BUNTE WELT Nr. 23 F. Brett- Young: Unterhaltungsbeilage Ein herrlicher Tag 1936 Heute schien es, als ob G. G. Sullivan das, ziehungsperiode sozialen Tafts. Er war Meister linge!" ,, Sagen Sie 15, und wir teilen die Glück lächelte. Seit vierzehn Tagen ohne Be- harmlos scheinender Ausflüchte. Nur hatte er Differenz." ,, Gemacht, Ihnen zuliebe." Woschäftigung, hatte er aber auch nicht einen leider in Sarah eine ebenbürtige Partnerin. Benny, um ein Sportblatt zu kaufen, geschweige Seit dieser kleinen Ungenauigkeit er redete einen Trunk. Und da Sarah, seine Frau, auf ihr ein, 1000 Pfund Ersparnisse zu besitzen, seiner Brille saß, war es ihm auch versagt, im aber es waren bloß 700-( was an ihrem Almanach zu lesen. Es goß draußen in Strö- Hochzeitstage an den Tag fam) begegnete men. Und er hatte seinen Ueberzieher versetzt. sie ihm mit Mißtrauen... Erst auf der Treppe Und gerade heute war der Tag des Epsom tam ihm Erleuchtung. Er blieb stehen, nahm den Spring Handicap, von dem er, von allen Syste hintern Kragenknopf aus seinem Hemd, ließ ihn men abgesehen, mit totsicherer Bestimmtheit in die Westentasche gleiten und betrat das Haus. wußte, daß ein absoluter Outsider, der Ruddi-| ,, Natürlich, naß bis auf die Knochen. Jetzt gore hieß, gewinnen würde. Er hätte darauf brauchst du mich zum Kleider trocknen, wie?" sein letztes Hemd geivettet, wenn er es nicht am Leibe gehabt hätte.( Die übrigen waren im Versazamt.) Und jetzt war noch Sarah mit dem linken Fuß aufgestanden und benügte ihre Stimmung, ihm seine Verbrechen der lezten fünf Jahre vorzuhalten. Da hieß es nur schleunigste Flucht. Nun aber ist's genug. Ich geh!" ,, Was du nicht sagst! Es regnet ein bißchen", höhnte sie.-., Besser, als dein Gefeif anzuhören!" Es war nicht nur naß, es war auch höllisch kalt. Er schlug den Kragen hoch und schürfte über das glitschige Pflaster. Mit jedem Schritt drückte er das Wasser im Schuh nieder. Wenn ihm der Barbier nur wieder mal einen Lappen borgie, um auf Ruddigore zu setzen! bei er schon die Geldnote herausnahm. Sullivan lief zum Barbier. ,, Will nur schnell meine Schuld abzahlen, und' n bißchen rasieren tät auch not", sagte er mit der Gelassenheit, die er gelegentlich hervorzukehren verstand. Er ließ sich im Stuhl nieder. Schon lange hatte er nicht in solchem Lurus geschwvelgt, dachte er, als er über sein glattes Kinn strich. ,, Was ist's", warf er hin ,,, mit Ruddigore für das Zwei- Uhr- Rennen, Mr. Harris", fragte er dem Barbier zublinzelnd. ,, Ruddigore? Nicht die geringste Chance. Keine Spur!" ,, Wie hoch können Sie gehen?" fragte Sullivan noch gleichgültiger, Der Barbier sah in die Zeitung. Es wird mit Fünfzig angeboten. Ich geb Ihnen vierzig zu eins." ,, Gemacht", sagte Sullivan. Zwanzig Pfund für zehn Schillinge." ,, Sagen Sie mal, wissen Sie was?" fragte der Barbier argwöhnisch.„ Gar nichts", antwortete Sullivan wahrheitsgemäß. Aber wenn mich so eine Laune packt, muß ich nachgeben. So'n Mensch bin ich." ,, Na, na, Launen kosten Geld", lachte der Barbier, während er die zehn Schillinge einsteckte und Sullivan eine Bestätigung darüber einhändigte. " ... Hast du irgendwo meinen Kragenknopf gesehen?" sagte Sullivan, ihren Ausbruch nicht beachtend. ,, Nein."- ,, Er muß unters Bett gerollt sein", ivarf er listig hin." Such dir'n selber gefälligst." Mit der Miene beleidigter Würde betrat er das Gemach. Die Geräusche des Kniens, Keuchens, Seufzens, glänzend inszeniert, waren ihr eine Wohltat. Mit einem Griff faßte er den Schirm, 30g ihn hervor, entledigte ihn der Hülle und ließ den Schirm in sein rechtes Hosenbein gleiten. Der Kragen blieb absichtlich ungeknöpft. So fam er ins Wohnzimmer zurück... etwas behindert beim Gehen... ,, Gefunden", sagte er ,,, unterm Bett, wo ich ihn vermutete." Was hast du am Mit dem Rest seiner 15 Schillinge suchte Fuß?" sagte sie scharf. Rheumatisch", ant- Sullivan sein Stammwvirtshaus auf. Endlich wortete er schnell. Rheumatisch? Oder vom wieder einmal die Spannung eines beträchtRuddigore... Ruddigore... wie dieser Pfevdename saß! Wie ein Fingerzeig. Er Trinken, meinst nicht?" Mit der Miene dessen, lichen Spiels. Er war ganz erhitzt. Zwanzig kämpfte sich durch das Hundewetter und stand der solch eine Beleidigung jeder Antwort für Pfund, drei Monate Verdienst! Sarrah vergaßz plöglich vor einer Anschlagsäule, deren Plakat unwürdig hält, entwischte er, mühselig Schritt er ganz. Kaufte eine Bigarre, sehr verschieden er jogar ohne Augenglas lesen konnte, so groß für Schritt die Treppe herab. Sein Herz zit- ienen Havannas, die er sich als Kammerdiener waren die Lettern. Durch den Regennebel schlug terte im Triumph. Nicht die List seines Kunst- auszuborgen pflegte. Die guten alten Zeiten! ihm förmlich entgegen: Ruddigore. Dann dar- griffs allein, er hatte Sarah überlistet! Einmal Sie schienen sich zu erneuern. Ruddigore.. Er unter: Gilbert... Gilbert... Sullivan.