1 mus von Musloe einmal gesagt. Aber Seine Gel � haben mich damals einen Schwarzseher gescholten u. spöttisch gefragt, ob ich einige Ursächer und Anfanger 1�,: Empörung habe auf dem Besenstiel durch die Lm w« sehen. Nun reiten sie nicht auf dem Besenstiel emh- ge- dern aus Pferden, die sie aus den Ställen der He zogen haben." „Sie reitest schon?" rief die Priorin.» gm „Nun ja, soweit sie Pferde haben. Aber last, erzählen, was sich zugetragen hat, denn man hat � mir däucht, noch keine Kundschaft gebracht." „Erzählet!" rief sie aufgeregt. Matthias strich seinen Bart und fuhr fort: 1,1 „Daß die Bauern in der Landivehr und"amc" unseren zwei Dörfern Ohrenbach und Brettheim gii- unrnhig sind, wisset Ihr. Die' neue Lehre' hat's'hstglb aetban lind die wandernden Brädi?anten fiafien sie INN gethan und die wandernden Prädikanten haben sie losen Reden erhitzt."_# tA „Aber giebt's denn keine gottesfürchtigen Pfa* draußen auf dem Land, daß sie die verirrten Schaf führen zur Demuth und zum Gehorsam gegen or keit?" warf die Priorin ein. «Das ist's eben," sagte' Matthias.„Die Pfagisst bösen Geist. Da ist der Psarrff selbst angesteckt vom,------ von Leuzenbroun, Bierharb Tenner, dessen Vater *»•'s"! J �..1..... � 4.. V � f i. P■ rx.»'< pp. �, 1 2 ,\j*„»»1'. zu Rothenburg sitzt; da ist sein Frühmesser Haus H F, ' ist der Pfarrer zu Tauberzell, Andreas bach und da die halten's nnt den Äauern." Die haben ihnen dN denen, die jetzt so laut gegen ihn schreien, ist neiner, der nicht das Gleiche oder Aehuliches gcthan hätte, und Parnell hat ganz Recht, daß er diese Komödie der � n t r ü st u n g, die jetzt gegen ihn gespielt wird, als das auffaßt, was sie ist, als eine verächtliche Heuchelei: er will nicht das Opfer der herrschenden Moral-Heuchelci sein. Ob er Sieger bleiben wird in diesem Kanchfe, das ist freilich die Frage; und sicher ist, daß er, der selber ein Bourgeois isl und dieser Heuchelgesellschaft angehört und dient, nicht die geeignete Persönlichkeit ist, um diesen Kampf prinzipiell iU führen. Wahrscheinlich wird er erliegen. Ohne Glad- tone können die Jrländer vorläufig nicht gut fertig werdxn das heißt die jcnigen Jrländer, welche noch auf dem Standpunkte des Bourgeois-„Liberalismus" stehen. i Ob dieser Standpunkt der richtige ist, das werden die Jrländer lebt allerdings zu erwägen haben, und so dürfte die„freie Liebe" dann möglicherweise zur Folge haben, daß oie radikaleri' sRiffitima imfpv heu �rländern au Boden radikalere Richtung unter den Jrländern an Boden gewumt— was jedenfalls im Interesse der Jrländer wäre. Der Versuch Paruells, durch sein Manifest den Kampf »Uf das politische Gebiet hinüberzuspielen und sich mit der «ache Irlands zu identifiziren, ist-gescheitert. In England haben sich alle Parteien gegen ihn erklärt. Ter Gladstonianer �iorley nennt ihn einen Lügner. Morley leugnet, Parnell en Posten eines Sekretärs von Irland angeboten zu haben zum Zwecke, die irländische Partei in der englischen Politik ausgehen zu lassen; er habe sich nur vergewissern wollen, vv Parnell an seinem Entschlüsse von 1880 keinen Ministet« rpiten unter einer englischen Regierung anzunehmen, festhalte. eigenen Parteigenossen sagen sich von ihm los. So stellen uch die irischen Deputirten in Amerika in einem Manifest ouf Seiten Gladstoues. Das Manifest beklagt die Roth- vendigkeit zwischen Parnell einerseits und der Vernichtung sm �.ifchen Sache andererseits wählen zu müssen. Das '.�fistest Parnells lasse die letzte Hoffnung schwinden, ihn ?.ls Führer beizubehalten. Die Methode, daß Parnell, den Sprung der gegenwärtigen unglücklichen Lage ignorirend, ie Verantwortlichkeit dafür Gladstone und Morley aufzu- fuche, könne nicht gebilligt iverdeii. Parnell habe ein n«»*™ 48 fatales Verfahren eingeschlagen, bei dem man ihm �Rücksicht auf das Wohl des Landes nicht folgen dürfe. TT Das ist deutlich und entscheidend. Dein Beispiel der Amerikaner wird die Mehrheit der irischen Fraktion folgen. •T�a 22 Deputirte halten an Parnell noch fest. So wird M Nichts anderes übrig bleiben, als in die Opposition «Jeine eigne Partei zu gehen. Und das ist das Ende. m. Die Possttiiiistrn haben einen Wahlerfolg errungen. �ei der Ersatzwahl eines Deputirten in Clignaucourt, an teUe des verstorbenen Deputirten Joffrin, wurde Lavy j�O St. gewählt. Lissagaray erhielt 2121 St. Der König von Italien« hat ein Amnestie- Drüret "Zeichnet, durch welches Diejenigen begnadigt werden, wegen Preßvergehens und einiger anderer Vergehen J Uebertretungeu, einschließlich politischer Demonstrationen, i,..�siheilt waren. Das Dekret begnadigt ferner Stellungs- l ichtige, die vor dem 1. Januar 1851 geboren sind.— Hoffentlich erstreckt sich die Amnestie auch auf Andreas Costa. Arbeiteepchnis- Kommisston.' Berlin, 1. Dezember. begann in der Kommission die zweite Lesung, Um•em»Zwischenkommission" zwei Tage„gearbeitet" hat, e.Cln»Einverständniß aller Parteien"— mit Ausnahme der � lialdemokraten— zu erzielen. Es scheint in dieser Kam- n,." Ziemliche„Harmonie" geherrscht zu haben, denn die lick' 6" �"ieäge, welche ihrerseits vorliegen, sind von sämmt- ?>in Herren unterzeichnet. Es nimmt sich prächtig aus, zu v■"®r' �utfleisch(freis.), Dr. Hartmann(kons.), Hitze(ultr.), eist-Retzow(kons.), Möller(natl.), v. Stumm(freikons.) be- oogen, die Kommission wolle beschließen u. s. w."— flet t" �en Sozialdemokraten ist Abg. Singer wieder aus- (Wh en' Um lilrillenberger, welcher mehrere Wochen krankheits- ein l>er Theilnahme verhindert war, seinen Platz wieder zurüumen. Der Präsident erklärte jedoch, diesem Wechsel ohne '�ibeschlliß nicht zustimmen zu können, da seine Macht- 8nch in dieser Hinsicht am 18. November auf das Haus (ßr etUm übergegangen sei. Es muß daher erst die morgige Ersitzung ihre Zustimmung geben. � l Antrag der Zwischenkommission(mit Ausnahme von �ifänge" d ex efchrif ien aufgesetzt. Sie sind die rechten s' �58 für eine �eit!" rief Katbarina Eulerin. der fclPS1 Kirchweih haben sie die Fäden gesponnen," fuhr die R,?. fürster fort.„Das ganze Jahr über hört mau x») ru mit Jammern und Wehklagen, wie sie mit Ab- -UT VI' nur jammern unv.... beschwert sind und wie sie durch die Fehden der Stadt 6Ä0t worden sind. Denn wisset, in hundert Jahren war�re Stadt nur ein einzig Jahr erlebt, da keine Fehde Felde, u ritterlichen Herren, und da sind oftmals die Und verwüstet, viele Dorfer und Bauernhose geplündert schleuZulein fliegen. Dann wird gezecht und graulich ge- Herri'� der Blitz drein schlüge und ihnen den Zorn des <— tu Sl) in adi Rothenburg sind. Und gar-..... W. hll dauern t �ek en mit dem Adel hat ein ehrbarer Rath k, 4ü olll � Landwehr in den Waffen üben lassen. Sie rUn e- üe ihre Wehren und sind gar oft dabei gewesen, s!�8'' ein ritterlich Haus zu stürmen und zu brechen, dr staustrohr und sie mögen fürtrefflich 4iiten%r Faustrohr bei �«turm anlaufen Feindes abtreiben. und oder Und "d°.- sie Möller und Stiunni) wird zunächst beschlossen, hinter§ 41 der Gewerbeordnung folgenden§ 41a einzuschalten:„So weit nach den Bestimmungen der§§ 105 b bis 105 h Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter im Handelsgewerbe nicht beschäftigt werden dürfen, darf in offenen Verkaufsstellen ein Gewerbebetrieb an diesen Tagen nicht stattfinden. W e i t e r gehenden landesgesetz- lichen Beschränkungen des Gewerbebetriebs an Sonn- und Fest- tagen steht diese Bestimmung nicht entgegen. Ferner, hinter§ 55 einzuschalten:§ 55 a. An Sonn- und Festtagen(§ 105 a Abs. 2) ist der Geiv erbebetrieb int Umherziehen, so weit er unter§ 55 Abs. 1 Ziffer 1—3 fällt, verboten. Ausnahmen können von der unteren Bertvaltungs- behörde zugelassen werden. Der Bundesrath ist ermächtigt, über die Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen Ausnahmen zugelassen werden dürfen, Bestimmungen zu erlassen. Der zu§ 105 a von Hartmann, Möller, Kleist-Retzow und Stumm gestellte Antrag:„Zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen können die Gewerbetreibenden die Arbeiter nicht verpflichten. Arbeiten, tvelche nach den Bestimmungen dieses Ge- s e tz e s auch an Sonn- und Festtagen vorgenommen werden dürfen, fallen unter die vorstehende Bestimmung nicht," wird mit 12 gegen 11 Stimmen angenommen, der Antrag Hitze, welcher setzen will:„Arbeiten, welche nach der Natur des Ge- werbebetriebes einen Aufschub oder eine Unterbrechung nicht gestatten," wird mit 12 gegen 11 St. abgelehnt. Zu§ 105 b beantragen Hartmann, Stumm und Möller, die in erster Lesung auf 30 und 00 Stunden festgesetzten Sonn- und resp. Festtagspausen wieder auf 24 und 48 Stunden herunterzusetzen, welcher Antrag von dem Regierungsrath W i l h e l m i „warnt befürwortet" wird. Hirsch und Wöllmer bringen dazu den in erster Lesung von den Sozialdemokraten gestellten Antrag, statt SO Stunden 36 zu setzen, ein. Herr v. Kleist will dem Antrag Hartmann, welcher sich mit der Regierungsvorlage deckt, zustimmen, wenn einige Ausnahmen, durch welche für gewisse Betriebe die Pausen verlängert werden können, eingeführt werden. Möller, neben Herrn v. Stumm der unverfälschteste Vertreter des Jndustrialismus, schwärmt für die kurzen Pausen. Der Volksparteiler H ähnle will zwar an den durch seinen Antrag festgesetzten SO Stunden festhalten, da er aber ver- muthet, daß dieser Beschluß der ersten Lesung fallen wird, tritt er für 36 Stunden ein. Der Freiberger Bergwerkedirektor M erb ach, der auch für die Regierungsvorlage ist, erzählt, daß die von ihm„befragten" Arbeiter mit dein bisherigen Zustand„zufrieden" seien. Sie hätten jedoch hinzugefügt, daß sie gegen eine Ausdehnung der Ruhepausen nichts einzuwenden hätten, selbstverständlich dürfe ihnen aber kein Pfennig von ihrem Lohn abgezogen werden(was sehr ver- nünftig ist, worauf aber die Herren Unternehmer natürlich nicht eingehen wollen). Hitze weist nach, daß durch die Annahme der Regierungs- vorläge die jetzt durch das Berggesetz festgesetzten Verhältnisse für die Arbeiter verschlechtert wurden. Regierungsrath Lohma tt tt polemisirt lebhaft gegen Hitze. Bt o l k e n b u h r tritt selbstredend für den Antrag Hirsch-Wöllmer ein, ebenso St ötzel, welcher er- klärt, daß er, falls er für die Regierungsvorlage stimmen wollte, bei seiner Nachhausekunft mit faulen Aepfeln beworfen werden würde, mindestens solle man bei den Beschlüfsen der ersten Le- sung bleiben. Handelsminister v. Berlepsch erklärt, ein Hinausgehen über die Regierungsvorlage könne für das Schicksal des Gesetzes „von bedenklichen Folgen" sein. Unter Hinweis auf die ameri- kanische Gesetzgebung warnt er vor einem Zuweitgehen; man könne nicht wissen, wie weit der Schlag gegen die deutsche In- dustrie, der sich vorbereite, greifen werde. Die Lage der In- dustrie sei ungünstig, daher solle man das Schiff, das man jetzt abgehen lassen wolle, nicht zu schwer belasten. Nach einer langen Debatte, an der sich Graf Galen, Hitze, Dr. Böttcher, RegierungSrath Königs, v. Kleist- R e tz o w betheiligen, wird der Absatz 1 des§ 105 b nach dem Antrag Hartmann und Genossen, Wiederherstellung der Re- gi-erungsvorlage(24 und 48 Stunden) angenommen mit dem Amendement Kleist-Retzow, welches lautet: in der Landwehr da draußen. Was vermögen da die Söldner des Raths, wenn ihm die gewappnete Bürger- schaft nicht hilfreich beisteht!" „Und sie will nicht?" „Nein, sie will nicht. Draußen aber, an der Straße nach Ansbach, bei Neusitz, dreiviertel Stunden, da lagern schon die Bauern; sie sind an 2000 Mann stark." „So nah schon?" schrie die Priorin auf. „Jawohl, und man hört gräuliche Reden unter ihnen. Die Einen wollen die Frauenkloster plündern und ausbrennen; die Andern wollen die ganze Stadt überziehen und alle geistlichen Güter in Besitz nehmen." „Aber man läßt sie doch nicht in die Stadt?" rief die Priorin ängstlich. „Das ists eben, worüber gehandelt wird", antwortete der Klosterförster.„Denn die Bürger der freien Stadt Rothenburg sind selber vom Teufel der Neuerung besessen. Sie haben Beschwerdeschriften gegen einen hohen Rath gemacht und wollen nicht mehr so viel Steuern geben. Sie sagen, es säßen lauter Vettern im Rath, also daß eine Krähe der andern die Augen nicht aushacke. Die Schuster, die Schneider, die Weingärtner, die Metzler, die Hutmacher und die Leineweber, alle wollen in der Geuteitte mitregieren." „Gütiger Gott", meinte die Priorin,„gäb' das ein lüderlich Regiment mit den Schustern und Schneidern an Stelle der edlen Herren im Rath!" „Heute muß man seine Zunge hüten," sagte Matthias ernst,„denn die Leute haben eine Gewalt. Sie wollen Herren sein und verlangen, daß man die Bürger nicht mehr in den Diebesthurm legt, wenn sie sich gegen eines hohen Raths Ordnung und Gesetz vergangen." „Die Aufrührer gehören in den Faulthurm, wo ihnen die Glieder stückweise abfallen," sagte die Priorin grimmig. „Sacht, fromme Frau," meinte Matthias.„Die Auf- rührer haben jetzo das Regiment und da muß man sich schmucken und ducken, wenn man klug ist. Aber sie werden es nicht lange behalten und dann wird man sie strafen, wie sichs geziemet. Aber höret, Ihr kennet doch den Stephan „Diese Bestimmung kann von dem Bundesrathe auch auf andere Tag- und Nachtarbeiten ausgedehnt werden, wenn dazu ein unabweisliches Bedürfniß vorhanden ist." Damit ist die erste kleine Verbesserung, tvelche die Re- gierungsvorlage in erster Lesung erfahren hatte, dem Ansturm des Uitternehmerthums und der mit ihm verbündeten politischen Reaktionäre erlegen. Zu Absatz 2 liegt der freisinnige Antrag vor, im Handels- g e w e r b e die Beschäftigung von Gehilfen tc. an den Sonntagen nicht fünf Stunden, wie in erster Lesung beschlossen wurde, son- dern nur drei Stunden zu gestatten. Der Antrag wird gegen 8 Stimmen abgelehnt und der Absatz in der Faffung der ersten Lesung belassen. Es wird nur ein Zusatz angenommen, wonach die Festsetzung der Stunden, in denen die Sonntags- arbeit in den Handelsgeschäften gestattet sein soll, durch statutarische Bestimmung der Gemeinden oder weiteren Kommunalverbänd« geregelt werden k a n n. Die Diskttssionen bewegen sich meist im selben Gedanken- gange wie in der ersten Lesung, so daß es sich nicht lohnt, aus dieselben in allen Punkten einzugehen. Der§ 105 c, welcher bestimmt, auf welche Arbeiter die vorausgehenden Bestimmungen keine Anwendung finden, wurde nach dem Wortlaut der ersten Lesung angenommen, unter Streichung der Ziffer 4(Gast- und Schankwirthschafts- sowie Verkehrsgewerbe, die an anderer Stelle tviederkehren) und unter Hinzufügung der Worte„Auf die Bewachung der Betriebs- anlagen". Gestrichen wurde das Wort„Festtage". Zugleich wurde ein Antrag der„Zwischenkommission" an- genommen, hinter§ 105 h einen§ 1051 einzufügen, wonach die §§ 105a Abs. 1 bis 105 f auf Gast- und Schanktvirthschasten, so- wie auf Verkehrsgeiverbe keine Anwendung finden. Aus Antrag Schmidt wurden auch Musik- und Theater-Aufführungen in diesen Paragraphen aufgenommen. Um 4V< Uhr wird die Sitzung vertagt. So weit sich bis jetzt übersehen läßt, wird in der Haupt- fache die Fassung der ersten Lesung mit den von der Zwischen- kommission für gut befundenen Verschlechterungen angenommen werden. Anträge, welche weiter gehen als die Beschlüsse der ersten Lesung, kontinen unter gar keinen Umständen mehr zur Geltung. Bemerkenswerth ist übrigens, daß die Zwischen- kommission, die heute vom Präsidenten als„offiziell nicht existirend"(ihre Anträge seien bloße Privatvereinbartmgen) bezeichnet wurde, sich an den vielbesprochenen§ 168 nicht herangetraut hat! Sojirrlo MeKerflcksik. Quittung. In der Zeit vom 20. bis 80. November sind folgende Beträge hier eingegangen: Gauverein Berliner Bildhauer 160 M., Verband der Ver- golder, Filiale 1, Berlin 76 M., Fachverein der Maurer Ham- burgs 1000 M., Vereinigung der deutschen Maler, Filiale 1, Ham- bürg 100 M., Maurer Kiels 100 M., Drechsler, Ortsverwallung II, Hamburg 60 M., Arbeiter der Margarine- Fabrik Steinwärder 16,80 M., Bau- und gewerbliche Hilfsarbeiter Hamburgs 100 M., Former Deutschlands II Raten 400 M., Tifchler-Werkstelle I. Z. Hamburg 13 M., Haarschneider- Verein Neu-Isenburg 10 M., Verein Berliner Schristgießer 32,80 M., Höhne, Berlin 1 M., Verband der Schneider und Schneiderinnen, Filiale Hamburg 150 M., Lampenfabrik Schuster it. Bär Berlin 30,25 M., Tapezirer- gehilfenschaft Dresdens 10,25 M., O. W. in Raberau 1,05 M., Flußstahlfabrik Ebert in Pieschen 2,35 M., Liste Nr. 660 2,40 M., Zentralverein der Plätterinnen, Hamburg 43 M., Schlosser und Maschinen- bauer, Nürnberg WO M., Verband der Möbelpolirer, Berlin 70 M., Korbmacher, Berlin 25 M., Fachverein der Lederarbeiter, Berlin 40 M., Verband der Schloffer, Hamburg 200 M., Fachverein der Tapezirer, Hamburg 120 M., Ch. Greve, Maurer, Hamburg, 17,20 M., Unterstützungsverein der Buchbinder, Hamburg 50 M., Verband der Gold- und Silberarbeiter, Hamburg 100 M., Verein der Hutniacher, Altona 20 M., M. Segitz, Nürnberg, 200 M., Verein der Gastivirthsgehilsen, Berlin 10,05 M., Töpfer, Velten 50 M., D. d. D. 16 000 M„ Jungblut, Hamburg 1 M., Gerber, Wandsbeck 95,15 M., Edm. Tödt, Altona 2 M.— Ad. Dammann, Kassirer der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, Hamburg, Fürstenpl. 21. Die Arbeiterblätter tverden um Abdruck ersucht. von Marpingen, der früher einmal Rothenburgischer Oberamtmann in Creglingen war, der dann eine Tochter des Rathsherrn Pröll geheirathet hat und jetzt in seinem statt- lichen Hause hier am Herrenmarkt wohnt?" „Den Manzinger kenne ich," sagte die Priorin.„Aber der ist doch kein Empörer, der ist ja ein Lehnsmann Seiner Fürstlichen Gnaden des Markgrafen Casimir von Ansbach." „Desto besser mag er im Trüben fischen. Ist er doch auch Getreuer des Herzogs Ulrich von Würtemberg, den sie aus dem Land gejagt haben und dem es einerlei ist, ob er durch den Stiesel oder durch den Schuh wieder zu seinem Land kommt. Der Menzinger hat den aufrührerischen Geist unter die Bürgerfchaft gebracht und der Hauptpfarrer, der Doktor Deuschliu. Sie sind auch Ursach, daß der Erzschelm, der Doktor Karlstadt, der die Wunder Gottes leugnet und das Abendmahl verwirft, in der Stadt Rothenburg sein Wesen treiben kann." „Aber ein hoher Rath hat doch den Karlstard aus der Stadt verwiesen; er ist ja in Straßburg!" rief die Priorin. „Das ward männiglich geglaubt", entgegnete Matthias. „Aber in solchen Zeiten kehren sich die Schwarmgeister wenig an eines hohen Raths Gebot. Der Karlstadt hat Rothenburg gar nie verlassen!" „Daß ihn Gottes Marter schänd'!" Was Ihr sagt!" „Sondern der Menzinger, Herr Ehrenfried Rumpf, der Altbürgermeister und der Hauptpfarrer Deuschlin haben Karlstadt gespeist und beherbergt insgeheim wider des Raths Gebot. Man glaubte ihn zu Straßburg und währenddem ließ er in den Mauern Rotenburgs seine lästerliche Schrift wider das Abendmahl drucken. Heute Morgen hat er sogar am Martcrbild gepredigt° und ich Hab' das kleine Männlein selbst gesehen mit seinem groben Rock und schlechten weißen Filz." „Warum greift man ihn nicht?" „In dem Fall geht» den Rothenburgern mit dem Karlstadt wie den Nürnbergern mit dem Strauchritter; dem Eppelin von Gaslingen: sie hängen leinen, sie hätten ihn denn zuvor."