9tr. 15 L1nteryattrrngSve«age 1935 Ich möchte Neber spielen... Im Staatssaal des College von Eton wurden sich di« beiden Thronanwärter vorgestellt. RhamseS XXWII. von Anthracitten und Boris XU. von Balkanten. Nach der feierlichen Bekanntmachung nähmen der zukünftige Kaiser und der zukünftige König auf weinroten Samtsesseln Platz und baumelten mit den Beinen. Zuerst starrten sie die nachgedunkelten Oel» gemälde an den Wänden an, Porträts grosser englischer Staatsmänner, deren Karriere mit jener weltberühmten disziplinierten Erziehung von Eton begonnen hatte. Rhamsei XXVII. sah schüchtern auS. Er hatte leichtgeschlitzte schrägliegende schwarze Augen, einen geglichen Leint und glänzend-blauschwarzeS Haar. Boris XII. machte entschieden einen muntereren Eindruck. Er war schmal und beweglich, schon jetzt bemerkte man«inen Zug nervöser Unruhe um seinen lebhaften Mund. Er entschloss sich denn auch als erster, nachdem Seine Magnifizenz, der Rektor, fie diskret allein gelassen hatte, die Unterhaltung zu eröffnen. „Wie alt sind Eure Kaiserliche Hoheit", fragte Boris mit höflicher Distanz. RhamseS sah ihn auS seinen schrägen Schlitzaugen traurig an.„Elf Jahre. Und Eure Königliche Höhest?" Boris antwortete lakonisch:„Neun." Wieder herrschte Schweigen. Boris fing an, sich zu langweilen. Durch daS Fenster konnte man den grossen Garten sehen, bedeckt mit weiten Flächen englisch-kurzgeschorenen grünen Rasens. Dahinter funkelte im Sonnenlicht die Themse, befahren von vielen Booten. „Angeln Eure Kaiserliche Hoheit gern?" In Rhamses Augen leuchtete eS auf.„Sehr gern. Aber noch lieber spiele ich Murmeln."—„Das ist ja ausgezeichnet. Da könnten wir doch gleich mal ein« Parti« auStrudeln." Jetzt taute Boris auf. Sprang aus dem steifen weinroten Sessel, trat auf Rhamses zu, klopfte ihm die Schulter. „War meinen Eure Kaiserliche Hoheit? Wenn keiner dabei ist— könnten wir unS dann nicht duzen?" Rhamses lächelte beglückt.„Eine ausgezeichnete Idee. Also, wenn'S niemand hört, dann sag' ich Boris, ja?"— All-right. Und ich RhamseS."—„FamoS. klebrigen-, mir ist eS auch ganz Wurscht, Wenn'S jemand hört."— „Nein, nein," wehrte Boris ab— er war, obwohl der Jüngere— Rhamses entschieden überlegen.„Dar geht nicht. AuS Gründen der Etikette. Schliesslich find wir doch nicht irgendwer. Ich habe zwanzig Millionen Untertanen." — RhamseS zog geringschätzig die Unterlippe herab.„Pah— ich habe fünfundzwanzig."— „DaS stimmt nicht" Boris macht« ein zorniges Gesicht.„Anthracitten ist nicht grösser als Bal- kanien."—„Natürlich ist eS grösser."— „Nein."—„Doch."—„Du, wenn du das noch mal sagst, verhau' ich dich."—„Komm doch. Glaubst du. ich hab' Angst?" Boris stürzte sich auf RhamfeS. Er war kleiner, doch geschmeidig wie eia Aal. Der Kampf endet« damit, dass der künftige Kaiser von Anthracstien unter den Sttz-e vo« Grete Liviu» Thronanwärter von Balkanien zu liegen kam. Sein Sieg stimmte Boris versöhnlich.„Na, siehst du. Fang nicht wieder mit mir an. Jetzt tragen wir so was beide noch allein aus, später tun daS unsere Armeen. Wenn du mich ärgerst, schick' ich dir meine Truppen auf den HalS." RhamseS grinste schadenfroh.„Sie würden elend verrecken in unserem Land. Da ist eS viel zu heiss, daS Klima könnten st« nie vertragen." Boris, dessen lebhafte Phantasie schon längst etwas anderes beschäftigte, rief ungeduldig:„Noch sind wir ja nicht gross. Komm schon, sonst wird'S zu spät. Holen wir unsere Murmeln. Ich warte auf dich am Eingang zum Golfplatz." Seine Magnifizenz, der Rektor, rieb sich befriedigt Hinterm Fenster die Hände, als er die beiden erlauchten Zöglinge zehn Minuten später in Eintracht Murmeln Kielen sah. ES war erwünscht— die Regierungen von Anthracitten und Balkanien hatten iS ihm dringend ans Herz gelegt— dass sich diese zwei Knaben anfreunde- ten- Staatsinteressen erforderten dies. Die Erziehung in Eton diente stets nur Staatsinter« essen. Seit Jahrhunderten. Das heisst, den Interessen der jeweils herrschenden Klaffen des einen oder anderen Staates. „Du hast aber feine Murmeln", sagte Boris bewundernd.„Die eine schillert ja wie Gold."—„Ist auch Gold", sagte Rhamses stolz. „Onkel Uimbim hat fie mir bei der Abreise nach England geschenkt."