BUNTE WELT tr. 33 Unterhaltungsbeilage 1935 Das Märchen von einem treuen Volk Es gab einmal ein Land, das hatte einen Kaiser. Ein großer Kaiser war das! Wie er so durch seine Städte im Reich ritt, daß sein Volf thm huldige; stolz und gerade saß er zu Pferde. Seinen schmalen Körper kleidete eine prächtige Uniform mit vielen Fangschnüren aus Gold und Silber und seine Rechte hielt einen blizenden Marschallstab, während die Linke lässig die Zügel führte. Ueberhaupt spielte die linke Hand feine allzu große Rolle bei dem mächtigen Manne, denn sie war von der Natur schlecht bedacht, war schwach und ein wenig zu kurz geraten, weshalb der Herrscher oft betrübt war. Und wenn er traurig war, dann gab es immer ein mächtiges Donnerivetter in seinem Reich. Denn er war ein echter Herrscher, der alle seine Not mit dem Volfe teilte. Manchmal auch rasselte er mit dem Säbel. Aber er tat das eigentlich nur, um sich selbst zu beiveisen, daß er e3 fönne, wenn er wolle. Nur Wollen wollte er nie. Daher kam es, daß sein Volt im schönsten Frieden dahinlebte, obwohl es täglich reicher und machtvoller wurde, eine Tatsache, die, da sie stets besonders betont wurde, den Nachbarvöl fern gar nicht recht gefiel. Denn das anscheinend sehr viele überflüssige Geld verwandte das Reich des Herrschers dazu, seine Einwohner bis an die Zähne zu bewaffnen. Der Kaiser spielte so gern Soldat. Was gleichfalls nichts anderes als ein Ausgleich für seine natürliche Schwäche war. Er fnirschte mit den Zähnen, rollte mit den Augen und zog sein kaiserliches Schwert, daß es in der Sonne blizte. Aengstlich sahen es die umwohnenden Völker. man Weil diese Völker nun alle die gleiche Sorge hatten, fanden sie sich eines Tages zusammen und schlossen einen Bund, einen Bund, der gegen den Kaiser gerichtet war, denn fonnte nie wissen, ob dieser merkwürdige Mann nicht einmal Ernst aus seinem ewigen Spiel machen würde. Unzählige Waffen tamen in die ser Vereinigung zusammen, viel mehr, als der Kaiser je zusammen gesehen hatte. Wenn aber so viele Waffen zueinander finden, so gibt es fast immer ein Unglück. Waffen sind gefährlich. Sie gehen leicht von selbst los, und einmal los gegangen, führen sie ein selbständiges Leben, das nicht so schnell wieder zur Ruhe gebracht werden kann. Von W. D. Somin An die fünf Jahre dauerte es, bis die herrliche Zeit vorüber war. Millionen Menschen starben. Der Kaiser bewies sich hierbei als echter Christ. Er lobte die Toten, die ihm noch in der letzten Stunde geflucht hatten. Mit Stolz in den Augen sprach er von seinem Volt, das für ihn sein Blut hergab. Immer mehr Pathos legte er in seine Reden, immer wilder ließ er sein blaufes Schwert aufblizen, dieses Schwert, das noch nie Blut gesehen hatte, denn der Kaiser durfte nicht an die Front, damit ſein wertvolles Leben nicht gefährdet würde, immer häufiger rief er Gott zum Zeugen an, daß er diesen Krieg nicht gewollt habe. Aber Gott gab keine Antwort. Bis eines Tages die Gegner ihr Ziel erreicht hatten. Der Kaiser und sein Reich waren niedergerungen. Jetzt konnte der Herrscher beweisen, daß er ein wahrer Herrscher war. Wie ein Römer würde er sich in sein Schwert stürzen, daß es endlich einmal Blut sehe. Aber der Kaiser war ein moderner Mensch, der ganz genau wußte, daß man an solchen Experimenten leicht zu Schaden kam. Daher setzte er sich zwar an die Spitze eines Buges, begleitet von seinem Gefolge, aber der Zug war ein Eisenbahnzug und fuhr nicht in das Reich des Kaisers, sondern in ein kleines, friedlich gebliebenes Nachbarland. Dort gab der Fürst seine Waffen zur Aufbewahrung und setzte sich in ein großes Haus und nahm seinen ganzen Hofstaat um sich und spielte nun weiter ganz für sich alleine und völlig ungestört Kaiser, Herrscher, Fürst und General. Herrliche Zeiten waren das für ihn. Weniger gut ging es seinen früheren Landestindern, denen er eigentlich diese guten Zeiten versprochen und zugedacht hatte. Sie gerieten in arge Bedrängnis. Die Feinde des Kaisers besetzten ihr Land und verlangten hohe Entschädigungssummen für die Wiederfreigabe der besetzten Gebiete. Gewohnt, von einem Kaiser und viel Militär regiert zu werden, wußten die berlassenen Bürger auch nicht recht, was sie nun beginnen sollten. Zwar hatte sich ein ehemaliger Handwerker gefunden, der bereit war, die Macht des Kaisers zu übernehmen, und