BUNTE WELT Nr. 24 Jiří Wolker: Unterhaltungsbeilage 1936 Vom Rauchfangkehrer Der Rauchfangfehrer trägt nicht nur eine Leiter und ein schwarzes Gesicht. Der Rauch fangkehrer trägt auch das Glück. Das wissen alle Leute und hauptsächlich die, die Knöpfe am Rocke haben. Wenn er vorübergeht, gleich greifen fie nach einem und denken an das, wonach sie sich sehnen. Und tatsächlich geht ihnen das in Erfüllung, weil die Menschen es so schon seit langem machen und es so machen werden, so lange Rauchfangkehrer durch die Straßen gehen werden. Wenn es nicht wahr wäre ficher würden sie es nicht machen. So seht ihr: alle Menschen können auf ihre Art glücklich sein. Sie brauchen dazu nur einen Knopf und einen Rauchfangkehrer. Das wußte auch Jenit, der kleine Waisenjunge. Weil er ein armer Teufel war, der von einem Tag auf den andern auf dem Pflaster der Vorstadt lebte, hatte er viele schöne Wünsche. Er konnte sich sehnen nach einem Kipfel, nach einer Ringelspielfarte, nach der verstorbenen Mutter oder nach einem Apfel, den die Weiber in den Strohschüsseln auf dem St. Jakob- Plak verfauften. Weil er nichts hatte, war das Maß seines Glückes groß. Aber es war da ein großer Fehler: der Kleine Jenif hatte auf seinem zerrissenen Rod und an seinem zerfransten Hosen nicht einen einzigen Knopf. Die Hosen und den Rock hatte er von guten Leuten bekommen, aber ihr wigt ja, daß nicht einmal die guten Leute ihr Bestes hergeben. Deshalb, als er sie von ihnen als Geschent erhielt, waren sie schon ordentlich abge schunden und alle Knöpfe waren weg. Die Wohltäter, die ihm die Kleider gaben, dachten nicht, daß ein so fleiner Junge Knöpfe brauchen würde. Es genügte, daß sie seine Blöße zudedten. Auch Jenif ist es anfangs nicht einmal aufgefallen, daß seinen Kleidern etwas fehlte. Erst als er das Geheimnis vom Rauchfangkehrer, dem Knopfe und dem Glück erfuhr, dachte er traurig: Ich kann nicht glücklich sein, weil ich keinen Knopf habe. Es betrübte ihn sehr, weil er sich wünschte glücklich zu sein. Und wer würde sich das aus nicht wünschen! Seit dieser Zeit dachte er an nichts anderes als daran, wie er einen Knopf erlangen könnte. Für die übrigen Kinder wer das nichts schweres, aber für Jenif war das teine kleine Arbeit. Mit einem Knopf ist immer ein Vater verbunden, der ihn kauft, und eine Mutter, die ihn annäht. Und diese zwei Voraus segungen fehlten Zenit ganz und gar. Jenif wollte Geld für einen Knopf verdie= nen. Er trug einer Frau Wasser in den fünften Stock, einer anderen führte er Kohle in einem Kleinen Wagen mit einem zottigen Hund, er ging ins Dorf um Milch und machte überhaupt alles, was ein Junge in seinem Alter vermag. Aber er verdiente sich dennoch nicht das Geld für einen Knopf. Die Leute dachten: wozu einem so kleinen Jungen Geld geben, das er nicht versteht und das er wahrscheinlich nur vernaschen würde! Wir geben ihm lieber etwas zu effen das hilft ihm mehr, Und sie gaben ihm. Da Brot, da Käse, da einen Teller Suppe oder einige Reste vom Mittagessen. Wenn Jenit sich dann angegessen hatte, verfiel er in eine solche Seligkeit, daß er auch auf den Knopf vergaß und glaubte, daß er sein Glück auch ohne ihn erringen werde. Wenn er aber abends ordentlich verdaut und nichts als Hunger in der Tasche hatte, da entfloh ihm alles Selbstvertrauen, alle Straft; der ersehnte Knopf fing ihm vor den Augen zu tanzen an mit allen seinen wunderbaren Eigenschaften. Besonders wenn er an einem Knopfladen vorüberging, wo hinter der Auslage ganze Haufen verschiedener Knöpfe waren. Da waren militärische, da wieder Zivilfnöpfe. Die einen ganz aus Gold mit schönen eingerigten Buchstaben, die anderen Matrosenknöpfe mit dem bläulichen Schimmer des Meeres. Bei manchen waren vier Löcher sichtbar, bei anderen waren die Löcher verborgen unter einem schimmernder Metallmantel. Ueber alle glänzte eine Reihe großer Perlmutterknöpfe, die Jenifs Augen wie Magnete anzogen. Die bringen bestimmt das größte Glüd, dachte Jenik. Aber ich werde mich wohl kaum iemals an sie herantrauen können. Die find ficher tüchtig teuer. Er schaute aber doch auf sie hungriger und hungriger, bis die Frau im Laden ihn