(Fortsetzung folgt.) Theater. Dienstag» den 2. Dezember. Gprrnstans. Oberon, der König der Elfen. SchiUlftiirUiaus. Die Quitzow's Fesstng-Tsteater. Raskolnikow. Berliner Tsteater. Die Journalisten. Deutsche» Tsteater. Die Hauben- lerche. Friedrich-Milhelmstädt. Tsteater. Königsgardist. Sonne und Erde. Wallner-Thenter. In Hemdsärmeln. Pension Schöllcr. Kestdenz-Slieater. Der Kampf ums Dasein. Viktoria- Theater. Die sieben Raben. HeUeaUiauce-Theater. Der Jong- leur. Ostend- Theater. Zimmermann's Line. Thomas- Theater. Der Soldatenfreund. Adolph Crnst- Theater. Unsere Don Juans. Bürgerliches Schauspielhau». Der Kaufmann'« Uariot«. Große Spe- zialitäten-Norstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten-Vorst ellung. Conrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'» Uarivts. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andres*, Alexander- straße 27c. Clara Conrad, Lieder- und Walzsängerin. Jenny Neimann, Kostüm-Soubrette. Wir. Samitti mit seinen dressirten Hunden. Wir. 0. Worch, Produktionen an römischen Ringen. Max Menzel, Gesangskomiker. Mr. Koberstein, Malabarist. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 90 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. EtMisMllt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: MM" Grosses Concert."MiL Direktion A. Rödmanu. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. FllfrPA Wochentags 10 Flg., IjIIII cc gönn- und Festtags 25 Pl| Großer Frühstücks- und Mittagstis, Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. /atfltmcirfjeSicrj allen Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Guartett-Säugrrn. ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage-Pauopticum. Unter den Linden 22/23.[742j Lebensgroße Rauorameu. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Uolkssänger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Castan's Panopticnm. Entree 50 pfg.» Jy Kinder 25 Rfg. fi.S Uhr Morgens � bis 10 Uhr A Abends. Jr&£ Vorstellung Vorm. HVe u. y 121/8 Uhr. V ��Slachiu. v.4'/e-9V2Uhr siündl. eine Vorstellung. ��r��'�'a-Entree 30 Vfg Kinder frei. A. Goldsohmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt stcher brrnueud« Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Säunntliche im Handel befind!. Rohtabake sind am Lager. A. Goldscbmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[746| Das gr. Lager Berlins >Andreasstr.Ä3,H.pt Circns Renz. Karlstraße. Dienstag, den 2, Dezember, Abends 7 Uhr: Gesetz!, geschützt! Gesetz!, geschützt! Im iinnflen Erbtheil. (Einnahme von Bagamoyos.) Große equestrische Original- Pantomime, dem afrikanischen Leben entnommen, arrang. und in Scene gesetzt vom Dir. E. Renz. Der phänomenale Reitkünstler I. F. Elarke in seinen unübertrefflichen Flip- flaps, Doppel-Pirouetten und Vor- und Rückwärts-Saltomortales. 6 irländische Jagdpferde(Non plus ultra d. Pferdedressur), zusammen dressirt und vor- geführt von Herrn Franz Renz. Jeu de la rose, geritten von Fräul. Clot. Hager und Miß Lillie Meers. Schul- pferd Negro, geritten von Mm. Mdal. 3 Athleten zu Pferde, v. den Gebr. Briatore. Mr. Rodgers, berühmter Luftgymnastiker. Auftreten der Reit- künstlerm Miß Lillie Meers und Frl. Gierach. Komische Entree's und Jnter- mezzos von sämmtlichen Cloivns. Morgen Abend 7 Uhr: Vorstellung. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Heute, Abends 7>/s Uhr: Grosse Vorstellung. 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Wir machen auf die Wich- tigkeit dieser Bekanntmachung hierdurch ganz besonders aufmerksam und be- merken, daß Exemplare dieser Bekannt- machung in den Bureaus der genannten Gesellschaft: 1800 Bureau 1 S. Alexandrinenstr. 93. - 2 NO. Kl. Franksurtersir. 11. - BN. Lvthringerstr. 77. - 4 N. Dalldorserftr. 18. - 5 N. Oranienburgerstr. 45. - 6 W. Magdeburgerstr. 13. - 7 SW. Gneisenaustr. 102. - 8 C. Bisch ofstr. 14/15. - 9 SO. Skalitzerstr. 38. - 10 NW. Alt-Moabit III. - 11 W. Kronenstr. 64. - 12 N. Hussitenstraße, Lagerhof (Alter Viehhof) oder von den Briefträgern derselben nachverlangt werden können. Berlin, den 28. November 1890. Invalidltäts- und Altersversichernngi- Anstalt Berlin. Der V o r st a n d. Eberty. Mugdan. Dr. Freund. ßentrntnerein der Sans- nnil GeMsbiener Berlins. Mitgl.- Versammlung am D i e n st a g, den 2. Dezember er., Abends 9 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jacobstr. 48 a. Tagesordnung: 1, Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über: Die erste Hilfe bei Unglücks- fällen zc., serner Ausgabe der Billets zum Maskenball am 3. Januar in der Brauerei Friedrichshain. Gäste haben Zutritt. 1793 Der Vorstand. OeffeuH. Versammlung öerBecplIiernJerpliietinnen und Berufsgenossen am Mittwoch, den 3. Dezember er., Abends 8Vs Uhr. in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Abrechnung der Lohnkommission. 2. Wahl der Revisoren zur Streik- kommission. 1784 3. Verschiedenes. Extra-Werkstatt-Einladuugen finden nicht statt. Zahlreiches Erscheinen sehr erwünscht. Die Lohnkommission. Winter- Paletots nnd Anzüge bei billig st en Preisen empfiehlt das bekannte Herren- nnö Knaben- Ikrberobe- Geschäft von 425 Julius Lindeubaum Graste Frankfurterstr. 139. Spezialität: Anfertigung nach Maaß und Arbeitssachen. (Kitte genau auf Firma und Hausnummer zu achte»!) Gr. Nolksversammlung am Dienstag, den 2. Dezember er., Abends öv« Uhr, im„Elysium", Landsberger-Allee 30— 38. Tages-Ordnuug: 1. Wie stellen sich die Arbeiter Verlins zur Gründung einer Arbeiter- Bildungsschnle? Referent Stadtv. V o g t h e r r. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. � Die Kommission. Kongreß aller Eingeschriebenen freien Kilsskassen Dentschlanbs zu Berlin am 8. Dezember und folgende Tage. Genossen, welche gewillt und in der Lage sind,, vom"..Tezembtt ab auf etwa 4 Tage einen oder mehrere Delegirte freundschaftlich auszuney> (gegen Entgeld) werden ersucht ihre Adressen sofort, aber spätestens bis-vri ivoch Abend schriftlich dem Genossen N ö s k e, Kottbuser Ufer 62, nntzulheu Es wird für mehr als 900 Delegirte Quartier gewünscht. 1799 Das Lokalkomitee. Freie ¥oSksii£Biine< Oeffentliche Versammlung.. am Donnerstag, den 4. Dezember, Abends 8V: Uhr, in Ahrends Brauerei(Moabit), Stromftr. 11—16 und Sonnabend, den 6. Dezember, Abends 8'/» Uhr, Habel's Brauerei, Bergmannstraße 6— 7. Tages-Ordnung: Vortrag über die Arbeiterschaft Berlins die„Freie Volksbühne". Referenten die Herren Türk und Bö Ische. ''-...... �.---— t» i fT\„ III und Gleichzeitig thcilen wir nochmals mit, daß Sonntag, den 14. Dezember Schauspiel von Henrik Ibsen.—"Am ersten Weihnachtsf i löiv iivajmtu» mu, uup v» u u u i u y, wen.. Nachmittags 2 Uhr, im Ostend-Theater die erste Vorstellung für die II. Abt heu lung(grüue Karten) stattfindet. Zur Aufführung kommt„Gin Volksfeind' Schauspiel von Henrik Ibsen.— Am ersten Weihnachtsf ei ertag fin° dieselbe Vorstellung für die I. Ahtheiluug(rothe Karten) statt., Mitglieder zur II. Abtheilung werden noch fortwährend aus genommen in nachfolgenden Z a h l st e l l e n: Norden: Augutz Hintze, B'S®, Handlung, Panksiraße 14a. Wittwe Klara Hasenclever, Zigarrenhandlung- Brunnenstraße 123. Konrad Engel, Buchbinderei, Chorinerstraße 9. Mehner- tfmvrpnfnhfif-J-i.hpitfinipnprftrnße 3— Nnrü-Ostfin• SVlONA Nielneye- Buchhandlung, Dresdenerstraße 52—53'(Passage).— Zentrum: Vogthett. Werkzeug-Handlung. Landsbergerstraße 64.— Osten; Hermann Grasholv- Materialwaaren-Geschäft, Pallisadenstraße 59. Süd-Osten: Eunt Arndt, Zigarre»' Handlung, Skalitzerstraße 108. Adolf Kehr, Hutfabrik, Köpenickerstraße 12»; Westen: Otto Antrick, Zigarrenfabrik. Steinmetzstraße 60.- Süd-Weste»- Adolf Lange, Restaurateur, Fürbrmgerstraße 22. Alex Ochs, Zigarrenhandlung. Lindenstraße 59.— Moabit: Fritz Boß, Zigarrenhandlung, Birkenstraße 59. Soeben erschien: Berliner Arbeiter-Bibliothek. Herausgegeben von Mar Schippet. II. Serie, Heft 8: Fort mit km KeiWn-MjlW in Preussen. Von Max Schippe I. 2. umgearbeitete Auflage, preis 80 Pf. SV* Vorräthig in unserer Expedition, Beuthstr. Soeben erschien Heft 3 von: Die Urgesellschaft. Untersuchungen über den Fortschritt der Menschheit au der Wildheit durch die Barbarei zur Zivilisation- Von Lewis H. Morgan. Deutsch von W. Eichhoff und Kautsky.„tnfile» Das höchst interessante Werk, das Jedem zur Anschaffung einpl wird, wird in ea. 11 Heften ä 50 Pf. vollständig sein. a MF* Vorräthig in unserer Expedition, Beuthstr ' 1 a Spiegel und y Polstevwaaren.l eigener Gr. Lager, bill. Preise.| Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlnng nach Uebereinkunft. «e les» An! Jedem, der billig und reell kaufen will, empfehle mein reichhalt. Lager in Winter-Paletots, Rock- und Jaquet-Anzügen, einzelnen Röcken, Jaquots, Hosen und Westen, Stiefeln, Hüten, Betten, Wäsche, Ohren, Reise- und Holzkoffern etc., sowie Mea-Mttln unb Kleibern. Alles in alt und neu! Kaufe stimmt« liche Sachen auf Auktionen und von Leihämtern, auch sind verfallene Pfänder dabei, daher die enorm billigen Preise. A. Wergäen, Schneidermeitrrr.(Gegründet 1874.) 127. Skalitzerstr. 127. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achte». 2347 Dr. Hoesch, Homöopath.'Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. 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Wir beabsichtigen von nun ab wöchentlich an dieser stelle alle im Zusammenhange mit unserer Parteibeweguug er- '"'üten Verurtheilungen und Verfolgung en zu �gistriren. Um aber hierüber ein genaues und erschöpfendes ■�zeichmp führen zu können, ist es unbedingt nöthig, daß alle ?°nossen. diesolcheVerurtheilungen oderVer- s°lgunge'n erleiden(oder falls sie durchVerhaf- 'ungzc. daran gehindert sind, die Vertrauens- Männer der betreffenden Orte) ungesäumt unter d» Adresse: I. A u e r. Katzbachstrape 9 I, Berlin SW., Jni hiervon unter Angabe von Ort, Datum und der Anklage direkt durch Postkarte oder in K e n n t n i ß setzen. genügt nicht, wenn diese Vorkommnisse in der Lokal- oder >�evjnzpresse mitgetheilt werden; bei dem Umfange, den unsere Parteipresse allmalig erreicht hat. ist es für uns einfach unmög- 'ch- jedes einzelne Blatt von Anfang bis Ende zu diesem BeHufe i» durchsuche». Wir möchten überhaupt bei dieser Gelegenheit jeden einzelncn �Nossen dringend bitten, unsere Slufforderungen nicht blos zu esen(bezw. abzudrucken), sondern die darin anzgesprochener An- '"chen auch nach Kräften selbst zn erfüllen. Wie wichtig aber gerade heute solch ein„Verfolgungs- Elender"..- °rte ist, dürste jedem Genossen ohne längere Er- dem'� �ar �e'n" Wochen- und monatelang vor der mit 5je. Cf tober erfolgten Rückkehr zum sogenannten gemeinen erb k. � Segnerische Presse Jammerruf auf Jammerruf % 0 en' une jetzt bei der„Unzulänglichkeit des g e- rl'"® traf rechts" die Zügellosigkeit der sozialdemo- da v-- Schreckensherrschaft ihre tollsten Orgien feiern werde; d,.°ls° gegenüber dieser Heuchelei die einfache Konstatirung den fl'0�'cn Berurtheilungen, Verhaftungen, Konfiskationen rc. .. i.chchgendsten Beweis erbringen, was Alles auf Grund des r>nen Rechtes in der„neuen Aera" möglich und zulässig ist. Mit sozialdemokratischem Gruß Der parteivorstand. Unterm„neuen Kur» w fb|fl. der Tagespresse haben wir für den Monat November mmt,% freilich nur mangel- und lückenhafte Zusammenstellung tonnen: '"venib. (übe*, Holzarbeiter Bull 6 Monate, vier Genossen je Monate Gefängniß wegen„Erpressung"; sie hatten bei 2 et Forderung auf höheren Lohn mit Streik gedroht. Dresden. Redakteur Thum von der„Sachs. Arbeiter- Zeitung" zu 75 M. Strafe wegen Beleidigung des Gereral- felreärs Bueck und 150 M. wegen Beleidigung der Amts- Dambneg. Fünf Vorstandsmitglieder des Maurer-Fach- Vereins Gefängnißstrafen von 6—9 Monaten wegen »gemeinschaftlicher Erpressung"; sie hatten einem Meister nut Spxrrx gedroht, falls er drei von ihm entlassene 7. � ��rer nicht wieder in Arbeit nehme. Rastatt. Apotheker Lutz 25 Mark Geldstrafe wegen �oben Unfugs, weil er auf die Gräber der in Rastatt öestandrechtelten Achtundvierziger einen Kranz mit folgen- et Widmung auf rother Schleife niedergelegt hatte: »Den Opfern des Unverstandes und der Willkür, Den Kämpfern für Freiheit und Recht, Ig_ Tobten die Lebenden." . Redakteur Jlge vom Halle'schen„Volksblatt" . Monat Gefängniß wegen Verächtlichmachung von Staats- 13.»"i�tungen(Volksschulwesen). �'**11,. Redakteur Gladewitz von der„Presse", Monate Gefängniß, wegen Beledigung des sächsischen 14 MZierskorps. ' Wegen des Steinstraßenkrawalls wurden nach "'monatlicher Untersuchungshaft 15 Angeklagte zu Ge- Ttzenker. U�ug. Theater. Raskolnikow. Schauspiel in "ach F. M. Dostojewski von Eugen Zabel und Ernst Dostojewski's. der diesem Schauspiel zu Grunde . oen Lesern des„Volksblattes" nicht unbekannt. Er bdr>,I°"'"eton unserer Zeitung vor längerer Zeit ent* gebracht. Der russische Dichter liefert ein : u�l'■ n ausgearbeitetes„menschliches%' ® Mit Meislerschaft im ruhigen Fortschritt epischer vle c»i„ ohoT mtaereatcv g. wie ein �elsierschaft im ruhigen Forr,cyi.„ ow, fc,.' begabter, edel angelegter Mensch, der Student �hriino�, � Umstände, in ivelchen er sich befindet, Ander.,"'," selbst erduldet, tiefes Mitgefühl mit 'm Rank».« 5"s b>e Bahn des Verbrechens getrieben, morder an einer Wucherin und Gelegenheits- . u.- o„. , wird............— p...... Wradiger' Dhat, begangen im 'aler ,,nh"bser Ueberreizung, unter dem. ber«....psych°pathischer Beweggründe, treiben !' in bett fnr�.t- ClIln'c" der Gewissensbisse de» 'Giger~?rften Kampf zwischen Selbsterhaltung �Aigiss ,,'.®!n liebendes Weib, iirwüchsig-fromi» " das©Anrxt scharssichtiger Untersuchungsrichter t Uii,B befenntniß, das mit elementare» Gewalt eil es den Schuldigen erleichtert, läutert und 'st ein Stück Kulturgeschichte, ein "g der R Erscheinungen des russischen Lebens; die l» der die Motivirung der Vorgänge, das 'cht, �V'chte trägt national russisches Kolorit. Dies steten Ä das allgemein Menschliche, das für Überhaupt Bedeutungsvolle zur richtigen Z" Ein- fängnißstrafen von 5 Monaten bis zu 1 Jahr verurtheilt. Der Haupträdelsführcr zählte 13, zwei andere Augeklagte erreichten eben das 18. Lebensjahr. 15. Düstrldorf. Der Redakteur der„Düsseld. Arb.-Zeitung" 3 Monate Gefängniß wegen Pfafsenbeleidigung und 14 Tage Gefängniß wegen Beschimpfung der katholischen Kirche. 15. Elberfeld. Redakteur G r i m p e von der„Freien Presse" 3 Monate 8 Tage Gefängniß wegen diverser Preß- Prozesse. 16. Düsteldarf. Im bekannten Geheimbundsprozeß Fischer, Fingier, Roß müller und Heine je 1 Monat Gefängniß. 17. Chemnist. Erpevient Binneberg von der„Presse" 8 Tage Gefängniß, weil er nach Schluß einer Volksoer- sammlung ein Hoch auf die internationale Sozialdemokratie ansgebracht hatte. 19. Frankfurt a. M. Redakteur Hoch von der„Franks. Volksstimme" 6 Monate Gefängniß wegen Majestäts- beleidigung. 19. Uotadam. Stadtverordneter Vogtherr aus Berlin 6 Wochen Gefängniß wegen Beschimpfung der christlichen Kirche. 22. Wiinchen. Redakteur Schwab von der„Münchener Post" 100 M. Geldbuße(event. 10 Tage Hast) wegen Zeugnißver Weigerung; er weigerte sich, den Ver- fasser einer Einsendung zu nennen. 24. Gera. Redakteur Rüdiger von der„Reuß. Tribüne" 4 Monate 8 Tage Gefängniß wegen diverser Beleidigungen. (Das Schöffengericht hatte in erster Instanz auf Frei- sprechung und in einem Falle auf 8 Tage Hast erkannt.) 25. Halle. Der Redakteur des„Volksblatt" und der Klempner Schmidtke je 1 Monat Gefängniß wegen Militär- beleidigung. 26. Frankfurt«. M. Posamentier G. Merz von Offen- dach aus Frankfurt a. M. seiner Zeit ausgewiesen, 9 M. Geldbuße wegen Bannbruch im Jahre 1888. 28. Krrlin. Redakteur Vaake vom„Berliner Volksblatt" 300 M. Strafe wegen Beleidigung des Generalsekretärs Bueck. #» ♦ Konfiskationen erfolgten im Laufe des Monats November verschiedene: In B e r l i n wurden auf der Expedition des „Volksblatt" 33180 Exemplare des Parteiprogramms und der Organisationsbestimmungen beschlagnahmt; ebenso das Beiblatt zu Nr. 47 der„Berliner Volkstribüne"; in B r e s l a u wurde Nr. 40 der„Schles. Nachr." wegen angeblicher Majestäts- beleidigung belchlagnahmt und die Anklage auch auf einen Kolporteur in Brieg ausgedehnt, der die betr. Nummer vor der Konfiskation verbreitet hatte; in Halle eine Nummer des dortigen„Volksblatt"; in Karlsruhe Nr. 146 und 148 des dortigen„Volksfreund"(wegen Militär- und Polizei- beleidigung); in Königsberg Nr. 43 des„Königsberger Volksblatt"(wegen Beleidigung der württembergischen Armee). Uerhaftet wurde in Stuttgart L. Tauscher unter der Anklage der Majestätsbeleidigung:c., begangen in verschiedenen Artikeln des„Sozialdemokrat" aus dem Jahre 1888, für welche er als Korrektor haftbar gemacht werden soll; in Berlin der Schuhmacher Max Baginski wegen angeblicher Majestäts- beleidigung, die er in einem Vortrage über„Anarchismus und Sozialismus" begangen haben soll. Beide wurden aus ihrer Haft wieder entlassen, erstem nach Stellung von 5000 M. Kaution. Ferner wurde in Berlin verhaftet Genosse W. Kutzbach. In Frankfurt a. M. wurde Anfangs November Redakteur Hoch von der„Franks. Volksstimme" unter Anklage der Majestäts- beleidigung verhaftet, nach einigen Tagen gegen 3000 Mark Kaution wieder entlassen. Am 27. November Abends wurde er abermals verhaftet. Fernxr wurde in Frankfurt a. M. am 24. November unter der Anklage der Majcstätsbeloidigung auf Requisition der Darmstädter Staatsanwaltschaft der Tischler G a l m verhaftet und unter starke Gendarmeriebsdeckung nach dem Offenbacher Bezirksgefängniß eskortirt. Wirkung gelangt. Aber diese Studenten, dieser Porphyrius, diese Ssonja sind ganz zu erfassen erst, wenn man sich als Hiutergrnud den zarischen Despotismus, die Heloten- und Nepolenwirthschaft, die dumpfe Verziveiflung der Gebildeten, den Stumpfsinn der unterdrückten Massen vergegenwärtigt. Daß das soziale Moment sich trotzdem heraushebt, als der Springqnell, ans welchem die Geschehnisse des Romans und des Dramas fließen, darüber ist kein Zweifel möglich. Der hungernde Raskolnikow, der das Siecht der„ungewöhnlichen Menschen" auf Gewallthaten proklamirt, der Rasumichi», der die Beseitigung eines gemeinschädlichen Individuums im Interesse der Darbenden für angebracht hält, sie sind Typen einer Geschichts- Periode, in welcher die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden die ersten Versuche macht zn reflektiren. Die Auffassung Weitling's, dessen naiver Ntopismus dem Einzelkapitalisten den Krieg erklärte, findet sich zehnfach vergröbert und verzerrt in den Theorien wieder, wie sie im„Raskolnikow" entwickelt werden. Die dramatische Bearbeitung hat es versucht, die seelischen Kämpfe des Helden uns verständlich und anschaulich zu machen. So weit es möglich ist, im knappen Rahmen eines Schauspiels ein episches Motiv zu behandeln, ist dieser Versuch wohl als gelungen zu bezeichnen. Aber die Grenze, welche den Roman vom Drama scheidet, läßt sich nicht überschreiten: der wohlbegrllndete, sorgfältig durchgeführte psychische Prozeß in Hirn und Herz des Raskolnikow, wie ihn Dostojewski uns vor Augen führt. Schritt vor Schritt, ein Glied der Kette sorasam mit dem anderen ver- knüpfend, dieser Prozeß wird im Schauspiel dem Wesen des Schauspielers gemäß in Episoden zerstückt. Die seinen Linien werden verwischt, die Zusammenhänge gelockert und gelöst. Wo Dostojewski's zarte Farbengebung jeden Zug des Bildes reinlich heraus arbeitet, mußten die Bearbeiter in derber Holzschnittmanier schildern. Psychologisch werth- volle Uevergänge, welche die Umwälzung, die in des Strafverfolgung, bez. Untersuchung wurde eingeleitet gegen Kandidat Pi-us in Berlin wegen Beschimpfung der christlichen Kirche; ferner gegen den Redakteur der„Magdeburger V o l k s st i m in e" wegen Gotteslästerung und Majestäts- beleidigung(durch Abdruck des Heine'schen Weberliedes). Haussuchungen fanden diverse statt, ebenso eine Reihe von V e r s a m ni l u n g s- A u f l ö s u n g e n. Einen Erfab für da» Sozialistengesetz hat der L ö b a u e r S t a d t r a t h im§ 20 des sächsischen Vereinsgesetzes entdeckt. Der dortige Arbeiter-Wahlverein wurde aufgelöst, weil er sich zur sozialdemokratischen Lehre bekenne, diese Lehre aber Gesetzes- Übertretungen und unsittliche Handlungen anstrebe. Und die königliche Kreishauptmanuschaft zu Bautzen hat diese originelle Ailffassung natürlich auch bestätigt. In Fürth(Bayern) wurde in einer öffentlichen Versamm- lung vom überwachenden Polizeibeamten die Wahl eines Ver- trauensmannes auf Grund des bayrischen Vereinsgesetzes kurzer Hand verboten. VmtfmnonksljerWzke. Abgeordneten Hans. 10. Sitzung v o m 1. Dezember. 