_.% Mr. 2Aa gitttftog, den 16. Dezember 1890. 7. Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. erschein» m. Das..Berliner Volksblatt" JnsertionSgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., BeuMrage 3, sowie von allen Annoiicen-Burcaur. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittnäs und von 3— 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags r' -* Fernsprecher: Amt Vl. Ur. 4l<1t Medskkion: Voukhlkraße S.— Expodikion: Veukhlkrstzo 3. An die Parteigenossen. Im Laufe des November gingen folgende Beiträge für Pürteizwecke ein: Ohlau i. Schl. B. V. 2. Rate 9951,40 M. W. Auktion Merlin 4,05 M. Schönebeck 10 M. C. A. B. London 116,25 M. L. 637,50 M. Birnbaum 4,10 M. Bau Hackescher Markt Berlin 4,50 M..Gemüthlichkeit« Berlin 44 M. Durch®. S. H- Berlin 10 M. D. A. B. 800 M. Döbeln 20 M. Gera 50 SU. 6 Hutmacher gesammelt Königstr. 25 Berlin 13 M Elmshorn 48,60 M. Putzerkolonne Brendler Berlin 10 M Ellerbeck b. Kiel 25 M. Guttenberg Berlin 100 M. Zschopan � S. 20 M. Billwärder 17,10 M. Bon einer amerik. Auktion Bau Rixdorf Berlinerstraße 8 M. Wald bei Solingen 88,20 M. *• F- Berlin 50 M. Dr. B. Berlin 10 M. Deidesheim 5 M. «urzen 10 M. Eilenburg 25 M. Friedland in Schl. 15 M 8000 M. Zwickau 50 M. Wahlkr. Kalau-Luckau 15 M Berlin Bau Ritterstr. 99 1. Rate 18,50 M.. 2. Rate 17,50 M. Sch. 12,50 M. Zig.-Arb. Hbg. G. Q. Z. 10 M. Zittau °urch C. N. 25 M. Elberfeld 1000 M. Setzer des„Berliner B-Iksblatt" 200 M. P. S. B. 50 M. A. B. 150 M. Magdeburg 434,58 M. Alle Geldsendungen sind zu richten an A. Bebel, Groß-Görschenstraße 22». Berlin, den 14. Dezember 1890. Der Parteivorstaud. •• * Aus vielen Orten, wo seinerzeit Petitionsbogen mit den Beschlüssen des Pariser internationalen Arbeiterkongresses ver- rjagt wurden, sind diese Bogen nicht wieder zurückgesandt worden. �'r ersuchen deshalb alle jene, in deren Händen sich noch solche Betitionsbogen befinden, vorausgesetzt, daß dieselben Unterschriften r>on Petenten tragen, sie möglichst bald an I. Auer, Berlin 8W., Katzbachstr. 9, �Zusenden. Mit sozialdemokratischem Gruß Der parteivorstand. Berlin, den 15. Dezember 1890. Skadk und Land. wä"9*4, unser Parlament T Man werde, wenn es nöthig die Städte vom Erdboden vertilgen g Wünscht unser Diplomat am Bundestag e." . schrieb Alexander von Humboldt im März 1832 um �ur.hagen von Ense und„unser Diplomat" ist Nie- and Anderes als der jetzige Herzog von Lauenburg, der _ mQltge Herr von Bismarck-Schönhausen. Damals gab er sich noch als urfeudalen Kreuzzeitungsritter, und er machte kein Hehl aus seinem Widerwillen gegen die großen Städte. Seine drastische Aeußerung, auf die sich Humboldt bezieht und die vielleicht nur dem Wortlaut nach etwas anders ist, bekommt heute eine besondere Be deutung, wenn man die Ergebnisse der Volkszählung betrachtet. Schier dreißig Jahre lang hat der Mann, der behauptet, daß die Weltgeschichte ausschließlich durch Blut und Eisen gemacht werde, Deutschland mit einer Machtfülle regiert, wie sie vor ihm kein Minister in diesem Jahrhundert auf deutschem Boden besaß. Aber trotz seines Hasses gegen die großen Städte, diese Brennpunkte der Demokratie und des Sozialismus, sind diese in fortwährendem Wachsthum begriffen und die neueste Volkszählung weist eine geradezu enorme Zunahme auf. Auch„unser Diplomat am Bundestage" hat diese nothwendige, mit der kapitalistischen Produktionsform eng zusammenhängende Entwicklung nicht aufhalten können. Er mochte schließlich wohl einsehen, daß die Anschauung, der sein verwegenes Wort von 1852 Ausdruck gab, mit den modernen That- fachen in schroffem Widerspruch stand, und in diesem Widerspruch kommt es zum Ausdruck, wie klein „geniale" Staatsmänner gegenüber der Gewalt der sozialökonomischen Ent wicklung erscheinen. Wir haben natürlich keinen Grund, die kolossale Zu nähme der Bevölkerung in den großen Städten a n s i ch als ein Glück zu preisen. Im Gegentheil; dieses Zusammendrängen großer Menschenmassen auf einem ver- hältnißmäßig kleinen Raum hat bedenkliche Konsequenzen; hier bilden sich die Brutstätten der Seuchen, die unser Volk dezimiren. Aber gerade in dieser sich überstürzenden Massenanhäufung wurzelt auch das tröstliche Gesetz des Fortschritts, welches darin besteht, daß alle Formen, wenn sie ausgelebt sind, sich durch neue ersetzen lassen müssen. Nicht nur, daß auf dem Boden und in dem Massen- verbrauch und den Massenansprüchen der großen Städte sich die Vortheile des Großbetriebes und seiner Fortschritte von der praktischen Seite zeigen— in den Massen bildet sich auch der Widerstand gegen den Druck der kapitalistischen Klassenherrschaft und läßt sich dieser Widerstand organisiren. Die neuen Ideen, welche die Umformung der ganzen Ge- sellschaft vorbereiten und ankündigen, finden hier Tausende von Trägern und lassen sich mit keinen Gewaltmitteln mehr beseitigen. Das Solidaritätsgefühl unterdrückter Millionen tritt dem Egoismus der einzelnen Kapitalisten gegenüber. So trägt das kapitalistische System, in dem es die Massen der Arbeiter in den großen Städten au- häuft, in seinem eigenen Schooße die Frucht, die einst, IseuiNekon. eniatm.) [13 Dothenlmrger Tage. an aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. Von Wilhelm Bios. � Vor einiger Zeit war der wilde Grumbach, ihr im, wieder nach Rothenburg gekommen. Er hatte n-i!- H°chstist Würz bürg die Sache der Bauern eifrig �.wrderi, denn er hoffte beim Sturze des Fürst- . Ichofs aus den geistlichen Gütern zu gewinnen. Und J"6. Hoffnungen waren sehr hoch gestiegen, denn Fürstbischof war nach dem vergeblichen Landtage zu �arzburg, der die Beschwerden der Städte und der ,"Uernschast hatte abstellen solle», mach Heidelberg geflohen »d der Bischofsstuhl hatte keine andere Grundlage mehr, kiin das feste Schloß von Würzburg, den Franenberg, das %" dem großen Bundesheer der fränkischen und Odenwälder Bauernschaft, wohl 30 000 Mann stark, eingeschlossen und �mgert war. W®on Grumbach erfuhr Agnes, daß nicht Florian Geyer, pudern fem Feind, der zweideutige Götz von Berlichingen der eisernen Hand, zum obersten Hauptmann des i angelischen Heeres erwählt worden war. Herr Florian L, � sich nach der Erstürmung von Weinsberg, die sein und l°'ner tapferen Rothenburger Werk vor Allem war, vom hellen �ufen getrennt, da er mit dem Bauernrath nicht s�aerftanden war, wo ein zweideutig und hinterlrsstg Ranke- ' seinem araden Sinn entgegen ging. So hatte er auf eigene Faust den Odenwald durchzogen und war vor Würz- bürg wieder zum hellen Haufen gestoßen. Zu Heidingsfeld lagerte er wohl mit zehntausend Mann. „Ach, weim er käme!" hatte Agnes wohl hilndert Mal aus tiefstem Herzen geseufzt. Aber er kam nicht, denn er konnte nicht kommen, und sie mochte sich sonst Niemandem anvertrauen, am wenigsten dem Grumbach, dem sie gar nicht traute. Und nun ivar der verhängnißvolle Tag heraiigekoiiimen. Morgen sollte sie eines ihr verhaßten Wichts ehelich Gemahl sein— es fröstelte und überlief sie mit Schauder, wenn sie daran dächte. Es war still und friedlich im Tauberthal und man mochte nicht daran denken, welch gewaltiger Sturm zur Zeit über die Lande dahinfuhr. Hier vernahm man nur das Klappern der Mühlen am Tauberufer und das leise Rauschen des Flüßchens. Am verflossenen Sonntag war's freilich lauter zugegangen im Tanbergrnnd. Das Beispiel der Weiber in der Hafengasse zu Rothenburg war hier nicht ohne Wirkung geblieben. Ein stattliches Banermveib, die Kühleweinin, lief auf die Straße von Dctwang, dessen Be- wohner das Bürgerrecht der Stadt Rothenburg hatten. Die Kühleweinin hatte eine scharfe Zunge und das Geschrei, das sie über die„Krenzbuben" vom Deutichorden erhob, brachte alsbald eine große Erregung unter den Bauern- weibern zu Detwang hervor. Sie bewaffneten sich mit Sensen und Sicheln. „Wir wollen den Kreuzbuben srohnen", rief die Kühle- weinin und so zogen sie hinaus vor das Dorf und mähten eine Wiese ab, die dem Deutsch-Kommenthur gehörte. Als- dann schichteten sie das Heu zu einem großen Haufen auf und zündeten es an. Sie führten einen Rnndtanz auf, ausgereift, mit einer neuen Form der Produktion an seine Stelle treten wird. Lobhudler des Herzogs von Lauenburg— und an solchen fehlt es nicht— werden seine Aeußerung von 1852 als einen Beweis seines Scharfblicks bezeichnen. Wir können das nicht darin finden; ähnliche Aeußerungen sind noch von Vielen gefallen, die nachher nicht berühmt ge- worden und sammt ihren Kernsprüchen vergessen sind. Es war vielmehr ein Ausbruch junkerlichen Hasses gegen den demokratischen Geist der Städte, den wir begreiflich finden. Die Junker haben immer die Befürchtung gehegt, der in den Städten herrschende Geist möchte die Weichbilder überschreiten und die patriarchalische Idylle auf dem Lande zerstören, die ländliche politische Unschuld„verführen". Soweit sind wir jetzt gelangt; das gewaltige Wachsthum der Städte giebt diesen das Uebergewicht und die Be- Ziehungen des Erwerbs, die Bewegungen von Handel und Industrie haben Stadt und Land einander näher gebracht. Seitdem die Industrie sich ländliche Arbeitskräfte sucht, ist auf dem Lande ein anderer Geist eingezogen, wenn auch sehr wider den Willen der Kapitalisten, welche ländliche Arbeitskräfte brauchen. Die Agrarier haben es versucht, einen trennenden Interessengegensatz zwischen Stadt und Land aufzurichten und ihn durch die Gesetzgebung zu verewigen. Die agra- rischen Zölle sollten ihnen dazu dienen. Allein das gelingt auf die Dauer nicht; die Erkenntniß, daß die Interessen von Stadt und Land innerlich zusammen- hängen, verbreitet sich rasch und wird nicht aufgehalten werden können. Diese Entwicklung, die Stadt und Land einander näher bringt, ist unwiderstehlich. Das Zeter- geschrei der Junker bei der letzten Etatsberathung, als ihnen angekündigt wurde, daß die Zustände auf dem Lande nunmehr mit der Fackel sozialistischer Kritik be- leuchtet werden sollen, war belustigend. Diese Leute stehen große Angst aus, die Geheimnisse des patriarchalischen Wesens vor aller Welt'bloßgestellt zu sehen. Sie er- blicken darin nur die„Aufwiegelung" durch die sozial- demokratische Agitation, während sie noch nicht so viel gelernt haben, um zu verstehen, daß es die ganze moderne Entwickelung ist, die Stadt und Land einander näher bringen muß. „Die Schwerpunkte versetzen sich!" chrieb derselbe Alexander von Humboldt, dieser freie und wahrhaft geniale Kopf, den der Staatsmann von Blut und Eisen so gerne verspottete, als er todt war. Aber Humboldt hat Recht behalten. Der Schwerpunkt der geistigen und sozialen Macht liegt nicht mehr beim stveifel st ihre während die Flamme hoch emporschlug. Ohne hätten sie noch mehr tolles Zeug getrieben, wären ni Männer gekommen und hätten sie abgehalten. Heute war ivieder Ruhe nnd Stille in Detwang, als Agnes das Dorf z» erreichen strebte. Sie wollte in des Haldenbauern Hans. Des Haldenbauern Tochter Eva, ein schwarzhaariges und schwarzäugiges Mädchen mit regel- mäßigen Zügen, rosigen Wangen und von kräftiger Gestalt, war im Hause des Herrn von Badell dienende Magd ge- wesen, nnt Erlaubnis des Herrn Kunz Kreglingcr. Diese Erlaubniß war deshalb erforderlich, weil der Halden- bauer dem Kunz Kreglinger, seinem Grundherrn, leibeigen war. Es gab auf dem Rothenburger Gebiet nur einige hundert Leibeigene, die andern waren noch gemein- freie Bauern, wenn auch drückend mit Lasten und Abgaben beschwert. Der Haldeubauer, der sein ganzes Leben unter dem Fluch der Leibeigenschaft hatte zubringen müssen, war in diesen Tagen von einem Baume gefallen und hatte das Genick gebrochen. So ward der Arme aus seiner Knechtschaft erlöst. Die Haldenbäuerin warf der Schreck aufs Krankeulager und Eva erbat sich, als die Schreckenskunde vom Tode ihres Vaters hereingebracht wurde nach der Stadt, die Erlaubniß, ihre kranke Mutter zu pflegen, was ihr von der milden Mutter Agnesens gerne gewährt wurde. Schon seit vierzehn Tagen war die schwarze Eva draußen in Detwang bei ihrer Mutter und Agnes hatte sich auf den Weg gemacht, um der Kranken einige Leckerbissen sowie guten alten Wein zu bringen, was der alte Balthasar in seiner Tasche trug. Vielleicht hatte sie die Gelegenheit auch nur wahrgenommen, um ins Freie zu gelangen, und hoffte Landjunkerthum. Der moderne Geist der großen Städte beginnt zu dominiren. _ Das kapitalistische Zeitalter kann das Mißverhältniß zwischen Stadt und Land nicht ausgleichen, weil das mobile Kapital mit dem immobilen konkurrirt. Erst im sozialistischen Zeitalter wird ein wirklicher und gerechter Ausgleich zwischen Stadt und Land möglich sein. Korrespondenzen und Porteinachrichteu. Genosse Koch, der Redakteur der„Frankfurter Volksstimine", stand am 13. Dezember wieder vor den Schranken der Straf- kammer in Frankfurt a. M. Er war beschuldigt, durch den Ab- druck eines Berichtes des„St. Galler Stadtanzeigers" über den Einzug Kaiser Wilhelm 11. in Wien den österreichischen und beut- scheu Kaiser beleidigt zu haben. Wegen der Beleidigung des deut- schen Kaisers beantragte der Staatsanwalt 3 Monate. Der Gc- richtshof sprach den Angeklagten frei.— polifirrfte Movrvsichk. Berlin, den 15. Dezember. Iticht« Nene»! Das ist die einzige Neuigkeit von Be- lang, die wir heut mitzutheilen haben. Und im Grund ist da? unter den obwaltenden Verhältnissen die beste Nach- richt. Seit Fürst Bismarck mit seiner aufregenden Nervosität und seiner Liebhaberei für diplomatische Kunststücke und Dr. Eisenbart-Kuren glücklich zur Ruhe gebracht wor- den ist,„geht in der Welt nichts mehr vor", wie ein ord- nungsparteilicher Radaujournalist wehmüthig verkündete. Die Politik ist entschieden„langweilig" geworden— die „Hetzen" und Krieg in Sicht, die Kaltwasser-Strahlen und großen Skandalpolemikern haben aufgehört,— und daS ist sehr gut, denn je weniger Neues es in Gestalt von Sensationsnachrichten giebt, desto ungestörter kann die neue Welt, die im Mutterschooße der alten liegt, sich entwickeln und wachsen, bis sie stark genug ist, d,e Hülle zu sprengen. Und Hand in Hand mit diesem Werdeprozeß, organisch einS mit ihm, vollzieht sich in reißender, zunehmender Schnelle die Auslösung der alten Gesellschaft.— Wenn man die europäische Presse von heute mit der vom vorigen Jahre vergleicht, so ist der Kontrast allerdings frappant. Damals, wohin man blickte, auf internationalem Gebiet: Verstimmungen, Anstachlung der niedersten Leiden- schaften. Erweckung von Haß und Verachtung, Aufreizung der verschiedenen Nationen gegeneinander. Hiervon ist jetzt wenig zu merken. Die Presse hat, was die inter- nationalen Beziehungen angeht, in allen Kulturländern, also Rußland nicht mitgerechnet— einen weit ruhigeren, ge- sunderen Ton angenommen und, da der Ton die Musik macht, so ist dies ein Moment, welche? wir nicht unter- schätzen wollen. Diese Besserung gilt freilich nur für das inter- nationale Gebiet. Auf dem nationalen wird es, namentlich in Deutschland, ärger und toller getrieben denn je. Der Fall des Sozialistengesetzes hat das Unternehmer- thum gezwungen, nun selbst etwas zu seiner Vertheidigung zu thun— und bei dem tiefen geistigen und sittlicheii Niveau, auf welchem die deutsche Bourgeoisie steht, hat sie keine anderen Waffen, als die der Verhetzung, der Ver- zäumdung und der Denunziation— was die biederen Herren Bourgeois„Kampf mit geistigen Waffen" nennen.