BUNTE WELT Nr. 20 Linterhaltungsbeilage 1934 Die Krinoline der Kaiserin Eugenie Ein Blatt aus dem Heldenzeitalter der Pariser Halbwelt Von Martha Föder In schmerzhafter Qual vergrübelt Eugenie ihr Hirn. Die jähe Unterbrechung ihres Schmet terlingslevens scheint ihr unerträglich. Da läßt fie ihren Schneider kommen, den einzigen Mann, dessen Befehlen sie sich bedingungslos fügt. Er muß einen Ausweg finden. Wir schreiben das Jahr 1851. Die Wellen| wie sie empfängt und welche Männer sie gerade| stillen Erwartung auf ein gar nicht erwünschtes der Revolution find verrauscht, die Seine fließt bevorzugt, das gudi ihr alle Welt neugierig und Ereignis füllen fann. wieder ruhig unter den unzähligen malerischen die Frau, die Geliebte des Mannes, spielt die Brücken. An ihren Ufern stellen wieder die flei- gesellschaftliche Rolle. Maitresse eines Bantgenen Bouquinisten ihre alten Bücher aus, Liebes- waltigen zu sein, reich, also beneidet, im Flim paare Tassen ihre dunklen Silhouetten in ihrem merlicht einer Opernprentiere an der Brüstung Wasser spiegeln. Zu den kaiserlichen Räumen, in der Loge hingelehnt zu jizen, Hunderte Operndenen vor einem halben Jahrhundert Napoleon, guder auf sich gerichtet, das wurde nicht nur der das Soldatengenie, refidierie, ist wieder ein brennende Traum jeder Frau, sondern das zeiUnd er fand ihn. Der Kleiderfünstler mit Bonaparte eingezogen. Das zweite Kaiserreich tungsfüllende Geſellſchaftsereignis, das Tages- den tausend Einfällen, der die Kaiserin aus den nimmt seinen Anfang. gespräch einer ganzen Stadt. Stenereingängen eines gangen Voltes in immer neue, immer gewagiere Brunftoiletten hüllt, bezsprach ihr nicht nur seine Hilfe, ſondern eine ganz besondere Sensation. Neue Tumultpläge des Lebens. Und die Kolotte herrscht. Alles neigt vor ihrer groß aufgemachten Schönheit das Haupt. In Paris, der unvergleichlichsten aller Ihr frech enthüllendes Dekolleté, ihr gewagies Städte, atmet jeder Plasterstein Geschichte. Der Retrouffé, die Art, wie sie den Riesenrock hebt, Abſchnitt, der jetzt folgen sollte, war lärmend ist unerreicht. Niemandem fällt es ein, nach widerlich. Nicht mehr um die großen Dinge der ihrer Herkunft zu fragen. Mag fie der Hefe des Menschheit geht der Streit, Madame Liberté, die Volkes entitiegen oder das Kind ehrlicher Argöttliche Freiheit ist verbannt. Unter dem faiſer- beitsiente sein, mag die eigene Mutier jie verlichen Abenteurer Napoleon III. und seiner toketten spanischen Gemahlin hat das Leben einen ganz anderen Inhalt bekommen. Nicht mehr Verstand, nicht mehr Tüchtigkeit und Mut, nicht mehr Treue und Ausdauer haben Anspruch auf Achtung. Jest zählt nur Geid. Die Börje wird zum Mittelpunkt; Salon, Balliaal, Theater, Seebad und Alkoven find die neuen Tummel plage des Daseins geworden. Und der Mensch fängt beim Marquis an. Napoleon III., der erfolgreichste aller Glückspieler seiner Zeit, läßt die Politit seines Hofes sehr wesentlich durch seine ebenso pifant fajöne, wie raffiniert fluge Gemahlin Engenie beeinflussen, die zur Kaijerin gekrönte Gräfin Montijo. Als es zu einem Konflikt mit dem Papi tam, ging durch ganz Paris folgender Reim: „ Und läßt er nicht den Papst in Ruh', So fügt sie fich ein Leide zu. Sie duldet es nicht länger. Denn muß der Papst aus Rom abzieh'n, So macht sie- ihre Krinolin' Um eine Handbreit- enger!" Wie sehr der Kaiser unter dem Pantoffel stand, zeigte auch die so berühmt gewordene Karikatur, die ihn als„ verliebter Adler" zeigt, wie er sich geduldig von seiner Gemahlin die Krallen schneiden läßt. Königin Kokotte. Der Reifrud erblickt wieder das Licht der Welt. Tagelang schreiben die Modeberichterstatter von einer bevorstehenden großen Uebercaichung beim nächsten faiserlichen Empfang. Aber fein Bipfelchen des Geheimnisses wird verraten. Die Damen der Halbwelt fiebern vor Erwartung. Künstlerinnen und Tingeltangelſtars warten mit ihren Bestellungen. Welches neue Diktat wird jie verkünden, Eugenie, die Kaiſerin von Modes Gnaden? tuppelt haben, nun gift nur der schillernde Glanz ihres Salons, der unschäzbare Wert ihres stets zur Schau getragenen Geschmeides. Emile Zola hat in seiner