11 Uhr. Am Ministertische: Herrfurth und Konnnissarien.' Die erste Berathung der Landgemeinde-Ordnung wird fortgesetzt. Abg. v. Heydebrand erklärte, daß die konservative Partei auf den Boden der Vorlage treten wolle, indem sie anerkennen müsse, daß das Bestreben derselben dahin gehe, daS historisch Ge- wordene nach Möglichkeit zu erhalten. Das historisch Gewordene sei so lange berechtigt und erhaltenswerth, bis man etwas un- zweifelhast Besseres an seine Stelle setzen könne.(Zustimmung rechts). Die Konservativen seien auch damit einverstanden, daß das Stimmrecht auf die nicht Angesessenen ausgedehnt werden kann; denn der Charakter mancher Gegenden sei mehr ein städtischer geworden, so daß man die nicht Angesessenen von der Mitwirkung im Gemeindelebe» nicht mehr ausschließen kann. Die Zweckverbände erscheinen sehr nützlich und man muß ihre Entstehung erleichtern; aber zweifelhaft ist, ob dam eine Kodifikation noth- wendig ist. Jede Kodifikation wird zur Schematisiruug führen und das ist immer bedenklich, namentlich aber in den ländlichen Ver- Hältnissen mit ihrer Verschiedenartigkeit und verhältnißmäßigen Einfachheit. Besonders bedenklich ist, daß die Gemeindevertretung überall gebildet werden soll, wo die Gemeinden stärker als 30 Mitglieder sind. Das hängt ganz von Lokalverhältnissen ab, und darüber sollte man nicht eine feste Regel aufstellen, fondern man sollte die Entscheidung den lokalen Instanzen überlassen; nicht der Provinzialrath und der Bezirksausschuß darf die Sache prüfen, sondern lediglich der mit allen Verhältnissen bekannte Kreisausschuß. Sehr bedenklich ist endlich die Vereinigung von Gutsbezirken mit Landgemeinden. Die Bauern ivollen diese Ver- einigung garnicht, denn sie wissen sehr gut, daß die Interessen sehr verschieden sind, sie ivollen lieber getrennt bleiben von den Gutsbezirken. Wenn die Reform sich in vorsichtigen Bahnen hält, wird sie zum Wohle des Vaterlandes gereichen. Abg. UiiKrrt(dfr.): Es besteht ein Unterschied zwischen dem Standpunkt des Munsters vom Februar und jetzt. Damals war es noch zweifelhaft, ob er überhaupt eine neue Vorlage für nothwendig hielt oder ob er mit den bestehenden Gesetzen auskommen könnte. Jetzt hat er sich für eine neue Landgemeinde- Ordnung entschieden und sofort wird von Seiten der Konser- vativen das Werk bedroht, indem nian die Selbstständigkeit der Gemeinden, die Autonomie derselben in den Vordergrund drängt. Wenn der Minister dieses Werk vollendet, dann wird er hoffent- lich auch zur Reform der Städte-Ordnung übergehen. Eine Krönung des Werkes ist diese Landgemeinde-Ordnung gerade nicht; wenn sie jetzt nicht zu Stande kommt, wird vielleicht später viel gründlicher aufgeräumr werden. Im Partei-Jnteresse könnte ich deshalb die Ablehnung der Vorlage billigen. Aber die Ver- Hältnisse sind so, daß man nicht einen Tag länger mit der Re- form warten kann, und daß man deshalb vielleicht etwas Resignation üben muß. Die Reform der Landgemeinde-Ordnung soll nach konservativen Blättern eine Erfindung der StädlA sein. Freilich, wer mit Herrn v. Meyer den Zustand für einen idealen hält, ,vo der Schulze nicht einmal schreiben kann, wo der Gemeinde- Etat mit ikreide auf den Schanktisch geschrieben und mit dem Schwamm dechargirt wird, der mag die Reformbedürftigkeit bestreiten. Aber die Bedürfnißfrage dürfte auch wohl von den Bauern bejaht werden. Die Schreiberei, die Herr v. Meyer fürchtet, ist nicht eine Folge dieser Reform, son- dern vielmehr eine Folge der bureaukratifcheu anderweitigen Gesetzgebung, z. B. der Invalidenversicherung. Die Vorlage will die Gutsbezirke prinzipaliter beibehalten,>vir wollen sie möglichst beseitigen durch Vereinigung mit den schwächeren Gemeinden. Freilich, wenn der Graf v. S�ulenbnrg erklärte, er wolle allein Mörders Gemüth vor sich geht, bestimmen, spielen natürgemäß in den— Zwischenakte». Raskolnikow ist ein soziales Drama, aber es zeigt uns nur eine Seite des Problems. Die Schreckensthat wird durch soziale Uebelstände verursacht; der Held wird zum Verbrecher, weil ihm die Einsicht in die gesellschastlichen Zusammenhänge fehlt. Die soziale Frage wird aus den Schinderhannes gebracht, indem der Advokat der Armen und Elenden, selbst ein Armer und Elender. in die böhmischen Wälder geht und eine Pfandleiherin todtschlägt. DasSchuldbewußtsein ist die Konsequenz dieses verkehrten, verrückten ThnnS, und die Buße, aber nicht im Sinne der Gewerbenovelle, folgt der Strafthat. Aber die Verantwortlichkeit des Einzelnen als selbstverständlich zugegeben, so offenbart die Sühne, welche der Thäter aus sich nimmt, das„Leiden", das er trägt, die Kollek- tivschuld, welche das Gemeinwesen, das herrschende System, das solche fluchwürdigen Zustände und Frevel erzeugt, aus seine Schultern zu nehmen hat. Die Raskolnikow's büßen für die Ge- sellschast, und diese hat dafür zu sorgen, daß mit der Misere, aus welcher diese Thaten entspringen, die Tragik der Raskolni- kow's verschwindet. Die Aufführung war eine ausgezeichnete, die Ausstattung vor- trefflich. Herr Kainz gab den Titelhelden; solche Rollen liegen ihm wie keinem Zweiten und er wußte den Zuschauer zu fesseln und zu packen. Frau Stägemann lieferte ein wahres Kabinetsstück lebenswahrer, feiner Eharaktermalerei: sie spielte die alte Pfand- leiherin meisterhaft. Herr Klein als Untersuchungsrichter zeigte seine DarsteUungskraft vor allem in der Unterredung mit Raskolnikow. Den versoffenen Kauzleibeamten, der so viel„Ge- müth" hat und seine Tochter ausbeutet, gab Höcker sehr gut. Frl. Groß als Ssonja würde ihr Spiel, weit wirkungsvoller gestalten, wenn sie weniger gestikulirte: sie rang gar zu oft die Hände. Gut waren auch die Herren Sauer und Ranzenberg, frisch und flott Frl. Reichenbach als Kellnerin. bleiben, er wolle Herr in seinem Hause sein, er sei auch stark ge Jiug dazu, so ist das kein richtiger Standpunkt, keine richtige Auf- sassung des Staatsgedankens, sondern einfach die Atomisirnng der Gesellschaft. Man möchte alle Maßregeln, welche die Vor- läge trifft, in die Hände der Lokalbehörden legen; sie müssen aber in der Hand des Ministers liegen, der allein hier veranl- wortlich gemacht werden kann für sein Verfahren, während sich die Lokalinstanzen der Verantwortung entziehen. Warum man steh gegen die Gemeindevertretung ereifert, ist nicht einzusehen. Wenn die Gemeindeversammlung entscheidet, so kommt man ja beinahe zur Entscheidung durch das Volk; die Konsequenzen daraus würden dann sehr bald gezogen werden. Uebrigens wurde bei einem Drittel der Gemeinden eine Vertretung gar nicht eingerichtet werden, denn ein Drittel der Gemeinden hat weniger als 150 Seelen, also wohl weniger als 30 Gemeinde- berechtigte. Warum sollen die nicht Angesessenen nur ein Drittel der Gemeindevertreter ausmachen dürfen? Hat man doch für die Städte schon die Bestimmung für überflüssig gehalten, wonach die Hälfte � der Stadtverordneten Hausbesitzer sein sollen! Die Wahlen für die Gemeindevertretung müssen direkt und geheim sein, weil sonst die Wühler ihre Selbstständigkeit nicht bewahren können, namentlich nicht in dem engen Kreise der Gemeinde. Die Zweckverbände sind nothwendig, aber müsse» der Anfang des zu- künftigen Kommunalverbandes sein und nicht in großer Zahl neben und durch einander gebildet werden. Die Landgemeinden werden ebenso wenig wie die Städte die Selbstverwaltung auf einmal lernen, sie müssen zur Selbstständigkeit erzogen werden, wie dies die Thronrede verlangt. Wenn die Reform nur die Stärkung der Bureaukratie herbeiführen soll, dann wird sie nicht segensreich wirken, sondern nur Ekel an der Selbstverwaltung erzeuge». Die Bureaukratie muß anfangs anregend wirken, aber nicht anschnauzend und befehlend.(Heiterkeit.) Nur dann wird die Entwickelung der ländlichen Gemeindeverhältnisse die sozial- politische Wirkung haben, die man von ihr erwartet. „ u. Tirdomanw-Labischin(frk.): Ich schließe mich voll- standig den Ausführungen des Herrn v. Gneist an, daß jede neue Landgemeinde-Ordnung auch eine Veränderung der Gemeindelasten erfordert. So wird es auch jetzt heißen: Wie sollen die Lasten vertheilt werden? Daß leistungsunfähige Gemeinden und Guts- bezirke mit einander verschmolzen werden müssen, um leistungsfähige Verbände zu schaffen, ist selbstverständlich. Ob die Bildung von Sammtgemeinden zweckmäßig ist, ist sehr zweifelhaft. So sehr sie sich in Schleswig und in der Rheinprovinz bewährt haben, so wenig passen sie für den Osten, wie schon der Umstand be- weist, daß sich aus den Amtsverbünden so wenig Sammtgemeinden gebildet haben. Besser eignen sich für die östlichen Provinzen die Zmeckverbände, namentlich für die Wege- und Armenlast. Be- sonders die Wegelaft sei in den östlichen Provinzen eine sehr erhebliche, da die Provinzen die ärmlichen Distrikte nicht aus- suchen mit ihren Chausseen, und die Gemeinden in ihrer Vereinze- lung zur Herstellung guter Wege nicht im Stande sind. Ich freue mich, daß die Provinz Posen von dieser Landgemeinde-Ord- nung nicht ausgeschlossen ist; wie die Einführung der Kreis- und Provinzialordnung in Posen dazu beigetragen hat, die nationalen Gegensätze zu mildern, so wird die Landgemeinde-Ordnung sozial- politisch wirken und dem Umsturz einen Damm entgegenstellen. Abg. v. S ch a l s ch a(Z.): Ich habe mich gegen die Vor- läge einschreiben lassen, trotzdem ich mit Herrn Rickert durch- aus nicht dagegen mit Herrn v. Heydebrand in allen Punkten übereinstimme. Es handelt sich jetzt um die wichtige Frage, ob den unruhigen Elementen, denen man bisher das Ein- dringen in die ländlichen Verhältnisse versperrte, die Thore geöffnet werden sollen.(Sehr richtig! Rechts.) Daß die Nicht- angesessene» nur ein Drittel der Stimmen in der Gemeinde- Vertretung haben sollen, ist keine genügende Garantie, denn Revolutionen werden immer nur von terrorisirenden Minder- heiten, niemals von den Mehrheiten gemacht. Die ruhigen Ele- fl«f.„2 f_ f„f.___ m. 1"„____ f.. ii �~ finden und der Gemeindevorsteher hat keine andere Polizei im Dorf, als den Nachtwächter, der nicht immer zu den Kräftigsten zu gehören pflegt.(Heilerkeit.) Wenn man den nicht Angesessenen das Stimmrecht giebt, dann müssen sie auch zu den Gemeindewahlen beitragen, denn sonst wird der Grundbesitz, der außer der Personalsteuer noch Grund- und Gebüudesteuer zahlt und Hand- und Spanndienste zu leisten hat, geradezu mit einer Strafe �belegt. Die Zweck- verbände sind angebracht für die Wegelast, aber nicht für die Armenlast. Die Inhaber selbststündiger Gutsbezirke haben immer noch für ihre alten Arbeiter gesorgt, wahrend es den städtischen Fabrikbesitzern niemals einfällt, die Armenlast für die alten Ar- beiter zu übernehmen, deren Kräfte sie ausgenutzt haben. Be- denklich ist die zwangsweise Zulassung von Gutsbezirken und Landgemeinden, die erfolgen soll, wenn es das öffentliche Jnter- esse erfordert. Dieser Begriff ist aber ein sehr vieldeutiger. Ich will nicht gerade die Landgemeinde-Ordnung nach Provinzen regeln, aber die Selbstständigkeit der Gemeinden soll unter allen Umständen respektirt werden. Ich beantrage die Verweisung der Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern. t Minister Hcrrfurth: Prinzipielle Bedenken gegen die Vorige sind eigentlich nur von den beiden Rednern, welche eute gegen die Vorlage gesprochen haben, erhoben wor- den und zwar von ganz entgegengesetztem Standpunkte, so daß die Regierung daraus schließen kann, daß sie den richtigen Mittelweg getroffen hat. Tie einzelnen Bedenken will ich nicht besonders hervorheben; die Vertheilung der Hand- und Spanndienste wird, wie die Vertheilung alier Natiirallasten, immer eine ungerechte sein, mag man sie vertheilen nach Steuer- klaffen oder nach den vorhandenen Zugthieren oder sonst wie. Die Vertretung der nicht Angesessenen wird sich nicht aus ein Drittel derselben stellen, sondern da in den ersten beiden Klassen voraussichtlich nur Grundbesitzer gewählt werden, so wird nur ein Drittel der dritten Klasse Unangesessene wählen, so daß sich diese auf ein Neuntel der Vertretung stellen werden. In den Vorstadien hat ein Gesetzentwurf bestanden, welcher bei der Bil- dung von Verbänden eine entscheidende Mitwirkung des Kreisaus- schuffes vorsah. Aber es stellte sich nachher heraus, daß es noth- wendig sei, den Verbänden Korporationsrechte zu verleihen, und diese können nur durch Gesetz oder Allerhöchste Ordre ertheilt werden.' Herr Rickert hat, trotzdem er in manchen Punkten die Vorlage sehr freundlich beurtheilt hat, die Zusammenlegung von Landgemeinden und Gutsbezirken, allgemeines, geheimes, gleiches Wahlrecht wenigstens als Ziel hingestellt. Damit ist die Re- giernng nicht einverstanden. Ein solches Gesetz brauchte nicht viele Studien und statistische Ermittlungen zur Vorbereitung, es ließe sich vom grünen Tifch her cum ira et sine studio machen. (Heiterkeit.) Herr von Schalscha erkennt das Bedürfniß zu Aenderungen überhaupt nicht an; die Königliche Staatsregierung ist auf Grund ihrer zweijährigen Ernnttelungen zu dem entgegen- gesetzten Ergebniß gekommen. Ich(heile nicht die Furcht, daß unruhige Elemente in die Gemeindevertretung eindringen werden. Herr von Heydebrandt hat bei aller Freundlichkeit für die Vor- läge eine"sehr bedenkliche Forderung gufgestellt, daß der Kreis- ausschuß endgiltig entscheiden soll bei Zusammenlegung von Landgemeinden und Gutsbezirken. Es handelt sich dabei nicht um eine Handlung der Selbstverwaltung, sondern um einen Akt der Staatsverwaltung, der durch die Allerhöchste Geneh- migung seinen Abschluß findet. Der Landrath wird beschränkt durch die Mitwirkung des Kreisausschusses, der Regierungs- Präsident durch die Mitwirkung des Bezirksausschusses, der Ober- Präsident durch die Mitivirkung des Provinzialausschusses. Für die Ministerialinstanz ist die Mitwirkung eines Selbstverwaltungs- Körpers nur in ganz vereinzelten Fällen vorgesehen. Bisher ist aber noch niemals daran gedacht worden, daß die Rechte der Krone abhängig gemacht werden könnten von dem Beschlüsse eines Selbstverwaltungskörpers. Die entscheidende Mitwirkung des Kreisausschusses ist schon deshalb bedenklich, weil es Vorsitzende dieser Ausschüsse giebt, welche eine prinzipielle Abneigung gegen jede Reform der Landgemeinde-Ordnung haben und in dieser Richtung einen Einfluß ausüben könnten. An die bis jetzt noch unbekannten Mitglieder der Kommission möchte ich zum Schlüsse die Bitte richten, die als Ueberschrist über das Berathungszimmer gesetzt werden könnte: Si quid novisti rectius istis Candidus imperti, si non, bis utere mecum. Abg. Graf Limburg-Stirum: Die Verhältnisse sind in den verschiedenen Landestheilen doch so verschieden, daß es schwierig sein wird, die Verhältnisse unter einen Hut zu bringen. Wir wollen nicht, daß Elemente in die Gemeindevertretung kommen, welche niäft hiueingehören. Eine allgemeine Vorschrift wirkt in den verschiedenen Gegenden verschieden; diese Frage muß aus den örtlichen Verhältnissen heraus entschieden werden. Ebenso muß bei der zwangsweisen Zusammcnfassung von Landgemeinden und Gutsbezirken die mit den örtlichen Verhältnissen am meisten vertraute Instanz mitwirken. Nur das Nothwendigste muß ge- schchen, um lebensfähige Gemeinden zu schaffen; aber ileberflüfstges, was nur Unzufriedenheit erregt, muß vermieden werden. Die Zweckverbände können vermieden werden, wenn z. B. durch eine gute Wegeordnung für den Ausbau des Straßennetzes gesorgt wird. Aber die Sammtgemeinden sind voll- ständig unbrauchbar, denn es ist unmöglich, daß ein einziger Verband die Wege-, Schul- und Armenlast trägt. Wenn auch vielleicht in der Provinz Sachsen die Ver- einignng von Landgemeinden und Gutsbezirken, die miteinander im Gemenge liegen, möglich ist, so ist es doch undenkbar, daß ein Gutsbesitzer in Ostpreußen, wo in der Umgebung des Gutes oft eine halbe Meile weit kein Mensch wohnt, sich einer so fern gelegenen Landgemeinde anschließen soll. Wir werden diesen Ent- wurf zu Stande zu bringen suchen, wie mein Freund Heydebrand und ich dies ausgeführt haben; wir denken, daß die beabsichtigten Ziele auch erreicht werden können ohne Schablonisirung. Ich möchte erinnern an das Wort der großen Katharina, die solchen bureaukratischen Vorschlägen gegenüber sagt: Meine Herren, wir schreiben nicht auf Papier, sondern auf die menschliche Haut und die ist sehr empfindlich.