Ir. 298. jfomrtrtfl, den 21. Dezember 1890, 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. eri*•....... m Das..Berliuer Volksblatt" Huf» �"M°ragcn m der PoztzeitungspreiZliste für 1800 unter Nr. 892, V. Nnchtrciq.) " Kreuzband, täglich durch d,e Expedition, für Deutschland und Oestcrrcich-Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland j Mark pra Monat. MZZMWWM� Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vonmttags gcoftne». -, Fernsprecher: Amt VI.|tr. 4l0ü.• Nedakkton: Veukhlkvatzv S.— Expedition: VeuthitvnHe 3. Ein ZNnhnruf. . Die Zunahme der Geisteskrankheiten ist eine der düstersten und bedrohlichsten Erscheinungen unseres modernen Gebens. Die Gesetzmäßigkeit dieses sozialen Phänomens T unläugbar, und es steht ebenso fest, daß mir es mit kwer Folgeerscheinung der heutigen gesellschaftlichen Ein- "chtlliigen zu thun haben. . Die„Monatsschrift für christliche Sozialreform" bringt ®i'unb amtlicher Berichte eine Reihe interessanter Mit- Teilungen über das Wachsthum der psychischen Er- trankungen in Wien und Nieder-Oesterreich, und es ver- lohnt sich, die Daten ein wenig genauer auf ihre Eigen- Ichaft als„menschliche Urkunden" anzusehen. � Die Zähl der in sämmtlichen öffentlichen und privaten Irrenanstalten Nieder-Oesterreichs verpflegten Geisteskranken °kz>fferte sich im Jahre 1867 auf 2082, 1877 auf 2241, 1887 auf 3294. Die Zahl der Jrrsinnsfälle hat sich °tlo in, Jahre 1887 um 58,2 pCt. gegen das Jahr 1867 bnb um 46,98 pCt. gegen das Jahr 1867 vermehrt. Die oahl der außerhalb der Anstalten behandelten Kranken W gleichfalls eine beträchtliche und ebenfalls im Steigen �griffen. Es befanden sich im Jahre 1878: 1443, 1880; 1948, 1882: 2344, 1885; 2835, 1886: 2870 urre außerhalb der Anstalten. q. Die Bevölkerungsziffer Nieder-Oesterreichs in ihrem �rhältniß zu sämmtlichen Jrrsinnsfällen bietet äußerst tharakteristische Merkzeichen. Es traf ein Jrrsinnsfall im3#e ein",!,,,» 1869 1 954 251 auf je 1 270 1885 2 298 995„„ 895 Die Zunahme der Jrrsinnsfälle ist bei der mann- .'chen Bevölkerung größer als bei der weiblichen. Von P�'t in sämmtlichen Anstalten Nieder-Oesterreichs befind- 'chen Pfleglingen waren im Jahre 1867: 1110 Männer jjo 972 Frauen, in, Jahre 1887; 1597 Männer und � Frauen. • Die Hauptstadt, in welcher der Kanipf ums Dasein Jl schärfster Form geführt wird, liefert ein stetig wachsen- Kontingent Kranker. Die Zahl der in der Wiener �renanstalt verpflegten Wiener stand zur Wiener Be- Ukerung in folgendem prozentualen Verhältnisse: »w. iRei'nflßfltc im Jahre 1847 1867 1887 Es traf Bevölkerung 407 980 617 918 798 591 Verpflegte 161 463 855 pCt. 0.039 0.074 0.109 im Jahre Einwohner 1847 auf je 2584 1867„„ 1335 tili m„, 1887_„ 934 �""�stegter der Wiener Irrenanstalt. Iseuilletott. rua verboien.l (18 Rothenbnrgev Tage. '"an ans der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. Von W i l h e l m B l o s. s%:%%%% iBSiii mm Was sagen die kompetentesten Beurtheiler, die, welchen die Verwaltung der Irrenanstalten anvertraut ist, über die ursächlichen Zusammenhänge dieser Erscheinung? Der niederösterreichische Landesausschuß, dem seit 1865 die Verwaltung untersteht, schrieb in seinem Bericht über die Verwaltungsperiode des Jahres 1875: „Die wirthschaftliche Krisis, welche seit dem Frühjahr 1873 in unserem Vaterlande progressiv den Wohlstand in bedenklicher Weise erschütterte, übte natur- gemäß auch ihre Rückwirkung dahin, daß die für einzelne Personen und ganze Familien herbeigeführten materiellen Verluste in zahlreichen Fällen ein hervorragend ursächliches Moment zur Entwicklung psychischer Erschütterungen und Verstimmungen abgeben, aus denen nach kürzerem oder längerem Bestände allmälig meistentheils schwere Er- krankungsformen resultiren." Im Bericht über. die Jahre 1880/81 heißt es: „Die Durchforschung der zur Aufnahme gekommenen Fälle hat naturgemäß manche Schädlichkeiten blosgelegt, die einerseits als vorbereitende Momente, andererseits als Gelegenheitsursachen ihren maßgebenden Einfluß übten auf das Zustandekommen der zum Ausbruch gekommenen Geistesstörung; in manchen Fällen entrollte die Erhebung die ursächliche Bedeutung der jetzigen sozialen Zustände und äußeren Lebens- Verhältnisse, und deuten die Erfahrungen, welche man in dieser Richtung zu sammeln hatte, nicht auf soziale, wirthschaftliche und staatliche Verhältnisse, die unsere Zeit als einen erfreulichen Zeitabschnitt charakte- risiren. Die wirthschaftlichen Zustände und deren Kala- mitäten der letzten Jahre haben noch nicht aufgehört, ihre verheerende Rückwirkung auf den Gemüths- und Geistes- zustand der großen Volksmasse im Ganzen zu üben, die Schwierigkeit der Erhaltung derLebens- e x i st e n z findet ihren beredten Ausdruck in der großen Zahl der im Zustande hochgradiger Erschöpfung zur Auf- nähme gekommenen Kranken". Hören wir noch den Bericht über die Verwaltungs- periode 1882/83: „Die objektiv unbefangene Würdigung der im Jahre 1882 in der Anstalt zur Beobachtung gekommenen Fälle läßt nicht verkennen, daß die äußeren Lebensver- hält nisse, die sozialen, wirthschaftlichen und staatlichen Verhältnisse, wie selbe in der Jetztzeit auf die große Bevölkerungsmasse einwirken, vom psychiatrischen Standpunkt aus keine günstige Per- speklive für die weitere Folge eröffnen, und die jetzigen Verhältnisse nicht dazu angethan erscheinen, vorbeugend der zunehmenden Zahl der Erkrankungsfälle an geistiger Störung entgegenzuwirken. Es ist nothwendig, schon jetzt darauf hinzuweisen, daß man keine Abnahme der Er- berühmten Ullrich Vetter und des Erzbischofs von Mainz „ungläubiger Hofmeister", geächtet als Bundesgenosse des Sickingen, ward, aus der Verbannung heimgekehrt, ein blut- dürstigcr Aechter und Verfolger der Bauern, Sebastian von Rotcnhan vcrthcidigtc den Fraucnberg. Im Schlosse lagen zweihundertvierundzwanzig Mann, darunter viele Toniherrn und Hoflcute, die des Waffen- dienstes ungewohnt vor dem ungeheuren Kriegslärm erschraken, der um die Beste tobte und brauste. Allnächtlich sahen sie den Main hinauf und hinab, gen Mittag und gen Mitter- nacht, den Himmel geröthet; zuweilen sahen sie die Lohe in nächster Nähe emporschlagen. Tas waren die Feuerzeichen der brennenden Schlösser und Klöster, die von den Bauern zerstört oder, wie sie sagten,„gen Himmel geschickt" wurden. Die ganze alte Herrlichkeit schien in Flammen aufzugehen und in Schutt und Asche zu versinken. Tausendjährig Un- recht, frevelhafter Muthwille ward gebüßt und bestraft, und die Rächer trieben es so arg wie die Nrsächcr, denn die Tyrannei der Herren hatte dafür gesorgt, daß kein zart- fühlend Geschlecht hatte erwachsen mögen. Da wollte der Besatzung auf dem Schlosse manchmal der Muth entsinken, allein Sebastian von Rotenhan hielt sie aufrecht. Er vertröstete auf die vom Bischof zugesagte Hilfe. Die Besatzung theiltc er in Rotten ein und gab ihnen Hanptlente. Die Vertheidigung des Schlosses richtete er eilig und mit großer Kriegserfahrung ein. Da war noch bei Zeiten Wasser, Wein, Holz, Speck, Eier, Butter, Käse, Mehl, gedorrtes Fleisch und Allerlei für Nothdnrft und Nahrung herbeigeschafft worden; auch Betten für die Be- satznug. Daun ward eiue Pulvermühle gebaut. Umgehauen wurden die schönen alten Bäume im Lustgarten und Pallissaden krankungsfälle an Geistesstörung erhoffen darf, im Gegen- theil eine Zunahme derselben in Aussicht steht." Die oben von uns mitgetheilten offiziellen Zahlen zeigen klipp und klar, wie treffend die Voraussage des 1882er Verwaltungsberichtes war. Die Ziffer der Jrrsinnsfälle stieg und stieg ununterbrochen. Kaum ist es nöthig, nachdem solch klassische Zeugnisse nntgetheilt worden sind, die Richtigkeit der von uns stets vertretenen Auffassung zu betonen, daß in erster Reihe die Sozialzustände die Quelle der Geisteskrankheiten als gesell- schaftlicher Massenerscheinung sind, daß die soziale Miföre die große Maffe leiblich und geistig zu Grunde richtet, daß die Verschärfung der Gegenfätze zwischen Reich und Arm, der Fortschritt des Kapitalismus auch auf diesem Gebiete seine zerstörenden Wirkungen ausübt. Je mächtiger die ökonomische Umwälzung, je häufiger und wuchtiger die Geschäftsstockungen, die Krisen, je häufiger die Arbeitslosigkeit, der Hunger, die Roth, je schneller und massenhafter die Deklassirung des Kleinbesitzes, die Pro- letarisirung der Massen, je wilder der Kampf ums tägliche Brot, je zügellofer der Wettbewerb, je zahl- reicher und schmerzlicher die zernichteten Hoffnungen, um so stärker auch die Vertiefung und Verbreitung der unheilvollen, furchtbaren Krankheitserscheinung, desto ent- setzlicher das jähe Emporschnellen der Jrrsinnsziffer und die Ueberfüllung der Irrenhäuser, desto schwerer auch die Art der Erkrankungen. Immer deutlicher weist die Medizinalstatistik nach, daß die fortschreitende Paralyse, die sog. Gehirnerweichung, diese absolut unheilbare Form geistiger Störung, die vorherrschende Krankheitsform wird. Giebt es einen einschneidenderen Mahnruf zur posi- tiven Sozialreform, als solche Thatsachen? Bildung, Frei- heit, Brot, Hebung der materiellen Lage des Volks, Kon- solidirung der wirthschaftlichen und politischen Zustände, das ist hier, wo es sich um Sein oder Nichtsein der Kulturwelt handelt, die Frage. Die HeschMffe der Kommisfton fiir das höhere gchniwesen liegen jetzt in der Zusammenstellung vor. Sie lauten voll» ständig wie folgt: A. Schularten. Ginheitsschnle. Lehrplair. In Zu« kunft sind nur zwei Arten höherer Schulen beizubehalten: Gymnasien mit den beiden alten Sprachen und lateinlose Schulen (Ober- Realschule und höhere Bürgerschule)— unter schonenden Nebergangsformen beim Wegfall von Realgymnasien.— Ein gemeinsamer Unterbau für Gymnasien und laleinlose Schulen ist nicht zu empfehlen. Indessen soll unter Umständen zulässig sein, die zur Zeit schon für die 3 unteren Klassen des Gymnasiums und Realgymnasiums bestehende Gemeinsamkeit bis inkl. Unter- sekunda auszudehnen, während von Obersekunda aufwärts der errichtet. In die Mauern wurden viel Schießscharten gebrochen, denn Zimmerleute und Ballicrer waren da. So trotzte die mächtige Beste dem Sturme des Jahres 1525 und die Brandung der gewaltigen Erhebung der Franken stieg vergeblich an ihren Mauern empor. Da erprobten beide Thcile erst ihre List vor dem Kampf und die im Schlosse entsandten Einige der Ihrigen in die Stadt, um zu unterhandeln. Sie kamen hinab in den grünen Baum; allda saßen die Hauptlcute der Bauern, Jakob Köhl, Georg Metzlet, Götz von Bcrlichingc», Florian Geyer und der Bauernrath. Die Gesandleu erboten sich, die Besatzung wolle die zwölf Artikel der Bauernschaft annehmen und der Bischof werde desgleichen thun; man solle aber die Feindseligkeiten einstellen, bis sie dem Bischof die zwölf �Artikel übersandt und von ihm Bescheid bekommen hätten. Damit wollten sie Zeit gewinnen. Herr Florian durchschaute sie:„Wir haben die Sache so angefangen, daß ein jeder Fürst diesen Tanz vor seiner Thür haben soll; darum Keiner dem Andern zu Hilfe kommen mag." Er wollte sie einschüchtern, um sie zu einem günstigen Vertrag zn stimmen. Denn er wollte sobald als möglich dem Stilllicgen des Volksheeres vor dem Schlosse ein Ende machen; das müßte, so meinte er, zum Verderben führen. Er wollte auf Nürnberg ziehen und an dieser mächtigen Stadt der Volkssache einen Rückhalt gewinnen. Aber die Würzburger wollten das Schloß zerstört wissen und hatten die vom Gäu und die Tanberthaler für sich ge- wonnen. Jakob Köhl, der Hauptmann, und Bernhart Baden- leben, der Pfarrer von Mergentheiin, sprachen dafür, man solle keinen Vertrag schließen, ohne daß das Schloß zur Zerstörung sei übergeben. Götz von Berlichingen beklagte, daß man Lehrplan der Ober- Realschule eintritt— oder das Latein am Realgymnasium bis zur Untertertia hinauszuschieben und die drei lateinlosen unteren blassen zu einer höheren Bürgerschule auf- märts zu ergänzen.— Die Verminderung der Gesammtzahl der Unterrichtsstunden in den Gymnasien ist ivünschenswerth und soll durch Verminderung bei den alten Sprachen— Hauptziel: Ein- führung in die klassischen Schriftsteller— und anderen Fächern erreicht werden. Wegfallen soll der lateinische Aussatz als Zielleistung, die griechische schriftliche Versetzungsarbcit für Prima, das Zeichnen in Sexta. Englisch soll je nach den Verhältnissen fakultativ oder obligatorisch eingeführt, das Zeichnen über Quarta hinaus bis inkl. Untersekunda obligatorisch gemacht werden. Auf den Unterricht im Deutschen(namentlich Ausdruck) und in der neueren vaterländischen Geschichte ist Gewicht zu legen.— Dabei soll keine Vermehrung der häuslichen Arbeiten eintreten; die Hauptarbeit soll, unter Verbesserung der Lehr- Methode, in die Schule verlegt werden. Körperliche Uebungen sollen täglich vorgenommen, die Forderungen der Schulhygiene erfüllt, und der Unterricht im Freien(für Naturknnde und Heimathkunde) gefördert iverden.— Die Kommission empfiehlt weiter, an Orten, wo sich nur gymnasiale oder realgymnasiale Anstalten befinden, in den drei unteren Klassen nach örtlichem Bedarf statt des Latein«inen verstärkten deutschen und modern fremdsprachlichen Unterricht einzuführen, an Orten, wo nur lateinlose höhere Schulen sind, an deren drei unteren Klassen nach örtlichem Bedarf lateinischen Unterricht anzugliedern, alle fiebenstufigen Anstalten(Progymnasien, Real- Progymnasien, Realschulen) ans sechsstufige zurückzuführen, den Lehrplan der Realschulen und höheren Bürgerschulen gleich zu gestalten und beide so einzurichten, daß unbeschadet der anders gearteten methodischen Behandlung des Lehrstoffes und des Abschlusses des Bildungsganges die Fortsetzung desselben aus der Ober-Realschule erleichtert wird. B. Reifeprüfung. Dieselbe soll aus den höheren Schulen beibehalten, als Versetzungsprllfnng aus der la aufgefaßt und auf deren Pensum beschränkt werden; an der schriftlichen Prüfung sollen alle dem Klassenaltcr nach berechtigten Oberprimaner theil- nehmen, sofern sie nicht durch einstimmigen Beschlnß des Lehrer- kollegiums von vornherein als unreif zurückgewiesen sind. Die Reifeprüfung soll vereinfacht werden durch Ersetzung des lateinischen Aufsatzes durch eine llebersetzung aus dem Lateinischen, durch den Wegfall der Berücksichtigung des griechischen und französischen Versetzungsskriptums nach Prima, durch Beseitigung des Lateinsprechens und der Geographie in der mundlichm Prüfung, durch Wegfall der Prüfung im Hebräischen, durch Dispensation von der Religions- und Geschichtsprüfung»bei guten Klassenleistungen. 0. Lehrerbildung. Es wird empfohlen, durch Aufstellung hodegetischer Studienpläne den Studirenden die erforderliche An- weisung für ihre Studien zu geben und für allgemeinere zusammen- fassende Vorbereitungen über bestimmte Wissensgebiete zu sorgen. Schul- und Universitätsunterricht in lebenden fremden Sprachen soll zum freien mündlichen und schriftlichen Gebrauche derselven anleiten. D. Kchülerbilduug. Hier soll besonders auf die sittliche Bildung Gewicht gelegt werden. Um dieselbe zu erreichen, soll unter Anderem das Fachlehrerthum eingeschränkt, für angemessene Stellung und finanzielle Ausstattung des Lehrerstandes gesorgt und ein Zusammenwirken mit der Familie(z. B. durch Hausbesuche) angebahnt werden. Der Konfirmanden- Unterricht soll in jeder Weise gefördert und jeder Schultag mit einer kurzen Andacht be- gönnen werden. E. Herechtigungowesen. Das Gymnasial-Abgangszeugniß berechtigt zu sämmtlichen Fakultätsstudien und zur Zulaffting zu den höheren Verivaltungs-Prüfungen. Für das Studium auf den technischen Hochschulen ist noch hinreichende Fertigkeit im Zeichnen, eventuell in Mathematik und Naturwissenschaften nachzuweisen. Das Abgangszeugniß einer neunklassigen(Ober)- Realschule be- rechtigt zum Studium an technischen Hochschulen, sowie zum höheren Berg-, Bau-, Maschinenbau-, Post- und Forstfach und bei Lateinanstaltcn mich zum Universitätsstudium der Mathe- matik und Naturwissenschasten. Das Reifezeugniß ist für die sonst den Gymnasial-Abiturienten vorbehaltenen Fakultätsstudie» und Prüfungen durch den Nachweis hinreichender Bildung in den alten Sprachen zu ergänzen.— Das Reifezeugniß einer sechs- klassigen höheren Schule berechtigt znin Eintritt in den gesannnten Subalterndienst.„Bis auf Weiteres" genügt bei.neunstufigen Anstalten hierfür die Reise für Obersekunda.— Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst gewähren die Reisezeugntsse der sechsstufigen, sowie eine mit Erfolg bestandene Prüfung am Schlüsse der IIb(Untersekunda) der neunslufigen Anstalten.— Je nach dem Berufe des Abiturienten kann die Unterrichts- Ber- waltung bei besonders guten Reifezeugnissen von der realen resp. gymnasialen Ergänzungsprüfung absehen.— Jeder Abiturient irgend einer neunklassigen höheren Schule kann die Zulassung zu den ihm sonst n«cht offenstehenden Staatsprüfungen durch Ab- legung eines Fachexameus während der Studienzeit erlangen.