der hatte auch einen Freund, der sicher so militärisch wie der frühere Fürst war und ebenso draufgängerisch; aber ein Handwerker ist einmal kein Kaiser. Das Volf murrte. Und besonders die, denen es am besten ging, die murrten am meisten. So auch hier. Und plötzlich entstand ein Krieg. Keiner wußte warum. Vielleicht, daß die Waffen es ahnten. Aber Waffen schweigen. Der Der Kaiser im fremden Lande hörte von Kaiser, der sich jetzt endlich in seinem von dem Mißgeschick, das seine früheren Untertanen Gott gegebenen und gewollten Element betroffen hatte. Und er wurde sehr traurig darwähnte, gebärdete sich wie ein echter Held, gerade über, berief die weisen und heiligen Männer so, wie die Helden, die er so oft und gerne auf seiner Umgebung zu sich und beratschlagte mit dem Theater gesehen hatte. Er hielt große ihnen, wie er dem Volfe helfen könne. Acht Tage Meden mit noch größeren Gesten, verdammte berharrte der gute Fürst im Gebet. Acht Tage alle seine Feinde und rief Gott selbst zum Kampf nahm er nicht Epeise noch Trank zu sich, acht gegen seine Widersacher auf. Seinem Volt aber Tage kniete er auf hartem Stein. Denn der versprach er, es jetzt herrlichen Zeiten entgegen- Fürst vertraute weiter auf seinen Gott, obwohl zuführen, was Gott ein Lächeln abnötigte, denn er doch so schlechte Erfahrungen mit ihm geGott hat Sinn für Humor. macht hatte. Und als sich der Kaiser nach achi Tagen erhob, siehe, da war in seinem Reich das Wunder geschehen. Den ehemaligen Handwerker hatte Gottes Born getroffen, tot war er plötzlich niedergestürzt, und statt seiner berief das Volt seinen größten Feldherrn zum höchsten Amt, den Feldherrn, den sie deshalb den Großen nannten, weil er den bisher größten und blutigsten Krieg der Weltgeschichte verloren hatte. " Als der Kaiser das hörte, rief er:., Ho fiana", obwohl er eigentlich solche jüdische Ausbrüde nicht gerne gebrauchte, weil er die Juden nicht sonderlich liebte, es sei denn, daß sie ihm Geld zu Spekulationen liehen. Und er gab ein großes Fest, das er militärisch organisierte. Er selbst aber erschien in der glänzenden Maske Hermanns des Cheruskers, und sein Gefolge huldigte ihm. frieden und froh in seinem Eril. Denn er wußte, daß sein Bolt, wenn es auch unter den Kriegslasten noch jahrelang zu leiden hätte, sich eines Tages wieder zu einem Vergeltungstrieg und damit zu alter Größe aufraffen werde. Ströme von Blut sollten fließen und alle Feinde des Von nun an lebte der Kaiser doppelt zu Reiches vernichten. Darum betete er täglich zu der sich dem Willen des Höchsten nie, dem des seinem Gott. Denn er war ein frommer Christ, Allerhöchsten gerne beugte. Nur eines tat ihm leid, daß sein Schwert, dieses wunderbare Werkzeug Gottes, nun doch kein Blut sehen würde. Vielleicht, wenn er es seinem Enkel ver erbte? Und wieder betete der Kaiser und fniete in Ergebenheit und Demut. Da fam eines Tages ein Bote aus dem früheren Reich und überbrachte dem Kaiser eine Schreckenstunde. Das Volf, das er so tren und so stark in den Krieg geführt hatte, das Volk, das ihm seit je Tribut gezahlt hatte in Dankbarkeit für seine große Güte, sein Volk wollte plößlich sein Vermögen enteignen und ihm nicht einmal mehr eine Rente zahlen. Der Kaiser tobte: Das ist ja eine richtige Revolte! Ich werde den Fall untersuchen lassen, und die Schuldigen sollen ihre gerechte Strafe befommen! Was wäre dieses Volt ohne mich und meine Vorfahren?! Ein fümmerliches Durcheinander uneiniger Staaten!" Denn der Herr scher dachte ernstlich daran, daß einer seiner Ahnen die Einigkeit des Volkes zu einem ge schlossenen Staate durchgeführt habe. Und er schrieb wilde, böse Briefe in die Hauptstadt seines Reiches. Da erzitterte sein Bolt in banger Ehrfurcht. Und obwohl Millionen Menschen dieses einst blühenden Reiches nicht wußten, wovon sie fich und ihre Familien ernähren sollten, ließen sie es sich nicht nehmen, ihrem Kaiser, ihrem geliebten König und Herren, eine monatliche Rente auszusetzen im fünfhundertfachen Betrag der Summe, die man als Existenzminimum für einen Staatsbürger berechnet hatte. Es sollte dem Kaiser, der wie alle wußten- stets nur X — 2— das Beste für den Staat im Sinn gehabt hatte, nicht schlecht gehen. So ehrte ein christliches Volk seinen christlichen Herrscher. Und Gott sah wohlgefällig aus dieses Reich, das er von diesem Tag