( Sein auf der Straße, zog er den Schirm aus dem trant drei Seideln und wartete auf das Erschei= Name!!) Er stand da, wie versteinert und Hoſenbein und versteckte ihn unter seinem Rock. nen des Sportberichts. Endlich! Verflucht mit traute seinen Augen nicht. Das Rückgrat hin- So kam er zum Pfandleiher..... Behn Schil- dem Augenglas! Aber der Wirt las vor:„ Nach Schluß des Blattes: 2 Uhr. Epsom Spring unter rieselte der Regen. Träumte er? War er Handicap. Erster Ruddigore..." ,, Wie stehen verrückt? Ruddigore Gilbert Sullivan.. die Wetten?" fragte Sullivan. ,, Fünfzig zu Mr. Sullivan waren die Operetten von Gilbert eins." Na da hab ichs ja mit 40 ganz gut ge= und Sullivan spanische Dörfer. Ueberdies war macht? Wieviel?"" Zehn Schillinge." Und mit er Schotte und abergläubisch. Hier auf dem Angroßartiger Geste zeigte er ihm den Wettenschlagzettel dieser Operetten- Wandertruppe sah Bettel.„ Behn Schillinge? Das bedeutet also 20 er rot auf weiß die überzeugende Bestätigung seines Sportinstinkts. Ruddigo wird gewinnen. Pfund Sind Sie aber zu beneiden!" Er erhitzte sich immer mehr... Ja aber, was tun? Höchstens in seine tahle Wohnung gehen, aus der allmählich jedes annehmbare Stück von diesem Drachen Sarah versteckt ward... und, Herrgott, am liebsten das Bett berseben, brächt ich's nur ungesehen aus dem Haus!" Aber Sarah mangelte jeglicher sportliche Instinkt, leider. Da, bligartig, fiel ihm ihr Regenschirm ein. Verschmitt funfelten seine Aeuglein. Diesem Regenschirm, der mit ihr verwachsenste all ihrer Besitztümer( von ihrer einstigen Gnädigen testamentarisch vermacht), war schon so mancher habgierige Blick Sullivans begegnet, aber stets war er doch davor zurückgeschreckt, ihn zu berühren. Er war rein ihr Augapfel. Sarah verwahrte ihn, in Seidenpapier gewickelt, unter ihren Betten. Wie aber, ohne ihren Argwohn zu erregen, zu ihm gelangen? Umsonst war Sullivan nicht Diener in Herrschaftshäusern gewesen. Sein Leben war eine einzige lange ErGruß der Heimat Mr. Sullivans Herz hüpfte. Er überlegte. Am Mittwoch wurde der Barbierladen um zwei Uhr geschlossen und erst des Abends wieder für den Tabakverkauf geöffnet. Er konnte demnach seinen Gewinn nicht vor dem Abend einfassieren. Dies sagte er dem Wirt. ,, Momentan bin ich etwas knapp bei Kassa. Würden Sie mir viels leicht bis zum Abend zwei Pfund leihen?" ,, Aber gern", meinte dieser entgegenkommend. Mr. Sullivan trant auf sein Wohl zur Feier des Ereignisses. Fürchte dich nicht, es kann dir nichts geschehn: Goldne Sonne steigt ewig empor, segnet die Heimat, die dich verlor, magst du auch fern von ihr untergehn. Fürchte dich nicht, sie ist ja so schön! Lächle, Fremder, noch glücklich im Web! Donautal, Schwarzwald, der Bodensee, Alpengipfel, umweht vom Föhn, und die herrlichen Hänge am Rhein! Ist sie auch weit, noch frendig im Schmerz trägst du die Heimat doch heiß im Herz. Fürchte dich nicht, sie bleibt immer dein! Fürchte dich nicht, es wird alles gut: beine Erinnerung ist nicht verbannt, Selbst die Natur hatte Ruddigores Sieg zu tausendfach lebst du in deinem Land, Ehren ihr Gesicht geändert. Der gräßliche Frühschürst seine Zukunft mit deiner Glut. regen war einer sommerlichen Sonne gewichen. Ein starker Föhn hatte das Pflaster schnell ge= Fürchte dich nicht, es kann nichts geschehn: trocknet. Die verhaltene Wirtshausluft dämpfte Höre, wie flüsternd die Heimat spricht Sullivans triefende Kleider und Stiefel. Den und dann siehst du ihr junges Geficht! gleichen Dienst hatte das Bier seinem Geist er= Magst du auch Deutschland nicht wiederfehn... wiesen. Er war ein glücklicher Mensch. In dieMax Herb. ser wonnigen Sportmannsstimmung traf er bei -2" den