BUNTE WELT Nr. 16 Unterhaltungsbeilage Mord in Manhattan / Von A. B. Schifrin * 1936 Der Nachmittag ging zu Ende. Die Straße war ruhig. Die Frauen mußten in ihre Wohmungen zurück, um ihren von der Arbeit oder von der Suche nach Arbeit zurückkehrenden Männern das vegetarische Essen vorzubereiten. Die Kinder, müde vom Ballspielen in den Straßenrinnen, waren zu Hause und warteten auf das Effen. Vor Kirschenbaums Koscher"-Fleischerladen| Rubin lief davon, wie eine Frau, die mit ihrem[ ießt sicherheitshalber ans Fenster und schaute gingen einige Frauen hin und her. Es waren Liebhaber ertappt wurde. Drei Straßenhunde hinaus. Sein Gesicht glänzte von Zufriedenheit. meistens alte Kunden. Auf dem breiten Schau- verzehrten das foschere Festmahl gerade vor dem Er wird es ihnen schon zeigen, diesen Frauen. fenster des Ladens hatte der ortsansässige Fleischerladen, während Herr Kirschenbaum Schildermaler den Kopf und die Stielaugen böse zusehen mußte. einer Kuh sotvie mehrere Kücken gemalt. Der- In seiner blutbeschmierten Fleischerschürze felbe Maler hatte auch die Plakate gezeichnet, stand er hinter dem Pult mit der Marmorplatte. die die Frauen vor dem Laden des Fleischers Er roch immer nach geschlachtetem Vieh. Er war trugen. Die Frauen hielten Streifposten. Sie ein Mann mit einem Doppelkinn, ohne Haare kämpften gegen die hohen Fleischpreise. Sie auf dem Kopf und mit einem Hängebauch, wie wußten nicht ganz genau, warum die. Preise ein Elefant. Um zu zeigen, daß er keine Angst stiegen. Sie waren aber überzeugt, daß ettvas vor den Frauen hatte, kam er von seinem Platz nicht stimmte. Alle waren sie Hausfrauen. Sie hinter dem Verkaufstisch hervor und stellte sich kannten ihre Küchen und sie kannten den Appe- auf die Türschwelle. Seine Stirn zeigte etivas unterging und die Abendkühle die Luft erleichJezt am späten Nachmittag, als die Sonne tit ihrer Männer und Kinder. Sie kannten wie Anstrengung. Er vergaß sein langes und texte, ging nur eine Frau vor Kirschenbaums gleichfalls die Kapazität ihrer Geldbeutel. scharfes Fleischermesser im Laden abzulegen, er Irgendwo mußte eine Verschwörung gesponnen hatte es bei sich und spielte sorglos damit, wie Frau. Sie hatte teine Kinder. Sie war erst acht Fleischerladen hin und her. Es war eine junge worden sein, um sie um jeden ersparten Gro- ein Pirat. Er war wütend. Er machte keine Monate verheiratet. Es war aber leicht zu merschen zu bringen. Gut, sie werden sich's also Geschäfte und wußte nicht genau, was er anken, daß sie nicht mehr lange kinderlos sein nicht gefallen lassen. Sie werden kämpfen und fangen sollte. gegen die Fleischermeister streiken. Sie werden würde. Ihr Mann arbeitete in einer Karton„ Herr Kirschenbaum", rief eine Frau aus nagenfabrik und während des Fleischstreits protestieren und das Zeug nicht essen, che nicht einem Fenster, das gerade über seinem Stopf holte er seine Frau auf dem Weg nach Hause die Preise herabgesetzt werden. ab und sie pflegten zusammen wegzugehen. Es fie nach Hause kamen, half er ihr das Nachtwar ein glückliches Paar. Jeder liebte sie. Als mahl vorbereiten und später half er ihr beim Geschirrwaschen. Als Kirschenbaum sie allein paradieren sah, kam er heraus, um mit ihr zu sprechen. Er hatte die junge Frau gern. Er fannte sie von klein auf, noch als sie Schulmäd= chen war. Er hatte Kücken und Fleisch an ihre Mutter verkauft, die jetzt schon tot war. Als das Mädchen heiratete, hat er ihr zum Hochzeitsmahl drei ganze Stücken geschickt. Die Frauen verteilten sich in drei Schichten. Wenn eine Hausfrau keinen Sinn für Verantwortlichkeit gegenüber ihren Nachbarn hatte und sich dem Fleischerladen mit einem Einkaufsforb zu nähern wagte, wurde sie schnell von den Streitposten angehalten. Sie wurde freundlich angesprochen, oder mit quietschenden Stimmen überschrien, oder mit reichhaltigen und furchtbaren Flüchen überschüttet. Es hing vom Wider stand ab, den sie dem freundlichen Zureden der Streitpostenfrauen leistete. ,, Verlaufte Streifbrecherin", rief man ihr zu. ..Bu Tode sollen Sie ersticken beim ersten Bissen, den Sie machen, Sie nichtsnußiges Pack. ,, Ein schwarzes Jahr sollen Sie haben." ,, Und Ihre ganze Familie." Eine würdig aussehende Frau schlich sich zwischen den Streikposten durch und betrat