beobachtete und, da sie seine flackernden Augen nichi begriff, ihn wegjagte. ,, Schau, daß du fort kommst, dreckiger Junge! Es schaut dir nichts Gutes aus den Augen." Sie dachte, daß er ihr etwas stehlen wolle, und Jenif ging beschämt weg. In der Nacht dann, wenn er in dem Zimmerchen über dem Keller auf Haderfeßen mit zehn noch unglücklicheren Leuten schlief, schwebten der Perlmutterknopf und das mißgünstige Gesicht der Verkäuferin in seinen Träumen. Als er sich so lange und lange vergeblich sehnte, geschah es ihm einmal, daß er auf der Straße ein Mädchen sah, das auf seinem Rode gerade jenen schönen Perlmutterknopf hatte, den er im Laden gesehen hatte. Aber nicht nur das merfte Jenit; er bemerkte auch, daß der schöne Knopf nur an einem Faden hängt und daß er bald abreißen wird. Das Herz zitterte ihm bei dem Gedanken, daß ihn das Mädchen verlieren und er ihn finden könnte. Da wäre sein Schmerz zu Ende. Schon morgen könnte er dann das haben, woran er nur denken würde. Deshalb machte er unbemerkt hinter ihr fehrt und folgte ihr. Wonach er sich soviel sehnte das geschah auch. Gerade als das Mädchen in die Tür eines niedrigen Hauses trat, riß der Knopf ab und blieb auf dem Pflaster liegen, ohne daß sie es merkte. Es war das ein sehr unachtsames Mädchen, wenn man überlegi, daß das der einzige Knopf war, den sie hatte, und daß sie durch seinen Verlust auch um alles Glück gebracht wurde, das sich an ihn geheftet hatte. Jenit jauchzte. Vorsichtig hob er den Kopf auf und hielt ihn in der Hand. Er glänzte in der Sonne wie ein Edelstein. Schnell steckte er ihn in die Tasche und schaute sich um. Das Mädchen war schon weg und hatte nichts bemerkt. Jenit verschwand hinter der nächsten Ede. Sorgfam trug er ihn nach Hause. Er zog den Rock aus und borgte sich eine Nadel. Einen Faden zog er aus den Hadern, auf denen er schlief, und gleich begann er zu nähen, damit er früher fertig werde, bevor es zu dunkein bes ginnt. Aber jest erinnerte er sich an etivas. Er erinnerte sich an das Mädchen, das irgendwo einen wird, weil es den schönen Knopf vericien hat. Möglich, daß es gar nicht wußte, was für Freuden es durch ihn erlangen konnte. Wen es gewußt hätte, was ein Knopf und ein Rauchs fangkehrer alles vermögen, wäre es sicher vors sichtiger gewesen. Eines Tages wird es dics sicher erfahren. Aber der Knopf wird schon weg sein. Möglich, daß es niemals mehr einen zweiten bekommen wird, denn es ist schwer, einen Knopf zu bekommen. Es hat ihn verloren und er hat ihn genommen. Genommen nicht gefuns den. Soll er ihn ihm zurückgeben? Nein, das brachte Jenit nicht über sich, weil er viele schwere Tage sich nach ihm gesehnt hatte. Bis mir der Knopf Glück gebracht haben wird, dann gebe ich ihn ihm zurück und vielleicht gebe ich noch etwas dazu, dachte er sich. Aber werde ich es dann wieder finden? Die Hände zitterten ihm ein wenig, aber er nähte und nähte. Am nächsten Tag ging er aus mit dem Knopfe wie mit einem Stern. Es war ihm aber so, als of die Leute allzusehr nach ihm gafften, als ob si ihn nur allein auf seinem zerrissenen Rocke sehen würden. Deshalb verbarg er ihn etwas mit der Hand. Er fürchtete auch, das Mädchen von gestern zu treffen. Er ging, ging und suchte einen Rauchfangs tehrer. Er dachte auch darüber nach, was er sich wünschen sollte. Er entschied sich für ein goldenes Schloß auf einem gläsernen Berg und eine Pomeranze. Gegen Mittag erblickte er einen Rauchfangkehrer. Er war schwarz wie ein Neger, nuc die Augen hatte er blau wie Veilchen. Schnell lenkte er seinen Schritt auf den Gehsteig, auf dem der Rauchfangkehrer ging, und packie den Knopf fester. Glode. Das Herz schlug ihm in der Brust wie eine Der Rauchfangfehrer näherte sich. Er ging ruhig und lächelte. Jenif war blaß und umschloß mit eisigen Händen den Knopf mehr und mehr. Bis er auf fünf Schritte zu mir gekommen sein wird, werde ich meine Bitte flüstern, dachte er sich. Der Rauchfangkehrer war bei ihm. Unter dem schwarzen Bart lag ein stilles, weißes Lächeln. ,, Jetzt!", sagte sich Jenif und stieß halblaut aus sich hervor: ,, Ein Schl- oß und eine Po- me-" Krach! Der Knopf, der mit einem alten