BUNTE WELT r. 24 Unterhaltungsbeilage Die schöne Helena Im Hafenviertel von Athen lag die Kneipe des Gastwirtes Orchomenos. Matrosen, Arbeiter, Wasserträger und Melonenverfäufer waren feine Stammfunden. In Orchomenos Kneipe stant es nach Kümmel, Zwiebel, Knoblauch und Alkohol. Trotzdem beschloß Jack Diamond, auch hier einzutreten, wie er schon vorher viele andere Gastwirtschaften des Hafens besucht hatte. Er war müde vom Herumlaufen und Suchen. Vom Suchen und Herumlaufen. Schließlich ist es kein leichter Beruf, Manager von internationalen Schönheitskonkurrensen au sein. Grizze von Hilbe Busch ,, Tot." Helena sagte es unsentimental. Es flang höflich und sachlich. Dem Fremden zeigte man nicht sein Herz. Jezt schien es Jack Diamond geraten, auf das Biel loszusteuern.„ Wissen Sie, daß Sie sehr schön sind, Helena?" „ Ja." Ihre Antwort verblüffte ihn. Helena lachte, als sie die Wirkung sah. Einfach meinte sie:„ Viele sagen es mir. Die Matrosen und die Wasserträger. Die hab ich schon davon? Nichts." Hafenarbeiter und die Melonenverkäufer. Was ., Sie könnten Jack Diamond aber etwas davon haben " Jack Diamond wußte, daß die Schönheit holte zu seinem großen Treffer aus. Ruhm, leine Klassenunterschiede fennt. Daß sie überall Geld, Glanz, Erfolge."., Wieso? Die Gäste, blüht. Und so trieb er sich auf der ganzen Welt die bei uns verfehren, fönnen mir nichts von alle in den Stadtteilen des Reichtums und des dem verschaffen. Und ich komme fast nie herElends, der großen wie der kleinen Bourgeoisie aus." Jad Diamond fühlte sich beinahe wie ein und in den Wohnvierteln des Proletariats Bauberer aus dem Märchen als er nun Helena herum. Immer suchend das schöne menschliche zu erzählen begann, wer er sei und was er mit Gesicht, die vollkommene menschliche Gestalt. ihr vorhabe. Die nächste Schönheitskonkurrenz, die Jack In der schlecht gelüfteten Kneipe des grie- Diamond zum Amüsement einiger hundert chischen Gastwirtes war es dunkel. Robe Holz- Snobs und reicher Müßiggänger zu managen tische. Fettflecke darauf. Jack Diamond wäre am hatte, fand in Cannes an der französischen liebsten auf der Stelle wieder davongelaufen. Riviera statt. Alle europäischen Länder verDoch draußen stach die Sonne grell über dem frachteten ihre hübschesten Mädchen dorthin. Im Hafen. Er konnte nicht mehr weiter. Um diese Angesichts von Meer und blauem Himmel wurde Beit war Diamond der einzige Gast. Die eine Siebzehnjährige zur Schönheitskönigin er Stammfundschaft kam erst später. Nach der wählt. Man nannte sie ,, Miz Europa". Mig Arbeit. Es dauerte ein paar Minuten, ehe ihn Europa hieß in Wirklichkeit Helena Orchomenos, eine Stimme fragte, was er wünsche. Diamond und ganz Cannes redete eine Zeitlang von nichts sah träge geradeaus. Bestellte in französischer anderem als von der zarten, schlanken Griechin Sprache einen halben Liter hellen leichtgefüßten mit dem klassischen Profil und der vollkommenen Samoswein. In gar nicht schlechtem Französisch Gestalt.„ Die schöne Helena" war das Gespräch antwortete jene Stimme es war die einer des Tages. Die schöne Helena" wurde für alle Frau er solle sofort bedient werden. Jetzt Wochenschau gefilmt, von allen in und blickte Jack Diamond auf. Ueberrascht starrte er ausländischen Reportern interviewvt. Ihr in das Gesicht, das sich ihm bot, leicht beschattet Bild brachte jede Zeitschrift, jedes Blatt von der Dunkelheit des Raumes. Dies war dez Tages. ,, Miß Europa, die schöne zum Donnerwetter noch mal dies war ja das Helena" schrien Camelots die Pariser Bouleschönste Gesicht, das der Manager Jack Diamond bards entlang, durch Londons City, über New seit langer Zeit gesehen hatte. Er riß sich zu- Yorks Wallstreet, am Berliner Kurfürstendamm sammen. Nur nicht gleich aufs Ganze. Man und auf dem Prager Wenzelsplay. Der Pulsmußte behutsam borgehen. schlag der Welt stockte sekundenlang. Man vergaß einen Augenblick die Börse und den Krieg, Arbeitslosigkeit und Hunger. Da war ein junges Gesicht, süß und herb zugleich, mit dunklem Haar und dunklen Augen, einem weichen vollen finnenfreudigen Mund. Niemand konnte es ohne Begeisterung sehen. Aber dann kam das andere wieder, der Alltag und die Sorgen. Fort aus der Menschheit Erinnerung war die schöne Helena. Das große Halloh hatte ein Ende. Der Eintagsruhm. Helena tehrte nach Athen zurück, wo sie noch die Ehre hatte, der Gattin des Ministerpräsidenten vorgestellt zu werden. Dann gab es nichts mehr. Nichts als heimzugehen in die alte Kneipe, die nach Kümmel, Zwiebel und Knob lauch roch. Jack Diamond fümmerte sich nicht mehr um sie. Er hatte längst andere Dinge im Kopf. Das Mädchen, schmal, zart und jung ,, höchstens siebzehn", tarierte Diamond brachte ihm den Wein. ,, Wollen Sie nicht mit trinfen?" Sie lächelte, zögerte. Ich trinte sonst nicht."