Kirschenbaums Laden. Das war Frau Rubin. Ihr Mann hatte ein Delikatessengeschäft und der Sohn studierte Ingenieur. Frau Goldberg, einer der Streikposten, guckte durch die Eingangstür und sah, wie Frau Rubin zwei Pfund Steat, ein Pfund Leber und ein Pfund Kalbsfottelets faufte. Dann kam Frau Rubin heraus. ., So, Sie wollen unseren Streik brechen, Sie?", fragte Frau Goldberg und griff nach dem Fleisch. ., Sie sollten sich schämen", sagte Frau Finkel. Eine Frau wie Sie, deren Sohn auf dem Kolleg ist." Frau Finkel schlich hinter ihr her. ,, Frauen wie Sie", sagte Frau Cohen, der dritte Streifposten ,,, müßten nur auf Krücken gehen. Wenn Sie mal eine Schwiegertochter haben, soll sie niemals Kinder bekommen." Frau Finkel machte plötzlich einen Griff von hinten und, bevor noch die verblüffte Frau Rubin wußte, was geschah, war der Korb mit dem Fleisch in ihrer Hand. Ein schallendes Gelächter erklang aus den Fenstern auf den beiden Seiten der Straße. Die erniedrigte Frau war. Er beugte sich hinaus und sah nach oben Die Frau spie ihm ins Gesicht. Es war ein gelungener Streich und die Zuschauer aus den Fenstern auf beiden Seiten der Straße schrien vor Vergnügen auf. Der Fleischer wurde wild. Er lief auf den Bürgersteig hinaus. Wütend drohte er mit seiner Faust der Frau im ersten Stock, was die Zuschauer nur noch zu einem gesteigerten Lachen aufreizte. Verärgert stieß Herr Kirschenbaum mit seinem großen Körper einen Streikposten an. " Sie sollen tot umfippen", sagte die Frau. ,, Warum stoßen Sie mich?" Ein Dußend Stimmen beschimpfte ihn. Der Schweiß lief auf sein weiches rundes Gesicht hinunter. Seine Backen bewegten sich. Dann murmelte er böse: ..Ich werde euch schon zeigen", und ging drohend in den Laden. Die Frauen sahen, wie er das Telephon abnahm und sehr gereizt hineinredete. Als er das Gespräch beendet hatte, kam er nach vorn, aber diesmal nicht zur Tür. Er stellte sich Weg und Ziel Wenn du plötzlich aus des Waldes Tiefe In der Sonne bunte Garben trittst, Ist es dir, als ob dich jemand riefe Und als ob du jetzt ins Leben schrittst... Dunkler Weg, um den die Schatten sinken... Alles auf der Höhe wärmt das Licht, Tausend Hände scheinen dir zu winken, Und die Wand, die dich umgab, zerbricht.. Ganz allein und allen dich verbunden Wird die Welt ein winzig Stück von dir, Und du trägst an allen ihren Wunden, Und dein Glück ist nur das Glück von ihr... Pierre. Frau Rastin", begann er. tete sie. ., Sprechen Sie mich nicht an", antivor,, Hören Sie meinen Rat, Frau Raskin", fette er mit freundlicher Stimme fort ,,, und gehen Sie nach Hause. Es wird bald Krach. geben." ,, So, was denn? Was habe ich denn getan, daß ich Angst haben soll?" ,, Ich sage es Ihnen zu ihrem eigenen Wohl." Er wollte noch weiter sprechen, aber gerade in diesem Moment raste wie ein Blitz ein großes grünes Lastauto aus der Seitenstraße donnernd heraus und stoppte vor dem Fleischerladen. Herr Kirschenbaum wurde bleich, duckte sich zusammen und eilte in den Laden. Zwei grob aussehende Männer stiegen aus dem Wagen und betrachteten wie Wächter die Straße. Einer von ihnen ging in den Laden, um mit dem Fleischer zu sprechen. Der andere Ankömm [ ling näherte sich Frau Raskin: Sie sollten besser von hier weggehen, Frau, wenn Sie wissen was für Sie gut ist." Frau Raskins Gesicht wurde weiß, fie blieb aber auf ihrem Plak stehen. Sie begriff, wer die Männer waren und warum sie famen. Sie hatte schon solche Geschichten gehört. " ,, Sie! Gehen Sie weg von mir!", sagte sie. ,, Es ist nicht gesund, hier in der Gegend so zu schreien", sagte er ,,, und wenn wir Sie noch einmal hier erwischen, so werden Sie alle Ihre — L— Knochen samt ihren ganze« Körper gebrochen haben." „Schau dir das an!", sagte Frau Raskin. —„Wo, denken Sie, find Sie? In Pensyl« vania oder in Hartem?" „Freche Gans, nicht wahr?", unterbrach der Mann.—„Wenn es Ihnen hier nicht gefällt, warum,, zum Teufel, gehen Sie nicht-u- rück nach Rußland oder irgendwo anders..»? „Bor allem, weil ich aus Polen komme", sagte Frau Raskin,—„und dann, weil ich amerikanische Staatsbürgerin bin und dasselbe' Recht hier zu stehen habe wie Sie. Ata, wie gefällt Ihnen das?" „Zum Teufel mit all dem", sagte der Mann.