Nr. 879. Sonnabrild, deu 89. November 1890. 7. Ilchrg. berliner Hrgan für die Interessen der Arbeiter. , Das..Berliner Volksblatt" j lqwit täglich MoraenZ auser nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei L.Haus vierteljährlich 3.30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. «otintags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. %.(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) ««w* Krrnzband. täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 8 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petiizeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bcuthstrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittaas und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. --, Fernsprecher: Amt VI.|lr. 4106.•---- Nedakkion: VeukhPkvatze S.— Sxpedikion: VeukhPkvAtze 3. �en �ona* Dii.r Süt den denkenden und aufgeklärten Arbeiter brauchen wir der?' Standpunkt des Näheren nicht zu erläutern. Für Jeden, Ii,.,01* Spannung, welche auf unseren gesammten Verhältnissen jr beobachtet, tritt derselbe klar zu Tage. Aber der gebildete rC aufgeklärte Arbeiter muß stets darauf bedacht fem, sein , Mn ,mmer weiteren Kreisen seiner Klassengenossen zugänglich Lk für sein Organ stets neu« Streiter zu suchen, die dazu JMgeri. daß die arbeitende Bevölkerung ihrem Ziele, der end- "'Sen Befreiung der Menschheit, im Sturmschritt zueilt. Feuilleton unseres Blattes beginnen wir mit dem b»» eines spannend geschriebenen historischen Romans au» großen Bauernkrieg« von 1583, Nokhenblurgev ber Feder des unseren Lesern wohlbekannten Schriftstellers WHheErn Bios. P.,.Die Erzählung spielt in der hochberühmten alten Reichsstadt benburg an der Tauber, die ein Hauptwaffenplah lenes ge- Freiheitskampfes war. Der Verfasser versucht auf Grund j..Mlt>gster historischer Studien ein Bild von dem bunten und Aschen Leben und Treiben jener Zeit zu gestalten, und die f 8««n, die er geschaffen, sind mitten aus dem Volke entnommen, C6 die Erzählung auch einen Einblick in die sozialen Zu- Utid J*"?1 großen Zeit gewährt. Die hochfliegenden Hoffnungen Zij.v b>e goldenen Freiheitsträume, der heldenhafte Kampf, die ihr-n M und die blutige Reaktion des Jahres 1525 sind tn Erscheinungen und Wirkungen innerhalb der engen des Reichsstadt geschildert. Wir glauben mit dieser Si«en en Ansprüchen an unser Feuilleton ganz besonders ent- zukommen.,. HiitJ�'r Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure. soivie lfci Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen zum Preise von 10 Uf. monatlich, frei in» Hans, entgegen. außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonne- �eniber"" Preise von 1 Mark 10 pf. für den Monat Zein�k»Bettiner Volksblatt" ist eingetragen in der Post- "Ugsliste unter Nr. 892, V. Nachtrag. Die Redaktion und Expedition des „Derliner Uolksblatt". Sv Ileiiillekon. tUl1 B» i das Alter der Steuerpflichtigkcit erreicht, ihre Steve n a ch z a h l e n s o l l e n. ,t„ Die gegenseitige Annäherung unserer; schreitet immer mehr fort. Im Grunde ist_ dieser «in nnllkomnien naturaemäker. 5te mebr die Macht � Proletariats wächst, um so mehr fürchtet die Bourge. für ihre sozialen Positionen, für den Besitz. Unter der. dingung, daß sie gegen diese Gefahr geschützt wird, bew>. sie der Regierung alle Geldmittel und alle Machtm>,> Das ehedem liberale, ja demokratische Bürgerthum t® konservativ. Eugen Richter wird als Wortführer der B sarnrnten kapitalistischen Parteien anerkannt, nicht weck � Konservativen liberal geworden wären, sondern weil mW_ mit der wirthschaftlichen Klasse, die er vertritt, reakn � geworden ist. Richter's Irrlehren über die Sozialdemol. '',•-—-- isbeit der kapitalistisch. enthalten die Quintessenz der Weisheit der kapitattpr> Parteien überhaupt; blos aus diqem Grunde findet Machwerk auch bei uns Beachtung. Nächstens ftH.B) Kampf zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Arbeit � Klassenstaat, zwischen Arbeit und jeglicher Art von schon in der Volksschule beginnen; neben das Parlament als Hauptschauplatz des Kampfes die Schule. Richter ist diesem Gedanken entzückt, während tieferblickende Lwc, die Sache mit großer Besorgniß betrachten,«on w vvv wvtM/v•..»» r, � � �" I~* o»-'-----/' r s.. 11/*" Standpunkte gewiß mit Recht. Ob Richter's Jrrlehru- � »nlv neifovii im(Slrfipn üekmiinti-te» am Ende ivirtiia- @#�0 Gedanken wir gestern im Scherz behaupteten, Leitfaden für den volkswirthschaftlichen bilden werden? Daß der Leitsaden seine ihnen beziehen wird, erscheint ganz sicher. w Die Irrlehren haben ja die begeisterte Zustimmung., Kartellbrüder, insbesondere z. B. des„Deutschen M hier rasch sein, sonst— die arme Franzel hat das Bew sein verloren." Oswaldt ließ das todtblasse Antlitz gegen die � � zurücksinken, in halber Ohnmacht. Als er des Herr wurde, der ihn erfaßt, waren die Bahre, und Hanna verschwunden. �rzte Ein Schrei löste sich von seinem Herzen; er I hinweg, ihmsii mch.__..,. *52 Gleichzeitig mit der Verwundeten langte er in d? '§ Alle bei Seite und sank neve> innner an. Er stieß Bahre nieder. Er blickte in das bleiche, schöne, geliebte Franzel. „Du lebst. Du lebst! Ich Hab' Dich wieder! mein Weib, mein Alles!—" Antlitz fe" F fjtflif ein'-weiu, wein �cue»;— nltW, Sie hatte soeben die Augen aufgeschlagen, tu isiii- wie damals, wo sie tzi der Ruine zum ersten Mal L Augen geblickt, und wie damals, hatte sie ein seliges~ „Oswaldt!" lispelte sie., oipl� Er warf sich über sie, er umfaßte sie, drückt die auf die Tücher, die ihren Leib umhüllten, und lacy weinte, fassungslos, von Krämpfen geschüttelt. Aber der Pecher riß ihn empor. „Willst Du sie tödten? Hier ist die größte � nöthig. Sie soll nicht sprechen, siehst Du denn �, da— ich habe ihr einen Nothverband angelegt, o. � fügte er leiser hinzu—„die Wunde ist tief und a Fl-ck..,.Li< Oswaldt war aufgesprungen, verstört, bis in M' erbleichend. Die Hüllen ivaren durch sein leid liches Ungestüm in Unordnung gebracht, eine weiße � blinkte hervor, und darunter der Saum eines Tuches.... y3 Wenn die Wunde an dieser Stelle war, mußte o � getroffen sein. ,,t 0 „Wo ist der Arzt?— Warum ist er noch chw Mein Gott, hier ist keine Minute zu verlieren—:.«w't Er sprang gegen die Thür, einem Wahnsinncki" zck' aber diese öffnete sich im seloen Augenblick und der trat mit Riehl ein. "7, Hessen augenblicklichen speziellen �Parteistaudpulckt wie »ngs nicht kennen, er wechselt so häusig— gefunden. ÄS-das antisemitisch-sreisinnige Kartell unter den Handlungs- gedilfen erbtet in der bürgerlichen Presse lebhafte Llk- Innung. Für die Sozialdemokratie ist die Entwickelung 5 Freisinns nach rechts hin nur ein Vortheil. 10 000 ZUark zu niedrig war zuerst die Armen- Unterstützung taxirt worden, die der nothlcidende Thaler- unllionär Lucius sich erwirkt hat. Nicht um 30 000, lonbetn um 40 000 Mark soll es sich nach der„Freis. Ztg." Endeln, die er durch den in Gnaden erlassenen Steuer- sich erspart hat. Auch verräth die„Freis. Ztg.", daß ähnliche Fälle bei anderen Millionären auf Kosten der «taatskasse wiederholt vorgekommen seien. Leider nennt die Ztg." die Namen dieser armen Schlucker nicht, für. elche der Staat in so väterlicher Weise gesorgt hat. Kein tassen' kie Herren sich diesen Staat nicht„umstürzen" .?.Q§ allgemeine Wahlrecht ist den Reaktionären aller «chattirungen ein Dorn im Auge. Sie hätten auch schon längst aufgehoben, wenn sie könnten. as_ liberale Bürgerthmn würde nicht ernsthaft Widerstand leisten, aber hinter dem allgemeinen Wahlrecht I ehen die deutschen Arbeiter, und die Millionen von Prole- werden sich gutwillig die best? Waffe in ihrem Eman- y�ouslaiupfe nicht aus den Händen schlagen lassen. Der ni!Iluc9 ein gefährliches Experiment sein. Trotzdem L«, e§ teilte, die gern mit dem Feuer spielen. So hat r konservative Führer, Herr v. Heltdorf, in einer Rede in u atow, er kandidirt in dem Kreise zum Reichstag, sich offen (k allgemeine Reichstags-Wahlrecht ausgesprochen. j,"2 Korrektur des allgemeinen Wahlrechts sei gegenüber Ni...'-uusichgrcifen der sozialistischen Ideen angebracht.— «fp Wesen der Sozialdemokratie ist bei einem � Junker gewiß nicht zu erwarten, aber diese mit k>!« 1,°� Zu fühlende Verwechselung von Ursache und Wir- �ng bleibt immerhin ein starkes Stück. L. �uch dem liiirgcrlich-n Sprachgebrauch versteht man anntlich unter der„Industrie" einfach die industriellen Wenn es z. B. heißt:„Die Industrie kann di/nr ö�reu Löhne vertragen," so meint man offenbar nicht lij,.„�ter, fondern blos die Unternehmer. Nach der bürger- .7» Auffassung sind die Arbeiter überhaupt eigentlich nur dtek-�Äuttionsmittel. Eine folgerichtige Weiterbildung « bürgerlichen Sprachgebrauchs nimmt der„Berliner en-Courier vor, da er auch unter den geographischen Bc- en Provinz, Distrikt u. s. w., wenn man sie für die toniZ ln �ct Provinz gebraucht, ausschließlich die Fabri- m.-fu, versteht. Das genannte Blatt meint z. B. von den arh?«'�n �er Arbeiterschutz-Kommission, betr. die Maximal- drm �t verheiratheter Arbeiterinnen;„Am meisten würden n,,.?11 natürlich diejenigen Distrikte Deutschlands betroffen m,.!!' ,n denen Arbeiterinnen in großer Zahl beschäftigt Der Sprachgebrauch ist in solchen Dingen höchst ukterfftisch. Man spricht unseren klassenbewußten Ar- tbi, die Vaterlandsliebe ab; aber diejenigen, welche dies rechnen selbst die Arbeiter gar nicht zum Vaterlaude. „„?�smännisch versteht man unter Teutschland Regenten A«r» nister, kapitalistisch die Unternehmer— das arbeitende " gehört nicht zum Vaterlande. Dlnk � Erbfreund, Uußland, beabsichtigt eine barbarische gegen fremde Staatsangehörige, welche aus aufm ausgewiesen, in ihrem Hcimatlande aber nicht i�iöenommcn werden, einzuführen. Derartige Fremde sollen Administrativen Wege nach Sibirien, nach Tobolsk oder «rÄ dem Gouvernement Perm verschickt werden. Diese am t»®®!"'llrde, wie eine Meldung der„Pol. Korr." betont, t«..dartesten jene deutschen Staatsangehörigen in Rußland Altar11' zufolge längeren unbefugten Aufenthaltes im liifr"de, in ihrer Heimath der Staatsangehörigkeit ver- llng wurden. Den, r®„Kt-ide der französischen Geselllchaft," der putirte und Bankdirektor Mary Raynaud, ist, nachdem Millionen unterschlagen, flüchtig geworden. Die stuf. Polizei hat gegenwärtig so viel im Dienste des zu thun, hat so viel irrthümliche Verhaftungen vor- »u i � um ihren Eifer in der Verfolgung Padlewski's ro«.-??!son, daß sie kaum Zeit finden wird, um diesen zoiffchen„Winkelmann" zu erwischen. des Holland hat jetzt das große Glück, von der Tochter verstorbenen Königs, Ihrer Majestät der elfjährigen Königin Wilhelmine,, beherrscht zu werden. Vorläufig bc- sorgt es freilich für das Kind noch die Mutter. Die Königin kann aber sagen:„Des Königs von Serbien Alexander I. Majestät ist nur vier Jahre älter als ich, nämlich 15. Und Spaniens allerchristlichster König Alfons Xlll. Majestät ist noch sieben Jahre jünger, nämlich erst 4. Also sind wir drei zusammen genau SO Jahre alt."— Das ist fteilich ein kindliches Exempel, aber auch ein Exempel für große Kinder. O' B r i e n hat sich telegraphisch für den WirUtvili Parnrll s ausgesprochen. Parnell bereitet ein Manifest an „sein Volk" vor. Die belgische Kammer hat einstimmig beschlossen, den Antrag Janson auf Revision der Verfassung— in Er- �00011119 zu ziehen. Das ist freilich nur die höfliche Floskel nr die Vertagung der Angelegenheit. Aber der Druck von außen(pressure from without), der die Kammer zu dieser Höflichkeit zwang, wird ihr hoffentlich bald auch ernst- hafte Konzessionen in Sachen des Wahlrechts abzwingen. I den Sie sie!" rief Oswaldt, mit seinen heißen Hän- barinen!* �anl) i)eä Doktors erfassend,..haben Sie Er- „haben �elch-?t wendete sich sofort der Verwundeten zu, um diest bemiihte. Er chlug das Tuch, welches zurück llsPtig wieder um sie ge chlnngen, von der Brust zetstm VI}v. �Keid, ihr Hemd'elbst waren blutig und «tust �?Ker ihre Linke Hielt die Lumpen über der zarten Kein er boa'"cht, mein Kind," sagte er, in- Hals fci«.,,, das unter den Arm gelegt und gegen den das i,°""U'geblinden war, löste.„Die Blutung ist gestillt, J* öut aber die Stelle— ich muß hier genau unter- Personen, sich zu entfernen. �Jch bitte sämmtliche bat r..W?.' nUr"neu Assistenten. lUfllbt wich hier, ich flehe Sie darum an," n den Kopf. 9<"iä abopjt t(� ani wenigsten brauchen, junger Mann, Seiii r.?non, daß Ihr Puls 140 Schläge hat." leagender Blick traf auf Hanna, diese nickte % Ww.k�iK tapfer seiiy Herr Doktor, Sie sollen mit -e?er eebt.ÜLfe Sie sagte es fest und entschlossen, mit ......Roheit mit Denmth iich'verest Leiblichen Empfindung, Wiedererschernen Hann�" � ein 9«nrt•»a war so inu,. # d-m man das %...... VVVVVV».|�V�------- V. e,.ff »fff f.»>iaur» uo.zovizt.--.....•_. �"Sliche» Herzen pochten heftig, und was sich in diesen Mcht"Minuten da zusanimcndrängte an Hoffnung und '>t bns' �ntzEntiagung und Verlangen, an Liebe und Pein, Lfcher st__________ ,uipt hinaus. Da fühlte er eine Haiid. legte. (Schluß folgt.) 56 Keneste Nachrichten. London, 26. November, 2 Uhr Minuten.(Privattelegrauun des„Berl. Volksbl.") Zum siebenzigsten Geburtstage erhielt Engels in Jugend- und Kaiupfesfrische die Glückwünsche der Proletarier aller Länder. Briefe und Telegramme sprechen dem Geistesbruder unseres Marx, au den noch so viel Hoffnungen sich knüpfen. Dank und Gruß aus. Als Vertreter der deutschen Sozialdemokratie sind Bebel, Liebknecht und Singer zur Feier im engsten Freundeskreis gekommen. Krüssel, 28. November. die in Belgien erscheinende für Frankreich verboten. Die französische Regierung hat sozialistische Zeitung„Peuple" Kreslau. Die Nr. 40 der„Schles. Nachrichten" wurde vor einiger Zeit beschlagnahmt, weil in dieser Nummer nach Angabe des Staatsanwalts„in einer den öffentlichen Frieden gefährden- den Weise verschiedene Klaffen der Bevölkerung gegen einander öffentlich anfgereizt" werden. Nicht genug aber, daß gegen den verantwortlichen Redakteur Anklage erhoben wird, werden nun auch die Kolporteure, welche die fragliche Nummer verbreitet haben, gerichtlich verfolgt. Wenigstens meldet ein Kolporteur, daß er vom Landgericht Vrieg eine Vorladung behufs Voruntersuchung in dieser Sache erhalten habe. Nach§ 21 des Preßgesetzes ist das freilich zu- lässig, aber es ist unseres Wissens wohl noch nie dagewesen, daß in einem solchen Falle auch alle diejenigen, welche die Druckschrift gewerbsmäßig vertrieben oder sonst öffentlich verbreitet haben, mit bestraft werden. Ist es nicht ein wenig zu viel verlangt von einem Kolporteur, der seinen Kunden die Zeitung möglichst schnell ins Haus besorgen soll, daß er erst den Inhalt derselben prüft, ob er etwas Strafbares enthält? Und bekanntlich ist diese Prüfung heute selbst für juristische Fachmänner nicht so leicht, da ja die Richter verschiedener Instanzen in solchen Fällen oft ganz ent- gegengesetzte Urtheile fällen! Nun fehlt nur noch, daß die Lehrlinge und die Punktirerinne» zur Verantwortung gezogen werden, dann sind alle Betheiligten getroffen! Oder— noch nicht? Müßte nicht vielleicht Se. Exzellenz der Herr Staatssekretär Stephan mitsammt dem ganzen Postpersonal ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden? Diese haben doch auch zur Verbreitung beigetragen? Zur Erheiterung unserer Leser theilen wir in Folgen- dem die Enthüllungen mit, die irgend ein zeilenschindender Reporter der„Saale-Zeitung aufgebunden hat und die von einer Anzahl Blätter gleichen Kalibers nachgedruckt worden: „Der so viel gerühmte„Opfermuth" der Sozialdemokraten wird jetzt durch ihre Führer auf eine recht harte Probe ge- stellt. Infolge der täglich wachsenden Arbeitslosigkeit und an- derer Umstände, wird es den Genossen sehr schwer, die üblichen Bons zum Besten der Parteikasse regelmäßig abzunehmen und zu honoriren. Selbst in den großen Zentren, wo die Partei- diszipli» noch tiefer wurzelt wie anderswo, bedarf es der ganzen Energie der mit diesem Geschäft betrauten Genoffen, um diese