Faden angenäht und allzusehr von Jenifs Hand ge — 2— zonen worden war, riß ab und blieb ihm-wi- scheu den Fingern noch mit einer Fadenspur wie eine verwelkte Blüte. Jeniks Hoffnungen brachen mit einem Schlag zusammen. Die Tränen traten ihm in Üie Augen und das Weinen in die Kehle. Er war unermeßlich unglücklich; denn er sah darin die Strafe dafür, daß er«inen fremden Knopf für sein Glück genommen hatte. Er schluchzte soviel, haß der Rauchfangkehrer, sich Nlndrehtc und zu ihm trat. '.Was ist dir geschehen. Junge?", frug er. Seine Stimme war ebenso rein, wie der Rauchfangkehrer verrußt war. : Aber Jentk jammerte heftig und hielt in der beschmutzten Hand den Knopf. „Hat dir jemand etlvas gemacht oder hast du etwas verloren?" Die Hand des Rauchfangkehrers fuhr Jeuik über den Kopf wie eine warme Welle. „Ich habe einen Knopf genommen", brachte er heraus. „Ich wollte ein Schloß und eine Pomeranze. Deshalb habe ich gestern einen Knopf ge- nominen." Und begann wiederum zu weinen. „Und wem gehörst du?" Jentk wußte nicht, wem er gehört. Er gehörte niemanden, obgleich es dem Menschen so gut tut, wenn er jemandem gehören kann. Der Rauchfangkehrer nahm den verweinten Jenik bei der Hand und führte ihn mit sich. Seine Hand war schwarz und voll von Ruß, aber Jenik verwandelte sich unter ihr in em reuiges Lamm. Der Rauchfangkehrer führte Jentk in ein kleines Haus— gerade in das gleiche, in dem gestern das Mädchen verschwunden war. „Mutter und Lido— ich bringe euch einen Jungen, der weint, weil ex ein Schloß und eine Pomeranze haben wollte." „Ich weine nicht deshalb", sagte Jemk, „sondern deshalb, weil ich einen Knopf genommen habe."/ „Ein Schloß und eine Pomeranze können wir dir nicht geben", sagte die Frau des Rauchfangkehrers,.„aber wir geben dir ein Miitag- effen.". ■ Und sie gaben ihm,.Sie setzten ihn zum Tisch Und nötigten ihm einen.vollen. Teller Suppe auf. Auf det einen.Seite saß der Herr Rauchfangkehrer— schon rein und getvaschen, auf der anderen Seite seine Frau und gegenüber Lida, die gestern den Knopf verloren hatte. Sie stellten an ihn gute und freundliche Fragen und Jenik antwortete. Zeit seines Lebens hatte er nicht soviel erzählt wic damals. Alles erzählte er, wie er allein ist, wie er das Glück wollte, wies er den Knopf suchte und wie alles ausgefallen.ist,. Der Herr Rauchfangkehrer und seine Frau lachten. Lida schaute auf ihn mit ernsten und verwunderten Augen und die Suppe rauchte und roch wie der Weihrauch der Kirche. „Du gefällst mir. Junge", sagte schließlich der Rauchfangkehrer,.„und wenn du willst, kannst du bei uns bleiben und ich lehre dich Rauchfangkehrer. Ohnehin. ist es Lida allein traurig." Seine Frau nickt« mit dem Kopfe und Lida blitzte es in den Augen. Jenik nickte freudig und seine große Freude verbarg er hinter einem großen Stück Fleisch,, damit fie ihm nicht entläuft. Denn da ging das Essen nicht in den Magen, sondern gerade ins Herz. Jenik lernte Rauchfangkehrer. Rauchfangkehrer sein, heißt die Leute glücklich machen. Aber dem Rauchfangkehrer kann das Glück nicht durch einen Knopf begegnen. Weil er das Glück trägt, kann er davor nichts nehmen..' Aber Jenik merkte nicht, daß er von dieser Gnade ausgeschlossen ist, und er war glücklich, auch wenn er wußte, daß er selbst als Rauchfangkehrer sich nicht beim Knopf packen kann vor einem anderen Rauchfangkehrer, um sich d». Erfüllung dessen zu wünschen, was er sich ersehnt. Er kroch über hohe Dächer um den Hiimncl herum und ließ sich durch die Kamine zu den Verschtvärzten Feuerstätten. Die Leute hatten ihn gern, tveil er die Kamine zu reinigen verstand, so daß die Speisen, die man unter ihnen kochte, den reinsten Kanarienvögeln glichen. Er bereitete der Sonne und der Luft den Weg zum menschlichen Feuer. Das ist> eine gute Arbeit.. Die Zeit rann dahin wie das Wa'ser und Jenik wuchs wie aus dem Wasser. Der Herr Rauchfangkehrer war mit ihm zufrieden, die Frau hatte ihn gerne und Lida?