M i»OtW; U , fcitif rf ll" d» Ir. 276. Mittwoch, den 36. November 1890. 7. Jahrg. ; eii"1 Ä Mg unö r ajlnftf1 iS| « Auch� ":ß "ab% i i Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volks blatt" � 2 Mark, für bnä übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und V-rsammlungS. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8W., Beuthnrase 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. - 1 Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.«- Nedslktion: VvuthfirNtzo 3.— Expvdikion: DeukhPtvetHe 3. MiW' iber... luärvel g ourde»' ZZ ntent�ß �en �onat Dezember eröffnen wir ein neues Abonne- � uns das ... JWwr SdfSHir «nt dem ...Smrnlngsblntl" Gratisbeilage. 'st das Zentralorgan der deutschen Sozial- Vrvl«?n.'Ä�' � vertritt durchaus den Standpunkt der modernen �tjiehu Arbeiterbewegung sowohl in sozialer wie in politischer brauchen wir diesen c. ü denkenden und aufgeklärten Arbeiter der dt»«" d'mkt des Näheren nicht zu erläutern. Für' Jeden, stem.Ä'"ung. welche auf unseren gesammten Verhältnissen iiitb' nnf Ä'(ritt derselbe klar zu Tage. Aber der gebildete Ot(,nn"'geklärte Arbeiter niuß stets darauf bedacht sein, sein im»,»? eroifxn seiner Klassengenossen zugänglich zu'vetteren itregen zemer Ztia„engeiioucu zugnug»� �eitran?�' J"r sein Organ stets neue Streiter zu suchen, die dazu B'Itin<£"g daß die arbeitende Bevölkerung ihrem Ziele, der end- 9 n Befreiung der Menschheit, im Sturmschritt zueilt. u« •'W SÄ '4 eiter i SÄ habe iion-n bi,'j nächst.,� che". 1 SS >er 1 w4i SV*1 II K'" K Feuilleton unseres Blattes beginnen wir mit dem �.eines spannend geschriebenen historischen Romans ans »es großen Kaurrnkrieg« von 1535, «okhenliurgev Tage. � Feder des unseren Lesern wohlbekannten Schriftstellers WHhelm Bios. � Erzählung spielt in der hochberühmten alten Reichsstadt >vi>liin» an der Tauber, die ein Hauptwaffenplatz jenes ge- fotQtÄV?.Freiheitskampfes war. Der Verfasser versucht auf Grund Ptmif,i®stCT historischer Studien ein Bild von dem bunten und »ig,, ichen Leben und Treiben jener Zeit zu gestalten, und die so hnft£• e tr geschaffen, sind mitten aus dem Volke entnommen, "änbe; Erzählung auch einen Einblick in die sozialen Zu- 'Hib t großen Zeit gewährt. Die hochfliegenden Hoffnungen %(bp,r goldenen Freiheitsträume, der heldenhafte Kampf, die ihr�'°g- und die blutige Reaktion des Jahres 1525 sind in lcheinungen und Wirkungen innerhalb der engen %tbeii v°e§ Reichsstadt geschildert. Wir glauben mit dieser Segen t, t Ansprüchen an unser Feuilleton ganz besonders ent- cvf kommen. »nserx nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie l M.�kpiditivn, B e u t h st r. 3, Bestellungen zun, Preise von lbs?" Nf. monatlich, frei ins Haus, entgegen. biemz außerhalb nehmen sämmtliche Postaustalten Slbonne- Preise von 1 Mark 10 pf. für den Monat � entgegen. �{itiinnsff"®erl'"cr Volksblatt" ist eingetragen in der Post- Allste unter Nr. 892, V. Nachtrag. Die Redaktion und Expedition des „Kerlnter Molksblatt". Feuilleton "a»erboten. (49 Uirtoria. u jede*" ein- � H Roman von M i n n a K a u t s k y. »liiss�um vermochte er an sich zu halten, ihm war, als s»n6 w iw �sche entgegen. v-.«--»d-- � iuM- Die Tafle der lÄndlichren Arbeikev. II. Während im Jahre 1884 die Landarbeiter zwar, wie unser Gewährsinann, Pastor Dr. Borchard, mit- theilte, von den sozialdemokratischen Ideen ersaßt waren, aber ihrer Gesinnung durch Wahlbctheilignng nicht Aus- druck zu geben wagten, änderte sich das Bild im Jahre 1890. Die Entwicklung des öffentlichen Lebens, die Miß- wirthschaft des Bismarck'scheil Systems, das in unge- bändigter politischer Knebelung und ökonomischer Aus- beutung der Massen gipfelte, waren nicht spurlos an der Landbevölkerung vorübergegangen. Die schwere Noch der Zeit hatte die armen Teufel, die in entbehrungsreicheiu Daseinskämpfe sich durchschlugen, recht eindringlich von der Erbärmlichkeit der herrschenden Zustände überzeugt. Natürlich waren es die Folgeerscheinungen. diejenigen Thatsachen, welche zuerst und empfindlich sich bemerklich machten, über welche der Landarbeiter nach- zudenken begann. Thöricht die Agitation, welche an die Arbeiterschichten, in denen das Klassenbewußtsein noch schlummert, in deren Hirn die Vorstellung des Klaffenkantpfes kaum erst auf- dämmert, sich etwa mit der Behandlung grundsätzlicher pro- grammatischer Fragen herandrängen würde! Doppelt thöricht die Agitation, welche etwa mit einer alleinselig- machenden Schablone Alle über einen Kamm scheeren und die für Jndustrieproletarier angemessene Taktik bei der Landbevölkerung in Anwendung bringen würde! Das Nächst- liegende, das Jedem Sichtbare, das mit Händen Greifbare, das, worüber der Indolenteste reflektireu muß, ist das beste Agitationsnüttel. Nirgend mehr als hier gilt die Vorschrift, nur ins volle Menschenleben hineinzugreifen. Ja keine Täuschungen, falsche Hoffnungen, die sich nicht verwirklichen können, in siegesfroher Neberschätzung der eigenen Kraft und der bereits errungenen Erfolge allzu- sicher im Busen hegen. Die Landbevölkerung, welche am 90 Februar 1890 für uns gestimmt hat, ist zwar im dunklen Drange des rechten Weges sich wohl bewußt ge- wesen, aber es ist Eines, vom Klasseninstinkt getragen einmal das Richtige zu treffen, ein Anderes, konsequent bleiben und handeln. Die ländlichen Proletarier, die unter dem wuchtigen Druck des wirthschaftlichen Noch- standes ihrer Erbitterung Luft machten, die mit elemen- tarer Gewalt ihren gepreßten Herzen durch eine politische Kundgebung Lust machten, sind durchgängig keine Sozial- demokraten, wenn man darunter auf das Programm ein- geschworene Leute versteht, sie sind auch noch nicht Sozial- junktioneu der letzten Monate dazugerechnet, sein Ruin be- siegelt. Nichts konnte ihn retten. Der Baron wechselte einen Blick mit Lord Edward, der ihn zu befragen schien. Die beiden Männer reichten sich hierauf die � Hände, wie bei einem Handel, den sie soeben abgeschlossen und der mit diesem Augenblick in Kraft tritt. Lord Edward war der Käufer, der Gatte Silvia's der Verkäufer. Es war der letzte Profit, den er aus der Familie Field zu ziehen vermochte. Oswaldt hatte sich Hanna genähert; auch die Herzen dieser Beiden klopften in fieberhafter Spannung, und als nun ihre brennenden Augen aufeinander trafen, tauschten sie Wunsch um Wunsch. Tic Stunde war gekommen, vor der ihnen gebangt und die sie doch herbeigesehnt, die Stunde, wo Alles gesagt werden sollte. Sie wollten nicht auseinandergehen, ehe zwischen ihnen nicht alles klar geworden. „Die Lnft ist erstickend hier; öffnen Sie die Fenster," gebot Hanna den eintretenden Dienern, und dann zn Os- waldt„Tie Illustrationen des Pariser Salon sind heute angekonimen; willst Du sie nicht ansehen?" Er verbeugte sich. Neuntes Kapitel. Hanna schritt nach dem Lesezimmer voran; Oswaldt folgte ihr. Hier brannte mir eine Lampe, mit einem Schirm bedeckt, die ein klares und schönes Licht ans die auf dem Tische ausgebreiteten Werke warf, zumeist Reproduktionen der graphischen Kunst. demokraten, wie die schlagfertigen dichtgeschlossenen Jndustriearbeiter-Bataillone, die der Kapitalismus bereits mit einer anderen Weltanschauung erfüllt hat. Keine Organisation, kein Zusammenhalt, keine Solidarität bei den Landarbeitern: dies Alles ist erst zu schaffen, und es wird geschaffen werden, weil es geschaffen werden m u ß. Vorderhand aber seien wir uns klar darüber, daß die dumpfe Unzufriedenheit mit ihrem elenden Loose zwar, wenn die Spannung zu stark wird, eine Entladung herbeiführen kann, wie am 20. Februar, daß aber von solchen Ausbrüchen bis zum zielvollen Vor- gehen des Landproletariats es noch weit genug ist. Mit solchen Truppen gewinnt man eine Schlacht, aber man führt mit ihnen keinen siegreichen Krieg. Unsere Aufgabe ist es, da den Hebel anzusetzen, wo wir Aussicht haben, diese Welt aus den Angeln zu heben; die üble und infolge der ökonomischen Entwicklung fort und fort übler werdende Position der Landarbeiter ist ein trefflicher Agitationsstoff, der als Ausgangspunkt benützt werden muß, will mau anders zu Resultaten kommen. Den Landarbeitern muß man erst sagen, daß und wie schlecht es ihnen geht. Was unbewußt in ihnen wühlt und frißt, das muß ihnen klar gemacht, gründlich, au- schaulich, verständlich, ohne Zuthaten, ohne die Phraseologie der städtischen Agitation geschildert werden. Der Land- arbeiter muß zur klaren Einsicht in sein Elend Schritt vor Schritt geführt werden, er muß zum Bewußtsein über sich selbst kommen, er muß seine Empfindungen, das, was er fühlt, was er dunkel wünscht und begehrt, in Ge- danken, seine Vorstellungen in Worte übersetzen können, er muß zum Bewußtsein über sich selbst kommen, er muß lernen, über sich nachzudenken. Da wo er mit seinen Ge- danken zu Hause ist, da wo er leicht reflektireu lernt, muß man ihn packen. Was fehlt dir, woran laborirst du und deine Freunde, was thut dir noch? Nicht die Soziali- sirung des Grund und Bodens, nicht die Pläne der Zu- kunft dürfen ihm entwickelt werden, z u e r st entwickelt werden. Nicht als ob wir Geheimnißkrämer wären, nicht als ob wir mit unseren Ideen hinterm Berge hielten! Aber wer lesen lernen soll, dem muß erst das ABC beigebracht werden, wer sozialpolitisch denken soll, der muß erst die Elemente inne haben; der Proletarier, der Sozial- demokrat werden soll, muß erst erfahren, daß er in einem Zustande sich befindet, der verbesserungsbedürftig und ver- besserungsfähig ist. Aus der Dumpfheit zur Klarheit muß die Losung sein. Wer über seine Misere, über die Misere seiner Klassenangehörige» nachzudenken beginnt, der gehört uns mit Haut und Haaren an. Was Ferdinand Lassalle einst von den deutschen Ar- beitern in ihrer Gesammtheit gesagt, daß man ihnen über- Es war kühl und ruhig in dem Gemach und sie traten an den Tisch, um in den Heften zn blättern, Beioe schein- bar glcichgiltig und doch innerlich so bewegt. Sie betrach- tctcn' einen Bonnat mit zerstreuten Blicken. Jetzt wiesen Hanna'S schlanke Finger ans eine Mädchengruppe, die Schnitterinnen von Breton, die, von der Arbeit aus- ruhend, im Grase ruhten und mit leeren Gesichtern, die von Stumpfsinn und Verrohung zeugten, vor sich hin- starrten. „Also auch unter so armseliger Hülle sollte Psyche schlummern?" sagte sie leise, wie sich selbst befragend, während ein nervöses Lächeln um ihre Mundwinkel spielte, „und diese Niedrigkeit selbst wird heute zum Idol?" „Nicht diese Niedrigkeit, sondern was ihr zum Trotz sich schön und wnndergleich entfaltet." „Du sprichst aus Erfahrung?" „Ja." „Du hast ein solches Mädchen kenneu gelernt?" „Ja." „Und Du liebst es?" Jäh sprang es über ihre Lippen, wie eine lang zurückgehaltene Anklage, der die Empörung Luft gemacht. „Ich liebe eS!" Er sagte es gehalten und doch so fest, mit jenem tiefen Herzenston, mit dem der Mann ein Nn- abändcrliches, seine innerste Ueberzeugung ausspricht. Sic sah ihn starr und durchdringend an. „Warum sagst Du mir das? Warum— leugnest Du nicht?" stammelte sie mit erblassenden Lippen und dann heftiger, mit unendlichem Hohn:„Warum lügst Du nicht? Wir sind gewohnt, belogen zu werden; wir verlangen, wir fordern es von Euch als eine letzte Rücksicht: also lüge!" tMpt erst sagen müsse, ihre Lage sei eine jämmerliche und lfm—- A V«�' verbände anerkannten Bedürfnisses hinaus erweitert wordrt, In Erwägung, daß cS nicht zweckmäßig ist, großes dustrien bezuglich wichtiger, ihre Existenz bedingender r Ziehungen in der Hauptsache abhängig zn machen von .•.yuu�iuujc ui/yunmu jn'Muff! nahmemaßregeln, deren Erlaß und Dauer gesetzlich nächst Wiederholung der Vorlage für geboten, dann aber auch bürgt sind, erachtet der Zentralverband, ünbeschädet st� prinzipiellen Aiierkennung her verfolgten Ziele, zunächst � am W i � oer ww*? � Berücksichtigung der in seiner Denkschrift vom 27. Mai d. o hervorgehobenen Bedenken. II. Kontraktbruch. § 125-, j Der Zentralverband konstatirt mit Befriedigung, daß � der dem Abs. 1 des ß 123 gegebenen Fassung von der Mission anerkannt worden ist, daß die Verweisung auf 0"-' im gewöhnlichen Zivilprozeß geltend zu machenden Scha� ersatz nicht den erforderlichen Schutz gegen den Kontrakrbru gewährt. Die engen Grenzen der von der Kommission»crz- schlagenen Bestimmungen würden dieselben jedoch unwick Sie gewähren auch in keiner Weise eine Ausgleich»? durch den Kontraktbruch erwachst" a«l ken machen für die den Arbeitgebern Schädigung. Für den Zentralverband bleiben jedoch auch in Bezug die von der Kommission dem Anspruch des Arbeitgebers Form die Bedenken bestehen, welche er in seiner Denksch� gegen die von dem Gesetzentwurf ins Auge gefaßte„Buße hoben hat. Da nach Lage der Verhältnisse eine direkte strafrechtliche<>1 folgnng des Kontraktbruchs nicht in Vorschlag gebracht wer- kann, so erblickt der Zentralverband die einzige dem anerkann Prinzip und praktischen Bedürsniß entsprechende Lösung dem Arbeitgeber zu ertheilenden Ermächtigung durch VC» j barung einer mittelst Abzug vom rückständigen Lohn e. ziehbaren Konventionalstrafe den Schutz gegen Kontraktbruc?>, erhöhen. III. Arbeitsordnung. § 184a bis 134g. Unter wiederholter Anerkennung ocr Bestimmung, welche der Erlaß einer Arbeitsordnung für alle Fabrike gatorisch gemacht wird, muß der Zentralverband in Bezugs die weiteren, die Arbeitsordnung betreffenden Bestimm»� ans dem in seiner Denkschrift eingenommenen Standpunkte harren. u Gestützt auf den beiderseits freiwilligen Charakter. Arbeitsvertrages, beansprucht der Zentralnervand für den A? geber das Recht, den Inhalt der Arbeitsordnung selbsYWL, festzustellen und erhebt er Widerspruch besonders gegen die stimmung des§ 134S.. � Die Kenntniß der Bewegung und der Strömungen>» u Arbeiterkreisen haben zu der Ueberzeugung führen müssen, � das den Arbeitern zu gewährende gesetzliche Recht, ubC Arbeitsordnung gehört zu werden, nicht die friedlichere i tung des Verhältnisses zwischen Arbeiter und Arbeit£! fördern, sondern zur Verschärfung des Gegensatzes, zr rung der Verbitterung und zu vermehrten heftigen führen wird. i(i Den Intentionen der Kommission gemäß soll durch 5 Gesetz das Recht des Arbeitgebers, Strafen zu verhängen, � äußerste eingeschränkt, das Recht, mittelst der Arbeitsoro> auch auf das Verhalten der Arbeiter außerhalb der Vet* einzuwirken, abgeschafft werden. Nun wird und kann das Recht des Arbeitgebers, nach freiem eigenen Ermesst" ,( Arbeitern zu kündigen und sie zu entlasten, nicht in Ft"#! I stellt werden. Die Folge jener Intentionen, wenn sie werden, wird daher sein, daß, in? Interesse der Erhaltung Ordnung und Disziplin, an die Stelle der Regelung v- Arbeitsordnung und Strafen, die Entlassung treten wirv- durch wird, abgesehen von den immerhin seltenen Fällen � ordentlicher Nachfrage auf dem Arbeitsmarkte, o?e Lag» Arbeiter wesentlich verschlechtert werden.. ~-*-•'■"•'- v---- vi A ttl*1, tvvvvvii., py« Der Zeiitralverband spricht sich daher gegen d?e m stehend bezeichneter Richtung gefaßten Beschlüfie der Komw� aus, für welche freilich gewisse Anhaltspunkte in der G I vorläge enthalte» sind. Die Errichtung von Arbeiterausschüssen betreffend, muß � Zentralverband jeden, auch bereits in der Kommission h�L getretenen Versuch bekämpfen, die Arbeitcrausschüsse von"5 her obligatorisch und allgemein einzuführen. Ob und in eher Form derartige Ausschüsse als zweckmäßig erscheinen.", dem freien Ermessen des Arbeitgebers nach Maßgabt speziellen Verhältnisse überlassen bleiben. Diese Stellungnahme des Zentralverbandes ist b«Ä r die Erfahrung, daß die Arbeiterausschüsse zur Förvt»� Ä aus War es nicht die unverstandene% oft so süß und stürmisch anfiel? i frisch sprudelnden OllC' Romanen. Aber hatte sie sie trotzdem nicht wie eine im töllfcu gettetgen? tttrfif Sio sucht gewesen, die sie eine Verschmachtende,?var dem........... nahe gewesen und hatte ihn??icht beachtet; hier??