stetig zunehmende Lauheit nicht in offenen Widerstand ausarten zu lassen. Wenn sie sich auf den großeu Bauten und vor den Fabriken einfinden, um den Obolus einzusammeln, er- eignet es sich nur zu oft, daß sich der größte Theil der Ge- nossen durch«ine Hinterthür„drückt". Insofern ist es seit dem Aufhören des Ausnahmegesetzes ein für die Parteileitung recht peinlicher Umschwung zum Besseren zu konftatiren. Daß der noch immer nicht beendigte Kampf zwischen Alten und Jungen dabei eine mitbestimmende Rolle spielt, kann ernsthast nicht bestritten werde». In erster Linie aber ist es unzweifelhaft der zunehmende Mangel an Beschäftigung, welcher die großen Massen wesentlich zahmer gestimmt hat. Am schwerfteu leiden darunter die Bauarbeiter, besonders die Maurer, von denen die Mehrzahl nothgedrungen vom eigenen Fette zehrt. Die geringe Minderheit, welche noch Arbeit hat, wird im Vergleiche zum vorigen Jahre mit geradezu lächerlichen Lohnsätzen ab- gespeist. Während damals pro Stunde 60, 70 und auch 80 Pf. dezahlt wurden, müssen sie sich jetzt mit 40 und 45 Pf., oft auch mit 35 Pf. begnügen. Die allgemeine geschäftliche Flau- heit, welche die Sozialdempkratie nicht zum mindesten mit ver- schuldet hat, übt auch nach dieser Richtung eine ernüchternde Wirkung. Der Parteileitung, welche, berauscht durch äugen- blickliche Erfolge, von Anfang an den Mund viel zu voll ge- nommen hatte, wird es von den Betroffenen schwer verübelt, daß sie nicht einmal in der Lage ist, die Löhne herauf- zuschraube». Hier liegt der wunde Punkt, Ivo die„Jungen" gegenwärtig inzt Erfolg ihren Hebel ansetze». Mau bilde sich niithin nur nicht ein, daß das Liebknecht- Singer'sche Kompagniegeschäft nur auf Rosen gebettet wäre. Nichts weniger als das." Die Ehre einer Widerlegung thun wir dem Blödsinn natürlich nicht an. zlrber ein neuro Steuer- Skandalosut» berichtet die klerikale„Trcmouia" in Dortmund:„Veröffentlicht zu wer- den verdient es, daß Herr Masseuez, Generaldirektor der Hörder HermamisHütte, im letzten Jahre mit 575 M., also znr 14. Stufe mit einem Einkommen von 10 500 M., eingeschätzt war, während das feste Gehalt dieses Herrn 20 000 M. beträgt und er außerdem an Tantiemen u. s. w. 70 000 bis 80 000 M. eingeheimst haben soll." Krrichtigung. Uebers." das Gehalt Versicheruimsamtes durch eii worden. Sie erhalten nicht je In der gestrigen Nummer ist unter„Polit. der sieben ständige» Mitglieder des Reichs- ' einen Druckfehler falsch augegeben 7500 M., sonder» nur 5700 M. Soziale Mebevsrckzk. Aufruf an die LithograpI,iest-in-Kchl»ifer. Priig-v und Serufogrnossen. Kollegen! BerufSgenosseu! Wenn je daZ Wort des großen Mannes Werth und Bedeutung gehabt hat, welches lautet:„Proletarier aller Länder vereinigt Euch!" so hat es jetzt seinen vollsten Werth, denn fast noch nie hat der Kampf ums Dasein so viel Opfer gefordert und ist m solcher Härte aus- getreten, wie gerade, in unserer Zeit. Darum, Kollegen, ermannt Euch, laßt alles Persönliche bei Seite und tretet mit in die Reihen der Kämpfenden. Alles dieses ivird weiter auf das Deut- lichste gekennzeichnet, wenn man die Beschlüsse und Berathüngen der für uns maßgebenden Körperschafte» der Arbeiterpartei ver- folgt. Der Parteitag zu Halle, sowie die Gewerkschafts-Konferenz in Berlin haben beredtes Zeugniß abgelegt von der Nothwendig- keit des geschlossenen Vorgehens der Arbeiter in festgegliederten Gcwerkschasts-Organisationcn, um so als zielbewußte Arbeiter in den Kampf gegen das Kapital gerüstet dazustehen. Wer noch dazu die Bewegung unserer Branche in der letzten Zeit mit offenen Augen betrachtet hat, wird zu dem Bewußtsein gekommen sein, daß ohne eine feste Organisation nichts zu erreichen ist. Kollegen, die Uiiterzcichnetcn treten hiermit an Euch heran mit der Mahnung. Euch anzuschließen an den Fachverein der Stein- schleifer und Präger, um so gemeinsam mit uns die gesteckten Ziele anzustreben. Weiter bitten wir, am Montag alle Mann zu erscheinen in der Versammlung im Böhmischen Brauhause(stehe Inserat d. Pummer), wo auch wir unsere Delegirten zum Kon- gresse gemeinsam zu wählen haben. A. Klauß, Präger. W. Z echert, Schleifer. Der Streik der Rahmenveraolder ist beendet. Wir ersuchen die Gelvertschaften, die von uns erhaltenen Listen so schnell wie möglich an E. Köpnik, Magazin- und Schillingstraßen- Ecke, zurückzusenden. Die Lohnkommission der Vergolder. Nsrfmmulmrgen. Eine öffentliche Volksversammlung fand Dienstag Abend unter Vorsitz des Genossen Dimmick statt, um zu der Trinkgelderfrage der Kellner Stellung zu nehmen. Hierzu sprach zunächst Genosse Gründe!. Er erinnert an die große Mühe, welche es gekostet habe, die Kellner zu organisiren. Die Lage der Kellner ist eine andere, als die der anderen Ar- beiter, sie sind nicht Lohnarbeiter in dem Sinne, daß sie von ihrem Prinzipal Lohn erhalten, sondern sie sind auf die Bettel- Pfennige von Seiten des Publikums angewiesen. Die Arbeiter müssen die Kellner in ihrem Kampfe unterstützen. Die Berliner Streik-Kontrolkommission hat aus diesem Grunde die bekannten Resolutionen gefaßt. Es werden fortan die organisirten Kellner Marken bei sich tragen, welche sie auf Wunsch den Gästen vor- zuzeigen haben, nur diejenigen, welche mit solchen Leinwand- marken versehen sind, sollen ein Trinkgeld erhalten.(Beifall.) Der Korreferent, Kellner Polier, führt aus: Bevor wir zu dem Mittel mit dem Erkennungszeichen schritten, haben wir es auf jede andere Weise versucht, die Masse aufzuklären, jedoch mit sehr geringem Erfolge. Die Arbeiter haben das Recht, nur denen ein Trinkgeld zu bewilligen, welche sich mit ihnen soli- darisch erklären. Außerdem verlangen wir von den Arbeitern gar keine inaterielle Unterstützung, wir hoffen aber, daß sie für uns eintreten werden.(Beifall.) Gen. Wilde: Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß wir die Kellner durch Wort und Schrift zur sozialdemokratischen Arbeiterbewegung heranziehen müssen. Jedoch durch die beab- sichtigten Zwangsmaßregeln wird die politische Heuchelei groß- gezogen. Außerdem setzen wir die Kellner dadurch großen Gefahren aus, weil auch ebenso gut Bourgeois sie nach dem Erkennungszeichen fragen könnten. Deshalb rathc ich Ihnen, die eingebrachten Resolutionen abzulehnen.(BeisallundWiderspruch.) Kellner Thomas: Die Kellner sind infolge ihrer langen, durchschnittlich 18 Stunden währenden Arbeitszeit nicht im Stande, politisch zu denken, sie müssen aufgerüttelt werden. Die Forde- rung der Kellner können die Arbeiter sehr leicht durchführen ohne die ersteren. Man braucht gar nicht befürchten, daß die Kellner sich Gefahren aussetzen, ich vertraue auf den Kellnerwitz, der es ihnen ermöglichen wird, einen Spitzel von einem Arbeiter zu unterscheiden. Ich ersuche sie, die Resolutionen anzunehmen. (Beifall.) Kellner Ebert ist für die Resolutionen. Die Gewerkschafts- bewegung sei keine politische, sondern eine fachgewerkliche. Die Beschlüsie der Berliner Streik-Kontrolkommission müssen vor allen Dingen hoch gehalten werden.(Beifall.) Genosse Maurer: Ich bin der Meinung, daß durch die vorgeschlagene Resolution im Prinzip das Almosengeben gebilligt wird(Ruf: Ist nicht war!), dann muß hierzu wenigstens ein Amendement beigefügt werden. Hinsichtlich des Markensystems hege ich die Befürchtung, daß dadurch leicht das Gegentheil von dem Beabsichtigten herbeigeführt werden könnte. Die Streik- Kontrolkommission ist keineswegs ein unfehlbarer Papst, sie kann sich ebenso irre», wie jede andere Institution.(Beifall.) Nach- dem noch ein Redner für die Resolutionen gesprochen, erklärt Gast- wirth Martin Herzberg(mit Aha! begrüßt): Ich wundere mich sehr, daß die Berliner Führer— die Slreikkommission repräsentirt doch wohl die Elite der Berliner Arbeiter— sich gemüßigt gesehen haben, mit ihren Prinzipien zu brechen, indem sie Ideen mit Zwang einführen wolle».(Vereinzelte Zustimmung.) Ich glaube auch, daß sie damit nur politische Heuchelei großziehen. Ferner mache ich Sie darauf aufmerksam, daß die Masse der Kellner Ihren Tendenzen nicht huldigt, durch den erzwungenen Massenbeitritt können Sie es leicht herbeiführen, daß die bis- herigen Tendenzen umgestoßen werden, und dann würden Sie nach kurzer Frist genöthigt sein, aufzufordern, von jetzt ab den Mitgliedern des Fachvereins kein Trinkgeld zu geben.(Unruhe, einige Schlußrufe wahrend seiner Rede, vereinzelter Beifall.) Gründe!: Ich bin nicht der Meinung, daß politische Heuchelei groß gezogen wird. Die Herangezogenen werden dann schon aus- geklärt werden. Betreffs der Maßregelungen verlangen wir auch nur dort die Beobachtung der Resolutionen, wo vorwiegend Arbeiter verkehren. Herr Herzverg habe weniger im Interesse seiner früheren Arbeitskollegen, als im eigenen Interesse als Gastwirth gesprochen. Er hat mir bei Beginn der Kellnerbewegung versprochen, sich uns anzuschließen, später hat er sein Wort nicht ge- halte».(Lebhafter Beifall.) Nachdem auch Thomas gegen Hcrzberg gesprochen und Polier nochmals seinen Standpunkt vertreten, protestirt Ktinger gegen das Verfahren, die Gesinnung eines Genossen anzuzweifeln, wenn derselbe eine andere Meinung habe, als die Mehrzahl. Er sei lediglich aus prinzipiellen Gründen für die Ablehnung. Nachdem noch Rühl und Wagner sich für die Resolutionen erklärt, führt Wilde nochmals aus, daß die Kellner ohne Trink- gelber nicht existireu könnten(Widerspruch) und bittet um Ab- lehiumg der Resolutionen. J»> Schlußwort begründet Gründe! nochmals seinen Stand- punkl. Ein Autrag, eine«ommisston zur Behandlung dieser Frage zu wähle», wird mit kleiner Majorität abgelehnt. Für nachstehende Resolution entscheidet sich die überwiegende Mehrheit: Die heutige Volksversammlung beschließt, die Beschlüsse der Berliner Streik- Kontrolkommission anzuerkennen und mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln dafür einzutreten, daß die Kellner durch eine starke Organisation eine bessere Lebensstellung sich ver- fchaffen könne». � Bev Urreitt der Vavq»>ettbad«i»I-g,r hielt am 24. d. eine Generalversammlung ab. Die Vierteljahrs-Abrechnung ergab c!ne!L Kasfenbestand von 99,59 M., während das Stiftungsiest ein Destzit von 18,65 M. verursacht hatte.— Zu Verschiedenem er w» ,a�'. � Kein Zentralverbaude der Tischler Teutschlands anzuschließen und wurde beschlossen, zu dieser An- gelegenheit eine öffentliche Versammluiig der Bodenleger ein- zuberufen. Nächste Vorstandssitzung findet am 15., die Generalver- ?. 22, Dezember bei Weigt statt. Zum 14. Dezeinber, Abends b Uhr, wo eine musikalische Abeudunterhaltung bei Weigt. Markgrafeustraße 87, stattfindet, sind die Mitglieder des Vereins neb,t Damen eingeladen. Theater. Sonnabend, den 29. Novbr. Gpernhauo. Lohengrin. Kchanspielhano. Der Marquis von Robillard. Frfstng-T�eater. Raskolnikow. Kerlinrr Theater. Kenn. Deutsches Theater. Mein Leopold. Friedrich-Milhelmltädt. Theater. Königsgardist. Sonne und Erde. Mallnrr-Theatrr. In Hemdsärmeln. Pension Schöller. Residenz-Theater. Der Kampf ums Dasein. Viktoria» Theater. Geschlossen. Krllealliance» Theater. Mamsell Nitouche. Gstend-Theater. Emin Pascha. Thomas» Theater. Der Soldaten- freund. Adolph Crnst» Theater. Unsere Don Juans. Kiirgrrliches Schauspielhaus. Der Eisonkel. Kaufmann'» Uarists. Große Spezialitäten-Vorstellung.' Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten-Vorst ellung. Coneordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Variötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung._____ Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander- straße 27c. Franka Scholz, Kostüm-Soubrette. Geachw. Wildenfels, Gesangs- Duettisten. Richard Gersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Truppe Blumenfeld, Parterre- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- künstler. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags tVi Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. VtMljsement Buggenhagen am Moritzplatz. _ Täglich: Grosses Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Wochentags 10 Pfg., Sonn- and Festtags 25 Pfg. Entr6e Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Aussichank�von Patzenhofer 641 Seidel 15 Pf. F. Malier. alle« Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit G«art«tt-Sängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 708 F. Sodtke. Passage-Panopticum. Unter den Linden 22/23.[7421 Panorilme«. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Volkasiinger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. a Castan's Panopticum. Entree 60 Pfg., Kinder 85 Pfg |ö. 9 Uhr Morgens bis 10 1 Abends. "Vorstellung ;. HVa w. 12V» Uhr. Nachm. v.dVe-OVeUhr eine Vorstellung.� Erlra-Entree 30 Pfg. Kinder frei. I Spiegel und Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preises Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Meyers, Brockhaus' Lexica, Bücher, Bibliotheken kauft A. Hannemann, Kochstr. 56,1.[781 Circns Renz. Karlstraße. Sonnabend, den 29. November er., Abends 7 Uhr: Zum 1. Male in dieser Saison. Gesetzl.geschützt! Gesetzl. geschützt! Zin dunklen Erdtheil. (Einnahme von Bagamyos.) Große equestrische Original- Pantomime, dem afrikanischen Leben entnommen, arrang. und in Scene gesetzt vom Dir. E. Renz. Tänze, Gruppirungen, Evolutionen und militärische E-xerzitien vomBalletmeister Kuoll. Musik v. Kapellmeister Cahnbley. Kostüme und Requisiten vollst, neu. Außerdem wird besonders hervorge- hoben: 4 arab. Vollblut- Schimmel- Hengste zusammen in Freiheit dressirt und vorgeführt vom Dir. E. Renz. 4 hohe Schulen, ger. von den jungen Damen Frls. Clotilde Hager, Helga Hager, Oceana Renz und Vidal. Auf- treten der Künstler-Spezialitäten Herren I. F. Clarke, Rodgers, Brunell Fillis und 4 gebr. Briatore, der Damen Miß Zampa, Frls. Lillie und Rosa Meers und Adele. Morgen, Sonntag: Zwei Vorstellungen, um 3 Uhr Nachm.(1 Kind frei) Mazeppa. Um 7V» Uhr: Im dunklen Erdtheil. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Heute Abend 7Vs Uhr: Gr. Clown- n. Komiker-Vorst. Besonders hervorzuheben: Zum 1. Male: Mr. und Mrs. Brown auf Reisen, komische Scene, dargestellt von Herrn Aguimoff, Tanti, Bimbo und Meers. Zum 1. 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Qoldsohmldt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[746 Kinömoap. 9t' s-9et-— Vorgestern Abend wurde meine liebe Frau von einem kräftigen Mädchen schwer, aber glücklich entbunden. 907 Alb. Gruenvvald. Unserem lieben Freund und freund- lichen Lindenwirth, Herrn Karl Eich berg, Lindenstr. 51 u. 52, zu seinem heutigen Wiegenfeste ein drei Mal donnerndes Hoch. 906 Die Stammgäste. Den Mitgliedern des Sozial- demokratischen Wahlvereins des 4. Verl. Reichstags-Wahlkreises zur Nachricht, daß in der Nacht vom 25.-26. November das Mitglied Genosse Heim, Bauarbeiter, an der Proletarierkrankheit ver- storben ist. Derselbe war ein treues Mitglied und ein ehrlicher Genosse. „Ehre seinem Andenken." Die Beerdigung findet Morgen, Sonntag, den 30. Nov., Nachm. 3 Uhr, vom TrauerhauseLübbener- straße 9 aus nach dem Kirchhof der Emmausgemeinde statt. Um rege Betheiligung ersucht 917 Der Vorstand. Todesanzeige. Freie Pereinigung der Kauarbeiter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Gustav Heim am 25. d. M. verstorben ist. Die Be- erdiguna findet am Sonntag, den 30. d. M., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Lübbenerstr. 9, nach dem Kirchhof der Emmaus-Gemeinde statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 918 Drr Vorstand. Lejseutliße Versnmmlnng sammti. Feilenhauer Berlins u. Umg. am Montag, den 1. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Meißner, Garten- straße 162, Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu dem am 28. Dez. stattfindenden Delegirtentage, eventuell Wahl der Delegirten. 2. Wahl eines Delegirten zur Berliner Streik- Kontrolkommission. 