BUNTE WELT Nr. 50 Unterhaltungsbeilage GBP weiß alles! " Sie faßen in einer Kleinen Kneipe von St. Denis. Pariser Vorstadt. Proletarier Viertel. Draußen die spätherbstliche Nacht. Verklingendes Geräusch der letzten Busse" und verirrter Taris. Auftauchen und Verschwinden billiger Mädchen. Mit nahm sie das Dunkel. Gröhlen eines Betrunkenen. Schimpfen, Lachen. Das blizende Licht zahlloser Bogenlampen, bun ter elektrischer Reklamen fehlte ihr. Dies war Bon Grete Livius und lebhaft- Klugen Augen ,,, sind ohne Sinn. Was wir brauchen, ist kein Jammern. Es muß ein Weg aus der Krise gefunden werden. Darauf kommt es an. Daß wir Arbeit kriegen, anständigen Lohn." Er redete bedächtig, nur seine Hände spielten unruhig mit dem Fuß des Glases. ,, Sehr richtig, sehr richtig", meinte Emile Langelier, aber wir warten nun schon sehr 1935 die Beitungen? Dann wär das keine Uebera raschung für euch." ,, Legen wir zusammen", rief Langelier bes geistert.., Hier ist mein Franc. Ich werde zwar dafür morgen mittag Kohldampf schieben müssen, aber einmal mehr, einmal weniger, das spielt keine Rolle. Hauptsache, wir erfahren etwas.. Der Spötter" zwinkerte mit den Augen Busset zu. Doch jagte er laut und wichtig: 4 " den großen Avenuen und Boulevards vorbehal- lange. Die Regierung verspricht uns, diese oder auch ich stifte für diesen ernſten Zweck meinen ten, den Amüsiergegenden für die Fremden. Montmartre, Montparnasse. Dort glizert die jene Maßnahme werde Besserung bringen. Möglich, daß die Regierung diese Absicht hat, nur es gelingt ihr nicht. Ich verstehe, wenn unser Freund Michel die Geduld verliert, und ich bewundere dich, Busset, daß du sie noch immer auf" Anteil. Das ist mir ausnahmsweise mein pera sönlicher Spaß wert." ,, Auch ich, auch ich", ers Nacht. Hier glimmte sie trüb. Schlechtgepflasterte Straßen, nur vereinzelte Laternen, in großen Abständen auftauchend. Die Lokale, nicht ein ladend zum Besuche und zum Verweilen. Troß bringst." Langelier war der andere Reparatur- am meisten Talent. Der ,, Spötter" erklärte sich dem waren sie ziemlich voll. Die Uhr zeigte elf Sie saßen, die Fünf, schon seit zwei Stun den hier. Tranken sparsam. Vor ihnen stand erst der zweite Apéritif, gemischt aus südfranzösischem Wein und Sodawasser. Es kostete wenige Sous. Doch auch das Wenige erscheint dem noch biel, der nichts besitzt. Die Fünf hier hatten nichts. Sie waren bei Citroën gewesen, Zwei als gelernte Autoschlosser, die übrigen drei in den Reparaturwerkstätten. Einer nach dem anderen war im Laufe der Zeit entlassen worden. Die Krise... Citroën schränkte die Produktion ein, da der Abjazz stockte, sowohl im Inals auch im Ausland. Die Herren von Citroën änderten deswegen nicht ihre Lebensweise. Ihre schloffer. Er lebte, seit er die Arbeit verloren hatte, allein in Paris. Seine Frau war mit den drei Kindern vorläufig zu ihren Eltern gezogen, die in der Touraine eine kleine Landwirtschaft führten. So ging es etwas leichter. im Bett? Die Kinder werden groß, und du er " flärten Jean Michel, Paul Buffet und Henri Ferrand. ,, Doch wer ruft bei der SVP an?" Natürlich Albert", meinte Busset. ,, Er hat dazu bereit. Er ging zum Wirt und überbrachte ihm die eingesammelten fünf Francs. Dann versuch ten alle, neben Leblanc in der Telephonzelle Platz zu finden. Es war unmöglich. Michel und Ferrand mußten draußen bleiben. Dafür vera sprach ihnen Langelier, den Türspalt etwas offen zu halten. Natürlich nur so weit, als es Leblanc beim Telephonieren nicht störte. Dieser drehte bereits auf der Scheibe des Automaten die duns kel leuchtenden Buchstaben: SVP! ,, Nun, Langelier, du hast wahrhaftig feinen Grund, mit deinem Schicksal zufrieden zu ſein." Der Vierte redete, Henri Ferrand. Oder ist das ein Leben? Die Frau nachts nicht Tebst das nicht? Ihr Aufwachsen?" Der Fünfte, Albert Leblanc, sie nannten ihn den ,, Spötter": neuen Informationsbüro des Pariser Haupts Jacqueline Renard, Telephonistin in dem Dafür tröstet ihn die dicke Louise. Paß nur telephonamtes, hatte soeben den Nachtdienst ans gut auf, Langelier. Auch wenn sie's umsonst tut, getreten. Jacqueline ivar ein hübsches, energisches Frauen trugen nach wie vor die teuren und kost- so kann es dich immer noch genug kosten. Zu- Mädchen von sechsundzwanzig Jahren. Ihrer