>"" jttnges und kräftiges Herz, das sich ihr zn eigen istb � aber sie hatte es nicht auszufüllen verstanden. ll»D, weinte der Mann, den sie— jetzt wußte sie es—® hätte lieben können, heiße, verlangende Thränen?t>" Aber wahrlich, er sollte nicht Jene als den ÄuÄ aller Vollkommenheit betrachte?? dürfen. Auch sie bcsaji J und Willenskraft, und sie wollte darin Keiner nach!' 1 am wenigsten dieser Franzel.„ Sie bedeutete ihn? aufzustehen und erhob sich selb! „Ich danke Dir, daß Du?nir die Wahrheit 0 J und mich vor einen?????würdigen Verhältniß bewahr Du bist frei; aber?n?sere Verbindung muß völlig, auch außen hi??, gelöst werden, für alle Welt und sofort." J Ein leises Pochen an der Thür ließ die Beiden sehen. A?if die Aufforderung Ha????a's, eii?zutreten, erfftr Kammerdiener Field's in der Thür. Er sah ängstlich????d verstört aus und bat, das Fräulein und Herr Oswaldt?nöchten doch eilends?t"� Herrn sehen. „Ist Papa etwas zugestoßen?" fragte Hanna e?r.( „Die Depesche hat's ihn? angetha??," stammelte de» Diener.. „Eine Depesche?" jf| „Aus Paris, und gleich darauf eine ziveist Deutschland." Hanna wurde todtenblaß. „Sic glauben, daß sie etwas Schlimmes—?" »Ich glaube wohl; er hat zwar gelacht, aber'. möchte es in meinen? Leben nicht ivieder hören." � Hanna fragte nichts?nchr. Sie und Oswaldt räf mehr als sie gingen nach Fieldt's Arbeitszimmer,?oohl" der Kammerdiener folgte. (Fortsetzung folgt.) nü 1®-em?"ien Organisation der Arbeiter mißbraucht werden, r?, öaß eine solche Organisation, wie zahlreiche Vorgänge chrcn,. nicht die Förderung des sozialen Friedens, sondern deuten''�e Verschärfung des Gegensatzes und des 5iainpfes be- Die Beschäftigung von Kindern, jugendlichen Personen und Arbeiterinnen. . � 135 bis ..>!» seiner mehrerwähnten Denkschrift hat der Zentralver- aud allen bedeutungsvollen, zum Schutze der vorbezeichneten «roerterkategorien in der Vorlage enthaltenen Bestimmungen «nunnvunden zugestimmt. . Bedenke» hat der Zentralverband wesentlich nur gegen die- nN.igeu Bestimmungen erhoben, welche besonders durch eine zu reit getriebene unterschiedliche Behandlung der verschiedenen in Fabrik beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen eine lur die Existenzbedingungen der deutschen Industrie zu weit «eyende Kürzung der Arbeitszeit, oder den gänzlichen Aus- Muß gewisser Arbeiterklassen von der Fadrikarbeit zur Folge ?aden müssen. i. �tese Bedenken sind noch wesentlich vermehrt worden durch ,,, Beschlüsse der Kommission, welche das System der unter- mnedllchon Behandlung und der Kürzung der Arbeitszeit noch weiter ausgebildet haben. - Interesse der Industrie, in höherem Maße aber noch n?. vinteresse der Eriverbsfähigkeil und Lebenshaltung der ssserfainilien, welche durch die in Rede stehendtn Be- lchuiile geschädigt und herabgedrückt werden würden, be- nrwortet der Zentralverband nochmals bringend die Beach- n,"8 der in dieser Beziehung in seiner Denkschrift gestellten «nrrage. dem Bundesrath zu ertheilende Ermächtigung, Aus- nymen von den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen zu er- lassen. § 139a. ra, 1�4 die Ziffern 2 und 3 dcS A139a der Vorlage soll dem undesrathe die Ermächtigung ertheilt werden, Ausnahmen zu " wahren in Bezug auf die Bestimmungen für die Beschäftigung (j-!1 Kindern, jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinne». Ins- .fiondere soll nach Ziffer 2 die Verwendung von Arbeilerinnen Fahren zur Nachtzeit für gewisse Fabrikationszweige " bellet werdeil können, in welchen sie bisher üblich war. ... Mwse Bestimmung in Ziffer 2 ist von der Kommission ab- »etchnt worden. .j. Ferner ist in Ziffer 3 von der Kommission abgelehnt der hM,■ uon den betreffenden Ausnahmen für Spinnereien und i®''» ausdrücklich bestimmt, daß die Beschästigung von > gendllchen Arbeitern sechözig Stunden wöchentlich nicht über- '"igen darf. .sehr bedeutenden Jndustrieen findet, theils veranlaßt n fch die Nalur der Betriebe, theils durch die örtliche Ge- i aitung der Arbeiterverhältnisse, ohne Gefährdung der Gesund- Sittlichkeit, noch Beschäftigung von Arbeiterinnen zur ttchtzeit statt. Ein Verbot solcher Nachtarbeit müßte diese «riebe in schwere Verlegenheit bringen, da Ersatz durch annliche Arbeiter zu beschaffen vielfach unmöglich sein würde. s wurde sich aber auch für die außer Brot gesetzten in- � Finnen nur schwer andere Gelegenheit zu ehrlichem Äe- �.� We finden, um so mehr, da, wo Tag- und Nachtschichten A,-rl' �et Ersatz der Nachtschicht durch Arbeiter auch den J*lchluß der Slrbeiterinnen von der Dagesschicht zur Folge �aven würde. .. Durch die von der Kommission in Bezug auf die Ziffer 3 »«»achten Einschränkungen wird insbesondere die Beschästigung Jugendlichen Arbeiter in Spinnereien, dem bestehenden Zu- nande entgegen,'beschränkt und dadurch den betreffenden Be- «eben wesentliche Erschwerniß bereitet, welche in vielen Fällen «rw Ausschluß der jugendlichen Arbeiter und damit zur Schädigung der Erwerbsverhältnisse der Arbeiterfamilien führen Erwägung aller dieser Umstände beantragt der Zentral- «wcmd die Wiederherstellung und Annahme des§ 139 a Z'ster 2 und 3. ■ Tie Verantwortlichkeit der Gewerbetreibenden für Ueber- tretung der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßregeln. § 151 Abs. 1. ■,. Z» der Gesetzesvorlage wird anerkannt, daß die Gewerbe- «denben besonders solcher größeren Betriebe mit in gewissem �tbstsiändigcn Werkstätten oder Abtheilungen, wenn sie - Buswahl und Beaufsichtigung ihrer Beamten mit der er- T°rverliche,i Sorgsalt vorgehen, nicht für die Uebertretungen tantwortlich gemacht werden dürfen, die in Bezug auf die .»iUtzbestimmungen der Gewerbe-Ordnung von den Beainteu gangen werden. Dieser Gedanke ist in dem Abs. 1 des§ 151 J Vusbriick gelangt, derselbe hat jedoch nicht die Billigung 1 Kommission gefunden. T Zu Erwägung des Umstandes, daß bei Fortdauer der jetzt friJ t Gesetzgeb nig und mit Rücksicht auf die vielfach vcr- eiv m Schutzmaßregeln viele größere Arbeitgeber der Gefahr Im Bestrafung für eine von ihren Beamten begangene Ueber- liilltn9 sich dadurch entziehen werden, daß sie, soviel als thun- to7' die Beschäftigung der geschützten Personen vermeiden vi-s i" fernerer Erwägung, daß dadurch ganz besonders firf, jugendlichen Personen die Gelegenheit genommen wird, dai, JV tüchtigen, leistungsfähigen Arbeitern auszubilden, und B die Lebenshaltung der betreffenden Arbeiterfamilien herab- umguckt werden wird, beantragt der Zentralverband die Vorlagt � Bestimmung im§ 151 Abs. 1 der Sie Anwendung von Zwang, Bedrohung, Ehrverletzung der Verrusserklärung bei Ausübung des Koalitionsrechtes. _§ 153. Art• Q§ rechtswidrige Verlassen der Arbeit bei ausbrechenden in � Zustellungen hat nach den von dem Herrn Minister fan1"* Kommission gegebenen Nachweisungen erschreckenden Um- ;>"2 angenommen. Bei den bedeutendsten dieser Streiks ist zu büßten gewesen, daß namentlich die älteren, ruhigeren. mehr «'dunenen Arbeiter sich nur aus Furcht und gezwungen der fAung anschließen. SBrnr§ steht daher der durch die Bestimmungen des§ 153 der Zutage den Arbeitern gegen Vergewaltigung durch die zu Cl->.I ,ditungen und Streiks mehr geneigten, jiingeren, wüsten EfkU'ents gewährte Schutz an Bedeutung durchaus nicht dem toQi\ f nach, welcher dem Arbeitgeber gegen Kontraktbruch ge- cl werden soll. *et«irc Zeutralverband beantragt daher die Wieder- � g und schließliche Annahme des§ 1�3 der Vorlage. r..'serlich sind. W � stttornationale Reaktion sucht die sjiu.'Mchen Generalspitzels und Ai�ral s in Pari!'' auszunutzen. »im-Nthalte.?�"5� bedürfen die Resolntioiien nicht. >» lieff.n,- Programm der Herren Großliiduftriellen, neUen®eiDei§ ba'Ül'' daß diese Herren Ermordung �h'lrech? s" Paris für einen neuen Ansturm �auf das auszunutzen. Was in dem Fall C a st i o n i dem . r, 9ail KT" Bull nicht abzuringen war, hofft matt lin M»,, �stoff der französischen Republik abzuschnieicheln. ia ln Pariser Regierungskreiseu Geneigtheit vor- oNnend' solchen Zumuthungen gegenüber sich mcht ganz J". verhalten, das bezweifeln wir nicht. Ans der (Mich®eite ist aber die Demokratie in Frankreich liste x; fei'e s° stark, daß sie der Regierung etwaige L, Öetol?lrt austreiben kanu und wird. tuffifl3" spaßhaft sind die fortdauernden Anstrengungen nffchen Rubelpresse, den Tod des Oberspitzels als etwas hinzustellen, das mit Politik gar nichts zu thun habe. Sie fürchtet offenbar, daß noch sehr viel Schmutz zn Tag kommen wird. Inzwischen wird die Gelegenheit von der Pariser Polizei zu einer Razzia aus die Fremden ausgenützt; es sollen gestern zahlreiche Haussuchungen stattgehabt haben, und man spricht von M a s s e n a u s w e i s u n g e n. Wir glauben jedoch nicht, das letzteres Gerücht sich bewahrheiten wird. Die französische Regierung hat an der deutschen, die durch die Bismarck'schen Masseuausiveisungen der Polen in eine sehr wenig beneidenswerthe Stellung und Lage ge- räthen ist, ein abschreckendes Beispiel, daß sie sich wohl hüten wird, gleiche Bahnen zn wandeln. Ein Volk, welches die Pflichten der Gastfreundschaft verletzt, stellt sich außer- halb der Zivilisation, und schädigt obendrein, neben seinem Ruf, auch seine materiellen Interessen. Das weiß die Mehrheit des französischen Volkes, und bei den Gelüsten des reaktionär-barbarischen Chauvinismus wird's also fein Bewenden haben. Herr F e r r y,„der Tonkinese", gehört auch zu den „widerspenfticzcn Todten". Er will nicht begreisen, daß er zum alten Eisen gelegt ist, und drängte sich vor kurzem zu einer Kandidatur vor,«lachdem er bei den letzten allgemeinen Wahlen mit verdientem Glanz durchgefallen ivar. Die Re- pnblikaner haben jedoch dafür gesorgt, daß die Kandidatur Ferry's auch diesmal ein frommer Wunsch bleibt. Weg mit den Todten! Das revolutionäre �das Wort im Polizei- sinn genommen), das revolutionäre, d. h. gesetzvcrachtende, aus gewaltsamen Umsturz hindrängende Wesen der k a t h o- tischen Geistlichkeit verräth sich jetzt wieder einmal in F r a n k r e i ch. Der bekannte, durch seine Bemühungen gegen- den afrikanischen„Sklavenhandel" bekannte Kardinal Lavigerie hielt neulich an die Offiziere des Mittelmeer- Geschwaders eine Ansprache, die er, durch Krcisschreiben, auch seinem Klerus mittheilte. In dieser Ansprache empfahl er der katholischen Geistlichkeit Frankreichs, das Gesetz des Landes und den Willen des Volkes zu respektiren und sich ehrlich der Republik anzuschließen, statt ihr feindlich zu bleiben. Wohlan, diese Ansprache hat bei dem Klerus und der kleri- kalen Presse nichts weniger als eine günstige Aufnahme ge- funden— der Herr Kardinal wird, feiner Gesetzesliebe halber, von den Frommen als ein Abtrünnling betrachtet, und die von Ordnungsphraseu triefende katholische Geist- lichkeit Frankreichs wird fortfahren, gegen die Republik und das Gesetz des Landes zu konspiriren und nach Kräften den „gewaltigen, blutigen Umsturz" vorzubereiten. Auf ein Bischen Blut ist es dem katholischen Klerus ja nie angekommen, man erinnere sich nur der Bartholomäusnacht und der Inquisition. Gewiß, die Herren Klerikalen sind in ihrer Art auch loyal, der Obrigkeit getreulich unterthan, aber nur mit demselben Vorbehalt wie die Herren Junker dem absoluten König, nämlich „ivenn sie ihren Willen thut!" Wenn nicht, dann hat's mit der Treue und Loyalität ein Ende. Der„Kieg" Crispr's bei den Wahlen hat auf die Welt sehr wenig Eindruck gemacht, da mau nachgerade weiß, wie solche„Siege" gemacht werden, Ein Herrn Parnrll nahestehendes Blatt, der„Star", hält den' Rücktritt des irischen Parteiführers für wahr- scheinlich. Also wäre die„freie Liebe" ihm doch schlecht bekommen. Die russische Regierung enthüllt ihre Barbarenuatur in dem Fetdzug, welchen sie gegen die Schulen in den Ostseeprovinzen unternommen hat. Auch in Rußland selbst sind die Schulen noch zu gut für das fürsorgliche väterliche Regiment, das keine denkenden„Unterthanen" gebrauchen kann. Und wahrhaftig, die russischen Schulen sind doch schlecht genug, wie drastisch daraus erhellt, daß von je 1000 (Tausend)(!) Russen blos etliche Fünfzig lesen und schreiben können. Und das ist dem Zarismus noch zu viel! Die Republik Rrastlieu hat der exkaiserlichen Familie, sowie allen übrigen Verbannten die Rückkehr in die Heimath erlaubt. Bei der Einstimmigkeit, mit welcher die Vertreter der Nation sich für die neue Staatssorm erklärt haben, konnte die republikanische Regierung sich den Luxus einer Amnestie gestatten. Schwache Regierungen und Regierungen, die sich schwach fühlen, können keine Amnestie ertheileu— dazu muß eine Regierung das Gefühl der Stärke und Sicher- heit haben. Es zeigte sich dies recht drastisch zu Anfang der Sechziger Jahre drüben in der neuen Welt: die schwache mexikanische Republik ließ den armen kaiserlichen Rebellen Maxi m i l i a n erschießen, die starke a m e r i- k a n i s ch e Republik dagegen applizirte dem plebejischen Rebellen- Präsident I e f f e r s o n Davis den Fuß- tritt einer Begnadigung. Und an noch vielen anderen Beispielen läßt es sich nachweisen, daß Amnestie und Kraftbewußtsein zusammengehören, während daL Gefühl der Schwäche, nanientlich wenn es mit einem bösen Gewissen verbunden ist, hart und grausam macht. Die Stärke ist großmüthig, wie andererseits eine Politik der Unterdrückung stets ein Zeichen der Schwäche ist— weshalb denn auch fallende Systeme und„Staatsordnungen" vor ihrem Sturz regelmäßig noch Orgien der Verfolgung feiern— sichere Vorzeichen des nahenden Endes.