unsterblichen„ Nana“ das Bild iener feilen und geilen, dabei oft gescheiten und gar nicht glücklichen Frauen gezeichnet, die in tollem Aufstieg und jähem Sturz unvergeßliche Genießerinnen des Lebens waren. Und eben Und dann, im herrlichen Festsaal, von vie jener Dumas der Jüngere lieferte dann der Skolen hundert Lichtern umschmeichelt, ranicht fotte auch noch den Heiligenschein wahrer Liebe Eugenie herein und alles blidt wie gebannt auf in der Stameliendame". Die lungentrante Lies fie. Weit mußten die Flügeltüren aufgerissen bestünstlerin, die, den Tod als Galan stets um werden, die erste Frau des Reiches nahm dies. fidh, immer noch Herzen erobert, hat viele Gene- mal fast die Hälfte der Saalesbreite ein. Der rationen hindurch die größten Künſtlerinnen zur Darstellung gelodi. Majestät erschricht. Anführerin in diesem Reigen der nie aus jeßenden Vergnügungen ist die Kaiferin in höchst eigener Person. In den Sälen der Tuilerien löſt ein Ball den anderen ab, ein faszinierendes Fest das nächste. Und Eugenie, umringt von einem Rattenschwanz deboter Verehrer, angetan mit den egtravagantesten Toiletten, ist obenauf. Majestät ist ein wandelndes Modeschaufenster. Im Hofbericht über den Neujahrsempfang vom 1. Jänner 1859 hieß es im„ Figaro":" Ihre beiden Majestäten waren außer höchstderen unschätzbaren Person gestern 6 Millionen Franken iveri." Nicht der Mensch wurde geweriet. Nur das, was er auf fich trug. Hofschneider hatte recht: es war eine ganz große Sensation. In einem Reifrod von geradezu übermenschlichen Dimenſionen glitt die Kaiserin über das spiegelglatte Parketi. Mit einem NafTaille noch wespenhafter, die Hüfien noch föſtfinement fondergleichen war jie geschnürt, die licher gerundet als sonst. Wie ein edles Schild wölbte sich die Gestalt unterhalb des Gürtels. Paris hatte eine neue Mode. Zum dritten Male in der Geschichte wurde die Krinoline zum Sumbol der umivorbenen, allmächtig gewordenen Frau. Play! Platz! Ich bin da! Immer wieder ist es lohnend, dem Zusam menhange zwischen Mode und Zeitgeiſt nachzus spüren. Denn jede politische und gesellschaftliche Massenstimmung findet auch ihren Ausdruck im Kleid der Frau. Hätte es ein besseres Sinnbild Ist es ein Wunder, daß just in jener Zeit Da fühlte die Kaijerin eines Tages, daß jenes berüchtigien, hemmungslosen, ausbeuterider große französische Schriftsteller Dumas der fie Mutter wurde. Was anderen Frauen einen schen zweiten Kaiserreiches geben können, als Jüngere das seither in den Sprachschatz über- stillen Schauer der Glückseligkeit bringt, das er just die Krinoline? In ihrer unnatürlichen Sieffnommene Wort von der Halbwelt geprägt hat? füllte die hohe Modedame mit Schreden. Ob heit, weit ausholenden Linien, mit der brutalen Das zweite Kaiserreich trug überall das auf Himmel! Würde sie nicht entstellt werden? Selbstverständlichkeit, mit der fie für sich Raum dringliche Patschouli- Parfum der deminonde, Eugenie bangte um ihre prachivolle Gestalt. heischt, mit den vielen Möglichkeiten koketten feine Blößen wurden nur allzu noidürftig von unerträglicher Gedanke, neun Monate hindurch Männerfangs, die sie bietet, durch das Geld, Spizendessous verdeckt. Die Halbweltdame ist nicht mehr die vielbewunderte und vielbegehrte das sie verschlingi, um das Traggestell kostbar zu zum Frauenideal geworden. Wie sie sich räuspert Herrscherin, sondern nur eine zurüdgezogene umhüllen, wird sie zur Verförverung der rüdund wie sie spuckt, nein, wie sie tanzt und fingt, Frau zu sein, die ihren Alkoven nicht mehr mit sichtslos herrschenden, genießerisch gewordenen ängstlich ab und macht es ihr sflawisch nach. Nicht flüsternden Liebeserklärungen, sondern mit der„ beſſeren Geſellſchaft“. Die Krinoline ist ebenso frech und ans maßend wie die Frauen, die sie aus der Rumpelfamuner der rode hervorgeholt haben. Sie inft bei jedem Schritt: Play! Play! Ich bin da. Hinunter vom Trottoir, ihr andern, seht ihr nicht, daß ich daherkomme? Wer wagt es, die Falten meiner Robe zu zerknittern? Wer die Krinoline erblidt, der spürt: ſie ist das zweite Kaiserreich, in die Frauenmode übertragen. Der Cancan. Und kaum war sie da, hatte Paris, die Stadt