- ,, Machen Sie heute eine Ausnahme." Ohne Ziererei holte sie ein Glas setzte sich. " ,, Wie heißen Sie?"„ Helena. Helena Orchomenos. Meinem Vater gehört dies hier". sie machte eine Bewegung, die das Zimmer umSpannte. Wie alt sind Sie?"„ Siebzehn". Gut geraten, dachte Diamond. Er bot ihr eine Bigarette. Helena dankte. Lehnte ab. Auch vom Wein nippte sie nur. Hingegen musterte sie mit ihren großen glänzenden Augen neugierig den Fremden. Sie sprechen recht gut französisch", setzte Diamond die Unterhaltung fort.„ Ich kann auch etwas englisch und italienisch. Das lernt sich so von selbst. Zu uns kommen sie aus allen Das war alles? Helena hatte sich so vieles Ländern. Ich habe die vielen Sprachen von erträumt. Eine Laufbahn als Filmstar, ein Kindheit an gehört."- ,, Wo ist Ihre Mutter?" Bühnenengagement, zumindest aber den Hei1935 ratsantrag eines reichen Mannes. Nichts davon hatte sich erfüllt. Immerhin war sie bekannt genug geivorden, um Begierde zu entfachen. Mit der schönen Helena" wollten die jungen und die alten Lebemänner von Athen alle gern einmal geschlafen haben. Darum bemühte man sich. nicht um ihren Besitz fürs Leben. Sondern nur um den für eine Nacht. Für die eine Nacht. Helena taumelte von Umarmung zu Umarmung. stets hoffend, einer von den vielen würde bei ihr bleiben. Doch keiner blieb. Und in dem verzwei felten Bemühen hinaufzukommen, fam sie im mer mehr herunter. Als ihre Schönheit kein Gelb mehr brachte, als jeder Mann von Athen Helena kannte, das Geheimnis ihrer Nacktheit, den Bauber ihrer Hingabe, warf der alte Orchomenos sie hinaus. Nunmehr war diese Tochter nur noch eine peinliche Belastung. Unter Mitnahme der letzten Tageskasse verschwand die schöne Helena aus Griechenland und fuhr nach Paris. Sie stand auf dem Bahnhof St. Lazare, Hundert Franken in der Tasche, einen nicht allzu großen Koffer in der Hand und überlegte, was sie beginnen sollte. Paris mußte doch die richtige Stadt für sie sein, für eine Frau, der die Welt den Namen„ die schöne Helena" geschenkt hatte. Sie dachte nach. Es fiel ihr ein, daß es besonders die französischen Boulevard- Blätter gewesen waren, bie seinerzeit ihr Bild am größten gee bracht, die Interviews mit ihr an auffallendster Stelle veröffentlicht hatten. Da gab es einen Reporter: Monsieur Salmon. Helena erinnerte sich genau an ihn. Ein flinker, kleiner Junge mit flattrigen nervösen Händen, unruhigen fun felnd- schwarzen Augen. Er hatte sich als Vertre ter des Paris midi" vorgestellt und in beson ders wißig- lebhafter Art originell und amüsant geredet. Er brachte auch als erster seinen Bee richt mit der Schlagerzeile:„ Die schöne Helena Miß Europa". Helena winkte einem Tagt. In die Redaktion des„ Paris midi". " Abfassen einer pikanten Glosse für den lokalen Monsieur Salmon war gerade mit dem Teil seines Blattes beschäftigt sich vor, meine Damen, der Modediktator der ..stellen Sie Welt, Monsieur Poiret schlägt als dernier cri" vor: oben nichts, unten nichts, vorne nichts, hinten nichts, und dazwischen etwas Taft, leicht gerafft" als ihm der Redaktionssekretär mel dete, die schöne Helena" wünsche Monsieur Salmon zu sprechen. Augenblick, dachte Salmon und rieb sich die Stirn; Paris, trojanischer Krieg, verflucht, wie war doch das noch, schon lange her, als ich in die Schule ging, man wird alt", und schließlich glaubte er, eine arme Irre habe sich in die Redaktion des Paris midi" verirrt. Wo ein Verrückter ist, fommt er zu mir", stellte der Journalist Salmon verärgert, halb amüsiert fest. Und dann rief er den RedaktionsSekretär Besoin telephonisch in sein Zimmer. ,, Besoin, wie sieht sie aus? Alte Schachtel wahrscheinlich, hein?" Besoin schüttelte den Kopf. Er hatte bereits graues Haar und verfügte über eine anerzogene Würde. Man ist nicht umsonst " zwanzig Jahre Redaktions-Sekretär. Man kennt die Menschen.