— Der brasilianische Exkaiser soll über seine Begnadigung sehr erfreut gewesen sein. Er ist beiläufig ein Ehrenmann, auch als Gelehrter tüchtig, und Niemand in Brasilien würde daran gedacht haben, ihm ein Haar zu krümmen, wenn er nicht das Pech gehabt hätte, Kaiser von Brasilien zu sein. In den südamerikanischen Zwerg-, Raub und R a d a u st a a t e n ist es wieder ruhig, seit einer der Hanptkrakehler, ein General, todtgeschosse» worden ist. Es ist eigenthümlich, daß in all diesen spanischen Kolonien, ebenso wie im spanischen Mutterland gerade das Militär das Hauptelenient des Umsturzes bildet und das Anstiften oder„Machen" blutiger Revolutionen förmlich als Sport betreibt. Es muß dieser Hang zur Gewaltthätigkeit und Gesetzlosigkeit doch wohl in der Natur des Geschäfts seinen Grund haben— jedenfalls verträgt er sich durchaus nicht mit der Anschauung Derjenigen, welche im Militär eine Bürgschaft gegen Revolution und Umsturz erblicken. «* * Rrnsste Rachrichten. Aus Hamburg wird die Aussperrung von 400 Tabaksarbeiter» gemeldet. Offenbar wieder die Arbeiter der Unternchmer-Koalition. Heute Nachmittag ist das englische Parlament zusammengetreten, Ueber die Thronrede besagt ein Londoner Telegramm: In der Thronrede, mit welcher das Parlament heute wieder eroffner wurde, werden die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten als seit dem Schlüsse der letzten Session unverändert bezeichnet. Die Sicherheiten für den europäischen Frieden er- schienen der Königin unvermindert. Mit Italien feien Ver- Handlungen eröffnet zur Absteckung der Grenze, welche das unter dem englischen Einflüsse stehende Gebiet in Nordostafrika von dem Gebiete trenne, das zu dem unter Italiens Schutz stehenden abessinischen Reiche gehöre. Alsdann wird der Abschluß eines modus vivendi mit Portugal erwähnt und die Hoffnung ausgesprochen, daß die Berhand- lungen betreffend die Fischereisrage auf Neufundland einen für alle Parteien besriedigeudeu Abschluß finden würden. Äe- dauerlich sei, daß die schlechte Kartoffelernte einen Nothstand in den westlichen Grafschaften Irlands hervorzurufen drohe, die von der Regierung getroffenen Maßregeln würden jedoch hoffentlich das'Hebel lindern. Die Regierung werde einen Gefetzentivurf betreffend die Verbesserung des Verwaltungssystems in den Grafschaften von Irland im Sinne der in England bestehenden Gesetze vorlegen. Die Thronrede kündigt ferner eine Vorlage betreffend die Herabminderung des Beitrages der ärmeren Bevölkerung zu den Kosten des öffentlichen Unter- richts an. Ueber die wichtigste und brennendste Frage des Augen- blicks, die Geld- und Geschäftskrisis, findet sich, ivie es scheint, kein Wort in der Thronrede. Allein von Thronreden ist man es ja gewöhnt, daß sie das Wichtigste nicht sagen. Ein Telegramm aus R o m vom heutigen Tage be- sagt: Bisher sind 455 Wahlrcsultate bekannt; davon entfallen 357 aus Mitglieder der Regierungspartei, 10 auf Personen von ungewisser Parteistellung, 25 auf Mitglieder der oppo- sitionellen Linken, 10 aus solche der oppositionellen Rechten, 41 ans Radikale und 7 aus Sozialisten. Außerdem sind 5 Stichwahlen erforderlich. Also trotz des elenden Wahlgesetzes eine sozial- demokratische Fraktion. Soziale Fast täglich gelangen an den Parteivorstand Gesuche um Uebersendung von Statuten für Arbeitervereine, sozialdemokratische Wahlvereine oder Arbeiter-Bildnngsvereine. Da es nicht gut an- geht, ein gleichlautendes Statut für die Hunderte von Vereinen, die allerwärts neu ins Leben gerufen werden, einzuführen, der Vorstand aber unmöglich für jeden Verein ein besonderes Statut auszuarbeiten vermag, so dürfte es sich empfehlen und damit dem Bedürfniß der Genoffen am besten Genüge geschehen, wenn unsere Parteiorgane ein paar geeignete Statuten von Vereinen ihres Leserkreises zum Abdruck bringen. Es bedarf wohl nur dieser Anregung, unsere Parteiblätter werden dementsprechend ver° fahren. Achtung! Maurer Kerlins! Auf dem Bau Veteranen- straße 8/9 haben 40 Mann wegen Lohnreduzirung die Arbeit niedergelegt. Ueber den Bau ist die Sperre verhängt worden. Zuspruch wegen Arbeit auf diesem Bau ist streng zu unter- lassen. Die Unterscheiduug zwischen Arbeitern und Künstlern, die so oft gemacht wird, trifft in einem sehr wichtigen Punkte nicht zu, dann nämlich nicht, wenn beide dem profitsüchtigen Unternehmer gegenüberstehen, und besonders sind es die Musiker, welche unter dem Drucke des kapitalistischen Ausbeutungssystems schwer zn leiden haben. Die Lage der Z i v i l- B e r u f s m u s i k e r ist, wie uns in einer ausführlichen Zuschrift geschildert wird, eine derartig traurige, daß sie sich wohl bald ernstlich die Frage vorzulegen haben:„Wie und womit sind wir im Stande, unsere Lage zn verbessern? Daß eine Aufbesserung der Verhältnisse nicht im Hand- umdrehen herbeigeführt werden kann, ist selbstverständlich. Der Musiker hat, wie der Arbeiter, zur Aufbesserung seiner Lage von der heutigen Gesellschaft Nichts zu erwarten. Das be- weist auch schon der Berliner Mustkerverein, welcher in der Zeit seines 20 jährigen Bestehens nicht im Stande war, so viel zur Ausbesserung der Lage seiner Mitglieder beizutragen, daß es werth wäre, in Erwähnung gebracht zu werden. Die Gagen und Löhne des Musikers sind von Jahr zu Jahr heruntergegangen, trotz des Berliner Musikervereins und des Allgemeinen deutschen Musikerverdandes. Dem Musiker bleibt somit nichts weiter übrig, als, ebenso wie der Arveiter, seine Hoffnungen auf die Zukunft zu setzen. Man kann den Musiker immerhin zu den Künstlern rechnen, in ivirthschaftlicher Beziehung kommt er nur als Arbeiter in Be- tracht. Arbeiter sind doch alle Diejenigen, welche sich mit irgend einem Berus, den sie erwählt haben, gleichviel welcher Art dieser Beruf sei, das Nöthige für ihres Lebens Nothdurft zu er- werben trachten; die Art der Arbeit thut hierbei Nichts zur Sache. Künstler kann jeder Handwerker in seinem Beruf sein. Ein Schuhmacher, der einen kunstvoll gearbeiteten Stiefel herstellt, ist auch ein Künstler, auch wenn er Anspruch auf diesen Titel nicht erhebt. Und so ists mit jedem Handwerk! Leider giebt es noch viele Musiker, welche ausschließlich Künstler sein wollen und sich dagegen verwahren, mit dem Arbeiter ans eine Stufe gestellt zu werden, obwohl mancher Musiker, welcher mit seiner Kunst„nach Brot geht", kein Recht hat, auf seine Künstlerschaft stolz zu sein. Knapp Vs sämmtlicher Berufsmusiker können sich Virtuosen nennen; aber auch diese sind dem Unternehmer gegenüber Arbeiter. Ein währer Künstler sein, heißt auch vor allen Dingen: Mensch sein. Und wer Mensch sein ivill, muß seinen Nebeninenschen nicht als»liter sich stehend betrachten, sondern denselben werth halten, mit ihm auf einer Stufe zn stehen. Es ist des Musikers nicht würdig, sich zu überheben über andere und sich mehr zu wähnen als die, welche dem Handwerk ange- hören. Hat aber der Musiker gar keine Veranlassung, sich höher zu stellen als andere, so ist es auch seiner nicht unwürdig, sich mit dem Arbeiter zu verbinden, um gemeinsam den Kamps auf- zunehmen gegen Kapital und Ausbeulung. Sind denn nichl beide Leidensgesahrlen, der Arbeiter sowohl wie der Musiker? Wird nicht Beiden der Ertrag ihrer Arbeit entzogen? Die ganze Künstlerschaft vieler Musiker besteht vielleicht einzig darin, daß sie kunstvoll zu verbergen wissen, w i e traurig es mit ihren E r w e r b s v e r h ä l t n i s s e n bestellt ist! Möchten sich die Musiker doch bald in richtiger Erkenntniß ihrer Lage zu einer besseren Organisation zusammen- schließen und zu einem gemeinsamen Zusammengehen mit allen zielbewußten Arbeilcrn bereit finden lasse». Sie würden dann leichter und schneller als heut begreifen, daß auch für sie die moderne Arbeiterbewegung der einzige Boden ist, auf dem ihnen Hilse für ihre traurigen Erwerbsverhältnisse erblühen kann. dvv MrÄ�kkion. Platzmaugels konnte gestern zn unserem Bedauern der„Pereinskalender" nicht veröffentlicht werde». Durch Täterow 21 M. von Kaufmann 51)1 i eck er, für die streikenoen Schuhmacher in Erfurt, Glasarbeiter in Berge- dorf, Zigarrenarbeiter und-Arbeiterinnen laut Postschein- abgesandt. E. Wilschke. Theater. Mittwoch, den 26. Novbr. Gpernhaus. Oberon, König der Elfen. Schnnfpielliaus. Die Quitzow's. Leliing-Theater. Eodoms Ende. Hrrliner Theater. Das Schweige- geld. Deutsches Theater. Das Winter- mnrchen. Friedrich-Wilheliultädt. Theater. Königsgardist. Sonne und Erde. Waltuer-Theater. In Hemdsärmeln. Pension Schöller. Ziestde»,-Theater. Der Kampf ums Dasein. Uiktoria- Theater. Geschlossen. KeUeatliaure- Theater. Mamsell Nitonche. Gstend-Theater. Emin Pascha. Thomas- Theater. Der Soldaten- freund. Adolph Crust» Theater. Unsere Don Juans. Kiivgerliches Schauspielhaus. Der Eisonkel. Kaufmauu's Uariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Theater der Ueichshalleu. Große Spezialitäten-Borst elluug. Coucordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Dichter'» Dariote. Große -''ikäten- Spezialitäten-Vorstellung. Wiutersarteu. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andrcss, Alexander- straße 27 c. Franka Scholz, Kostüm-Soubrette. Geschw. Wildenfels, Gesangs- Duettisten. Richard Gersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödickc, Mimiker, Stimmen- Imitator und Eharakter-Komiker. Truppe Blumenfeld, Parterre- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- künstler. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags BVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. MWmeilt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich; Grosses Conoert.'HM? Direktion A. Uödurauir. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfrßß Wochentags 10 Pfg., Ijllll cc gonll. jmd Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. iKratweilHe Bierj llllen Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Gnartrtt-Säugeru, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügunge» und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage-Panopticum. Unter den Linden 22,23.[742 Lebensgrche WllWgnren. Panoramen. Dioramen. Ethnographische Sanimlungen. Italienische Polkosänger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Gastan's Panopticiun. Entree 50 pfg., Kinder V. 9 Uhr Morgens � bis 10 Uhr jjT* Abends. � B Vorstellung orm. llVe it. 12Va Uhr. . v.4V2-9VsUhr siüudl. eine Vorstellung. Ertra-Entree 30 pfg. Kinder frei. (Spiegel und j Polsterwaaren.8 Gr. Lager, bill. Preise.» Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. eigener Fabrik. Das gr. Lager Berlins »A»dreasstr.S3, H.pt. Circus Renz. Karlstraße. Mittwoch, den 26. November ct., Abends 7 Uhr: Parade-Gala- Vorstellung mit ausgewähltem Programm. Aschenbrödel, oder: Der gläserne Pantoffel. Großes phantastisch. Zauber- inärchen in 4 Abth., arrang. und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Kostüme und Requisiten, sowie Equi- pagen vollständig neu. Schulqnadrille ger. v. 8 Herren. Hippolog. Potpourri mit 42 Freiheitspferden ausgef., dress. u. vorgef. v. Herrn Franz Stenz. Die großartigen Tremplinspringe über 4, 6, 8 und 10 Pferde mit Doppelsalto- mortales. Der phänomenale Reit- künstler Mr. I. F. Elarke. Negro, Schulpferd ger. von Frl. Vidal. Die 3 Athleten zu Pferde von den Gebr. Briatore. Die amerikanische Luftkünst- lcrin Miß Zampa. Mr. B. Tillis, Saltomortales auf ungesatteltem Pferde. Auftreten der Parforcereiterin Fräul. Gierach. Komische Entrees und Jnter- mezzos v. sämmtlichen Klowns. Morgen: Deutsche Turner. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Heute Abend 7Vz Uhr: Große Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Zum 2. Male: Doppel- Jockey, dargest. von den neuengaglrten Jockey-Reitern Mr. Watson und Mr. Meers. Vorletztes Gastspiel der Draht- seilkünstler Mr. Langslow und Miß Clemens. Zum letzten Mal: 20 dress. Schweine vorgef. vom Original-Klown Durow. Mr. Loyal als Jongleur zu Pferde. Komisches Entree des Klown Tanti. Parforcereiterin Miß Victoria. „Jammarie" arabischer Fuchshengst in Freiheit vorgef. v. Frl. Ada. Spezia- litäten-Familie Leon(5 Pers.) Betende americain. Salto- und Doppelsalto- mortales über eine Anzahl Pferde. Zum 1. Male: Frl. Rosa in ihren vor- znglichen Trabtouren zu Pferde. Zum 1. Male: Katzen-Konzert, ausgef. von 7 dress. Katzen unter Leitung d. Kapell- meister Klown Durow tc. jc. Morgen: Große Vorstellung. Auftreten neuengagirter Kunstkräfte. vom Faß ä Gla« 10 pfg. 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Um recht rege Betheiligung bittet Der Uorstand. Todes-Anzeige. Am Montag, den 24. d. M-, starb unsere gute Mutter, Schwieger- und Großmutter, welches ich allen Freunden und Bekannten mittheile. 811 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. d., Nachm. 3 Uhr, vom Trauer- hause, Straße 5 Nr. 2, aus, statt. Albert Hentpel nebst Frau und Kindern. Am 22. d. M. verstarb nach mehr- jährigen schweren Leiden unser Vereins- kollege der Zimmerer 800 Carl Oft, im 51. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. cr., Nachmittags 3Ve Uhr, auf dem Anstaltskirchhof zu Dalldorf statt. Der Vorstand des Beerdigongsvereins Berliner Zimmerer. Plötz, Vorsitzender. Neremigung der Malei* etc. Versammlung am Donnerstas. den 27. November, Abends 8Va Uhr, Lindenstr. 106. Tages-Ordnung: 803 1. Vortrag: Religion und Wissen- schaft. Referent Kollege Schweitzer. 2. Diskussion. 3. Wahl eines zweiten Bevollmächtigten. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bitten Die KevoUmächtigte». Die Mitglieder der Berl. Kranken- u. Begräbniß- kasse für Frauen u. Mädchen (E. H. 97), welche noch nicht im Be- sitz des Nachtrages zum Statut vom 19. Juli 1890 sind, wollen denselben bis ult. November cr. in den Zahlstellen, oder beim Kassirer, Neue Griinstr. 39, in Empfang nehmen, da der Vorstand für etwaige Unregelmäßigkeiten, welche nach dieser angegebenen Zeit vorkommen sollten, keine Verbindlichkeit über- nimmt. 315 Der Dorstatld. Die Beleidigung, die ich Herrn Fr. Neubauer zugefügt habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Fr. Leibecke, Zossen er str. 53. 761 Ich nehme die Beleidigung gegen Herrn Lange zurück. M. E l s n e r. StepWenü größte Auswahl!! am billsten in Emil LefÄvres Fabrik, KrScUaMecken�r Stück 4, 6, 8 und 10 Mark. Werth da» Doppelte!! Jllustr. Preisliste gratis u. franko. Jede Uhr zu repariren und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens nur 1|ll. 50 pf.(außer Bruch), kleine Reparaturen billiger. 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Dezember er. am Kongreß theilnehmen, auf ca. 4 Tage gegen Bezahlung Logis zu' mögen sich baldigst bei Herrn Döske, Kottbuser Ufer 62 mit ge««« Angabe der Adresse schriftlich melden.[814] Das Komitee-___ Uerein der Klempner Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 27. November 1890, Abends 8 Uhr: Grosse Versammlung in No. Ib Zemier's Lokal, MUnzstrasse Tages-Ordnung: ,, ,,, 1. Vortrag des Stadtverordneten Fritz Znbeil über: Das U nie ts-Gesetz vor dem preußischen Landtag. 2. DisW erschiedenes und Fragekasten. BNf Gäste sind willkommen."WS Diejenigen Mitglieder, welche noch mit ihren Beiträgen im Rückstau sind, werden ersucht, dieselben so bald als möglich zu bezahlen. 799 K»r V-rstaud. � Zuschriften in allen Vereins-Angelegenheiten sind zu richten an S e l ch« Schleiermacherstr. 10. Geldsendungen an O. Delcourt, Wienerstr. 28. Der Arbeitsnachweis befindet sich nur allein Ritterstr. 