— Ach, di» hatte ihm schon längst verziehen; nicht nur das, daß er ihr einmal einen Knopf genommen hatte, sondern auch das» daß er sich sie genommen hatte. Damals war schon Lida wie eine Birke emporgewachsen und Jenik war wie eine Buche. Wenn ihr ihm einmal begegnet, erkennt ihr ihn leicht. Er sieht aus wie jeder andere Rauchfangkehrer, aber er hat die Taschen voller Knöpfe und gibt fie jedem, dem sie auf dem Rocke fehlen, denn er will das Glück nicht nur den einen bringen und den anderen nicht. Rauchfangkehrer sein, heißt, die Menschen glücklich machen, die Kitöpfe haben. Bis alle Menschen Knöpfe haben werden— werden alle glücklich sein. (Deutsch von Bruno Schwab.) Die Hirten von Tres Casas Das Dorf Tres Casas liegt im Tal des Jücar, in der Provinz Albacete, da, lvo die bergige Landschaft Murcia und die weite Ebene der Manch«, Don Quijotes Heimat, zusammenstoßen. Ueber die Hügel am Jücar zogen die drei Hirten Vicente,- Pablo und Domingo mit ihrer Herde. Es, waren die Schafe von sechs Gemeinden, aber die Hirten- stammten nur aus zweien: Pablo und Domingo waren in Tres Casas zu Hause, einem Flecken bei Alatoz; Vicente war aus Zapatal, das jenseits des Flusses am Abhang der Sierra Marte lag. In der Bewachung der vierhundert Schafe wurden sie von zwei- dürren, zähen, grauen Hunden unterstützt, die wie- Wölfe aussahen und sich Fremden gegenüber auch so benahmen. Die Schafe weideten, verstreut, das spärliche Gras dar fast baumlosen, von der Sonne überglühten Hügel ab; langsam, beinahe feierlich schob sich das wollige Heer über die Berghänge, die Flanken der Höhenzüge entlang, in Seitentäler und Schluchten einbiegend, Kämme überschreitend und jenseits niedersteigend. Kam der Abend, lagerten sich die Tiere, von den wolfartigen Hunden zu dichtgedrängter Masse zusammengetrieben, zu einem geschlossenen Fleck mit unregelmäßigem Rand; von ferne sah es aus, als sei der Hügel mit gelblichtveißem Aussatz bewuchert, in dem braunschwarze Schorfflecken krustejen. Die drei Schäfer ruhten, in ihre Mäntel gewickelt, auf der Erde wie ihre Tiere. Die Hunde schliefen am Rande des Lagers einen wachsamen Schlaf; jede Unruhe in der Herde ließ sie den Kopf hochwerfen und scharf hinauswittern, ab und zu erhob sich der eine oder andere und umschlich lautlos, mit gesenktem Kopf, lauernd das Lager. Oft war die Herde tagsüber über Hunderte von Quadratmetern zerstreut; das Gras wuchs nicht in Wiesen; die Schafe mußten die in Spalten und Rinnt», in kleinen Mulden und auf Felsabsätzen wuchernden Büschel Stück für Stück aufstöbern. Die Hirten sahen oft tagelang nichts voneinander. Es. kam vor, daß ein Teil der Herde mit dem einen der Schäfer weit entfernt vom Haupttrupp lagerte, da, wo er eben zurückgeblieben oder wohin er schon borausge- wandert war. An einem Sommertag des Jahres 1824 befand sich der Vortrupp der Herde im Abstieg nach einem kleinen Tal, auf besten Grund von ferne das gelbliche Grün einer kleinen Wiese leuchtete- Dort mußte auch Master sein. Die Tiere witterten es und hielten sich bei den spärlichen, rauhen Berggräsern nicht lange, auf; sie wanderten rasch bergab: es war, als rutsche, ein helles Stück Erde zu Tal. Durch die weidenden Schafe stieg ein Mann herauf. Es war«in junger Bursche mit spanischem Gesichtsoval und mädchenhaft schönen Zügen. Als er bei dem Schäfer angelangt war, grüßte er lächelnd:„Buenos tardeS, amigo". Dann griff er in die Tasche, brachte eine Handvoll Tabak zum Vorschein und bot dem Hirten an, bevor er sich eine Zigarette drehte. Als die ersten Züge geraucht waren, erkundigte sich der Fremde höflich nach der Zahl der Schafe, nach dem Zustand der Weid«, nach dem Ergehen des Schäfers. Dann schickte er fich zum- Gehen an, fragte aber nebenbei:„Wie weit habe ich's noch bis nach Zapatal?"„Welches Zapatal? Vielleicht in der Sierra Marti?"„Ja", sagte der Junge lächelnd,„gerade dorthin will ich". Der Hirte, Bicent«, erklärte es ihm genau, auf eine Weise und unter Angabe von Merkmalen und Zeitfchätzungen, womit kein Städter etwas hätte anfangen können, die aber dem jungen Bauern ohne weiteres verständlich waren; denn er sagte nickend:„MuchlsimaS graciS, compadrel" und verabschiedete sich. Schon war er einige Meter bergauf gestiegen, da rief ihm Vicente noch nach: „Und wen willst du denn in Zapatal sehen?" „Ich muß eine Bestellung machen bei Vicente Sotelo."