BUNTE WELT Nr. 37 Unterhaltungsbeilage Einer von vielen Von Peter Sloth 1936 Martin Christian war ein Hochverräter geber Familien auseinanderriß und zahllose| men werden, um einer Nervenzerrüttung zu und deshalb wurde er im Jahre 1933, mitten Menschen unglücklich machte. Er erinnerte sich entgehen. aus der nationalen Erhebung heraus verhaftet der unflätigen Ausdrüde, mit denen sie seine Endlose Nächte, in denen er am Gitter und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Frau beschimpften. des Fensters hing, um einige Atemzüge friſche Und dann kamen die Vernehmungen. Tag- Luft zu schöpfen. Wie oft hatte er Fluchtpläne aus, tagein dieselben Fragen nach den Verbin- entworfen und bis zu Ende durchgedacht, aben= dungsleuten, von deren Eristenz er keine teuerliche Unternehmungen, die nie gelingen Ahnung hatte. In der einen Woche brachten sie fonnten, aber es war so schön, in die Nacht ihn jede Nacht in den Keller. Dort folgte Schlag| hinauszuträumen und im Geiſt unüberwindliche auf Schlag. Schließlich fing er zu fiebern an Mauern zu überklettern. Wenn er endlich einund machte dann eines Tages die gewünschten geschlafen war, fiel ein Heer von Wanzen über Aussagen. Als er dann ins Lazarett gebracht ihn her. Es gab in der Anstalt keine Vertilwurde, konnte er vierzehn Tage lang nur auf gungsmittel. Ungeziefer sind ein Teil der dem Bauche liegen. Mit Schaudern dachte er an Strafe des Verurteilten. jene Beit. Drei Jahre, das sind eintausendundfünfundneunzig Tage und Nächte, mußte er hinter verschlossenen Türen in einem kleinen Raum leben, fünf Meter lang und etwa zwveiundeinhalb Meter breit. Es war ihm die erste Beit unfagbar schwer gefallen, als er sich an all das Fremde und Neue gewöhnen mußte, mit dem er sich in den nächsten Monaten abzufinden hatte. Aber die Zeit verrann, erit träge und schleichend, dann, als ein Jahr herum war, immer schneller. Und heute, er wagte den Gedanken gar nicht zu Ende zu denken, war nun der letzte In Untersuchungshaft war es dann etwas Tag angebrochen, den er in der Gefangenschaft besser, bis dann eines Tages der Prozeß stattverbringen mußte. Morgen, nach dem Aufstehen, fand. Neben ihm saßen drei Mitangeklagte, die würde er noch einmal seine Zelle in Ordnung er belastet haben sollte. Er kannte sie nicht. Auf bringen und dann, ja dann würde er die Fragen des Richters schüttelt er mit dem frei sein für immer, und zu Frau und Kind Kopf, da las man ihm seine Aussagen vor. Dann zurückkehren. Oh, er freute sich so an diesem erfolgte die Urteilsverkündung und seine UeberTage, der so regenschiver über dem Zuchthaus- führung ins Zuchthaus. Er kam in Einzelhaft, hof Tag. Bum letztenmal war er heute in der da er Dissident war. Der Anstaltsgeistliche hatte Freistunde gewesen und hatte mit den Kame- ihn am ersten Tage aufgesucht, um ihn zu beraden, die ihm in der langen Zeit lieb und ver- fehren, aber er hatte höflich gedankt. Als Anttraut geworden waren, den letzten Blick gewech- wort bekam er jede Woche sein Buch aus der felt. Jede Blume auf dem spärlichen Rasen Kirchenbibliothek. Dann wunderte er sich, daß fannte er, er wußte genau, daß es dreiundzwan- man ihm keine Arbeit gab und las die Anstaltszig Stüd waren, feine mehr und keine weniger. ordnung durch. Er meldete sich beim ArbeitsSeine Blicke liebkosten den großen Kastanien- inspektor. baum und er streichelte im Geiste seine harte, wetterfeste Rinde. —— Die Kameraden blickten heute auf ihn, manche neidisch, die meisten gleichgültig. Ein Teil aber von ihnen sah ihn mit Wehmut an, aber sie nichten ihm lächelnd zu. Das waren die Genossen. Nach der Freistunde tam der Stationswachtmeister in seine Zelle. ,, Sie werden morgen entlassen, Christian?" ,, Jaivohl, Herr Oberiachimeister!" ,, Na, da freuen Sie sich wohl, was?" ,, Oh ja,-" Er wollte weiter sprechen, aber er konnte nicht. Es war das erstemal in den letzten drei Jahren, daß ein Mensch freundliche Worte