mindest ein paar Wochen im Spital." baren Toiletten einer Jeanne Lanvin und eines bie Schnauze." Leblanc lachie. Lehnte sich mit Halt Energie verdankte sie es, daß man sie trotz dieSchiaperelli, berühmte Modeschöpfer von Paris. dem Stuhl zurück, streckte die Beine vor, ver- ihrer Organisation ernannt hatte. Jacqueline ser großen Jugend zur Gewerkschaftsvertreterin Sie reisten auch nach wie vor zum Wintersport schränkte die Arme hinterm Kopf. Ach, ihr! Renard arbeitete auch auf dem neuen Posten im oder an südliche Gestade, gaben ihre Gesellschaf- Reiner von euch hat eine Idee. Da fißt ihr nun Informationsbüro der SVP mit gewohnter Umten und Bälle, erschienen in den Logen der Grand Opéra oder zum Tee im Rib, lebten und klönt. Ich geb euch einen Rat. Wenn ihr sicht und Tüchtigkeit. Heute war sie allerdings ein wenig müde. Die Woche ging zu Ende. Eine weiterhin im Wohlstand und sehr angenehm. ganze Woche Nachtdienst, das strengt an. Sie wünschte sich von Herzer für heute einen ruhigen Dienst und wenig Neugierige. Doch ihr Wunsch ging nicht in Erfüllung. Kaum saß sie am Schalter, so begann es: Die Lasten trugen wie immer die Arbeiter. Jene, welche noch im Betrieb standen so gut wie die, die man hinaussette. Den einen fürzte man die Löhne, die anderen zwang man, unfreiwillig zu feiern. Die Fünf hier sehnten sich nach Arbeit wie ihre nach Millionen zählenden Leidensgefährten auf der ganzen Welt. Jean Michel, der eine der beiden Autoschlosser, setzte jezt mit heftigem Ruck das Glas auf den flecigen Holztisch. Es war leer. Michel wischte sich den Mund.., Diable, ich hab dieses Leben satt. So geht es nun schon seit Monaten. Stempeln und auf Arbeit warten. Die Frau jammert, die Kinder werden immer blasser. Geht man einmal in der Woche seinen Apéritif trinken, erhebt sich Geſchrei. Diable, man möchte lieber in der Hölle schmoren." Michel war ein großer, starker, braunhäutiger Mann. Er neigte zu unüberleg ten Temperamentsausbrüchen, denen keinerlei Konsequenzen folgten. Die Freunde wußten das. Man nahm Michel nicht sehr ernst. ,, Deine Klagen", es sprach einer aus der Reparaturwerkstätte, der Arbeiter Paul Busset, schmächtig, blaß, mit wirrem, schivarzem Haar einen Weg aus der Kerise wissen wollt, warum ruft ihr da nicht bei der SVP an? Dort ist man verpflichtet, jede Frage zu beantworten. Auch wenn sie noch so verrückt ist. Es kostet allerdings fünf Francs... Ziemlich viel für uns arme Schlucker." blick die Mark?" ,, Mademoiselle, wie hoch steht im Augen- ,, Eine Sekunde, Monsieur, ich verbinde mit der zuständigen Abteilung." eigentlich die Löcher in den Schweizer Käse ges ,, Hören Sie, auf welche Weise werden bohrt?" ,, Un moment. Ich rufe den Spezia listen." ,, Chèrie, können Sie mir verraten, wer eigentlich die Feuerkreuzler mit Waffen belie fert?" Jacqueline hätte die Antwort selbst Die Vier fragten fast auf einmal: ,, SVP? was ist denn das? Davon haben wir noch nie clivas gehört." Leblanc, der„ Spötter", betrachtete seine Freunde mit listigem Blick, das eine Auge leicht zugefniffen. Das wißt ihr nicht? Schämt euch. Schon tagelang berichten die Zeitungen immerzu davon. Die Pariser sind geradezu aus dem Häuschen. SVP bedeutet nichts anderes als die Anfangsbuchstaben von s'il vous plait.( Bitte.) Die SVP ist die neueste Schöpfung unserer Pariser Hauptpost. Dort wird auf jede Frage, die einer stellt, Aniwort erteilt. Tag und Nacht. Ein ganzer Stab von Spezialisten ist zu diesem Zived engagiert ,, Mon enfant, muß man auch Briefe an ,, Ich verbinde, arbeitet unter der Devise„ SVP weiß alles und einen Augenblick." worden. Das Informationsbüro der Hauptpost das Finanzamt frankieren?"- ,, Ich kann alles". Es kostet, wie gesagt, fünf Francs. Sie werden mit der Telephonrechnung an jedem Monatsende einkassiert. Hab ich alles aus dem „ Paris midi". Warum lest ihr nicht ordentlich geben können. Doch verbot dies ihr Amt.., Ich berbinde, warten Sie, Litte." ,, Wer sang heute in der Großen Oper die Tosca?" Es hat mich sehr geärgert, daß ich nicht ein Dußend fauler Eier bei der Hand hatte."