Ur. 803. Sonntag, den 38. Dezember 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. ZH�WWWHWZ MMMKWMM Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geonnet. -, Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4100. Vedakkion: Vcukhstvatze S.— Expvdikion: VeukhpkvÄtze 3. Abschrift I. I. A. 725. 90. In der©traffache gegen den Redakteur Curt Vaake, geboren am 24. April 1864 zu Breslau, wohnhaft zu Berlin, Dissident, nicht Soldat gewesen, unbestraft, wegen Beleidigung durch die Presse, hat die 11. Strafkammer des Königlichen Landgerichts 1. ju Berlin am 22. November 1890 für Recht erkannt, daß I. der Angeklagte der Beleidigung durch die Presse schuldig Und deshalb mit einer Geldstrafe von dreihundert Mark, der im Unvermögensfalle für je fünf Mark ein Tag Gefängniß zu sub- stituiren, zu bestrafen, 2. der verfügende Theil des Urtels auf Antrag des Be- leidigten, Generalsekretärs Bueck binnen vier Wochen nach Zu- stellung des rechtskräftigen Urtels eininal durch die Zeitung,„Ler- Uuer Volksblatt" an der Spitze des Hauptblattes auf Kosten des Angeklagten bekannt zu machen, 3. alle Exemplare des Hauptblattes des„Berliner Volks- blattes" Nr. 220 vom 21. September 1890, sowie die zu ihrer Herstellung bestimmten Platten und Forme» unbrauchbar zu macheu, 4. dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Von Rechts Wegen. An die Parteigenojfen Kerlius! Nachstehend veröffentlichen wir, einem vielseitig geäußerten Wunsche entsprechend, die Namen der hiesigen Vertrauensmänner der Partei, welche nach den Bestimmungen des§ 3 unserer Organisation in öffentlichen Versammlungen gewählt wurden. Die Adressen derselben lauten: 1. Wahlkreis: Aug. Täterow, Mauerstr. 9. W., gelbmann, Neue Friedrichstr. 92, C., vorn 2 Tr., bei Grützmann. 2. Wahlkreis: F er d. Kleiner!, Yorkstr. 71. SW., Hof links 3 Tr. 8. Wahlkreis: St. Fritz, Simeonstr. 22, SW., Hof 2 Tr. W i lh. Boerner, Zigarrenfabrikant, Ritterstr. 108, S., im Laden. 4. Wahlkreis: Otto Heindorf, Langestr. 70, 0. Rod. Wenzels, Wirker, Große Frankfurterstr. 124, 0- Fr. Zubeil, Naunynstr. 86, SO. Berthold Blaser, Tischler. Görlitzerstr. 49, 80. 5. Wahlkreis: Carl Gabbert, Friedrichstr. 1316, X., 1. Hof 3 Tr. Clemens Mager, Sophienstr. 23—29, 0., Hof 2 Tr. 6. Wahlkreis: FranzSchwabe, Maurer, Birkenstr. 46, NW., v. 4 Tr. Franz Fischer, Lottumstr. 4, N., bei Sigert. Wilhelm Marten, Fabrikarbeiter, Liesenstr. 4, N., Hof 4 Tr. I u l. Graß nid, Swinemünderstr. 127, N., Hof 4 Tr. Feuilleton. Sla�brud onbolen.) (22 von 1525. Wertheim Götz von ihm Wik Rotheubnrgev Tage. aus der Zeit des großen Bauernkrieges Von Wilhelm V l o s. »he beim Schloß hielt Georg Graf von tinem wohlgerüsteten Fähnlein f auch ingen mit seilten Knechten ivar dabei; bei......___ cm Grumbach und neben ihm auf schlankem Zelter übliche Gestalt, in einem langen, dunklen Mantel ge- Es ivar Agnes von Badell, die Tochter des Raths- ms Rothenburg, die in dieser bewegten Zeit das verlassen hatte und vom Altar geflohen»var. Die n des schönen Mädchens»varcn gcröthet und aus lugen blitzte ein kriegerischer Math,' sie hatte es nicht , in finsterer Nacht, mit dem ihr keineswegs lieben heraus zu reiten. Die Begeisterung hatte sie getrie- ic wollte den Sturm und den Kampf mit ansehen. ach hatte ihr auch sehr zugesprochen. »abt Acht, mein Fräulein," sprach der Wertheimer, ihr keinen Schaden nehmet. Wenn sie den Sturm »,»verde» die Stiickkngeln hier herumfliegen, wie die m beim Hagel." steine Base fürchtet sich nicht," sprach Grumbach,„das mehr als einmal bewiesen." gies sagte nichts. Ihre glänzenden Augen irrten un- ich uinher, als wollte sie sich nichts entgehen Ueber die Aufgaben, welche die Vertrauensmänner in der Partei zu erfüllen haben, scheinen noch hie und da irrige An- sichten unter den Genossen verbreitet zu sein. Wir bringen des- halb ans einem Zirkulär, das wir bald nach Konstituirung der Partei an die Vertrauensmänner versandten, jenen Abschnitt, der von den Ausgaben der letzteren handelt, zum Abdruck. Es heißt dort: „Da in dem größten Theile Deutschlands politische Vereine nicht mit einander in Verbindung treten dürfen, so darf auch keine Korrespondenz oder sonstige Verbindung zwischen den Lokal- vereinen und der Parteileitung stattsinden. Das bitten wir strengstens zu beachte». Nun muß aber die Partei- leitung, soll sie ihrer Aufgabe gerecht werden, überallhin Ver- bindungen haben und dort, wo solche noch nicht vorhanden sind, sie schaffen. Diese Anfgabesollen die Vertrauensmänner, wie sie in unserer Organisation vorgesehen sind, erfüllen. Diese Vertrauensmänner sollen in erster Linie die Korre- spon denken sein, an welche die Parteileitung ihre Mitthei- lungen richtet, und die ihrerseits wieder die Parteileitung über die Vorgänge in den einzelnen Orten und Wahlkreisen unter- richte». Zur Veitreibung der Parteiagitation, soweit sie von der Zentralleitung ausgcht, sei es durch Sendung von Rednern oder durch Verbreitung von Flugschriften oder Broschüren, wird sich die Parteileitung nur an die Vertrauensmänner wenden können und ist es Sache dieser, die dadurch nothwendig werdenden Vor- bereitungen und Anordnungen zu treffen. Um die Agitation zu betreiben, unsere Gemaßregelten zu unterstützen, die Diäten für unsere Abgeordneten zu bezahlen und die sonstigen mit jedem Jahre steigenden Ausgabe» der Partei decken zu können, wird auch in Zukunft die Parteileitung genöthigt sein, immer wieder an die Opferwilligkeit der Genossen zu appelliren. Nun dürfen wir aber regelmäßige Beiträge nicht erheben; auch die Ausgabe von Koupons oder Marken, sobald sie von einer Zentral st elle ans erfolgte, würde als Beweis für die Existenz eines Zentralvereins dienen. Die Partei bleibt alfs ausschliesslich auf die freiwilligen Krihilfe» der Genossen angewiesen. Auf welche Weise diese in den einzelnen Orten und Wahl- kreisen ihren pekuniären Verpflichtungen der Partei gegenüber gerecht werden wollen, das zu ordnen, ist wieder eine der Auf- gaben des Vertrauensmannes. Vielleicht empfiehlt es sich, wenn durch gelegentliche Veranstaltung von Festen, Unterhaltungen, Ver- loosungen ze. Gelder für die Partei aufgebracht werden. Wo es angeht und die in neuester Zeit ausgeheckten Strafbestimmungen gegen das Kollektiren nicht im Wege stehen, kann auch auf Listen gesammelt werdet». Die Parteileitung wird solche herstellen Da zog ein Häuflein Würzburger vorüber, junge rüstige Gesellen, die wollten Theiluehmer sein an» Sturm. Hanns Bräutigam, der Fischer, führte sie. „Was haltet Ihr da?" rief der Fischer mit polternder Stimme den Wertheimer an,„Ihr solltet mit dran sein beim Sturm. Ich bü» der Bräutigam, heut holen»vir die Braut heim." „Wir harren hier des Sturmes," entgegnete der Wert- heimcr;„dann schauen»vir, was zu thnn ist." „So," rief Hanns Bräutigam zornig,„Ihr harret hier gemächlich des Sturmes und schaut von Eurer Mähre herab zu, wie Andere Kopf und Kragen baren setzen, das Schloß zu gewinnen. Euch kennen wir schon. Haben wir das Schloß geivonnen, dann seid Ihr zur Stelle, um Eure lieben Berivaildtei», die drinnen sind, mit heiler Haut davon zu bringen, und von der Beute, die drinnen ist, möchtet Ihr auch Euer Theil haben. Aber stürmen und Mauern er- steige»», dcß»vollet Ihr Euch enthalten." „Es sind viel edle Herren und gute Gesellen im Schloß," sagte Götz von Berlichingcn. „Was Stiefel und Sporn hat, muß sterben, wie zu Weii»sberg," rief Hanns Bräutigam.„Sie haben den Henker von Würzbnrg bei sich im Schloß; der hat gesagt, es ka»m nicht besser werden, bis man Einigen den Grind abhaut. Er hat die Bürger gemeint, wir meinen die Herren. So geht's heut!" „Wci»n Ihr doch erst das Schloß gcivinnen möchtet, Ihr großmäuliger Gesell," rief der Graf von Wertheim zornig, ob des Mißtranens. Hanns Bräntiaam hätte es an einer scharfen Erividcrnng sicherlich nicht fehlen lassen, aber da erhob sich rings um die Beste das Tosen des beginnenden Sturmes und"schnitt lassen und sie auf Wunsch versenden. Die allmonatlich erfolgende öffentliche Quittung über die eingegangenen Gelder«möglich! den Genossen die Kontrole. Noch einmal wiederholen wir: Regelmäßige Beitrage dürfen die Vertrauensmänner unter keinen Umständen erheben unddeshalb werden auch keineParteimitglieds- karten ausgegeben. Ebensowenig dürfen geschlossene Mitglieder- Versammlungen der sozialdemo« kratischen Partei stattfinden. Der Vertrauensmann darf nur öffentliche Versammlungen der sozialdeinokratischen Partei, öffentliche Arbeiter- oder Volksversammlungen berufen. In diesen Versammlungen sind, außer der allgemeinen Propa- ganda für unsere Ideen, diejenigen Angelegenheiten zur Erledi- gung zu bringen, welche die Parteivereine nicht in den Kreis ihrer Erörterungen ziehen dürfen, ohne sich straffällig zu machen; z. B. von der Parteileitung ausgehende Petitionen an den Reichs- tag, Wahlen von Delegirten zu allgemeinen oder Provinzial- oder Landes-Parteitagen, Berichterstattung über diese Zusammenkünste und Aehnliches. Aus verschiedenen Mittheiliingen, die an die Parteileitung gelangt sind, scheint unter den Genossen vielfach der Glaube ver- breitet zu sein, daß für je einen Wahlkreis nur ein Ver- trauensmann zu wählen sei. Dies ist, wie sich schon aus den vorstehend aufgeführten Aufgaben der Vertrauensmänner ergiebt, ein Jrrthum. Ein Vertrauensmann sollte mindestens an jedem Ort sein, Ivo wir eine Anzahl Parteigenossen haben. Für große Orte aber empfiehlt es sich, mehrere Vertrauens- münner zu wählen, welche sich in die Arbeit in der Weise zu theilen haben, daß jeder einen bestimmt abgegrenzten Bezirk über- niinmt. Dabei ist aber strenge darauf zu achten, daß auch die Ver.rauensmänner unter sich nicht wieder Verkehr in der Weise pflegen, daß darausgeschlossen werden könnte, dieselben bilden einen Verein für den betreffenden Wahlkreis. Die Vertrauens- Männer dürfen also keine Konferenzen miteinander ab- halten, ebensowenig ist es ziclässig, daß dauernde Revisoren ge- wählt werden. Ist etwas zu revidiren, so kann doch der Ver- trauensmann ein paar Genossen ersuchen, die Sachen zu prüfen, und wenn dann öffentliche Versammlung stattfindet, so muß es doch genügen, wenn die betreffenden Genossen die Richtigkeit bestätigen. Um möglichst jeden Vorivand zu einem polizeilichen oder gerichtlichen Einschreiten zu venneiden, empfiehlt es sich, daß die Vertrauensmänner in den lokalen Partei- vereinen und auch in keinem sonstigen politischen Verein ein Vertrauensamt be- kleiden. Mitglied eines politischen Vereins dagegen können sie ruhig sein. So die Ausführungen des erwähnten Zirkulärs. Die Genossen können daraus die Aufgaben der Vertrauensmänner ersehen ihm die Worte amM»»iidah. Er rief nur noch ein Schunpf- »vort zu dem Grasen hinüber; dann eilte er als ein Pflicht- getreuer Manu, sich den Stürmenden anzuschließen. In dichten, dunkeln Massen standen sie rings um das Schloß; das Klirren der Waffen und allerlei Geräusch machten die Wachenden im Schloß aufmerksam. Die Losung „St. Burkhart!", das Geschrei„Heidelberg!" schollen von Mauer zu Mauer, von Thurm zu Thurm; im Augenblick stand jeder auf seinem Posten, der Schloßhaupt»nann am mittleren Thurm mit auserlesenen Leute»», un» nach allen Seiten hilfreich zu sein. Die Schwarzen standen nms Schloß mit fliegenden Fähnlein, sie hatten Leitern, Steigzeng, Beile und Sturm- geräth jeglicher Art. Sie dachten das Schloß zu gewinnen, wie sie Wcinsberg gethan. Da hörte man die Trommeln und Pfeifen und rings um das Schloß erhub sich der donnernde Ruf: Her! Her! Die Schwarzen liefen den Sturm a»t, in höchstem Ernst, »vie das Rothenburgcr Volkslied ihnen bezeugt: „An einem Montag es geschach, Den Bawrcn war nach Stürmen fach In ihren vollen Sinnen.") Sie sollten eben»vachen gan, Da fingen sie ein Lärmen an, Das Schloß»vollt'n sie geivinnen. Sie schrieen alle: Her, Her, Her! Das Schloß zu stürmen war ihr Begehr, Im Schloß»vard man es innen, ") Der Sturmangriff war so verwegen, daß man die Bauern für betrunken—„voll"— ansah. und mochten wir dem dort Gesagten nur nach einer Richtung eine Ergänzung beifügen. Es betrifft dies die in Berlin abzu- haltenden öffentlichen Partei- und Volksversammlungen. Es bleibt natürlich jedem Parteigenossen frei gestellt, ob und wann er es für angebracht hält, eine Volksversammlung zu be- rufen. Dieses Recht können und wollen wir Niemanden be- streiten. Etwas Anderes aber ist es mit der moralischen Verantwortung für alle derartigen Versammlungen. Diese kann von der Partei nur getragen werden für jene Versmnm- lungen, welche von ihren Organen berufen werden. Wir er- warten deshalb von unseren Genoffen, daß sie öffentliche Partei- Versammlungen oder Volksversammlungen, welche als von der Sozialdemokratischen Partei ausgehend angekündigt werden, nicht be- rufen, ehe sie sich mit dem Vertrauensmann ihres Kreises ins Ein- vernehmen gesetzt haben. Geschieht dies, dann wird in den meisten Fällen der Vertrauensmann selbst die Versammlung be- rufen. Es soll dadurch auch Einheitlichkeit und planmäßiges Vor- gehen erzielt werden, die Partei aber vor Allem davor bewahrt werden, die Verantwortung für Handlungen übernehmen zu müssen, auf deren Gestaltung sie keinen Einfluß auszuüben vermag. Indem wir uns der sicheren Erwartung hingeben, daß die Berliner Genossen den vorstehend entwickelten Rathschlägen ent- sprechend handeln werden, zeichnet mit sozialdemokraischem Gruß Berlin, 24. Dezember 1890. Der Parteivorstand. 1 544 172 moflt. _ Am 20. Dezember hat in Dortmund die General- Versammlung des Vereins für bergbauliche Interessen im Ober-Bergamts-Bezirk Dortmund stattgefunden, auf welcher der bekannte Dr. Natorp, der Vereinssekretär, den Jahresbericht er- stattete. Wie mir kürzlich nach den amtlichen Mitthei- lungen des„Glückauf" die ausgezeichnete Lage des Montan- gewerbes für � das Jahr 1889 festzustellen vermochten— trotz des Riesenausstandes oder vielleicht auch wegen des- selben, der den Unternehmern größten Stiles gar nicht so unwillkommen gewesen sein dürfte—, so vermögen wir jetzt auf Grund der vereinsoffiziellen Angaben Natorp's ein gleich gutes Geschäftsergebniß für das Jahr 1890 zu konstatiren. Wie die Handelsblätter melden, erklärte der schneidige Vertreter der Grubenkavaliere, der bekanntlich auch eine durch und durch tendenziöse Arbeit über den 1889er Bergarbeiter- Streik geschrieben hat, daß„das Jahr 1890 ein sehr g ü n st i g e s für den Bergbau ge- wesen ist, indem die Preise der Kohlen Einnahmen ge- währten, die auch zur Zurückzahlung von Anleihen aus früheren Jahren ausreichten". Die Kohlenerzeugung werde in 1890, hieß es dann weiter, die von 1889 um 5 bis 6 pCt. übersteigen. In den ersten drei Vierteljahren von 1890 sind SGVa Millionen Tonnen(die Tonne zu 20 Zentnern) gegen 24 Millionen im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres gefördert wor- den. Diese authentischen Erklärungen, die von den Berg- Werksbesitzern nicht bestritten werden können, möegn wohl im Gedächtniß behalten werden. Wenn die Gelegenheit da ist, um mit Erfolg eine Verbesserung der Arbeiter- zustände fordern zu können, nicht früher und nicht später, da jeder Fehler in dieser Beziehung ein Verbrechen wäre, dann möge man mit diesen urkundlichen Belegen die windigen Ausreden eines halsstarrigen Plusmacherthums zurückweisen. Es ist ja die Eigenart der kapitalistischen Wirthschastsweise, daß auch die fetten Jahre zu mageren für die Proletarier werden, und daß in einem Athem die Blüthe der Industrie gepriesen und die absolute Unmög- lichkeit, das bescheidenste Verlangen der Arbeiter zu be- friedigen, mit eiserner Stirne vernindet wird. Unsere Leser missen, welche Rolle der Großbetrieb auf höchster Stufenleiter gerade im rheinisch-westfälischen Bergbau spielt, und daß jedes Jahr ueue technische Fort- schritte in diesem Gewerk zu verzeichnen hat. Die Einzel- Man schoß zu allen Fenstern raus Und spie tapfer Feuer aus. Als war' der Teufel drinnen!" Die Stürmer, die verwegenen, brachen durch den lichten Zaun in ihrem Muth, sie dringen bis in die äußeren Ver- ichanzungen. Viele steigen in die Gräben hinab und legen die Sturmleitern au, um die Mauern zu erklimmen. Schier scheint der kecke Anlauf gelungen, aber die im Schloß sind des Sturmes gewärtig und darauf gerüstet. Ein Donnern und Blitzen geht los, als zöge ein nächtliches Gewitter über den Frauenberg her. All' das furchtbare Geschütz der Beste lasten sie in die dichten Hausen der Stürmer abgehen; da sie in so großer Nähe der Mauer sind, so werden ganze Reihen der Schwarzen von den Stückkugeln niedergeworfen. Aber Florian Geyer's muthige Genossen, gewohnt des Sturmes, lasten sich nicht aufhalten; mit dem gewaltigen Ruf:„Her!", den nur die Donnerschläge des groben Geschützes übertäuben, dringen sie gegen die steilen Mauem des Schlosses und richten das Feuer ihrer Büchsen ans die Ver- thecdiger. Wie aber die Stürmer ganz nahe herankommen, läßt der Schwarzkünstler im Schloß sein Feuerwerk spielen. Da flammen die Leuchtkugeln empor und fahren zischend in die Reihen der Angreifer; Pcchkränze werden brennend an den Mauern herabgeschleudert, Schwefelkrüge und Pulverklötze fliegen flammend und springend in die dichte Masse. Die Männer werden geblendet, verbrannt, zerrissen und sind wie im höllischen Feuer, so kracht und prasselt und zischt es rings um sie. Der Boden ist überströmt von Blut, bedeckt von Todten und Verwundeten. In der Stadt stürzen die Bürger zu Hanf in die Gasten, aufgeschreckt vom Donnern der Geschütze der Veste, von dem knatternden Büchsenfeuer, deffcn Schall weithin durch die engen Windungen des Mainthals rollt und von dem wüthenden Geschrei der Stürmenden. Ein grausen- Haft schöner Anblick bietet sich ihnen; die alte Veste scheint