr. 03. Tagesordnung! l. Bourgeoste »nd Arbeiter. Referent: Richard Bagtnslt. 2, Tie Ausgesperrten in Ersurt, 3. Dislusston. 4. Verschiedenes. Mrdiiinal- prrei» der Tabackarbiitrr K«rlin». Dienstag, de» 25. November, Abends 8% Uhr, bei Zemler, Münzsir. n. General-Versammlung. Tagesordnung: i. Abrechnung pro 3. Quartal. 2. Ter Kon- greß der sreie» eingeschriebenen Hilsslassen, bezw. Wahlf eines Delegirten. 3. Verschiedenes. Kroßr Lsfeutlichr Uersaiumlung siimmtiicher in d»»' Filsschull- Krauch« beschäftigte» Arbeiter„nd Arbeiterinnen am Montag, den den 24. November, Abends 8 Uhr, tm Lolale des Herrn Zemler, Münz- straße n._ Arbriter-Kildungsverei» für Kirdorf«nd Umgegend. Montag, den 24. November, Abend« 8% Uhr: Große ösfeniltche Versammlung in Host- mann's Salon, B-rgstr. ws. Fachvrrri» der Nischler(Norden). Tienstaa, den 25. November, Abends 8% Uhr: Große Versammlung im Lolale de» Herrn Lehmann, Schwedter- straße 23. VvivfKaPtvn der Medockkion. Bei Ansragen bitten wir die Abonnements-Quiltung beizusügen. Brieflich Antwort wird nicht erlhcilt. A. K. in Schwerin. Sie werden sehen, daß der betr. Artikel, der auch in anderen Blättern stand, schon abgefertigt war, ehe wir Ihr wertheZ Schreiben erhielten. Kon<£. Treuchel als Ueberschuß einer Tellersammlung vom 18. November im Lokale Müllerstr. 178, Berlin, die Summa von 14,10 M. erhalten zu haben quittiren dankend die aus- gesperrten Glasarbeiter Bergedorf. I. A.: H. Hallwas. Röbel-, Spiegel-«. Polstermaareu-Magazm.o«Aug. Herold, . � SO. 5. Reichenbergerftraße 3. SO. 444 5,15 trau Reimann aus K 9» 3" die P/g,, akmQnnftr. 32a, dankend erh. 8i4hai., mif'ion öec Weißgerber zu iSBgV"%o Liter 10 Jlf. __ Lifcherstaßr 5, pirrt. 1�:4 den ..........-— v. W-» veranlaßt, appellire ich an deiteo �'tätsgefühl derjenigen Ar- Milche einen Bierkons um in der Uiil.t eingerichtet haben und solches dtisse,�"" Parleigrnosse» bezirssr». der,. 5°°n mir zu entnehmen. Ich Illfdt,'e 5as beste Weißbier ohne Wasfer- >hr denselben Preisen, wie andere �erviinntes 403 Emil Böhl, Frankfurter Allee<4. Stuij�.u.Bäirisclibier-Lokal fi itf'' Mittags- und Abenvtisch. j'Wactihaus. t'in«tSl�ben u. Bekannten empfehle "> und Bairisch Bier-Lokal. �"�kalitzerflr. 43. 721 �''dc>��"den u. Genossen zur Stach- iind � Swinemünderstr. 81 ein und bZ°'nsch Bier-Lokal eröffnet Z9 bitte um geneigten Zuspruch. 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Arrangirt vom Gesangverein „Hoffnung." 615 Freunde und Genossen ladet hierzu ergebenst ein Das Comitd. Halbe Preise stellt jetzt das unterzeichnete Institut der„Goldenen Ku«dert?ehn" in seinem mar Total--&s Ausverkauf, da das überfüllte Lager in kur- zer Zeit geräumt werden muß. U-ber 15,000 Winter- Paletots jetzt im Ausver- kauf zum dritte» Theil des reellen Werthes von 8, 10, 12, 15,20, 24. 27 M. Prima. 12,000 englische Iaqnet- und Nock-Anzüge von 10, 12, 15, 18, 20, 22, 24, 27. 30, 33, 351«. Prima. NW- 0000 Kosen und Weste», 5, 0, 8, 9. 10, 12 1«. prima. aw 8000 Schlafröcke, von 8, 10, 12, 15, 18 M. prima. BW Jagd- und Hausjoppen jetzt im Ausverkauf spottbillig. Knaben-Anzüge und Paletot» jetzt halb umsonst."HWS Goldene 110. „Berliner Conrurren,- Grschäft", nur allein iioasm Hüt-Fabrik Klücherstratze 11, vis-A-vis der Hl. Kreuz-Kirche. Wilhelm B6hm. Sämmtliche Hüte mit Kontrolmarken. Großes Lager in Schirmen. Reellste Bedienung._ 703 Resterhandlung. 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Heute, Sonntag, 23. Nov., Nachm. 5 Uhr, in M a y' s Festsälen, Beuthstr. 20/21. Tagesordnung: 1. Die Vortheile einer Organisation sür die Schlächtergesellen.(Referent Herr Buchdrucker Werner.) 2. Dis- kussion. 3. Wahl eines Agitations- komitees. 4. Verschiedenes. 743 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Kollegen! Es ist Eure Pflicht, Mann sür Mann in der Versammlung zu er- scheinen.— Gäste sind willkommen. Der Einberufer: Wilhelm Schwartze, Oderbergerstr. 45. Fachverein.sämmtlicher an Holzhearheitnngs- Maschinen heschäftigter Arbeiter. General- Versammlung am Montag, den 1. Dezember, in Säger's Lokal, Grüner Weg 29. Tages-Ordnung: 701 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Unterstützungsangelegen- heit. 5. Bericht beider Arbeitsnachweis- Kommissionen und Kassenbericht vom 3. Quartal. 6. Auflösung des Fachvereins.— Die Mitglieder werden er- sucht, ihr Mitgliedsbuch in Ordnung zu bringen.— Mitgliedsbuch legitimirt. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Interessen-Verein der Kistenmacher. Mitgliehtt-Bersmmlnng am Montan, 24. Nov., Abds. SVs Uhr, bei Herr» Keyei-, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn I. Türk über: Hexenprozesse. 711 2. Welches sind die Ursachen.der schwachbesuchten Versammlungen. 3. Verschiedenes. NB. Die nicht abgesetzten Billets vom Stiftungsfeste bitten wir in der Ver- sammlung an den Kassirer abzuliefern. Der Vorstand. Berein her Pnrqnetbohenleger Berlins. Montag, den 24. November 1890, Abends SVs Uhr, General•Versammlung bei W ei gt, Markgrafenstraße 87. Tagesordnung: 1. Viexteljahres- Abrechnung vom 3. Quartal; Bericht von der Landpartie: Abrechnung vom Stiftungsfest. 2. Verschiedenes. 3. Frage- kästen.— Die Liste zur Weihnachts- Bescheerung sür die Kinder liegt aus. 770 Der Vorstand. Ausserordentliche Mitglieder» Versammlung hes Berb. hentscher Ärslhner (Filiale Berlin I) am Montag, den 24. d. M., Abends 8V2 Uhr, im Verbandslokal Keefeld, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk über Hexenprozesse. 2. Diskussion. 3. Stellung- nähme zum Depositenfonds betreffs Weihnachtsbescheerung. 4. Gewerk- schastliches.— Alle Kürschner sollen erscheinen. 767 Der Vorstand. Achtung I Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanische, Tabake. Rippentabak 2 Pfd. 60 Pfg. 234#. F. Dinslage, Kottbuserstraße 4, Hof park. Unserem Freunde uno Genossen,� wilden Henri in Pankow iu!e"! j Geburtstage ein donnerndes Hoch. der von den Kartellbrüdern verfluq Winkel in der Schulzestraße wackeu- Heinrich, sei nicht mehr so bummeM- Der Stoff soll uns schon schmecke». 649 Die Rothen bei Borchardt Unserm Kollegen Bobbe(gen»»» Reese) zu seinem morgenden Wiegenstl ein donnerndes Hoch! Karl wattmeev» woll zu Möbis sein Sherry.