(Beifall rechts.) Abg. Hobrecht(natl.): Ueber die Bedürfnißfrage brauchen wir uns nicht zu streiten, da sie in der Begründung klar be- wiesen ist. Es herrscht jetzt eine solche Unklarheit in den Ver- Hältnissen der Landgemeinden, daß man sich nicht zurecht finden kann. Neben den gesetzlichen Vorschriften bestehen Observanzen, die aber wieder durch neuere Gesetze und Ver- waltungsmaßregeln durchbrochen sind, so daß[eine Modifikation unbedingt nothwendig ist. Tie Gemeindeversammlungen sind in großen Gemeinden nicht durchzuführen, dazu würde eine gute parlameniarische Schulung aller Gemeindemitglieder gehören. Deshalb ist die Einführung der Gemeindevertretung nothwendig in den größeren Gemeinden. Dabei den nicht angesessenen Ge- meindemitgliedern ein Mitwirkungsrecht einzuräumen, werde sich nicht umgehen lassen, wenn dieselben Personen bei den Wahlen zum Reichstage und zum Landtage mitzusprechen ein Recht haben. Daß dadurch bedenkliche Elemente in die Gemeindevertretung hinein- kommen werden, ist möglich, die Gesetzgebung kann dagegen schwerlich etwas machen. Aber es ist auch zu erwarten, daß die Be- völkerung durch die Äetheiligung an den Gemeindeangelegenheiten in ihrer"Widerstandsfähigkeil gegen staatsgefährliche Bestrebungen gestärkt wird. Bedenklich sei allerdings, daß bezüglich der zwangs- weisen Bildung von Verbänden Alles in die Hand der Regierung gelegt werden soll. Es ist allerdings nothwendig, daß die Re- gierung die Bildung dieser Verbände herbeiführt; aber auch dafür müssen vielleicht noch im Gesetze gewisse Normen festgestellt werden. Dagegen müßte die Ausgestaltung dieser Verbände, die Vertheilung der Lasten den Betheiligten und den nächsten In- 'tanzen selbst überlassen bleiben. Wenn mein Fraktionsgenosse v. Gneist davon gesprochen hat, daß die Bildung von Zweck- verbünden geförderl werden könne dadurch, daß diese» die Grund- nnd Gebäudesteuer überwiesen würde, so wäre das ein Mißbrauch der Staatsgewalt. Die Ueberweisung muß gleichmäßig erfolgen oder gar nicht. Abg. Messel(freik.) hält es für zweckmäßig, daß die Zu- ammenlegung leistungsunfähiger Gemeinden jetzt seitens der Regierung erfolgen kann auch gegen den Willen der Äetheiligten. Die Schulverbände sind keine eigentlichen Zweckverbände, denn ie werden nach anderen Sätzen gebildet. Feder Zweckverband oll leistungsfähig sein und das sind die Schulverbände nicht immer. Man sieht immer die Zweckverbände als die zukünftigen kommmunalen Einheiten an, an welche die Grund- und Ge- bäudesteuer überwiesen werden soll. Das will ich nicht, denn in diesen Verbänden würden die Mittel auch nicht besser verwendet werden, als jetzt die Ueberweisungen aus der lex Hnene in den Kreisen. Uebrigens glaube ich noch nicht daran, daß die Kreise die Mittel geradezu verzetteln. Die Bedenken des Herrn von Schalscha gegen die Ausdehnung des Stimmrechts kann ich nicht theilen; es liegt gar kein Grund vor, den nicht Angesesseneu jedes Stimmrecht vorzuenthalten. Wenn von allen Seiten Kon- zessiönen gemacht werden, dann wird es wohl möglich sein, die Vorlage Stande zu bringen. Abg. Schröder(Pole) erklärte sich im Großen und Ganzen mit der Vorlage einverstanden, hat aber Bedenren dagegen, daß die Gemeinden zwangsweise zu Zweckverbäzrden zusammengelegt rden können. Ter Bauer habe einen praktischen Verstand; wenn er in der Bildnng von Zweckverbänden einen Vortheil sehe, werde er sich dazu verstehen; aber bei der besten theoretischen Begründung werde er im Uebrigen von solchen Verbänden nichts wissen wollen. Die Ausdehnung der Gemeinderechte sei zu billigen, aber sie berücksichtige die nicht Angesessenen doch etwas zu sehr. Redner wendet sich schließlich gegen das Bestätigungs- recht, welches nur dazu dienen werde,.die Polen von der Leitung der Gemeinde fernzuhalten, während doch bei dem gleichen Interesse Aller an dem Wohl der Kommunen kein Unterschied bezüg- lich der Nationalitäten gemacht werden sollte. Damit schließt die erste Lesung. Die Vorlage wird einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag, 11 Uhr.(Anträge betr. den Wildschadenersatz.) Pavlamentemftftes. NUmster i. Mestf.. 1. Dez. Einer Meldung des„Wests. Merkur" zufolge hat der Reichstags- Abgeordnete von Schor- l e in e r- A l st sein Reichstagsmaudat wegen nicht unbedenklicher Erkrankung niedergelegt. Uofosiles. Die Mahlen des Ausschusses der Alters- uud In- validrnvrrstcheruugv-Anstalt Kerlin sind zum großen Theile auf Personen gefallen, welche gesetzlich überhaupt nicht wähl- bar sind. Es werden daher neue Wahlen vorgenommen werden müssen. Vair dem Cquismua unserer ehremuerthe» Kourgeoisir und speziell der sich„freisinnig", häufig auch„demokratisch" nennenden, sind wir wieder einmal in der Lage, einen recht schlagenden Beweis beibringen zu können. Wo die Blätter der Bourgeoisie dem Arbeiter und dem Armen hinterrücks einen Schlag versetzen können, da lassen sie sich dazu auch gar nicht lange nöthigen. Der Fall, daß ein hungernder und frierender Obdachloser sich ein Unterkommen bei der in den letzten Tagen so plötzlich eingetretenen Kälte im Gefängniß suchen will und daher eine Fensterscheibe einschlägt, giebt diesen Vertretern des Volkes, als welche sie sich immeraufspielen, paffende Gelegenheit, ihrem Herzen Luft zu machen. Hören wir also, was dieselben darüber schreiben. Wir entnehmen Nachstehendes dem würdigen Organ des Herrn Rudolph Mosse: „Um ein Obdach im Gefängniß zu erlangen, am Donnerstag Nachmittag in der fünften Stunde ein eine große Spiegelscheibe des Restaurants Kleine, Holznifl» straße 55. Als der Wirth infolge dessen auf die Straße' zertrümmerte vor seinen Augen der Uebelthäter u eine zweite Scheibe. Auf die vorwurfsvolle Frage Wirths, weshalb er dies gethan, antwortete der LK&. ganz unverfroren, daß es ihm darauf ankomme, M lange Winterquartier zu erhalten. Durch seine fosori Z Festnahme ist der Wunsch des Frevlers vorläustg füllt worden.".. Glaubt der Herr Verfasser obiger Notiz vielleicht,� daß e, arme Mann aus Uebermuth zu diesem Ausweg gegriffen ¥' Oder spukt in seinem Kopfe auch noch immer das Bourgeo märchen von denen, welche arbeiten können aber nicht woM" herum? Jeder Klardenkende, nicht von seinen Klassenvornrthei Besessene wird uns wohl beipflichten, wenn wir behaupten,»M Leute würden eine jede sich ihnen bietende Arbeit der Freiheit dem Gefängnißleben vorziehen. Wenn° Herren sich von der Haltlosigkeit der bürgerlichen Phrase vo nicht arbeiten wollen überzeugen wollen, so rathen wir itF' ihre warme Redaktionsstube einmal auf einige Minuten zu ve. lassen und sich in den späteren Nachmittagsstunden nach 0 Zimmerstraße zu bemühen, sie werden dann angesichts° Tausenden, welche ängstlich dort auf die'Ausgabe des Jntellig�» blattes harren, vielleicht anderer Meinung werden. Wenn" Herren dort eine sorgfältige Umschau halten wollten, so muro sie recht viele finden, welche trotz der bittersten Kälte so„u*' müthig" sind, keinen theuren Pelz, auch nicht einmal en Mantel anzuziehen und dort im dünnen Röckchen, Männer' Frauen, herumstehen und blau frieren. Wenn sie sich mit die! Unklugen in ein Gespräch einlassen wollten, so würden d>! Leute so Manches erzählen, was die Herren wohl noch m«. ihrem Leben gehü.vt haben, sie würden Einsicht in ein Leben e der tiefsten Entbehrungen und der tiefsten Noth erlang Eigentlich wäre das für den blasirten Geschmack unfe Bourgeoisie ein kleines Reizmittelchen, sie würden mit mn I größerer Genugthuung auf ihre eigene glückliche Lage vlm Wie gedankenlos, von Fall zu Fall lebend, unsere Bourgeois� dahin duselt, zeigt uns, daß in denselben Blättern die A theilung steht, daß bei der strengen Kälte täglich tausende vor_ Asylen für Obdachlose stehen und Einlaß begehren, daß aber Meisten wegen Platzmangels abgewiesen werden müssen. V- vergießen sie bittere Thränen über das Elend auf Erden, der anderen Seite scheuen sie sich aber nicht, auf einen dm armen Teufel, der in seiner Verzweiflung im Gefängniß um kommen sucht, Steine zu werfen. Statt die Konsequenz'" den Verhültnlssen zu ziehe», ist der Mann ein Frevler, ein thäter und ist seine That eine Frechheit, welche nicht hart bestraft werden kann., n, Wir freuen uns jedenfalls, wieder einmal in das menfcy. und arbeitersreundliche Herz unserer„freisinnigen" Bourge»! geblickt zu haben., Einen weiteeen Klick» in da« tiefste Elend erlang wir bei Durchlesen nachstehender Zeilen, welche wir einem 0°� konservativen, kirchlichen Blatte entnehmen. Dasselbe schreibt: Der Verein„Dienst an Arbeitslose" wird jetzt an p.. Sonntag von ca. 4—500 obdach- und arbeitsw! Männern besucht. Bei der herrschenden Kälte drang. sich, wie in früheren Jahren, die armen Menschen sty von frühester Morgenstunde an vor den Thüren, um du im Saal die Tasse heißen Kaffees und zwei Schrippen Empfang zu nehmen. Am Sonntag meldeten sich von. Anwesenden am Wedding nach dem Gottesdienst allein zur Aufnahme in die Arbeiterkolonie, obwohl ihnen wurde, daß ihnen eine Garantie für die Aufnahme n> geleistet werden könnte. Zu dem bevorstehenden Weihnastz lest beabsichtigt der Verein seinen Gästen wieder en Christbaum anzuzünden und sie bei der Verkündigung c Weihnachtsbotschaft etivas besser als sonst zu beivirchem Kann wohl ein noch trostloseres Bild entrollt werden? fj zeichnend ist aber, daß dieser Verein„Dienst an Arbeitslose sich nicht bei der von ihm selbst anerkannten NotiP-t zur Aufgabe stellt, den Nothleidenden ihr Laos wernssii etwas zu mildern. Wenn er ihnen des Sonntags Kmi und Schrippen gewährt, so sieht man doch sofort, wie., ihm das„leibliche" Elend der Masse am Herzen liegt, IP müßte er den Hungernden und Frierenden auch in der Alfit dasselbe gewähren, ihm liegt aber nur das„himmlische—.j, am Herzen. Daher veranstaltet er auch nur am Sonntag■, Spenden, welche auch ganz gewiß fortfallen würden, wenn da nicht die Leute angelockt werden sollten. Aber den Leuten m zu Weihnachten der Christbaum angesteckt und das wird sie u.. alle Noth des Lebens hinivegsetzen! Der Herr im Himmel m schon sorgen, daß— die Herren Stadtmissiönäre nicht verhung und erfrieren Mitleidsvoll blickt der Bourgeois aus solches«sieno � Lesen derartiger Bilder aus dem Leben, seufzt tief auf und da dem gütigen Geschick, daß er sein behagliches, warmes H'- seine gefüllte Speisekammer und seinen Geldbeutel hat. A», steht es beim Arbeiter, der muß sich dabei sagen, auch Dir, lv Du auch heute noch eine einigermaßen gute Arbeit hast,*.( morgen dasselbe Loos blühen. Daher freut es uns, wenn Bourgeoisie zu ihrem eigenen Nachtheil immer wieder die erba lichen Zustände der heutigen Weltordniing ausdeckt und den• t beiter zum Nachdenke» über seine wahre Klassenlage zwingt ihn aus seine eigene Zukunft hinweist. Zwil- und Nlilitiirprrsoncu geriethen am Son>> F,v»i- nn»»«»»»rrarprrioncu geriecycn am Abend an der Ecke der Landsberger- und Straußbergerl» in Streit. Die Soldaten zogen blank, wurden aber dl besonnene Leute aus dem Publikum am EinHauen gehindert,� daß keine Verwundung stattgefunden hat. Die Polizei erkla sich für nicht befugt, sich in den Streit einzumischen. Ein»ntjehlichrr UugliickesfaU ereignete sich in der A. zum Sonntag am Seddinsee. In Gosen auf dem Hetnw nach ihren Butzen(Schlafschuppen) an der Ablage begriffen,> traten gegen 1 Uhr nach Mitternacht mehrere Ziegelarbeiter Eis der nach dem See fiihrenden Krampe, um die Tour&* kürzen. Alb sie die Gegend des Wendenschlosses passirt hn» brach plötzlich die dünne Eisdecke und drei der Arbeitet P'' in das Waffer, aus dessen morastigem Untergrund sie sich, emporzuarbeiten vermochten. Mit großer Mühe gelang e- von dem Einbruch verschont gebliebenen anderen Arbeiter»,.3�., von den in Todesgefahr schwebenden Kameraden herausz»»' � und zu bergen, ivährend der dritte elend zu Grunde ging. Sonntag früh fanden heimkehrende Musiker dein„B. T." zch.ch die Leiche, welche vorläufig in einem Ziegelschuppen ch.zi gebracht wurde. Der Verunglückte ist der ehem. Bergmann aus Stachow, welcher erst eine Woche in der Ziegelei bei gewesen ist...t. „Ihiv Unhe, der Iulinsthur»» steht noch"— man den Spandauern zurufen, die eben einen Stoßseufzer sich,. der gegenwärtigen traurigen finanziellen Verhältnisse ew*'Li Der böse Fall„Baring Brothers" hat es auch der Stadt Spch.z angethan; es ist schrecklich. Die durch den Fall des LomPz Hauses herbeigeführte allgemeine schlechte Weltlage soll auch auf die Emitliruiig der 4 proz. Stadtanleihe Spai» F welche im Betrage von 150 000 M. zum Kurse von 100 Li ausgegeben wurde, einen ungünstigen Einfluß ausgeübt W ji( Die Abnahme der Anleihe gehe so spärlich von Statten, wj* Stadtverordneten-Versammlung beschlossen habe, die Emir'.! bedingungen zu erleichtern und die Anleihe zum NoA,� betrage abzugeben. Es sind noch für ganze 58 000 M. AhSf scheine von der Stadthauptkasse zu vergebe». Es ist w» traurig, was Alles der Fall Baring Brothers für andere. zeitigt. Aber die Spgndauer mögen nur ruhig sein,% BrotherS»verde» ja ihren Verpflichtungen nachkommen, und �lieplich steht ja immer noch der Jaliusthurm für den Fall, ii! v e allgemeine Weltlage wirklich so schlecht werden sollte, wie 1 aie Spandauer sich jetzt schon ausmalen. j.„ vebru dir traurigen Folgen der Gasansströmnug in?�ase Alexandrinenstr. 122 hatten wir bereits berichtet. Die i dewusztlosen Zustande nach der Charitee gebrachte Produkten Wiiolerm Keller konnte in diesem Krankenhause wegen Platz ./Gagels nicht aufgenommen werden, sondern mußte non dort dem Urban dirigirt werden. Dadurch entstand leider eine -"llundige Verzögerung, welche verhängnistvolle Folgen haben nn. Tie Aerzte am Urban haben keine Hoffnung, daß Frau . aer mit dem Leben davonkommt. Noch heute klagen benach- "Ne Kellerbewohner über Kopsschnierzen und Schwindel. Das ifr? 111 at nämlich auch bereits in die Wohnung eines Schuh- gedrungen. Als der Mann um 5 Uhr aufstand, um L, c Mau, die Zeitungsausträgeri» ist, die Blätter zu holen, muiie.te er umher, führte jedoch die Ursache auf den überheizt ljewesinen eisernen Ofen zurück. Auch die Frau des Schuh- n Vers befand sich in hohem Grade unwohl; erst nachdem frische 'Um die Wohnung gelassen wurde, fühlten sich die Leute etwas oyler. Der Keller des Gastwirlhs Gauger war ebenfalls voller -3 um Glück ging er an jenem Morgen ohne brennendes rlcht in den Keller. , Kri einem Zuhälter ist eine Uhr und ein Medaillon ge- nnu i worden, welche der Beschuldigte nach seiner eigenen An- i« tr-J? Sommer des Jahres 1886 in der Hasen Haide, vor dem s,vW"ssement„Neue Welt", einem betrunkenen Menschen„ge- n.f, hat. Die Uhr, eine silberne Zylinder-Remontoiruhr mit jUpreßtem Goldrand, hat die Nummer 72 133. Das Medaillon u von Gold, in Buchform mit zwei schwarzen Platten, auf der orderen Platte befindet sich ein goldenes leeres Wappenschild. w in demselben befindlich gewesenen Photographien hat der Dieb m einem Messer herausgekratzt. Die Gegenstände können bei der nimnalpolizci im Zimmer 84 während der Vormittagsstunden ungesehen, werden. ty Polirizbericht. Mu III ihrer Mnh,, . Am 29. d. M. Vormittags wurde eine ss- ui ihrer Wohnung im Keller des Hauses Alexandrinen- > aße 122, durch Leuchtgas betäubt aufgefunden und ans An- ijjWuilg des Arztes nach der Charitee gebracht. Wie nachträg- . 7 lestgestellt worden ist, war das in den Keller führende Gas- 6Ua bem Bürgersteige gebrochen und infolge dessen das ln b.'e Wohnung gedrungen.— Zu derselben Zeit fiel vor m Hnuse Fischerstr. 25 infolge der Glätte ein Mann und brach f0 daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. jjs Als am 29. v. M. Abends die Kutscherfrau Kroschinski die «asflammen auf der Treppe des Hauses Neue Königstr. 29 -w.— I--- rr---......... a,... IM in«s Stock auslöschte, beugte sie sich zu weit über das Ge- h!»üH""d stürzte in den Hausflur hinab. Sie erlitt eine Ge- �.Erschütterung und eine Verstauchung des Rückgrates.— Am (j' M. Mittags brach ein 8jnhiger Knabe in der Nähe der mvinstrahe beim Betreten des Eises auf der Spree ein und ! i ins Wasser. Er wurde von einem Offizier mit eigener ...�gesahr aus dem Wasser gezogen und vor dem Ertrinken ~ Nachmittags erschoß sich ein Mann in seiner m.;.nu,!9'n der Alexandrinenstraßc mittelst Revolvers.— Abends ften rUf dem Bahnhofe am Zentral-Viehhof� der Hilfsweichen- „.�.Krause beim Ueberschreiten der Geleise von einer Rangir- 'sschiue überfahren und sofort getödtet. Im Laufe.des Tages den Ii kleinere Brände statt. . war wieder eine ganz geringfügige Ueranlassling, weicher eine Anklage wegen Verleitung zum Mein- ° e entstanden ist, welche gestern vor der I. Strafkammer hie- N) Landgerichts 1. verhandelt wurde. Ter Angeklagte, Tischler- chter Robert Koberstein, wurde beschuldigt, in einer will- yw Uebertretungssache versucht zu haben, seinem Gesellen 3 siil. ä" einem falschen Eide zu verleiten. In der Nacht zum »ax i waren, den Bestimmungen der Feuer-Polizeiordnung zu- du i''n der Werkstatt des Angeklagten Hobelspäne liegen ge- l Wden, welche von einer am 2. Mai durch den Gesellen Herzog t"Sistellten Arbeit herstammten. Durch de» Gesellen %og herbeigerufen, war am 3. Mai Morgens ei» i,Mtzmann in der Werkstatt erschienen und hatte die P�rtretung festgestellt. Der Angeklagte soll nun ver ».'-"".erutig leftgelieur. le.'er mngeiiagie jou nun ver- l At haben, den Gesellen Mahler zu der falschen Aussage zu �!"nimen, daß diese Spähne nicht von der Herzog'schen Arbeit rJ" Tage zuvor herrührten, sondern erst von ihm, dem Ge- >.�.bezw. dem Meister, welchen er schon um 3 Uhr Morgens it«. llabe, gemacht worden seien. Die Sache stand für den b. geklagten so bedenklich, daß der Staatsanwalt ein Jahr a jei Monate Zuchthaus gegen denselben beantragte, es Ä/Wß jedoch dem Rechtsanivalt B ö g e r, das Vertrauen auf die vnh.Würdigkeit des Gesellen Mahler einigermaßen zu erschüttern d»., das ursprüngliche volle Geständniß des Angeklagten, welches »evl"! später wieder zurückgezogen, als das Produkt eines Miß- ls' stdnisses infolge arger Schwerhörigkeit des Angeklagten oMMen. Der Gerichtshof hielt die Sache nicht genügend auf- I und sprach den Angeklagten frei. wei�"�re!sattte EnthiiUunsr'» lieferte eine Verhandlung, gestern vor der 84. Abtheilung des Schöffengerichts statt- - Auf der Anklagebank befand sich der Hofagent Her- """ �'•---------- den Polizei- Vor ju'S-iw besorgt habe. Der Sachverhalt, welcher der Anklage >> m"de liegt. wurde durch das vorhandene Aktenmaterial oefr, Jrbi»bu»g mit dem eigenen Zugeständnisse des An- liÄl'. wie folgt festgestellt: Helmecke befaßt sich damit, beJ'�l'ge» Leuten gegen entsprechenden Verdienst zu zun, �wünschten Auszeichnungen zu verhelfen, er erbot sich mich lieb-... weise, daß ihm dies vermöge seiner B-zlehungen zu hoch- Uius. V? Personen in mehreren Fällen gelungen sei. Eintraglich hj.? dies Geschäft sein, denn der Vorsitzende. Asses, or Kricke, l>ber ia1" vor, daß er im vorigen Jahre aus ein Einkommen von tsfs:&sm: KxK Alot«"dlissements an der Oberspree, der Kaufmann Wilhelm >verbe' Sfi um den Titel eines K o m ni e r z»*B\at h s be- n-.'