an liebt« wie kein zweites. Wen aber Gott liebt, dem lädt er Lasten auf—. So kam es, daß dieses Voll nie wieder zu Reichtum, Macht und Ansehen gedieh. Dafür aber kommt jeder Bürger dieses Landes, sobald er gestorben ist, direkt in den Himmel. Als diese Tatsache allgemein bekannt wurde, zerfleischten sich die Untertanen der«he- „Der Arme" sagte Frau Markert und zog bedauernd die Augenbrauen in die Höhe, was ihr ein halb bemitleidenswertes, halb lächerliches Aussehen gab,„er leidet an Gedächtnisschwund— an totalem Gedächtnisschwund! Nach drei Tagen hat er alles vergessen—. Ein wirklich fürchterlicher Zustand—!" „Sagen Sie das nicht—", bemerkte Dr. Routzing. Er sagte es äußerlich ruhig, mit einem leichten Lächeln um die Lippen und doch schwang in seiner Stimme etwas, das aufhorchen ließ. Eine nervöse Unruhe vibrierte in Geste und Tonfall, so daß Frau Markert verwundert fragend zu ihm aufblickte. Dr. Routzing war mit hartem Ruck aufgestanden und ans Fenster getreten. Lange sah er hinaus in den stillen Garten, dem die alten Bäume und das dichte Gebüsch selbst in der strahlenden Sonne des Frühsommertages etwas Dunkle?, Melancholisches gaben... Seine dünnen Finger trommelten die abgerissenen Takte einer Melodie an die Fensterscheiben... Plötzlich drehte er sich brüsk um/ „Sie wissen", sagte' er mit gepreßter, dumpfer Stimme,„daß man sich als Rechtsanwalt manchmal mit Dingen abgeben muß, mit denen man als Mensch nichts zu tun haben möchte. Hier sauber zu bleiben, fällt oft sehr schwer. Ich meine nicht die juristische Untadeligkeit—, die ist nur eine Sache der Routine—. Die Bedenkenlosesten gehen da meist am sichersten—! Ich meine das seelische Jntaktbleiben, wissen Sie..." Ja, und deshalb verfluche ich manchmal mein gutes Gedächtnis... Wer nicht vergessen kann, kann nicht mehr froh werden—1 „Aber Doktor", sagte Herr Reime! und lachte fröhlich,„Sie haben auch Nerven?! Hätte ich gar nicht für möglich gehalten! Ich erinnere mich ganz gern, und die guten Erinnerungen beunruhigen mich ebenso wenig wie die schlechten! Es kommt weniger auf das gute Gewissen, als aui die gute Verdauung an!" „Ein Standpunkt, mit dem man gewiß restlos glücklich werden kann", erwiderte Dr. Routzing und ein etwas verächtlicher Spott klang aus seinen Worten,„aber es gibt auch Leute, für die die Verdauung nicht der kategorische Imperativ ist—. Zu diesen Leuten zähle ich leider“ „Wollen Sie nicht erzählen, Doktor?" drängte Frau Markert neugierig,„das ist doch sichtlich keine allgemeine Philosophie die Sie da zum besten geben... Gewiß haben Sie ein bestinnntes Erlebnis im Auge". Routzing hatte sich wieder gefaßt, zündete eine Zigarette an und machte langsam und be- finnlich einige Züge, ehe er antwortete ..Schließlich ist ja ein Mörder auch ein Mensch—", sagte er dann unvermittelt, eigentlich mehr zu sich, als zu se'nrn Zuhörern, mals kaiserlichen Staates untereinander, und es gab ein großes Morden, und am Himmel hing ein Schild, darauf stand groß in ultravioletten Buchstaben:„Wegen Ueberfüllung geschloßen.* Der Kaiser aber dankte Gott, daß Gott ihn auSersehen habe, alle Gefahr zu überstehen und im fremden Lande abzuwarten, bis sein Volk sich wieder zurückfände zu seinem angestammten Herrscher.— Ach je. Es ist ja nur ein Märchen, das ich euch hier erzähle. Mer selbst in den tollsten Märchen soll ja ein Funke Wahrheit sein—. während er nachdenklich den bläulichen Rauchkringeln seiner Zigarette nachblickte., „Wie bitte?" fragte Herr Reimei indigniert. „Sehen Sie, da ist bei Ihnen der Punkt, Herr Reimei, wo selbst Sie nicht mehr allein mit der guten Verdauung auskommen. Also hören Sie zu. Fünf Jahre ist es jetzt her, genau fünf Jahre. Aus dem Untersuchungsgefängnis kam ein Brief, ein rührender Brief, ungelenk geschrieben, voll von groben orthographischen Schnitzern und von einem Vertrauen zeugend, das mich mit berechtigtem Stolz erfüllte. Ein Mann, der wegen Mordes angeklagt war, bat mich, seine Verteidigung zu übernehmen. Ich suchte den Häftling auf, er war wirklich kein unbeschriebenes Blatt.