„Im Gegenteil, Herr Salmon, eine junge Dame. Eine hübsch« Dame. Schön scheint mir zuviel. Schön war sie vielleicht mal. So am Tag sieht man der Dame schon etwas ihre Nächte an. Nun ja." Salmon war neugierig geworden.„Besoin, führen Sie.die schöne Helena' in das.Sprechzimmer für besondere Angelegenheiten'. Ich komme sofort." Es dauerte ein paar Minuten, ehe der Journalist„Miß Europa" wiedererkannte.„Mon dieu, Sie? Comment allez-vous? Haben Sie keine Karriere gemacht? Film, Theater, Variete? Nicht Heiratsanträge bekommen?" Helena zuckte die Achseln, lächelte bitter. „Männer genug. Heiratsanträge nie."—„Und was wollen Sie- in Paris?"—„Irgendetwas anfangen. Gelernt habe ich nichts. Aber man mutz doch leben. Schließlich, ich war einmal Miß Europa. Die ganze Welt hat mich„die schöne Helena" genannt. Das kann sie doch nicht vergessen haben." Salmon tat das Mädel leid, das an die Beständigkeit ihrer Eintags-Popularität glaubte.„Die Welt vergißt sehr schnell. Heute schneller denn je. Aber vielleicht kann:ch wirklich etwas für Sie tun. Sie sind noch sehr hübsch. Allerdings ein wenig, verzeihen Sie meine brutale Offenheit, verbraucht. Abends geht so was wegzuschminken. Hier eine Adresse. Nehmen Sie sich da ein Zimmer. Berufen Sie sich auf mich. Ich hole Sie heute abends gegen 10 Uhr ab. Der Besitzer der Bar„Mitsou" am Montparnasse ist ein guter Bekannter von mir. Wollen mal zu ihm gehen. Wollen mal mit ihm reden, Hein?" Helena dankte Salmon mit glückstrahlendem Lächeln. Der Besitzer der Bar„Mitsou" musterte Helena Orchomenos mit streng-geschäftlichen Blicken.„Wie jeder", dachte Helena, der bisher mit meinem Gesicht und mit meinem Körper Geschäfte machen wollte. Wie Jack Diamond..." „Nun, cher ami, wie gefällt dir„die schöne Helena"?— Salmons Freund knurrte:„Bißchen verjährt die Schönheit. Aber ich will's mit ihr versuchen. Dir zuliebe. Vielleicht zieht sie noch." So wurde Helena Barmädchen am Mont- parimffe. In der ersten Zeit„zog" sie wirklich. Denn der Inhaber der Bar„Mitsou verstand sich auf Reklame.„Miß Europa— die schöne Helena' bereitet Ihnen in der Bar Mitsou den Cortail." So hieß es in den Annoncen der Boulevard-Blätter, in Reklamezetteln, die von Hand zu Hand gingen, an Litfaßsäulen-Plakaten Großmütig schrieb der Reporter Salmon nochmals eine— jedoch diesmal viel kürzere— Notiz über die neueste Attraktion in der Bar „Mitsou".Neugierig^ kamen. Bummler aus Passion, Bummler des Zufalles und der Verzweiflung. Darunter die griechischen Flüchtlinge, die in Paris lebten und ihre Landsmännin sehen wollten. Es war nicht anders, als in Athen. Helenas Anziehungskraft dauerte eine gewisse Zeit. Dann war sie vorüber. Die Bar„Mitsou" brauchte etwas Neues, etwas anderes. Man teilte Helena mit, daß sie in der nächsten Woche nicht mehr zu kommen brauche. Man habe eine neue Bardame engagiert. Katarina Jvanovna, die Tochter eines ehemaligen russischen Großfürsten. Helena saß hinter dem Bartisch. Es war ihr letzter Abend. Ein paar Gäste tranken mit gelangweilten Gesichtern Whisky. Die Tür zum Boulevard stand offen. Draußen glühte der Sommerabend. Was wird morgen'ein? Ein neuer Gast kam. Helena kannte ihn, wenn auch nicht dem Namen nach. Es war ein Grieche. Sie wußte nur soviel: ein ehemaliger Offizier. Er trat an die Theke, ließ sich von Helena einen Drink mixen aus Eis, Zitronensaft und Gin. Fragte, wie eS ihr gehe. Trübe starrte sie über ihn hinweg. Antwortete nicht. Er sah ihre Traurigkeit. Fragte wieder. Da schüttete Helena ihm ihr Herz aus.„Weiß nicht wohin", sagte sie zuletzt leise.„Wie soll ich Geld verdienen?" Der Mann trank das GlaS mit einem Zug. leer. „Wir find beide heruntergekommen. Du und ich. Laß uns zusammen bleiben. Komm mit. Pseif auf den Laden hier." Helena antwortete nichts. Aber sie ging in ihre Garderobe, kleidete sich um, verließ mit dem Mann die Bar, ohne sich noch einmal umzusehen, ohne sich von irgend jemanden zu verabschieden. Sie schritten den Boulevard entlang, kamen zum linken Seine-Ufer. Ueber Notre-DaMe stand ein heller runder Mond.„Wie heißt du?"— „Anteros."—„Was machst du?"— Anteros warf die zu Ende gerauchte Zigarette mit lässiger Bewegung in den Fluß.„Arbeit, die sich lohnt. Kannst mir dabei helfen. Willst du?"— „Werd ich es können?"— Der Mann lachte. „Mit deinem Gesicht? Wie geschaffen." Und er erzählte Helena, was sie zu tun habe. Sie hörte ihn an. Dann nickte sie.