im Feuer zu stehen; aus ihren Mauern zucken Blitze her- vor und feurige Strahlen zischen durch die Luft. Mit bange klopfenden Herzen harren die Würzburger des Ausgangs, Unternehmung in der entfalteten Form der Aktiengesell- schast genügt gar bald hier nicht mehr zur Durchsetzung der wirthsch astlichen Ziele, die Produktion von Reich- thum wird durch Vergesellschaftung der Betriebe gesichert und gestärkt. Der Abschluß von Preisvereinbarungen, die Gründung von Kartellen muß die selbstverständliche Wir- kung dieses Entwickelungsganges sein. Nach verschiedenen Kämpfen und Krisen ist es gelungen, den Vertrieb der Grubenerzcugnisse zu einem einheitlichen zu machen, die Zentralisation des Kohlenhandels durchzuführen und Ver- kaufssyndikate zu errichten, welche an Stelle der einzelnen Betriebe den Verschleiß in die Hand nehmen und als Monopolmächte die Alleinherrschaft auf dem Markte an sich zu reißen streben. Die Koalition, die Vereinigung der Kapitalisten geht, wie man sieht, unaufhaltsam, ungehin- hindert vor sich und kein Vereinsgesetz zerstört mit rauher Hand diese Verbände, welche öffentliche Fragen nicht blos diskntiren, sondern auf das stärkste affiziren. Die Koali- tionssreiheit ist also kein leerer Wahn für die Besitzenden, und sie bemühen sich deshalb von den ihnen zustehenden Vorrechten ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Es ist mehr als einmal von uns hervorgehoben worden, daß wir nicht in engherzig-einsichtsloser Philisterart diesen ökonomisch wie politisch bedeutsamen und naturnothwendig sich voll- ziehenden Prozeß durch Polizeikniffe und Polizeigesetze, durch Justiz- und Landrathsämter zu hemmen wünschen. Unsere Ansicht ist es vielmehr, daß der Staat, welcher die Verbindung der Kapitalisten geschehen läßt, ohne Einspruch zu erheben, die Koalition der Arbeiter, die Bildung von mächtigen Geiverkschaften gleichfalls dadurch schützt, daß er sich völlig passiv verhält. In diesem Falle sind wir ent- schiedenste Manchestermänner und huldigen dem Grund- satze des Gehen- und Geschehenlassens durchweg, ohne Rückhalt. Das Recht der Arbeiter ans Berufsverbände aber wird nicht blos durch die wirthschaftlichen Unternehmer- verbände cö ipso begründet. Es wird gerade dringende Nothwendigkeit durch die unmittelbar gegen die Arbeiter gerichteten Gegen- Streikvereine, die Heuer wie Pilze aus der Erde geschossen sind und ihren Einfluß mit brutaler Energie geltend zu machen wissen vom Elbestrom bis zum Rhein, von Schwaben bis nach Pomiuern. Diese Kampf- vereine sollen das Bischen Koalitionsrecht, das dem werk- thätigen Volke noch kraft des Gesetzes verblieben ist— der Antheil ist fast mikroskopisch winzig,— rundweg ver- Nichten. Herr Natorp erzählte den Vergwerks-Varonen, daß der A u s st a n d s- V e r s i ch e r u n g s v e r e i n, den sie gestiftet haben, um die Bergleute im Zaume zu halten, im verflossenen Jahre 1 544 172 Mark an Beiträgen ver- einnahmt und 94 781 Mark ausgegeben hat. Es war von vornherein klar, daß man den Fortbestand dieser für die Interessen des Geldsacks so nützlichen Gründung be- schloß. Gehören diesem Verein doch 94, sage und schreibe vierundneunzig Prozent der Gesannntförderung im Ober- Vergamtsbezirk Dortmund an. Die Arbeiter haben also im Streitfall es mit einer kompakten kapitalistischen Masse zu thun, die mit allen Mitteln sich zu wehren im Stande und gewillt ist. Gute Taktik und sorgfältigste Vorbereitung, stramme Organisa- tion der Bergleute, das sind die Vorbedingungen für eine Auseinandersetzung zwischen Grnbenkapital und Gruben- arbeit. Die Arbeiter wissen, daß jetzt ein Streik der helle Wahnsinn wäre, ihre berufenen Vertreter warnen davor, die„Deutsche Bergarbeiter-Zeitung" erhebt ihre mahnende Stimme, und es ist klar, daß die Grubenleute, die 1889 zum ersten Male ein Gefecht in großem Maßstabe durch- kämpften, sich hüten werden, einen Konflikt herbeizuführen, der für die Zukunft der Bergarbeiter-Bewegung von ver- hängnißvoller Wirkung sein würde. Sie haben gelernt, im Feuer zu exerziren, sie werden nur dann schlagen, wenn der Sieg sicher ist. denn sie wissen wohl, daß da droben um ihre Freiheit ge- stritten wird. Die Schwarzen verlieren den Sturm. Verwirrt und bestürzt weichen sie zurück; sie nehmen von den Verwundeten mit, so viel sie können; starkes Feuer aus den Handrohren von denen im Schloß verscheucht sie und zwingt sie, die meisten der Hilflosen liegen zu lassen. Götz von Berlichingen und der Wertheimer hatten mit ihrem Fähnlein dem Sturm unbeweglich zugesehen, Gruni- dach war ausgeregt und Agnesens Augen sprühten Blitze. Aber sie sprach Nichts. „Ich dacht' mir's wohl," sprach der Wertheimer,„sie sind tollkühn; aber gegen solche Mauern ist kein Stürmen." „Wohl," sprach Götz. „Gebt Acht, sie laufen noch einmal au," sprach Grumbach.„Aber wenn nicht ein Wunder geschieht, so werden sie das Schloß kaum gewinnen!" „Wenn Ihr auf Wunder wartet," sprach Georg von Wertheim,„dann könnt Ihr auch daheim auf den Pfälben sitzen und ivarten." „Ei," sagte Grmnbach,„wenn wir die Jungfrau von Orleans hier hätten, so möchten wir wohl das Schloß ge- winnen." „Jaja!" meinte der Wertheimer. „Was meint Ihr, schöne Base," wandte sich Grumbach an Agnes,„das war so ein Amt siir Euch, das Fähnlein voranzutragen zun: Sturm." Agnes sah ihn mit funkelnden Augen an. Sie wußte nicht, ob er im Scherz oder Ernst sprach. „Meint Ihr?" sprach sie mit vor Erregung zitternder Stimnie. „Solch tapfere Base möchte mir gefallen," sagte Grumbach. Da sprang die Jungfrau vom Pferd und warf den langen, dunklen Mantel ab; so erschien sie im weißen Ge- wand; es war noch das hochzeitliche Kleid, das sie in Rothenburg vor dem Altar getragen, denn sie hatte bis anher kein neues beschaffen können. Das Barett mit der langen, weißen Feder fiel von ihrem schönen Haupte und ihr langes, goldig schimmerndes Haar fluthete hinab Aber die I 544 172 M. des Ausstandversicherungs- Vereins sind lehrreich nach zwei Richtungen hin. Sie zeigen, wie nothwendig es ist, sich zu organisiren._ Sie zeigen, wie ungenjrt die Kapitalisten sich koaliren dürfen, wie berechtigt die Forderung der Arbeiter ist, daß man sie mit gleichem Maße messe. Ohne Arbeiterorganisationen keine friedliche Enft Wickelung! Und wenn man auch, was nicht geschieht, die Sklaven gut fütterte, Sklaven blieben sie doch. Sklaven, die einmal anfangen könnten, das zu thun, was Seneka den römischen Zäsaren warnend in's Ohr geflüstert, sich zu zählen. pcilikifche Mebevstchk. Berlin, den 27. Dezember. Das Weihnachtsfest ist in erwünschter Ruhe ver- laufen. Die Festfreude der Völker ist durch die Herren Staatsmänner und Diplomaten nicht gestört worden— was wohl hauptsächlich darin seine Ursache hat, daß diese Herren sich während der Feiertage vom Negieren fern hielten— ein Umstand, der uns den Wunsch nahe legt, die Betreffenden hätten immer Feiertag. Ihnen wäre dann wohl, und uns wäre wöhler. Jedenfalls würden beide Theile bei einem solchen Abkommen sich gut stehen.____ Aber— haben wir denn nicht einen Konflikt? E» ist schwer, sich cn. den Gedanken zu gewöhnen. Hier und da hält man freilich eine Auflösung des Landtags für un- vermeidlich. So heißt es in einer Zuschrift an uns: „Landtagsauflösungen sind in Preußen seit der Konflikts- zeit etwas unbekanntes geworden. Trotzdem genügte dem Fürsten Bismarck nicht mehr die dreijährige Session und er ließ sie von seinen Mamelucken verlängern aus fünf Jahre. Und der erste preußische auf fünf Jahre gewählte Landtag soll nun der Auflösung verfallen. Fürst Bismarck s Schöpfungen gehen eine nach der anderen vor seinen eigenen Augen zu Grunde und mit ihnen sein Ruhm als unver- gleichlicher Staatsmann. ,,., Nun— ob es zu einer Auflösung kommen wird, schemt uns immer noch sehr fraglich. Die Regierung hat jedenfalls keine Lust, es zun, Aeußersten zu treiben, denn, wenn sie niit den Konservativen bricht, so muß sie entweder beim Zentrum oder in den liberalen Parteien sich eine Stütze suchen,— vorausgesetzt, daß sie nicht in der Luft stehen will. Und ein Anlehnen an die Ultramontanen wie an die Liberalen würde mancherlei Nachtheile mit sich bringen und einen auf die Dauer nicht haltbaren Zustand herbeiführen. Auf der anderen Seite ist auch die konser- vative Partei keineswegs in der Lage, einen Konflitt init der Regierung wünschen zu können. Tie Zeiten sind längst vorbei, wo es eine selbstständige konservative Partei gab— die sogenannten Konservativen sind heute, wenn wir von em paar reaktionären Idealisten und Utopisten, wie Kleist- Retzow, absehen, nur eine Regierungspartei, welche von den augenblicklichen Machthaber» abhängt, und nicht- ist ohne deren Unterstützung. Als die Konservativen 1373 ihre Rebellion gegen Bismarck machten, wurden sie bei den Neuwahlen genau ebenso„an die Wand" gedrückt, wie 1873 die Nationalliberalen. Und dasselbe Schicksal würde ihnen jetzt wieder erblühen. �' So dünkt es uns also einstweilen noch das Wahrjcheul- lichste, daß eine Versumpfung des Konflikts ein- treten wird.— Ans Neapel geht uns die betrübende Nachricht zu, daß Dr. Heinrich Schliemann. der unermüdliche Alterthums- forscher, plötzlich g e st o r b e n ist. Mit Schliemann verliert das deutsche Volk einen Mann voll glühender Begeisterung für das Alterthum, voll Aufopferungsfähigkeit für sein Ideal, der Erforschung der klassischen Stätten der griechischen Vorgeschichte, auch einen Mann von einzig dastehender Energie. Die berühmteste seiner Thaten ist die Entdeckung der Stätte des alten Troja, die Aufdeckung der alten Stadt und die Sicherung der dort gesammelten Reste einer der ältesten Stätten unserer Kultur. Das wissenschaftliche Ergebniß seiner Forschungen hat er dem deutschen Volke hinterlassen. Bezeichnend ist, daher seine Sammlungen der Berliner Museen zur Aufbewahrung übergeben hatte, aber als Besitzer derselben nicht die über Hals und Schultern. Sie eilte dem Getöse de» Kampfes nach. In diesem Augenblick zertheilte sich am Hinimel das Gewölk und der Mond beleuchtete mit seinem gelben Schein ganz hell, was da in der Maiennacht vor dem Würzburger Schlosse vorging. Mit fliegendem Haar kam Agnes daher, die weiße, schlanke Gestalt mit den flatternden Gewändern schien über den Boden zu schweben. Eben sammelten sich die Mannen der Rothenburger Landwehr, deren stürmende Rotten durch das Geschütz und die Fenerkünste zerrissen waren, wieder um ihr fliegendes Fähnlein. Von einem Thurm des Schlosses aber kam ein Schuß, der warf den Fähndrich nieder und das Fähn- lein sank aus des Sterbenden Hand. Die Bauern fuhren auseinander; gerade jetzt kam Agnes daher niid nahm das Fähnlein auf. Die Bauern starrten sie an wie eine überirdische Er- scheinung; auch die im Schloß hielten mit dem Feuer inne, denn sie sahen, daß etwas Ungewöhnliches vorging. Agnes war so von ihrer Begeisterung hingerissen, daß sie an eine Gefahr gar nicht dachte und kaum begriff, was sie that. .»Auf, ihr Männer von Rothenburg!" rief sie mit Heller Stimme,„auf, das Schloß müßt ihr gewinnen!" Die Erscheinung voll wunderbarer Schönheit riß die Bauern mit; sie sammelten sich zu Häuf. Wie Agnes das Fähnlein schwang, schwoll ihnen der Muth und sie liefen den Sturm abermals an. Die Jungfrau schritt muthig vor dem Haufen; da erscholl der weithin tönende Ruf: Her' Her! abermals und lief rings um das Schloß, so daß sich oie abgetriebenen Haufen wieder zum Angriff erHuben, lim das ganze Schloß begann da der zweite Sturm; Agnes hatte dce Schwarzen wieder ins Feuer getrieben. _ Der Hauptmann im Schloß ließ den Vertheidigern alten t r* zutragen und ermahnte, tapfer zu streiten und aus- zuhalten denn die Gefahr sei groß. Und als er sah, i»1* lie draußen wiederum anliefen, gebot er wiederum zu feuern- (Fortsetznug folgt.) putsche obcv preußische Regierung, sondern das deutsche -v o l k bezeichnete. Unermiidlich sich neuen Forschungen widmend, fand er auf der Rückreise aus Deutschland nach Griechenland in stauen den jähen Tod. Ein Telegramm des Bureau Herold berichtet hierüber: In N e a p e l starb der berühmte Alter- thnmsforscher Dr. Heinrich Schliemann plötzlich an Gehirn- Entzündung, zu der eine Lungenentzündung hinzugetreten war, und zivar während einer Konsultation der Aerzte, die ' licrade eine Trepanirung an Schliemann auszuführen bc- schlössen hatten. Schliemann beabsichtigte, am Dienstag nach urhen abzureisen. Die Bestattung soll nach der Ankunft der Frau Schliemann erfolgen, die bereits von Athen nach Reapel unterwegs ist. Zu unserer lebhaften Genugthuung sehen wir, daß die Genossen im Hessenland dem Antisemitcn-Ztnfug, der m jenen Gegenden— aus gewissen lokalen Gründen— zu ganz ungewöhnlichen Dimensionen angeschwollen mar, mit kräftiger Hand zu Leibe geben. Bisher war das deshalb unmöglich, weil die Antisemiten von den Behörden— wenn diese auch dann und wann etwas entrüstet thaten— syste- matisch gehätschelt, begünstigt und beschützt wurden. Jetzt nun, seit dem Sturze des Stöcker, hat die öffentliche und offene Protektion von oben aufgehört und da ihnen auch die Deckung des Sozialistengesetzes fehlt, so ergeht es der verlogenen, unter einem halben Dutzend falscher Flaggen segelnden Gesellschaft, die je nach den Umständen sozialistisch, konservativ, nationallibcral, fortschrittlich, ultramontan thut, seit einiger Zeit recht schlecht. Sie winselt über die„Partei- lichkeit* der Behörden, und spielt sich elegisch als Märtyrer aus. Unseren Genossen ist es natürlich ein Leichtes, diesen heuchlerischen Mammonsdienern, die über den Mammonsdienst schimpfen, nur um ihn desto besser kultiviren zu können, die Larve von dem Gesicht zu reißen. Tie Fortschrittspartei in Hessen war, weil sie von ökonomi scheu Dingen nichts versteht und bloß ans das Richter'sche Geistesfutter angewiesen ist, diesen Bockel und Konsorten gegenüber ganz hilflos— alle übrigen Parteien liebäugelten mit ihnen, und so blieb denn unseren Genossen die— nicht gerade sehr appetitliche— Ausgabe, mit diesem Skandal sich zu befassen und den nothwendigen Säuberungsprozeß vorzunehmen. Auch in Baden sind es die Sozialdemokraten, welche den Antisemiten das Handwerk zu legen haben— keine andere Partei ist im Stande, oie„Schmach des Jahr- Hunderts" auszulöschen. Freilich, uns geht die Sache in sofern etwas näher an, als der Antisemitismus eine Karri- katur und eine Fälschung des Sozialismus ist— ein Bcr- such, den Sozialismus gemeinsten Zwecken dienstbar zu machen und den gerechten Zorn gegen das Ausbeuterthum auf die— ihrer Mehrzahl nach— kleinen semitischen Spitzbuben hin-, und von den großen germani- schen Spitzbuben abzulenken, welche das deutsche Volk in dem letzten Jahrzehnt um mehr„Arbeitergroschcn". gebracht haben, als die Juden, seit es Juden in Deutsch land giebt, d. h. so ziemlich seit einem Jahrtausend. Da fällt unS ein— vor einigen Wochen schloß das „Volk"(Nummer vom 9. November) des Hetzdemagogen Slöcker einen seiner Leitartikel mit nachstehenden Kraft- Phrasen: „Wir haben die Gunst der Mächtigen nie besessen. Jeder weip, daft in unseren Reihen Eifer und Opfermuth gefordert. aber weder Dank, noch Ehrenbezeugungen geerntet werden. Wir machen aber auch keinen Anspruch auf Dank.' Wir handeln im Bewußtsein unserer Pflichten alZ Christen und Anhänger der nationalen Monarchie. „Deshalb verzagen wir auch nicht, wenn Stürme kommen, wenn unsere Absichten verkannt und entstellt werden. Mag man uns verkleinern und als einen Faktor behandeln, den man ungestraft mißachten und ans die Seite schieben kann, mögen die Schmarotzer des Reptilienfonds, hinter denen rncht? steht als ihr Schatten, in Gemeinschaft mit gewissen Bankjuden die Hoskanileien aller Bundesstaaten gegen uns in Bewegung setzen, gegen unS, die wir die zersetzenden kulturfeindlcchen Machte im Staatsleben bekämpfen,— wir begnügen uns für letzt mit dem Bewußtsein, daß man eines Tages mit uns wird rechnen mU''!v i s ch en liegt, wird »schichte zermalme n." Most(d. der h. deinokr'atie. Wa eherne Gang der Diese Kraftphrascn im Stile des Herrn , Hch's Most, welcher noch urwüchsig schimpfcil könnte % Je5t ist er zu fett geworden) sind, wie> genauen Kenner des Mannes versichert wird. -----... uns von einem der Feder des Die franzöfischr Polizei entwickelt auf einmal einen wunderbaren Eifer in der Verfolgung PadlewZki'S. Sie scheint also nicht mehr daran zu zweifeln, daß derselbe in Sicherheit ist. Hütte sie ihn gefangen, so wäre die Regierung allerdings in unabsehbare Schwierigkeiten gerathen und die Polizei muß mitunter die löbliche Sitte ihrer Zwillings schwestcr Justiz nachahmen und eine Binde tragen.— Paris hat sich ein 5'omitee zur Feier der Annexion von Snvoym gebildet. Wir dächten, es «riilnien Kenner oes wumn«....... MM« so halten wir doch jene zwar ans zwei Gründen o.. dritte mit �'ftgetheilt wird, der Biedermann SsUe für die Presse geschrieben, -Aeldung für glaubwürdig, und„ Arstens, weil jedes Wort gesperrt und jedes dritte mit Zeitschrift gesetzt ist,— bekanntlich eine der— harmloseren— �Penthümlichkeiten des Ex-Hofpredigers. Und zweitens, 'vkil jedes Wort, wenn es vor Gericht beschworen würde, >n Meineid oder— parlamentarisch ausgedrückt, ein Falsch- Elb wäre. ., ,F a l s ch ist, daß der Stöcker die Gunst der Mächtigen nie EEsessen. Er besitzt sie noch heute— nur nicht die —|-rfy-------•• die er im Garn zu hobenV'II' m t'e n„Mächtigen,..... » r.