- ,, Ich verbinde." „S'il vouS plait, Mademoiselle, nur eine kleine Frage:„Gibt es in Paris einen Menschen, der nicht von Stavisky bestochen wurde?" Jacqueline Renard zuckte nicht mit der Wimper. Sie hatte h'er, wie gesagt, nur ein Amt und keine Meinung. Sie sagte stets nichts weiter als:«inen Augenblick, ich verbinde. Oder auch: ich rufe den zuständigen Spezialisten, die betreffende Abteilung usto. Eine kleine Pause. Jacqueline atmet auf. Endlich. Was für ein Nachtbetrieb. So schlinnn war es die ganze Woche nicht gewesen. Schon wieder das Lichtzcichen. das einen Frager, der nicht bis zum nächsten Morgen warten kann, ankündigt. Jacqueline Renard meldet sich:„Hier SVP."— Am anderen Ende des Drahtes spricht eine gelassene Männerstimme:„Ich bitte um die Beantwortung einer Frage. Wir sind hier, fünf Arbeitslose, um das Telephon versammelt. Da Sie doch alles können und alles erledigen, so sagen Sie uns: wissen Sie einen Weg aus der Krise?" „Wie bitte? Ich höre immer„Krise..." „Ganz recht, ganz recht- Wir möchten einen Weg aus der Krise wissen." Jacqueline Renard starrte sekundenlang vor sich hin. Wer war dafür zuständig? Sie halte doch die Namen aller Spezialisten im Kopf.—„Einen Augenblick, Monsieur, ich rufe die Aufsichtsdame."— Leblanc wartete. Nichts geschah. Doch Jacqueline hatte die Hörer am Ohr, auch während sie mit der Aufsichtsdame beriet. Leblanc wurde ungeduldig.„Mademoiselle, wissen Sie schon den Weg aus der Krise?"— „Nein, Monsieur, bitte, gedulden Sie sich noch etwas." Kleine Schweißperlen standen auf ihrer Stirn.„Wir suchen gerade..." Wieder vergingen Minuten.„Suchen Sie noch immer?"— „Jawohl, jawohl." Schließlich gestand Jacqueline:„Monsieur, unsere Spezialisten versagen auf der ganzen Linie, aber—„jetzt ging ein schelmisches Lächeln über das Gesicht der Pariser Telephonistin— leider konnte es Leblanc nicht sehen—„obwohl es gegen die Vorschrift ist und die Befugnisse meines Amts überschreitet, möchte ich dennoch die Ehre des staatlichen Informationsbüros SVP retten. Es darf nicht in Paris heißen, die SVP habe, versagt. Darum will i ch Ihnen und Ihren Freunden die Frage nach dem Weg aus der Krise ausnahmsweise selbst beantworten. Und zwar sage ich euch, als überzeugte Sozialistin: „Die Krise überwinden, das könnt ihr nur selbertun...!" ————————————————————— Der Bildfunk marschiert! Zur Einweihung des neuen Bildfunksenders auf dem Eiffelturm Vor einigen Monaten gingen Warnungen durch die Preffe, man solle die seit langem angekündigten Bildfunkseitdungen nicht so bald erwarten. Die Bildfunkversuche befänden sich noch im Laboratoriumsstadium, und in jedem Falle solle man sich nicht durch sie abhalten lassen, sich einen neuen Radioapparat ohne Bitdfunk- Empfangsvorrichtung. zu kaufen, da zum Empfang von Bildfunksendungen in jedem Fall neben dem Bildfunkempfänger immer auch ein Radioempfänger nötig sein würde. Schon seit mehreren Jahren wurden Bildfunkversuche, namentlich in England und Deutschland, unternommen. Auf den Rundfunkausstellungen waren regelmäßig Bildfunksende- und Empfangsanlagen aufgestellt, die das Publikum über den jeweiligen Stand der jüngsten Sendetechnik unterrichten sollten. In der Tat hatten diese Sendeversuche bis in die letzte Zeit noch recht rudimentären Charakter. Es war im allgemeinen nur möglich, Sendungen aus sehr kurze Entfernungen vorzunehmen, und auch in diesem Falle war. die Bildwiedergabe noch sehr dürftig. Frankreich schien in dem Wettrennen um die ersten Regelmäßigen Bildfunkscndungen ins Hintertreffen geraten und weit hinter England und Deutschland zurückgeblieben zu sein. Das änderte sich aber mit einem Schlage, als der jetzige französische Postminister sein Amt übernahm. Er machte sich mit der ihm eigenen Energie und Ausdauer an die Ausbildung des Bildfunks in Frankreich und konnte bereits im September dieses Jahres die ersten Bildfunkübertragungen in Paris vornehmen. Diese waren allerdings ebenfalls noch recht bescheiden. Der damalige Sender arbeitete mit einer Stärke von nur 200 Watt auf der Wellenlänge 180 und gab Bilder von 60 Linien wieder. Diese Versuche befriedigten niemanden und zeugten eher von der Entwicklungsbedürftigkeit des französischen Bildfunks. Aber seitdem, d., h- in der Rekordzeit von knapp zwei Monaten, hat die französische Radioindustrie unter der anfenernden Aegide' ihres Postministers«inen geradezu verblüffenden Schritt vorwärts gemacht und sich mit der. Eröffnung des neuen Bildfunksenders