____ Tischler-Verein» Den Mitgliedern zur Nachricht. MI das Mitglied Theophil Jung am 20. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Somnag- den 23. November, Nachmittags 3 Üb- von der Leichenhalle des Neuen» Jakobi-Kirchhofes aus statt. Oer Vorstand« U a ch r« f!.... Hiermit zeige ich allen Freunden« Bekannten die traurige Nachricht an. mein lieber Mann, der. Hermann Henning, am 16. d., n langen, schweren Leiden verstorben tp Gleichzeitig spreche ich den Kollegen v Schäffer u. Walcker meinen besten T-»' aus. Wittwe Henning«H�Kinders� Meine Verlobung mit dem Zimwrl° mann Karl Richter erkläre ich 1 15. November gänzlich für aufgehov«»- 747 Emma Lorenz« Die Beleidigung, die ich Herrn f* Neubauer zugefügt habe, nehme hiermit zurück und erkläre denselben st- einen Ehrenmann. Fr. Lttbeo*?? Zossenerstr. 53. An Menschenfreunde! A Ich beabsichtige mein jüngste», fun' t Kind(Junge, 14 Monat) in ew Familie gegen mäßig« Enffchadigu» unterzubringen. Gest. Offerten an C. Klagge, Britz, Bürgerftr. vi- AOrherW!, Llle dieieniaen Genossen, welch! Alle diejenigen Genossen, ' mberg zu . nicht z..... anwesend waren, werden ersucht, Adressen an den Rechtsanwalt Aue oreiemgen«senosten, dem Exzesse in Blnmberg zugegen �» und am 19. d. an. nicht zum T-r»» ■«uieiic» uii utu l. 91. Stadthagen, Landsbergerstr. 62, � zugeben. Möbel-, Spiegel- u** Polsterwaaren- Fabrik von R. Jhloff, Linienstr.% am Rosenthaler Thor. De» Genossen empfehle mich L Anfertigung von Damen-M«� reell und billig. Th. KaHsch,, Mienerstraße 60� 189 Dechts Kurea«.. Schriftliche Arbeiten jeder'Art biuU Lottumstr. 15, III- E. frndl. Schläfst. Britzerstr.3.v.lVr� Dresdenerstr.99,H.r. 1 Tr. SchlaffÄ für 1 Herrn. Frndl. Schlafstelle f. H. Grünauerstt- st v. 4 Tr. bei Kreiser. E. Schläfst. zu verm., sep.Eing., OraN� straße 206 bei O. Plöger. Schläfst, f. 2 Hrn. Waldemarstr 3 Tr. I. bei Wittwe Burger. � Möbl. Schläfst., sep. Eing., thorstraße 45b, 4 Tr. r. 1* Frndl. Schläfst. an 2H.sof. od. 1.� miethen, sep. Eingang, Lausitzerstr. 4 Tr. l. � Möbl. 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Schläfst, f. 2 Hrn. zu Förster, Wafferthorstr. 5, v. 2 2« Verantwortlicher Redakteur: üuzi Baaste in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin 8W., Beuthftraße 2. 2. Beilage zum Berliner Nr. A74. Sonntag, den 23. Uovember 1890. 7. Jahrg. Soziale UeberstSzk. : Drechsler«nd Kerufsgenossen Kerlins und für hi f" Kollegen! Wir haben uns öffentlich verpflichtet, gm;.., Itreikenden Kollegen Rathenows einzutreten und für die all»».. M ihrem Unterhalt aufzukommen. Leider hat nur d" Theil sein Versprechen eingelöst. Kollegen! Tie% OjjF'Ut!Setl an den Einzelnen sind groß, aber deshalb darf die WflVjjgfrtt nicht abnehmen, sondern muß bei der Schwere des Waftlichen Kampfes nur vergrößert werden. für S?der seine Pflicht und zahle seinen kleinen Veitrag »torfn v o®?en*,en' seien es auch nur S oder 10 Pf. Die Masse sicli» i6 5 �nng groß und brauchbar. Die Drechsler Berlins haben ih� �ch��chwerem Kampf zu einer Stellung emporgearbeitet, die das jie'9eu, lviv uns auch jetzt als entschlossene, feste Arbeiter, die für d''unal gegebene Wort einlösen. Darum sammelt energisch lenk.'Fr-"dathenower Kollegen. Tie Lage dort hat sich bedeu- All» fcet Fobrikant will einige einstellen, aber nicht »nd'e Aufträge sind bedeutend. Lösen wir daher unser Wort dürckik"nserm Versprechen nach, dann müssen die Kollegen glommen. Gelder werden entgegengenommen bei Gründe!, Dresdenerstr. 116., cv Pätzold, Reichenbergerstr. 16. stal iv, 17-"orden in den von der Lohnkommission angegebenen Art,» v T: Kollegen! Machen wir der Loynkommission viel �inzenstr 22 umsonst bestehen. F. A. Rautenberg, 1% �s�ung, Textilarbeiter! Am 14. d. MtS. legten zirka Z».. G�chen bei der Firma Hermann Stärker, Chemnitz, wegen iiieh»» S?r Löhne(in 14 Tagen 0, 7, 8, 9-10 M.i die Arbeit Acbpit'. 111 Montag, den 17. d. M., hat die Firma sämmtliche Ärwn Arbeiterinnen ausgesperrt, 325 an der Zahl. Die 'Arbeit»9 durch einen solchen Ansturm die Forderungen ihrer sanderi lmö Arbeiterinnen nicht blos nicht gewähren zn brauchen, fer», o°uch die Organisation zu zertrümmern. Haltet Zuzug ist uii x1' nn Unterstützung, was Ihr könnt! Dieser Mahnruf "im, iit Zdnze Arbeiterschaft Deutschlands gerichtet. Sendungen ftrafc»»""tgegen Albtn R ei ch e l t, Chemnitz, Kasernen- sti; Sg�� lrauensmann der Textilarbeiter und-Arbeiterinnen AgitationSkomitee der Textilarbeiter und-Arbeiterinnen stüknn nimmt ebenfalls zur Weiterbeförderung Unter- Ä-�g«gen. ä)ieiti°r! Adressen des Komitees sind folgende: K a r l H ü b s ch, "> a n» 40' Kurtze, Weberstr. löa; Kar l Hoff- "n. Dresdenerstr. 18. Versttmmlungen. hj. Die Kerliner Aylographeir "lllnid Mittwoch Abend unter Vorsitz des Herrn Ernst Hof- '9W erste öffentliche Versammlung ab. Auf der Tages- übtev® stand ein Vortrag des Stadtverordneten E. Vogtherr Frage: Anschluß oder Absonderung von der modernen rbewegung. Das Thema muß großes Interesse hervor- . haben, von allen Berliner Xylographen waren mindestens K •iti in- vwuen' von auen loernner eryiograpyen waren minoencns stiva» erschienen. Herr Vogtherr' führte in seiner Rede folgendes aus: für Stellungnahme zur modernen Arbeiterbewegung ist heute stekk» Erwerbszweige zur Rothwendigkeit geworden. Wenn «s. J") ein großer Theil von Erwerbszweigen bisher glaubte, kx 5�. Vicht nöthig zu haben, Maßregeln zur Verbesserung �"lli, n �nden Verhältnisse zu ergreifen, so war das >>- g. Ein Grund für eine solche Absonderung von heutigen Arbeiterbewegung ist das zähe Festhalten und Standesübermuth. «qmat,»■-.....................------ und gerade der Kauf- ""ge bietet ein Beffpiel dafür, wie gefährlich es ist� so »m 9riio»n �m Arbeiter ganz passend sein, °>vka.,' welche etwas besseres sind. Js Wftiq 9 lm Stande, irgend welche Kategorien, mögen sie auch aber nicht für die- Ist denn die Arbeiter, wie praktisch auf der höchsten Stufe stehen, e»t,y.svsetzen? Alles, was wir thun, ist eine Arbeit, H mi°we körperliche oder eine geistige und es ist natürlich, "tu, � uns alle Arbeiter nennen. Die lkylographen nennen sich iu„Künstler" und glauben deshalb mehr als Arbeiter poch die."kylographen beffnden sich heute in derselben ta«ich.9'gkeit vom Privatkapital, wie die anderen Berufsztveige, "id Rj.stch ehedein auch zu den Künsten rechneten, die Maler � z� whauer. Auch hier hatte das Angebot von Arbeitskräften 9"' daß sich die Kunst in den Dienst der kapitalistischen hxl V°llt hat. Die Kunst geht nach Brot, das ist ein wahres "b> e Kunst, welche getragen wird von dem Willen, dem !