BUNTE WELT Nr. 44 Unterhaltungsbeilage Liebe auf Distanz Das Messingschild, auf dem der Name ,, Ružena Kminová" in altmodisch und zierlich gezirkelten Buchstaben zu lesen war, mußte Anužka unter persönlicher Aufsicht des gnädigen Fräulein jeden Morgen mit dem Lappen fräftig abpuzen. Es kündete schon von außen die bli blanke Sauberkeit der kleinen Zweizimmerwohnung an, die Fräulein Kminová seit nahezu dreißig Jahren am Riegerpart bewohnte. Der Vater des alten Fräulein war ein höherer Staatsbeamter gewesen, der. dank einer glücklichen Heirat seiner Tochter das damals recht stattliche Vermögen der früh verstorbenen Mutter hinterlassen konnte. Von der Mutter hatte die Tochter allerdings auch die negativen Ausgleichsposten der stattlichen Mitgift, ein langes spikes Näschen und einen, mit zunehmendem Alter sich immer unmutiger wölbenden Rücken, geerbt. Einige Freier, die sich in ihren jungen Jahren eingefunden hatten, hatte Ružena Kminová verschmäht, nachdem sie versehentlich die unbezahlten Rechnungen des einen schon vor der förmlichen Verlobung ins Haus geschickt erhalten hatte und den anderen an dem Tage, an dem sie ihm ihr Jawort zu geben sich entschlossen hatte, in den Morgenstunden am Arme einer unzweideutigen Dame von seiner ausgedehnten Junggesellenabschiedsfeier hatte heimtorfeln sehen. Fräulein Kmínová blieb also auf ihrer Erbschaft, zu der die hübsche kleine Wohnung im Riegerpark gehörte, ſizen. Mit der Zeit schmolzen das Geld und die etiva irgendwo versteckten Reize Ruženas dahin und was blieb, war ein kleines häßliches, aber unendlich gutmütiges Geschöpfchen mit beschränkten Einnahmen und einem ebenso beschränkten Horizont. Ružena hatte eigentlich nur zwei Vergnügen. Das eine bestand darin, die Hausange stellte Anužka ihre Macht fühlen zu lassen und das andere darin, die Nachmittag. im nahegelegenen Café in der Gesellschaft guter Freundinnen bei einem von lebhaften Klatsch gewürzten kleinen„, Schwarzen" gelegentlichen Kartenspiel und staunender Einsichtnahme in die weltbewegenden Neuigkeiten des Wiener Salonblattes" zu verbringen. " Mit zunehmenden Alter verbot sich ihr an feuchten und fühlen Tagen infolge eines start schmerzenden Zipperleins im rechten Knie auch diese Extravaganz und Fräulein Kminová begnügte sich alsdann damit, auch in den Nachmittagsstunden den bereits während des Vormittags besetzten Beobachtungsposten am Fenster einzunehmen. Sie hatte sich der Bequemlichkeit halber ein rotes mit Persermustern besticktes Kissen über das Fenstersims gelegt und bedauerte nur, daß die sogenannten„ Späher", jene kleinen Spiegel, mit denen man einst die Straße so angenehm zu überschauen vermochte, so außer Mode gekommen waren, daß sie auch den ihren entfernen mußte. Obendrein hatte sich im Laufe der Jahre eine starke Kurzsichtigkeit der wassenblauen Aeugelchen herausgestellt Bon Otto Friedrich 1935 und eine Brille zu tragen, verbot Fräulein ab, ob das wohl mir gilt?" Anužka schaute Kminová die Eitelkeit. Sie war nämlich, so interessiert aus dem Fenster. Tatsächlich wankomisch das bei einem kleinen sechzigjährigen derte auf der anderen Straßenseite auf dem Persönchen anmuten mag, ungeheuer eitel. Am schmalen Gehsteig, der sich an die von Büschen Morgen, in Häubchen und Schlafrock, dispu- bestandenen Hügel des Riegerpartes eng antierte sie mit Anužka, die breit grinsend und schmiegt, ein stattlicher, frischer, junger Mann vor derber schwvergezähmter Lebenslust strobend, rubelos auf und ab. Jetzt blieb er gar stehen, in der Türe stand, ob sie heute das schwarze, schaute nach dem Fenster hinauf und winkte. das graue, das getupfte oder das gestreifte Kleid anziehen solle. Oder ob sie gar, da der Namenstag ihrer seligen Mutter wäre, sich in das gute Georgettekleid Hüllen dürfe. leber Die Arbeiter Bon Heinrich Lämmlin Wir wollen nicht nur als Rad uns drehn gehetzt von der flüchtigen Stund; wir wollen über dem Tage stehn, wir wollen eine Zukunft sehn, sonst gehen wir im Alltag zugrund. Noch ist die Seele in uns nicht tot, erstickt in der Not und im Leid; noch ist sie