auf dem Eiffelturm an die Spitze aller Bildfunksendungsanlagen gestellt. Die Bildfunksendungen gehen in ähnlicher Weise vor sich wie die Radioemiffionen, wenn auch die zur Sendung sowie zum Empfang erforderlichen Apparate von den Rundfunkgeräten durchaus verschieden sind. Die Aufnahmen des Bildfunks erfolgen im Studio, das als Wahrzeichen neben seinem bisherigen Emblem, dem Mikrophon, nun noch die Requisiten des Kamera-Studios, das grelle Lampenlicht, erhält. Das Studio des neuen französischen Bildfunksenders befindet sich in den Räumen des Post- ministeriumS. Aus dem Aufnahmeraum, dem Studio, werden die Bild- und Rundfunksendungen per Kabel an den eigentlichen Sender herangebracht, der sich in einer Entfernung von nicht weniger als drei Kilometern auf der Spitze des. Eiffelturmes befindet. Dieser neue Bildfunksender ist gegenüber dem früheren ganz wesentlich verbessert. Er arbeitet auf einer Wellenlänge von sieben Metern, welche auf Grund langwieriger Versuche als die günstigste für die Uebertragung von Bildfunksendungen erkannt worden ist. Er ist mit einer Stärke von zweieinhalb Kilowatt ausgestattet und gibt Bilder von 180 Linien durch. Die Bildwiedergabe ist also ganz wesentlich verbessert, und die Reichtveite des Senders beläuft sich auf zirka 60 Kilometer im Umkreis. Die französische Postverwaltung begnügt sich nicht damit, die Bildfunksendungen energisch weiterzuentwickeln, sondern sie will auch ihren Teil dazu beitragen, beim Publikum Verständnis für den Bildfunk zu wecken. So hat sie beschlossen, in verschiedenen Stadtteilen von Paris Bildfunkempfänger aufzustellen, die dem Publikum öffentlich zugängig gemacht werden sollen, damit sich jeder selber ein Bild über Wesen und Stand des Bildfunks machen kann. Dr. L. T. West-östliche Gegensätze Wenn zu uns Europäer ein Großer kommt, stehen wir alle an seinem Wege und rufen, je nach der Nationalität:„Hurra", „Vive",„Evviva"„Eljen" oder„Heil"! Der Japaner geht still beiseite, unwürdig des erhabenen Anblicks, verhüllt er bescheiden sein Antlitz. In Europa sind die Gipfel der Berge mit stolzen Schlöffern und kühnen Burgen gekrönt. Japanische Tempel liegen stets im Tal; die Linie ihrer Dächer ist Bescheidenheit und Demut. Wir hängen unsere Bilder offen für den Beschauer in unsere Zimmer. Der. Japaner legt sie gerollt in Schränkchen oder Truhen; nur manchmal hängt er eines auf, dasjenige, nach dem er das größte Verlangen hegt. Wir schwelgen vcr der Hochzeit in Liebe und häufig genug kommt es vor, daß diese Liebe während der Ehe abnimmt, je mehr die Zeit verstreicht. Bei den Japanern erwacht die Liebe sehr oft erst nach der Heirat, denn in den meisten Fällen kennen sich der Mann und die Frau nicht gut genug, um währenif ihrer Verlobungszeit auch nur verstohlene Blicke zu tauschen. Wir ein Europäer von seinem Vorgesetzten beleidigt, so beschwert er sich und schlägt Krach. Der Japaner tötet sich selbst; er, der Beleidigte, geht dem Leben, das ihm übel will, still und bescheiden aus dem Wege. Unsere Gasthäuser heißen:„Zum Ochsen", „Zum Hirschen",„Ium letzten Centime", „Zur wilden Sau". In Japan heißen sie:„Zur rosigen Wolke",„Zur Pfirsichblüte",„Zum silbernen Glück". In Europa findet man häufig Frauen und Freundinnen, die Stümperinnen der Liebe find.- Die japanische Geisha erfreut das Herz des Mannes; die japanische Gattin nimmt teil am männlichen Geist. In Europa gibt es Frauen, die man verachtet, und solche, die geehrt werden. In Japan werden aus den Geishas fast immer vorbildliche Gattinnen- Wenn man einem Japaner seinen Wagen entzweigefahren hat, so holt er nicht den Schuhmann und verlangt auch keinen Schadenersatz, im Gegenteil, er macht demjenigen, der den Schaden verursacht hat, ein kleines Geschenk, damit er sich tröste und sicher sei, nicht des Geschädigten Freundschaft verloren zu haben. Wir Europäer boxen, ringen und schlagen zu. Der Japaner erledigt den Gegner mit einem leichten, eleganten Jiu-Jitsu-Griff/ ohne ihn gesundheitlich zu schädigen. In vielen Gegenden Japans erhalten die Aerzte nur dann ihr jährliches Honorar, wenn niemand in der Familie erkrankt ist. Sie leben nicht von der Krankheit, sondern vom Wohlbefinden ihrer Patienten. Die Kinder werden in Japan nur selten gezüchtigt, denn seinen Zorn durch eine Ohrfeige zu entladen, erscheint dem Japaner häßlicher als die verzeihliche Unart des Kindes. Ms Frau Kondo, die berühmte japanische Schriftstellerin, kürzlich in Paris gefragt wurde, was sie wohl tun würoe, wenn sie erführe, daß ihr Mann zu anderen Frauen ginge, antwortete sie lächelnd:„Ich würde in seiner Brieftasche Nachsehen, ob er genug Geld bei sich hat!" Wer lächelt, statt zu toben, ist immer der Stärkere! 