—„Jetzt gehen Sie." „Ich werde dort bleiben, wo ich bin." „Vielleicht." Knurrend kam er dicht auf sie zu. Frau RaSkin wurde nervös. Es waren nur wenige Leute auf der Straße. Hinter dem Mann konnte fie durch das Fenster Kirschenbaum mit dem anderen Fremden sprechend sehen. Ihre Lippen versteiften sich. Sie rührte sich nicht. „Junger Mann", sagte fie,„wenn Sie nicht aufhören, mich zu belästigen, werde ich einen Polizisten rufen und Sie verhaften lasten." Der Mann lachte auf. Es wtkr kein Polizist zu sehen. „Ist es so?", sagte er.—;,Sie werden «inen Polizisten rufen. Ich tue mir selber leid." Er grinste. Dann wurde er ernst. „Frau, ich werde müde, mit Ihnen zu sprechen. Jetzt gehen Sie schnell weg, sonst!. Er versetzte Frau Raskin einen Stoß. Frau RaSkin verabreichte ihm schnell eine Ohrfeige. „Sie Ziege", sagte er und griff nach ihrer Hand. Sie schlug auf ihn. .^Lasten Sie mich!", schrie sie. Er packte das Plakat, das auf.einer Strippe von ihrem Hals herabhing, riß es grob herunter und warf es beiseite. Einige Köpfe zeigten sich jetzt an den Fenstern des Mietshauses. „Schau! Er schlägt Frau Raskin." „Frau Raskin, Frau Raskin, lasten Sie sich nicht von ihm schlagen." „Eh, Sie großer Affe, warum lasten Sie fie nicht in Ruhe?" „Jemand soll die Polizei rufen, das ist Kirschenbaums Gangster." „Sie großer Gorilla, die Pest soll Sie befallen." Der Mann umklammerte Frau Raskins Arm und renkte ihn nach hinten. Sie stöhnte vor Schmerz. „Wie gefällt Ihnen das?", sagte er. Sie spuckte auf ihn. Er renkte stärker ihren Arm aus. Sie schlug ihn auf den Hinterleib. Er renkte noch stärker. Sie schrie vor Schmerz. Ein kleiner Haufen erschrockener und brummender Menschen war bald um sie herum zu sehen. Del Mann, der mit Kirschenbaum sprach, kam jetzt heraus und bahnt; sich dm Weg zu seinem Partner. „Was ist loS!", sagte er.—„Gehen sie »alle wegl Was ist, Frank, mit dir! Zum Teufel, kannst du nicht eine Dame behandeln, ohne Krawall zu machen?" „Versuch es selbst, du Kluger!", antwortete Frank.—-„Die Ziege schlug auf mich." Der Angekommene hatte eine Zigarre im Mund und sie steckte in seinen Lippen wie eine giftige Pflanze, die dort wuchs und vom Speichel seines großen Mundes genährt wurde. Frau Raskin war so erschrocken und benommen, daß sie nichts erwidern konnte. Träten füllten ihre Augen. „Schau!.., Dort kommt Herr Raskin", chrie jemand aus der Menge. Die Frau hörte da-. Sie flüsterte seinen Ramen. Herr Raskin, der von seiner Arbeit auf dem Weg nach Hause war. eilte blaß, müde und hungrig hinzu. Erstaunen wurde auf seinem Gesicht geprägt. „Was ist hier los?", fragte er. Er war ein kleiner Mann, der wie ei« Verfolgter aussah. Er trug eine Hornbrille. Er sah seine Frau und«inm Mann, der fie am Arm hielt. Dar war ein Rätsel für ihn und schreckte ihn zur gleichen Zeit. So eine Sache war ihm noch nie in seinem Leben postiert. Und der Menschenhaufen, der ihn ansah, wartete auf ihn und wartete, um zu sehen, was er machen würde. „Tillie", fragte er ängstlich,„was ist los?" —„Sie, eh, was machen Sie hier?" Sie stoßen sie, Lasten Sie fie los! Tillie!" Der Mann ließ sie frei. Frau Raskin ohrfeigte ihn. „Hier haben Sie", sagte fie.„sie wilder Gangster." Der Mann sagte,„Oh, ja", und machte eine Bewegung zu ihr hin, aber Herr RaSkin stellte sich zwischen sie. „Sie werden fie in Ruhe lasten", sagt« er befehlend. Der Mann mit der Zigarre im Mund schaute zu und sagte nichts. Frank, der andere, sah Raskin an. „Dummer Junge", sagte er.—„Schlag' sie, Lump, bevor ich, zum Teufel, dich erschlage. Schlag' fie, sag' ich." Er stieß Raskin.' Raskin liebte solche Sachen-nicht. Er ging nach Hause müde und hungrig. Er plante, Tillie nach Hause zu nehmen, zu nachtmahlen und mit ihr in ein Kino zu gehen. „Jemand soll einen Polizisten rufen", sagt« eine Frau. Kein Polizist war in der Nähe zu sehen. „Sie Kosak!", schrie Frau Raskin.