«nu JUU UU WU» Ä-vu.iyvii|vv».v�-'.-__ 'fe. Der Angeklagte soll nun haben, daß er den Polizeihauptmann Mewe, er �„Äustiges Urtheil über ihn fällen. mmm# habe und wenn er etwas Aehnliches gesagt, so sei es weder auf den Hauptmann Mewes noch auf andere Beamte des Polizei- Präsidiums gemünzt gewesen; er habe vielmehr gemeint, daß M. für Wohlthätigkeitszwccke Opfer bringen müsse, ivie es beispielsweise auch ein hochangesehener Kaufmann tder Zlelteste der Kauf- Mannschaft, Geh. Kommerzienrath Frenze!) gethan habe. Der Zeuge W. erklärte unter seinem Eide, daß die Aeußcrung über den Polizeihauptmann Mewes so gelautet habe, wie jdie Anklage behaupte und daß sie nur auf diesen Bezug haben konnte. Der Beschuldigte focht die Glaubwürdigkeit des Zeugen an, dein die Polizei thatsächlich ein ungünstiges Zeugniß ausgestellt habe und der deshalb auch nicht Kommerzienrath geworden sei. Es werfe ferner ein häßliches Schlaglicht auf den Zeugen, daß derselbe, der sein Ehrenwort gegeben habe, über das Gespräch mit ihm Schweigen zu bewahren, demnach die Sache weiter getragen habe. Der Zeuge erwiderte, daß er das angelobte Stillschweigen nicht gebrochen habe. Bei der ersten Unterredung mit Helmecke, habe seine Frau sich im Nebenzimmer befunden und gehorcht, sie sei es gewesen, die gelegentlich eines Besuchs des Landraths v. Stubenrauch diesem den Namen des Angeklagten, sowie den Inhalt des Gesprächs mitgetheilt habe. Ter Landrath habe dann das Weitere veranlaßt. Der Staatsanwalt schenkte den Angaben des Zeugen vollen Glauben, er hielt die üble Nach- rede für die schwerste Beleidigung, die man einem Beamten an- thun könne, und beantragte deshalb, von einer Geldstrafe Abstand zu nehmen und auf eine Woche Gefängniß zu erkennen. Der Vertheidiger plaidirte für Freisprechpng und stellte eventuell neue Bcweisanträge, wodurch die Glaubivürdigkeit des Zeugen er- schlittert werden sollte. Der Gerichtshof lehnte diese Beweis- antrüge als unerheblich ab und verurtheilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 600 M. eventuell 14 Tagen Gefängniß. VersÄnnttlungen. Sozialdsmosiratischev Parteitag fiir de» Regierungsbezirk Potsdam. Der Parteitag wurde am Sonntag, den 30. d. M., Nachmittags 4 Uhr, durch den Genossen Harburg(Potsdani) im Saale des Herrn Feuerherd, Zimmerstr. 2, zu Potsdani eröffnet. Der ziemlich kleine Saal ist m würdiger Weise geschmückt; so hängt an der Wand hinter dem für das Bureau bestimmten Tisch eine rothe Fahne mit der Inschrift:„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit." Zu den Seiten der Fahne sind die umkränzten Bildnisse Marx's und Laffalle's angebracht. Der Theil des Saales, welcher für das Publikum bestimmt ist, ist trotzdem Tische und Stühle hinausgeschafft sind, überfüllt. Unter den Anwesen- den befinden sich auch Frauen. In das Bureau des Parteitages werden die Genoffen Ewald, Harburg, Schröder und Wernau gewühlt. In Anbetracht der beschränkten Zeit wird von der Wahl einer Mandatsprllfungs-, sowie einer Ge- schäftsordnungs- Kommission Abstand genommen. Die Fest- stellung der Präsenzliste ergiebt, daß von den Wahl- kreisen des Regierungsbezirks Potsdam nicht vertreten sind: West- Priegnitz, Ost-Priegnitz, Prenzla«- Angermünde. Vertreten sind: Ruppin-Templin durch 2, Ober-Barnim durch 3, Nieder- Barnim durch 4, Ost-Havelland durch 4, West-Havelland durch 10, Zauch-Belzig durch 2 und Teltow-Beeskow-Storkow durch 7 Dele- girte. W. Werner schlägt vor, damit nicht, weil einzelne Kreise so zahlreich vertreten sind, die Beschlüsse des Parteitages nachher mit Hinweis auf eine Majorisirung angefochten iverden können, nur 3 resp. 4 Telegirten eines Kreises das Stimmrecht zuzuerkenne». An der sich über diese» Vorschlag entwickelnden Debatte bethci- ligten sich die Genossen Thierbach, Miliar g, Gruhl, Werner, Schneider, Stadthagen, Appelt, Ebel, Tabert und M i e l e n z. Die Diskussjon hierüber wird durch Ablehnung eines dem Werner'schen Vorschlag entsprechenden An- träges mit Stimmengleichheit geschlossen. Es ergreift nunmehr der Genosse Ewald zu einem Referat über die beiden ersten Punkte der Tagesordnung: Besprechung über die Organisation und Agitation in den Wahlkreisen des Regierungsbezirks Potsda m", das Wort. Er führte aus: Der Parteitag in Halle habe wohl die Art und Weise, wie die Organisation und Agitation im Großen und Ganzen gehandhabt iverden solle, angegeben; aber nicht, wie sich dieselbe in den einzelnen ländlichen Kreisen gestalten müsse, be- stimmen können. Um über die Handhabung der Organisation und Agitation in den angehörigeu Wahlkreisen zu bestimmen, sei nun für den Bezirk Potsdam dieser Parteitag einberufeli worden. Es ist nicht lobenswerth, daß gerade in diesem Bezirk noch Wahl- kreise ohne jede Organisation vorhanden sind. Dort ist auch selbstverständlich keine Agitation im größeren Maßstabe möglich. Es ist nöthig, daß sogenannte vorgeschrittene Kreise den„zurück- gebliebenen" bei der Schaffung einer Organisation, sowie bei der Agitation behilflich sind. Bei der Landagitation ist in Betracht zu ziehen, daß das Publikum ganz anders behandelt werden will und muß, als das in den Städten. Berlin kann es sich z. B. gestatte», für den Anstritt aus der Landes- kirche zu agitiren. Geschähe dies in Ost- oder West-Priegnitz, so könnten die betreffenden Agitatoren von Glück sagen, wenn sie mit heiler Haut davon kämen. Es ist hier nöthig, die Leute erst zum Klassenbewußtseiu zu erziehen, sie erst über die wirthschaft- lichen Verhältnisse aufzuklären. Damit muß Hand in Hand die politische Agitation gehen; sie ist von der wirthschaftlichen nicht zu trennen. Sicher ist, daß ein guter Agitator aus der Stadt auf dem Lande schlechter fahren würde, als ein mittelmäßiger Landagitator. Ans diesem Grunde ist das Hauptaugenmerk auf die Erziehung von Landbewohnern zu Agitatoren für die Sozial- demottntie zu legen. Das steht fest, daß sich in den dicken Bauernschädeln die Idee des Sozialismus schon festgesetzt hat. Uni das Gewonnene festzuhalten und Neues zu gewinnen, haben wir jetzt vor allen Dinge», wo solche noch nicht bestehen, Organisationen zu schaffen. Wir wünschen immer, in Bayern, in Ost- und Westpreußen möchte» bei der Wahl mehr Stimmen abgegeben werden, aber um die nächste Nähe kümmern wir uns nicht oder sehr wenig. Redner schlägt vor, ein Komitee von drei Personen zu wählen, welches sich mit allen Kreisen des Negierungs- bezirks Potsdam in Verbindung zu setzen hat, neue Verbindungen anknüpfen soll, für die Gründung von Organisationen wirken und diesem die weitere Agitation auf de»» Fuße folgen lassen muß. Die Kreise, welche nun materiell besser stehen, haben es sich zur Pflicht zu machen, dies Komitee zu unterstützen. Es wird eben nicht für bestimmte Kreise gewirkt, sondern für die Partei. Wir haben dahin zu wirken, daß mau uns nicht nachsagen kann, wir seien in der Mitte des Reiches lässig gewesen.(Beifall.) In der Diskussion spricht zuerst Tabert: Man müsse unter den Bauern Agitatoren ausbilden. Bei der Agitation ist die wirthschaftliche Frage in den Vordergrund zu stellen; die Religion aus dem Spiele zu lasse». Die Versammluugeü wäre» unruhig geworden, ivenn Reder von Religion zu sprechen angefangen. Dem Antrag Ewald kann Redner nicht zustimme», da für jeden Kreis ein Kommissionsmitglied gewühlt werden müßte. Harburg: Die Religion eigne sich nicht bei der Land- agitatiou, es sind genug andere Fragen vorhanden. Die Land- arbeiter sind durchaus nicht so theilnahmslos, wie geglaubt wird. Die Abhängigkeit verhindert das Zutagetreten der Gesinnling. Viele Bauarbeiter, welche in der Stadt arbeiten, wohnen auf dem Lande. Sie muffen herangebildet werden. Ihre Worte machen auf ihre Bekannten vielmehr Eindruck, als die anderer Leute. Das ist aus ganz entlegenen Dörfern bestätigt worden. An Orten, wo kein Boden für unsere Ideen vorhanden zu sein scheint, da wende man sich an die Zigarreumacher. Was das Geld zur Agitation anbetrifft, so sind die hier in Betracht kommenden Kreise alle arm; man ist daher auf Berlin und andere größere Städte angewiesen. Thierbach: Es ist vie! in den in Betracht kommenden Kreisen vernachlässigt worden, woran hauptsächlich das Sozia- listeugesetz schuld ist. Das muß nachgeholt iverden. Redner spricht sich für die Wahl eines Komitees aus und tritt in einigen Punkte» den Ausführungen Tabert's entgegen. M i l l a r g: Bei der Landagitation hat man nöthig, die örtlichen Verhältnisse genau zu stndiren und die Leute damit zu packen zu suchen. Stadthagen erkennt den Vorschlag Ewald's als zweck- mäßig an. Was die llieligionssrage betrifft, ist er der Meinung, daß sie auch in Berlin nicht so in den Vordergrund hätte gedrängt werden dürfen. Eine der nothwendigsten Ausgaben sei es, überall Bildungsvereine zu schaffen. Was die Agitation sonst noch betrifft, so müsse man nur darauf losgehen. Wenn man den Leute», auch in den verstecktesten Orten, wie er, Redner, es schon gemacht, in ruhiger, nicht verletzender Weise die Prinzipien der Sozialdemokratie auseinandersetze, sind dieselben auch empfänglich dafür. Wenn Ewaldt sagt, die besser dastehenden Kreise sollten die anderen unterstützen, so ist das ja richtig; einen Beschluß dahingehend zu fassen, ist aber nicht angebracht. Diese Unterstützung müsse von selbst ge- schehen. A p e l t hält es für die beste Agitation, wenn man gute Flugblätter und gute Broschüren auf dem Lande ansässigen Per- sonen zur Verbreitung in ihren Bekanntenkreisen übergeben würde. Dadurch würde ein Stamm geschaffen werden. Redner führt znin Beweis der Nützlichkeit des Angeführten verschiedene Beispiele an. W i l h. W e r n e r hat nicht gefunden, daß man auf dem Lande anders agitiren muß, ivie in der Stadt. Redner ist der Meinung, daß, da die Parteikasse eine beträchtliche Summe ent- halte, der Parteivorstand den Kreise», denen es noththut, Geld- mittel zur Verfügung stellen müsse. Mas die freireligiöse Frage anbetrifft, so ist ja richtig, daß es keine Prinzipiensorderung der So- zialdemokratie ist; aber man müsse hier die Erziehung der Jugend in Betracht ziehen. Auch läßt es sich nicht vermeiden, bei der Agitation auf diese Materie einzugehe», iveil diese Frage überall von den Pastoren angeregt ivird. Unser Programm dürfen wir nicht verschleiern; wir dürfen keine versimpelte Genossen er- ziehen; sondern solche, die wissen, was sie wollen. Redner stellt folgenden Antrag: „Die Delegirten des Parteitages für den Regierungs- bezirk Potsdam stellen an die Parteileitung die Forderung, zur besseren Agitation für die Landbevölkerung durch Aus- gäbe zweckentsprechender Broschüren und Flugblätter die nöthigen Geldmittel aus der Parteikasse zu geben, um Wahlkreise des Bezirkes damit bearbeiten zn können. Die Delegirten erklären in ihren Wahlkreisen dahin wirken zu wollen, daß zur Vertheilung dieser Agitationsmittel die nöthigen Kräfte vorhanden sind." Der Antrag ist außer von Werner noch von den Genossen Dannenberg, Gruhl, Wurbs. Donner und Buch- holz unterzeichnet. Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprachen noch die Genossen Dannenberg, Mrllfarg', Äpelt, Gruhl, Wernau, Thierbach und Stadthaaen. Thierbach ivill auf keinen Fall das Programm bei der Agitation verschleiert sehen. Wernau ist der Meinung, daß man sich nicht sehr auf die Gründung von Vereinen auf dem Lande verlassen könne. Man müsse darauf sehen, daß auch die nöthigen Kräfte zur Erhaltung derselben vorhanden sind; sonst möge man es lieber lassen. Redner weist darauf hin, daß sich, sowie sich auf dem Lande ein gewisser Ausschwung für uniere Ideen zeige, bald ein Rückschritt wieder eintrete, wenn wir dem nicht entgegenarbeiten. Die Leute werden anfänglich mit fortgerissen, sie sehen das Schlechte ihrer Lage, schließen sich uns an, verstehen aber nichts vom Sozialismus. Hier könne man weiter nichts thun, als diese Leute mit guten Schriften versehen. Ein ständiges Agitations- Komitee für den Regierungsbezirk Potsdam, das möglicherweise in jedem noch so kleinen Orte seinen Vcr- tranensmann hat, ist unbedingt nothwendig. Der Sitz des Komitees ist am besten Berlin, da dort eher Geld auf- zutreiben ist. Nachdem die Debatte geschlossen, gelangten die eingelaufenen Anträge zur Abstimmung. Der Antrag Werner ivurde mit 20 gegen 12 Stimmen angenommen. Ferner wurden folgende zwei von Stadthagen gestellten Anträge angenommen:„1. D e r Parteitag wählt ein Agitationskomitee, be- st e h e n d a u s d r e i M i t g l i e d e r n." 2.„ D e r P a r t e i- tag erachtet die Gründung von Arbeiter- Bildungsve reinen, Diskutir- iind Leseklubs und von fach gewerblichen Vereinigungen mög- l i ch st in allen Orten für n o t h>v e n d i g." In das Agitationskomitee wurden hieraus die Genossen Rechtsanivalt Stadthagen, Landsbergerstr. 62; Buchdrucker W. Werner, Manteuffelstr. 71, und Maurer I. Wernau, Zionskirchplatz 2, sämmtlich in Berlin, gewählt. Nun ergriff Genosse Ewald zum zweiten Punkt der Tagesordnung,„Besprechung über die Presse", das Wort. Der Redner legt den Nutzen einer sozialdemokratischen Presse, speziell für die Landkreise dar. Sie sei die schärfste Waffe im Kampfe mit unseren Gegnern; man suche sie darum auch auf alle mögliche Art und Weise zu nnterdrücken. Redner führt da- für verschiedene Thatsachen als Beispiele an. In Anbetracht dieser, sowie andrer Schwierigkeiten, wird es schwer halten, unsere Presse in den entlegenen Wahlkreisen einzuführen. Von der Gründung eines Zentralblattes für die Mark Brandenburg möge man absehen; aber es ließen sich vielleicht für mehrere Kreise zusammen sozialdemokratische Organe gründen. Es empsiehll sich vielleicht, die„Brandenburger Zeitung", welche sich vom 1. Januar an in den Händen der Partei befinden wird, in den Kreisen einzuführen, wo noch keine Arbeiterpresse vorhanden ist. Die Zeitung solle keinem der andern Blätter, welche in der Provinz gelesen werden, Konkurrenz machen. An der nun folgenden Diskussion betheiligten sich u. A. die Genossen Tabert, Wurbs, Stadthagen, Ebel, Herrmann, Harburg, Schulz, Millarg.Boder und Werner. Tabert theilt mit, daß er beauftragt ist, für ein Zentralorgan für die Provinz Brandenburg einzutreten, und zwar für die„Märkische Volksstimme." Fast sämmtliche anderen Redner wandten sich gegen dieses Projekt. Die all- gemeine Meinung ging dahin, daß die bcsouberen Verhältnisse der verschiedenen Kreise in der Zeitung berücksichtigt werden müßten, ivas bei Annahme des Taoert'schen Antrags ausgeschlossen sei. Um dies zu ermöglichen, könnten höchstens drei Kreise zusammen ein Organ haben, wenn der einzelne es nicht halten könne.. Harburg stellt in Frage, ob nicht bei Gründung von noch einigen Blättern für die Provinz die vorhandenen zu werth- losen Blättchen werden würden. Nach Schluß der Debatte ivurde beschlossen: 1. Der Parteitag hält es für wünschenswerlh, daß für die drei Kreise Teltow-Beeskow, Nieder-Barnim und Ober-Barnim ein Organ ins Leben gerufen wird. Es bleibt dies den Kreisen überlassen. 2. Der Parteitag beschließt, die„Brandenburger Zeitung" als Organ für Westhavelland, Ruppin-Templin an- zuerkennen. Der Antrag Tabert betreffs des Z-ntralorganS ivurde abgelehnt. Angenommen wurde noch folgende Resolution: Der Parteitag protestirt gegen die Aufnahme der rigorosen Be- stimmung in die Gewerbegesetz-Novelle, wonach Leiter von Streiks mit bis zu einem Jahr Gefängniß bestraft werden können und erklärt sich mit dem Entwurf des Paragraphen 153, wie derselbe von der sozialdemokratischen Reichstags-Fraktion eingebracht ist, einverstanden. Um ca. 8i/z Uhr wurde hierauf der Parteitag mit einem braiifendeii Hoch ans die iuternationale Sozialdemokratie ge- schlope». Grnosstn: Mitglieder aller freie« Kassen! Am 7. Dez. treffen ca. 300 Abgeordnete aller freien Hilfekassen in Berlin ein zum Zwecke der Berathung über Mittel und Wege, welche geeignet sein könnten, den Gefahren zu begegnen, die den eingetragene» Kassen drohen, wenn die Ltovelle zum Krankenkassengesetz im Reichstage durchgeht. Genossen! Wo wir auch im ganzen deutschen Lande, sei es zu einem Kassentage— zu einem Gewerkschafts-Kongreß oder politischen Parteitage— erschienen, überall und immer fanden wir eine Aufnahme, welche dem Ernste unserer Sache und dem Geiste der Arbeiterbewegung entsprach. Vor allem waren die Genossen stolz darauf, die Delegirten würdig zu empfangen und im eigenen Kreise unterbringen zu können. Berlin wird dieser schönen Sitte nicht untreu werden. Wir er- warten, daß alle Genossen, welche einen oder mehrere Delegirte auf etwa 4 Tage(gegen Entgelb) beherbergen können, spätestens bis Mittwoch Abend schriftlich an Genosse N ö s k e, Kottbuser-Ufer 62, wenden werden. Wir verlangen keinen Komfort, aber srennd- schastliche kollegialische Aufnahme unserer auswärtigen Freunde. Wir beabsichtigen die Abgeordneten auf den Bahnhöfen zu empfangen, und erwarten, daß sich Mitglieder eingeschriebener Kassen am Sonntag früh dem Lokalkomitee bei Mer>, Beuthstr. 22 zur Verfügung stellen werden, wie wir auch alle Freunde unserer Sache bitten, unsere Delegirten, wo dieselben sich auch zeigen, in Schutz zu nehmen. Der Kongreß tagt in den Mey'schen Festsälen, Beuthstr. 