Flamme, die fordernd loht, wir wollen mehr als das tägliche Brot; Ein Ziel über dem Tag und der Zeit. den Rücken legte sie sich, selbst in Sommermonaten, gerne einen Belz, den sie ihren Seal" nannte, obwohl es ein ganz gemeiner Ranin war, dem nur der Kürschner täuschend Farbe und Glanz gegeben hatte, genau so, wie Fräulein Kmínová Farbe und Glanz der Haut mit Hilfe einer Reihe unergründlicher Linkturen und Salbentäßchen nachhalf, die wohl verwahrt in der eichenen Komode neben dem Waschtisch standen. Wehe, wenn Anužka morgens den Katao servierte, ehe Fräulein Kminová die Restaurierungsarbeiten an ihrem leicht abgebröckelten Teint zu voller Zufriedenheit ausgeführt hatte. Wehe, und dreimal wehe auch, wenn Anužka nicht mit pfiffig unschuldigem Lächeln beim Hereinbringen des Katao erklärte: ,, Aber wirklich heute sehen das gnädige FräuTein wieder reizend aus!" Man kann sich nach alledem unschiver den einförmigen und geregelten Lebensgang des Fräulein Ružena Aminová vorstellen, und es wäre darüber bis zu ihrem, möglicherweise inzwischen erfolgten seligen Ende nichts zu berichten gewesen, wenn nicht ein Sommertag in das stille Dasein des Jüngferleins eine späte Ueberraschung gebracht hätte. Fräulein Kminová lehnte wie gewöhnlich mit sanft gebrannten Locken und freundlich kurzsichtigen Augen in ihrem getupften Kleid aus dem Fenster. Hinter ihr stand Anuška, die nebenan Staub zu wischen vorgab. Plötzlich stieß Fräulein Aminová einen leichten, halb unterdrückten Schrei des Erstaunens aus: ,, Da, Anužta, sehen Sie nur, er geht immer auf und Ružena Kmínová war außer sich. Selbst die Scham, die sie hatte, ihr Seelenleben vor einer so untergeordneten Person wie Anužka zu entblößen, schwand vor dem Selbstgefühl, das ihr diese Eroberung einflößte. Dreißig Jahre hatte sie vergeblich wie ein Burgfräulein aus dem Erkerfenster geschaut und nun plötzlich ging das Glück vorbei. Stattlich, jung, kräftig und winkend wie der edelste der Kavaliere. Fräus lein Kminová wäre am liebsten auf die Straße geeilt. Aber sie wußte, was sie ihrem guten Ruf und ihrem bösen Bipperlein schuldig war. So wurde Anužka nach einem erregt hin- und herflatternden Gespräch mit der Mission einer Parlamentärin betraut. Es dauerte auch nicht lange und Anužka fam wieder. Sie strahlte nicht nur, nein sie lachte über das ganze Gesicht. Ein unvoreingenommener Beobachter hätte vielleicht dieses Lachen sogar als ein ganz unverschämtes Grinsen gedeutet. Fräulein Kminová zitterte am ganzen Leibe: Nun, was hat er gesagt?" Er läßt das gnädige Fräulein schön grüßen, er würde gern heraufkommen, aber er hält es wegen der Nachbarschaft nicht für schicklich und er hat auch wenig Zeit, denn er hat sich verspätet und muß ießt eilends in den Dienst."..In den Dienſt", also wohl ein höherer Beamter. – Ja, die Herren haben heute viel zu tun. Sie haben nicht einmal mehr Zeit für die Liebe." nicht einmal zum Mittagessen", Anužka eifrig hinzu.„ Er erzählte mir, daß ihn als Junggesellen das ewige Restaurationseffen anefelt und daß er in der kurzen Mittagspause nicht Zeit findet, nach Hause zu gehen." Der Aermite", flagte Fräulein Kminová... Ich werde ihm helfen. Morgen, Anužta, passen wir auf und wenn er wieder vorbei kommt, dann bringen Sie ihm rasch ein kleines Paketchen." - ,, Und fügte Anužka sträubte sich zum Schein ein wenig, aber sie hatte wohl eigentlich ähnliches von dem guten erzen des Fräulein Ružena erwartet und so willigte sie ein. Ein Hühnchen wurde geholt, fnusprig gebraten, sauber verpackt und in ein Kästchen gelegt, in das auch noch einiges Zuckerwerk und zwei große Pfirsiche als Begleitgabe verstaut wurden. Am nächsten Tage wartete Fräulein Kminová sehnsüchtig am Fenster. Sorglicher als je waren ihre Löckchen gebrannt, rosaroter als je prangten die Bäckchen und sogar das Georgettkleid, das doch eigentlich nur für die Namenstage der lieben Verwandten bestimmt war, hatte aus dem Schrank gemußt. Die breite Rückenfläche war von dem„ Seal" künstlerisch verdeckt und da, wo legendärer Weise sich der -2Junonische Busen wölbt, hatte