„Dann spar den Weg; das bin ich." Als der Großteil der Herde auf der Höhe des Berges erschien, sah Pablo Llano gerade noch Vicente mit einem anderen über die kleine Wiese im Talgrund gehen und dem Jücar zuwandern. So behauptete er wenigstens zuerst vor der Polizei. Vicente kehrte nicht zurück. Die Schäfer trieben ihre Herd« weiter. Im September kamen sie, nachdem sie den Jücar überschritten hatten, an den Hang der Sierra Marte. Eines Tages kamen Leute aus Zapatal vorbei. Sie kannten die Herde und die Hirten und fragten nach Vicente. Die Schäfer sagten, er sei fortgegangen und nicht wiedergekommen.. Acht Tage später kamen zwei Guardias den Berg herauf. Als ihre schwarzen Läckhüte, die Gewehrläuf« und das gelbe Lederzeug auftauchten, sagte Domingo:„Caramba, die suchen Wohl wieder so einen armen Teufel, der dem Gutsherrn eins in die Freffe gegeben hat." Pablo war noch unanständiger und jagte „Caracho! Wenn sie sich nur das Genick brächen!" Er spuckte aus. Sie taten, als sähe» sie die Gendarmen nicht. Kein Spanier, der auf sich hält, spricht mit einem Mitglied der Guardia Cicil, wenn es nicht sein muß. Ans Haß nicht, und aus Furcht nicht. Aber die Guardias kümmerten sich nicht um die Nichtachtung. Sie traten auf die beiden BSchäfer zu und legten ihnen Handschellen an. ganz natürlich, und keiner wunderte sich darDann trieben sie sie hinab nach Albacete. Dort wurden sie zunächst einmal von der Polizei verprügelt. Die Presse brachte Extrablätter über die zwei Hirten Pablo Llano und Domingo Pilar, die ihren Kameraden Vicente Sotelo ermordet hatten. Ein scharfer Untersuchungsrichter, Don Rodríguez Polvo, nahm fie vor. Aber sie gestanden nicht. Sie wurden ins Gefängnis zurückgebracht; die Kriminalpolizei besuchte sie in den Zellen. Die Polizisten schlugen sie mit Gummifnüppeln; ein Kriminalinspektor gab Pablo eine Ohrfeige, daß das Ohr zu bluten begann. Er wurde taub auf dieser Seite. Sie gestanden nicht. Man fettete sie an, ließ sie hungern, trat sie in den Magen, daß sie sich in Krämpfen wandten. Ihre Gesichter waren verschwollen. Man zog ihnen das Hend aus, peitschte fie, ließ sie liegen. Als sie wieder zu Bewußtsein kamen, und der Inspektor die ewige Frage stellte:„ Was habt ihr mit Vicente gemacht?", saben sie auf die Peitschen in den Händen der Polizisten und sagten:„ Getötet". Das eine Wort nur. Sie wurden vor den Richter geschafft und erzählten, daß sie mit Vicente Streit bekommen und ihn erschlagen hatten. Aber der Leichnam war nicht gefunden worden, Wohin hatten sie ihn geschafft? In den Júcar geworfen? Nein; fie waren damals nicht am Fluß. Sie hatten die Leiche vergraben. Bei einem ordentlichen Gerichtsverfahren darf nichts fehlen. Das Geständnis war da; die Täter waren da; aber der Leichnam gehörte auch dazu. Sie mußten angeben, wo sie ihn vergraben hatten. über; jeder andere hätte es ebenso gemacht, besonders jeder Unverheiratete. Villamolino hatte keinen Pfarrer und keinen Lehrer. Und lesen konnte weder Vicente noch konnten es Schwester und Schwager. Tatsächlich waren die Bewohner des Fleckens zu hundert Prozent Analphabeten, feine Seltenheit in manchen spanischen Provinzen. So tam es, daß Vicente ahnungslos im Haus seines Schwagers lebte, während Spaniens Presse von Barcelona bis Granada, von Vigo bis Cartagena voll war von den kannibalischen Hirten in Tres Casas, während dann das Intereffe abflaute und Vicentes Kameraden Pablo und Domingo, im Gefängnis eingefargt, anderen Gefangenen die Stiefel puzten, Tabak rauchten und abwechselnd Reis und Garbanzos in wässeriger Brühe aßen. Die zwei Hirten wurden mit Glanz rehabilitiert. Wieder war es ein Fest für die Presse. Die Reporter strömten in die Gefängniszelle. „ Aber warum habt ihr gestanden, wenn ihr doch unschuldig wart?"" Was hätten wir tun folTen?" Sie zeigten" ihre Brust, ihren Rücken, wo jetzt noch, nach acht Jahren, die Narben der Beitschenhiebe eingeferbt waren.