— „Wer hat nach Ihnen geschickt? Warum lasten Sie uns"nicht in Ruhe?" „Wer ist ein Kosak?", sagte Frank und gab chr eine Ohrfeige. Raskin konnte nicht zusehen, daß seine Frau geschlagen werd«. Er hätte nichts dagegen gehabt, wen« fie es mit ihm getan hätten. Aber seine Frau! Und noch vor seinen Augen. Das war eine Schande. Die Leute werden ihn nachher auslachen. Er wurde rot im Gesicht und, ohne zu wiffen was er tat, schlug er mit seiner knochigen Faust auf Frank. Der Mann mit der Zigarre, der bisher sich nicht hereinmischte, stieß ihn wortlos in die Brust. Er gab ihm einen kurzen, schweren Stoß. Raskin wackelte wie ein Baum und hustete, um Atem zu fasten. Dann schlug ihn der Mann mit Wucht auf den Mund. Frau Raskin schrie erschrocken auf, als fie ihren Mann geschlagen sah. Blut kam aus seinem Mund. Die Leute begannen zu knurren. Aus jedem Fenster des Hauses schauten Köpfe hinaus. Als Frau Raskin aus dem Mund ihres Mannes Blut fließen sah, wurde sie wild. Wie ein Vogel flog fie auf den Mann, der ihren Gatten schlug. Sie kratzte sein Gesicht und riß ihm die Zigarre aus dem Mund. Als die Zigarre herunterfiel, sah der Dkann wie jeder anderer aus, er hatte ein anderes Gesicht. Er sprach einige Laute und gab ihr einen Stoß in den Bauch. Frau Raskin fiel auf den Boden. Zwei erschrockene Frauen hoben sie auf und schleppten fie weg in den Fleischerladen. Kir- schenbaum versteckte fich hinter die Theke. Raskin schlug sich draußen mit den zwei Raufbolden wild herum. Seine Brille fiel auf die Erde. Zwei feine rot« Linien, von der Brille eingeprägte Spuren, liefen von seinen Ohren bis zu den Augen, die ohne Brille seltsam aus» sahen.Ein dünner Blutfaden kam aus seinem Mund. Eine Faust schlug ihn ins Gesicht und er fiel um, gerade, auf den Bürgersteig. Sein Kopf stieß an die eiserne Kellertür vor Kir« schenbaumS Fenster. * Er blieb ruhig liegen. Ein ersetzter Schrei kam aus der Menschenmenge. Sie hatten lange genug gezögert. Jetzt warfen fie sich mit einem Ruck auf die beiden Männer. Der eine, der seine- Zigarre verloren hatte, zog einen Revolver. „Ich werde den ersten Bastard niederschießen. der fich mir nähert", schrie er. Männer und Frauen und einige Kinder wichen erschrocken zurück. Die. beiden Raufbolde machten sich den Weg zum Wagen frei. Sie stiegen ein, klappten die Tür zu, starteten den Mowr und fuhren schleunigst davon. Einige Leute liefen ihnen nach. Es war aber nutzlos. „Mein Gott", sagte eine Frau, die über daS heruntergesunkene Gesicht von Raskin kniete.—„Mein Gott, Raskin ist tot." Ein Stein schlug in Kirschenbaums Fenster ein und die Scheibe splitterte nach innen. Kir» schenbamn sprang auf. Er sah das zerschmetterte Fenster und hob wütend seinen Arm. „Wer hat das gemacht?", schrie er.—> „Wer hat das gemacht?" Dann erblickte er an seinen Füßen RaS- kins unbeweglichen Körper. „Mein Gott", sagte er. Stimmen überfielen ihn, laute, drohend«, grobe und wild«. „Sie haben die Gangster gerufen, Kirschenbaum, Siel Sie! Siel" Mtt einer Kopfbewegung wies er es ab- „Gort ist Zeuge, ich habe es nicht getan." „Sie sollen so leben!" „Sie sollten sich mit Ihrem eigenen Fleisch vergiften. Sie Mörder!" Mörder l" „Sie waren es!" „Sie!" .^Jemand soll einen Rettungswagen holen. Warum stehen sie alle herum und warten noch?" „Sie haben Raskin ermordet!" „Rufen Sie die Polizei!" „Kirschenbaum! Sie Hochstapler! Sie Blutsauger! Faules Fleisch verkauft er! Für einen Dollar haben Sie einen guten Menschen umgebracht! Sie haben Dave Raskin ermordet! Sie! Sie und Ihre Gangster! Wir werden es nicht vergrsten Kirschenbaum l Wir werden eS nicht vergessen! Unser Tag der Rache wird schon kommen." * Raskins Körper lag vor dem Fleischerladen. Die Gläser seiner Brille waren schon zerschmettert, als er auf die Erde umfiel. Seine Augen werden sie nicht mehr brauchen. Ein weißer, mit Fußspuren bedeckter Karton schaute hinter seinem Kopf hervor. Er sah wie«in halbverwüsteter Grabstein aus. Das war das Plakat, das seine Frau getragen hatte. Einige Worte waren noch lesbar: Kaufen Sie kein Fleisch, bis..,. Der Mann aus der Drogerie rief einen Rettungswagen. Bevor noch der Wagen ankam, schleppte sich langsam ein Polizist zu Kirschenbaums Laden, wo di« Menschenmenge noch immer stand und gereizt sich unterhielt. „Was ist hier los?", fragte er. lA»S dem Amerikanischen übertragen von I. Ules.) 8Die Gründung von Sankt- Petersburg Von Kurt Kersten Ein Kapitel aus der Biographie ,, Peter| Westen, nach Europa geöffnet, und toenn es der Große, Von den Ursachen und vom mitten im Kriege geschah, dessen Entscheidung Wesen historischer Größe", die deutsch im noch nicht gefallen war, hies es, daß Peter entQuerido- Verlag Amsterdam erschien und schlossen war, diesen Fleck Erde Sumpf und