Fräulein Kmínová durch einen Aufputz von Schleifchen und einer breiten goldenen Brosche die Fläche täuschend und reizvoll aufgewölbt. Ihr Liebhaber" ließ sie nicht warten. Pünktlich, genau zur gestrigen Stunde, kam er stattlich und elastisch vorbei. Seine rote, etwas fleischige Hand, die Fräulein Kmínová dank ihrer Kurzsichtigkeit als ,, selten aristokratisch" ansprach, winkte hinauf und sofort schlüpfte Anužka, die treue Seele, mit ganz ungewohntem Diensteifer herab. Fräulein Kminová sah, wie der Herr Anuzka durchaus herzlich und keineswegs hochmütig mit einem Händedruck begrüßte und das Paket in Empfang nahm. Grüßend und winfend entfernte er sich dann mit eiligen Schritten. Dieses morgendliche Ereignis wurde mit der Zeit zur lieben Gewohnheit. Zwar äußerte Fräulein Kminová mit steigendem Unmut, der Herr möge doch auch einmal den Weg zu ihr hinauf finden und nicht so schrecklich schüchtern sein, es werde ihm ja von ihrer Seite nichts Ungebührliches passieren. Aber Anužka wußte mit trefflichen Worten die Gründe seiner jeweiligen Verhinderung überzeugend auszu= malen. Sie unterließ es auch nicht, darauf hinzuweisen, daß ein Mittagessen aus Fleisch und Buckerwerk doch allzu unvollkommen sei und so wurde auch dem Patet ab und zu ein Fläschchen Kognat und ein eigens mit Sorgfalt und noch mehr mehr Butter gebadener Suchen beigefügt. Anužka unterließ es auch nicht, gelegentlich Kenntnis von gewissen Finanzschwierigkeiten des freundlichen Herrn zu geben und diese diskreten Geständnisse rührten das immer mehr in seinen Wahn sich verstrickende gute Fräulein derart, daß sie in ein Kuvert, welches sie mit bunten Blumen oder einem pfeilschießenden Amor zu zukleben pflegte, fleine und auch größere Geldbeträge versenkte. So wäre das Spiel wohl noch manchen Monat gegangen, wenn nicht eines Tages es war gerade nach ihrem dienstfreien Sonntag Anužta weinend morgens mit dem Kakao ins Zimmer gekommen wäre und, unter lebhaftesten Wogen des Gemütes und des Busens, nichts hervorgefeucht hätte, als:„ Der Treulose! Gestern habe ich ihn mit einer anderen tanzen sehen. Er hat mich betrogen, der lieder liche Kerl!" Diamantenspalter Die kleinste Branche der Welt Eine Armee von Menschen arbeitet daran, beitet, präzisen Sägen, die sich durch das eindie Rohdiamanten aus allen Gegenden der Welt zige Mineral mit Härtegrad 10 fressen; Noch viel mehr Die wirklich großen verantwortungsvollen Arnach Antwerpen zu bringen. Diamanten aber als nach Antwerpen gelangen, beiten kommen nur selten vor. Wenn ein Ries tommen nicht hin, weil sie in den Tresors der sendiamant gefunden wird, wird wochenlang Syndikate liegen bleiben, damit der Kurs fest beraten, wie er gespalten werden soll. Und als bleibe. Diamanten sind eben selbst zu gesunkenen der größte Diamant der Welt gefunden wurde, Preisen viel zu teuer, als daß man mit ihnen der heute der englischen Krone gehört, wurden umspringen könnte wie mit brasilianischem der Schleifer und Spalter, der den Auftrag Kaffee, obwohl auch Diamant ausgezeichnet bekam, für Wochen in einem Tresor eingesperrt, und ebenso bewacht, wie der Diamant selbst. brennt. der Produktion beteiligt ist, muß von einer Und was die Armee herbeischafft, die an Branche verarbeitet werden, die die kleinste der Welt ist! Was nützt der schönste Diamant, wenn er nicht gespalten ist? In ganz Antwerpen sind es 50 Menschen, die die Arbeit des Spaltens leisten. In Amsterdam, dem zweiten Zentrum, mag es, sehr hoch gerechnet, 50 gehundert Menschen demnach, die den kostbarsten Werkstoff der Welt verarbeiten. ben Das Spalten von Diamanten ist kein Gewerbe; es ist eine Kunst. Denn, was sich an ihr erlernen läßt, das macht noch lange nicht den Spalter. Der Diamant ist nie rein. Er hat Sprünge, Flecke, Risse, die ihn im Wert herabfeßen, arbeitete man nicht die ganz reinen Stücke heraus. Diese sind oft unverhältnismäßig flein, wenn man das Gewicht des Rohdiamanten ansieht, aber auch entsprechend wertvoller. Aus einem großen Brocken entstehen drei, vier, fünf relativ kleine, reine Steine, und der Rest in Gliberstaub, zu