„Ist ja alles egal."— „Mein ich auch. Komm, da sind die„Caveaux oubliettes rouges".„Vergessene rote Keller", hübscher Name, was? Kennst du den Laden? Immer Fremde dort. Da sollst du dein Döbut haben." Sie stiegen viele Stufen in das Lokal hinab, das unter der Erde lag, düster, eiskalt, mit gelben Kalkmauern, die einstmals das Stöhnen zahlloser Revolutions-Gefangener erstickt hatten. Albsonderlicher Geschmack, hier ein Amüsierlokal aufzumachen. Aber es ging. Es zog besonders die Ausländer an, denen es behaglich gruselte beim Anblick der kahlen muffigen Höhlen, und die sich dabei durch einen doppelten Kirsch zu erwärmen suchten. Anteros gab Helena einen Wink.„Der dort — allein am Tisch. Langweilt fich, sucht Gesellschaft. Mach dich ran." Helena wußte nun schon, worum es ging. Es dauerte nicht lange und der Mann, ein dicker Gernmne, dem man von weitem ansah, daß er es bei seinem Ausflug nach Paris verstanden hatte, Schachts Devisenbestimmungen geschickt zu umgehen, zappelte in den Netzen der schönen Helena.„Nenn mich Märchen", bat er, als er nur noch lallen konnte, |„nenn mich Märchen und umarme mich." Helena - sagte gehorsam„Märchen", umarmte den Dicken ! und nahm ihm dabei die Brieftasche fort. : Draußen^wartcte Anteros. In einem Taxi fuh- ! ren sie in seine' Wohnung. Der Inhalt ergab: 30.000 Mark, 1000 Franken, 1000 Dollars und- eine Mitgliedskarte der deutschen Organisation „Kraft durch Freude". Helena und Anteros freuten sich königlich. Doch bereits die Mittagsblätter des nächsten Tages berichteten in großen Schlagzeilen von dem Diebstahl in den„Ca- beaux oubliettes rouges", verübt von einer Griechin an einem Deutschen. Ausführlich stand da schwarz auf weiß, daß der Deutsche wehklagend auf die Polizei gekommen sei und seinen großen' Verlust angezeigt habe. Er könne nicht mehr nach Deutschland zurück, man würde ihn einsperren. Ganz Paris amüsierte sich jedoch am meisten über den Verlust der Mitgliedskarte „Kraft durch Freude". Helena indes war das Lachen längst vergangen. Sie beichtete Anteros, daß der Reporter des„Paris midi" ein guter Bekannter von ihm sei.„Salmon ist ein schlauer Hund. Er wird bald wißen, wer den Deutschen gefleddert hat. Wir müssen fort." Anteros sah dies ein. Seit er aus dem Offiziersberuf geschieden war und in keine bürgerliche Existenz zurückgesunden hatte, wußte er, daß eS gut ist, auf jede Situation des Lebens gefaßt zu sein. So besaß er stets Beziehungen zu Leuten, die mit falschen Pässen Als Meier allmählich erwachte handelten wie andere mit Schnürsenkeln. Noch am gleichen Abend fuhren Anteros und Helena mit dem Nachtexpreh nach Marseille. Fünf Stunden später bestiegen sie einen Frachtdampfer, dessen Ziel Griechenland hieß. Nun waren sie wieder in Athen. Mit ihrem vielen Geld. Was beginnen? Irgendwelche Geschäfte anzufangen,^schien ihnen nur als das sicherste Mittel, es auf die schnellste Weise loS zu werden. Riskieren und verlieren, so fanden sie, bedeutete in diesem Fall dasselbe. Deshalb zogen eS Anteros und Helena vor, ihre Mark, Dollar und Franken im Genuß und in der Ausschweifung durchzubringen. Ms die germanische Brieftasche geleert war, stattete Anteros dem Vater seiner schönen Helena einen Besuch ab. Allerdings sehr inoffiziell. Und nur der Ladenkaffe. Der alte Olchomenos, der in einer Kammer hinter dem Schankraum schlief, wurde von der Visite, die nicht ganz geräuschlos verlief, wach. Er alarmierte die Hafen-Gendarmerie. Anteros flüchtete. Man verfolgte ihn bis in die Wälder um Athen. Dort verlor sich seine Spur. Es vergingen Wochen, ehe Helena Nachricht von ihrem Freund erhielt. Ein Unbekannter brachte sie. Anteros schrieb, daß er sich einer Räuberbande angeschlossen habe. Ob sie die Anführerin werden wolle? Sie hätte die Gelegenheiten auszuspionieren. Das andere sei Sache der Nlänner. Helena sagte ja. Sie verfügte noch immer über Reize, die sie begehrenswert machten^ In ihrer Verkommenheit, im Laster, war sie noch immer schön. Leicht fiel es ihr, die Lebensgewohnheiten der reichen Leute von Athen auszukundschaften. Während Männer sie umarmten, wurden deren Wohnungen von Anteros und seinen Gesellen geplündert. Nacht für Nacht. Es verging lange Zeit, bevor es der gnechischen Polizei gelang, die Anführerin dieser Räuberbande zu verhaften. Noch einmal brachten Zeitungen aller fünf Kontinente das Bild der schönen Helena.