3 Ihre glücklichste Stunde Von Elien Lenski Als Mannequin hieß sie le bleu ciel" der blaue Himmel. Im gewöhnlichen Leben Helene Renard. Als Mannequin trug sic kostbare und zarte Gewänder, als Helene Renard ging fie in einem einfachen schwarzen Kleidchen, das trotz des glatten Schnitts und des billigen Stoffes allen Pariser Midinetten so gut steht und gewissermaßen ihre Uniform" ist. Al ,, le bleu ciel" trat Helene Renard bei den Mode= schauen ihrer Firma aur und erregte große Bewunderung. Die wohlgenährten, etwas heftig in die Breite gegangenen dicklichen Frauen der Bourgeoisie machten Ah und Ch, wenn ,, le Fleu ciel" vor ihnen stand, schlank, zart, schmal vnd mit fünstlich- lieblichem Lächeln die neusten Schöpfungen des weltbekannten Hauses an ihrem makellosen Leibe trug. Sehr wunderten fich die Käuferinnen der Modelle nachher, wen 1 ibnen das nilgrüne Samtkleid, die hauchdünne Spitzenbluse, der Morgenrock aus weinroter Seide längst nicht so gut paste wie ciel bleu". Eine wunderte sich allerdings nicht: das war Helene Renard. Denn sie verstand etwas von ihrem Fach und wußte, daß zu der schönen Hülle auch der wohlgeformte Körper gehört. Und daß die teuersten Modelle ihren Reiz verlieren, wenn eine plumpe Gestalt sie trägt. Schein und Sein in Helene Renards Leben waren sehr verschieden. Der Schein er spielte fich ab in duftenden Salons, sorgsam geschminkt für wechselnde Beleuchtung, immer angezogen mit dem Neuesten und Teuersten. Das Sein eine kleine Vorstadtwohnung in St. Denis, der Vater ohne Arbeit, die Mutter mürrisch, jüngere Geschwister, die lärmten und sich nicht immer fauber hielten. Fast alles, was sie verdiente, gab Helene zu Hause ab. Sie war, ihrer künstlichen Dämonie entfleidet, ein schlichtes junges Mädchen, nicht einmal besonders hübsch. Nur sehr gut gewachsen. Erst Schminke und Beleuchtung gaben dem Gesicht Reiz. Fern vom Modesalon führte Helene ein Kleinbürgerliches Dasein. Alles, was man von dem verworfenen oder abenteuerlichen Leben eines Pariser Mannequins erzählte, traf auf sie, wie überhaupt auf die meisten ihres Berufes nicht zu. Vom vielen Probieren und Sichzur- Schaustellen war Helene abends todmüde und froh, wenn sie früh schlafen gehen konnte. Trotzdem hatte sie mitunter brennende Lust, das Leben jener Leute kennenzulernen, für die fie fich täglich unzählige Male umkleidete. Wie kompliziert deren. Dasein eingeteilt war. Für jede Tageszeit, für jede Gelegenheit brauchten fie etwas anderes zum Anziehen. Vielleicht war es sehr schön, dachte das junge Mädchen, wenn man jenes perlgraue Seidenkleid trug und jemand sprach zu einem:„ Je t'aime". Noch nie hatte ein Mann zu Helene ,, ich liebe dich" gesagt. Und sie erwartete das auch nicht. Denn wie gesagt, ihr Sein verlief in einer glanzlosen nüchternen Welt, auf jener Grenze, wo sich Kleinbürgertum und Proletariat eng berühren. Es war ein Wintertag, und das Mannequin Helene Renard, genannt ,, Ile ciel bleu", ging ziemlich niedergedrückt über die Pariser Boulevards. Man hatte ihr heute wieder das Gehalt um zehn Prozent gekürzt. Dessenungeachtet verlangte man aber stets weiter von ihr, daß sie mit gepflegtem Gesicht und gepflegten Händen ihren Dienst antreten sollte. Zehn Pro= zent! Das bedeutete: noch mehr einschränken. Fast Hungern. Sie aß schon sowieso nicht viel, wegen der ,, Linie". Die gehörte zu ihrem Beruf. -Was Eristenzbedingung Aber es gab Dinge, die sie essen durfte, ohne sich zu schaden. Obst zum Beispiel. Helene liebte leidenschaftlich Aepfel und Trauben. Nun würde sie sich in Zukunft auch das versagen müssen. Schlimm! Und die Zigarette nach dem Schwarzen mit der man sich alle Mühen des Lebens, die kleinen Herzensqualen und-Aengste von der Seele qualmte. einem Schräg stand die Sonne, troßdem es Mittag war, leicht in Nebel gehüllt. Es war sehr talt, und Helenes Maniel