einem schlechten Gewichtskurs gehandelt. Einen Spalter bei der Arbeit zu sehen, ist das reinste Vergnügen. Sein Gewerbe ist das sauberste der Welt, und man kann ihm seine Behauptung glauben, daß er auch im Smoking arbeiten könnte. Der Spalter sieht sich diesen staubig- schwärzlichen Kiesel, der Diamant werden soll, mit seiner Lupe an, eventuell mit einer stereoskopisch abbildenden auch noch, und bei dieser raschen Betrachtung hat er seinen Plan schon gefaßt, wenn es sich nicht um wirklich wichtige Fräulein Kmínová schrak auf, so daß der Stücke handelt. Nun weiß der Spalter, in welZwieback jäh in den schweren Fluten des Kakaocher Tiefe die Risse sißen, wissen, was wegge versant. Was heißt das, er hat sie betrogen, wem hat er denn gewinkt? Ihnen oder mir?" " ,, lns beiden", schluchzte Anužka,„, und dabei ist er Feldwebel gevesen mit baldiger Aussicht auf Zivilversorgung". Fräulein Kmínová raffte sich zusammen, ihre Kleider raschelten geradezu empört.„ Ein Feldwebel, und so etwas erdreistet sich, einer Majorstochter zuzuwinken. Unerhört!" Dann aber brach doch ihr wahres Gefühl wieder hervor, sie streichelte Anužka, ganz ungewohnt gütig, über den Kopf und sagte mit tränenerstickter Stimme: Ja, so sind die Männer" " Darauf weinten sie beide, man kann schwer sagen, ob die Tränen des Fräuleins Kmínová aus Mitleid flossen oder aus eigenem Leid. flopft werden muß, um ein möglichst gutes und großes Stück zu haben. Das weitere ist rasch erledigt: Einkitten in einen Stiel, ein kurzes scharrendes Drehen mit einem zweiten Werkzeug, in dessen Spize ebenfalls ein Diamant sitt( Diamant kann nur mit Diamant angegangen werden); eine feine Kerb ist entstanden, in die nur ein Messer eingesetzt wird ein leichter Schlag, und wenn der Spalter unvorsichtig war, so ist viel Geld verloren gegangen! * Fünzig Männer in ganz Antwerpen leisten diese Arbeit. Qualitätsarbeit. Die Kommerzware wird heute schon mit der Maschine gearAuf Sardinenfang Paris, im Oktober. * Der gespaltene Diamant wird später, irgendwann geschliffen; der ungeschliffene kommt ebenso in den Handel, wie der nur vorgeschlif= fene. Der Handel selbst spielt sich in vier Börsen ab, die nebeneinander in der Pelicanstraat liegen und Unbefugten ebenso unzugänglich sind, wie die berühmten Tresors, die zu jeder Börse gehören, und in denen die Agenten und Händler ihre kostbaren Schäße verwahren. Sind die Diamanten nicht im Tresor, so befinden sie sich, fast unachtsam in der Tasche. Ein phantastischer Anblick, solch ein Courtier, für gewöhnlich gar kein reicher Mann, wenn er eine dicke Brieftasche zieht, in der viele gefaltete Seidenpapiere stecken, jedes nach einem geheimnisvollen, aber feststehenden Ritus gekniffen, der nie geändert wird. Sie entfalten die Seiden. papiere, eines nach dem anderen: hier ist der weiße Kristallschnee, feinste geschliffene Steine; dort größere, da noch kleinere, Christbaumstaub von hohem Wert. Auch farbige Diamanten, vom einfachen Grau bis zum Goldgelb, bis zu tiefem Schwarz werden gehandelt: Industrieware, sagen sie wegwerfend. Die berühmten, reinschwar zen Diamanten, kommen sehr selten vor. Der Kleine schwarze Diamant ist gute Ware: teine Kohlenmine kann ihn entbehren, denn er allein kann den härtesten Fels zerfressen. Und es ist immer noch billiger, mit Diamanten zu bohren, als mit Hartstahl, der schnell stumpf wird. * Fünfzig Männer Klopfen auf Millionens schäßen herum. Sie selbst sind nicht reich. In den Jahren guter Konjunktur konnte ein Spalter 2000 bis 3000 belgische Francs pro Woche verdienen, aber diese Zeiten sind nun lange vorbei. Im Laufe eines Jahres wechselt ein gu ter Spalter zehn bis fünfzehnmal seinen Arbeitgeber. Aber man kennt einander, und jeder Spalter weiß genau, welches Atelier im Augens blick Arbeit zu vergeben hat. Aber heute, auf der Höhe der Arbeitskrise gibt es Pausen, die monas telang dauern können. ,, C'est la crise" den die Spalter sagen, wenn sie französisch könnten. Aber in der Mehrzahl muß man sich des Deutschen oder des Holländischen bedienen, um sich in dieser kleinsten Branche der Welt zu verständigen. wür René Maria Paillard. Hafen. Da das Tausend mit 70 bis 100 Francs verkauft wird, bringt ein solcher Fang bis zu 3000 Francs ein. Befümmert waren auch der Mezger, der Bäcker und der Delikatessenhändler, denn die Einkäufe des Fräuleins Kmínová gingen wieder rapid zurück. Man sah sie auch nur noch selten am Fenster sitzen, sie vergrub sich in ihre kleine Wohnung. Selbst ihre Tyrannei über Anužka hatte sich gelockert und das einzige Vergnügen, daß sie sich leistete, war der Genuß von Liebesliedern am Radio.