« f r" Die ... französische Kaiser— Napoleon der Kleine— gab, wie man sich erin- nern wird, vor Beginn deS italienischeil Kriegs von 1859 sein Ehrenwort, daß er für seine Hilfe von den Italienern keine„Kompensationen" verlange; und hintennach stellte es sich heraus, daß er mit Cavour(der auch sein Ehrenwort — in der piemontesischen Kammer— gegeben hatte, daß keine GebierSabtrettuig stipulirt sei) einen geheimen Vertrag abgeschlossen hatte, kraft dessen Savoyen und Nizza an Frank- reich abzutreten seien. Man sieht übrigens, die Schacherpolitik ist von Fürst Bismarck nicht erfunden worden, der auch in diesem Pnnlt Er ver- treb h"1*,"''ffl'Tl i''-?" b t'r f, a f t»K, il r t.. Schlußtirade! Christlich- Soziale l#~ o-f...,,, />. kknd nun die-snitlip».-»».».- f...,. ~,0JiQlbemoftaten— das soll die Losung seln. Ach, � 5'r mit dem Stöcker allein zu thun hätten, dann gäbe» »Wh �°upt keinen Kampf. Dann brauchten wir blos werk.�"� Aufschneiden gehört zum Demagogen-Hand- � der Gest� Verletzung eines der Grund- oder Ach, wenn _"La*3 das in London erscheinende, von S t e p u i a f redigirte Organ der russischen Emigration sagt in Bezug auf die„Pariser Katastrophe":„Es scheint gewiß zu sein, daß das Verbrechen(die E r m o r- d u n g S i l l, e r st o f f s) ein politisches ist. Wer immer der Mann war, der die That beging, wir haben kein Recht, ein Urtheil über ihn zu sprechen. Aber, wenn wi'- auch diesen Mord für eine politische Handlnng halten, er- achten wir es doch als unsere Pflicht, zu erklären, daß wir sie emphatisch mißbilligen, sowohl als einen Bruch . srt». s.. V-O..'i___ i. J o.1__ CV\___ f.j-.....•___ c. m. saumselig oder unzulänglich"erfüllt worden seien. Me'Adoo (New Jersey) brachte ebenfalls eine Resolution ein, welche erklärt, daß Sitting Bull in nicht zu rechtfertigender Weise getödtet und daß seine Leiche später verstümmelt wurde; der Kriegsminister Praetor, sowie der Chef der Indianer- Departements, Noble, werden demnach aufgefordert, die amt- liehen Berichte über die Gefangennahme und den Tod des Häuptlings vorzulegen. Hoffen lvir, daß die Untersuchung nicht eine reine Komödie wird, wie das nur zu häufig der Fall.— Auch in Japan hat man nach preußischem Muster eine Schulreform eingeleitet. Und gleichzeitig erfahren wir ans Rußland, daß man dort die Ideen, welche bei der neulichen Schulkonferenz in Berlin zum Ausdruck und zur Geltung gelangt sind, für das Zarenreich in Anspruch nimmt. Da wir dies nicht in schlechten Oppositions- sondern in guten Regierungsblättern gelesen haben, so muß es wohl wahr sein und nicht ein boshafter Witz, wie man auf den ersten Blick zu denken geneigt ist. Was Japan betrifft, so hat auch dort der Kaiser die Sache in die Hand genommen. Nach dem„Ost- asiatischen Lloyd" hat er(der Kaiser von Japan) am 30. Oktober in einer Ansprache an den Premier- minister Grafen Uaniagata und den Unterrichtsminister Herrn Ioshikawa die ernsten Forderungen betont, die im Interesse des Landes an die Unterrichtsanstalten gestellt lverden müssen. Daß in der neuen Aera japanischen Lebens die alten Tugenden des Volkes nicht verloren gehen, müsse Jedem am Herzen liegen. Im Besonderen betonte der aiser die hohe Loyalität und den opferfreudigen Patriotis- mus, die kindliche Pietät gegen Eltern und Lehrer, treue Hingabe an den Freund und Höflichkeit gegen Jedermann als die altgewohnten Pflichtübungen eines jeden Japaners. Er hoffe, daß diese Vorzüge der Vorfahren auch der heran- wachsendeil Generation erhalten bleiben. Der Wortlaut dieser Ansprache wird auf Verordnung des Kabinets am 3. November, dem Geburtstage des Kaisers, in allen Schulen während des Festaktus verlesen werden. Und da giebt es noch Leute, die da meinen, die Japanesen— gleich den Chinesen— seien in der Kultur hinter uns zurück! Aus Adelaide in Austrnlirn wird uns geschrieben: Die sozialistische Bewegung macht auch hier große Fort- schritte. In S y d n e y hat sie sich sogar in einem großen Bunde organisirt(das Programm desselben haben wir in voriger Nummer in deutscher Uebersetzung gebracht). Nicht geringere Agitation entfalten dle Genoffen in Melbourne, freilich sind ihre Anstrengungen bisher leider nicht von großem Erfolge gekrönt worden. Hier in unserem Holy Adelaide(„heiligen" Adelaide, welchen Beinamen sich unsere Stadt durch ihre vielen Kirchen erworben hat) war bis vor ganz kurzer Zeit von Sozialismus so gut wie nichts zn hören. Jetzt erst ist auch hier Leben erivacht. Wir geben eine Zeitung, den„Labor Advoeate" heraus, die die sozialistischen Prinzipien offen vertritt. Ferner sind wir eben dabei, einen Zweigverein des Australischen Sozialistenblindes(Ansiralian. Socialist Loague) zil gründen. Daß im„S ü d- A u st r a l i s ch e n A l l g e- meine» d e ll t s ck) e n Verein" ein sozialistischer Lese- klnb eröffnet wurde, ivird vielleicht schon zn Ihrer Kenntniß gelangt sei. So sehen Sie, daß bis in die entferntesten Winkel der Erde bereits der Strahl der Wahrheit dringt und daß in allen Zonen es in den Köpfen zu dämmern beginnt. Wie überall fängt auch hier die Arbeiterklasse(obgleich im Durch- schnitt besser gestellt als in Europa) an zn begreisen, daß es mit der bisherigen Wirthschaft nickt weiter geht, wo die Menschheit in zwei Theile zerfällt: in den, der arbeitet und den, der den andern für sich arbeiten läßt. Bedeutend gefördert wurde die sozialistische Agi- tation durch daS Mißlingen des großen Waterside-Streiks(Docker-, Matrosen- und Schiffs« arbeiter-Strikes), zn dem der S. A. Allgem. Deutsche Verein 75 Pfund(1500 MA beigesteuert hat. Dieser Mißerfolg hat Hunderten von Indifferenten die Augen geöffnet und sie in unser Lager getrieben." Die zwei Schlußsätze empfehlen wir der Aufmerksamkeit unserer Herren Gegner im Unternehmcr-Lager, die der sonderbaren Einbildung leben, sie könnten durch Unterdrückung der Arbeiter das Wachsthum des Sozialismus verhindern. Das Gcgentheil wird erzielt. Je erfolgreicher ihre UnterdrückilugSversuche sind, je gründlicher sie den Arbeitern den Gebrauch des Koalitionsrechts verleiden, desto empfänglicher machen sie dieselben für den Sozialismus. Man sieht, unsere Herren Unternehmer verstehen sich ausgezeichnet ans die sozialdemokratische Propaganda. Bessere Agitatoren könne» wir unS nicht wünschen.— Neueste Uachvichte». Unter dem Vorsitze des b e l g i- s ch e n Abgeordneten Janson hielt der P r o g r c s s i st e n- Kongreß gestern in Briissel zwei Sitzungen ab. 400 Vertreter aus allen Kantonen des Landes, mehrere Deputirtc und Senatoren� wohnten den Verhandlungen bei. Der Kongreß beschloß die Bildung einer Progressisten-Partei, getrennt von den Liberalen, aber mit Beibehaltung gewisser Punkte des Programms der liberalen Partei, insbesondere in Bezug ans die Propaganda und die Thätigkeit bei den Wahlen. Die neue Partei sprach sich fast einstimmig(fünf Stimmen sprachen sich dagegen aus, während acht An- wesende sich der Stinimabgabe enthielten) dafür aus, das allgemeine Stimmrecht mit in's Programm aufzunehmen. Schließlich wurde über die Statuten berathen, wobei die Organisation der deutschen Sozialdemokratie als Muster herangezogen wurde.— Betreffs des Streiks der schottischen Bahn- beamten wird aus London tclegraphirt: „Der Ausstand der schottischen Bahnbcamten ver- schlimmert sich. Nunmehr sind 9000 Beamte ausständig. Neuerdings machen sich zwei bedenkliche Symptome be- merkbar: Erstens die Zunahme von Gewaltthaten unter den Streikern, welche die nicht ausständigen Lokomotivführer und Heizer der ankommenden Züge mit Steinen bewerfen und anderswo die Züge zur Entgleisung zu bringen ver- suchen, und zweitens die zunehmende Gefahr, daß die Be- wegung sich nach England ausdehne, wo bereits 3000 Güterverkehrs-Beamte in drei großen ostenglischen Bahngesell- schaften rings um H u l l streiken, indem sie Erhöhung ihres Gehalts und Verkürzung der Arbeitszeit fordern. Der Verein der Beamten englischer Bahnen scheint auch für die schottischen Ausständigen eintreten zu wollen." Die„Zunahme der Gewaltthaten" ist mit einem Frage« zeichen zu versehen. Wir erinnern uns keiner Notiz, namentlich keines Telegramms über einen Arbeiterstreik, worin nicht von„Gewaltthaten" der Arbeiter die Rede ge- wesen wäre. Und in 99 Fällen von 100 stellte sich die Meldung hintenach als Lüge heraus. Und so wird es auch diesmal wohl sein.— Theater. Sonntag, den 28. Dezbr. vpernhaus. Oberon, König der Elfen. Montag: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Kchaujpielhans. Der Kaufmann von Venedig. Montag: Das Stiftungsfest. Lrfftng- Theater. Sodoms Ende. Montag: Der Fall Clemenceau. KerHner Theater. Die wilde Jagd. Montag: Goldfische. Dentscheo Theater. Die Kinder der Exzellenz. Montag: Romeo und Julia. Friedrich-Pli lhelmstädt. Theater. Gondolrere. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallnrr- Theater. Lili. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kestdenz-Theater. Der Kampf ums Dasein. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Die sieben Raben. Montag: Dieselbe Vorstellung. KeUeaUiaure- Theater. Schlag auf Schlag. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ystend-Thcater. Die sieben Raben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Der Soldatenfreund. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'» U aristo. Große Spezialitäten-Vorstellung. Theater der Zieichshailen. Große Spezialitäten-Vorstellung. Eourordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Nichter'« Uarivts. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung._ Englischer Garten. Direktion: C. Andres», Alexander- straße 27c. Clara Conrad, Lieder-«nd Walzer- sängerin. Jenny Reimann, Kostüm-Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiker. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers Amerikan. Neger-Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVs Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf _ 20 und 30 Pf. EtMiftttlellt Buggenhagen am Moritzplatz. _ Täglich:_ BV Grosses Concert. TUE. Direktion A. Rädmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfl'PP Woolienlaga 10 Pfg., JJlllltt Soun- und Festtags 25 Pf«. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ansschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 16 Pf. 641 F. Müller. iKrativeilHeBierhallell Kommandanloustr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Enartett-Kängern, ausgeführt von dein Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Fi ei-Concert. Sonntags Entree 20 Pk. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 8 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- anügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage- Pauopticum. 100 neue Gruppen und Figuren. Spezialitäten- Vorstellung. Entrec öv Pfennig' Geöffnet v. 10 phr Parin, b. 11 p. Ab. Grunow's Tanz Institut, Brunnenstrasse 9. 1. Jan., Nachm. 4 Uhr, beg. ein neuer Lehrkursus. Anmeld. das. u. tägl. in m. Wohnung. Auch Sonntag. 2524 Grunowr, Koppenplatz 1 I. 5, Fifcherstraße 5. ff. Mittagstisch mit Bier 60 Pf.. Viel. Patzenhofer 10 Pf., sow. gemüthl. Vereinszimmer empfielt 1872 I. V. Schimmel. Circns Renz. Karlstraße. Sonntag, den 28. Dezember: 2 Vorstellungen. Um 4 Uhr Nachm.(I Kind frei) Mazeppa's Verbannung, oder: Die Rache Graf Rottof's. Große historische Pantomime mit Ballet in 4 Abth. Neu arrang. vom Direktor E. Renz. In der zweiten Abtheilung: Polnischer Rationaltanz. Abends 7Ve Uhr: Deutsche Turner. Große nationale Original-Pantomime. Neu arrangirt u. inszenirt vom Direkt. E. Renz. In' beiden Vorstellungen Auftreten der vorzüglichsten Künstlerinnen und Künstler, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheits- pferde. Komische Entrees und Jnter- mezzos von sämmtlichcn Clowns. Morgen, Montag: Die Instigen Heidelberger. Alles Nähere die Tageszettel. E. Renz, Direktor. irurä Schmm. Friedrich-Karl-Ufer. Sonntag, den 28. Dezember: 2 grohe Ertra-Uorstellmigeu Sämmtliche Vorstellungen sind mit verschiedenem Programm ausgestattet. Austreten sänuntlicher Spezialitäten. Reiten u. Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Nachmittags 1 Kind frei. In den Abend- Vorstellungen MCircilsNter Mjstt.�ES Eine ländl. Hochzeit, Sensationelle Wasser-Pantomime. Special ität. Tie 4 WMMMhell. Montag, den 29. Dezember: Abends 7Vs Uhr: Große Vorstellung mit neuem Programm. Die sensationelle Wasser-Pantomime: Alle liillillilhe Soßzeit. Alles Uebrige Plakate und Anschlag- zettel. Castan's Fanopticnm. I Prof. Dr. R. Koch im Labora torium. X � e .„v>* i eu ss> ■ Veihnachis- Ausstellung. .Ar Damen KapeUe. Enttee 60Pf. KinderAPf. &■>0.9 UhrMorg. bis 10 Uhr Ab. «-Mllllrllllt, 97 Dreedener-Strasse 97. Heute, Sonntag: Gr. Doppel-Concert, ausgef. v. d. Ung. Kapelle v. Olchdary und der Tyroler Gesellsch. ,, Stiegler". Am 1. Jan.: Norddeutsche Sänger u. d. berühmte Siemeringer-Terzett. Runkel kommt! Runkel kommt! WirWtlUs M(iltcn fyticiiriilj Linde werstr. 25, gegenüb. Bhf. Wedding, hält sich allen Freunden und Genossen angelegentlichst empfohlen. Täglich großes Orchestrion- Konzert. Vorzügl. lech- u. Bair. Bier. Volksbl. liegt aus. Allen Freunden u. Genossen empfehle mein Weiß- v. Bilirislh-Bier-Lllklil. 1 Saal zu Versammlungen und 2 Vereinszimmer stehen zur Verfügung. Hermann Wuttke, Friedrlchsbergerstr. 24 pt. 1528. Ein strammer Sozialdemokrat angekommen. Franz Käsler, Friedrichs- berg, Kronprinzenstraße 7. 2526 Durch die Geburt eines kräftigen Jungen wurden erfreut 2494 Iulinv Türk und Frau. Dem Kaufmann M a t i« k e in Weißensee zu seinem heutigen Wiegen- feste ein donnerndes Hoch! 2502 Sepperl, koofst'n ollen Fritzen? Nofhe Urlste. Helene Haack, Fritz Hansen. Verlobte. 2522 T od es- Anzeige. Donnerstag, den 25. d. Mts., früh 6 Uhr, verstarb der Genosse Biaurer August Sommerfeld, gen. Waldemar. Wir verlieren in ihm einen treuen und braven Genossen, welcher stets zur Stelle war, wenn es galt, für die Interessen des arbeitenden Volkes einzutreten. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. Dezember, Nachmittags IVs Uhr, von der Sorauerstraße 10 aus statt. Eine rege Betheiligung der Genossen erwartet 2493 I. A.: 0. Wiizkc. Todes Anzeige. Sozialdem. Lese- und Discutir-Verein „Hcrwegh". Den Mitgliedern zu Nachricht, daß unser Mitglied August Sommerfeld gm. W aldemar am 25. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 28. d. Mts., Nachmittags IVe Uhr statt. Für Mitglieder Treffpunkt im Vcreinslokal, Forsterstr. 45 um 1 Uhr. 2505 Der Vor stand. Allen Denen, welche unserem Sohn Erwin die letzte Ehre erwiesen haben, unser» herzlichen Dank. 2514 Frli» Schäfer nebst Frau. BekaNtmchMg. JllvaliiiitSts- vsil Alters- Diejenigen Personen, welche demnächst gegenüber der unterzeichneten Versicherungsanstalt Ansprüche auf Gewährung von Altersrente erheben wollen, werden hiermit daraus hingewiesen, daß diesbezügliche Anträge Seitens der in Krrlin wohnhaften Personen bei der Gewerbedeputation des Magistrats, Molkenmarkt 1, eine Treppe, Zimmer 12, Seitens der in Eharlotte«v«rg wohnhaften Personen bei dem Ma- gistrat daselbst, Seitens der in den Kreisen Triton» und Nirdrr-Karni«« wohn- hasten Personen bei den betreffenden Landrathsämtern anzumelden sind. Der Anmeldung find beizufügen: a) dir mindestrus mit rinrr Sri- tragsmnrke vtvfrljtnt Euit tungskartr; b) der Geburtsschein; c) die erforderlichen Bescheinigungen über die innerhalb der Jahre 1888, 1889, 1890 stattgehabte Beschäftigung in einem nach dem Gesetze vom 22. Juni 1889 die Äerficherungs- pflicht begründenden Arbeits- oder Dienstverhältniß während min- destenS 141 Wochen, eventuell auch über den während dieser Zeit be- zogenen Lohn, sowie über die an- zurechnenden Krankheiten und mili- tärischen Dienstleistungen. Auch diejenigen Personen, welche am 1. Januar 1891 das 70. Lebensjahr bereits zurückgelegt haben, müssen die Quittungskarlen mit mindestens einer Beitragsmarke beibringen. Wenn die Höhe des in den Jahren 1888, 1889 und 1890 bezogenen Lohnes nicht nachgeiviesen werden kann, so kommen für diese Zeit bei Bemessung der Rente nur die der niedrigsten Lohnklasse entsprechenden Steigerungssätze in Anrechnung. Die Anmeldung der Ansprüche kann bei der Gewerbe- Deputation des Magistrats auch während der Dienststunden zu Protokoll erfolgen. Berlin, den 18. Dezember 1890. Jnvaliditäts- und Alters-VersicherungS- anstalt Berlin. Der Norstaud: Eberty. Mugdan. Dr. Freund. Gewerbe- Deputation des Magistrats. 9. 0.: Hühner. 2501 Das gr. Lager Berlins »Andreasstr.Äit.H.p. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Große Versammlung am 29» d. M., Abends 8Va Uhr, im gr. Saale der Berliner Bockbrauerei am Tempelhofer Berg» Tages-Ordnung: I. Der Kampf mit geistigen Waffen. Referent Wilh. Liebknecht» 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Frage- kästen.— Gäste haben Zutritt. 2507 Der Vorstand» Faehwepem d. Lederarbeiter« Am Moniag, den SS. Dezember. Abends 8Vz Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annen» Strasse No» 16, Tagesordnung: Versammlung. Zortrag des Herrn Türk über„Hexenprozesse" 2. Vereinsangelegenheiten, Pflichten und Rechte der Mitglieder. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, sich baldigst um die„Urania-Billets" zu bemühen, da der größte Theil bereits verkaust ist, und sind in dieser Ver- saminlung, sowie im Arbeitsnachweis, Louisen-Ufer 22, noch welche zu haben. wo 2506 Der Vorstand» Großer KywesterKall in JoeS's Salon Wer Keller), Aubreasßr. 21, arrangirt vom Verband der Zimmerlente Berlins am Mittwoch, den 31. Dezember 1890, unter Mitwirkung des Arbeiter-Gesangvereins„Hoffnung"» 12 Uhr: Kaffeepause. Während der Pause Pestrede, Vorträge, üeberraschungen. Hierzu sind alle Zimmerer, Freunde und Genossen freundlichst ein« geladen. Das Komitee. Billets Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., sind zu haben bei H. Ortland, Steglitzerstr. 58; Both, Kurfürstenstr. 75; I. Schmidt, Lausitzerstr. 3; H. Pagst, Reichenbergerstr. 53; W. Schulz, Skalitzerstr. 124, III; H. Weigmann, Fruchtstr. 34a, H. Knüpfer, Blumenstr. 39; Carl Stehr, Stendalerstr. 