„ Die Herren wollten doch alles ganz genau von uns wissen Und als man dort am Berg die Leiche nicht fand was hätten wir sagen sollen? Wir wußten doch nicht, wo sie zu suchen war. Also jagten wir, wir hätten Vicente aufgefressen. Wenigstens wurden wir dann nicht mehr geschlagen." Sie lachten verlegen und pfiffig. Pablo hielt, wenn er gefragt wurde, die Hand ans Ohr; denn hörte er auf der einen Seite gar nichts mehr, so auf der anderen nur noch schlecht. Domingo konnte mit dem linken Auge nicht mehr viel sehen; ein unglücklicher Schlag mit dem Gummiknüppel na, aber nun war ja alles gut. Das Gericht fuhr in die Berge; die beiden Mörder, von Guardias an Handschellen gehalten, reisten mit. Man stieg den Hang hinauf.„ Hier!" sagte Pablo. Picken und Schaufeln waren da; man grub. Einen Meter, zwei Meter: es war nichts zu finden. Dem Richter stieg das Blut ins Gesicht:„ Was, ihr wollt Schindluder mit uns treiben! Gesteht, wo ihr Die beiden Schäfer wurden in Freiheit gedie Leiche hingeschafft habt!" Ein Guardia setzt. Sie tehrten heim nach Tres Casas, wurschlug Domingo die Faust ins Gesicht, daß ihm den bemitleidet und gefeiert. Im Sommer das Blut aus der Nase schoß. Die beiden 1935, nach langen Bemühungen, zahllosen GeMörder sahen einander an. Dann sagte Pablo, suchen, Untersuchungen, Prüfungen und Erwäder Jüngere, leise:„ Wir haben ihn aufgegungen wurden ihnen vom Staat als Entgessen." Es gab eine kleine Pause; allen blieb der Atem stehen. Der Untersuchungsrichter wandte sich an Domingo, der umsonst versuchte, mit dem Aermel seines schmutzigen Hemdes das Blut zu stillen:„ Ist das wahr?" Domingo schädigung eine Rente ausgesetzt. Sie sind früh gealtert, verbrauchte Männer; es ist nicht mehr biel mit ihnen los. May Barth. schaute auf, sein Gesicht war blutbeschmiert. Die Fanatiker des Mars Es ist wahr, senor; die Hunde haben die Knochen gefressen." " Pablo Llano und Domingo Pilar wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Zu ihren Namenstagen sandten ihnen ihre Verwandten Lebensmittel; öfter fonnten sie's nicht, denn sie waren arm. Im Gefängnis verdienten sie sich das bißchen Geld für den Tabak, den sie sich in der Kantine kauften, durch kleine Arbeiten für bessergestellte Mitgefangene. Sie wuschen ihnen die Wäsche, flickten ihnen Kleider, stopften ihnen die Strümpfe. Nicht ganz zwei Jahre ist es her, daß ein Gentleman am Hauptpostamt London ein Radiotelegramm dem Schalterbeamten zur Beförderung nach dem Mars überreichte. Der ,, english man" wundert sich nie. Der Beamte stempelte, notierte, rechnete und das Telegramin war dem Adreffaten: ,, Völker des Mars" weitergeleitet. Die Antwort läßt noch immer auf sich warten. Haben die Zeitgenossen des benachbarten Gestirns die Depesche nicht erhalten? Haben sie unsere Zeichen vielleicht nicht verstanden? Berwickelte Fragen! Doch geben die englischen Fanatiker des Mars sich nicht geschlagen. Im Frühjahr 1932 fam ein Mann nach Zapatal. Es war Vicente Sotelo. Das Dorf lief zusammen und rief laut die Muttergottes an. Vicente erfuhr, daß er als ermordet ge= Mr. Harry Price ist Zentralsekretär des golten hatte. Er war aber nur in Villamolino Baboratoriums für psychische Forschungen". gewesen, einem kleinen Nest der Provinz Bada- ein alter Liebhaber des rötlich glimmenden joz, in der Landschaft Estremadura. Seine Nachbarplaneten. Er ist auch geschäftstüchtig. Schwester war dort verheiratet. Der Mann war erkrankt, sie selbst war wieder einmal schwanger. Da hatte sie ihren jungen Schwager zu ihrem Bruder geschickt, damit er komme und ihnen in der Wirtschaft helfe. Der Junge hatte ihn auf der Weide angetroffen, ihm gesagt, worum es sich handle, und Vicente war mit ihm fortgegangen, selbstverständlich. Es war alles Herr Price hat unlängst durch Vermittlung eines Mediums vom Mars phantastisch gende Erfahrungen erhalten. Der Teppich wenn Morgenstern es erlebt hätte! Ein Perserteppich, der erwacht war empfand eines Tags um Mitternacht, empfand urplötzlich, denkt, Heimweh nach seinem Vaterland! Er überquerte( ich gefteh', ich weiß nicht womit), das Büfett, umstreifte leicht die Fensterpfosten und flog,- ein Teppich, deukt! Er flog zunächst nach Teheran Und fam laut Nachricht Doch, wie erklärt man's? empfand er hier die Luft zu weich. gen Often, gut dort an. allfogleich Drauf hört er auch, daß allgemein die