„Zwanzig Vorstrafen habe ich auf dem Buckel, Herr Doktor——" sagte er und es flang so zufrieden und selbstbewußt, als berichte er von der Karriere eines höchst reputierlichen Lebens, „Kassenknackereien sind darunter und auch einmal ein nicht ganz geglückter Raubversuch. Aber alles in Ehren, Herr Doktor, alles in Ehren—1 Mit einem Mord hab' ich mich noch niemals abgegeben. Mord ist Mord und Mord ist ein Verbrechen. Mer ein Verbrecher bin ich nicht, nur ein Vorbestrafter" Eine krause Logik, eine kuriose Ehrauffassung, kurzum, ein höchst suspektes Individuum. Doch etwas intereffierte mich an dem Fall und nach einigem Zögern nahm ich an—. Zuerst in der felsenfesten Ueberzeugung, daß mein Mandant wirklich kein Mörder sei—. Es war eine langwierige Voruntersuchung, die Verhandlung dauerte drei Tage. ES sollte ein höchst komplizierter Indizienbeweis konstruiert werden; der noch junge Staatsanwalt schwitzte, er fühlte sich sichtlich nicht wohl in seiner Haut. Die Chancen meines Mannes standen erst schlecht, dann drängten wir die Anflage in die Defensive und schon in seinem Antrag gab der Staatsanwalt, psychologisch gesehen, auf. Das Scheußliche aber war, daß in den letzten vierundzwanzig Stunden der Verhandlung meine Ueberzeugung von der Unschuld meines Klienten immer mehr schwand—! Ich hatte eigentlich keinerlei Unterlagen für diese auflommende Skepsis, sondern es war ausschließlich Jnstinktsache. Ms ich plaidierte, litt ich unter scheußlichem moralischen Katzenjammer und je unsicherer ich innerlich wurde, desto schriller flang mein Pathos. Starr, ernst, wie Masken standen die Gesichter der Geschworenen vor mir, der Staatsanwalt spielte resigniert mit einem Bleistift. Der Angeklagte aber saß sanft wie ein Lamm auf seinem Platz und nur in seinen dunkelgrünen Augen geisterte diskret, aber doch unverkennbar ein diabolisches Lächeln—, Am liebsten hätte ich den Kerl geohrfeigt. Ms ich geendet hatte, stand mir der kalte Schweiß auf der Stirn. Mer er kam, wie ich jetzt fast befürchtete. Mein Klient wurde freigesprochen. „Herr Doflor", sagte er und versuchte mir kräftig die Hand zu schütteln, waS ich, mir selbst fast unbewußt, heftig ablehnte,„Sie sind ein Genie! Was hätte in unserer Branche auS Ihnen werden können!" „Werden Sie nicht anzüglich!" schrie ich ihn an,„ich habe nur meine Pflicht erfüllt! Sie find doch unschuldig, Mensch! Da mußte man Sie doch freisprechen I Wenn ich Sie nicht verteidigt hätte, wäre es eben ein anderer gewesen—. Mer der Fall selbst liegt flar, so oder so hätte man Sie freigesprochen I" Fast beschwörend sah ich ihn an. Mein Herz hämmerte, ich glaube, ich hatte in diesem Augenblick Fieber—. „Unschuldig?" sagte er gedehnt, „unschuldig—'—?!" Na ja, natürlich—. Das muß man doch schon sein, wenn einen das hohe Gericht freispricht, nicht wahr—!"- Und dann ließ er ein tückisches glucksendes s Lachen hören, das mir durch Mark und Beine ging——. Ich ließ ihn ohne Gruß stehen und fuhr in meine Kanzlei. Dann ging ich, wie Sie wissen, vier Jahre auf Reisen? War in Südfrankreich, Spanien, ging ans Mittelmeer, vagabundierte durch die halbe Welt vergaß, wirklich, vergaß alles um mich her— selbst an den Mann, den das Gericht von der schweren Auflage des Mordes freigesprochen hatte, und der in meinem Unterbewußtsein als Mörder weiterlebte. Eines Tages aber, auf der Rückreise, war ich in L. Sie kennen das kleine verträumte Städtchen gewiß, über dem immer die Nebel einer Art Unwirklichkeit liegen. Totenstille Gäßchen, die wie bizarre Theaterdekorationen aussehen, verwachsene Baumwege, die keine Zeit zu kennen scheinen, von Kobolden umwitterte fleinc Weinstuben X la Gespenster-Hoffmann; kurzum, eine Romantik, in der die Uhr stehen geblieben zu sein scheint und die uns nervösen Menschen deS zwanzigsten Jahrhunderts fast unheimlich vorkommt. In einer dieser fleinen Weinstuben traf ich einen älteren Herrn, weinselig und vom verschwollensten Spitzweg-Typ. Ein leicht kindischer Mensch von jener allzu mitteilsamen Sorte, die, bereits nach dem zweiten Gläschen, ihr Herz auf der Zunge trägt. Und, ob ich wollte oder nicht, er erzählte mir, unter Tränen und Seufzern, die Geschichte seines jüngeren Bruders, der— wegen Mordes in Untersuchungshaft gekommen war und sich schon in den ersten Tagen der Haft in seiner Zelle erhängt hatte. Wie dieser Bruder in so furchtbaren Verdacht gekommen war,— das habe ich nicht mehr in Erinnerung. Mer als mir der schwatzhafte Tischgenosse das Verbrechen schilderte, das begangen zu haben der Bruder beschuldigt worden war, stieg das Gesicht meines einstigen Klienten vor mir auf, wie ein