8, ferner bei den Kassirern der freien Hilfskassen in den mit Plakaten belegten Handlungen._ 2326 Werthe Genossen! Der unterzeichnete Vorstand macht hierdurch bekannt, um einer unlieb« samen Verwechselung der bestehenden Berufsvereine vorzubeugen, daß der Centraiverein seit seiner Gründung sich stets mit der gesummten Arbeiterschaft solidarisch erklärt hat und daher auch in keinem Lokal weder Versammlungen noch Feste abhält, welches nicht zu jeder Arbeiter-Versammlung zu haben ist, und hält derselbe daher auch seinen Wiener Maskenball am Sonnabend, den 3. Januar 1891 nur in der Brauerei Friedrichshain(früher Lips) ab. Da der Ueberschuß zum Besten unseres Stellennach» weises Verwendung findet, so bitten wir die Genossen und Genossinnen um recht rege Betheiligung. Billets a 50 Pf. sind im Stellennachweis Grünstr. 21, H. l. pt., in allen mit Plakaten belegten Handlungen, sowie bei folgenden Genossen zu haben: Fritz Zubeil, Naunynstr. 86; Otto Heindorf, Langestr. 70; Adolf Scharrn, Landsberger Allee 144. 2527 Der Vorstand des Central-Vereins der Hans- und Geschäftsdiener Berlins. _ I. A.: H. B e n d i x, Brandenburgstraße 23._ Verlag des„Berliner Volksblatt" Berlin 8W., Beuthstrasse 3. Im Verlage von Vöriein& Co. in Nürnberg erschien soeben und ist in unserer Expedition vorräthig: SDte BejtrebiWk der goiialiiemofratie beleuchtet vom Irrsmn Eugen Richtei�'s- 4Va Bogen 8\ Preis elegant broschürt 25 Pfennige. Wir empfehlen diese gegen die bekannte Nichter' sche Schrift ,,Die Irrlehren der KozialdemoKratie" gerichtete Broschüre den Parteigenossen im Reiche zur ausgedehntesten Verbreitung, besonders in indifferenten und gegnerischen Kreisen. 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Tendenz und Inhalt des Blattes ergeben sich aus seinem chffzielleu Charakter. Der„Uorwärto" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonneinentspreis für Vrrlin monatlich 1 Mark 10 Wattige frei in's Saus, wöchentlich 38 Pfennige. .. Unsere Postabonncnten bitten wir. das Abonnement früh- zeitig aufzugeben, damit keine Verzögening in der Bestellung emlritt. Ter Preis beträgt durch die Post bezogen 3 30 MK. für das Quartal. Bei Bestellungen bitten wir besonders, auf den neuen Titel achte» und bemerken, daß unser Blatt in der Post-Zritungo- Preisliste pro 1891 unter|lr. 6-469 eingetragen ist. Zu recht zahlreichem Abonnement ladet ein Die Redaktion und Expedition des „Kerliner UoiKsbiatt� Kvrrefpoudeuzen iwd Partemachrichten. Gotha. Hier erscheint vom 23. Dezember ds. I?. ab ein vreinial wöchentlich erscheinendes Parteiorgan,„Gothaisches Volks- blntt", Organ für die Interessen der werkthntigen Bevölkerung. Als Redakteur und Verleger zeichnet Genosse W. Bock. Elberfeld, 23. Dezember' Eine merkwürdigc Anklage, so schreibt die„Volkswacht". hat Genosse Grimpe. Redakteur der „Elberselder Freien Presse",«rbalte». In einem Artikel:„Die Ultramontanen in großer Roth" verspottete er die Angst der Protestanten vor den Jesuiten, sowie die geistige Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Jesuiten, wobei er sich über deren Befähigung zu diesem Kampfe lustig machte. Nun hat er, wie die„Elbers. Fr. Pr." meldet, eine Anklage erhalten, weil die Jesuiten zu den Einrichtungen und Gebräuchen der katholischen Kirche gehören und demgemäß den Schutz des§ 160 genießen. Ja— dann hätten doch die Jesuiten gar nicht erst ausgewiesen werden dürfen, wenn sie zu den Einrichtungen und Gebräuche» der katholischen Kirche gehören?! futter«i. K. Am zweiten' Tage wurden vom braunschwei- gischen Parteitage die Verhältnisse der Presse berathcn. An- genommen wurde folgende Resolution: „Der Parteitag erklärt sich mit der Haltung der Re- daktion des„Braunschw. Volksfreund" einverstanden und erklärt den„Braunschw. Volksfreund" zum ossiziellen Partei- organ für das Herzogthum Braunschweig und die angrenzen- gen Wahlkreise."......„. Unter„Verschiedenes" beantragte Rieke zu bejchliepen, daß jedes Jahr ein Parteitag im Herzogthnm stattzufinden hat. Der Antrag wurde angenommen. Die„Dothlsge" der Kohlen- Industrie haben wir kürzlich erst an dem Beispiel der BergwerkZ-Gesellschaft Hibcrnia und Shamrock, Herne, ins rechteLicht gerückt. Manglaube iiideß nicht, daß hier zu agitatorischen Zwecken ein recht drastisches Beispiel von uns herausgegriffen worden sei. Der Fall war typisch für die gestimmte Situation der Kohlcniuduslrie, die ganz und gar nicht unter irgend welcher Stothlage zu leiden hat. Die 5tlage», welche aus den Jnteressenkreisen von Zeit zu Zeit laut werden, verfolge» einfach den Zweck, die wahre Sachlage vor den Arbeitern zu verschleiern, damit der ungeheure Profit der Unter- nehmer ganz ungekürzt in ihre Taschen wandere und damit die „Begehrlichkeit" der Arbeiter nicht etwa gereizt werde. Im Nachfolgenden geben wir eine vergleichende Zusammen- stellung derjenigen Dividenden, welche die betreffenden Werke voraussichtlich für das in einigen Tagen ablaufende Gc- schäftsjahr vertheilen iverden, mit denen der beiden letztver- gangenen Jahre. Wir bemerken ausdrücklich, daß die Dividendenzahl pro 1890 noch keine positive, sondern eine approximativeist. In- dessen kann es sich bei der endgiltigen Feststellung des 1390er Er- träges nur um ganz geringfügige Abweichungen handeln, da die Divideudenschätzungen, wie sie in sdsr Fachpresse jetzt vorliegen, unter Mitwirkung der betreffenden Verivaltungen fixirt werden, und da ferner jede Gesellschaft mit Rücksicht auf das Aktiengesetz bestrebt ist, die Schätzung genau der Wirklichkeit anzupassen. Es ergaben resp. ergeben also an Ausbeute in Prozenten pro 1888 1889 1890 Arenbcrger Bergwerk,,.,, 15 30 35 Aplerbecker Zeche OVe 12 25 Bonifazins 3 5 10 Kölner Bergwerk...... 6 7 20 Konsolidation Bergwerk(Schalke)— 11 20 Duxer Kohlcnverein..... 6 4 10 Königin Marienhülte..... 8 5 7 König Wilhelm Akt...... 5 11 25 „ St. Prt. Akt.. 10 16 30 Massener Bergwerk.....—— 10 Pluto Akt......... 2 3 20 „ St. Prt........ 5 5 25 Schlesische Zink- und Kohlen-Akt. 9 13 18 „ St. Prt.... 9 13 18 Hibernia......... 71/2 8V2 19 An der Berliner Börse werden im Ganzen SO Kohlenpapiere gehandelt, welche ihr Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr schließen. Obige Darstellung umsaßt also, wenn wir die beiden Werke, welche schon seit langen Jahren«rtraglos sind und daher für eine Statistik nicht in Betracht kommen, ca. die Hälfte aller derjenigen Werth«, von welchen wir den Erlrag pro 1890 in klaren Ziffern erfahren. Von der anderen Hülste liegen Dividendenschäyungen noch nicht vor, doch ist zienilich sicher anzunehmen, daß auch in den anderen Fällen die Gunst der Kohlcnjunker in der Dividendenziffer zu so prägnantem Ausdruck gelangen wird, wie in de» angeführten Beispielen. Denn es befinden sich in der fehlenden anderen Hälfte Werke wie Gcksenkirchener Bergwerk, Glückauf, Nordstern, Zeche Hugo bei Buer, Magdeburger Bergwerk u. A. m., von denen man die Ausbeuten ans den bisher erschienenen FvrderungsauSweisen als glänzende genügend kennt. Diese Statistik, meinen wir, läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Ja, die zur Ausschüttung kommenden Divi- denden illnstriren noch nicht einmal die volle Gnnst der Kohlen- junktur, da die Verwaltungen vieler Zechen einen großen Theil der Gewinne ihrem Iicservefonds gutschreiben. Solche Reservefonds haben für die Unternehmer einen nicht zu unterschätzenden Werth. Denn in Wahrheit kommt der Theil der Reserve, welcher über das allgemein übliche Maß hinaus in Jahren guten Ertrages abgeschrieben wird, immer wieder den Aktionären als Dividende zu Gute, indem auS dem Ertrage dieses so fetten Jahres gleich im _ L. Uew-Norüer Maudereien. _ 1. Was für ein widerspruchsvolles Wesen ist doch der nsch! Der thatkräftige, praktische Amerikaner, dem diese enschaften auch das Höchste bedeuten, was einem Menschen »gesagt iverden kann, läßt sich Zustände gefallen, die in »d einein Krähwinkel nicht weiter überraschen würden, he aber in einer Stadt wie New-Aork geradezu unerhört . Jährlich werden ungehenere Snniincn für die Straßen- ignng zc. verausgabt, welche aber znin großen Theil in j andere Taschen wandern, als die, für welche sie nr- aiglich bestimmt waren. Müll und Unrath werden in »-Jork nicht wie bei unS in Senkgruben geworfen, >ern in Eimern und Tonnen vor jedem Hause ans die iße gestellt, um von den Bcainten der städtischen ißenreinigung abgeholt zu werden. Da? soll jeden Morgen >ehen. Da aber diese armen Teufel von Beamten ihr alt nur höchst unregelmäßig erhalten, wie Einige be- Ken oder weil eine Kontrole überhaupt nicht stattfindet, Andere sagen, verrichten die Leute ihr Amt nur unregel- ig. So bleibt der Unrath Tagelang auf den Straßen 11. Tie Schnlknaben treibe» ihren Sport damit. Sic en die Tonnen um, zünden den Unrath an, wie denn Haupt das Anzünden von Scheiterhaufen zu den be- esten Spielereien der New-Jorter Straßenjngend gehört derselbe bleibt ruhig auf der Straße liegen, bis der »n ihn hinwegschwemmt oder eine mitleidige Seele sich r erbarmt. Wie es infolge dessen auf den Straßen aus- kann man sich leicht vorstellen. Natürlich nicht in irnehmen Stadttheilen, in welchen es nur Privat- giebt oder in den fashionablcn Straßen der oberen Wohl aber in der nnteve» Stadt, in welcher Klein» --•....c-...„nc»aedräiiat wohnen Wohl aber in der unteren igaavt,.................. chijm und Proletariat dicht zusammengedrängt wohnen. rastischc Wort Horace Grenley's, daß es Niemaiideii velcher mit so idiotenhafter Geduld Alles'=■' 1 lasse wie der Amerikaner, scheint nach Migkeit zu haben. dem vorliegenden Falle erklärt sich die Gleichgiltig- über wie sich vor keit des New- Jorkers gegenüber so fühlbaren Mißständen wohl ans dem Umstände, daß fast ein Jeder von ihnen irgend einen Bruder oder Vetter in der Stadtverwaltung entweder sitzen hat oder ihn bei der nächsten Wahl hinein- zubringen hofft. Und dann hält er sich für alle ausgeslan- denen Leiden schadlos. Die städtischen Wahlen, die auch diesmal mit einem Siege von Tammany Hall endeten— einer New- Jorker Spielart der demokratischen Partei, meist Jrländer, welche in dem denkbar schlechtesten Rufe stehen— haben mir ein Pröbchen amerikanische» Humors gezeigt. Am Abende der Wahl zogen die Sieger in langen Prozessionen mit Fackeln und Musik und von einer großen VoltS.nengc begleitet, durch die Straßen. Diese Prozession, erhielt aber ihren eigen- thümlichcn amerikanischen Charakter dadurch, daß die Theil- nehmet zugleich große Besen mit sich führten, wie sie bei uns zur Tcppichreiingung dienen, hier aber allgemein zum ' egcn benutzt werden. Und die Versammlungslokale von ommam) Hall waren in den nächsten Tagen gleichfalls an Fenstern und Thüren mit zahlreichen Exemplaren dieses nützlichen Hausgeräthcs geschmückt. Der Sieger fegt den Besiegten ans. Der„Danksagungstag"— d"' 27. November— an welchem, wie eS offiziell heißt,„in keiner Familie, auch in der ärmsten nicht", der landesübliche tnrkey(Truthahn) und cronsbemes(Preißelbeeren) fehlen, ist gleichfalls vorüber. Es ist ursprünglich ein Erntefest. Alan liebt es hier, den Tag durch allerhand Maskenanfzüge zu feiern. Aber in der nüchternen Atmosphäre New-Z)orks, in den häßlichen unsauberen Straßen, machen diese Maskeraden zu Pferde und zu Wagen, die kein Hanch von Originalität oder wirk- licher Freudigkeit belebt, einen trübseligen Eindruck. Nur die Kinder sind vergnügt, die in allerhand Vermnmmnngen besrenndete Familien aufsuchen, mit allen erdenklichen Marterwerkzeugen einen heillosen Lärm machen und sich in aller Harmlosigkeit ihres Lebens freuten. Iii gewisser Beziehung ist New-Aork das Eldorado der Kinder. Sie genießen hier die größtmögliche Freiheit— eine Freiheit, die allerdings die Ruhe und das Wohlbesinden Voraus für etwaige schlechtere Jahre Reserven gelegt werden. Mit anderen Worten: In Zeiten schlechter Konjunktur ist durch die jetzigen Abschreibungen vorgesorgt, daß auch bei thatsächlichem Eintritt magerer Jahre der Ertrag der Kapitalisten ziemlich stabilifirt bleibt. In solchen Zeiten empfängt also wieder der Arbeiter durch Lohndrückerei zuerst die Nnckenschläge, während die Herren Kapitaliste» ihr Rest schon jetzt für den Eintritt schwächerer Ansbenten zurechtmachen. Wenn z.B. die Zeche Pluto auf ein Kapital von 3900000 M. Aktien und 750 000 M. Stamm- Prioritäts- Aktien 20 pCt. resp. 25 pCt. Tivibcuden vertheilt, so gehören dazu nur 975 000 M., während der Verdienst ca. 2 Millionen beträgt. Sie hat also eigentlich nicht nur 20 pCt., sondern 421/2 pCt. des ganzen Kapitals verdient, Aehnlich König Wilhelm zu Essen, welches Berg- werk bei 6 Millionen Mark Aktien und 1,2 Mill. St,-Pr,-Aktien nur 1 800 000 M. zur Dividendenzahlung vertheilt, während der Ueberschuß ca. 2V2 Millionen Mark beträgt. Aber selbst diese Vorsicht für die Zukunft ist nicht einmal nöthig. So erkläre» z. B. die Zechen Pluto, Aplerbeckcr und viele andere, daß für das nächste Jahr ähnliche Erträgnisse zu erwarten seien, und zwar auf Grund der bicher vorliegenden Abschlüsse, die sich oft auf die ganze Jahresproduktion er- strecken. Die Harpeuer Bergbau- Gesellschaft erhielt soeben den Zuschlag aus 6700 Doppel-Zentner für die badischen Staatsbahnen zu 129 M. frei Mannheim, während der Rettopreis sich für das Werk selbst auf nur etwa 100 M. stellt. Der Verdienst ist also, wie man sieht, ein recht respek- tabler. Die Zeche Courl sagt, daß sich ihr Ueberschuß vom 1. Januar bis 30. November pro Jahr auf 1 207 442 M. gegen 341 893 M. im Jahre vorher belaufe. Die Dortmunder Zeche Louise Tiefbau erzielte in den ersten 5 Wochen des neuen Betriebs- jahres 660 366 M. gegen 295 408 M. in der gleichen Periode des Borjahres. Solche Beispiele von glänzender Prosperität giebt es täglich. Wir haben nicht etwa die bemerkenswerthesten Fälle herausgesucht, sondern nur die gegriffen, auf welche sich das Tagesinterefse gerade richtet. Wir könnten hunderte! von Fällen anführen, die noch klarer den guten Profit wiederspiegeln, den Zechenbesitzer und Aktionäre einheimsen. Der Kohlenring serner wird seine Schuldigkeit, die Kon- kurrenz fernzuhalte», sicher thun, und so muß die Zukunft— im größeren Zeitraum betrachtet— durchaus günstig genannt werden, natürlich nur für die Unternehmer. Die Arbeiter welche im Schweiße ihres Angesichts uuter Hintansetzung ihrer Gesundheit die Schätze ans der Tiefe berausholen, sie dürfen nicht Antheil nehmen an diesem Aufschwung, Giebt es doch noch sehr viele Haner, die bedeutend weniger als 4 Mark verdienen. Und dabei mühen sich die Grubenverwaltungen täglich ab, den Arbeitern die Errungenschaften des letzten Strikes 311 kürzen und illusorisch zu machen. Auf der einen Seite hohe Gewinne ein- heimse», auf der anderen den niedrigen Lohn noch tiefer drücken, das ist die Hauptarbeit unserer Bourgeoisie. Wah&te#. Da« DUritznachtsfrst ist diesmal von zahlreichen gewerk- schafltichen, gesellschaftlichen und auch politischen Arbeitervereinen zusammen gefeiert worden. EL giebt in der That neben dem christlichen und bürgerlichen Weihnachtsfest ein proletarisches mit bestimmter Eigenart, Wenn in den einzelnen Arbeiterfamilien zu Weihnachten bescheert wird, so weit es die knappen Mittel erlauben, wenn im Hause der ftittcrbehangene Tannenbaum um- tanzt wird und sür eine Weile Festesfreude die Sorgen zurück- bannt, so mag man daS dem heidmsch-christlichen Herkommen zu» schreiben. Wenn aber die klassenbewußten Arbeiter sich zu einer Weihnachtsfeier vereinigen, so hat dies eine andere Bedeutung; dann muß dieses Fest für sie einen Inhalt bekommen haben, den es bisher geschichtlich nicht besessen hat. Der religiöse Glaube, das Wohlthun im bürgerlichen Sinne, die Illusion des Ver- gessen der gesellschaftlichen Unterschiede: alles das ist nicht ihre Sache. Wohl haben sie einen Glauben. Nicht den a» einen Vater im Himmel und an eine Vergeltung im Jenseits, doch den Glauben an den Sieg unserer Sache, einen Glanben, der sich stützt auf die gefestete, zweifellose Wissenschasl; nicht ein Erlöser wird der Sünde vermeintliche Anderer oft wesentlich beeinträchtigt. Sie zünden Scheiterhauf an, welche die Lnft vernnreinigcn, werfen Fenster ein, bauen kun volle Kanäle, daß das Regcnwasser in die niedrig gelegen basementa(Keller) fließt. Und man ist ihnen gegcnüb absolut wehrlos. Das manchesterliche laisaer fairo et laisa aller regiert hier— unumschränkt, möchte ich beina sagen, wenn nicht doch bereits gewisse Breschen in dies gefährliche Prinzip gelegt wären. Nirgends aber vollzic sich die Ausbeutung des Schwachen durch den Starken einfach, so brutal, so allgemein wie in diesem klassisch, Muster einer Bnrgcoisrepnblik. Vor wenigen Tagen w< in den hiesigen Zeitungen ein Brief zu lesen, den e Häuptling— ich erinnere mich nicht mehr, welch, Jndianerstammes— an den„großen Vater", den Präj deuten Harrison, gerichtet hatte. Der Brief war sei rührend in seiner Schlichtheit. Der Häuptling erinnert de Präsidenten an das Versprechen der Regierung der Unio: jedem Manne seines Stammes die gewöhnliche Soldatei ratio» zu geben. Man halte dieses Versprechen nicht un seine Leute stürben Hungers. In seiner jüngsten Botschaft betont Präsident Harriso mit Genugthnung, wie viel Millionen dte Regierung do durch gewonnen, daß sie die Reservationen der Jndiane beschnitten habe. Der religiöse Wahnsinn, der unter zahlreichen Indianer stammen ausgebrochen ist und der sich epidemisch fortzu pflanzen scheint, ist im letzten Gründe auf ökonomische Ur fachen zurückzuführen, auf die materiellen Entbehrungen, di sie infolge des ihnen angethancn Unrechts erleiden. Si gehen mit vollem Bewußtsein in den Tod. Hoffen sie doch dadurch den Entbehrungen des Winters zu entgehen und in Frühjahr wieder aufzuerstehen. Dann wird ihr Messia! kommen