°std I??""d der geistigen Richtung des Volkes, diese Kunst „„"�geboren werde». Diese Bewegungsfreiheit der Kunst ""b e" 09llch in einer Zeit, in welcher man in erster Linie Brot 10 Pyfl"b tllltv III lüClUJCl UIUII x.» vv,»v. «"Hingst»weiter Linie etwas Künstlerisches zu schaffen ge- Moderne Arbeiterbewegung hat das Solidaritätsgefühl in gezeitigt und die beiden Hauptsache"- die die �rkst» fchast mit der Solidarität zu erkämpfen beftrebt ist, sind ?Hk» der Arbeitszeit und Verbesserung der Bezahlung. � können nun angewandt werden, um bessere Ar- °th zu erzielen? Da ist zunächst das Mittel der st"psch, Streik. Der Streik ist nicht als llniversalmittel zu Nte»nf"'st nur das Kampsmittel der äußersten Roth. Das ,s" iii.Psttel ist der Anschluß an die übrige Arbeiterschaft. Von "bitten x tetn der übrigen Berufszweige im Rucken gedeckt, �»tM�nn die Forderungen erhoben werden,»s wird so ein l 1 Sil x �"uck auf die Unternehmer ausgeübt. Es soll stch heute n Äii>w handeln, ob Sie Anschluß oder Absonderung von WWWsRM einmünden. Bedenken Sie die cftte Wahrheit: vereint da- »ch-N-I- sich 1»•i»" haften Auseinandersetzung zwischen den Anhängern und Gegnern der Sozialdemokratie. Zunächst nahm das Wort Herr Max Pohl: Nach dem vielen Beifall muß ich schließen, daß sich wohl fast alle Kollegen mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklären. (Lautes Oho! und Beifall.) Meiner Ansicht nach hat sich Herr Vogtherr zu sehr allgemein gehalten und nicht viel Neues vor- gebracht. Von uns Zcylographen hat er sehr wenig gesprochen. Der Referent hat behauptet, heutzutage komme die Kunst, weil sie nach Brot gehen müsse, nicht zur Geltung und könne nicht vom Geschmack des Publikums abhängig sein. Ich meine, auch heute ist der Geschmack unserer Zeit die einzige Richtschnur für den Künstler. Im sozialdemokratischen Zukunftsstaat wird der Künstler eine traurige Null sein. Der sozialistische Staat wird eine größere Knechtung des Individuums herbeiführen, als es der heutige Staat thut. Wir sollen so sehr unter der Macht des Kapitals zu leiden haben; ich meine, die Prinzipale mit großem Kapital zahlen besser als diejenigen, die nicht so viel besitzen.(Bravo! und Widerspruch.) Ich halte den Anschluß nicht für rathsam. Herr Vogtherr hat uns den Begriff Arbeiter klar machen wollen. Wir wußten wohl Alle, daß auch wir schließlich nur Arbeiter sind. Was die Verkürzung der Arbeitszeit betrifft, so wird bei den Kapitalisten gerade am wenigsten gearbeitet und viele Kollegen würden gern bis 11 Uhr Nachts arbeiten, wenn sie nur zu thun hätten.(Lebhafter Widerspruch und Beifall.) Herr Vogtherr: Das was der Vorredner Sachliches gegen meine Ausführungen eingewendet hat, läßt sich kurz widerlegen. Er sagt, es war ihm Alles schon bekannt, nun, wenn ihm das Alles schon bekannt war und er hat dennoch die Konsequenz davon nicht gezogen, so wird das kein besonderes Licht auf den Geist des Herrn Vorredners werfen.(Ruf: Sehr schwach! Bei- fall.) Er hat die bekannten Schliche und Kniffe benutzt und mich nach dem Aussehen des Zukunftsstaates befragt. Was hätte Jemand vor 100 Jahren antworten sollen, hätte man ihn gefragt, wie es heute auf der Welt aussehen würde. Daß ich das Ziylographenfach nicht speziell berührt habe, das liegt daran: Ich bin Kaufmann und kann nicht zugleich.�ylograph sein. Meine Ausführungen aber passen im Allgemeinen auf alle Berufszweige.(Bravo!) Der Vorredner hat mich nicht widerlegt. Ich sage noch einmal, Sie müssen sich klar machen, daß Sie gemeinsame Interessen und gemeinsame Schäden mit der übrigen Arbeiterschaft haben und deshalb der Anschluß an dieselbe durchaus geboten ist. Gemeinsame Miß- stünde können nur gemeinsam beseitigt werden. Herr Körner: Ich bin mit beiden Rednern nicht zufrieden Die Rede des Herrn Vogtherr gipfelte in dem einen Worte Streik. Das ist die Konsequenz des Anschlusses. Bei uns ist aber ein Streik unmöglich, unsere Arbeiten werden dann einfach durch Aetzung und Heliographie zc. ersetzt. Wir können unsere Fachinteressen in unserem Verbände vertreten; von der Sozialdemokratie wollen wir nichts wissen.(Beifall und Widerspruch.) Herr H e n n i g wundert sich, daß der Tylographen-Verband in die Politik hineingezogen werden soll und bittet die Kollegen für„Absonderung" zu votiren. Herr Vogtherr: Meine Aeußerungen über den Streik hat der Redner vollständig entstellt; es ist mir nicht ein- gefallen, deni Streik das Wort zu reden. Herr Körner: Der Vorredner hat sich zwar in ver- schämter Weise gegen den Streik ausgesprochen. Doch die Er- sahrung lehrt, daß die sozialistische Agitation immer zum Streik geführt hat. Herr Pohl wirst noch einmal die Frage des Zukunftsstaats auf und bittet Herrn Vogtherr, wenigstens ein ungefähres Bild davon zu gebe». Herr V o g t h e r r erwidert, daß im Zukunftsstaat der Einzelne im Dienste der Gesammtheit stehen werde! Es sei dann wohl möglich, daß der einzelne ein„Zahn im großen Räder- getriebe oder eine traurige Null" sein werde. Doch es giebt heute schon Millionen, die noch nicht einmal eine traurige Null sind. Es frage sich doch, ob das Loos des Herrn Pohl ein so beneidenswerthes sei, daß er es nicht eintauschen sollte gegen ein Loos, wo er volle Freiheit der Bewegung habe. Das ist das Traurige, daß jeder nur sein eigenes Loos im Auge habe. Man sollte endlich erkennen, daß es neben den eigenen Interessen all- gemein menschliche Interessen giebt. Herr Schorsch wünscht, daß die Sozialdemokraten ihre Ziele auch praktisch ausübten. Ein sozialistischer Unternehmer müßte seinen jährlichen Ueberschuß mit seinen Gesellen, welche ihm ge- Holsen hätten, den Ueberschuß zu erzielen, gleichmäßig(heilen. Das thue aber kein einziger. Es sind zwei Resolutionen eingegangen, welche sich für den Anschluß aussprechen; eine dritte räth von dem Anschluß ab. Die Abstimmung über die Resolutionen wurde durch Stimmzettel vorgenommen. Es