—„Wer ist Onkel Uim- bim?", ftagte Boris.—„Na, der jetzige Kaiser von Anthracitien Dohimbimdranathtagore XIV. Onkel hat keine Kinder. Daher bin ich sein Nachfolger auf dem Thron."—„So. So. Die Murmel ist wirklich schön. Wollen wir nicht tauschen? Ich gebe dir Kaugummi dafür." RhamseS schüttelte sich.„Ich mag keinen Kaugummi. Aber auch keine Zigaretten. Ich esse furchtbar gerne Kremschokolade."—„Schaurig. Wie kann man nur. Ein Junge und Sühig, ketten. DaS Schönste, was eS für Mich gibt, find saure Gurken."—„Pfui Teufel."—„Gar nicht. Kremschokolade ist pfui Teufel."■—„Sag daS nicht. Sonst—" Schon standen fie fich wieder kampflustig gegenüber. Ein Lehrer, der sie beobachtet hatte, kam näher. „Was gibt eS denn, Eure Kaiserliche Hoheit, warum stretten Eure Königliche Hoheit?" Boris knurrte zornig:„Er hat pfui Teufel gesagt, weil ich gern saure Gurken esse."—„Und mich hat er auSgelacht, weil ich Kremschokolade lieber mag." RhamseS vergass die Etikette.„So ein Affe." Der Lehrer rang die Hände.„Ich bitte Eure Kaiserliche Hoheit, ich bitte Eure Königliche Hohett— mässigen Sie sich. Er bleibt mir sonst nichts übrig, als Kaiserliche Hoheit und Königliche Hoheit morgen eine Stunde nachsitzen zu lassen. Und daS wollen Sie doch nicht. Denken Sie daran, dass morgen Training zum Wetttudern gegen Cambridge ist. Wollen Sie etwa, dass Eton unterliegt?"—„Nein," riefen Rhamses XXVII. und Boris XII. entsetzt, wie aus einem Mund:„Auf keinen Fall!" „Na also." Der Lehrer packte jeden von ihnen am Arm.„Sie sollten für Ihre verschiedenen Neigungen gegenseittge- Verständnis ausbringen, Kaiserlich« Hoheit und Königliche Hohett. Sonst könnten Kremschokolade und saure Gurken noch einmal welthistorische Konsequenzen haben. Merken Sie sich daS und jetzt—< trollen Sie sich". DaS völkerversöhnend« Moment hatte in diesem Fall ausnahmsweise gesiegt. Sie zankten sich noch oft und vertrugen sich wieder— die beiden Königskinder von Eton. Aber im grossen und ganzen betrachteten sie sich doch als Freunde. Beim Golfspiel, das sie bald dem Murmelspiel vorzuziehen begannen, beim Angeln, beim Schwimmen und Rudern« Es war ein idyllische- Leben. Und sie hätten höchst selten an ihre zukünftigen wichtigen. Missionen gedacht, wenn nicht ab und zu ein offizielles Ereignis mahnend aufgetreten wär«. Wurde zum Beispiel in London feierlich da- Parlament eröffnet, hatte der König oder ein Mitglied der Königlichen Familie Geburtstag, gab es bei Hofe Hochzeiten, Geburten oder Todesfälle, war irgendwo in der Welt etwas los— dann steckte man die Thronerben in ihre Uniformen, und sie mussten sich sehr feierlich gebärden.„Etsch, meine Uniform ist viel bunter als deine," rief Rhamses einmal.„Dafür hab ich aber mehr Orden". Und die Königliche Hoheit steckte der Kaiserlichen Hoheit die Zunge heraus- In Wahrheit glichen sie. jedoch beide geputzte» kleinen ZirkuSaffen. In dieses Idyll platzte wie ei«v Bombe die Nachricht, dass der König von Balkanien, Boris Bater, ermordet worden war. Politisch« Gegner, im Dienste einer ausländischen Macht, so hiess eS, hätten ihn getötet. Jene ausländisch« Macht war interessiert daran, dass eine klein« fascistische Clique in Balkanien anS Ruder kam. Und um ihre dunklen Pläne möglichst ungestört und undurchsichtig verwirklichen zu können, bestand diese Clique darauf, dass Boris XII., Boris, ein Junge von zehn Jahr«n, zum König von Balkanien gekrönt wurde. Boris musste nach Hause reisen. Man rief ihn zum König aus. Unwissende jubelten ihm zu, dem schuldlosen Werkzeug politisch-reaktionärer Interessen. Nachdem der Rummel vorüber war, sandte man Boris wieder nach Eton zurück. Dort war er für alle an dem Staatsstreich Beteiligten vorläufig am besten aufgehoben. Seine Magnifizenz empfing den neugekrönten König von Balkanien gemeinsam mit Seiner Kaiserlichen Hoheit Rhamses XXVII« im Staatszimmer von Eton-College. Es schien, als lächelten die Gesichter der Staatsmänner auf den vom Alter nachgedunkelten Bildern huldvoll. So etwas sahen sie gern. Feierlich und förmlich war di« Begrüssung. Erst später — 2— hatten Rhamses und Boris Gelegenheit, vertraulich miteinander zu sprechen. Rhamses steckte sich ein Stück der unvermeidlichen Kremschokolade in den Mund. Hände in den Hosentaschen, sah er da.