123, geost« Abends von SVe— 10 Uhr. Sonntags Vormittag von 10—12 Uhr.. Die Bibliothek ist geöffnet: Sonntags Vormittag von 10—12 Uhr,, den Wochentagen Abends: Sonnabend, Montag, Donnerstag von3Vs— Iv u Die Mitglieder werden ersucht, recht rege die Fragebogen sttUurrea k lassen. Fragebogen sind in jeder Versammlung, sowie Sonnabend Abends str. 123, zu haben. Die FraF Nr wurß Sonntag Vormittags in der Herberge, Rittersi bogen sind so rasch wie möglich auszufüllen und sofort zurückzuliefern. u Die Zahlstellen des Vereins besinden sich im Süden: Ritterstr. 129 XJK.guyinsut» u«-otieiu» uciiiiucu jiu, im ouutu., Stramm; im Westen: Ziethen- und Schwerinstr.-Ecke bei Graf u n v. im Norden: Granseerstr. 4 im Lokal; im Osten: Landsbergerstr. loa Rixdörf: Berlinerstr. 136 bei Kummer. Spandau: Neu oermer..........— c------------- dorferstraße 13 im Lokal. Charlottenburg: Spreestr. 1 bei Krause.,. Beiträge werden jeden Sonnabend Abend von 9— 10 Uhr und SastIL,. Vormittag von 10—12 Uhr entgegengenommen, auch werden daselbst glieder aufgenommen. Achtung für den Worden! Hr. Volksversammlung für Frauen u. Man# am Dannerstag, den 27. November 1890, Abends 8 Uhr, in der Krauerei Känigsstadt. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. Referent: A. Auerbach. 2. DisWH 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 831 Der Ginbernfer Große öffentliche Versammlung aller in der>, Kutdrnnche beschäfttgten Ardeiter Ardeiterinnen Kerlins u. Umgegend am Dannerstag, den 27. d. M., Abends 8 Uhr, im Kähunfchen Kranh" Landsberger Allee 11—13. � Tages-Ordnung: 1. Die Ärbeiterschutz-Gesetzgebung. Referent: Vu Ferdinand Ewald aus Brandenburg a./H. 2. Diskussion. 3. P«. der Delegirte» über die Thätigkeit der Berliner Streik- Kontrolkommnl 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 810 Der Einberufe»'.�. Lejfelltl. Geiterlll-Versmmlilllg den, lstlw! Tesz, entrid »Otbi °!ngu Ii werde tz l'tuec •SS lomm D «•nun 1,37 die A werde habe» gähre fflnft f'ntr, '"timi pk KB w°hl neuetj u "Us 3( Mll. % % lo, wmi K Ii P 1 w ei der Maurer Weitzensee's n. Umgegeil� « Vfr» O rt f SrtP c X A V»V»V> XÜl«««-k f*•*« I C©,*! t{"rtV Cfül 1 Th O im Lokale des Herrn Senglieil(Kaiser Wilhelm), r am Donnerstag, den 27. November, Abends 8 Uhr, Tages-Ordnung: 1. Ist es zweckmäßig, die Politik in der Gewerkschafts-O meiden? Referent: I. Wernau. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vow gnügen vom 4. Oktober. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 824 Oer Einberufer. K l «s Ü'chls N'-ifi fo Gr. öjfeiltl. Fram-VersllimlM am in der Brauerei Friedrichshain(fr. Lips) Donnerstag, den 27. Nouember 1890, Abends 8 Tages-Ordnung: ,\if 1. Die Stellung der Plätterinnen zur Frauenbewegung und � Organisation ist die beste, Lokal- oder Zentral-Organisation. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. _ Zahlreiches Erscheinen erwartet_ Die Ginbernferitt�� da D Ä; So, Miiitärschneider-Verein« Große Versammlung am Dannerstag, den 27. November, Abends 3Vz Uhr, in Gratwcil'e Bierhallen, Kommandantenstraße 79. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über die Knltaraufgabe unserer jetzigen Zeit. Referent Liesländer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Es bittet um zahlreichen Besuch Der Uorstand«�� Große öffentliche Versammlung, her im SMergembe beMigten Arbeiter mit) Arbeiterip am Dannerssag, den 27. November, Abends 3Ve Uhr, in Feuerstein s Salon(unterer Saal), Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung:./ 1. Die Angelegenheit der Militärwerkstatt von Conrad. r«-.->-r 0. (He" gW' ist brieflich eingeladen.) 2. Bericht der Agitationskommission. der Lohnkommission.' 4. Verschiedenes. Das Erscheinen eines jeden Kollegen und einer jeden Kollegin ist dr geboten. Der Einbernfr� 'Sf % h »äs !ft K U«r H % Verantwortlicher Redakteur: Eurt Saake in Berlin. Druck und Verlag von War Kading in Berlin Beuthstraße 2. Hier«« eine Kei« > reis ■ Beilage zum Berliner Nr. 276. Mittwoch, den 26. Uovemder 1896. 7'. Jahrg. Uhr: . M. inte« skusii� ickstan» lch-I-l JßM' ».?■«? ilitcn J - Frae 128 W gieuf1 r; w nd D�rlernrenksverichke. Abgrordurtenhans. 7. Sitzung vom 23. November, 11 Uhr. Ministertische: M i q u e l und Kommissarien. �SeZordnung steht die Berathung des Gesetze»!- - �'betreffend Abänderung des Erbschaftssteuer- iXt � �• bem �ber-Finanzrath Rathje» leitet die Debatte ein mit ütm*,* 1?,"� darauf, daß die Vorlage außer der vielfach be- x Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf die Aszendenten, (mw- und die Ehegatten noch andere Punkte enthalte: mL% c,Iie Milderung bezüglich der bedingten Schenkungen. (»m-kt � Ausscheidung des Reichsgerichts ist die Steuer sofort zu word»l•/- wahrend in der Verivattungspraxis daran festgehalten binmst? 1• nb die Steuer erst entrichtet ivird, wenn die Be- bi, ng eingetreten ist. Ferner ist bisher nicht der Wohnsitz für Es maßgebend geivesen, sondern die Staatsangehörigkeit. ßisck- Tt."bei herausgestellt, daß im Ausland wohnende preu- wertw»]?. ungehörige 9at nicht zur Erbschaftssteuer herangezogen qme v" rönnen; dieser Punkt soll geändert werden. Endlich soll bnbni-i veränderten Geldvcrhältnisse Rücksicht genommen werden Ti-s� ä- uß der Zinsfuß von 5 auf 4 v. H. herabgesetzt wird. �""2en wegen empfehle sich wohl die Prüfung der uge in einer Kommission. ßeiier lnatl.) ist der Meinung, daß die Erbschafts- sleuev* ,j- ausgebildet werden könne, wenn die Einkommen- fandirt» /�Hührt sein wird, so daß man das fnndirte vom un- Erbs�?-- ukoinmen unterscheiden könne. Dann könne man die t'i.eue5 uls Crgünzungssteuer für das fnndirte Ein- aiisn-mlu, chten. Aber dann müsse sie auch noch ganz anders ein,. werden, als dies jetzt geschehen ist. Preußen hat Kons uiedrige Einnahme aus dieser Steuer, 19 Pf. pro Koos führend in den anderen deutschen Staaten 29 Pf. pro Einüftt. 0mmen und in anderen Staaten sehr viel höhere �,37!m,en' uämlich in Frankreich 2,65 M., in England die As,, v Daß aber die Eroschaftsstcuer auf »>erdp,.?» und Deszendenten und die Ehegalten ausgedehnt �ben'' Di' �l'ch�int nicht nothwendig. Andere Erbschaften >väkr»n>,.. Charakter eines zufälligen Vermögeuszuwachses, schuft n, direkte Erbschaft ein Ausfluß der Blutsverwandt- ®Iet eine Steuer der in großen Theilen der KonW. herrschenden Anschauung widersprechen. Eine gute binna• lur die Einkommensteuer wird die Erbschaftssteuer aller- 'e',! aber, da andere Staaten ohne diese Kontrole aus- Ak' Ä.uu'-b das in Preußen auch wohl möglich sein. welck-„(dir.): Es ist schwierig, die anderen Aenderungen, ßnan-i?»" Erbschajtssteuergesetz beabsichtigt sind, außer der eigentlich �forii, �uge, zu übersehen. Jedenfalls stehen sie mit der Steuer- .Dohl ,, K?1 uicht in Beziehung und, wenn man ändert, könnte man ßiuos,■ e'"'Se andere Aenderungen machen, so namentlich den be», u Betrag der Erbschaften,! der jetzt 59 Thaler beträgt, duf Hunderten Geldvcrhältnrssen entsprechend erhöhen, vielleicht ctn&r,.%. Erhöht werden könnte die Erbschaftssteuer für Erb- Fidesf. U" die todte Hand und der Stempel für Erbschaften von in fla.yUuussen. Bei gewöhnlichen Erbschaften wird die Summe >v(M,. UUwg gestellt, bei Fideikommissen aber nur die Rente, �vrinn, v?.'-de nach seiner Lebenswahrscheinlichkeit beziehen rvird. Wm.ff �sch besteht gar kein Interesse, die Erhaltung der Fidei- Cm,'»6 zu begünstigen. Der Finanzminister that so, als ob im n � Sandboden sei und als ob die Brenner, wenn sie zur inüni.» bleuer herangezogen werden, ihren Kartoffelbau aufgeben bj» fn' 1° daß die Auswanderuna allein übria bleibe. Nickt -s«.?°ßtzer daß die Auswanderung allein übrig bleibe. Nicht . wandern aus, sondern die kleinen Leute, denen % p®!"} des Vorherrschens des großen Grundbesitzes unmöglich �bfctnf:S JU erwerben. Die Fideikommisse entziehen sich der �«ipro-�euer� zum. Theil und auch dem Kausstempel. Der S L"» ift'��zentige Steuerstempel für Errichtung von Fide>kommisten hoch, weil beim ersten Erbgange die Sache schon »iM'chen ist. Wir haben keine Stachweisungen über die tz,,�bwen aus Fideikommißstempel, aber es verlautet, daß der erlassen würde durch Königliche Ordre. Zwei aktiven »oi ei1"." soll der Stempel erlassen sein, darunter dem Minister »>ik; kann die Staatsregierung darüber Auskunft geben ti-q» �sche Gründe sind dafür maßgevend gewesen? Glaubt l>ch b-rn. Gerung berechtigt, für alle Staatsbürger auferlegte Steuern. t(i»" oder dem anvern zu erlassen? Ein solches Dispensations- tlnis,'« joenn es irgendwie besteht, müßte unter allen T Wmben ausgeschlossen werden.(Zustimmung links). off!,!.. finanzminister hat gestern gesagt, es giebt keine Ä»b° Presse, welche berufen ist, die Regierung zu vcr- i* mit Ausnahme des„Reichsanze.gers". Das nenne '.-.?ber eine sn,..r;» cc;»»n-ror,» aber ist, ob- S ÜK d ivei m A 5°hl die tu 6.°sllzlelle Presse. Die offiziöse Presse al Pölich, Legierung nicht für sie verantwortlich ist, in der Lage, !%it, qf,»�richten vor allen anderen Zeitungen zu veröffent- j,, s. den Ministeriell des Unterrichts und des Innern ist ('"'ftetin. �effcntlichtelt gekommen, während aus dem Finanz- t daß ,, große Stücke der Vorlagen bekannt geworden sind, • Mle.(v, de» ganzen Gang der Verhandlungen verfolgen ,Sll'e EviVj.»nte leslgestclll werden, daß der Finanzminister ZI:he bchaftssteuer von 1 v. H. unter Ehegatte» vorschlug, oom Staatsministerium herabgesetzt wurde; vom .i beiier-cr,,k"erium wurde auch der Landrath an die Stelle des eN PorM Z gesetzt, was aus dem Widerspruch zwischen 'bi i'nnx®511 ll"d den Motiven hervorgeht, ivelche letztere gegen O'il.» orotl) sprachen. Wie konnten diese amtlichen Mit- die Presse kommen? Es liegt mir wenig i lliai Herr Schweinburg oder ein Anderer dabei be- J! Sobc.p,n,r-. Diese amtliche» Mittheilungen wurden eingehüllt -K* tui'tn.,", tn6en der Vorlage, so daß man annehmen konnte, M Pxg�oche der öffentlichen Meinung. Herr v. Caprivi hat ßpiMe,, 8""'ch. bezüglich der offiziösen Presse voUsländig inne- '(UiiflT Es ist mir ein Vorwurf daraus gemacht, daß ich den M»et �-bei seinen» Amtsantritt als den Steuerschlcppcr be- M " werden. Finanzminister Miquel: Die Schwäche des Programms des Herrn Richter und seiner Founde ist, daß sie über die ihnen nicht gefallenden Einnahmen leicht hinweggehen, die Steuern erlassen, aber keine Bilanz ziehen in Bezug auf die Aus- gaben. Sie wollen alle möglichen Zölle ausheben und biete» als Ersatz die Beseitigung des sogenannten Brennerprivilegiums und die Reform der Zuckerstcuer, nicht durch Erhöhuug derselben, sondern lediglich durch Beseitigung der Prämien. Die Welt hat sich etwas verändert. Früher um- man nicht geneigt, neue Aus- gaben zu bewilligen; jetzt besteht ein fortwährendes Antreiben der Staatsregierung zu neuen Ausgaben. Die Ueberweisungen sollen nicht richtig verwendet werden. Das sagt Herr Richter in dem Augenblick, wo er für die Selbstverwaltung eintritt. Soll der Staat in die Selbstverwaltung der Kommunen eingreisen, weil einige Kommunen etwas Thörichtes thun? Wenn aus den landwirthschastlichen Zöllen Gelder überwiesen werden, so weiß ich nicht, wie man bestreiten kann, daß darin eine Erleichterung liegt? Herr Richter hat seine Behauptung über die ofsiziöse Presse etwas eingeschränkt. Der Minister, der seine Reform- absichten entstellen sieht, hat das Recht, die öffentliche Meinung zu klären durch Mittheilung von Dingen, die keine Staatsgeheimnisse sind. Amtliche Mittheilungen sind nicht in die Presse gekommen. Herr Richter ist nebenbei auf die Erbschaftssteuer eingegangen. Wenn die Einnahmevermehrung fällt, so hätte die Slbstellung der anderen Mängel keine Eile. Da die Vorlage aber einmal da ist, kann sie wohl erledigt werden ohne große Belastung des Hauses. Herr Richter hat andere Aenderungen vorgeschlagen und zwar sehr bedeutende Punkte, die wohl jetzt schwierig zu lösen sind. Die Frage der todten Hand in Erörterung zu bringen, danon mürde ich bringend abrathen; ebenso liegt es mit der Fideikinninißfrage. Man kann über die Fideikommissc zweierlei Meinung sein. Bestehen sie aber einmal, so muß man sie auch bei der Erbschaftssteuer ihrer Stellung ent- sprechend behandeln. Tie an»»ich gestellte Frage wegen des Erlasses des Fideikommißstempels für Freiherrn von Lucius, kann ich jetzt nicht beantworten. Ich habe davon keine Kenntniß. Auch die Erhöhung des steuerfreien Betrages von Erb- schaften ist mißlich.'Jedenfalls werden sich alle diese Fragen in der Kommission besser erledigen lassen, als im Plenum.(Beifall rechts.) Abg. v, Rauchhaupt erklärt sich gegen die Besteuerung der Aszendenten, Deszendenten und Ehegatten, empfiehlt aber die Berathung der anderen Punkte in der Kommission. Die Erb- schaftssteuer könne bei ihren niedrigen Sätzen keine wirkliche Be- steuerung des fundirten Einkommens sein, sie würde nur de» Grundbesitz treffen, weniger den Besitz an mobilem Kapital. Und wie sollen die Kommunen das fundirte Einkommen fassen? Sie können doch Zuschläge zur Erbschaftssteuer nicht erheben. Als Kontrole für die Deklaration kann man die Darlegung der Erb- schaften fordern, ohne eine Steuer zu erheben. Denn viele Zensiten werden sich scheuen, die Steuern zu hinterziehen, wenn sie wissen, daß nach ihrem Tode von ihren Erben die Vorlegung eines Inventars der Erbschaft gefordert werden kann. Die Neber- weisung könnte vielleicht dahin geregelt»verden, daß man den Kreisen auferlegt, was sie selbst nicht brauchen, an die Gemeinden zu verweisen, welche ihrerseits die Ueberweisungen den Steuer- Pflichtigen auf ihre Kommunalsteuer-Zuschläge anrechnen müßten. Man strebt danach, den Grundbesitz möglichst schuldenfrei zu erhalten, man schafft Landgüter-Ordnnngen, Rentengüter, Heini- itätten u. s. to. Weshalb kämpft man denn gegen die Fidei- kommisse an, welche ebenfalls den Grundbesitz befestigen und ihn zur Erfüllung seiner Aufgabe stärken? Denn ein verschuldeter Großgrundbesitz ist das Unglücklichste, was es giebt. Abg. Richter(dsr.): Für die Zollaufhebung, welche wir verlangen, bieten wir 49 Millionen von den Brennerprivilegien und 20 Millionen Zuckerprämien: dabei wird sich ergeben, daß verschiedene Zölle nur ermäßigt und nicht ganz aufgehoben worden. Die Ermäßigung der Ausgaben habe ich innner an- gestrebt, so habe ich gegen die kolonialpolitischen Ausgaben ge- stinnnt, welche allein schon ausreichten, 300 000 Gewerbetreibende von der Steuer zu befreien. Ich habe bei den Besoldungs- Verbesserungen dahin gewirkt, daß sie nur so weit gehen, daß daraus nicht neue Steuerforderungen begründet werden könnten. Auch die Ausgaben für kirchliche Gesellschaften werde ich be- kämpfen; die 22 Mill. Mark für den Tombau in Berlin werde ich nicht bewilligen. Ich bin grundsätzlich gegen die Gewährung von Staatsmitteln an die Kirche, weil darin die Gefahr einer Verstaatlichung und der Anlaß zu konfessionellen Erörterungen liegt. Aber in meinem Bestreben bin ich immer mehr und mehr ohnmächtig geworden, weil das System der Steuer- bewilligungen auf Vorrath eingeführt wurde, wozu gerade Herr Miguel als Abgeordneter