— Ueberhaupt soll bei der Vtenregelung des Berechtigungswesens eine möglichst gleiche Werthschätzung der realistischen Bildung mit der humanistischen angebahnt werden. dem Bischof nicht ein einzig Haus lassen wollte; Florian Geyer aber gerieth in Zorn und meinte, wenn er derer, so vom Gäu wären, und der Tauberthalischen geschwinden Sinn gewußt, so hätte er sie zuvor lassen erstochen werden, denn er zu ihnen kommen wäre, denn er sähe wohl, das sei des Teufels Brüderschaft und nicht dem Evaugelio gemäß. Es solle auch kein Pfaff im Rathe sitzen, denn der von Mergcntheun habe die Würzburger in ihren» Vorhaben be- stärkt und den Vertrag verhindert. Darauf ,vard denn auch der Pfaff von Mergeiltheim zornig und schrie, mau solle keinem Edelmann getrauen. Herr Florian schivieg verächtlich. So aber kam kein Vertrag zu Staude; das große Heer blieb zu Würzburg liegen. Da ging eS lifftig zu in der alten behaglichen Stadt, auf deren Rebenhügeln ein so edler Wein wächst; die Bauern ließen sich's wohl sein und die Bürger hätten sich ivohl von selbst eingeredet, daß sie frei seien vom bischöf- lichen Joch, wäre nicht ab und zu vom Schloß eine Stück- kugel herabgekonlmeil und hätte daran erinnert, daß dort oben noch ein mächtiger Feind saß. Zuweilen zogen die Bürger mit Trommeln und Pfeifen, als ging's zu einer Schlacht, vor die Psaffcnhänscr, und ränntten die Keller anS. Da hatte man so viel Wein zu trinken, ivie nie zuvor. Aber damit wuchs auch der Uebermuth und Muthwillen der Bürger und es ward ein großer Unfug verübt, also daß Herr Florian ergrimmte. Er ivar den Stadthänsen ohnehin iiicht gewogen, denn er kannte ihre Unbeständigkeit. Drum ließ er einige Fähnlein seiner Schwarzen in die Stadt legen, um den Sicherheitsdienst zu versehen; diesen predigte jeden Morgen früh vier Uhr im Dom Friedrich Süß, der Pfarrer zu Waldmannshofen, der als Pater Ambrosius eilt Augusttncrmönch gewesen, aber die Kutte ausgezogen und sich der Volkssache gewidmet hatte. Er war Herrn Florian's besonderer Freund. Auch drei Galgen richtete man auf Beschluß des Bauernraths in der Stadt auf; doch lose Gesellen lachten darüber und der Unfug ging weiter, denn die Galgen blieben leer. Das war eine wundersame Zeit. Hoch und Niedrig T. Zchülerkähl tit. Die Marimalfrequenz ist auch für die unteren Klassen der höheren Anstalten auf 40 Schüler herabzusetzen; sie darf für die Gesammtanstalt nicht mehr als 400 betrage». Parallel-Coeten sind in dm oberen Klaffen mögltchst zu vermeiden; Trennung der Jahreskurse in Tertia und Sekunda ist in der Regel wünschcnswerth. G. Höhere Knrgerfchnle». Die bisherigen fiebenstufigen gymnasialen und realgymnasialen Anstalten, aus denen keine erhebliche Schülerzahl in die höheren Klaffen von Gymnasien und Realgymnasien übergeht, sowie neunstufige, an denen die ganz überwiegende Schülerzahl nicht über die Untersekunda hinaus- geht, und deren Oberselunda und Prima keine die Fortdauer einer Vollanstalt rechtfertigende Frequenz haben, sind in höhere Bürgerschulen zu verwandeln. In Städten mit mehreren gyin- nasialen und realgymnasialen Anstalte» ist thnnlichst eine derselben in eine höhere Bürgerschule zu verwandeln. Bei Neueinrich- tungen ist der höheren Bürgerschule der Vorzug zu geben. Wo keine lateintreibende Anstalt besteht, kann lateinischer Unterricht in den drei unteren Klaffen angegliedert werden. Der Staat hat die höheren Bürgerschulen gerade so wie bisher die gymnasialen Anstalten zu unterstützen/ Die Lehrer an sechsstusigen An- stalten sind in ihren, Gehalt denjenigen an nennstufigen gleich- zustellen. Für die höhere Bürgerschule empfiehlt sich der Name Realschule, der zugleich auf die Beziehung zur Ober-Realschule hinweist. H. Aufsicht. Htu»demal)l für die Lehrer. Abschluß für Kchülev, welche nicht die gmne Aültalt abfolviren. Tie Vermehrung der Provinzial- Schnlräthe sei dringend wünscheiiswerth.— Tie Zahl der Pslichtstnnden für die Lehrer soll wöchentlich 22 nicht übersteigen.— Bei nennstufigen Lehranstalten soll ein relativer Abschluß nach dem sechsten Jahres- knrsus eintreten. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Rarkeigritossrn! In dem Regierungsbezirk Potsdam soll die Propaganda für unsere Ziele in energischer Weise auf- genommen werden. Diejenigen Genossen, welche gewillt sind, rednerisch mithelfen zu wollen, werden gebeten, ihre Adressen mit gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen sie in der Lage sind, als Referenten in Versammlungen aufzutreten, dein Unterzeichneten einzusenden. Selbstverständlich können wir keine bestimmten Ver- pflichtungen verlangen. Die erforderlichen Kräfte sind gewiß vor- Händen; um sie planmäßig verwenden zu können, werden sämmt- liehe Vertrauensmänner der sozialdemokratischen Partei des Potsdamer Regierungsbezirks gebeten, ihre Adressen dein Unter- zeichneten einzuscndeii, sowie frühzeitig bekannt zu geben, a» welchen Tagen Versammlungen staitsinde», damit die Referenten rechtzeitig davon in Kenntniß gesetzt werden können. Mit sozial- demokratischem Gruß Julius Wernau, Berlin N., ZionS- kirchplqtz 2 III. Königsborg i. Vr., 14. Dezember. Ter frühere Redakteur des„Königsberger Volksblatt", Genosse Wilh. Kutzbach aus Berlin, wurde gestern, wie schon von uns gemeldet, von der hiesigen Straskaittmer wegen Beschimpfung von Einrichtungen der christlichen Kirche und wegen Beleidigung der Armeeverwaltung der königlich bayerischen Armee zu einer Strafe von 3 Wochen Gesängmß nebst Tragung der Kosten verurtheilt. Die Be- schimpsnng von Einrichtungen der christlichen Kirche wurde ge- fanden in einem Bericht über ein Misstonsfest, worin es heißt, daß die Lehren der Kirche nur zur Volksverdummung dienen, und daß das Geld für die Mission den europäischen Arbeitern ab- geschwindelt wird. Die Beleidigung der Armeeverwaltung wurde in einem Artikel gefunden, worin gesagt wurde, daß an dem Marktbreiter Marschunglück das System die Hauptschuld trage. Halle a. S., 19. Dezember. Der landwirthschaftliche Zen- tralverein der Provinz Sachsen, Anhalt nnd der Thüringischen Staaten beschloß in seiner heute hier abgehalteneu General-Ver- sammlung, für das Vereinsgebiet einen Arbeitgelierbund zur Ab- ivchr gegen konkraktbrüchige und unzuverlässige Arbeiter zu gründen. Das ist jedenfalls das beste Mittel, um die Landarbeiter vor Vergistnng durch die sozialistische Agitation zu schützen. Nach diesem Beschlüsse werden dir Landarbeiter hoffentlich so vernünf- tig sein einzusehen, daß die Arbeitgeber ihre besten, ja ihre ein- zigen Freunde sind. Sosort nach dem Inkrafttreten des Koilalistengrfehes wurde bekanntlich überall mit der Auflösung von Vereinen und Konfiskation des Vermögens derselben seitens der Polizei vor- gegangen. An vielen Orten sind nun die beschlagnahmten Gegen- stände nicht nutzbar gemacht, d. h. in Geld umgesetzt worden und schien gleich geworden, wie uns der ehrsame Würzburger Chronist und Stadtschreiber Martin Cronthal erzählt. Als die Würzburger auszogen, um das Nonnenkloster Himmels- pforten, darinnen adelige Fräulein saßen, zu zerstören, da zog auch ein junger sckmucker Zimmermann mit. Die Bürger trieben allerlei Muthwillen mit den erschrockenen Klosterfränlcin. Der Zimmermann aber ersah eine schöne junge Nonne, blond nnd blauäugig, mit rothen Wangen, die wohl auch nicht aus Lebens- Überdruß ins Kloster gekommen; es war eines Edel- manncs, des Herrn Hansen von Bibra Töchterlein. Sie geffel ihm und er wehrte allen Muthwillen von ihr ab. Der Zuumermann aber gefiel dein Edelfräulein nnd also wurde sie sein ehelich Gemahl; Friedrich Süß, der Pfarrer von Waldmannshosen, gab sie zusammen. Das ging gar- schnell in jener Zeit. Aber das Glück des Paares dauerte nicht lang, denn als die Herren wieder obenauf kamen, nahm man den Zimmermann gefangen und führte ihn auf den Berg, allivo er mit dein Schwert gerichtet ward, zur großen Betrübnis; für sein jiuigcs Weib. Inzwischen hatten die Bauern die Bclagcrnngsarbeiten begonnen. Auf dem Niklasberg, gegenüber dem Schlosse, wurden Verschanzungen aufgeworfen, und hier standen, durch hundert Hände herausgezogen und durch wohlgeflochtene Schanzkörbe gedeckt, die Nothschlaiigeu des Wertheimers, der sich mit einem wohlgcrüstetcn Fähnlein beim Volksheere befand. Der Wertheimer glaubte das Schloß zur Uebergabe zu bringen; er ritt mit zwei Edcllcntcu, die mit ihm waren, an den lichten Zaun, der daS Schloß umgab. Da kamen die Hauptleute des Schlosses heraus, zu unterhandeln, auch Sebasttan von Roteuhan und des Wertheimers Schwager, Wolf von Castell. Der Graf von Wertheim war in gewöhnlicher Bauerntracht, um seinen Ernst für die Volks- fache zu zeigen. Da lachte sein Schwager nnd sprach:„Ich soll der Manu Deiner Schwester sein und Du bist mir feind- lich, wie reimt sich das?" Aber der Wertheimer sagte, es sei ihm Ernst, und sie unterhandelten über da? Schloß. Die im Sckloß sagten, sie könnten des Bischofs festes Haus liegen in irgend einem Winkel der Polizeilokalitäten. Es ist dv her rathsam, daß die ehemaligen Vereinsvorstände und Alle. denen Gegenstände konfiSzirt wurden, ein Gesuch um Herausgab! der betr. Gegenstände an die zuständigen Behörden richten. Di! königliche KreiKhauptmannschaft zu Dresden hat auf ein Gesuch des Reichstags-Älbgeordneten Geyer verfügt, daß die demselben im Jahre 1878 bei Auflösung des Arbeiter-Bildungsvereins in Großenhain abgenommenen Gegenstände, als: Liederbücher, Wandtafel, Fragekasten. Fahne z'c., zurückgegeben werden. Tit Auslieferung ist demgemäß anstandslos erfolgt. (fvfnvt. Wie leichtfertig und frivol unsere Gegner siuo, wenn es sich um die Bekämpfung der Sozialdemokraten handelt, geht aus der Beschuldigung hervor, daß Herr Schulze Unter- frützungsgelder für die Streikenden unterschlagen haben soll. Unserem Genossen gelang es leicht, die Unrichtigkeit dieser Be- schnldigung nachzuweisen; ja, er konnte sogar nachweisen, daß er 140,40 M. mehr als er nach den Ansiveisen der„Thüringer Tribüue" nach Hamburg zu schicken hatte, abgesandt hatte. Charakteristisch für den Umschwung in der Redaktion der Ber- liner„Volks-Ztg." ist es, daß dieselbe sich schon melden ließ, Ge- nosse Schulz ser in strafgerichtlich« Untersuchung gezogen worden. In Detmott» haben unsere'Gegner gewaltiges Pech gehabt, sie suchten einen antisozialdemokratischen Lippe'schen Zieglerbund zu gründen. Zirka 000 Personen hatten sich zu dieser Versamm- lung eingefunden, unter diesen befand sich auch Genosse Deppe aus Hamburg, dessen Älussührungen stürmischer Beifall folgte, was den Vorsitzenden zur Schließung der Versammlung und wohl auch zur Aufgabe seines Versuches, antisozialdemokratische Arbeitervereine zu gründen veranlaßte. ** v j Miithaujen i. Elf. Letzten Sonntag fand, wie wir schon kurz berichtet haben, hier eine sehr zahlreich besuchte Arbeiter- Versammlung statt. Obgleich dieselbe erst um 4 Uhr begann, waren doch schon um 2 Uhr die Lokalitäten von Arbeitern an- gefüllt und eine große Zahl mußte umkehren. Nachdem dm- Bureau gewählt worden war, erhielt der Referatt, Ge». Wilhelm Häusler aus Mannheim, das Wort zu seinem Bortrag über„dic Vereinigung der Arbeiter, mit besonderer Berti cksichtigung der Metallarbeiter" Der Vortrag übte seine gute Wirkung, er be- lehrte und begeisterte die den Redner, mit großer Ruhe und leb- haftein Interesse folgende Versammlung. Eine Reihe weiterer Redner führte» das Referat weiter aus. Im ferneren Verlause der Versammlung referirte Genosse Häusler über dien Werth der Arbeiterpress», deren Verbreitung er wärmftens ernpsahl. D>e Versammlung ist ein erfreuliche» Zeichen für das Interesse der Arbeiter an unserer Bewegung. Am I. Januar 1891 wird das auf dein Parteitag tu Halle beschlossene polnisch» Arbeitrrblatt ins Leben treten� dasselbe wird den Namen„Gazeta Robotnieza" führen, den Standpunkt der sozialdemokratischen Partei vertreten und zunächst einmal wöchentlich erscheinen. Um dem Blatte eine große Verbreitung zu sichern, ist der Abonnementspreis auf 90 Pf. pro Quartal festgesetzt; die Probe- nummer wird in den nächsten Tagen in sehr starker Auflcqge zur Vertheilung gelangen. Wir begrüßen den neuen Kampsgenossen; derselbe findet den, von dem llnternehmerthnm, ausgebeuteten polnischen Ar- beitern eilten gut vorbereiteten Bode». DaS neue Blatt wird(9 in ihrer Muttersprache, in die moderne Arbeiterbewegung führen, und damit auch diese, von dem Kapitalismus ausgebeuteter! und von den, Pfaffenthum auf den Himmel vertrösteten Prols! tarier für die Sozialdemokratie erobern. j Nolikifche Meltevstchk. Berlin, den 20. Dezember. Die Beschlüsse der Zchulkommissio«», welche wir vos' stehend niitthcilcn, zeigen, wie Recht wir hatten, als m1' gleich bei Zusammentritt der Kommission vor hochgespannten- ja selbst vor bescheideueu Erwartungen warnten. Mit dem Worte„Reform" wird heutzutage ein abscheus licher Mißbrauch getriebeil. Jede Aenderung, und sei r auch eine Verschlechterung, sei es auch die erbärmlich!� dilettantischste Pfuscherei wird„Reform" genannt. Wahrem doch nur einer solchen Aenderung, welche den Forderung� der Neuzeit gerecht wird, ihnen Spielraum gewährt, Name„Reform" wirklich zukommt. Eine Schul reform, welche nicht auf Gänsefüßchen da- hinwatscheln soll, müßte vor allen Dingen dem Gleich' heitsge danken und densozialenBedürfnisse" nicht übergeben; sie versprachen aber viel Geld, wenn d Hauptleute die Bauern zum Abzug bewegen wollten. M diesem Bescheid kam der Wertheimer herab; da aber km das Gerücht aus, es sei Verrätherei im Spiel, und o Hauptleute wollten das Heer verkaufen. Die Bürger liep zusammen, es gab Auflauf und Meuterei und im Bauers rath geriethen sie so hart aneinander, daß es schier um Le> und Leben ging und Götz von Berlichingen schrie, wolle lieber bei den Türken sein, denn bei den Franken.. Herr Florian ergrimmte ob solchem Zwist; nainentU■ die Aufläufe in der Stadt mochte er nicht leiden und si#, auf den Bermeter, der so viele Pfaffenhäuser geplünocr- Denn Herrn Florian's strenger Sinn verwarf alle Am schreitungcn. In seinein tiefen Unmuth kam ihm eben reck- daß man ihm eine Gesandtschaft übertrug. Es fehlte' Geschütz zur Beschießung des Schlosses. Darum ward' Rathe der Bauern beschlossen, Herrn Florian nach Rothe bnrg zn senden, nm diese noch etwas schwankende Stm' die bereits Abgeordnete nach Würzburg gesandt hm» ganz in den Bund zu bringen und das bekaw treffliche Geschütz derselben für dic Belagerung des Fraick bergs zn verlange,:. � So ritt Florian Geyer mit einem Kredenzschreiben° Bnndesraths der Bauern ab nach Rothenburg, begleitet v Hanns Pczold, dem wackeren Schultheißen von Ochsens''' dem Steinmetzen Sebastian Raab aus Gcbsattel und s'� Reisigen. Als er zum Thor hinausritt, kam ihm ein Knabe entgegen und brachte ihm ein zierlich Brieflein. Florian crröthete; die Schristzüge der Aufschrift schienen'L bekaimt. Er warf dem Knaben eine Münze zu, die dw, geschickt auffing; dann rief er:„Bestell' einen Gruß, sag', ich könne nicht schreiben, denn ich muß eilig gen Rsur bürg reiten." „lind was soll ich sonst?" rief der Knabe., a „Sonst sagst Du nichts," rief der Ritter, wahrem das Bneflein in seinem Wamms barg. Der Knabe verschwand. (Fortsetzung folgt.) I fccr Gegenwart Nechnung trage»!, die schale diesem Eedailkeil und diesen Bedürfnissen anpassen. Tie Zlufgabe der Schnltonimission, welche am Mittwoch chre Arbeiten geschlossen hat, war genau die umgekehrte! die Schule sollte in den Dienst der Reaktion gepreßt «»d zur Bekämpfung der Partei vorbereitet werden, ivclchc den modernen GlcichhcitSgedankcn verwirklichen, den sozialen Bedürfnissen der Gegenwart genügen will. Mochte man nun diesen urreaktionären, dem Wesen einer Reform diametral zuwiderlaufenden Zweck noch so sorgfältig hinter allgemeinen, freiheitlich schillernden, ideell klingendeil Redensarten verstecken— der reaktionäre Zweck wurde dadurch um kein Haar breit weniger reaktionär— höchstens konnte eine Handvoll kritikloser Schwärmer getäuscht ivcr- den; kurz, das„Reformwerk" war von vornherein gerichtet. Abgesehen von ein paar nebensächlichen Verbesserungen bleibt Alles beim Alten und die„reformirten" höheren Schulen werden durch die ihnen auferlegte„Bekämpfung der Sozial- dcmokratie" in Gegensatz zu den Bestrebungen der Neuzeit gebracht und zu einer Thätigkeit gezwungen, die sie, wenn nicht noch in letzter Minute Halt geboten wird, ans das Niveau der alten I e s n i t c n s ch n l e n herabdrücken muß — nur mit dem Unterschied— daß unsere„reformirten" Schulen, statt willenloser und gehorsamer Werkzeuge der Kirche— willenlose und gehorsame Werkzeuge des Staats, d. h. des herrschenden Klassen-, Polizei- und M i l i t ä r st a a t e s erziehen sollen.— „Bekämpfung der Sozialdemokratie!" und kein Ende. Nachgerade wird die ewige blöde Litanei selbst nnsereil eifrigiten Gegnern langweilig. Daß die „Preußischen Jahrbücher" sich über die„Zukunftsstaats"- Kindereien der Richter, Wmdthorst und Konsorten lustig wachen, das haben wir schon erwähnt; heute komint uns das sehr ernsthafte Schristchen eines sehr ernsthaften Herrn, des Landgerichts-Direktors Leopold von K u n o w s k i in die Hände, das den sehr ernsthaften Titel führt: dir Sozialdemol-ratir strgrn?" und die Frage, nach einer sehr ernsthaften Strafredc an die Adresse der„geistigen" Bekämpfer und Znkunftsstaats-Männer, sehr ernsthaft mit sa t beantwortet. ■ Herr von Kunowski fürchtet allerdings den Sieg der Sozialdemokratie, und bekundet damit, daß er uns doch noch nicht kennt. Recht hat er aber: unseren Sieg kann keine Macht der Erde verhindern.— In Kachsrn, wo man so„helle" an der Spitze der Reaktion marschirt, ist man auf ein neues Mittel versallen, dw Sozialdemokratie zu tödten— man will ihr die Zufuhren abichneidcn und sie aushungern. In sämmtlichen Amtsblätter» des Landes ist eine Bekanntmachung erlassen worden, welche alle Geldsammlungen ans Grund der Ärmenordnung verbietet— natürlich solche ausgenommen, welche die Behörde erlaubt. Und Geldsamm- kungen für Sozialdemokraten erlaubt sie natürlich nicht. _ Da muß die Sozialdemokratie in Sachsen doch sicher zu Grunde gehen. Die sozialdemokratische Bewegung ist ja bekanntlich blos das gemeine Kunstprodukt einiger„be- Zahlten" Agitatoren, die sich„von den Arbeitergroschcn wästen" wollen. Entzieht man nun diesen Agitatoren die Arbcitergroschen, dann können die Agitatoren sich nicht mästen; und können sie sich nicht mästen, dann suchen sie sich eine lohnendere Beschäftigung als das Agitiren; und wird nicht agittrt, so giebt es keine Sozialdemokraten. Ist das nicht logisch? Ist das nicht schlau? Ja, ja, verwünscht gescheidt, wenn es nur nicht gar so— naiv wäre. Ter Pfiffikus, der den Spatzen Salz ans den Schwanz streuen wollte, war nichts verglichen niit dem Genie, das auf die Idee kam, der Sozialdemokratie durch diesen Amtsblättchen- »Erlaß" den Garaus zu machen.