Teppiche aus Smyrna sei'n. Es flog darob noch ziemlich heiter der Teppich Richtung Smyrna weiter. Dort fam er an und fand mit Müh'n zum nächsten Teppichmagazin, legt sich. ( es war grad' wieder Nacht) Zu einer Teppichin ganz sacht. Doch, welch' Entsetzen, alles schrie: ,, Sie sind ja made in Germany! Das, was Sie tun heißt dortzulande jawohl heißt dort jetzt Raffenschande!" Der Berserteppich denkt: ,, Wohin wohin gehör' ich nach Berlin?, Und während seine Tränen floffen, ward er, denkt auf der Flucht erschossen! Blagiator. Medium bekannt, daß die Marsbewohner unsere Erde Rhea nennen und seit vielen Jahrtausen den eingehend beobachten. Eral Eris will auch wissen, daß die Marsbewohner einst mu der Erde ständig in Verbindung standen. Rhea und Mars haben sich oft und freundlich mits einander über den Weltraum unterhalten. Dies ser freundschaftliche Verkehr ging in die Büche, als sich um die Erde infolge großer Erschüttes rungen im Weltraum eine Eiskruste bildete, welche auf der Erde die Eiszeit und mit he den Untergang der Stultur bewirkte. Auch jezt besteht noch diese Eistruste, nur in verminders tem Maße, und macht die unmittelbar. Vers bindung schwierig. Eral Eris hat dem Medium geraten, in der Nähe des Nordpols eine diss sendestation zu errichten und die Verbindung mit dem Mars herzustellen. Die elektrischen Wellen könnten vom Nordpol aus die Eisschicht des Weltraums am leichtesten durchbr: hen. Eral Eris erzählte auch, daß die Bewohner des Mars überaus hochkultivierte, verfeinerte Wes sen seien, die in unterirdischen wundersaren Städten wohnten. Auf dem Mars seien rera nichtende Gewitter alltäglich, die Luft lade sich mit Hochfrequenz- Elektrizität, weshalb auch das Leben an der Oberfläche des Planeten ne erträglich wäre. Auch Tiere sollen auf dent. Mars leben, eine Art von Pferden und eine Rinderart. Mr. Price und mit ihm die Mitglieder des klin- Instituts für psychische Forschung schwören auf diese Aussage ihres geheimnisvollen Mediums. Sie wollen mun das Kapital für den großanges legten Versuch aufbringen. Der Name des Mediums wird streng ge= heimgehalten. Es steht in ständiger astraler Verbindung mit einem Marsbewohner, Eral Eris, der sich ,, Herr über vierzehn Länder des Mars" nennt. Eral Eris gab durch das Die Fanatiker des Mars sind an der Arbeit. Anscheinend ist dem Britischen Imperium die Erde zu klein geworden. Zu viel Kon 1 e t Furrenten sind in den letzten Jahren groß geworden, zu wenig sind die unbeseßten, nicht Tolonisierten Ländereien. Ein Ausiveg muß ge funden werden, und wie Mr. Price mit großer Beredtsamkeit der englischen Oeffentlichkeit mit teilt, die Zeit ist gekommen, welche die stolze, unbesiegte Macht Albions über die Grenzen unseres Planeten hinaus zu nie geahntem. neuen Aufschwung bringen wird. Wir dürfen nicht staunen. Vielleicht sind die Marsbewohner gar wirklich darauf erpicht, englische Waren und indische Gewürze kaufen zu fönnen. Vielleicht sind ihre Wirtschaft und Kultur den unseren verschieden und somit fällt England mit Recht die historische Mission zu, sie mit unserer herrlichen warenproduzierenden Kultur bekanntzumachen. Ein Geschäft lönnte es werden! Eine großartige neue Stonjunktur! Wir wollen abwarten, 4Copyright P. I. B. Box 6 Copenhagen Frauen- Rundschau Die Sozialistin Suzanne Lacore wird im neuen französischen Kabinett die Stellung eines Unterstaatssekretärs für Kinderschutz bekleiden. Es muß betont werden, daß dieses Ressort extra für sie geschaffen worden ist, nachdem die öffentliche Meinung, unterstützt durch Presse- Kampagnen, schon seit geraumer Beit die Schaffung einer staatlichen Organis sation zum Schuße der Kinder und Jugendlichen forderte. Mlle. Suzanne Lacore war über dreißig Jahre lang Lehrerin und hat sich in dieser Zeit außerordentlich intensiv mit den Problemen der Jugend befaßt und mehrere Broschüren über dieses Thema veröffentlicht. Man erhofft von ihr baldige präventive Maßnahmen, die sich in der Hauptsache gegen Kin bermißhandlungen richten. * 3 Adamson als Kraftmeier Schach- Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch, Drakowa Nr. 32. Post Modlan bei Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 285. Von Franz Tepper, Karlsbad. ( Original.) $ 24 , Eiche" ein Freundschaftswettkampf 1. Bezirk ( Aussig) gegen 2. Bezirk( Teplitz) statt, Beginn um 9 Uhr früh. Schachinteressenten sind freundlichst eingeladen. Für den Aussiger Bezirk treten Genossen aus Aussig- Kleische, Nestersitz und Schönfeld an. Die Teplitzer Mannschaft besteht aus Spielern von Wisterschan, Teplitz, Zuckmantel und Kwitkau. PARTIE Nr. 104. Eine französische Anwältin wurde soeben Schw.: Ke5, Td4, a8, Ld8, Sg7, h4, Ba7, d3, d5. Gespielt im Einzelmeisterturnier der Arb.