Gespenst. Das glucksende, tückische Lachen klang mir plötzlich in den Ohren, der grinsende Zynismus, mit dem jener Mensch nach seinem Freispruch vor fünf Jahren auf mich zugekommen war—. Kein Zweifel—: der Schuldige, den man freigesprochen hatte, war mein Klient. Und jener Arme, den der grausige Verdacht zum Selbstmord in der Zelle getrieben hatte, war unschuldig das Opfer jenes Fehlspruchs geworden, der den Mörder freisprach— freisprach durch meine Schuld— und so den Verdacht auf einen Der Mörder und der Unschuldige Von P. 3 Island, die Insel der Kontraste Der Zentaur «»siedelten und uns die herrlichen Sagas hinterließen, wohnen die isländischen Geschlechter in ihren verstreuten Höfen mit ihrem Gesinde. Ihr einziger Reichtum sind Schafe und Pferde. Wehe, wenn einmal der Schneesturm früher einbricht als sonst und die Schafherden, die vollkommen frei und unbeaufsichtigt in den Hochweiden grasen, nicht rechtzeitig genug von den Besihern geborgen werden! Wie oft haben Hungersnöte in der Vergangenheit diese Insel heimgesucht. Nur wenige Sommermonat« bleiben, um die Schafe fett zu machen und genügend Heu für den Winter anzusammeln, bevor die eisigen Schneestürme die niedrigen Hütten der Höfe manchmal wochenlang förmlich begraben. Aber diese Sommermonate sind jedes Jahr einmalig in ihrer herrlichen Wärme, ihrem Blumenreichtum, ihrem Duft und der Reinheit der Luft. In diesen wenigen Monaten aber auch kann man es nur wagen, die ungeheuren Gletscher zu besteigen, kann man die heißen Geysirs besuchen und in di« Nähe der inmitten von Eis und Schnee noch feuerspeienden Berge wandern. Ungeheure Erdbeben, und Vulkanausbrüche haben in der Geschichte des Landes stets furchtbare Katastrophen gezeugt. Aber niemals vermochten sie den aufrechten Si'.n dieser vielleicht reinsten Germanen der Welt zu brechen. Trotz Armut und der Abgelegenheit der einzelnen Höfe gibt es in Island keinen einzigen Analphabeten. Die sonst so eifrige Fremdenindustrie hat dieses einsame Land noch fast ganz unberührt gelassen. Lachsfischer und Angler schlagen wohl für Wochen hier ihr Quartier auf. Die wenigen Reisenden, die dieses„Thule" mit seinen einzigartigen Schönheiten besuchen, kehren immer wieder zurück, begeistert von den Kontrasten zwischen grünen Weiden und Gletschern, Vulkanen und Schnee, Geysirs und verstreuten Schafherden, begeistert aber auch von den gastfreien, stolzen Isländern, ihrem hohen Kulturstand, ihrer Hilfsbereitschaft, mit der sie die Reisen durchs Innere ermöglichen helfen. I».(MTP.) Die Höhenkrankheit Nicht nur die Alpinisten haben unter ihren Erscheinungen zu leiden; besonders gefährlich ist die Krankheit bei Flugzeug» und Ballon- Hochfahrten.— Um die Ursache der Höhenkrankheit zu untersuchen, wurden wissenschaftlich« Höhenforschungsinstitute errichtet und interessante Tierversuche durchgeführt. So berichtet Universitätsprofessor Dr. A. D u r i g, daß aus der Fahrt mit der peruanischen Eisenbahn, di« eine Höhe von über 4600 Meter erreicht, auch Hunde, Katzen, Hühner usw. von der Höhenkrankheit befallen werden. Die hauptsächlich« Ursache der Krankheitserscheinungen ist in dem Absinken des Sauerstoffdrucks zu suchen. Di« bisherigen Erfahrungen haben weiterhin ergeben, daß zwischen Berg-, Luftballon- und Fliegerkrankheit gewisse Unterschiede bestehen- Die Bergkrankheit geht meistens Hand in Hand Es ist eine vollkommen veränderte Welt, die man mit dieser Insel betritt. Eine Welt ohne AutoS, ohne Lärm, ohne Hochbauten, wenn auch Reykjawik in den Sommermonaten eine belebte kleine Hafenstadt ist. Für unsere Nasen manch mal nur ein wenig ungewohnt dieser durchdringende Heringsgeruch, der in den Fifchfangmonaten über der ganzen Küste liegt. Diese Insel lebt im wesentlichen vom Fischfang. Und rings um Island befinden sich höchst ergiebige Fanggründe, um die von altersher ein erbitterter Kampf zwischen den einzelnen fischfangtreibenden Nationen ge führt wurde. Von Zeit zu Zeit laufen den Hafen nicht nur die Fischdampfer an, sondern auch die Wach- und Kontrollboote der einzelnen Staaten, die unaufhörlich in den Fanggründen kreuzen, um Fischfrevel zu ahnden, um zu ver hindern, daß ein boshafter Konkurrent dem anderen das kostbare Netz durchfährt und zer reißt, um Kranken und Verletzten ärztlich beizu stehen und Streitigkeiten friedlich zu schlichten. In den