„Einstige Miß Europa— Häuptling von Banditen und Wegelagerern" schrie eS in fetten Lettern durch die Welt. Noch einmal sprach man von nichts anderem als von der schönen Helena. Doch war es endgültig das letzte Mal, 3- Erzengel Gabriels Erd-Reportage Sin« Pfingst-Nroteske von Pierre In der Kanzlei für auswärtige Angelegenheiten, Himmelsblock 6, schrillte ungeduldig die Glocke. PetruS, glattrasiert und im Smoking— er war soeben von einem kleinen feuchtfröhlichen Bummel durch das himmlische Vergnügungsviertel»Zur heiteren Hölle" zurückgekehrt— gähnte laut und verdrießlich, knurrte etwas, was sehr verdächtig nach«Götz von Berlichin- gen" klang und nahm den Hörer ab. „Hier PetruS—" sagte er mit dumpfer, etwas bierheiserer Stimme,„wer lärmt denn da so icherflüffig in den Vorpfingstfrieden hinein?!"„Ah," sagt« cr nach einer Weile besänftigter,„aber das konnte ich schließlich nicht wissen—. Wie bitte? Aber natürlich schlecht. Auch ohne den legendären Bollbart wird man schließlich nicht jünger. Im Mr« ist die Heizung schon wieder einmal kaputt I Das ist kein Maiioetter, sondern ein Sauwetter—. Mit himmlischem Verlaub zu sagen! Den Gabriel, Exzellenz? Der wird sich wieder mal sein Flammenschwert aufpolieren. Ander« Sorgen hat er ja nicht, der Fatzke. Ist ja auch schließlich langweilig, ohne Ende ein Paradies zu bewachen, das so wenig frequentiert wird. WaS sagen Sie, Exzellenz, ich bin ein Zyniker? Das kommt eben daher, daß die auf der Erd« mich in ihren langweiligen Witzblättern so oft veräppelt haben! Da nimmt man schließlich den Zungenschlag an, Exzellenz. Was haben Sie denn wieder für «in Plänchen?... So? Ich rate ab! Ich rate bringend ab!! Der alte Moses wäre jüngst bei einem solchen famosen irdischen ErkundigungS- ritt fast in«in Konzentrationslager gekommen. Der Mann ist doch— wie heißt das komische ZeugS nur—„Nichtarier"! Und der Gabriel ist wohl auch nicht ganz koscher—*—. Ha, ha ha.... Wenn Sie wenigstens warten würden, bis uns der Goebbels hier oben beehrt. Der sicht doch immerhin noch repräsentativ auS—1 Wie meinen—? Dem Gabriel sieht man es gar nicht so an, daß... Na, die haben ja einen Riecher dafür. Andere Sorgen haben sie ja nicht, Exzellenz. Und selbst wenn Ihr Herr Sohn" Da brach der liebe Gott das Gespräch ab. Und PetruS strich sich ein wenig verwirrt über jene Stellen, wo früher der legendäre Vollbart geprangt hatte.... G Die Aepsts des guten Petrus drang nicht durch. Exzellenz schickte«neu Eilboten in den Borgarten des Paradieses, wo Gabriel, um sich die endlose Zeit zu vertreiben, abwechselnd mit Murmeln spielt« und sich das Flammenschwert polierte. Er war, in Anbetracht der Verhältnisse, schon recht kindlich geworden und hatte außer Murmelspiel und Schwertpolieren nur noch ein Jutereffe: daS Läsen von Kreuzworträtseln. AIS ihn der Eilbote erreichte, rief e» freudig:„Endlich einmal ein« Abwechslung. Mir ist das Paradies schon zur wahren Hölle geworden!" Riefs, legte sein Flammenschwert auf Eis, schüttelte der bewußten biblischen Schlange di« Hand, aß die andere Hälfte deS Apfels der seligen Eva, um die Geschichte endlich zu einem happy end zu führen, und pafte seinen, Koffer. Um Gabriels Mission flüchtig zu umreißen: Gr sollte einmal gründlich und objektiv recherchieren, wie weit die AuSgießung des Heiligen Geistes auf der Erde gediehen war... Zuerst ging er, der Reiseroute gemäß, di« ihm der malitiös lächelnd« Petrus aufgestellt hatte, nach Berlin. Als er mit dem himmelischen Fern-D-Zug auf dem„Stettiner Bahnhof" eingetroffen war und. aus der Bahnhofshalle auf den Stettiner Platz trat, wollte er sich bei einem jüngeren Individuum, dessen Brust zahlreiche rätselhafte Embleme zierten, die dem nichts, ahnenden Gabriel wie ausgerutschte und ver» bogene Kreuze erschienen, nach der„Reichs, kanzlei" erkundigten. Petrus hatte ihm geraten, einen gewissen Adonis Zwitschler. oder so ähn. lich zu besuchen. Der Mann nenne sich Reichskonkursverwalter und habe stets die nachweisbar besten Informationen auf Lager. „Grüß Gott!" sagt« Gabriel freundlich und zog höflich seinen Zylinderhut,„könnten Sie mir nicht...." „Gar nichts kann ich dir——* sage« das dekorierte Individuum,„du Saujud'l Heil Hitler heißt es bei uns, verstanden!" „Aber