3. Verschiedenes. Um das Erscheinen eines jeden Koll. ersucht 922 Der Einberufer. .Andr»aostr.A3,H.pt. Große Versammlung der Vcrein.!j.SchmeöeIeutslhlkui>s (Zahlstelle Berlin) am Sonntag, den 30. Nov., Vorm. 10 Uhr in Feuer st ein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Die Gewinnbetheiligung der Ar- beiter und wie ist ihre Lage zu ver- bessern? Referent R. Millarg. 2. Dis- kussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Wie stellen wir uns zur Wahl von tilfskassirern? 5. Verschiedenes und ragekasten. Gäste haben Zutritt. 913 Die Ortsverwaltung. Zentralverein deutscher Böttcher. Sonntag, den 30. November, Vormittags 11 Uhr, in Heise s Salon, Lichtenbergerstr. 21, Uersammlung. Um vollzähliges Erscheinen ersucht 904 Der 1. Bevollmächtigte. Fahverein i». lnBuckMereien unö vernianöteu Betrieben be- sAstigten Arbeiter. Mitgl.-Versammlung Montag, den I. Dezember, Abends l/s9 Uhr, in Feuerstein s oberem Saal, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Bericht über den R o f en th al' schen Streik. 3. Ver- schiedenes. 914 D»r Vorstand. „Marque Belgique" Alezanderstr. 28,[682 empfiehlt Tognac, ff. jiquenr» ic. zu billigsten Preisen in Flaschen, nach Maß und in Gläsern. Benediktiner pr. Fl. l'/e M., Glas 10Pf. Stonsdorfer- IM.- 5- 5- 5- "CilltJlUC xvvoc f W.W 10 s do. de Vanille- 1-- 10- do. de Marasquin Fl. IM.- 10- Crambamvuli pr. Fl. 1 M.,- 10- Knickebein pro Glas 20 Pf. Nordhäuser mit Punsch pr. Lit. 60- Luft mit Luft, pr. Liter 1 M. Cognac nne Champagne zu ver- iedenen Preisen in Originalflaschen. ünch. Bier v. O. Berliner a Gl. 10 Pf. Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. , Große öffentliche Versammlung cr Litdogrifhe«, Slmimftt, Miser, Pchn ul«»«. BttM»jse», smie dn in der Bruch m. MeiteiiiH rtv---- f_—-i((--- � j 01/rt|, f M am Montag, den 1. Dezember, Abends SVa Uhr, im„Böhmischen Brauhause", Landsberger Allee 11/13. Tages-Ordnung: Vortrag. Unsere Organisation wie sie ist und wie sie sein soll. Res M. P r e u ß.— Diskussion.— Wahl der Delegirten zum Kongreß. Diäte«- frage. Bericht der Lohnkommission. Ref. H. Lie b ig.— Bericht der Dele- girten von der Berliner Streik-Kontrolkommission. Ref. H. Schöpfe.— Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 905 Der Einberufer. Oauverein EBerL Bildhauer« Dienstag, den 2. Dezember, Abends v# Uhr, bei Kässner, Annenstraße Nr. 16: Außerordentliche General-UersammUmg 910 Tages-Ordnung: 1. Berathung des Lokalstatuts. 2. Geschäftliches. 3. Verschiedenes. Arr Vorstand. Große öffentliche Versammlung öer liier unb IWenarbeiter Berlins nnb llmgegenb am Sonntag, den 30. November cr., Bormittags 9V» U hr- in K r ü g e r' s Bierhallen, Gr. Frankfurlerstr. 99(neben der Krautstraße.) , �. T a g �.s- O r d n u n g: 9ll 1. Was kann der Reichstag der arbeitenden Klasse nützen? Referent Herr Dr. L ü t g e n a u. 2. Diskussion. 3. Rechenschaftsbericht der Revisions- Kommission. 4. Rechenschaftsbericht der Delegirten der Berliner Streik-Kon- trolkommission. 5. Verschiedenes.— Um zahlreichen Besuch bittet Die Revisions-Kommission. Freie Vemvigunn Der Bnu- nnb geiverblilhen Hilssarbeiter *cn Schöneberg und Umgegend. 9(m Sonnadrnd. den 29. d. Mts., in Gründer'» Westend- R-si-nrc», Schwerin st raße 13: ,r Familien- Tanz Kränzchen. Sämmtliche Kollegen sind hierzu ergebenst eingeladen.. Brllets(Herren 40, Damen 25 Pf.) find beim Komitee und Vorstand vorher zu haben. 843 Verein zur Wahrnng ber Interessen ber Klavierarbeiser nnö venvanöter Berussgenoisen. General-Versammlung am Montag, den I. Dezember, Abends 8Vs Uhr,"## in DeigmUller's Salon, Alte Jakobstraße 48 a. Tages-Ordnung: 1. Ersatzwahl des Vorstandes und der Kommissionen. 2. Vereinsangi- legenheit.— Um recht pünktliches Erscheinen ersucht 920 Der Vorstand. Fachverein sämmtl. in den Glace- u. Karton- Papierfabriken besch. Arbeitern. Arbeiterinnen. Sonntag, den 30. November, Vormittags IQ1/» Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselstraße Nr. 10: Große Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnung:,„ 1 Vortrag des Herrn Robert Kunkel über Frauen-Emanzipatio»' 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 903_ Der vorltand.___ 2 grs öffentl. Versammlunger für Frauen und Männer SWf" 1. am Sonntag, den 30. November cr., Abends 6 Uhr,"S— in den„Zentral-Festsälen", Oranienstr. 180. ,z Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pinn über„Norva konventionelle Lügen der Kulturmenschheit". 2. Diskussion. 3. Verschiede" Nach der Versammlung gefelliges Beisammensein. 2. Am Dienstag, den 2. Dezember cr., Abends 3Ve Uhr,"WS in Nürnberg's Salon, Schönhauser Allee 23.„, Tagesordnung; 1. Vortrag des Herrn J.Türk über„Hex --*!•=•-.*!— o 902 Ol» Seauttragt»«�-- Prozesse". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Fachvereln der Tischler (für West- und Südwest). Sonntag, den 30. November er., Vormittags 10V» U h r' in RennefahrVs Salon, Dennewitzstraße 13: Große e Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgen au über: Das eherne Loh»» � und die Produktiv-Genossenschaften. 2. Diskussion. 3. Was ist zu thun,. die Kollegen des Westens mehr zum Verein heranzuziehen? 4. Verschieden Kollegen, thue jeder seine Schuldigkeit, um möglichst viele Kollegen he» � zuziehen, damit die Versammlung besser besucht wird, als es in letzter Zeu Fall war.[912] Der KrvoUmächtigt-t� Berliner Unions-Brauerei. Den vielseitigen Wünschen des Publikums entgegenkommend, haben wir uns entschlossen, neben unserem seit vielen Jahren einge- führten und fortdauernd sehr beliebten 91° Münchener Bier auch unser vorzügliches Pilsener Bier und' helles Lagerbier in Flaschen abzugeben. Wir offeriren unser Münchener und Pilsener Bier 85 große oder 30 kleine Flaschen für 3 Mark und unser helles Lagerbier 30 große oder 36 kleine Flaschen für 3 Mark. Berliner Unions-Brnnerei Hasenhaide 22—31. Telephon 9. 9360. Verantwortlicher Redakteur: Curt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beutbstraße 2. Hier?« zwei Kei� 1. eilage zum Berliner Bolksblalt. Nr. 378. Sonnabend, den 39. Uovemder 1899. 7. Jahrg. Hoimles. Die jüngste Krisis der argentinischen Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Welt- eilnnL Düring Brothers u. Co. gestattete einen überaus inter- Bon x" �sublick in die Koulissengeheimnisse der großen Gründer. Arn»».�. mec Milliarden Mark, um welche der winzige Staat jja?ttj5;nien mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern in ann»�..�' provinziellen, Stadt- und Hypothekenanleihen Europa an h« 1'" e'ne srhr erkleckliche Summe als Gründergewinn Ann« Hunden der Unternehmer kleben geblieben, und, wenn Aein"r5.!1 i)em von der Krisis betroffenen Hause absieht, auch snnt n uch�Sestellt worden. Die Erklärung der Deutschen Bank ist fÜS"' Qr' �uß die Leitung der Bank so vorsichtig gewesen »eitnn?.uns den Risiken der argentinischen Engagements recht- >n«»„ umaus zubegeben, so daß Verpflichtungen für die Zukunft "ennenswerther Höhe nicht vorhanden seien. b03 ��.iassfoste» zahlt also wieder einmal in der Hauptsache ublikum" (nnW� e5'udeß auch bei uns in den engeren Kreisen des Ael». m 66,1 ätzten Jahren nicht an Objekten gemangelt hat, ...von gewinnsüchtigen Unternehmern zur Ausbeutung der scbnn< gen Publikums herangezogen wurden, davon haben wir .v'ahme Fälle angeführt, zuletzt erst die Gründung des bna �en Hutfabrik. Daß dieselbe etwas dunkel war, beweist der" vach Liquidation, wofür nach der eigenen Erklärung EeUniis on in der Aufsichtsraths- Sitzung vom 18. Mai die �"jC�vtroidlung jiicht maßgebend gewesen sein kann. Denn Menb, wurde konstatirt, daß in den ersten neun Mouaten des so w.<" Geschäftsjahres der Absatz ein sehr guter gewesen sei, sick m- v�ündete Hoffnung vorhanden sei, daß der Jahresschluß deiw' r stens ebenso günstig wie im Vorjahre, wenn nicht noch "� gestalten werde. Anschein nach handelt es sich bei dieser Liquidation Üm-m.*, uni �ie Ausderweltschaffung eines dunklen Gründungs- Aenn" Diese Wahrscheinlichkeit tritt um so stärker hervor, s. q vsan erfährt, daß die hiesige Firma Gebr. Gllttentag, ivelche Emittentin figurirte, nur von der Firma Jacob Landau Wiü.r' 6,1 war. Weshalb versteckt sich diese Firma hinter der sy»?. vannten? Ohne Grund wahrlich nicht. Sie hat sich doch nehm,!1'6 � zimperlich bei der Gründung von Industrie- Unter- kij� vgen gezeigt, denn ihr Sündenregister ist ziemlich umfang- fiifrift.. Firma hat manche böse Gründung auf dem Kerbholz Hör» 2. wgend etwas noch der Ausklärung bedürftig. Die Aktion zn-j. wurden bitteres Unrecht an sich selbst thun, wenn sie ohne sie nilv vuf die 32 pCt. Gründergewinn verzichten wollten, ehe At unbedingte Klarheit der Sachlage haben. «nd.» Fall, daß sich ein Bankier bei Gründungen hinter einen WnS" versteckt, ist übrigens so selten nicht. Meistens der nr 11,011 hierüber nichts. Es sind uns aber aus der Zeit bekn». �ar letzten Gründungsepoche mehrere solcher Fälle dj. und merkwürdig— in allen diesen Fällen sind die Aktien, Ud«»?11 Agios von 25 bis 30 pCt. ausgegeben wurden, sehr schnell k;. wCJn /> of 1 1 n fnri rttn'fMSovrtOWtutt ffoHf tn sich gründen zu lassen, oder aber da es ihnen sonst unmöglich gewesen wäre, sich Der„D. Oekonomist" berechnet, ..„n Parikurs gesunken. Den'Gründergewinn stellt tn >st xg i � Betrag des Agios dar. Nach dem Aktienrecht �0fH die von den Vorbesitzern übernommenen 1 Aktiengesellschaft über den z. Z. herrschenden �tirt-n«n angerechnet werden. Der Vorbesitzer erhält den ab- »bex(„rf.erth der eingebrachten Objekte ausgezahlt, die Gründer »oin m'tV-l'-H rin Agio, je nach den Umständen von 20 bis 60 pCt. »nnx rlum zahlen, und dieses Agio ist ihr Profit. Anbllss» ds sich um ein schon lange bestehendes, renommirtes hoch �«nent, dann mag es noch hingehen, wenn das Agio so i- wird, aber es sind auch Gründungen vorgenommen ktnyx.' bei denen die Vorbesitzer vor der Alternative P daß der ef1» a�cr äU �alten--•______ den, 1 /'Urswerth der Industrie-Aktien an der Berliner Börse seit �chtios2;!m» sw 1�90 um 750 Millionen M. gesunken sei. Die hiJ vwser Rechnung vorausgesetzt, wäre damit bewiesen, llm, 750 Millionen Mark ein Werk der exzessivesten "«er»>, wv gewesen sind, aufgebaut auf falschen Vorffellungen biass« Konjunktur. In dieser selben Zeit aber sind die Un- das TiA„let, Etablissements gegründet worden mit einem Agio, ■aeifw iwch vielen Millionen Mark beziffert. Heute ist in den n*cine®Pur wehr von Agio zu entdecken. Die Plibljk,,° 11. Bankiers haben sich demnach von dem großen lassen. göÄt'len eingebildeten Werth, die Konjunktur, bezahlen bon bas,. 0h.vend die Aktienzeichner heute den Katzenjammer hier- xlnfj,. v- stud die Gründer meist so vorsichtig gewesen, ihren Slanb" �'cherheit zu bringen. Man sieht, es ist nicht nur in «Rnb». Sssundigt worden, auch bei uns haben einige großen taucht Spielwuth des Publikums in erstaunlichem Maße �le�!,?5,�»tgriindnng. Daß Gründungen eine bequeme ist Jti»V ünd, Geld zu verdienen, ist ja längst bekannt. Aber d'e 3 11 verdiene», natürlich ohne Arbeit, ist so groß, daß liqt»» r Gründung dem vorhandenen Bedürfnisse nicht mehr 3""iß unter dem„freien Spiel der wirthschaftlichen Übl räste'. vei "S neuen Formen Die„Deutsche zu verdienen das Organ der gesucht werden, um Ü1 6utfnf,J�le''�eulicye Hulmacher-Ztg.", da di. �as ii!>?,„r. a,»ten bringt folgenden Artikel: l Ereigniß der Hutbranche in dieser Woche war 6i0' Ätiin,, vv"«'"er beabsichtigten Entgründung der Heinrich lj�rustand Lbsellschaft für Hutfabrikation, Hierselbst, melcbe ''hei, 10—"E m»„»„u»� fMttfiu Gen,�s"°r. am 25. November............... fet �leich�-r rsammlung dieser Gesellschaft sein wird. >di»l>rünbunn w0� die Tageszeitungen über diese beabsichtigte ii1 Halten r bringen und vielleicht noch bril .i- letztere nach Lage der mitsprechenden ________ welche stattfindenden außerordent- � vv».«...ff----- i|)it e'' gtöf,»0"6� Entschluß, die Aktionäre vor späteren dst ffnf» 0 Berlusten zu bewahren, andererseits Ivürden lkglstung �/grundung auch als einen ersten Schritt»zur ?,»„ vihlage unserer Hutindustrie nur mit Freuden »o?(ä)eh lln, was die Aktionäre betrifft, so liegt ihnen jetzt Hia�bOvoA�der Vorbesitzer vor, das nominelle Aktienkapital foJJit. so n,,'- herauszahlen zu wollen; was unsere Hutindustrie ...------— o. Akliengesell- ' In, Grun <8�.. � llrvv* yrrauszaytr» zu ivvuro, ivuv-. ich iventn J e dieselbe unter ihren Fabriken eine Äknengesell- �ben, während die Aktiengesellschaften nach unserer � Q 9 den größte7' derselben bilden, abge- M Ä» w»»» MMMZ gesellschaft für Hutfabrikation" Anfangs der Woche folgendes Zirkular zur Versendung an die Kundschaft gelangte: Laut Bekanntmachung in den Gesellschaftsblättern unserer Aktiengesellschaft ist auf die Tagesordnung der außerordentlichen Generalversammlung die Beschlußfassung über die Auflösung der Liquidation der Gesellschaft gesetzt worden. Wir zeigen Ihnen hiermit an, daß die früheren Inhaber des Geschäfts beabsichtigen, dasselbe wieder zu übernehmen und für eigene Rechnung fortzusetzen. Wir werden uns erlauben, falls der Antrag auf Liqui- dation durchgeht, Ihnen s. Z. ein diesbezügliches Zirkular zugehen zu lassen. Hochachtungsvoll So die„Deutsche Hulmacher-Ztg."„Kühner Entschluß", „erster Schritt zur Besserung der Lage unserer Hutindustrie", das sind„forsche Worte", die bei den kapitalistischen Soldschreibern für Geld jederzeit zu haben sind. Wie sieht's denn nun aber in Wirklichkeit mit dieser„Entgründung" aus? Von einer Seite, die wir als gut unterrichtet betrachten können, werden uns über das famose Projekt folgende interessante Einzelheiten mitgetheilt: Die„Aktiengesellschaft für Hutfabrikation Heinrich Bock" wurde im Frühjahr vergangenen Jahres mit einem Kapital von 1 200 000 M. gegründet. Nach dem Prospekte sollte das Geschäft in den letzten Jahren einen steigenden Nettoverdienst von 120 000 bis 180 000 M. abgeworfen haben, sollte mit den besten und neuesten Maschinen ausgestattet sein u. s. w. Die Aktien wurden zum Kurse von 132 pro Zeichnung aufgelegt und zwar mit der Beschränkung, daß der Zeichner das Papier in den ersten Monaten nicht weiter verkaufen dürfe. Trotzdem stieg in wenigen Tagen der Kours auf 140, d. h. eine Aktie im Nennwerth von 1000 M. hatte einen Kourswerth von 1400 M., das ergiebl für die Gründer einen Gewinn von 384 000 M. Am 1. Juli war das erste Geschäftsjahr zu Ende. Das Resultat war ein Brillantes; es konnte, obschon die Herren Direktoren Heinrich und Siegsried Bock neben ihren bedeutenden Gehältern noch hohe Dividenden bezogen und nachdem auch der Aussichtsrath sich an dem Geschästsüberschuffe gütlich gethan hatten, doch noch eine Dividende von 8'/e pCt. gezahlt werden. Von dieser Zeit ab tauchten nun periodisch im Publikum und in den Zeitungen Gerüchte auf, welche die Aktien dieser Gesellschaft immer mehr zum Fallen brachten. Bald wurde der„neue, gute" Kessel defekt und man mußte einige Zeit mit halber Kraft arbeiten, bald waren andere vorzügliche Maschinen doch wohl nicht gut genug; dann wirkte auch der berüchtigte Gubener Prozeß nachtheilig auf die Aktien, so daß diese theilweise gar keine Notirung mehr fanden, und schließlich auf 72 sielen, so daß plötzlich der Werth einer Aktie von 1000 M., der bald nach der Gründung 1400 M. betrug, auf 720 M. heruntergegangen ivar. Hierzu trug nicht wenig das lange Hinausschieben der ordentlichen General- Versammlung bei, zur Beschlußfassung und Festsetzung der im letzten, am 1. Juli beendeten Geschäftsjahre herausgearbeiteten Dividende. Die lange Zeit des niedrigen Koursstandes genügte natürlich, um unter der Hand und ohne Aussehen eine genügende Anzahl Aktien von gewissen Leuten aufkaufen zu lassen, und ihrem Borschlage der Entgründung auf der außerordentlichen Generalversammlung die Wahrscheinlichkeit der Annahme zu sichern. Die Aktien können dort unkontrolirbar vor- läufig in den Händen derjenigen Leute bleiben, die bereit sind, an der„Entgründung" mitzuhelfen.