isländischen Hafenstädten wird die sil berne Flut der Fische sofort von den schnell zu fassenden Händen der Fischarbeiterinnen gesäu bert, ausgenommen und für den Versand fer- tiggcmacht. Vom Fischexport lebt das Land, bestreitet es alles, was für das Leben notwendig ist. Mehl, Früchte usw. müssen aus dem Ausland bezogen werden. Die im Sommer so üppigen Weiden auf den Hochflächen im Gebirge ernähren nur Schafe und die vielen kleinen Jslandponies, mit denen allein eine Reise durch das Landesinnere zu bewältigen ist. Und eine solche Reise ist auch heut« noch nicht unbeschwerlich. ES gibt in die sem Lande keine gebahnten Wege, sondern nur Reitpfade und Gebirgsstege. Die unendlich vielen romantischen Gebirgsflüsse mit ihrem kurzen, reißenden Lauf und dem eisigen Glet- scherwasser, das sie talwärts führen, müssen durchschwommen werden. Und dabei eben sind die schwimmtüchtigen, kleinen aber kräftigen Pferde unersetzlich. Jeder Isländer kann von klein auf reiten. Wie in den Urväterzeiten, da versprengte Wikinger in den Jahren 800 und 1000 sich dort MMMMHMMMMMMMMMMMMMMMMMMMWMHMMM Schuldlosen lenkte, der dann an diesem Schick-| sal zerbrach—. ^Glauben Sie mir", sagte der weinselige Herr unter Schluchzen und schenkte sich«in drittes Gläschen ein,„er war unschuldig—, so wahr ich hier sitze!" „Ich glaube es Jchnen", rief ich mit tonloser Stimme, drückte ihm heffig die Hand, zahlte und ging. Dr. Rontzing war wieder ans Fenster getreten. Eine ganz« Weile stand er stumm. Dann drehte er sich um, sah mit schrägem Blick zur Decke und sagte nur:„Es ist nicht immer fürchterlich, an Gedächtnisschwund zu leiden. Das Nichtvergessen kann weit, weit fürchterlicher sein—1" • Die Nachteile des Weißbroteffens Einsichtige Volksfreunde haben von jeher mit Bedenken zugesehen, wie das gute alte Schwarzbrot immer mehr dem Weißbrot weichen mußte und wie dieses selbst immer weißer gemacht wurde. Es sind schwere Schäden der allgemeinen Volksgesundheit zu erwarten, wenn das so weiter geht. Zunächst enthält das weiße, verglichen mit dem Schwarzbrot, viel zu wenig Eiweiß. Dann sind von den ursprünglich vor handenen Vitaminen A und B, von denen das erstere die tadellose Beschaffenheit der Haut und Schleimhäute garantieren muß, nur noch Spuren vorhanden. Weiter enthält das Weißbrot sehr wenig Salze, die der Körper nun einmal ebenso braucht wie alles andere. Wie weit besonders der Mangel an Vitamin B gehen kann, zeigt die Tatsache, daß man schon beobachtet«, wie jemand, der nur Weißbrot aß, skorbutkrank wurde. Einige rumänische Forscher haben nun an Tieren untersucht, wohin es führt, wenn man sie nur mit Weißbrot füttert. Dabei gingen Hunden die Haare aus, sie bekamen eine Hautkrankheit, auch die Augen wurden in Mitleidenschaft gezogen, das Zahnfleisch erkrankte und die Tiere wurden zusehends schwächer. Erst als die Forscher ihnen noch eine bestimmte Mischung von Salzen gaben, besserte sich dies alles und wurden geheilt. Dabei zeigte sich, daß den Tieren weder Phosphor, Kalzium noch Chlor, Natrium oder Jod zugeführt werden mutzte; davon enthielt das Weißbrot also anscheinend genug. Dagegen fehlten Magnesium, Kalium und Eisen. Fehlen diese Mineralsalze, so werden die anderen Nahrungsmittelbestandteile nicht richtig verarbeitet; es entstehen giftige Zwischenprodukte, die die verschiedenartigsten Krankheiten erzeugen können. mit großen körperlichen Anstrengungen; günstig ist dagegen für den Bergsteiger der langsame Ausstieg, bei dem er sich an die allmähliche Luftdruckminderung gewöhnen kann. Bei Fliegern ist die Höhenkrankheit besonders gefahrvoll, weil keine unangenehmen Symptome auf das drohende Unheil Hinweisen. Ohne Atemnot, starkes Herzklopfen, Uebelkeit— wie beim Bergsteiger — tritt Unbesinnlichkeit und nachher Bewußtlosigkeit auf, so daß nicht einmal mehr das unmittelbar zur Hand liegende Sauerstoffmund- stück eingeführt werden kann. Es besteht daher die Vorschrift, daß Flieger'beim Ueberschreitcn von 8000 Meter Höhe auf alle Fälle Sauerstoffatmung zu benutzen haben.