wurden im Ganzen 142 Zettel abgegeben; davon sprechen sich 69 Stimmen für Anschluß, 68 Stimmen für Absonderung aus, 5 Zettel waren un- beschrieben. Schließlich wurde mit 41 gegen 35 Stimmen be- fchloffen, das Bureau mit der Einberufung einer neuen öffent- lichen Versammlung zu beaustragen, in welcher ein Geguer des Anschlusses das Referat, Herr Vogtherr das Korreferat über- nehmen soll. Die Knchbinder und die in den verivandten Betrieben beschäftigten Arbeiter hatten sich am 17. November versainmelt, um zu den Beschlüssen, welche in der vor einigen Wochen stattgefundenen Versammlung aller im graphischen Gewerbe beschäftigten Arbeiter gefaßt worden sind, Stellung z» nehmen. Das einleitende Referat hielt der Vor- sitzende des Buchbinderverbandes, Herr Dietrich aus Stuttgart. Er führte aus:„Die Lage im Gewerbe ist eine derartige, daß ein Vorgehen gegen die Unternehmer nur dann einen Zweck hat, wenn sich zu demselben alle dem Gewerbe verwandten Branchen vereinigen. Es ist nun die Frage, auf welche Art und Weise dies geschehen soll. Klar ist. daß kein örtliches Interesse hierbei ausschlaggebend ist, sondern das allgemeine. Wir finden, daß der Egoismus den Einzelnen dazu treibt, in erster Linie für sich selbst zn sorgen. Ter Egoismus treibt auch die besserstehenden Arbeiter dazu, für die schlechter dastehenden nicht eintreten zu ivollen. Diesen Egoismus müßten die davon gefangenen b'ei Seite lassen. Auch sie werden, wenn es im Interesse des Unter- nehmers liegt, auf den Damm gesetzt. Der Arbeiter besitzt nur seine Arbeitskraft; sie ist sein einziges Kapital, darum muß er sie zu schützen suchen. Der Kapitalist kann sein Besitzthum erweitern; er kann von den Zinsen desselben leben. Dagegen des Arbeiters Besitz, seine Arbeitskraft, nützt sich mit ihrer Anwendung immer mehr ab. Wir haben nun dafür Sorge zn tragen, baß die Arbeitsverhältnisse nicht zu sehr schädigend ans den Arbeiter ein- wirken, und uns daruin zusammenzuschließen. Es ist nicht nur in Berlin, wo ein gemeinsames Vorgehen aller im graphischen Ge- werbe beschäftigten Arbeiter angestrebt wird; es ist dies auch in Dresden, Chemnitz und Leipzig der Fall. Wir sind dazu verpflichtet, die Verkürzung der Arbeitszeit an- zustreben; nicht nur, um unsere ans der Landstraße liegenden Brüder in Arbeit zu bringen, sondern auch ans Selbst- interesse, da sich die Arbeitslosen für jeden Preis anbieten und so zu Lohndrückern werden. Aus diesem Grunde sucht das Unternehmerthum die Reservearmee möglichst aufrecht zu erhalten. Er, Redner, hat mit dem Vorstand der Buchdrucker Rücksprache genommen in Betreff gemeinsamen Vorgehens, dabei sei ihm gesagt worden, dies wäre wünschenswerth, aber ginge vorläufig noch nicht zu mache», da die Buchbinder noch nicht genügend or- ganisirt find, noch nicht die nöthigen Mittel besitzen. Darum müssen wir uns darüber klar sein, daß es unser Ziel ist, mit den anderen Branche» des graphischen Gewerbes zusammen die acht- stündige Arbeitszeit zu erkämpfen; daß es aber jetzt noch nicht geht, und wir vorerst auf eine Stärkung der Organisation zn sehen haben. Dies soll uns nicht davon abhalten, daß, wenn in größeren Etablissements, wo alle Brau- che» vertreten sind, eine Forderung gestellt wird, diese mit Mitwirkung der Buchbinder durchzubringen versucht wird. Bei unserer Agitation haben tvir nicht die großen Städte als maßgebend zu berücksichtigen, sondern es sind auch die kleineren mit in Betracht zu ziehen. Die beste Organisation ist darum die zentralistische. Sie beseitigt in ihrem Wirken die Gefahr, daß Städte, in welchen gestreikt wird, von anderwärts mit Streikbrechern versorgt werden. Das, was immer als einen Grund für die lokale Vereinigung hingestellt wurde,„es könne dort Politik getrieben werden", fit jetzt hin- fällig, da man sich, nachdem das Sozialistengesetz gefallen, un- gehindert rein politische Vereine schaffen kann. Aus den Gewerk- schaften ist die Politik fernzuhalten. Auch habe sich die Gewerk- schastskonserenz auf den Standpunkt gestellt, daß nur noch Zen- tralisationen geschassen werden, und die bestehenden ausgebaut werden sollen. Lassen wir alle Streitigkeiten in Betreff der Art und Weise der Organisation fallen»nd suchen wir das, was uns die Gewerbe-Ordnung gewährt, richtig auszunutzen. Leider suchen die Unternehmerverbände uns unser Recht streitig zu machen. Auch dem kann man nur vermittelst Zentralisation entgegentreten. Also organisiren wir uns im eigenen Interesse, im Interesse des Berufs, im Interesse der Menschheit so, daß es uns möglich ist, bald in Gemeinschaft mit den anderen Branchen, die achtstündige Arbeitszeit einzuführen.(Beifall.) Die nun eintretende Diskussion gestaltete sich zu einer recht lebhaften. Es betheiligten sich daran die Herren Paul Schneider, D r e tv s, Jahn, R ö h l k e, Greiffenberg, Feldmann, M o h r b a ch, Haß, O. Brandt und Wach. Schneider legt in längerer Ausführung die Nützlichkeit der Zentralisation dar. Drews wendet sich gegen einiges von Schneider über die Kartonarbeiter und deren Streik Gesagte. Der Streik sei blos verloren, weil die Arbeiterinnen nicht genügend aufgeklärt waren. Er wäre für einen Verein mit den Arbeiterinnen zusammen. Dietrich meint, die Arbeiterinnen könnten auch in den Verband aufgenommen werden. Jahn ist der Meinung, daß die wirthschaftlichen Verhältnisse als solche an dem augenblicklichen Rückgang in den Organisationen, so z. B. bei den Lederarbeitern, schuld seien, nicht die Form der Organi- sation. Man müsse überall agitiren. Es sei ja möglich, daß. die Zentralisation daS Richtige sei; man möge aber auch von dieser Seite einmal etwas zum Beweis dafür thun.