Wagen, und gab dem Kutscher ihre Haus-| prallte sie ins Wohnzimmer zurück. Atemlos: adresse an. ,, Sehr wohl, Sir." ,, Mein Regenschirm! Wo hast du meinen Res genschirm hingetan?" Aus dem vor einer Stunde noch zärtlich- weichem Geschöpf war eine Tigerin geworden. ,, Du... du hast ihn geder nommen", und sie brach in hysterisches Schluchzen aus. Verfluchter Regenschirm, solche Ge schichten zu machen! Was ist ein Regenschirm im Vergleich zu meinen zivanzig Pfund, ha?" Er riß sie herum, schüttelte sie, und das tat gut. Sie hörte tatsächlich zu flennen auf. Sofort lenkte auch er ein: ,, Schau, Sarah, war es nicht ein herrlicher Tag? Verdirb mir doch nicht die Freude daran.... In diesem Augenblick brachen zwei Sturzbäche los. Der erste von einem Hagelsturm, der, den Himmel in Dämmer hüllend, niederstieg und sie im offenen Wagen jäh durchtränkte zweite, nicht minder heftige aus Sarahs Wutlippen. Belämmert sentte Sullivan den Kopf gegen beide. In seiner Weise war jeder von ihnen gänzlich widerstandslos. Nassen Ratten gleich fletterten sie die Stufen hinauf um wirbelt noch von den Schleusen der Zunge Sarahs. " Sarah ein. Erschreckt wich sie zurück: Du kommst aus der Kneipe!" ,, Ich? Ha, ich trinken! Nimm dein bestes Kleid, Sarah, und hinaus! Wir wollen uns einen guten Tag machen!" ,, Red keine Dummheiten und schlaf lieber deinen Rausch aus, Gilbert!" Da nahm er sie in die Arme, drückte ihr schmaßend einen Kuß auf den Mund. Sullivan", sagte sie ,,, wenn du nicht besoffen bist, so ist' ne Schraube los. Was heißt alles das?" ,, Ruddigore! Ein richtiger Coup( er sagte Coop) Sarah, ein Viechsglück! Vierzig zu eins... zwanzig Pfund! Jezt aber allez! Den Hut auf! Wir machen eine Ausfahrt, so sei doch nur ein bißchen sportsmännisch, Warum er nicht das Geld vorher einSarahchen!" Von seinem glückseligen Ge- tassierte. Weshalb er nicht die Polizei anteleplauder angesteckt, zog sie endlich doch ihren phonierte? Warum er nicht den Verstand hatte, Sonntagsstaat an. Sullivan war verliebter sich um die Adresse zu erkundigen?" Aber Laune, was seine Umarmungen bewiesen. Sie bitte sehr, tu du's gefälligst in dem Guß, wenn wehrte keusch ab. Seinen Arm um ihre Taille du neugierig bist", herrschte er sie an. Sofort stiegen sie zärtlich die Treppen hinab. Seit ihren drückte sie entschlossen ihren Hut wieder in die Flitterwochen hatte sie ihn nicht mehr so gesehen. Stirn und schoß ins Schlafzimmer. Sullivan Am Treppenabsatz blieb sie mit einem Ruck schivante was! Das Aergste stand noch zuvor: stehen.„ Ich hab meinen Regenschirm ver- ,, Wie Gott will, ich halt still", sagte er zu sich gessen!" ,, Wozu, ich bitte dich! Es scheint die resigniert. Einem heftigen Windstoß gleich helle Sonne!" ,, Der ist ja auch gegen Sonne", sagte Sarah und wollte zurück. Aber laß das doch und komm!" Er ficherte.„ Plem plem, Gilbert?" Aber Sarah stimmte ein, wenn sie auch nicht wußte, warum sie lachten... Also direkt wie in alten Zeiten! Welch eine Figur von einem Mann. Er war Jemand! Schon die Art, wie er einen Wagen herbeizitierte. Wie der Kutscher devot den Hut lüftete und Sir" sagte. Was macht dein Rheumatismus, Lieber?" säufelte fie. Erneuter Lachausbruch. Er ließ sich in eins der Wirtshäuser der Vorstadt fahren, das einem alten Kollegen, auch gewesener Kammerdiener, gehörte, der Sullivan lärmend empfing. Sullivan lud ihn zu einem Whisky zu Ehren des Tages ein. Die beiden Frauen tranken Bortwein. Sie verbrachten einen außerordentlich gelungenen Nachmittag miteinander und brachen spät erst auf, nicht ohne noch zwei Bouteillen in den Wagen mitzunehmen, die sie sehr schnell leerten. Auf dem Rückweg war Sullivans Haltung womöglich noch würdiger. Seine vornehme Ruhe wiewohl zum größten Teil die Folge großer Schläfrigkeit stand im starken Gegensatz zu Sarahs beschivingt- feuriger Stimmung. Es war das natürliche Ergebnis dieses herrlichen Tages. Rührselig, friedvoll, sanfterregt faßen sie festaneinandergepreßt. Dort halten Sie, Kutscher, einen Augenblick." Jawohl, " " Sir." Der Wagen bog um die Ecke. Sullivan stieg aus. Kaum war Sarah allein, stieg auch schon eine Ahnung in ihr auf, da stimme etwas nicht. Nicht nur, daß das Geschäftchen geschlossen war, waren auch die Fensterladen herabgelassen. Er spähte durch die Rizzen. Nicht