— In Halle hat sich ein Annd der Uuternrhmir gebildet, der sich über Sachsen, Thiiringen und Altenburg er- strecken will. Nun— in Sachsen bat schon längst ein iolcher Bund bestanden und dabei haben wir dort 100 000 Stimmen mehr bekommen. Hoffentlich gründen die Herren Unternehmer noch etliche„Bunde" gegen uns. Wir Wächten ihnen nur den Rath geben, eisten kleinen Bruchtheil der in ihren Taschen aufgesammelten„Arbcitergroschen" zum Ankauf wissenschaftlicher Bücher zu verwenden. Rath ist gewiß uninteresstrt, denn wenn unsere Gegner etwas gelernt haben, können sie uns unzweifelhaft besser zu �sibe gehen. Aber mit Hampelmännern sich herum- chtagen, die auch gar nichts verstehen, ist so langweilig! A-enn die Herren durchaus nichts lernen wollen, dann sollten ste den„Kampf mit geistigen Waffen" doch durch Dienst- w ä n n e r führen lassen a I Mark die Stunde.— � In Magde bürg haben heute Haussttchungen nach »�"ittungsmarken" stattgefunden. Tie Nachricht ist noch nicht recht klar. Was für QuittnngSmarken sind gemeint/ Auittungsmarken für gewerkschaftliche oder für Partei- Beiträge? Jedenfalls scheint es sich wieder um einen strozeß aus Grund des V e r e i n s g c s c tz c s zu handeln, und das Vorgehen in Magdeburg dürfte wohl Mit den, {?ch fischen Kreuzzug gegen Geldsammlungen zusammen- hangen.— ,.Wie wenig Recht man hat, die Ktreistgefahr im �"chuinrr Kohlenrevier den Sozialdemokraten zur Laji legen, geht aus dem Bergarbeitcr-Verbaiidsorgai,, der eamssmm ß t i f*~~ f* f li in, p C i J*',\ zielt mach bereits in �„0.. > s ist unaufhaltsam, der f i n a n- . e K r a ch i m A» z u g e. D i e B a n k e r o t t- erei wird großartige Gestalt an- „nnpfimbe Zustand wird voraus- --«--= wo ch erei wird großariigr nehmen. Dieser liligesundc Zustaild wird voraus- sichtlich lange andauern. Thun und Lasten des Berg- wannsstandes ist hierdurch schon von selbst gesagt. Ilnter solchen wirthschaftlichcn Ziiständeil ist an einen streik nicht zu deukeii, er MUß nalutuothwendlg wit der Niederlage der Bergarbeiter enden. Ein erfolgreicher Streik kann nur gefuhrt Ichäftigung entlassen werden. Kameraden! Wir sehen also nnsern Untergang vor Augen; wir müssen verlieren, weil die w i r t h s ch a f t l i ch e n Konjlliirtnrcn die denkbar miserabelsten sind und unser Verband noch nicht stark und mächtig genug ist. Deshalb sind wir jebi gegen den Streik; ferner aber auch, weil ein unglücklicher_ Streik der Kapitalistenklasse die Handhabe giebt, noch mehr wie bisher die Löhne zu drücken nnd uns zu knechten und zu knnten. Dieselbe Kapitalistenklasse aber, die, wenn gesunde wirthschaftliche Verhältnisse vorhanden sind, den Streik scheut, braucht heute den Streik zur K o n r s t r ei b e r e i, um ihre gefallenen Werth- Papiere(Aktien) in die Höhe zu bringen. Dafür sind wir nicht zu haben? Wir iv ollen den Streik deshalb nicht weil die Kapitalisten ihn wünschen. Wenn eine günstigerc Zeit heranrückt, sind wir gewiß dafür, daß der Kapitalismus in irgend einer Form einen Dämpfer erhält für seine Lohndrückerei, Schika- nirlingen, Maßregelungen jeder Art. Heut aber würden wie mit etilem Streik das Gegentheil von dem erreichen, was wir bezwecken. Deshalb wollen wir uns ans bessere Zeiten vorbereiten, die kommen müssen. Benutzt inzwischen die Gelegenheit nnd führt dem Verbände recht viele Mitglieder z». Durch sejne impouirende Macht vermag er immerhin noch mancherlei Schikani- rung und Bergcwaltigliua der Zechen zu verhüten. Der Kapitalistenktasse zuni Trotz aber rufen wir nochmals: Wir wollen den Streik nicht, iv e i l Ihr ihn wünscht! Bravo! Das ist deutlich, klar nnd vernünftig. Daraus ersieht mau, iver den Streik braucht und anstrebt. Tie Streik-Be- fürchtungen sind nicht auf Rechnung sozialdemokratischer Vcr- hetzung, sondern lediglich auf die deS anarchischen AusveutungSunsugs des Unternchmerthums zu sehen. Hoffentlich haben die Beftrebungen unserer tüchtigen Genossen im Kohlenrevier den vollen Erfolg, indem sie jetzt den Streik verhindern, dabei aber unablässig die Bergarbeiter o r g a n i s i r e n; denn nur durch Organisation iverden dieselben in den Stand gesetzt, dem Protzenthnm mit Erfolg die Spitze zu bieten, und ihm schließlich das gcmeinge- fährliche Handwerk zu legen. •Lyn» i« Kerlin«estnttet ist, da« wird in Magde- bürg«nter Strafe gelteltt, das ist ein Ergebnis!, das der Vergleich des hiesigen Alanrerprozesses mit dem Magde- burger Gewerkschaftsprozeß ergiebt. Genau die gleichen Thatsachen lagen beiden Prozessen zu Grunde, und doch wurden in Berlin die Angeklagten fast ansnahms- los freigesprochen und die Vereine wieder freigegeben, während in Mägdeburg die Angeklagten fast ausnahmslos verurtheilt wurden und die Auflösung der Vereine bestätigt wurde. Daß dadurch das Rechtsbcwußtsein des Volkes gestärkt wird, er- lauben wir uns in Zweifel zu ziehen. Wie kann man von einem Staatsbüraer die Ächtung vor den Gesetzen fordern, wenn derselbe Mann wegen derselben Handlung in dem- selben Lande unter denselben Gesetzen in einein Falle für nnschuldig, im anderen Falle für schuldig erklärt werden kann? Wer„untergräbt" da die heutige Rechtsordmiug; die Sozialdemokraten oder die Gerichte selbst? Freilich beide Prozesse iverden nun vor das Reichsgericht kommen nnd dieses ivird schon für die Einheitlichkeit der B e urtheilung und der V e r urtheilung sorgen. Wir kennen unser Reichsgericht.— Dir Kervrdnungru Uber dir Kefvrderuvg drr Kchiß'spast'aaierr werden im wesentlichen noch immep von den Einzelstaaten und nicht vom Reiche erlassen, dies führt jetzt zu Klagen der Hamburger Rheder gegen die Bremer, weil erstere die Schiffe weniger gut ailsuützen, d. h. ihre Passagiere weniger stark ausbeuten können als letztere. Dieser Streit bringt in Erinnerung, daß selbst das weitergehende Hamburg ohne Gesetz nur einen Raum von 2,83 Kubikmeter Luft für den Zwischen- passagier fordert, einen Raum, der von allen Vertretern der Hygiene als gänzlich unzureichend bezeichnet wird. Aber dies ist. ja in unserer vernünftigen kapitalistischen Wirth- schaftsordining ganz gleichgiltig. Heute kommt es nicht darauf an, daß das Volk gesund bleibt, sondern einzig und allein darauf, daß der Prosit der Millionäre stets steigen und bei Leibe nicht irgendwie zu Gunsten der Aus- gedeuteten beschnitten werde. Der skandalösen Ausbeutung unserer armen Auswanderer kann nur durch eiste Weiter- bilvung-der reichsgesetzlichen Bestimmungen über die AuS- ivanderuiig entgegen gearbeitet werden. Freilich, unser Parlament eignet sich wenig hierzu. Bundesrath imd Reichstags- Majorität interessiren sich noch immer mehr für die Wünsche des Herrn Wörmänn und der Aktionäre des Norddeutscheu Lloyds als für die armen Leute, aus denen sie ihre fetten Dividenden heranspressen., Endlich einmal etwas Gutes aus Afrika: E m i n Pascha ist z n r ü ck b e r n f e n worden. So ist denn einer neuen Katastrophe vorgebeugt. Hoffentlich kommt er glücklich zurück.— Aus Kelgien geht uns folgende telegraphische Meldung über den Stand der B e r f a s s u n g s r e f o r m- F r a g e zu:„Die große Mehrheit der parlamentarischen Liuken nnd der liberalen Presse scheint für die Einführung des all- gemeinen Stimmrechts gewonnen zn sein. Das Komitee des progressistischen Kongresses hat die Bedingung des Lesen- nnd Schreibenköiiuens aufgegeben und neuerdings beschlossen, das allgemeine Stimmrecht anznnekmen, und zwar in Verbindung mit einer proportionalen Repräsentation. Nur die von dem ehemaligen.Kabinetsches Fröre Orban geführte liberale Gruppe widersetzt sich dem allgemeinen Stimmrecht. -Die Klerikalen ihrerseits, die dasselbe noch vor Kurzem zu wünschen vorgaben, zeigen sich ihm jetzt abgeneigt." Es ist das alte Spiel; die Majorität des Parlaments widersetzt sich den Wünschen des Volkes und die Minorität zeigt sich willig. Werden die Liberalen au's Ruder kommen, so werden wir dasselbe Schauspiel erleben, nur werden die Rollen vertauscht sei». Die Liberalen iverden dann gegen, die Nltramontaneii für das allgemeine Wahlrecht eiiitreteu. Ties charakterisirt die Ehrlichkeit und Prinzipieutreue der bürgerlichen Parteien unserer Zeit. Nur durch„Druck von Außen", wir meinen, nur durch eine n n w i d e r steh li ch e Poltsbewcginig kann das allgemeine Wahlrecht in Belgien errungen werden.— Vorgesieru starb in Cannes Cäsar de paepe, einer der tüchtigsten Führer der belgischen Arbeiterbeiveaung. Von Haus aus Schriftsetzer ward er ein eifriges Riitglied der Internationalen Arbeiterorganisation, an deren Kongressen er sich hervorragend betheiligte. Durch einen günstigen Zufall und durch seine spartanische Lebensweise, die ihm Ersparnisse möglich machte, gelangte er in de» Besitz von Mitteln zum Universitätsbesuch. Er stildirtc Medizin, machte ein glänzen- des Examen und widmete nun praktisch und theoretisch seine Kraft der leidenden Menschheit nnd namentlich den Armen. In Brüssel, wo er anderthalb Jahrzehnte als Arzt wirkte, hat er nnendlich viel Gutes gekhan. Dabei war cr auch schriftstellerisch thätig— er entwickelte seine sozialistische Weltanschauung in einem größeren Werk iind in kleineren Abhandlungen. Er bekämpfte scharf den Anarchismus, und noch von Cannes aus, wohin ihn die tückische Krankheit trieb, der er erlegen ist, mahnte er von dem General- streik ab, der auf den letzten belgischen Parteikongressen be- dingt, d. h. für den Fall der Verweigerung des allgemeinen Wahlrechts beschlossen wurde. Schon im vorigen Sommer fühlte de Paepe den Tod Als er uns am 20. Juli 1889— nach Schluß des Jnter- nationalen Kongresses die Hand zum Abschied drückte, sagte. er traurig: Nous ne nous reverrons pas! Wit werden uns nicht wiedersehen! Er hatte Recht. Aber tobt ist er nicht für uns, nnd tobt ist er nicht für das arbeitende Volk aller Länder, das seine treuen Vorkämpfer nicht vergißt, inid ihnen im treuen Herzen ein unvergäug- lichcS Denkmal errichtet.— Keffer als die Gnade des Zaren ist fein« offene Uache. dies werden jetzt wieder die jünast zum Tode ver- urtheilte Sophie Güuzburg und Genossen«rkahren, deren Todesurtheil durch des Zaren Gnade in levens- längliche Zwangsarbeit in Sibirien verwandelt wurde. Wer die Schilderungen des Lebens der nach Sibirien Verbannten kennt, wird Sophie Güuzburg und die Genossen jetzt mehr zu bemitleiden haben, als ivenn das Todesurtheil vollstreckr ivorden wäre. Die„Gnade" des Zaren besteht darin, die Verurtheilten nach Sibirien zu schicken, und dort so lange guälen zu lassen, bis sie am Sterben sind, und dann die Halbtodten„zu begnadigen", damit sie in der Heimat!, sterben können. Mau erinnere sich nur an Tschernitschewski — der zwar schon von dem Vater des„Väterchens" nach Sibirien geschafft, vom jetzigen„Väterchen" aber ein paar Jahre dort vergessen ward— gerade lang genug, um den Unglücklichen ganz zu tödten. In Frankreich bricht der Haß gegen da8 Zaren- thnm mit solch unwiderstehlicher Gewalt hervor, daß die Befürworter des französisch- russischen Bündnisses sich nicht mehr zn mucksen wogen, und daß die Regierung in der größten Verlegenheit ist, was sie mit den Befreiern Päd- tewski's thun soll. Die öffentliche Meinung verlangt ge- bieterisch deren Freilassung; iiameiitlich Frau D u c Q u e r e y, die ebenjoviel Entschlossenheit als Edelsinn be- iviesen hat, ist die Heldin des Tages, und sollte ihr der Prozeß gemacht werden, so wäre nicht blos ihre Freisprechung gewiß, sondern auch eine gewaltige Volkskundgebnng, die dem russischen Kaiser nnd seinem Pariser Gesandten in Paris sehr uiiangenehm iverden, und der französischen Regierung schwere Verlegenheiten bereiten könnte. Die Uiischiild M e n d e l s s o h n' s ist endgiltig anerkannt und der Prozeß gegen ihn eingestellt worden— ob die Regieriing unter den jetzigen Umständen noch an seiner Ausweisung festhalten wird, bleibt abzuwarten.— Im Augenblick, wo die Redaktion geschlossen werden soll, erfahren wir noch durch ein W i e n e r Telegramm, daß die Mittheilungcn Labruyäre's über Padlcwski's Einschiffung in Trieft sich nicht bestätigten; und das sei der rilssischen Regierung mitgetheilt worden. Nun— wir begreifen nicht recht, was der rilssischen Regierung damit gedient sein soll. Ihr Gencral-Spitzol ist tobt, und Padlewski ist fort, daran wird durch jene Mittheilung nichts geändert.— #• * Neueste Machrichte«. Wien, 20. Dezember. Dem österreichischen Handelsmiinster liegt das Projekt einer elektrischen Bahn zwischen Wien und Budapest vor. Sollte das großartige Projekt durchgeführt werden können, so wäre das ein Beweis für die großartige Entwickelung unserer Technik.- Die neuliche Zeitungsnachricht, daß der sozialdemo- kratische Abgeordnete Molkenbuhr kürzlich im Handels- Ministerium eine längere Unterredung gehabt habe, um das Interesse der Regierung für die von den Fabrikanten ans- gesperrten Zigarrenarbeiter Hamburgs und Altonas in Anspruch zn nehmen, ist von anderer Seite bereits mehrfach bestritten worden. Jetzt ergreift Genosse MoUuiibuhr selber das Wort, indem er folgende Erklärung veröffentlicht: „Es scheint fast, als wenn wir mitten in der Saurengiirkenzeir lebten, in wclcherdieZeituiigeu arm anStoff sind. Jetzt mußder Ausschluß der Tabaksarbeiter herhalten. Anstatt die Sache wahrheitsgetreu zn behandeln, legt man sich daraus, Fabeln in die Welt zu schicken. So berichtet der„Hanibnrgischc Correspondent", daß ich im Handelsministerium eine längere Besprechung über den Ausschluß der Tadaksarbeiter gehabt habe. Ich bin bis jetzt nie in meinem Leben im Handels- Ministerium gewesen. Das einzige Mal, wo ich in Gegen- ivart des Herrn Handelsministcrs über den Ausschluß der Tabaksarbeiter.gesprochen habe, war am 4. o. Bits, in der Kommission für die Berathung der Gewerbeordnung. Dort habe ich, um die Streikstatistik des Herrn Handelsministcrs in das rechte Licht zn stellen, die Thatsachen vorgeführt, die sich hier in der Tabaksbranche zugetragen haben. Alles Andere ist Fabel." N«rls»ne»rkÄvifihes. Die nächste Plenarsitzung des Abgeordneten Hauses ist auf Donnerilag, 8. Januar 1891. Vormittags 11 Uhr, angesetzt. Auf der Tagesordnung steht I. Bericht der Geschästsordnungs-Komunssion über die Frage, ob das Mandar des Abg. Herwig durch Verleihung des Titels eines Präsi» deuten niit dem Range der Räthe zweiter Klasse an denselben erloschen sei; 2.«ine Berathung des Antrages deS Abg. Eonrad tPleß) auf Annahme des Entivurss eines Wildschaden- Gesetzes. Theater. Sonntag, 21. Dezember. Opernhaus. Oberon, König der Elfen. Montag: Orpheus und Eurydike. Kchauspirlhaus. Don Carlos. Montag: Die Jäger. Lrsstng- Theater. Sodom's Ende. Montag: Dieselbe Vorstellung. berliner Theater. Goldfische. Montag: 5lcan. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Montag: Faust I. Lriedrich-Wilhetmftädt. Theater. Die Gondoliere. Montag: Dieselbe Vorstellung. MaUner- Theater. In Hemds- ärmeln. Pension Schöller. Montag: Dieselbe Vorstellung. Befidenz-Thrater. Der Kampf ums Dasein. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Die sieben Raben. Montag: Dieselbe Vorstellung. OelleaUiance» Theater. Mamsell Ritouche. Montag: Geschlossen. Ostend-Theater. Der Glöckner von Notre Dame. Montag: Geschlossen. Thomas- Theater. Der Soldaten- freund. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Crnst- Theater. Unsere Don Juans. Montag: Dieselbe Vorstellung. KürgerHcheo Schauspielhans. Der Leiermann und sein Pflegekind. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'» Uariötö. Groste Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der KeichshaUen. Große Spezialitäten-Vorstellung. Tonrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Uariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andoess, Alcxander- straße 27c. Clara Conrad, Lieder- und Walzsängerin. Jenny Reimann, Kostüm-Soubrette. Mr. Samitti mit seinen dressirten Hunden. Mr. O. Worch, Produktionen an römischen Ringen. Max Menzel, Gesangskomiker. Mr. Koberstein, Malabarist. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Eiitree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. EtMlMNt Buggenhagen am Moritzplatz. _ Täglich:_ MF* Grosses Concert."WU Direktion A. Nodmann. Dienstag und Freitgg: Walzer-Abend. Fnfpöo Wochentags 10 Pfg., rill II er s0nn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. MQller. Kommandanteustr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Ouartett-Sänsrrn, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Castan's Panopticuin.� Entree 50 Dfg., Ki«»der 35 Dfg. V. 9 Uhr Morgens� bis 10 Uhr Abends. rVorslellung �Vorm. W/g u. 12Va Uhr. �Nachm. n.4Ve-9Vt Uhr stündl. eine Vorstellung. �Erfra-Cntree 30 Pfg. Kinder frei. Circns Renz. Karlstraße. Sonntug, den 21. Dezember: Z Um 4 Uhr Nachmittags(1 Kind frei) Aschenbrödel oder: Der gläserne Pantoffel. Großes phantastisches Zaubermärchen in 4 Abtheilungen mit Ballet. Neu arrang. und inszenirt vom Direktor E. Renz. Abends T s Uhr: Deutsche Turner. Große nationale Original. Pantomime. Reu inszenirt vom Direktor E. Renz. In beiden Vorstellungen Auftreten der vorzüglichsten Künstlerinnen und Künstler, sowie Reiren und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheits- pferde. Montag, den 22. Dezember: Komiker-Vorstellung. E. Renz, Direktor. lürm#11101(11. Friedrich-Karl-Ufer. Der Tirkno ist gut geheizt! Sonntag, den 21. Dezember, Abends. Tva Uhr: Große Ertra- Porstellnng mit neuem, vorzüglich gewähltem Pro- gramm. Zum 15. Male: In Berlin noch nicht dagewesen! . Kims unter Wlliser.�L sensationelle Wasser-Pantomime. Eine ländl. Hochzeit. Große komische, egnestrische Pantomime mit Ballet. Natürliches Wasser überflnthet in einer Minute die Manege. Natürliche Ruderboots». Dampfboote. fOW Specialität.*THi Tie 4 Wossttilymphell, Montag, den 22, Dezember, Abend» fVa Zlhr: Grosse Vorstellung mit neuem, gewähltem Programm. Zum Schluß: Die sensationelle Wasser- Pantomime. Die ländliche Hochzeit. Welt-Restaurant. 