und sie wieder einsetzen in ihre frühere Macht un> Herrlichkeit. Inzwischen wird„Onkel Sani" die gute Ge legenheit nicht vorübergehen lassen, die Reservationen de: armen Rothhänte um ein Weiteres zu kürzen, um sie sü ihre Unbotmäßigkcit zu strafen. Und somit wäre der Zivi lisation wieder ein neues Gebiet erschlossen. J. 2. rfülsjc, das Elend,«enden: das Elend ist die Folge der Trennung des Arbeiters von seinem Arbeitsmittel und die Befreiung yfr m-— durch die Aufhebung dieser Trennung, durch d,e Nuckkehr der Arbeitsmittel an das arbeitende Bolk— muß das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Nicht sind mir Feinde de» Wohlthuns; aber dem Wohlthun voran geht das Recht thun und schenken kann man erst, wenn zuvor Jeder das Seine hat, darum muß zuerst die Aneigung des MehrwerthZ durch die Monopolisten der Arbeitsmittel aushöre». Und die gesellschaftlichen Unterschiede wollen mir nicht in schädlicher Eelbsttänschung ver- gestcn, sondern praktisch auf ihre Beseitigung hinarbeiten. Als das Cbrlstenthum die Religion unserer Vater angriff, da ließ es kluger Weise die heidnischen Feste bestehen und gab ihnen einen neuen, christlichen Inhalt. Das Proletariat macht es heute ahn- lich und gießt abermals einen neuen Inhalt in die alten Formen. Die alten heidnischen Vorstellungen sind uns nur noch ein ein- gehender Gegenstand der geschichtlichen Betrachtung. Dem Christen thum können mir nicht einmal so kühl gegenüberstehe», da es- d. h. nicht der christliche Glaube, sondern die äußere Organisation der Kirche— uns heute als der treue Bundesgenosse des Kapitals nnd des Klassenstaats gegenübersteht. Aber auf die Beftciung vom Kapital, auf das Ende einer unvernünftig geivordencn Produktionsordnung zu hoffen, für dieses Werk die Kraft und den Muth zu stahlen: Zu diesem Zweck feiert das Proletariat sein Weihnachtsfest. Daß das Proletariat in solchem Sinne dies Fest feiert, davon haben wir uns mährend dieser Weihnachtstage an zahl- reichen Stellen überzeugt; das bekundeten Wort und Gespräch, Lied und Weisen. Die Mrihnachtvgrfchenke der Verkäuferinnen sind angeblich eine Entschädigung für die vor Weihnachten geleistete Mehrarbeit. Der Inhaber eines Tüll- und Spitzen- geschästes in der Leipzigerstraße hat aber zwei Verkäuferinnen, denen er zu Neujahr gekündigt hatte, kein Weihnachtsgeschenk gegeben, trotzdem sie im Monat Dezember genau so viel unbe- zahlte Ueberftunden haben leisten müssen, wie die anderen. Ter praktische Herr hat die Frage, wie er die beiden Weihnächte- geschenke spart, sogar auf eine recht schlaue Manier zu löse» gemußt. Er hat die beiden Mädchen kurz vor der Auslheilung der Geschenke mit dem Bemerken fortgeschickt, daß er ihnen — die acht Tage bis Neujahr schenke. Hervorzuheben ist, daß sich die Mädchen nicht etwa die Ungnade ihres Chefs durch un- angemeffenes Betragen oder dergleichen zugezogen haben. Die an- deren jungen Damen preisen jetzt die Güte ihres Brotherrn, der den Entlassenen großmüthig acht Tage Frohnarbeit schenkt und trotzdem— es sei unglaublich! das Gehalt bis zum Ende des Monats zahlt. Der Fall ist eine erbauliche Illustration zu der Innigkeit des Bandes zwischen Arm nnd Sieich, zu dessen Zerreißung wir, der„Verl. Vörsen-Ztg." zufolge, kürzlich durch unsere„hohnvolle" Betrachtung über die Weihnachtsdescheerungen beigetragen haben sollen. Phantasiebegabte Leser mögen sich dieses„Band" doch einmal vorstellen, welches den Reichen mit dem Armen ver- knüpft. Sie werden sich ausmalen können, wie der edle Chef, nachdem er seinen Gelds, rank sorgfältig venvahrt und die Thür feines Geschästes hinter sich abgeschlossen hatte, nach Hause geeilt ist und seiner Familie Berge von Geschenken aufgebaut hat, deren Werth sich nicht auf Hunderte, sondern auf viele Tausende von Mark belief; wie er glückstrahlend die Danksagungen der Seinen entgegengenommen und den Weihnachtsliedern seiner Kinder gelauscht hat. Sie werden sich auch ausmalen können, in welcher Stimmung die beiden ans so nieder- trächtige Weise betrogenen Mädchen das Geschäft ver- lassen haben; wie sie auf den« Heimwege an den Läden, in denen sie für das erhoffte Geldgeschenk noch Einkäuse zu machen gedachten, vorbeigeslohen sind; wie sie der wartenden Mutter entgegengetreten sind mit den Worten:„Mutter, ich habe kein Weihnachtsgeschenk bekommen!" Ob wohl der Chef unter den Klängen de» WeihnachtsliedeS, da» seine Kinder ihm vorlallten, daran gedacht hat, wie seine entlaffenen Verkäuferinnen in der- selben Stunde ihren Weihnachtsabend verlebten? Wenn er es hätte sehen können, er hätte schwerlich ein Verständniß dafür gehabt. Wir brauchen kein Band zwischen Arm und Reich mehr zu zerreißen. Es ist längst durch andere zerrissen worden, wenn überhaupt jemals ein solches bestanden hat, und alle Versuche der aus dem Taumel de» Genusses aufgeschreckten Reichen, dieses „Band" zu ihrer eigenen Sicherheit uneder zu knüpfen, müssen fehl schlagen. Gerade das Weihnachtssest, aus das die Gimpel- fünger so sehr bauen, hat der Sozialdemokratie vielleicht noch nie einen Genossen abspenstig gemacht, aber sicherlich schon manchen neuen Genossen zugeführt, denn e» läßt oas Fehlen eines Bandes zwischen Arm nnd Reich am schärfsten hervortreten. Dir gröffte sittliche Tiefe der madevneu liapitalisii- fchen VrodnKticm steckt gewöhnlich in jenem eigenartigen Kontrakreverhältniß, da? unter dem Namen„Arbeitsvertrag" in der heutigen Bolkswirthschaft eine Rolle spielt und die Beziehungen zwischen Arbeiter und Unternehmer regeln soll. Die ganze ptt- liche Verworfenheit einzelner Arbeitgeber. Die schamloseste Ans- beutung des Arbeiters durch solche Unternehmer, eine Behandlung des Arveiters und eine Rechtstellung dcsfelven die ungünstiger ist, als die de? Sklaven unter den zivilisirten Völkern des Alterthums. leuchten ostmals aus solchen Verträgen hervor, bei deren Durchlesung man seinen Augen nicht traut und sich immer wieder sagt: Nein, solche Bestimmnngen sind nicht möglich; was auf diesem Papier steht, hat Ungeschick und übertriebene Vorsicht erfunden; ein Geschöpf, da? Menschenantlitz trägt, kann das gegen seinen Mitmenschen nicht zur Geltung bringen. Nnd doch gtebt es Unternehmer, welche gerade diejenigen Arveiter, die eine bessere Vorbildung für ihren Berus nöthig haben, in einer Weise durch den Arbeitsvertrag rechtlos machen, daß die berüchtigte Gesinde- Ordnung dagegen eine änßerst humane Einrichtung ist. „Revers" nennt sich das samose Schriftstück, das, in sieben langathmige Paragraphen getheilt, vor uns liegt. Es ist ein Arbeitsvertrag, wie ihn die Württembergische Holzwaaren- Manufaktur in Eßlingen der Herren Beyer und Leibfried mit ihren Angestellten abzuschließen pflegt. In den ersten drei Paragraphen wird einer Ueberschwenguch- keit an Worten, als sollte der Angestellte in die Mysterien irgend eines Hexenmeisters oder Schwarzkünstlers eingeweiht werben, dem Angestellten in der weitgehendsten Weise strengstes Schweigen über alle Borkommnisse in der Fabrikation und strengste Wah- rung der Geschäslsgeheimnisse zur Pflicht gemacht. Dann lautet der Kontrakt wetter: § 4. Der Unterzeichnete(Name des Angestellten) verpflichtet sich ferner, ohne ausdrückliche schriftliche Zttstiinmung der Fabrik- inhaber oder deren Nachfolger weder für sich noch in Gemein- schaft mit Dritten, noch mittelst eines Rathes an Dritte. Fabri- kate, welche in der Fabrik der Holzmanusaklur bei den jetzigen oder späteren Inhabern Gegenstand der Fabrikation oder auch nur der versuchsweisen Beschäftigung oder des Handels waren ooer sei» werden(!) herzustellen oder mit dem Handel derselben direkt oder indirekt sich zu betheiligen oder anvere hierin zu unterstützen. Diese Verpflichtung erstreckt sich auf zehn Ja h r e(!) nach den» allenfallsigen Austritte de» Unterzeichneten(Angestellten) aus dem Geschäfte der Manufaktur und ist auf ganz Europa(!) giltig. § 5. Würde der Unterzeichnete(Angestellte) sich einer Ver- letzung der in den§§ 1—4 übernommenen Verpflichtungen zu Schulden kommen lassen, so hat derselbe für jeden Nebertrernngs- fall eine Konventionalstrafe von 1000 M. zu bezahlen und ganz einerlei, ob die Fabrikiuhaber einen Schaden erlitten haben oder nicht und unbeschadet des Rechtes derselben, einen etwa ent- standenen Schaden ersetzt zu verlangen und insbesondere un- beschadet des Rechtes, die soforttge Unterlassung der vertragswidrigen Handlung zu begehren. § c. Sämmtliche Verpflichtungen der§§ 1—8 sind lebenslänglich, die des§ 4 bis zu zehn Jahren nach dem Austritt und zwar sowohl gegenüber den jetzigen Inhabern der Manufaktur persönlich, als gegen jeden Rechtsnachfolger in der Fabrik oder den Geschäftsgeheimnissen jeder Art bindend. § 7. Für die Auslegung nnd Ausführung des Reverses ist lediglich der schriftliche Wortlaut bindend, mündliche Nebena Vreden und Zusätze sollen nicht berücksichtigt werde». Ans die Einrede des Jrrthnms oder der Verletzung wird verzichtet, ebenso tvird auf eine spätere Einrede, als sei der Angestellte nur ans die Fabrikationsartikel von Bayer u. Leibsried eingearbeitet und könne in anderen Zweigen seines Handwerks nicht wohl sein Fortkommen finden, von vornherein verzichtet.— Man könnte vielleicht glauben, diese uiiqualisizirbaren Be stimmungen ständen nur ans dein Papier und känien praktisch nicht zur Geltung, wie ja leider der Unfug noch vielfach besieht daß größere Unternehmer mit ihren Angestellten Verträge schließen und Bestiinmungen vereinbaren, die garnicht innegehaUen werden können, und bei denen sich trotzalledem die Angestellten verhältniß- mäßig nngenirt befinden. Das ist nun aber vorliegend nicht der Fall. Die samose Firma hat bereits mehrfach Prozesse ans Grund dieses wunderbaren Koiitraktes geführt. Während sie iin Gebiete des rheinischen Rechtes abgewiesen worden ist, weil man dort angenommen hat, daß der famose Vertrag einen gesetzlich unzu- lässigen Zwang ausübe und daher rechtsunverbindlich sei, hat sie in anderen Siechtsgelsieten Verurtheilungen ihrer Arbeiter auf Grund dieses Vertrages erreicht. In welcher geschickten Weise sich solcher Arbeitsvertrag Hand- haben läßt, kann man sich leicht vorstellen. Irgend ein Kon- kurrent hat einen tüchtige» Arbeiter. Tie Manufaktur kapert durch hohe Versprechen diesen Arbeiter hinweg; ist derselbe in die Manufaktur eingetreten, dann wird er gedrängt, den Arbeits- vertrag zu unterschreiben und von dem Moment an ist der Mann für die Mannfaktnr unschädlich und er hängt nach den Ver- ragSbestimmlingen ganz von der Mannfaktnr ab, ihn wirth- 'chastlich, in seinem Erwerbe zu vernichten. Ueberaus traurig ind die Schilderungen, welche einige uns vorgelegte Schreiben dortiger Arbeiter über das Verfahren der Manufaktur geben. Iin Winter werden die Leute zum Unterzeichnen des Vertrages gedrängt und oftmals dauert dann die Freude nicht lange, bis sie von der Manufaktur prozessirt werden. Nach dem Vertrage ist eine Entlassung jeden Augenblick zu rechtfertigen und die zahlreichen Klauseln gebe» auch der Manufaktur bequein das Mittel, um die aus den Leim gegangenen Arbeiter durch einen Schadensprozeß für iinmer wirthschaftlich zu ruiniren. Und 'olchen Maßnahmen gegenüber, die wie der brutalste Hohn auf jedes Rechtsgefühl empfunden werden müßten, solcher nichts- würdigen, hinterrückischen und schurkenhaften Bauernfängerei der Unternehmer gegenüber wagt man es, von Verhetzung der Arbeiter zu reden, wenn diejenige», welche sich bei solchen ehren- werthen Unternehmer» die Finger verbrannt haben, ihre Kollegen ernst nnd eindringlich warnen. Dem Urrdirnste seine Krone.„Der Plumpsack geht'rum, dreht euch nicht um," singen fröhliche Kinderschaaren, stecken die Köpfe zusammen und halten die Hände auf, uni den„Plumpsack" in Einpfang zu nehmen. Es liegt fürwahr ein tiefer Sinn im kindischen Spiel, denn die Großen haben sich die Kindcrweisheit zu Nutze gemacht und arrangiren»»»-ihrerseits des Oestoren ein Spielchen, das dein„Plumpsack" riesig ähnlich sieht. Das Verslein, das dazu gesungen wird, ist durchaus dem Kinderspiele entnommen und lautet mit nur einer kleinen Variation:„Der Klingelbeutel geht'rum, dreht euch nicht um!" Dies interessante Spiel für„Große", an fern sich indessen auch„kleine Leute" be- theiligen können(deren Äetheiligung sogar sehr gern gesehen tvird) wird gewöhnlich veranstaltet, wenn es gilt,'„dem Verdienste eine Krone" zu schaffen, d.h. irgend welche„nationalen" Helden und Größen ihre„verdieustretche" Wirksanikeit nach Gebühr zu belohnen nnd den nationalen Hungerleidern eine ausreichende Spende" zukommen zu lassen. und ist in der Neuzeit bereits mehr- fach mit großem Erfolge arrangirt worden.. Bei dem allge- meinem Gaudium, das dieses Spiel hervorruft und bei der herrschenden Roth nicht an, sondern bei den nationalen Größen darf man sich nicht wundern, wenn bereits wieder der liebliche Gesang ertönt:.„Der Klingelbeutel geht rum, dreht euch nicht um", und zwar diesmal für einen Mann, eine gefallene Größe, der allerdings würdig ist, dem deutschen Bolle erhalten zu werden in seiner bisherigen gottvollen Thätigkeit. Wie nämlich verlautet, hat sich aus den Kreisen der Etadtmission heraus ein Komitee von hiesigen Geistlichen nnd Laien gebildet, tun den Plan zu verwirklichen, der Berliner Stadtmission einen Saal als Predigstätte für den Hosprediger a. D.— Stöcker zu beschaffen. In dem Anschreiben wird gesagt, daß es daraus ankomme, dein Hofprediger Stöcker eine andere Stätte für seine amtliche Wirksamkeit zu bereiten, die jedenfalls auch seinen Wünschen ent- 'prechcnd im Rahmen der Stadtniission liegen müßte, damit dem „gewaltigen" Prediger, unter dessen Kanzel bisher Tausende dem lebendigen und lebernveckenden Worte gelauscht haben, eine Predigtstätte innerhalb der evangelischen Landeskirche erhalten bleibe. Für den Ankauf eines Grundstücks nnd den Bau eines Saales in„günstiger" Gegend seien mehr als 800000 M. erforderlich. 800 000 M. sind zwar für gewöhnliche Sterbliche gerade keine Lileinigkeit, jedoch bei dem stetig wachsenden Nationalreich- thiim sind 300000 M., für einen Nationalhelden anfzubringen, eine reine Bagatelle. Wie nicht anders zu erwarten war, sind, noch ehe das Komitee„gebeten", von einer Person die Summe von 700EM.. von anderen Personen je 1000 M. und von einer Reihe on evangelischen Geistlichen je 100 M. für diesen Zweck zur Bcr- ügung gestellt worden. Natürlich, für derartige wohlgefällige Zivecke finden sich ja sofort die nöihigen Wohlthäter! Noch ehe das Komitee überhaupt„gebeten", sind schon tansende von „Märkern" zur Verfügung gestellt worden! Das füugt ja gut a»! Jedenfalls ist wiederum die erfreuliche Thatsache konstatirt, daß es immer noch Leute giebt, die sich trotz der schlechten Zeiten Tausende au» dem Aermel zu schüttclu vermögen. Selbst einer Reihe von evangelischen Geistlichen verursacht es keinerlei Be- 'chwerniß, sich 100 Mark von den Erträgnissen ihrer Pfründen „abzudarben", nur des guten Zweckes wegen. Wie soll es da erst iverden, ivenn„der Klingelbeulel geht um"? Da wird ja ein .weiter Milliardensegen über Berlin hereinbrechen. Denn Berlin oll nicht etwa allein die Kosten tragen,— o bewahre, das iväre ja eine Zurücksehung de» übrigen Vaterlandes, das den Herrn Stöckcr doch mit Stolz seinen Sohn nennt. Deshalb soll der Klingelbeutel im ganzen Lande herumgehen, damit Jeder sein Scherflein dazu beilrage, dem seines Amtes Enthobenen eine Predigtstätte innerhalb der evangelische Kirche zu schaffen. Wo? das ist selbst nicht auf dem Intelligenz- Koniptoir zu erfahren, dennn dies ist vorläufig Geheinmiß de» Komitees. Vorläufig wird nur von einer„günstigen Gegend" gesprochen. Nun, wir hatten uns letzthin schon einmal den Vor- schlag zur Güte erlaubt, daß He« Stöcker mit seiner Stadt- Mission nach Japan übersiedeln möge, da dies z. Z. eine sehr „günstige Gegend" für„gewaltige Prediger" ist. Vielleicht hat das Komitee diesen Vorschlag in Erwägung gezogen? Da nach der neuen Verfassung in Japan Religionsfreiheit herrscht, so wer- de» gewiß dort bald etliche Hospredigerstellen zu besetzen sein! Doch das so nebenbei. Vorläufig soll, wie gesagt, der Klingel- beutcl im ganzen Lande umgehen, denn für jede Provinz wird ein Provinzialkomitce gebildet, welche» die Sammlung in die Hand nimmt. So wird Niemand zu kurz kommen, am ivenigsteu der Nationalheld. Ja, ja, dem Verdienste seine Krone! Au« f-zinldemokrntischrr Gestnnnug, so behaupten „Freist Ztg." und„Verl. Ztg.", protcstiren die Kellner gegen den Beschluß der Arbeiterschntz-Komniission in Bezug auf de» bekannten § 121. Diese Haltung der genannten„freisinnigen" Organe ist sehr charakteristisch. Dieselben wissen natürlich recht gut, daß die erste Protestversammlung im„Wintergarten" nicht von sozial- demokratischer, sondern von„sreisinniger" Seite ausgegangen ist; die„Freist Ztg." ist auch zur Aufnahme einer bezügliche» Be- richtigung von dem Einberufer, einem„freisinnigen" Herrn Knoll, genöthigt worden. Die beiden Blätter wissen auch, daß das Organ der beiden großen Berliner Gastwirthsvereine, das„Gast/ Haus", in diesem Fail für die Kellner Stellung genommen hat und daß ebenso einige andere Prinzipalvereine sich— in der Frage des§ 121 — mit den GastwirthSgehilfen solidarisch erklärt haben. DieHaltung der genannten„freisinnigen" Organe ist auch stark widerspruchsvoll, indem sie einerseits die Agitation gegen den Kommissionsbeschluß auf den sozialdemokratischen Sta»dpu»kt und auf sozialdemo- kratische Zivecke zurückführen, andererseits aber selbst mit dem Wunsche oer Kellner einverstanden sein wollen und nur meinen: der Wunsch werde„selbstverständlich" Berücksichtigung finden, die Agitation renne offene Thüren ein. Dies letztere ist nun aber keineswegs der Fall. Stach der