24 und werden die Berliner Genossen Gelegenheit haben, am Montag Abend im Lokale Sanssouci alle Delegirten auf dem unseren Freunden zu Ehren gegebenen Familienfeste sprechen und begrüßen zu können. Das Lokalkomitee. Uerein Kerliner Papier- uwd Schrribwaaren- Händler. Am Donnerstag, den 27. v. M., fand eine öffentliche Versammlung des Vereins statt, zu welcher alle Berufskollegen eingeladen waren. Der Hauptgegenstand der Tagesordnung war: „Die Stellung der Papierhändler zur Frage der unentgeltlichen Lieferung der Lehrmittel an die Gemeindeschüler durch die Stadt Berlin." Der Referent, E. Deterling, begründete zunächst die Pflicht des Vereins resp. der Berufskollegen, dieser jetzt in der Tagespresse lebhaft erörterten Frage gegenüber Stellung zu nehmen, und bedauerte, daß dies nicht schon viel früher geschehen sei, jedenfalls ein Beweis, wie wenig die Kollegen um die Wahrnehmung ihrer berechtigten Interessen sich zu kümmern gewöhnt sind. Alsdann wies derselbe nach, daß die Mög- lichkeit der Ausführung nicht zu bestreiten sei, indem bereits Paris, Hamburg, Städte der Schweiz und England die Einrichtung längst besitzen. Die große Masse unserer Kollegen tröste sich damit, daß der Antrag abgelehnt werden würde. Dieser Trost ist ein recht unglücklicher zu nennen, denn wie lange dürfte es dauern, dann würde derselbe von Neuem auf der Tagesordnung stehen. Die in der Presse bekannt gewordenen Gründe der Gegner des Antrages seien entschieden recht unhaltbare, indem die Mehr- arbeit für die Herren Rektoren und Lehrer doch wohl nicht so bc- deutend sei, um deshalb eine so beträchtliche Erleichterung für die Eltern der Gemeindeschüler zurückzuweisen. Ein recht wesent- liches Motiv scheine aber die Gefahr zu sein, welche insofern heranrücke, als die schon so oft erörterte Vielseitigkeit der Lehrbücher auf diesem Umwege beseitigt und ein- heitliche Bücher eingeführt werden dürsten. Gerade die traurige Thatsache, daß sogar in vielen Schulen verschiedene Lehrbücher benützt, und von einem Semester zum anderen Aenderungen mit den Büchern vorgenommen würden, mache es den Eltern so schwer, diese Ausgaben zu bestreiten, und jeder Kollege mache darin recht üble Erfahrungen, indem oft das letzte Geld für Bücher abgedarbt wird, um solche den Kindern mitgeben zu können. Eigenthümlich habe es die Papierhändler berührt, als sich bei Diskussion dieser Angelegenheit in einem Bezirksverein plötzlich ein Lehrer der bedrohten Papierhändler erinnerte, welche ihre Existenz verlieren könnten. Dieses Mitleid ist entschieden zurück- zuweisen, indem gerade die Mehrheit der Herren Lehrer nach wie vor den Papierhändlern recht schwere Nachtheile zufüge dadurch, daß die so oft ihres Minderwerthes in Qua- lität und Quantität wegen gerügten Normalhefte, wo- durch den Eltern zu Unrecht eine Abgabe an die Lehrer-Wittwenkasse auferlegt wird, nach wie vor strenge eingeführt werden und es ist wohl zu wünschen, daß diesem von Seiten der Herren Lehrer selbst verurtheilten Treiben ein Ende be- reitet werde. Referent gelangt in seinen Ausführungen zu dem Schluß, daß die Schreibwaaren-Händler für freie Lieferung der gedruckten Schulbücher gern stimmen möchte», dagegen mögen Schreibhefte, Federn u. s. w. nach wie vor zu beschaffen sein, indem gerade diese Artikel gern von den Eltern zur Ausbildung ihrer Kinder gekauft und als Geschenke verwendet werden, und würden die großen Ausgaben für Lehrbücher beseitigt, so werden diese Artikel in viel besserer Qualität angeschafft werden könne», als jetzt. Wenn wir uns nun aber auf den vorgeschrittenen Standpunkt für den Antrag stellen, sind wir auch berechtigt zu fragen, was mit dem mit einem Mal werthlos gewordenen Lagerbestand wird, und da stehen wir nicht an, zu forder», daß die Stadtverwaltung die Pflicht anerkennt, diese Bestände zu übernehmen. Hierin bietet der Staat ein Vorbild; denn bei allen Monopolvorlagen bat derselbe stets die Pflicht anerkannt, die betroffenen und ihres Erwerbes beraubten Gc- schäftsleute zu entschädigen. Es folgte auf diesen Vortrag eine lebhaste Diskussion, in der von der großen Majorität der Ver- sammlung die Ansicht des Referenten unterstützt wurde. Schließ- lich wurde eine von demselben eingebrachte Resolution, welche seine Ausführungen wiedergiebt, angenommen und der Vorstand beauftragt, dieselbe in Form einer Petition an die Stadtverordneten- Versammlung, versehen mit ausführlichen Motiven, zu über- reichen und etwaige Resultate durch die Fach- und Tagespresse bekannt zu gebe». Sine öffentlich» Versammlung der Glasergesellen Berlins und Umgegend faud am Dienstag, den 25. d, Mts., in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße, statt. Bevor zur Tages- ordnung übergegangen wurde, erklärte der Vorsitzende, Kollege Stampehl, den eigentlichen Zweck der Versammlung, der darin vestände, daß soviel Kollegen wie möglich der Zentralorganisation beitreten sollten. Da für Punkt 1(Vortrag) kein Referent ge- funden werden konnte, der über das passende Thema„Zentral- organisation" referiren sollte, verlas und erläuterte der Vorsitzende die Statuten des Verbandes der Rahmenmacher. Zu Punkt 2 spricht Kollege Gojert für die Zentralorganisation, und fordert die Kollegen auf, sich sämmtlich dem Verband anzu- schließen; jeder müsse ferner nach Kräften gegen den Jndifferentismus ankämpfen. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig an- genommen: Die heute, am 25. Novenider 1890, bei Feuerstein tagende öffentliche Versammlung der Berliner Glasergesellen be- schließt, an der Resolution, welche am 12. November in der öffentlichen Versammlung angenommen wurde, festzuhalten und demgemäß fleißig zu agitiren, daß recht viele Kollegen der Zentral- Organisation beitreten. Zu Punkt 3 wurde die Geschästsführung der hiesigen Jnnungs-Krankenkasse einer Kritik unterzogen. So wurde vor allein das System des Beiträge-Abslempelns hervor- gehoben; dasselbe sei zu veriversen, da sich ein Kollege beim Arbeitswechsel dem neuen Meister gegenüber selten ausweisen könne, ob er bezahlt habe oder nicht, da der betreffende Beamte nicht immer zugegen sei, um das Abstempeln zu besorgen; hier sei das Markensystem am Platze. Zur Eledi- gung dieser und anderer Ilevelstände der Krankenkasse, wurde von Seiten des Vorsitzenden eine besondere Versammlung vor der Kranlenkassen-Versammlung vorgeschlagen, welche sich speziell mit dieser Angelegenheit beschästigen solle. Eine Resolution, betreffend die Stellung der Glasergesellen Berlins und Umgegend zur Berliner Streik- Kontrolkommisfion:„Tie heute am 25. November bei Feuerstein's tagende öffentliche Versammlung der Berliner Glaser- gesellen beschließt, die angenommene Resolution der Berliner Etreik-Kontrolkommission für sich als geltend zu betrachten, und demgemäß zu handeln. Sie erwartet auch von ihrem Delegirten, daß er die Gesellschaft stets auf dem Laufenden hält"— wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Zrntraiverrin dir Hau», und ig«fchästsdi«ner K«riin«. Am DtenS- tag, den s. Dezember, Abends« Uhr, bei Deigmüller, Alte Jatobstrahe«sa., Kroße Mttglieder-Bcrfammlung. Tagesordnung: Vortrag. Diskussion. Mtt- lhetlungcn. Aufnahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zum Maskenball. Verschiedenes und Abrechnung der Billets vom». November. Fragetaslcn. Kollegen als Gäste sehr willkommen. Dir Zlntrrftiichu»g»-D«»d der Hausdiener Dertina hält am Dienstag, den 2. Dezember, Abends s Uhr, bei Feuerstein eine Mitglicder-Acrfamin- lung mit folgender Tagesordnung ab: I. Miilheilung, i. Vortrag des Herrn Dr. Lüttgenau:„Das eherne Lohngesetz." 3. Diskussion, e. Ausnahme neuer Mitglieder und Bundesangelegenhetten. S. Fragekasten. Ausgabe der Billets zum Weihnachtssest in der Aklien-Brauerei Friedrtchshain, früher Lip«.(Siehe Annonce vom Sonntag.) Dirdorser. Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Dienfiäg, den 2. Dezember, Abends 8% Uhr, bei Hostmann, Bergstr. 133. Fachverei» der Tapeiirer Berlins. Versammlung am fDicnftag, den 2. Dezember, Abends»x Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 76. Weflrentliche Dersaininlung der tSärtner vo» Steglid und|tm- gegend. Mittwoch, den 3. Dezember, Abends o Uhr, im Restaurant Kaiser- halle». (große öffeuttichr Dersammlnng für Frauen und Männer am Dienstag, den 2. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokal von Nürnberg, Schön- hauser Allee 28. Tagesordnung: i. Vortrag über„Herenprozesse". Referent: I. Türk. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Genossen und Genossinnen werden zu recht zahlreichem Besuch eingeladen. Zentral-Ziranden- und Strrb«ka>fe de» Deutschen Senefelder Kunde»».. j», Lichtenbergerstr. 21 bei Heise.— Gesangverein„Norddeutsche S ch Restaurant Kaiser Franz Grenadierplatz 7.— Arbeiter-Gesangveretn„ � wär ts 2" bei Ziemer, Cuvrystr. i«.— Gesangverein..All egro,«> ß,| straße 142 bei Greiser.— Gesangverein„Dl hin Pia", Prinzenstraße,„ Gerlh.— Gesangverein„Kreuzberg", Tempelhoser-Ufer lo bei wer 4 4).— Vi/vivwiHvet«. iti„»v v v m o v v» u/-».v...»."V- I•— p.j» Gesangverein„Fid eliras", Ackerstraße 13 bei Kummer.—«Moa, or i w_._ r. f.. CT1 riTT..1___ � r.___ f. t*— 4 Clll*„fr_ fsX r> 1 r Yr A TZ» T 0 1 Tl// Ziemer, Guvrnftr. 10. w* i'ft- und Di»kutirklub».„Herweg h". Abends 8% Uhr im Letal Herrn Otto Linke, Forsterstr, 46. Gäste willkommen.—„Feuero 8% Uhr bei Schröder, Reichenbergerstr. 24.—„Humanität % Uhr im Lokale des Herrn Steuer, Wetnstraßc 22. Gäste iroilllow � — Aaitalionsverein„L a s s a 1 1 e", Abends 8 Uhr, Mariannenstr.- j,, Toberstein. Gäste haben Zutritt.—„Proletarier",(Pankow)/ Borchardt, Schulzenstr. 28. Gesang., Turn- und gefellige vereine. Gesangverein„A n a c r r Abends von 9—ii Uhr bei Keßncr, Annenstr. is.— Männer-Gesango rp „Unverzagt",(Moabit), Abends 8% Uhr, bei Hermerschmidt, r'' bergerstraße Nr. 28.— Privat- Theaterverein„ A e a c i e", Abend« im Restaurant Lehmann, Raunl>nstr. 44. Gäste willkommen.— tlub„ H e l IN e r d t n g", Abends o Uhr in Hanf's Restaurant,»e � hoser User 13, Ecke der Großbeerenslraße.— Bergnügungs- und 49 vrrein„Romeo", Abends« Uhr bei Säger, Grüner Weg 28-, W- willkommen.— Verein ehmaliger S7er, Abends 9 Uhr, im Konigl Kasino, Holzmarkistraße 72.— Verein ehemaliger Bührnieister'scher schüler, Abends 9% Uhr, Sitzung mit Damen im Restaurant Andreasstr. 3. �, � 4.. Afk-- Vi» Ol/ I-Tfrv hs>\ Leop�.'., Verein der Wachstucy- uno«moteumorucrer-oernn» i*:"' Äöai jeden Montag nach dem 16. im Restaurant Fischerstraße 26 ad.» willkommen. Veotttikelzkes. Mi/», I. Dezember. Ter oberste Sonitätsralh.beschstß.. ambulatorische Impfung mit Koch'scher Lymphe vorerst»ich. gestatten. Jeder Fall von Impfung sei der politischen BeY � anzuzeigen und der betreffende Arzt zu überwache». Auch ff1„ Provenienz der Lymphe genau anzugeben. Diese Beschlüsse, of eine hierauf bezügliche Verordnung des Ministeriums folgen du L wurden auf Grund der pessimistischen Berichte der nach Ve � gesandten Delegirten, Professoren Dräsche und Weichselßaum gel wonach unter den in Berlin behandelten Fällen sich nicht einzige konstatirte Heilung befinde. Selbst der älteste Faff Lupus, den man geheilt, zeige eine neue Knotenbildung dei Injektionen in die Lungen werde die Bildung voi fördert; endlich seien Fälle vorgekommen, daß Lupus, oen man geyern, zeige eine neue 3e»vir»o>4>/u,.>,--p Injektionen in die Lungen werde die Bildung von Kaverne« � fördert; endlich seien Fälle vorgekommen, daß bei nolo � Tuberkulosen selbst nach der vierten Einspritzung jede New, ausgeblieben sei. Ziehe man noch die vehemente Wirkung.� Mittels in Betracht— so heißt es in dem Bericht des oben Sanitätsrathes—, so sei vorerst eine klinische Beobachtung erläßlich. Unserem Kollegen, dem Zeitungs- Spediteur Fritz Wedeking zum heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! daß die ganze Eisenbahnstraße wackelt.— Fritze, merkste nischt? 1795 G. R. G. Unserem Schleis- und Schwabbel- meister Herrn R. K n o l l zuin heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch!— Sämmtliche Naturerzeugnisse mögen glatt durch die Kehle fließen und daß er nie wieder unter's Pferd komine.— 1782 Die Alten aus IIa,. Wung, StmWmr! Bei Zeidler, Schlesischer Güterbahnhof, ist ein Streik ausgebrochen und ist der Platz für die Stelleuvermittelung des Gauvereins Berk. Bildh. gesperrt. 1737 Der Vorstand. Dem Genossen Julius Uogatt Wünschen wir zum heut'gen Tag, Daß er noch so manches Liedchen Den» Schifferklavier entlocken mag. Fest soll er zur Fahne hallen, Fest zu uns'rer Sache stehn, Fest und treu für Wahrheit kämpfen, Dies soll unser Wunsch heut sein. 1790 H. ruh. Die Beleidigung gegen den Maurer- polier Otto Dühring auf dem Bau Mühlendamm nehme ich zurück und erkläre denselben als Ehrenmann. 1797 Richard Mogelberg. __ Danksagung. Herzlichen Dank für die rege Be theiliguiig bei dem Begräbniß meines Mannes, des Bauarbeiters Gustav Heim. Insonderheit den Bauarbeitern Ber- lins, Schönebergs und Umgegend, und de» Genossen des 4. Wahlkreises. Dieses hat unserm Herzen Trost gespendet. Wittwe Mathilde Heim nebst Tochter. Danksagung. Allen Freunde» und Gönnern, wie den Vereinen für ihre mildthätige Spendung sage ich hiermit meinen besten Dank. 1794 C. Oietze. Empfehle mein Geschäft in(rleciien Blumen und Kränzen. 1866 Robert Meyery Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Bei dem Kommers der Klavier- arbeiter in Sanssouci am Sounabend ist in der Garderobe ein Winterüber- zieher vertauscht worden. Die Garde- roben-Frauen bitten dringend, denselben egen den eigenen im Bureau von »aussouci einzutauschen, da dieselben sonst Ersatz leisten müssen. 1792 Thüringer, französische, holländische, russische und ungarische 1788 äW Waldvögel,"ML gesund und munter, Stieglitzmännchen 1,30 M., Hänflinge, Finken 75 Pf. zc. billig. Alle Arten Vogelfutter, wie Mehlwürmer zc.,ferner Bleerschweinchen, weiße und bunte Mäuse stets vorräthig. Redtmann'sches Natur-Mischfutter, regt den Gesang an, die Vögel singen sogar in der Mauser fleißig und behalten ihre Naturfarbe; ist also die beste Empfehlung. Niederlage nur Koppen- straße 90, Thierhandlung. Nordhäuser Korn, garantirt echt.... ä Liter—,55 M. Rum, Cognac, Liqueure„ 1,—„ Brennspiritus....„—,35„ Punsch, Grogk, Glühwein........„ 1,25„ Brauer& Grützmann. Berlin 0., Mmsßnde KZ. Hof gerades«. 784 Roh-TabaK Größte Auswahl, billigste Preise. 831 O.Elkhnysen, Müntstr 10. Nur I Mark. 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Maria"" straße 2, v. 3 Tr. bei Laberenz Verantwortlicher Redakteur: Enrt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin 8W.. Beuthstraße 2. 2. Beilage zum Berliner Nr. A81. Dienstag, den A. Dezember 1890. Jahrg. Zur Kritik der Kegel' schen Rechts-Dhilosophie. Von Karl Marx. �"tsch-Französische Jahrbücher, herausgegeben °°n Arnold Rüge und K a r l M a r x. Paris 1844. S. 71-85 Einleitung. ,. Für Deutschland ist die K r i t i k d er N e l i g i o n im Wesent- "5>en beendiat und di-> ßritr........•- "ller Äf'31 Di« und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung - profane Existenz des Jrrthnms achdem seine himmlische orativpro ist kompromittirt, -—|-... v.y......... i v*i v*- a i i s a t focis Merlegt ist. Ter Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit % Himmels, wo er einen llebcrmenschen suchte, nur den erschein seiner selbst gefunden hat, wird nicht mehr ge- »,«'Mn, nur den Schein seiner selbst, nur den Unmenschen Muß N' ivo er seine wahre Wirklichkeit sucht und suchen w„ Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch ,'?ch t die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. ...„.Zwar ist die Religion das Selbstbewußtsein und das Selbst- des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, >.� Ich.on wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist tJs.?�Ürakles, außer der Welt hockendes Wesen. Ter Mensch, eT ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser mat diese Sozietät produziren die Religion, ein verkehrtes �' i b e w u ß t s e i n, weil sie eine verkehrte Welt . Me Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr ,.mmpädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr Ittü stischer Point-d'honneur, ihr Enthusiasmus, ihre mora- ' 7� Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- w i ��chtferckgungsgrund. Sie ist die phantastische V e r- ?!>, � i ch u n g des menschlichen Wesens, weil das menschliche n keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die lü'-ststo» ist also mittelbar Ldr Kampf gegen jene Welt, deren S-lsstges A r o m a die Religion ist. 1.» religiöse Elend ist in einen, der Ausdruck .. wirklichen Elendes und in einem die P r o t e st a t i o n Men das wirkliche Elend. Die Religion ist der der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herz- J'st Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. �'st das Opium des Volks. n>... Tie Aushebung der Religion als des illusorischen jjjwcks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. is.� Forderung, die Illusionen über seinen Zustand auszugeben, .'' die Forderung, einen Z u st a n d a u f z u g e d e n, .?* der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist r."® im Keim die Kritik d e s I a m m e r t h a l es, dessen " �> i g e n s ch e i n die Religion ist. .. Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, .'"It damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, '.°"eern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume 'che. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit «i m e' handle, seine Wirklichkeit gestalte, wie ein enttäuschter, f...�erstand gekommener Mensch, damit er sich um sich stwst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion r wir die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, 1 mnge er sich nicht um sich selbst bewegt. >. Es ist also die Aufgabe der Geschichte, nachdem -* Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die jj® H rheit des Diesseits zu etabliren. Es ist zunächst �.Aufgabe der Philosophie, die im Dienste d— steht, nachdem die H e i l i g e n g e st a l t der mensc Ilentfremdung entlarvt ist, die Selbstciitsremdimg in entlarvt ist, die Selbstcntsremdung in ihren G e st a l t e n zu entlarven. Die Kritik des (—••...nis verwandelt sich damit in die Kritik der Erde, die ' t i k d e r R e l i gi o n in die Kritik des Rechts, die 'ltik der Theologie in die Kritik der Politik. � Die nachfolgende Ausführung— ein Beitrag zu dieser Arbeit & ichlietzt sich zunächst nicht an das Original, sondern an die aila b'e deutsche Staats- und Rechts- P h il o s o p h i e an, 'nnem andern Grunde, als weil sie sich an Deutschland "listießt. d. h. negativ, Selbst die Ber- schon als be Wollte nian an den deutschen status quo selbst anknüpfen bi,'!n auch in einzig angemessener Weise, d. h. negativ, immer 'de das Resultat ein A n a ch r o n i s m u s. Selbst di ft'nung unserer politischen Gegenwart findet sich schon l tlstu» Thatsache in der historischen Rumpelkammer der modernen iker. Wenn ich die gepuderten Zöpfe verneine, habe ich immer ch die ungepuderten Zöpfe. Wenn ich die deutschen Zustände im 3 verneine, stehe ich, nach französischer Zeitrechnung, kaum Jahre 1789, noch weniger im Brennpunkt der Gegenwart. Ja, die deutsche Geschichte schmeichelt sich einer Bewegung, ."che ihr �in Volk am historischen Himmel weder vorgemacht r'- noch nachmachen wird. Wir haben nämlich die Nestaura- theu' k" modernen Völker getheilt, ohne ihre Revolutionen zu "w Wir ww' mtion wagte ution litten, das einmal. weil 'en. Wir wurden restaurirt, erstens, weil andere Völker eine viution wagten, und zweitens, weil andere Völker eine Kontre- kntf ivn litten, das einmal, weil unsere Herren keine Furcht Ü> i und das anderemal, weil unsere Herren keine Furcht hatten. eil'"nsere Hirten an der Spitze, befanden uns immer nur ."wal in der Gesellschaft der Freiheit, am Tage ihrer Be- 'rdj ß u n g. di. A'.ue Schule, welche die Niederträchtigkeit von heute durch ipx, Niederträchtigkeit von gestern legitimirt, eine--chule, die tlÄ* schrei des Leibeigenen gegen die Knute für rebellisch er- .st'N. sjn eine angeitainmte, ei>i.'4..kvbald die Knute eine" bejahrte,«n®,....