„Na, wie war's?"— Boris sah sich scheu um.„Unter uns gesagt— zum Kotzen." Er redete im Flüsterton.„Ich bin schrecklich müde und abgespannt. Stundenlang mutzte ich auf dem Thron hocken, nicken, lächeln, wie'ne Pagode. So oft dachte ich: RhamseS hat's gut. Der angelt jetzt und friht dabei Schokolade. Zuletzt war ich ganz kaputt." Er gähnte, schien gar nicht mehr so quicklebendig wie sonst. Unter den Augen hatte Boris tiefe Schatten. Ein kleiner, müder Junge. Seufzend schloh er seinen Bericht:„Furchtbar langweilig— König zu sein!" In dieser Nacht konnte Rhamses lange nicht einschlafen. Die Hände unter dem Kopf verschränkt, lag er wach, während die zukünftigen konservativen Staatsmänner des Britischen Weltreichs rings um ihn im Schlafsaal bereits erheblich schnarchten. Rhamses dachte nach... Und wie entsetzt war er, als man ihn genau vier Tage nach jenem Gespräch mit Boris zu Seiner Magnifizenz rief, wo ihm feierlich folgendes verkündet wurde: „Seine Majestät, Kaiser Uohimbimdranath- tagore XIV. hat soeben freiwillig auf den Thron von Antracitirn zugunsten seines Nachfolgers verzichtet. Ich beglückwünsche hiermit, zugleich im Namen der gesamten Lehrerschaft von Eton, Ew. Majestät, den Thronerben des Kaisers UohiMbimdranathtagore. Seine Majestät wird in einer Stunde hier eintreffen, um Ew. Majestät den erlauchten Entschlutz höchstpersönlich mitzuteilen. Ich bitte, Ew. Majestät, hier zu warten. Inzwischen können sich Ew. Majestät bie- Zeit mit dem Lesen der Glückwünsche vertreiben, die bereits angekommen sind. Hier— ein Telegramm unseres verehrten Königs, hier— eine Gratulationsdepesche unseres Autzenministers, Sir John Simon. Der Herr Minister lätzt sich entschuldigen. Er wäre gerne selbst gekommen, aber er mutzte dringend zu Herrn Hitler. Nächste Woche wäre dieser vielleicht schon wieder erkältet gewesen." Rhamses hörte gar nicht hin.„Quatsch dich aus, alter Esel", dachte er und starrte trübsinnig zum Fenster, hinter dem der grotze Garten lag und die Themse glitzerte. Immerhin sah ihm nun auch schon die Etikette im Blut. „Soll ich mir nicht Uniform anziehen?", fragte Rhamses. Doch in diesem Augenblick öffnete sich bereits die Tür zum Staatssaal, und herein trat der Kaiser von Antracitien, in Begleitung seines höfischen Gefolges. „Onkel Uimbim!" rief Rhamses überrascht, „Donnerwetter, das ging aber schnell". Der Kaiser machte ein strenges Gesicht. Mit einer Handbewegung entlieh er zuerst das Gefolge und dann den Rektor, der sich unter tiefen Verbeugungen zurückzog. Mihbilligend. bemerkte Kaiser Uohimbimdranathtragore:„Lieber Rhamses, wie oft mutz ich dir noch sagen, dah du in Gegenwart von Fremden mich nicht „Onkel„Uimbim" nennen sollst. Nun bist du bereits sechs Jahre in Eton und machst, immer noch solche Schnitzer. Hätte ich nicht geglaubt". Rhamses hob bittend die Hände.„Sei nicht böse, Onkel Uimbim. Aber ich habe mich wirklich gefreut, dich nach so langer Zeit wiederzusehen. Komm, setzen wir uns. Was gibt es Neues in Anthracitien? Stimmt es, was der alte Kaffer mir vor ein paar Minuten gesagt hat? Mutz ich wirklich Kaiser werden?" Seine Majestät schüttelte den Kopf,„Du sprichst.höchst, respeftlos von deinen Lehrern. Ich sollte das nicht dulden—"—„Ach was. Onkel Uimbim," RhamseS klopfte dem Kaiser freundlich auf die Schulter,„unter uns brauchen wir doch kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Also schieb los,. Seine Majestät resignierte. Setzte sich in einen der steifen weinfarbenen Sessel, zündete sich eine dicke, schwarze Brasil an und erklärte lakonisch:„Also, Kleiner, da hilft dir nix. Du mutzt Kaiser werden." Rhamses machte ein unglückliches Gesicht. Seufzte schwer.„Aber Onkel, warum willst du denn nicht mehr Kaiser sein?" Mihtrauisch blickte er aus seinen schräggeschlitzten Augen.„Du nicht schwindeln. Sag mir die Wahrheit." Der Onkel sah sich scheu um. Niemand war zu sehen. Dann räusperte er sich und begann schließlich zögernd: „Ganz ehrlich, lieber Rhamses. Ich tu's hauptsächlich wegen der Wirtschaftskrise. Weiht du, waS das ist?"