französisch im Verlag Albin Michel- Paris Morast nie wieder aus der Hand zu geben. erscheinen wird. Das Raubnest", von dem Gustav Adolf einst gesprochen hatte, sollte russisch bleiben. Gott hatte wider den Schweden entschieden, der Russe sprang über den Bach", und der Ladogasee war keine Grenze mehr. Im Frühjahr 1703 belagerte Peter die Seefeste Nyenschanz am Einfluß der Newa in den Finnischen Meerbusen, ein altes Bollwert, das seit hundert Jahren schwedischer Besitz war und mitten in Sümpfen lag. Zum ersten Male traten fleine russische Kriegsschiffe in Aktion, blockierten die Feste von der Seeseite her, und nach fünftägigem Bombardement ergab sich die Besatzung. Es war am 1. Mai 1703. Sechzehn Tage später ließ Peter in der Nähe von Nyenschanz auf einer Insel, die den Namen Luftinsel" trug, eine Feste aus Holz errichten und taufte sie auf den Namen seines Schutzheiligen Santt Petersburg. In den Sümpfen der Newamündung, am äußersten Ende des Finnischen Meerbusens, befahl Peter den Bau der Stadt, die er in den Rang der neuen Hauptstadt des Reiches erheben wollte. In Ingermanland, unweit der finnischen Grenze, zwischen Ladogasee und Meer, an den Grenzen des Landes in einem Gebiet, das nur mit dem Schwert in der Hand verteidigt werden konnte, und dessen Besitz erst der siegreiche Krieg zu garantieren vermochte, strategisch schwer zu verteidigen, als Hafen ungünstig gelegen, gründete Peter die neue Hauptstadt, allen Feinden, innen und außen zum Trop. Die Gründung der neuen Hauptstadt war eine Kriegserklärung an alle Gegner im Lande, die mit der Expansionspolitik des Hans delskapitals und seinem großen Eroberungsprogramm nicht einverstanden waren; sie war die Preisgabe Moskaus als Zentrum aller reaktionären und oppositionellen Kräfte, aber fie manifestierte auch den Anspruch des Zaren, im Westen als vollgültiger Partner anerkannt au werden. Hier wurde das Fenster nach dem Die Gründung erregte Abschen und Gelächter. Als Karl den Fall von Nyenschanz und die Gründung der neuen Feste erfuhr, erklärte er den Warnern lachend: Bald nehmen wir uns die Burg wieder!" Und als Peter die fremden Handelsgesellschaften zwingen wollte, mit ihren Schiffen nicht mehr in Archangelsk, sondern in Petersburg einzulaufen, weigerten sie sich lange, denn die Fahrt durch den Meerbusen war gefährlich; Sandbänke, Nebel und undichte Tiefen erschwerten die Fahrt; die Versicherungssummen waren fast unerträglich hoch"; der Hafen war im Winter nicht eisfrei und die neue Stadt litt an Ueberschwemmungen. Das feuchte Klima berhinderte längeres Lagern der Waren, und Hanf mußte weiter über Archangelsk exportiert werden. Im Morast und Sumpf wurde die Stadt auf Peters Befehl erbaut. Aus allen Teilen des weiten Reiches wurden Arbeiter und Bauern nach dem fremden Norden zwangsweise entfandt, um die Stadt zu erbauen, für die Beter sich Amsterdam zum Vorbild gewählt hatte. wohl zweihunderttausend Menschen gingen in den Sümpfen Jugermanlands elend an Hunger, Kälte und Fieber zugrunde. Die schuldlos De portierten arbeiteten in einem unfruchtbaren Gelände, ohne Weg und Steg, ohne Unterkunft und Verpflegung. Nichts war bedacht. Monatelang hatten die Arbeiter kein Brot zu essen, und später begingen die Verpflegungsbeamten Riesenbetrügereien. Man hatte nicht einmal Handwerkszeug und Materialien vorgesehen. Rätsel der Osterinsel reich in Besitz zu nehmen. In den Wirren der südamerikanischen Bürgerkriege fiel sie dann an Chile, das sie behielt, ohne sich freilich sonder lich für sie zu interessieren. 1872 besuchte Pierre Loti die Osterinsel und schrieb in sein Reisetagebuch:„ Rapa- Nui bedeutet mir allein schon durch seinen Wortflang: Traurigkeit, Wildheit, Nacht... Ein treffsicheres Urteil; die Osterinsel ist wirklich alles andere als ein Südsee- Paradies. Am Ostersonntag 1772 entdeckte der holländische Seefahrer Roggebeen im östlichen Teil des Pazifit, mehr als 4000 kilometer von der chilenischen Küste, mehr als 1000 Kilometer von den östlichen polynesischen Inselgruppen der Südsee entfernt, ein einsames, seltsames Eiland. Es war eine große Insel von rund 120 Quadratkilometer Bodenfläche, mit aus gesprochen kontinentalem Charakter und meh reren erloschenen Bulkanen. Roggebeen fand noch andere Merkwürdigkeiten. Da waren große