mit ihm sprach. Darum würgte es ihm im Halse und Tränen traten ihm in die Augen. Der Beamte winkte ab. ..Na lassen Sie man, der Tag geht auch vorüber, und sehen Sie mal," setzte er leicht scherzend hinzu,., ich bin ja lebenslänglich hier. Dann schlug die schwere Tür wieder ins Schloß. Martin Christian ging aufgeregt in seiner Zelle hin und her. Dann blieb er vor der Wand stehen und blickte nach einer Stelle, wo die Delfarbe in Blickhöhe abgesetzt war. Dort hat er seit vier Monaten mit einer Sicherheitsnadel Striche gemacht, einen neben dem andern. Er zählte sie zum hundertsten Male durch. Wie schnell doch die Zeit vergangen war. Er dachte zurück an den Tag, da eines morgens an seine Tür geklopft wurde, stürmisch und polternd. Er wußte damals sofort Bescheid. So donnert nur die Gestapo, wenn sie für Ruhe ihrer Auftrags,, Was wollen Sie?" ,, Ich möchte um Arbeit bitten." ,, Wegen was sind Sie hier?" ,, Wegen Vorbereitung zum..." Mehr konnte er nicht sagen. brüllte der Inspektor. Hochverräter friegen feine Arbeit." Raus," Das war die ganze Unterredung, von der er sich anfangs so viel erhofft hatte. Martin Christian wurde aus seinen Träumen geriffen. Die Tür wurde aufgemacht und er mußte zum Direktor kommen. Abſchiedsviſite.— Der Direktor sah eigentümlich kultiviert aus. ,, Sie werden morgen entlassen?" ..Jawohl." ,, Wielange waren Sie hier?" ,, Zwei und ein halbes Jahr." " Bolitisch, nicht wahr?-hm- ich sehe, daß Sie sich gut geführt haben. Wie alt find Sie?" ,, Achtundzwanzig Jahre." ,, Na, dann haben Sie ja das Leben noch vor sich. Ihre Strafe darf Ihnen nirgends vorgehalten werden. Sie haben doch keinen Ehrberlust?" ,, Nein." ,, Na also, ich wünsche Ihnen alles Gute und wenn ich Ihnen einen Rat geben darf, dann laffen Sie in Zukunft die Finger von der Politif." in Das wird er wiltlich beherzigen, denn das Dann fehrte Martin Christian in seine Belle zurück. Unruhig nahm er den Gang durch die Belle wieder auf. Wie merkwürdig freundlich sie alle heute zu ihm waren. Der Direktor Wieder jagte er die Zelle auf und ab. hatte ihn direkt wohlwollend behandelt. Was Tausend Tage Einzelhaft, keine Arbeit und jede sagte er doch zum Schluß? Lassen Sie die Hände Woche ein Buch, das ihn zum Christentum be-| in Zukunft von der Politik? tehren sollte. Bald kannte er jeden Winkel in seiner Zelle. Sehnsüchtig horchte er zum Fenster hat er sich ohnehin schon lange vorgenommen. hinaus, wenn von irgendwoher Hammerschläge Er will nur noch seiner Frau und seinem Kinde ertönten. Oh, jezt einen Hammer in der Hand leben, das jetzt wohl vier Jahre alt sein mußte haben, dachte er wohl wehmütig. Er wollte und ihn, den Vater, nicht einmal kannte. Er gerne rauchen, aber Zuchthausgefangene dürfen trat an den Spind und holte einen Brief hernur bei guter Führung rauchen, und zivar nur aus. Es war der letzte, den er von seiner Frau von dem in der Anstalt selbst verdienten Geld. erhalten hatte. Wie tapfer sie doch in all den Selbstverdientes Geld! Jahren gewesen ist. Nie hatte sie in den Briefen, die er alle zivei Monate bekommen durfte, über ihr Leid geklagt. Im Gegenteil mit Fassung hat sie ihr Geschick getragen und zwi schen den Zeilen wies sie immer darauf hin, daß es vielen Frauen ja noch schlechter ginge, deren Männer für zehn und fünfzehn Jahre eingesperrt wurden oder gar das Leben verloren. Durch solche Briefe hatte sie ihn noch aufgerichtet, wenn es ihm manchmal schien, daß er das Leben nicht mehr ertragen könne. Er nahm fortiwährend an Gewicht ab, weniger wegen des schlechten Essens als wegen der Unruhe, die ihn erfaßt hatte. Blaß wie ein Gespenst lief er während der Freizeit im Hofe herum. Da 30g ihn eines Tages beim Baden ein Genosse beiseite und sprach auf ihn ein. Ez war ein Zehnjähriger". Von da ab nahm er eine Einteilung des Tages vor. Jeden Vormittag trieb er Gymnastik. Darauf marschierte er zwölf Kilometer, das heißt er lief zweitausendvierhundertmal die Zelle hin und her. Sein Gewicht nahm zwar noch mehr ab, aber das mußte in Kauf genomVon draußen erflang der Gong, dann hörte er das Laufen der Hilfsarbeiter, die auch Gefangene waren. Es war Abendbrotausgabe. 