— KU armen Unternehmer werden in einem Leitartikel der gut nationalliberalen„Miinchener Neuesten Nachrichten" bedauert. Anlaß dazu bietet eine Broschüre, welche die öffentliche Fürsorge für die unverschuldet Arbeitsloseu em- pftehlt und ganz verständig die Kosten für dieselben den Trägern unserer Wirthschastsordpung, den Unternehmern, aufbürden will. Berechtigt wäre dies wohl, weil die große Masse der Arbeitslosen, die industrielle Reservearmee, durch die anarchische Produktionsweise und die arbeiterschutzfeindliche Politik der Unternehmer erzeugt wird. Die Berechtigung genügt aber davon eine Erleichterung für ihr beklemmtes und be- kümmertes Herz. Sie hatte große Zuneigun. echtes und rechtes Frankenmä! Agnes den Haldenbauern aus freit, aber es war nicht möglii Grundherr verlangte, war zu hoi Nadelgelde hätte bestteiten mögen. zu en dieser Eva, die ein war. Gerne hätte seiner Leibeigenschaft be- ; die Ablösung, die sein als daß Eva sie mit ihrem Und dennoch ward Eva von der schönen und reichen Patriziertochter beneidet. Denn Eva liebte und ward wieder geliebt. Der Mann, dem ihr Herz gehörte, war Niemand anderes, als der große Lienhart von Schwarzenbronn, der Bauernhauptmann. Er hatte des Haldenbauern Töchterlein kennen gelernt, da er noch als Söldner in den Diensten der Stadt Rothenburg gestanden; ihre Herzen hatten sich gefunden und sie hatten sich Treue gelobt. Einen Leibeigenen zu heirathen hatte manche Schioierigkeiten. Lienhart dachte daran, die Freiheit seiner Geliebten zu erkaufen und hatte bei Sickingen Kriegs- dienste genommen. Er gedachte Beute zu machen iinter seinem ritterlichen Herrn. Aber der Ans- gang der Sickingen'schen Rcichsfehde brachte den Kricgsleuten des berühmten Ritters gar wenig Gewinn und Lienhart war froh, mit heiler Haut wieder nach Franken zn kommen. Da saß er denn unmuthig bald in Schwarzen- bronn, bald inKDetwang und bald bei seinem Schwager, HanS Kretzer, dem Wirth zu Rothenburg. Als die Bauern sich erboben, war's dem großen Lienhart eben recht, denn wenn die evangelische Sache siegte, so mußte auch seine Ge- liebte frei werden. Er ward alS einer der Hauptleute der Rothenburgischen Bauern erwählt und hatte jüngst mit einem gewaltigen Heerhaufen das feste Schloß Jave- stein berannt. Wenn ihn der Umschwung der Dinge jetzt auch hoch trug und ihm Macht und Ansehen gab weithin im Frankenland, sein Herz blieb bei der schwarzäugigen Eva, des Haldenbauern von Dctwang Töchterlein. Als Agnes vor des Haldenbauern HauS kam, fand sie vor der Thür drei Bewaffnete, offenbar Söldner im Dienste eines Herrn. Sie schaute verwundert auf die fremden Gesellen, wa» dies« mit frechen Blicken erwiderten. Der Eine, ein nicht, die Durchführbarkeit, eilier. Forderung zn beweisen. Die Unternehmer sind, wie leider jeder Tag von Neuem be- weist, in Deutschland noch eine so große Macht, daß gegen ihren Willen nichts durchgeführt werden kann; diese Ueberlegung genügt, um darzulegen, daß von einer Versicherung der Ar- beiter gegen Arbeitslosigkeit auf Kosten der Unternehmer noch lange nicht die Rede sein kann. Die Unternehmer- freundlichen Redakteure der„Münchener Neuesten Nach- richten" können ruhig schlafen, sie brauchen sich noch nicht zu sorgen, wie die Frage gelöst werden wird,„aus welche Weise die Arbeitgeber gegen die finanziellen Folgen der ihnen aufgelegten Lasten versichert werden können." Was übrigens die Frage der Versicherung der Arbeiter gegen Arbeitslosigkeit angeht, so wird der heutige Staat damit nur ein unbrauchbares Flickwerk zu Stande bringen, falls er wirklich sich an die Lösung der Frage heranwagt. Der heutige Staat kennt nur eine Versicherung der Arbeiter gegen Arbeitslosigkeit: da? Arbeitshaus, wie man es in England schon seit langem kennt. Erst in der sozialistischen Gesellschaft wird diese Versicherung menschenwürdig sein, sie wird auch sehr einfach sein, denn dort giebt es keine Arbeitslosigkeit, sondern ein vernünftiges Verhältniß zwischen gesellschaftlich notwendiger Arbeitsleistung und vorhandener Arbeitskraft. Die sozialdemokratische» Siege bei den Gemeinde- rathswahlen(städtischen wie dörflichen) häufen sich immer mehr. Aus Sachsen wird wieder eine ganze Anzahl von Erfolgen gemeldet— die Summe der abgegebenen sozial- demokratischen Stimmen ist in Sachsen, wie uns berichtet wird, über doppelt so groß, wie bei irgend einer früheren Wahl, und das will viel sayen, weil in Sachsen die Sozialdemokratie sich seit fast zwei Jahrzehnten an den Gemeindewahlen betheiligt. Unter anderen ist auch M e e r a n e, das langefür uns verloren war,mitGlanzwiedererobertworden. Und in Würzen, wo die Ordnungsparteien ein wahres Schreckensregiment eingeführt und ihre Gegner methodisch durch Prozesse, Entziehen von Hypotheken, Kredit- und Geschäftsschädigungen, kurz durch Chikanen jeder Art zu Grunde zu richten versucht hatten, sind die Ordnungsparteien vollständig unterlegen— freilich dort hatten d» Sozial- demokraten mit den Demokraten und Freisinnigen eine„ge- meinsame Liste" gemacht. Kuriositätshalber sei erwähnt, daß einige reaktionäre eitungen von einer Niederlage der Sozialdemokraten in e i p z i g reden! Hinter solchen Lügen soll der Kladde- radatsch der Herren Nationalliberalen verdeckt werden.— Die Bebel'sche Schrift„Zur Lage der Arbeiter in den Oäckereien" hat den Bäckermeistern keine Freude be- reitet. Hatten sie auch die Freude, daß mit ganz vereinzelten Ausnahmen die ganze Bourgeoispresse, vom Organ des crrn Engen Richter bis zu dem ocs Stöcker, für die äckermeister Partei ergriff und Bebels Untersuchungen zu verdächtigen suchte, so mußten sie doch sagen, daß die Thatsachen durch die Verdächtigungen und Ver- drehungen der Unternehmerfreunde bei vorurtheilslosen Lesern nicht entkräftet wurden. Deshalb wohl ent- schloß sich auch der von Bebel charakterisirte Verband Saxonia eine Gegenschrift herauszugeben, die unter dem Titel „Die Lage des Bäckergewerbes in Sachsen von Adolf Böhme und C. F. Joachim" soeben erschienen ist. Die Schrift ent- hält jedoch außer einer Schilderung der Lage der Säck-r- n, elfter nur den Vorwurf, daß Bebels Schnft einseitig sei im Gegensätze zu der Arbeit der„Saxonia", von der in bescheidener Weise behauptet wird, daß sie nach jeder Rich- tung einer wissenschaftlichen Kritik Stand halten könne. Der Zufall wollte es, daß am selben Tage, wo uns die Schrift der„Saxonia" zuging, das„Deutsche Wochenblatt" eine Besprechung der Schrift Bebels durch den be- gabtesten Vertreter der deutschen beschreibenden National- ökonomie, Professor Herkner brachte. Derselbe be- zeichnet Bebels Buch als eine„Schrift, die von seinen entschiedensten politischen Widersachern mit Freude und Dank begrüßt werden müßte." Aus Herkner machten die Berichte „den Eindruck einer durchaus gewissen- haften, objektiven Beantwortung". Nun wer sich vom Verein„Saxonia" über„volle Wissen- schaftlichkeit" belehren lassen will, mag Bebels Schrift eine tendenziöse nennen, wer aber Professor Herkner, den Ver- fasser der klassischen Schilderung der Mühlhausener Arbeiter- wüster Herr mit rostiger Sturmhaube, vertrat ihr den Eingang. „Wohin, Jüngserlein?" frug er mit heiserer Stimme. „Ihr werdet emeS Rathsherrn von Rothenburg Tochter den Eingang nicht wehren ," sagte Agnes stolz und ent- schieden. Der Söldner zauderte eine Weile, dann wich er bei Seite und Agnes trat ein, gefolgt von ihrem Diener und dem riesigen Hunde, welcher knurrte, als ihm einer der Knechte den Lanzenschaft vorhielt. Agnes kam an einer halb offenen Kammerthür vorüber, hinter welcher sie die kranke Haldenbäuerin auf ihrem Schmerzenslagcr stöhnen hörte. Aüs der großen Stube aber drang eine scheltende Frauenstimme. Furcht war der Tochter des Rathsherrn Anton von Badell nicht eigen, wenn sie auch ahnen mochte, daß in diesem Hause etwas Außerordentliches vorging; sie stieß also rasch die Thür auf und trat ein. Hier sah sie Eva mit aufgelöstem Haar und zer- rissenem Mieder; Thränen strömten über ihr Gesicht. Vor ihr aber stand Kunz Kreglinger, der Junker, berüchtigt durch seine Brutalität und seine Liebeshändel, dem der Haldenbauer leibeigen gewesen. „So nehmet denn einer armen alten Bäuerin die letzte Kuh aus dem Stall, ihr einzig Hab und Gut", schrie Eva verzweifelt.„Aber meine Ehre sollet Ihr mir nicht antasten; lieber spring' ich in die Tauber". „Hoho! So wild!" höhnte der Junker und faßte sie wieder am Arm. Sie stieß ihn mit Abscheu zurück. „O, wäre der Lienhart da!" stöhnte das Mädchen. „Er ist aber nicht da, der Lümmel", sprach Junker Kunz. Er ließ den Arm des Mädchens fahren, denn nun hatte er bemerkt, daß Agnes eingetreten war. Sie warf einen raschen Blick aus die Beiden. „WaS giebts hier?'" frug sie. „O mein Fräulein," rief Eva und stürzte auf sie zu, ihre Hände erfassend,„helfet, rettet!" „Wer thut Dir was zu Leide?" Verhältnisse für eine größere Autorität in Sacken der Sozia statistik hält, der unterstützt die weiteren Bestrebungen unserer Partei, über die Lage der Arbeiter in Deutschland Aus klärung zu schaffen.— Ein Mlener Telegramm meldet, daß der d e m o k r a- tische Zentralverein, an dessen Spitze der Reichs raths-Abgcordnete Kronawetter stand, auf behördliche Verfügung aufgelöst wurde. So lange dieser Verein als bescheidenes Veilchen im Verborgenen blühte und sich damit begnügte, eine Organisation des halben Schocks Wiener Demokraten zu sein, so lange kümmerte man sich in Wien nicht um diesen Verein und die Regierung ließ ihn ruhig gewähren. Als derselbe aber eine öffentliche Volks- Versammlung zur Besprechung des allgemeinen Wahlrechtes einberief uno den in Wien wegen des AuZnahme-Znstandcs mundtodten Arbeitern Gastfreundschaft und Redefreiheit ge- ivährte, war er lästig gefallen und die Regierung beeilte sich, den sonst ganz harmlosen Verein aufzulösen. Das Vor- gehen der Regierung ist charakteristisch. Hätte der demo- rratische Zentralverein das allgemeine Wahlrecht diskutiren lassen von Herren mit Zylindern und Glacehandschuhen, er wäre ungeschoren gelassen worden. Daß er aber die Ar- beiter zu der Frage Stellung nehmen ließ, bewies seine Staatsgefährlichkeit. Bekanntlich sind auch in Oesterreich alle Bürger vor dem Gesetze gleich.— Vor vier oder fünf Wochen war viel Geschrei um ein „anarchistisches Flugblatt", das in der Schweiz— anläßlich des Jahrestages der Hinrichtungen in Chicago verbreitet worven sein sollte. Jetzt ist uns das Corpus delicP zugegangen, das die Schweizer Polizei und wer weiß wie viele sonstige, nniforniirte und nichtuniformirte Angstmeier in Furcht und Schrecken versetzte. Es ist ein kleines Oktav- blatt, wie kundenhungrige Krämer sie auf der Straße ver- theilen zn lassen pflegen, mit deutschem, französischem und italienischem Text— in Trauerrand. Der deutsche Text, in lateinischer Schrift, lautet wörtlich und buchstäblich wie folgt: ERINNERT EUCH ARBEITER, am 11 novernber hat die freie Republik der Vereinigten Staaten Amerika's fünf Anarchisten den Kapitalisten als Leichnamen hingeworfen... Das Verbrechen unserer Bruder war für alle das Recht zum Wohlsein gefordert, und die Ausbeutung der Menschheit bekämpft zu haben. Last die Männer uns ein teures Beispiel sein, Krieg bis zum To dt allem Ansbustern der Menschlichkeit! Bache für Spiee, Person#, Fischer, Engel», Lingg. Das ist dieses Blättchen Papier, vor dem unsere schwach- nervige Gesellschaft erzittert! Welch böses Gewissen und wie wenig Selbstvertrauen sie doch haben muß— diese Gesellschaft! Und noch eins— für Jeden, der den deutschen Text auch nur flüchtig betrachtet, wird es sofort klar, daß der- selbe weder von Deutschen geschrieben, noch gesetzt, noch ver- breitet worden sein kann. Das Schriftstück ist unzweifelhafl in einer französischen oder italienischen Druckerei von Ni#' deutschen hergestellt. Wir glauben, ein besserer Beweis da- für, daß der Anarchismus iinter den deutschen Arbeitern vollständig ausgcspiett hat, läßt sich aar nicht erbringet Und wir haben es um so mehr für nöthig gehalten, die- hervorzuheben, als die zum Theil brotlos gewordene Spitzel- und Reptilbande des Ex-Reichskanzlers wieder kramp shasle Anstrengungen macht, das rothe Gespenst heraus- zubeschwören. Der' Bericht des französischen Reporters über die Flucht PndUjvski's wird in Paris angezweifelt. Map .ält ihn für eine Reklame-Ente. Wie dem sei, Thatsache ist, daß Padlewski sich in Sicherheit befindet, wodurch dt* französischen und der russischen Regierung eine Verlegenhe» erspart wird. Michaeli Davitt wendet sich sehr scharf gegen Parnell, dessen sträflichen Ehrgeiz er brandmarkt. Da» Eva deutete auf den Junker.„Er will meiner armen Mutter ihr letztes Gut, ihre einzige Kuh nehmen, während sie krank liegt!". „Aber Junker Kunz," sagte Agnes unwillig,„wie möge« Ihr so hartherzig sein!" Der Junker, den das Auftreten der Patriziertochtp anfangs etwas verblüfft, hatte inzwischen seine gewohnte Haltung wieder gefunden., „Mit Verlaub," sprach er,„ich übe nur mein gute» Recht aus. Der Haldenbauer war mir leibeigen und bp seinem Tode kommt mir das Besthaupt zu; ich kann nur aus seinem Hab und Gut auswählen, was mir gefällt, auch das beste Stück. Und mir gefällt einmal die Kuh!" Und Ihr traget kein Bedenken, eine arme hilflost Wittwe ihres einzigen Gutes zu berauben?" rief Agnes nw flammenden Augen. „Es ist mein Recht!" sagte der Junker trocken. „Ein Recht, das die bösen Geister der Hölle ausgeheckt und die Doktoren des römischen Rechts verbrieft und ver- siegelt haben." „Meinethalben", sagte der Junker.„Aber ich nehme, was mir zusteht. Und dieser Dirne hier iverd' ich nicht mehs erlauben, in Eurem Hause zu dienen, wo man so lästerlic» spricht von den alten Rechten der Grundherren. Sie ist dp Tochter einer Mutter, die mir leibeigen ist, und ich werde sie�auf mein Schlößlein bringen lassen." Eva brach aufs Neue in Thränen aus. Agnes avt» sprach: „Aber so seid doch menschlich, Junker Kunz!" Hohnlachend sprach er: „Die Dirn hat einen Hochmuth im Kopf, so ihr wahs' scheinlich in Eurem Hause eingepflanzt worden. Erst wollt' ichr auf mein Schlößlein mitnehmen und sie dort zur Schasfncrw machen; sie aber mochte nicht. Nun will ich mein Hauip recht ausüben und die Magd sammt der Kuh mitnehmen- so ziemt sich's gegenüber dem Trutz gemeiner und leibeign� Leute." Agnes war empört... „Da» soll mein Vater im Rath anzeigen, wie Ihr m a- ,1 ein sich ner icn hig :» tte? bf? $ OP no- ren et ülr- :ine eich citt an« icti wie eiet av« zet- and ft jil sM ich' utti zea bei« oer« l1 da« tetn ich. tzel« äst- auf' die Ion ache der heit .gen Las meß end iget ,ntt lies bei mir mch los- m>t ceft 3Ct' MC, icbt lieb die tb« der ihr« ig ipt' enl n«r mit Lcntralorgan der fortgeschrittenen englischen Eeiverkschasten, dte.People'a Press*(„Volkspresse*) zeigt an dem Beispiel des irischen Demagogen die N a ch t h e i l e des P e r s o n e n- Ju I tu 8 und mahnt, das irische Volk wie auch das eng- tlsche Volk, sich künftighin keine Götzen mehr zu schaffen von denen es schließlich geknechtet und betrogen werde sondern seine Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen.— Gestern fand— wie uns telegraphisch gemeldet wird— M La Louviöre im Hennegau— Krlgi««— ein Kongreß der Bergarbeiter von vier Kohlenbecken statt. 78 Vereine waren durch 250 Delegirte vertreten. Als Vor- sttzender fungirte der Bergarbeiter Cannewaert, welcher im . Ästigen Jahre den großen Streik in Charleroi geleitet hatte. Gm verkleideter Polizist, der sich in die Versammlung ein- geschlichen hatte, wurde gleich anfangs erkannt und entfernt. Der Schriftführer verlas einen Bericht, in welchem low statirt wurde, daß der orgauisirte Bergarbeiter- Kongreß von nun an seine Arbeit gegen die Unternehmer beginnen werde. Hierauf wurde die Frage eiues allge- weinen Ansstandes im Interesse der Erlangung des allgemeinen Stimmrechts diskutirt. Viele Delegirte erklärten, daß sie von ihren Auftraggebern ermächtigt seien, für sofortige Aiederlegnng der Arbeil zu stimmen. Andere führten ans, wan müsse infolge der neulichen Abstimmung in der Kammer nne abwartende Haltung annehmen. Die große Mehrheit des Kongresses sprach sich gegenüber einer Aeußernng des Lütticher Delegirten, der sich für revolutionäre Maßnahmen erklärte, dahin aus, daß man in einem allgemeinen Ausstände, welchen man vorbereite, nur mit gesetzlichen Mitteln vorgehen dürfe. Schließlich faßte der Kongreß folgende Resolutionen: 1. Ein allgemeiner Ausstand hat in allen Industriezweigen stattzufinden, wenn die Kammer sich nicht M der gegenwärtigen Session, d. h. vor dem Februar 1891, w entschiedener Weise über die Vorschläge betr. die Revision der Verfassung ausspricht. 2. In dem Falle, daß die Kammer che Revisionsvorschläge verwirst, ist gleichfalls ein Ausstand "'s Werk zu setzeu. Diese Resolution wurde mit 60 gegen 12 Stimmen angenommen. Mehrere enthielten sich der Ab- stimmnng. Diejenigen, welche für sofortigen Streik waren, stimmten gegen die Resolution. Der Kongreß beschloß ferner, daß am 1. Mai in allen Kohlenwerken Belgiens wie "n Vorjahre gefeiert werden solle, zum Zwecke einer Manifestation für den achtstündigen Arbeitstag. Es wurde ferner beschlossen, vertrauliche Briefe an die Bergarbeiter. Organisationen des Auslandes zu senden, um sie über die Lage in Belgien zu unterrichten und sie zu ersuchen, darauf hin zu arbeiten, daß im Falle eines Ausstandes in Belgien von ihnen keine Mehrarbeit geleistet werde zu dem Zwecke, den belgischen Markt mit Kohlen zn versehen. Es wurde ferner eine Organisation aller Heizer und Maschinenmeister beschlossen, durch welche die Gesellschaften gezwungen würden, den Betrieb für den Fall des Ansstandes der Bergarbeiter voll- ständig einzustellen. Ein plötzlicher Stillstand der Maschinen Würdeden Gesellschaften den größten Schaden zufügen. Der Prä- stdent schloß mit der Ausforderung an alle Delegirten, dafür wirken zu wollen, daß kenie partiellen Streiks zum Ausbruch kämen, damit nicht der allgemeine Ausstand dadurch ge- schädigt würde. Am gleichen Tage fand in Brüssel ein K o n g r e ß sozialistischer Studenten statt, an dem zahl- reiche Delegirte der 4 belgischen Universitäten, sowie mehrere Brüsseler Professoren theilnahmen. Die Delegation der katho- lifchen Universität Löwen erklärte, sie werde, ohne jedoch das sozialistische Programm sich anzueignen, mit dem Kongreß zur Lösung folgender Fragen zusammenwirken: Regelung der Arbeit, Erweiterung des Stimmrechts, korporative oder syndikale Organisation der heutigen Gesellschaft. An den Kongreß schloß sich ein Bankett der Kongreßmitglieder im Lokale der Sozialisten, dessen Saal eine mit Blumen um- stellte und mit der phrygischen Mütze bedeckte Büste der Republik schmückte. Zu Beginn des Banketts wurde die Marseillaise von allen Theilnehmern stehend gesungen.