— Rhamses nickte, lauerte gespannt auf das, WaS kam. Der Kaiser streifte die Asche von der Zigarre, fuhr fort:„Bei uns in Anthracitien gibt's Millionen Arbeitslose. Und die, welche noch Arbeit haben, können vor Hunger auch kaum einschlafen. Alle erwarten, datz ich ihnen aus dem Schlamassel helfen soll. Bin ich ein Führer?— Jetzt, wo sie sich gegen meinen Willen ein Parlament eingerichtet haben, mit all den dazu gehörigen europäisch-demokratischen Mätzchen— jetzt wollen sie sogar meine Einnahmen kontrollieren. Mir ein Budget aufstellen, die Anlage meiner Kapitalien überwachen— du weiht doch, WaS das alles bedeutet, nicht?— Na also! Stell dir vor: der Finanzminister hat neulich sogar eine Steuererklärung von mir verlangt. Von mir! Da ist's mir denn doch zu bunt geworden. Und ich habe ihnen mit den Worten eines toten Herrschers zugerufen: „Macht euch euren Dreck alleene!" Das habe ich denn doch nicht nötig. Da lebe ich lieber in England. Wie schön und. abwechslungsreich ist hier das Dasein eines vermögenden Privatmannes. Wenn ich nur an die Pferde-Rennen in Ascot denke, an die Tennisturniere, in Wimbledon, die Fuchsjagden in Schottland, an die Londoner season und die Festlichkeiten im Buckingham-Palace. DaS Wasser läuft mir im Mund zusammen. Ich hoffe, lieber RhamseS", der Kaiser wischte sich, durch seine lange Rede ermüdet, den Schweih von der Stirn,„du wirst nach alledem für mich Verständnis haben. Ich bin 45 Jahre alt, und jetzt mutzt du ran." Rhamses seufzte von neuem. Er hätte sich so gern mit dem Finger in der Nase gebohrt. Es erleichterte ihm sichtlich das Nachdenken, und er tat es immer, wenn er sich allein glaubte. Doch das war in diesem Augenblick schlecht möglich. So meinte er nur:„Da hat Boris doch Wohl recht gehabt."—„Wer ist Boris?" fragte der Onkel.—„Na, mein Spielkamerad hier im College, der König von Balkanien."—„Was hat denn der gesagt?" —„Regieren sei langweilig. Man hätte doch nichts zu sagen." Der ehemalige Kaiser von Anthracitien reckte sich würdevoll:„Das ist unser Schicksal." Onkel und Neffe nahmen Abschied. Auf den Onkel wartete ein Flugzeug. Es sollte ihn auf der Stelle nach London zurückbringen.. Dort fand nämlich heute im Empire-theatre die Uraufführung der Revue:„lAouoanä sweethearts" statt, die Uohimbimdranathtagore keinesfalls versäumen wollte. Langsam schlenderte der neugebackene Kaiser, die Hände in den Hosentaschen, durch den Garten. Auf der Suche nach Boris. Er fand den König von Balkanien, beschäftigt mit dem Ausgraben von Regenwürmern zum Angeln- „Halloh, Rhamses," rief Boris schon von weitem,„wo steckst du denn? Du wolltest mir doch buddeln helfen." Rhamses warf sich der Länge nach ins Gras.„Nö, mag nich."— Boris sah ihn erstaunt an.„Aber wir wollen doch morgen ganz früh angeln gehen." Seine Miene zeigte tiefe Enttäuschung. Wieder musterte er den Freund.„WaS machst du denn für ein Gesicht? Dir ist wohl'ne LauS über die Leber gelaufen?" Rhamses richtete sich halb auf. Blickte Boris ruhig und aufmerksam an.„Das nicht. Aber— ist bin eben Kaiser geworden." Boris liefe vor Schreck alle Regenwürmer aus seinen von der Erde schwarzen und feuchten Fingern fallen.„Ach neel So plötzlich? Wieso denn?" Rhamses zuckte die Achseln. „Onkxl Uimbim will nicht mehr. Eben hat er mir's gesagt, vor fünf Minuten." Boris blieb betreten stehen. Dann kam er auf seinen Freund zu, reichte ihm die Hand:„Na— dann gratuliere ich." Rhamses nickte stumm. Traurig wandte er sich ab, starrte auf das silberne Band der Themse:„Und ich möchte doch viel lieber spielen..."' ——————————————————————— Martin von Nitendi Eine Güdsee-Geschichte von L. Becke Oberhalb des kleinen Hafens war am Berg«ine Waldlichtung, von zerklüfteten Felsen überragt. Von dem höchsten herab spähte ein Mann nach dem Kanonenboot aus, das unten vor Anker lag. Er war nur mit einem Gürtel von Tiblättern bekleidet; seine nackten Fütze bluteten..Seine muskulöse Rechte umklammerte ein Gewehr. Auf dem Kopfe hatte er eine grobe Mütze aus Kokosblättern. Trotzdem war er ein Weiher gewesen. Von dem Eingeborenendorf, daS tags vorher die Blaujacken angesteckt hatten, stieg blasser Rauch zu ihm auf. Die Ruine seines eigenen Hauses konnte er an der Steinmauer erkennen, aber von den Eingeborenenhütten war nur graue Äsche übrig. Von dem Schiff unten stieh ein Boot ab. Der Mann zog sein Gewehr dicht an sich. Seine Augen leuchteten auf in tödlichem Hatz. •„Die Herren Offiziere wollen jagen," murmelte er, als das Boot auf den Strand auflief und dann drei Männer mit Flinten das Gestade herauftamen.