Behauptung der„Freist Ztg." nnd der„Berk. Ztg." stände es schon jetzt fest, daß die Kellner Gewerbegehilfen seien, und der§ 121, so wie er von der Kam- Mission vorgeschlagen werde, ändere nichts an dem bestehenden Rechtsverhältniß der Kellner. Wie kommt es denn aber, daß Kellner häufig ein Gesindebnch empfangen, nnd wie wollen sie sich hiergegen wehren? In der letzten Protestversammlung der Kellner verlas der Referent mehrere Bestimmungen, betreffend die Pflichten der Kellner, aus den— ganz neuen— Statuten eines Dresdener Gastwirths- Vereins; darin werden den Kellnern ausdrücklich Dienstboten- Verrichtungen auferlegt. Dem entspricht auch genau ein Erkenntniß des Berliner Kammer- gerichts. Die Kellner verlangen dem gegenüber, daß sie durch Reichsgesetz klar und ausdrücklich für Gewerbegehilfen erklärt tverden. Vis jetzt ist die» nicht der Fall. Insofern der§121 in der Fassung der Kommission dies nun auch nicht thut, ist es allerdings ganz richtig, daß derselbe an dem bestehenden, mindesten» unklaren, Rechtsverhältnisse der Kellner nichts ändert. Ter§ 121 bestimmt,„daß Gesellen und Gehilfen den Anordnungen der Arbeitgeber in Bezug auf die ihnen übertragenen Arbeiten Folge zu leisten haben; zu häuslichen Arbeiten sind sie nicht verbunden." Die Ablehnung des Zlntrages Bebel(hinter„Gehilsen" einzu- schalten:„Bedienungspersonal in Gast- nnd Schankwirthschasten, Gehilsen in Gärtnereien") erhöht die Möglichkeit, daß die Gast- wirthSgehilfen zu häuslichen Verrichtungen verpflichtet und, so- fern sie solche besorgen, als Dienstboten betrachtet werden; die Sache wird dann eben der„freien Vereinbarung" überlassen, d. h. der wirthschaftlich stärkere Theil, der„Arbeitgeber", ent- scheidet. Die„Berk. Zeitung" meint:„Der Beschluß der Gewerbeordnung(!) ist erfolgt, weil es besser erschien, gewisse Personen der Gesindeordnung nicht zu entziehen, wenn deren Voraussetzungen vorliegen." Das könnte aber doch nicht hindern, daß man die wirklichen Gastwirthsgehilfen ausdrücklich in den § 121 einbezieht; nach unserem Dafürhalten wird der Kreis dieser Personen durch die Fassung des Bebel'schen Zusatzantrages über- Haupt richtig und klar umschrieben, denn die Küchenmävchen ge- hören nicht zum„Bedienungspersonal in Gast- und Schankwirth- schasten". Daß wir übrigens auch die Küchenmädchen der Gesinde- ordnnng„entziehen" wollen, daß wir überhaupt für die Ab- schaffung der Gesindeordnung eintreten, ist zwar selbstverständlich, wir wollen es indeß hier ausdrücklich sagen. Die Forderung der Kellner geht dahin:„Wir wollen durch Reichsgesetz für Gewerbe- gehilsen erklärt werden." An sich enthält diese Forderung wahr- lich nichts Sozialdemokratisches; wenn aber selbst für eine so te- scheidene Forderung von allen Parteien nur die Sozialtemokratte eintritt, dann— agitiren unsere Gegner allerdings sehr starc für uns. Am 37. Dezember begann kei allen Reichs-Posia iflalten der Berkauf der Beitragsmarken für die Jnvattoitäts- und Alters- Versicherung. Jede Postanstalt führt die Marken derjenigen Ber- sicheriingsanstalt, in deren Bezirk sie belegen ist. Der Jahres/ bedarf an Versichernngsmarken für das Reichs-Postgebiet ist auf 625 Millionen Stück veranschlagt. Außer dem Verkauf besorgt die Post auch die Bestellung der Marken, die Abführung des Erlöses an die Versicherungsanstalten nnd das Reich, sowie die Berichtigung der Herstellungskosten für der letzteren Rechnung. Die Post wird auch die Renten und Abfindungen vorschußweise zu zahlen haben, welche auf Grund des Gesetzes geivährt werden. Man hat für den Be- harrungszustand den Betrag der von der Reichs-Postverwaltung auszuzahlenden Invaliden- und Altersbezüge auf mehr als 200 Millionen Mark jährlich berechnet. Diese Summe vertbeilt sich auf etwa eine Million Empfänger, deren jeder zwölsmal im Jahre— am Ersten eines jeden Monats— auf der Post zu er- scheinen haben wird, so daß also im Ganzen an 12 Millionen einzelne Zahlungen den Reichs-Postanstalten obliegen werden. An die Zahlung und Buchung dieser Beträge schließt sich alljähr- lich die Abrechnung über dieselben mit dem Reichs-Ver- sicherungsanit und deren Wiedereinziehung von der Versicherungs- Anstalt. �, Behufs der Versicherung der eigenen Arbeiter der Post auf Grund des neuen Gesetzes hat das Reichs-Postanit die Grenze zwischen Beamten und Arbeitern innerhalb seines Ressorts fest bestimmt. Die Versicherung der Arbeiter geschieht, soweit sie einer der 40 Betriebskrankenkassen der Post(den sogenannten Post-Krankenlasscn) angehören, durch deren Vermittelung; als Organe der letzteren wirken wieder die Post- und Telegraphen- ämter init, welchen auch die Ausstellung, der Umtausch und die Erneuerung der Qnittungskarten für die Mitglieder der Post- Krankenkaffen obliegt. Die zur Durchführung der vorbezeichneten Anordnungen er- forderlichen Borbereitungen mußten bis Mitte Dezember zuin Abschluß gelangen, da die Postanstalten bvn diesem Zeitpunkt ab durch die Bewältigung des Weihnachtsverkehrs voll in An- sprnch genommen sind, an welchen sich zuerst der Reujahrsbrief- und Geldverkehr unmittelbar anschließen. Ncv..Äörseii-Eonvirr" verräth, daß der Schriftsteller PaiifLiudau auf Wunsch des amerikanischen Gründers Henry Billard nach Amerika reist, um drüben„Studien" zu machen zu einem Buche über den fernen Westen nnd die Northern Paeiste- bahn, welche» der Eisenbahn könig bei ihm bestellt hat nnd selbst- redend sürstlich honoriren wird. Von der Art und Weise, wie Lindau„drüben" mittelst eines mit allem Komfort der Neuzeit ausgestalteten Extrazuges reisen wird, weiß der„Äörsen-Kourierr" Wunderdinge zu berichten. Die„Berliner Gerichtshalle" bemerkt dazu:„Es handelt sich bei dem Austrag, den Herr Lindau über- nahm, um nicht mehr und nicht tveniger, als einen Versuch, dem schon halb verkrachten Villard mit literarischen Reklame- mittel» wieder auf die Äeine zu Helsen und zwar dies auf Kosten unserer deutschen Landsleute, für welche doch wohl in erster Linie das Buch Paul Lindau's bestimmt ist. Wie im einzelnen die Verabredung lautet, das entzieht sich unserer Be- nrtheilung. Ein wesentlicher Punkt des in aller Stille und Heim- lichkeit zwischen dem bekannten amerikanischen Gründer und dem vielseitigen deutschen Journalisten abgeschlossenen Paktes dürfte aber die von Herrn Lindau übernommene Verpflichtung sein, für die Aktien der Villard'schen Pazisikbahn Stimmung zu machen und außerdem die deutsche Auswanderung nach jenen Distrikten des fernen Amerika zu lenken, welche die Pazifikbahn durchläuft." Sollte das der Fall sein, und Lindau wirklich die Rolle eines be- zahlten Reklaineichreibers übernehmen, so wäre das Schicksal des Mannes besiegelt, der den„Zug nach dem Westen" und die „armen Mädchen" geschrieben hat. Das sind die angeblichen Träger des Idealismus und der deutschen„Knltnr und Bildung". Gin Vaitbaufal! am Kriligabend. In dem Hause Unter den Linden 17 wohnt in der zweiten Etage der Kaufmann Herr- mann Schäfer, welcher in einem Laden Dorothcenstr. 29, im Vor- dergebäude der Markthalle IV, eine Delikatesse» Handlung betreibt. Herr und Frau Schäfer befanden sich ain Heiligabend im Ge- schäfte, u»b so war in der Wohnung nur das Dienstmädchen Anna Krüsel init dem l1/« Jahr alten Söhnchen der Herrschaft anwesend. Zwischen 7 und 8 Uhr Abends wurde, wie oas„Kl. Journ." berichtet, an der Klingel gezogen, und als die Krüsel öffnele, stand ein junger Mann vor ihr, welcher angab, von Herrn Schäfer geschickt zu sein, um ei» Dutzend Servietten zu holen, welche zum Einschlagen von Obstsendungen gebraucht würden. Als das Mädchen erklärte, keine reinen Serviette» zur Flucht. So aller Mittel bar sich selbst der Kriminalpolizei zu Zu haben, entfernte sich der Unbekannte. Nach einer Viertelstunde etwa erschien er aber aufs Nene und verlangte angeblich im Llns- trngc des Herrn Schäfer die Servietten, wie sie seien. Die Krüsel Uest den Fremden jetzt ein und machte sich daran, die geforderten Servietten herauszusuchen. Da versetzte der junge Mann mit einem Stück Eisen, das er unter dem Rock verborgen hatte, der '"chle ahnenden mehrere Hiebe über den Kops. Das Tienst- •ju�chen eilte zur Thür und rief laut um Hilfe. Dies zwang den Mann, sich in Sicherheit zu bringen. Die Verletzte hatte es noch vermocht, dem Fliehenden bis in die erste Etage nachzulaufen Hier verliehen sie die Kräfte und sie begab sich zu dem in diesen Stock wohnenden Dr. Keiler, welcher der stark Blutenden die erste Hilfe leistete und dann die Uebersührung nach der Charitec veranlasste. Ter Ucberfallcnen ist ein Theil der Schädcldecke zertrümmert worden; die Verletzung ist eine schwere, jedoch keine lebensgefährliche. Die Polizei war von dem Berbrechen alsbald in Kenntniß gesetzt worden, hatte jedoch ihre Recherchen kaum begonnen, als sich um Mitternacht der Thäter der Behörde selbst stellte. Derselbe, der L4 jährige Musiker Emil Brösele. tvelcher wegen Erpressung während seiner Dienstzeit schon vom Militärgericht verurthcilt worden war, ist von seinen Eltern ver stohen. Aus den eigenen Mittheilungen des Brösele gehl hervor, daß er von einem früheren Dienstmädchen Schäfers erfahren hatte, daß dieser sowohl wie seine Frau sich den ganzen Tag über in ihrem Geschäft aushalten. Hierauf baute er den Plan rn Schäfer's Wohnung einen Raub anszuiührcn und sich das dort vennuthete Geld anzueignen. Zu diesem Zweck nahm er von dem Tischler, bei dem er augenblicklich beschästigt war, ein Stück Eisen mit. Mit diesem wollte er das Dienstmädchen wenn es ihm entgegentreten sollte, durch Schläge betäuben. Als er nun das erste Mal in der Schnfer'schcn Wohnung war, hatte das Dienstmädchen ein Kind auf denl Arme. Aus diesem Grunde habe er von seinem Plane Abstand genommen, weil er besorgte, daß er das Kind beschädigen könnte. Nachher habe er sich jedoch überlegt, daß er durchaus Geld haben müsse, und sei deshalb zurückgekehrt, um unter allen Uinständen seine Absicht durchzuführen. Da jedoch das Mädchen durch die Schläge nicht betäubt worden sei, sei er entflohen. Daraus habe er sich zu seinen Eltern begeben und diesen erklärt, er müsse Mittel haben um Berlin verlassen zu können. Die Eltern schlössen aber aus dem blutbespritzten Anzüge und dem aufgeregten Wesen ihres Sohnes sofort, daß derselbe ein Verbrechen ansgesührt habe, und verweigerten ihm die Mittel"~-----' zog der Verbrecher es vor, stellen. . Einem vornehmen Kchwindler siel der„Post" zufolge ein Arzt aus Dublin in die Hände, der hierher kam, um Kochtz'che Lymphe für ein Tubliner Krankenhaus zu erwerben. Der Arzt, Tr. G., machte auf seiner Reise in Duisburg die Bekanntschaft eines Herrn, welcher sich Borges oder Bvugcs nannte und vor gab, Ingenieur auf einer Zuckerplantage i» Samoa zu sein. B. machte durchaus den Einvrnck eines wohlsituirlen Mannes; er befand sich angeblich ans Reisen in Deutschland,»m neue Maschinen für seine Plantage zu kaufen. Dr. G. schloß steh dem Vertrauen erweckenden Manne um so lieber an, als dieser ihm erzählte, daß ein Freund von ihm Asststent des Levy sei. In Berlin miethetcn sich die beiden Reisegefährten im Kaiser� Hof ein. Dr. G. reiste jedoch bald wieder ab, ohne daß.es ihm gelungen war, die gewünschte Lymphe zn erhalten, und B. blieb allein im Kaiserhof zurück. Nur wenige Tage nach der Ab- reise deS Arztes kam aus Irland ein Geldbrief mit LS Lstrl. an, der für den V. bestiinmt, aber an die Direktion des KaiserhofeS gerichtet war. Letztere händigte B. ohne Bedenken den Brief an?, sodaß eine bald darauf eintreffende Depesche, worin die Direktion gebeten wurde, daS Geld nicht auszuzahlen, zn spät kam. In zwischen war aber ans London ein zweiler Brief eingelaufen, welcher 15 Pfund enthielt. Diesen ansznhäudigen trug die Direktion nun doch Bedenken, und da sie nicht recht wußte, was zn thnn sei, so wandte sie sich an die Kriminalpolizei, >m deren Rath zn ertrage». Ter Polizei gab B. an, der Brief mit fänfnndzivanzig Pfund sei von einem Brnder des Tr. G. ans Irland ans eine Depesche hin geschickt, welche Dr. G. am 8. Dezember in seiner(des B.) Gegenwart hier an seinen Bruder aufgegeben habe. Ten Umstand, daß das Geld nicht an den Arzt, sondern au B. gerichtet war suchte letzterer damit zn erklären, daß man diesen Weg gewähl: habe in der Voraussicht, daß B. auf dem Postamte weniger Schwierigkeiten begegnen werde, als der irische Arzt. Den zweiten Brief habe Tr. G. selbst an? London geschickt infolge einer von ihm an denselben iin Quecnsbor-ough gerichteten Depesche, daß er Aussicht habe, die Lyniphe nachträglich doch noch zu bekommen, daß er aber zu dem Zwecke 15 Pfund Sterling»othtg habe. Diese Angaben des B. klangen nicht so uiuvahrschcinltch, zumal festgestellt wurde, daß Tr. G. am 8. Dezember noch in Berlin war, also auch die Depesche an seinen Bruder oufgegebcn haben tonnte. Es lag somit zn einer Festnahme des B. oder zu einer Beschlagnahme des>ür ihn eingegangenen Geldes ein gesetz- licher Grund nicht vor. B. kam aber selbst der Kriminalpotlzei entgegen, indem er ihr den Geldbrief mit 15 Pfd. und die 20u M., welche er von den zuerst eingelaufenen 25 Pfd. noch übrig hatte,„bis zur Aufklärung deS Sachverhalts" zur Bc- Währung übergab. Die Anfklärnng ist nun erfolgt, aber sie ist für B. nicht günstig ausgefallen; sie hat gezeigt. daß derselbe ein Schwindler ist. Die mit„Wilhelm" snnterzeichnete Depesche vom 8. Tezember, in welcher der Brnder des Dr. Ö). um lieber- sendung von 25 Pfd. gebeten wird, ist gefälscht. Der Arzt iveiß von einer solchen Depesche gar nicht?. Die zweite Depesche, du Tr. ffl. selbst von B. bekommen hat, enthielt die falsche Bor spirgelung, daß es letzterem gelungen sei, die Lymphe zn bekommen und daß er dafür 15 Pid. brauche. Wahrend aber die Recherche» angestellt wurden, hat B. es vorgezogen, das Geld im Stich zn lassen und sich zu empfehlen. AI« Leiche vornefundeu wurde am Morgen des 20 De- zember der Laetirer Mar Richter ans dem Hofe des Grundstucks Mantenffelstr. 11. Richter war an scheinend auS einem Fenster des 3. Stockwerkes gestürzt. Des MordeS verdächtig ist der Schlächter Friedrich Albrecht. Derselbe, ein notorischer Zuhälter, wohnte vor drei Jahren bei der Mutter des Richter am Gor- liher Bahnhof und wurde von Letzterem, der das Treiben des A. täglich mit ansehen mußte, endlich plötzlich ans dic«slraße gejctzt. A. hat sich damals zu verschiedenen Personen geäußert, er iverbe dies dem Richter gedenken. Bor etwa sechs Wochen, wo er zu- fällig mit R. und dessen junger Frau in einem Lokal am Moritz- platz zusainingctrossen war, folgte A. dein heim kehren cen Ehepaar n it einer Rotte ähnlicher Bursche», um die jungen t,"ä xii 51—, Ü�skhen worden und hier war N. bereits völlig betrunken, während <[• nüchtern erschien. Tie Nacht haben nunmehr Beide aus dem -Lachboden des Hanses Mantenffelstr. 12 zugebracht, wie dort vor- gefiiiidene Flocken aus der Hose des R. beiveisen. Beim Hinuntergehen vom Boden iff es auf der Treppe allem Anscheine»ach zu �hällichkeiten zwischen Beiden gekommen, wobei der Zuhälter «en Lackirer»m den Leib gefaßt und durch das ofsenstehende tflurfciister der dritten Etage in den Hof gestürzt hat. Sein vpfcr hat sich— das geht aus den Kalkabschürsungeii der Außen- inmid an dem betreffeuven Fenster hervor,— nach Leibeskräften gewehrt. JK., der sich versteckt gehalten hatte Cmmjeuer Woche verhaftet werd»»"kounte, leugnet Alles, selbst daß l her unt R. bekannt gewesen»nd bei der Mutter desselben gewohnt habe. Groß» Utrng»« Berlinern gewöhnlich von Zwiebeln, „Bollen" genannt. von den eingeborenen kommen jetzt täglich hierher an den Markt, und kann man aus dem Umstände, daß dieselben regelmäßige Käufer finden, schließe», wie groß der Verbrauch daran hier im allgemeinen und speziell in dieser Jahres- zeit ist. Lübbenau und die anderen Gcmüsebantretbenden Ortschaften der Umgegend, ja selbst Sachsen und Schlesien vermöge» daher den Zwiebelbedars Berlins nicht zu decken, es kommen noch große Mengen aus Holland und Italien, Ungarn, Rußland und Aegypten, und zwar in allen Sorten Farbe», rnude und platte, weiße, rothe und gelbe. Der Transport von Zwiebeln hat selbst in dieser Jahreszeit leine Schwierigkeiten, weil dieselbe» auch bei höheren Kältegraben nicht ersriren. Xloincibmcht. Am 21. d. M. Vormittag» stürzte eine Frau in dem Hause Grendadierstrabe IG infolge eigener Unvorsichtigkeit vo» der Treppe und erlitt hierbei einen Schädelbruch, sowie einen Bruch der linken Schulter, an deren Folgen sie am 24. d. M. Vormittags verstarb.— Am 24. d. M. Vormittags wurde ein obdachloser Mann vor den, Hause Lützowstr. 65, von einem großen Hunde ins Bein gebissen und dadurch so bedeutend verletzt, das: er nach dem Ekisabeth-Krankenhause gebracht werden mußte.— Nachmittags stürzte ein Dienstmädchen beim Fenster putzen auS dem 2. Stock des Hauses Thaerstr. 16 ans den Hof hinab und erlitt anscheinend so schwere innere Ver letznnge», daß seine Uebersührung»ach dem Kranken hause am Friedrichshain erforderlich wurde.— Abends wurde das Dienstmädchen Krüsel in der Wohnung seiner Herr schaft, des Kaufmanns Schäfer, Unter den Linden 17, von einem unbekannten, etwa 20 Jahre alten Mann, nachdem derselbe sich unter dem Vorwande, für den in der Markthalle befindliche» Schäfer Sermetten holen zn sollen, Einlaß in die Wohnung ver- schafft hatte, übersallen und durch Hiebe mittelst eines stumpfen Gegenstandes anscheinend schwer verletzt. Nach einem Kampf zwischen Beiden gelang es der Krüsel, auf die Treppe z» entfliehen und Hilfe zn rufen. Der Thäter entkam; das Mädchen, bei dem sich bald Wundfieber einstellte, wurde nach der Eharitee gebracht.— Am 25. d. M. Vormittags wnrde auf einem'Abort des Stettiner Bahnhofs die Leiche eines neugeborenen Kindes anff gefunden und nach dein Schauhausc gebracht.