— Die rnfstsche Diplomatie stand eine Zeitlang in dem Ruf außerordentlicher Schlauheit— sie galt für die beste, d. h. abgefeimteste Diplomatie der Welt, und Thatsache ist, baß sie der hundert Gelegenheiten die Diplomatie des übrigen Europa über den Löffel barbiert— worin bekanntermaßen die Kunst der Diplomatie besteht. Ein persönliches Verdienst waren diese Erfolge allerdings nicht. Eine Diplomatie, die im eigenen Land mit keinem selbstständigen, widerstreitenden ".�"'ten umgehet, so Euch verpflichtet sind. Der todt- mnn�-r. wollet Ihr Nicht mehr die Kuh gönnen und wollet ihr auch die Tochter entführen. Ein Edelmann, der d.J rairiet' wüßte sich solcher That schämen gegenüber Ichutzlosen Frauensleuten*. Der Junker lachte roh und sah sie voll Haß an. ...»Trachtet nur, daß Ihr selbst beim Rath besser an- geschrieben werdet. Doch jetzt ists genug; ich laß' mich "Mmer aufhalten von Weibergeschwätz. Die Haldenbäuerin mag sich im Spittel kuriren lassen. He, Leute*, rief er mit auter Stimme,„kommet herein!* Die drei Spießgesellen kamen. «Bringet niir das Weibsbild aus mein Schlößchen", gebot er,„man soll sie dort ziemlich halten, bis ich komme. soll die Kuh im Stalle losbinden und mir auf's Schlöß- Jmt treiben. Ihr drei gehet mit und bleibt im Schlößchen.* -»Sehr wohl*, sprach der Eine der Knechte.„Kommet, Wngfräulein! Und er faßte Eva rauh am Arme. Sie ' wß ihn zurück und schrie laut auf. Tie Gluth des Zornes röthete Agnesens Wangen. «.»Hierher, Tyras," rief sie und der große Hund stellte ich drohend ihr zur Seite, während der alte Balthasar in "n Angstgeschrei ausbrach. �gnes werdet daS Mädchen nicht fortführen ,* rief »Hoho.'* rief der Knecht,„mit dem Hundevieh werden gleich fertig sein." „Stecht die Bestie nieder!* rief Kunz Kreglinger wuthend. „•. Der Knecht stach mit seiner Hellparte das arme Thier ah bann faßten sie wieder Eva, die vor Sehreck halb �mächtig war, am Arm und zerrten sie nach der RgneS war außer sich; am Boden wand sich ver- Z,,tnb ihr so prächtiger Lieblingshund, verzweiflungs- ""b hilfesuchend warf sie die Augen umher. Junker aü!? aber trat auf sie zu und sagte, die Hand auf ihren � legend: Machtfaktoren zu rechnen, und fortwährend daS denkbar einfachste Programm: Eroberung und Ueberlistung zu verfolgen hat, ist natürlich besser gestellt, als die Diplomatie eines Landes, in welchem es ein reiches politisches Leben giebt, und durch Volksvertretungen und mit einander ringende Parteien der Gang der Regierung bestimmt und das Pro- gramm der auswärtigen wie der inneren Politik häusig geändert wird. Jndeß diese größere Unabhängigkeit von der inneren Politik ist ein Vorrheil, den die russische Di- plomatie auch heute noch hat; und durch den Krieg von 1870—71, der die Annexion von Elsaß-Lothringen brachte und zivischen Frankreich und Teutschland einen schwer aus- zugleichcndcn Gegensatz schuf, ist sogar für Rußland nach außen hin eine günstigere Lage geschaffen worden, als sie jemals vorher bestanden hat. Dennoch arbeitet die russische Diplomatie nicht mehr mit der Geschicklichkeit, durch welche sie sich früher auszeichnete, was zum Theil_ darin seine Erklärung findet, daß Rußland in die Reihe derjenigen Mächte einzutreten be ginnt, deren Regierungen mit feindlichen Kräften im Innern zn rechnen haben. Und es kann wohl auch keinem Zweiset unterliegen, daß der N i h i l i s m u s den Zarismus und dessen Diplomatie vielfach hemmt, und an der Ans- uutzuug der so überaus günstigen äußern Lage hindert Jndeß, abgesehen hiervon, kann doch nicht geleugnet werden, daß die russische Diplomatie in neuester Zeit Fehler gröbster Art sich hat zn Schulden kommen lassen— Fehler, die nicht ans Schwierigkeiten im Innern zurückzuführen sind. Wir wollen nur ein Beispiel anführen: die brutalen und sinnlosen Judenverfolgungen, die in Frankreich und namentlich in England einen den Zivecken der russischen Politik möglichst nachtheiligen Rückschlag ver- anlaßt haben. Gerade in den Kreisen, die bisher, um des lieben Friedens und Geschäfts willen, sich jeder krästiaen Politik Rußlands gegenüber widersetzt hatten,— in der känfmännischeu Welt— haben diese skandalösen, die ganze Barbarei des offiziellen Russenthums offenbarenden Ver folgnngen eine tiefe Erbitterung hervorgebracht(obgleich— das sei der„Krenz-Zeitung" bemerkt, das Judenthum in der englischen Handelswelt sehr schwach vertreten ist),— und die russische Diplomatie wird das gelegentlich in sehr unan- genehmer Weise zu spüren bekommen. Einer der Uerurtheilte« von Ehicogo, die zu lebenS- länglichem Zuchthaus„begnadigt" worden sind, Oskar R e e b e, dürfte wohl demnächst in Freiheit gesetzt werden. Ein Grund für diese Annahme", lesen wir in der„New- Uorker Volks-Zeitung", ist darin zu suchen, daß der Haupt- zeuge gegen Neebe, der Wirth Franz Hein, aus dessen Zengniß hin der Angeklagte hauptsächlich verurtheilt wurde, Zweifel bekommen hat, ob er in dem Prozeß wirklich richtig ausgesagt habe. Hein hatte, wie die„Illinois Staats ~ ntung" berichtet. Folgendes ausgesagt:„Am Montag, den Mai 1886(am Tage vor dem Bombenwurf), zwischen und 10 Uhr Abends, sei Neebe in seine Wirthschast auf der Nordseite gekommen und habe einige der Racheaufrufe auf den Tisch gelegt und auf sie hingewiesen mit den Worten: „Sechs unserer Brüder wurden getödtet. Blut ist geflossen. Es könnte aber eine Zeit kommen, wo es umgekehrt geht." Neebe sei äußerst zornig aus die Polizisten der Westseite ge- wesen und habe den Aufruhr auf der Westseite(bei McCor- mick's Fabrik) erwähnt. Seit einiger Zeit war jedoch das Gewissen Franz Hein'S wegen dieser seiner Aussage beunruhigt. Kürzlich erschien er in Springfield vor Gouverneur Fiser und erklärte diesem Folgendes: Schon seit längerer Zeit werde er von Zweifeln darüber beunruhigt, ob Oskar Neebe wirklich der Mann gewesen sei, welcher die Racheanfrufe bei ihm niedergelegt habe, und mehr und mehr habe sich in ihm der Glaube be- 'estigt, daß es nicht Oskar Neebe gewesen. Seine für Neebe o sehr belastende Aussage vor Gericht habe er allerdings n gutem Glauben gemacht. Am Tage nach dem Bomben- würfe seien nämlich zwei Polizisten in seine Wirthschast ge- komnien und hätten gesagt:„Sie haben die Aufrufe, die kein Anderer als Neebe bei Ihnen hingelegt hat." Die Be- 'timmtheit, womit die Polizisten dies geäußert, habe damals n ihm wirklich die Ueberzengung hervorgezogen, daß Neebe der Mann mit den Rache-Slufnnen gewesen sei. Und da er eine gewisse Aehnlichkeit des AngeklagtenNeebe im Gerichtssaale mit dem Bringer jener Ausrufe wahrzunehmen geglaubt habe, so habe er auf_ dem Zeugenstande im Kreuzverhör durch Zeugeustande im K Staatsanwalt Grinnell den Angeklagten als den „Ihr seid schön im Zorn; schier möcht ich Euch bitten, aus mein Schlößlein mein Gast zu sein." Sie schüttelte seine Berührung wie die eines unreinen Thieres ab. Eva ward von den Knechten hinausgeschleppt. Da vernahm man einen donnernden Husschlag von mehreren Rossen auf der Straße; Eva stieß einen durch- dringenden Freudenschrei aus. „Lienhart!" schrie sie,„Lieuhart! Du kommst gerade noch zur rechten Zeit!" Es war wirtlich der große Lienhart von Schwarzen- bronn, der von Würzburg herübergeritten kam, mit den Bürgern von Rothenburg, die der evangelischen Sache zu- gcthan, zn verhandeln und die Fäden für den Eintritt der Stadt Rothenburg in den großen Bund zu spinnen. Sein Herz und eine dunkle, unbestimmte Besoraniß hatten ihn zn- erst in das Thal nach Detwang getrieben. Zwei wohl- bewaffnete Reisige begleiteten ihn. Die Knechte des Junkers Kunz Kreglinger stutzten, als der riesige Bauernhauptmann in Harnisch und Wehr, mit nnkelnden Augen, an des Haldeubauern-Hans hcranritt. Eva rang die Hände nach dem Geliebten und rief: Lienhart, rette mich!" Der Knecht, welcher Eva herausgezerrt hatte, ließ eben noch das Mädchen los und streckte seinen Spieß vor, als schon der schwere eiserne Streitkolben des Bauern- Hauptmanns mit voller Wucht auf die Sturmhaube des Knechts niedersiel, so daß der Getroffene völlig betäubt niedertanmelte. „Schelme!" schrie Lieuhart wnthcnd und mit furcht- barer Stimme,„Jungsrauenränber, wehret Euch, es geht Euch an den Balg." Und da der zweite Knecht deS Junkers den Spieß gegen Lienhart erhnb, so ward auch er mit einem nrchtbaren Schlag auf seinen rostigen Helm niedergestreckt. Ans den Lärm des Kampfes fuhren überall neugierige Köpfe auS den Fensterluken der kleinen Bauernhäuser, aber es waren meist alte Leute oder Kinder, denn waS arbeitsfähig war, befand sich auf dem Felde oder in den Weinbergen.(Fortsetzung folgt.) Mann mit den Anfrusen„identifiziri". Aber bald darauf seien ernstliche Zweifel in ihm aufgetaucht, ob er auch recht gesehen habe. Und da ihm diese Zweifel keine Ruhe mehr ließen, sei er vor dem Gouverneur erschienen." Hierzu bemerkt die„N.-I. Volksztg.":„Wir wollen hoffen, daß das endlich genügen wird, den Gouverneur zn veranlassen, Neebe frei zu geben. Alls den ganzen Prozeß aber und auf das Verfahren bei demselben wirft die Zurück- nähme des Zeugnisses von Hein ein grelles Licht. Und auf derartige Zeugnisse und aus noch schlechtere hin hat man fünf Menschen getödtet und drei lebendig begraben!"— Und wir fügen aus unserer Kenntniß der Sache hin- zu, daß der Prozeß gegen die Chicagoer„Anarchisten*— die beiläufig gar keine Anarchisten waren— nach dem Ur- theil der hervorragendsten Juristen Amerikas in gewissen- los-parteiischster Weise geführt worden ist. Und wenn je- mals ein Justizmord begangen wurde, so ist er hier ve- gangen ivorden. Hätten die Angeklagten einer anderen Partei an- gehört, und wären sie nicht Deutsche gewesen— ein Moment, das bisher nicht genügend berücksichtigt wurde— kein amerikanisches Gericht hätte sie schuldig befunden.— Der Krach in Argrutiuien. welcher bekanntlich die nächste Veranlassung zu dem Falle des englischen Welthauses B a r i u g Brothers gab, hat auf die dortige Bourgeoisie nach einer Richtung hin belehrend gewirkt: er hat ihr nämlich die Erkenntniß beigebracht, daß die Arbeit es ist, welche alle Werthe schafft— ganz wie die Sozialdemokraten es lehren—, und da die Herren Bourgeois selber nicht gern arbeiten, so sind sie ans den Gedanken verfallen, sich Arbeitskräfte von Außen en niasse oder en gros zu beschaffen, mit anderen Worten, das Geschäft des Arbeiterimports, welches in den letzten Jahren etwas zurückgegangen war, mit allen Mitteln der Reklame und des Schwindels wieder in Schwung zu bringen und im größten Maaßstabc zu organisiren. Die europäischen Arbeiter und insbesondere die deutscheu seien hiermit gewarnt! Die Werbetrommel wird bald gerührt, und es werden mächtige Anstrengunaen gemacht werden, um unter Ausnützung der elenden Arbeitsverhältnisse in Europa, durch da? Vor- gaukeln blendender Löhne und sonstige Bortheile europäische Arbeiter ins Netz zn locken. Also Ar bei ter, seid auf der Hut!— Aber auch unsere„kleinen* Kapitalisten mögen auf der Hut sein! Denn die argentinischen Baulerotteure sind aus den Gedanken verfallen, den deutschen Michel zum Opfer ihrer nächsten Geldspekulation zu macheu. In England und Frankreich bekonimen sie nichts mehr— bleibt nur noch Deutschland, die fromme Kinderstube, deren In- wohner ja vor wenigen Jahren so gutmüthig waren, dem bankerotten Rußland aus der Patsche zu helfen. Genug— vor Seelenverkäufern und Taschendieben wird gewarnt.— In der.Nat.-Ztg.* lesen wir: Wir haben schon ge- meldet, daß der Kaiser den Streik der Zigarrenarbeiter in Hamburg-Altona-Ottensen mit größter Aufmerksamkeit ver- folgt. Der Altouaer Magistrat hat, wie seiner Zeit ge- meldet, dem Kaiser über die Lage deS Streikes Bericht er- stattet. In den letzten Tagen haben nun die Sozialdemo- traten Versuche gemacht, die Regierung für die Streikenden zu erwärmen. Der Abg. Molkenbuhr sZigarrensabrikant) hat im Handelsministerium eine längere Besprechung gehabt; über letztere hat sich der Kaiser wiederum Bericht erstatten lassen." Die Nachricht der„Nat.-Ztg." ist falsch. Die ganze Meldung ist auf die einfache Thatsache zurückzuführen, daß Molkenbuhr in der Arbeiterschutz-Kommission, deren Rtitglied er war, vor acht oder zehn Tagen gelegentlich mit einigen Ministerialräthen über den Streik der Hamburger Zigarren- arbeiter gesprochen hat. Soziale Aebsvsiichk. Dl« Drdalitio« htv ,, Deutschen Kacker- Zeituus". Adresse: E. Pfeiffer, Berlin N., Koloniestraß» 80, richtet an die Nassenbewnßten Arbeiter die Aufforderung, doch ihren Einfluß und ihre Beziehungen zu den BSckergehilsen zu benutzen, um diese zum Anschluß an die Organisation der Bäckergehilfen und zum Abonnement auf die genannt« Zeitung zu veranlassen. Herr Pfeiffer ist bereit, jederzeit auf Wunsch Statuten de» Verband»» sowie Exemplare der„Däcker-Zeitung" gratis zur Verfügung zu stellen und jede gewünschte Auskunft zu ertheilen. Die Redaktion stellt die Benutznnl 'eben tst�dem Publikum zur~ ntcvtff zur' "Ng des Sprechsaal», soweit Raum dafür adju. Besprechung von Anaelegenh-sten allgemeinen Ü$. mit den, Der in der Nr. 290 Ihres geschätzten Blattes erörterte un- liebsame Vorfall ist doch sehr einseitig dargestellt. Wenn ich auch nicht zweifle, daß die unterzeichneten Herren des guten Glaubens gewesen sind, die Verabredungen betreffend die Ueberlassung des Saales seien so, wie in dem Artikel angegeben, getroffen worden, so habe ich doch für meine gegentheilige Ansicht gute Zeugen. Die Erregung, die ich für meine Person nicht leugnen will) schien mir aber auf der anderen Seite weit lebhafter, was umsomehr ins Gewicht fällt, weil ich als Einzelner einer großen Anzahl von Personen'gegennberstaiid. Ich bitte Sie, wenn Sie der Angelegenheit weitere Folge eben ivollen, dieselbe genau zu untersuchen. Ich werde zedem jeanftragten alles Material— Bücher, Beläge und Zeugen— gern zur Verfügung halten. Die Ursachen meiner Unzufriedenheit werden da leicht fest- zilstellen und eine Entschuldigung für meine Erregung bald zu > inden sein, sodaß ich das Enourtheil jedem Unbefangenen getrost überlassen darf. Berlin, den 15. Dezember 1890. Johann May. In der am Sonnabend, den 18. d. Mtl., stattgefunden«n Generalversammlung des„Arbeiterbildungsveretn» zu Friedrichs- Hagen" hat der stellvertretende Vorsitzende, der Steindrucker Jerstrau, öffentlich bekannt gegeben, eine Klique babe eine g e- Heime Versammlung in einer Privatwohn u n g abgehalten. Indem ich mich als Vertrauensmann von Friedrichs- Hagen energisch gegen diese Denunziation verwahre,.mtte ich die Genossen, Herrn Jerstrau im Auge zu behalten. Friedrichshagen, dm 14. Dezemb« 1890. Theodor Stach ow, Vertrauensmann von FriedrichShagm. Theater. Dienstag, den 16. Dezember. Gprrnstau«. Sinfonie-Abend. f chanspielhau». Eine neue Welt. »fstng- Theater. Heimgefunden. Berliner Theater. Kenn. Deutsche« Theater. Die Kinder der Exzellenz, Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Fledermaus. Sonne und Erde. Maliner-Theater. In Hemdsärmeln. Pension Schöller. Vestdenz-Theater. Der Kampf ums Dasein. Viktoria» Theater. Die sieben Raben. BeUeaUianre-Theater. Ein toller Einfall. vftend- Theater. Vor Sonnenauf- gang. Thomas- Theater. Der Soldatenfreund. Adolph Ernst»Theater. Unsere Don Juans. Bürgerliches Zchanfpielhan«. Der Kaufmann'« UariStö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten-V orst ellung. Eonrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'« Uaristö. Große Spezialitäten-Vorstellnng. Wintergarton. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andres«, Alexauder- straße 27 c. Clara Conrad, Lieder- und Walz- sängerin. Jenny Reimann, Kostüm-Soubrette. Kr. Samitti mit seinen dressirten Hunden. Mr. O. Werch, Produktionen an römischen Ringen. Max Menzel, Gesangskomiker. Mr. Koberstein, Malabarist. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags BVa Uhr. Eutree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. WWmllt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich:_ ■V Grosses Concert.*KRB Direktion A. Ködmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. EnfrPA Wochentags 10 Pfg., IhUUCe Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Fruhfturts- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Enartett-Kängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entrde 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Gastan's Panopticum. Eutröe 60 pfg., »luder 05 Pfg. v. 9 Uhr Morgens� biS 10 Uhr Abends. Torstellnng �Vorm. UV» u. 12Va Uhr. �Nachm. n.dVs-OVaWHt , eine Vorstellung r®»tvrt-©ntree 30 Pfg. Kinder frei. ?%age3Zpti!ZL Unter den Linden 22/23.[742 l" Neu. City-Passage. Neu. Dresdener-Strasse 52. 1815 Täglich; Rudolf Förster-Konzert. Anfang TVa Ohr. Entreo 20 Pf J Kaiser Friedrioh-Garten, ' E. Wirsing, früher Troll, — Rixdorf, Knesebeckstraße:— Grohe Eisbahn, wozu einladet B. Schenk. ütsiUrtn«*«« Das gr. Lager Berlins NllllllllvllsttU,Andr«a»str.S3,H.pt Circus Renz. Karlstrabe. D i e n st a g, 16. 