ein Schimmer. Er trommelte an die Tür. Niemand antwortete. Sie war verschlossen, und von außen mit einem Vorhängeschloß bersperrt. Als er das sah, befam er einen roten Kopf. Beunruhigend das! Heftig klopfte er an die Nachbartür. ,, Wer da?" brummte eine Stimme. ,, Bei Mr. Harris, dem Barbier, sind die Läden zu," sagte Sullivan höflich. ,, Könnten Sie mir nicht sagen wo er ist?" ,, Ja, gewiß, das kann ich. Er ist nach London gefahren, woher er stammt. Etwas über Hals und Kopf und kehrt nicht mehr zurück. Sein Geschäft hat er verkauft. Mein Sohn nämlich hat es von ihm erstanden. Wollten Sie was?" ,, Ne... nein, nein, nichts, danke... Aufgesessen! Zwanzig Pfund... und mehr als zwei davon bereits futsch abgesehen von den zehn Schillingen Einsatz! Ob er nur genug für den Kutscher hatte? Und wenn nur Sarah nicht die volle Bedeutung dieser vertraften Geschichte erriet! In fabelhaft beherrschter Gefaßtheit die Erbschaft einer Reihe Dienstjahre in Herrschaftshäusern- stieg er wieder zu ihr in " ,, Aber ich will meinen Regenschirm...." beharrte sie jammernd. Mit Vernunftgründen war dieser Frau nicht beizukommen. Unsportlich und undankbar, im höchsten Grad. ,, Wenn du darauf durchaus bestehst, na gut, dann kannst du ihn wieder haben," ich aber gehe schlafen, ich bin müde." Und mit großartiger Geste ließ er einen regendurchweichten Pfandschein in ihre ausgestreckte Rechte gleiten. ( Deutsch von Alice Steiner.) Die albanische Professur Von Willy Meyer- Honrath ,, Was heißt Kiost auf Türkisch?" ,, Kioff!" ,, Und Helmet Kataif?"( Türkische Mehl,, Hetmet Kataif!" Und Fes?" ..Fes!" ,, Und Stambul?" ,, Stambul!" Mit einem griechischen Freunde, der seine| fisch, wenn Sie diese Sprache fennen", erwidert Studien in Heidelberg betrieben hat, fizze ich in gekränkt der Biedere. einer kleinen Taverne an der Peripherie Athens. Am Nebentisch poltern lärmend drei Menschen auf politische Weise: Ein Royalist, ein Veniselist und ein Bauernparteiler können ihre politi- speise). schen Ansichten nicht auf einen Nenner bringen. Am wildesten führt sich der Royalist auf, augenscheinlich Maurer von Beruf, denn der Mörtel hängt ihm noch an Hose, Müße und in den Augenbrauen. Seine beiden Gegner schweigen schließlich erschöpft. Es wird still am Nebentisch. Aber der monarchistische Kampfhahn scheint noch keineswegs gesonnen, sich dem Schweigen zu ergeben. Er hält nach neuen Opfern Umschau und horcht nach unserem Tisch hin, bestimmt mit der Absicht, sich bei passender Gelegenheit in unser Gespräch einzuschalten. Aber zu seinem offenfichtlichen Leidwesen sprechen wir eine Sprache, die er nicht versteht. Man sieht ihm an, wie er troßdem nach einer Gelegenheit angelt, in unsere Unterhaltung einzubrechen. nd richtig, mit einem gewinnenden Lächeln wendet er sich alsLächel bald an mich. stehe awar leider nicht, was Sie reden, aber ,, Entschuldigen Sie, mein Herr, ich verdoch weiß ich, was für eine Sprache Sie sprechen." ,, So?" erwiderte ich erstaunt. Welche denn?" ., Albanisch", sagt er triumphierend. bekommen haben! Sie sprechen wohl mehrere ,, Das ist ja prächtig, wie Sie das herausSprachen?" sogleich mit seinem Stuhl näher an unseren Ei freilich", antwortete er stolz und rückt Tisch heran.„ Englisch, Französisch und Türfisch." bekommen, sich soviele Sprachen anzueignen?" ,, Fabelhaft! Aber wie haben Sie es fertig ,,, ich war während des Krieges in Salo nifi, und da gab es Franzosen und Engländer genug, von denen man lernen konnte, wenn man flug und wißig genug war. Und Türkisch spreche ich von meiner Kindheit an." ,, Nanu", tut mein Freund sveifelnd ,,, das ist aber recht merkwürdig. Ich frage Dich, was das alles auf Türkisch heißt, und Du gibst mir auf Griechisch Antwort. Und da willst Du uns bormachen, daß das Türkisch sei. Du flunkerst so dreist wie schlecht, alter Schelm!" ,, Nein, ich flunkere nicht", braust er auf. Was kann ich dafür, daß es so heißt?" ,, Na, und wie heißt Sultan auf Türkisch?" Einen Augenblick zögert der Brave. Man sieht ihm an, daß ihm das Wort ,, Sultan" auf der Zunge liegt, aber er besinnt sich. ,, Sultan, das heißt auf Türkisch Abdul Hamid" erwidert er. ,, Sehen Sie jetzt ein, daß der Herr doch Türkisch kann?" mische ich mich ein. ,, Ja, jetzt glaube ich es. Aber höre, lieber Freund, das ist ja