„ Denn", so sagte sie einmal zu Anužka, erst das ist die wahre Saint- Jean- de- Luz an der sie als Hors d'oeuvre der Mahlzeiten in allen Liebe, jie gibt mir die nötige Distanz!" Der Monat Oftober ist der letzte Monat des Jahres, in dem die Fischer ausziehen, um Sardinen zu fangen. Ein guter Fang bringt reiche Beute mit einem einzigen Nepauswurf brachten dieser Tage die Fischer von Der größte Teil der Sardinen wandert nicht gleich in den Magen von Fischfreunden, sondern zunächst in die Konservenbüchse, in der die Sardine die Reise um die Welt antritt. In Olivenöl oder Tomatensaft ,, verpackt", dient Bastenküste mehr als 30.000 Sardinen in den fünf Erdteilen. 3Der Sardinenfang erfolgt mit einem be-| man kann ruhig sagen, daß die Sardine unter sonderen Netz, das 110 Meter lang und 60 allen Fischen neben dem Kabeljau, der den der MeeresMeter breit ist. An seinem Oberteil find Kork- kostbaren Lebertran liefert schwimmer angebracht, an seinem unteren bewohner ist, der der größten Zahl von MenEnde Bleibeschwerer in Olivenform. Sobald schen Arbeit gibt. die Fischer eine Sardinenbank bemerken, locken sie die Sardinen an die Oberfläche, indem sie ihnen Kabeljau- Roggen und Erdnuß- Kuchen als Köder zuwerfen. Jetzt ist der Augenblick, in dem das Netz so geschickt ausgelegt werden muß, daß möglichst die ganze Bank von ihm eingefreist wird. Für den Fang der Anchovis, die wie die Sardelle ein hervorragender Appetitanreger ist, gebrauchen die Fischer eine List. Sie folgen in ihrem Boot unbemerkt einem Schwarm von jungen Delphinen oder Tümmlern, die auf Fischjagd sind. Sobald diese geschickten Raubfische eine Anchovis- Bank entdeckt haben, tauchen und springen sie, um ihre Beute in Unruhe zu verseßen, und die verängstigte Anchovis steigt an die Oberfläche. das Nach diesem System werden in den französischen Häfen, im Atlantischen Ozean wie im Aermelkanal, die Sardinen gefangen. Zwischen 30 und 35 Millionen Kilo sind in jeder Fischfangsaison der letzten Jahre gefangen worden. Jetzt wirft die Fischermannschaft Ihr Wert stellt die beträchtliche Summe von schwere Netz aus, die ,, Sarda", und wenn sie ca. 100 Millionen Francs dar. Dieser Betrag Glück hat, find 500.000 Anchovis mit einem ergibt sich aus dem Verkauf frisch gefangener Netwurf gefangen. Der Anchovisfang ist in Fische. Die Konservensardine hat natürlich den Häfen am Atlantischen Ozean, vor allem einen wesentlich höheren Verkaufswert, und an der Baskenküste, zu Hause. Carmen Carmen 1935 Das Geheimnis der Tabatfabrik von Sevilla S. J. ein dankbarer Stoff auch für den zuerst aus der Tabakfabrik, und die jünge= ren würden nun bald folgen. Bald sah er aber seinen Irrtum ein, denn es kamen nur immer ältere grauhaarige Frauen aus dem Tor, das einst lustige Scharen junger Mädchen hinausverständlicherweise gelassen hatte. Und fein einziger ,, Don José" wartete vor dem Ausgang. den Tonfilm, dachte der große amerikanische Regisseur Cecil B. Mille, der vor kurzem nach Europa kam, nach einem Stoff für seinen ersten Farben- Tonfilm zu suchen. Mit hochgespann ten Erwartungen traf er in Sevilla ein: wahr haftig, alles war noch wie vor hundert Jahren. Da lag unter mächtigen, uralten Bäumen das Barodgebäude der berühmten Tabatfabrik, wie man es aus den Operndekorationen der ganzen Welt kennt. Da war auch noch die Artilleriefaserne, und einige flotte„ Josés" saßei. auf der Balustrade des alten Festungsgebäudes. Mille war begeistert. Carmen 1935, an Ort und Stelle gedreht, sollte sein Film werden, eine Symphonie