der leidenschaftlichsten Tanzfreude, auch schon ihr nächstes großes Ereignis. Ein Tanz ward erfunden, so toll, so„ schmissig" und so liederlich, wie die ganze Zeit: der Cancan. Je frecher eine Tingeltangelgröße mit den Beinen um sich warf, je weniger Phantasie es bedurfte, um hinter den Verhüllungen die Formen zu vermuten, desto heller die Begeisterung. Rigolboche, die verrüdieste aller Cancantänzerinnen, jah zu ihrer Beit die ganze Herrenwelt von Paris zu ihren Füßen. Ihre hundert Taumel des Tanzes. Spikenvolants bringen Hof und Stadt in einen Aber nicht allzu lange währte es und das Talmitaiserreich Napoleons III. versant. Von seinen falschen Freunden in den Krieg gegen Deutschland geheizt, verspielte dieser kleine Nachfahre eines großen Mannes Land, Leute und Leben. Und Eugenie, seine einst vergötterte Frau, verjant als alternde Frau in das Grab der Vergeſſenheit. Eine Minute Teufel Ein fozialistisches Erlebnis hielt mich an seinem Schwanzitummel fest, während er in großen Sprüngen davonſezte... Aber nicht lange währte die Freude. Im näch Die Sonne brannte. Ich hatte kein Wasser ... Flußwasser zu trinken war sehr gefährlich... fein Brot, und allmählich wurde ich müde. Sollte ich die Nacht unter freiem Himmel zubringen? sten Augenblic flog ich hoch im Bogen, dicht an ... Um anstatt zu frühſtüden, gefrühſtüdt zu dem entgeisterten Hirten vorbei, talwärts, und Ein Kind fragt Von Georg Wilman „ Sag mal, Vater, warum gibt es Krieg? Warum schlagen sich die Menschen tot? Warum schreien sie Hurra und Sieg?" Fragt das Kind. Jedoch der Vater schwieg. „ Vater, sag mir, warum gibt es Not? Warum müssen denn so viele Teiden? Warum müssen Kinder barfuß gehn? Warum tönnen Du und ich uns fleiden Und die andern nicht? Sind wir den Heiden, Daß wir alles das so ruhig ansehn? Warum überhaupt gibts arm und reich? Warum haben viele nichts und andre viel? Sind denn nicht die Menschen alle gleich? Vater, hör doch, daß ich Antwort heisch! Vater, das ist Ernst! Das ist kein Spiel. Vaier, kann man das nicht anders machen? Hör doch, daß ich Antwort haben will! Kann man denn nicht ändern solche Sachen?" Doch der Vater blickte in die wachen, Hellen Augen seines Kindes und schwieg still... werden?!... Mahlzeit!... Ich danke!... In mein Reittier machte sich schadenfroh medernd Robinsons zerstörte Legende strahlender Deutlichkeit stand das abgenagte davon. Stöhnend erhob ich mich und rieb mir Eselsbein von heute früh vor meiner Seele... Ha brrr... Mir war zumute, als spazierte mir eine Armee Maifäfer in gerader Linie das Rüdgrat hinauf. Wohlgemerkt, gegen den Strich! Nicht wahr, ihr fennt das?! Es ist das, was man landläufig eine Gänsehaut nennt... Hm! Mit den lezten Kräften erklonim ich eine ſteile Felswand, um noch einmal Ausschau zu halten. Langjam, ganz langsam! Suchend tajteie die Hand den glatten Fels ab. Jede fleinste Erhebung mußte als Halt dienen. Hände und Gesicht bluteten.„ Herr Gott!... Wenn jezt nicht bald..." Hallo!... Was war das?... Gang in meiner Nähe hörte ich Ziegen medern... Da, jetzt noch einmal... Ich hatte die Höhe erreicht. AngeStrengt ſuchte ich das Tal ab... Nichis!.... Nur dunkles Weidengestrüpp auf hellen Steinen Doch still!... Ja, dort! Dort wirklich! Tief unter mir eine Herde... Und abseits davon der dunkle Punkt, das mußte der Hirte sein. Jah lege die Hände als Schalltrichter an den Mund und brülle aus Leibesträften hinunter: ,, Aaah ragazzo!"*),... Azzo" äffte dumpf der Widerhall aus dem Tal herauf. Erschroden blidte der unten in die Höhe. Er sah mich wohl nicht. Ich aber war selig. Tief ausholend sandte ich einen Juchzer übers Tal. Prompt fam er von drüben zurück. Nur dumps und schauerlich. "...... uch!" So schnell es eben ging, machte ich mich an den Abstieg. Springend, rutschend, ohne mich unzusehen, ſauſte ich wie ein Rübezahl bergab.. Noch hundert Meter, noch fünfzig! Noch dreißig! Zwanzig!... Immer steiler und haltloser wurde der Fels. Fünfzehn!... Zehn!... Deutlich hörte ich die Ziegen unter mir medern!... Da Rrrrrritsch!... „ Berdammt!" Bums lag ich unten und log... aber hoppla! Hoppla! Ich lag noch nicht! Unter mir wurde es lebendig... „ Hopp!... Hon!.... Halt!.... Birr!.... Biest!"