wärmte wenig. Sie sah auf. Zufall, daß sie vor der Tür eines eleganten Hotels stand. Helene kannte das„, Embassador". Sie war hier einmal bei Modentee ihrer Firma aufgetreten. Plötzlich entfann sie sich genau, wie der Conférencier angesagt hatte: Le ciel bleu" zeigt Ihnen jetzt ein Abendkleid aus goldenen, spanischen Spitzen." Die goldenen Spizen hatte dann eine Bankiersfrau gekauft, mindestens fünfzig Jahre alt. ,, Le ciel bleu" verwandelte sich nachher wie gewöhnlich in eine kleine bescheidene Midinette. Wie gut standen ihr damals die spanischen Spizen in dem dunklen altgoldenen Ton. der Art, wie sie zur Kundschaft jenes ModeElegant gekleidete Menschen, Frauen von salons gehörten, in dem Helene Renard tätig war, eilten an ihr vorbei durch die Drehtür des Hotels. Es war die Stunde des Mittagessens... Plötzlich fühlte Helene kräftigen Hunger. Und zugleich Sehnsucht nach Wärme und Behaglich keit. In der Nähe gab es ein AutomatenRestaurant, Stammlokal der Midinetten von Paris. Man trank seinen Café- Crème, aß ein Brötchen, und alles war nicht sehr erfreulich. Hier, hinter der Drehtür, schimmerten samtene Läufer, Lufter aus Kristall, Tuden weiche Sessel zum Verweilen. Schließlich, ich fann ja auf iemand wardurch das sich unaufhaltsam drehende Portal. ten. Weshalb nicht?" Und Helene schritt fühn Duft und Wärme schlug ihr entgegen. Wie gut das tat. Sie wagte nicht, sich zu setzen. Ging weiter. Sonderbare Spannung im ganzen Körver empfindend, die Spannung vor dem Abenteuer. Am Ende des Ganges, dem viele Leute neben ihr zustrebten, standen Türen weit offen. Der Speisesaai! Funkein in Silber, Kristall und Porzellan, weißer Damast, befracte Kellner, kleine Tische, zierlich und einladend gedeckt, das ganze gute Leben mit seiner wohltuenden Behaglichkeit tat sich vor Helene auf, die so etwas bisher nur im Kino gesehen hatte. Nur nicht auffallen hier. Schnell setzte sie sich an einen abseitigen Tisch. Schon steht der Ober da, macht, ohne mit der Wimber zu zucken, Vorschläge für die Sveisenfolge. d'oeuvre? Warum nicht Königin- Suvve? AusHors gezeichnet. Dann ein Salm in Mayonnaise. Fasan mit Maronen, glasierte Früchte, Moffa. Zum Fisch weißen, zum Wild roten Wein. Sie braucht nur zuzustimmen. Der Ober ist ein er fahrener Mann. Sich über nichts wundern, gehört zu seinem Beruf. Warum sollen nicht auch mal fleine Mädchen Geld haben für ein gutes Diner in einem erstklassigen Hotel? Vielleicht hat diese da in der Lotterie gewonnen, vielleicht gibt es den Entgelt für eine flüchtige Liebesstunde so leichtfertig aus? Doch der erfahrene Ober irrt sich. Wenig stens im Fall Helene Renard. Das junge Mädchen hat nämlich gar kein Geld bei sich. Gerade ein paar Sous. Sie reichen nicht für das TrintGleiches um Gleiches! Be AV 23 geld, das man hier zu empfangen gewohnt ist. Trozdem da ist die Spannung und das Abenteuer. Und sogar ein flein wenig fede Ironie. Ungefähr so: was werdet ihr wohl nacha her für Gefichter machen.... In den Genuß der delikat zubereiteten Speisen, des leuchtenden Weins, mischt sich leichte Schadenfreude. Erst der Moffa ernüchtert. Weck: die Angst. Mon dieu! Nach dem Genuß präsentiert sich die Reche nung. Sehr teuer, denk: Helene. Zu teuer. Noch ist sie sehr jung, noch weiß sie nicht, daß man jede Minute, jede Sekunde des Glücks teuer, zu teuer bezahlen muß. Sie wird blaß. Sie sagt Kopf. Wartet ab. leise:„ Ich habe kein Geld." Dann fenkt sie den Die Devise großer internationaler Hotels:„ Nur Alles geht leise und unauffällig vor sich. fein Aufsehen". Der Ober behält sein stereotypes Lächeln. Einen Augenblick, Madame." tommt ein anderer Herr Bittet das Mannequin le ciel bleu" höflich, ihm zu folgen. Im Büro, das schon keinen Luxus mehr kennt, legitimiert sich der Herr als Kriminalbeamter. ,, Ihre Pers sonalien?" Kurze Nachfrage beim zuständigen Polizeikommissariat. Helene Renards Angaben stimmen. Man entläßt sie. Das Weitere wird folgen. Pariser Schnellgerichts. Der Fall ist unkomplis Das Weitere spielt vor einer Kammer des ziert, die Angeklagte geständig. Sie gibt die Miffetäterin sich bisher nichts zuschulden kommen Bechprellerei zu. Der Staatsanivalt beantragt Missctäterin sich bisher nicht zuschulden kommen ließ, drei Wochen Gefängnis. Drei Wochen Ges fängnis? schießt