besonders beigetragen hat. Wenn die Einnahmen vorhanden sind, wenn es nicht möglich ist, den Steuerzahlern Steuern zu erlassen, dann verschwindet die Neigung, Ausgaben zu sparen. Einen Ein- griff der Staatsbehörden in die Selbstverwaltung will ich nicht, der Fehler liegt im System der Neberweisungen. Die Selbst- ständigkeit der Kommunen hat ihre Bedeutung nur dann, wenn sie die Steuern im Rahmen der bestehenden Gesetze aufbringen. Ich habe dem Minister keinen Vorwurf daraus gemacht, daß er Mittheilungen in oie Presse gelangen ließ. Dazu ist aber der „Reichsanzeiger" da, und wenn der nicht ausreicht, dann soll man ein anderes Blatt dafür schaffen. Man bezahlt dem Herrn Schweinburg doch das Abonnement nicht wegen der Weisheit des eben erst aus Ungarn eingewanderten Herrn, welcher, wie mir gesagt wird, das, was er veröffentlicht, weder selbst verfassen noch redigire» kann. Man bezahlt nur, weil man Nachrichten erhält, die anderen Zeitungen unzugänglich sind. Die Nachrichten erscheinen dann bei Herrn Schwcinbnrg oder in der„Post" oder bei Herrn Pindter oder in der„Kölnischen Zeitung". Finanzminister Wiquel: Wenn Herr Richter zu mir ge- kommen wäre und hätte mich gefragt, ob ich die Staatseinnahinen vermehren wollte, so hätte ich ihm Aufklärungen gegeben, und er hätte seine Angriffe vermeiden können. Anderen Redakteuren ohne Unterschied der Parteien habe ich die Auskunft ertheilt. Herrn Schweinburg habe ich überhaupt keine Mittheilung zu- gehen lassen. Daß Herr Richter sehr fiskalisch ist, weiß ich seit langer Zeit. Aber man kann an Ausgaben nun einmal nicht viel sparen, die Ausgaben steigen, und man muß die Einnahmen mit diesen steigenden Ausgaben in Uebereiiistinunung zu bringen suchen. Wenn die 100 Millionen Branntweinsteuer nicht da wären, hätte Preußen 60—65 Millionen Matrikularbeiträge mehr leisten müssen. Wenn auch augenblicklich Ueberschüsse noch vorhanden sind, so wird sich die Sache bald ändern und, wenn das Reich mit Tilgung seiner Schulden beginnt, dann werden die Ueberweisungen ans pem Reiche sich vermindern und diese zukünftige Gestaltung muß ein richtiger Finanz», ann, wie Herr Richter, ebenfalls in Erwägung ziehen. Die Erbschaftssteuer sollte eine Kontrole für die Dekla- ratio» sein, das muß ich nochmals betonen. Diejenigen, welche kontrolirt werden müssen, brauchen nicht geschont zu werden. Die- jenige», welche alle Vorschriften des Gesetzes erfüllen, brauche» die Erbschaitssteuer nicht zu scheuen. Abg. Uickert(dsr.) erklärte, daß er für Finauzzölle eingc- treten sei, mit Herrn Nichter, aber sich ablehnend verhalten habe gegen die Getreidezölle. Außerden» wollten die Nationalliberalen 1879 einen beweglichen Faktor im Reiche einführen: der Kaffee- und Salzzoll sollte alljährlich festgestellt werden je nach Bedarf. Von dem Gedanken, daß die ßlus gaben fortwährend steigen müssen, müssen wir uns befreien; wir müssen zur altpreußischen Spar- samkeit zurückkehren. Die Machtstellung Preußens lag in feiner Wehrkraft und in seiner geringen Schuldenlast. Wir stehen vor der Gefahr, diese letztere Grundlage unserer Macht jzu ver- lieren. Damit schließt die Debatte; die Vorlage wird der Kom- Mission überwiesen, welcher das Einkommensteuergesetz über- wiesen ist. Schluß l3/4 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 12 Uhr.(Erste Lesung der Ge- werbesteuer.) ICulmles. Roch einmal die„familienzrrstärenden" Dienst- miidchrn. Das Verhältniß zwischen Herrschaft und Dienstmäd- che» berührte Frau Lina Morgenstern am Sonnabend im„Ber- liner Hausfreienverein" aus Anlaß der„Prämiirung braver Frauen und Mädchen aus dem dienenden Stande." Sie erkannte in Worten, die ivirklich von Herzen zu kommen schienen, das Pflichtgefühl und die Aufopserungssreudigkeit der zu prämiirenden Dienstmädchen an, konnte sich aber nicht enthalten, auch darauf hinzuweisen, wieviel Mühe und Geduld das„Anlernen" eines Mädchens erfordere, und wie sehr die Herr- schuft dabei ihre Launen(!) und ihren Jähzorn(!) unterdrücken müsse. Es kam beinahe darauf hinaus, daß alles Verdienst nicht den Mädchen, welche theilweise 30 und 40 Jahre im Dienste ausgeharrt habe», sondern der„nach- sichtigen" Herrschast gebührte, und es war daher auch nicht zu verwundern, daß Frau M. zuletzt allen Ernstes zu dem Schlüsse gelaugte, eigentlich verdienten die Herrschasten dieser Mädchen ebenfalls prämiirt zu iverden. Frau M. schien gar nicht zu ahnen, daß diese Bemerkung eine geradezu vernichtende Anklage gegen die Frauen der Bourgeoisie in sich schloß; denn wenn Nachsicht und Wohlivollen als ein Verdienst gilt, das einer Prä- miirnng würdig ist, dann muß dieses Wohlwollen eine außerordent- liehe Scltenheii sein. Frau M. beklagte es auch, daß so viele Mädchen ihren Dienst ausgeben, um sich zu verheirathen. Die meisten verschlechterten dadurch ihre Lage, indem sie einem Manne in die Hände fielen, der sie aussaugte und roh behandelte. Daß es auch Herrschaften giebt, die ihre Dienstmädchen aussaugen und roh behandeln, davon hat Frau M. wohl noch nie gehört? Der Umstand, daß viele Mädchen„eine Heirath auf etwas völlig Un- gewisses hin" dem Dienste vorziehen, bestätigt eben nur, daß nicht alle Herrschaften— prämiirt zu werden verdienen. Die Frauen der Bourgeoisie sähen es freilich gern, wenn die Proletarierinnen, nachdem sie einmal durch jahrelange Ge- wöhnung alle Launen ihrer Herrin kennen gelernt haben und nun auf den leisesten Wink automatenhaft ihren Dienst verrichten können, womöglich bis an ihr Lebensende — pardon! bis zum Schwinden ihrer Kräfte bei ihnen blieben. Frau M. meint es mit ihren Bestrebungen gewiß ganz gut, aber sie hat in diesem Falle gezeigt, daß sie ihre Zugehörigkeit zur Bourgeoisie ebenso wenig verleugnen tan», wie irgend ein anderer. Die Prämiirlina fiel übrigens recht dürftig aus. Man konnte sich eines bitteren Lächelgs nicht erwehren, wenn man hörte, daß Frauen, die bis zu 50 Jahren im Dienst standen, als Belohnung eine Brosche, ein Kochbuch, ein Diplom und einen nach der Dauer der Dienstzeit bis zu 25 M. steigenden Geldbeitrag erhielten. Mehr hatten die zum Theil in recht reicher Kleidung erschienenen Damen des Haussrauenvereins nicht auszubringen vermocht. Leider werden die Mädchen schwerlich gemerkt haben, daß an den„mil- den Gaben" der Schweiß ihrer eigenen Arbeit klebte. Die Leliensmittel-Nertstruevnniz ist in den Kreisen der Regierung bereits allgemein als ein Uevelstand anerkannt worden, der die ärmeren Volksschichten in rigorosester Weise bedrückt und trotzdem geschieht noch immer nichts zur Milderung dieser künst- lichen Brot- und Fleischvertheuerung. Fortwährend tauchen neue deutsch-österreichische Zoll-Unionsprojekte auf, die indeß sämmtlich, auch wenn sie unter der Flagge deS Freihandels segeln, auf eine Stärkung der schutzzöllneriscyen Tendenzen der beiden Länder, namentlich der agrarischen Sondcrinteressen, hinzielen und die Frage der Ermäßigung der Lebensmittel fast ganz unberührt lassen oder nur insoweit mit hereinziehen, als sie dadurch der vertappten Tendenz zur gegenseitigen Stärkung der pro- tektioniftischcn Strömungen Hüven und drüben einen moralischen Hintergrund schaffen. Bei unserer traurigen Wirthschaftslage erscheint es an der Zeit, derartige sophistische Deduktionen bei Seite zu lassen und zu Thateu überzugehen. Denn gar zu drückend wird die Theuerung im Haushalt des kleinen Mannes empfunden. Was will diesen Lasten gegenüber die winzige Entlastung bedeuten, ivelche durch die Reform der Eintonimensteuer vielleicht gewährt werden dürfte? Im Ernst wird sich wohl Niemand eingebildet haben, daß der Unzufriedenheit in dem Gros der Bevölkerung Genüge ge- schehen sei mit der sogenannten„milderen" Behandlung der niederen Einkommensteuer-Stufen. Ohne gleichzeitige Ermäßigung der»othivendigsten Lebensinittslzölle bleibt jede soziale Reform Stückwerk. Leider muß es aber nach den Verhandlungen im Ab- georduetcnhause über die preußische Steuerreform als ausge- schloffen angesehen werden, daß schon jetzt etwas Positives nach dieser Richtung geschehen werde. Das Zentrum und die Rechte wehren sich mit aller Entschiedenheit, au den Lebensmittelzöllen zu rütteln. Die Agrarier, die in beide» Parteien die Führung habe», sind sogar uicht nur für Aufrechterhaltung aller Zölle, sondern hegen den Wunsch, auch von der Grund- und Gebäude- steuer durch Ueberweisung an die Kommune befreit zu werden, ivogegen sie alsdann die Liebenswürdigkeit habe» würden, als Slequivalent eine stärkere Steuerquote von den hohen Einkommen zu bewilligen. Selbst dieses Entgegenkommen macht auf uns den Eindruck, als wenn es nicht echt sei. Wer unsere Agrarier kennt, der weiß, daß sie von ihren Einzelinteressen nicht ein Jota preis zu geben geneigt sein werden; und so scheint denn auch das Zugeständniß des Herrn v. Rauchhaupt bis zu einer 5-proz. Progression der hohen Einkommen in den, Bewußtsein gethan zusein, daß der Finanzminister schon für Schonung der hohen Einkommen seine volle Energie und Autorität in die Wagschale werfen werde. Die Herren irren sich selten, wenn sie die Rolle des Wolfs im Schafspelz spielen. Nur schade, daß man ihre Verkleidung schon zn sehr kennt. Wenigstens in unserem Lager. Der Herr Generaldirektor der direkten Steuer scheint seine Pappenheimer weniger gut zu kennen, denn ganz ernsthaft erwiderte er, daß eine so starke Erfassung der hohen Ein- komme» ja unmöglich fei, weil— unsere Partei im sächsischen Landtage einen ähnlichen Antrag(üorigens über alle jetzigen Vorschläge weit hinaus gehenden D. R.) gestellt habe. Es wäre ja auch gar zu schrecklich, wenn ein Generaldirektor der preußischen Regierung sich zu der Ausfassung anfschivingen sollte, daß von der Sozialdemokratie ein vernünf- tiger Gedanke ausgehen könne. Ein Antrag von Bebel ist unbe- sehen uudiskutirbar. Ob der Herr Generaldirektor überhaupt gemerkt hat, daß Herr v. Rauchhaüpt sich mit ihm einen schlechten Wiy erlaubt hat? Jedenfalls sind die Junker und Agrarier für keinerlei Zoll- ermaßignng zu haben, und wir haben sonach keine Aussicht auf eine Vcrbilligung unserer Nahrung. DaZ ist um so betrübender, je langer wir unter der Theusrung leiden. Die Arbeiterbevölkerung schränkt ihre Lebensweise immer weiter ein und kommt in ihrer Ernährung immer weiter zurück. Nachdem man einige Zeit lang wenigstens von der Erleichterung des Bieh- einsnhr-Vcrbotes gehört halte, wird es jetzt auch hiervon still. In welch' kolossalem Vcrhältniß die Fleischpreise inzwischen gestiegen sind, erhellt aus folgenden, den Angaben des Kaiserl. Statiftischen Alnts entnommenen Daten: ff! £3 M M ö S 1 1 M. i 1 CP W 5 i -> a> -S % s B 8 3® I §88 rK# 5 -P® P 8 3 6 O � lO § I I 5 5!-» 2 8�_ % ff) 5 � o- f ¥) 8 tS co 3 8 8 8 8 8 8 8 8 8 1 -i p =2 CM ■& i CO 10 K)>— O O O! r- p«® e- p( P p CO pa to 8 8 6 8 8 8 8 3� "3= 3 3 T> 8 -- 3 � i:-- ; Lö •io »% 3 !3 S p "• tä Anstatt aus diesen Zahlen die Konsequenzen zu ziehen und die Vieheinfuhr zu gestatten, sucht man die Gründe der Fleisch- theuerung überall, nur nicht da, wo sie zu finden sind. Der„Reichs-Auzeiger" z. B. führt die herrschende Fleisch- theuerung nicht auf die Erschwerungen der Vieh- und Fleisch- Einfuhr zurück, sondern auf die im Jahre 1890 stattgefundene starke Aufstallung von Vieh für Zuchtzwecke, die wiederum eine natürliche Folge der guten 1889er Futterernte sei. Er vertröstet demnach die leidende Menschheit aus eine kommende schwache Futterernte, welche die Ueberwinterung des Viehs erschweren oder unmöglich machen werde. Bei solchen Anschauungen freilich kann man sich nicht wundern, wenn in den Kreisen der Regierung nichts zur Herab- setzung der Lebensmittelpreise geschieht. Da gleichzeitig die Preise der Kartoffeln ihre Neigung nach aufwärts zu streben, beibehalten, und die Bäcker ani Gewicht des Brotes zu kürzen genöthigt sind, so wird die Frage der Vieheinfuhr immer brennender. Die Ver- Handlungen über die Steuerreformen dürfen die allgemeine Auf- merksamkeit von diesem Gegenstands nicht ablenken, denn weiter und weiter werden die Kreise, in denen man den Zusammenhang der Dinge begreifen lernt. Wenn man der zunehmenden Unzu- friedenheit im Lande steuern will, dann ermanne man sich endlich zu Thaten. Der Worte sind genug gewechselt. Immer von neuem werden ans dem slnblikmn Klage» laut über das Treiben mancher Sargfabrikanten, die in ihrer Aufdringlichkeit auch nicht die geringste Rücksicht auf die Gefühle Jener nehmen, an die sie sich mit ihren geschäftlichen Anträgen wenden. Namentlich jene Familie», welche das Un- glück haben, einen ihrer Angehörigen in einem der öffentlichen Krankenhäuser zu verlieren, sind oft diesen rücksichtslosen Ge- schäftsspekulationen ausgesetzt. Manche der Sargfabrikanten halten sich Spione, die sie von den in den Krankenhäusern erfolgten Todesfällen schleunigst zu unterrichten haben. Mit der größten Schnelligkeit, damit ihnen ja kein Konkurrent zuvorkomme, stürzen sie dann zu den Angehörigen der Verstorbenen, die oft noch keine Ahnung von dem Tobessall haben, um ihnen ihre geschäftlichen Anträge zu machen. Die Direktionen unserer Krankenhäuser haben alle möglichen Vorsichtsmaßregeln gegen diese Art von Geschäftsleuten getroffen; doch diesen gelingt eS immer wieder von neuem, sich auf irgend eine Weise die ge- wünschten Nachrichten aus den Krankenhäusern zu ver- schassen. Besonders kennzeichnend für die Mittel, die sie zu diesem Zwecke anwenden, ist eine Mittheilnng der Direktion des städtischen Krankenhauses am Urban über einen derartigen Geschästsmann. Dieser mußte, wie die„N. A. Z." berichtet, zugestehen, daß ihm die Adressen der Augehörigen der im Kranken- Hause Verstorbenen zum größten Theil von einem bei dem Kaiser- liehen Postamte Nr. 59 in der Grimmstraße 85 angestellten Hilfsboten übergeben wurden. Der Postbote notirte die Adressaten sännntlicher mit dem Anstaltsstempel und„Sofort" versehenen Briese, von welchen er annehmen konnte, daß sie Todesanzeigen enthielten. In vielen Fällen seien dies aber nicht nur Todes- anzeigen, sondern auch andere Schreiben der Anstalt gewesen, welche mit„Sosort" bezeichnet waren, so daß er auch zu Leuten gekommen wäre, um einen Sarg anzubieten, welche gar keine An- gehörigen im Krankenhause gehgbt hätten. Durch diese Mit- theilung des betreffenden Hilssboten sei er, der Sargfabrikant, häufig in der Lage gewesen, früher bei den Angehörigen zu sein, als die Nachricht von der Anstalt eingegangen sein konnte, da er sich sofort nach Empfang der Adressen zu den betreffenden Per- sonen begeben habe. Der Köprnitkrr Anfruhvprozeß nimmt naturgemäß das öffentliche Interesse in hohem Grade in Anspruch. Es ist heute schon kein Zweifel, daß eine ganze Anzahl von den 14 Angeklagten empfindliche Strafen erhalten werden. Drei Angeklagte, Reuter, Pfeil und Knoll, haben sich ja selbst schon in gewissem Umfange als schuldig bekannt. Das interessanteste Moment am ersten Verhandlungslage war die Zeugenaussage des Köpenicker Polizeipräsidenten, pardon