— Zahlt nach Genehmigung des Antrages Herr Bock nun in Wirk- lichkeit für das Unternehmen den Nominalwerth von 1 200 000 M. zurück,— es zweifeln daran aber die stärksten Leute,— so ver- dient er an der bestimmt in seinen Besitz befindlichen Hälfte der Aktien, einen Durchschnitts-Einkaufskours von 80 pCt. gerechnet, immer noch 120 000 Mark, das gar nicht gerechnet, was er an den durch die Gesellschaft neu angelegten resp. reparirten Ma- schinen verdient. Wie klein ist der in diesen Zahlen ausgedrückte ganz ge- legentliche Verdienst eines einzelnen Menschen, ohne alle Arbeit gewonnen, doch im Verhältniß zu dem Durchschnittsverdienst der Arbeiter, der bei den männlichen Arbeitern in derselben Fabrik fast 21 M., bei den weiblichen fast 11 M. pro Woche beträgt. „Die Fabriken bringen keine Zinsen mehr, die Lohne müssen ge- drückt werden", das ist die Parole, Losung und das Feldgeschrei unter den Hutfabrikanten. Arbeiter kaust deshalb, wenn ihr Euere Kollegen und damit Euch selbst unterstützen wollt, keinen Hut ohne Arbeiter-Kontrolmarke. In Kezug auf die Entdeckung Koch'o tritt eine nüch- ternere Auffassung ein. Das Wunder wird zu einer wissen- schaftlichen That: und die Entdeckung verliert dadurch nicht an Größe. Der Glaube, daß nun jeder an der Schwindsucht Leidende gerettet fei, hat als thörichter Irrglaube bei Seite ge- worfen zu werden— die Kranken, bei denen die Bedingungen des Lebens schon zerstört sind, können ihrem Schicksal nicht ent- rissen werden, allein daß die Schwindsucht in den Anfang?- stadien durch das Koch'sche Mittel erkannt und geheilt werden kann, das scheint nun festzustehen— und das ist ein außerordentlicher Gewinn und eröffnet die Aussicht auf allmälige Ausrottung der Schwindsucht und ähnlicher Krank- �'�Die Entdeckung Koch's hat auch noch nach anderer Richtung eine hohe Bedeutung. Sie zeigt Millionen, die sonst nicht daran gedacht hatten, das Gemeinschädliche und Unsinnige der kapita- listischen Privatwirthschaft und die Nothwendigkeit der Berstaat- lichung. Die Einzelheiten, welche über die private Ausbeutung der Entdeckung erzählt werden und auch nicht widerlegt worden sind, niüssen Jeden empören. Eine solche Entdeckung gehört der Welt. Der Staat hat die Pflicht, sie der Privatausbeutung zu entreißen und unter Ent- fchädigung und Belohnung des Entdeckers, das Geheimniß der Oeffentlichkcit zu übergeben und dafür zu sorgen, daß auch die 'erftellung des Mittels und dessen Anwendung möglichst der �rivatspekulation entzogen, und das Publikum gegen Schwindel und Mißbrauch geschützt werde. Und was hier in diesem besonderen Falle so greif- bar sich jeden» Denkenden aufdrängt, das läßt sich auch für alle anderen Entdeckungen, und alle anderen Gegenstände der Privatausbeutung als gesellschaftliche Nothwendigkeit nach- weisen. Der Sozialismus wäre nichts, wenn er blas, wie seine Gegner behaupten, ein Hirngespinnst wäre, ein frommer Wunsch oder ein herostratischer Gedanke— je nachdem—; er ist die ge- bieterische Forderung des allgemeinen Interesses und wird durch die Entwickelung der kapitalistischen Wirlhschaft selbst zur ge- sellschaftlichen Nothwendigkeit gemacht. Und d a r u in ist er unbesieglich. Duo Glatte»«, welches infolge der Dienstag Abend ein- getretenen Temperatur herrschte, hat zahlreiche Unfälle herbeigeführt. Auf der vom Halleschen Thor nach dem Velleallianceplatz führenden breiten Steintreppe stürzten nach einander drei Frauen und ein Soldat vom Kaiser Franz-Regiment, ohne sich indessen besonderen Schaden zuzufügen. Vor dem Hause Chausseestr. 25 stürzte vorgestern früh bei einbrechendem Morgen ein einfach ge- kleideter Mann, der später als ein Arbeiter Edmund Richter re- kognoszirt wurde, derart unglücklich auf den Bürgersteig, daß er sich anscheinend infolge einer schweren inneren Ver- letzung, nicht wieder erheben konnte und schließlich auf Polizei- liche Anordnung nach einem Krankenhause geschafft werden. mußte. In der Blncherstraßef glitt ein herrschaftlicher Diener Sp. auf dem Bürgersteig aus und zog sich dabei anscheinend nicht unerhebliche äußere Verletzungen zu. Einen tödtlichen Ausgang nahm ein Unfall, der sich in der Nacht in der Georgen-Straße und zwar vor dem Hause Nr. 24 zutrug. Ein unbekannter Mann war dort derartig hingefallen, daß er bewußtlos liegen blieb und in diesem Zustande in ein Kranken- haus geschafft werden mußte; hier ist der Unbekannte, ohne vorher noch einmal vernehmungsfähig zu werden, verstorben. Irgend welche Papiere, die über seine Person Ausschluß hätten geben können, wurden bei dem Unbekannten nicht vorgefunden.� ' Gilt Weltreisender auf dem Neloriprd. anscheinend ein gemeingefährlicher Hochstapler, macht augenblicklich Berlin un- sicher. Der Mensch sucht alle Leute auf, welche als enragirte Anhänger des Velocipedsports bekannt sind und stellt sich den- selben als ein Sportsmann vor, der, vom Rhein kommend, im Begriff stehe, auf seinem Zweirad eine Reise um die Welt zu machen. Er giebt vor, daß seine Kreditbriefe nicht eingetroffen seien, und bittet dann um ein Darlehen, für welches er ein Unter- pfand, bestehend in einem Brillantring von hohem Werthe, hinter- lege. Der Ring, mit einem großen funkelnden Stein geziert, macht derart den Eindruck der Echtheit, daß die größte Zahl der um das Darlehn Angegangenen dem berühmten Radfahrer den gewünschten Geldbetrag einhändigt. In all den Fällen, wo dem „Weltreisenden" diese' Manipulation gelang, ist derselbe nicht wiedergekehrt und die Ringe wurden bei genauer Untersuchung als unecht befunden. Zusammenbruch riues Pferdebahumagens. Ein Unglücksfall hat sich vorgestern im Betriebe der Neuen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft ereignet. Als in der Morgen- stunde der Wagen Skr. 206 der Linie Pankow- Rathhaus die Steigung am Schönhauser Thor nach der Lottumstraße er- reicht hatte, brachen, wie uns mitgetheilt wird, plötzlich die Achsen des Wagens, und dieser fiel infolge dessen krachend platt aus das Pflaster der Straße. Unter den zahlreichen Insassen des Wagens entstand sofort eine Panik. Alles drängte dem Ausgang zu und hierbei kain es leider zu einer Reihe von Verletzungen, von denen einige nicht unerheblich gewesen sein müssen. Denn zwei stark blutende Frauen und ein augenscheinlich schwer ver- letzter Herr mußten mittelst Droschke fortgebracht werden. Es dauerte' geraume Zeit, ehe sich die Aufregung über den Unfall gelegt hatte und die Strecke wieder in Betrieb genommen werden konnte. Auf unrechtmäßige Meise ermorden dürfte ein Winter- Überzieher sein, welchen ein Mädchen im Oktober d. I. bei einem Pfandleiher versetzen wollte, ohne Im Besitze einer Lgitimation zu sein. Der Ueberzieher, welcher bei dem Pfandleiher zurückblieb, ist nicht ganz neu, von olivengrünem glatten Stoff mit Sammet- kragen und Hellem, großkarrirtem Futter. Der unbekannte Eigen- thümer wolle sich ini Polizei-Präsidialgebäude, 2Tr., Zimmer 331, melden und den Ueberzieher daselbst in Augenschein nehmen. I» einer Strafsache ist es von Wichtigkeit, festzustellen. ob in hiesigen Fabriken oder Werkstätten kurz vor dem Statt- finden einer amtlichen Revision das Bevorstehen einer solchen den Fabrikanten oder Meistern mitgetheilt wird. Zeugen, welche in dieser Beziehung Bekundungen'machen können, werden ersucht, ihre Adresse, und zwar thunlichst unter Mittheilung der ihnen bekannten Thatsachen, in der Redaktion abzugeben. Polizeibericht. In der Nacht zum 27. d. M. hat der 13jährige Tischlerlehrling Schmidt versucht, den Schankwirth Nagel, Grüner Weg 72, zu ermorden und demnächst zu berauben. Er hat sich vom Vormittag bis zur Ausführung der That in dem Schanklokal deS tc. Nagel aufgehalten und abgewartet, bis sich die übrigen Gäste entfernt hatten. Dann hat er mit einem ge- wöhnlichen Bierglase dem Nagel etwa 20 Schläge auf den Kopf und ins Gesicht versetzt und sich, als infolge des Angstschreies des Nagel Hausbewohner herbeigelockt wurden, in den unter dem Schanklokal belegeneu Keller geflüchtet, wo er alsbald durch her- beigerufene Beamte festgenommen wurde. Nagel, welcher sich im städtischen Krankenhause befindet, ist nach Auskunft des Arztes lebensgefährlich verletzt.— Am 27. d. M. Vormittags wurde ein Mann in seiner Wohnung, in der Hollmannstraße, im Bette liegend todt aufgefunden. Nach den Feststellungen des Arztes hat er sich durch Zyankalium vergiftet.— Nachmittags wurde der Schmiedegeselle Hegermann in der Schmiede Dresdenerstr. 1 von einem Pferde gegen den Kopf geschlagen und erlitt einen Schädelbruch, so daß er nach dem Krankenhause am Urban ge- bracht werden mußte.— Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. Köpenickrr Kratvnll. Die endgiltige Feststellung der Schuldsragen nimmt fast 1//2 Stunden in Anspruch. ES werden den Geschworenen 19 Hauptsragen, 4 Hilfs- und 12 Nebenfragen vorgelegt. Zur Begründung der Anklage nimmt zunächst das Wort der Erste Staatsanwalt M ü l l e r: Es handelt sich hier um eine hochwichtige, schwer wiegende und ernste Sache. Wir, die wir hier in der Residenz wohnen, haben es kaum für möglich ge- halten, daß fast vor den Thoren solche Szenen such haben abspielen können, wie es in Köpenick der Fall war. Tagelang waren Menschenansammlungen, Verhöhnungen der Beamten und der Obrigkeit, Schießen aus Revolvern, Gejohle tc. an der Tagesordnung und erst das Militär vermochte die Ruhe wieder herzustellen. Wie ist es möglich, daß solche Szenen sich ereignen konnten. Eine aufgelöste sozialdemokratische Ver- sammlung und ein etwa sehr strammes Auftreten der lokalen Polizei-Organe lassen solche Ereignisse kaum erklären und so mußte man wohl oder übel prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen Berliner Agitatoren und dem Köpenicker Putsch bestehe. Hatte man doch gemeldet, daß Zuzug aus Berlin, Agitatoren mit rothen Fahnen tc. bemerkt worden ivaren. Die Untersuchung nach dieser Richtung hin hat aber Nichts ergeben, was auf einen Zusammenhang der Leiter der sozialdemokratischen Partei mit jenen Köpenicker Unruhen hindeuten könnte; im Gcgentheil, es sind An- zeichen dafür vorhanden, daß dieser Putsch den sozialdemokratischen Leitern recht unangenehm war. Derselbe siel gerade in die Zeit, wo von allerhöchster und anderen Stellen der entschiedene Wille be- kündet worden war, aus gesetzlichem Wege den berechtigten For- derungen der Arbeiter näher zu treten und denselben Rechnung zu tragen. Es war eine böse Antivort, welche auf dieses arbeiter- freundliche Streben von Köpenick aus ertheilt wurde. Man darf, wenn man sich die Ereignisse erklären will, nicht vergessen, daß in Köpenick und Umgegend eine starke Arbeitcrbevölkerung an- sässig ist, in welcher die sozialdemokratische Agitation schon"lange fruchtbaren Böden gefunden hat und in zahlreichen Bersamm- lungeu die sozialdemokratischen Lehren gepredigt worden sind. Man hatte nun daselbst wohl gelernt, aufzuregen und Feuer anzufachen, nicht aber, dasselbe zu löschen, und es wiederholte sich hier wieder das Bild des bekannten Zauberlehrlings, welcher wohl den kleinen Zauber gelernt hatte, aber den großen nicht zu banne» vermochte. Dem ersten Akt der Auflehnung gegen Gesetz und Obrigkeit mußte nothwendig der zweite Akt der Anklage wegen Landfriedensbruches folgen, damit gezeigt werde, daß man die Obrigkeit nicht ungestraft ver- höhnen darf, daß die Obrigkeit denn doch immer Kraft genug hat, die Zügel straff zusammen zu halten und Jederniann nahe zu leßen, daß er verpflichtet ist, sich den Gesetzen zu unterwerfen. Der in Köpenick zu verzeichnende Fall des Aufruhrs hat ja leider einige analoge auch an anderen Orten schon gehabt; hier kam aber noch ein äußerst schmerzlicher und betrübender Fall hinzu. Ein treuer Soldat Sr. Majestät des Kaisers, ein braver Gendarm, ein Beamter, der sich in Köpenick der allgemeinen Achtung erfreute, der an jenem Tage seinen letzten Dienst that und am nächsten Tage den ihm übertragenen Küsterdienst antreten wollte, ein glücklicher Gatte und Familienvater sollte durch die Nichtswürdigkeit Ein- zelner sein junges Leben verlieren, weil er in Ausübung seines Amtes und Erfüllung seiner Pflicht in das Weber'sche Haus drang. Schon nach einer Minute ist er mit Wunden bedeckt hinausgetragen worden und auf der Stelle gestorben. Das er- fordert eine ernste Sühne. Was der Getödtete für ein Mann gewesen, das wurde bewiesen durch das Lob, welches ihm feine Vorgesetzten spendeten, durch das Leichenbcgängniß, welches ihm bereitet wurde und durch die Sammlungen, welche zu Gunsten der bedauernswertheu Wittwe veranstaltet worden sind.— Der Staatsanwalt giebt sodann in großen Um- rissen ein Bild von der Entwickelung der Ereignisse, wie sie nach seiner Meinung durch die umfangreiche Beweisaufnahme fest- gestellt worden sind. Ganz abgesehen von Reuter, welcher organisirt, kommandirt, instruirt und geführt hat, haben sich sämmtliche Angeklagte an der Zusammenrottung betheiligt. Man muß die Ereignisse des ganzen Tages als ein gemeinschaftliches Ganzes betrachten, hervorgegangen aus der verabredeten und in gemeinschaftlicher That übernommenen Opposition gegen die Polizeibeamten und in gewissem Sinne ist jeder der Angeklagten verantwortlich für alles, was vom ersten bis zum letzten Augen- blicke passirt ist. Sämmtliche Angeklagte sind zweifellos schuldig an dem Landfriedensbruch, Reuter besonders als Rädelsführer und Knoll, Maue, Budach, Ostwald zugleich, indem sie Ge- waltthätigkeiten ausübten, die den Tod eines Menschen zur Folge hatten. Die Anklage behauptet in diesem Falle nur das Vor- liegen einer vorsätzlichen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge; die vier Angeklagten haben gemeinschaftlich gehandelt und Jeder von ihnen hat für den traurigen Ausgang einzustehen, selbst wenn der wirklich tödtliche Stich gar nicht von ihnen vollführt worden ist. Wer weiß, ob nicht mancher hier im Saale sich besindet, dessen Gewissen ihm sagen dürfte:„Eigentlich gehörst Du auf die Anklagebank!" Darauf kommt es gar nicht an, denn es ist be- wiesen, daß sich die betreffenden Angeklagten an dem gemein- schastlichen Angriff auf den Gendarm betheiligt haben und deshalb ist Jeder von ihnen für den Tod des Müller verantwortlich. Fragt man nun, ob das Verhalten der Polizei- beamten so provokatorisch war, daß man annehmen könnte, die Angeklagten hätten nur einen ihnen zugedachten Angriff ab- gewehrt, d. h. sich in einer Art Nothwehr befunden. Davon ist absolut nichts erwiesen; die Gendarmen und Polizeibeamten habe», wenn sie mit dem Säbel in Häuser drangen, das gethan, was sie gegenüber einer zügellosen, aufgeregten, rebellirenden Menge überhaupt nur thun konnten. Die Anklage steht nach wie vor auf dem Standpunkte, daß alle 14 Angeklagten der Theilnahme an dem Landfriedensbruch schuldig sind, daß Reuter die Rolle des Rädelsführers gespielt und Gewaltthätigkeiten gegen den Gendarmen Bienst verübt haben, die An- geklagten Sucker, Kapp, Schmidt, Fink und Knoll erscheinen überführt. Steine geworfen zu haben, Wiwjorra, Pfeil, Traut- mann, Buchwald nnd Kulla erscheinen der einfachen Theilnahme an dem Landsriedensbruch für überführt. Bezüglich des Buch- wald hat die Staatsanwaltschaft das erschwerende Moment fallen lassen müssen, denn die Beweisaufnahme hat ergeben, daß der- selbe zwar mit den Tumultuanten sympathisirte, es ist aber nicht nachgewiesen, daß derselbe an der Tödtung des Müller betheiligt war. Dagegen sind die Angeklagten Knoll, Maue, Budach und Ostwald für den Tod des Müller zu bestrasen. Das, so endete der Erste Staatsanwalt, ist etwa das, was ich Ihnen, meine Herren Geschworenen, vorzuführen hatte. Ich richte an Sie die dringende und ernste Bitte: Seien Sie bis zum letzten Augenblicke, bis zur Fällung Ihres Spruches, sich immer dessen bewußt, daß es sich um eine schwere, ernste, die größte Sorge erheischende Angelegenheit handelt und lassen Sie sich nicht durch Worte und Geberden und ein oft unzeitgemäßes Lächeln der Angeklagten täuschen, als ob es sich nur um eine Art Dummejungenstreich handelte. Wo Ruhe und Frieden des Bürgers th Frage steht, wo Leute, wie der Gendarm Müller zu Tode kommen, kann von