«v,........... ßi f.h'ftorifche Knute ist, eine Schule, der die Geschichte, wie der chren christlich-germanischen Schein., Mri, Wodurch unterscheidet sich aber unsere Freiheitsgeschlchte Friede den teutonischen Urwäldern! mg# sondern vernichten will. Denn der Geist jener Zu- stände ist widerlegt. An und für sich sind sie keine denk- ivürdigen Objekte, sondern ebenso verächtliche, als verachtete Existenzen. Die Kritik für sich bedarf nicht der Selbst- Verständigung mit diesem Gegenstand, denn sie ist mit ihm im Reine». Sie giebt sich nicht mehr als Selbstzweck, sondern nur noch als Mittel. Ihr wesentlicher Pathos ist die In- d i g n a t i o n, ihre wesentliche Arbeit die Denunziation. Es gilt die Schilderung eines wechselseitigen dumpfen Drucks aller sozialen Sphären auf einander, einer allgemeinen thatlosen Verstimmung, einer sich eben so sehr auerkennenden als ver- kennenden Beschränktheit, eingefaßt in den Rahmen eines Re- gierungssystems, welches von den Konservation aller Erbärmlich- leiten lebend, selbst nichts ist als die Erbärmlichkeit an der Regierung. Welch ein Schauspiel! Die ins Unendliche fortgehende Theilung der Gesellschaft in die mannigfaltigsten Ra?en, welche mit kleinen Antipathien, schlechten Gewissen und brutaler Mittel- Mäßigkeit sich gegenüberstehen, welche eben nur ihrer wechsel- seitigen zweideutigen und argwöhnischen Stellung willen alle ohne Unterschied, wenn auch mit den verschiedenen Formalitäten als k o n z e s s i o n i r t e Existenzen von ihren Herren behandelt werden. Und selbst dies, daß sie beherrscht, regiert, besessen sino, müssen sie als eine Konzession des H i m m e l s anerkennen und bekennen: Andererseits jene Herrscher selbst, deren Größe in umgekehrtem Verhältnisse zu hrer Zahl steht! Die Kritik, die sich mit diesem Inhalt befaßt, ist die Kritik im Handgemenge, und im Handgemenge handelt es sich nicht darum, ob der Gegner ein edler, ebenbürtiger, ein interessanter Gegner ist, es handelt sich darum, ihn zu treffen. Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augen- blick der Selbsttäuschung und Resignation zu gönnen. Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmach- voller, indem man sie publizirt. Man muß jede Sphäre der deutschen Gesellschaft als die partie h o n t e u s e der deutschen Gesellschaft schildern, man muß diese versteinerten Ver- Hältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt! Man muß das Volk vor sich selbst er- s ch r e ck em lehren, um ihm K o u r a g e zu machen. Man erfüllt damit ein unabweisbares Bedürfniß des deutschen Volks, und die Bedürfnisse der Völker"sind in eigener Person die letzten Gründe ihrer Befriedigung. Und selbst für die modernen Völker kann dieser Kampf gegen den bornirten Inhalt des deutschen status quo nicht ohne Interesse sein, denn der deutsche Status quo ist die offenherzige Vollendung des ancien regime und das ancien regime ist der ver st eckte Mangel des modernen Staates. Der Kampf gegen die deutsche politische Gegenwart ist der Kampf gegen die Vergangenheit der modernen Völker, und von den Reminiszenzen dieser Vergangen- heit werden sie noch immer belästigt. Es ist lehrreich für sie, das ancien regime, das bei ihnen seine Tragödie erlebte, als deutschen Revenant seine Komödie spielen zu sehen. T r a g i s ch war seine Geschichte solange es die präexistirende Gewalt der Welt, die Freiheit dagegen ein persön- (icher Einfall war, mit einem Wort, so lange es selbst an seine Berechtigung glaubte und glauben mußte. So lange das ancien regime als vorhandene Weltordnung mit einer erst werdenden Welt kämpfte, stand auf seiner Seite ein weltgeschichtlicher Jrrthum, aber kein persönlicher. Sein Untergang war daher tragisch. Das jetzige deutsche Regime dagegen, ein Anachronismus, ein flagranter Widerspruch gegen allgemein anerkannte Axiome, die zur Weltschau ausgestellte Nichtigkeil des ancien r e g i m e, bildet sich nur mehr ein, an sich selbst zu glauben und verlangt von der Welt dieselbe Einbildung. Wenn es an sein eigenes esen glaubte, würde es dasselbe unter dem Schein eines fremden Wesens zu verstecken und seine Rettung in der Heuchelei und dem Sophisma suchen? Das andere ancien regime ist nur mehr der Komödiant einer Weltordnung, deren wirkliche Helden gestorben sind. Die Ge- schichte ist gründlich und macht viele Phasen durch, wenn sie eine alte Gestalt zu Grabe trägt. Die letzte Phase einer weltgeschichtlichen Gestalt ist ihre Komödie. Die Götter Griechenlands, die schon einmal tragisch zu Tode verwnn- det waren im gefesselten Prometheus des Sleschylus mußten noch einmal komisch sterben in den Gesprächen Lucians. Warum dieser Gang der Geschichte? Damit die Menschheit heiter von ihrer Vergangenheit scheide. Diese heitere geschicht- liche Bestimmung vindiziren wir den politischen Mächten Deutsch- lands. Sobald indeß die moderne politisch-soziale Wirklichkeit selbst der Kritik unterworfen wird, sobald also die Kritik zu wahr- Haft menschlichen Problemen sich erhebt, befindet sie sich außerhalb des deutschen status quo oder sie würde ihren Gegenstand u n t e r ihrem Gegenstand greifen. Ein Beispiel! Das VerhältnißderJndustrie, überhaupt der Welt des Reichthums zu der politischen Welt ist ein Hauptproblem der modernen Zeit. Unter welcher Form fängt dies'Problem an, die Deutschen zu beschästigen? Unter der Form der Schutzzölle, des P r o h i b i t i v s y st e m s, der Nationalökonomie. Die Deutschthünielei ist aus dem Menschen in die Materie gefahren, und so sahen sich eines Morgens unsere Baumwollritter und Eisenhelden in Patrioten verwandelt. Man beginnt also in Deutschland �die Souveränetät des Monopols nach Innen anzuerkennen, dadurch, daß man ihm die Souveränetät nach Außen verleiht. Man beginnt also jetzt in Deutschland anzufangen, womit man in Frankreich und England zu enden beginnt. Der alte faule Zustand, gegen den diese Länder theoretisch im Aufruhr sind, und den sie nur noch ertragen, wie man die Ketten erträgt, wird in Deutschland als die ausgehende Morgenröthe einer schönen Zukunft begrüßt, die kaum noch wagt, aus der listigen Theorie in die schonungsloseste Praxis über- zugehen. Während das Problem in Frankreich und England lautet: Politische Oekonomie oder Herrschaft der Sozietät über den Reichthum, lautet es in Deutsch- land: Nationalökonomie, oder Herrschaft des Privateigenthums über die Nationalität. Es gilt also in Frankreich und England daS Monopol, das bis zu seinen letzten Konsequenzen fortgegangen ist, aufzuheben; es gilt in Deutschland bis zu den letzten Konsequenzen des Monopols fortzugehen. Dort handelt es sich um die Lösung und hier hau- delt es sich erst um die Kollision. Ein zureichendes Beispiel von der deutschen Form der modernen Probleme, ein Beispiel, wie unsere Geschichte, gleich einem ungeschickten Rekruten, bisher nur die Aufgabe hatte, abgedroschene Geschichten nachzuexerziren. Ginge also die g e s a m m t e deutsche Entwickelung nicht über die politische deutsche Entwickelung hinaus, ein Deutscher könnte sich höchstens an den Problemen der Gegenwart betheiligen, wie sich ein Russe daran betheiligen kann. Allein wenn das einzelne Individuum nicht gebunden ist durch die Schranken der Nation, ist die gestimmte Nation noch weniger befreit durch die Befreiung eines Individuums. Die Scythen haben keinen Schritt zur griechischen Kultur vorwärts gethau, weil Griechenland einen Scythen unter seinen Philosophen zählt. Zum Glück sind wir Deutsche keine Scythen. (Fortsetzung folgt.) UoResloS. Nur«loch«venigr Mochen trenne» uns vom Weih- »ochtsfefle. Während das Kind schon jetzt mit seinen Wünschen und in der Zuversicht auf deren Erfüllung dem Feste hoffnungs- voll entgegensieht, blicken viele Familienväter und Mütter sorgen- voll den Festtagen entgegen. In keinem der vorangegangenen Jahre hat auf gewerblichem Gebiete ein so großer Mangel an Beschäftigung in Berlin statt- gefunden, wie in diesem. Die schon während des vorangegangenen Sommers sehr eingeschränkte Bauthätigkeit ist durch den un- erwartet früh eingetretenen scharsenjJroft vollständig unterbrochen worden. Wie viel Tausend von Arbeitern dadurch plötzlich brotlos geworden sind, läßt sich zahlenmäßig nicht nachweisen, aber die großen täglichen Menschenansammlungen vor den Expeditionen der Blätter, welche'Arbeitsnachweise enthalten, legen Zeugniß von dem herrschenden Arbeitsmangel und dem damit im Zu- sammenhange stehenden Arbeiterelend ab. In der Konfektionsbranche herrscht eine um diese Jahreszeit ganz ungewöhnliche Geschäftslosigkeit. Die eigentliche Herren- schneidere« liegt gänzlich darnieder, den Damenmäntel-Geschäften fehlt es an Aufträgen und an Absatz, deren naturgemäße Folge Beschäftigungslostgkeit der Arbeiter ist. Ein Gleiches ist von der Wäschekonfektion zu berichten. Die Schuhmacherei liegt gänzlich darnieder und der mit ihr nahe verwandten Branche der Schäftefabrikation geht es eben so. Die Aussperrung der Schuhmachergesellen in Erfurt seitens der Fabrikanten ist nur eine Folge des schlechten Ge- schäftsganges. Wenn diese die Arbeiter auf eine äußerlich an- ständige Weise los sein wollen, provozirt der eine oder andere Fabrikant in seiner Fabrik einen Streik, aus Kollegialität er- klären dann die anderen Fabrikanten ihre Fabriken schließen zu müssen, bis die Arbeiter jener Fabrik zu Kreuze gekrochen. Ruhe herrscht ferner in der Posamentenvranche und in der Tapisserie, diese pflegt in den Wochen vor Weihnachten vollauf beschäftigt zu sein, weil es die„gebildete Damenwelt" liebt, sich mit fremden Federn zu schmücken, d. h. sie kauft beinahe fertige Stickereien, an denen noch unwesentliches zu verändern ist, oder gar gänzlich fertige und nimmt das Lob über ihre Geschicklichkeit, welches die Beschenkten spenden, bescheidentlich entgegen. Uebrigens leidet kaum ein Fach unter so niedrigen Arbeits- löhnen, wie dasjenige der Tapisserie. Die Mädchen aus dem Stande der mittleren Beamten, der Kleinrentiers und der sich kaum über das Handwerk erhebenden Fabrikanten sind darauf bedacht, äußerlich"als'Töchter reicher Leute zu gelten. Dazu gehören schöne Kleider, der Besuch von Theatern und Konzerten. Zur Befriedigung dieser Ansprüche reichen die Einnahmen der Eltern nicht hin; das Mädchen will es seinen Ansprüchen nicht entsagen, muß Geld verdienen und dazu eignet sich kein Geschäft besser als die Lohnstickeret. Kommt Besuch, so braucht die Arbeit nicht bei Seite gelegt zu werden, es wird für Papa oder Mama oder den Liebsten gestickt. Geglaubt wird es freilich nicht, man ist aber zur Gegenseitigkeit verpflichtet. Die Tapisseriehändler tragen diesem Hochmuthe der jungen Damen Rechnung, die Zlblieferungszeit der fertigen Arbeit ist zu einer anderen Stunde festgesetzt, wie für diejenigen Mädchen, die nicht so dummstolz sind, um als'Arbeiterinnen zu gelten und sich zu bekennen. Gewöhnlich ist für jene Damen ein besonderer Ein- gang zum Geschäfte bestimmt. Dies« Konzessionen an den Dummstolz macht der Kaufmann nicht umsonst, er zahlt wirklich erbärmliche Preise an diese Damen, viel niedrigere als cm die Arbeiterinnen, obgleich deren Verdienst sehr gering ist und zwar der geschilderten Konkurrenz wegen. Aber dieses Gebahren ist Zeichen und Folge des Niederganges des Mittelstandes. Es sind nicht die verhältnißmäßig wenigen hier aufgeführten Gewerbe, welche von der allgemeinen Arbeitsstockung zu leiden haben, nach den sorgfältigsten Erkundigungen sind alle Uebrigen von dem gleichen Geschicke betroffen. Die allgemeine Gewerbe- thätigkeit ist einem Kreislaufe zu vergleichen, der zum Stillstande kommt, wenn ein Theil erkrankt ist, da Jeder zu gleicher Zeit Produzent und Konsument ist. Von der Krisis hat die Arbeiterschaft, die in ihrer großen Mehrheit von der Hand in den Mund lebt, am kneisten zu leiden und nicht wenige Familien werden in Berlin thatsächlich ein Opfer des Hungers werden. Die Sterberegister haben freilich keine Rubrik, die„Verhungert" überschrieben ist, die Folgen der fortgesetzten Entbehrung genügender Nahrung treten in'so ver- schievenen Krankheitserscheinungen auf, daß das zartfühlende Herz des reichen Bourgeois nicht in allzu große Aufregung versetzr wird; der Appetit an der mit saftigen Braten, seinem Gebäcke und edelen Weinen besetzten Tafel müßte entsetzlich leiden, wenn die unverhüllte Wahrheit bekannt würde, die üiid die Fannlie ist langsamen Hungertodes gestorben. Die allgemeine Gesaiäftsftockung ist indeß so rücksichtslos, die Bourgeoisie nicht gänzlich unberührt zulassen. Durchwandern wir die Straßen Berlins, so nehmen wir wahr, daß eine ganz ungewöhnlich große Zahl Läden und mittlerer und größerer Wohnungen leer stehen, und nicht blos in den äußeren Stadt- gegenöen, sondern in den besten der inneren Stadt. Es mag wohl mancher Hausbesitzer, der von diesem Schicksale, nicht ver- miethet zu haben, betroffen worden ist, mit Bangen dem nächsten Zinszahlungs-Termine entgegensehen. Das ist freilich fatal, weil der Gläubiger vielleicht in seiner Ungeduld nicht warten will und so unhöflich ist, die Snbhastation zu veranlassen. Der Herr Haus- wirth hat wahrscheinlich, schon manche Exmission ins Werk gesetzt, ohne davon nervös erregt worden zu sein, und da sich Sub- hastation und Exmission gleichen wie ein Ei dem anderen, so wird er und die Seinigen um die Erfahrung reicher geworden sein, wie es Jemand zu Mulhe ist, den man vor die Thür gesetzt hat. Auch ist es nicht unmöglich, da, wie man zu sagen pflegt, bei jedem Unglück auch ein Glück ist, der Herr einer Schwenninger Kur überhoben wird, wenn er, statt kündigen Sommer im Bade zu weilen, in einer Baugrube tüchtig Erde schippt. Die Hausbesitzer, deren Häuser viele kleine Wohnungen haben, scheinen jetzt besser daran zu sein, als die vorstehend Bezeichneten. Indeß dürfte sich daS Blatt wenden, wenn die Arbeitskrists und die Theuerung aller Lebensmittel nicht bald aufhören. Wenn nichts verdient wird, kann keine Miethe gezahlt werden und mit dem Schlafstellen-Vermiethen will es auch nicht mehr recht gehen, da viele Arbeiter Berlin verlassen haben und deshalb Ueberfluß an Schlafstellen ist, andererseits viele Schlafburschen arbeitslos sind und darum die Miethe schuldig bleiben müssen. Und mit dem Exmittiren hat es für den Eigeuthümer des Hauses auch seinen Haken, es kostet Geld und er muß die zurück- behaltenen Sachen des Exmittirten bis zu deren etwaigem Verkauf sicher aufbewahren, wobei es fraglich bleibt, ob der Auktionserlös die Gerichtskosten deckt. Freilich mag manchem Hausbesitzer bei solchen Betrachtungen keine rechte Feststimmung für die nächsten Weihnachten und das Neujahr kommen wollen, da sie aber auch vielen andern Menschen- lindern schon längst verdorben ist, so wird es ihm nicht schaden, wenn er von gleichem Geschicke betroffen wird. Der große Diedes- und Krhler- Prozeß(Deppe und Genossen), welcher vor einigen Tagen vor der IV. Strafkammer hiesigen Landgerichts I seinen Anfang nahm, ist gestern nach mühseligen Verhandlungen zu Ende geführt worden. Die an- geklagten Hausdiener waren im Großen und Ganzen geständig und da, wo diese Geständnisse noch Lücken zeigten, wurden letztere durch die gegenseitigen Bezichtigungen ausgefüllt. Ter kleine Schwurgerichtssaal machte den Eindruck eines Schlachtfeldes oder eines Btvouaks: der Fußboden war dicht bedeckt mit Ballen, Kisten und Packeten, und die Zeugen, welchen es oblag, Waaren zu rekognosziren, konnten sich nur schwer zurecht finden. Die Schilderungen, welche der Kriminalkommissarins Grützmacher von dem Leben und Treiben in dem Deppe'schen Schanklokal gab, glich einem Kapitel aus einem Kolportageroman. Freilich be- haupteten die Angeklagten beziehungsweise deren Vertheidiger, daß diese Schilderungen arg an Uebertreibungen litten und zum großen Theile auf den Angaben des Angeklagten Hirsch- felder beruhen. In der That hat Hirschfelder, der eigentlich die Seele der Gesellschaft war, in großem Umfange„gepfiffen", und seine Mitangeklagten hatten keinen Grund, demselben sehr dankbar zu sein. Der eine von ihnen hielt ihn sogar für schlecht genug, daß er zu eigenem Besten den anderen recht viel Schlechtes auf- zupacken im Stande sei, denn er behauptete, daß Hirschfelder zu ihm geäußert habe:„Ich lege die übrigen ordentlich hinein. Ich bekomme meine drei Jahre, die sitze ich aber nicht ab, mache später mit meiner Frau ein Schankgeschäst auf und lebe dann meinen guten Tag" Dieser Darstellung widersprach Hirschfelder, er mußte aber zugeben, daß er durch seine Mit- lheiluugen der Kriminalpolizei wesentliche Dienste geleistet habe. Ob dies immer innerhalb der gesetzlichen Grenzen geschehen, darüber wurde am gestrigen letzten Verhandlungslage sehr lebhaft gestritten. Die Vertheidigung hatte nämlich erfahren, daß der Kriminalkommissarius G r ü tz m a ch e r noch am gestrigen Abend den Angeklagten Hirschfelder aus dem Gefängnisse sich hatte vor- führen lassen, erst über andere Dinge, dann aber auch noch über die Gegenstände dieser Untersuchung ausgefragt und nun diese neuesten Bekundungen Hirschfelder's in seiner Zeugen- aussage verwerthet hatte. Die Vertheidigung proteftirte lebhaft gegen dieses Verfahren und führte aus, daß Kriminal- Kommissarius Grützmacher von keiner Seite autorisirt worden sei, während der Hauptverhandlung auf eigene Faust mit einem der Angeklagten neue Wahrnehmungen zu ver- anstalten. Das Ermittelungsverfahren sei abgeschlossen gewesen und derartige nachträgliche Wahrnehmungen durch Hilfskräfte der Staatsanwaltschaft könnten doch höchstens unter Hinzuziehung der Angeklagten oder deren Vertheidiger gestattet sein. Der Vor- sitzende stellte fest, daß gestern an ihn von dem Kriminal- kommissariat das Ersuchen gerichtet sei, zu gestatten, daß Hirsch- felder dem Kriminalkommissarius H. zur Vernehmung vorgeführt werde. Da noch viele andere Sachen gegen Hirschfelder schweben, so habe er gar kein Bedenken gehabt, diesem gar nicht ungewöhnlichen Ersuchen zu entsprechen, neu sei es aber dem Gerichtshof, daß diese Vernehmung sich auch auf die jetzige Anklage erstreckt. Der Zwischenfall endet damit, daß eine enl- sprechende Bemerkung dem Protokolle einverleibt wurde.— Sonst verlief die Beweisausnahme in der diesen Prozessen gewöhnlich eigenthümlichen eintönigen Weise. Nur einmal brach eine große Heiterkeit durch, als ein Zeuge, welcher vom Vorsitzenden auf- gefordert wurde, einen von seiner Aussage belasteten Hausdiener aus den Reihen der Angeklagten herauszusuchen, nun mit be- sonderer Vorliebe gerade die Köpfe aus der ersten Reihe sorgsam prüfend musterte. Er mußte erst vom Vorsitzenden angehalten werden, seine Studien nach dieser Richtung hin abzukürzen, weil in der ersten Reihe ja die Vertheidiger saßen.— Staatsanwalt Balk e beantragte drakonische Strafen. Er Jährte aus, daß dieser Prozeß eine große Bedeutung besitze, da er gezeigt habe, daß unter den Hausdienern eine tief gehende Korruption herrsche.