fteinerne Denkmäler, steinerne Tafeln mit unbekannten Inschriften, verfallene Paläste. Da graphischen Trocadero- Museums, Dr. Paul gab es natürliches Glas, aber keine Bäume. Da fiel häufig Regen, aber es gab trotzdem weder Teiche noch Bäche; die Erde sog das Wasser auf wie ein großer Schwamm. Und da gab es schließlich noch einige hundert Eingeborene, die eine unverständliche Sprache redeten und auch sonst mit den Polynesiern nicht biel Aehnlichkeit hatten. Roggebeen registrierte das alles, hißte die holländische Flagge und fuhr dann weiter. Vorher hatte er der Insel, die in der Sprache ihrer Eingeborenen ,, Rapa- Nui" hieß, den Namen„ Osterinsel" gegeben. * Die holländische Flagge wehte nur einige Jahre über Rapa- Nui. Dann kam der Engländer Cook. Ihm folgte der französische Seeheld La Péronse, um die Osterinsel für Frank: Erst im März 1934 gelang es einer französisch- belgischen Forschungsexpedition, in die Geheimnisse der seltsamen Insel ettvas Licht zu bringen. Der Direktor des Pariser ethnoRivey, nahm persönlich an ihr teil. Heute ist man sich darüber einig, daß die steinernen Riesenstatuen, die oft bis zu 40 Meter hoch sind und eine überraschende Aehnlichkeit mit den Denkmälern der alten Aegypter und Kongovölker aufweisen, keine indianischen oder polynesischen Gößenbilder, sondern Ahnenfiguren einer untergegangenen Menschenrasse sind. Die Osterinsel ist offensichtlich der letzte Rest eines im Laufe der Jahrtausende vom Meere verschlungenen Kontinennts, der in der Legende ihrer Eingeborenen Waihu genannt wird. Die Hieroglyphen auf den Steintafeln wiederum ähneln auffallend den noch unent sifferten Vor- Sanskrit- Inschriften, die 1932 von dem ungarischen Gelehrten Gevesy im Tal des Indus entdeckt wurden. In ihren Rockschößen, ja mit den Händen truts gen die Deportierten die Erde für den Bau der Feste und Häuser herbei. Unfundig, schlecht unterwiesen, nicht erfahren im Bau und Trockenlegen der Sümpfe und Moore schindeten sich Kirgisen, Tataren, Baschkiren, Kosaken, Kalmüden, Russen zu Tode, starben an Ruhr, Skorbut, verhungerten oder erfroren. Die Leie chen wurden nachts ins Moor geworfen. Wies biele Flüche belasteten die Niederlassung! Wies viele Opfer verschlangen die Sümpfe! Wie schrie es aus Unzähligen zum Himmel über diese verfluchte Stadt in Feindesland! In weitem Umkreis lag feine menschliche Siedlung; es war ein dünnbevölkertes und auf weite Strecken hin sogar unbewohntes Nie mandsland. Die schwedischen Bollwerke hatten hier gelegen wie die spanischen, englischen und französischen Forts in den Kolonialländern. Als Kronstadt erbaut wurde, ließ Peter mitten im Winter die Fundamente unter dem Eise ers richten. Die Peter- Paulsfeste foftete einer unbeschreiblichen Menge Volks das Leben", sie starben wie die Fliegen und wurden vers scharrt". Als die Stadt erbaut war, wollte sie nies mand bewohnen; da erzwang Peter die Nies derlassung; der Adel von Moskau und viele Bürger wurden genötigt, ihren Wohnsitz mife zugeben, mußten nach Petersburg übersiedeln, sich dort Häuser bauen und durften die Stadt nicht wieder verlassen. Die Deportierten ers hielten Befeht, sich auf dem großen Friedhof, der Stätte. ihrer Knechtschaft, anzusiedeln. Durch Erlasse wurden später in den Gouvernes ments Familien zur Niederlassung angefordert, und Nichtbefolgung des Stellungsbefehles wurde schwer geahndet. Kein Stand, der nicht die neue Stadt und ihren Namen, der nicht eine mal ein russischer Name war, verflucht hätte. Es war ein Einfall von barbarischer Größe; die Gründung war ein Zeichen, daß in Rußland eine neue Aera angebrochen war. Das Meer, die Herrschaft an der Ostsee waren der Wunschtraum der Zaren seit Jahrhunderten. Die ganze Vergangenheit des Reiches war mit diesem Traum verbunden, und Menschikow Offenbar waren die Bewohner von Waihu ein kühnes Seefahrervolt, dessen Schiffe weit übers Meer bis Asien vordrangen und auch mit Indern, Aegyptern und Phöniziern in Berüh rung famen. Darauf deuten nicht nur die Ruinen eines riesigen Palastes im Stil von Angfor hin, dessen Bau von der Ueberlieferung dem mächtigen Waihu- König Hotu Matura zus geschrieben wird, sondern auch ausgegrabene Schiffstrümmer mit funstvollen steinernen Bugs und Heckkonstruktionen, die von der Riesenflotte des