— Zur eigentlichen Tagesordnung wurde in der iveiteren Diskussion fast garnicht gesprochen. Feldmann vertritt den Standpunkt, daß die Form der Organisation nicht so sehr ins Gewicht falle; der Geist müsse nur da sein. Man möge� jetzt die Streitereien um lokale oder zentrale Organisation bei Seite lassen. Es sei mehr- nmls die Zentralisation beschlossen worden; dem säge er sich, ob- wohl er Lokalist sei. Nach dem beifällig aufgenommenen Schluß- wort des Herrn Dietrich wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute in Sanssouci tagende all- gemeine Versammlung des Fachvereins der in Buchbindereien und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verspricht, um ein gemeinsames Arbeiten möglich zu machen, der Zentral- orgauisation beizutreten und energisch für dieselbe zu wirken, da nur die Zentralisation nachhaltigen Widerstand den Anmaßungen der Unternehmerverbände entgegensetzen kann." Herr Marwitz macht noch bekannt, daß die Versammlungen des Fachvereins vom Dezember an im oberen Saale bei Feuerstein stattfinden. Die Jimmerlente hielten am 20. d. M. unter Leitung der Kameraden Ortland, Schmidt und Loß eine öffentliche Versammlung ab behufs Erörte- rung der Frage:„W ie stellen sich die Zimmerer zu den Beschlüssen des Parteitages betreffs der Organisation?" über welche Genosse Hohlwegler referirte. Vor Eintritt in die TageSordnuiia ehrte» die An- tvesenden das Andenken des während der Verhandlungen des Parteitages vom Tode ereilten Genossen B a u m g a r t e n durch einmüthiges Erheben von den Sitzen. In ausführlichster Weise legte sodann der Vortragende die Nothwendigkeit einer gewerk- chaftlichen Organisation dar, die wirtUchastlichen Verhältnisse in ihrem Entwicklungsgänge von den Zeilen der Zünfte an bis auf den heutigen Tag beleuchtend und die Ansicht vertretend, daß die politische und gewerkschaftliche Arbeiterbewegung mit einander aufwachsen, einander bedingen, von einander untrennbar sind. Wenn der Parteitag in Halle den Arbeitern die geiverkschaftliche Organisation empfohlen habe, so sei dies aus.wohlüberlegten Grün- den geschehen. Der großeAusstand in Hamburg mußte verloren gehen. wie die Ausstände anderer Städte verloren gegangen sind, und wenn er auch noch so sehr materiell hätte unterstützt werden können, an dem Unverstand der Massen, an dem Zuzuge aus den Provinzen. Hier Aufklärung zn schaffen, um den Zuzug ab- zuschwächen, hier zu organisiren müsse die vornehmste Aufgabe der Zukunft sein. Nur durch die Aufklärung der Massen sei etwas zu erreichen. Deshalb sei auch die Zentralorganisation vom Parteitage den Arbeitern nach Möglichkeit empfohlen worden und fand diese Organisationsform in dem Vortragenden einen warmen und beredten Befürworter, ebenso die Verkürzung der Arbeitszeit. Für die Bildung von zentralen Arbeiterunionen hielt Redner die Arbeiter noch nicht für reif genug. Dagegen er- klärte er es für Pflicht der Gewerkschaften, sich zu Zentralverbänden zilsammen zn schließen. Redner hielt die gewerkschaft- liehe Organisation für die Vorbedingung zur politischen Organi- ätion und war der Meinung, daß, wenn erst die gewerkschaftliche Organisation sich frei entfaltet haben würde, auch die politische Organisation nicht mehr fern sei.(Beifall.) Kamerad St e h r vertrat gleichfalls mit Wärme die Zentralorganisation, im besonderen den Verband deutscher Zimmerleute und forderte alle Kameraden auf, mit Hand anzulegen, um in Berlin den Verband hochzuhalten und alle Berliner Zimmerleute wieder in einer Organisation, im Verbände zu vereinige». Im Sinne des Referenten und des Vor- redners sprachen ferner die Kameraden Ortland, Gruse, Loß, Geffroy»nd eine ganze Reihe anderer Redner, während Kamerad Hinze es für nörhig erachtete, um eine Einigkeit unter den Berliner Zimmerleuten zu erzielen, die Auflösung beider hier- orts bestehenden Organisationen, des„Lokalverbandes" und der „Freien Vereinigung", und den Aufbau einer neuen Organisation zu empfehlen. Nach dem Schlußworte des Referenten stimmte die Versammlung gegen eine Stimme folgender Resolution zu: „In Erwägung, daß die heutige ivirthschastlichc Roth- läge der Arbeiter es dringend notbwendig macht, alle Kräfte auf einen Zentralpunkt zu vereinigen, beschließt die heutige Versammlung der Zimmerleute Berlins und Umgegend, Mann für Manu sich der Zentralorganisation, dem Verbände deutscher Zimmerleute, anzuschließen." Es folgte die Berichterstatlung der Telegirten zur Berliner Streik-Kontrolkommissiou. Die Versammlung beschloß in einer Resolution, sich mit den Beschlüssen der Berliner Streik-Kontrol- kommisston einverstanden zu erklären und dieselbe mit allen Kräften zu unterstützen. Nach Erledigung des letzten zur Tages- ordnung stehenden Punktes„Verschiedenes" wurde die Ber- sammlung mit einem Hoch auf die allgemeine moderne Arbeiter- bewegung geschlossen. Kiicker-Nrrsammlmrg. Die Bäckergesellen hatten sich gestern Nachmittag im Saale der Brauerei Friedrichshain etwa 800 Mann stark versammelt, um einen Vortrag über das Thema: Gewerbe-Schiedsgericht und Jnnungs-Schiedsgericht zu hören und um zu der für Donnerstag anberaumten Wahl zum Jnuungs-Gesellenausschuß Stellung zu nehmen. Als Vorsitzender fungirte Herr Pfeiffer. Das Referat hatte Herr Dr. Lütgenau übernommen. Redner besprach zunächst die Jnnungs- Schiedsgerichte, welche im ganzen ebenso bedeutungslos seien, wie die Innungen überhaupt. Aber eine Thätigkeit hätten sie doch entwickelt, mit der die Arbeiter, hier speziell die Bäcker nicht zufrieden sein könnten. Das am 1. April 1891 in Kraft tretende Gewerbe- Schiedsgericht habe große Mängel: es setzt das Alter für die Wahlfähigkeit und Wählbarkeit zu hoch an, entzieht den weiblichen Arbeitern das Wahlrecht, schließt die kaufmännischen Arbeiter aus, macht das Wahlrecht davon abhängig, daß der Wählende im letzten Jahre keine Armenunterstützung bezogen hat, obwohl die Arbeitslosigkeit und frühzeitige Arbeitsunfähigkeit, die manchen zum Almosenempfänger macht, nicht Schuld des Arbeitslosen, sondern der herrschenden anarchischen Produktionsweise ist. Das Jnnungs- Schiedsgericht bleibe übrigens bestehen, und die Jnnungsmeister entscheiden indirekt über die Wahl der Arbeiter- Vertreter zum Jnnungs- Schiedsgericht wie zum Geweibegericht. Wenn übermorgen keine Wahl des Gesellenausschusses zu Stande komme, wie dann? Die Innungen können keine Arbeitnehmer- Vertreter wählen, das kann nach§ 100 d der Gewerbe- Ordnung nur die Versammlung der Arbeiter Etwas weniger schlecht seien die Gewerbe- Schiedsgerichte und es sei daher begreiflich, wenn sich die Gesellenschast lieber diesen Gerichten unter- stellen wollte, freilich seien nur diejenigen Gesellen, welche bei keinem Jnnungsmeister arbeiten, beim Ge- iverbeschiedsgericht zuständig, für die übrigen Gesellen