( Das Luder verstand nur italienisch und ich sprach in der Aufregung„ Hochdeutsch".) Schnell packte ich, was mir gerade zwischen die Finger fam und hielt es krampfhaft feſt. Im Galopp raste ich rüdlings und rittlings auf einem mächtigen, gottigen Ziegenbod davon und schmerzverzogenen Gesichts den edelsten Teil meines Körpers. Langsam kehrten meine Lebensgeister zurück. Donnerwetter! Wo war denn jetzt der Hirte geblieben? Dicht über mir fuadte es in den Zweigen. Ein Sprung! Ein Griff und ich hatte den Burschen an seinen Hannelbeinen, d. 5. vom Hammel war nur die äußere Hülle. Im übrigen hatte ich ein aufs höchste erschrodenes Kerlchen vor mir, das an allen Gliedern zitterte und mich in einer wahren Todesangst anftarrie. Dabei bekreuzigte er sich in einem fort und sandte innige Stoßgebete zum Himmel. ,, Che fai, regazzo?... Non sono diavolo!" ,, Si, si, fignore! Ero sempre bravo!"**) Der arme Kerl war vollkommen verdattert. Biweifellos hielt er mich für den Gottseibeiune Ich war wohl etivas plöblich in seinem Gesichtskreis erschienen. Und mein zottiges Reittier ließ auch auf allerhand schließen. „ Ja, ja, Herr!... Ich war immer brav!" Ich mußte lachen! Lauthals heraus lachen, bis mir die Tränen famen. Ich der Teufel?!... Ausgerechnet der Teufel!?!... Dafür hatte mich bei Gott noch keiner angesehen. Vor lauter Lachen brachte ich keine Frage hervor. Zusammengeduct hodie der kleine Sterl vor mir. Mißtrauisch blinzelie er mich bon unten an. Aber er ivar schlauer als ich glaubte. Als er fab, daß ich nun die Fassung verloren hatte, da benutzte er die Gelegenheit und husch, flink wie ein Wiesel, war er mir entwischt und schneller als seine Biegen außer Sicht. Nun war's aus mit meiner Lebensweisheit und meiner Teufelsherrlichkeit.„ Ja, wär ich doch!... Na, lieser nich!" Träbsinnig hudie ich meinen Rudjad auf... er hatte meinen Teufelsritt nicht mitmachen vollen... befühlte vorsichtig meinen zerschundenen Hintersteven und..... humpelte mühsam weiter. Stunden waren vergangen, als ich endlich eine Furt erreichte. Und wieder Stunden, bis ich hoch oben am Berg die Landstraße fand. Und Stun den, viele Stunden waren's noch bis zum Ziel. *) Aa ragazzo! Hallo, Bursche! *) Was machst du Bursche?... Ich bin der doch!... Na, lieber nich!" = wt. Daniel Defoe hat die unsterbliche Figur des Robinsons Crusoe, welche die Jugend aller Völker begeistert hat, nicht frei erfunden. Er hat ein Vorbild gehabt, nämlich den ſchottiſchen Seemann Alexander Selkirk, der auf eine Weiſe, über die man sich bisher nicht ganz einig geweſen iſt, auf eine einsame Insel verschlagen worden ſein soll. Jezt hat der englische Forscher Stanleh Rogers in mühseligen Unterſuchungen er, mittelt, wie ſich das Abenteuer des Schotten in Wirklichkeit abgespielt hat. Alexander Selfirk war Untersteuermann auf einer Galeere. Wie Stanley mitteilt, ge langie Selkirk jedoch nicht infolge eines Schiff bruchs auf die menschenleere Insel; er ist viel mehr aus freien Stüden in die Einsamkeit ges gangen, da er sich mit seinem Kapitän nicht vertragen fonnte. Das Schiff befand sich gerade bei den Juan Fernandez- Inseln. Einige Matros sen brachten ihn im Boot auf die Insel seiner Wahl. Und noch in einem zweiten Punkt weicht die Wirklichkeit entscheidend von der überlieferten Historie ab. Robinson soll sich, als er den Fluten entkommen war, halbnackt und ohne jedes Werkzeug in der fandigen Wildnis einer einsamen Düne befunden haben. Selfirt schleppte dagegen seinen Koffer auf die Insel, und darin befanden sich zivei Anzüge, Leibwäsche und sogar Bettwäsche. Er besaß außerdem einige religiöse Bücher, Meßinstrumente, Werkzeuge, zwei Ges wehre und einen ganzen Haufen Munition. Die Galeere fuhr davon. Nach ein paar Tagen tat Selkirk seine Hartnädigkeit bitter leid; er war mehrmals nahe daran, Selbstmord zu begehen. Die Einsamkeit bedrückte ihn fürchterlich. Er zitterte vor Angst, nachts schloß er kein Auge. Seine Nahrung bestand aus Früchten, die er sammelte, und aus wilden Ziegen, die er jagie. Schrecklich fehlte ihm das Salz. Vom Kochen verstand er nichts, und bald litt er au Ruhr. Doch Selkirk war ein fräftiger Kerl. Er überwand förperliche und seelische Leiden und da er sehr erfinderisch war, wurde sein Leben allmählich erträglicher. Er zimmerte sich ein fleines Haus und richtete sich, verglichen mii seinem Zustand während der ersten Wochen des Infelaufenthaltes, dort mit einer gewissen Bes haglichkeit ein. Niemals war er so aller Gegen stände aus dem Bereich europäischer Zivilisation entblößi, wie man es früher angenommen hat.