Inseleroberers Tu- Koiu, Des Wikings von Waihu" herrühren sollen... " Insel, deren 400 polynesische Einwohner sich notdürftig von Fischfang, spärlichem Getreide bau und noch spärlicherer Schiveine wicht erSeit vier Jahren hat die geheimnisvolle nähren, zwei neue Bewohner aufzuweisen. Der des Krieges Kommandant des Krenze: s„ Dress deutsche Marineoffizier Hugo Weber, während den", und seine Gattin Hanni Stade, eine Deutsch- Chilenin aus Santiago, haben bier eine neue Heimat gefunden. Ein Paradies haben sie fich für ihr Robinson- Dasein freilich nicht auss gesucht, aber gerade die Armut und völlige Weltentlegenheit ihrer von feiner Dampferlinie berührten Insel bieten ihnen vielleicht den sichersten Schutz vor unliebsamen Enttäuschun gen, wie sie vor zwei Jahren den Einsiedlern der Galapagos- Inseln beschieden wurden... Pierre de Briffacque. Sprach bald vom ,, Warägerland". Vom Norden waren die Eroberer des Landes vor achthundert Jahren ausgezogen, um bis zum Süden vorzudringen. Die Eroberungspolitik der Romanows erhielt hier ihren finnfälligsten Ausdruck. Diese Gründung war ein Ausdruck höchsten, angespanntesten unbeirrbaren Machtwillens, berkündete den Anspruch auf Großmachtstellung. Peter manifestierte, daß Rußland sich endgültig aus dem Dämmerzustand gelöst hatte und nie wieder zurückſinken wollte. Mit den Waffen in der Hand, schüßte er die neue Hauptstadt, die blutgetränkte, opferreiche, brutal erzwungene Schöpfung eines Eroberers, das Paradies", das auf Menschenknochen er richtet wurde. Spanische Geschichten Die Bostanweisung. Mehr als zwei Bostanweisungen darf man nicht am selben Tage ins Ausland schicken. Ewald hatte drei. Suchen Sie sich aus, welche davon Sie zurückstellen wollen bis mor= gen", sagte der Beamte. Ewald fiel die Wahl schtver: ,, Alle drei sind dringend. Geht es denn absolut nicht?" Absolut nicht; aber schicken Sie doch später jemand anderen mit der dritten her." Ewald tat auch das nicht.Er trat einen Schritt nach rechts und zahlte die dritte Anweisung unter den Augen des lächelnd zusehenden Beamten bei dessen Kollegen ein. Der Bauchredner. In Barcelona, auf der Trambahnlinie 22 ober 24- ich erinnere mich nicht mehr genau; fagen wir, das arithmetische Mittel wählend: 23 gibt es einen Bauchredner als Schaffner. Er geht so im Wagen rum, seinem Dienst nach, knipst und nimmt Geld ein und redet Bauch. Wenn er hinten ist, vom Vorderperron her, und umgekehrt. Oder mit Frauen- oder Kinderftimme. Dem Publikum gefällt das. Die Linie hat großen Zuspruch. Man sagt, die Straßenbahndirektion werde bemnächst für ihr gesamtes Schaffnerpersonal Bivangskurse im Bauchreden einführen. Su casa de usted. Es ist ziemlich bekannt, daß der Spanier einem nicht sagt:„ Ich wohne da und da", sondern: Señor, Ihr Haus befindet sich da und ba." " Dr. Günter war bei reichsdeutschen aber Feit langen Jahren in Spanien afflimatisierten Bekannten eingeladen. Beim Weggehen sagte ihm der Herr des Hauses: ,, Sie sind uns immer willkommen", das heißt, er sagte es nicht so, sondern spanisch( wenn auch in deutscher Sprache): Dieses Haus ist das Ihre." Dr. Günter, immer scherzbereit, erkundigte sich, bis wann es geräumt sei, damit er es in Besitz nehmen könne. Er ist seither nie wieder eingeladen worden. Im Bohème- Café. 4 Das einzige, wofür er keine Verwendung hatte O auch wirkliche, stadtbekannte Schauspieler, von denen immer der eine oder andere sich einfindet, gewaltige Gedichte, in denen die R nur so rollen, die Vokale wie Ströme dahinrauschen und die ganze Schönheit der spanischen Sprache sich aufs Pathetischste, aber tatsächlich in voller Majestät entfaltet. Wenn sie so ein Gedicht, das gut und gern eine halbe Stunde lang sein kann, mit allen Wirkungsmitteln der Mimit und der stimmlichen Abwechslungsmöglichkeiten heruntergearbeitet haben, sind sie wie durch gewaltt, der Schweiß rinnt ihnen übers Gesicht, die Brust feucht, und es ist keine Mache, der tem ist futsch, und der Sturzbach des Applau ses bricht auf einen völlig Erschöpften und Wehrlosen herab. Ueber dieses Café ,, Cau d'Art" hab ich einmal einen Artikel geschrieben. Der Wirt las ihn, schnitt ihn aus und flebte ihn zu den anderen an die Wand. Am Abend machte er einen anderen deutschen Besucher darauf aufmerksam. Ja", sagte der ,,, den hab ich geschrieben". Was ihm ein Gratisabendessen einbrachte. Auch das Essen ist gut im Cau d'Art." Mar Barth. Alte Anekdoten Ach, zwei Wünsche wünscht ich immer, Leider immer noch vergebens, Und doch sind's die innig- frömmſten, Schönsten meines ganzen Lebens. Daß ich alle, alle Menschen Könnt mit gleicher Lieb' umfassen, Und daß ein'ge ich von ihnen Vorher dürfte hängen lassen. Adolf Glasbrenner. no Schach- Ecke id Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32, Post Modlan bei Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 277. Von Johann Berger, Graz. ( Sammlung Spielbücher.) Schwarz: Ke5, Te6, Bd4, d6, d7, e7.( 6) 8 7 6 5 1 a b c d e f g h a b c d e fgh 8 7 6 сл 4 Sp Weiß: Kh7, Dc8. Lc1, Sb6, h6, Bf3, 16.( 7) Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Lösungszug zu Nr. 274: De4-13! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Ge nossen ein: Proch Anton, Predlitz; Dinnebier Emil, Tetschen; Hyna Josef, Hostomitz; Lepschi Habl Erwin, Franz, Kaplitz; Tepper Franz, Karlsbad; Bura kert Franz, Schönau b. Neu- Titschein; Sturm Heinrich, Brünn; Trepesch Waldemar, Kleinaugezd; Schöffel Anton, Schöbritz; Gantner Josef und Schamfuß Erwin, Eulau; Schindler Robert. König Rudolf, Chimiak Teo, sitz; Ulbert Erich, Klutschkau: Demel Rudolf, Schirmdorf: Hanisch Anton, Kunnersdorf b.Zwikkau: Müller Karl, Krochwitz; Eichler Otto, Drakowa; Robek Franz u. Walter Ludwig, Kwitkau: Tesař Franz, Suchei; Triltsch Gustav, Wister schan. Holfeld Otto, Lohmüller Hans, sämtlich Nester< Schachnachrichten. Nach fast vierjähriger Unterbrechung wurde in Teplitz der Spielbetrieb wieder aufgenommen. An dem ausgeschriebenen Übungsturnier nehmen 21 Genossen teil. fast durchwegs neugeworbene Mitglieder des..Atus". Spielabende jeden Mittwoch im ,, Hotel Laurer". Masarykstraße, Spiel< leiter Gen. Nausch, technischer Leiter Gen. Herschmann. Eine weitere Schachsektion wurde durch Gen, Habl, Nestersitz, in Großpriesen ins Leben gerufen. Dieser dürfte bald auch in Kleinpriesen eine weitere Gründung folgen. In Kleinpriesen spielte Gen. Saslik, Pömerle, an 12 Brettern simultan mit dem guten Ergebnis: 9 gewonnen, 3 verloren. 6. Bezirk: Bezirksmeisterschaft. Die Ergebnisse der 5.- 7. Runde: Eulau gegen Krochwitz I. 5-3 Punkte für Eulau( Endstand); Tetschen gegen Rosawitz 5-3 Punkte für Tetschen: Seldnitz I. gegen Tetschen 4-4 Punkte, unentschieden; Eulau gegen Rosawitz 6-2 Punkte für Eulau; Tetschen gegen Bodenbach 4-3 Punkte für Tetschen: Rosawitz gegen Seldnitz II. 6-2 Punkte für Rosawitz; Tetschen gegen Eulau 5-3 Punkte für Tetschen; Krochwitz II. gegen Seldnitz II. 5%-2% Punkte für Krochwitz II.; Eulau gegen Bodenbach 5%-2% Punkte für Eulau; Krochwitz I. gegen Seldnitz I. 5-3 Punkte für Krochwitz I.; Krochwitz I, gegen Bodenbach 6½- 1 Punkte für Krochwitz I.; Krochwitz II. gegen Krochwitz I. 0-8 Punkte für Krochwitz I. In der Calle Robador in Barcelona gibt es ein kleines Café- Restaurant, in dem allnächtlich, von Mitternacht an, Leute aus dem Volke als Sänger auftreten. Sie singen mit Gefühl und artistischen Rafinessen, halten dabei dicke Ringe aus falschem Gold mit Haselnußgroßen ,, Hochwürdigster Herr Pfarrer, ist es nicht Brillanten vor den Magen und sind furchtbar unmenschlich, einen Nebenmenschen und Bruder glücklich, als Gegengewicht gegen ihr langwei- wegen anderer Gesinnung niederzuschießen?" liges, fleines tägliches Gewerbedasein in der Schusterwerkstatt oder im Gemüseladen, nachts bor die menschlichen! Im Buch der Bücher 2. Seldnitz I. 5% Siege, 37% Punkte, 81%%; 3. bon herzhaft applaudierendem Publikum dankbar und begeistert gefeiert zu werden. Außer ben Gevattern Schneider und Bäcker, die da im Sonntagswams ihr Lied singen, rezitieren, aber ,, Lieber Sohn, die göttlichen Geseze gehen Endstand: Bezirksmeister wurde Sektion Krochwitz I. 1. Krochwitz I. 5% Siege, 39 Punkte, 83%% steht zu lesen: Und Kain erschlug seinen Bru- Tetschen 5 Siege, 36% Punkte, 76%%; 4. Eulau der Abel!' und wieder an einer anderen Stelle 5 Siege, 33 Punkte, 73%; 5. Rosawitz 4 Siege, 32 heißt es:.So gehe ich hin und tue desgleichen!'" Punkte. 60%; 6. Bodenbach 2 Siege, 23 Punkte, ( ,, Eulenspiegel", 1850). 39%; 7. Krochwitz II, 1 Sieg, 13 Punkte, 21%; 8. Seldnitz II, 0 Sieg. 9 Punkte, 9%..