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Eines Hinweises, sein Andenken zu ehren, wird es bei denen, die ihn näher gekannt haben und ihn richtig zu würdigen wußten, nicht be- dürfen. Er war ein würdiger Vertreter der intelligenten Arbeiterschaft. I. A.: 0. Michalick. W. Wach. Die Beleidigung, die ich gegen Herrn Restaurateur Puder, Wenden-Platz 2, ausgestoßen, nehme ich hiermit zurück. Ich erkläre s. Z. gegen Frau Rühr eine Unwahrheit gesagt zu haben und bitte es hiermit ab. Martha Eoschorek. Fachv. iL Wler. Donnerstag, 18. Dezember, Abends 88/4 Uhr, in Orschel's Salon, Sebastianstr. 39 Vorstands-Sitzung mit Hinzuziehung der W e r k st a t t- Kontrolkommission.- 2240 BWMWgWagaMSHMMSHBBBBg Bau-Anschläger! Versammlung am Sonntag. Referent: Znbeil. Freitag Säulcnanschlag. 2217 Die Commission. Achtung! Glaser- GesrUschast Berlins und Umgegend. Dienstag, 16. d. Mts., Abends SVe Uhr: Mltglieder-Vttsamlllllg in„Gratweil's Bierhallen", Kommandantenstrasse 77/79. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. (Referent wird in der Versammlung be- kannt gemacht.) 2. Ausgabe der statisti- scheu Fragebogen. 9. Aufnahme neuer Mitglieder u. Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes.— Gäste willkommen. Am 4. Feiertag(Sonntag) findet ein geselliges Zusammensein in demselben Lokale statt. Räheres in der Versamm- lung. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung Der Vorstand. I. A.: zu erscheinen. 1. Stampebl. Köpenick! Weiter- Äereill für KWick und Umgegend. Dienstag, den 16. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Kaiserhof: Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Dis- kussion. 3. Aufnahme von Mitgliedern. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen! 2226 Der Uorstand. WW, Archtarbeiter! Die Sperre über die Drahtwaaren- und Siebfabrik von 0. W. Ritzmann, Kottbuserstr. 19, ist aufgehoben. Zuzug frei! 2229 1� Nur I Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. 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Grosse öffentliche Kolks Uersammlmtg für Männer und Frauen IT am Donnerstag, den 18. Oezbr., Abends SVe Uhr, in der„Borussia-Brauerei" in Nieder-Schönweide. Tages-Ordnung: 1. Wie organisiren wir uns nach Ablauf des Sozialistengesetzes? Rch' Stadtv. Otto Klein. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. W>e verhalten wir uns den aus der Blackburne'schen Fabrik unter Anklage gestellt«» Spinnerinnen gegenüber? 5. Verschiedenes? 2106 Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der MetaHa�beEter aller Branchen am Dienstag, den 16. Dezhr., Abends 8 Uhr, in io9l'o Salon, Andreasstrasse Ho. 21» Tages-Ordnung: 1. Die Arbeitseinstellung der Dreher in der Fabrik von Joh. Friedr. Wallmann, Blumenstr. 74. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Es ist Pflich' aller Metallarbeiter, zu erscheinen. Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung her Mtlhamker mh um. tofäpofen Berlins u-llmgeges am Mittwoch, den 17. Dezember 1890, Abends SVe Uhr,_ ' im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. IG. W» Tages-Ordnung: 22o- 1. Der Kongreß der Metallarbeiter der Provinz Brandenburg. 2. Stellung- nähme event. Wahl der Delegirten. 4. Wahl eines Bezirks-VertrauensmanneS' 4. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung stow Um rege Betheiligung und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Du Versammlung wird pünktlich eröffnet. Oer Einberufer. Fachverein d. Steindrucker u. Lithogngheu. Donnerstag, den 18. Dezember, Abends SVe Uhr, in Feuerstei n's Salon, Alte Jakobstrasse Ho. 78 1 MM" Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Zadel. 2. DiskussioN- 3. Bericht über die Unterstützung der Arbeitslosen. 4. Verschiedenes un° Fragekasten. 223 Gäste sind willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Um recht zahl' reiches Erscheinen bittet Oer Vorstand. NB. Die Kollegen werden ersucht, die Billets vom Konzert des Gesang' Vereins„Senefelder" in dieser Versammlung abzurechnen. Verlag des„Berliner Volksblatt" Berlin SW., Veuthstraße 3. In nächster Woche erscheint in unserem Verlage: Die JVllliilitiits- mi Alters- nach dem Reichsgesetz vom 22.|6. 1889 übersichtlich dargestellt. Mit ausführlichem Sachregister, ca. 4 Bogen 8°. MF Preis 20 Pfennige."WMI Das vorliegende Handbuch ist bestimmt, allen an der Alters- und Jnvaliditäts-Versicherung Betheiligten«in zuverlässiger und unentbehr- licher Rathgeber in allen dabei m Frage komnienden Verhältnissen zu sein. Es ist kein bloßer Kommentar des Gesetzes, sondern eine klare, übersichtliche, gemeinverständliche Darstellung, wie sie allein bei der Komplizirthett desselben dem Laien von Nutzen sein kann. Ein erschöpfendes Fachregister ermöglicht schnellste und zuverlässigste Orientirung. Vereinen und Wiederverkäufern beim Bezüge von Partien Rabatt. Dremffpiritus 3«# Qualität, geruchlos, Voliturspiritns, sehr hochgrädig, 92-96 pCt. 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Druck und Verlag von War Aading in Berlin SW,. Veuthstraße 2. 0irr«u iwti Keilageü' 1 Beilage zum Berliner Bolksblait Nr. 293. Dienstag, de« 16. Dezember 1899. 7. Jalzrg. Anleitnng bet reffend den Kreis der nach dem Jnvalidi- täts- und Altersversicherungs-Gesetz ver- sicherten Personen. Vom 81. Oktober 1890. I. Nach§ 1 des Gesetzes, betr. die Jnvaliditäts- und Alters- Versicherung, vom 22. Juni 1839(Reichs-Gesetzbl. Seite 97) unter- «igen vom vollendeten sechszehnten Lebensjahre ab der Ver- sicherungspflicht: 1. Personen, welche als Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Lehr- linge oder Dienstboten gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt werden. 2. Betriebsbeamte, sowie Handlungsgehilfen und-Lehrlinge (ausschließlich der in Apotheken beschäftigten Gehilfen und Lehr- linge), welche Lohn oder Gehalt beziehen, deren regelmäßiger Jahresarbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt aber 2000 M. nicht übersteigt. 3. Die gegen Lohn oder Gehalt beschäftigten Personen der Schiffsbesatzung deutscher Seesahrzcuge(Seeleute) und von Fahr- zeugen der Binnenschifffahrt. II. Nach§§. 2 und 8 des Gesetzes*) sind berechtigt, sich selbst zu versichern: . 1. Betriebsunternehmer, welche nicht regelmäßig wenigstens einen Lohnarbeiter beschästigen. Hierunter fallen diejenigen Be- triebsunternehmer, bei welchen die Beschäftigung des Lohnarbeiters keinen ständigen Charakter hat, vielmehr nur gelegentlich und ausnahmsweise stattfindet. 2. Hausgewerbetreibende, das sind ohne Rücksicht auf die Zahl der von ihnen beschäftigten Lohnarbeiter solche selbstständige Gewerbetreibende, welche in eigenen Betriebsstätten im Auftrage und für Rechnung anderer Geiverbetreidenden mit der Herstellung oder Bearbeitung gewerblicher Erzeugnisse, beschäftigt werden, und Zwar auch dann, wenn dieselben die Roh- und Hilfsstoffe selbst beschaffen, und auch für die Zeit, während welcher sie vorüber- Sehend für eigene Rechnung arbeiten. Die Selbstversicherung der unter Ziffer 1 und 2 bezeichneten Personen ist aber nur insoweit zugelassen, als diese Personen bei dem Eintritt der Selbftversicherung zwar das sechszehnte, jedoch uoch nicht das vierzigste Lebensjahr vollendet haben, und als sie nicht im Sinne des tz 4 Abs. 2 des Gesetzes bereits dauernd er- werbsunsähig sind(vergl. Nr. III Ziffer 4 dieser Anleitung). III. Ausgeschlossen von der Versicherung sind: 1. Beamte des Reichs und der Bundesstaaten(§ 4 Absatz 1 drs Gesetzes). 2. Die mit Pensionsberechtigung angestelltm Beamten von Rommunalverbänden(§ 4 Abs. 1 des Gesetzes). Zu letzteren ge- hören nicht nur die weiteren, sondern auch die engeren Kommunal- Verbände(Provinzen, Bezirke, Kreise, Stadt- und Landgemeinden, selbstständige Gutsvezirke jc.). Darüber, welche Personen als„Beamte" des Reichs, der Bundesstaaten und der Kommunalverbände anzusehen sind, ent- scheiden die für dieselben geltenden dienstpragmatischen Bestim- wungen. 3. Die dienstlich als Arbeiter beschäftigten Personen des SoldatenstandeS(§ 4 Absatz 1 des Gesetzes), und zwar sowohl die im deutsche» Heere, wie in der kaiserlichen Marine Dienenden. Dagegen unterliegen zum Beispiel Soldaten, welch« beurlaubt werden, um zur Erntezeit in der Landwirthschast zu Helsen, der Ver- sicherung. 4. Diejenigen Personen, welche auf Grund des Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes bereits eine Invalidenrente be- ziehen oder doch soweit erwerbsbeschränkt sind, daß sie infolge ihres.körperlichen oder geistigen Zustandes dauernd nicht mehr im Stande sind, durch eine ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechende Lohnarbeit mindestens ein Drittel des für ihren Beschäftigungs- ort nach§ 8 des Krankenversicherungs-Gesetzes vom Ib. Juni 1883 (Reichs-Gesetzbl. S. 73) festgesetzten Tagelohnes gewöhnlicher Tage- urbeiter zu verdienen(§ 4 Absatz 2,§ 8 des Gesetzes). Personen, welche über das vorstehend angeführte Maß hinaus noch eriverbs- fähig sind, unterliegen der Versicherung auch dann, wenn sie eine Altersrente— welche nur einen von der Erwerbsunfähigkeit un- abhängigen Zuschuß zu dem Arbeitsverdienst darstellt— beziehen, oder wenn sie vom Reich, von einem Bundesstaate oder einem kkvmmunalverbande Pensionen oder Wartegelder, oder wenn sie auf Grund der reichsgesetzlichen Bestimmungen über Uniall- uerficherung— z. B. wegen nur theilweiser Erwerbsunfähigkeit oder als Hinterbliebene Wittwen oder als Aszendenten verunglückter ,•) Unter der Bezeichnung.das Gesetz" ist in der Folge uberall das J.- und A.V.G. vom 22. Juni 1889 verstanden. Svtit Volksbühne. Erste Vorstellung für die zweite Ab- (Heilung. Nach manchen Mühen ist der Verein Freie Volksbuhne glücklich dahin gelangt, auch ein zweites volles Haus zu schassen. Aon nun an können abwechselnd die erste und zweite Abthellung chre Vorstellung haben, die Vorbereitungsarbeiten sind im wesenl- lichen für beide dieselbe» und damit ist die Sache eigentlich rr.t—Ix. rr,____'_____...«itnmoFir npfrhäitlidi ae- recht in Gang gekommen, sie ist nunmehr geschäftlich ge- _ Bei der am letzten Sonntag Nachmittag stattgefnndenen ersten Sm'Ä ÄSWr Ushmen eröffnet ivurde, zurückgegriffen: man hat depe»„Volks. seind" zur Aufführung gebracht. Ich halt- auch diese Wahl für ein- glückliche und habe für WMZKMU« �ne neue Bestätigung gefunden. ««« gssas« Jbsln's groß» dichterische Meisterschaft offenbart sich dann. Arbeiter— eine Rente empfangen. Nur wenn die Pensionen, Wartegelder oder Unfallrenten den Mindestbetrag der Invaliden- rente erreichen, sind die Empfänger dieser Bezüge auf ihren Antrag durch die untere Verwaltungsbehörde ihres Beschüftigungsortes von der Versicherungspflicht zu befreien(§ 4 Abs. 3 des Gesetzes). IV. Abweichend von den Reichsgesotzen über die Kranken- und Unfallversicherung, welche den Eintritt der Versicherung an bestimmte Betriebe knüpfen, wird von dem Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Gesetz die arbeitende Bevölkerung sämmtlicher Berufszweige erfaßt, und werden alle Personen, welche als Älr- beiler oder als untergeordnete Betriebsbeamte ihre Arbeitskraft gegen Lohn für andere verwerthen, dem Versicherungszwange unterworfen. Es fallen daher sowohl die in der Landwirthschast, der Industrie und dem Handel, wie die in der Hauswirthschaft, iin Reichs-, Staats- oder Kommunaldienste, für kirchliche und Schulzwccke ze. als Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge, Dienstboten, Betriebsbeamte, Handlungsgehilfen oder Handlungslehr- linge Beschäftigten unter das Gesetz, sofern die sonstigen gesetz- lichen Voraussetzungen der Versicherungspflicht bei ihnen zutreffen. Diejenigen Personen dagegen, welche nicht mit ausführenden Ar- beiten vorwiegend materieller Art, sondern mit einer ihrer Natur nach höheren, mehr geistigen(wissenschaftlichen, künstlerischen:c.) Thütigkeit beschäftigt werden, und durch ihre soziale Stellung über den Personeukreis sich erheben, der nach dem getvöhnlichen Sprachgebrauch und vom Standpunkt wirthschaftlicher Auffassung den« Arbeiter- und niederen Betriebsbeamtenstande angehört, unterliegen nicht der Versicherungspflicht. V. Die Versicherungspflicht wie die Versicherungsberechtigung erstreckt sich gleichmäßig auf männliche und weibliche, verheiralhete und unverheirathete Personen. Auch die im Jnlande beschäftigten Ausländer sind als versicherungspflichtig(versicherungsberechtigt) anzusehen. VI. Von der Dauer der Beschäftigung, welche für die Krankenversicherung von entscheidender Bedeutung ist, wird die Versicherungspflicht nach dem Gesetz nicht abhängig gemacht. Auch eine nur vorübergehende Dienstleistung, mag dieselbe ihrer Natur nach oder auS mehr zufälligen Gründen, wie z. B. vor- übergehende Hilfsleistung in der Ernte, auf nur kurze Zeit be- schränkt sein, begründet die Versicherungspflicht. Jedoch kann durch Beschluß des Bundesraths bestimmt werden, inwieweit vor- übergehende Dienstleistungen als Beschäftigung im Sinne des Gesetzes nicht anzusehen sind(§ 3 Abfatz 3 des Gesetzes). VII. Disjcnigen Personen, welche berufsmäßig einzelne per- sönliche Dienstleistungen bei wechselnden Arbeitgebern übernehmen, z. B. Hasenarbeiter, Kofferträger, Dienstmänncr, Lohndiener, Führer, Friseusen, Krankenpflegerinnen, ferner Aufwartefrauen, Waschfrauen, Nähterinnen, Büglerinnen, die auf jedesmalige Bestellung in den Häusern der Kunden arbeiten, unterliegen der Versicherungspflicht dann, wenn sie als Arbeiter, dagegen nicht, ivenn sie als selbstständige Gewerbetreibende anzusehen sind. Im Allgemeinen werden die sogenannten unständigen Arbeiter, wie die ireien landwirthschastlichen Arbeiter, die Hafenarbeiter, die Wege-Arbeiter, die Waschfrauen:c., welche von Haus zu Haus gehen, als unsclbstständige Lohnarbeiter, dagegen die selbstständigen Kofferträger, Führer, Dienstmänner(vergleiche§ 37 der Gewerbe- Ordnung, Reichs-Gesetzbl. 1883 Seite 177), Lohudiener, Kranken- pflegerinneu, Friseusen in der Regel als gewerbliche Unternehmer zu deHandeln sein. VIII. Auch diejenigen Personen, welche von Gewerbe- treibenden außerhalb ihrer Betriebsstätten beschäftigt werden(§ 2 Ziffer 4 des Krankenversichcrungs-Gesetzes), sind als versicherungs- Pflichtige Lohnarbeiter anzusehen, sofern sie nicht Haus-Gewerbe- treibende sind(vergleiche Nr. XIX). IX. Verivandte des Arbeitgebers insbesondere Hauskinder, welche zu diesem in einem die Versicherung begründenden Ver- Hältnisse stehen, unterliegen gleichfalls den Vorschriften des Ge- fetzes(vergleiche jedoch hierzu Nr. X). Eine Ausnahme machen nur die Eheleute unter einander, da zwischen ihnen nach dem Wesen der Ehe niemals eines der für die Begründung der Ver- sicherung erforderlichen Abhängigkeitsverhältnisse bestehen kann. X. Das Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Gesetz ver- sichert abweichend von den Unfallversicherungz-Gesetzen nur die gegen Lohn oder Gehalt beschäftigten Arbeiter k. Ilm das Ver- sicheruugs-Verhültniß zu begründen, ist es jedoch nicht erforder- lich, daß der für die Beschäftigung gewährte Entgelt in baarem Gelde besteht. Es genügt vielmehr hierzu auch die Gewährung von Naturalbezügen, z. B. Wohnung, Feuerung, Kleidung, Gartennutznng, Kuhweide, Kartoffelland u. s. w.(§ 3 Absatz 1 des Gesetzes). Ohne Belang ist auch die Art der Lohnzahlung; es kann der Lohn als Tagelohn oder sonstiger Zeitlohn, als Stücklohn oder als Antheil an der Einnahme(Tantieme) gezahlt werden. Hier- daß er die geringfügige individuelle Begebenheit, diesen klein- städtischen Sturm im Glase Wasser um— eine Badeanstalt, daß er ihn künstlerisch zum Symbol eines Größeren macht, uns eine weite Perspektive eröffnet auf die großen Probleme der Mensch- heit.„Verstand ist stets bei wenigen gewesen",„die Mehrheit ist der Unsinn" und wie alle die Jnvektiven eines intellektuellen Aristokratismus, einer bewußten, geistigen Uederlegenheit gegen- über der Dummheit der Masse gelautet haben mögen— hier ist dieser sich in denselben aussprecheudeKonflikt zueiner tragikomischen, modern realistischen Verkörperung auf der Bühne geivorden, wie sie ihres Gleichen sucht.„Die Masse ist nur der Rohstoff, aus dem das Volk Menschen machen soll."