97 Dresdener- Strasse 97. Täglich Auftreten der Ungarischen National-Kapelle Olchoary und der Tiroler-Gesellschaft Stiegler, Weihnachts-Ansstellung eröffnet. 2358 Ntlltt SMWld% Hasenhaide No. 12. Am 3. Weihnachtsfeiertag, Sonnabend, den 27. Dezbr., und noch einige Sonnabende im Februar 1891 sind meine Lokalitäten mit Saal an Vereine jc. unentgeltlich zu vergeben. 2242 Karl Bielefeld. H. Stramm's 123. Ritterstrahe 123 Großes Fremdenlogis, Herberge und Arbeits- Nachweis der Vereine der Klempner, Glaser und Korbmacher. Reichhaltiger Frnhstülti-, Mittag- und Abendtifch a la carte zu soliden Preisen. 51 Ausschank von vorzüglich. Weissund Bairisch-Bier. Empfehle mein Lokal zum Arbeitsnachweis und für Zahlstellen. Zimmer mit Piano für Vereine. 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Sterbekasse Rutscher Korbiiicher W?.?/ Montag, d. 22. b. M., Abends 8V3 Uhr: Versamml. bei Roll, Zldalbertstr. 21. Um zahlreiches Erscheinen bittet 2339 Der Vorstand. Iie Freie Verciulgung ki Seiseiisieher u. Beriissgeii. Keriins und Umgegend arrangirt am 1. Weihnachts- Feiertag, Abends 6 Uhr, im Lokal des Herrn Meissner, Gartenstraße Nr. 162, eine» gemlUhUchen FamUien- Abend mit darauf folgendem Tanzkränzchen. Um recht zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht 2367 Der Uorstand. I. A.: W r l h. H o f f m a n n, Vors. Fchverein sür Alojser imO MWiikiibllii-Arbtiter Berlins und Umgegend. Montag, den 22. Dezember, Abds. SVi Uhr, in F e u e r st e i n' s S a l o n, Alte Jakobstr. 75: 2347 Große Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hildebrandt. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mit- glieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheine» ersucht Der Vorstand. NB. In dieser Versammlung ge- lange» die Billets zum Weihnachts- Vergnügen zur Ausgabe. Achtung I Achtung I UWih-AM«. Die Vereins-Versammlung am Mon- tag, den 22. Dezember fällt aus. Nächste Versammlung am Donnerstag, den 25. Dezember, Abends 7 Uhr, mit Dame». Vortrag. Nachher: Geselliges Beisammensein. Wir ersuchen daher die Kollegen, recht zahlreich mit ihren Damen zu erscheinen. Näheres siehe Inserat am Mittwoch. 2381 Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, 21. Dezember, Grenadierstraße 83, bei Seefeldt, Abends 6Vä Uhr: Weihnachts-Bazar. Um 8 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Völkel über:„W er ist unser Erlöser? Männer, die vor Jahrtausenden gelebt haben oder wir selbst?" Nachher: Gesellige Unterhaltung und Tanz.— Gäiie, Damen und Herren, willkomme». Genossen! Euch zur Nachricht, daß der Schlächter- geselle Carl Aurin, ivelcher von dem Fleischhändler Sägert, Zentral-Markt- halle, Stand Nr. 10 gemaßregelt und entlassen wurde, weil er für die Jnter- essen der Arbeiter eingetreten ist, einen Fleisch-Uerkanf in der Central-Markthalle(am Alexanderplatz) Verkaufsstaud 148 eröffnet hat. Wir ersuchen Euch und Eure Frauen, bei Flcischeinkäufen den Genossen Aurin berücksichtigen zu wollen. 2319 Die Delegirten der Schläichter-Geselleu Berlins zur Streik-Kontrolkomniission. I.A.: Schs»artze,Oderbergerstr.45. Die der Frau Sommerfeld, Straß- burgerstr. 56, am 4. d. Mts. zugefügte Beleidigung nehme ich hierdurch zurück und erkläre dieselbe für eine Ehrenfrau. 2336 GvKar Huth. HhrenrrKlärung. 2369 Die Beleidigungen, welche ich gegen de» Maurermeister W. Günther und dessen Ehefrau ausgestoßen habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre hiermit, daß an den Aeußerungen. welche ich gemacht habe, kein wahres Wort ist, und erkläre hiermit dieselben für ganz ehrliche und anständige Leute. D. Uentscbel. Hiermit erkläre ich die gegen Frau Graf ausgesprochenen Beleidigungen für Unwahrheiten und Frau Graf sür eine ehrenhaste Frau. 2354 Frau Magnrr. Allen Freunden empfehle zum Weih- nachtsfeste meine 2288 Wrreii, Cigaretttim. Tabake in verschiedener Verpackung, passend zum Weihnachtsgeschenk. W. Lindemann, Heimstraße 24. Krä nzchen im Saale der Brauerei Bötzow, am Prenzlauer Thor, am Mittwoch, den 31. Dezember 1890. Billets ä 30 Pf. sind zu haben bei: Berndt, Husfitenstr. 6, 3 Tr.; Lesser Lothringerstr. 8; Wittchow, Restaurateur, Elsasserstr.- n. Kl. Hamburgerstr.-Eck«, Kuhlmey, Rosen- u. Neue Friedrichstr.- Ecke; Wagener, Neue Königstr. 89; Gumpel, Barnimstr. 42. Pflicht aller Mitglieder ist es, sich hieran recht rege zu betheiligen. Ferner werden alle Diejenigen, welche bei der Vertheilung von Flugblättern helfen wollen, ersucht, sich bei den Vorstandsmitgliedern Emu Fritsche, Jnvalidenstr. 33, Hof 3 Tr.; Fritz Berndt, Hussitenstr. 6, 3 Tr.; Hermann Lesser, Lothringerstr. 8; Hermann Gumpel, Barnimstr. 42, zu melden. 2348 Der Vorstand. Großer SywesterKall in Joel's� Salon Wer Keller), Wreasßr. �1, arrangirt vom Verband der Zimmerlente Berlins am Mittwoch, den 31. Dezember 1890, unter Mitwirkung des Arbeiter-Gesangvereins ,, Hoffnung"« 12 Uhr: Kaffeepause. Während der Pause Festrede, Vorträge, Deherraschungea- Hierzu sind alle Zimmerer� Freunde und Genossen freundlichst ein- geladen� Das Komitee. Billets Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., sind zu haben bei H. Ortland, Steglitzerstr. 58; Both, Kurfürstenstr. 75; I. Schmidt, Lausitzerstr. 3; H. Pagst, Reichenbergerstr. 58; W. Schul,, Skalitzerstr. 49; H. Weigmann, Fruchtstr. 34a, H. Knüpfer, Blumenstr. 39; Carl Stehr, Stendalerstr. 8, ferner bei den Kassirern der freien Hilfskassen in den mit Plakaten belegten Handlungen. 2326 Arbeiter-Gesangverein Moabiter Liedertafel (Mitglied des Arbeiter-Sängerbundes). gggT Am 1. Feiertag, Abends U Uhr:"PZU Uocal- u. Instrumental- Courert. � Entree 30 Ps. Nach 12 Uhr: Tanz-Kränzchen, wofür 50 Ps. nachzuzahlen sind. Billets sind zu haben beim Restaurateur B r o s ch, Wilhelmshavener- siraße 23. 2333 Bereiii zur Wchruug der zuteresseu iier Tlhuhinulher. SW Am zweiten Feiertage, in May's Festsälen, Beuthstr. 20;-PM? U>oil|narhts-t>erNnL»gen. bestehend in Tanz und Vorträgen. Festprolog, gehalten von Herrn Pöus« Anfang 7 Uhr. Entree für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Tanz frei. Alle Kollegen und Genossen ladet ergebenst ein Der Vorstand. Billets sind zu haben bei Süßmeicr, Kl. Mauerstr. 2, 3 Tr.; Adamschak, Auguststr. Ga; Mehlberg, Friedrichstr. 248, Hof 2 Tr.; Fischer, Lottumstr. 4; Germer, Wrangelstr. 108, v. 4 Tr. bei Raabe; Schönholzer- und Ruppiner- straßen-Ecke(Restauration). 2330 für Frauen und Männer in am Sonntag, den 21. Dezember, Abends 6 Uhr, den Central-Festsälen, Oranienstrasse No. 180« Tages-Ordnung: 2371 1. Vortrag über:„Meihnachten", Referent: i. Türk. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein. I Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Die Beauftragten. W Ächtung I Für die Mitglieder des Verbandes der in Holzbearbeitungs- Fabriteu und aus Holzplätzeu beschäftigten Arbeiter Deutschlands (Ortsverwallung Verlin) findet zur Einweihung des Verbandes ein Geselliges Beisammensein statt am 1. Feierlag, Nachmittags 6 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29, bestehend in Vorträge», Gegenseitigkeit-Verloosung und Tanz.— Um zahlreiches Erscheinen ersucht 2331 Oer Vorstand. Uerewlgnng der Drechsler Deutschlands (Ortsverwaltung Berlin). Am 25. Drzembrr rr.(1. Friertag), Abends 7 Uhr. im ober» Haäl der Gratmeil'schei, DirrhaUrn. Kommandnntrnstr. 77— 7t). isr Gesellige Zusammenkunft. Humoristische Vorträge und Weihnachts- Beschcerung- Zu letzterer ersuchen nir die Kollegen, sowie die werthen Damen»m Mitbringung eines kleine» Geschenks.. 2338 Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Am Donnerstag, den ZS. Deirmber(1. Feiertag). iu Unrnberg» Salon. Hchönhanfer Allee II». MN: 9 Welhnachts-Feles* vrrl nnden mit Konzert. Gesang und drainatischen Dortriigen. .. Ilach 1% ztthr; Tanzliriinzchrn. Billets a 30 Pf. inkl. Tanz sind zu haben bei M.Zimmermann, Tresckowstr. 16; A. Weidner. Templinersir. 12; Nürnberg, Schönhauser Alle- Nr. 28; K. Gefrois. Dresdenerslr. 99. Hof pt. links; W. Eide, Sorauerstr. t 3 Tr.; A. Ringe, Reichenbergerstr. 158; Th. Schulz, Stralaner Plan 7-6; R. Sünderman», Skalitzerstr. 122, 2 Tr.— Mitglieder und Freunde der G-- scllschast ladet zu zahlreichem Besuch ein lä37ü Der Vorstand. Wf ößeiltlilhe BersliimilZülig für Frauen und Männer am S on n t a g, den 21. Dezember 1890, Abends 6 Uhr in Nürnberg s Salon, Schönhauser Allee 28. , m � Tages-Ordnung: 2371 2 �iskuff?on"Kozialisinus und Kirche." Referent: Dr. Lütgen»"' 3. Verschiedenes._ Nach der Versammlung: Beisammensein. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Oer Einberufer. ____________ K. Gefrois. Verantwortlicher Redakteur: Enrt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Heilagr"' 1. Beilage zum Berliner BolkMatt. Nr. 298. Sonntag, den 21. Dezemder 1890. 7. Jalzrg. Lolterles. Erbauliches. In den statistischen Mittheilungen des -vtagistrats über die Benutzung der städtischen Volksbibliotheken "n letzten Jahr wird u. A. auch gesagt, daß die am wenigsten benutzte Abtheilung die der Theologie und Erbauungsschriften war. Es wurden 758 Bände verliehen, die hauptsächlich von «tudenten und Schülern(221 Bände), Lehrern(281 Bände) und tf tauen(116 Bände) benutzt wurde». Die Zahl der in den ein- ielnen Volksbibliotheken vorhandenen theologischen und Erbauunas- Ichriften beträgt 1252 Bände, die also nur etwa zur Hälfte be- nutzt wurden. Man kann nun wohl mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß die Studenten, Schüler und Lehrer des Studiums halber die„theologischen" Werke benutzten, es würden also die ll6 Bände„Erbauungsschristen" lediglich dem Seelenheile von «stauen gedient haben. Es ist dies ein immerhin bemerkenswerthes Zeichen dafür, daß ein Bedürfniß nach„Erbauung" in Berlin wchl sonderlich vorhanden ist. Woher sollte ein derartiges Bedürfniß auch kommen? Wird doch der vorhandenen Kirchen- both in Berlin nach besten Kräften gesteuert; ist doch die Berliner «tadtmission fleißig dabei, Erbauungsversammlimgen abzuhalten Zur Erbauung für Jedermann, zur, vetteren Erbauung ihre «endapostel, die sogenannten Stadtmissionare, auszusenden, denen butunter ja selbst recht erbauliche Dinge passiren, wie letzthin auf dem städtischen Viehhofe; sind doch die„Jünglingsvereine" bicht minder bestrebt, zur Erbauung von Angehörigen aller «tände beizutragen und selbst die„Heilsarmee" verschmäht es flicht, auch ihrerseits für„Erbauung" zu sorgen; ihnen schließen NA die„Thee- und Erbauungsabende" der bekannten Meierei in Moabit, sowie diejenigen für Bedienstete der Pferdc-Eisenbahn a»; daneben wird die Vertheilung von Traktätchen im großen Etile betrieben, und abgesehen von sonstigen literarischen Erzeug- flisien ans diesem Gebiet rühmt sich doch allein schon der »Verein für Massenverbreitung guter Schriften" bis Mitte vorigen Monats SOOOOü einzelne Hefte„unter das Volk" gebracht zu haben. Wenn so von allen Seiten das„moderne Babel"„er- baut" wird, so ist es kein Wunder, wenn Berlin nachgerade von »Erbauung" übersättigt ist. Da es also im lieben Vaterlande wenig mehr zu„erbauen" giebt, zudem schon an und für sich er- bauliche Zustände herrschen, so ist es nur zu begreiflich, wenn Uflter den gegebenen Ilmständen für die gedachten Bestrebungen andere Absatzgebiete gesucht werden, und so gewinnen denn die »Heidenmissionen" an aktueller Bedeutung. Diesen Zwecken diente auch der letzte Familienabend, den der„Berliner Frauen- flerein des allgemeinen evangelisch- protestantischen Missions- Vereins" im hiesigen Architektenhause veranstaltet hatte und der dadurch von erhöhtem Interesse ist, als auf demselben die„Frauen- wage" zur Erörterung kani, freilich nicht hier, sondern in—Japan, doch !l' das ziemlich gleichbedeutend. Nach einem uns vorliegenden Berichte hielt nach warmen Begrüßungsworten des Predigers Tr. Arndt ein junger japanischer Gelehrter, Dr. Knssaka, in ge- wandtem Deutsch einen fesselnden Vortrag über die Stellung der stau in Japan. Keineswegs, so führte derselbe etwa aus, sei in Japan die Frau die Sklavin des Mannes. Schon in früheren Leiten habe sie, selbst in den„unteren" Ständen, eine„gewisse M>bflng" seitens des Mannes genossen. Jetzt sei, seit'Anfang der 76er Jahre, von Nordamerika her der Gedanke der Frauen- �fl'anzipation auch in feinem Heimathlande lebendig geworden. Me Frauen der„besseren" Stände streben mit aller Energie nach bälliger Gleichbrechtigung im geistigen wie im politisch-sozialen «clien; die der ärmeren Klassen suchten außerhalb des Hauses in Fabriken als Arbeiterinnen Geld zu verdienen. Dadurch werde leicht die Sittenlosigkeit gefördert und °as Familienleben auf's Aergste gefährdet. Die Frau habe bkrmoge ihrer körperlichen und geistigen Anlage nur den Beruf, bie treue Gattin ihres Mannes und die liebevolle Mutter ihrer Minder zu sein. Wenn sie Königin des Hauses ist, so bemerkte °kr Redner fein, dann soll sie sich daran genügen lassen. Frei- "ch. daß sie diese höchste Stellung erringe, dazu fehle ihr das S�ffte, der hochherzige edle Sinn und das reine zarte Gemuth. lienr. wraueu, oiuuj uit v»..........—, fcrin* �ret- Schwestern drüben mit dem Geist Christi zu durch- knÄ ste durch ihn fähig werden, als Gattinnen und bine unendlich veredelnde Macht auf das Leben ihres Nien»� afläzuüben.— Nach diesem mit reichem Beifall aufaenom- j�. Borlrag sprach Herr Prediger Ritter-Potsdam über die neue »ische Slaalsver�assung und die durch dieselbe gewährte Reli- Sonztingsplnuverei. ifiytLu'®ur0Pa steht immer noch. Diese weltbewegende lwi?* n,uvfce am Mittwoch Abend auf dem Stettiner Cfv 0n be".1 ehemaligen Kanzler des Deutschen Reiches ,."'deuten, die sich dort angesammelt hatten, verkündet. rn.Ü'%" tc begleiteten den lapidaren Ausspruch des " Fbaasters mit beleidigender Lustigkeit, gerade als ob iqä sui, Jcr Professor im Kolleg ausnahmsweise einmal Ei,. aT, von sich gegeben hätte. Die Stimmung am ).? Bahnhof schien überhaupt eine durchaus hunioristische i' i'.ä11, sein, wenigstens meldete ein Bericht mehrfache -Z fi1*' f0 daß es den Anschein gewinnt, als ob das Fenster «„Fchonwageiis überhaupt ein passender Standpunkt für ..'v.mcklung belustigender Vorträge wäre. Kurzum, die Ichanit- bismärcklichen Blätter hatten des Langen und i»£riu erzählen, und nur die unverschämt- rcgierungs- � fluchen machten die Sache mit wenigen eisigen i'.Jn ab, wie wenn man auf eine unangenehme Sache «zukommen gezwungen ist. Herr Pindter schämt sich Ö ehemaligen Nährvaters und ist ganz Bückling vor "'»eichs-Anzeiger", dem er für gnädige Fußtritte dankt, jj" er vergeblich die Bruderkrallen nach ihm aus- Trotzdem Höchte man den Fürsten Bismarck sehr wacker i.im Trubel der Rede und Gegenrede fand glück- -Weise ein Reporter Zeit, sich eine Notiz darüber zu "w", daß der Fürst bei zehn Grad unter Null eine Pelz- Iii, 0' was bei dem absoluten Haarmangel des che- ..i«-.»Reichskanzlers als ein Zeichen ganz besonderer . mittat betrachtet zu werden schien. Zugleich wurde mit- |»at,8 Ä,,,,®1"" J 5" ä {,' welchen man Europa nennt, blieb immer dJ>n«n Platze; nur ein etivas angesäuselter-tudent 0» r das Geld würde er hoffentlich dadurch verdienen, gionssreiheit. Erzeigte, daß diese Verfassung im Wesentlichen auf- gebaut sei auf deutscher Grundlage und damit einen herrlichen Sieg des Geistes Jesu Christi bedeute. Im Besonderen pries er die jetzige Religionsfreiheit als einen köstlichen Sonnenaufgang im Lande der Sonne.— Die beide» gediegenen Vorträge, so fügt der Bericht hinzu, erwärmten von Neuem die Herzen für die evangelische Mission in Japan. Dazu half auch die Annäherung, die durch den gemüthlichen Theil des Abends unter den Mit- gliedern herbeigeführt wurde.— Leider verschweigt der Bericht, welcher Theil des Abends, der„gemüthliche" oder der„erbau- liche" die Vereinsmitglieder mehr„erbaut" hat. Soviel aber ist ersichtlich, daß sich in dem sonnigen Japan jetzt ein recht erbau- licher Wirkungskreis eröffnet hat. Wie wäre es, wenn Herr Stöcker mit seiner Stadtmission nunmehr nach Japan übersiedeln würde? Ein Vorschlag zur Gute. KiUigev Fleisch.„Leise zieht durch mein Gemüth liebliches Geläute", singt ein großer Dichter und ebenso wie diesem wird es auch wohl jedem Proletarier ergehen, welcher der Gefahr, sich durch Fleischgenuß den Magen zu verderben, so fürsorglich ent- hoben ist. Wie der Hirsch lechzet nach Wasserbächeu, so lechzet auch der Arme nach einem ordentlichen Stücke Fleisch, das zum mindesten aber etwas größer sein muß, als die Fleischportionen in den Berliner Volksküchen, und das für ihn ein langentbehrter Genuß ist. Wie kann es auch anders sein Y Die Arbeitslöhne sind nun einmal nicht mit den Getreide- und Viehzöllen, Viehsperren, Miethssteigerungen, 4. und 5. Steuerstufen und dergleichen schönen Dingen mehr in Einklang zu bringen. Um allen Anforderungen gerecht werden zu können, muß sich das Proletariat in seinen Bedürfnissen einschränken auf jede nur denkbare Weise und in erster Linie wird am Munde abgedarbt, was abzudarben ist. Wenn auch der Fleischkonsum seitens des Proletariats noch nicht gänzlich aufgehört hat und die berühmten „Küchenzettel für Arbeiterfamilien", welche„rechnende" Fabri- kanten und andere Menschenfreunde entworfen haben, die das Fleisch überhaupt entbehrlich machen und trotzdem einen„ans- kömmlichen Lebensunterhalt" nach Ansicht Jener ermöglichen; wenn in den Proletariersamilien wirklich noch mehrmals in der Woche ein halbes Psündchen Fleisch, weil unentbehrlich, zur Ver- wendung gelangt, so kann doch hierbei von einem eigentlichen Fleischgenusse keine Rede sein. Da überdies die Fleischtheuerung trotz Aushebung verschiedener Viehsperren noch in keiner Weise nachgelassen hat, die einmal in die Höhe getriebenen Fleischpreise sich nach wie vor auf ihrer schwindelnden Höhe erhalten und die eingetretene höchst minimale Preisherabsetzung kaum zu bemerken ist, so ist es nur zu erklärlich, wenn der Ruf:„Billiges Fleuch" ungezählten Tausenden wie liebliche Musik in die Ohren klingt. Wohl werden Viele unserem oben zitirten Dichterworte ein anderes entgegenhalten, das da lautet:„Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!"; wohl werden wieder andere kommen und sagen: Billiges Fleisch? Ganz schön! Aber wie oft ist uns dies schon vorerzählt worden, ohne daß wir einen praktischen Nutzen daraus zu ziehen vermocht hätten? Da sind z. B. volkswirthschastlichc Genies, welche klipp und klar beweisen, daß der Hasenbraten sich eigentlich viel billiger stelle und vor- theilhaster, als das Fleisch der gewöhnlichen Schlachtthiere, und dennoch glänzt der Hasenbraten noch immer konsequent auf den Tischen der Proletarier durch seine Abwesenheit! Da wird neuer- Vings wieder- das Kaninchenfleisch hoch gepriesen angesichts der theueren Fleischpreise, und es hat sich sogar ein Verein gebildet, welcher den Konsum von Kaninchenfleisch verallgemeinern will und zu tiefem Zwecke schon entsprechende Ver- kaufsstellen eingerichtet hat. Aber auch die„Karnickel" sind uns unerschwingliche Delikatessen! Das einzige billige Fleisch, was wir haben, ist das— Pferdefleisch, und wenn auch der Konsum an Pferdefleisch— der Roth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe— im steten Wachsen beariffen ist, so ist das doch immerhin kein Ersatz für das Fleisch der eigentlichen Schlacht- thicre, und so lange uns dieses nicht erreichbar ist, kann von „billigem Fleische" wohl kaum die Rede sein!