erlauben Sie mal," protestierte Gabriel verwirrt,„ich bin doch k«in Arzt. Mein Name ist Gabriel. Sie wissen doch, Gabriel! Und ich wollte mich nur nach der Ausgießung des Heiligen Geistes erkundigen..." „Da müssen Sie den Rundfunk anstellen und unseren Göring hören" sagte das Individuum grinsend und schlug Gabriel in kameradschaftlicher Weise einen Backenzahn auS. Gabriel ließ sich indessen nicht entmutigen, ging in ein Restaurant mst> bestellt«, da er ein heftiges himmlisches Rühren im Magen ver- spürte,«in autarke? Schweinsschnitzel. Mit „Sauce a la Judenblut" stand auf der Speisekarte. Der Kellner, der die Bestellung ohne Anstand entgegengenommen hatte, kam nach einiger Zeit wieder und sagte, wobei er Gabriel mit giftigen Blicken maß: „Wie kommen Sie dazu. Sie frecher Jude, Schweinsschnitzel zu bestellen—? Das ist ein heimtückischer Angriff auf Staat und Negierung, für d«n Sie eigentlich vor ein Sondergericht gehörten. Esten Sie rituell und, wie'S" Ihnen zukommt, Scholetl" Worauf er ihm den Stuhl unter dem Sihteil wegzog, zuerst den Koffer und dann Gabriel selbst auf die Straße warf. „Ich verstehe von all dem keinen Deut.." dachte Gabriel, als er, ungesättigt und auch sonst ein wenig lädiert, auf der Straße stand, „der Petrus hat mir anscheinend eine falsche Tour aufgeschrieben. Oder sollt« das der heilige Geist von heute sein?! Jedenfalls muß ich auf jeden Fall den Konkursverwalter sprechen. Um es kurz zu machen. Der Konkursverwalter'selbst war nicht zu erreichen. Er war so heiser, daß er keinerlei Besuch empfangen konnte. Auch schien er vollauf damit beschäftigt, seine Tantiemen für das obligatorische Bolks-Lesebuch„Mein Kampf" einzustreichen, das ungel-.sen, bei Lebensgefahr in keinem deutschen Haushalt fehlen durfte. Aber ein gewisser Goebbels erNpfing ihn. Reichsschwindelminister von Beruf, wie er sich selbst lächelnd vorstellte. Gabriel sah chn und bekam einen Schreck. „Drei Stunden wird er mir jüdische Witze erzählen," dachte er besorgt, und ich kenn' sie doch schon alle. In- und auswendig! Wo wir doch soviel alttestamentarische Frequenz haben..." Aber der gewiffe Goebbels erzählte keine Witze und sagte nur„Heil Hitler", wobei er die Hand hob, als ob er Gabriel schlagen wollte. „Werden Sie nicht gewalttätig—" meint« Gabriel und trat einen Schritt zurück,„ich wollte mich nur nach der Ausgießung des Heiligen Geistes erkundigen" „So, so," rief Goebbels und grinste heftig, „alles im Tot! Wird ausgegosten nach allen Regeln der Konzentrationslagerkunst..» Unsere Aufrüstung ist eine sprechende Demonstration für die festen Wurzeln, die der Heilig« Geist bei uns geschlagen hat! Wenn Sie Hermann Göring sprechen hören, werden Si« mich verstehen. Bei uns ist der Heilige Geist zu Hause. Garantiert! Im Columbiahaus wie in Dachau. Und besonders heimisch ist er in Nürnberg. Bei meinem Freunde Streicher—. Manchmal wird er versehentlich„auf der Flucht er sch osten. Aber das macht nichts—. Das sind kleine Schönheitsfehler!" DaS war der Anfang... Gabriel folgte der ihm von Petrus au;o gezeichneten Reiseroute. Exakt und pedantisch, ohne etwas auszulassen'— I Er war in Abestinien, wo er die Ausgießung des Heiligen Geistes an der Quell« studieren konnte, er erlebte sie am Gran Chaco, er studierte ihn, als Frommer unter From» men, an den Mauern der-Wiener Gemeindebauten. an denen noch gewiffe Erinnerungen an die Tage des Februar 1934 wahrzunehmen waren.... Er besprach ihn ausführlich mit Fachleuten— auf einem Bankett der Rüstungsindustriellen in Tokio—. Kurz nach Pfingsten kehrte er in den Himmel zurück. Reich an Erfahrungen und mit einem langjährigen Vertrag in der Tasche. Betreffend Lieferungen«ineS neuartigen Tys. von Maschinengewehren. Gold Bon Arnold Weiß-Rüthel Der Maler Lionardo da Vinci saß in sei» nem Arbeitszimmer und schrieb. Einer seiner Schüler, der schwarzborstige Giulio kam herein und sagte„Messer, der fromme Bruder Alfonso möchte dich besuchen... I" „Laß ihn herein!" entgegnete Lionardo, ohne den krächzenden Lauf der Feder über das Papier zu unterbrechen; als Alfonso emtrat, schrieb der Meister gerade seinen Satz zu Ende, machte einen Punkt und legte die Feder aus den Tisch. „Ihr werdet Euch wundern, mich hier zu sehen, Messer", flüsterte Alfonso, der vor Jahren einmal ein schlimmes Halsleiden gehabt hatte und seit dieser Zeit nicht mehr laut sprechen konnte. „Gar nicht!" sagte der Maler, denn er wunderte sich über nichts mehr.