ganz phänomenal, wie Du die Sprachen beherrschst! Du bist Maurer, wie ich sehe, und da steckst Du doch in einem ganz falschen Beruf!" ,, Was soll man machen", seufzt er auf. ,, Hier bei uns, wo alle Leute so superflug und gescheit sind, verschimmeln eben die Talente." ,, Leider," bekräftigt mein Freund. ,, Aber sagen Sie, Herr Doktor", wendet er sich an mich, ,, hätten Sie in Albanien nicht eine passende Verwendung für diesen Sprachkünstler?" ,, Das käme darauf an. Wir haben in Tirana noch keinen Lehrstuhl für vergleichende Sprachwissenschaft. Vielleicht..." Hättest Du nicht Lust, als Professor nach Tirana zu gehen?" " ,, Was hätte ich denn da zu machen?" ,, Fließend?" forscht mein Freund. Akurat dasselbe, was Du eben gemacht ,, Absolut fließend! Ich möchte sagen, besser hast", lächelt mein Freund. ,, Du erzählst den als meine Muttersprache." albanischen Studenten das gleiche, was Du uns Wie ist das möglich? Das flingt ja un vorgetragen hast." glaublich!" ,, Bitte, fragen Sie mich doch was auf Tür,, Aber ich möchte doch lieber nicht." ,, Warum denn nicht?" 3 ,, Leider kenne ich mich nicht so recht im lenkte ich ein.„ Aber Südalbanisch. Und da ich Lesen und Schreiben aus. Ich bin nämlich aus dem Norden bin, aus Stutari, ist die Bere Liebe und Prozente Agrammatos." ,, Das macht gar nichts! Nicht wahr, Herr Doktor? Du hast weiter nichts zu tun, als vor= dann schon die Studenten." ständigung nicht so einfach. Es gibt da zuviele Dialekte." ,, So!" brauste der Professor" auf. ,, Jezt Stizze von Olaf Barron Nervös verglich der Südamerikaner seine zutragen. Das Resen und Schreiben beforgen ist es heraus! Nur einen Dialekt sprichst Du! Armbanduhr mit der Normaluhr in der PortierHabe ich mir doch gleich gedacht, daß Du Prahl- Schon eine viertel Stunde über die vereinbarte loge des feudalen Mammut- Grand- Hotels. hans nur ein ungebildeter Bauer bist!" Zeit, merkwürdig. Scheint nicht zu kommen, nera Fast wäre es zu einer Rauferei gekommen. venaufpeitschend, solche Ungewißheit. Wir schlichteten den aufteimenden Streit noch gerade rechtzeitig. ,, Ach, ich geniere mich. Ich habe noch nie in einer größeren Versammlung gesprochen. Ich glaube, ich kriege das überhaupt nicht fertig. Ich werde zu stottern anfangen, und die jungen Herren Studenten werden mich auslachen." Und ,, Was heißt große Versammlung? was Stottern?" schreit mein Freund. ,, Hast Du vorhin gestottert, als Du mit uns sprachst? Ich habe nichts davon gemerkt." Ja, aber..." ,, Was aber? Immer noch aber?" ,, Nun ja, was werden sie mir in Tirana schon für meine Weisheit zahlen?" ,, Was sie zahlen werden? Weniger als zwanzigtausend Drachmen können sie Dir faum anbieten." ,, Im Jahre?" Im Monat, Du Dummkopf!" doch * Noch oft hat sich unser Sprachkünstler bei mir nach seiner Professur erkundigt. Ich habe Mühe gehabt, ihm beizubringen, daß die augen blicklichen Zustände in Albanien, vor allem der vorherrschende italienische Einfluß, es vorläufig unmöglich machten, ihm zu seinem Lehrstuhl zu verhelfen. Der brave Ryan Norman Ryan war Kanadas berüchtigster Verbrecher: Räuber, Einbrecher, Fälscher und „ Was? Im Monat? Ist das wahr?" Er- länglichem Zuchthaus verurteilt. Zunächst war Mörder. Im Jahre 1913 wurde er zu lebensregt springt er vom Stuhl hoch. ,, Natürlich ist es wahr." Einige Augenblicke denkt der verblüffte Sprachkünstler nach. ,, Ja", sagt er dann, wenn dem so ist, dann kann ich die Arbeit selbstverständlich übernehmen." " Siehst Du?" triumphiert mein Freund. ,, Und nun halte Dich gut mit diesem Herrn hier, damit er ein gutes Wort für Dich beim König Joghu einlegt. Er ist nämlich weitschweifig mit ihm verwandt." ..Zavei Oka Wein, Kellner! Und Zubeiß auch! Was für Zigaretten rauchen Sie, Herr Doktor? Papastratos oder Karavassilis? Ich ziehe Barkas vor." ,, Frage nicht so dumm und bestelle lieber. Aber den Wein, den bezahlen wir. Du fannst den Imbiß beisteuern. Und Deine beiden Freunde sind natürlich auch eingeladen." Wir haben in dieser schönen, lanen Sommernacht gezecht, bis der Himmelswagen Apolls über den Kamm des Penteli fletterte. Als wir aufbrachen, nahm mich der Veniselist beiseite. Kyrie", raunte er mir zu,„ einen so herrlichen Abend habe ich noch nie erlebt, und noch nie habe ich so gelacht wie heute. Wir müssen unbedingt