— Ich will hoffen, daß das am Sonntag versammelte, diesmal gewißlich zu 90 pCt. der wirklichen Arbeiterschaft angehörige Publikum diese Ideen des„Volksfeiitdes" in ihrer ganzen Tiefe verstanden hat— sicher weiß ich nur, daß Herr Joseph, der Darsteller des Dr. Thomas Stockmaun dieselben nicht verstanden hat. Eine so ver ändnißlose Darstellung des„Volksfeindes" hätte ich nie für möglich gehalten. Wäre es Ibsens Abficht gewesen, in dem Dr. Stockniann die Karrikatur eines„Wahrheitsfatzken" zu geben, einen— wie wir in Hannover sagen—„Fibbeligcn", das heißt rückgratsloscn, zerfahrenen Schwätzer, einen gedanken- losen Radaumacher auf die Bühne zu bringen, dann wäre ihm Herr Joseph, veransgefetzt daß er seine Rolle gelernt hätte, gerecht geworden. Diese Gestalt des„Volksfeindes" aber, welche, wie vielleicht keine zweite, dem Herzen des Dichters nahe steht, hätte er, selbst wenn er die Rolle„gekonnt" hätte, in Gntud und Boden gespielt. So etwas von närrisch zwecklosem Herum- lausen auf den Brettern, wie im ersten Akt in der große» Szene mit seinem Bruder habe ich noch nicht gesehen: das war spaßig. Auch sonst ließ die Aufführung diesmal manches zu wünschen übrig. Es that mir in der Seele weh, wie die von Herrn Regisseur Hachmann mit einem hervorragenden Geschick inszenirte Volksversammlung im 4. Akt infolge der bcdatierlichcn Unbekannt- schaft zwischen Rollen und Schauspielern(den Herrn Joseph und v. Kurnatowsky) und der daraus entstehenden Verschleppung des TempoS nicht annähernd zu der ihr gebührenden Wirkung kam. Und doch würde wenigstens Herr von Kurnatowsky, wenn er die Herablassung haben wollte, seine Rolle zu lernen, ans derselben etwas recht Gutes und Interessantes machen. nach ist beispielsweise ein Kutscher, welcher einen Wagen von einem Lohnsuhrherrn mit der Bedingung übernimmt, daß ihm ein Thcilbetrag oder der eine festgesetzte Summe übersteigende Theil der Tageseinnahme als Entgelt gewährt wird, als ge- löhnter Arbeiter des Fuhrherrn anzusehen. Desgleichen sind als Lohnarbeiter anzusehen Kahnführer, welche von den Schiffs- eigenthümcrn gegen einen bestiinmten Antheil an der Fracht an- genommen sind. Als Werth der Tantiemen und Naturalbezüge wird der von der unteren Verwaltungsbehörde festzusetzende Durchschnittswerth in Ansatz gebracht(§ 3 Absatz 1 des Gesetzes). Diejenigen Personen, welche als Entgelt für die Be- schästigung nur freien Unterhalt beziehen, deren Naturalbezüge also auf die Befriedigung ihrer persönlichen Lebensbedürfnisse(Nahrung, Wohnung, Kleidung) beschränkt sind, werden von der Versicherung ausgenommen(§ 3 Absatz 2 des Gesetzes). Hiernach fallen z. B. die tn gewerblichen Betrieben oder in der Landwirthschast ihrer Eltern beschäftigten Hauskinder, sowie Lehrlinge, welchen zwar freier Unterhalt, aber nicht ein darüber hinausgehender Lohn oder Gehalt gewährt wird, nicht unter die Versicherung. Diese Personen werden auch dadurch nicht versicherungspflichtig, daß sie ein Taschengeld erhalten; denn letzteres stellt sich regelmäßig als Geschenk dar oder fällt doch, soweit es allgemein üblich ist, unter den Begriff des freien Unterhalts. XI. Die Anwendbarkeit des Gesetzes ist beschränkt auf die freien Arbeiter. Es fallen somit aus der Versicherung die Strafgefangenen, mögen dieselben innerhalb oder außerhalb der Gefangenenanstalt beschäftigt werden, sowie die in Arbeits- Häusern, Besserungsanstalten u. s. w. untergebrachten Personen. Dagegen sind die in Arbeiterkolonien oder Wanderverpflegungs- Stationen, in Armenhälisern, Irrenanstalten, Blindenanstalten, Jdiotenhäusern oder Anstalten für Epileptische beschäftigten Per- sonen als versicherungspflichtig anzusehen, soweit sie einen den freien Unterhalt übersteigenden Lohn oder Gehalt für ihre Arbeit erhalten. XII. Der Begriff des„Gesellen" ist im Wesentlichen dem § 121 der Gewerbeordnung entnommen und bezeichnet die un- selbstständigen im Handwerk technisch ausgebildeten Personen. Da- gegen ist der Begriff„Gehilfe" nicht in dem engen Sinne des getverblichen Hilfspersonals, sondern in der weiteren Bedeutung eines Arbcitsgehilfcn zu verstehen und umfaßt alle Hilfspersonen eines Arbeitgebers, deren Thätigkeit in wirthschaftlicher und sozialer Beziehung derjenigen dts'Arbeiters, Gesellen oder Dienstboten im Allgemeinen gleichwerthig ist. Hiernach, verde» z. B. die bei Reichs-, Staats«, Kommunal- behörden, sowie die in den Bureaus der Rechtsanwälte, Notare, Patentanivälte, Gerichtsvollzieher, Auktionatoren, Berussgenossenschaften it. s. io. beschäftigten Schreiber, Kanzlisten, Kasfenboten, Kanzleidiener, Polizeidiener, Genteindediener, Nachtwächter, Flur- Hüter, Feuerwehrleute und ähnliche Angestellte, welche vermöge der mehr mechanischen, auf die Verwendung ihrer körperlichen Kräfte und Fähigkeiten gerichteten Dienstleistungen mit den Arbei- tern tt. s. w. auf gleicher oder doch annähernd gleicher Stufe stehen, zu den Gehilfen zu rechnen sein, sosern dieselben nicht nach den dienstpragmatischen Vorschriften als Reichs- oder Staatsbeamte oder als pensionsberechtigte Kommunalbeamte anzusehen sind(ver- gleiche Nr. III Ziffer 1 und 2). Dagegen werden die in dem sogenannten höheren Vureaudienst beschäftigten Expedienten, Registratoren u. s. w. als Gehilfen nicht anzusehen sein. Eben so wenig werden Assessoren u. s. w., welche als Hilfsarbeiter bei Behörden, Rechtsanwälten u. s. w. thätig sind, als Gehilsen gelten können. (Schluß folgt.) Ufolmles. Dao Massenelend, welches Berlin unter seiner glänzenden Außenseite birgt, bekundet sein Vorhandensein am augenfälligsten in der„gnadenreichen" Weihnachtszeit. Wer die„Weihnachts» bitten" alle liest, welche die Spalten mancher Zeitungen füllen, wer die„Weihnachtsbazare" betrachtet, deren auch in diesem Jahre wieder dreißig und einige veranstaltet worden sind von den jeiveiligen Wohlthätigkeitsvereiuen, wer die vielen„Weih- nachtsbcscheerungen" in Betracht zieht, die zum Besten der Armen und Nothlenden arrangirt werden, der wird einen oberflächlichen Begriff bekommen von der herrschenden Roth in einem großen Theile der Berliner Bevölkerung. Wer der Sache etwas tiefer auf den Grund geht und beispielsweise hört, wie die„liberalen" Stadtverordneten in ihren„freisinnigen" Bezirksvereinen konsequent das Paradepferd der„Armendirektion", deren Etat verschiedenes Ich erinnere mich mit Vergnügen seiner Leistung als Dr. Schimmelpfennig in„Vor Sonnenaufgang". Dieser Schauspieler könnte, wie mir scheint, bei der nöthigen Selbsterziehung ein» wirkliche Kraft für die moderne, realistische Bühne sei». Als Kritiker hätte ich noch gern gemußt, ob das Lispeln des Herrn Samst jun. eine Roth oder eine Tugend sei— so muß ich inich eines Urtheils darüber enthalten. Rügen möchte ich noch, daß man der Aufführung die in- dustrielle Uebersetzung des Herrn Wilhelm Lange, welcher in seiner Willkür Namen verändert, den Thomas zum Otto, den Peter zum Hans macht und sich sonstige Scherze erlaubt, zu Grunde ge- legt hat, statt der literarisch ernsthaften und vom Dichter auto- rifirten der Frau von Borch. Es dürfte doch die Thatsache be- kannt sein, daß Herr Wilhelm Lange dem Dichter der von ihm für flicclam übersetzten Dramen die Betheiligung an der geschäftlichen Ausnutzung derselben stetsin schonendster Weise ersparthat— und die Bekannschafl mit dieser Thatsache müßte, meine ich, dem Verein „Freie Volksbühne" genügen, um an den Uebersetzungen jenes industriellen Herrn unt gleicher Schonung vorüber zu gehen. Otto Erich Hartleben. * Bs. Lesstugtheater. Neu einstudirt: Heimgefunden. Volks- stück in drei Akten von Ludwig Anzengruber. Nur ein Dramatiker, der das Volk gekannt und mit ihm gefühlt hat, nur ein wahrer, ein echter Poet vermag solch ein Stück zu schreiben. Die Wiener Arbeiter wußten gar wohl, weshalb sie vor dem Sterbehause Anzengruber's, dem leider uns so früh Entrissenen, jene er- greifende, ursprüngliche Demonstration improvisirten. Er hat es verstanden, den Pnlsschlag der neuen Zeit zu fühlen und die im Volke auskeimende Gedankensaat, ein trefflicher Gärtner, zu hegen und zu pflegen. Ein aus dem Herzen kommender, zum Herzen gehender Humor überfluthet seine Schöpfungen, Alles ist der lebenstvarmen Wirklichkeit abgelauscht, nichts Gekünsteltes, Ge- zwungenes verletzt das natürliche Empfinden. Der Sohn kleiner Leute, den mit Ach und Weh die Seinigen studiren lassen, macht rücksichtslos seinen Weg, wird ein gesuchter Advokat, führt ein glänzendes Haus und wird durchaus seiner Familie entfremdet. Der Ruin ist die Folge seiner Lebens- führung, und nun zeigt uns der Dichter, wie der gebrochene, der Verzweiflung preisgegebene Mann an der Hand eines selbstlosen, warmherzigen Bruders, einer trefflichen Mutter„heimfindet", L Millionen jährlich beträgt, reite» zum Beweise dafür, daß seitens der Stadtverwaltung in freigiebigster Weise für die Armen gesorgt wird, wer dann weiter auf die trockenen und doch so beredten Zahlen stößt, welche die Verwaltung des„städtischen Obdachs" veröffentlicht, wer überhaupt ein offenes Auge und Verständniß hal für'die Symptome des Elends, wie sie so viel- fach zu Tage treten, der wird an ihnen einen noch zuverlässigeren Gradmesser des Massenelends erhalten, welches die Nachtseite der glänzenden Millionenstadt, die Kehrseite der Medaille bildet. Trotzdem leben wir nach Ansicht mancher Leute in der besten aller Welten. Die Armen und Elenden sind an ihrem Elende selber schuld, aus dem einfachen Grunde, weil sie nicht arbeiten wollen! Denn, so hört man ja so häuflg sagen,„wer arbeiten will, der sindet auch Arbeit." Erne sehr cbarakteristische Illustration zu dieser„freisinnigen" Phrase bildet folgende Notiz, welche wir gestern in einer hiesigen bürger- lichen Zeitung fanden: Verhungert. Ein Bild des Elend zeigte sich vor- gestern Sonnabend, Abend, in der siebenten Stunde den Passanten der Neuen Promenade in der nächsten Nähe des Weihnachtsmarktes. Inmitten des dort herrschenden starken Verkehrs brach plötzlich eine etwa sechszigjährige, ärmlich ekleidete Frau auf den Fahrdamm zusaminen und zwar o dicht vor einer vorüberfahrenden Droschke, daß sie einige leichte Verletzungen durch die Huftritte des Pferdes erlitt. Wie sich bald herausstellte, ,var die Frau fast ver- hungert und infolge dessen bewußtlos geworden; die Verunglückte, eine in der Pappel-Allee wohnende Wittwe Dressel ist schon seit einem Jahre ohne Subsistenz- mittel und hat seit dieser Zeit ein wahres Hungermartyrium durchgemacht. Im Sommer versuchte die Aermste sich durch Verkauf von Fliegcnstöcken etwas zu verdienen, ihr Kind, ein vierzehnjähriges Mädchen, erwarb in einer Fabrik bis vor kurzer Zeit 4M. in der Woche, aber auch diese geringe Beihilfe fiel dadurch aus, daß das Mädchen die Stellung verlor. Die Anstrengung der alten durch Hunger geschwächten Frau, auf dem Weihnachtsmarkt irgend wel- chen Verdienst zu finden, war vergeblich. Auch vorgestern war die Bedauernswerthe den ganzen Tag auf der Straße umhergelaufen, bis sie endlich erschöpft zusammenbrach. Sie wurde von einem in der Nähe wohnenden Restaura- teur mit Speise und Trank erquickt und Dank der Mild- thätigkeit der Passanten wurde ihr eine kleine Summe ein- gehändigt, wodurch sie wenigstens für einige Tage vor der bittersten Roth geschützt ist. Die besagte Zeitung, der wir diese Notiz entnommen, thut sich ganz besonders durch Veröffentlichung von„Sensationsnachrichten" und„pikanten" Geschichten zur Unterhaltung ihrer Leser hervor. Gemeinhin spielen sich dieselben in vornehmen„Damenboudoirs", in„Künstlerateliers" u. dgl. m. ab. Augenscheinlich war der diesbezügliche Stoff momentan ausgegangen, deshalb mußte zur Abwechselung einmal eine verhungerte Proletarierin herhalten, da? sensationslüsterne Zeiwngslesepublikum zu befriedigen. So etwa? liest sich auch einniat ganz schön und— weiter hat es keinen Zweck I Deshalb findet sich auch obige Notiz ohne jeden Kommentar unter den sonstigen Lokalnachrichten abgedruckt, dem Sensationellen ist Rechnung gettagen, man„entsetzt" sich psticht- schuldigst über ein derartiges„Vorkommniß" nach dem Lesen und hat im nächsten Augenblick das Ganze bereits wieder ver- gessen. Was ist es denn auch schließlich weiter? Es ist ja traurig, ja, aber— so etwas kommt doch alle Tage vor! Nun, lassen wir jene Helden, mit ihnen haben wir uns hier nicht zu befassen. Was aber sagen jene freisinnigen Maulhelden, welche stets behaupten,„wer nur arbeiten will, der findet auch Arbeit," zu dieser Notiz? Wird durch sie nicht ihre Behauptung Lügen gestrast? Ja, werden Jene sagen, eine sechszigjährige Frau! DaS ist doch ganz etwas Anderes! Freilich, freilich, wer ar- beiten will, der findet auch Arbeit, so lange er nämlich jung ist, im Vollbesitze seiner Arbeitskraft, mit jedem Lohne zufrieden, der ihm geboten wird und willig, sich ausnutzen zu lassen nach Herzenslust. Unter diesen Voraussetzungen mag es allerdings möglich sein, Arbeit zn finden. Wird der Mensch aber alt, dann kann ihn Niemand mehr gebrauchen, dann wird ihm, wo er auch anklopfen mag, keine Thür geöffnet, dann kann er sehen, wie er sein Leben fristet, und wenn er es nicht kann, dann darf er getrost aus offener Straße verhungern. Ein Beispiel für viele ist eben gedachte unglückliche Wittwe, welche arbeiten wollte und nicht konnte, welche elend umkommen mußte, weil sie keinen Verdienst fand, trotzdem sie Alles aufbot, solchen zu sinden. Sie verschmähte es, von Almosen zu leben, sie wollte leben durch ehrliche Arbeit. Wer giebt einer sechszigjährigen Frau Arbeit,>vo in Hülle und Fülle junge Kräfte zu jedem Preise zu haben sind! Was kann eine alte Frau überhaupt verdienen? Durch die Roth gezwungen mußte sie auch noch ihr wohl kaum der Schule entwachsenes Töchterchen einem Fabrikanten verkaufen für den Wochenlohn von— 4 Mark! Kannte dieser die Nothlage der Leute? Möglich! Vielleicht war er noch stolf aus sein« Humanität, daß er dem Mädchen Arbeit gab für 4 Mk. Wochenlohn! Doch von Humanität kann ein Fabrikannt nicht leben und so wurde denn das Mäd- chen aus seiner„lohnenden" Beschäftigung entlassen, vielleicht verdrängt durch eine billigere Arbeitskraft. Oder hatte sie viel- leicht auch nicht Lust zu arbeiten? Hat sie nur aus Liebe zum Müßiggänge die Arbett verlassen? Hat sie sich nicht weiter de- müht, Arbeit zu erhalten? Es ist wohl nicht nöthig, eine Ant- wort auf diese Fragen zu geben! Von allen Hilfsmitteln entblößt, feläutert, bereit und sähig, ein neues Dasein für sich und die innigen zu beginnen. Der schlichten und doch so wirkungsvollen UeberredungSgabe des guten Thomas, der zwingenden Gewalt der Erinnerungen und der Reue vermag er nicht zu widerstehen. Sein Weib, das er schwer ge- kränkt und seine Tochter, deren Hochmuth in der Stunde der Gefahr wie Schnee vor der Frühlingssonne schmilzt, weiß der prächtige Thomas mit Zartgefühl und Humor seinem Bruder wieder zuzuführen. Was für köstliche Figuren sind diese wackere, zungenfertige, in dem Thomas bis über beide Ohren verliebte Frau Zbandl, der alte Bureauvorsteher Fähnlein mit dem guten Herzen und den ewigen fanx pas, der Austräger Florian, das Faktotum der Hammer in Erdberg! Das intime Seelenleben der kleineu Leute vermag Niemand so anschaulich und treffend zu schildern, wie Anzengruber, der selber ein Kind jener Gesellschastsschichten ist, die er mit Vorliebe behandelt hat. Das Lessing-Theater hat«inen glücklichen Griff gethan, als es„Heimgefunden" neu cinstudirt über feine Bretter gehen ließ. Es wird sicherlich ein Zugstück werden. Die Jnszenirung war eine geradezu meisterhafte. Was dekorative Kunst zu leisten ver- mochte, wurde hier geboten. Der Weihnachtsmarkt mit seinem bunten Treiben war entzückend: kein Strich zu viel, kein Sirich zn wenig, frei nach der Natur. Die Winterlandschaft im zweiten Akt war gleichfalls ein Kadinetsstück. Die Darstellung war sehr gut. Im Mittelpunkt stand der ThomaS, den Herr Schönfeld frisch und flott unter wohl verdientem Beifall spielte; diese Rolle dürfte«ine der besten des talentvollen Künstlers sein. Eine aus- gezeichnet« Partnerin war Frau Stägemann als Wittwe Xandl; diese beiden wußten„wranerisch" zu reden, ein wahrer Hochgenuß für dos Ohr des Süddeutschen, der mit Grauen so oft hören muß, wie die süddeutschen Mundarten auf deutschen Bühnen mißhandelt werden. Herr Höcker spielte den Fähnlein, wie eben nur Herr Höcker dies vermag. Julia Berger als Frau des Ad- vokalen, Frl. Baste als Tochter gesielen; als alte Hammer wurde durch Luise von Pöllnitz mit Verständniß gegeben. Herr Waldow verdient für seinen Florian gleichfalls Lob, ebenso Herr Sauer, der den braven Konzipisten munter spielte. Herr Stägemann als Advokat Hammer hätte mehr Wärme und Lebendigkeit zeigen sollen; die Abenteuer der Winternacht machten ihn nicht auf- thaueu, und das war bedauerlich. ohne Beschäftigung, ohne Verdienst, wäre die unglückliche Frau Hungers gestorben, wenn sich nicht zufällig Menschen ihrer erbarmt hätten. Und dieser Fall steht nicht vereinzelt da, in gleicher Lage befinden sich Viele, in gleiche Lage werden immer mehr Leute gedrängt, da die Arbeitslosigkeit in stetem Wachsthum begriffen ist. Was nützen aber die Millionen der Armendirektion, wenn sie nicht einmal im Stande sind, Menschen vor dein Hunger- tode zu schützen? Was nützt der Arbeitswille, wenn die Arbeits- gelegenheit fehlt? Es ist sehr wohlfeil, von Arbeitsunlust zu sprechen. Die Arbeitsunlusligcn, die leiden selten Roth, die wissen die Quellen sehr wohl zu finden, die ihnen die Mittel gewähren, um„anständig" leben zu können; der Arbeitslustige aber, der sich durch ehrliche Arbeit zu ernähre» bestrebt ist, er findet weder Ar- beit noch Verdienst und muß auf offener Straße verhungern. Es ist wahrlich die höchste Zeit, daß andere, gesundere Verhältnisse Platz greifen, daß das„Recht auf Arbeil" zur Thatsache wird, daß Jeder arbeiten kann, der arbeiten will. Das Proletariat will Arbeit, keine Wohlthaten. Wir erhaltr« folgend«« Schreibe»: Als wir uns am Sonntag nach Pankow begaben, um der Versammlung der Perl- mutterarbeiter im Lokale Kaiser Friedrichstraße 50—51 beizuwohnen, erfuhren wir, daß die Versammlung nicht stattfinden konnte, weil der Wirth nicht die nothwendige Konzession besitzt. Es fand daher nur ein gemüthliches Zusammensein mit Gesang bis gegen 4 Uhr Nachmittags statt. Mit den Pankower Kollegen wollten wir denn nach einem Lokale der Schützenslraße gehen. Beim Uebergange der Stettiner Bahn fuhr ein Pferdebahn wagen an uns vorbei, und da gerade von uns gesungen wurde, sprangen mehrere Gendarmen ans dem Wagen heraus, von denen einer der Singenden arretirt wurde. Auf dem Amt fanden sich noch drei andere Arrestanten vor und wir vier wurden in eine kleine Zelle gesperrt, die schlecht geheizt war. Gegen 7 Uhr wurden wir in eme andere Zelle gebracht, die ein wenig erwärmt war. Hier verblieben wir bis zum Montag gegen 9 Uhr. Zeugen, die von dem Vorkommniß etwas wissen, wollen sich schleunigst beim Rechtsanwalt Dr. Reiche, Leipzigerslr. 