| Noch nach vier Jahren besaß er bei seiner Rüd fehr nach England zwei nicht zerrissene Hemden, und nicht einmal sein Munitionsvorrat war aufgebraucht. Allerdings jagte er die Ziegen und anderes Wild für seine Küche vorwiegend mit Neßen und Fallen, um seine kostbare Munition für den Notfall zu sparen. Der Schotte hatte mehrmals Gelegenheit gehabt, in die abendländische Welt zurückzukeh» ren. Wenn er, was einige Male vorkam, fremde Matroſen landen ſah, floh er in das Innere der Insel, weil er fürchteie, daß es Spanier ſein könnten, und zu jener Zeit führte England mit Spanien Krieg. Eines Tages, als er des Abenteuers endgültig überdrüssig geworden war, faßte er sich ein Herz, als ein Schiff vorüberfuhr, das er für ein englisches Fahrzeug hielt. Er gab ein Zeichen, man holte ihn, und er hatte sich nicht geirrt; das Schiff führte die britische Flagge. Selfirts Zeitgenosse, Richard Falconer, war ein englischer Seemann, der tatsächlich etwas von dem erlebt hatte, was dem historischen Robinson nicht widerfahren ist. Er gelangte nicht freiwillig, sondern bei einem Schiffbruch auf „ feine" Insel, die zum Archipel von Alcarane gehörte. Ihm fehlten im Gegensatz zu Selfirt alle Werkzeuge. Er ernährie sich von den Eiern, die die Seevögel in den Sand der Uferdünen legien, wurde aber fürchterlich vom Durst geplagt, da er kein Trinkwasser auftreiben konnte. Nach einigen Tagen war seine Zunge geschwollen, er glaubte, daß sein Ende bevorstand. Da sezte ein heftiger Regen ein, und Falconer fing das Wasser in rasch gegrabenen primitiven Zisternen auf. Aus geschmeidigen Zweigen verfertigte er sich eine Art Sonnenschirm. Alles, was er schuf, war wirklich das Werk seiner zehn Finger. Erst nach langer Zeit, die er unter großen Entbehrungen auf der Insel verbrachte, wurde die mit einer Barte landeten und sehr erstaunt Falconer von vier englischen Matrosen gefunden, waren, in der tropischen Einsamkeit einen Landsmann anzutreffen. Das Zusammentreffen wurde etwas zu reichlich mit mitgeführtem Alkohol gefeiert; völlig betrunken gingen die vier Anköminlinge an Land und ließen nur Falconer als Bewachung an Bord der Barke zurüd. In jener Nacht brach ein gewaltiger Orkan über die Insel herein, das Schiff wurde losgerissen, und nun schwamm Falconer in das Weltmeer hinaus, unfähig, die Barke dorthin zurückzusteuern, wo seine plöslich aufgetauchten und schon wieder verlorenen Kameraden geblieben waren. Nach wenigen Tagen wurde er von spanischen Piraten aufgefischt, die ihn verschleppten, und erst viel später, im Jahre 1720, fonnte Falconer in seine Heimat zurückkehren, wo er dann die Geschichte seiner Abenteuer veröffentlichte. Der größte Finanzbetrüger aller Zeitenans Goldmacher John Law, der Vater der Inflation Einen Stavisty- Standal, nur größeren können. Der Herzog gab John Law die Erlaub Ausmaßes, hat Frankreich schon einmal im nis, eine Privatbank mit 6 Millionen Livres 18. Jahrhundert erlebt. Ein genialer Beirüger,( 1 Livre= 1 Pfund) Attientapital zu gründen. der Engländer John Law, der Gründer der Ein Jahr später wurde die Privatbank in erſten franzöſiſchen Notenbank, rupsie damals ein öffentliches Bankinstitut verwandelt, welche ganz Frankreich, ja ganz Europa. Aber ebenso ein Emissionsrecht bis 60 Millionen Livres erwie Stavisty gelang ihm dies nicht etwa durch hielt. ein übergescheites Betrugsystem, sondern nur des halb, weil er es verſtand, die Dummheit der Menschen, ihre Gier nach spielendem, mühelosem Seldverdienen, nach Erraffung eines großen Vermögens auszumüßen. John Law, geboren am 16. April 1671 in Edinburg in Schottland, war zweifellos ein nur flingende Münzen als Geld. John Latv wollte nun die ausschließliche