— Das wirksamst« Mittel zur Vermeidung der Höhenkrankheit ist Anpassung. Im Kaukasus tritt gewöhnlich irz geringerer Höhe Bergkrankheit auf als ins Himalaja, da dort die Anmärsche länger sind« Es mögen jedoch auch rein lokale Momente mitspielen; bei den Eingeborenen sind verschieden« niedere Päffe wegen der Bergkrankheit besonders gemieden. Ein brauchbares Sauerstoffgerät für den Hochalpinisten existiert nicht. Auch dürft« die Frage, ob und wann die höchsten Gipfel der Erde erstiegen werden, kein Problem der Höhenkrankheit sein, sondern von der Witterung rinder vcrfiigbaren Zeit abhängen—- sofern sich 4Männer von so übermenschlicher Leistungsfähig| Betten sauber und Kleider und Schuhe erhält Zeit und Willensstärke wie bisher wieder an die Aufgabe wagen. Vom blauen Montag " Englischer Humor. Würden Sie die Güte lich sind. Sie scheinen keinen anderen Wunsch haben mir die Adresse Ihres Schneiders zu gee zu kennen, als die nächste Stadt zu erreichen, ben?" wandte sich ein Herr an einen Betanna dann die übernächste und sofort in unendlichem ten in einer Gesellschaft. ,, Von Herzen Kreislauf", und tragen sich in den Transient gern", antwortete bieser, aber nur unter bes Bureaus, die sie überwachen, mit derselben Bedingung, daß Sie dem Schneider nicht meine Gleichgültigkeit ein wie Reisende ins Fremden- Adresse geben." Er ist in der Stimmung so recht ein Nachbuch eines Hotels. Die wenigsten dieser jungen zügler des Sonntags, der blaue Montag, und die Bagabunden haben die Elementarschule zu Ende Erinnerung an die Sonntagsfreuden mischt sich besucht, und nur einige von ihnen sind je in mit den Gedanken an die neue Arbeitswoche, in Mittelschulen gegangen. Essen, Trinken, Schla die man erst wieder eingewöhnt sein muß. Die fen und immer weiter wandern das ist alles, landnjige Bezeichnung„ blauer Montag", die was sie vom Leben wünschen. Und wenn diese eine überraschend weite Berbreitung fand, hat ewigen Wanderburschen auch weit gibilisierter ihren Ursprung in längst vergangenen Zeiten. find als die russischen Besprisornye, so wird die Die Flämische Sprache kennt den blauen Regierung dennoch in absehbarer Zeit Schritte Montag als en blauwe Maandag", ber Eng- ergreifen müssen, um sie zur Arbeit und Seßländer den blue Monday"," once in a blue haftigkeit zu bringen. moon", der Franzose die journée blanche", ber Däne den blaa mandag". " " " In manchen Gegenden Deutschlands und in den Niederlanden gab man nur einem bestimmten Tag des Jahres den Namen„ blauer Montag", nämlich jenem, der dem Fasten vor angeht. So wird der Ausdruck gewöhnlich durch den alten Gebrauch gedeutet, daß in der Fastenzeit die Kirchengeräte und der Altar mit blauen Decken behängt sind. Aber früher legten die Priester nicht nur an Montag vor Aschermittwoch die blaue Farbe an, sondern bereits am Sonntag vor Septuagesimä, also schon 14 Tage bor dem ersten Fastentage. Am Passionssonntag wurden die Kruzifire der Kirche ebenfalls mit blauen Decken geschmückt, und die sächsischen Landesverordnungen des 15. und 16. Jahrhunderts fennen überhaupt keinen„ blauen", sonbern nur einen„ guten" Montag. So hat eine andere Erklärung viel Wahrscheinlichkeit für sich, die den Ausdruck mit einem alten Handwerksbrauch in Verbindung bringt, nach dem an jedem Montag gefeiert" wird. Er wird der Bruder des Sonntags ge= nannt und an ihm wird gefeiert" oder„ blaugemacht". Diesen Sinn haben auch die Redensarten: Maandag maken", die im Mittelniederdeutschen des 17. Jahrhunderts auftaucht: to kep saint Monday"; fair le lundi"; fêter le saint lundi"; blauwen Maandag houden". e B Jugendliche Vagabunden in Amerika r. Rußlands Heer der„ Besprisornye", jener elternlosen, jugendlichen Vagabunden, hat Weltberühmtheit erlangt; aber faum jemand weiß, daß jetzt, nachdem es in Rußland diese jugendSichen Vagabunden nicht mehr gibt, auch die nordamerikanische Union eine große Armee von Heimatlosen, wandernden Jungen besitzt, die sich im Frühjahr, wie von einem inneren Bivange getrieben, in großen Gruppen auf die Walze" begeben. Diese Gruppen, die bis zu 15 Jungen stark sind, stehen nach den Angaben der sogenannten Transient Bureaus", der Wanderherbergen, stets unter dem Befehl eines Führers, auf den sie sich in jeglicher Beziehung berlassen. Zu Fuß oder als blinde Passagiere von Güterzügen wandern sie ohne endgültiges Biel von Stadt zu Stadt, von Herberge zu Berberge und bleiben niemals länger als zwei oder drei Tage in einer Gegend. Wie der Leiter der Wanderherberge von Dallas in Teras erklärt, haben sie höchst merkwürdige Lebensanschauungen entwickelt; sie denken und Sprechen nie über Arbeit, Anstellung und