40 melden. Den Parteigenossen Charlottenburgs, sowie auch denen der anderen Orte, welche einmal nach Eharlottenburg hinkommen sollten, giebt die dortige Lokalkommission bekannt, daß der Saal der„Kaiserbrauerei", Sophie- Charlotten st raße nicht mehr unentgeltlich den Arbeitern z u Versammlungen freisteht. Gegen Zahlung von 60 Mark als Entschädigung für Heizung und für Abnutzung der Tische und Stühle würde der Pächter desselben sich allenfalls herablassen, den Arbeitern den Saal herzugeben. Dagegen steht uns der Saal der Bärenbrauerei nach wie vor zur Verfügung, jedoch mit der Einschränkung, daß die Versammlungen um 12 Uhr spätestens ihren Schluß gefunden haben müssen. Die Lolralsiommisston»o» Johannisthal--Nieder- chonweide veröffentlicht, daß das„Berliner Volksblatt" in enftlcben's Volksgarten nnd bei Ludwig in Johannisthal aus- liegt. Hingegen sind dort sämmtliche Säle den Genossen zu Versammlungen verweigert, selbst der Henneberg'sche Saal ist uns jetzt verschlossen, obgleich er uns solange zur Verfügung stand. Nach Ansicht des betreffenden Wirlhes, müßten die Demokraten heraus. In Nieder-Schönweide steht den Arbeitern nur der Saal der Borussia-Brauerei offen, alle anderen werden ihnen veriveigert. Zwar liegt das„Berliner Volksblatt" bei Mally aus, doch verweigert derselbe den Saal. Weiter liegt dasselbe bei Siebenbauni aus. Der Kaufmann und Destillateur Ernst Ullrich besitzt die Freund- lichkeit, den Arbeitern zu gestatten, sich bei ihm zu amüsiren, jedoch legt er das„Berliner Volksblatt" nicht aus. Den zielbewußten Arbeitern glauben wir nicht erst sagen zu brauchen, wie sie sich zu verhalten haben. Die Herren Wirthe aber erinnern wir daran, daß der Winter nicht ewrg dauert und daß die Arbeitergroschen ihnen ebenso angenehm zu sein pflegen, wie die der Bourgeoisie. Jedenfalls werden die zielbewußten Arbeiter bei ihren Sommerausflügen sich«rinnern, wo man ihre Genossen zu jeder Zeit entgegenkommend behandelt und wo nicht. Wenn Leute glauben, daß die Sozialdemokraten hinausmüßten, so könnte sich schließlich einmal das Blättchen drehen; nicht die Sozialdemokraten fliegen hinaus, sondern solche Wirthe, die auf die Arbeitergroschen angewiesen sind, können leicht vom Gerichts- Vollzieher hinausgebracht werden. AI« Erwiderung auf da« Schreiben de«„Derein» Kertiner Musiker", das wir in der L.Beilage unserer Nr. 287 vom S. Dezember er. unter„Lokales" veröffentlichten, erhalten wir von dem Herrn Schonert, gegen den sich jenes Schreiben richtete, eine längere Auseinandersetzung, der wir folgende that- sächlichen Angaben entnehmen: Vier lange Jahre war ich Mitglied des Berliner Musiker- Vereins. In diesen vier Jahren hatte ich aber diesem Verein kein einziges Musikgeschaft zu verdanken gehabt. Dem zufolge hätte ich also verkommen können, wenn fich nicht ein klernes Häuflein Freunde gefunden hätte, die dem Berliner Musikerverein aber nicht angehören und auch nie angehören wollen, sich meiner annahmen und mir Beschäftigung gaben. Wenn ich nun selbst einmal ein Musikgeschäst habe, wozu ich Musiker bestellen soll, dann ist es wohl zunächst meine Pflicht, daß ich erst Derjenigen gedenke, welche meiner in den vier Jahren, wo derMusikerverein mir gegenüber seine Pflicht vergaß, gedacht haben. Ich bekam vor nicht langer Zeit die Komplettirung einer Musik- kapelle von 26 Mann übertragen. Trotzdem nun mindestens 20 Mann davon dem Musikerverein angehörten(es befanden sich sogar einige vom Vorstand des Vereins darunter), wurde ich doch vom Verein, der mich vier Jahre lang nicht zu kennen schien, vorgeladen, um mich zu verantworten deswegen, weil ich Nichtvereinsmitglieder beschäftigt habe. Den Vorwurf, daß ich den Lohn herabdrücke, macht« man mir damals nicht; damit kommt man erst heute; nachdem ich schon mehrere Monate aus dem Verein heraus bin. Man muß mich doch da furchtbar hassen, sonst würde man nicht so viel lächerlichen Kram hervorholen um mich damit zu kompromittiren, wenn dies überhaupt möglich ist. Es wurde mir nun da vom Vorstand des Vereins gesagt:„daß ich mich streng an das Statut zu halten habe und meine Pflicht erfüllen muß." Herr Schonert führt dann weiter aus, daß er diese letztere Forderung für unbegründet halte, einmal, weil der Verein ihm (dem Schonert) gegenüber seinen Verpflichtungen nicht nach- gekommen und sodann weil der Verein nicht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehe, er(Schonert) aber nur unter dieser Voraussetzung dem Verein angehört habe. Wir können»ins selbstredend auf eine Entscheidung des Falles nicht einlassen, da uns die Beurtheitting der streitigen Thatsachcn nicht ohne Weiteres möglich ist. Der Polizeizirästdent bringt nachstehende Polizeivcrordnung in Erinnerung:§ 1. Kindern unter 14 Jahren ist das Feitt bieten und der Verkauf von Waaren irgend»velcher Art, sowie das gewerbsinäßige Musikmachen und Darbieten von Schau- stellungen allf öffentlichen Straßen und Plätzen, auf Hausflure»», Treppen und Höfen, sowie in öffentlichen Schanilokalen, Re- staurationen und Konditoreien untersagt.§ 2. Das in§ 1 ausgesprochene Verbot erstreckt sich nicht auf das Feilbieten und den Verkauf von Waaren auf den Straßen und Plätzen, ans»vclchen der Weihnachtsmarkt abgehalten»vird, während der Dauer des letzteren/§ 8. Eltern, Vormündern oder Pflegern ist untersagt, die unter ihrer Aussicht oder Pflege befindlichen Kinder unter vier- zehn Jahren zu dem nach§ 1 verbotenen Gewerbebetriebe anzuhalten.§ 4. Gast» und Schankwirlhen, Restaurateuren, Kon- ditoreien, sowie deren Stellvertretern ist untersagt, den nach§ 1 verbotenen Gewerbeverkehr in ihren Lokalen zu dulden.§ 6. Mit Geldbuße bis zu 30 Mark, an deren Stelle im Falle des 1 Unvermögens entsprechende Haft tritt, werden bestraft: a. Ettern, Vormünder und Pfleger im Falle der Uebertretung des Verbot? »»§ 8; b. Gast- und Schankivirthe, Restaurateure und Konditoren, soivie deren Stellvertreter im Falle der Uebertretung des Verbots in§ 4. Derselben Strafe unterliegen, vorbehaltlich der Besttnlmungen in§§ 53—57 des Straf-Gesetzbuchs für das Deutsche Reich, Kinder unter 14 Jahre»»,»velche dem Verbote in§ 1 zuwiderhandeln.— Wir kommen hierauf noch zurück.. /jj Ilebn* die Pesnltate der Koiff'sche» Methode liegt nunmehr ein vorläufiges Urtheil Professor Gerhardt's vor und zivar, so weit sich dasselbe auf dir bisher gemachten Beobachtungen stützen kann, welche allerdings bis zum 16. November zurückdatiren. In den vier Wochen sind an etwa 60 Patienten im Ganzen 380 Injektionen mit der Koch'schen Lymphe vorge- nommen worden, stets nach dem Prinzip, mit ganz geringen Dosen anzufangen und allmälig mit der Dosirung zu steigen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle handelte es sich, de« Charakter der Gerhardt'schen Klinik entsprechend, um Fälle von Lungen-Tuberkulose in verschiedenen Stadien, meist in Ver- bindung mit Erkrankungen des Kehlkopfs. Die Bedeutung de- Mittels zur Sicherung der Diagnose hat sich durchan? bestätigt. Sein Werth als Heilmittel kann bei der Kürze der Beobachtungszeit natürlich noch nicht endgiltig ent- schieden werden. Jedenfalls ist bereits bei einer Anzahl tuber- kulöser Kranker eine nicht unwesentliche Besserung erzielt worden, und zivei von diesen haben sogar das Krankenhaus verlassen, »veil sie glaubten, der Koch'schen Behandlung nicht mehr zu be- dürfen. Der Auswurf wurde, wie dies auch von anderer Seite vielfach angegeben»vorden ist, reichlicher und schleimiger, und in vielen Fällen waren keine Tuberkel-Bazillen mehr in demselben nachweisbar, die überaus lästigen Nachtschwciße nahmen ab, da- Körpergewicht ging in die Höhe. Bei elner Reihe von Patienten konnte keine Geivi Ptszunahme, dagegen bei mehreren eine Gewichts- abnähme konstattrt werden. In der ganzen Zeit starben nur drei siranke; zwei von ihnen befanden sich in einem recht vorgeschrittenen Stadium der Erkrankung, bei der dritten Patientin trat die Tuberkulose gänzlich zurück gegen ein anderes schweres Allgeineinleiden. Im Allgemeinbesinden zeigten sich be, den einzelnen Patienten mehr oder minder ausgesprochene ind»- viduelle Verschiedenheiten, einige freilich boten eine so bedenklicht Verschliinmening ihres Zustandes dar, daß von der Fortsetzung der Einspritzungen unter allen Umständen Abstand genommen werden niußte. Am Schluß seiner überaus sachlichen Aus- einandersetzung wies Geheimrath Gerhardt noch einmal mit aller Entschiedenheit darauf hin, daß es die oberste Pflicht sey nur solche Patienten der neuen Behandlung zu unterziehen, deren Lungenerkrankung im ersten Stadium stehe. Bei der Kehl- kopf-Tuberkulose lägen die Aussichten bedeutend günstiger. Jw' merhin dürfe man sich der Hoffnung hingeben, in einer Anzahl von Fällen vielleicht auch dauernde Besserung zu erzielen- Ein sicheres Urtheil lasse sich jedoch erst nach Jahren fällen, vor der Hand müsse man schon mit den erzielten Resultaten zufrieden sein.— Ei«« N«rgift«ng durch»lnr» Kurpfuscher hat gegen« wärtig«in Strafverfahren beim Landgericht veranlaßt. Opfer des Quacksalbers war eine Frau K., die an der Gelbsucht und am Magen litt. Sie wollte eine homöopatische Kur durchmachen und wandte sich zn diesem Zivecke an einen als heilkundig be- rufenen— Zigarrenarbeiter. Die Behandlung,»velche der Kranken zu Theil»vurde, war allerdings äußerst wirksam, und schon am folgenden Tage war sie von allen ihren Leiden befreit- Ihr Zustand verschlimmerte sich nämlich derart, daß sie schleunigst in das Krankenhaus am Friedrichshain aufgenommen werde» mußte, wo sie alsbald verstarb. Alle Anzeichen deuteten auf ei»' Vergiftung, und so wurde die Angelegenheit sofort zum Gegen' stand einer Untersuchung gemacht. Dem Ger»chtschemiker Dr. Bein ist es nunmehr in der That gelungen, aus den Leiche»' theilen eine Vergiftung durch Phosphor nachzuweisen. Es ist»»' folge dessen Anklage»vegen fahrlässiger Tödlung erhoben. TafL Versahren richtet sich gegen einen geiviffen Paul Kämpe in Ne»' I Weißensee. Derselbe bestreitet die That jedoch und behauptet, nicht i er, sondern«in anderer Zigarrenmacher habe die Behandlung verschuldet. Diehzncht d«r Stadt Kerli«. Durch die Rieselgüter ist die Stadt Berlin nicht nur ein großer Gutsbesitzer, sondern au« ein großer Viehzüchter und Mäster geworden. Auf dt» 5 städtischen Rieselglltern wurden im letzten Etatsjahr 247 Kühf- 294 Ochsen und 1270 Schafe gehalten. 240 Kühe wurden w>t einem Verlust von 7940 M. verkaust, dagegen wurden an dt» verkauften Ochsen ein Gewinn von 9765 M. erzielt, an den vtf kauften 1276 Schafen wurden 3563 M. verdient. Polizeibericht. Am 13. d. M. Mittags wurde ein Man» auf der Straße von Un»vohlsein befallen: er trat deshalb in eint» Geschäftskeller des Hauses Weinbergsweg II B ein und verslal» dort alsbald am Herzschlag.— Um dieselbe Zeit wurde c»» Mann in seiner Wohnung in der Lindenstraße unter dem Tisch' liegend todt aufgesunden. Auch hier scheint ein Echlagfluß d» Todesursache geioesen zu sein.— Nachmittags versuchte e»" I3jähriger Knabe in der Alexanderstraß« aus einen in der F# befindlichen Möbelwagen zu klettern. Er fiel dabei zur ErM. wurde von dem Hinterrad« erfaßt und erlitt eine nicht unbed«»' tende Verletzung des rechten Beines.— Ii» der Nacht zum d. M. wurde aus dem Bürgersteige des Lützoivplatzes ein Sold» aus einer Kopfivunde blutend beivußtlos aufgefunden, durch eint» Wächter zunächst nach der Sanitätswache und von dort nach Elisabeth-Krankenhause gebracht. Anscheinend ist der Unfall dur« Glatteis herbeigeführt»vorden.— Am 14. d. M. VormiltaS' »vurde im Thiergarten, nahe dem Floraplatz ein unbekannter- etwa 30 Jahre alter Mann mit einer Schnßivunde in der Stt»»- welche er sich mittelst Revolvers beigebracht hatte, todt aufgefu?' den.— In der Nacht zum 15. d. M. entstand vor dem H»"! Thurmstraße 62 eine Schlägerei, wobei der Arbeiter Müller our� einen Messerstich am Kopse so schwer verletzt wurde, daß««»»»[ dem Krankeuhause in Moablt gebracht werden mußte.— 51 13. und 14. d. M. fanden an elf Stellen Neiner« Brände statt- Gsriiiftks-JBsikmtg. Wegen Krtruge« hatte sich die separirte Frau des sruhs� Stadlverordneten E ö r ck i vor der 2. Strafkammer hyt'ß, Landgerichts I zu verantworten. Der Ehemann der Angeklagt' von welchem dieselbe seit einiger Zeit geschieden ist, hatte VA als er plötzlich Bauherr»vurde, in große finanzielle Verbinvtt°f. leiten gestürzt und namentlich auch einen ausgedehnten W«")! x verkehr unterhalten, wobei er im Nothfalle auch nicht da. zurüctschreckle, den Namen seines wohlhabenden Schwiegervai zu mißbrauchen. Eörcki ist deshalb vor einiger Zeit zu*>, längeren Gefängnißstrake verurtheilt worden. Seine mehr angeklagte Ehefrau wurde beschuldigt, eine„ Familie bekannte Dame durch falsche Vorspiegelun« � bewogen zn haben, den» Ehemann Görcki eine Suw„ von 500 Mark- zn leihen, um»velche sie natürlich j f kommen ist. Die Angeklagte soll nämlich, als sie ihren P»'"- mit auf einen Wechsel schrieb, fälschlicher Weise versichert h»'-. daß sie großjährig und selbstständig sei, da ihr Vater ihr sich das am 51ottvuser Thor gelegene Zigarrengeschäst eingett« habe und letzteres somit ihr Eigenthum sei. Die Angeklagt' stritt die letztgedachte Aeußerung und erklärte, daß sie jelvit glailbt habe, sie sei mit dein Augenblick ihrer Verheirathung,'U- dem sie erst 17 Jahre zählte, großjährig geivorden. Ter anmalt beantragte unter Zubilligung mildernder Umstände Geldstrafe von 300 M., der Gerichtshof sprach jedoch die'lJl klagte frei, da er nach de»» Ergebnissen der Be>veisaufi»ah>nt Sachverhältniß nicht für genügend aufgeklärt erachtete. i|i( .. Wenn die Jeschichte von den ollen Fußtritt doch l%i> iroßartige Verbrechersache mit Zeijen un verschiedene jesch'®-,«« l�ide gestempelt werden soll, denn möchte»ck doch den t? », r< er de u> Gerichtshof bitten, bet mir ooch eu Vertheidiger anberaumt wirb. woem ick natierlich mit meine Redejelenkigkeit jejen ben Herrn Staatsanwalt in'n Hinterjrnnb treten muß. So meinte ber Schlächter Ernst P. zum Vorsitzenben bes Schöffengerichts, nachdem ber gegen ihn gerichtete, auf Thier luälerei und Beleidigung lautende Anklagebeschln Erlesen worden mar. Vors.: Ein Vertheidiger wirb odnen von Gerichtswegen nicht gestellt, es ist auch durchaus »'cht nöthig, denn nach ber soeben abgelegten Probe sprechen Sie mehr wie nöthig ist. Sie wissen, was Ihnen zur Mt gelegt wird. Sie sollen am Morgen des 19. September ben Hund des Versicherungsinspektors D. in A ergern iß erreaenber Ztt'se ncmiphanbelt und bann dessen Herrin beleidigt haben ®eben Sie es zu?— Angell.: En Fußtritt hat et jekriegt un Katjett mag et sich ooch haben, aber bet sollte et ooch. Hat er »J't nich ooch jeärjert?(Jenen Tag wie alle Tage?— Vors. ?kr Hund soll sich aber förmlich gekugelt haben.— Auge kl. 'M. fo'n Hund kugelt sich bald mal, rn'n Zirkus Schumann rs «ner, der— V o r s.: Reden Reden Sie hier kein unnutzes Zeug. Frau D. wirb bekunden, daß ber Hund acht Tage laug nicht ge« sKssen hat.— Angekl.: Na denn hat er jefast't un sie hat Jeld MPart. Uebrijens sagen die Nachbarn, bet sie blos seine Jako- dine is un als Eijendhümerin für ben Hund ieberhaupt nich in- tteten kann. Tet bitte ick mit uf ihren Eid zu Icjcn.— Vors.: Eingeklagter, Sie stehen augenscheinlich unter dem Einflüsse eines Wechten Rathgebers, die Sache ist ja nicht so schlimm, sagen Sie doch lieber die Wahrheit.— Angekl.: Tet dhue ick ooch. °ber en Hund is doch keen Mensch nich. Ick bin for Reinlechkeit. "nd bet muß jeder Schlächter sind. Nich blos in'n Laden muß '»an sich vor Propertö spiejeln können, er muß ooch en säubern Jndruck machen, wenn man noch draußen steht. Mst halte bruf, bet alle Morjcn der Bnrjersieig rcenc jefegt un in'n Sommer besprengt wird. Tet hatte 'ck ooch in'n September jemacht, aber kaum war ick mit ber Ar- bt't fertig, so konnte ick wieder nach'n Hof loofen un ben Besen Wien. Wenn ick jerabe Allens hübsch propper hatte, denn kam w'n infamigter Köter un— Sie wissen wohl, Herr Jenchtshos. K» denn immer jerabe vor unsere Dhiere. Tet braucht sich Reener nich jefallen zu lassen.— Vors.: Nein, Sie waren be- rechtiat, ben Hund fortzujagen. Sie hatten aber nicht nöthig, das Thier mit so großer Gewalt mit ben schweren Holzpantinen '» die Seite zu stoßen.