— Allen diesen Zweiflern können wir aber mit der Thatsache auswarten, daß es sich im vorliegenden Falle nicht um einen Fleischersatz, sondern um veritnbles Rind- und Schiveinefleisch handelt, welches, vorerst allerdings nur in Berlin, zu billigen Preisen und gleich mundrecht, gekocht und mit Brühe, abgegeben werden soll. Billiges Rind- »nd Schweinefleisch! Weltbewegend wird diese Verkündigung wirken, iveltbewegend wie die 5ioch'sche Entdeckung; nun wird das Proletariat jubeln und das verlorene Paradies wieder haben! lind wieder ist es Berlin, welches sich mit unvergänglichem Ruhme bedeckt. Gleich den Schwindsüchtigen werden sich nunmehr daß er der Reichspost-Verwaltung die Telegraphenstaiigen etivas theurer andrehen würde und zur Roth würde er die Eisenbahn-Verwaltnng veranlassen, die Schienen ans den- jenigen Werken zu beziehen, die er anlegen würde, wenn die Vertretung des Deutschen Reiches erst seinen Händen anvertraut ivärc. Zunächst aber hatte er es, um den ersten Kanzler des Deutschen Reiches würdig be- grüßen zu können, für zeitgemäß gehalten, seine Nhr zu versetzen, um in die nothwendige Stimmung zu ge- rathen. So ehrt das Volk seine großen Männer. Aber über die Pelzmütze des Fürsten von Bismarck darf man die anderen historischen Momente nicht vergessen, die den Blättern bei der Durchfahrt Cr. Durchlaucht der Registrirung würdig erschienen. In einer Zeit, wo die Zeitungen voll sind von ärztlichen Mittheilungen, muß es jeden Reichsfreund mit Bitterkeit und Betrübniß erfüllen, wenn des Mannes, der den Begründer des Deutschen Reiches von dem überflüssigen Fett, welches ihn bei der Ausfüllung autographirtcr Straf- anzeigen hinderlich war. befreite, nicht genügend Er- wähnnng geschieht. Es bedarf so bedeutsamer Anlässe, wie der Durchreise des Fürsten Bismarck durch Berlin, daß aitch der Name des Professor Schwenuingcr wieder genannt wird. Für die Koch'schen Einspritzungen intcressirt sich alle Welt, von den Injektionen deS Herrn Professor Schwcnningcr wird allerdings auch vielfach ge- sprachen, dieselben steheil mit der Entfettungskur freilich nur in einem sehr mittelbaren Zusammenhang. O lieb, so lang Du lieben kannst, die Stunde kommt, die Stunde kommt, wo Du an Gräbern--- doch Graf Wilhelm Bismarck war ja auch auf dem Bahnhof, und auf den genialen Rkann, der früher die Aufgabe hatte, zum Volke hinabznkletlern und das Sozialistengesetz für weniger lästig wie die Hunde- sperre zu erklären, fiel auch wieder ein Schein des Glanzes und der Größe seines Paters, und ein Bruchtheil der Hoch- rufe, die ausgebracht wurden, mag auch ihm gegolten haben. Alle Dummköpfe sind erträglich, wenn sie mit dem Recht der Dummheit keinen übertriebeneu Mißbrauch treiben. die Hungernden in Schaaren nach Berlin drängen, um sich an den Fleischtöpfen Berlins zu laben. Nun hat die Roth der Armen ein Ende, nun brauchen sie kein Pferdefleisch mehr zu essen, nun brauchen sich die Frauen und Kinder nicht mehr zu drängen und zu stoßen vor den Küchen der feinen Restaurants, um die Abfälle von der Reichen Tische für Geld und gute Worte zu erhalten, zu erobern! Alles wird anders werden! Leider aber werden die vielleicht gehegten Hoffnungen auf einen billigen Feiertagsbraten nicht erfüllt werden, denn erst mit Beginn des nächsten Jahres wird die segensreiche Einrichtung, von der wir sprechen, in Kraft treten. Nun wollen wir aber auch die Neu- gierde unserer Leser nicht länger auf die Folter spannen, mit dem öffentlichen Geheimnisse nicht länger hinter dem Berge halten. Man hö.e also, was die Tagespresse berichtet: Billiges Fleisch. Vom städtischen Zentral-Schlacht- Hofe wird vom 1. Januar an billiges Rind-und Schweinefleisch in gekochtem Zustande und ebenso Brühe zu beziehen sein. Aus dem genannten Etablissement ist nach der„Allgemeinen Fleischer-Zeitung" ein Koch-, respektive Dampf- Apparat aufgestellt worden und werden in demselben die von der Veterinär-Polizei überwiesenen finnigen Rinder und Schweine, ferner mit Kalkkonkrementen u. s. w. behaftete Schweine vom 1. Januar ab unter polizeilicher Aufsicht gekocht und in kleinen Quantitäten zum Verkauf gelangen. Gestern ist von der Verwaltung der gemeinsamen Viehversiche- rungs-Kasse die Vergebung der Schmelz- resp. Kochküche für das Jahr 1891 erfolgt. Der Zuschlag wurde einem Herrn Otte ertheilt, dessen Gebot sich auf 40 Pf. pro Kilo für Rinder- und Schweine-, und 45 Pf. pro Kilo aus- geschältes Fett bezifferte. Bisher wurde das Fleisch von sinnigen Schweinen k. der Abdeckerei zur Vernichtung überwiesen. Wie? wird man nunmehr nicht minder staunend fragen. Finniges k. Rind- und Schweinefleisch, das bisher der Ab- deckerei zur Vernichtung überwiesen wurde? Ja, das kann doch höchstens zum Futter für Hunde bestimmt sein, nicht aber zum Genüsse für Menschen? Wer soll denn das essen? — Für Hunde? Ja, wenn dies der Zweck wäre, glaubt man denn, daß man sich dann erst die Mühe machen würde, einen Dampf- Kochapparat aufzustellen und das Fleisch unter polizeilicher Aufsicht zu kochen? Glaubt man denn, daß man „Brühe" für Hunde herstellen wird? Hat man nicht schon des Oesteren„wissenschaftlich" nachgewiesen, daß gekochtes sinniges k. Fleisch der menschlichen Gesundheit nicht nachtheilig sei? Nein, dies Fleisch ist nicht für Hunde bestimmt. Wenn solches Fleisch bisher der Abdeckerei zur Vernichtung überwiesen wurde, so war das eben eine unverantwortliche Vergeudung, welcher nunmehr zum Heile der darbenden Menschheit durch die am I.Januar 1391 in Kraft tretende segensreiche Einrichtung endlich Einhalt gethan wird und die voraussichtlich bald weiteste Nachahmung finden wird. Und wer dies„billige Fleisch" essen soll? Diese Frage mag sich Jeder selbst beantworten! Vornehmheit verpflichtet! Das drücken unsere„vor- nehmen" Gesellschaftsklassen ja oft genug aus in dem Satze „Noblesse oblige". Um diesen Verpflichtungen nachkommen zu können, machen die guten Leute aber doch recht wunderliche Um- wege. Die vornehmen Berufsstände bringen es mit aller be- sonderen Intelligenz, die sie sich auf Kosten ihrer Herren Eltern anerziehen lassen, doch nur selten zu einer Berufsstcllung, die ihnen durch eigene persönliche Arbeit die Mittel verschafft, welche diese Leute zu verbrauchen ein wohlerivorbcnes Recht zu haben glauben. Erst in den letzten Wochen haben wir gesehen, wie wenig bedenklich verschiedene Herren Doktoren die Kochsche Er- findung ausbeuteten; ähnliche Geschichtchen von gewandten Chirurgen und anderen Spezialärzten hört man zu Dutzenden im Publikum und solche Geschichten können den betreffenden Doktoren doch schließlich unangenehm werden, denn in der heutigen kapitalistischen Gesell- schast giebt es merkwürdiger Weise Leute, welche die ganz gesunde Empfindung dafür haben, daß die rücksichtslose Aus- beutung von Fähigkeiten und gewerblichem Geschick, sei dies künstlerischer, gelehrter oder rein technischer Art, doch nicht der Moral und namentlich nicht den Anforderungen entspräche, welche das Gemeinwohl an jeden Einzelnen stellt. Aber der Gelehrte will nicht blos leben, unsere verrückten Standesverhält- nisse zwingen ihn, auch vornehm zu leben. Kann er nicht, ohne sich der öffentlichen Kritik auszusetzen, seine erworbenen Fähigkeilen ausbeuten, so muß er sich nach anderen, öffentlich weniger auffälligen Einnahmequellen umsehen. Wie kann man So wenig sich Europa durch das Verschwinden des Fürsten Bismarck attS den Fugen treiben ließ, so wenig läß sich die Zeit durch seinen unfreiwilligen Rücktritt aufhalten. Die weiße Schneedecke liegt draußen über Berg und Thal: dein Einen zur Freude, dem Anderen zum Leide. In den Zeitungen finden sich die üblichen Wcihnachtsbetrachtungen, und jeder Gimpel variirt das Thenta vom Frieden auf Erden auf seine Weise. An den Straßenecken stehen Männer ntit Tanuenbänmen und Kinder bieten uns überall Hampel- männcr an. Der Polizeipräsident will es allerdings nicht haben, aber weshalb soll man den armen Würmern das Ver- gnügen mißgönnen, mit den bunten Papicrmännern zu spielen? Der Wohlthätigkeitssinn frommer Jungfern trnd Jünglinge feiert förmliche Orgien, aber nur der Arme wird bedacht, der nicht mit den Sozialdemokraten unter einer Decke hungert. Gott- gefälliger Wandel und der Nachweis stetigen Kirchenbcsuches ist zur Erlangung von ein Paar Wintersockcn unbedingt erforder- (ich, nur der Ungläubige ivird nicht nur dem Teufel sondern auch dem Mangel mit Recht überliefert. Das ist in jedem Jahre ebenso, weshalb viel Aufhebens davon machen? Auch die Volkszählung ist glücklich von Statten ge- gangen, allerdings nach dem Muster der Berliner Variation der" Schiller'schen Glocke;„Er zählt die Häupter seiner Lieben, und sieh, et sind statt sechsc— sieben!" Die Legende von dem Wasserkopf wird immer mehr zur Wahrheit, diegroßen Städte fressen den frommen Sinn der unschuldigen Landbewohner mit großem Behagen auf. So geht Berlin der zweiten Million und das Jahr seinem Ende entgegen. Das Merkwürdigste, was das ereiguißreiche Jahr noch kurz vor Thoresschlnß zeitigte, war das Bündnis; zwischen dein Minister Herrfurth und dem Abg. Eugen Richter. Beide gehen Arm in Arm an die Rettung des Gemeinwesens und lassen sich b--; Sozialisten auch von Richter nicht bekehren, so wird ihm später die Regierung doch Dank wissen, daß er sie vor den Umstnrzbestrcbungen der Landräthe bewahrte. Unglücklicher Weise ist Herr Richter Journalist, daher hungrig und un- zuverlässig— wer weiß, was jetzt noch Alles aus ihm hätte werden können, wenn er sich nicht der Druckerschwärze er- geben hätte.--- das am Besten thim? Die vornehmen Herren haben da ver- schiedene Wege. Spekulationen in Jndustrie-Unternehmungen sind seit langer Zeit gefährlich und nicht sehr einträglich; dagegen hat sich eine vorsichtige Spekulation im Grund und Boden nanient- lich in der Nähe Berlins undin Berlin selbst noch inimer, wenn sienicht ganz wahnsinnig getrieben würde, als vortheilhaft eriveiscn. Es ist doch wohl kein Zufall, daß man in stark bebauten Gegenden der Stadt große Baustellen-Komplcxe sindct, die der Familie des Justizraths oder den Erben des Hofraths I. oder sonst einer modernen Vornehmheit gehören. Diese Baustellen, milten in regulirten Straßenzngen gelegen, sind einfach unverkäuflich, die Besitzer oder deren Vormünder lassen die Flüchen ruhig liegen, bis eines der noch minorennen Kinder geldbedürftig wird; dann werden einige kleine Parzellen zu immensen Preisen abgegeben. Die einst billig gekauften Flächen sind um das Hundert- und Tausendfache im Werthe gestiegen. Auf diese Weise legen wohl- habende Leute das Geld für ihre Kinder an. Indessen nicht Alle, ja nicht Viele sind so bemittelt, solche große Summen auf lange Zeit zinslos anzulegen. Andere weniger„vornehme", will sagen weniger„reiche" Leute, die sich auch einem ge- lehrten Berufe widmen, müssen von ihrem Kapital schneller die Erträgnisse haben. Da wird dann sein Zins- Haus gekauft, ein Verwalter hineingesetzt, der die unangenehme Bedeutung, welche sich mit dem Begriffe eines Berliner Haus- wirths verbindet, auf seine Person nimmt und nun beginnt das Steigern der Micthen, um die Einnahmen des Doktors nur recht Zu erhöhen. Am besten eignen sich für solche Wuchergeschäste natürlich die Häuser i» den'Arbeitervierteln. Kleine Wohnungen vermiethen sich leicht; bei nicht prompter Miethszahlung Hilst das Gericht im schleunigen Verfahren; Alles geht hübsch glatt und der vornehme Herr Doktor steckt als durchaus ehrenwerther Mann das Geld der kleinen Leute ein, um es in aller Vornehmheit zu verbrauchen. So kommt es denn, daß in vielen von Arbeitern bewohnte» Häusern der stille Portier den Namen eines Doktors, Rittergutsbesitzers oder Kommcrzienrathes aufweist, den die Miether kaum kennen, denn den eigentlichen Besitzer bekommen sie nie zu Gesicht. Wie es in solchen Häusern zugeht, dar- über erhalten wir eine interessante Mittheilung. In einem Hause der Lichtenbergerstraße, das dem Dr. G. gehört, find den Miethern, jedenfalls als Weihnachtsbescheerung, Zliieths- steigerungen angekündigt worden. Dr. G. hat das Grundstück erst kürzlich gekauft. In dem Hause wohnen nur Arbeiterfamilien. Jede Arbeiterwohnung ist bis 63 M. in der Miethe gesteigert, zwei gröpere Wohnungen sollen 150 bezw. 200 M. mehr bringen. Schwerlich hätte Dr. G. das Haus gekauft, wenn es nicht schon unter den früheren Miethsverhältnissen einen Ueberschuß ab- geworfen hätte. Tie immense Steigerung der Miethen ist also nur ein erhöhter Profit für den gelehnen Herrn. Und dieser unerhörte Miethswucher bleibt straflos, während vor einigen Tagen ein Ehepaar, das den Damen von der Straße Darlehne zu 30 pCt. Zinsen gewährte, wegen Wuchers zu längeren Ge- sängnißstrafeu verurtheilt wurde! Man ist ja jetzt mit allen Kräften bei der Reform der höheren Schuten. Wir haben kein besonderes Interesse an dieser Reform, so lange nicht der gleiche Unterricht allen Kindern zugänglich ist; aber darüber könnten die gelehrten Herren einmal nachdenken, ob ihrem gelehrten Nachwuchs nicht auch ein erhöhteres und wirklich vornehmes Anstandsgefühl beim Gelderwerbe beizubringen ist. Der Baustellen- und Häuserwucher, der von vornehmen Leuten in Berlin getrieben wird, übersteigt weit den Schacher mit anderen Werthobjekten und ist gerade deshalb so gemeinschädlich, weil immer die kleinen Leute diejenigen sind, auf deren Schultern die Zinsenlast für das angelegte höhere Kapital abgewälzt wird. Gerade die gelehrten, vornehmen Leute sollten die ersten sein, die solchem planmäßigen, blutsaugerischen Wucher entgegentreten. Vornehmheit verpflichtet auch hierzu. ,,Die ttzeurre» Zcitr» mache» ihre» Einfluß auch auf die Mildthätigkeit geltend", so steht in verfchiedenen bürgerlichen Blättern zu lesen. Der Hausbesitzer- Verein des Westens sammelt nämlich unter seinen Vereinsmitgliedern für die Insassen des Asyls für Obdachlose, in welchem so mancher Zuflucht suchen muß, der erst durch hartherziges Eintreiben der Miethe und Exmission obdachlos geworden ist!— zu Weihnachten Kleider und Geld. In diesem Jahre sind aber die Gaben weit hinter denen des Vorjahres zurückgeblieben, und Geld ist noch gar nicht eingegangen,„weck die Zeiten so schlecht sind." Daß das gerade einem Hausbesitzer-Verein und noch dazu im vornehmen Westen passiren muß, ist wirklich beinahe komisch. Die armen Hausbesitzer! Da denken die Leute, daß die hohen Miethen, durch welche ja die Zeiten zum Theil erst mit theuer gemacht werden, dem gestrengen Herrn Hauswirth die Tasche füllen, und nun stellt sich heraus, daß der Bedauernswcrlhe selbst Roth leidet. Sollten sich die Hausbesitzer im Ernst mit den schlechten Zeiten entschuldigt haben, so würde das ein neues Licht auf die„Mildthätigkeit" der be- sitzenden Klassen werfen. Also zuerst wird an den„Liebesgaben" geknappst! Bei den Vergnügungen des Vereins ivird eS aber wahrscheinlich nicht weniger hoch hergehen als sonst. Vielleicht wird man auch Soupers veranstalten, bei denen das Gedeck 3 Mi. kostet, die Flasche Wein zu 6 M. getrunken wird und dann bei der zum Schluß stattfindenden Sammlung zu einem wohlthätigen Zweck Nickelstücke gegeben werden, wie uns das zum Beispiel von einer der Freimaurer- logen Berlins als verbürgt mitgetheilt wird. Wer sich über den „Wohlthätigkeitssinn" unserer Reichen unterrichten will, dem empfehlen wir, die Mitgliederlisten in den Jahresberichten der verfchiedenen„menschenfreundlichen" Vereine zu studiren. Er wird darin Kommerzwnrälhe mit klingendem Namen finden, die Beträge von 3 und 5 M. beigesteuert haben. Bei der verhältniß- müßig beschränkten Oeffentlichkeit, unter welcher hier die„Wohl- lhätigkeit" geübt wird, empfiehlt es sich nicht, einen höheren Betrag zu spenden. Etwas Anderes ist es, wenn es sich um eine Ueberschwemnulng in Spanien oder un> ein Erdbeben in Italien handelt. Da kann man schon eher mit einigen Hundert. oder Tausendmarkfcheinen„cinspringei"; denn— da wird in den Zeitungen quittirt. Es lebe die„Wohlthätigkeit"! Eine eigenthLmlichr Verevandtkchaft zwischen Adlige» »nd— Gannern hat der Verein„Herold" entdeckt. Dieser Verein hat sich bekanntlich die für das Wohl des Vaterlandes so unendlich wichtige Ausgabe gestellt, die Wappen adliger Familien, welche ja für alle„Edelsten der Nation" das theuerste und für die wirthschastlich und moralisch Verkommenen unter ihnen sogar das einzige Besitzstück bilden, in Bezug aus ihre Entstehung, Um- und Ausbildung zu untersuchen. In der letzten Sitzung wurde nun die Mitlheilung gemacht, daß im Jahre 1006 ein Gauner im Verhör ausgesagt habe, daß er und seine Gesellen jeder ein besonderes Wappen führe,„wie andere böse Buben." Leider haben sich die Vereinsmitglieder nicht»nit der Frage be- fchäftigt, ob der Gauner mit den„anderen bösen Buben" seine Genossen von der Zunft oder etwa die nichtzünftigcn hochgeborenen Strauchdiebe gemeint hat, welche den zünftigen Konkurrenz machte», indem sie— eine zweite Art von Verwandtschaft!