Nieberlassung an irgendeinem Orte, sondern ausschließlich über die nächste Herberge auf ihrem Wege und die Frage, ob das Essen dort gut, die Wissen Sie schon? Auf Neuseeland hat man versucht, die Straßen für Autos gefahrloſer zu machen, indem man mit Hilfe eines fahrbaren Magneten alles aus Eisen bestehende Material von den Wegen entfernt, das die Reifen zerstören könnte. Bei einem Versuch im Süden der Insel sammelte dieser Magnetwagen durchschnittlich ein Kilo Eisen pro Kilometer auf, und zivar Nägel und andere für Autoreifen schädliche Sachen. Das im Verhältnis zu seiner Größe schnellste Flugzeug der Welt wird zur Zeit in Großbritannien gebaut. Es soll 56 Passagiere nebst Gepäck mitnehmen können oder dreieinhalb Tonnen Fracht oder 250.000 Briefe und Päckchen. Seit der Aufhebung des Alkoholverbots in den Vereinigten Staaten sind der Regierung an Steuern und Zolleinnahmen auf Alkohol mehr als eine Milliarde Mark zugeflossen. Die gewöhnliche Stubenfliege hat mehr als 4000 Linsen in ihrem Auge. Bon acht Ehen, die in England geschlossen werden, wird etwa eine geschieden. Von einer Million Neugeborenen wird ein ind ein Zwerg. Zwerge sind ausnahmslos die Kinder normal großer Eltern. Wie sich der Postverkehr vergrößert hat, sieht man am deutlichsten bei einem Vergleich der heutigen Verhältnisse mit denen der Vergangenheit. In England wurden zum Beispiel im Jahre 1839 83 Millionen Briefe befördert, während im vergangenen Jahre eine Zahl von 6.75 Milliarden Briefe befördert wurde. Petroleum. Heiteres Pimperlhuber flagt über Rheumatismus. Der Dorfbader verschreibt ihm einen Tee aus Löwenzahn und Kiefernrinde. Pimperlhuber kommt bald wieder und flagt von neuem. Der Bader, der gehört hat, daß im Nachbardorf ein Mann immer seine Rheumastellen mit Petroleum einreibt und guten Erfolg erzielt, rät: ,, Dann mußt du den Reißmatismus mit Petroleum vertreiben." Nach einiger Zeit begegnet er Pimperlhuber wieder: Na, wie ist es mit dem Petroleum gegangen?" ,, st ganz gut", meint Pimperlhuber,„ nur ist es blöd, daß man immer den ganzen Tag aufstoßen muß." " Die falsche Instanz. ,, Herr Richter, ich muß mir doch erlauben, an den gesunden Menschenverstand zu appellieren..."" Bedauere sehr, diese Instanz gibt es bei uns nicht." Medizin. Herr N., hat das Schlafpulber geholfen, das ich Ihnen verschrieb?"- G war ausgezeichnet, Herr Doktor, bitte, verschreia ben Sie mir noch eines. Seit diesem Tage habe ich keine Schwierigkeiten mehr. Wenn ich bes Nachts heimfomme, schläft meine Frau wie ein Murmeltier." schreie ich."-Ach so, deshalb bist bu immer Danerzustand. Wenn mich ein Herr füßt, so heiser." Er kann sich's denken. Der Flügel dröhnte unter ihren wuchtigen Schlägen, ein Knaden ging durch die schlanken Mahagonibeine, wäh rend ein Orfan von Tönen durch das Zimmer beendete sie ihr Klavierspiel, ließ die Hände braufte. Mit einem herrlichen Fortissimo- Afford finken und sagte verträumt zu ihrem Gatten: schmetternd seufzte und sagte:„ Das kann ich „ Das war Siegfrieds Tod!" Und er zer mir denken!" Der Wunsch wird erfüllt. Ein Kuß von Ihnen, oh verehrte Rosalinde, und ich könnte glücklich sterben 1" Nun gut- hier haben Sie den Kuß!" Schach- Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch, Drakowa Nr. 32, Post Modlan bei Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 244. Von Aurelio Abela. Schwarz: Kg5, Sd3, Bf4, f6, h5, h6.( 6) cdefgh 00 8 7 a b 8 7 6 5 5 4 4 3 2 a b c de f g h 2 Weiß: Kf8, Df3, Tb4, Ld8, Se2, e5, Bf5.( 7) Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Lösungszug zu Nr. 241: Se6- c5! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Dinnebier Emil, Tetschen; Schöffel Anton, Schöbritz; Beutel Wilhelm, Arnsdorf bei Tetschen; Walter Ludwig u. Robek Franz, Kwit kau: Tesař Franz, Suchei; Triltsch Gustav, WiProseditz; Hyna Josef u. Hyna Franz, Hostomitz. sterschan; Havel Franz, Hertine; Ulbert Rudolf, Kreismeisterschaft. Am Sonntag, dem 18. August, findet in Bo Endrunde um die Kreismeisterschaft im Schach statt. Schachgenossen und Schachfreunde werden erscheinen. Bei der ausgeglichenen Spielstärke denbach,..Volkshalle" um 10 Uhr vorm., dis gebeten, zahlreich bei dieser Veranstaltung zu beider Mannschaften, Warnsdorf sowie auch Wisterschan, ist ein interessanter Kampf zu erwarten. Die Kampfleitung übernahm Gen. Jelinek, Krochwitz,