seien die Gerichte der Innungen„Concordia" und„Germania" kompetent, je nachdem die Meister dieser oder der anderen Innung angehört. Redner schloß mit einem Appell zu eifriger Agitation für die Organisation der Gesellenschaft und empfahl unter großem Beifall den Anschluß an die Sozialdemokratie. In der Diskussion nahm zunächst der Vorsitzende Pfeiffer das Wort. Redner erklärte sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und setzte den durch das neue Gesetz gerade bei den Berliner Bäckergesellen entstehenden„Kuddelmuddel" ins rechte Licht. Er empfahl den Gesellen die Wahl zum Gesellenausschuß für das Jnnungs- Schiedsgericht zu verweigern. Die Gesellen solltenvollzählig bei der Wahl erscheinen und dort gegen die Vornahme der Wahl seitens der Gesellen protestiren. Herr Obermeister Kunze müsse als Wahlvorsteher ein dahinzielenden Antrag zur Abstimmung bringen und werde derselbe angenommen, könne keine Wahl statt- finden. Sollte der Wahlvorsteher doch eine Wahl vornehmen, so wäre das Grund genug zu einer Beschwerde beim Polizeiprä- sidium. Vom Kollegen Wlttesch sei die folgende Resolutlon ein- gebracht, um deren einstimmige Annahme er bittet: „Die heutige Versammlung der Bäckergesellen Berlins protestirt gegen die Wahl des Gesellenausschusses und er- wartet, daß die Kollegen nächsten Donnerstag die Wahl verweigern. Die Versammelten erklären weiter, lieber unter dem neuen Gewerbeschiedsgericht stehen zu wollen. Sie würden infolge dessen einen Verrath an der Gesellenschaft darin erblicken, wenn durch das Unverständniß einiger Kollegen das Jnnungs-Schiedsgericht bestehen bliebe. Das Agitationssomitee ist hiermit beaustragt, bei den Behörden auf die Unzuträglichkeiten der hiesigen Verhältnisse ausinersam zu machen". Die Schlächtergesellen Saßner und Schwarze beleuchten die vielen gleichartigen Mißstände im Bäcker- und Schlächtergewerbe und betonen die Nothwendigkeit einer straffen Organisation für beide Gewerke. Der nächste Redner ist Bäckergeselle Schilling. Als derselbe die Rednertribüne betritt, entsteht auf verschiedenen Seiten des Saales Tumult; man hört den Ruf Streikbrecher und laure Proteste gegen die Zulassung Schilling's zum Wort. Trotzdem eine Abstimmung, welche der Vorsitzende herbeiführt, eine Mehr- heit für Schilling ergiebt, verzichtet derselbe aufs Wort. Bäcker Hoppe verlangt das Wort zur Geschäftsordnung. Der Vorsitzende erwidert ihm, daß er ihm das Wort zur Geschäfts- ordnung überhaupt nicht ertheile. Bäcker Most sinder es unbegreiflich, wie sich gegen Schilling von Seiten der Kollegen ein solcher Widerspruch erheben könne. Schilling sei stets eifriges Mitglied des Verbandes gewesen und als solches immer für die Interessen der Gesellenschaft eingetreten. (Große Unruhe. Rufe: Streikbrecher.) Redner geht hierauf auf die Sache näher ein und erklärt sich mit dem Referenten einver- standen. Hierauf erfolgte der Schluß der Debatte und die Versamm- lung nahm einstimmig die obige Resolution ber Wahlverweige- rung an. Die Versammlung beschäftigte sich schließlich mit der Frage, wie das Verbandsorgan,„Der Wecker", zu heben sei. Herr Pfeiffer erklärte, daß das Verbands- orgau noch nicht 300 Abonnenten zähle und die letzte große Bebel- Versammlung habe nur einen Zuwachs von 20, sage und schreibe 20 Abonnenten gezeitigt. Er ser daher unter jetzigen Verhältnissen nicht mehr im Stande, das Blatt den weiter erscheinen zu lassen. Aus der Mitte der Versammlung wurde die folgende Resolution eingebracht: Die heutige Versammlung erklärt, mit aller 5krast da- für einzutreten, daß das Fachorgan erhalten bleibt und von Neujahr ab wöchentlich erscheinen kann. Das Agitationskomitee erhält hiermit die Vollmacht, nöthigenfalls mit pekuniären Mitteln beizuspringen. Bäckergeselle Gütschow befürwortet diese Resolution. Die- selbe wurde mit großer Mehrheit angenommen. Im Allgemeine» Arbeiterin»»»- Verein siimmtlichrr Kernfszmeigr Kerllns und zlmgegend(Filiale I Moabit) sprach am 19. November Herr Pens iüber„Karl Marx, Frauen- und Kinderarbeit". Redner führte aus: Eine Thatsache, welche heute alle Welt in Erstaunen setzt ist die, daß wir, je reicher wir werden, desto ärmer werden; d. h., je reicher die Welt überhaupt wird, je ärmer werden die Arbeiter. Es haben sich viele Men- sehen vergeblich bemüht, das Warum dieser Thatsache zu er- gründen. Karl Marx hat nun dieses Räthsel gelöst. Es ist die Konsequenz der Trennung des Produzenten von den Produktions- mittel». Hierdurch ist der Arbeiter gezwungen, seine Arbeitskraft zu verkaufen, und zwar zu jedem Preis. Ter Arbeiter erhält für seine Leistung blos soviel, daß er sich und seine Familie ernähren kann: wozu selbstverständlich Kleidung, Wohnung ZC. gehört. Zur Erarbeitung diesesLohnes braucht er vielleicht 4 Stunden zu schaffen; während des andern Theils seiner Arbeitszeit schafft er„Mehr- werth" für den Kapitalisten. Dieser ist bestrebt, die Zeit, in welcher der Mehrwerlh geschaffen wird, möglichst auszudehnen. Einerseits geschieht dies durch Verlängerung der Arbeitszeit über- Haupt; andererseits durch Verbesserung der Maschinen. Die Maschine macht aber auch große Muskelkraft überflüssig und er- möglicht so das Heranziehen der Kinder und Frauen zur Pro- duktion. Redner verliest nun den kurzen Abschnitt aus dem Marx'schen„Kapital", welcher sich speziell mit der Frauen- und Kinderarbeit befaßt, und erklärt die in demselben enthaltenen schwierigen Stellen. In diesem Abschnitt zqigt Marx, daß, sowie Frau und Kinder in den industriellen Betrieb hineingezogen sind, der Werth der Arbeitskraft des Arbeiters in der Weise sinkt, daß sein Lohn nun nicht mehr gleich den Erhaltungskosten der Familie ist, sondern, daß der Lohn, den die ganze Familie zu- sammengenommen erhält, nunmehr nur zur Bestreitung der- selben ausreicht. Marx bringt außerdem in diesem Abschnitt eine Reihe von Thatsachen zur Anführung, welche von den grauenhasten Wirkungen der Kinderarbeit in ihrer heutigen Anwendung auf Körper und Geist der in Beüracht kommenden Ar- beiterkategorieu Zeugniß ablegen. Herr Pens empfiehlt allen Anwesenden, für eine möglichst große Verbreitung des Marx'schen Buches Sorge zu tragen. Dasselbe müsse als Bibel des Arbeiters betrachtet