— Angekl.: Wenn itf tut ober weiter nischt bei mir habe? Ick kann ihm doch nich wtt'n Sarmenabentnochen schmeißen? Un denn wartet et ®0ch nich so lange, bis man een passendet Stück Dings jesunden hat, da heeßt et flink sind un ick kann mit oach nich so jenau Kbetlejen, wie derbe ick ihn stoßen will. Stoße tck zu fachte, denn benlt er am Ende, ick will ihm kitzeln un bet jesallt ihm »" er kommt morsen wieder.— Vors.: Sie geriethen dann mit der Frau D., ber Herrin des Hundes, in einen Wortwechsel?— Angekl.: Tie Person muß mindestens'ne Fontanelle in'n Kopp haben.— Vors.: Ich sage Ihnen zum letzten Male, wssen Sie derartige Redensarten.— Angekl.: Also sie »cht nebenan in'n Thorweg un freut sich über ben Reinlichkeitssinn von ihren Phylax, bet er den Nach pnrn bedenkt un nich vor die eigene Dhiere bleibt. Als »k ihn ober uff'n Damm jeftoßen hatte. ba schrie JK Zitier mordiö und hatte sich, als wenn tck ihr minbens en Paar Kinder abjeschlacht hätte. Und ihr Mann, bet bhäte Thier- Schutzmann sind un jehörte in'n Verein un bet sollte mir bet schon besorjen. Mir kam die janze Jeschichte höchstens spaßhaft vor Un 'ck sagde ihr, denn bhäte ick ihr ooch anzeijen, denn sie hädde »eilich mal eenen Floh erst mang die Finger jewribbelt, ehe sie chn bobt jemacht räbbe un bet wäre ooch Thierquälerei. Nu wurde sie immer wiethender un ba mag ick bet denn jefagt haben, wat in die Anklage steht.-- Der Beschuldigte wird nur wegen Peleidigung bestraft und kommt mit B M. davon. ©eitfammluuöeuo M. Liebknecht . am Freitag Abend in Köpenick in dem geräumigen Saale Les„Kaiser hos" vor einer außerordentlich zahlreich besuchten Volksversammlung. Der Saal und seine Galerien waren überfüllt, es mochten 1500 Personen anwesend fein; auch eine Anzahl Frauen waren sugegen. Der Polizeimann Jäkel hat es seit dem Aufruhrprozeß ausgegeben, die Köpenicker sozialdemokratischen Versammlungen tu bewachen; als überwachende Beamte waren deshalb ber •oltjeifergeont Döring und ein Genbarm erschienen. Das Bureau bestand aus den Herren Ungering, Einsinget "»d Barchels. Liebknecht führte in seiner Rede etwa Folgendes aus: Es war mir schiver, die Zusage hier zu sprechen zu halten; ick im? jestaegebene Versprechen hat mich hierher geführt; denn ha, t. Arbeit mehr als überlastet. Wer besyalb von mir in«..»» J1*? sorgfällig vorbereiteten und geschlossenen Vortrag er- ote mLw' t?!t? enttäuscht sein. Ich bin hierher gekommen, um »j,®öhlri dieses Wahlkresses, ber ich jetzt bin, mit Ihnen, die om letzten Wahltage das Banner ber Sozialdemokratie so BftS e?e'alt!n'»"ch z» unterhalten; mit Ihnen zu plaudern. das w'sse», bin ich jetzt Redakteur des„Berliner Volksblattes", 1. Januar k. I. als Zentralorgan unserer Partei in An- n»«r»"n®.. on lKn Namen bes alten Zentralorgans ben Titel„Vor- b»« m führen wirb. Es ist nothwenbig, baß unser Parteiorgan lon„ vrteil''ailcr" ber Gegner mindestens ebenbürtig ist, sonst ftir« geistige Kampf nicht erfolgreich geführt werden. Das Mi» �bert die neue Welt, nicht die Faust, nicht das Schwert. z's ge'stigen Waffen werde» wir Den Sieg erkämpfen, und eS bem«'»ich immer eigen thümlich, wenn die Gegner jetzt von des ä,.»s wit geistigen Waffen" sprechen, der nach Ablauf Mi.», ü»hu'OgesetzeS an Stelle DerGewaltmaßregeln treten solle. miir» nicht noch immer mit Gewalt, Jmit äußeren Macht- gegen uns vorgegangen? Ist denn der Kurs etwa &,»bert f Besteht nicht in Wahrheit ber„alte Kurs" weiter? - 9nft»Z nicht Verurtheilungen auf uns hernieder? Ist j» Gachw'.-T�t U... Volksversammlungen ohne �raubnim ihre Erlaubniß zu besuchen :'-* � X«»e* cynhau i»»»» v»»»»» nur zwei Redakteure Volks! des„Berliner .«'M« VÄ?'S 2" Hobe.lhütig, und als ich jetzt die Arbeit kennen gelernt, werben» mrrrin für Wrißens«» und Umgegend. Dienstag, den ic. d. M., AbendS s Uhr, in Wcicherl's Salon, Gustav Adolfstraße i*r, Große Versammlung. gvtie Uereinigung der Damenmäntel- Schneider(Bügler, Stepper und Zuschneider) und Arbeilerinnen der Belleidungs-Jndustrie Berlins. Große Versammlung am Dienstag, den i«. Dezember 1890, Abeuds Uhr, in den Arminhallen, Kommandanlcnsir. so. Große Persammlung des Allgemeinen Arbeiterinnen-Vereins Berlin u. Umgegend, Filiale Moabit, am Dienstag, den l«. Dezember, Abends 8� Uhr, bei Ilgcs, Wilsnailerstr.«3. Gauuerein Berliner Kildhauer. Versammlung am Dienstag, den l». Dezember er., bei Keßner, Anncnstr. IC. Tagesordnung: i. Vortrag des Kollegin Schmiedel, i. Geschäftliches, 3. Verschiedenes. Nerdand deutscher Ziininerleut» Schöneberga und Zlnigegend. Versammlung in der Schloßbraucrei am Dienstag, den 16. Dezember, AbendS 8 Uhr. Tagesordnung: i. Vortrag über Bau- Konftrullionen. s. Vir- schiedenes. «inopsarbeiter Kerlina. Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den ie. Dezember ct.. Abend« 8% Uhr, in Wohlhaupt'» Salon, Manteuffel- straße 9. Berliner Arbeiter- Kildnngaverei». Versammlung am Dienstag, den ic. Dezember, Abend« Uhr, im Lokal Schwedtersir. ss— 24. Kachverrir der Nnpeiirer. Versammlung am Dienstag, den 1». De- zember 1890, Abends iH Uhr, bei Feuerstein, Alte Jalobstraße 75(unterer Gros!» öffentliche Uoibaverfammlun« für Männer nnd Krauen am Dienslaa. den ie. Dezember, Abend« 8% Uhr, in der Borussta-Brauerei in Nieder-Schönweide. lUnhiuereiu dea 6. Berliner Neichvtog»'- Mahlßreiseo. Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 18. d. M., AbendS 8% Uhr, im Eiskeller, Chaufseeslr. 58. Arbeiter-Süngerbund Berlins und Umgegend, Abends 9 Uhr, UebungS- stunde, Ausnahine von Mitgliedern.— Gesangverein„Steineiche"(Böllcher), Lichtenbergerslr. si bei Heise.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife-, Restaurant Kaiser Franz Grenadierplatz 7.— Arbeiter-Gesangverein„Vorwärts 2" bei Ziemer,«uvrystr. l«.- Gesangverein„Allegro, SA straße 142 bei Greifer.- G-sangverein„O I y m p i a". Brinzenstraße M Gerlh.— Gesangverein„Kreuzberg-, Tempelhofer-User 15 bei Gesangverein„Fid elitas", Ackerstraße 13 bei Kummer.—„M°adl Liedertafel", Wilh-lmshavnerftr. 23 bei Brosch.- Gesangverein g l ö ck ch e n-. Höchste. 32 a bei Witte.— Mannerchor„S u d- O st, Köp»» straße 191 bei tfOtge.- Männer-Gesangverein„Harmonia", AbendS' bei Lemm, Stetnmetzstr. 78.— Gesangverein„Bruderherz- bei«' Straußbergerftr.�3.,_________,______... 8ofaj,!J ÜfoWS Herrn 8% Uhr� im Lokale des' Herrn Steuer', Weinftraße"22. Gäste roil - Agitationsvereiu„Lassalle", Abends 8 Uhr, Mariannen, lr. � Doberstetn. Gäste haben Zutritt.-„Proletarier',(Pankow).« Borchardt, Schulzenstr. 28.—„Johannes Wedde", Abends 9 W, Lokale von Schütze, Urbanstraße 51. Männer und Frauen al» Gaste» kommen.-„Hasensc'.oncr-, AbendS H Uhr, im Restaurant Kastanien Allee 35. Gäste willkoninien. «»sang.,«urn. und gesellige pereine. Gesangverein„An a cr«°° Abends von 9—11 Uhr bei Keßner, Annenftr. 16.— Männer-Wesangre „Unverzagt",(Moabit). Abends 8% Uhr, bei Hermerschmidl, W. bergerstraße 28.— Gesangverein„Bruderherz", Ktraußbergerstrad- bei Birke, AbendS 9 Uhr.- Privat-Theaterverein„ A c a c i e", AbendS? sA im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44. Gäste willkommen.— Theo, klub„Hekmerdin g", Abends» Uhr in Hanf's Restaurant, TcMss hofer User 13, Ecke der Großbeerenfiraße.— BergnügungZ- und Thea vr-r-in„Romeo-, Abends 9 Uhr bei Säger, Grüner Weg 29.% willkommen.— VergniigungS-Verein„Nordlicht", AbendS kH— n"b bei G. Laukner, Wrangelttr. 85.— Verein ehmaliger 37er, AbendS» ujs, Königstadt-Kasino. Holzmarklstrabe 72.- Rauchklub„Ros-nbl-t" Abends ey Uhr bei Leopoldt, Jork- und Mannsteinstraßen- Elke. Gaste C: kommen. Ter„Gesellige Verein der Wachstuch- und Ltnoleumdru� Berlins- hält seine Sitzung jeden Montag nach dem 15. tm Restaurant FisV straße 25 ab. Kollegen willkommen DeteesÄieu. (Molffa T-lrgraplz-n-Kureau.) Chailev llr, 15, Dezember. Der Streik der Eisenhüt!� Arbeiter in Revin scheint größere Dimensionen annehmen 1 wollen: gegenwärtig sind etwa 1000 Arbeiter am Ausstände � r-..--!./° n,__>____"a..._v nTi;r;«=_ r:„4....J. cw™:..(jhjf theiligt. gangen. Gendarmerie und Militär sind nach Revin Vvivflmlken dev Kedakkion. K. K. Wir müssen Ihr freundl. Anerbieten zu unserm � dauern ablehnen, da wir bereits regelmäßige Korrespondenzen w' Ihrer Gegend erhalten. QeHhinep � r bei tei«■ �uchhandiung Q B a g i w s k DUotologiibcrca L3L Mare Kapital I.geb.10,80 750 emps.Schrift. KU Erdgeschichte geb grati» franko. ,— 6,50 Koikofrennd geb. 5,00 Peines sümmt.Werke gcb.8,00 esassaUe'S fSnnntl. Werke 7.50 Zlrchioanwait im Hause 12,00 R. Absen s Werke 3 Bde. geb.4,50 Lichtstrahlen der Poesie 3,50 Engel» Umwälzung geb. 2,75 i r| resdener-Str. 52/53 ity-Passage: rest-Geschenke i U&ÄÄM■ Jugandsclirift., BilderböckeretJ Kschernischeiuski), Was thun? Kerwegh N.Gedichte gb. 4,40 zu den billigsten Kreisen. ZUM Weihnachtsfeste! Grosses Lager von Eisenwaaren, Stahlwaaren und sämmt- lichen Haus- und KUchengeräthen. Wasch- und Wringmaschinen, Küchenwaagen u. f. w. Kinderschlitten, Schlittschuhe, Laubsäge- Artikel. E. Vogthemi 1. Geschäft: Landsberg erstrasse 64(Alexanderplatz). 2. Geschäft: Stephanstrasse 16(Moabit). 1867 Meerschllunl-, Verußein- null Elsenbein-Wstlren, Spezialität: Portraits bewährter sozialistischer Führer in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Nadeln, Knöpfen und Brocben. 2094 B. GQnzeli Brunnen straße 157. R. Kohlhardlij Buchhandlung, part. 34. 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Man mag einivenden, daß die Logik dieses Vergleichs nicht ganz sattelfest sei, indeß daS Geschrei der englischen Pfaffen und die Drohung, man werde, wenn die Jrländer nicht sofort Parnell absetze», Homerule satten lassen, war eben auch nicht sehr stark in der Logik. Jedenfalls aber hatte es die auf ihre Unabhängig- keil von englischeul Einfluß sehr eifersüchtigen Jrländer unge- mein gereizt, und es bedurste kaum der, in sehr geschickter Weise diese Seite anschlagenden Manifeste Parnells, sie zu veranlassen, »uii auS Trotz erst recht an dem bisherigen Führer sestziihalten. Hinzu komineil aber noch die sehr tendenziös zugestutzten, aber im Ken» der Sache nicht widerlegten Enthüllunge» Parnells über seine, im Dezember vorigen Jahres stattgehabre Konferenz mit Gladstvne, sowie über die späteren Besprechnngeil mit anderen Führern der Liberalen, ans denen hervorging, daß die Frucht des Sieges der Liberalen bei den nächsten Wahlen nur eine sehr verdüuiile Auslage von Homerule sein sollte, während sich die Liberalen in Bezug auf die Laudsrage, in der sie selbst gespalten, zu nichts verpflichten zu können erkläre». Das machte es Parnell leicht, seine Kriegserklärung gegen die Liberalen, mit der er Gladstone's offenen Brief an Morley beantwortete, ein höchst wirksames patriotisches Relief zu geben.„Wenn Ihr Houieriile nur durch Aufgabe Eurer Uiiabhängigkeil erkämpsen könnt, während die Liberalen Euch in der Laudsrage nicht einmal so viel biete», wie die jetzige konservative Regierung, dann kann ich Euch nur rathen, noch'etwas mit Homerule zu warten und inzwischen das Land-Ankaufsgesetz der Konservativen anzuuehmei»" — ist der Refrain seiner Reden und Erlasse. Parnelt's Gegner unter den Jrlänvern behaupten, daß nur durch Festhalten am Bündniß mit den Liberalen Homerule zu erreichen sei, da die Konservativen sich nie zur Bewilligung der irischen Selbstverwaltung entschließen würden. Dagegen kann Parnell daraus hinweisen, daß, wenn die Jrländer die Liberalen, diese ebenso die Jrländer brauchen, und daß seine 1885 eingeschlagene Taktik bei den Wahlen gegen die Liberalen zu stimme», als Resultat— die Bekehrung GladstoneS zu Home- rule hatte. Berücksichtigt man Alles das, so wird die Haltung der zu Parnell stehenden Jrländer in der gegenwärtigen Krisis schon erklärlicher. Außerdem ist nicht zu leugnen, daß eine einzelne Per- sönlichkeit, die, wie es bei Parnell der Fall, ans eine Reihe von Erfolgen verweisen kann, und die außerdem immer so sesten Willen und so rasche Entschlossenheit besitzt, wie er, die keine Rück- sichten kennt, wenn es ein bestimmtes Ziel gilt, einen großen Vor- theil vor einer vielköpfigeil Leitung voraus hat, wie sie bei den Gigneri, Parnell's besteht. Herr Justin Me. Earthy, der Präsi- dent der Gegenpartei, mag persönlich ein sehr verständiger Mann sein, der nicht nur das sechste, sondern auch noch das neunte Ge- bot dazu hochhält, aber in der Politik— darin hat Philister Bodenstedt recht— entscheidet leider nicht die Tugend. Die englischen Liberalen sind natürlich durch die Parnell- Krisis in eine fatale Situation gebracht worden. Sie glaubten sich schon am Vorabend ihres Wiedereinzuges in die Regierung undsehen sich nun plötzlichweiterzurückgeschleudertalsje zuvor. Esisr kaum daran zu denken, daß sie den Konservativen und Nnionisten so viel Sitze abnehmen werden, un» ohne oder gar gegen die Jrländer eine Mehrheit zu bilden. So bleiben sie von der Gunst der Ersteren abhängig und selbst wenn das Stimmen- Verhältnis! zwischen Parnelliten lind„Patrioten", wie sich jetzt die irischen Gegner Parnell's nenne», das alte bleiben sollte, iverden es nicht die Letzteren, sondern Parnell sein, der ihnen die Bedin- gm, gen des Bündnisses vorschreibt. Da er aber seinen Gegnern nur 10 Sitze abzunehmen braucht, un» die Mehrheit für sich zu haben, so ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, daß Parnell als Sieger aus dem Streit hervorgeht und den Liberalen zu ihrem Schaden auch noch den Spott haben. Nur eine Möglichkeit bietet sich ihnen, sich von den Jrländer» nnabhängig zu machen, und das ist die Gewinnung der Arbeiter in einem solchen Umfang, daß überall das Gros derselben für sie eintritt. Dazu bedarf es aber, bei dem heutigen Stande der Arbeiterbewegung, die überall von sozialistischen Elementen durch- setzt ist, eines sehr weitgehenden sozialpolittschen Programms, ans de», zum Mindesten der gesetzliche Achtstundentag für die Bergarbeiter nnd die'Arbeiter in den Staatswerkstätten und den gesundheitsgesährlichen Betrieben signrirt. Ob die Liberalen sich dazu entschließen werden, ist, angesichts der Bradlaugh's der Labouchere's, der Morley ec. in ihren Reihen mindestens sehr zweifelhaft. Sicher aber ist, daß wenn Parnell in Irland Meister bleibt, die Arbeitersache diesseits des Kanals günstigere Aussichten hat, als je. DepftumnUtugeu. Allgemeiner Arl-eiterinnenverein. In einer am 12. Dezember stattgefundene» Versammlung des Vereins hielt der Reichstags-Abgeordnete Molkenbuhr einen Vortrag über die F r a i» e n f r a g e. Er führt aus:„In letzter Zeit hat, als ein Theil der durch die moderne Entwicklung der Produktion geschaffeiien allgemeinen Arbeiterbewegung, die Frauenbewegung die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Es giebt eine Menge von Leuten, welche sage», sie sei eine aussichtslose Spielerei. Diese Leute sind thatsächlich blind gegenüber den Verhält- nissen, welche heute bestehen. Es gehört eut" gut Stück Verblendung dazu, wenn Jemand meint, die Darstellungen, welche vom Leben der Fran in Romanen und Dichtungen alter Richtung ge- geben, hätten irgend welche praktische Bedeutung. Schiller mag ja für feine Zeil mit seiner Beurtheiliiilg der Frau Recht gehabt haben. Damals gab es noch keine industrielle Arbeiterinnen ivie heute. Die Frau fand zu jener Zeit in ihrem Thätigsein in der Häuslichkeit genügend Raum für sich. Die Frau hat nicht ihren früheren Wirkungskreis von sich geäoßen, er ist ihr genommen worden. Betrachten wir uns die früheren Verhältnisse, so sehen»vir, daß die Frau einen großen Theil der gethanen Arbeit leisten mußte; sie war darauf an- gewiesen, die Rohstoffe, wenn auch im Hause, zu verarbeiten. Wir sehe» sie am Spinnrad init der Verarbeitung des gewonnenen Flachses sich beschästigei». Jetzt ist das anders geworden. Die Ent- wicklung der Technik hat den Beruf der Frm» verändert. Das Spinnrad ist in die Rumpelkammer gewandert. Ein weit über die früheren engen Prodiiktionskreise hinausgehender Handel hat sich ent- wickelt. Die primitiven Arbeitsinstrumente, welche früher genügten, hielten nichtmehrStaiid; man mußte danach trachten, siezu verbessern. Eine der ersten und größten Thaten nach dieser Richtung hin war die Erfindung der Spinnmaschine. Mit demselben Moment, wo sie angewandt wurde, sehen wir viele Frauen aus dem Hausstand hinausgerissei, und i» die erstehenven Fabriken gedrängt. Die Frauenarbeit ist diejenige Form der Arbeit, welche immer als die billigste erschien. Die Theilung der Arbeit, das Nichtnöthigsein großer Muskelkraft machte es möglich, einen große» Theil von Frauen dort unterzubringen, wo man früher gelernte Arbeiter haben mußte. Dies war den Unternehmern selbstverständlich sehr will- konimen. Es war jetzt möglich, niit viel weniger Kräftever- Wendung viel mehr zu schaffen. Bei einer Betrachtung der Verhältnisse sieht ma», daß man nun nicht etwa bestrebt war, die Arbeitszeit herabzusetze». Man war im Gegentheil bestrebt, sie immer mehr auKziidehnen. Bei einer in England angestellten Untersuchung fand man, daß, wenn man der Ausbeutimg in dem vorhandenen Maße ihren Gang gehen lasse, die Bevölkerung voll- ständig degenerirt würde. England schuf die ersten Arbeiterschutz- Gesetze und trat der FrauenauSbeutnng entgegen. Wir sehen, daß jetzig die Frau immer mehr in die Produktion hineingeriffen ivird. Hiermit wird es nöihig, daß sie ihren Sinn innner mehr auf die Oeffentlichkeit lenke. Heute ist der größte Theil der Frauen nicht mehr im Stande, ohne zu arbeite», zu loben. Sie ist aus dem srühere» engen Wirkungskreis herausgerissen, sie hat den ersten Schritt, sich lmabhängig zu machen gcthan. Wenn auch in vorgeschichtlicher Zeit die Frau es war, welche als eigentliches Familienhaupt galt, so sehe» wir, daß sie mit der Entivickelung des Privateigenthuins immer mehr unter- drückt wurde. So lauge der Mann für die Familie vollständig sorgen mußte, mag eine geivifse Berechtigung hierin enthalten ge- wesen sein; jetzt ist es indeß nicht mehr der Fall.