„Nehmt Platz!" Alfonso nahtll Platz. Als er saß, lächelte er den Meister freundlich an und ftagte teilnehmend:„Wie geht eS Euch immer? Man hört jetzt wenig von Euch; so sehr habt Ihr Euch in die Werkstatt verkrochen. Immer fleißig, immer schaffend, immer wachsam. Seid Ihr für Neuigkeiten zu haben, Mei« Zweierlei Pfingsten Von Bierre I. Ausgießung der Dividende Sie ist aus Gold noch schimmer die Tränen Am Reingewinn der Kupon- Hhänen, Sie falten die Hände Und suchen den Gott der Prozente Frühling und Sonne, Sehnsucht und Licht, Sie fennen es nicht sie sehen es nicht! Und jedes Wort auf Andacht gestellt, Ist eine Kulisse, verdunkelt die Welt, Die Welt, die die flammenbe Sonne umkreist, Die Welt, die der Herzschlag der Armut speist, Ausschüttung der Not Denn unser Hunger Das ist ihr Brot Mit Naviar Versteht sich! II. Ausgießung des Geistes Er steht tief im Kurs, berhönt und zertreten, Von denen, die heut zu den Kursen beten Blick über die Erde ber Blick beweist es 4 Lionardo stand auf. Alfonso", sagte er ,,, wißt Ihr eigentlich, woher es kommt, daß Firenze eine so reife Frucht ist in diesem Kranz blühender Städte?" Der Pater schüttelte univirsch den Kopf und schluckte ein paarmal; er stand gleichfalls auf. ,, Was für ein Künstler!" murmelte er, als sein Blick auf ein Blatt Papier fiel, darauf Lionardo einen Mädchenkopf gezeichnet hatte, voll blühender Anmut... Das ist nichts", sagte Lionardo bescheiden und voller Hochmut zugleich. Er nahm das Blatt und zerrig es. auf. Bornig stampfte der Pater mit dem Fuß Ehe er zu Wort fam, fragte der Künstler ihn lächelnd: ,, Was war das eigentlich, was Ihr mir vorhin erzählen wolltet?" ,, Nichts!" frächste Alfonso... und dann: ..In Florenz ist ein Mensch aufgetaucht, Bagleone mit Namen, der Gold, reines Gold aus Bleiknöpfen machen kann. Ich gehe!" Er ging. An der Tür blieb er noch einmal stehen und wiederholte drohend:„ Ich gehe!" Lionardo nickte. Schach- Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32, Post Modlan bel Teplitz- Schönau. SCHACHAUGABE Nr. 236. Von M. M. Barulin, Moskau. Schwarz: Kf1, Dd4, Sb2, Bb3, 4, h3.( 6) 9 3 & b c d e f g h 8 7 6 a b c d e f g h Welẞ: Kb1, Dg6, Tal, h2, La6, 12. Sd3, g1, Be, ( 9) Matt in zwel Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Durch das offene Fenster strömte ein sanfter, freundlicher Geruch; der Abend ivar blau Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser unb milde. Von der Türe, aus dem Dunkel des Ganges, sagte der Pater: ,, Gehabt Euch wohl, Ein Aschenbrödel, ein sehr vertaistes-1 Und doch die Fadel aus Nacht und Not, Die reine Flamme, die in uns loht! Der, wenn man ihn schändet, und freuzigt und Meister!" schlägt, Selbst noch aus Särgen die Zukunft trägt! Wegiveiser, trotz allem In härenem Kleid! Besiegter und Sieger in dieser Beit! Ausschüttung des Lichts Das ist das Pfingsten Des Weltgerichts! ster? Habt Ihr schon davon gehört, daß ein gewiffer Zagleone in Florena jest Golb aus Blei Enöpfen machen kann? Was sagt Ihr Hm?" dazu, Lionardo brehte mit dem Daumen und Beigefinger feiner Linken eine dünne Spike an eine Strähne seines Barthaars. Dann kragte er sich das Kinn dann sagte er: Firenze ist eine schöne Stadt; eine reife Frucht, möchte ich fagen im blühenden Kranz unserer Städte. Reife Früchte wollen genossen sein, sonst fallen sie ab und verfaulen erbärmlich Lebt eigentlich der Farbhändler Simone Gozzi noch, bei dem wir in früheren Jahren so oft frische Pfirsiche gegessen haben?" Alfonso überlegte; er befeuchtete fich dreimal die Oberlippe mit der Spike seiner flinken Bunge; er war noch ganz bei der Neuigkeit. ,, Gozzi..." flüsterte er ,,, Simone Gozzi, der Farbhändler. Er lebt, ist zwveiundneunzig Jahre alt und hat vor kurzem zum sechstenmal geheiratet." ,, Sagte ich es nicht..." sprach Lionardo nachdenklich ,,, eine reife Frucht ist diese Stadt. Was für ein wunderbarer Kindskopf, dieser Simone! Zweiundneunzig Jahre alt sein und zum sechstenmal eine Frau brauchen das ist ein Anachronismus, den ich ihm nur berzeihe, weil er in Florenz lebt. Und Pater Archangelo Tosti, der so schöne Madonnen malen fonnte?" " Lionardo trat auf ihn zu; er blickte ihn geheimnisvoll an. Leise, den Mund zu des Paters Ohr neigend, die rechte Hand an seinen Arm legend und mit der linken die Klinke der Türe ergreifend, flüsterte er:„ Euer Bagleone ist ein Narr und ein Stümper! Wißt Ihr, was für ein Mittel ich gestern entdeckt habe?" Der Pater riß die Augen auf. Spalte einzusenden. Lösungszug zu Nr. 233: Da8- b8! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Ge nossen ein: Klimt Franz und Dinnebier Emil, Tetschen; Beutel Wilhelm, Arnsdorf z. Tetschent Tesat Franz, Suchei; Reichel Walter, Drakowa. Schöffel Anton, Schöbritz; Hyna Josef, Hostomitz: Kraus Gerhard. Turn: Triltsch Gustav, Wisterschan; Walter Ludwig u. Robek Kwitkau; Hälbig Johann, Bergesgrün. Kreismeisterschaft. Franz, Die mit dem 2. Juni eingesetzte Kreisserie im V. Kreis brachte folgende Ergebnisse: ,, Nein", sagte er; und noch einmal neu klub Wisterschan seinen großen Gegner Komogierig: ,, Nein!" " ber= Lionardo dämpfte seine Stimme noch mehr: Ein Mittel!", er sprach noch leiser, ein Mittel, mit dem man Gold echtes Gold steht Ihr in Bleiknöpfe verwandeln fann!" Und als er das gesagt hatte, öffnete er die Tür und schob den Pater Alfonso sachte hinaus. Heiteres das Schlafzimmer.„ Bist du das, Paulchen?" Der Held. Der Einbrecher schleicht burch fragt die Frau. Nee", sagt der Einbrecher, det bin ick; Paulchen liegt unterm Bett und zittert!" " Schreckliche Geschichte. Herr Beuge, Sie haben also den Angeklagten an dem fraglichen Tage gesucht?"..Jawohl, Herr Richter als ich sein Zimmer betrat, stand er am Fenster, freideweiß im Gesicht, Schaum vor dem Mund und ein Messer in der Hand..."" Das iſt ja interessant und was tat er dann?"" Dann fing er an, sich zu rafieren!" Der einzige. Nun, mein lieber Otto, ia habe gehört, daß deine Frau seit vier Wochen vermißt wird."„ Das stimmt, aber von mir aus nicht!" ..Ist tot", sagte Alfonso und befreuzigte sich. ,, Er starb während der Messe zu Santa Croce. Das Gloria blieb ihm in der Fehle stecken, ehe Die Pflicht zum Schwindeln. Er machte er sichs versah. Er hatte die prächtigste Baß- seiner Frau sanfte Vorwürfe.„ Ich finde," sagte stimme, die man je hören fonnte und war ein er, du schwindelst manchmal etivas." tüchtiger Riepinist. Aber um auf die Neuig-„ Das ist die Pflicht einer Frau," ertviderte sie. feit zu kommen: jener Bagleone, ein Venetianer„ Die Pflicht einer Frau?"„ Ja, ge= von Geblüt..." legentlich Gutes von ihrem Manne zu sagen." In Bergesgrün gelang es dem Arb.- Schachtau zu schlagen und sich dadurch für die im Jahre 1932 erlittene Niederlage zu revanchieren, | Komotau mit Ersatz am 5. und 6. Brett, Wister schan mit einem Ersatz für das 4. Brett. Komotau Brett 1. Sachs Anton 0: 1 2. Fialka Anton 0: 1 60 3. Thiel Josef 0: 1 20 4. Schöpka Josef ½: 12 5. Görg Alfred 0: 1 6. Fejfar Wenzel 1: 0 " 53 7. Tychaf Julius 1: 0 Wisterschan Scharoch Wenzel Frisch Kamillo Robek Franz Novotný Franz Walter Ludwig Schmied Ferdinand Schramm Kunt 8. Černý Eduard 0: 1 Röckl Rudolf Ergebnis: 22: 5% für Wisterschan. Kampfrichter Gen. Grimmer. Katharinaberg. In Modlan traten erstmalig Sobrusan und bezeichneten, ist der Sieg doch unerwartet hoch zu seinem Gunsten ausgefallen. Nach Angaben Kleische an. Obzwar wir Sobrusan als Favoriten sich die Kleischer des Kampfrichters hätten Genossen ein knapperes Ergebnis verdient, welche mit nur 7 Mann angetreten waren. Sobrusan Brett 1. Hyna Franz 1: 0 " 2. Webersinke Ant. :% 3. Böhm Emil ** 1: 0 4. Marzin Karl 20 1: 0 5. Pichl Josef 04 1: 0 6. Wiedemann Gust. 1: 0 " 7. Hyna Josef 1: 0 8. Hofmann Anton 1: 0 Kleische Aron Erich Dubitzky Josef Schulz Eugen Nicht erschienen. Dubitzky Herbert Wendler Franz Guth Josef Liebzeit Franz Ergebnis: 72% für Sobrusan. Kampfrichter Gen. Skarwada, Wisterschan, Vom Serienspiel Krochwitz g. Warnsdorf ist bis zum Redaktionsschluß noch kein Bericht eingelangt. Schachsektionsgründung in Bodenbach. Am 30. Mai gelang es dem Bezirksschachleiter Gen. Jelinek, Krochwitz, unter Beihilfe des Gen. Scherze in Bodenbach eine Schachsektion zu gründen, welche bereits 12 Mitglieder zählt. Zum Leiter der neuen Sparte wurde Gen. Wenzel Moses gewählt. Die regelmäßigen Spielabende finden jeden Mittwoch in der ..Volkshalle" in Bodenbach um 8 Uhr abends statt. Freunde des Arbeiterschachs von Bodenbach unterstützt diese neue Sektion durch regen Besuch und lebhafte Agitation!