Inspektors Jäkel. Des Allgewaltigen Stimme zitterte noch vor Erregung, als er von den Tagen des 17. bis 20. März erzählen mußte. Wenn er das Wort„Sozial- demokrat" ausspricht, so hört man schon an dem Tone der Em- vörung, den er dabei jedesmal anschlägt, welch hoher Grad von Wulh ihn gegen die Anhänger dieser Partei gepackt hat. Jäkel ist der richtige Typus für den Beamten aus der Puttkamer'schen Schule. Auf die Frage des einen Vertheidigers, warum eigentlich am 17. März das Versammlungsverbot, welches den äußern Anlaß zu de» Unruhen gab, erfolgt sei, antwortete der Herr Inspektor: „Das Verbot ist auf Grunv des Sozialistengesetzes ausgesprochen worden. Die Arbeiter, welche sich schon in hochgradiger Erregung befanden, sollten durch die Redner in der Versammlung noch mehr aufgestachelt werden, und dem wollte die Polizei vorbeugen." In seiner Schilderung der tumultuösen Vorgänge suchte es Jäkel so darzustellen, als sei er erst durch die Polizei- sergeanten und Gendarmen zum Einschreiten veranlaßt worden; er meinte, daß es seine Absicht zuerst nicht gewesen sei, er wollte den Haß und die Mißstimmung, welche gegen die Polizei herrschte, nicht ohne Grund vermehren. Rechtsanwalt Heine machte sich dieses wichtige Zugeständniß der vorhandenen Miß- stimmung sofort zu Nutze; er fragte den Beamten, ob er nicht den Grund dieses Hasses kenne. Als der Zeuge dies verneinte, fragte der Vertheidiger weiter, ob es nicht wahr sei, daß er, der Inspektor, sowohl als auch d>er Polizist Bienst, im dienstlichen Verkehr mit den sozialdemokratischen Arbeitern, wenn sie zum Beispiel die Versammlungen ioi Polizeibureau anmeldeten oder bei der Ucberwachung der Versammlung, ein verletzendes, hartes Benehmen zur Schau getragen habe? Herr Jäkel mußte das zu- geben. Vom Vertheidiger wurde des Weiteren angeführt, daß schon vor dem 17. März ein Arbeiter Heidemann die Beamten Jäkel und Bienst wegen Beleidigung bei der Staatsanwaltschaft denunzirt habe. Auch hier mußge der Zeuge die Möglichkeit zu- geben. H rr Jäkel spricht in seiner Zeugenaussage von den „Führern" der Sozialdemokraten, die die größte Schuld an dem Krawall gehabt Hütten, größere Schuld, als die Angeklagten, unter denen sich kein„Führer" bezände. Er meint, diese„Führer" wären jedoch so schlau gewesen, sich nur im Hintergründe zu be- wegen, so daß man ihrer nicht habhast werden konnte. Vom Vertheidiger darum ersucht, doch diese Behauptungen, näher zu spezialisiren und anzugeben, wer diese Führer seien und was sie eigentlich verbrochen hätten, antwortet der Zeuge:„Die Namen sind mir im Augenblicke nicht gegenwärtig, aber ich sah an einem der fraglichen Abende an einem Zaune hinter der Äolksmenge einen langen hageren Mann herumschleichen der, wie ich glaubte, die Bewegung von hinten schürte und die Menge aufhetzte."— Es kreisen die Berge, geboren wird eine kleine Maus! So belastend die Aussagen dieses Zeugen au sich sind, die Art und Weise, wie er auftrat, wie er immer wieder auf Vorhaltung der Vertheidigung seine Behauptungen einschränken mußte, das hat eine für die Angeklagten nicht uqzünstige Wirkung ausgeübt. Der gestrige zweite Verhandle ngstag brachte eine Fortsetzung der Beweisausnahme. Es wurde» die Köpenicker Beamten fast alle gehört. Selbstverständlich äußern sich diese Herren im Sinne der Anklage; ihr subjektives Empfinden mag auch keine andere Möglichkeit zulassen. Die Verthe?oigung bemüht sich redlich, den Beweis zu erbringen, daß die Köipeiiicker Polizei durch ihr Ver- halten an der hochgradigen Erbitterung, welche die Arbeiter gegen sie beseelte, die Schuld trage. Ist dieser Beweis erbracht, so müssen die einzelnen Handl'.mgen der Angeklagten in viel nülderein Lichte erscheinen. Dße Vertheidigung fordert des- halb bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Ladung von Entlastungszeugen. Bei einem salchen Antrag auf Ladung von Zeugen kain es zu einem kleinen Geplänkel zwischen Vertheidigung und Staatsanwaltschaft. Der Erste Staatsanwalt Müller er- klärte, daß er diese beiden Zeugen noch laden wolle, weitere Zeugenladungen jedoch ablehnen und dieselben der Gerichts- schreiberei überlassen müsse. Die Vertheidigung machte darauf aufmerksam, und der Gerichtspräsitdent schloß sich dieser Ansicht an, daß nach dem Gesetze die Staahsanwaltschaft zur Ladung der trugen verpflichtet sei. Der Erste Staatsanwalt schien sich die ache auch später überlegt zu Habs», eine halbe Stunde darauf wurde wieder ein Antrug auf Ladinig eines Zeugen gestellt, und der Staatsanwalt erklärte diesmal ohne Weiteres sein Einver- ständniß damit. Eine zweite Mei»ungsverschiedenheit zwischen Staatsanwaltschaft unv Vertheidügling entstand, als die Zeugen, deren Aussagen den Angeklagten Sucker be- trafen, vernommen wurden. Rechtsanwalt Stadthagen, welcher die Vertheidigung Sucker's übernommen hat, sah sich seines leidende» Zustandee wegen veranlaßt, den Rechtsanwalt Heine zu fubstituiren. Er selbst wollte nur die Vertheidigung bei den für seinen Klienten wichtigen Vorkommnissen führen und nahm deshalb gestern während der Vernehmung der für Sucker wichtigen Zeugen am Vertheidigertische Platz. Der Staatsanwalt beanstandete die Zulassung des Rechtsanwalts Stadthagen; er meinte, Rechtsanwalt Stadthagen habe die Vertheidigung Herrn Heine abgetreten und könne nun selbst nicht mehr als Verthei- diger austreten. Herr Stadthagen bestand auf seinem Rechte, und der Präsident machte dem Streite dadurch ein Ende, daß er den Angeklagten Sucker fragte, ob er auch vom Rechtsanwalt Stadthagen vertheidigt sein wollte. Als Sucker dies bejaht hatte, entschied der Präsident für die Zulassung des zweiten Vertheidigers und der Staatsanwalt mußte sich ljescheiden.— Die Verhandlungen werden heute fortgesetzt, aber noch nicht zu Ende geführt werden. Krlbst>»o».'d eine» Amisdirners. Am Sonntag Vormittag hat der in Rununel-burg wohnende und für den Aulls- bezirk Stralau-Rummelsburg angestellte Amtsdiener Schräder durch Erschießen mittelst Revolvers seinem Leben gewaltsam ein Ende gemacht. S., der seit vier Jahren Wittw er war, stand in dem Verdacht, mit seiner erwachsenen aber noch minderjährigen Tochter bereits seit Jahren geschlechtlichen Verkehr unterhalten zu haben und außerdem sollen noch andere Fälle von Sitllichkeits- verbrechen gegen ihn bereits zur Anzeige gebracht worden sein. Am Sonntag Vormittag hatte S. von mehreren Bekannten er- fahren, daß gegen ihn ein Verhastsbefehl erlassen sei und etwa eine Stunde später fand man den Beamten, der sich seine beste Uniform und seine Orden angelegt halbe, hiner einem Komposthaufen am Markgrasendamm vor. Dsr Revolver, mit dem er sich einen Schuß in die rechte Schläfe beigebracht hatte, lag neben ihm. Der in Ur»- Meißensee in einem Graben todt auf- gefundene Kellner Gustav Schenck ist,«sie infolge sorgfältigster Recherchen seitens der Behörden angenonrnwn werden kann, doch nicht das Opfer eines Raubmordes gewoiden, vielmehr darf als gewiß angenommen werden, daß Sch. verunglückt ist. Der ver- mißte Frack des Todten wurde in der Pserdemarkthalle auf- gefunden, und in einer Tasche des Kleidungsstückes lag das Geld, welches der Kellner an jenem Abend verdtent. Sch. muß in der Finsterniß, angetrunken wie er war, den Weg verfehlt haben, über den Zaun geklettert und so in den schlansmigen Graben hinein- gefallen sein, woselbst er elend umkam. Durch dir Ilneri'chrockrenhrit eil res Knaben wurde gestern Morgen ein ernstlich drohendes Unhril abgewendet. Gegen %8 Uhr, als die Kinder in großen Schaaren die Möckern- und Norkstraße entlang zur Schule gingen, raste plötzlich ein scheu ge- wordenes Pferd, das vor einem Milchwagen gespannt war, die Möckernstraße vom Kreuzberg her herab. An ver Ecke der Uork- straße angelangt, richtete der Durchgänger, hinter dem der Wagen in gewaltigen Zickzackbewegungen herschleutierte, seinen Lauf auf die�Mittelpromenade, die, wie bemerkt, um diese Zeit von vielen Hunderten von Kindern belebt war. Da plötzlich stellte sich ein ca. lOjähriger Knabe mit seinem anfgespanwten Regenschirm dem Pferd entgegen. Dieses scheute, stutzte und wr.rd« von dem Wagen zu Boden gerissen, fodaß es von dem herzusilenden Kutscher und hilfsbereiten Passanten festgehalten werde», konnte. Der unerschrockene Schulknnbe aber setzte unter dem Jubel seiner Genossen seinen Weg zur Schule fort. Dom Gisenbahnzuge gerädert! Ein die Bahnstrecke zwischen Friedrichshagen und Köpenick abparroullirender Beamter fand gestern früh kurz hinter dem ersten Vwrort de» total zer- stümmelten Leichnam eines Mannes zwischen den Geleisen liegend vor und auf eine längere Strecke zerstreut lagen einzelne ab- getrennte Gliedmaßen des Todten. Anscheinend war der Aermste von mehreren Zügen hintereinander überfahre»: worden. Wie der Bedauernswerthe, ein etwa 20 jähriger anscheinend besseren Krkisen ungehörige Mann auf die Geleise gekonimeu ist und ob hier ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt» hat bis jetzt noch nicht festgestellt werden können. Die Körpt.rtheile des Todten wurden nach der Leichenhalle in Friedrichshag,!» gebracht. Die Haussuchung«» nach der 12. Asflage des sozialdemokratischen Liederbuchs haben, wie uns nutgetheilt wird, auch noch anderwärts stattgefunden, in den Bu-chhandlungen von Rud. Kohlhardt, Marianuenstr. 34, Röhlke, Kotlb userdamm, Julius Labe, Landsbergerstr. 120a und I. Münz, Reinickendorf straße öö. Bei Labe beschlagnahmte die Polizei außer den W. büchern, noch 7 Exemplare der Marseillaise des Chrsitent»--' 8 Exemplare der Arbeiter-Marseillaise und 15 Exemplare Arbeiter-Lieder. Bei Müntz erschien die Polizei 4 Mann i unbWWrk, ba Liederbücher nicht zu Wm»«««, 'tiVUUjCt illUJt jju«vuvv»»/- und Photographien von Bebel, Liebknecht und Lassalle und and!» Dinge. Ju der Berichtigung, die wir auf Veranlassung ff Schultheiß'scheu Brauerei gestern veröffentlichten, ist durch Versehen ein Satz ausgefallen. Auf der 10. Zeile ist einzufüg®' ...„daß zur Herstellung von Bier auch Hopfen und Malz forderlich und..."— Das Verseheu ist zu entschuldigen, d® bei manchem Bier kommt niau wirklich auf den Gedanken, d" zu seiner Herstellung„Hopfen und Malz nicht waren. curnt«',-,i aren. Doli»rib«richt. Am 24. d. M. Morgens wurde aus de �.üter-Vahnhofe der Nordbahn beim Rangiren eines Güterzug der Arbeiter Müller überfahren und erlitt einen Bruch des armes und des Oberschenkels. Er wurde nach dem Lazar� Krankenhause gebracht.— Vormittags fiel eine Frau vor de Hanse Müllerstr. 25 beim Absteigen von einem in der Fahrt o findlichen Pferdebahnwagen zur Erde und brach den linken siu� mittags wurde' ein Mann(»"feinet Wohnung, in der Aduiu»'' straße, erhängt vorgefunden.— Zu derselben Zeit gerieth eu> unbekannter, etwa 60 Jahre alter Mann vor dem Hause Cha"Im —•—-..'..v- de» straße 123 unter die"Räder einer Droschke und"wurde an Brust und am rechten Bein so schwer verletzt, daß seine Ue»' „ac?» Xor rcfrnrtföo ovfnrhprTtrf» mitrhf»—(SJCQCU führung nach der Charitee erforderlich wurde.— y-wx"'.sm versuchte ein Mann vor dem Hause Brunnenstr. 34 einen ui y. �1�,4 M fr«■« T* Ak.« O"? C Afr«X A rt** Sit fioifoi API? tl pf l>ltb0T« iVaTs �>»1 VfcWWV»V.»,Vk»JJV..-------------.... unb erlitt eine bedeutende Verletzung am Hinterkopfe, 1" "Gster»ach dem Zazarus-Krankenhause gebracht werden n#, — Abends wurde in der Jnvalidenstraße, vor dem Hamburg® W tfKfivw rnnW-r non einem beladenen Arbeits- Bahnhofe, der Kutscher Gäbeler von einem beladenen.. wagen überfahren und erlitt bedeutende Verletzungen am Um®' leib und im Rücke». Er wurde nach der Charitee gebracht. dn» 41741,(ItllP Uli<,l>4lV4Vtl» Vi'V IVMVCV ttvivKj vv» fr» � f p.3 Zu derselben Zeit wurde ein Mädchen auf dem Flur des Hau!, Wasserthorstr. 59 schwer erkrankt aufgefunden und nacki Kraukenhause am Urban gebracht. Nach vorgefundenen Br liegt ein Vergiftungsversuch vor.— Abends siel ein Mann, er vor dem Hause Benthstr. 15 einen in der Fahrt befindlm! »7- V""fc""-!-~— oi-"——........„,,■<,,, Pferdebahnwagen besteigen wollte, nieder und verletzte sich so schwer am linken Auge, daß er nach der Charitee gebra« werden mußte.— In der Nacht zun, 25. d. M. entstand in der Kloll® Itraße zwischen einem Droschkenkutscher und einem anderen Man wegen einer von dem Ersteren begangenen Thierquälerei®° Ptreit, bei welchem der Kutscher den Letzteren durch einen 0% am Halse so schwer verletzte, daß er nach der Sanitätsiva? gebracht werden mußte. auch iifli Der Köpenick«» Krawall. Zweiter Tag. Landgerichtsrath Voigtei eröffnet die Sitzung, welcher der Kammergerichts- Präsident D r e n k m a n n beiwohnt, 10 Uhr. Auf Antrag der Vertheidigung werden noch zme' � lastungszengen vorgeladen, darunter einer, welcher angebn®)„ künden soll, daß der Gendarm'Müller am 19. März � � die ruhig auf der Straße gestanden, mit den Füßen flrst n, habe. Der Staatsanwalt widerspricht der Ladung des ff? � Zeugen, der Gerichtshof beschließt jedoch dieselbe, nachdem. Vertheidigung darauf aufmerksam gemacht, daß die ZeugenaMi. doch vielleichk die Ueberzeugung erwecken könnte, daß das,„ halten der Beamten selbst zur Erhöhung der Erbitterung tragen hat.— Zu einem weiteren Beweise nach dieser RM!, � hin beantragte Rechlsanwalt Heine die Borladung des Wa! � meisters Weiß zu Spindlersfelde, welcher bekunden soll, da? 7, Polizeiinspektor I a e k e l am 4. März, als er einen gewiste® mann vernahm, denselben mit anstößigen Redensarten bm« habe. Der erste Staatsanwalt widersprach dieser Zeugersiat» da die Staatsanwaltschaft schon s. Z. mit dieser Ai'geffge( befaßt worden sei, aber keinen Anlaß zum Einschreiten 0 fyi Jaekel gefunden habe.— Der Gerichtshof beschließt aber Boa) Ladung dieses Zeugen. Der Staatsanwalt erklärt, daß m' sa�t diese Ladung noch bewerkstelligen werde, weitere Ladungen der Gerichtsschreiberei überlassen müsse. Der Präsident sr» daß die Ladung der Zeugen der Staatsanwaltschaft oblieg» Eine Zeugt», Frau Lemke, hat gesehen, wie der sergeant Bleust angegriffen und verletzt wurde, kann aber vo» hfoCom cilimfCe liefi+infhinten Reutee©Amibt. Bieil UN ------—..'---.,--- in diesem Punkte beschuldigten Reuter, Schmidt, Pfeil Niemand wieder erkennen. � Zeuge Weber hat gesehen, daß Reuter an der SpE U Zuges stand, welcher über die Brücke in die Stadt zog. auch einen Schuß fallen hören und bestätigt die in der A» angegebenen Kommandoworte des Reuter. g#! Polizeisergeant B i e n st bekundet, daß schon vom an es in Köpenick unruhig war. Er hat schon in diesen*„j einen Steinwurf erhalten und glaubt sich nicht zu irren. 