— den von der Messe heimkehrenden Krämern ebenfalls die Geldsäcke erleichterten. Es ist auch nicht untersucht worden, ob nicht der eine oder der andere unserer jetzt lebenden Wappen- besitzer sein Familienwappen dem Umstände verdankt, daß er von einem jener zünftigen Gauner a b st a m ni t, was eine dritte Art von Verwandtschaft wäre. Das Wappen könnte ja im Laufe der Zeit durch Um- und Ausbildung veredelt worden sein. Darin wäre gar nichts Anstößiges zu erblicken. Von den erwähnten nichtzünftigen Gaunern stammen ja doch verschiedene Leute ab, die als sehr ehrenwerthe Männer gelten. A propos! Heutzutage legt sich kein Adliger mehr hinter den Strauch, wenn er Geld braucht. Dazu sind wir zu fortgeschritten. Heutzutage ist solch ein edler Herr bescheidener und läßt sich höchstens etwas schenken. K-n der Tegeler Chaussee wird uns geschrieben: Veranlaßt durch das Vorgehen unserer Genossen in Pankow richten wir auch an alle zielbewußten Arbeiter das Ersuchen, auf Nach- stehendes recht zu achten. Uns stehen zu Arbeiterversamuckungen die Säle des„ Zentral� Schütze» Hauses" an der Tegeler Chaussee Nr. 4 und des„Waldschlößchen", Eichbornsiraße, an der Dall- dorfer Haide, zur Verfügung. Das„Berliner Volksblatt" haben die Reftäurateurs: Wagner, Dalldorfer Chaussee. Carl Schmidt („Zur Baubörse"). Kittke, Kohlschmidt und Buhle, Tegeler Chaussee; ferner Hoffmann, Eichbornstraße. Wir bitten nun die Genossen,»ur in genannton Lokalen zu verkehren, da diese Herreu auch den Bestrebungen aller zielbewußten Arbeiter wohlwollend gegenüberstehen. An die Gewerkschaften geht ebenfalls das Er- suchen, nur in de» genannten Lokalen zu verkehren, vorzugsweise aber die Destillations-Niederlnge von A. Reichen zu beachten, da dieser Herr dem Gendarmen die Namen der Flngblattverbreiter zu der Stadthagen- Stichwahl genannt hat. Also nochmals, Berliner Genossen, nuterstützt uns in unserem Vorgehen gegen die hiesigen Lokalbesitzer, denn diese Herren nehmen wohl gern unsere Groschen, aber sonst haben sie mit uns nichts gemein. Mit sozialdemokratischem Gruß Die Genossen von der Tegeler Chaussee und Umgegend._ Eine Schießangrlrgeuheit, welche noch nicht völlig auf- geklärt ist, hat sich in der Nacht zum 18. d. M. auf dein Flur eines in der Köpenickerstraße belegenen Hauses abgespielt. Der in dem Hause wohnhafte Schriftsetzer G. kehrte zwischen 12 und 1 Uhr nach Hanse zurück rmd begegnete auf dem Flur einem zweiten Hansbewohner, dem Porzellanhändler R. G. behauptet nun, daß N. beim Weitergehen plötzlich zwei Schliffe aus einem Revolver auf ihn abgefeuert, ihn aber gefehlt habe. Dem gegen- über stellt N. den Verlauf so dar, daß er in der Dunkelheit auf den» Flur zuerst von G. angegriffen worden sei, denselben zurück- gestoßen und zum Schutz einen Revolver hervorgeholt habe. Bei dem stattgehabten Ringen habe nun die Waffe sich ohne sein Zu- thun selbst entlade». G. sei dann die Treppe hinaufgeeckt unter dem Zuruf, daß er eS dem N. schon besorgen werde. Zwischen den beiden Parteien scheint seit längerer Zeit ein gespanntes Ver- hältniß zu bestehen. Auffallend dürfte es sein, daß beim Eni- laden des Revolvers gleich zwei Schüsse hinter einander los- gegangen sein sollen. Wieg?» Zrtrnges verhaftet ist der Agent Max Hintzc. Derselbe war bei der Lebensversicherungs- Gesellschaft„Friedrich Wilhelm" beschäftigt und vermittelte sogenannte Kinderversiche- rungen. Tab« hat er den Versicherungsnehmern, meistens ein- fachen Leuten, den Inhalt des Prospektes nur mündlich und falsch mitgetheilt. Er redete ihnen ein, das: sie für die Zahlung von wöchenilich 10 Pfennig 60 Mark erhalten würden, sobald das Kind vierzehn Jahr alt sei. In Wirklichkeit liegt aber die Sache so, daß bei einer Zahlung von 20 Pfennig die Woche ein Kind, wenn es vom ersten bis zum sechsten Lebensjahre versichert ge- wesen ist, bei dem Eintritt in das 15. Lebensjahr 58— 68 Mark ausgezahlt erhält. Die Versicherten behaupten, daß sie nicht ver- sichert haben würden, wenn sie die Bestimmungen genau gekannt hätten. H. hat für jede abgeschlossene Versicherung eine Mark Provision bezogen. In» Passage-Zlanoptikuu» treibt jetzt auch eine Schaar auserlesener Spezialitäten ihr Wesen. Tieselbe» traten vorgestern 'Abend zum ersten Male auf, und man muß gestehen, daß Sänger, Säugerinnen, Bauchredner und Mimiker eine bunte Abwechselung in die Monotonie der Wachsfiguren brachten. Da ließ eine graziöse Ungarin, Fräulein Görganyi, ihre flotten ungarischen Gesänge mit dem obligaten Sporengeklirr ertönen, italienische Mandolinenspieler wechselten ab mit einem deutsche» Männer- qnartctt, welches sich namentlich durch vorzügliche Bässe aus- zeichnete. Ei» Berliner„Gesanashumorist" erzielte leider nicht den erhofften Erfolg mit einer allzu realistischen Schilderung des Begräbnisses seiner Schwiegermutter, während inan dem Bauch« redner und Mimiker außerordentlichen Geschmack abzugewinnen schien. Wer sich für derartige Sachen interessirt, der wird bei einem Besuch gewiß einige angenehme Stunden im Passage- Panoptikum zubringen. Volixeibericht. Am 18. d. M. Abends stürzte sich eine kranke, im Elisabeth-Krankenhause befindliche Arbeiterfrau aus dem Fenster eines im ersten Stock belegenen Zimmers in den Garten hinab und erlitt dabei so schwere innere Verletzungen, daß sie bald darauf verstarb.— Am 10. d. M. Vormittags wurden die Hausdiener Pedercke, Meyer und Budak in ihrer Schlaflammer in: Hanse Potsdainersir. 30 durch Kohlcndunst betäubt aufgesunden. Pedercke verstarb bald darauf, während die beiden Letzteren ins Leben zurückgerufen und nach dem Elisabeth- Krankenhanse überführt wurden. Der Unglücksfall ist durch zu frühzeitiges Schließen der nicht entfernten Ofenklappe herbeigeführt worden.— Zu derselben Zeit brachte sich ein Mann im Keller des Hauses Barnimstraße 15 mittelst eines Rasirinessers Schnitt- wunden am Halse und an den Händen bei. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er nach dem Krankenhanse am Friedrichs- Hain gebracht.— Mittags gerieth vor dem Hause Langcslr. 109 ein lljähriger Knabe beim Spielen unter die Räder eines Geschäftswagens und wurde am rechten Bein bedeutend verletzt.— Nachmittags gingen vor dem Hause Lüneburgerstr. 11 haltende Pferde eines Arbeits- wagenS durch, bogen in die Straße Alt-Moabit ein und raunten vor dem Ausstellungspark gegen eine ihnen entgegenkommende Droschke, so daß das Vorderrad derselben zerbrach und der Kutscher vom Bock geschleudert wurde. Hierbei wurde dieser von einen» Pferde geschlagen und am Kopf bedeutend verletzt.— Zu derselben Zeit wurde ein sechsjähriges Mädchen an der Ecke der Müller- und Seestraße von eine»: Bierwagen überfahren und erlitt bedeutende Verletzungen am Handgelenk und Oberschenkel. — In der Nacht zum 20. d. M. gerieth der Bahnarbeiter Riedel aus dem Bahnhofe der Zentral-Niarklhalle zwischen zwei Eisen- bahnwagen und erlitt so schwere Quetschungen an der Hand und an: Fuß, daß er nach dem Krankenhanse an: Friedrichshain ge- bracht werden mußte.— Am 19. d. M. und am darauffolgenden Morgen fanden drei kleinere Feuer statt. Ein soziales Kild ans de,» leizte» Iahezrlint des neunzehllten Jahrhunderts. Recht viel Armuth und häusliches Elend wurde in einer Verhandlung vor Augen ge- führt, die gestern vor der vierten Strafkammer des Lanv- gerichts 1. stattfand. Auf der Anklagebank befand sich der Ar- beiter Emil Lubies, der beschuldigt war, seine Kinder in hilf- loser Lage verlassen zu habe». Der Angeklagte hatte mit Frau und vier kleinen Kindern eine aus Küche und Siube bestehende Wohnung in der Schönholzerstraße inne. Er konnte selbst die geringe Miethe nicht erschwingen und am 3. Dezember wurde er exmittirt. Der Gerichtsvollzieher erschien, entfernte sich aber sofort wieder, denn der Angeklagte besaß auch nicht ein Stück, das des Mitnehmeus werth war. Am 4. De- zember begab die Ehefrau sich mit ihren beiden kleinen Mädchen zu gleichfalls armen Verwandten, um bei diesen ein Unterkommen zu suchen, die beiden Knaben, im Alter von 4»nd 7 Jahren, blieben noch beim Vater, dem ter Wirth gestattet hatte, noch einige Tage in der Wohnung zubleibe». Am Morgen des 5. Dezember ging die Vizewirthin an der offenstehenden Thür der Lubies'schen Wohnung vorüber. Sie hörte Weinen und Wimmern und trat hinein. In dem kalten Räume fand sie die beiden Knaben vor, in einer Ecke lag ein Hausen Lumpen. Beide klagten über Hunger und Frost, sie hatten während der Nacht mit vem Vater auf jenen Lumpen geschlafen. In der Frühe sei ihr Vater fortgegangen, ohne» ihnen etwas zu essen oder zu trinke» zu geben. Die Bizewirthin nahm sich der Kinder an und als deren Vater noch bis Mittag nicht zurückgekehrt war, verständigte sie die Polizei, die veranlaßte, daß die Kinder im Waisenhaus untergebracht wurden, wo sie sich noch jetzt befinde». Ter An- geklagte erklärte, daß er am Nachmittage zurückgekehrt sei, um nach seinen Kindern zu sehe». Er sei in der Frühe fortgegangen, um zu versuchen, ob er nicht etwas verdienen könne. Dies sei ihm auch geglückt, er habe Kohlen obgela&en,»mßte die ange- nommene Arbeit aber zu Ende führen. Da diese Angaben be- stätigt wurden und da die Kinder in der Lage waren, d:- Wohnung zu verlasse», wenn sie wollten, sprach der Gerichtsh»! den Angeklagten frei. zinteu der Anklage der Körperverletzung durch ein« das Leben gefährdende Behandlung hatte sich gestern der Ee- meindelehrer P l u m h o f vor den: hiesigen Schöffengericht zu verantworten. Er wird beschuldigt, das ihm als Lehrer zustehende Züchtigungsrecht überschritten zu haben. Ter Angeklagte w Klassenlehrer an der 153. Gemcindeschule und unterrichtet»> seiner Klaffe auch den sjührigen Sohn des Schneidermeisters Rabe. Am 1. Juli, während der Zeichenstunde sah sich der An- geklagte genöthigt, dem Knaben eine Züchtigung zu Theil werden zu lassen, weil derselbe in seinem Zeichenhefte— aller Verbole ungeachtet— Radirungen mittelst des naßgemachten Zeigesinger- vorgenommen hatte.' Er benutzte den gewöhnlichen SchW rohrstock und verabreichte dem Knaben mehrere auf den Hintertheil. Diese Schläge sollen nun so energW ausgefallen sein, daß der Vater des Knaben Veranlassung nahm, den" letzteren der Untersuchung durch den Physikns Samtätsram Dr. Richter zu unterwerfen. Das von demselben ausgesteuie 'Attest klingt nun allerdings sehr bedenklich. Der Knabe ist fejst schwächlich und zeigt an seinem Körper zahlreiche rachitisch» Knochenveränderungen; Sanitätsrath Dr. Richter hat nup fem gestellt, daß der Knabe sowohl auf dem Rücken, wie am den» Gesäß zahlreiche blutunterlaufene Stellen, dicke Striemen und braune und blaue Flecken hatte.— Der Angekstign bestritt, gewußt zu haben, daß der Knabe schwächuch ist und behauptete, daß er demselben nur etwa vier Rohm stockhiebe ertheilt und dabei durchaus nicht besonder- Gewalt in Anwendung gebracht habe und berief sich auf seine» Rektor als Entlastungszeugen darüber, daß der Knabe in Bezug auf Züchtigungen gern übertreibe.— Bei der Schwere des Ver� gehens, welches die Anklage dem Angeklagten vorwirft, hielt e- der Gerichtshof doch für angemessen, den Sanitätsrath � Richter persönlich darüber zu vernehmen, inwieweit eine das Leben gefährdende Behandlung als vorliegend zu erachten»!'• Die Verhandlung wurde deshalb vertagt._, Der ehemalige Dotizeikommissar v, Schmer»» W gegen den Rechtsanwalt Dr. Flatau eine Privatklage wegen Be- leisigung angestrengt, welche gestern vor der 100. Abtheilung dH Schöffengerichts zur Verhandlung gelangte. In einem Rechts- streite vor der Zivilkammer zwischen einer minderjährigen Tochter des Klägers und einem hiesigen Kaufmann hatte Rechtsanwall Flatau die Interessen des Letzteren, des damaligen Beklagten, zu vertreten. Der Rechtsbelstand der Klägerin, Rechtsanwall Rosenseld, berief sich in dieser Klagesache auf das Zeugniß des Vaters der Klägerin, des Herrn v. Schwerin. Dr. Flatau suchte die Glaubwürdigkeit desjZeugen zu erschütternund wies zu diesemZwecke auf dessen ivegen Erpressung erfolgte Bestrafung zu einem Jahre Gefängniß hin. Ferner soll Dr. Flatau behauptet haben, von Schwerin sei einer der diinkelslen Existenzen auf kriminalistischem Gebiete, und ivegen dieser Aeußeruug stellte von Schwerin den Ttrafantrag wegen Beleidigung. Ter Vertreter des Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Marcuse, stellte die Behauptung auf, daß Tr. Flatau nicht von dunklen Existenzen, sondern von dunklen Ge- fchästen gesprochen habe. Rechtsanwalt Rosenseld, der damalig» Gegner des Beklagten, erklärte aber, daß die fraglich» Aeußerung genau so gelautet habe,»vie in der Am klage wiedergegeben sei. Ter Zeuge hat den Eim druck gewoiinen, als sei eS nicht nöthig gewesen, den damaligen Zengeii v. Schwerin in so greller Weise zu beleuchten, wie# seitens des Dr. Flatau geschehen. Der Gerichtshof hielt es fü» zweifellos, daß die in Rede stehende Aeußerung beleidigende� Natur sei, erkannte aber dennoch auf Freisprechung. Einestheil« habe der Angeklagte in Wahrnehmung der berechtigten Interesse» seines damaligen Klienten gehandelt und anderntheils sei ihn> nicht nachgewiesen, daß ihm eine beleidigende Absicht inn»- gewohnt. Wegen xlngeliuhr vor Gericht durch Erscheinen in am getrunkenem Zustande wurde ein Angeklagter von der 87. Abthn- lung des Schöffengerichts in eine sofort zu verbüßende Haftstraf» von 24 Stunden genommen. Als der Gefangenenaufseher an» Sonnabend Morgen die Zelle öffnete, fand er eine Leiche vo», den Insassen hatte im Laufe der Nacht der Schlag gerührt. Soziale Uebevstrhk. Arbeite»-« gedenkt der Ansgesperrten! Gedenkt Eurer hungernden Brüder! Eaminel-NIarken können alle Diejenigen an unten be» zeichneten Stellen empfangen, welche sich genügend legitiiniren: I. Bei Wilh. Boerner. Ritterstr. 108, im Zigarrenladen. 2.„ Aug. Mores, Zigarrenarbeiter, Posenerstr. 11. 3.„ Karl Butry, Zigarrenarbeiter, Stralsunderstr. 15 U- Und in den Zahlstellen: 4. Sonnabend Abends von 7—9 Uhr Elisabethstr. 29 tr» Restaurant. 5. Freitag Abends von 7—9 Uhr und Sonntag Vo»' mittags Rheinsbergerstr. 19 im Restaurant. 6. Montag Abends von 7—9 Uhr Adalbertstraße 4 tM Restaurant. I. A.: Tie Kommisston für öffentliche Angelegenheiten der Tabak- arbeiter Berlins. Wilhelm Boerner, Zigarrenfabr., Ritterstr. 10»' ** Die Zimmerer in Chicago liegen seit längerer Zeit in» Streik, den sie wegen Anerkennung ihrer Organisation führen- Wie wir hören,»vird von Chicagoer Unternehinern der Versuch gemacht, Streikbrecher aus Berlin und Hamburg nach Chieago zu exporliren. Wir warnen die deutschen Zimmerleute dringend, diesem Ansuchen Folge zu leisten. Sie würden ein»» traurigen Zukunft entgegengehen, abgesehen davon, daß sie Gefah» laufen, von den New-Aorker Behörden bei ihrer Ankunft sofo� zuriickbefördert zu werden.— Arbeiterblätter werden um Nachdruck gebeten. An die Lithographen Derlins! Da die Lithograph»" Berlins beschloffen, lich der modernen Arbeiterbewegung anjtt- schließen, so glaubt die Unterstützungskommission der Litha- graphen Berlins im Sinne der Allgemeuihett zu handeln, wen" sie den ausgesperrten Zigarrenarbeitern aus dem Fonds 60# übermittelt. Kollegen, welche zu den» Fonds beigesteuert un° nicht mit der Verwendung dieser Summe einverstanden sin»; wollen sich nnt ihren Einwänden binnen 3 Tagen an den Unter- zeichneten wenden. Wir glauben jedoch, dies von unseren Kolleg»" nicht erwarten zn dürfen, da es unsere Pflicht ist, nach Krässttt hier zn helfen. Nach Ablauf der Frist wird das Geld abgelchw werden. I. A. der Niiterstützungskommission der Lithograph»" Berlins B. Dübelt, Weißenburgerpr. 17, v. 2 Tr.,. Achtung, Knchbinder! Vom hiesigen Fachverein wir" dringend ausgefordert, den Zuzug nach deu Städten Breslo' und Budapest streng fern zu hallen, da sich die dortig»� Kollegen wegen Aufbesserung ihrer Arbeitslöhne im Streik b»' finden. Besonders sei noch für reiselustige Kollegen darauf a»!' merksam gemacht, daß wir»ach genauer Erkundigcmg versich»»" können, daß die Löhne in Budapest so niedrige sind, daß, w»» dort Arbeit nehmen würde, sehr bald durch die traarigen B»»' haltniffe gezwungen würde, nbzureisen, also neben dem Mißersoh' für die dortigen Kollegen noch ein materieller Schaden für Streikbrecher entstehen würbe. Also thne ein Jeder seit« Pstichsj Dohminkel, 19. Dezember. Auf Zeche Blankenburg befind»' sich noch sämmtliche Arbeiter im Ausstande. Heute war Beleg. schaftsversammlung, und es wurde beschloffen, daß die Beiegsch"' so lange am Streik festhalte, Iis der letzte Gemaßregelte wieder ausgenommen ist. Es ist falsch, wenn vom„Herold" berichtet wird, daß schon ein Theit angefahren ist. -'- Heute fand hier- des Dortmunder . W>W>............ W---. sführer Natorp er- stattete den Jahresbericht, und beschloß die Versammlung ein- stimmig die Verlängerung des Ausstandvcrsicherungs-Verbandes bis Februar 1802; eingezahlt sind bisher 1 500 000 Mark; der Ctatutenentwurf des Knappschaftsvorstandes, welcher für Bei- beHaltung der Vollknappschasl ist, wurde abgelehnt. Mir dir Kchn-ridmstc?„Eiigi. Mund schau sur Kindt und Land" meldet, finde» seitens der königlichen Landräthe der Kreise Reichcnbach und Schweidnitz Ermittelungen über die Zahl der Handweber statt. ES soll dabei festgestellt werden, wie viel derselben über fünfuudsechSzig Jahre alt sind, und wie viel eine cigene Behausung bezw. ein eigenes Grundstück besitzen oder nebenbei ein Handwerk betreiben oder zeitweise auf Tagearbeit gehen. vlraz, 20, Dezember. Ter Streik im Kohlen- Bergwerk Fohnsdors(der Alpinen Montangesellschast gehörig) ist nunmehr -allgemein. Von Klagensurt wurde heute Infanterie dahin beordert. Von Judenbnrg waren schon früher Truppen hin- gesendet worden. bei Reinilmn.