unsere Unterhaltung heute abend fortfeßen. Kommen Sie, ich bitte Sie! Ich lasse auch ein Lamm schlachten, und an gutem Wein soll es auch nicht fehlen. Daß dieser alte Knabe dumm ist, das weiß ich natürlich, denn wie könnte er sonst als Athener fein Demokrat sein. Daß er aber so einfältig ist, das hätte ich nie für möglich gehalten." * Wir trafen uns am gleichen Abend. Der ,, Professor" hatte für mich eine besondere Ueberraschung bereit. Er brachte seinen Nachbar mit, einen waschechten Albanier, damit ich mich mit ihm in ,, unserer Muttersprache" unterhalten fönnte. Kurz entschlossen redete ich den biederen Schkipetaren mit Holländisch an. Der antwortete erstaunt in seiner Sprache. Wir redeten eine Weile drauflos, ohne daß wir uns auch nur mit einem Wort verständigen konnten. Schließlich brach dem Albanier die Geduld. er weit davon entfernt, die Strafe mit christ organisierte er einige Mitgefangene und machte licher Resignation auf sich zu nehmen; vielmehr mit ihnen einen Ausbruch, der vollkommen glückte. Er wurde wieder eingefangen, und nun beschloß er, seine Freiheit auf diplomatischer und dazu noch legale Weise zu erlangen. Er wurde ein Mustergefangener und erwarb sich das Vertrauen der Gefängnisleitung. Seinen Mitfündern wurde er als gutes Beispiel vorgehalten. Im vergangenen Sommer wurde er mit dem Besuch des kanadischen Premierministers Bennett und anderer höherer Beamten beehrt. Sie tamen in seine Belle und ließen sich von ihm erzählen, wie, wieso, warum er sich gebessert habe und ein anständiger Mensch geworden sei. Die Herren waren von seinen Erklärungen befriedigt und sogar gerührt, und der brave Ryan wurde als gebessert entlassen. In der Freiheit wurde er zum Paradepferd derjenigen Kreise, die Sträflingsfürsorge mit mehr gutem Willen als guter Psychologie betreiben: der religiös eingestellten. Eine jener typisch angelsächsischen Reformbetvegungen, eine Organisation, die sich zur Aufgabe gesetzt hatte, das Verbrechen zu bekämpfen, und zwar nicht durch die Behebung seiner sozialen Ursachen, sondern durch rührsame Predigten an die Jugend beider Geschlechter, sandte ihn als Wanderredner durchs Land. Er erzählte den gespannt lauschenden Knaben und Mädchen im Heilsarmeeton, was für ein schlechter Mensch er gewesen sei, wie er sich nun gebessert habe und wie schön es sei, anständig zu sein; und seine Reden waren große Erfolge, denn die Jugend, für Romantik immer zu haben, sah sich natürlich mit Begeisterung den berühmten Verbrecher an. | Nun ja, eine Dame von Welt läßt sich nicht so schnell in ein Abenteuer ein, zumal ex sie eigentlich nur durch die liebenswürdige Vere mittlung des Empfangschefs( diese Vermitte lung fostete einen diskret zugesteckten Zehn Dollar- Schein) kennenlernte. ,, Diese verfl.... Europäerinnen", flucht Senor Lupe de Alamor für sich und zerdrückt ärgerlich die siebzehnte nur halb gerauchte Zigarette. Plötzlich steht sie vor ihm, sie kam von der Seite, ohne daß er ihr Kommen bemerkte. Lächelnd reichte sie ihm ihre gepflegte Hand ents Alamor, um einen Handfuß auf die zierliche, gegen, wuchtig und massiv erhebt sich Senor de mit einem wunderbaren Brillanten geschmückte Wildenburg, sieht heute abend berückend aus, Hand zu drücken. Sie, die Gräfin Eleonore von ein herrliches Abendkleid fließt an ihrem gras Hand hält sie lose ein Abendcape zusammen. zilen Körper herunter, mit der einen freien Tiefschwarze Haare umrahmen ihr madonnens haft schönes Gesicht. Senor de Alamor glaubt, nie eine schönere Frau zivischen Südamerika und Europa getroffen zu haben.( Er gedachte rasch seiner kleinen, fetten Senorita daheim und stellte unlogische Vergleiche.) Diese Frau war tatsächlich auch ein kostspieliges Abenteuer wert. Senor de Alamor hilft der Gräfin in sei nen Wagen. ,, Und wohin wünscht der spanische Grande mich zu führen", frägt ihn schelmisch die Gräfin. ,, Gnädigste, wollen Sie nicht einen Vors schlag machen, wo Sie sich wohl fühlen, ich bin hier ja fremd und möchte Ihnen daher die Wahl überlassen." ,, Gern, recht gern. Fahren wir in die Hollywood- Bar, dort sieht man ein her= vorragendes Programm, trifft gutes Publikum, ißt ausgezeichnet, es ist eben ein Lokal der fashionablen Gesellschaft." Der Abend verstrich wirklich recht amüsant, es folgen ihnen noch einige