„Ich möchte sie niederknallen. Wenn es. nur Zweck hätte!" Die Mann schäft war ausgestiegen und suchte aus den qualmenden Trümmern heraus, was dem Feuer entgangen war. Eine Weil« standen sie vor dem Sandhaufen, unter dem sieben getötete Eingeborene lagen. Dann stietz daS Boot wieder ab. Der nackte Mann auf dem Felsen atmet» auf. Neben dem Sandhaufen hatte er ein» 50-Pfund-Tonne mit chilenischen und mexikanischen Dollars vergraben. Behutsam stieg er von dem Felsen'herunter. Am Fütze eines vielästigen Vi-BaumeS sah ein eingeborenes Weib. Ihr rechter Arm 8— war von einem Schuh zerschmettert worden und hing an einem Streifen Bast. „Ein Boot hat gelandet," sagte der Mann in der Sprache der Eingeborenen.„Mein Geld haben fie nicht gefunden." „Dein Geld!" schrie das Weib ihn an. „Ist es mehr wert als das Blut unseres Kindes?" Der Mann sagte in dumpfem Zorn: „DaS verstehst du nicht. Natu! Ich wünsche, das Geld zuretten, aber ebenso sehr wünsche ich die Rache für mein Kind. Doch ich bin nur einer und habe nur noch eine Patrone!" * Jim Martin war wohl der blutbefleckteste Strandläufer, den die Inseln der Siidsee jemals gesehen haben. Bon einem Walfischfänger als Aufrührer in Nitendi an Lang gesetzt, hatte er sich von aller Zwilisation losgesagt. Seine Eltern, die der Hefe Liverpools entstammten, waren deportiert worden. Die Jugenderziehung hatte er beim Zischen der neunschwänzigen Katze genossen, die auf die Rücken der Deportierten niedersauste. Da er rücksichtslos mutig war, wählten hie Eingeborenen ihn zu ihrem Führer, bauten ihm ein Haus und gaben ihm eine Frau. Sie behielten auch Vertrauen zu ihm, als sein Versuch, eine von Hobart nach China bestimmte Barte zu entern, mihlang und viele Eingeborene dabei umkamen. Kurz darauf aber hatte er Erfolg mit einem Handelskutter, der während der Nacht überrumpelt, seiner Ladung beraubt und dann verbrannt wurde. Bei der Beute waren viele Feuerwaffen. In den nächsten fünf Jahren berührten wenige und nur gut bewaffnete Schiffe die Insel, da sie einen schlechten Ruf hatte. Vor zwei Jahren aber kam ein unbewaffneter Schoner, dessen Kapitän Geld für Handelszwecke mit sich führte, nach Nitendi. Jim Martin beschloß, dieses Schiff zu kapern. Im Dunkel der Nacht wurde die Mannschaft niedergemetzelt. Nur ein Fidschianer rettete sich, indem er über Bord sprang. Dieser berichtete den Ueberfall dem Kommodore der australischen Station^ der ein Kanonenboot entsandte, das die Schuldigen nach Sidney vor Gericht bringen sollte. Falls sie nicht ausgeliefert wurden, waren die Eingeborenen nach dem Ermessen des Befehlshabers zu bestrafen und das Dorf niederzubrennen. Bon dem entflohenen Fidschi-Insulaner geführt, gelang es dem Kommando, nachts unbemerkt zu landen und sich dem Dorf von der Rückseite her zu nähern. Doch ein sich selbst entladender Revolver alarmierte die Eingeborenen. Sie leisteten, von Martin geführt, tapferen Widerstand und entkamen, in der Dunkelheit die Reihen der Blaujacken mif ihren Frauen und Kindern durchbrechend, in die dichten Dschungeln des Gebirges. Sieben Leichen mußten sie zurücklaffen; unter ihnen einen zehnjährigen Knaben: Jim Martins Sohn. DaS Korf und die Kanuflotte gingen in Flammen auf. ♦ „Saft unS weiterfliehen. Natu," sagte Martin,„eS ist hier nicht.sicher." DaS Weib gehorchte schweigend. Sie flohen durch die Berghänge, entgegengesetzt der Richtung, die die Offiziere und Blaujacken eingeschlagen hatten. Nach einer halben Stunde erreichten sie eine verlassene Hütte am Flußufer. Natu brach vor Schmerz zusammen. Martin holte Trinkwasser und verband ihre Wunden. Die Offiziere waren kaum hundert Meter hen Strand entlang gewandert, als der jüngste, ein blonder Seekadett, stehen blieb. „Lassen Sie uns lieber in anderer Richtung gehen. Nach der Karte mündet ein Fluß in die nächste Bucht, und dann kommt gleich ein kleiner See." „Einverstanden!" Die Offiziere und die drei Blaujacken hinter ihnen machten kehrt. „Eine famose Wasserfläche!" rief der Seekadett begeistert aus, als der See vor ihnen lag. „Packt aus, Jungs!" befahl der eine Leutnant.