— Gesangverein„H a r IN o n i Meberstr. es bei Wartenberg. —„Sarthan S' s q er Gesangverein", FricdrichSbergerstrafte Nr. n bei Wuttke.— Männer-tLesangverein„SicSerlufl", AichlcsiraAe 29 bei tirosche ssrüher MociveS). vesang-.?»ri>->,nd geseUigc Perein». Lübeck'scber Turnverein am Sonntag, Slbends von l I» b„ A r c o n a", Montag, Abends 8%— 1»X Uhr bei Zivlinsli, Reichenbergersir. Ti.— Rauchttnb„Weibe Wolke", Montag, Abends von o— Ii Uhr, SIreliherstr. 16, bei BeUer. Aercin„Wanderlust", Zthtmg: Sonntag, Nachmittags« Uhr, Griinauer- straste H bet Räch. «ergaugungSveretn„ O c« a n a", Montag Sitzung mit Damen; Aufnahme neuer Mitglieder im Nesiaurant Schneider. Stach der Sitzung Tanz. Vergniigungsverein„ F r e und« S t r e n e", 9% Uhr, im Restaurant©evtl), Prinzenstr. ice.— Theater-Verein„ B l u m e n I- s e", Vors. tk. Wuthe. Sitzung mit Tarnen. Sonntag Nachmittag« Uhr tm„Dresdener Karten", Tresdeneritrahe 43. Gäste ivillkommen.— PollaU-Glub„Gintracht", bei Gustav Schulze, Wlenerstr. ea. Gäste willkommen. Devsnttttttluttgett. Kilfstzasse der Kurraubramten der Rechtsanwälte, Notare und Ke- richisvollzieher In Merlin. sEingeschricbene Hilfsrasse.) Montag, den 22. De- zember, Abends s Uhr: Dritte außerordentliche General-Versammlung zum siwecle der Statutenänderung in Gratweil's Bierhallen, Kommandanien- ftraße 77— 79. S«i» Pcreinignng der Lau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für schonrberg und Nnigegend. Sonntag, den 2t. Dezember, Mittags 12 Uhr, Grobe Mitglieder-Versammlung ln der„Schlob-Vrancrei", Hauptstraße. Prrrin zur Wahrung der AntercUen der Schuhmacher. Weihnachts- «ergniigei, am 2. Feierlag tu May's Festsälen, Henthstr. 20.(Siäheres stehe Annonce.) ..„Lachuerrin der in Duchbindrreir»>»»d veriu. Letriebr» br- fchaftigtrn Arbriter. Montag, den 22. d. M., Abends pünktlich» Uhr, Alle Jakobstr. 73, bei Feuerstein: Versauimlung. Tagesordnung: i. Vortrag des Herrn Jnlius Türk über Hekenprozefsc. 2. Verschiedenes. Ausnahme neuer Mitglieder, sowie Ausgabe der BilletS zur Syivesierseier. Zugleich wird dringend ersucht, dte noch ausstehenden Listen der Hamburger Aus- »»sperrten nun endlich abzuttefern. Krlcblud Hart Plarr. Große ösfcntliche Versammrung für Männer und Frauen am Sonntag, den LI. Dezember, Abends 6% Uhr, im Lokale der Verltner Borkbraueret. Tagesordnung: l. Bortrag des Herr» Pens über: Tie Erlösung der Menschheit. 2. Dtskusflon. s. Verschiedenes. Nachdem: Geselliges Beisammensein mir Tanz. tsthartottcnburg. Große öfsentlich« Versammlung der freien Disstdenten- Gemeinde am Montag, den 22. Dezember,« Uhr Abends, im großen Saale Vismarrlshöhe, Wilmersdorserftr. ss. Vortrag über Mahrheil und Gerechttg- tett des Gvangelium der neuen Jett. Referent Tr. Vötkel ans Magdeburg. zu dieser Bersaminlung sind zwei Geistliche brieflich eingeladen. Ter Zutritt -n jedem ohne Unterschied des Glanbens, sowie Herren und Damen gesialtel. vntree io Pf. Um zahlreichen Besuch ersucht der Vorstand. fachverein der ö ischler. Am 1. Weihnachtsfeierlag, Bormittags It Uhr, im„Konzerthaus Sanssouci", üollvnserstraßc 4a: Matinee.— Am 3. Weih Nachisseicrlag bei LipS am Friedrichshain, Nachmittags 3 Uhr: kkonzert, Se sangsvcrlrääe, Linder-Wethnachlsbeschcerung und Ball. frei» Palbabiil)»». Zu der am t. Weihnachtsseiertag stattstndenden Vorstellung veS„Volksfeindes" von Henrik Ibsen für die l. Abihellung(rothe «arten) können noch so— so Mitglieder in nachfolgende» Zahlstellen aufgenommen werden: Otto Antrik,(Zigarren fabrik, Steinmetzsiraße 39; Gottsried Gchttlz, tzigarrenhandlung, Admiralstraße 4oa: R. BaginSIi, Buchhandlung, Dresdenerstrabe(Passage); Aler Ochs, Gigarrenhandlung, Lindenstr. 39: Franz Ntemeyer, lltgarrenhandlniig, Wcberstr. is. Das Einfchreibegeld beträgt bisher nimdefiens i Mark und der monatliche Beitrag— von Dezember saugend— 30 Pf. Der Vorstand. Lese-»I»>d S>sll»tir-Al»b„Frei, Denker" bei Hangk, Vöckhstr. 12 �rbeiter-Säxgerbnnb Lerti»» und zlingege»». Montag, Abends 9 Uhr: Ucbungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder— Gesangverein„Sene- felder" Resianrani Trieschmann, Jüdenstraße 33.— Gesangverein„Zu- sr t e d e n h c t l" Wllltbald�Alerisstr. 3, bei Genger.— Liedertafel der ß Literarisches. ,,FichtstrahlfN." Blätter für volksverständliche Wissenschaft. Zugteich ein literarischer Wegweiser für das Volk. Erscheint halb- monatlich in Heften a 20 Pf. Dresden, Verlag voll O. Harnisch. — Bisher erschienen 6 Hefte. Inhalt des 6. Heftes: Ursprung des Gottesbegrisfes. Von Hermann Teistler(Fortsetzung).— Hausthiere und Kulturentwicktung. Von E. H. Herrmann(Fortsetzung).— Geschichtliches über den Marientult. Von Hermann Teistler(Fortsetzung).— Reisevilder aus Norwegen. Von Alv (Fortsetzung) V.— Koch und die Schwindsucht. Von Dr. med. Mar Böhm.— Das Heidenlhuur in der römischen Kirche. Bilder aus dem religiösen Leben Süditaliens.— Litterarisches.— Kleine Mittheilunge». Tie Redaktion stellt dte Benutzung des SprcchsaalS, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenhcilen allgemeinen Futeresse« zur Verfügung; sie venvahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem - Jnhali desselben tdenttfizlrt zu iverdcn. Das Eingesandt vom 18. d. M. des Herrn Albert Jasirau hier zwingt mich zu meinem Bedauern, nochmals in dieser An- gelegenheil das Wort im„Verl. Volksbl." zu ergreisen. Ich weiß eigentlich nicht, was dieser Herr mit einer solchen Rechtfertigung sagen will. Es handelt sich vorläufig doch nur darum, ob Herr Alben Jasirau die von mir an den Pranger gestellte Denunziation gethan hat oder nicht. Um eine Widerlegung dieser«leiner Behauptung geht ge- nannter Herr herum, wie die Katze um den heißen Brei. Ich kann nur noch konstatiren, daß Herr Albert Jasirau am Dienstag Abend bei mir ivar und sich zu genannter Denunziation ausdrücklich bekannt hat. Ich halte deshalb, um allen Denunzianten ein für allemal die Lust zum Tenunziren zu benehmen, mein Eingesandt vom Dienstag, den 16. d. Mts., in allen Punkten aufrecht. Was die Insinuation des Herrn Albert Jasirau betrifft, ich hätte inich als Rachewerkzeug gebrauchen lassen, so fühle ich mich über eine solche Zumnthung soweit erhaben, um kein Wort mehr darüber zn verlieren. Der lveitercn Verfolgung dieser Angelegenheit durch den Vorstand des„Arbeiter-Bildungs-Verein zu Friedrichshagcn" sehe ich mit großer Ruhe entgegen.— Im übrigen verzichte ich darauf, mich an dieser Stelle mit Herrn Albert Jasirau weiter auseinander zu setzen. Friedrichshagen, den 18. Dezember 1890. Th. Stochow, Vertrauensmann von Friedrichshagen. Vvivfllttston dov Nodakkion. Bit Anfragen bitten wir die AbonnemeiiiZ-Quittunz beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. Briestich Kerlinrr Zitlfrvlltub. Wir nehmen vvn der Veröffentlichung Ihrer Zuschrift deswegen Abstand, weil uns von glaub- ivürdiger Seite mitgetheilt wird, daß die Aufregung des betreffenden Herr» auf nervöse Störunge» zurückzuführen ist. Die Angelegenheit gehört daher nicht in die Zeitung. <0. K. Pülkterstr. Eine Milliarde ist tausend Millionen, also eine zehnziffrige Zahl. Die angegebene Zahl besagt: 6 Milliarden, 656 Millionen w. K. Ii O. i Eine solche Wohnung muß am 15. eines MonatS zum nächsten Erste» gekündigt werden. 2. Jedes Amts- gericht ist zur Aufnahme eines solchen Vertrages kompetent. Der Beifügung eines speziellen Vermögensverzeichnisses der Braut bedarf es nicht, doch ist dies rathsam. Derartige Verträge dienen bei uns, wo die allgemeine Gütergemeinschaft gesetzlich nicht gilt, stets nur zur Sicherung der Frau. ®, M. 638. Sie haben Vs, Ihr Stiefvater Vi von dem Nachlasse Ihrer Mutter zu beanspruchen; doch müßten wir, um völlig genaue Auskunst geben zu können, den letzten Wohnsitz Ihrer Eltern kennen. J. M. Uorofcldr. 1. Natürlich kann auch ein aus der Landeskirche Ausgetretener vor Gericht Zeugniß ablegen; er muß sich dann als Dissident bezeichnen. 2. Die beiden Bracke'schen Bücher können Sie ruhig verbreiten; ob auch das von Ihnen angegebene Gedicht, wissen wir nicht, da uns nicht bekannt ist, ob dasselbe nicht einen strafbaren Inhalt hat, für welchen Sie im Falle der Verbreitnng verantwortlich gemacht werden könnten. 3. In dem Aufhissen der rothen Fahne' ist schon z» oft von Ge- richten ein grober Unfug erblickt worden, als daß wir dazu rathen könnten. A. M. 81. Ein Spieler der preußischen Lotterie, der mit dem Einsatz in einer früheren Klasse herausgekommen ist, kann das baare Geld verlangen, ivenn er nicht weiter spielen will. ? Ein Mabche», das schon von einem Anderen ein Kind gehabt hat, kann für ein ziveites Kind keine'Alimente fordern. F. K. 500. Uns ist ein solcher Verein nicht bekannt, mit Ausnahme der zahlreichen Kredit- und Vorschußvereine, welche aber nur ihren Mitgliedern Darlehne gewähren. |i K. 20. Wenn die Mahnung in vorwurfsvollem Tone erfolgt ist, so ist darin eine Beleidigung zu erblicken, wegen welcher der Betreffende nach vergeblicher'Anrufung des Schieds- manns klagen kann. 3.#.-" kann Polizei nähme des Stuhles anzubahnen. M. Hoch Ar. 2. 1. Da in Ihrem Verein zweifellos auch politische Gegenstände in Versammlungen erörtert werden, so ist derselbe ein politischer und als solcher verpflichtet, der Polizei ein Verzeichniß der Mitglieder und des Vorstandes einzureichen. 2. Tie Zusammenkmtste von Vertrauensmännern brauchen nicht der Polizei angezeigt zu werden. 3. Das finden Sie iin Adreß- kalender. K. K.(DüilitmHv. Als Sohn können Sie trotzdem in einem Prozesse Ihres Vaters als Zeuge vernommen werden. Es hängt aber vom Ermessen des Gerichts ab, ob es Ihre Vereidi- gung beschließt und Ihrer Aussage Glauben schenkt. Darüber, ob der Gegner Ihrem Vater bezahlt hat, kommt zunächst Ihrem Vater der Eid zu. F. F. Allerdings sollen die einzelne» Polizeireviere nicht Auskunst über die Wohnung von Personen ertheilen, sondern ist dies Sache des Zentral- Bureau?, des Einwohner-Melde- amtes. & pbeiteg»- r|Mchhand8yng jj «HAeiiie'Ssämmt.Werte gcb.0,00 AKKT-- grati» frank». Palkafrrunk geb. 3,90 3,00 £a|ToUe'(S sämmtl. Werte 7,50 Kechtoanwalt im Hause 12,00 n. 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Verfassers, eines alten be- währten Genossen, bürgen dafür, daß sich die zLylvester-Ieitung" viele tausend neue Freunde erwerben wird. 2356 . Die„Sylvefter-Zeitimg" erscheint nur Nu Mal im Jahr. Abonnemeittspreis 10 Pf. pro Stummer. Verbreiter er- halten bis 50 pCt. Rabatt. Jeder Leser dieses Blattes kann die„Sylvester- Zeittliig" bei seinem Verbreiter bestellen. Letztere werden gebeten, alle Be- stellunaen a» F Wilke, Maurer, Braunscbwelfl, zUarienstraße 43 richten und zwar sobald als möglich, indem die Versendung schon in den wtztcn Tage» dieses Monats geschieht. Mit sozialdemokratischem Gruß zeichnet der Herausgeber der Sylvestcr-Zeitung. Kranzbinderei und Blumenhandlung J. Meyer. in der Ecke bei der Manteuffelftraße. liefert Guirlanden Meter von 15 Pf. Doppelbügel-Lorbcerkränze von 50 Pf- an. Hyacintenzwiebeln von 20 Pf, an. Topfpflanzen wie Bouquets:c. gut und billig. 1391, Cottillonbonquets pr. Dtzd. v. 1. M. an Fernsprecher. Amt IX. 9482. Roh-Tabake. 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Bericht der Delegirten der Etreik-Kontrolkommission. 5, Verschiedenes.— Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer: R, Lutz, Kottbuser Damm 21. Fachverem der Weder und verwandten Berufsgenossen. Am Donnerstag, den 25, Dezember(1. Weihnachtsfeiertag): IW 1 Stiftungsfest-WE im„Elysium Landsberger Allee Nr. 39—41, unter Milwirknng des Kwmmer'schen Gesangvereins und der verstärkten Hauskapelle, sowie Auftreten verschiedener Spezialitäten. NF** Der Saal ist prachtvoll dekorirt. Bon 12 Uhr ab: Grosser Ball. Anfang 6 Uhr. Programme ä 25 PI. Programme sind noch zu haben bei Treue. Friedrichsberg, Kronprinzen- siraße 7, v. 4 Tr.; Kohl, Weberstr. 14, Seitenfl. 4 Tr.; Lab e, Landsberger- straße 120a, 1. Quergeb. 1 Tr.; Lehmann, Greifswalderstr. 7, Hof 2 Tr. ChaHoMenburg. Große ößestliche Versamlullg l grcicn DiWelltev-Gemillk am Montag, den 32. Dezember 1890, Abend» 8 Uhr, im grossen Saal Bismarckhöhe, Wilmersdorf erstrasse 39. Tages-Ordnung: Vortrag über Wahrheit und Gerechtigkeit des Evangeliums der neuen Zeit. Referent Dr. Völkel ans Magdeburg.(Entree 10 Pf.)— Zu dieser Versammlung sind zwei Geistliche brieflich eingeladen. Ter Zutritt ist jedem, ohne Unterschied des Glaubens, sowie Herren und Damen gestattet. Um zahl- reichen Besuch ersucht[2888] Der Vorstand. Ostend-Theater Große Franksurterßr. 132). Freitag, den 26. Dezember 1890(2. Weihnachts-Feiertag), Mittags 12 Uhr: Grosse Wiatinee zum wohlthätigen Zweck, arrangirt vom Simtkinb„Rückwärts". Eröffnung 10' 2 Uhr. Tier Vorstand. Billets a 80 Pf., an der Kasse 50 Pf. Billets sind in den mit Plakaten belegten Handlungen, sowie in den Restaurants Boderke, Pallisadenstr. 47, und Spiekermann, Markusstr. 6, zu haben. 2341 fl#4n SlflAsM Cigarren und Tabak VkieHEBy in guten Sorten. Cigaretten, größte Auswahl. Elegante Verpackungen zu Weihnachts- geschenken passend,'/im,'/«>,'/so, Vio, preiswerth. Pfeifen u. 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Er führte Wol*! 0?lgendes aus: Tie Gewinnbetheiligung ist ein System �vhnauszahlung, und es liegt uns daran, dies System zu li»?5??!!!?' ba u"g dasselbe gefährlich werden kann. In Wirk. „ fallt es teinem Unternehmer ein, einen Pfennig mehr zu g;% ass es für seine Arbeiter nothivendig ist. Wenn wir uns d>iv ��"uibetheiligung etwas genauer betrachten, finden wir, G;*! ant derselben vorerst eine steigende Leistang verbunden ist. o»™--,' der sich bis aufs äußerste anstrengt, nimmt natur- iPho" o,,.en Leidensgefährten die Zlrbeil fort, und somit wird SirmIL.rÜe,tcr' der seine Geivinnbetheiligiing will, sein eigener Yndrucker. Folgende Beispiele mögen dies näher illuslriren hi>m r-811' fandwirtschaftlichen Betriebe in Dänemark ist die Gewinn fj�'guug durchgeführt. Der Besitzer ist dadurch im Stande gewesen, ein?»«. � Tage früher einzubringen, ein Vortheil, den Jeder Oi, m mufJ- Ter Arbeiter denkt, daß, wenn der Unternehmer > neu Gewiim eingeheimst hat, auch etwas mehr für ihn heraus- MUß; er bedenkt aber nicht die lange Arbeitszeit. Eines her, n ,DQreu demselben Betriebe noch LVz Hektare Acker zu opf!*!.'. Ter Besitzer meinte: Das wird wohl nicht mehr k. e Arbeiter aber sagten: es muß sein, und haben die Ar m�.�fchafft. Man sieht, daß der Besitzer vollständig mit den bptl-i-"en vertraut war und durch den Köder der Gewinn- 'd'U'gung das möglich machte, was ihm sonst nicht gelungen gi�-.Frrner war während der Pariser Ausstellung daselbst ein lchast für Gebäudcmalerei, wo die Arbeiter sehr viel Ueber- Ift a? machen mußten und dafür am Schlüsse des Jahres O0ln Gewinn erhielten, für die Ueberstunden jedoch . Tag da die 18 pCt. nichts bedeuten, wird , ktn Jeder einsehen. Diese Beispiele beweisen schon o L Genüge, daß die Gewinnbelheiligung eine gesteigerte JvvllUng erfordert. Von bürgerlichen Nationalökonomen hat in nnner Beweisführung betr. der Gewinnbetheiligung Leroy- �eaulieu den Vogel abgeschossen, indem er meinte, er müsse von ', ein Gewinn auch an seine Dienstboten etwas abgeben. Diesem tnl' nur das Malheur, daß er Kapitalgewinn mit Arbeiter- vhn verwechselt. Wenn nach der Ansicht dieses Herrn weiter »sgangen werden sollte, so müßte jeder Arbeiter, der Wurst, �rod w. auf Borg nimmt, bei der Abzahlung der entnommenen haaren dem Schlächter, Bäcker jc. noch etwas von seinem Ver- tenst abgeben, weii sie ihm geborgt haben. Feckenbach-Lauden- vach der der konservativen Partei angehört, schlägt sogar vor, Gewinnbetheiligung zur Lösung der sozialen Frage benutzen. � meint, auf diese Weise würde ma» die Arveiter dahin bringen, sie auf Loh» verzichten. Was weiter die Gewinnbetheiligung Jv'ttsst, so ist dieselbe hauptsächlich geeignet, eine Tugend, das �olidaritätsgefühl zu untergraben. Die Gewinnbetheiligung ist mcht verschieden von dem Kolonnen- oder Eruppensysiem. Jeder «rbeiter in einer Kolonne oder Gruppe sorgt dafür, daß der An- i>ere so vjxZ wie möglich schafft. Wir sehen, daß der Arbeiter, ?slcher in einer solchen Gruppe in diesem Sinne seine Schuldig- 'Ot nicht thut, durch seine eigenen Arbcilsaenossen aus der Kolonne Mtfernt wird. Auch hierfür will ich ein Beispiel aus neuerer «Nt anführen und zwar aus der„Staatsb.-Ztg.", welche schreibt: ssn mehrere» hiesigen Fabrikunternehmuugen ist das System der Gewinnbetheiligung der Arbeiter eingeführt. Am klarsten aus- leprägt ist dasselbe in einer Einrichtung der Hallc'schen Maschinen- ?bril und Eisengießerei, A.-G. Bisher gewährte diese Gesell- chaft»ach dem Jahresschlüsse ihren Arbeiter» bereits Gratis Nationen; neuerdings hat die Verwaltung aber das, was sie n*1* Arbeitern vorher freiwillig gab, und mehr, zu einem �echt sür dieselben gemacht, um das Interesse der Arbeiter JJ? dem Gedeihen des Unternehmens zu erhöhen, was dieselben milseitig durch Fleiß, Jnlelligenz, Sorgfall bei dem Material- jp�rbrauch:c. betyätigen können. Nach Vereinbarung mit einer Arbeiterdeputation setzte die Verwaltung ein Statut fest, daß an ®ie Stelle weiterer allgemeiner Lohnerhöhungen eine Gewinn- �lheiligung aller Arbeiter in folgender Forin fest: 1. Jeder Arbeiter erhält am I. Juli jedes Jahres eine Tantieme vom Reingewinn der Gesellschaft nach Maßgabe der den Aktionären Gesellschaft für das betreffende Geschäftsjahr zufließenden �lvidende. Jeder Arbeiter, der am 1. Juli des betreffenden yahres mindestens drei volle Jahre ununterbrochen in der Halle- Ichen Maschinenfabrik gearbeitet hat, erhält sür je I pCt. Divi- denbe der Aktionäre 3 M., wer mindestens zwei Jahre in der »?brik thätig gewesen, für je 1 pCt. Dividende 2 M., ,ver Mindestens ei» Jahr ununterbrochen der Fabrik angehört hat, I M. K�tzt hat nun auf dieser Grundlage die erste Tantieinezahlung stattgefunden, und zwar haben, da die zur Vertheilung gebrachte �'vidende der Aktionäre 1889,90 32 pCt. betrug, die älteren Ar- 5«>ter je 100 M(abgerundet von 3 X 32 gleich 96), die zwei jWhte der Fabrik angehören 64 M., die ein Jahr dort beschäftigten 2? M.. die übrigen 16 M. erhalten. 