— Nachmittags wurde einem Hospitaliten in einem Pferdebahnwagen der Ringbahn an der Ecke der Weinstraße plötzlich unwohl. Er wnrde nach einem in der Stühe belegenen Restaurant gebracht, wo er bald darauf an- scheinend am Herzschlag verstarb.— Am 26. d. M. Vormittags siel an der Ecke der Münz- und Weinmeisterstraße ein Mann in der Trunkenheit zur Erde und wurde von den Pferden eines vorüber- fahrenden Geschäftsfuhrwerks gctteten und an der rechten Hand so schwer verletzt, daß er nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht werden mußte.— Abends erhielt ein Ingenieur vor dem Hause Friedrichsir. 103 von einem Herrn, weil er angeblich dessen Frau gestoßen hatte, einen so heftigen Schlag ins Gesicht, daß er auf de» Rücken fiel und benuißtlo? liegen blieb. Da er nicht wieder zum Bnoiißtscin rai», mußte er nach der Eharitee ge- bracht iverdeu.— Am 25. und 20. d. M. sanden an 12 Stellen kleine Brände statt. Paris und Menrl.1»». Recht viel Verdruß hatte Herr Przykowski mit seinem Schlafburschen, dem Schneider- gesellen Fleck, welcher sich wegen Bedrohung mit einem Ver- brechen vor der VI. Strafkammer des Landgerichts 1 zu verantworten halte.„War er so lange Freind»ieiuiges und hat sich gezeigt als Mensch schofliges," so klagte Herr Prz. dem Gerichte- hose und ballte die Fans: gegen den Angeklagten, der ihn und seine gleichfalls als Zeugin vernomnieiie Fran mic verächtlichem Blicke angrinste.—Vors.: Wie sind Sie überhaupt mit dem Angeklagten in Konflikt gekommen?— Prz.: Hab' ich bemorke», daß Schneider miserablichtes hat geworfen seine Augen ans die au, die mir hat geboren drei Kinder sehr gute.— Vors.: Sie waren also wohl eifersüchtig?— Prz.; Nix, eifersüchtig! Aber hat ci's doch sehr schlau mit dem'Anfang gemacht, war immer so gut zu die Kinder, hat sie gehätschelt und gepätschelt und hat ihnen gebracht Kuchen und Bonbons und Chokoladc, bis mir sind aufgegangen alle beide Augen in Kopf meinigeS.— Bors.: Nun erzählen Sie kurz, wie cS zu dem Vorfall vom 30. August gekommen ist.— Prz.: Wann ich bin gangen in der Früh schon um halber Sechsen auf die Arbeit, hat sich Schneiderseete noch im Bett herumgedreht und wann ich Hab' den Rucken gewandt, hat er verfolgt die Frau, was mir hat gc- boren drei Kinder sehr gute mit verflixte Liebesschwüre und wollte Weib, was ist sechs Jahr älter, entführen.— V ors.: Woher wissen Sie da? Alles?— Prz. Weil das Fran ist ge- worden angst und bange und hat mir gedeichtet, was Sehneiderseele in keine Schnstigkeit hat ausgeheckt.—Vors.: Ihre Frau hatte Ihnen erzählt, daß der Angeklagte, welcher acht Tage lang, angeblich trank, zn Hanse im Beet lag, Ihre Fran mit Liebesanträgen ver- folgte und wenn sie ihm ttamillenthee anS Bett brachte, sogar ihre Backen streichelte.. Und das haben Sie sich natürlich nicht gefallen lassen ivollen.— Prz.: Hab' ich ruhig geivart' bis Ultimo und dann bin ich hingetreten zu ihm und Hab' g'sagt: Bruderherz, Die mußt ziehen, ich will das nicht hab'n, ich bin 18 Jahr' vcrheirath' und Du bist Lump elendiger! Hat' er mir angegrinst und hat mir erst privat'raiesgeschniisscn, ich aber bin gelaufen zu Polizei und Hab' ihn lassen rausschmeißen offiziell.— Ter Zeuge erzählt dann unter steigender Erregung, daß der An- geklagte am Abend wiedergekommen sei und die fürchterlichsten Drohungen ausgestoßen, namentlich auch damit gedroht habe, daß er die Ehesraei,„die ihm gehöre", kalt machen und de» Zeugen .die Bude über dem Kopf anzünden werde."« Thatsächlech soll mich bald nach dem Forlgange des Angeklagten das Strohgeflecht, welches die Wohnungörhür des Zeugen umschloß, gebrannt haben.— Fran Przykowski bestätigte die Angaoe» deS Gatten durchaus, sie schien aber die Darstellung desselben manch mal etwas zu stark zu finde», denn sie fuhr hier und da Mit einem entrüsteten:„Tu höre mal, schneide»ich uff!" dazwischen. — Vors.: Nun sagen Sie uns, Frau Zeugin, hatte der An- geklagte denn irgend ivelche Beziehungen z» Ihnen?— Z e n g in: Wenn ick: Se soll kanz ährlich sprechen, denn muß ich Se ja «gen: An cha, er machte es cha ä Bischen dolle, verdrahte de Logen und blapverte so dämliches Zeich, daß mir manches Mal ranz wapplich is geworden»ins Herze und de Thränen wer kullerten aus de Oogeu.— Vors.: Sie dichten sich sogar mit dem Angeklagten?— Z e u g i n: Nu, das war Se mähr zum Spaß. Ich kann Se de heiligste» Schwüre schwären, daß ich mit däm Menschen da immer in de anständigen Grenzen mir habe bewägt— in cheder Hinsicht, allerseits!— Vors.: Sie sollen doch aber Ihrem Manne gegenüber schließlich Klage über den Angeklagten geführt haben.— Zeugin: Wie ich Se schon sagte, de Sache wurde nier ä Bischen zu dolle! Wie er immer unke miclhlicher wnrde und sich gebährdcte wie'n wahnsinniger Häring und wie er Se denn so kanz pudclnärr'sch wurde und immer von's Todtgeschießc sprach und wie knt ichs bei ihm haben sollt'— da dacht' ich nier: Nfi, hären Se, des sagst» doch lieber den Kasimir!— Vors.: Haben Sie denn die Neden?arteii vom Todtschießen für Ernst genominen? Zeugin: vtn über Ihnen aber ooch! Wenn ä Mann und er ist ä Mann und er sagt wer in nne Tour, er ist katholisch und denn is er mit änem Male evangelisch— na, so änem Menschen, wie solchem Menschen, dein is Sie doch Alles z»zn- brauen!— Als Schlußeffekt überreicht die Zeugin einen Brief, ivelchen ihr der Angeklagte geschrieben. Ter Vorsitzende verliest denselben wie folge:„Elende! Treulose! Falsche! Dieser alschheit wirst Du nicht entgehe»! Wenn Du nicht Deine Versprechungen hülst und gleich zn mir kommst, dann werde ich den Verräther züchtigen! Wenn ich das ausführen wollte, was ich mir vorgenomme», dann würde Dich kein Mensch mehr in der Well retten können."— Bors.: Nun, das ist ja doch ganz konfuses Zeug!— Zeugin: Ja, es is Sie dolle!— Nachdem auch noch der I7jährige Sohn der beiden Zeugen vernommen worden, vernrkheelt der Gerichtshof den Angeklagten zu 14 Tagen G e f ä n g n i ß. Mit demselben diabolischen Grinse», >vie er gekommen, verläßt der Angeklagte die Anklagebank. Draußen auf dem Korridor aber Hütt er dem Zeugen plötzlich ein Packet mit den Worten unter die Nase:„Det sind lauter Liebesbriefe von Deine olle Schachtel. Det giebt ja'»Hauptspaß, wenn ick die jetzt veröffentliche!"— Wie ein Blitz fuhr aber die Zeugin dazwischen:„Gäh'n Se schleunigst ab, Sie Einfaltsbinsel. Mit so was kommen Se niche bei miche! Mein Mann weeß Sie von Allens Bescheid und dadadrum fercht' ich mer niche!" Die Gewerbeordnung schreibt bekanntlich vor, daß alle Arbeiter unter 18 Jahren mit einem Arbeitsbuch versehen sein müssen und nach§ 137 dieser Verordnung soll der Arbeit- geber dies Buch in Verwahrung nehmen med es jederzeit der Be- Hörde vorlegen können. Hiergegen sollte der Schlächtermeister König, der kürzlich vor der Berufungs-Straskammer stand, ver- stoßen haben. Der Schlächtergeselee Soeenenberg hatte den letzten Theil seiner Lehrzeit bei einem Verwandten im Oesterreich abgemacht und war dann»ach Berlin zurückgekehrt. Als er sich hier bei der Behörde anmeldete, wurde ihm bedeutet, daß die in Oesterreich gemachten Eintra- gungen der polizeilichen Beglanbigeeng entbehrten und ihm ausgegeben, das Versäumte nachzuholen. Sonnenberg versprach dies auch. Tags darauf erhielt er Arbeit bei dem 'Angeklagten. Er legte deniselben sein Arbeitsbuch vor und bat, es erst zee dem erwähnten Zwecke nach Oesterreich schicken zn dürfen. König hatte nichts dagegen einzeeevendeu. Unglücklicher Weise fand zwei Tage darauf eine Revision der Arbeitsbücher statt. König konnte das Sonnenscld'sche aus den angeführten Gründen nicket vorzeigen, er erhielt deshalb ein Strafmaeedat. Die beantragte richterliche Entscheidung hatte Erfolg, das Schöffen- gcricht erkannte auf Freisprechung. Es meinte, daß die erwähnte Bestimmung nicht ganz so nach deen Buchstaben abgefaßt wer- den solle, wie es die Polizei gethan, das Buch sei doch zu einem polizeilich verlangten Zweck nach Oesterreich gesandt worden. Außerdem war eS schon ain Tage nach der stattgehabten Revision von dort zurückgekommen. Gegen dies Erlenntniß legte der AmtSamvalt die Berufeeng ein med in ziveiter Instanz setzte er mich die Verurtheilung deS Angeklagten durch. Es wurde auf die niedrigste Strafe— eine Mark— erkannt. Ter Meister hätte den Gesellen nicht eher in Arbeit nehmen sollen, bis dessen Buch in Ordnung war. SuziKle Mlebovflihk. Glasgow, 25. Dezember. Die Zahl der Streitenden ist fortwähreno im Zunehmen. Gestern Abend wurden von den 'Ausständigen zahlreiche Versammlungen abgehalten, in denen an der Forderung des zehnstnndigen Arbeitstages festgehalten und mit der Forderung des achtstündigen Arbeitstages gedroht wurde. Auf der Eisenbahnlinie Glasgoev und Southwestern find zur Führung der Züge von Glasgoev nach England nur noch dre Maschinisten vorhanden. Zahlreiche Fabriken sind wegen Kohlen mangels geschlossen. VvvsaimuUmgim. In der lebten Versammln»» des Vereins zur Wahrung der Interessen Berliner Dachdecker rcserirte Genosse Maurer F. Schulz, über das Thema: Die landwirthschaftliche Industrie und die Zölle. Der Referent erntete für seinen IVfftünbigen großen Beifall. |levtin d?r Arbeiter n»d Arbeiterinnen in der Achiistebrnnche. Conneag, den es. esezeniver, Abends 5% Uhe, Bersammluna«i WollschlUaer'S Salon, Blununstr. 78, Tagesordnung i i. Vortrag, s. Ttklusston. s.®iu uNen-indcrung. 4. BerschtedeneS.— Nach der Versammlung ge- (ceitgca Wclfamuienfttn. jachuercin der>» ♦iutlibmdereien und verwandten Beteleben beschäs- tigte»'Arbciier. Sie regeemaglge Bereensversammluna am Montag den a». dieses Monat» füllt a»S. WlUctS zn der am 31. d. M. bei Feuerstein stall- iindenden Sylvesterseier sind zu haben im ArbcUSnachmei« Drctdenerstr. HB und beim BereinStassirer Georg Krüger, Seorgentirchstr. sn, i. Quergebilude t Treppen. Ethische VeseUschnst. Sonniag, den es. Dezember, Abend» 7XUHr, «ommandantrnstr. Su, ArminhaUen, Vortrag de» Hrn. H. Peu» über:„Wann wtrN Reichtheem demoraiistreüd r" Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz. Waste, Damen und Herren willtommen. chnittuns. Durch Herrn Th. Hoppe, Berlin, 10,30 M. für die au»ge- sperrte» Glasarbeiter tu Beracdorf«rhaUe» zu haben, bescheinigt die Kommission. I. A.: Herrman» Haliwa». Lretr-ltgibse Eenmnde, Noscnthalersir. 38. Sonntag den 18. Dezember, Vormitlag» io Uhr, Vortrag de» Herr» W. Bötsche über:„Wissenschaft und GeniüthSdNdnng." Gäste sehr wlllkommeii. Nachm. 1 Uhr findet ein Kränzchen mit Kinderbescheerung Grolle Arankfurtersiraße 87 statt. Jefe-»»b Jiliehulir-Sluö„Jvvit jhenhee" vel Haugl, Böllhstr. 13. Arbcltee-Sängeebunu Kertt»»»nd Zlmgegend. Montag, Abend» !> Uhr: Uebungcstitnde. Aufnahme neuer Mitglieder—»esangverew„Gene- s e l d e r" Slestaurant Driefchinann, Jüdenstrabe 88.— Geiangveretn„ I u- srtedenheet» WtUIbald-AIeriSstr. 8 bei Genger.— Liedertafel der Maler und verwandten BeruISgenosten bei Berg, Kalser-Franz-GrenadNr- Plah 7.— Gesaimvereen Myrl hen d lätter,»Nte Schonhauserstrab« 43, bei Neimann.— eSesangvereen„Harmonie", Meherstr. a« bei Warlenderg. —„ff arttjan»' scher Gesangverein", Friedrlchobergrrstralle Nr. 34 bei Wunte.— Männer-Gisanzverein„Liederlust". Ftchlesirahe 39 bei Krvsche (früher Moewe». Mesana-, 8«nt- n»d gesellige Vereine. Läbeck'scher Turnverein am Sonrnag, AbcudL von«—8 Uhr, a. Lehrltngtadt Heilung; am Montag, Abend« von 8—io Uhr, Männerabtheieuug. R a u ch t I u b„ A r e o ii a", Montag, Abend» eoZ' Uhr bei Ziplinili, Neichenbergerstr. 7>.— St a u ch k l n b„weiße Wolke", Montag, Abend« von»— Ii Uhr, Eirelitzerstr. in, bei Belker. Beretn„Wanderlust", Sihung: Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, Grünauer- st taste 14 bei Räch. VcrgnügunaSvereln„Oeeana", Montag Styung mit Damen: Aus- nähme neuer MItgltedee im Restaurant Schneider, i'ladi der Styung Tanz. VcrgnügungLveretn„ F r e u>1 d e» t r e u e",»ü Uhr, im Restaurant» er i h, Prenzenstr. 100.— Theater-Verein„ B l u in e n l e s e", Vors. E. Wuthe. Sitzung mit Tainen. Sonntag Nachmittag 4 Uhr Im„Dresdener Garten", Dresdenecftralle 43. Säfle willkommen.— Poilack-EIub„Eintracht", det »ustao Schulze, Wiencrstr. 88. Gäste Mrdttkkion. Bei Anfragen bitten wir dl« RbouneeuentS-Quiltuiig bstziisügen. Brieflich Antwort wird nicht erlheilt. Für die Gemaßregclten der Velvetsabrik sind bei Frau Wuhlmann,(?) Wrangclstr. 9, Hof 4 Tr., bis jetzt folgende Bei- eingegangen 7,70 M. freiwillige Sammelgeldcr in einer Ver- sammluiig des Allgemeinen deutschen Sattler- Vereins 15 M. Sammlung des Klempnervereins: 30 M. Klavierarbciter- Bcrein; 10 M. Verein der Kurbelsiepper und Stepperinnen. 10 M. Feilenhauer Berlin 30 M.; Verein der Eisen- und Metall- dreher. Weitere Gaben werden von Frau Wuhlmann entgegen genommen. E. Milschlle. Wir bitten um Ihren Besuch. DU. Ach., Wallst»', l. Sie sind bestraft worden, weil Sie Ihren Gewerbebetrieb nicht angemeldet haben. Dies befreit Sie jedoch nicht von der Verpflichtung, die Steuer, welche Sie während der ganzen Zeit hätten zahlen müssen, nachzuzahlen. 2. Versamm- lungen bedürfen zetzt nicht mehr der Genehmigung, sondern müssen nur 24 Stunden vorher der Polizeibehörde angemeldet werden St., Krnnnenstv. Sie dürsen zwar das Kleid nicht mache», brmichen aber, falls Sie einmal den Auftrag dazu erhalten haben, das Kleid zu machen, und dieser Auftrag nnr hinterher zurückgenommen ist, den Stoff nur herausgeben, wenn Sie den ent- gangenen Geivinn ersetzt erhalten. Lagergeld können Sie nicht verlangen. 1UÜ0. Wenn einem Arbeiter, der stets in Akkord gearbeitet und dabei einen bestimmten Dnrchschnittsverdienst gehabt hat, eine neue Arbeit zu einem schlechten Preise angeboten wird, so kann er eS ablehnen, sich mit diesem Preis zufrieden zu geben. Er inuß dann erklären, daß er zwar zur Uebemahnie der Arbeil bereit ist, aber dann seinen bisherigen DurchschnittSverdienst als Lohn beansprucht. Verlag des„Berliner Volksblatt" Berlin SW., Beuthstraße 3. In unserem Verlage erschien soeben: Die AiNWitlits- Wh Alters- Den Mitgliedern der Freien Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend zur Nachricht, daß j das Mitglied Aug. Sommerfeld, mohnhaft Sorauerstr. 10, gestorben ist. Die Beerdia_ findet Sonntag, den 28. d. Mts.,| Nachmittags l'/e Uhr, von der f Wohnung aus statt. mm nach dein Reichsgesetz vom 22.|6. 1889 übersichtlich i dargestellt. Mit ausführlichem Sachregister, ca. 4 Bogen 8°. 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Folgende charakteristische Episode aus seiner Kindheit möge hier ihren Platz finden: Eines Tages— n war damals ungefähr 0 Jahre alt— spielte er bei Elabecq auf einer Wiese neben zwei Erdarbeitern. Ein plötzlicher Zusammensturz des Schachtes begrub die Beiden. De Paepe vcr lor keinen Augenblick seine Besonnenheit, durchschwamm den kennenden Kanal und schlug in einem benachbarten Hüttenwerk Lärm. Arbeiter eilten herbei, und nach einer Arbeit von wenigen Minuten gelang es. Beide auszugraben und zu retten. De Paepe erhielt für diese That die fiir Beweise von Muth and Aufopferung bestimmte Medaille. Im Alter von 12 Jahren wurde er in das Jefuitengymnastum ZU Brüssel geschickt, wo er seine humanistischen Studien machte. Sechs Jahre später erhielt er auf der Brüsseler Universität das Diplom eines Kandidaten der Philosophie und widmete sich dem Studium des Rechts.Mn der Absicht, später die Anwaltslaufbahn einzuschlagen. Bald daraus verlor De Paepe seinen Vater; er war gezwungen seine Studien aufzugeben und trat als Buchdruckerlehrling bei dem verstorbenen Desire Brismee ein, dessen eine Tochter er heirathete Später arbeitete er noch in den Druckereien von Mertens, Vandcrauwera und bei dem bekanntin Verleger Lacroix- Ver boeckhoven. Bei diesem machte De Paepe die Bekanntschaft Proudhou's, welcher sich damals in Brüssel aufhielt und seine Werke bei Lacroix erscheinen ließ. Proudhon interessirte sich für den jungen Arbeiter und vertraute ihm die Korrektur seiner Arbeiten an, unter andern auch des sechsbändigen Werkes Aber'die(9 e- techtigkeit in der Revolution und der Kirche. (Justice dans la Revolution et dans l'Eglise.) Die neue Beschäftigung ließ De Paepe mehr freie Zeit, so daß er jetzt seine Studien wieder aufnehmen konnte. Zur Uni- versität zurückgekehrt, vertauschte er das Studium der Rechtswissen schaft mit dem der Naturwissenschaften, von denen er aber sehr bald zur Medizin überging. Damals lernte er die Brüder Janson, v. Robert, De Ereez und Hektor Denis kennen. Um dieselbe Zeit verheirathete sich De Paepe zum zweiten Mal. Seine erste Frau hatte ihm 2 Kinder geschenkt, und der junge Familienvater mußte manche Nacht hindurch arbeiten, um nicht in seinen Studien zurückzubleiben und zugleich das tägliche Brot zu verdienen. Damals blieben ihm Noth und Entbehrungen nicht fremd, aber er und seine Frau ertrugen sie standhaft. Drei Jahre später erhielt De Paepe im Wettbewerb eine Stelle als Assistenzart an einem der Zivilhospitäler Brüssels. In folge besten gab er die Buchdruckerei endgiltig auf. Cr hätte Professor an irgend einer Universität werden sollen. Unterricht«rtheilen und Schüler heranziehen! Das war sein Traum, dos leider nie erreichte Ziel feines Lebens. De Paepe trat als Assistenzart in die Hospitäler ein und hätte nun noth- wendiger Weise Armenarzt und oann Vertreter des Leiters dieser An- stalten werden müssen. Aber der aus intoleranten Doktrinären zusammengesetzte Aufsichtsrath suchte ihm auf dieser Laufbahn möglichst viele Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Es wurde alles ins Werk gesetzt, um dieses Vorrücken unmöglich zu machen. denn De Paepe war Sozialist und verhehlte dies durchaus nicht. Als er eine Stelle als Armenarzt forderte, wurde ihm dies ver- weigert, weil er Sozialist sei, obgleich die Anhänger der freien Prüfung— wenigstens nennen sie sich so— im Anfsichtsrath der Hospitäler wohl wußten, daß De Paepe besser als irgend ei» anderer geeignet war, dieses schöne Eifer und Hingebung auszuübeti. Die Stellung De Paepe's als Arzt war äußerst schwierig. Er war einer der thätigsten Vorkämpfer des Sozialismus, und damals, eS sind jetzt 20 Jahre, war Sozialist gleichbedeutend mit Räuber und Mörder. Seine Klienten waren infolge dessen nur arme Leute, von denen die meisten den Arzt mcht bezahle» konnten, und die sehr häufig nicht etnmal so viel hatten, um sich die von ihm verord- neten Heilmittel zu verschaffen... Mehrere Jahre hindurch war er Arzt der vereinigten(St Nossenschaften zur gegenseitigen Unterstützung, aber seine Krank- heit hinderte ihn, diese Tliätigkeit, veiter fortzusetzen. In das politische Leben trat De Paepe ungefähr 1858, ,m Alter von 17 Jahren ein. Damals ließ er sich als Mitglied tn den Verein Vlamingen Vooruit!