„Wir wollen frühstücken! Und Augen und Ohren offen gehalten! Ich möchte keinen vergifteten Pfeil in den Nacken bekommen!" „Aber vorher muß ich schwimmen!" protestierte der Seekadett lachend und entkleidete sich. Nach einem Kopfsprung war er bald bis mitten in den See. geschwommen. * Der Klang von Stimmen riß Martin aus dem Schlaf. Er griff zum Gewehr und weckte sein Weib. Dann kroch er aus der Hütte ans Ufer. Gerade sprang der Seekadett ins Wasser. Mochte Jim Martin mich ein gefühlloser Mörder sein, in diesem Augenblick packte ihn doch Entsetzen. Der See war voll Krokodile! Ahn durchschwimmen wollen, bedeutete sicheren Tod! Natu war herangekrochen und berührte feinen Arm.„Gleich werden sie ihn packen!" triumphierte sie, die Augen voll Haß. „Natu! Es ist nur ein Knabe!" flüsterte Martin und umspannte das Gewehr fester. „Du Narr!" zischte sein Weib wild und griff nach dem Lauf.„Sie haben deinen Sohn getötet! Sich! Sich doch!" Eine schwarze Schnauze ragte aus dem See und bewegte sich langsam vorwärts, kaum dreißig Meter von dem Seekadetten entfernt, der gemächlich dem Ufer zuschwamm. Martin entriß Natu das Gewchr. „Er darf so jung nicht sterben!" murmelte er.„Der Knabe! Lauf schnell in den Wald! Ich komme gleich nach." Er stieß sie beiseite und hob das Gewchr. Ein Schuß krachte; das Ungeheuer sank, auf seinen knochigen Schädel getroffen, in die Tiefe. Ehe Martin fliehen konnte, drangen zwei andere Schüsse durch die Stille, und er stürzte vornüber ins Gras. * „Wir sahen den Kerl gerade noch rechtzeitig," rief die eine Blaujacke. Der Leutnant war aufgesprungen.„Sind Sie getroffen?" schrie er dem Seekadett zu. „Nein! Was ist denn los?" antwortete dieser und erklomm das Ufer. „Ein Neger gab aus dem Hinterhalt einen Schuß auf Sie ab! Schnell Deckung nehmen! Lassen Sie doch Ihre Kleider!" Zehn Minuten vergingen. Kein Laut unterbrach die Stille. Dann krochen der Leutnant und eine Blaujacke vorsichtig dahin, wo diese den Mann hatten fallen sehen. Plötzlich stießen sie auf ihn. Jim Martin wandte das Gesicht zur Seite, sah sie an. <„Hat das Krokodil den Jungen gepackt?" stammelte er. „Krokodil?" fragte der Leutnant überrascht.„Feuerten Sie auf ein Krokodil? Sind Sie ein Weißer?" „Einerlei," keuchte Martin.„Laßt mich hier ruhig liegen. Seht doch!" Er zeigte auf ein Loch in seinem Bauch.„Die Kugel ist glatt hindurchgegangen und hat mir das Rückgrat zerschmettert." Er sprach kein Wort mehr und starb. Die Blaujacken machten eine Tragbahre und trugen ihn zum Strand hinunter. =3 ■ Heiteres■ Druckfehlerteufel Der Schauspieler wurde von den begeie sterten Zuhörern dauernd mit Applmus über« schüttet. Als die Hausfrau in die Speisekamme» trat, blickte Luise sie ziemlich.übernascht an. Zur Strafe für seine Fahrlässigkeit tat Dienste wurde der Beamte wegradiert. Der Redner hat die unangenehme Gewohns heit, die Leute beim Sprechen zur Hälfte verschlucken. Der Ruhestörer im Konzertsaal wurde von? Künstler zur Bestrafung angegeigt. Die Landschaft, welche er durchreiste, bof einen traurigen Anblick; äußer einigen ver« kümmerten kanten und verkrüppelten Richten begegnete der Blick nur ödem Felsgestein. Auf einer kleinen siidfranzöfischen Eisenbahnstation befindet sich an der Bedürfnisanstalt eine Tafel mit der Aufschrift:„Schlüssel deins Stationsvorsteher". Ein Spaßvogel hat dar« unter geschrieben:„In dringenden Fällen wend» man sich an den Verkehrsminister in Paris!" Hereingefallen. A.:„Wissen Sie schon, der König der Belgier trug in der letzten Zeit seines Lebens immer himmelblaue Hosenträger!"— SB.:„Warum?"— A.:„Damit ihm die Hosen nicht herunterfielen l" Gut gegeben. Er:„Heiraten kann ich Sir nicht, aber ich will Ihnen einen-Platz in meinem Herzen geben."— Sie:„Nein, danke, ich bin nicht für das Gedränge!"