kleinen Dingen keine Rede sein, da handelt es sich um ein» große Schuld, welche eine große Sühne verlangt. Staatsanwalt Dr. Klette führt im Anschluß hieran den Geschworenen im Einzelnen die Thatsachen vor, welche bezüglich der Schuld der einzelnen Angeklagten durch die Beweisaufnahme festgestellt worden sind. Die strasthaten seien so große und erforderten eine so nachdrückliche Sühne, daß nach feiner Ueberzeugung von der Bewilligung mildernder Umstände nicht die Rsde sein kann. Auch dem Vorliegen eines bloßen„Raufhandels", wie ihn die von der Vertheidigung gestellten Unterfragcn andeuten, müsse er widersprechen, und er überlasse es den Geschworenen, an der Hand der Worte des Ersten Staatsanwalts, darüber schlüssig zu werden, ob hier eine sehr ernste Sache vorliegt, oder nur ein Raufhandel. Es folgen hierauf die rechtlichen und sachlichen Ausführungen der Vertheidiger. Nachdem die Plaidoyers beendet sind, richtet der Präsident an den Angeklagten Knoll noch einmal die Frage, ob er alle seine belastenden Angaben, die er im Lause der Verhandlung gegen seine Mitangeklagten Budach, Maue und Ostwald gemacht hat, noch in allen Punkten aufrecht erhalte, oder ob er von denselben etwas zurückzunehmen habe. Knoll erividert:„Nein, Herr Prä- sidcnt, ich habe nur die Wahrheit gesagt und nehme nichts zurück." Dann beginnt die Rechtsbelehrung. Um 10% Uhr ziehen sich die Geschworenen zur Berathung zurück. Während die An- geklagten abgeführt werden, ist die Einrichtung getroffen worden, daß Knoll von den übrigen getrennt bleibt, da befürchtet wird, daß die von ihm Belasteten Rache an ihm ausüben werden. Nach 2Vl Stunden war die Berathung der Geschworenen beendet. Ihr Spruch er- kannte Wiwjorra, Traut mann, Sncker, Kapp, Pfeil, Schmidt und B u ch w a l d nur des einfachen Landfriedensbruchs, Kulla der öffentlichen Ausreizung vor ver- sammelter Menschenmenge, ferner den Angeklagten Fink des qualiftzirten Landfriedensbruchs unter Ausschluß mildernder Um- stände, den Angeklagten Reuter des qualisizirte» Landfriedens- bruchs(wobei er die Rolle des Rädelsführers hatte) unter Aus- schluß mildernder Umstände, sodann die Angeklagten Knoll, Maue und Budach des gualifizirten Landfriedensbruchs und der Körperverletzung mit tödlichem Erfolge schuldig, wobei nur dem Budach mildernde Umstände bewilligt wurden. O st w a l d wurde nur für schuldig befunden, sich an einer Schlägerei betheiligt zu haben, bei welcher ein Mensch ums Leben ge- kommen ist. Die Anträge des Staatsanwalts gingen dahin: Gegen Wiwjorra— 4 Monate Gefängniß. „ Kulla— 2 Monate Gefängniß unter Anrechnung von G Wochen. „ Trautmann— G Monate Gefängniß. „ S u ck e r— 1 Jahr Gefängniß. „ Kapp— 1 Jahr Gefängniß. „ P fei l— 4 Monate Gefängniß unter Anrechnung von 2 Monaten. „ F i n k— 1 Jahr Zuchthaus. „ Schmidt— 6 Monate Gefängniß. „ Reuter— ö Jahre 4 Monate Zuchthaus(unter Einschluß zweier noch nicht verbüßten Vor- strafen). „ Knoll— 7 Jahre Zuchthaus. „ M a u e— 7 Jahre Zuchthaus. „ Budach— 4 Jahre Gefängniß. „ O st w a l d— 2 Jahre Gefängniß. „ Buchwald— 4 Monate Gefängniß unter An- rechnung von 2 Monaten. Der Gerichtshof verurtheilte: K u l l a zu 2 Monaten Gefängniß(verbüßt). Wiwjorra zu 4 Monaten Gefängniß. T r a u t m a n n zu 5 Monaten Gefängniß. Pfeil zu G Monaten Gefängniß(5 Monate verbüßt). S u ck e r zu 9 Monaten Gefängniß. Kapp zu 9 Monaten Gefängniß. S ch in i d t zu 9 Monaten Gefängniß(4 Monate verbüßt). B u ch w a l d zu 6 Monaten Gefängniß(4 Monate verbüßt). Fink zu 1 Jahr Zuchthaus. R e u t e r zu 5 Jahren 4 Monaten Zuchthaus(4 Monate verbüßt). Knoll zu 5 Jahren Zuchthaus. Maue zu 7 Jahren Zuchthaus. Budach zu 4 Jahren Gefängniß(6 Monate verbüßt). O st w a l d zu 1 Jahr 6 Monate Gefängniß(6 Monate verbüßt). Um GVe Uhr Morgens war die Verhandlung beendet. Als ein psychologisches Uiithsel stellte sich ein An- geklagter hin, der gestern die dritte Strafkamnier des Land- gerichts I in längerer Sitzung beschäftigte. Aus der Unter- suchungshaft wurde der 26jährige Buchhalter Moritz Robert R u m p e vorgeführt, welcher beschuldigt war, einen Betrag von annähernd 20 000 M. unterschlagen zu haben. Derselbe zeigte ein blasses intelligentes Gesicht und war körperlich so herab- gekommen, daß ihm gestattet wurde, während der Verhandlung sitzen zu bleiben. Es war eine sonderbare Vorgeschichte, die der Vorsitzende dem Angeklagten aus den Akten vorhielt. Verschiedene seiner Verwandten sollen durch Trunksucht und Ans- schweifungen verschiedener Art ein frühzeitiges Ende gefunden haben und auch sein natürlicher Vater, der seine Mutter sitzen ließ, soll ein Wüstling gewesen sein. Vor etwa zwei Jahren wurde der Angeklagte plötzlich Äegetarianer und zwar mit einer außerordentlichen Strengz. Tie neue Lebensweise brachte ihn bald so hernnter, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Den vereinten Ueberredungen des Arztes und seiner Prinzipäle gelang es, den Angeklagten zu bewegen, wieder nahrhafte Kost zu sich zu nehmen. Nachdem er wieder etwas zu Kräften gekommen, begann er eine Lebensweise, welche zu der früher von ihm geführten in krassem'Widerspruche stand. Durch ein Zcitungsinserat suchte die 32 jährige Schauspielerin Hermine Geitner, die unter dem Namen eines Fräulein Pockorny auftrat, die Verbindung mit einem älteren reichen Herrn, um Zwecke der Heirath. Der Angeklagte gab sich ür einen solchen aus, legte sich den Namen Moritz von Stein bei und erreichte mit der Dame eine Zusammen- kunst im Thiergarten. Er zeigte sich sofort als schwärmerischer Liebhaber, seine Erscheinung und sein ganzes Wesen stieß die Dame aber ab und schon bei dem ersten Bekanntwerden wurde ihm rund heraus bedeutet, daß er sich keinerlei Hoffnung zu macheu habe. Trotzdem verfolgte er die Dame mit brieflichen Liebeserklärungen der überschwänglichsten und schwülstigsten Art. Um die angenommene Rolle des reichen Herrn weiter zu spielen, richtete der Angeklagte seine Briefe zunächst an einen Freund in Paris, der die Einlage dann dort wieder auf die Post geben mußte, so daß Frl. Pockorny glauben mußte, der Absender befinde sich in Paris. In einem dieser Briefe erklärt der Angeklagte, daß er Europa verlassen und einen hohen Gouverneurposten in Lydien annehmen würde, wenn er nicht Erhörung fände. Fast gleichzeitig versuchte der Angeklagte, ein Verhältniß mit einer Biermamsetl anzuknüpfen, die im Cafe St. Helena bedicnstet war. Trotzdem er große Zechen machte, wurde er auch hier abgewiesen. Bei seinen Chefs, den Inhabern der Firma Rosenthal nnd Tobias, galt der Angeklagte immer noch als das Muster eines jungen Mannes, der unbeschränktes Vertrauen verdiente. Am 16. Dezember v. I. wurde Rumpe nach dem Berliner Kassenverein ge- schickt, um einen Check über 19 753 M. gegen baar umzutauschen. Das Geld sollte er dann bei der Deutschen Reichsbank auf das Giro- Konto der Firma einzahlen. Den ersteren Auftrag erledigte der Angeklagte, den zweiten nicht, denn er reiste mit dem Gilde auf dem schnellsten Wege nach Trieft. Hier trat er als ein reicher Amerikaner auf, nannte sich von Stein und vergeudete das Geld in der unsinnigsten Weise. Er machte sich hierdurch verdächtig und wurde im Januar verhaftet. Vom Triester Ge- fängnisse aus richtete er an den dortigen Generalkonsul der Ver- einigten Staaten ein Schreiben, in welchem er sich als das Opfer einer Personenverwechselung ausgab und uni Schutz bat. Bevor seine Ueberführung nach Berlin stattfinden konnte, wurde der Angeklagte krank und mußte ins Lazareth gebracht werden, erst im April war er so weit hergestellt, daß er die Reise unter- nehmen konnte. Der Angeklagte gab die ihm vorgehaltenen That- fachen alle zu, er wollte die Unterschlagung aber nicht in einem zu- rechnungsfähigen Zustande begangen haben. Es seien ganz sonderbare Krankheitserscheinungen bei ihm aufgetreten. Alle Thaten, die er von Mitte Dezember an begangen habe, wisse er nur durch Mit- theilungen Anderer, ihm sei nämlich von dort ab jedes Gedächtniß abhanden gekommen. In einer Märznacht sei er von einem Alp- drücken befallen worden, wie es mit solcher Heftigkeit noch nie- mals bei ihm aufgetreten sei. Mit einem fürchterlichen Auf- schrei sei er erwacht und er habe geglaubt, er befinde sich in seiner Wohnung in Berlin. Er habe keine Ahnung von seinem Aufenthalt in Trieft und von seiner Abreise von Berlin gehabt, was in dem letzten Vierteljahr sich mit ihm ereignet habe, sei für ihn ein undurchdringliches Dunkel. Es waren drei medizinische Sachverständige geladen, um sich über den Geisteszustand des Angeklagten zu äußern. Stabarzt Dr. Mahrholz hat den Angeklagten behandelt, als derselbe durch seine vegetarische Lebensweise total herunter- gekommen war. Es habe großer Ueberredung bedurft, ihn zu bewegen, wieder kräftige Kost zu sich zu nehmen. Mit Hilfe von Malzbier und Chinawein in Verbindung mit einer vernünftigen Fleischkost habe bald eine Kräftigung des Patienten stattgefunden. Der Sachverständige hält denselben für einen ercentrischeu Menschen, der sich besonders viel mit schriftlichen Arbeiten über Religions-, politische und volkswirthschaftliche Fragen der schwierigsten Art beschäftigte, aber für geisteskrank könne er denselben nicht er- klären.— Oberarzt Dr. Siemerling hat den Angeklagten in der Charitee zur Beobachtung gehabt. Der Sachverständige ist zu der Ueberzeilgung gelangt, daß thatsächlich bei dem Angeklagten ein geistiger Defekt vorhanden sei. Er leide an Größenwahn, der wiederiim eine ganz außerordentliche und üppige Phantasie zur tolge hatte, wie sie sich besonders in dem Verhältnisse zu der chauspielerin geäußert habe. Dagegen besitze er keine Spur von einer sittlichen Gefühlserregung. Die Behauptung des An- geklagten, daß er das Gedächtniß über die ganzen Vorfälle ver- loren habe, verdiene keinen Glauben, jedoch müsse angenommen werden, daß der psychische Mangel, der zum Theil auf Ver- erbung zurückzuführen sei, schon zur Zeit vorhanden als die Unterschlagung begangen war.— Kreisphysiki» Mittenzweig war anderer Ansicht. Allerdings sei es richtig, DJ dem Angeklagten der Regulator fehle, um den in ihm steigenden bösen und verbrecherischen Willen zu bekämpfen, ms das Reichsgericht wolle die Theorie von dem„moralischen st' sinn" nicht anerkennen. Seiner Ansicht nach sei der Angerlag für seine Handlungen verantwortlich zu machen.— Staatsanwa Hoppe beantragte auf Grund des letzten Gutachtens das Schulo» und eine Gefängnißstrafe von eineni Jahre. Der Vertheidig-' Rechtsanwalt Auerbach I plaidirte dagegen auf u"' sprechung, indem er ausführte, daß zwar der durch den iwil Vegetarismus ausgemergelte Körper des Angeklagten durch o plötzlich wieder stattgehabten Genuß von Bier und Wem 8 kräftigt worden sei, aber gleichzeitig sei auch der bereits kW' hast veranlagte Geist dadurch in so große Erregung gerathen, oop man wohl eine Zurechnungsunfähigkeit annehmen lonne., Der Gerichtshof beschloß, ein Obergutachten des MedizM° Kollegiums der Provinz Brandenburg einzuholen und vertag« zu diesem Zivecke die Verhandlung., Nachwehe» der lebten A'.richstagsaiahl. Der Form Alwin K ö r st e n- Berlin, seinerzeit Kandidat des Kreist Randow-Greifenhagen, hatte sich am Tonnerstag, den 27. d. st- Randow-Greifenyagen, yaite ficy am Bonner, mg. oen*>.%- cor dem Landgericht I, Stettin, wegen angeblicher Majeftatst ......... A-nminlung während der Wah's ■r—.........—...........ertheidiguna hatte Rechts« Freiidenthal-Berlin übernommen. Dieselbe .*«. Versammlung wäyreno oer Periode zu verantworten. Die Vertheidigung hatte Rechtsaniva» Freiidenthal-Berlin übernommen. Dieselbe fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und endigte mit der kostenlosen Frei- sprechung des Angeklagten. Die Anklage war vorher schon v-M Landgericht Stettin abgewiesen, jedoch vom Ober-Landesgerich' wieder eröffnet. tSozicilc Tteberstchk. Die Fortschritt- auf technischem Gebiete, die wir m den letzten Jahren gemacht haben, sind so bedeutende, daß hervorragendes Fachblatt kurzweg erklärt:„Die vor 10 Iah»« gebauten Maschinen sind schon heute nicht viel niehr werth, altes Eisen." Die Werkzeugmaschinerie hat sich reißend schj entfaltet. So ist z. B. kürzlich eine Hobelmaschine gebaut worde' welche 60 000 kg wiegt und im Stande ist, Gegenstände vo 6 nr Länge, 8,2 in Breite und 3 in Höhe zu gleicher Zm' i, bearbeiten, da sie mit vier Werkzeugsupports gleichzeitig arbn» und mit zwei Riemen betrieben wird. Auch eine patentirte stem, Fraismaschine, welche Steinplatten von 2 m Länge und 1 m in wenigen Minuten glättet und das lästige Meißeln überflM in den betheiligten Kreisen aroßes Aufsth�s macht, erregt Die Holzarbeiter, oie«sieinmeyen, ivercyr vurry rnr- u, der Arbeitsweise betroffen werden, erleben es, wie die Mastb� die Handarbeit niederkonkurrirt. Die gewaltige technische ute lution, die unsere Gesellschaft durchmacht, sollte doch Hs. Eugen Richter etwas vorsichtiger machen und ihm die fürwitz'S. "ragen nach dem„Zukunftsstaat" verleiden. Wir uenerN j �ytuycu jvuuj wu»—««. fehlbat in denselben hinein, mag der Häuptling der Manch« nun wollen oder nicht.. w Rothschild, der neben anderen schönen Dingen auch Quecksilbergeschäft monopolisirt und den Pr«w.J, kostbaren Metalls bestimmt, macht den profitlustigen die in Kalifornien, Oregon und Utah ihren.p sllavcn die tödtliche Arbeit in den Oueckstlbergruben � richten lassen, Kopsschmerzen. Di« nordamerikanische Quecb � gewinnung ist von 59 926 Flaschen im Jahre 1°°» jj 26 464 Flaschen im Jahre 1669 zurückgegangen, da% Rothschild die Preise niedrig hält, um seine Nebenbuhler matt zu setzen. Die formell dem spanischen Staate, aber ihm gehörende, reichste Grube der Welt, Almaden, proo während des letzten Jahrzehnts 485 989 Flaschen, die österre«« st, Mine von Jdria 188 577 Flaschen. Heinrich Heine hatte>* J als er vor einem halben Jahrhundert die Rothschilds als V � der sozialen Umwälzung kennzeichnete. Solch ein Milttar» � bequem zu expropriiren, wenn, nun, wenn das Volk(tt mal will.. Der sehr einträgliche Rolibenfans iu t»er Ks[|' � s,e ist von der Unionsregiernng einer Aktiengesellschaft. Alaska Commercial Company gegen eine verhällnißmäpig Dafür wird da� -amss vre«singripe freniver uischlitzt. II- W» Gruppen von Fischern nnd Jägern auf Jagdzüge aus, Heu« p dieselben die Lohnarbeiter einer Großunternehmung, gc schmählich ausbeutet: es giebt wohl wenige Berufe, die I fährlich und anstrengend sind, wie diese arktische Jägere« Fischerei....ist i» Da« Damburger handelsstatistische Aurea«»h« � seinen jüngst veröffentlichten„Tabellarischen Ueberpchte«„u Hamburgischen Handels im Jahre 1889" mit, daß in den vierzig Jahren sich die Zahl der Schiffe verdoppelt, der T? � gehalt verzehnfacht hat, ein drastischer Beleg für den Aufs« des Großbetriebs in der Seeschifffahrt. Daß der DaMpl.� Segel verdrängt, ist offenkundig. Im Jahrzehnt 1851'' � waren etwa nur ein Fünftel der in Hamburg eingelaufene«« jji abgegangenen Schiffe Dampfer; zwischen 1871 und 1°, die Zahl der Segeler und Dampfschiffe gleich groß, in den Jahren betragen die Dampfer bereits über 70 Prcze"«,.usi angekommenen und abgegangenen Schiffe. Auf die Segeb«, entfallen nur noch 80 pEt., wozu noch kommt, daß der To« z gehalt der Segelschiffe ein relativ geringerer ist, so daß si« J(it diesem das Verhältniß von Dampfern und Segelschiffen 0«». 