7 R 380 Das letztemal nahm er seine Suppe und das Strüd troden Brot in Empfang. Mechanisch säuberte er die Schüssel zum letztenmal und stellte sie sorgsam in den Spind. Sein Blid fiel auf den sogenannten Leibstuhl, wie er auf der Geräteliste genannt wurde. Im Anstaltsjargon hieß er der Kübel und war der Gegenstand, mit dem er sich nicht hatte abfinden können. Immer faßte ihn ein Etel, wenn er ihn nur ansah, jenen Topf, der in der Ede stand und als Abort diente und nur jeden Tag einmal am Morgen geleert wurde. Es wurde Nacht. Er ſchlief unruhig und wälzte sich fortwährend herum. Er träumte von Eisenbahnfahrten und sah seine Frau, wie sie mit dem Kind auf dem Bahnsteig stand und ihm von weiten zuwinkte. Aber seltsam, der Zug fuhr gar nicht in den Bahnhof ein, sondern fuhr weiter, immer weiter, dann rüdwärts und er sah seine Frau nur noch wie ein Nebelgebilde. Der Zugsführer mußte von Sinnen ſein, er gab der Lokomotive immer größere Geschwindigkeit. Da erwachte er in Schweiß gebadet. Es war noch tiefe Nacht. Draußen schimmerte das Licht einer grellen Lampe, die gerade vor seinem Fenster angebracht war und seine Belle nie dunkel werden ließ. Auf dem Hofe machte der Nachtbeamte gerade die Runde. Gleichmäßig schallten seine Schritte durch die Stille. Die Turmuhr schlug drei. Ach richtig, er ist ja schon kein Gefangener mehr. ,, Sie haben heute Ihre Strafe abgebüßt, Christian?" ehe er zu sich kam. Der Anstaltsleiter erschrat. Der Gefangene hatte weiße Haare bekommen. lebertamen ihn plößlich menschliche Antandlungen oder war ihm der Häftling unheimlich geworden, der da wortlos vor sich hin,, Hm... ja... ich habe Ihnen eine Mit- ftierte? Er legte ihm die Hand auf die teilung zu machen." Schulter. und fort: ,, Jawohl, Herr Direktor." ,, Ja, bitte sehr." ,, Ich kann Sie nicht entlassen." Martin Christian wurde weiß wie Stalt starrte den Direktor an. Dieser fuhr ,, Es tut mir ja sehr leid, aber heute früh ist eine Anweisung der geheimen Staatspolizei gekommen, die besagt, daß Sie für unbestimmte Beit in Schuzhaft genommen werden. Sie sollen in ein Konzentrationslager überführt werden. Heute nachmittags kommen zwei Beamte, denen ich Sie übergeben muß. " Es dauerte lange, che Martin Christian begriff, was der Direktor zu ihm sagte. Wie abwesend saß er auf seinem Stuhl und wirbelte alles durcheinander. Gestapo... abgebüßt. unbestimmt... Konzentrationslager... leid tun... nicht entlassen.. ,, Sie müssen ießt gehen, Christian, bielTeicht dauert es auch nicht mehr lange." Martin Christian rührte sich nicht. Da flingelte der Direktor nach einem Wachtmeister. ..Stehen Sie auf, Christian, und gehen Sie in Ihre Belle," sagte dieser barsch. Wortlos erhob er sich und folgte dem Beamten. Auf der Treppe blieb er mehrmals stehen und fühlte nach seinem Herzen. Ist Ihnen was?" fragte der Beamte, dann melden Sie sich morgen beim Arzt." Dann polterte die Zellentür hinter ihm zu. Als nach einigen Stunden die Beamten der Gestapo den Gefangenen abholen wollten, war Martin Christian tot. Er hatte sich mit einem Glasscherben die Pulsader aufgerissen. Er war nur einer von vielen, denen es Dreimal mußte ihn der Direktor anrufen, so erging. Straßendebatte in Oslo Martin Christian erhob sich von seinem Lager und Kletterte auf das Fenster. Was mochte wohl für Wetter werden? Der Himmel war fternentlar. Ueber eine Stunde stand er so und schöpfte die frische Nachtluft in seine Lungen, dann fing ihn zu frösteln an und er hüllte sich wieder in seine Deden. Allmählich wurde es Tag und es mochten noch einundeinhalb Stunden bis zum Weden sein. Leise erhob er sich wieder und zog seine braune Uniform an. Dann machte er sein Bett und wanderte in seiner Belle umher. Er