- Die kleine Frieda hat wunderbare großblaue Augen, um derentwillen fie von allen Freunden und Bekannten bewundert wird. Jhtz fünfjährige- Brüderchen hört das wiederholt und sagt eines Tages ganz betrübt:„Mich lobt keiner, und ich hab' doch so schöne lange Ohren!" Hänschen soll belohnt werden. Recht»»der links? Auweh! 4Episode im Krankenhaus Von Michael Soschtschenko. Im Feber, meine Brüder, bin ich frant ge-| beehrt er mich mit seinem Besuch. Er legt die worden und hab mich im Spital niedergelegt. Kissen zurecht, schleppt mich in die Wanne, will Und da liege ich nun, werde behandelt und ruhe meine Knochen aus. Ringsherum ist eine Sauberkeit und Ordnung, daß einem sogar das Lieda ist ein gen peinlich ist. Willst du ausspucken Spudnapf. Willst du dich setzen da steht schon ein Sessel. Hast du Lust, dich zu schneuzen tu es ruhig in deine Hand. Aber hüte dich, ins Leintuch zu schneuzen: das ist keineswegs erlaubt, so wird dir gesagt. Allmählich gewöhnst du dich an alles das. Es fällt einem auch nicht schwer, sich daran zu gewöhnen. Mit so viel Liebe, mit so viel Sorgs Falt wirst du gepflegt, daß du dir es einfach nicht besser wünschen fannst. mir ein Klystier geben. Allein mit dem Thermometer quält mich dieser Satan jezt zu Tode. Früher hat er es mir ein- oder ziveimal im Tag angelegt, das war alles. Jetzt aber tut er es nicht unter dreißigmal. Früher war das Wasser der Wanne angenehm kühl, jetzt macht er es so heiß, daß ich nahe daran bin, um Hilfe zu rufen. Was ich versuche, ihn davon abzuhalten, ist umsonst. In meiner Verzweiflung gebe ich ihm noch Geld und flehe ihn an: „ So laß mich doch endlich in Ruhe, du Schurke! Hast du denn gar kein Mitleid mit mir?" Aber er entflammt nur noch mehr und bes Da liegt nun, stellt euch vor, ein ganz gewöhnlicher, dreckiger Mensch im Bett, und ihm müht sich doppelt. Eine Woche geht vorüber, und schleppt man das Mittagessen herbei, legt ihm meine Lage wird immer unerträglicher. An Geein Thermometer unter den Arm, macht ihm wicht habe ich schon fünfzehn Pfund verloren eigenhändig Klystiere, richtet ihm die Kissen, ja, und sehe aus wie ein Sfelett. Auch mein Appeman interessiert sich sogar für seine Gesundheit. tit ist ganz dahin und Jivan bemüht sich noch Und wer interessiert sich für ihn? Lauter immer weiter um mich. vornehme, hochgeistige Personen wie Aerzte, Schwestern und auch zum Beispiel der Krankenpfleger Jwan Janowitsch. Das alles ist mir sehr nahegegangen, und deshalb habe ich mich entschlossen, mich mit einer Kleinigkeit erkenntlich zu zeigen. „ Allen freilich kann ich nicht geben", habe ich überlegt, dazu reicht es nicht. Ich werde nur einem etwas geben, nur wem, das muß ich noch gut bedenken." Also denke ich nach und sehe, daß es niemand so verdient wie der Krankenpfleger Jivan Iwanowitsch. Er bemüht sich mehr als alle anderen, ja, er opfert sich geradezu auf. ,, Gut", denke ich, ich werde also ihm etwas geben. Und ich habe begonnen zu überlegen, auf welche Weise ich es ihm zustecken soll. Denn Jwan Jwanowitsch ist überhaupt ein stattlicher Einmal hat diese Hundeseele das Wasser geradezu kochend gemacht, so daß mir, so wahr ich lebe, das Hühnerauge platte und die Haut herunterging. Du bist ja ein Verbrecher", sagte ich zu ihm." Nochst Menschen in siedendem Wasser. Jetzt ist es aus mit jeder Erkenntlichkeit." " Nun gut, ich verzichte", erwidert er.„ Bleiben Sie fünftig meinetivegen ohne jede Hilfe der Medizin und ohne Unterstützung durch wissen schaftliche Mitarbeit." Und weg ist er. Jetzt geht alles wieder so wie früher. Das Thermometer legt man mir einmal im Schach- Ecke Post Modlan bei Teplitz- Schönau. Tage an, Klyftiere befomme ich, wenn ich sie brauche, und das Wasser hat wieder die richtige Temperatur. Nicht umsonst bekämpft man das Trinkgeld. Ach, Brüder, nicht umsonst! Haus und Garten Verjüngung von Wiesen Die Ernte des ersten Schnittes der Wiesen vernichtet gerade die besten Gräfer, ehe sie ins Samen gegangen sind, so daß die Folge eine alle mähliche Verarmung der Wiese an gutem Mas terial und Ueberwiegen der weniger wertvollen Gräser sein muß. Um diesem Uebelstande abzus helfen, tann von Beginn des Frühjahrs an eine auf Verjüngung