- Schach bom Staat zur Bearbeitung aller Rechtsfragen berufen, die das Departement Seine- et- Oise betreffen. Es handelt sich un. Mme. Renée Jardin in Versailles. Ein männlicher Anwalt teilt sich mit ihr in die staatliche Funktion. Es ist be= merkenswert, daß das Kriegsministerium fich bereits am Tage nach ihrer Ernennung an sie geivandt hat, um Streitfälle beim Zusammenstoß von Militärautos zu regeln. 1 4 Frau und Tochter des Schah von Persien wohnten unverschleiert der Einweihung der Hochschule von Teheran bei und der Schah hielt zum ersten Male eine Ansprache vor unvers Schleierten Frauen, 40: 7 6 5 4 a S Ст ( 9) vereine in Pilsen, Weiß: W. Rusý, Pilsen. Schwarz: Smolik, DTJ. Tlučná, a b c d e f g h 1. e2- e4 e7- e6 8 I 8 2. d2- d4 b7- b6 3. c2- c4 d7- d5 7 e4- e5 Lc8- b7 Sg1- f3 Lf8- b4+ Sb1- c3 Sg8- e7 Lf1- d3 c7- c5 0-0 0-0 9. Sc3- b5 c5Xd4 10. a2- a3 gibt das Signal zum Angriff. 3 10. Lb4- c5 11. b2- b4 a7- a6 12. b4Xc5 a6Xb5 13. c4Xb5 b6Xc5 14. Dd1- c2 c5- c4 2 IC a b C d e fgh 2 Weiß: Kf7, Db6, Th6, Ld2, S12, g5, Bc6, e4, g4. ( 9) Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Die chinesische Wissenschaftlerin, Frau Dr. Feng- Yung- O in Schantung hat nach mehr jährigen Studien u:: d Versuchen ein Verfahren gefunden, Kunstseide aus den Stengeln einer Hirseart, dem Kaoliang, der reichlich in Nordchina vorkommt, herzustellen. Dr. Feng erklärte, Lösungszug zu Nr. 282: Tg2- g1! daß diese neue Kunstseide der bisher eingeführ- nossen ein: Tepper Franz, Karlsbad; Nitsch RoRichtige Lösungen sandten nachfolgende Geten gleichwertig, aber bedeutend billiger sei. sa, Trupschitz; Dinnebier Emil, Tetschen; Dreßler Rolf, Vlašim; Richter Karl, Politz a. E.; Sturm Heinrich, Brünn; Schöffel Anton, Schöbritz; Förster Gustav, Komotau II.; Havel Franz und Geißler Josef, Modlan; Strache Rudolf, schen; Habl Erwin, Chimiak Teo, König Anton, Großpriesen; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. TetHolfeld Otto, Lohmüller Hans, Freundl Anton, Schindler Robert, sämtlich Nestersitz: Eichler Robek Franz u. Walter Ludwig, Kwitkau; Tesař Otto, Drakowa; Bittner Richard, Kleinaugezd; Franz, Suchei; Triltsch Gustav, Wisterschan. An den soeben beendeten belgischen Wahlen haben nur wenige Frauen teilgenommen, denn nach dem belgischen Gesek hatten nur 8043 Frauen das Wahlrecht. Mme. Desjardin, die als Sozialistin der letzten Kammer ange hörte, hatte sich dieses Mal nicht aufstellen Tassen. Doch famen zivei andere Frauen ins Parlament, und zwar die Sozialistin Isabelle Blum, die in Brüssel, und die Kommunistin Abere, die in Lüttich gewählt wurden. Bezirkswettkampf in Modlan. Anläßlich des 45jähr. Gründungsfestes der ,, Union der Bergarbeiter" und des Atus Vorwärts Modlan am 14. Juni findet im Restaurant 8. Läufergewinn? nach g6 oder Sg6 entscheidet Weiß die Partie am Damenflügel. Ld3xh7+ Sf3xd4 Kg8- h8 g7- g6 Dc2- d2 eine kleine, aber starke 15. 16. 17. 17. 18. Dd2- h6+ 19. Lc1- g5! 20. Damenbewegung. Kh8xh7 Kh7- g8 Sb8- d7 Lg5-16?? Mit einemmal solch ein schwacher Zug mit späterem Partieverlust. Hien sollte Khl mit folgendem f4 und Tf3 und h3! geschehen. Dies zog auch Weiß in Berechschwachen Zug S- d7,, sah" Weiß einen schnellen Sieg. Es nung, aber nach dem anscheinend geschah noch 20. 21. 22. 23. e5x16 Sd4Xf5 Sd7x16 Se7-15 Dd8Xf6 Sf5- d6? Ein weiterer Fehler. Sg3 mit folgendem h4 sollte gespielt werden, aber Weiß verlor schon Ruhe und Partie. Eine kleine Kostprobe, wie man gewonnene Stellungen verlieren kann. Entnommen., Nová doba". Jeder Parteigenosse liest das Partelblatt