87: 13 stellt. Daß die Löhne der Seeleute gleichfalls eine« 0� artige Bewegung durchgemacht, daß sie sich bedeutend 08'«(t haben, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Wohl j, wird mit vollen Backen der Ruhm der Kaufherren in d«« y" posaunt: im Jahre 1889 stellte der Handel von Hamburg gesammt einen Werth von 4600 Millionen dar. m« Die herrliche» Kmqruateppiche, mit denen Bourgeoisie ihre Prunkftubcn schmüat, werden in Vorder-* asien von jungen Weibern gemacht, die pro Tag eine Qua � elle Teppich weben nnd dafür 60 Pfennig Lohn erhalten, gi Webstühle stehen in elenden Hütten, welche im Winter gerao�j dem Erfrieren, im Sommer vor den Sonnenstichen schütze». Deutschland gehen jährlich für 3300 türkische Pfund Si«««),� Teppiche. Die Besitzenden erfreuen sich an den prächtigen. pl jj« reichen Geweben und scheeren sich nicht um die Arbeitspe«"' diese Herrlichkeit zu Stande gebracht hat. ul Die Perlmutter- Industrie i» Adorf i. Doigtl- ,� durch das Me. Kinley-Gesetz einen schweren Schlag«st., st Tie Gefahr für die Unternehmer wird dadurch verr««�« daß sie noch andere Absatzgebiete außer Nordamerika habe»'„( Arbeiter aber müssen durch Lohnzwackereien so büßen,%rAi Alles verloren sei, nicht blos der eine überseeische Markt.? lich muß inan die Sache doch gestalten.«ul Küraerlichr Kl oral. Die Lebensmittel-Verfälschung«"& ein einträgliches Geschäft unserer betriebsamen Kapitalist«»-/ wird jetzt aus Hamburg gemeldet, daß dort nach Englmsst rstf geführter Thee gefälscht worden ist. Unter dem Name» TP.g] Dabist Tea kommt eine Waare in den Handel, die ans?>«+ zerriebenem Thee zusammengesetzt war und 6,75 pCt. As«' Staub vermengt), Harz und ähnliche ekelhafte Beimischnifg«" gf hielt, lieb' immer Treu und Redlichkeit, fingt der Philip mischt unter den Thee Asche und Dreck. st Glesttrifche Faßbindevei. Das Abbinden der F&m ist durch die Elektrizität eine«Abänderung erfahren, wob«"� „Uhland's Industrielle Rundschau" triumphirend meldet,'jst, nur an Handarbeit, sondern auch an Material gespart ,, v Eine Firma in Worcester(Nordamerika) stellt ein«»st, f Stahlreifen, die ähnlich dem Wellblech an der inneren S«» durch solche Reifen genau dicht~I.e ichü Holz- soder Bandeisenreifen bei Fässer Stahlreifen ersetzen den Zement- und •/'"' rco es auf' gute Verpackung ankommt. Die rnlv/ nen werden nicht zusammengenietet ivie die eiserne», L"det» mittelst Elektrizität zusammengeschweißt. Die Zeitdauer e��chweißung beträgt nur zwei Sekunden. Das ehrsame Ge- j,:, der Böttcher, Schäffler, Küper, Büttner, arg bedroht durch .e Mechanische Faßmacherei, erhält einen neuen Schlag, der die ? chuung vieler Angehöriger dieses Gewerbes, daß der Maschinen- s,» ihnen nicht gefährlich werden könne, noch mehr erschüttert. öUM Glück ist in Nord und Süd die Arbeiterbewegung in die eiher, dieser wackeren, stattlichen Gesellen eingedrungen. Sie «"Ifen, wohin sie gehören. in der Ktick.rrei- Industrie steht bevor. 'sSchßte Stickmaschinen-Fabrik der Schiveiz, Saurer in Arbon, Da nrpf-Stick in aschine einführen, welche der Pumi-Sttckmaschine, die jetzt in der Schweiz, in Vorarlberg und , Wuchsen herrscht, voraussichtlich den Garaus machen und zahl- ?w LSfmd- Stickmaschinen- Arbeiter außer Brot werfen wird. ,»«uckereiverband. der jetzt besteht— er umfaßt 22 000 Stühle—, La ,mi,ä wacklig, dürfte darüber zusammenbrechen. Erfordern 4 Dampfstickstühle nicht mehr Aufsicht, als eine einzige mit " Hand betriebene Maschine. Vevfmnml un�on. ..Im sozialdemotzratischrn Uahlverein de» 5. lltrtljl- «Ww sprach am 25. d. Mts. Herr Dr. L ü t a e n a u vor zahl- reicher Versammlung über die Richter'schen„Irrlehren", die er w ihren einzelnen Punkten widerlegte. Er ernlete reichen Beifall. -ba sich(giri Gegner zum Worte meldete, wurde von einer Tis- rusiion Abstand genommen. Zum 3. Punkt, Wahl der Vertrauens- .»anner, bemerkte der Vorsitzende, daß dieselben gewählt werden Men, um die Agitation im 5. Wahlkreise stärker zu betreiben «'w Zwar solle dies geschehen durch Vertheilung von Flugblättern. Sf M sogar zu hoffen, daß der 5. Wahlkreis bei der nächsten •usohl von einem sozialdemokralischen Abgeordneten im Reichstage vertreten werde. Es wurde bierauf beschlossen, 10 Personen Vertrauensmänner zu wählen. Gewählt wurden die Genossen Griepentrog, Schulze, Schmidt, Lamprecht, Kühne. 'iiederauer, Geske, Granzow, Wuziger und Wendt. �urn vierten Punkt, Verschiedenes, rügt Genosse Niederauer, »aß Versammlungen im 5. Wahlkreis in Lokalen abgehalten wurden, welche nicht auf der Liste der Lokalkommission ständen. �er Vorsitzende entgegnet darauf, es sei nicht möglich, sich nach t ,t. leiste zu richten, da nur e i n Lokal im 5. Wahlkreise aus der- aalS1 flände. Zum Schluß wird noch beschlossen, am zweiten �veihnachtsfeierlag ein gemüthliches Beisammensein zu veranstalten. . Irr, Ganverein Kerliner Kildhanrr hielt am 18. Nov. ewe außerordentliche Generalversammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16, ab. Auf der Tagesordnung stand em -tntrag auf Bewilligung von tausend Mark aus Lokalkasse zur U n t e r st ü tz u n g für die arbeitslosen T�ttg lieber, 2. Berathung des neuen Statuts, 3. Ver- lchiedenes. Im 1. Punkt der Tagesordnung führte Koll. Dupont ?us. daß es nothwendig sei, dem augenblicklich ungünstig liegen- bin Geschäftsgang Rechnung zu tragen; der Verein müsse jetzt ä�gen, daß er jederzeit bereit sei, für seine in Roth befind- Mitglieder einzuspringen, damit diese ihrer gestellten Aufgabe, die Errungenschasten der letztjährigen Lohnbewegung Aufrecht zu erhalten, treu bleiben könnten. Aus diesem klar- stegenden Grunde sei der obige Antrag gestellt. In der sich daran wüpfenden Debatte sprachen sich fast sämmtliche Redner im «wichen Sinne aus und wurde der Antrag mit einigen, Unterstützungsmodus betreffenden Zusätzen angenommen festgesetzt, daß jedes 14 Tage außer Arbeit stehende eine Unterstlltzuna von mindestens 10 M. pro den und Bbl S eine Unterstützung.-..................... ntr- j du erhalten habe. Die Statutenberathung wurde der vor- "n?ckten Zeit wegen bis zum 2. Dezember vertagt, jedoch wurden unter «.-verschiedenes" die Glasarbeiter---- k... s-, Bergedorf und d i e die chuh m"iacto* beiter in E s ch iv e ge........_, fonofc f'n Erfurt mit je 50 M. unterstützt. Das fiir l dieser Versammlung war wieder ein eklatanter Beweis »06, t �"tzen einer feste» Organisation, und es kann den immer wern �Zustehenden Kollegen nicht dringend genug angerathen schli-"' � so schnell als möglich dem hiesigen Verein anzu- biiv» welcher, gemäß den Zielen der modernen Arbeiter- d,. 1**9. seine Hauptaufgabe in erster Linie in der Vertretung »»»�uicressen seiner Mitglieder sucht, sowie ihre ökonomische Herstellung erstrebt. hielt Fachvrvein der Sieindrucker nnd Lithographen Lu™ 20, d. Mts. seine Versammlung ab. Ter Referent, Nierkc�?s°uß, entledigte sich seiner Aufgabe unter größter Auf- i»ffr,!2ni. und reichem Beifall der Versammlung. Eine Dis- tniKj U fand nicht statt. Ten Bericht der Unterftützungs-Kom- insnJf Lab Kollege B r a l l. An Unterstützungen wurden 8onwrimt 247 gezahlt. Bei der Neuwahl wurde eine dekt-r. st'un von neun Personen gewählt, aus folgenden Kollegen Obij' nV Brall, Müller, Vogel, Gustav Müller, Hug, Charles, .«cheidenreich und Schicker. Ferner gelangte folgende imution zur Annahme: In der richtigen Erkenntniß, daß der Arbeitsnachweis unserer Organisation das Herz und der wirksamste Angel- Punkt derselben ist; in fernerer Erkenntniß, daß derselbe seiner Aufgabe istw voll und ganz entsprechen kann, wenn die gesammte Kollegenschaft nur diesen in Anspruch nimmt, spricht die Versammlung die Erwartung aus, daß die Kollegen einen gegnerischen Arbeitsnachweis meiden werde», da derselbe nur geschaffen ist, um unsere Organisation zu sprenge». Vereins Kollegen, welche 6 Monate Mitglied des Fach- sfob find und zu keinem anderen Arbeitsnachweis hingehen, Ko». Ablauf der ersten arbeitslose» Woche nach Maßgabe der ""»Mi».»» zu unterstützen. »sm Gesangverein Senefelder wurden 30 M. bewilligt. "MgenoT �e|0'utlon �ct Berliner Streik-Kontrolkommission wurde Montag, den 84. d. M., sprach in einer öffentlichen „'«mnilung der Klavierardeiter und verwandten Berufs- E n„ 1 un Stelle des verhinderten Herrn Zubeil Kollege An? � l V I d über die Bedeutung der Gewerkschafts-Organisation. s�j«"em Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. �Es wurde Vorlesung über:„Die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Entwtckelung der Sozialdemokratie" Die Versammlung gab am Schluß der Borlesung ihre volle Zufriedenheit zu erkennen, nur sollten in Zukunft die Vorlesungen etivas kürzer gehalten iverden. Beim 3. Punkt der Tagesordnung, den Arbeitsnachweis betreffend, nahm die Versammlung einen Antrag an, wonach alle Veränderungen des jetzigen Arbeitsnachweises bis zur Neuwahl, welche Anfangs Januar stattfindet, anfzuschieben sind. Unrer „Verschiedenes" sprachen sich mehrere Kollegen sehr scharf gegen die auf dem 3. Verbaudstage gefaßten Beschlüsse aus. Es wurde betont, daß dieselben hauptsächlich dazu beitragen, daß die Ver- saiiimluugen der Berliner Zahlstelle einen so schwachen Besuch aufzuweisen haben. Der Vorsitzende zeigte sodann noch an, daß Zeit und Ort der nächsten Versammlung noch besonders bekannt gemacht werden solle. Die in der Hntfabristation beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hatten sich am 27. No- vember unter dem Vorsitze des Herrn August in versammelt. An Stelle des am Erscheinen verhinderten Genossen Ewald hielt Herr S a i l e r aus Luckenwalde unter stürmischem Beifall einen' Vortrag über„Bellamy's Rückblick aus dem Jahre 2000". In der Diskussion, an welcher sich die Herren Borg mann, Opitz, Augustin, Knappe und F e ch n e r betheiligten, wurde nochmals der Streik der Luckenwalder Hut- arbeirer vom vorigen Jahre einer Erörterung unter- zogen. Dabei wurde die Aeußerung eines Fabrikanten angeführt, wodurch auch von gegnerischer Seite bestätigt wurde, daß der Streik ein provozirter war. Nach einem Schlußwort des Referenten forderte Herr August in noch zu lebhafter Theil- nähme am Verein deutscher Hutmacher auf und Herr V ö l k e l machte bekannt, daß der Vorstand aus dem Dispositionsfonds den Weißgerbern Kirchhains 50 M., den Glasarbeitern Berge- dorfs 50 M.. den Töpfern Berlins 75 M., den Barockvergoldern Berlins 50 M., den Perlmuttarbeitern Berlins 26 M. und den Wirkern in Chemnitz 60 M. übermittelt habe. Dem Vorstand wurde von der Versammlung hierfür Techarge ertheilt und den ausgesperrten Erfurter Schuhmachern 100 M. bewilligt. Dcr Drrrin„Freie Dolksbiihne" zählt jetzt 1600 Mitglieder. Sein Bestand ist also besonders nach den Erfolgen, welche die ersten Vorstellungen nach dem llrtheil der Gegner und Freunde des Unternehmens errungen haben, gesichert. Aber mit dieser der kine Resolution angenommen, wodurch alle Arbeiter rauche aufgefordert wurden, sich dem Verein anzuschließen. Ä f y il*■-■ � Jjrn 1t-IUI-'------------,----- ..'"tiaennft t"Wr? ilc�d,ev Mechmiker und verwandter � Mittwoch, den 19. d. Mts., eine Mit- "nmwlung ab. In derselben hieit Kollege Thomä eine Besitze der Mitgliedschaft. finanziell befähigi sind, diese Mitgliedschaft zu erwerben, die nothwendigen Beiträge zu leisten. Darum gilt es tür die Freunde dieser Bühne weiter zu ar- beiten und der Sache neue Freunde zu schaffen. Am Sonntag, den 14. Dezember, Nachmittags 21/2 Uhr, findet bestimmt die erste Vorstellung für d i e z w e i t e A b- theiluug statt, für die Besitzer grüner Karten. "ur Aufführung gelaug das Schauspiel von Henrik Ibsen„Der olksfeind". Ani ersten Weihnachtsseiertag um 2Vz Uhr wird die Vorstellung für die eri.e Abtheilung(rothe Karten) wieder- holt. Es ist also noch genügende Zeit vorhanden, der zweiten Abtheilung eingereiht zu werben. Unnöthig ist es an dieser Stelle die Ziele des Vereins nock- mals klarzulegen; für alle diejenigen, denen sie unbekannt sind, finden in der nächsten Woche drei öffentliche Versammlungen, im Norden, Moabit und im Süden, statt. In(Ddrrbcrg i. d. Mark tagte am Sonntag, den 23. d., unter Vorsitz des Genossen W. Klempin eine öffentliche Kommunalwähler-Versammlung der 3. Abtheilung, zu welcher be- sonders die Arbeiter zahlreich erschienen waren. Das Referat: Ueber die bevorstehende Stadtverordneten-Wahl", übernahm Genosse B. Stabernack(Berlin). Er bemängelte die Berliner städtischen Verhältnisse, und wies nach, daß nach seinen Ersah- rungen die Oderberger Zustände nicht besser, sondern in manchen Punkten noch viel trauriger wären. Redner forderte zum Schluß die Anwesenden auf, am Tage der Wahl alle Mann für Mann für die beiden Kandidaten, Zimmerer W. K ü n e k e und Maurer W. Klempin, einzutreten, wozu sich auch die Versammlung durch eine in diesem Sinne abgefaßte Resolution verpflichtete. Zum Schluß wurden die Anwesenden noch aufgefordert, in der von den Gegnern zum Montag Abend«inberufenen öffent- lichen Versammlung der 3. Wähler-Abtheilung, behufs Aufstellung des Kandidaten, zahlreich zu erscheinen. Dieser Aufforderung waren denn auch die Arbeiter am Montag Abend nachgeko.nmen und daher an Zahl den Gegnern weit überlegen, so da» bei Auf- stellnng der liandidatur der Vorsitzende der Versammlung trotz vieler'Winkelzllge gezwungen war, die beiden Arbeiterkandidaten als Kandidaten der 3. Abtheilung zu proklnmiren. Mittwoch, Tag der Wahl: Glänzender Sieg der Sozialdemokratie. Schwedt a. G. Am 16. d. M. fand Hierselbst eine zahl- reiche öffentliche Volksversammlung statt. Herr Th. M e tz n e r, Berlin, hielt einen Vortrag über:„Der Kampf ums Dasein unter den heutigen wirthschaftlichen und politischen Verhältnissen". Der Vortrag wurde von der Versammlung'mit großem Beifall auf- genommen und gelangte in diesem Sinne eine Resolution ein- Itimmig zur Annahme. Diskussion fand nicht statt. Unter„Ver- ichiedeneS" wurde einem hier längst gehegten Wunsche entsprochen und die Gründung eines Arbeiter- Bildungsvereins beschlossen. Es meldeten sich sofort gegen 60 Personen zur Aufnahme, ferner wurde das Bureau mit der Ausarbeitung der Statuten betraut. Der Referent nahm nochmals Veranlaffung, die Aufgaben des Vereins zu erläutern und die Anwesenden aufzufordern, sich immer fester um das Banner der Sozialdemokratie zu schaaren. Er schloß seine Aussührrungen mit den Worten Johann Jacoby's:„Die Gründung des kleinsten sozialdemokratischen Arbeitervereins ist für den zukünftigen Kulturhistoriker bedeutungsvoller, als die Schlachttage von Sadowa". Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Tischler-U-rcin. Heute Abend keine versamintung. Die Annahme von Beiträgen findet jedoch im Vereinskokal, Kottbuferstr. ea, statt. Fcchuerri»»er Former. Eonnadend, den«. Dezember, Abend? 9 Uhr, 5. Sllstungssest, bisiehend au» großem Ball, Festrede, Berloofung und Ueber- raschnngen, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee n— 13. vroh« öffentliche Former- perfammlnng am Sonntag, den so. No- vember, Borinittagi toss Uhr, in der»iorvdeutfchen Brauerei, Ühanfsee- straße Nr. 53. «rohe Nerfammlimg der freien Dissidenten- Euneiude für Charlotten- bürg am Sonnlag, den so. November, Mittag» 12 Uhr, in BiZmarctShvhe, WtlinerSdorferstr. so. «rohe ötsnitlicho Uerfauimtung der Puher BcrNn» und Umgegend am Sonntag, den so. November, Vorm. 10% Uhr, in der Brauerei„«»»Igstadt", Schönhauser Alle- 11—12. Schueider-Ucrfammiung der Freie» N»rei«igu»g am Montag, den I. D-i-niber, Avend» 8% Uhr, bei Reyer, Alle Iatochtr. 88. Tagesordnung: 1. Boden befitzreform n»t> Sozialismus, ifieferent: itollsge Rogge. 2. Die Geiverlschafistvnscrenz und die event. Auflösung der Freien Vereinigung der Mitglieder ist nothwendig.(Büste ivillloinmcn. _,,,_____ und Arbeiterinnen! Sonntag, den so. November, Nachmittag» 5% Uhr. Versammlung in(Bralweils Bierhallen, kommandanten- straße 77—73. Tagesordnung: Vortrag de» Herrn Peus über„Freie Liebs". Naäidem geinutbliäieS Beisammensein. •WW»W> W Hutsabrik, Köpentcker- straße 120. Westen: Otto Antrtck, Ztgarrenfab'rtk, ißtetinnetzstraße 00. Süd- Westen: Adolf Lange, Restaurateur, Furbringerstr. 22. Alex Ochs, Zigarren- Handlung, Lindenflraße 59. Moabit: Fritz Voß, Ztgarrenhandlung, Birken- fttaße 5g. Lese- und Zliobutirbiub«. Sonnabend. Fe u erba ch, Abends 9Uhr. im Lokale de» Herrn Schröder, Retchenbergerstr. 24.— Hetne, Abend» 9 Uhr, im Lokale de» Herrn Zechlin, Hornstr. 11. Arbeiteo-Küugrobund Verlins und Umgegend. Sonnabend. Abend» 9 Uhr: Ucbungsslunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein„Freund- s ch a f I Friedeustr. 48 bei Tollkühn.— Gesangverein„Sanges Echo," Skalitzerstraße 142 bei Greifer.