werden. Der Referent fordert zum Schluß nochmals zum Organisiren und zum Lesen und Erkewien der im Marx'schen Kapital enthaltenen Theorien auf. Da nichts weiter vorlag, wurde die Versammlung geschlossen. Die freie Vereinigung der Graveure und Zifeleure hielt am Montag eine außerordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende theilt mit, daß das Konzreß-Protokoll erschienen ist und bittet die Kollegen, für rege Verboeitung zu sorgen. So- dann wird nach mehrstündiger, heftiger Debatte, an der sich die Kollegen Zack, Vlümke, Teske, Kröbel, Guttmann, Zech, Urbach, Hälbig und Schimausky betheiligten, folgende Resolution mit 56 gegen 40 Stimmen angenommen:„Die außerordentliche Generalversammlung beschließt in Erivügung, daß durch die obligatorische Einführung der Fachpresse in den Verein noth- gedrungen eine weitere Erhöhung der Beiträge erfolgen muß und dadurch die Heranziehung der indifferenten Kollegen wesentlich er- schwert wird und in weiterer Erwägung, daß das Bestehen des Vereins sehr stark in Frage gestellt wird, da durch die obligatorische Einführung der Fachpresse die Kasse so sehr in An- spruch genommen wird, daß zur Geschäftsführung u. s. w. über- Haupt nicht genügend Geld verbleibt: jede obligatorische Ein- führung der Fachpresse in den Verein abzulehnen. Jedoch ver- pflichtet sich der Verein, die Fachpresse durch Zuwendungen von Geldern aus der Vereinskasse, je nach Lage der Kasse, zu unter- stützen; auch verspricht die Versammlung Mann für Mann für die Verbreitung der Fachpresse einzutreten.— Zum Schluß theilt der Vorsitzende Schimanskp mit, daß er sein Amt niederlegen müßte. Daher ist in der nächsten Sitzung eine Neuwahl vor- zunehmen. Der Verein der Klnuierardeiter und Berufsgenossen hielt am 17. November eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Kollege Robert Schmidt erstaltete Bericht über den Parteitag in Halle. Er gab ein klares Bild von den Verhandlungen auf dem Parteitag und wies zum Schluß auf den dort gefaßten Beschluß, betreffend Betheiliguna aller Arbeiter an den Gewerk- schaftsorganisationen hin. Der Vortrag wurde mit reichem Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligte sich Kollege Spar- feld. Derselbe spricht sich gegen die Zentral- Gewerkschafts- Organisation aus und für die Lokalorganisation. Kollege Robert Schmidt bekämpfte Sparfeld's Ausführungen. Er betonte, daß gerade die Zentralorganisation der Gewerkschaften in England nachahmens- würvig für uns Deutsche sei. Folgende Resolution wurde gegen eine Stimme angenommen:„Tie heutige Versammlung der Klavier- arbeiter und Berufsgenossen drückt ihren Dank für die klaren Ausführungen des Referenten hiermit aus und ist mit den Ar- beiten des Parteitages in Halle vollständig einverstanden. Sie erkennt in der Sozialdemokratie die einzige Partei an, welche dem Arbeiter zu seinen Rechten verhelfen wird und verspricht, dieselbe jeder Zeit hoch zu halten." Neu aufgenommen wurden zehn Mitglieder. Der Vorsitzende macht noch bekannt, daß der Drahtreisende Götze und der Händler mit altem Kupfer und Messing, Wolfsohn, sich den Fa- brikanten als Arbeitsver mittler anbieten, um wohl größtentheils indifferente Arbeiter anzubringen. Es wird ersucht, wo es den Kollegen möglich, dre beiden Herren energisch abzufertigen, denn sie schädigen die Interessen der organi- s i r t e n Arbeiter. Eine Generalveesi»»»»»!»»» des Fachvereins der Durste»- und Dinselurachrr fand am Sonntag statt. Ter Vorstand erstattete Bericht über die Vereinsthätigkeit. Der Kassirer gab den Bericht über die Kassenverhältnisse und es wurde ihm Decharge ertheilt. In den Vorstand wurden gewählt die Kollegen Siegmund zum 1. Vorsitzenden, Loose, dessen Stellver- treter; Soyka zum 1. Schriftführer, Kaiser, dessen Stellvertreter. Als Kassirer wurde Lindemann einstimmig wiedergewählt. Zu Revisoren wurden die Kollegen Guß und Schröder gewählt. Nachvem eine kleine Statutenänderung vorgenommen und aus die ausgegebenen Fragebogen hinzewiesen war, wird die Aer- sammlung geschlossen. Eine Cenevalveri'ammlnng de» Vereins zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher tagte am Montag, den 17. November, in Feuerfftein's Salon. Die Abrechnung ergab eine Einnahme von 137,80 und eine Ausgabe von 75,80 M., sodaß ein Kassenbestand von 62,50 M. blieb. Nachdem von den Re- visoren die Richtigkeit bestätigt, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt Nunmehr hielt Kollege R. Baginski einen naturwissenschastlichen Bortrag, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Unter Verschiedenem wurde bekannt gegeben, daß am Montag, den 24. d. M., zwei öffentliche Versammlungen stattfinden, und zwar in HaM's Brauerei, Bergmannstraße, und Jlge's Salon, Wilsnackersir..„c. Kollege Süßmeier weist auf das Vorgehen der Erfurter Fabri- kanten hin und fordert auf, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit die Ausgesperrten unterstützt werden. Wenn irgend mög- lich, so soll in dieser Woche noch eine öffentliche Versammlung stattfinden, welche sich mit dieser Angelegenheit beschäftigen soll. Alsdann wurde noch bekannt gemacht, daß am 2. Dezember wieder ein gemüthliches Beisammensein in May's Festsälen statt- findet. Dann wurde noch der Antrag gestellt, der Familie eines Kollegen, welcher gegenwärtig wegen eines geringen Vergehens treik aus im Gefängniß schmachtet, 15 M. aus der Vereins- kaffe zu bewilligen, was einstimmig angenommen wurde. Gin- Versammlung der Freren Ver-rnrannS der WM« der Filzschuharbeiter hielt am 16. Novbr. WEKMkÄW sses&SBmm Kehrberg. Oderbergerstraße 37, sich anzuschließen. 3» der Volksversammlung am lo. November m der fand, ist bereits bei anderer Gelegenheit berichtet worden. Zum Schluß wurde ein frommes Flugblatt verlesen. Die Verlesung förderte sehr viel Heiteres zu Tage. Der Lachverein der Stellmacher hielt die erste Ver- sammlung am Sonntag. den 16. November, ab. Folgende Kollegen wurden in den Vorstand gewählt: Geelhaar als erster. Henze als zweiter Vorsitzender. Zachau alS erster, Cäsar als P# zweiter Schriftführer, Böttiger als erster. Lausch als Kassirer, Habermann, Poseika und Schubert als Revisoren. ließen sich 65 Kollegen in den Fachvercin aufnehmen. Statuten, welche vo« der Kommission ausgearbeitet wurden von der Versammlung genehmigt. Es wurde onz� die Versammlungen besser bekannt zu machen und sie so viel' möglich an Sonntagen abzuhalten. Das Deueste auf dem Gebiet des Vcreinsu-est� erne—„Eozialni anarchische Bereinig ung.' selbe soll, wie die„S t a a t s b ü r g e r- Z e i t u n g" zu" V._ t-c.