1 yt diesen Tagen den Reuter in Köpenick bemerkt zu Zeuge hatte kurz vor den Tagen der Unruhe Veranlassung v �'-"'Öfen und will dabei geHort 4 eine Malerversammlung aufzulösen——-----„. daß Reuter bei dieser Gelegenheit sich geäußert:„Warte»u. sprechen uns ein ander Mal! Dir werden wir den ZimMt> besorgen!" Auf den Widerspruch Reuter's giebt Zeuge an. er allerdings nicht wisse, ob er damit gemeint gewesen fsst. Auch aus der Aussage des Gendarm N e u in a n n 1|,ß, hervor, daß in Köpenick schon am 17. und 18. März a» � ansammelnden Volksmassen aufrührerische Reden 9*9„nti!1' Polizei geführt und Steine nach den Polizeibeamten 9*' st,® wurden. Der Zeuge selbst bat am 20. März, als es zum Konflikt zwischen den Polizeibeamten und den Ruhestore Langen Brücke kam, zwei Steinwürfe vor die Brust bckon» jjp Aehnlich sind die Aussagen des Gendarmen G i l l a. ,vrf selbe hat u. A. gesehen, daß in dein kritischen Mo>iie>' der getödtete Geuvarm Müller das Weber'sche Haus? hatte, die Thür des Hauses plötzlich fest zugeschlagen wuro- Müller beim Betreten deS Hauses einen Revolver in ber-v hatte, weiß der Zeuge nicht.. Auch die Wahrnehmungen des Stadtsergeanten D o x decken sich ganz mit den Angaben der Anklage, SmWrs ßatüIopf. 846« W 04*1«, W, des Müller durch die Köllnische Vorstadt kam, aus denJR trupps, die noch angesammelt' waren, aufreizende Rebe® jßßW waren, die so klangen, als ob die Leute wußten, daß die» � planmäßig vor sich gegangen. � bei Am späten Abend des 20. März ist Reuter noch � t<'; Restaurateur B r o d f e l d gewesen. Dort soll er sich? z#, Zeugniß des Schornsteinsegers Zcmbrodt dahin. � haben:„Einer ist schon kalt gemacht, doch leider Haider daran glauben müssen. Die Sache war dem langei» Sch>v'', dem Polizei-Jnspcktor, zugedacht!" Ma*' Tie Frau des Angeklagten Reuter versichert, Mann am 19. März den ganzen Tag gearbeitet und die- sie,; statte nicht verlassen habe. Es sei also nicht richtig, da? � an diesem Tage schon in Köpenick war und die Leute hat.— Ein Zeuge Albrecht, welcher den Reuter ai»' f in Köpenick gesehen, will bemerkt haben, daß derselbe st® Inj*, trunken war. Dieselben Wahrnehmungen haben 0C Ui'"[ andere Zeugen gemacht. Arbeitskollegen des Reuter l denselben als einen arbeitssamen Menschen, der aber M süchtig und aufgeregt wird, sobald er etwas attrunke», Damit ist die Zengenvernehniung bezüglich des Reuter ftr den Zeugenaussagen bezüglich der Schuld der folgenden �»geklagten ist nicht viel hervorzuheben. in..."LAngell. W i w j o r r a bestreitet, daß er in dem„Zuge" " vie Stadt marschirt sei; er sei kurz hinter dem Zuge her- »czangen. Demgegenüber beschwört ein Zeuge I e n k e, daß °°n Wiwjorra im Zuge gesehen und von demselben auch an- krochen worden sei. Wiwjorra beruft sich dem gegenüber auf , l Zeugen, welche mit ihm zusammen in die Stadt gegangen neu Tie Zeugen sollen noch vorgeladen werden. llngekl. K u l l a soll nicht nur die Kommandoworte des ■wiuer wiederholt, sondern auch laut gerufen haben:„Haut die Hunde todt!" Ter Angeklagte giebt nur zu, gesagt zuhaben: 'Haut ihm!"_ Der Belastungszeuge Schlossermeister Schubert ""Kar bekunden, daß Kulla wiederholt laut gejohlt hat. Ter Angekl. Trautmann soll mit Steinen auf die �kndarnien geworfen haben. Er bestreitet dies und die ihm jj-�uiber gestellten Zeugen können nur nach demjenigen berichten, •i,r.Don Traulmann selbst gehört haben. In dieser Be- nn V1"® stnd namentlich die Bekundungen einer Zeugin Baum- w!» von Interesse. Danach hat Trautmann erzählt, daß er u dem Zuge in die Stadl hineinmarschirt sei. Er habe, wie anderen, den Stock über die Schulter gehabt und mit Steinen r�orsen. Er wisse auch sehr gut, wer den Gendarm Müller ge h?» v''vnde es aber nicht sagen. Auch eine Zeugin Kerkow � sehnliches von Trautmann gehört. Den Angeklagten Sucker und Kapp wird vorgeworfen, n»l l», Zage gewesen zu sein und Steine auf die Gendarmen ge- J�fen zu haben.— Belastungszeugin ist eine Frau Seifert. >e erzählt, daß sie den Sucker sehr genau kenne, weil derselbe tjeit lang mit ihrer Tochter„gegangen" sei. Ihre Tochter We aber das Berhältniß aufgehoben, weil sie erfahren, daß «iicker schon zwei Jahre in Berlin„Lude" gewesen sei. Die llmgin behauptet ganz bestimmt, daß sowohl Sucker als Kapp in> dem Zuge sich befunden und daß beide, als sie i dem Krawall etwas abbekommen hatten, mit Steinen ge- v— Ganz in Uebereinstimmung mit ihrer Mutter, sagt ucy deren Tochter Hulda und der Sohn Karl aus. Die beiden J bleiben auch bei ihren Bekundungen trotz mehrfacher bmk- nfragen des Rechtsanwalt Stadthagen; Karl Seifert oft ausgesagt, daß er den Sucker in den, Zuge zwar nicht Liehen, aber ihn an der Stimme erkannt habe, als er rief: »iseste Jungens, heute gehen wir'ran!" Heute weiß dieser -in �"(4� mehr viel davon.— Angekl. S u et e r führt dagegen iien Zeugen vor, welcher an dem qu. Tage fortgesetzt mit ihm flammen war und nichts von einem Steinwerfen gesehen hat, Der �"ach seiner Meinung es hätte sehen müssen.— Bui-J* fü■Beuge ist im Monate März Geselle beim Angekl. oh ü.1, Sewesen._ Er soll Mittheilungen darüber machen können, ki. während des Angriffs auf' den Gendarm Müller „.-.."(..Hofe zunächst gelegene Thür der Buchwald'schen Wohnung niÄ?ien gewesen ist oder nicht. Der Zeuge weiß hierüber "'cht dag Mindeste zu bekunden. bonm fvigt die Bernehinnng der Zeugen betreffs der Miß- di«»r"ll.des Sergeanten Bienst. Bei diesem Vergehen sollen i"k>eklagten Reuter, Schmidt, Pfeil und Fink betheiligt sein. aek-M aöte Re.iter giebt zu, den Beamten mit einem Stocke oi'�stPen zu haben, aber erst, nachdem derselbe ihm drei bis zw»!'""iiraße ging, um die sich dort ansammelnden Menschen von inll y"de zu weisen. Plötzlich sei Schmidt auf ihn zugetreten . den Worten:„Wie kommen Sie dazu, meine Frau anzu- Gleichzeitig habe Schmidt ihm einen Stoß gegeben, sei,, 5 VOM Bürgersteig flog. Der Zeuge habe jetzt blank gezogen, den, o sei""er von einem der Betheiligten, er glauve von •Zeugen Pfeil, festgehalten worden und nun habe man von j.." Seiten auf ihn eingeschlagen. Der Zeuge bestreitet, daß er s-.„ eiue Frau angestoßen habe und ebenso, daß er zuerst von er Waffe Gebrauch gemacht. U- Zeuge Arbeiter Kuhnert ist der Mann, der in jenen o-n �er Unruhe aushilfsweise von der Köpnicker Polizei an- Mir worden ist. Er behauptet mit Bestimmtheit, daß nicht ,! s Deuter, sondern auch Schmidt mit einem Stocke auf Bienst fein, 9:®er Zeuge giebt zu, daß er den Knaben Knoll mit Ankf stocke geschlagen hat. Es werden zu diesem Punkte der 3l_: ,6®»och mehrere Zeuge» vernommen, deren Aussagen die der,,•®*e"(Heils belasten, theils univesentlich sind. Wie es bei er,,? tumultuarischen Szenen stets der Fall zu sein pflegt, h,i.""öeln die Wahrnehmungen der Zeugen der nöthigcn Bestimmt- stl-h Uni> Präziston, einzelne Zeugeil ändern ihre in der Vorunter- fleS9„ abgegebene Aussage insofern ab, als sie früher % haben wollen„sie glauben gesehen zu haben" w- Die Angeklagten, welchen die Angriffe auf den ied» Bienst zur Last gelegt werden, bestreiten nach wie vor und ein Theil der umständlichen Beweisführung « eh» sich ans die von den Angeklagten behauptete Möglichkeit ».Personalverwechselung. »irh r. Knabe Paul Knoll, welcher alsdann vernommen »,j°' bestreitet seinerseits, den Polizei-Jnspektor geschimpft oder »iia.«?- geworfen zu haben. Der Polizei-Jnspektor sei auf ihn Mri* und habe gesagt:„Verfluchter Hund, willst Du I.?en, daß Du nach Hause kommst!" Dann habe der Polizei- Der s a"� gleich mit dem Säbel auf ihn losgeschlagen. Li»?stabe behauptet ferner, daß der Angekl. Budach ihm am befnr, ä gesagt:„Er habe es dem Gendarmen Müller gut bei,?.' es sei auch noch ein Langer dabeigewesen." Budach eUet diese DIeiifipvirrm rrftn» entfrhieben. «Uct diese Aeußerung ganz entschieden.. Zeuge Tobet, welcher in der Müggelheimer Strape wohnt, Stehen bleiben!" Er hat v»...,.- ».."ten trieben die Menge die Straße entlang und besetzten das U eer schx Haus. Ein Steinhagel sei dann vom Hofe des Weber- Hauses gegen die Beamten losgelassen worden, er habe & fiehilbt Hagf""�ü'ebt nur zu, daß er eine Klamotte in der Hand �e*blse% die Verlesung der gerichtlichen Augenscheins-Proto- Hai,,? � bes Weber'schen Hauses. �chießs�.i"'""" v. Alt-Stutterheim von! der königlichen wird als Sachverständiger darüber vernommen, ob ."sez ß' welches in der Flurwand des Weber'schen ,"vn drüben wurde, aus einem Revolver geschossen ist. wie „geeint l. Gendarmerie verwendet wird. Der Sachverständige u- licko,, e�e Frage. Ans dem Geschosse müßten sich die Züge „,ä seien welche sich in der dazu benutzten Schußwaffe befänden. s.�Seb-»" mehrere Schüsse mit einem Gendarmerie-Revolver Jossen L worden und die Eindrücke, welche sich in.den Ge- r �chti>n�""ben, waren verschieden von denen, welche die zu be- oh�iibin Kugel aufwies. Nach dem Gutachten des Sach- Besch oC? Kugel aus einem alten sächsischen Revolver �Usez"/mann Weber, der Eigenthümer jenes vielgenannten "»>pf. st der Müggelheimerstraße, hat den Flur erst nach dem betreten. Er fand eine Klamotte und einen Stiesel- absah, die Innenseite der Thür, soivie ein Theil der Wand waren mit Blut bespritzt. Während er dies besichtigte, sah er plötzlich den Angeklagten Budach aus dem Flur stehen, er hat aber nicht gesehen, ob derselbe vom Hofe oder von oben kam. Auf seine Frage, was er wolle, erwiderte Budach, daß er einen Freund besuchen wollte.— Stadtsergeant Döring: Ich stand zehn Schritte hinter dem Gendarmen Müller, als dieser aus dem Weber'schen Hause einen Steinwurf erhielt. Müller drang, in der einen Hand den Revolver, in der anderen die blanke Klinge, in das Haus. Unmittelbar nach seinem Eindringen, wurde die Thür zugemacht und gleich darauf siel ein Schuß. Ich sprang hinzu, um ihm zu folgen, die Thür wurde aber zugehalten. Ich hörte drinnen Lärm wie vom Kämpfen und versuchte, die Thür zu öffnen. Plötzlich gab sie ganz leicht nach und ich konnte auf den Flur. Hier herrschte ziemlich starker Pulverdampf„ich sah den Gendarm Müller in jener Flurecke stehen, die von dem feststehenden Flügel der Hausthür gebildet wird. Es war nur außer ihm noch eine Person auf dem Flur, ein Mann der sich mit Müller zu schaffen machte und die Treppe hinauf eilte, als ich den Flur betrat. Ich persuchte, ihm nachzueilen, konnte ihm aber nur noch einen Schlag mit dem Säbel versetzen, der meiner festen Ueberzeugung nach sein linkes Bein getroffen haben muß. Ich wollte jetzt Müller zu Hilfe eile», dieser war aber schon wieder draußen. Gendarm Muska spricht so leise, daß er bei der schlechten Akustik des Saales am Tische der Berichterstatter unverständlich bleibt. Ter Präsident schließt die Sitzung um SVe Uhr. Die Be- weisaufnahme soll morgen Vormittag 10 Uhr fortgesetzt und im Lause des Tages beendet werden.' DevsmnntluttgHm. Ulahlkreis Zlirder-Karnim. Für diesen Wahlkreis fand am 23. November im„See- schlößchen" zu Reinickendorf eine sozialdemokratische Volksversammlung statt, um zu dem am 30. November in Potsdam stattfindenden Parteitag für den Regierungsbezirk Potsdam (Berlin ausgeschlossen) Stellung zu nehmen. In das Bureau wurden die Genossen Knauf, Hartwig und Pankow gewählt. Das einleitende Referat hielt der Genosse Rechtsanwalt S t a d t h a g e n. Derselbe sprach sich dafür aus, daß man den zu wählende» Delegirten kein gebundenes Mandat mit auf den Weg gebe. In Betreff der drei zu verhandelnden Punkte: Be- sprechung über Organisation, Agitation und Presse, könnten sich auf dem Parteitage neue Gesichtspunkte eröffnen, welche in Be- tracht gezogen werden müßten. Ein Zusammenarbeiten einiger zusammenliegender Wahlkreise wäre ganz geeignet, sogenannte „schwache" Wahlkreise mitzuziehen. Ein Zusammengehen der Kreise des ganzen Bezirks oder der Provinz wäre wohl nicht nothwendig. Was die Presse anbetrifft, wäre es wohl ganz gut, ein für die ganze Provinz Brandenburg maßgebendes Organ zu besitzen; doch dem werden praktische Be- denken entgegenstehen. Eine Zeitung, welche speziell Vorkomm- niste und Verhältnisse des Kreises Nieder-Barnim berücksichtige, müsse derselbe haben. Dies könne ein Zentralblatt für Branden- bürg nicht; ebensowenig das„Berliner Volksblatt". Letzteres sei auch viel zu theuer, was ja einzelne Genossen des Kreises vom Abonnement desselben, eben wie von dem der„Volks-Tribüne" abhalten werde. Rathsam wäre es vielleicht, ein Blatt, welches für mehrere Kreise maßgebend ist, zu gründen; so vielleicht für Nieder-Barnim, Teltow-Beeskow und Ober-Barnim. Das Blatt müsse selbstverständlich Parteiorgan, also nicht Privatunternehmen sein. Was die'Agitation im Allgemeinen anbetrifft, so ivird dahin gewirkt werden müssen, daß in Zukunft die Grund- und Boden- irage mehr wie bisher dabei mit in Betracht gezogen wird. Daß die Agitation in ländlichen Kreisen überhaupt einen Ausschwung nehmen muß, darüber sei sich wohl jederGenosse klar. DieAusführungen des Genossen Stadthagen ivurden beifällig aufgenommen. Es knüpfte sich an dieselben eine lebhafte Debatte, an welcher sich die Genossen Knauf, Reinhardt, Schäfer, Hirsch, Duchateau, Lübeck, Pegel, Thal, Pilz und Stadt- Hägen betheiligten. Von allen Rednern wurde die Roth wendigkeit einer geregelteren Agitation, sowie die größere Vev breitung der Arbeiterpresse innerhalb der Landkreise anerkannt. Ueber die Art und Weise der zu verbreitenden Presse gingen die Meinungen auseinander. Einige der Redner traten für ein Zentralblatt für die ganze Provinz Brandenburg ein, während die andern für Kreis-, bezw. für solche Blätter eintraten, welche für einige 5treise zusammen Geltung haben sollen. Schließlich wurde beschlossen, vier Delegirle mir ungebundenem Mandat auf den Parteitag zu senden. Gewählt wurden die Genossen Pegel-Oranienburg, Sieverl ing- Friedrichs- Hagen, O. Knauff-Reinickendors und der Ab- geordnete Stadthagen. Hierauf wurden einige lokale An- gelegenheiten erledigt und zwar durch Annahme einer Resolution, in welcher die Reinickendorfer Genossen den Vertrauensmann des Kreises, Genossen Blasser, als solchen anerkennen. Darauf wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale Sozial- demokratie geschlossen. Kekanntmachung. Der Kongreß der freien und auf Grund landesrechtlicher Vorschriften errichteten Hilfskassen tritt am 8. Dezember er., Vormittags 9 Uhr, in Berlin zusammen. Er wird abgehalten in„May's Festsäle", Beuthsir. 22; daselbst ist zugleich der Sammelpunkt für die eintreffende» Delegirten. Letztere werden an den Bahnhöfen durch Komiteemitglieder, welche an weiß-rothen Schleifen erkenntlich sind, in Empfang genommen. Diejenigen Delegirten, welche auf dem Lehrter oder Schlesischen Bahnhof ankommen, werden ersucht, mit der Stadtbahn bis zum Bahnhof Friedrichstraße zu fahren. Sollten Delegirle das Empsangskomitee verfehlen, so haben sie sich im Konarcßsaal zur Empfangnahme der Quartierbillets zu melden. Des Weiteren werden alle Delegirten ersucht, als Erkennungszeichen ein Bändchen im Knopfloch zu tragen. Dieienigen Delegirten, welche kein Quartier nachgewiesen haben wollen, oder die besondere Wünsche in Bezug auf Quartiere haben, wollen dem Vorsitzenden• des Lokalkomitees, Herrn H. Nöske, Berlin SO., Kottbuser Ufer 62, hiervon Mit theilung machen. Diejenigen Kassen, welche noch keine Delegirten gewählt haben, werden ersucht, nunmehr schleunigst die Wahl vorzunehmen und die Namen und Adressen der Gewühlten der Kommission unter der Adresse L. I. Levinson, Altona, Blücherstraße 21, bekannt zu geben. Diejenigen Kassen, welche eigene Delegirte nicht senden können, werden ersucht, mit anderen Kassen zwecks gemeinsamer Entsendung von Delegirten in Verbindung zu treten und, wo auch dieses nicht angängig ist, ihr Mandat dem Vertreter einer anderen Kaste zu übertragen. Mandatformulare, sowie der Gesetzentwurf nebst Begründung sind durch obige Adresse zu beziehen.! Hamburg, 22. November 1890. Die Kommission. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden schleunigst um Ab- druck gebeten. Die Freie Dereinigung der Galvaniseure und Berufs- genossen Berlins tagte am 20. November. Es wurde beschlossen, an einem Sonntag in nächster Zeit eine Versammlung mit nachfolgendem geselligen Beisammensein abzuhalten, ferner von jetzt ab nur alle 4 Wochen eine Versammlung abzuhalten. Kollege Nentwich berichtete über die Arbeitseinstellung in der Lippmann- scheu Werkstatt. Die Kollegen wurden ersucht, den Zuzug fern zu halten. Der Derband der Dlöbrlvolirrr tagte am Montag, den 17. d. M. Herr Franz Berndt sprach unter Beifall über die wirthschaftliche Entwickelung und die Arbeiter- schutz-Gesetze. Kollege Weber theilte die Beschlüsse der Gewerkschaftskonferenz mit. Den Zigarrenmachern in Eschwege und den Glasarbeitern in Bergedorf wurden je 20 M., den Erfurter Schuhmachern 30 M. bewilligt. 500 Programme w. der sozialdemokratischen Partei sollen gekaust und unter die Mitglieder vertheilt werden. Eine Beschwerde über das Verhalten eines Kollegen, der am Sonntag in einer Tischlerwerkstatt Arbeiten der Gesellen fertig macht, wird der Fachkommission zur weiteren Untersuchung überwiesen. Eine öffentliche Dersantmlung der Derlmutiarbeiter tagte am 20. d. M., unter Vorsitz des Kollegen Thiem. Genosse Witzle sprach unter allseitigem Beifall über die Arbeiterschutz- Gesetzgebung. An der Debatte betheiligten sich Hildebrandt, Schulz, Grunow, Kolonowsky, Thomal und Äork. In einer Resolution wurde beschlossen, den Streik aufrecht zu erhalten. In Kitlltbrrge-Düdersdorf fand am letzten Sonntag seit langer Zeit wieder eine Volksversannnlung int Saale des Herrn Rönnebeck statt. Der Saal war lange vor Beginn der Ver- sammlung bis auf den letzten Platz gefüllt. Genosse Stadt- Hägen sprach über' das Programm der sozialdemokratischen Partei und erntete den reichsten Beifall. In der Diskussion sprach ein Deutschfreisinniger, der Glasermeister Klinger. Seine verworrenen Ausführungen wurden von den Genossen Löffler und Stadthagen gründlich widerlegt. Eine Resolution, welche die Versammelten zu eifriger Agitation für die Sozialdemokratie verpflichtet, wurde einstimmig angenommen. Nachdem der Vor- sitzende, Genosse Matthes, die Parteigenossen noch ermahnt hatte, den Wirth Rönnebeck durch ihren Besuch zu unterstützen, wurde die Versammlung mit einem stürmischen Hoch auf die inter- nationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie geschlossen. oä-niUche Uolksuirtaininlung für den RsichslagL-WahlkreiZ Teltoiv-Beesrow-Tharlottenburg am Mittwoch, den ec. Sloocinber, Abend» % Uhr, im Lokale de» Herrn Niesegk, Perqsiraße 129 in Rixdorf. Lachver«»» drr Sifchltv(Vsten). Mittwoch, den 26. November, Abends «ü Uhr, große Versammlung im Lokale des Herrn Joel(früher Keller), Andreasstraße 21., frei« gereinigmiß der Kartonarbeiter. Versammlung am Mittwoch, den 26. November, Abends Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Kroße öffentiiche Lrauen-gerfaminlung am Donnerstag, den 27. No- vember. Abend? s Uhr, in der Brauerei Friedrichshai» bei LivS. Tagesordnung: Vortrag über die Lokal- oder Zentralisation der Pkälkermnen und ihre Eteuung zur Frauenbewegung. Männer alS Gäste haben Zutrtlt. Pcrcin;»r Pflege freireligiösen Sebent». Freitag, den SS. November, Abends esj Uhr, Bcuthstr. 2t im Restaurant Maq, Versammlung.— Tonntag,, den 80. November, Vormittags io% Uhr, Beuthstrabs 22, i Treppe, Vortrag des Herrn Dr. Völtcl über„Segnungen des Unglaubens". Gäste(Damen und Herren) haben freien Zutritt. tSroho öffeniliche Urrsammiung söniuitticher in Labritte» beschäftigte» Arbeiterinnen am Mittwoch, den 26. November, Abends 8% Uhr, in UebelS Salon, Naunpnstr. 27. freie Uerrinigung der Maurer Keriina und Umgegend. Am Donnerstag, den 27. November, Abends s Uhr, Versammlung in Orscheids Salon, Sebaslianstr. 69. So'ialdemoüraiische Lese- und gtietuitirlilnba.„B o r w ä r I Abends dX Uhr Sitzung im Lokale de« Herrn Köhn, Naunhnstr. 88. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werde» ausgenommen.—„Int ern alio- nale", Abends es; Uhr bei Oelze, Kl. Andreasstr. 19. Gäste haben Zutritt. —„N o r d", Abends Uhr, bei Raabe, Nupptnerstr. 46.—„G l e t ch h e t t", Abends 8% Uhr bei Hilgenfeld, Bergslr. 60.—„Emanzipation", Abend» 8% Uhr bei Wagner, Neue Königstr. 89. Gäste willkommen. Arb«it«r-S>ä»gef-Annd Berlins und Umgegend. Mittwoch, Abends 9 Uhr, Uebungsftnnde(Ausnahme von Mitgliedern). Gesangverein„Unver- zagt", Restaurant Köpnttlerstr. 127 a,— Gesangverein„Fr eya",(Gemischter Chor) Große Haviburgerstr. 16.— Männer- Gesangverein„H t l a r t t a Sochstr. 82 a bei Witte.— Gesangverein Br ehe lsch tu tz", Ohmgassi Nr. 2 bei Krebs.- Arbeiter-Gesangverein„V o r w ä r t 6", Schönhauser Allee 28 bei Nürnberg.— Gesangverein„L t e d e s fr e t h e t l", Blumenstr. 38 bei Henle. — Gesangverein„der Steinmetzen", Johannisstr. 21 bei Müller.— Gesang-� verein„Deutsche Eiche", Blumenstr. 46 bei Wenk.— Arbeiter- Gesang- verein„Echo". Pankow bei Borchert, Schützcnstr. 27.— Gesangverein „L e r ch e", Abends 9 Uhr bei Zimmermann, Brunnenstr. 11».— Arbeiter- gesangvcrein„Freiheit", UebungSstunde von s bis n Uhr im Restaurant Hämmerte, Bülowstr. 69, park. «esang-, Turn- ,lnd gesellige Uereiue. Gesangverein„Frisch auf", Abends 8%— io% Uhr bei Haller, Naunpnstr. 70.— Gesangverein „Pause beut et", Abends s Uhr bei Poppe, Lindenstr. 166,— Gesangverein „H osfn ung", Moabit, Abends%9 Uhr bei Jlges, Wilsnatlerstr. SS.— Männergesangverein„Sanges treue". Abend» U— Ii Uhr bei Luther, Brüderstr. 28,— Ziihertlub„A l p e n v e i l ch e n", Abends 8% Uhr Katser- straße 2sb, Ecke Alexanderstraße. Gäste willkommen. Lüh eck'scher Turnverein: I. Lehrlingsablbeilmig, Abends von 8 bio 10 Uhr im Turnsaale des„Königstädt. Gymnas", Ellsabelhstr. 67— 68.— Berliner Turnge nossenschaft, 8. Männer-Abth., Abends von U bis Polläck-Klub„Lustige Brüder", Abends 8X— 10% Uhr im Restaurant Martannenstr. 48.— Geselliger Klub„Proletariat" bei Lorenz, Koppenstr. 46-.— Gesellger Klub„Hosfnung" bei Feige, Martusftr. 61. — Verein der„S o l d t n- r", Abends 8% Uhr bei Wutkc, Frtedrichsberger- ftraße 24.— Verein„Kreuzfidel", Sitzung mit Damen bei Doberstein, Mariannenstr. 81.— Rauchtlub„Nordstern" in Friedrich«borg.— Rauch- tlub„Vnlkaii", Abend«» Uhr bei Ahmer, Gräsestr. 82.— Orientalischer Rauchklub, Abends 9 Uhr, bei Harrmann, Manteuffelstraße 71. Gäste willkommen. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzit» aeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Versügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mir dem Inhalt desselben tdentistzirt zu werden. Achtung! Für diejenigen Genossen, welche am 30. November zu dem Parteitage von auswärts nach Potsdam kommen, werden unsere Genossen von Morgens 9 Uhr bis Nachmittags 4 Uhr auf dein Bahnhofe zur Abholung bereit sein. Dieselben werden unter der Bahnhofsglocke Aufstellung nehmen und als Erkennungszeichen ein Epheublatt im Knopfloch tragen. Potsdam, 23. Novenlber 1890. F. H a b u r g. Dopostlzvn. Köln, 25. November.(Telegramm des„Herold".) Das Wasser in der Mosel und Sieg fällt, der Äiittelrhein steigt jedoch noch. Hochwassergefahr ist vorläufig ausgeschlossen. Paris, 25. November, 7 Uhr Abends.(Telegramm des „Herold".) Padlewski, der Mörder des Generals Seliwerstoiv, ist verhaftet. Einzelheiten fehlen noch. Paris, 25. November.(Telegramm des„Herold".) Die Arbeiterfchutz-Koinmission nahm heute diegutachtlichen Aenßerungen der industriellen Vertreter von Tonrcoing entgegen. Dieselben er- klärten einen zehnstündigen National-Sirbeitstag, im Falle eiper internationalen Abmachung einen achtstündigen für annehmbar, vorausgesetzt, daß auch Deutschland sich der Abmachung anschließe. Prag, 25. Nov.(Telegramm des„Herold".) Durch den plötzlich eingetretenen Frost(3 Gr.) ist die Wassergesahr als be- seitigt zu betrachten. Seit 6 Uhr Nachmittags sinkt das Wasser allmälig konstant. Die Verkehrsstörung auf der Buschtehrader Bahn dürfte für den Güterverkehr erst in 14 Tagen behoben sein; der Personenverkehr, mit Umsteigen der Passagiere, wird in etwa drei Tagen wieder aufgenommen werden. Kapenkagr», 25. November.(Telegramm deS„Herold".) Von allen Seilen laufen Telegramme ein über eine kolossale Stnrmfluth anf Seeland, Laaland, Falster, Fühnen und Jütland. In den meisten Hafenstädten an der Ostkäste ist das Waffer so hoch gestiegen, daß man zuweilen in niedriger liegenden Straßen Kähne benutze» miiß. Zahlreiche Häuser drohen zusammen zu stürzen. (Molffs Telegt'avlsctt-Knrea«.) Dnckit», 25. November. Das Eisenbahn-Vetriebsamt Erfurt meldet, daß der Personenverkehr auf der Strecke Rohr-Dietzhansen durch Umsteigen an der Durchbruchstelle wieder durchgeführt werde. Die Strecke Waltershauseu-Friedrichroda sei wieder betriebs- fähig hergestellt. Dresde», 25. November. Der Stadtrath hat eine aus den Oberärzten des städtischen Kraukenhauses bestehende Kommission gewählt mit dem Ersuchen, Vorschläge zu machen, wie die Koch'sche Behandlung der Tuberkulose am zweckmäßigsten in Dresden zu allgemeiner Durchführung gebracht werden könne. Knd Kösrn, 25. November. Das Hochwasser hat im Saal- thal große Verheerungen angerichtet. Die 800 Jahre alte Saal- brücke und mehrere Häuser wurden weggerissen; in Lengefeld r sind ebenfalls mehrere Hänser fortgerissen und das Unstrutthal ist nberflnthet> Der Wasserstand in Kosen ist höher als im Jahre� 1790. Gisennch, 25. November. Der Betrieb auf der Werrabahn, welcher seit vergangener Nacht wegen Hochwassers gestört war, ist heute Nachmittag wieder eröffnet worden. Kastel, 25. November. Tie Fulda, welche über Nacht sehr gestiegen war, fällt seit Mittag wieder.— Im Hoftheater siel heute die Vorstellung wieder aus, da der Betrieb der städtischen Gasanstalt erst morgen Nachmittag wieder aufgenommen werden kann. Rostock, 25. November. Die niederen Stadttheile von Wismar und von Rostock sind überfluthet. Bei Poel strandete ein schwedischer Schmier; die Mannschaft wurde gerettet. Köln, den 25, November. Wie die„Köln. Voltszeitung" aus Witten meldet, ist auf den Zechen Bounnerbank, Nachtigall und Blankenburg infolge des Hochwassers der Betrieb ein- gestellt. Kopenhage», 25. November. Infolge starken östlichen Sturmes und Hochwassers sind im Osten Jütlands große Ueber- schwemmungen eingetreten, namentlich bei Fredericia, wo die Eisenbahn-Brücke unterminirt ist. Die Stadt Kolding steht theil- weise unter Wasser, auch der Süden von Fünen ist bedroht. In Noenne herrscht Schneesturm und Hochwasser. Wie aus Gjedser emeldet wird, ist von keiner Seite eine Ueberfahrt möglich. Das 'ostschiff wird morgen von hier abgehen. IZvieflmstvn dev Metrslkkion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnemsntS-Quiilung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. H. D. S. Die Polizei hat das Recht. Jemanden als Be- schuldigten oder Zeugen in einer Strafsache vorzuladen und zu diesem Zweck Termin anzuberaumen. Einer Vorladung, welche ihren Zweck gar nicht angiebt, braucht man dagegen nicht Folge zu leisten. Lluch wenn eine Vorladung berechtigt ist, so hat deren Nichtbefoldtnig nicht eine Bestrafung, sondern schlimmsten Falls die zwangsweise Vorführung des Korgeladenen zur Folge. G. K. Von jedem Arbeiter-Bildungsverein werden Polizei und Gerichte annehmen, daß derselbe eine Eimvirkung ans liche Angelegenheiten bezweckt, also als politischer Verein# sehen ist. Deshalb unterliegen diese Vereine den BeschränuMZ� welche das preußische Vereinsgesetz für politische Vereine stellt; sie dürfen keine weiblichen Mitglieder haben, müssen: fitfort itnS Wf?et/iTToSi>rn<>v2PTrfmtta hi»r VßrtfiJPr pnTlVtrfl�lT Hfl tuten und Mitgliederverzeichniß der Polizei einreichen und Polizei von Ort und Zeit ihrer Zusammenkünfte unterrichte»/ Friedvichsbeug. Sie können, da Sie aus der LandesklM ausgetreten sind, ohne einer anderen Religionsgemeinschaft bl>i- treten, nicht gezwungen werden, Ihre Kinder am Religionen»', richt theilnehmen zu lassen. Wird gegen Ihre Kinder W eine Schulstrafe verhängt, so beschweren Sie sich. K. fj. Nichts liegt uns ferner, als Ihnen Ihre M. sertigüng zu erschweren. Nun geben wir Ihnen zu bedenken, sie nicht am besten im Verein selber erfolgt. Ihre Erwidern� konnte in der Form, wie sie vorlag, nicht gebracht werden. mußten uns darauf beschränken, nur das aus ihr zu bringen, w zur Sache gehörte. G. L., fmdrimu. Ihre Frage ist uns gänzlich unvi ständlich. 3 Achtung! BV Heute, Mittwoch, Abends 8V2 Uhr, in den Arminhnllen, Kommandantenstr. 20: Große Slhlleit>er- und Slhutiderinnen-Versminlung. Tages-Ordnung: l. Ergänzungswahl der Agitationskommission. 2. Die Gewerkschafts- bewegung und die Beschlüsse des Parteitages und der Gewerkschaftskonserenz. Referent Kollege A. Täterow. 8. Bericht der Delcgirten zur Berliner Streik- Kontrolkommisfion. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. 821 Das Erscheinen der Kollegen und Kolleginnen aller Branchen erwartet Die Agitationskommission. Fachverew der Tischler.(Osten.) Mittwoch, den 26. November 1690, Abends S'/e U Große Versammlung Uhr a Verlag des„Berl. Volksblatt" ' Berlin SW., Beuthstrasse 3. Programm u. Organisation der im Lokale des Herrn Joel(früher Keller), Andreasstr. 21. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Was kann das deutsche Parlament den deutschen Arbeitern nützen?" Referent: Herr Dr. Lütgenau. 2. Diskussion. 3. Aufstellung von 4 Werkstatt-Koi tcoleuren. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Kollegen, agitirt kräftig, damit die Ver- sammlung gut besucht wird.— Die Kollegen der Werkstatt von Hüboner, Blumenstraße 38, sind höflichst eingeladen. 785 Der Keuollmächtigte. __ Ausstellung PI zurückgesetzter Galanterie- und Luxuswaaren,|| nr so lange dieser Doerath reicht in den Rcetznttssrnnmcn d.Kanflf ano Julius Böhm, Berlin c., Königstraße 26a, Ecke Klosterstraße. stheilige Spiegel sonst 3 M. für i,50 bis 2 M., Dainrn-Uecessaires, fe»P 1« it., jejt 5 Mt., Maaren, wie Figuren» Küsten, Dosen, IardiniSre« zu auffallend billigen aber festen Preisen. Der illustrirte Prachtkatalog der Versand-Ab- theilung, Saison 1891, welcher tausende genaue Abbildungen von Gebrauchs- und Lurus-Gegenstände» für Jedermann enthält, wird nach außerhalb auf Wunsch unberechnct und portofrei zugesandt. 775 it�Afra! fwft-Tai Gberhemde» nach Waaff. Federn- Betten. 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