es Helene durch den Kopf. Das ist viel. Bu viel. Auch hier muß man überzahlen. Der Richter: ,, Angeklagte, Sie haben das letzte Wort!" Das letzte Wort. Was soll man wohl sagen. Es war so schön. Die Wärme und das Behagen. Das gute Essen und der duftende Wein. Es war, denkt Helene Renard, die glücks lichste Stunde meines Lebens. Das andere muß man hinnehmen. Die Angeklagte Helene Renard verzichtet auf das letzte Wort. Sie wird, dent Antrag des Staatsanwalts entsprechend, zu drei Wochen Gefängnis unbedingt verurteilt. ,, Der nächste Fall..." ( ougang USL — 4 Großfürsten verdienen Geld Leeds von ihrem geschiedenen Gatten pünktlich eine recht beträchtliche Pension. Modistin, Schriftstellerin und Photographin.— Dichter und Herrenkonfektnmär.— Reifender einer Parfümfabrik. MTP. Re» Kork, Ende November,! In New Kork leben zur Zeit fünf Mitglieder des Hauses Romanow, und zwar die Großfürstin Maria Pawlowna und-die Fürsten und Fürstinnen Basil Alexandröwitsch, Georg Konstantinowitsch, Nina Georgijewna und Tenia Georgijewna, die geschiedene Frau des Milliardärs LeedS. Die New Uorker Gesellschaft hieß diese Verwandten des Zaren herzlich-willkommen und fühlte sich kehr geschmeichelt,-mit ihnen verkehren zu diirren. Aber diese gesellschaftlichen Ehrungen bringen noch Kruge kein Geld ein: Nurn muß welches verdienen. So kommt es, das, die Romanows, diese Halbgötter des früheren Rußlands, heute für ihren Unterhält sorgen müssen. Sie müssen Geld verdienen, so ungeheuerlich ihnen dies auch Vorkommen mag. Aber mit der-Vitalität, die alle Russen auszerchnet, scheinen:sie: sich den Forderungen des Exil» angepatzt zu haben. Am besten geht eS der Gros-,sürslin Maria Palvlowna. Bekanntlich war dies« schöne Fran die Gemahlin des schwedischen Thronfolgers. Aber sie wurde von ihm geschieden. Sia siedelte nach New Vork über und arbeitete anfangs in einem Konfektionsgeschäft der Fifth-Avenue/ wo ste die Moden der jeweiligen Saison diktierte. Als ihr Vertrag abgelaufen war, mußte ste sich jedoch nach einer anderen Verdienstmöglichkeit Umsehen. Vor etwa drei Jahren gab ste ihre Memoiren heraus. Das Buch wurde in mehrere Sprachen überseht und vor allem in Frankreich viel gelesen. In Amerika erreichte es fünf Auflagen und brachte seiner Verfasserin 300.000 Dollar ein. Vor kurzem hat die vielseitige Großfürstin nun ein Photo-Atelier eröffnet, und zwar als Abteilung eines großen Warenhauses. Dieser praktische Einfall hat ihr rasch zu großer Popularität verhalfen. Unweit des Warenhauses, in dem Maria Patvlowna ihr Photo-Atelier innehat, befindet sich— ebenfalls in der Fifth Avenue— die Firma Sachs u. Co., ein elegantes Spezialhaus für Damen- und- Herrengarderöbe. In der Damenabteilung ist Fürst Georg Konstantinowitsch angestellt, der Sohn eines der beliebtesten Großfürsten, die es je gegeben hat: Konstantin Konstantinowitsch war ein begabter Dichter, der unter den zwei Buchstaben ,M. R." bekannt war. Sein Sohn Georg war noch, sehr jung, als er Rußland verlassen mußte. Zuerst war er Verkäufer in New Nork, dann längere Zeit bei der Firma Sachs in Miami, wo er die Millionäre zu bedienen hatte, die den Winter an her amerikanischen Riviera verbrachten. Und nun ist er wieder in New Fork, am Tage ein anonymer Verkäufer der Firma Sachs u. Co., am Abend ein Gast in den Salons der Astors, Morgans und VanderbiltS. Fürstin Nina Georgijewna ist die Tochter beS Großfürsten Georg Michajlowitsch und einer griechischen Prinzessin. Außerdem ist sie eine nahe Verwandte des englischen Königshauses. Als Georg V. erfahren hatte, daß Nina Georgijewna und ihr Gatte, Fürst Tschawtscha- wadse. nahezu mitteUos waren, wollte er ihnen gu Hilf« kommen. Gestützt auf das sogenannte „royal agreement"(königliche Einverständnis) gelang es ihm, den Gatten seiner Verwandten hei der Cunard Line anzustellen. Der Fürst war gegen ein Gehalt, das der königlichen Empfehlung durchaus entsprach, mehrere Jahre im Büro dieser Weltsirma tätig. Mit der Ausdehnung der Krise schrumpfte daS Gehalt jedoch beträchtlich ein, und heute entspricht das Einkommen des Fürsten der Lohnsmnme eines gewöhnlichen Angestellten. Seine Frau hilft ihm darum, indem sie Innenarchitektur-Arbeiten ausführt und Bilder malt. Ihr« Schwester Tenia Georgijewna hatte den Streichholzkönig Leeds geheiratet, aber die Eh« ging in die Brüche. Immerhin erhält Mrs. Wissen Sie schon? ... was ein Sphäroid ist und welches das uns bekannteste ist?