Herrschaft des Münzgeldes brechen. Er wollte der Finanznot der europäischen Königshöfe durch Schaffung neuen Geldes, durch gedruckte Bettel- genannt Banknoten, die statt Gold und Silber in Umlauf gesetzt werden sollten, abhelfen. Die neuen Banknoten hätten natürlich nach seiner Theorie weder Gold- noch Silberdeckung gebraucht. John Law erreichte was er wollte. Er begnügte sich jedoch nicht mit dem einmal Erreichten, er strebte darnach, Europas Finanzdiktator zu werden. Und da dies mit Arbeit nicht zu erreichen war, griff er zu betrügerischen Auswegen. Er gründete im Jahre 1717 eine Handelsgesellschaft„ Gesellschaft des Westens", die das 12. Der Amok- Läufer fauft. Law sah, daß das Geschäft blüht und eniſchloß sich, außer den Mutteraftien Tochieraftien und Enkelaktien herauszugeben. Innerhalb weniger Monate erreichten die Aktien das Vierzigfache ihres Wertes. Aus aller Herren Länder kamen Aktienjäger nach Paris. Es war fein Logis zu bekommen. Die Aftienjäger überfüllten alle vorhandenen Räumlichkeiten. Neue Millionäre schossen hervor wie Pilze nach dem Regen. Alle wollten John Law sprechen, um von ihm Tips zu erhalten. Da jedoch der Wundermann für niemanden zu sprechen war, schlugen viele geradezu phantastische Bege ein, um in seine Nähe zu gelangen. Sie verkleideten sich als Lawische Lakaien, oder kletterten durch das Fenster. Einige Uneniwegie erkämpften sich sogar den Weg durch die Kamine. Das Parlament sah dieser Attienorgic mit wachsender Unruhe zu. Es perbot das Einlösen der Lawischen Papiernoten. Der Regent hob diesen Parlamentsbeschluß auf und machte aus ideenreicher Finanzmann. Bu jener Zeit galten Monopol für Frankreichs gesamten überseeischen Laws Privatbank eine Staatsbank. Die Bank Handel erhielt. 200.000 Attien zu 500 Livres erhielt zugleich das Privileg der Münzprägung. wurden herausgegeben. John Law versprach Zwei Jahre lang dauerte der Schwindel, einem jeden, der einige Aftien erwarb, ihn über dann kam die Katastrophe. Das emittierte Bas Nacht zu einem reichen Mann, zu einem Krösus piergeld erreichte den Beirag von 1.6 Milliarden 3 machen. Die unſinnigſten Gerüchte wurden Livres. Die versprochenen Schäße, die Edelsteinin Umlauf gesetzt und die leichtgläubigen Menschen glaubten alles. Law war mit Worten nicht sparsam. Er versprach das Paradies auf Erden. Dieses Paradies lag, wie Law behauptete, an den Ufern des Mississippi. Das Gebiet des Mississippi Nach dem Tode des Sonnenkönigs Lud- war damals in Europa noch fast unbekannt. wig XIV. stand Frankreich vor dem Staats- Niemand wußte, ob und welche Schätze dieses bankerott. Die wahnwißige Verschwendungs- Land birgt. Man glaubte Law blindlings, als sucht des Hofes, die Maitressenherrschaft, die er erzählte, daß es in diesem gesegneten Land Ausbeutung der unteren Volksklassen die ein ganzes Smaragdengebirge gibt. Law verkostspieligen Kriege, brachten das Land sprach den Berg abtragen zu lassen und die Edelan den Rand des finanziellen Ruins. ſteinklumpen nach Frankreich zu bringen. UeberIn dieser katastrophalen Situation tauchte dies garantierte er den Aktionären nicht nur das John Law in Paris auf. Es gelang ihm, Anrecht auf den Smaragdenberg, sondern auch den Herzog von Orleans, der für den minderjäh- die dreifachen Erträgnisse der Wunderernte des rigen Ludtvig XV. die Herrschaft übernahm, Landes. glaubhaft zu machen, daß sich Frankreich durch Diese Märchen laten ihre Wirkung. Die ſein Syſtem finanziell wieder aufrichten wird 200.000 Aftien waren im Handumdrehen verflumpen, kamen aber nicht. Sie ruhten noch immer in unerreichbarer Ferne. Die Aktionäre wurden mißtrauisch. Immer mehr Menschen verlangten von der Bank, sie soll ihre Papiere auf Gold umtauschen. Da die Bank diese Berpflichtung nicht erfüllen wollte, nicht erfüllen fonnie, begann der Kurssturz. Innerhalb von 12 Jahren sank das Papiergeld auf 60 Prozent seines Wertes. Der Hof wollte die Bank vor dem Zusammenbruch bewahren. Der Regent erließ ein Dekret, nach welchem das Münzgeld von nun ab nur 50 Prozent wert sei. Law hoffte auf diese Weise den Wert des Papiergeldes zu heben. Aber trotz der drakonischen Gegens maßnahmen ließ sich der Kursſturz nicht mehr aufhalten. Im Jahre 1720 hatten die Papiere der Bank gar keinen Wert mehr, sie waren die erſten Inflationspapiere der Weltwirtſchaft. Im Oftober 1720 wurden die Papiere aus dem Verkehr gezogen. 