— Gesangverein„L y r a n t a", Landsbergerstraße 3i bei Musehold.— Grüne Eiche", Knesebeck- und Hermannstr.-Elle bei Beiler. Gesang-, Tili'»-»nd gesellige Uereine. Sonnabend. Gesangverein der Offenbacher„Sänger kränz", Deutscher Hof, Lullauerstr. Nr. 15, Uebungs- stunde um v Uhr. Gäste willkommen.— Mustkveretn„Vorwärts", Abends 8%— 10% Uhr, Annenstr. 14, pari. Berliner Turngenossenschaft. 8. MännerAbtheilung. Abends %9— i'll Uhr.— Lüboll'scher Turnverein. Die I. LehrltngSabthetlnng lurnt Abends 8—10 Uhr. Der Turnsaal befindet sich Köntgstädttsches Ahm- näfitim, Elisabethstraße 57—68. Etatllub„R ams ckf", gegründet 1» Oktober 1890. Abends 9 Uhr, Sitzung in Willy Schmidt's Restaurant, Wrangelstr. 141. Genoffen sind sreundlichsi eingeladen.— Ekatkluo„ vi a m s ch", Fürstenbergerstr. 10.—„Privat- Theater-Gesellschaft Schneeglöckchen" im Lokal Veteranen- straße 0 bei Kettln.-» Verein„Luftige Brüder", Abends 9 Uhr, Brüderstr. 28,— R 0 lle r' s ch er Stenograxhen-Beretn„Süd- West B er Iin". Abend? 8% Uhr, im Restaurant Körner, Barutherstraße 1, Unterricht und Uebung. Literarisches. Vor nahezu hundert Jahren ließ der Nürnberger Maler und Kupferstecher Jakob Sturm mehrere Hefte kleinsten Buchformats erscheinen, in welchen die deutschen Amphibien und Reptilien nach dem Stande der damaligen Kenntniß über die Thiere bc- schrieben und„möglichst treu" dargestellt wurden. Dieses Werk ist bis heute das einzige geblieben, welches die gesammte deutsche Lurch- und Kriechthierwelt behandelt und alle Arten derselben, soweit sie damals bekannt waren, in farbigen Abbildungen ver- anschaulicht; alle späteren Schriften berücksichtigen entweder nur einzelne Gruppen dieser Fauna, z. B. die Schlangen,' oder aber sie stellen die wissenschaftliche Darstellung des Korperbaues, des Knochengerüstes und verwandte Punkte in den Vordergrund und sehen die Besprechung der Lebensäußernngen derThiere, die Biologie, als nebensächlich an. Ein Werk also, welches die sämmtliche» deutschen Eidechsen, Schlangen, Schildkröten, Froschlurche und Sala- mander auf der Basis des jetzigen Wissens— denn das Sturm'sche Unternehmen ist längst von der Wissenschaft überholt— beschreibt und nach allen Richtungen hin in gemeinverständlicher und inter- essanter Weise schildert, zugleich aber auch auf zwölf wirkungs- vollen Tafeln natur- und sarbentreu vergegenwärtigt, fehlte. Ein solches zu schaffen unternahm der insbesondere mit dem Studium der vaterländischen Thierwelt sich beschäftigende Naturkundige Bruno Dürigcn in Berlin, und zwar unter Zugrundelegung des durch jahrelange eigene Untersuchungen und Beobachtungen ge- wonnenen reichen Materials und der ihm von nahezu hundert anderen Fachmännern: Universitätsprofessoren, Museumsbeamten, Lehrern an Gymnasien, Seminarien, Real- und anderen Schulen, Forschern und Sammlern zugegangenen authentische» Mit- theilnngen. Die Arbeit ist nun abgeschlossen und hat ein Werk gezeitigt, welches sicher berufen ist, jene Lücke auszufüllen und auf dem Tische des Amphibien- und Reptilienpsiegers, in der Büchersammlung des Beobachters und Freundes deutscher Natur, in der Bibliolhek der höheren und niederen Schulen eine Stelle einzunehmen. Das Werk erscheint unter dem Titel:„Deutsch- lands Amphibien und Reptilien" in zwölf rasch aufeinander- folgenden Lieferungen zum Preise von 1,25 Mark, von denen die erste jetzt vorliegt. DepeHckten. Ki«I, 28. Nov.(Telegramm des„Herold".) Zu Stadt- verordneten wurden heute gewählt: Ahrens(freisinnig) mit 2579 St., Sartori(natl.) mit 2579 St., sowie die Sozialdemo- traten Schwärzet mit 2073 und Glißmann mit 2100 St. Krnnnj'chwrig, 28. November.(Telegramm des„Herold".) Ein gewaltiges Feuer legte in vergangener Nacht die Maschinenfabrik von Bogeley und Braune in Asche. Das Leben der im oberen Theile Vcs Hauses wohnenden vier armen Familien war schwer bedroht; fast unbekleidet in eisiger Kälte mußten sich die Bewohner m>t ihren viele» kleinen Kindern durch Hinablassen an Seilen vor dem Flammentode retten. Großes Elend ist über diese, all ihrer Habe beraubten Familien hereingebrochen. Nvivflrceston dev ilsimltlimt. Bei Auslagen bitten wir die Abonnements-Quiltung beizufügen. Briefiich Antwort wird nicht ertheilt. V. D. Ein Dienstmädchen kann nur zum Quartalsersten nach sechswöchentlicher Kündigung ziehen. Kündigt sie am 1. Januar, so kann sie trotzdem nicht am 1. April ziehen. >(Jw" Genossen und Freunden theile �krdurck mit. daft ick mein durch mit, daß ich mein nJi x•55,rd)iift am 1. Oktober ' bet Manteuffelstr. 9 verlegt habe. C. Reiiiickef Manteuffelstraße 9. 2381 P�sti�eiciier1! �>'1 Euch g'müthli unterholten Ikoßo kommt's in die Kürassier- auf Nr. 15a in die Ongarische atlon- Die höchsten Weaner 5 w-r'n aufgeführt.[725 Allen Freunden und Genossen die ergebene Anzeige, daß ich Schönstanfer AU« Dl'. 2« ein§35 Kestanrant mit Saal. welcher sich z» Versammlungen(für ca. 400 Personen) eignet, eröffnet habe. Vereinszininicr stets zur Verfügung. B. Nürubora, Schönhauser Allee 28. jS'Ä'äaÄ® -Alleu Freunden und Parteigenossen empfehle eine gute Dlfißc und einen krastigen WWckstisß. Ein Vereinszimnier steht zur Verfügung. W. Haugk, 675 Hoeichfw. 1«. Lodu'Z Hosenfabrik Paliisaden-Strasse 7, arbeitet aus Resten einzelne Hosen von 1 M. an. Jaquets 1,60 M., Paletots 3 M., Herren-Hosen von 1,50 M. an. mit guter Akustik und Vereins- Vilm zimmer cmpfiehlt an Vereine sowie zu Privatsestlichkeiten.„Berliner Volksblatt" soiv.„Bert. Volks-Tribüne" liegen aus. 1508 H. Meissner, Gtttesßr.N. 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Von Paul L a f a r g u e.— Zur Frage des ehernen Lohngesetzes. Von Ed. Bernstein.— Feuilleton. «QT pro Quartal(13 Hefte) 2,50 M., pro Heft 20 Pf.-MM Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstraße Nr. 3. Soeben erschien: Dillliothek politischer Reden. Heft 2. Rede von Ernilio Castelar über:„Republik u. Monarchie". WM" Preis 20 Pfennige. Zu bezirtzen durch unsere Expedition, Beuthstr. 3. Sic von mir im Sommer auf mehreren Auktionen gekauften und im Versatz verfallenen hocheleganten Herren-u. Damen-Winter- Paletots, Knaben- u. Mädchen-Paletots, Herren- u. Knaben-Anzüge, Damen- u. Kinder- Kleider, Uhren, Ketten, Ringe, Betten, Wäsche, Kessel, Stiefel, Koffer, Schirme, Harmonika's u. f. w. verkanseich nnr bis WciMten damit zu räumen, zu erstaunlich billigen Preisen. T Mnlro Neanderstr.9, JJUvAVy Ecke Schmidstr. Bitte genau auf Hausnummer und Namen zu achten. 972 Winter-Ualetots! Feste Preise. Feste Preise. 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M., konnte nicht ftattftnden- da die Bescheinigung von der Poui durch die Post vernachlässigt worde ist und die Bescheinigung erst am Dienstag, den 25. o. M. angekomw ist. Dagegen wird Beschwerde gefuyr- 909 I. A.: Der Vorstand. Achtung! Drechsler u. Perlmutterarb.' Grosse öffentliche Versammlung am Sonntag, den 30. November, vormittags lOVe Uhr, in D e ig- müller's Salon. Alte Jakobs- straße 48a. Tagesordnung:.. 1. Vortrag des Herrn G. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme dem des Streiks der Firma Paul Hroö) 4. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung werden sämmtliche Perlmutts arbeiter, Drechsler und Knopfarbeu' eingeladen. 901 Der Einberufer« ' Verein her LUgenblelliuer.. Andreasstraße 3„Zur Kornblume- Sonnabend, den 29. d. M., ct';. Vortrag des Herrn Rüdiger über sel Reiseerlebnisse zur See. Gäste un Damen bestens willkommen. Christbaumschmuck-Ausverkauf Zündholz- Kompagnr t, Brunnenstr. 139, 2, Hof P- R. Baumeyer Rind« u. Schweineschi Achter SV., Furbringrrstraffc 13 SV. Reelle Maare. 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CWllnlUm*«*mS Ortl i..®eit Jahren haben trotz der steigenden Miethen und Lebens- die Zigarrenfabrikanten die Löhne ihrer Arbeiter imir— orh■, heruntergedrückt, obgleich gerade der Verdienst der Zigarre roeiler- schon immer gegenüber dem der Arbeiter anderer Gewerke n niedrigste war; Schuld daran war die Uneinigkeit unter den Marrenarbeitern— eine wesentliche Folge der Hausindustrie. h-ri"-6" Zigarrensortirern, welche fast ausschließlich in Fabriken "•löjasttgt sind, gelang es infolge ihrer starken Organisation, ihre rage wesentlich zu verbessern. In diesem Jahre versuchten nun mmentlich die Zigarrenarbeiter, welche trotz der denkbar schwic- Men Verhältnisse in den letzten Jahren sich der großen Mehr- ncü pach dem Unterstützungsverein deutscher Tabakarbeiter an- schlössen hatten, ebenfalls eine Erhöhung ihrer erbärmlichen r One anzustrebe» und wurden dieselben hierin von den «Wirern, welche laut dem Beschluß der Brandenburger General- Sammlung des Tabnkarbeiter- Vereins solidarisch mit den nrnst�arbeitern vorzugehen verpflichtet sind, thatkräftig unter- in der Hamburger Firma Müller u. Burchard wurden a der letzten Woche Zigarrenarbeiter und Sortirer durch eine Mneinsame Deputation vorstellig, um derselben eine Lohnforde- ung der Arbeiter von 15 pCt. zu unterbreiten Wenn man be- •M, daß die Firma zu denen gehört, welche von den hiesigen oadrikanten die niedrigsten Preise mit bezahlt, wenn man ferner swagt, daß der Durchschnittsverdienst der Zigarrenarbeiter in ■"j-Iiger Gegend 15 Mark nicht übersteigt, so ist diese Forderung tv? eine übermäßig hohe wohl nicht zu bezeichnen. Tie mnna hat sich von den Arbeitern eine Bedenkzeit K-/ welche derselben bis zum Abend des „:' 1® ffenden Tages bewilligt wurde und erklärte niiÄ �dlaus derselben, daß sie eine Lohnerhöhung von 15 pCt. .,5* bewillige« könne; namentlich bei den billigen Sorten, wofür N Arbeitslohn 10 und 11 M. pro Mille bezahlt werde, könne "ur i M. pro Mille zulegen, sie bewilligte eine Lohnerhöhung z>°n 10 pCt. bei sämmtlichen Sorten und ersuchte die Mutation, bei den Arbeitern dafür«intreten zu wollen, daß die M»iPu 3»lage angenommen würde. In der Versammlung der m eiter war es namentlich die von den hiesigen Zahlstellen des A-""" mar es namentlich die von den hiesigen Zahlstellen 9r»fcein® gewählte Lohnkonimission der Tabakarbeiter, welche den «rdeitern anempfahl, trotzdem ihre Forderung von 16 pCt. ja 116 vollständig gerechte sei, die bewilligten 10 pCt., uni einem .uvaigen Streik vorzubeugen, anzunehmen. Die Arbeiter be- eine um einem kx,"'cucu vi Ichtostun demgemäß. ß Als die Deputation der Arbeiter am andern Morgen ins itemptoir der Firma ging, um derselben diesen Beschluß mitzu- sacken, wurde ihnen ein von der Firma ausgearbeiteter Lohn- Ml eingehändigt, nach welchem dieselbe entgegen ihrer ersten Erklärung bei den meisten gangbaren Sorten nur 3 bis 5 pCt. hatte. Auf dem Tarif der Firma waren Sorten ange- Iii r' Milche überhaupt von derselben ip der letzteren Zeit am W.tflen. Crte nicht mehr angefertigt wurden. Einige Sorten Mte die Firma mit einem Ausschlag von 10 pCt. bedacht, einige Mar mit 15 und 20 pCt., doch kommen diese für die Arbeiter �niger in Betracht, da von denselben nur wenige Zigarren an- Wertigt werden. Tie ganze Mehrbewilligung ist eine so geringe, aaß dieselbe nur als ein Hohn auf eine Lohn- °.�döhung aufgefaßt werden kann. Wenn die Arbeiter bei �nem Lohn von 11 M. pro Mille 3 pCt. mehr erhalten und venn man dann bedenkt, daß sich in diese Zulage der Haus- ardeiter, der Zigarrenarbeitcr und der Zurichter theilen sollen, 'ann sich auch der Nichtfachmann leicht herausrcchne», was ade» auf die einzelne Person kommt. Erwähncnswerth ist ferner, die Firma die von ihr bezahlten Preise in einzelnen Fällen i"®) noch falsch angegeben hat; eine Sorte, wofür dieselbe bisher Mark bezahlt hat, führte dieselbe im Tarif mit 11 Mark an, .('Billigte daraus dann großmüthig 10 pCt. mehr, so daß nach (lv neuen Tarif dann 12 M. 10 Pf. bezahlt werden sollten— »Mo 10 Pf. mehr, als nach dem alten Tarif, macht auf jede Mson, welche daran partizipirt, vielleicht 5 Pf. mehr pro Woche. mA* nennt sich Lohnerhöhung von der Firma �«uller u. Burchard. Ebenso steht es mit den Lohn- (willigungen bei den Sortirern. % Da die Firma das den Arbeitern gegebene gebrochen hatte, so wurde seitens der Lohnkom- Mlston die Sperre über dieselbe verhängt. Jetzt begann die ?wMa damit, die Arbeiter und die Lohnkommission bei den !.(Pen Fabrikanten anzuschwärzen. Man hätte nun wohl v'Uiger Weise erwarten können, daß der Fabrikantenverein, bevor (' Stellung zu der Sache nahm, die Angelegenheit erst einmal ge- Msi hätte. Anstatt dieses jedoch zu thun, beschlossen die perren einfach, sämmtliche Arbeiter, welche Mm Tabakarbeiter-Verein oder dem Freund- �PßZtsklub angehörten, zu entlas s e n. ,"Bon einem Fabrikanten wurde nun am Montag eine<>>!- lammenkunft von Mitgliedern der Lohnkommissioii mir dem Vor- Uande des Fabrikantenvereins veranlaßt. Aber trotz des größten �gegenkommens der Kommission wurde eine Einigung nicht d.- A»' Dienstag Nachmittag wurde der Lohiikommission seitens M Vorstandes des Fabrikantenvereins em| Schreiben zugestellt, i" welchem derselbe erklärte, daß er nicht wieder mit der Lohn- �Mission verhandeln werde...,.. ®s ergiebt sich aus diesem zur Evidenz, vaß(= den Fabri- q.Mn nur um einen Vorwand zu thun war, die allgemeine f�bregelung inszeniren zu können und daß ihnen das Entgegen- ,, wmen der Lohnkommission, welches dieselbe bei den VerHand- . Ngen mit dem Vorstande des Fabrikantenverein� bekundete, Protektorate des Fabrikantenvereins. ** iASÄWWW« 'b'lben haben noch nie von«"deren Ar- ktern etwas wieder empfangen, leben— die in Ar weil bei ihnen eine Arbeitseinstellung durch die Zustände in ihrem Gewerbe fast zur Unmöglichkeit gemacht war. A u ch i*i politischer Beziehung haben dieselben stets ihre Schuldigkeit gethan— es sind die schlechtest Ge- stellten unter Euren Brüdern. Gebt es nicht zu, daß die- selben durch Hunger oder Kälte getrieben sich den hartherzigen Fabrikanten zu Füßen werfen müssen. Die Fabrikanten spekuliren darauf, wie ein hiesiges Kapitalistenblatt schreibt, daß die Unterstützungskassen des Vereins durch die fortgesetzten großen Ausschlüsse, welche von den Fabrikanten in rascher Reihenfolge in Halberstadt, Braun- schweig und Eschwege gegen unseren Verein unternommen wurden und von denen der letztere noch nicht erledigt ist, vollständig ge- leert sind und daß die Arbeiter deshalb in kurzer Zeit werden nachgeben müssen. Die Tabakarbeiter Hamburgs haben den ihnen aufgezwungenen Kampf cinmüthig auf- genommen— nur eine Handvoll verblendeter Thoren, die Mitglieder der Klubs der Zigärrensortirer von 1835 haben den Fabrikanten ihre Dienste zur Verfügung gestellt. Ihr könnt und dürft Eure Genossen nicht im Kampfe im Stich lassen! Die Tabakarbeitcr konnten bei ihrem kärglichen Lohn Ersparnisse nicht zurücklegen— s ch n e l l e H i l f e i st in diesem Falle nothwendig. Wir wünschen von Euch, Freunde, nicht, daß Ihr nur für uns gebt,— die 3000 Arheiter, welche sich mit uns augenblicklich in gleicher Lage befinden, haben ein ebenso großes Anrecht auf Eure Hilfe. Sendet deshalb Gelder sofort an den Kassirer der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Adresse: Ad. D a m m a n n, Hamburg, Fürstenplatz Nr. 2 I. Wir bitten Euch— handelt rasch und entschlossen, laßt u n s Arbeiter Deutschlands den geldstolzen Kapitalisten beweisen, daß sie ihre Rechnung ohne die Solidarität der klassenbe wußten Arbeiterschaft gemacht haben und daß daran alle ihre Unterdrückungs- gelüste zu Schanden iv e r d e n müssen. Die Lohnkommission von Hamburg, Altona, Ottensen und Wandsbeck. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Vevfcimmlmlge»l. Uolksverfammlung im drittelt Mahlkreio. Die Genossen des dritten Wahlkreises waren Donnerstag Abend unter Leitung des Genossen Börner versammelt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Th. Glocke einen Vortrag über: Ter Kampf mit geistigen Waffen und führte darin ungefähr Folgendes aus: Nachdem das Sozialistengesetz zu Falle gebracht war, haben wir von Seiten unserer politischen Gegner aller Parteischattirungen die heftigsten Angriffe zu er- leiden gehabt und haben diese auch fernerhin noch zu erwarten. Die Waffen, welche gegen uns benutzt werden, sind jedoch schon ziemlich alt. Bereits im Jahre 1876 wurden in der„Magde- burger Zeitung" dieselben Gründe für die Undurchführbarkeit der sozialdemokratischen Ideen vorgebracht, welche heute Herr Eugen Richter anwendet. Damals war es unser Genosse Wilhelm Bracke, welcher den Verdrehungen und falschen Ansichten scharf entgegen trat. Als unsere Gegner sahen, daß sie auf die Weise nichts ausrichten könnten, kamen sie mit dem Ausnahmegesetz; nachdem auch dieses in der Bekämpfung der Sozialdemokratie erfolglos gewesen ist, greifen sie wieder einmal zu den„geistigen" Waffen. Den Kampf eröffnete die Kirche, so- wohl die evangelische wie die katholische. Sie ließ von der Kanzel herab gegen die Sozialdemokraten losdonnern. Trotz alledem mußte sie sehen, daß dieselbe immer mehr anwuchs; nun soll die geistige Bekämpfung durch die Schule besorgt werden. Wir können es nur mit Freude begrüßen, wenn den Schülern die Anfänge der Nationalökonomie beigebracht werden sollten. Also auch der geistigen Bekämpfung von dieser Seite her können wir ruhig entgegensehen. Ebenso wenig erweckt es bei uns Furcht, wenn wir alle Parteien im Kampfe gegen uns sich brüderlich die Hand reichen sehen. Nachdem die„Ger- in a n i a" zuerst eine Reihe von Leitartikeln gegen uns los- gelassen hatte, kamen die„Freisinnigen" zu ihrer Unterstützung herbei. Den Hauptvogel hat Herr Eugen Richter in seinen be- kannten„Irrlehren" abgeschossen, welche alles das zusammenfassen, was uns bisher sowohl aus Unkenntniß, als auch aus Böswillig- keit vorgeworfen worden ist. Abgesehen von der großen national- ökonomischen Unwissenheit, welche aus der Broschüre spreche, ver- drehe Richter mehrfach die Tbatsachen und schiebe der Sozial- demokratie Dinge unter, ivelche der Wahrheit widersprechen. Redner bespricht eingehend die Richter'sche Broschüre und wider- legt eine Reihe von Behauptungen, welche in derselben enthalten sind. Man sehe aus der ganzen Agitationsweise der„Freisinnigen", daß dieselbe darauf gerichtet ist, diejenigen Arbeiter, welche dieser Partei heute noch nachlausen, weiter in vollster Unkenntniß über die wirthschaftlichen Verhältnisse zn lassen. Jeder, der die Sozialdemokratie bekämpfen will, mag sich vorher erst etwas genauer, als Richter, über die Ziele, welche wir erstreben, unter- richten. Wir werden zu jeder Zeit bereit sein, für alles, was wir fordern, einzutreten.(Lebhafter Beifall). Von einer Diskussion wurde Abstand genommen, da noch ein sehr wichtiger Punkt auf der Tagesordnung stand. Derselbe lautete: Bericht der Kommission bezw. der Organi- sationsfrage und Gründung eines sozialdemokratischen Vereins für den 3. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Genosse Gründe! erstattete kurz einen Bericht über die Thätigkeit der in der letzten Versammlung gewählten Kommission. Dieselbe habe bei allen Wahlvereine» angefragt, wie dieselbe» sich zu einer Zentralisation der Wahlvereine stellen würden, die Anfrage sei überall ablehnend beantwortet worden. Aus diesen Gründen empfehle er die Bildung eines Wahlvcreins. Gen. Kräcker empfiehlt, eine Kommission zur Borberathung und zur Ausarbeitung der Statuten zu wählen. Gen. Eicke wünscht, daß vorher noch einmal die Genossen der einzelnen Wahlkreise in Volksversanimlungen nach ihrer Stellungnahme zu der vorgeschlagenen Zentralisation besragt würden. Gen. Wiedemann tritt ebenfalls für Zentralisation ein, da nach seiner Ansicht von einer einheitlichen Stelle die Partei- geschäfte am Besten geleitet werden könnten. Redner ersucht um nochmalige Verweisung der Frage an eine allgemeine Volks- Versammlung. Genosse Gründe! tritt den Ansichten Wiedemann's entgegen und befürwortete die sofortige Entscheidung. An der weiteren Diskussion betheiligten sich eine ganze Reihe von Rednern. Mit großer Mehrheit entschied sich endlich die Versammlung für den Antrag Gründel und wählte zur Ausarbeitung der Statuten eine Kommission von neun Personen, bestehend aus den Genossen Fritz, Börner, Krüker, Gründel, Apelt, Kohlhardt, Jahn, Pielecke, Tschernig. (Bitte öffentliche Fraurnvevfammlnng war von Fräul. W a b n i tz für den 27. November einberufen worden. Dieselbe war leider nur schwach besucht. Referent war Stadtverordneter Heindorf, welcher in eingehendem Vortrage die Stellung der Frau im heutigen wirthschaftlichen Leben beleuchtete, in welchem die Frauenarbeit eine bedeutungsvolle Rolle spiele. Redner zeigte, daß die Arbeiterinnen, die Frauen und Mädchen ebenso, womög- lich noch schlimmer ausgebeutet werden, wie die Männer und daß demzufolge die Frauen ebenso wie die Männer vor die Frage ge- stellt seien, wie dieser kapitalistischen Ausbeutung entgegengewirkt werden könne. Ebenso wie die Männer hätten sich die Frauen klar darüber zu werden, daß in erster Linie zu diesem Behuse eine allgemeine starke Organisation erforderlich sei. Eine solche Orga- nisation zu schaffen müßten die Frauen sich angelegen sein lassen und die Männer müßten dieselben in jeder Weise.in diesem Bestreben unterstützen. Bezüglich der Form der Organisation konnte Redner den kleinen Branchenvereinen nicht das Wort reden, hielt vielmehr eine große, möglichst viele verwandte Branchen umfassende Organisation für erstrebenswerth. Der Frage:„zentrale oder lokale Organisation" widmete Redner eine längere Betrachtung. Redner verstand unter Zentralisation nicht allein den Zusammenschluß von Branchenvereinen in einzelnen Städten, sondern vielmehr auch den Zusammenschluß von großen, alle verwandten Branchen umfassenden Vereinen. Da die Frauen vorerst noch keine politischen Rechte besitzen, so hielt Redner die Zentralisation der Frauen wohl für ange- bracht und mit Hilfe dieser eine Abstellung verschiedner Mißstände für möglich und empfahl demzufolge, dahin zu wirken, daß keine arbeitende Frau der vorge- dachten Organisation fehle.(Beifall.) Fräulein Wabnitz trat der Plätterinnenfrage näher. Sie wies darauf hin, daß z. B. in Paris die Plätterinnen nicht viel ausrichten, weil sie sich der allgemeinen Frauenbewegung nicht anschlössen. In Berlin nähmen die Plätterinnen einen ebenso isolirten Standpunkt ein. Sie wollten Plätterinnen aber nicht Arbeiterinnen fein. Die Plätterinnen hätten die Pflicht, sich gewerkschaftlich zu zentrali- siren, wie der Referent sehr richtig dargelegt habe. Rednerin be- klagte, daß die Arbeiterinnenbewegung in der politischen Tages- presse in nicht genügender Weise berücksichtigt iverde und glaubte durch die Verwirklichung des Projektes der Frau Ihrer, eine Arbeiterinnen- Zeitung zu gründen, diesem Nebel abhelfen zu können und dadurch zugleich den Weg zur Zentralisation der Plätterinnen zu bahne». Die Plätterinnen Berlins seien am besten organisirt, doch genüge dies nicht, die Plätterinnen hätten ihren isolirten Standpunkt aufzugeben, den Kastengeist fallen zu lassen und sich der allgemeinen Arbeiterinnenbeivegung anzuschließen. Fräulein Bader wünschte vor allem, die Plätterinnen aufzuklären/ nicht aber, auf dieselben zu schelten.(Sehr richtig.) Die heutige Produktionsweise müsse die Plätterinnen daraus hinweisen, was sie zu thun hätten. Die Theilarbeit sei auch in der Wäschebranche sehr groß, die Plätterinnen vermöchten demzufolge allein nichts, sie seien vielmehr auf ihre übrigen Arbeitsgenossen und-Genofsinnen angewiesen. Mit diesen gehörten sie zusammen, wie eigentlich die ganze Arbeiterschaft zusammengehöre. Nur durch eine große Zentralorganisation könne etwas erreicht werden.(Beifall.) Herr Witzle tadelte gleichfalls das Vorgehen des Fräulein Wabnitz gegenüber den Plätterinne». Dies sei nicht der richtige Weg, die Plätterinnen zu einer Zentralorganisation heranzuziehen, welche Organisationsform Redner warm Zbefür- wortete. Redner trat auch der Auffassung entgegen, oaß es eine gesonderte„Arbeiterinnenfrage" gebe, war vielmehr der Ansicht, daß es nur eine'für Arbeiter und Ar- beiterinnen gleiche und gemeinsame„Arbeitersrage" gebe. Unter den heutigen gegebenen Verhältnissen hielt Redner eine Zentralorganisation der Plätterinnen und Berufsgenossen für die richtigste. Eine spezielle„Frauenzeitung" hielt Redner für einen Fehler. Dieselbe würde die Frauen nur noch mehr isoliren. Fräulein S y d o w hätte gewünscht, daß eine Plätterinnen-Ver- sammlung einberufen worden iväre, dann ivürdcn mehr Plätte- rinnen erschienen sein. Jetzt, nachdem die Plätterinnen sich or- ganisirt hätten, komme Fräulein Wabnitz und wolle die Organi- sation zerreißen. Die Wäschezuschneider seien weit hinter den Plätterinnen zurück und mit den Wäschenäherinnen sei es ganz auS. Die Plätterinnen in den Plättanstalten könnten sich gar nicht mit den Fabrikplätterinnen vergleichen. Diese seien die Krone der ganzen Wäschebranche(Heiterkeit, Zwischenrufe.) Die Plätterinnen seien durchaus nicht abgeneigt, sich unter sich zu zentralisiren, nicht aber in Gemeinschaft mit den sonstigen Ar- beiterinnen der Wäschebranche.(Hört, hört! Gelächter.) Herr Timm(Hannover) behandelte die allgemeine Organi- sationsfrage, die Nothwendigkeit einer Organisation der Arbeiterschaft veranschaulichend und die Frauen ermahnend, das Recht, das ihnen ebenso wie den Männern gewahrt sei, das Koalitionsrecht, nach Kräften auszunutzen und zwar in Gemein- schaft mit allen Arbeitsgenossen(Beifall). Fräulein E h a i in bekämpfte ebenfalls energisch den isolirten Standpunkt der Plätte- rinnen, beleuchtete die heutige moderne Stellung der Frau und befürwortete die Zentralisation als Organisationsform für die Ar- beiterinnen.(Beifall.) Fräulein Wabnitz befürwortete noch- mals die Zentralisation der Plätterinnen unh Berufsgenossen unter dem Hinweis darauf, daß die Plätterinnen nothgedrungen „kalt gestellt" sein würden, wenn z. B. einmal die Wüsche- zuschneider und Wüschenäherinnen streiken würden.(Fräulein Sydoiv: Wir brauchen diese garnicht!") In Sachsen wird genug gemacht! Fräulein Wurzel erkannte zwar an, daß im Falle eines Streits die Fabrikanten Arbeitskräfte von außerhalb heranziehen würden, war aber der Meinung, daß die Berliner Plätteriiinen garmchr zn ersetzen seien.(Große Unruhe: Zwischen- rufe!) Die Plätterinnen verlassen entrüstet den Saal, nach- dem Fräulein Wurzel kategorisch erklärt, daß die Plätterinnen garnicht daran denken, sich zu zentralisiren und nachdem wiederholt dagegen protestirt worden, die Person des Herrn Möhring, welcher nicht anwesend war, in die Debatte zu ziehen. Fräulein W a b n i tz gab indessen die Hoffnung noch nicht auf, daß die Plätterinnen sich doch noch der allgemeinen Arbeiterinne»- bewegung anschließen werden, wenn sie vorläufig auch noch unter dem Protektorate des Herr» Möhring ständen und prinzipiell nur Versammlungen von Plätterinnen besuchen. In seinem Schlußworte gab der Referent bekannt, daß lediglich Herr M ö h r i n g dagegen agitirt habe, einen allgemeinen Verein der Arbeiter der Wäschebranche zu gründen. Doch war er der Meinung, daß durchaus nicht alle Plätterinnen mit diesem Vorgehen einverstanden seien und empfahl die nochmalige Einberiifung einer Verfamniluiia aller Interessenten der Wäschebranche. Diefer Ansicht pflichtete Fräulein Wabnitz bei, den Wunsch aus- drückend, daß die Plätterinnen von Mosse die ihnen übergebenen Einladungen zur Versammlniig nicht wieder, wie es diesmal ge- schehen sei, dem Chef übergeben und sich über dieselben lustig machen möchten und hierauf die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die allgemeine Arbeiterinnenbewegung schließend. Setiii in„m s«i(sii«ri Berlin SW., Beuthstrasse 3. Das Protokoll über die P Uerhandlnngen des Parteitags der Partei Jeutslljlaaiiö. 20 Bogen(320 Seiten) 8°. eleg. broschirt WU" Preis 50 Pfennige kamt am K. Dezember zur Versenbuug. Die erste. 25 000 Gremplare starke Auflage ist durch VorausbrstrUuugr» nahezu absorbirt. Wir bitten überall da, wo es noch nicht geschehen, um Voraus- bestellung; die Grpedition erfolgt nach der Reihenfolge des Ginganges derselbe«. Von 20 Exemplaren ab ist der Nettopreis ä 40 Pfg. excl. Porto resp. Fracht und bitten wir, zur Vereinfachung des Geschäfts- ganges, den entfallenden Betrag thunlichst der Bestellung beizu- fügen. Das Postporto beträgt für 1 Exemplar 20 Pfg., 2 u. 3 Exemplare 1 SO Pfg., mehr bis zu 20 Exemplaren per Postpacket 50 Pfg. „Heizapparat" D. R. P. 39427 Bester Schatz gegen kalte Räume. Ueber 10 000 Stück im Gebrauch. Preis 4,50 M. Zu haben in allen Eisenwaaren-, Haus- u. Küchengeräthe-Handl., sowie in d. Fabril D. Kilinski, Alrrandrrstr. SO, Hof links pari. 64 Waldemarstraste 64 6# unii Stiesel-Wuareil-LM von Ernst Grossmann. Große Auswahl in Herren-, Damen- u. Kinder Schuhen und-Stiefeln jeder Art. Reelle Drdienung. Hillige Preise. SSr Größtes Zager des Uordens von Kerlitt. Brumieiistr. 1, 1 Treppe. Brunnenstr. 1, 1 Treppt. (Eing. Weinbergsweg.) (Eing. Weinbergsweg.) ,,pc�alle� Herren- und Knuden- Carberuben- Fabrik. Verkauf zn streng festen Fabrikpreiseu. 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Diederich, Oranienstr. 9. „ Mariannenstr. 43. 6. Dunsiag, Dresdenerstr. 6. A. Ernst, Barnimstr. 17. A. Fuchs, Manteuffelstr. 35/36. „ Skalitzerstr. 39. Th. Gerlach, Linienstr. 39. Gust. Gross, Frankfurter Allee 167. 6. Gottmann, Frankfurterstr. 130. Fr. Haupt, Große Frankfurterstr. 145. M. Hensel, Wadzeckstr. 9. P. Fraude, Müllersir. 188. A. Kehr, Kopnickerstr. 126. W. Kliem, Bernauerstr. 108. 6. Röpke, Prinzen sir. 60.' „ Potsdamerstr. 126a. J. Kock, Kastanien-Allee 80. Ph. Krull, Rhemsbergerstr. 50. Victor Krall, Stralsunderstr. 11. A. Lemke, Schönhauser Allee 138/139. 0. Liskow, Oranienstr. 47a. A. Lissmaan, Gerichtstr. 7. Arnold Lange, Brunnenstr. 136/137. Max Lutz, Manteuffelstr. 25. H. Meissner, Neue Hochstr. 43. C. Mewes, Andreasstr. 53. A. Nauen, Wrangelstr. 99. C. Polvoigt, Bülowstr 18.(Eingang Frobenstr. 12.). C. Rättig, Fehrbellinerstr. 88. Renz& Böhme, Oranienstr. 6. „ Potsdamerstr. 104. W. Röhrich, Frankfurter Allee 118a. 0. Rader, Fürstenwalderstr. 2. W. Rother, Nostizstr. 20. E. Barsch, Stralauerstr. 13—14. C. Barsch, Fehrbellinerstr. 56. C. Schmidt, Köpenick, Kietzerstr. 41, W. Sy, Brunnenstr. 139. 0. Schulze, Fehrbellinerstr. 93. A. Schlegel, Brunnenstr. 33. C. Schulz, Zionskirchplatz 6. F. Sporreuter, Poststr. 16. J. Stobey, Oranienstr. 170. Rud. Wegener, Stromstr. 59. A. Wittenbecher, Moabit, Lübeckerstr. 4. W. Wille, Köpenick, Grünauerstr. 2. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. W. Zapel, Skalitzerstr. 131(neben >. Trister u. Roßmann). Stresemann, Neue Königstr. 11. L. Vetter, Alexandrinenstr. 99. C. Adler, Köpenick, Grünstr. 38. C. Böttcher, Friedrichshagen. 0. Mühlberg, Biesenthalerstr. 18. E. Dittmer, Ackersir. 68 a. P. Kunz, Prinzen-Allee 87. E. Rieck, Badstr. 64. 0. Jörs, Pankstr. 5 a. Wir haben verschiedene Adressen streichen müssen, weil Beschwerden über die Geschäftsführung bei uns eingelaufen sind. Wir bitten die Genossen dringend, den von uns veröffentlichten Geschäften Beachtung zu schenken und genau darauf zu sehen, daß die Marke nicht erst beim Kaufen eingeklebt wird, was stets als Betrug zu betrachten ist. Alle Unregelmäßigkeiten bitten wir an uns zu berichten. Die Arbeiter-Kontrol-Kominission. 894 I. 9t.: C. Kempe, Georgenkirch- Platz 8, NO. Ich habe keine Filialen und stehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Jechlllb Wim Sie nur bei Ihrem Einkauf von Herren-, Knaben- Garderoben und Arbeitssachen zu 497 3, Baer, Berlin N., Gesundbrunnen, Ec Hadstraße 18, cke Stettinerstrasse, woselbst Sie in jeder Beziehung ftreNg reell bedient werden. denn sämmtliche Waaren werden nicht in Stettin, sondern hier in eigener Werkstatt angefertigt. H. Sieventf Berlin 0., Thaersirasse 62, nahe d. Frankfurter Allee, empfiehlt außer sämmtlichen Apothekeuwaareu besonders den schönsten weißen Oorschleberthram, welcher seines milden Geschmackes und der vorzllgl. 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