zielende Neusaat vorgenommen werden. Je nach dem Boden( Lehm, Sand, Kalt, Torf, Moorwiese sowie Bewässerungswiese) wird die Zusammensetzung der Klee- und Grass mischung sein, die man für eine solche Nachjaat anwendet. Da viele Grasarten auf einer Wiese sich vorfinden müssen schon um zu berhüten, daß bei böllig einheitlichem Bestand ein der bea treffenden Grasart ungünstiges Jahr die Wiese vernichte weisen die angedeuteten Mischungen wohl 20 und mehr Arten auf, deren Vorhanden fein eben die Grundbedingung für das üppige Wachstum ist. Es seien neben den Kleearten als Bestandteile der Mischungen genannt: Wiesens fuchsschwanz, gemeines Rispengras, Wiesens schwingel, Glansgras, englisches Raigras, Wies fenrispengras, Knaulgras, Goldhafer, Fiorina gras, Ruchgras, Bittergras, Timothee. Man rechnet auf den Morgen etwa 30 Pfund eines folchen Mischung. 0000000 Tetschen; Hyna Josef u. Hyna Franz, Hosto mitz; Wenzel Adolf, Arnsdorf b. Haida, Reichel Ernst u. Reichel Walter, Drakowa; Walter Ludwig u. Robek Franz, Kwitkau; Kraus Gerhard, Wisterschan; Röckl Rudolf, Soborten. und wohlbeleibter Herr, und ich wollte weder Geleitet von Wenzel Scharoch, Drakowa Nr. 32, Turn; Ulbert Rudolf, Proseditz; Triltsch Gustav ihn in seiner Ehre tränken noch vielleicht eine demütigende Abfuhr kriegen. Schachaufgabe Nr. 228. Eines Tages kommt aber doch die richtige Von Rudolf Büchner, Erdmannsdorf 1./S. Gelegenheit. Er kommt an mein Bett und begrüßt mich freundlich. " Guten Tag!" sagt er. Wie geht es Zhnen? Haben Sie Stuhl gehabt?" " ,, Dante," sage ich.„ Es ist alles in Orbs nung. Aber haben Sie nicht Lust, sich ein wenig zu sezen? Nehmen Sie doch zu meinen Füßen Play! Wir wollen etwas plaudern." Jwan Jwanowitsch setzt sich auf das Bett. ,, Nun," sage ich, wie geht's denn so im allgemeinen? Was hört man in der Welt" Wie find die Löhne?" ,, Die Löhne," erwidert er, sind nicht hoch. Aber es gibt intelligente Arante, die brüden einem manchmal etwas in die Hand, oft sogar, noch ehe sie sterben." Aber bitte!" sage ich. Ich hoffe zwar am Leben zu bleiben, aber ich weigere mich durchaus nicht, etivas zu geben. Ich habe sogar schon lange baran gedacht." Gleichzeitig nehme ich das Geld heraus und gebe es ihm. Jwan Jwanowitsch nimmt es mit einem dankbaren Lächeln und winkt mir zum Abschied freundlich mit der Hand zu. Und am nächsten Tag hat alles begonnen. Ich bin jest ruhig und gut gelegen, und niemand hat mich gestört. Nun aber ist Jwan Iwanowitsch aus reiner Dankbarkeit vollkommen verrückt geworden. Behn-, fünfzehnmal im Tage ( D. Arb.- Schachzeitung 1931.) Schwarz: Kf7, Da2, Tb7, h3, La3, b5, Bb2, c7, d6, II. f5, 16, h5( 12). a b C d efgh 8 I a b c d e f g h Weiß: Kh6, Dd1, Th8, La4, Sc8, d4( 6), Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. 101 Bezirksmeisterschaft im 2. Bezirk. Mit dem Spiel Zuckmantel gegen Wisterschan fand die diesjährige Bezirksmeisterschaft ihren Abschluß. Zuckmantel gewann das Spiel mit 5: 2 Punkten bei einer Hängepartie. Bezirksmeister wurde die erste Mannschaft des ArbeiterSchachklubs Wisterschan. Bezirkseinzelmeister wurde Gen. Berger, Zuckmantel, welcher als Er satz für Hilgarth an der Einzelmeisterschaft teilnahm. Endstand der Mannschaftsmeisterschaft: 1. Wisterschan I. 3 Siege 2. Zuckmantel 2 Siege 8. Wisterschan II. 1 Sieg 4. Eichwald 0 Sieg 18 Punkte 14% Punkte( 1H) 10 Punkte( 1H) 4½ Punkte Kleinaugest und Zuckmantel II, sind vom Tur nier zurückgetreten. 101 Im Freundschaftsspiel gewann Wisterschan I. gegen D. F. J. Zuckmantel I. mit 4: 1% Punkten, Zuckmantel gewann am 1. Brett und remi sierte am 2. Brett, an den restlichen 4 Brettern gewann Wisterschan. Für die Kreismeisterschaft wurden bis jetzt folgende Bezirksmeister gemeldet: 2. Bezirk Wisterschan, 3. Bezirk Komotau I, 6. Bezirk Krochwitz. 7. Bezirk Sobrusan. 10. Bezirk Warnsdorf. Lösungszug zu Nr. 225: Lg6- d3! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Hieke Josef Fritsch Anton, Hauptmann Franz, sämtlich Markersdorf; Böhm Heinrich, Jonsbach; Stepanek Paul, Neuern; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Dinnebler Emil, stehen noch aus. Die Meldungen von den übrigen Bezirken