1.6 Milliarden waren dahin. In Paris sezie ein Sturm der Entrüstung ein. Die beirogenen Massen stürmten John Latvs Haus und der vor kurzem allmächtige| Finanzdifcator mußte fluchtartig Frankreich verlassen. Aus dem Zusammenbruch konnte er nichts retten. Mit 800 Livres in der Tasche floh er über die Grenze. Neun Jahre später starb der Vater der Inflation, der größte Finanzbetrüger der Welt, in grenzenlosem Elend in Holland. Wißt Ihr schon?.. .... daß die ersten Mannequins aus Holz oder Wachs waren. Die vornehmen Damen der Provinz ließen sie sich einmal im Jahr aus Paris kommen. Die Roben dieser Mannequins wurden kopiert, dann wurden die Puppen wieder nad Paris zurüdgeſchidt. .... woher das Fragezeichen stammt? Das Fragezeichen wurde im 16. Jahrhundert von dem berühmten venezianischen Druder Aldus Manutius zum erstenmal gebraucht. .... wver den ersten Filzhut trug? Der erste Filzhut schmückte das laiserliche Haupi Karls V. im Jahre 1547. Der Hut war mit Samt überzogen und ſehr leicht. Karl V. irus ihn bei der Musterung seiner Truppen. ... wann der erste„ Kraftwagen" gebaut wurde? Der erste„ Straftwagen" war ein Segelwagen, ein Wagen mit Segel, der für den Prinzen Moritz von Oranien um das Jahr 1600 von dem Holländer Sevin erbaut wurde. Der Wagen fonnte bei günstigem Wind 30 Menschen mit der ziemlich großen Geschwindigkeit über 30 Kilometer pro Stunde befördern. .... daß das sogenannte„ Parma- Veilchen" aus Toulouse fommi? Hier wird es in Lalande, einem Vorort von Toulouse, Ende April gebilanzt und von Oktober des gleichen Jahres bis zum nächsten April gepflückt. Das ParmaVeilchen läßt sich nur in fleinsten Mengen ansiedeln, es ist außerordentlich von der Witterung abhängig. In Toulouse werden die Parma- Veilchen auch verzudert als Bonbons in den Handel gebracht. .... daß die Email- Kunst nach Ansicht der legien großen Meister dieses Kunsthandwerks in Limoges sich im Aussterben befinden soll, weil es taum noch Käufer für diese Kunst gäbe? In Wirklichkeit setzt die Porzellan- Industrie in Limoges etwa 100 Millionen Franken dieses härtesten Porzellans der Welt um! .... wo die ersten Zigaretten geraucht wurden? Die ersten Zigareiten wurden in den spanischen Kolonien geraucht. Nach Europa kamen sie erst in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Heiteres Der Neger. Das Schiff ging unter mit Mann und Maus. Nur der Steuermann rettete ſich auf einem dürftigen Ballen. Drei Tage trieb er im Meer. Endlich sah er Land. Erschöpft fletterte er aus dem Wasser. Keine menschliche Siedlung weit und breit. Sollte er auf eine der verlassenen, kleinen Inseln des Großen Ozeans verschlagen sein? Zwei Tage lang wan> derte er in das Innere. Endlich entdeckte er einen Galgen, an dem ein Neger baumelte.„ Gott sei gelobi", rief er begeistert aus,„ ein Zeichen ber Zivilisation!" Milliardärstinder. Kinderspielplatz in New, fleine Fris dazwischen:„ Das ist doch kein York. Zwei Kinder, deren Väter Milliardäre großzes Wunder, jezi mitten im Frühling!" sind, unterhalten sich: Der eine Junge sagt: „ Mein Papa hat eine eigene Yacht!" Voller Geringſchägung meint der andere:„ Mein Papa hat einen eigenen Ozean!" Krokodile. Der Badegast in Florida haite sich von dem belebten Strande entfernt und wollte sich zum erstenmal mit vollem Genuß den blauen Fluten des Ozeans anvertrauen.„ Sam!" rief er einem Schwarzen zu.„ Sind hier auch feine Krofodile im Wasser?"" No, Sir!" grinste der mit dem ganzen Gebiz.„ No Krokos dile hier!"„ Woher weißt du denn das so genau?"