von Farben, Musik, von füdlicher Landschaft und schönen Andalusierinnen. Man riet dem Amerikaner, abends vor dem Portal der Fabrik zu sein, genau um sechs Uhr. Mr. Mille war pünktlich zur Stelle; hätte er gewußt, was ihm bevorstand! Statt der jungen hübschen Carmen kamen aus der Fabrik alte Frauen mit schlohweißem Haar, die meisten vom beträchtlichen Leibesumfang der bejahrten Spanierinnen. In der Hand hielten sie Frühstückstaschen und Thermosflaschen, und im übrigen beeilten sie sich, die Straßenbahn zur Nachhausefahrt zu erreichen. Das einzige, was an Carmen erinnerte, waren die unvermeidlichen Papierfächer und Papierblumen, weiß, im grauen Haarknoten. Was war geschehen? Welcher teuflische Zauber hatte aus Carmen eine Großmutter gemacht? Mr. Mille informierte sich und erfuhr das Geheimnis der Tabakfabrik von Sevilla: die Zigarettenarbeiterinnen sind, da in Spanien Tabakmonopol besteht, Staatsbeamtinnen mit Pensionsberechtigung. Nun fordert aber Die neue Zeit weitgehenden Ersatz der Menschenhand durch Maschinen. Die Sevillaner Tabatfabrik wurde also ein Opfer der Rationalisierung, und mit ihr Carmen selbst. Denn man stellt keine neuen Arbeiterinnen mehr ein! Man läßt die Zigarettenbeamtinnen bis zum Pensionsalter 75 Jahre! im Betrieb und besetzt die freiwerdenden Stellen nicht mehr; für je zehn pensionierte ,, Carmen" wird eine neue Zigarettenmaschine eingesetzt. Dies ist also das Geheimnis der SevilTauer Tabakfabrit. Und so erklärt sich, warum Carmen 1935 eine alte Frau ist. Die OpernCarmen wurde ein Opfer der Mechanisierung unserer Zeit, und wieder ist die Welt um ein Cecil B. Mille nahm zuerst an, die älteren, Stück Romantik ärmer geworden, und Cecil Arbeiterinnen kämen aus irgendwelchen Grün- B. Mille um einen wirksamen Stoff. 690 □ Heiteres Bestätigung. Sie: Dummkopf, du machst doch alles verkehrt". Er: ,, Recht hast, 31 erst hab' ich dich geheiratet, und dann kennengelernt." Der geheimste Wunsch. Angestellter zum Chef: ,, Könnten Sie mir heute Nachmittag freigeben, damit ich mit meiner Frau einkaufen Nein."- ,, Vielen, vielen Dank." fann?" Ein Mitglied der Wiener Staatsoper, dem man besonderes Glück bei älteren wohlhabenden Damen nachsagt, flagt seinem Kollegen Mayer, die letzte Herzensfreundin hätte ihn soeben sitzen gelassen. Der stimmgewaltige Bassist tröstet ihn:„ Aber schau, andere Töchter haben auch Mütter!" Die Filiale einer bekannten Versicherungsgesellschaft erhielt folgenden Brief: Lieber Herr Fenir! Mein Mann ist mir mit einer Tänzerin durchgegangen. Für mich ist er tot. በበ hann hall 20 Liter Benzin! Kein Geld! non Danke schön, 20 Liter Milch! " Fünfhundert Meter hoch. Pilot( zur juna gen Mitreisenden): Wenn ich das Steuer des Flugzeuges loslassen dürfte, möchte ich mir einen Kuß von Ihnen stehlen." ,, Bitte, lana den Sie sofort." Wink. ,, Hast du mein neues Speisezims mer schon gesehen?" ,, Im Betrieb noch nicht, lieber Ontel!" Das schönste Mädchen. Gestern abends fagte Peter, ich sei für ihn das schönste Mäd chen der Welt!" So? Das hat er im vers „ Na, gangenen Jahre zu mir auch gesagt!" dann hat sich sein Geschmack eben verbessert!" Der Fachmann. Richter( zum Gefangenens wärter): ,, Führen Sie den Mann wieder in .. Geben Sie aber acht, feine Belle zurüc daß er nicht unterwegs Ihre Taschen leert." Taschendieb: ,, Aber, Herr Richter, er hat ja bloß ein Taschentuch und eine wertlose Uhr in den Taschen." Illufionen. Ein älterer Herr bestieg die Straßenbahn. Höflich stand eine junge Dame auf und bot ihren Sitzplatz an. ,, Fräulein?" sagte der ältere Herr beleidigt ,,, müssen Sie mir schon am frühen Morgen alle Illusionent rauben?" Hut ab! Der Friseur Paulsen ist ein Mann, vor dem man den Hut abnehmen muß!" Warum denn?" ,, Na ja, wenn mart sich die Haare schneiden lassen will!" Die Erlösung. Im Badezimmer war das Wasserrohr geplatzt. Der Familienvater be mühte sich mit allen Kräften, das Loch, durch das sich das Wasser in die Wohnung ergoß, mit der Hand zuzuhalten. Der Installateur war bereits geholt. Plötzlich kam der Sohn herbeigelaufen und sagte:„ Du kannst die Hand ,, Gott sei Dank", bes wegnehmen, Vater!" merkte das in Schweiß geratene Familienober haupt. Ist der Installateur da?" Nein", lautete die Antwort, aber das Haus brennt!" Der Musterschüler. Lehrer: ,, Wer waren Der Fluch. Ein Hausierer zum anderen Weshalb ich Sie ersuche, mir den Betrag seiner die wichtigsten Persönlichkeiten unter der Re nach heftigem Streit: Am Nordpol sollst du Lebensversicherung von 30.000 sofort auszu- gierung Heinrichs des Achten von England?" handeln müssen mit Badehosen!" i zahlen Schüler: Seine Frauen." Hilferuf aus Zimmer Los Von Ellen Lenski Ein grauer Novembersonntag verdämmerte. ES war ungefähr gegen S Uhr nachmittags, als die Gäste-es Grand Höte.s einen furchtbaren Schrei hörten.„Hilfe, zu Hilfe!", gellte es über den Flur der zweiten Etage. So eindringlich, so furchtbar, daß die Köche im Souterrain ebenso wie die Hausmädchen im fünften Stockwerk das Schreien vernahmen. Vergeblich wehrten sich die Doppeltüren gegen jene unerwünschte Störung. Es gab niemanden, der nicht aus-em Schlaf oder aus einer Umarmung, aus der Arbeit oder au- Melancholie, aus Plänen oder Grübeleien aufgerif» fen wurde. Sekunden später öffneten sich fast gleichzeitig— das Ganze wirkte in feiner unheimlichen Präzision wie eine gutgestellte Filmszene— sämtliche Türen des Hotels, hinter denen fich um diese Zeit Bewohner aushielten. Alles stürzte hinaus, herauf»der hinunter, um zu sehen, was es auf dem Korridor der zweiten Etage gab. Bor der weitgeöffneten Tür des Zimmers 205 bot sich den Entsetzten folgendes Wild: ein junges Mädchen, es konnte mich eine Frau sein, lag auf dem Boden. Leuchtend hob sich ihr helles Haar von dem dunklen Weinrot des Läufers ab. Sie hatte ein Kostüm an, der Hut war ihr— in dem sichtlich borangegangenen Kampf— vom Kopf gefallen. Ihre Hände drückten mit verkrampfter Bewegung eine schwarze Ledertasche an die Brust: und diese Tasche zu entreißen, bemühte sich mit zäher, unerbittlicher Energie ein ebenfalls sehr junger Mann, der ohne Hut und Mantel vor dem Mädchen auf der Erde kniete. Ohne auf die Umherstehenden zu achten, schrie er unaufhörlich:„Gib mir den Schlüssel, ich will den Schlüssel, hörst du? Du kommst mir hier nicht fort, bevor du den Schlüssel rausgerückt hat.. Seine grob- Art zu sprechen, stand in sonderbarem Widerspruch zu der sorgfältigen Kleidung, den feingeschnittenen Gesichtszügen. Die Frau antwortete nicht, sondern preßte die Tasche nur noch fester. Der Mann, außer sich vor Wut, beugt« sich jetzt blitzschnell vor und legte seine Hmld um die Kehle der sich heftig Wehrenden. Im Nu warf sich einer der Umherstehenden zwischen die Beiden. Es war ein Mann im Bademantel, der wie«in ehemaliger Matrose aus- sah. So etwas Achnliches mutzte er auch bestimmt gewesen sein. Denn er trennte die Kämpfenden mit Bewegungen, die an das Entknoten eines SchiffStaueS erinnerten. ».Was ist denn das? Ra, uu lassen Sie mal." Seine Stimme klang' gemütlich. Der junge Mann sah sich um. Mit scheuem Blick, als tvenn er aus schwerem Traum erwache. Da waren viele Menschen: Meistens junge Leute. Denn das Grand Hotel, das seinen hochtönenden Namen irreführend trug, wurde hauptsächlich von Studenten, Malern und'aridere» jungen Künstlern und Künstlerinnen bewohnt. Biele hatten trotz der nachmittäglichen Stunde nur Pyjamas, Bademäntel oder undefinierbare, kimonoähnliche Gewänder an. Alle standen scheu um das Paar. Jetzt richtete sich die Frau vom Boden auf, erblickte die Menschen. In ihre Augen traten Tränen der Scham und des Unwillens.„Was hast du gemacht?" sagte sie vorwurfsvoll zu dem Mann, ohne dabei aber nur eine Sekunde die Handtasche loszulaffen.„Was für ein scheußliches Theater."— Der Mann schwieg einen Augenblick.