2. Für Lehrlinge ist eine Tantieme nicht ausgesetzt, doch können sie bei guter Führung und be- �esenen Fleiß nach Vorschlag der Meister je 10 M. erhalte», wenn sie Ntndestens ei» Jahr hinter sich haben. Bleiben sie nach dem Auslernen in Arbeit, so wird ihnen bei Berechnung der künftigen Tantiönie ein Jahr der Lehrzeit als Slrbeitszeit angerechilct. Wer vor dein l. Juli wegen nothwendiger Einschränkung der Meilerzahl entlassen wird, erhält am 1. Juli einen entsprechenden der Tantieme nachgezahlt, vorausgesetzt, daß er sich gut «vivv,-----.W L r �llntivme nachgezahlt, vorausgesetzt, daß � und mindestens 6 Monate in der Fabrik gearbeitet hat. '"W Uiibrauchbarkeit, Uufleiß, ungehörige» Betragens:c. A» i?• n,'t�"der wer die Arbeit freiwillig verläßt, iv e r mit v p..8'�Einstellung droht oder andere dazu zu y* �sten sucht verliert jeden Anspruch auf " u ti ä m e..." das nuch hier dieselben Klauseln. Diejenige» Arbeiter, die v.S �»teresse ihrer Mitarbeiter wahren, werden die Ersten sein, ,'k.wan entfernt. Man suchte hier die Gewinnbetheiligung durch- iim!"' um den Arbeiter eiiiziischläfern, um sie glauben zu die Unternehmer sind so gntinüthig und so human, und • ,en ihren Arbeiter» mehr, als sie zu gebe» uölhig iiien,.'~ Außer den ökononiischeu und sozialen Mo- kommen für uns noch technische Momente und zwar betrifft dies das Handwerkszeug und " Arbeit umgeheii. Wir Ra&W i- o........ I sehen k W01m� Arbeiter bei der dettpv k*'. 11,0 Tewitlubetheiligung eingeführt i]i, vwp v»v bpit.L sehr sparsam umgehen und dadurch anderen Ar- ** whncr führte auch hier ein i: btiifl, i'v............... PI ltcrrp"x 5'� Arbeit verkürzen. Redner führte. die«,. Beispiel aus einer Steindruckerei an, welche ebenfalls o nj.?�uubetheilig»ng eingeführt hatte, und darauf nicht niehr >aü al. n',e"orher an Material verbrauchte. Kurz, wir sehen, tü0h,"birat' an Material, Maschine» und Arbeitszeit gespart wird, du»./! os vielen Andern unmöglich gemacht wird, an der Pro- ihr.'".'heil zu nehmen, daß aber auch überall die Arbeiter an Un? Rechtesten Seile pepackt nnd ihr Egoismus gefordert wird. J„ Vesük?»Zuknnftsstatt" kann eine Gewinnbetheiligung nicht durch- werden; dort werden wir nicht daraus rechnen, daß Jeder oient, sondern dort ivird Jeder nach seinen Kräften und Fähig- keitcn beschäftigt werden und so viel zum Lebensunterhalt be kommen als er braucht. Vor allen Dingen werden die Arbeiter unter den heutigen Verhältnissen auf den Köder nicht beißen, da sie sehen, daß dadurch an Allem gespart wird, wovon nur der Besitzer Vortheil hat; wir aber babeu kein Interesse daran. Darum werde» wir auch ganz entschieden Front machen gegen jede Gewinnbetheiligung.— Eine Diskussion wurde nickst ge wünscht und der Vorsitzende schloß die sehr gut besuchte Bev sammluiig um TVe Uhr, worauf die Theilnehmer noch mehrere Stunden gesellig beisammen blieben und sich durch Tanz, Vorträge und Singen von Arbeiterliedern wirklich gemüthlich unterhielte», dabei aber auch, wie das einmal bei Arbeitersesten üblich, der darbenden Genossen gedachten. Auch sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, daß nächsten Sonntag auf dem Bock wieder ein öffentlicher Vortrag stattfindet mit darauf folgendem gemüth lichen Beisainnieiiseiii. Der Lokalverband der in Nolzbearbritnngv-Fabrike« und auf Holzplätzeu beschäftigten Arbeiter hielt am 1ö. d. M seine erste Mitglieder-Versaminliiug ab. Zunächst ivurde vom Vorsitzenden zur Kenntuißnahme für die Mitglieder die Geschäfts ordnung für die Vorstände verlesen. Hierzu wurde vom Kollegen Sleinborn der Antrag gestellt, das Rechtsschutz-Reglement für die Mitglieder auf deren Kosten drucken zu lassen, damit Jeder sich über seine Rechte und Pflichten genau informiren kann. Ter Antrag wurde angeuommeu. Alsdann ivurde ein Zirkular verlesen, in welchem vom Hauptvorstemde ausgefordert wird, Geld auf Saminellistcii und von Vergnügungen zum Streikfonds nach Hamburg zu schickrn. Dem widersprach Stein, indem er ausführte, daß wir erst selbst noch Geld gebrauche», da wir leicht in eine Lage kommen können, wo schnelle Hilfe nöthig ist. Wir könnten nicht erst warten, bis wir von Hamburg unterstützt würden. Nachdem mehrere Redner dafür und dagegen gesprochen, wurde ein Antrag des Kollegen Riihl, Sammellisten schicken zu lassen, abgelehnt. Ferner verlas der Vorsitzende den Aufruf aus dem„Holzarbeiter", in welchem um Unterstützung der»othleideiide» Familien ausgefordert ivird deren Familienväter für das Eintreten für die Interessen der Ar beiter mit Gesängniß von 3—6 Monaten bestraft worden seien. Ein Antrag des 5loll. Knopp, sofort für dieselben eine Sammlung statt- finden z» lassen, wurde augenomnien. Tie Sammlung ergab 15 Mark. Ebenso wurde ei» Antrag des Kollegen lliiihl an- genommen, 25 Sammellisten aus Lübeck schicken zu lassen. In den Arbeitsnachweis im Osten wurden für die ausscheidendeii Mitglieder Clarus und Riesack die Kollegen Langner nnd Maas; im Norde» für die Mitglieder Lips nnd Birkholz die Kollege» Wendt und Otto Koboldl gewählt. Zur Werkstatt- Kontrol- kommission wurde Kollege Huchthausen, zum Bibliothekar wieder Frees« gewählt. Zwei Anträge, den Arbeitsnachweis voni Mariannen- User nach dem Engel- Ufer delin Kollegen Wolf zu verlegen, wurde dein Vorstande zur Vorberathung überwiesen. Kollege Elarius sprach sich gegen eine Verlegung des Arbeits- Nachweises aus, hiervci machte er in etwas anderer Form die Aeußerung, daß der sogenannte Kaisersaal im jetzigen Lokal be seitigt sei; wegen dieser Aeußerung wurde er am Schluß der Versammlung vom überwachende» Beamten sistirt(!!!). Zu Ver- chiedenem wurde bekannt gemacht, daß zwei Zahlsiellen errichtet eien, und zwar in beiden Arbeitsnachweis-Lokalen, wo die Kasflrer Sonnabends Abends von 8—9 Uhr, Mariannnen- User 4, und Sonntags Vorniittags von 7—10 Uhr Vetcranenstr. 22 anivesend ist und Beiträge und Beitrittserklärungen entgegennimmt. Auch wurde auf die Unfallstatistik ausmerksam gemacht und ämmtliche Kollegen ersucht, alle Unfälle, welche zu ihrer Keniitniß gelangen, beim Schriftsührer oder im AroeitsnachweiS gewisienhasl zu melden. Am erste» Weihnachts-Fciertag.findet ein Vergnügen für die Mitglieder zur Einweihung des Verbandes statt. Die Mitglieder iverden gebeten, sich zahlreich daran zu be- theiligen; Mitgliedsbuch legitlmirt. Die nächste Versammlung findet am 19. Januar 1891 statt. Ter Arbeitsnachweis bleibt vom 24. d. M. bis 2. Januar geschlossen. zier Nerein zur Wahrung der Interesse» der Klavier arlieiter und Kernfr.genvssen hielt am Montag, den lv. d.M., seine ordentliche Mitgliederversamniluiig ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung theilt der Vorsitzende das Ableben de? Kollegen Heinrich Fischer niit nnd ersucht die Versamnilung, das Andenken des Verstorbeneli durch Erheben von de» Plätzen zu ehren. Dies geschieht.— Als Mitglieder in die Rechtsschutz-Komnüssion wnr den die Kollegen B ä n s ch und M a h n k e gewählt. In die Kommission zur Arbeilsvermittlung wurden die Kollegen B e r» d t, D a r s o w, K r>i g e r Lenz. Stier, H e n s e l, Laube, Haase, Brölag und Meier gewählt.— Kollege Julias Meier gicbt die Abrechnung vom Stiftungs- fest. Einnahme: 364,50 M. Ausgabe: 225,25 M. Ueberschuß: 139,25 M. Der Zievisor Voglgsang hat die Abrechnung sür richtig besunden und die Versammlung ertheilt dem Kassirer Dechnrge. Kollege Sckniidt beantragt von diesem Ueberschuß 50 M. zur Vergrößerung der Vereins-Bibliothek zu verwende» und die übrigen 89,25 M. dem Krankennntersiützungs-Fonds zu überweisen. Der Antrag wird nach kurzer Debatte, an welcher sich die Kollegen Niendorf, Meier, Pohl nnd Schmidt betheiligen, �._ />•• lAif..J----- fc.---'• �<-v» angenommen.— Ein Antrag, den ausgesperrten Velvet- a r"b e i t e r i n i> e n 30 Mark zu bewilligen, wird mit de in Wunsche angenommen, daß alle Organisationen ihr Theil dazu beitragen möchten, diese Arbeiterinnen z» u n t e r st ü tz e n. Es wird noch der Antrag angeuoiiimeu, die wegen ihrer Gewerkschafls-Organisationen allsgcsperrten Tabakarbeiter in Eschwege, ta inb n r g, Altona nnd den Glasarbeitern in e r g e d o r f mit. 200 Mark zu tinterstützen. Die Sninme soll an die G e n e r ä l k o m in i s s i o ii in Hamburg gesandt werden. Kollege Kröhn kritisirl das einseitige Vorgehen der Tischler gegen den Klavierarbeiter- Verein nnd nainentlich die Vorkominniffc in der Tischlerversammlung bei Joel am Dezember dieses Jahres. Im Klavierarbeiler-Verein sind die vcrschiedenarligjien Berufe vertreten, hauptsächlich die Piano-, Mechanik- nnd Harinonikaarbeiter sind größtentheils ans Handwerken herangezogen, welche von der Tischlerei auch nicht eine Idee verstehen, so lhcilweise gar keinen Hobel kennen. Wenn auch ein kleiner Theil Tischler darunter ist, so ist gar nicht ein- zusehen, weshalb der Klavierarbeiter-Verei» nicht erst die Arbeiter zu einer Organisation führen soll. Daß der Fachvereiii der Tischler in diese Branchen eine bessere Agitalian bringen würde, bezweifeln wir ganz entschieden. Der Klavier»,. aeiter-Verein ist ehr zufrieden mit seinen bis jetzt erzielten Nesullalen betreffs Organisation der in der Branche bcschästiglen Arbeiter. Von ungefähr 4—5000 in der Klavicrbrauche und verwandten Berufe beschäftigten Arbeitern sind ca. 1000 im Verein der Klavierarbeiter und Berufsaenossen organisirt. Ter Verein besitzt eine gute und reichhaltige Bibliothck und gute Kasse. Daß man da nicht so sans faizon bestimme» sollte, dieser Verein hat sich zu Gunst«» des Fach vereins der Tischler aufzolöse», inüßle den Tischlern doch einleuchtend sein. Daß der Lilavierarbeiter- Verein ebenfalls schon über die Zentralisationssrage berathen hat nnd sich auch auslösen wird zu Gunsten einer Zentralisation resp. Anschluß an eine Zentralisation können wir den Tischler» heut schon versichern. Wenn nun noch von den Tischlern den Kiavierarbeitern verweigert wird, daß sie ihrte Delcgirte nach Hannover zum Tischlerkongreß senden, nun so ist das Sache der Tischler; die Klavierarbeiter werden auch wissen, was sie zu th»» haben.— An der Diskussion über die Sache betheiligten sich noch die Kollegen Niendorf, Mänz und Rod. Schmidt. Der Letztere führte an, daß die heutige Debatte doch»ur eine Vorbesprechung sei und in ganz kurzer Zeit ein Referent über die Zentralisationssrage bei uns sgrechen würde. Er ist der Meinung, daß eine Organisation wie die unsre, es sich wohlweislich überlegen muß.welcherZentralisation sie sich anschließt. Er weist ebenfalls auf den guten Stand nilserer Organisation hin und ist der Ansicht, daß man uns nicht mit jedem kleinen Verein in einen Topf werfen dürfe. Er bedauert die Vorkommnisse bei der öffentlichen Tischler-Versanimlnng bei Joel, will aber nicht die Vertreter der Tischler dafür verantwortlich machen und führt an, daß man sich nicht gegenseitig aufreiben, sondern mit Ruhe an die Prüfung der Frage gehen soll. Die nächste Versammlung findet am 5. Januar 189), in Deigmüller's Salon, statt. Eine öffentliche Uersannulung der Mechaniker und verwandten Berufsgenossen fand am 17. Dezember unter dem Vorsitz des Herrn Vorreitcr statt. Es wurde sogleich in die DiS- knssion über den ersten Punkt der Tagesordnung: Stellungnahme zu», Kongreß der Metallarbeiter der Provinz Brandenburg", ein- getreten. Der Vorsitzende der Versammlung wies darauf hin, daß der Kongreß den Zweck habensolle, die Grundlage für eine geregelte Agitation gemäß den Beschlüssen des Weimarer Metallarbeiter- Kongresses sür die Provinz Brandenburg zu schaffen. Hieraus ergriff Herr T r i t t e l>v i tz das Wort. Er führte ans: Es sei dies der erste Kongreß der Metallarbeiter, ivelchen die Mechaniker beschicken wollten. Daß sie bis jetzt einen solchen noch nicht beschickt haben, lag nicht am Jiidifferentismus der Mecha- »iker, sondern es lag an den Verhältnisseli. Einer der Haupt- punkte, welchen der Kongreß zu erledigen haben werbe, sei die Schaffung eines allgemeinen Arbeitsnachiveises für alle in der Metallbearbeitungs-Jndustrie beschästigte» Arbeiter Brandenburgs. Ein solcher Arbeitsnachweis ist durchaus nöthig; man braucht ja blos das Vorgehen des Metallindustriellen- Verbandes mit seinem Arbeitsnachweis in Betracht ziehen. Diesem von Unternehmern geleiteten muß man einen großen von Arbeitern geleiteten Arbeits- nachweis gegenüberstellen. Der Arbeitsnachweis der Unternehmer ist jetzt auch schon zu einer von denselben zu bekämpfenden Macht den Mechanikern gegenüber geworden, trotzdem erst vier Fabriken aus diesem Gewerbe ihni angehören. Redner fordert zur Beschickung des Kongresses aus. An der Diskussion be- theiligten sich noch die Herren Becker, Pinn und Schlenker. Es ivurde beschlossen, zwei Delegirt« zu dem am 28. d. Mts. in Berlin stattfindenden Kongreß zu wählen. Die Wahl siel ans die Herren T h o in ä und T r i t t e l>v i tz. um zweiten Punkt der Tagesordnung:„Wahl eines Bezirks- äertrnuensinalineS", ergriff Herr Becker das Wort und wies ans die ans dem Wiesbadener Mechanirerkongreß gefaßten Be- schlüsse betreffs der Organisation und Agitation der Mechaniker Teutschlands hin. Es ist dort beschlossen worden, zur Regelnng der Agitation, sowie der Saminlnngen.von Unterstiitzimgsaeldern, an allen größeren Orten sogen. Bezirks-Vertrauensleute zu wählen. Der in Wiesbaden gewühlte Haupt-Vertrauensmann Schlicke hat einen Auf- ruf erlassen/ jetzt die Wahl der Bezirrs-Vertranensleute vorzuiiehinen und ihm die Adressen derselben mitzutheilen. Gewählt als Bezirks Vertrauensmann wird hierauf Herr W c i n e r t. Nachdem noch beschlossen worden, von den ans Listen für den Unter- stlltzungsfonds der Mechaniker gesammelten Geldern 100 M. der Zentralkommissioii deutscher Gewerkschaften zu überweisen, wurde die Versammlung geschlossen. Der Fachverei» der Lederarbeiter hielt am 15. d. M. im neuen Vcreinslokale, bei Keßner, Annenstr. 16, seine regelmäßige Versamnilung ab. Da der Referent nicht erschienen war, ivurde in den zweiten Punkt der Tagesordnung eingetreten, um zunächst die Frage anzuregen, wie sich der Verein gegenüber der Neugestaltung der Geiverkschastsbewegung verhält, ebenso auch einer losen Lolalverbindung mit den Album- und Kartonarbeitern gegenüber. Doch wird beides zur Berathung und Beschluß» lassung einer späteren Vereinsversammlung vorgelegt werden. Kollege Schulz fordert auf, die Kollegen daraus hinzuweisen, daß nach Abänderung des§ 6 des Vereinsstatuts das Eintrittsgeld im Wiederaufnahmefalle nur 40 Pf. beträgt. Die Vorstellung sür den Verein in der„Urania" findet am 25. Januar statt und sind Billets zu haben: im Arbeitsnachweis, Louisen-Ufer 22 (bei Sperling), sowie bei den Kollgen Rohr, Neue Königstr. 8; Heindtke, Dieffenbachstr. 35; Schulz, Fichtestr. 31; Eottin, Dresdenerstr. 109; Christian, Nauuynstr. 71, und Georg Schmidt, Wrangelstr. 127.— Die nächste Vereinsversaminlnng findet am 29. Dezember in obeiigenaiiiltem Lokale statt. Der Fachvevei» der Uolzrleger berieth in seiner letzten Versammluiig endgiltig über die neuen Statuten. Nack) längerer Debatte, an der sich hauptsächlich die Kollegen Skalsky und Karpenkihl betheiligte», wurden dieselben angenommen. Zwei »ene Mitglieder ließen sich aufnehmen. Die neuen Statuten 'ollen gedruckt und de» Mitgliedern ausgehändigt werde». Achtung! gteindrucher, Litlzograpl>e„, Stein schl«ifer und Krrufvarnossen k Wir ersuchen alle Kollegen, welche Listen zum Telegirtenfonds haben, sie am Montag, den 22. d. M., Abends 8—9 Uhr, bei Kuhlmey, Siosenstr. 30, abzurechnen.— Kollegen! Es sind in vielen Geschäften von Euch noch keine Listen erhoben; wir hoffen, daß Ihr das Versäumte jetzt im- bedingt nachholt. Denn wenn Ihr Eurem gegebenen Wort nicht nachkommen wollt, wie soll die Kommission ihre» Verpflichtungen den Telegirten gegenüber nachkomme» V Wir hoffen also, daß es »ur dieses Hiniveises bedarf, um das Versäuinte nachzuholen. Listen sind ebenfalls daselbst am Montag Abend in Empfang zu nehnie». Mit kollegialischem Gruß: Leuschner, Hermsdor er- slraß« 4(2. Eingang); Rißmann, Wörtherstr. 62, 4 Tr.; Zechelt. Ackersir. 00; Bräutigam, Stettinerstr. 46. Steglitz. Am Sonntag, den 14. Dezember, tagte«ine Versamnilung der Maurer von Steglitz nnd Umgegend im Kurhaus zu Friedenau, wo der Beschluß, Gründung des Vereins: Freie Vereinigung der Maurer Steglitz und Umgegend", gefaßt wurde. Tie Statuten wurden mit einer Abäiiderung des§ i Arf b. einstimmig angenommen. Darauf folgte die Wahl deS dosinitiven Vorstandes; gewühlt wurden als I. Vorsitzender H. Echubel Steglitz; 2. Vorsitzender Rod. Metzger, Friedenau; 1. Kassirer W. Nähring, 2. Kassirer K. Urban, Steglitz; 1. Schriftführer Alb. Neppert, 2. Schriftsührer K. Kowald, Friedenau. Als Revisoren Aug. Röhliiig, Sieglitz; Olto Schwert, cger, Friedenau. Hierauf wurde die Versammlmig mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. -.. N"»i'>>0»'>S der Nrechsler Seutschlaud».(Onev-rwalluua Berlin). Am i. Feiertag, AbendS 7 Uhr, im oberen Saale der Grattveil'schcn Bier- lwU-n,»oinmandaiuciylr. 77-7S. Ees-llig-S Beisammensein,«orlrage. ©eihnachSöcfojemmg und Tanz. Zur Besch eernng werden die Kollegen sowie auch die Tarnen ersuch,, so viel wie möglich ein«eschen« mNiudringen. Amerikanische Verkaufs-Hallen Sgiandauea« ßa, SSsaSitzet*sti*asse ZT?— Wienei�sts�asse Billigste Bezugsquelle der Welt für gute uud elegante Herren- n. Knallen-Kekieldnttgs-Gegenstättde. B&BHMZwm&ya&S#'st die bewegende Kraft, welche den Erfolg dieses Verkaufs kontrolirt. 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