nicht minder unterhaltende, der Unternehmer der Hollywood- Bar hat an dem Ausländer aus Uebersee folossal verdient. Doch leider fam Senor de Alamor bei der Gräfin nicht weiter, als eben zu diesen Abenden in der Bar, man speiste, man trant, man aß, der temperamentvolle Südamerikaner mußte sich mit der Gesellschaft der schönen Frau begnügen. Dies ging acht Abende so, bis zum Tage der Abreise Senor de Alamors. Am neunten Tage erschien die Gräfin im Mammuth- GrandHotel, um mit dem Empfangschef zu sprechen. ,, Also das, mein Lieber, war mal wieder ein anständiger Kavalier in diesen Zeiten", empfing fie ihn.., Durchschnittlich 180 Franc pro Abend Zeche, macht zusammen 1440 Frane. Habe eben die 20 Prozent vom Chef der Bar bekommen, hier ist nun Ihr Anteil, 10 Prozent, 144 Franc. Ist übrigens wieder irgendein Ausländer, bei dem es sich lohnt, angekommen?" Am 23. Mai 1936 passierte dem braven Ryan aber ein peinliches Mißgeschick: er wurde samt einem Kameraden erschossen, als sie eine Schnapsschenke ausrauben wollten. Schon hat ten sie dreißig anwesende Kunden mit vorgehaltenen Revolvern gezivungen, sich an der ,, Ja, seit drei Tagen, Fräulein Gartner Wand aufzureihen und stillzuhalten; da kam( alias Gräfin)", bedeutet ihr der Empfangs die Polizei und störte das Idyll. Es gab eine chef geheimnisvoll ,,, weilt ein unermeßlich reis fleine Schießerei, und mit dem braven Ryan cher chinesischer Mandarin bei uns, der Sie war es aus. In seiner Garage fanden die Be- brennend gern kennen lernen möchte und mich amten die vollständige Ausrüstung eines Geld- schon quält, ob ich ihn nicht mit dieser..berrschrankknackers, und bei den weiteren Nachfor- lichen weißen Blume gleich der silbernen Mond schungen stellte sich heraus, daß Ryan, der tags= sichel" bekannt machen könnte." über durch herzbewegende Reden die Jugend vor der Verbrecherlaufbahn warnte, nachts eine ,, Natürlich spricht dieser Herr Albanisch", erfolgreiche Verbrecherbande leitete. M. B. ., Was dieser Herr hier spricht, verstehe ich einfach nicht", sagte er achselzuckend. ,, Wieso?" fuhr ihn wütend der ,, Professor" ,, Am Ende bist Du gar kein Albanier und haft mir nur was vorgeflunkert." an. ... Ich kein Albanier?" schrie zornbebend der Schfipetare. ,, Ich bin qus Santi Quaranta. Geboren dort und aufgewachsen auch." Nun selbstredend, aber unauffällig wie immer. Ueberhaupt, die Egoten sind mir und auch der Hollywood- Baar am liebsten." 4Schach- Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32, Post Modlan bei Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 284. Von S. S. Lewmann, Moskau. ( Xadres Brasil, 1936.) Schwarz: Ke5, Dd4, Tf4, Lf5, Sb4, Bd6, d7.( 7) abcdefgh 8 7 1 2 3 6 Copyright P. 1. B. Box 6 Copenhagen 5 4 3 2 8 7 6 5 4 B 2 Boxxxxxx 4 5 Adamson und die Pfefferbüchse Naturwissenschaftliche Kurzberichte Von E. Aldt Hormone auch bei Insekten nachgewiesen Daß die Lebens- und Entwicklungsbor gänge nicht nur bei Mensch und Wirbeltieren, sondern auch bei niederen Tieren hormonal geregelt werden, hatte man längst vermutet. Jetzt haben zwei Forſcher, unabhängig von einander, durch interessante Experimente den Nachweis erbracht, daß es sich wirklich so verhält. Die Versuche beziehen sich auf Insekten. Der eine der beiden Forscher arbeitete mit einer blut saugenden tropischen Wanzenart, der andere mit Larven der blauen Schmeißfliege. Es hat ch gezeigt, daß zur Larvenentwicklung und zur Geschlechtsreife der Tiere ein Stoff unerläßlich nottvendig ist, der von einer nahe dem Gehirn gelegenen innerjefretorischen Drüse produziert und ins Blut abgegeben wird. 6 225 XXXXXXXDOOOG a b C d e f He h Weiß: Kb1, Dh2, Tel, h6. Lb2, g8, Sc3, e4, Bd5, g4.( 10) Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Lösungszug zu Nr. 281: Te7- e4! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Schöffel Anton, Schöbritz; Tepper Franz, Karlsbad; Sturm Heinrich, Brünn; Proch Anton, Tiere an den Schnittflächen vereinigt. Verbin- Predlitz: Nitsch Rosa, Trupschitz; Schladnich det man auf diese Weise ein Tier vor der Bruno, Türmitz; Richter Karl, Politz a. E.; Dinnebier Emil, Tetschen; Dreßler Rudolf, Vlašim 5. Häutung mit einem jüngeren Tier, so zeigt( Sanatorium); Geißler Josef u. Havel Franz, sich eine deutliche Beeinflussung der jüngeren Modlan; Bittner Richard, Kleinauezd; Habl ErLarve, welche nun„ frühreif" wird und Merk- ler Hans, Holfeld Otto, König Anton, Chimiak win, Schindler Robert, Freundl Anton, Lohmülmale bekommt, die normalerweise nur das Ge- Teo, sämtlich Nestersitz; Eichler Otto, Drakowa; schlechtstier hat. Wanzenweibchen, denen man Hyna Josef, Hostomitz; Tesař Franz, Suchei; Triltsch Gustav, Wisterschan: Müller Karl, die das Hormon liefernde Drüse entfernte, Tegen Krochwitz; Strache Rudolf, Großpriesen. feine Eier mehr. Spritzt man ihnen nun aber Blut von einem normalen Weibchen ein, so sind sie wieder instand gesezt, Eier zu produzieren. Die Versuche mit den Fliegenlarven our den in ganz anderer Weise vorgenommen. Durch Abschnürung bestimmter Körperteile wurde die Hormonzufuhr nach diesen unterbunden und es zeigte sich dann, daß die betreffenden Körpersegmente den Vorgang der Verpuppung nicht mitmachen konnten. Erst nach Einspritzung von hormonhaltigem Larvenblut konnten sie sich nachträglich noch verpuppen. Diese Versuche scheinen für eine ausschlaggebende Rolle der Hormontvirfung bei Wachstum, Metamorphose, Geschlechtsreife und Vermehrung zu sprechen. Morgensterniade ( Monolog eines Hundes zur neuesten Verordnung.) Wanzen machen bekanntlich keine vollstän bige Verwandlung durch. Die jungen Tiere ähneln den alten schon weitgehend, doch fehlen ihnen bis zur 5. Häutung die Geschlechtsorgane. Erst nach dieser Testen Häutung sind die Tiere feine Larven mehr, sondern fertige, fortpflan zungsfähige Wanzen. Man fand nun, daß es für die einzelnen Häutungen in einer bestimm Die Besizer von Hunden in Belgrad sind ten Zeit nach der letzten Blutmahlzeit eine„ fri- über einen Erlaß des Magistrats, wonach Hunde tische Periode" gibt. Erst wenn diese überstan- in Wohnungen, auf Höfen, Straßen und Plätden ist, kann die Häutung eintreten. Merkivürzen nach neun Uhr abends nicht bellen dürfen digerweise können die Tiere selbst dann noch zur Häutung schreiten, wenn man ihnen den Kopf abgeschnitten hat, vorausgesetzt, daß das Köpfen nach der kritischen Periode erfolgt ist. Hat man es vorher vorgenommen, so unterbleibt der Hautwechsel. Wenn man aber diesem kopflofen Tier das Blut eines Tieres einspritzt, das die kritische Periode bereits überstanden hat, in dessen Blut also das zur Häutung notwendige Hormon freist, so erfolgt die Häutung dennoch. In einem anderen Erperiment wurden Tiere verschiedenen Alters geköpft und die kopflosen erregt". ( Beitungsnotiz) Bell' ich in Belgrad? Oder bell' ich nicht in Belgrad? Bell' ich vor neun grab'? Oder nach neun grad'? Bell' ich grad' oder ungrad'? Ju Belgrad? Nicht in Belgrad? Grad' in Belgrad? Bell' grad', bell' grad', bell' grab'! Plagiator. Kreismeisterschaft. In der Elbegruppe gelangten am 24. Mai die Spiele Warnsdorf gegen Seldnitz in Böhm.- Kamnitz und Kleische gegen Krochwitz in Nestersitz zur Austragung. Beide Spiele endete Kampfrichter waren in Böhm.- Kamnitz Gen. Ahne. in Nestersitz Punkten für die Erstgenannten. Gen. Habl. Nachstehend die Ergebnisse: In Böhm.- Kamnitz: Warnsdorf Brett 1 Pik Ant. 99 2 Warzel Tschinkel Dowiasch Hellm. Hübel Dowiasch Rud. Seldnitz 1: 0 : 43 3 4 Skrbek 1: 0 Hausner 0: 1 92 5 Pilz Rud. 1: 0 Weber 23 6 Riedl 1: 0 Redlich 99 7 Feicht " 8 unbesetzt " 1: 0 Jüstel 0: 1 Deutschmann Ergebnis: 5%: 2% für Warnsdorf In Nestersitz: Kleische Brett 1 Aron Dubický J. 2 Guth 9 9 3 Repka " 4 5 Wendler 27 93 7 Schulz " 8 Hübler 6 Dubitsky H. Krochwitz 12: Jelinek 12:12 Heyer 1: 0 Günther Müller %: 0: 1 Wenzel 1: 0 Eckert 1: 0 unbesetzt 1: 0 " Ergebnis: 5%: 2½ für Kleische. desfest Komotau statt, und zwar am 9. August. Die dritte Runde findet erst nach dem BunProblemkomponisten, Achtung! Der Bundesschachausschuß beschloß in seiner Sitzung am 12. Mai die Ausschreibung eines Problemturniers für Zwei- und Dreizüger. Die Einsendetermine sind für Gruppe Zweizüger vom 1. Oktober 1936 bis 1. April 1937, Dreizüger vom 1. April bis 1. Oktober 1937. Die Einsendungen werden im Schachmitteilungsblatt und ,, Schachecke" veröffentlicht. Als Preisrichter sind die Löser ausersehen, welche die Aufgaben beurteilen werden und ihrer Meinung Ausdruck geben werden.- Also wir bitten die werten Genossen Komponisten und Löser um recht eifrige und zahlreiche Beteiligung an diesem Werk.