- Dann aber, völlig unvermutet, stürzte er sich wie ein Rasender von neuem auf sein Opfer, riß es mit ver bluffender Gewandtheit von der Erde auf und schleppte die Unglückliche, ehe es jemand verhindern konnte, ins Zimmer. Krachend flog die Tür zu. Dem Mann, der wie ein Matrose aussah, wurde dabei fast der Fuß abgeklemmt. Ein Schlüsiel drehte sich im Schloß. Und die draußen hörten nur noch furchtbares Toben, das von den Worten begleitet wurde: „Jetzt ist eS genug. Entweder du gibst den I Schlüsiel oder es ist aus mit dir. Ohne den Schlüssel kann ich mich sowieso umbringen. Dann sollst du wenigstens mit..." Die Fra» schrie noch einmal, dann ging das Schreien in ein klägliches Wimmern über— dann war alles still. Vergebens warfen sich ein paar Beherzte gegen die Tür, um sie einzudrücken. Sie gab nicht nach— solide Arbeit. Jemand rief: '„Polizei!" Es war das erlösende Wort. In Rudeln stürzte man ans Telephon und auf die Straße. Ein paar weibliche Wesen, besonders die mit den undefinierbaren Gewändern, wurden von Weinkrämpfen befallen. Medizinstudenten bemühten sich um sie. Die Hausmädchen liefen mit verschüchtert-lüfternen Augen umher. Sie ahnten einen wirklichkeitgewordeuen Hintertreppen-Roman. Fast waren sie neidisch auf das, was hinter der verschlossenen Tür des Zimmers 205 geschehen sein mochte. Vor dem Grand Hotel hatte sich bereits eine Menschenmenge angesammelt, als der schwarze, spiegeManke Wagen der Kriminal-. Polizei vorfuhr. Sechs Beamte in Zivil, mit dienstlich-verschloffenen Mienen, stiege» aus. Die Menge sah ihnen ehrfurchtsvoll-erschau- ernd nach. Der Besitzer des Grand Hotels und zwei befrackte Kellner begleiteten den Beamtenstab bis vor die Tür des Zimmers 205. In einem Tonfall, der verriet, wie wenig ungewöhnlich solche Situation für einen langjährigen Kriminalkommissar ist, rief der Beamte, indem er zugleich energisch anklopfte: „Aufmachen, Kriminalpolizei!" Eine Männerstimme antwortete:.Herein!" Erstaunt drückte der Kommissar auf die Klinke. Sie gab sofort nach. ES war nicht abgeschloffen. Die Beamten traten ins Zimmer. Ein junger Mann und eine junge blonde Frau satzen. wie vergnügt lächelnd, an einem Tisch gegenüber. Jever von ihnen hielt ein Heft in der Hand, nichts zwischen ihnen deutete auf Unfrieden. „WaS soll denn das heißen?" rief der Kriminalkommisiär,„man hat uns hierhergerufen. Es wurde gesagt, im Zimmer 205 des Grand Hotels sei ein Mord verübt worden. Wir sind doch hier in 205...?"—„Ganz recht," sagt« jetzt der junge Mann lächelnd. „Aber wie Sie sehen, Herr Kommiffar, hat man Sie falsch informiert".— Im Türspalt tauchten Gesichter auf. Der Mann, der wie ein Matrose aussah, drängte fich ins Zimmer, „Herr Kommiffar, sämtliche Gäste des Hotels,' ich auch/können es bezeugen, daß dieser Mann dort vorhin seine Frau in der schrecklichsten Weise bedroht hat". Der Beamte wandte sich von neuem an den jungen Mann:„Stimmt das?"— Der andere verbeugte sich höflich.» „Es stimmt, Herr Kommiffar. Nur— das Ganze hat einen anderen Zusammenhang. Meine Frau und ich, wir haben eine Szene aus einem nachgelasienen Stück von Edgar Wallace geprobt. Wir sind nämlich Schauspieler. Unsere Ansichten über die Auffassung dieser Szene gingen völlig auseinander, so daß wir uns entschlossen, den ganzen dramatischen Auftritt sozusagen vor unbefangenem Publikum zu spielen. Ich muß dabei gestehen, meine Frau hat recht behalten. Ihre Auffassung kommt dem wirklichen Leben am nächsten. Was die Er« regung unserer Mitbewohner am besten be- wiesen hat.— „Das ist doch aber grober Unfug", rief der Kommiffar ärgerlich,„Sie mußten doch annehmen, daß man nach einem solchen Auftritt die Polizei holen würde". Der Schauspiele« streckte dem Beamten sein Rollenheft entgegen! „Laut Wallace muß nach dieser Szene die Polizei erscheinen. Meine Herren, Ihre Anwesen« beit wirkt auf mich also keineswegs überraschend".— Der Kommissar versucht vergebens« ein Lächeln zu unterdrücken.„Immerhin", meinte er,„dieser Scherz wird Sie noch etwas kosten. Man bemüht die Polizei nicht umsonst".— Jetzt rief die junge Frau übermütig: „Für die Kunst ist uns nichts zu teuer, Here Kommissar. Außerdem erlauben wir uns heute schon. Sie zur Premiere einzuladen!" Schach-Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32. Post Modlan bei TepHtz-Schönau. Schachaufgabe Nr. 255 Von Josef H y n a, Hostomitz Schwarz: Kd4. Db5. Lb7. h8. Sbl. Bc5. g4