— DaS gleiche Interesse, welches die Frau als Arbeiterin mit dem Manne hat, zwingt sie dazu, am öffentlichen Leben theilzuuehme» und hier diese Interessen zu wahren. Sie ist so gut wie der Mann Verkäuserin von Arbeitskrast und hat darum die Pflicht, dort einzugreifen, wo es sich um eine Regelung des Arbeitsverhältnisses handelt. Erst, wen» in den Augen des gegen das Kapital kämpfenden Mannes kein Unterschied zwischen„Frauen-" und„Männerarbeit" mehr besteht, und der Kamps gemeinsam gefuhrt wird, könne» irgend welche Erfolge errungen werde». So lange dies nicht der Fall/ wird man die Arbeiterin gegen den Arbeiter, und umgekehrt, ausspielen.— Die Philister werden jammern, daß die alten schönen Zeiten, i», denen die„Franemvürde" so viel herhalten »ulßte, vorüber flnd. Nun, lassen wir ihnen dies Ver- gm gen; es oiebt ja auch Leute, ivelche auf andern Gebieten das Verschwinden der Romantik bedauern. Sie verwünschen die Erfindung des Schießpulvers, weil es die Raub- ritter vertrieb.(Heiterkeit.) Es ivird gesagt, die Frau gehöre schon darum ins Haus, um die Kinder zu erziehe». Man will also von vornherein die Kinder nicht mal so behandeln, wie einen alten Stiesel. Diesen trägt man dahin, wo man weiß, daß er richtig behandelt wird. Man setzt einfach mit der Möglichkeit ' des Kinderbekommexs bei der Frau auch die Fähigkeit zur Er- Ziehung derselben voraus, welche thatsächlich meistens nicht vor- Händen ist. Bei längstvergangenen, beschränkleren Verhältnissen, wie sie heute existiren, genügte eine Erziehung innerhalb des Hauses für diese Verhältnisse. Heute ist das anders; der Mensch kann nicht mehr für eine Gemeinde erzogen werden; er muß für die Welt erzogen werden, wenn er in die heutige Zeit hineinpassen soll. Es mußten Institutionen geschaffen werden, welche eine richtige Erziehung ermöglichen. Slufgnbe der arbeitenden Frauen muß es sein, sich den be- stehenden Fachorganisalionen anzuschließen, und wo solche nicht bestehen, sie zu gründen. Es ist dies nöthig, da mit der Entwickelung der Großproduktion die Abhängigkeit der Arbeiter und Arbeiterinnen eine immer größere wiro und man dem nur in zusammengeschlossener Masse entgegenwirken kann. Es ist die erste Aufgabe der Arbeiter und Arbeiterinnen, ihre Arbeitskraft zu schützen. Es ist nöthig, daß sich auch die Frauen daran machen, nationalökononnsche Schriften zu studiren. Thun sie dies, so können sie selbstnündig erfassen, was für eine Stellung sie der heutigen Gesellschaft gegenüber einzunehmen haben, um ihre Interessen richtig zu vertreten. Die Nationalökonomie hat auf Grund ihrer in letzter Zeit vor sich gegangenen Ent- Wicklung das Interesse der großen Masse in Anspruch genommen. Die in den letzten Jahrhunderten im ganzen Gesellschaftsleben sich bemerkbar gemacht habenden Erschütterungen und Um- wälzungen bedingten, daß man sich mehr mit der Gesellschafts- Wissenschaft befaßte. Früher wurden die gesellschaftlichen Zustände von den Oekonomen,— und es geschieht dies auch jetzt noch sehr viel— als stabile unveränderliche betrachtet. Da war es denn hauptsächlich ein Marx und Lassalle, welche eine andere Anschauung vom Gesellschasts- leben halten und diese vertraten. Ihnen kann man es zusprechen, daß sie die richtige Erklärung dafür gefunden. Marx war der- jenige, welcher mit der Herausarbeitung seines Materialismus den Arbeitern das beste Rüstzeug zum Kampfe gegen die heutige Gesellschaft gegeben. Mit seiner Anwendung bei der Betrachtung der Gesellschaft erkennen wir, daß alles in ihr abhängig ist von der Produktion, welche außer! em von den dabei verwandten Instrumenten abhängt. Mit deren Verbesserung und Vervollkommnung ent- wickelt sich Alles andere mit. So treibt vorerst die Entnnckelung immer mehr der vollständigen Herrschaft des Großkapitals ent- gegen; die Frauen werden, ohne daß man es hindern kann, immer mehr der industriellen Arbeit zngedrängt, bis eine andere Organisation der Arbeit geschaffen wird, in welcher die Arbeits- kraft den Charakter einer Waare verliert. Dies zu erstreben soll die Aufgabe aller Arbeiter sein, ganz gleich ob mann- liehen oder weiblichen Geschlechts. Wenn viele Arveiterinnen ihre Hineingehörigkeit in die Oeffentlichkeit heute noch begriffen, so sei dies leicht erklärlich; es ist ihnen doch lange nicht genug vorgeredet worden, sie gehörten nicht hinein, sondern in die Familie. Hier haben Sie Hand anzulegen und die Kolleginnen aufzuklären; je mehr die Aufklärung verbreitet wird, je mehr läßt sich darauf hoffen, daß das Ungemach, welches die heutigen Ver- Hältnisse mit sich bringen, aus der Welt verschwinde. Sicher ist, daß die heutigen schlechten Verhüllnisse nicht das Ende alter Entwickelung darstellen; aber es ist nöthig. Jeden über seine Jntereffen aufzuklären, damit er weiß, wo er zu gehen hat.(Leo- haster Beifall.) An der Diskussion betheiligle sich Fräulein Wabnitz. Sie hob die Gleichberechtigung der Frau mit dem Manne hervor. Die Frau besitze dieselben geistigen Fähigkeiten, wie der Mann. Rednerin führt für die Richtigkeit dieser Behauptung verschiedene Beispiele an und schildert in ihren weiteren mit großen» Beifall aufgenommenen Alissührungcn das Unsinnige der heutigen Gesellschaftsordnung. Unter„Verschiedenem" unter- warfen Frau Scherzer, Frau Lehn und Fräulein Wabintz die im Dienstbotenstande vorkommenden Ungeheuerlichkeiten einer scharfen Kritik. Darauf wurde die Versammlung mit einem Hoch auf oie internationale Sozialdemokratie geschloj»en. Di« Schrifkgirßrr hielten am S. d. M. eine Versammlung ab. Unter Tarff-Angelegenheiten stand ein Fall, wo gewisse Arbeiten, die im Tarif aufgeführt sind, untern» Tarif von Arbeiterinnen ausgeführt worden. Einer Gehilfenkonnuisfion, die wegen dieser Tarif-Uingehung vorstellig wurde, gab der betreffende Prinzipal zum Bescheid, da» er sich nicht verpflichtet fühle, den Tarif zu bezahlen, wenn die Arbeiten von Mädchen gemacht würden. Die Verhandlung endete damit, daß die Geschäftsleitnng erklärte, sich dein Spruche eines Schiedsgerichts fügen zu wolle». Die Versammlung gab ihrer Meinung Ausdruck, man dürfe sich durchaus nicht gefallen lassen, daß den Gehilfen Arbeiten entzogen werden, um sie von billigeren Arbeitskräften ausführen zu lasse». Zur Wahl eines Schiedsgerichts wird ausgeführt, daß seit Ein- führung des neuen Tarifs mehrfache Differenzen infolge verschieoener Auffassung einzelner Positionen des_ Tarifs vorgekommen sind; zur Beseitigung dieser Differenzen habe die Gehilfenschaft eine Revision des Tarifs beantragt. Die Prinzipale gingen jedoch hierauf, als zu einschneidend, nicyt ein, s''beril haben die Einsetzung eines Schiedsgerichts beschlossen; Sache der Gehilsen sei es, Stellung hierzu zu nehme». Die meisten Redner erklären sich hierauf für die illmiahme des Schiedsgerichts; wenn auch früher eine Revision beschlossen ge wesen sei, so könne man doch auch ein Schiedsgericht annehmen, man werbe ja sehen, was dabei herauskomme. Hierauf werden drei Gehilsenvertreter geivählt, die drei Prinzipalsvertreter sind bereits gewählt uno werden von den Gehilfen anerkannt, doch wird der von den Prinzipalen vorgeschlagene Ober-Schiedsrichtev abgelehnt. Den 3. Punkt bildet der Beschluß der Zentral- kommission der Schristgießer Deutschlands, von jedem Kollegen eine Agitationsstelier von monatlich 10 Pfennig zu erheben zu dem Zwecke, an allen Orlen, wo die Lage der Schristgießer noch weiter zurück ist, eine Agitation zu entfalten, um den Weg zu ebnen, der zu einem einheitlichen Tarife führen soll. Verschievene Städte haben sich bereits zustimmend verhalten, mit Ausnahme der Kollegen Leipzigs, die mit ihrer Mitgliedschaft zum Unterstützungsverein Deutscher Buchdrucker Alles gethan zu haben glauben, als ob sich alles Weitere von selber fände. Folgende Resolution nimmt die Ver- sammlung einslimmig an: Die heutige Versammlung mißbilligt entschieden den Beschluß der Leipziger Kollegenschaft, sie hält es vielniehr für eine Ehrensache der gesammten deutschon Kollegen- schast, den Beschlüssen und'Anträgen der Zentralkoniinission Folge zu leisten. Es folgt der Bericht von der Berliner Streik-Kontrol- kommission. Der Beschluß der Kommission, zur Ausbringung von Geldmittel» sich des Markensystems zu bedienen, fand gelheilte Änfnahme. Auf der einen Seite wurde als richtig aus- geführt, daß durch Einführung der Marken die Gcwerk schafts- und Bereinskaffen geschont werden sollen; dagegen wurde geltend gemacht, es würden die organisirtcn'Arbeiter hierdurcy zu doppelter Steuer herangezogen: einmal bezahlen sie in ihre Gewerkschaftslassen, das andere Mal für die Marken derBerl Streik-Kontrolkonunission; und die nnorgantsirten Arbeiter bezahlen nichts. Diese Kommission habe ihre Aufgabe nicht ersüllr und auch nicht erfüllen können, weil eine Geiverkschaft stckft von der andern keine Vorschriften machen läßt, am allerwenigsten dann wenn sie Geld in der Kasse hat, während die andere, die nul bestimmen will, vielleicht wenig oder garnichts hat. Tie Berlin. Streik Kontrolkommission werde wenig Aussicht auf Erfolg haben, so lange nicht jeder Arbeiter den Halleschen Kongreßbeschluß beherzigt und sich einer Organisation anschließt, wo aber auch bezahlt werden muß. Wer nehmen will, der müsse vorerst geben. Der bisherige Vertreter wird wiedergewählt. In Betreff der Organisation der Schristgießerei-Arbeiterinnen wird empsohlen, daß sich dieselbe der der Bnchdruckerei-Arbeiterinnen anschließe. Eine ziemlich gut besuchte U-rsantmlung vo» Parte»- aenojsen de» Westens tagte am Dienstag, den 9. Dezember, unter dem Vorsitz der Genossen Bergemann, Werner und Zimmer. um die Gründung eines Diskutirvereins oder einer Agitations- sckiule zu erwägen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Genosse Mannes ein Referat, worin derselbe an den 30. Oktober und die seitherige größere Bewegungsfreiheit erinnerte, welche fleißig zur Ausbreitung unserer Ideen benutzt werden m ßte. Nichts sei aber geeigneter, diese Bestrebungen nachdrücklich zu fördern, als Vereine, welche die rednerische Ausbildung ihrer Mitglieder durch wissenschaftliche Vorlesungen, Diskussionen und Vorträge bezwecke», mögen sie sich nun Leseklubs, Arbeiter- Bildungsvereine oder sonst wie nennen. Und gerade im Westen Berlins sei ein gutes Agitationsfeld, dessen Pflege man sich besser angelegen sein lassen sollte; dort sei das Proletariat in einigen Vierteln znsainmengedrängt. Gerade die Versammlungen von Vereinen mit beschränkter Mitgliederzahl seien geeignet; dort fänden Viele erst den Muth, ihre'Ansichten darzulegen und zu läutern. Redner erinnert an die Unfähigkeit der Bourgeois- Oekonomen, die Theorien der Sozialdemokraten zu widerlegen; an Eugen Richter, dessen Anmaßung in dieser Beziehung staunenswerth ist. Redner fordert zum Schluß seines beifällig aufgenommenen Referats auf, einen derartigen Verein zu gründen. In der Diskussion wurde die Nothwent-igkeir eines solchen Vereins in Anbetracht des im Werden begriffenen Arbeiter- BildungSvereins zum Theil bestritte».'Als jedoch betont wurde, daß der zu gründende Diskutirverein nur dazu bestimmt sei, dem kommenden Arbeiler-Bildungsverein die Wege zu bereiten, sich diesem letztgenannten Verein, sobald derselbe entstanden, anzu- schließen, und keineswegs hemmend in den Weg zu treten, er- klärte sich die nberiviegende Mehrheit dafür, und zur Vornahme der»öthigen Schritte wurde eine Kommission aus den Herren Hackebnsch,Ma»>nes, Berzemann, Zimmer und Abroineit bestehend, gewählt. prenzla«. Am Montag, den 8. Dezember, fand im Saale des„Kaisergarten" eine gutbesuchte öffentliche Versammlung iiatt zu welcher sämmtliche Metallarbeiter Prenzlaus und Umgegck>° eingeladen waren. Der Stadtv. O. Klein- Berlin sprach ubn den Provinzialtag der Metallarbeiter Brandenburgs, und w» stellen sich die hiesigen Metallarbeiter dazu; resp. Wahl eine Delegirte». Der Referent beleuchtet« in zweistündiger Rede dü heutigen Zustände und forderte die Metallarbeiter ausi sich i» organisiren. Hiernach kam folgende Resolution zur einstimmizeli Annahme. Die Metallarbeiter Prenzlaus und Umgegend erkläre» sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, sehe» aber von der Entsendung eines Delegirten ab und bitten de» Referenten, ihre Sache auf dem Provinzialtag zu vertreten. Vo» dem Referenten darauf aufmerksam gemacht, daß es besser wäre, ivenn sie selber einen Delegirten entsenden würden, erklärten»4 die Metaltarbeiter auch hiermit einverstanden und wählten de» Former Zeterberg zum Delegirten. Da sich zur Diskussion N# »»and nieldete, erhielt der Referent das Schlußwort; hieraui wurde die Versaninilnng mit einem dreifachen Hoch auf d» Sozialdemokratie geschlossen. der Kedakkimr. |i. H. 1. Eine Ehefrau kann das ans ihren Mann bei dck Sparkasse eingezahlte Geld selbstständig, ohne Zustimmung o« Mannes abheben, besonders wenn sie es schon vor der Ver- heirathung eingezahlt hat. Wenn jedoch der Mann bei der Sparkasse Protest einlegt, so veriveigert diese die Auszahlung a» die Frau. 2. Das ist uns unbekannt. 1. Ziehung der 3. Klasse 133. Königl. Prciijj. Lotterie. ijiclniiifl i'cm ID. D zembcr 1690, it-or nitt»zZ. i:»» Sl«»«Wim!« üb-r 133 i'l.ut tir.O 6!ii ticiteiisiio«« Numm-k» >« WutciilD: c Deiflemäi. lOdne«traativ.) 232 337 47 7S.W 312 20 71 iisi 1040 133 i-4 208 572 738 900 S052 93 195 370 617 734>54 61 09 29 40 0 0 1 117 27 3" 335 39 630 930 9:1 4(173 151)91 SO 267 13991 408 52 75 724 32 SS«>3 985 3080 143 81 9s 203 79 355 59 421 9!7«1 283 411 IS 99»94 711[3001 68 72 86 SO 827 965 7(137 218 303[210, 440 99 530 602 93!„,122 12091 45 US 404 89 513 48 700 81 93«005 140 327 50 72 484 525 027 08 787 890 1«>370 4 39 504(500) 20 608 1 100/(2001 11 31 215 355 457[2001 93 5.34 s I 620 759 73 822 52 1 2175• 7 245 4s( 94 552 034 821 83 938 13005 194 343( 29] 439 69« 717 4»»0 I 4984 107 82 80 210 90 330 88 425 7» 599 53 643 57 737 8-1 1 3050-212 9,8.365 432 620 5S 004 10284 80 315 491 0-1 70.8 1 7911 23 412 88 539 s, 043 833 80 1*154 319 434 85 059 09 I»l69 259 84 542 024 27 75 930 2«U49 l 00) 70 13 4 516 23 12901 Ol 70 777 886 076 21042 03 72 155 223 4 10 523 01 77.850 2*917 527 94 704 840 52 058 23935 220 393 026 54. 94 830 959 2 4041 8- 160 00 337.54 501 32 839 44985 25110 23» 70 332 448 52 53«45 53 2<41 ,1 307 4-0 53s 90 8)2 15 69 939 52 2 7082 271 392 031 3» 04 78 920 2*191 492 520 018 2«9i8 164 70 276>7 1209) 344«1 500 79 619 93 823 68 06 920 34)007 9 10 12001 CO 114 213 82 327 53 406 38 64 804 994 31 164 445 627 690 7«U 87» 928 32360 443 733 900 8 30 3.4218 12O0J>60 89 480 615 82 622 733 3. 829 33 5! 974 3 400' 22 113 4:7 528 12001 48 27 704 853 900 90 3 50,3 116 03 83 93 636 62 67. 92 821 30016 130 47 309 26 601 I oO] 2 00 014 30 94 743 73«29 930 3. 2»ö 330 56 6. 609 036 97. 51 801 972 3«Oos 38 141 382 5:6 1600] 8« 670 817 69 66 918 34)00. 127-6 333 62 422 62 506 797 999 40037 SO 220 321 430 00 77 683 89 619 50 75 76 773 SOS 912 41164 73 13001 304 420 164)04)01 42220 3-6 90 406 10 06 522 707 1 02 43024 Uli 37 4 5 4.1 90 2»1 437 519 47 75 09? 44088 30) 442 596 610 836 68 451)04 140 288 97 120, n 348 643 018.04 839 9..4 4.. 32« S4 634 69 703«60 9 1 31 47068 138 62 280 37! 400 21 34 581 001 92 728 Ol 16 4*023 102 57 Ol 84 80 458 12001 636 0-1 06 74» 97 99«21 32 92.) 39 4908» 113 79 262 333 ,7 403 19 588 879 96 97 13001 928 50086 144 n« 014 777 934 51111 262 326 08 410 599.92 13001 817 43 12001 06 7 6 961 52101 1600: 36 290 330 36 411 12001 674 636 72? 899 917 23 96 5:1131 99 249 380 477 81 660 7 02 46 6, 960 5 4003 19 219 12001 016 36 74< 00 05>01 922 78..503: US 21» 44 00 346 06 413 79 5<„)6ü 120 4., 216 483 668.19 800 69 9.3 5:108 17 70 209 20 03 310 71 400 98 617 333 089«öS 9-0 5*000 3. 399 020 34 7,9 906 90 56118«2 307 90 403 636 08 81 762 8oö 12001 lo 943 96 00090 135 298 331 07 466 579 704 11 Ol 024 43 46 478(15001 056 715 19 0 23 ,7 30 81 622 699 978 05997 10/(2001 309 462 691 96 604 70 823 939 7. 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Ziehung der 3 Klasse 183. König!. Prcuß. Lotterie. die!»II» v.m 15. Dezember 1890,'.Ua-timiiia,«. 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Druck und Verlas von vlar Ladina in Berlin SW., Beuthstraße 2.