(Flainländer vorwärts!) und im folgenden Jahre unter die Solidaires(die Solidarischen), einen der ältesten rationalistischen Vereine Belgiens aufnehmen. Von da an gehörte De Paepe allen demokratischen und sozta- listischen Vereinen an. 1860/61 unterstützte er die Gründung des Vereins l e Peuple und der Zeitung„ l a T r i b iin e du Peuple-. In dieser Zeitung kämpfte er zum ersten Mal als Schriftsteller, Schulter an Schulter mit den Ärismee. den Boylet. den Steens, den Verryken, die man kurz darauf an der Spltze der Internationalen Arbeitervereinigung findet. Ri vi" gaulh e�fbVttnfcUfn) mtt�und"veröffentlicht� dort eine Reihe von Artikeln über die Lage der belgischen Arbeiter.,,. 1864 gehörte er zu den Delegirten, welche nach gingen, um dort die Grundlagen für du große Ardeitervereinigung, zu schaffen.------... Lausanne London internationale m I'ch an allen ihren Kongressen, zu j!"7, Brüssel 1868, Basel 1869, an der Londoner Konferenz 1871, «N Kongressen zu Brüssel 1874, Bern 1676 und den, zu Gent 1V77, dem letzten offiziellen dieser Vereinigung. In allen diesen Kongressen, von dem von 1863 an, nahm ..Paepe eine hervorragende Stellung ein. Er redigirte den de- rühmten Bericht über das Kollektiveigenthum, der so viel Auf- rvfn erregte. Im folgenden Jahre wurde die Eigenthumsfrage Mafifir••»•S fll. �---- «Lffi m").1!*>_et aufgenommen. und De Paepe legte dort einen �..iöencht über sie vor und vcrtheidigte ihn glänzend fy,'onnen unmöglich die Einzelheiten von alle dem an- ! ltten, von den Kämpfen, welche diesen Kongressen folgten und die kollektivistische Idee siegreich mürbe. durchgefochten wurde. welche in denen vie ttmernviiiiiaie �nr die Reihe von Artikeln wollen wir noch erwähnen, welch, D< Paepe in der Zeitung„l'Jnternationale" veröffent «chte als Antwort auf die Artikel der„ L i b e r t e*, in welche» Denis, Arnould, De Greef das Prinzip des Kollektiveigenthums bekämpften. m Dem Kongreß von Brüssel 1878 legte De Paepe seinen Z e richt über die Organisation des öff entlichen Dienstes im Zukunftsstaat vor. Diese klare und leicht *) Sprich: De Pap». faßliche Theorie des öffentlichen Dienstes ist das bemerkend werthcste Werk De Paepe's, da sie jetzt von den Sozialisten aller Länder angenommen ist. Um 1875—76 waren die Brüsseler Arbeiterorganisationen ungeheuer zurückgegangen. Nur einige widerstandsfähige Vereine hatte» den Zusammenbruch der Internationale und die zahlreichen Streiks von 1872—73 überdauert. Da unternahmen die Brüsseler Sozialisten es mit De Paepe's Hilfe, eine neue Vereinigung unter dem Namen Arbeitskammer zu schaffen. Konferenzen, Versammlungen, Unterrichtsstunden wurden abgehalten und stets war De Paepe der Thätigsle von allen. Er allein hielt zwei Kurse ab, den einen über Hygiene und Physiologie, den andere» über Gesellsd,astswissenschast; und beide werden uns als ans gezeichnet geschildert. Denn De Paepe hatte ein großes Lehr talent, und er liebte es die Schätze seines Geistes und aus gebreiteten Wissens auf das Freigebigste auszutheilen, selbst seine gcmüthlichen Plaudereien waren von höchstem Nutzen. De Paepe war Mitarbeiter vieler Zeitungen und Revuen Er gehört zu den Gründern der Genossenschast, welche die Zei tung, Le Peuple, schuf. Ebenso nahm er an den Kongressen von Brüssel und Anwers 1885 theil, auf denen sich die belgische Arbeiterpartei mit solchem Erfolg endgiltig konstttuirte. Selbstverständlich forderte De Paepe politische Rechte für das Volk, und er nahm an allen Bewegungen, allen Kundgebungen. die in den vergangenen Jahren stattfanden, thätigen Antheil. Er unterstützte dieGründung der zahlreichen Demokratenvereine, welche das allgemeine Stimmrecht forderten, und wenn wir heute nahe daran sind, diese gerechte Forderung zu verwirklichen, so wollen wir auch der Vorkämpfer dieser großen Bewegung von heute gedenken. Als Freidenker hat De Paepe in gleicher Weise eine außer- ordentliche Propaganda mit Wort und Schrift entfaltet. Er hat zahlreiche Sitzungen in den rationalistischen Vereinen abgehalten. die belgische Vereinigung der rationalistischen Vereine mit- begründet und an den zahlreichen nationalen und internationalen Kongressen des Freideukerthums Theil genommen. In ihnen liebte er es, den Gedanken, daß jeder Freidenker Demokrat und Sozialist sein müsse, zu entwickeln, denn nicht eher—.pflegte er zu sagen— wird der Mensch gesund und frei denken können, als bis sein Leben gegen Elend und Noth geschützt ist. Auch die Bewegung, welche der Brüsseler I-ibre Rensöe (Freie Gedanken) zu Gunsten von Krankenwärterinnen aus dem Laienelement hervorrief, war das Werk De Paepe's. Eine große Anzahl von Krankenwärtern und-Wärterinnen hat er selbst herangebildet. Bis zuletzt war De Paepe noch Vizepräsident des Vereins I» libre Pensee. Aber dieser Freidenker war auch ein Weiser, ein Mann von der äußersten Duldsamkeit, und dies verschaffte ihm die Liebe und Achtung nicht blos seiner Freunde, nein, auch seiner Gegner; ja man kann sagen, daß De Paepe die Achtung und Liebe aller, die ihn kannte», besaß, sodaß sein Tod, der in Cannes in Süd- rankreich seinen langjährigen Leiden ein Ende machte, weit über Belgiens Grenzen hinaus Schmerz und Trauer hervorrief. Soiinle Ofnittnng über eingegangene Gelder bei der Generalkom- Mission der Gewerkschaften Deutschlands in der Zeit vom 15. bis 21, Dezember: Von Thetls Bau, Wilhelmsburg 14,70 M, H. St. 1,—. Kümmel-Ueberschuß von Poddig, Hamburg 7,—. Lokalverband der Schiffszimmerleute, Hainburg 500,—. Sparklub„Silber- mine", Hamburg 5,25. Klub„Einigkeit", Niedernstr. 103, Hamburg 10,—. Tischlerverband, Filiale Winsen 5,40. Verband d. Zimmerleute, Lokalverband Hamburg 200,—. Verband d. Schlosser Ii. Maschinenbauer Teutschlands, Lokalverband Hamburg 262,44. Vom Klub„Holdi" 1890, Hamburg 15,—. Sparklub„Rappelkasten", Hamburg 10,—. Korbmacher, Kolding, Dänemark 6,—. Fachverem der Maler, Altona 50,—. Tellersammlung der 1. Ge ueral- Versammlung des Arbeiter- Sängerbundes, Hamburg, Altona und Umgegend 31,20. Ueberschuß einer früheren Sammlung durch Kraft, Stuttgart 60,—. Arbeiter von Wilhelmshaven 84,25 M. Streik- Kontrol- Kommission, Kiel 226,60. Kommission der Tabakarbeiter, Berlin 100,—. Schnciderversammlung am 17. November 1890, Berlin 18.— Schneiderverband, Neumünster 26,—. Z.-K.-K. von Dresden und Umgegend 200,—. Tabakarbeiter Ostrom os 4,—. Verband der in Holzbearbeitungsfabr. k., Fil. Zeitz 5,—, Zentralverband deutscher Gerber und Lederzurichter, Elmshorn 30,—. F. Un gering, Vertrauensmann für Köpenick 90,—. Fortbildungsverein für Arbeiter, Zeitz 25,—. Ueberschuß der Tellcrsammlung der Eisen- und Metalldreher-Versammlung. Berlin 12,30. Viele Ge nossen in Quakenbrück 28,60. Fried. Müller, Glienecke 8,—. i. Popp, Vegesack 2,50. Schneider Kiels 20,—. Fachverein der tuckateure Hamburgs 100,—. Veddcler Sparklub von 1883: 50,- Bezirk 128, Barmbek 5,—. Verein der Schauerleute, Hamburg 400,—. Von Zigarren- und anderen Arbeitern, Schotten 4,35. Von Mitgliedern des Leseklubs„Lessing", Hamm i. W. 10,—. Von sozialdemokrat. Arbeitern Mühlheims 17,—. Schneider- und Schneiderinnen-Verb., Kreuznach 5,—. Theod. Kippern, Menden- Arnsberg 4,60. Engl. Gasanstalt, Berlin 8,—. A. Ottomam in Engeln 7,30. Von Arbeitern in Mölln 10,—. Gallerie Carp, Berlin 4,15. Leseklub„Karl Marx", Berlin 35,—. F. Kalt winkel, Lüdenscheid 57,—. Generalkommission der Gewerksch. Braunschweigs 200,—. A. Lorenz, Berlin 9,45. Unter stützungsveretn der Bürsten- und Pinselmacher, Filiale Berlin 20,—. Glasergesellen, Berlin, erste Rate 30,—. N. Stephan, Berlin, 9,—. Neu-Isenburg 20,—, A. Fleischer, Marburg, 10,40. Verein Arbeiterschutz, Hanau, 100,—. Fachvereiii der Schlosser und Maschinenbauer Nürnbergs 200,—. Emil Hoffmann, Brieg, 20,05. R. Tamm, Berlin, 10,55. Ueberschuß vom Ball des Vereins deutscher Schuhmacher, Barmstedt, 18,—. Ge- ammelt von den Tischlern zu Oschersleben, 4,70. I. Schubert, Nauen, 10,65. W. Äente, Osnabrück, 33,—. Versammlung der Rohrleger, Berlin, 9,—. Lotterie-Klub„Günstig", Hamburg, 8,—. Sparklub„Freya", Eimsbüttel, 10,—. Metallarbeiter-Fachverein, iburg, 30.—. Unterstützungsverein der Buchbinder, Hamburg, 50,—. Fachverein der Maurer Haniburgs 1000,—. Von den An- chlägern, Sophiennraße, St. Pauli, 5,50. Schweizerklub„Eintracht", Hamburg, 20,—. F. Jehring, Zigarrenarb, Lübtheen i. M. 14,—. Verband der Porzellanmaler, Berlin 30,—- Fachverein der Tischler. Berlin 800,-. A. Ringe. Berlin 80. 13,-. Vertrauensmann Becker, Linden- Hannover 180,—. H. G., Reiherstieg 14,80. A. Menzler, Düsseldorf 15,—. Gewerkschaften in Herford 40,—. Arbeiter- Sängerbund, Güstrow 45,—. Aufgelöster Fachverein der Schneider, Wiesbaden 7,—. Schneider- u»d Schneiderinnen- Verband, Wiesbaden 35,15. Genossen in Einbek 11,—. Amerik. Auktion der Militürschneider, Berlin 7,75. t. Heck, Zigarrenmacher, M.-Gladbach 12,—. Schneider-Verband, il. Sackingen 6,—. Schneider-Verband, Fil. Baden-Badeu 8,—. Ges. von Freunden in Hanau 15,—. Lokalverband der Bürsten- u. Pinselmacher Dresdens 6,75. Kgl. Gewehrsabrik, Arnberg 18,—, Familie Fried. Bruder, Berlin 2,—. Sparklub„Seid einig", Hamburg 8,—. Tischlerverband Altona 350,—. Liedertafel von 1889, Hamburg 10,—. Von Arbeitern, Simmern b. Hannover 30,—. Von den Schmieden Nürnbergs 45,—. Diamantschleifer Hanaus 44,—. A. Böhme, Tischler, Halle a. S. 80,—. Anhalt 1,—, Geliert 1,—, Bodenleger Klimbim 4,70, Arb. d. Schraubenfabrik v. Welling 24,15, Rauchklub„Ohne Zwang" 20,—, Leseklub„KarIMarx"5,5l. LohnkommissionderSchneider Dresdens 20,—. Albrecht Georg, Bayreuth 6,—. Fachverein der Gla?e- und Karton- Papierarbeitcr und Arbeiterinnen, Berlin 40,—. Handschuhmacher Magdeburgs 14,—. Von den deutschen Formern d. Th. Schwartz, Lübeck 200,—. Fachverein der Maurer und Steinhauer, Celle 20,—. Von den Arbeitern in Pritzwalk 25,25. Tellersammlung der öffentlichen Versammlung im„Königshof", Berlin 16,—. H. Schmitz, Gartenstr. 32, Berlin 6,—. Zigarrenarbeiter P. Baunsen, Nyborg 6,15. W. Gärtner in Schötmar 11,—. Bremer Bürgerzeituna 500,—. Ortsverein der Glace« Handschuhmacher, Hayna» 20,—. E. Sawade, Charlottenburg 60,—. Schreiner Offenbachs 40,—. Verband der Fabrik« und gewerbl. Hilfsarbeiter, Fil. Wandsbek 20,—. Schiffs-Zimmer- leute. Reiherstieg 100,—. Jos. Czindsolors, Neiße 3,—. Expedition der„Verl. Volksblatt" 28,25. H. 9—10„Berliner Volksblatt" 13,50. Liedertafel der Maler, Hamburg 20,—. Verein der Maurer-Arbeitsleute durch C. Röhls, Hamburg 70,—, Sparklub„Kamillenbrüder", Altona 4,10. Sparklub„Konkordia", Vennsberg 4, Hamburg 15,70. Schneidcrverband Kassel 7,—. Schneiderverband Ruhrorl 5,—. Streikfonds der Mechaniker und verwandter Berufsgenossen, Hannover 30,—. Aug. Müller, Zigarrenmacher Einbek 22,35. Metallarbeiter-Verein für Wer- nigerode und Umgegend 30,50. Freie Vereinigung der Bau- arbeitet- Berlins 50,—. Verein der Plätterinnen und verwandter Berufsgenossen Berlins 80,—. Fachverein der Maurer, Eisleben 25,—. Buchdruckerverein in Hamburg-Altona 1000,—. Klempnerei von A. Henze, Berlin 6,—, Ueberschuß vom Kongreß der Hafen- arbeitet Deutscht. 7,40. Tischlerverband, Filiale Memmingen 2,60. Bendix, Hamburg 5,—. Verein der Mauerstein-Arbeiter Hamburg- Altona ic. 50,—. A. Fiedler, Loschwitz bei Dresden 2,—. Verbandsverein der Tischler Hamburgs 1000,—. Neubau Petersenkai, amburg 10,—.) Bon einigen Maurern aus Hildesheim 3,—. . lud. Lutter, Zirke 3,40. Maurcrarbeitsleute, Hannover- Linden 20,—. Maurer Rathenows 30,—. Maurer Lüneburgs 50,—. C. Voll, Neumünster 50,—. Maurer Potsdams 30,—. Holzarbeiter-Gewerkschaft u. deutsche Gen. Lausanne, Schweiz 25,—. Ranchklub„Nanon 11" u. Gäste Berlin 7,50. Ernst Wagner, Freiburg 15,—. Tischlervcrband, Fil. Forst i. L. 20,—.„Volksstimme", Magdeburg 82,35. Lampenfabrik Schuster u. Äaer, Berlin 25,65. Jul. Strauch, Forst i. L. 100,—. Verband deutscher Mechaniker, Berlin 100,—. Banhandwerker-Verein, Lägersdorf 19,90. Gesammelt beim Geburtstag d. R. Lampf, Berlin 2,80. Heinrich Stotzner, Leipzig 50,—. Arbeiter der Goldleisten-Fabrik, Barmbek 20,—. O. E, Hamburg 10,—. Ueberschuß von der Papenhuder- straße, Hamburg 13,—. Drechsler Hamburgs 50,—. Zentralverband deutscher Korbmacher, Filiale Hamburg 65,—. A. D a m m a n n, Kassirer, Hamburg, Fürstenplatz 2, 1. Etage. In der Quittung vom v. bis 13. Dezember muß es heißen: statt Töpfer K n p e r Harburgs 80 M. Adresse des Einsenders von Neu-Isenburg ist unleserlich. Die Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. VeflÄmmluntjen. Eine öffentliche Uersammmlnng fiir Frauen und ZUänner tagte am Sonntag, den 21. Dezember, Abends 8 Uhr, in den Zentral-Festsälen, Oranienstraße 180. Herr I. Türk hielt den mit reichem Beifall aufgenommenen Bortrag über:„Weih- nachten". Die historische Entwicklung unseres heutigen Weih- nachtsfestes in seinem Bortragc erörternd verweilte der Referent in seinen weiteren Ausführungen bei dem durch die Christuslehre er- standenen Weihnachtsfeste der modernen Kulturstaate», welche mit einem Mysterium, einem Fest der„Liebe und der Duldung", das Elend der Welt zu bannen suchen. Am Schluß seines Vortrages führte der Referent noch aus:„Mögen wir, die arbeitend» Be- völkerung, das Weihnachtsfest in der gewonnenen Erkenntniß feiern, daß es ein schlechter Trost ist, die Freuden des Himmel- reichs dermaleinst einzutauschen für die Leiden der irdischen Welt! Haben wir somit auch an Glauben verloren, ist derselbe bei uns ertödtet; so haben ivir doch an Idealen gewonnen, welche unZ lehren, dafür einzutreten, daß das Weihnachtsfest werde ein Fest der wahren Menschenliebe, ein Fest des erwachenden Glückes der Gesannntheit. Nach kurzer Diskussion, welche sich an den Vor- trag anschloß, erledigte die Versammlung noch einige Mitthei- lungen. Aus Wunsch wird am Neujahrstage eine öffentliche Ver- sammlung fn>' Frauen und Männer, Oramenstr. 180, stattfinden. Eingeladen wurde noch zu recht reger Betheiligung an der von der Gesellschaft sür Verbreitung von Volksbildung am ersten Weih- nachtsfeiertag Abends in Nürnberg's Salon, Schönhauser Allee 23, veranstalteten Weihnachtsfeier. Dir Filiale Frrli» de« Derbandea der Urrgoldrr hielt am Montag, den 15. d. M., eine Versammlung mit der Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches, 2. Verschiedenes, ab. Zum 1. Punkt kam der Streik der Bergolder bei der Firma Aug. Werk- nEister, Brunnenstraße 151/152 zur Sprache. Sämmtliche Redner sprachen sich nach Darlegung der Verhältnisse dahin aus, daß die Bersilberer völlig recht gehandelt. Die Darlegung der Versilberer konnte der anwesende Meister, Herr Krüger, nicht widerlegen und folgende Resolution gelangte gegen eine Stimme zur Annahme: Die heut« tagende Bersanunlung der Filiale Berlin des Verbandes der Vergolder der Goldleistenarbeiter und Berufsgenossen, erklärt sich i»it dem Vorgehen der Versilberer der Fabrik von Äug. Werk- meister einverstanden und verurtheilt die Handlungsweise des Fabrikanten aus das Entschiedenste. Zum 2. Punkt wurde bekannt gegeben, daß das erste Stiftungsfest an» 25. Januar 1891 in Joels Gesellschaftssälen stattfindet, und dazu wurde«in Ver- gnügungskoniitee von 6 Personen gewählt. Ävv Kedttkkion. «et«»sraa-n bitten wir die AbonnementZ-QuitMna beliutüaen «ntwort wird utcht erthctit. Brieflich F. K., Lutlzerstr. Sie haben 14tägige Kündigung zu beanspruchen und können, da Sie ohne solche entlassen sind, vollen Schadensersatz verlangen. Dazu gehört auch Entschädigung für die Ihnen gewährte freie Wohnung. R- Ei., Krrnauerftr. Wer in einer Strafsache Berufung eingelegt hat, kann die Äerusuna jederzeit zurücknehmen. G. F. 50, Sie sind berechtigt, die Herausgabe Ihres nn- ehelichen Kindes, sobald dasselbe das 4. Lebensjahr erreicht hat, von der Mutter zu verlangen. Verweigert diese die Herausgabe, so hört von der Zeit ab Ihre Alimentationspflicht ouf._ Daß Sie gerade am vierten Geburlstage des Kindes dasselbe für sich beanspruchen, ist nicht erforderlich, es kann auch später geschehen. t Während wir früher nur an Geschäfte verkauften, sind wir jetzt mit dem Publikum direkt in Verbindung getreten. Berlin N., 24a. Chausseestr. 24a. Berlin 0., 16. Gr. FrattKfurterstr. IG. Berlin SO., 8. Krückenstraße 8. Grösste Werkstötten für Herren- und Knabenbekleidung. Trotz bisheriger niedriger Preise jetzt bedeutende Preisermässigung. in Double, Eskimo, Flocone und hochfeinem Montegnac romierpaieEois 55> 50> 40> 35> 30> 25j 20, 15, 12 bis Sciiiof PlSsli© � Velour und türkischen Imitationen 40, 30, 20, 15 bis MaafibesteUnngen Garantie für tadellosen Sitz »nd längste Haltbarkeit. werden unter Leitung erster Meister in unseren Werkstätten, der Wade I% i unsere nur reellen Waaren. entsprechend, angefertigt. 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