— Eine an den Polen abgeplattete Kugel, z. B. die Erde. ... wer Giovanni Battista Seni war?— Wallensteins Astrolog. ... was eine Standarte ist?— Eine kleine quadratische Fahne, besonders bei der Kavallerie. ... welches normalerweise der kürzeste Finger der Hand ist?— Der Daumen und nicht der kleine Finger! ... warum viele Flüsse Ache heißen?— Nach dem althochdeutschen„aha", d. h. Wasser. ... woher das. Wort„bombastisch" kommt?— Von„bombax", d. h. im Spätlateinischen Baumwolle. Bombastisch heißt: aufgepolstert, übertragen, übertrieben. ... was Meteorsteine sind?— Teile von zerschmetternten Weltkörpern, die auf die Erde fallen. W Heiteres■ Berufsaussichten.„Was sind Sie gewesen?"—„Turmtvächter!"—„Warum haben Sie die Stellung aufgegeben?"—„Sie war mir zu aussichtslos!" Aber... Pinagl:, Ist es wahr, daß Sie gesagt haben, ich wäre ein Idiot?"—Popp: „Wahr ist es— aber— gesagt habe ich eS nicht." Bekannte Firmen. Schneck:„Denken Sie, wie unangenehm. Ein Mensch, der genau so heißt wie ich, ist wegen Kreditschwindels verurteilt worden. Da muß ich eine Notiz in die Zeitungen geben."— Meck:„Unsinn! Jeder weiß doch, daß Sie nichts gepumpt kriegen." Ungefährlich. Der nervöse Patient:„Ich nehme an. daß das eine gefährliche Operation wird, nicht, Herr Doktor?"— Der Doktor: „Unsinn! Bilden Sie sich ein, man kriegt eine gefährliche Operation für die 800 KL, die Sie zahlen?" Glück muß man haben.„Jansen hat doch immer Glück gehabt!"—„Wieso?"—„Neulich, beim Austernessen, hat er eine Perle verschluckt. Daraufhin ließ er sich operieren und stell' dir vor, es zeigte sich, daß die Perle sehr wertvoll war und daß man mit ihrem Erlös die Kosten für die Operation und für die Beerdigung bezahlen konnte." Am härtesten hat das Schicksal dem Fürsten Basil Alexandrowitsch mitgespielt, dem Sohn des Großfürsten Alexander Michails« witsch, der das bekannte Buch„Einst war ich ein Großfürst" verfaßt, und Bruder der schönen in Paris lebenden Fürstin Irene Jnssu- pow ist, deren Gatte bekanntlich Rasputin ermordet hatte. Er ist Reisender für eine Pa- fümfabrik, die Fürst Georg Matschabelli, zeitweiliger König von Georgien und geschiedener Gatte der berühmten Berliner Schauspielerin Maria Carmi, in LoS Angeles begründet hat. Wie jeder andere Vertreter, muß er euren großen Aufwand an Energie und Beredtsamkeit aukwenden, um seine Ware an den Mann oder an die Frau.zu bringen, und nicht selten wird auch ihm, wie es jedem Reisenden paffieren kann, die Tür gewiesen... E. C. Drewanow. Im Restaurant.„Wie waren Sie mit dem Schnitzel zufrieden, mein Herr?" erkundigte sich der aufmerksame Wirt.—„Hm, das arme Tier mutz unglücklich verliebt gewesen sein."—- „Wieso denn daS", staunt der Besorgte.—> „DaS Fleisch war noch so voll Sehnen!" Schach-Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 82» Post Modlan bei Teplltz-Schönau. Schachaufgabe Nr. SOI. Von K. A. L. Kflbbel, Leningrad. (Työväen Shakki 1935/V.) Schwarz: Kc4. Da7, La4, c7, St4. Bb5, d4.(7) ab c def g h Weiß: Kh2, Dg3, Tb2. h4. Lc6, el. 8fS. go, Ba3» b4.(10) Matt la S Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Lösungssng an Nr. 258: Kg6—f5! nichtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Schöffel Anton. Schöbritz; Dinnebier Emil, Tetschen; Holfeld Otto, Lohmüller Hans» Chimiak Teodor, Habt Erwin, sämtlich Nester» sitz; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Tepper Franz, Karlsbad; Schubert Josef, Kotschken bei Aussig; Proch Anton. Predlitz; Burkert Franz, Schönau h, Neu-Titschein; Schmied Ferd.» Walter Ludwig, Robek Franz, sämtlich Kwitkau; Tesaf Franz, Suchei; Sieber Erich, Hohenstein; Kraus Gerhard, Turn; Ulbert Rudolf. Proseditz; Triltsch Gustav. Wisterschan. An alle Schachsektionen. Sämtliche Sektionsleiter werden aufgefordert» sofort einen Bericht(Turniertabelle). Über beendete Vereinsturniere zwecks Veröffentlichung an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Im Retourspiel Rosawitz gegen Tetschen In Rosawitz ist es den Tetschener Genossen gelungen. sich für die letzt erlittene Niederlage zu revanchieren. Tetschen gewann mit 4:2 Punkten»