—„„s«v,heren großen( politische dem Volke Gefahr droht,.«'. weiß/ den Zweck haben, in Berlin und anderen großen sowie überall da,>vo der StiiM oziale Um stürz Bekämpfung derselben die staatserhaltenden Kr .............._____,. eine neue Partei zu gemeinsamem öffentlichem Wirken diejenigen vereinen. -fl- sammeln.'Sie will, ohne eine neue Partei zu biete'- ; i'iii freundlichen Parteien noch nicht angehören. Sie nem> � gesellschaftliche«"nb«,rth|#M, sozial, weil sie von den Aufgaben der Gegenwart ihren Ausgangspunkt nimmt, sozialmonarchisch, weil sie nur unter einer starken Monarch« befriedigende Lösung der sozialen Schwierigkeiten erhofft. will der K e l d h e rrsch a st, wie der Pöbelt) schaft, dem Manche st erthum, wie dem K munismus; der Revolution, wie der Reaktiff «itgegenwirken, und durch eine starke Sozialreform°' christlicher und nationaler Grundlage den internat>s nalen Umsturzbestrebungen einen Damm fj. „Sie erstrebt eine berufsgenosseuschal� der Arbeiter, behufs Vertretung ihrer Jnterm' des internationalen Arbeiterschutzes; stvs� P gegensetzen Organisation die Weiterfuhrung vw..,_* Besteuerung des Kapitals, besonders des mobilen und jpe --" 1" Gesetzgebung M den u. s. w., u. f. w. Weiter wird der Gesetzgebung>" - Allerwelt-B........... 1 die Mitarbeitung des eine Grundsätzen dieses Allerwelt-Vereins Wirkung zuerkannt; auch darf Christenthums" nicht fehlen.„ Also die Vereinigung, oder vielmehr die»Mncher... dahinter stchn, wollen der Geldherrschaft, sowie der„P 0 Herrschaft entgegenwirken, d. h. den goldenen Mittel-, den„V.(. werker"stand heben. Jeder Mensch nun, welcher einiger. objektiv die heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse betr./ sieht, daß dieselben die Tendenz in sich tragen, den„Önndtf* fninte hen Kleinkanitalilten in Gunsten des aroßen Kapun sowie den Kleinkapitalisten zu Gunsten des großen..., ruiniren und letzteres dadurch immer mehr Mach« � mit dieser immer mehr an Herrschast gewinnen zu lassen. desen naturnothwendigen Prozeß der Entwicklung woll* Leute aufhalten!— Wenn Sie.sich nur nicht bei diesem Arm und Beine brechen! Also eine Hauptforderung gramm der Herren ist: Aufhaltung der Entwicklung, mog Rücksch raubung derselben.„Wie nennt man eine derartige�! derung?„Eme reaktionäre!" Da nun die Leute die loWj »• l V» vvt• v vt vv.-"--- rtllEH/' werthe Absicht haben, der Reaktion entgegenwirken zu wo ,(j rathen wir iynen höflichst, bei sich selbst anzufangen. M bei näherer Betrachtung der oben angeführten Foioi* pi welche die Grundlage des Vereins bilden sollen, daß* Kleinbürgerthums an die heutige Gesellschaft sind. A, können uns ruhig die Bemühungen desselben zu seiner FO) r; mit ansehen, dieselben werden vergebliche sein. Es ff« e ij« Unding, die Herrschaft des Kapitals zu breche», ohne j, seine Stelle die Herrschast der Arbeit, des diese vertr. „Pöbels" tritt, wenn man dann überhaupt noch von schaft" im alten Sinne sprechen kann. Berichtigung. Die Pianofortefabrikanten L. Sf",' zlff Fritz Schmekel schicken uns eine Berichtigung, um de« »ahme sie uns ersuchen:, t In Nr. 265 Ihres Blattes befindet sich ein Bericht uW Versammlung des Vereins zur Währung der Jntetcil Klavierarbeiter und Berufsgenossen, welcher von Anfang m Unrichtigkeiten enthält.., Erstens soll«ch das Komiteemitglied Köppen aus Fabrik hinausgeworfen haben. Das«st nicbr wahr. ihm volle Redefreiheit gestattet, welche er den.« hei, rf o. er denn am einer ganzen Viertelstunde ohne Unterbrechung ausge daß ich kann« zu einer Entgegnung kommen konnte, einer meiner Kompagnons und wies dem Köppen dtt ..... i- wi- ä— w_-c«j;«nrt I»11' worauf letzterer mir'die Hanb_ gab und sich�no�j'�/ ff abschiedete. DieS ist der«vahre Hergang der Sache,- vielen unserer Arbeiter bestätigt«vird. Ferner; den in der Versammlung gestellten Antrag,„p# dem Vereine auszustoßen", nur unverständlich �4 Derselbe verfehlt durchaus seine Wirkung, da ich schon I � -!JL„ 1... AgxliN«Y-I# A Zeit nicht mehr als Mitglied zu rechnen bin. Wen»'V.,,, früher, als ich noch Mitglied war, Krankenunterftützung habe— welche mir unaufgefordert ins Haus gebracht wu so war die Annahme derselben mein gutes Recht, da ich Verpflichtung dem Verein gegenüber stets erfüllt habe. Ebenso ist die Beschuldigung, daß auch Schm-le haben soll,„er würde das Kommissionsmitglieo, welches, dreisten wurde, sich noch einmal in der Werkstatt sehen zu. hinauswerfen, daß es Hals und Beine bräche." eine Unw«» jfc. klarung des Genossen H. Hirsch- Weißensee, wonach der. i über, die letzte Versammlung des Arbeiter- Bildungsver«A Weißensee(Nr. 235 dieses Blattes) als in wesentlichen � „unrichtig und ungenau" bezeichnet wird. A«�.stlä« dieses Berichtes sehe ich mich veranlaßt, meinerseits S> jxht( vember d. I. abgehaltenen Versammlung de» betr.% �•, auch nur den leisesten Widerspruch zu finden, angcn y... n\._ m nm ig. b. M. abgehaltt>w den. Der Bericht über die am 18. d. M. abgeyauc," Versammlung, welcher voraussichtlich in den nächsten» vciiummiiuiy, ui vcu öffentlicht werden wird, wird weiteres Material enthm j�n Pankow, Schriftführer des Arbeiter-Bildungsvereins su« und Umgegend. AUziinri»« Ara»I«»U' und KtrrbekaN» der MetaUarb»«�,«W 4tr, äU und 8U in flomlmra), Lilini« Kertin 6. Montag, j,,)™ vember, Abends 9% Uhr, auß-rordenMche Mitglteder-Bersammin"» Bartenstr. Ii»(Bärtensaal). Kersam»»!«!,» für Männer und grauen •—-■-■- fr.__ Ml am vember. Abends Uhr, im Lokal de? Herrn Krüger, Große Nr. ss. Bortrag sammenfein. des Herrn Tr. Lütgenau. Nachher(ff'5 � «b-???.« und Herren) willkommen »rohe offintliii,« Umg/n?0� Berschiedenes. 4 Gesnug-,®üvu- nnd grlelliyo vereine. Lübeck'scher�'�" mg •pBMsaasr nassaasism. j _ tm' , Ich habe keine Filiale» und stehe mit ähnlich lauieuden Lieme» w keinerlei Keziehnng. 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Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.