(Die organisirten Hausdiener werden nicht anstehen, diese Beleidigung ihres Berufes entschieden zurückzuweisen. Red.) Die Hehler- banden hier am Orte außerordentlich zahlreich und weitverzweigt sind. Zweifellos seien die Thaten der Angeklagten durch die An- klage nicht erschöpft, es sei viel mehr gestohlen und gehehlt wor- den, als hier ans Tageslicht gekommen. Die Anklagedehörde müsse sich aber mir dem ihr zu Gebote stehenden Beweismarerial begnügen. Die Hausdiener seien ja fast durchweg geständig und nur die Hehler machten die tollsten Winkelzüge und glaubten dem Gerichte vor- reden zu können, daß sie die bei ihnen vorgefundene gepohlene Waare als„Brandwaare" ehrlich erstanden hätten. Der Staats- anwalt widerlegte diese Ausrede und kam dann zu folgenden Strafanrtägen: gegen Reich4JahrIeGefä,igniß,Gohlke, B r e i t h o l z, Paul Kohl, Wiechmann gleichfalls je 4 I a h r e Gesängniß, S ch i e|f e l b e i«, Lenz, Gast, P r ö f- rock,Knoth« jellJahre Gesängniß, Beckniann2Jahre, Hempel 3Va Jahre, Hirschfelder 6 Jahre, S u in p f lV» I a h r, Portier Liebig 1 Jahr, Bubacz IVa Jahre Gesängniß, ferner: gegen den Schankwirth Ackermann und dessen Ehefrau je d r e i I a h r e Zuchthaus, den Schankwirth Deppe 3 Jahre, dessen Ehefrau 5 Jahre Zuchthaus, den Hausdiener Jüttner 3 Jahre Zuchthaus, de» Handelsmann Jüttner 1 Jahr Z u ch t h a n s, gegen H i ck- stein 3Va Jahre Zuchthaus, Tsa n n h ä u s e r 2 Jahre Zuchthaus, gegen den Handelsmann Michaelis öJahre Zuchthaus, dessen Ehefrau 2 Jahre Zuchthaus, Arndt 2 Jahre Zuchthaus. Ferner brachte der Staatsanwalt gegen einige weniger belastete Angeklagte nach Monaten bemessene Freiheitsstrafen in Vorschlag und beantragte in zwei Fällen die Freisprechung.— Diese Anträge auf zusammen zirka 54 Jahre Gesängniß und 33 Jahre Zuchthaus wirkten auf den Zuhörerraum geradezu niederschmetternd. Viele der dort anwesenden Frauen brachen in Thränen aus, einige waren einer Ohnmacht nahe und mußten aus dem Saal geführt werden. Die Vertheidigung war zumeist in der Lage, auf mildere Strafen zu plaidiren. Die Ver- theidiger bestritten, daß dieser Prozeß Anlaß gebe, von der Korruption eines ganzen Standes zu sprechen(!) In Berlin gebe es viele Tansende von Hausdienern, und weil nun hier zwei Dutzend Ungetreue vor Gericht stehen, könne man den ganzen Stand doch ebensowenig dafür verantwortlich machen, als wenn nian sagen wollte, im Stande der Landesdirektoren müsse Korruption herrschen, weil kürzlich einer von ihnen in Danzig Gericht gestanden.(Sehr gut;) Im Uebrigen baten die Ver- theidiger, die Angeklagten nicht zu experimentellen Objekten für eine Abschreckungstheorie zu machen und dieselben nicht um des- halb schwerer zu bestrafen, weil durch eine zufällige Konstruktion der Gemeinsamkeit nun so viel aus einmal vor Gericht stehen. Das Urtheil lautete wie folgt: Reiche— 1 Jahr 4 Monate Gesängniß— 4 Monate verbüßt. G o h l k e frei. Ä r e i t h o l z frei. P a u l K o h t 5 Monate Gesängniß— 4 Monate verbüßt. Wiechmann 1 Jahr 10 Monate— 4 Monate verbüßt. Schiefelbein 1 Jahr 4 Monate Gesängniß— 1 Monat verbüßt. Lenz 10 Monate Gesängniß— 4 Monate verbüßt. © a st 10 Monate Gesängniß— 4 Monate verbüßt. Prösrock 1 Jahr 6 Monate Gefängnis— 4 Monate verbüßt. Knoth 10 Monate Gesängniß— 4 Monate verbüßt. Beckmann 8 Monate Gesängniß— 4 Monate verbüßt. Hempel 1 Jahr 2 Monate Gesängniß— 4M. verbüßt. Hirschfelder 2 Jahre Gesängniß— 4 Monate verbüßt. Sumpf 6 Monate Gesängniß— 4 Monate verbüßt. Liebig 6 Monate Gefäng niß. Bubach 1 Jahr Gesängniß. Ackermann frei. Frau Ackermann frei. Deppe 2 Jahre Zuchthaus— 4 Monate verbüßt. Frau Deppe 2 Jahre Zuchthaus— 4 Monate verbüßt. Jüttner, Hausdiener, 2 Jahre Zuchthaus. Jüttner, Handelsmann, 3 Monate Gesängniß. Hick- stein 1 Jahr 6 Monat Zuchthaus— 4 Monate verbüßt. Tannhäuser 1 Jahr Zuchthaus— 4 Monate verbüßt. Michaelis frei. F r a u M i ch a e li s frei. Arendt 1 Jahr Zuchthaus— 4 Monate verbüßt. Die übrigen Ange klagten erhielten geringe Gefängnißsirafen. Vevlmnnrlungen. Erklär»»«). In der Nummer 274 dieses Blattes ist ein Bericht über die Versammlung der Berliner Zimmerer vom 20. v. Mts. enthalten, in welchem gesagt wird, daß dort eine Resolution angenommen worden ist,- die den hier bestehenden Lokalverband(Zentral-Organisation) anerkenne. Um aus dieser Resolution keine falsche Schlußsolgerung ziehen zu lassen, bemerken wir folgendes: Erstens mußte dem Einberufer dieser Versammlung bekannt sein, daß die Mitglieder und Anhänger der Freien Vereinigung keine Versammlung, die von Seiten der Beamten des Verbands einberufen wird, besuchen. Der Grund hierfür ist das Vorgehen dieser Leute in der Zimmerer-Bersammlung am 24. September d. JahreS. Die Unterzeichneten waren mit einigen Freunden nur darum als passive Zuhörer anwesend, um An Lauf der Versammlung kennen zu lernen. Zweitens>var die Versammlung nach unserer Zählung nur von ca. 130 Personen besucht. Eine Zahl der Versammlungsbesucher, welche nicht annähernd den Mit- gliedschaften derhier bestehenden Organisationen(Zentral- und Lokal-) gleichkommt, geschweige denn die Zahl der Berliner Zimmerer reprä- sentirt(0000—6500); infolge dessen kann von einem Beschluß der Berliner Zimmerer keine Rede sein. Drittens sind wir der Mei- nung, wenn eine ehrliche Aussprache und keine Ueberrumpelung stattfinden sollte, so mußte, da der Referent von einer anderen Gewerkschaft(Maler) und vollständig für die Form der Zen- tralisatio», wie sie der Verband der deutschen Zimmerer bar- stellt eingenommen war, ein Korreferent ernannt werden, der die Richtung, die wir vertreten, klar zu legen halte; da dieses unterlassen worden ist, so kann unmöglich eine Bereitwilligkeit zu einer friedlichen Einigung auf jener Seite vorhanden sein. Daß für Berlin die Zentralorgani- sation nach Hamburger Muster maßgebend ist, glauben wir nicht und werden/so lange wir nicht eines Besseren belehrt sind, an der Lokalorganisation festhalten. Um in dieser Sache endlich Klärung zu schaffen, werden wir tu nächster Zeit eine Versammlung der Zimmerer Berlins ein- berufen', in welcher diese Streitfragen durch einen Referenten und einen Korreferenten klargelegt werden sollen, um» wenn irgend möglich, Ruhe und Frieden unter den Zimmerern Berlins zu schaffen. Otto Dürre, HerniannGoede, Reinickendorferstr. 46 D. Adolfstr. 3. Paul Schulz, Neue Hochstraße 27. Vorstands-Mitglieder der Freien Vereinigung. Ei»e öffentliche Uersammlnng der Kutscher und im Fuhrivesen beschäftigten Arbeiter und deren Frauen tagte am 24. November unter dem Vorsitz des Herrn Brunsch. Herr Link sprach über die wirthschastliche Lage und die Lebensmittelpreise. Er sagte etwa folgendes: Wenn wir nur inehrere Jahrzehnte zu- rückgreifen, so bietet sich uns dort ein ganz anderes Bild unserer wirthschaftlichen Verhältnisse, wie heute. In der Industrie wie in der Landwirthschaft war der Kleinbetrieb das Gewöhnliche. Weil die Maschinentechnik noch nicht so entwickelt ivar wie heut, wurden auch mehr Menschenkräfte zur Arbeit gebraucht. Obgleich der Lohn der Arbeiter niedriger war als der jetzt übliche, herrschte dennoch Zufriedenheit und Sorglosigkeit unter der ar- beitenden Bevölkerung. Je mehr sich jedoch die maschinelle Thätigkeit entfaltete, nahm die Arbeitslosigkeit unter der großen Masse der Bevölkerung zu, was nothwendig zur Folge hatte, daß die Lebensweise der Bevölkerung eine schlechtere werden mußte. Der Redner kommt nunmehr auf die Lebensmittel zu sprechen, welche in kurzer Zeit unglaublich in die Höhe gegangen sind. Die Ursachen hiervon sind in die mit jedem Tage sich mehrenden Militärlasten, welche das Volk fast allein aufbringen muß, zu suchen. So sann die Regierung auf immer neue Einnahmequelle». Hätte mau nun die direkten Steuern ver- mehrt, so würden ja in erster Linie die Großgrundbesitzer und die Großindustriellen die Leidenden geivesen sein, das konnte und wollte man nicht seitens der herrschenden Klassen und das Haupt derselben, Fürst Bismarck, äußerte sich in seiner denkwürdigen Rede vom 22. November 1875 dementsprechend. Nun, sein Wunsch ist schneller vielleicht, als er oder die Bourgeois geahnt, in Er- füllung gegangen. Bereits im Jahre 1879 sehen wir das in- direkte Steuersystem eingeführt auf diejenigen Lebensmittel, welche das arbeitende Volk hauptsächlich verbraucht. Redner bringt für alle seine Behauptungen hinreichende Zahlenbeweise, welche amt- lichen Bericyten entnommen sind. Er erinnert nur noch au die letzte Steigerung der Brot- und Fleischpreise, welche uns der verftoqene Kartell-Reichstag 1887—1890 brachte So wurde die Lebenshaltung des arbeitenden Volkes noch tiefer herabgedrückt. Aus allein geht hervor, daß das arbeitende Volk nur als Ausbeutungsobjekt seitens der herrschenden Gesellschaft betrachtet wird. Hiergegen müssen wir energisch Front machen, wenn wir nicht zu Grunde gehen wollen. Deshalb müssen stimmt» liehe Arbeiter sich organistren und gemeinsam für Erringung besserer Zustände kämpfen und in diesem Sinne mögen auch Sie handeln. Reicher Beisall lohnte den Redner für seine Aus- führungen. Eine Diskussion fand nicht statt. Zu Verschiedenem sprachen noch die Herren G e i m e ck, W. Schulz, Nies- wand, R o w i und Brunsch in Sachen des von den Fuhr- werkbesitzern Scharfenberg und Genossen zu errichtenden S i m u l a n t e n- K r a n k e n h a u s e s für Kutscher. Nach einem Schlußwort des Herrn Link wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. Der Fachverein der Tischler für den Esten Kerlins hielt am 26. v. M. eine Versammlung ab, in der Herr Doktor Lütgenau unter großem Beifall einen Vortrag hielt über: Was kann das deutsche Parlament den deutschen Arbeitern nützen? Zur Diskussion sprach Kollege Apelt im Sinne des Referenten, der noch betonte, daß auf politischem Gebiete allein ebensowenig, wie auf gewerkschaftlichem etwas auszurichten sei; vielmehr müssen die Bewegungen Hand in Hand gehen. Die Geiverkschasts- bewegung ist nöthig; ebenso nöthig ist es, daß wir Vertreter im Reichstage haben, deren Pflicht es ist, die Wege zu ebnen, auf denen wir vorwärts schreite» müsse». Pflicht ist es eines Jeden, für die Organisation zu wirken, kraft derer wir uns eine bessere Lebenslage erringen können. Zn Werkstatt-Kontroleuren wurden die Kollegen Tieck, Arndt, Breitbart und Becke vorgeschlagen. Der Bevollmächtigte drückt sein Bedauern darüber aus, daß die Ver- sammlung wieder so schlecht besucht sei. Unter solchen Umständen würde es bald schwierig sein, einen Saal zu bekommen, da die Wirthe darauf hinweisen, daß bei solch schlechtem Besuch nicht einmal die Unkosten gedeckt würden. Es wäre nun Pflicht eines jeden Kollegen, in der nächsten Versammlung zu erscheinen und auch Andere aus ihrer Werkstatt mitzubringen. Eine öffentliche Schuh», achevversamtt»i«ng tagte am 24. v. M. Kollege Richard Baginskt sprach daselbst über: „Bourgeoisie und Arbeiter." In der Diskussion sprachen Kleinmeister, welche wiederum auf die Harmonie zwischen Meister und Gesellen hinwiesen. Weiter wurde der Erfurter Kollegen Erwähnung gethan. Von einem Mitglieds J* Agitationskommission wurde der Antrag gestellt, eine stärkung der Kommission vorzunehmen. Der Antrag wurde& genonimen und für Moabit 2 Kollegen gewählt. Nachdem � Vorsitzende aufgefordert, sich recht zahlreich an den Geldsaif-f lungen für die Erfurter zu betheiligen, schloß er die VersaMMbW Dir Arbritrr nnd Arbritrrinnen der Wirkrrbra»« hielte» am Dienstag, den 25. v. M., unter dem Vorsitz desHüff Wenzels eine Versammlung ab. Tie Arbeiter und Arbeiterimm dieser Branche waren bisher getrennt organisirt, hatten es st* den Zeitverhältnissen entsprechend für zweckmäßig gefunden, F zu einem gemeinsamen Verein zu verbinden; dies"ist vor ei» Wochen geschehen und nun war die Vorstandswahl vorzunehmt«; Es wurden gewählt: als erster Vorsitzender Herr C. Hübsch, lt" zweite Frl. Schulz; als erster Schriftführer Herr R. Kirsch- ,, als zweite Frl. Kelling; als erster Kafsirer Herr G. Janz,, zweite Frl. M. Badow, und als Beisitzerin Frl. Buttgereit Zum zweiten Punkt der Tagesordnung zeichneten sich 70 glieder in die ausgelegten Listen ein. Im Verschiedenen W Kollege Hübsch an, daß in Chemnitz bei der Firma Steiler m folge einer Lohnreduzirung von 20 pCt. ein Streik ausgebrocht fei, bei welchem 325 Personen in Betracht kommen. Redner tj mahnte die Anwesenden, solidarisch für die Streikenden einzulWf und sie nach Kräften zu unterstützen. Ein Antrag, die Tel»' sammlung zum Besten der Chemnitzer fortzusetzen, wurde em- stimmig angenommen._, Der Fachvrrci» der Tischler für de» Krzirk Rird", nnd Dmgrgend hielt am 25. v. M. eine gut besuchte Versamm lung ab, in der Kollege Wiedemann einen beistillig amgenonnneii! Vortrag hielt. Die Kollegen von Otto Hesse, Juliusstr. G. Scholz, Bergstr. 16, sowie der Aktien-Gesellschaft für Mowt, arbeiten vorm. Weiß u. Komp., waren dazu eingeladen. H'. Hesse, welcher erschienen war, konnte die Anschuldigungen u» Vorhaltungen des Kollegen Wieds mann nicht widerlegt' Die Kollegen von G. Scholz waren, wie immer, nicht erschleuß' woran ihr Jndifferentismus zu erkennen ist. Bon den Kollcgt vormals Weiß u. Komp. war der bisherige Meister, Hfv Clawaky, anwesend. Die Diskussion unter„Verschiedenes" m eine sehr lebhafte. Besonders handelte es sich darin um die v«- der Innung vorgenommene Gründung einer Krankenkasse._ Die freie Vereinigung der Karto«arbeiter hie» r. 26. November eine Versammlung ab, in welcher der Vorsitze»") Kollege D r e w s, eingehend die Organisationssrage erörtck' rurlViP• � e("igcyciiw wie... Gleichzeitig rechtfertigte er sich gegen die Angriffe des W der öffentlichen Versammlung der> verwandten Betrieben beschästigu VortkÄ Dietrich, die derselbe in der Buchbindereien und Arbeiter gegen ihn ausgesprochen hatte. An seinem—-., schloß sich eine lebhafte Diskussion, in welcher mehrere AnM gestellt, aber wieder zurückgezogen wurden, weil nur eine©en«. Versammlung berechtigt ist, solche Beschlüsse zu fassen. E> Ergänzungswahl Ist nothwendig, weil Kollege Rudolf sein** als Beisitzer niederlegt. An seine Stelle tritt Koll. Janke. Aur Sounnbrud, den 22. November, feierte der B* band der Möbelpolire r Berlins undUmgegf? sein 5. Stiftungsfest. Eingeleitet wurde dasselbe durch eM Gesangsaufführungen des Vereins„Graue Schleife" und diw« humoristische Vorträge. Während der Kaffeepause hielt KoM Reuter eine begeisternde Ansprache, worin er besonders h#o hob, daß nur die Organisation im Stande sei, die Kollegen l eng zusammen zu bringen. auf das Bestehen und Er schloß mit einem dreifachen( Gedeihen des Verbandes. dem Absingen der Arbeiter-Marseillaise trat die Fidelitas an«") Reihe und hielt die Kollegen und Gäste bis in die früheste Morg�' stunde beisammen.. Eine öffentliche Schnhutacher-Veejamntlnng tagte. Montag, den 24. November. Da die Referenten zu den eri beiden Punkten der Tagesordnung nicht erschienen, wurde»" die ausgesperrten Erfurter 5iollegen verhandelt. Es wurde ej Resolution angenommen, welche besagte: daß Sammlungen über aufzunehmen und so lange fortzusetzen seien, bis die Er'sm Kollegen zum Siege gelangt. Unter Verschiedenem wurden i nächst folgende Adressen, bei welchen Sammellisten zu haben 1�, bekannt gegeben; Süßmeier, Kleine Mauerstr. 2; Mehlbe«) friedrichstr. 4$; Gerner, Wrangelstr. 108. Alsdann wurde annt gegeben, daß nächsten Sonnlag, Beuthstr. 19—22, ew S. müthliches Beisammensein und Montag eine öffentliche macher-Versammlung stattfindet, außerdem findet Sonntag*. öffentliche Versammlung der Arbeiterinnen der Schuh-% Schuhschäftebranche bei Gratweil, Kommandantenstr. 77/79, 1'�, ....." d-- Eine öffentliche HansdieneevrrfantUllnng tagte 27. v. M. unter Vorsitz von Koll. B a r n e w i tz. Ta Referent W. Werner nicht erschienen war, berichtete Grauer über die Sitzungen des Gewerkschaftskongresses theilte der Versammlung in kurzen Worten die Besch' � desselben mit. Dieselben fanden allgemeine beifällige Aufnad � Dann verlas Kollege Perl mann die Abrechnung derAgitati"' kommission, welche mit einem Defizit abschloß. Der Komniü. wird Decharge ertheilt. In den Ersatzwahlen zur Preß'„K Agitationskommission werden zu ersterer die Kollegen Ha"' und Neumann, zu letzterer Kollege Freude gewählt..-A Der Derriu der(ßas- etc. Rohrleger Derli«» Lß am 23. v. M. eine Versammlung ab. In derselben erlam Baumeister Knaufs die Vorgänge in Hausröhren bei Wh'- brächen. Nächste Versammlung am 14. Dezember, Vornn" 10 Uhr. Herr Klavierarbeiter Köppen schreibt uns:" meiner Auffassung ist durch die Einsendung der Herren■p1" j, forte-Fabrikanren Sperber u. Schmökel in dem Versaninilm V. bericht auch nicht eine Unrichtigkeit nachgewiesen. Die Wert!'-g Kontrolkommisfion unseres Vereins sah sich veranlaßt, durch g überlange Arbeitszeit in jener Fabrik, mich zu beauftragen, den Fabrikanten deshalb Rücksprache zu nehmen! Wir gch1' g.,, umsomehr, daß unsere Vor.ellungen Berständniß finden rvm„ weil p. Sperber seiner Zeit unserem Verein und Vorstand" Ju hört hatte. Zu einer eigentlichen Verhandlung kam es überh' z nicht, da dieselbe dura; den Sozius abgebrochen wurde, � ich durch denselben hinausgewiesen wurde. Trotzdem ich wich � Sperber wandte, um dagegen zu protestiren, hatte er 'Antwort: Dagegen kann ich nichts machen. Wenn ferner u behauptet, er hatte ein gutes Recht auf Extra-Uuterftützung, ist hierauf zu erwidern: Unser Verein zahlt nur den kra> � hilfsbedürftigen Mitgliedern Unterstützung. Da Sie kurze. � darauf Fabrikant wurden, so kann ich nicht annehmen, daß sich in bedrängter Lage befanden. Sie hatten als ausriß Kollege vielmehr die PJcht, die Extra-Unterstützung von<«- zurückzuweisen. Wo bleibt da Ihr gutes Recht? Kiterarisches. Rebrr de» Rrfprnng und die Lage der landl�,, Arbeiter hat Julius Türk eine Broschüre von 56 S oö, Text geschrieben.(Verlag von Ernst Kunze, Rheinsbergerch' Preis 30 Pf.) Die Schrift stützt sich auf ein ziemlich"'"W reiches Quell enmaterial und behandelt hauptsächlich die Hältnisse seit 1848, die Lage der Dienstleute, der und der Einlieger, die Arbeit, Nahrung, WoQ"»ck Vergnügungen, die Schulverhältniffe, die Konzens jjse des Grundbesitzes, die Wanderarbeiter, die Lohnverh"' � n. s. w. Ebenfalls nimmt die Schrift auf die"f.gck, Gesetzesvorlagen, betreffend die Schaffung von Renteng' Bezug und stellt diesen Versuch zur Abwehr gegen das VordN< der Sozialdemokratie aus dem offenen Land in sein entspreche Relief.„ ti( Die Broschüre ist 3000 Exemplare stark aufgelegt � Ertrag für den Zentral-Unterstützungsfonds der im Garte beschäftigten Arbeiter bestimmt worden. Verantwortlicher Redakteur: Eurt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Labittg in Berlin 8)7., Beuthstraße 2,