„ Die schrecklich schlau ſein, Mister alle wegrennen vor Haifischen!" Vorsicht. Bauer:„ Sie wollen mir den Zahn schmerzlos ziehen?" Arst:„ Ja, ich betäube Sie, und Sie verlieren das Bewußtsein." Bauer: „ Kostet das mehr?" Arzt:„ Fünfzehn Franken mehr." Bauer:„ Gemacht." Er zieht sein Portemonnaie. Arat:„ Sie brauchen jezi nicht zu zahlen- das können Sie später." Bauer:„ Ich till ja gar nicht zahlen, ich will merken, wieviel drin ist." Wunder der Natur. Der Lehrer wird poetisch:„ Alle Bäche und Flüsse, alle Leiche uns Seen, die noch vor kurzem mit einer dicken Eisschicht bedeckt waren, sind nun wieder aufgetaut. Das ist ein Wunder der Natur!" Da medert der Schach- Ecke Geleitet von Genossen Wenzel Scharoch, Zwettnitz 65 bei Teplitz- Schönau. Schachaufgabe Nr. 186. Von Viktor Führer. Wagelberg. ( Oesterr. Arb.- Schachzeitung. 1933/ XII.) Schwarz: Kei. Lf8. Bd4, e7. x7. 4. h5( 7). 8 bcdefgh abcdefgh Weiß: Kg3. Tf2, Le6, Spdi, d7. Bg6, h4( 7). Matt in zwei Zügen. Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe en den Leiter dieser Spalte einzusenden. Lösungszug zu Nr. 183: Dd1-13: Adolf, Arnsdorf bei Haida; Lösel Richard. HochRichtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Walter Ludwig, Robek Franz, Schmied Ferdinand, sämtliche Kwitkau: Wenzel dobern: Dinnebier Emil. Tetschen: Rudolf Friedrich, Hieke Josef, Fritsch Anton. Hauptund Josef, Hostomitz; Beutel Wilhelm, Arnsdorf bei Tetschen( bitte mir nochmals die genaue Franz, Wolfersdorf: Fuchs Hans, Neubert Anton. Kerschhagel Josef, Schleger Josef, sämtliche Kleinaugest: Döhnert Max und Mildorf Adolf. Tischau: Triltsch Gustav und Michel Fritz, Wisterschan; Böhm Heinrich, Johnsbach. mann Franz, sämtliche Markersdorf; Hyna Franz Aufstellung von Nr. 21 einzusenden); Lerche Simultanspiel in Bodenbach. Gen. Hyna jun. gab am 29. April in Krochwitz eine Simultanvorstellung, zu welcher 27 Genossen aus allen Sparten des 6. Bezirkes anDas reine Wasser. Zwei ale Amerikaner plätscherten luftig im Wasser von Miami. Da fagt einer zum andern:„ Du, ist dir nicht aufgefallen, daß seit zwei Jahren hier das Wasser reiner geworden ist? Wie kommt das eigent lich?“ –„ Ja, mein Lieber, seitdem die Leute nicht mehr baden, sondern nur noch ihre Badeanzüge und Strandpyjamas einander zeigen." Liebenswürdig.„ Sage mal, Anni, hältst du mich eigentlich für einen vollkommenen Idioten?" Jch bitte dich, Erwin, vollkommen ist doch kein Mensch!“ fauft Sächſiſches. Auf einer jächſiſchen Kleintunit bühne produziert sich ein Meſſerwerfer. Andachis. voll sieht das Auditorium dem aufregenden Spiel der Klingen zu. Das schöne junge Mädchen ist an der hölzernen Wand festgeschnallt der Messerwerfer aielt und bums die erste Klinge haarscharf an der Wange des Mädchens vorbei.- Das awweite bum3 berührt fast die Schläfe der Partnerin. Da wirft der Künstler das dritte Messer, das- bums genau über dem Kopf des Mädchens zitternd landet. Da haut einer aus dem Publikum mit der Fauft auf den Tisch und ruft:„ Schon tibr danäbn!" -getreten waren. Gen. Hyna entledigte sich seiner schweren Aufgabe in ganz ausgezeichneter Weise, er gewann 23 und 4 Partien gingen für ihn verloren. Wieder ein Beweis, daß auch Arbeiter schachspieler imstande sind. Großes zu leisten. Partie Nr. 56 Damengambit. Weiß: Bomsdorf. 1. d2- di 2. Sg1-13 3. c2- c4 4. Sb1- c3 5. e2-3 Schwarz: Schwarz. 47- d5 e7- e6 c7- c6 Sb8- d7 6. cxd5 Sg8-16 Weiß hatte absolut nicht nötig zu tauschen. Er schafft dadurch dem Schwarzen nur das frelere Spiel. Der schwarzen Damenläufer wird die Diagonale freigelegt. außerdem erhält Schwarz einen Mehrbauern auf dem Damenflügel. 6. Lf1- d3 verdient hier entschieden den Vorzug. 8... 7. Lt1- d3 8.0-0 9. Ddl- c2 10. Sf3-5? Tempoverlust. 10. 11. Sg5-13 12. e3- et h7- h6 Sd7-18 d5Xe 13. Sc3Xet 14. Seixd6 15. a2- a3 e6xd5 L18-16 0-0 T18-88 Sf6-15 DdSxd6 Weiß will sich seinen Königsläufer nicht abtauschen lassen, sofern Schwarz Sb4 zieht. Doch mit Ld2 erreicht er dasselbe und verbündet gleichzeitig seine Türme, 15.. 16. S13-85 17. h2- h3 Lc8-4 Sd5-16 Lg4- e6 Der Läufer konnte also sofort nach e6 gehen und Schwarz hatte zwei Tempi gespart. da auch der Springer auf d5 recht gut postiert war. 18. Lc1- e3 19. Tal- di 20. Le3- c1 Ta8- d8 S16-05 Hier kam Ld3- c4 stark in Frage. 20. 21. Tfl- el 22. Tel- e2 23. Tal- el 24. Le1x14 25. Ld3-17+ 26. Te2- ei 27. De2- e3? 28. Se5x17 Verzweiflung. 28. 29. Teixes+ Aufgegeben. St8- d7 Sa7-16 S16- h5! Sd5-14 Sh5x14 Kg8-18 ST4- h5 Sh5-16 Le5x17 Td8xes Die letzten weißen Züge sind reichlich schwach gespielt worden.