wunderte sich plötzlich, wie ruhig er geworden war. Alle Nervosität war von ihm wie abgefallen. Ganz nüchtern dachte er sich aus, wie sich die nächsten Stunden abwickeln mußten. Um sechs Uhr weden, dann fübeln und Kaffee= Der erste Eindruck bleibt haften: Dieſe ausgabe, Reinigen der Belle und gegen 10 Uhr lange Straße wird, trok der mondänen Howürde man ihn zum Hausvater holen. Dort tels, großen Kaffeehäuſer und luxuriösen Gewürde er seine Privatsachen in Empfang neh- schäfte, von der Osloer Jugend beherrscht. men und gegen halb elf mußte sich die Tür des Das Leben ist frisch und start pulsierend, bol- an die Heroen der nordischen Dichtkunst. Die Zuchthauſes hinter ihm ſchließen. Dann war er ein freier Mann. Karl Johan so heißt kurz die Haupt- Johans in Gruppen, fie unterhalten sich oder straße, zugleich die größte Verkehrsstraße Os- diskutieren die sie interessierenden Probleme. los. Sobald der Tourist den Hauptbahnhof Stundenlang. Bis in die späte Nacht hinein. oder den Hafenkai verlassen hat, liegt vor ihm Reden werden nicht gehalten, es wird nur diese schöne und einzigartige Straße. Sie führt diskutiert. Ein Debattierklub unter dem freien vorbei an dem alten Bazar", dessen mauri- Simmel ein ganz eigenartiges Phänomen tanische Linien kein Geringerer als Jules der norwegischen Hauptstadt. Verne liebte und verherrlichte, an dem monumentalen und burgartigen Reichstagsgebäude, am Studentenwäldchen, dann an der Univerfität, deren strenge Linien lange im Gedächtnis des Fremden bleiben, und am National theater hinauf zum Schloffe. Vom Korridor ertönte der Gong, sechs gleichmäßige Schläge. Dann flirrten die Schlüssel der Wachtmeiſter. Wie langsam heute bloß alles ging. Der Kaffee wurde ausgeteilt. Dann war wieder eine Weile Ruhe. Um fieben Uhr rüdten die Gefangenen zur Arbeit ab. Noch drei Stunden. wurde acht, Stunde. - dann neun-ler Munterfeit und Lebensfreude. In den Pausen zwischen den Vorlesungen strömen alle Studenten und Studentinnen auf die Straße. Reizend, wie sie auf dem Plaze vor der Universität promenieren oder ungezwungen auf den steinernen Treppen ihrer alma mater herumfißen. Ein buntes Treiben,.durchtränkt vom Plaudern und frohem Lachen. Ez erreicht in den Nachmittagsstunden Längst hatte er die Belle gesäubert und von 14 bis 16 seinen Höhepunkt, wenn die seine wenigen Sachen zusammengelegt. Ez fo beliebte, ja vergötterte Musikkapelle im geline Giubentenwäldchen nahe der Univerſität ſpielt. Da lauschen jung und alt der Musik; später aber, wenn die Vorlesungen an der Universität, sowie die Kontorstunden vorüber sind, strömt erst recht die gesamte Jugend Delos nach dieser unvergleichlichen. Straße. Sie ist so fave Form hat, die Licht und Wärme an sich ungemein schön, weil sie eine ausgeprägte konzieht und sie stark festhält. Er stand an der Tür und Horchte mit Klopfendem Herzen. Jeden Augenblick mußte der Ruf ertönen B III, Belle 67, mit sämtlichen Sachen zum Hausvater kommen.". Ungeduldig rannte er wieder hin und her, da wurde seine Tür geschlossen. ,, Endlich!" Der Wachtmeister stand da. Jetzt sind die Kaffeehäuser überfüllt: Dort „ Chriſtian, Sie ſollen runter kommen zum Café Grand, jenes Kaffeehaus, in dem Henrik ist die Bourgeoisie Oslos versammelt. Das Direktor." ..Bum Direktor?" ,, Ja, machen Sie." Er eilte hinunter und meldete sich auf der Bentrale. Dann wurde er dem Direktor vorgeführt. Er schaute ihn fragend an. ,, Seßen Sie sich, Christian." Er wunderte sich über die Aufforderung. Ibsen tagein und tagaus, jahrein und jahraus an dem Edfenster zu sitzen pflegte, seinen Kaffee schlürfend und seine Zeitungen lesend. Die jungen Mädchen, aus ihren Kontoren und Geschäften kommend, treffen sich mit ihren Freundinnen auf der Straße und promenie ren auf und ab. Die jungen Männer versam meln sich aber an jeder Straßenede des Karl Den Fremden fesseln die schlichtschönen Statuen, die längs des Karl Johans aufge= stellt sind, und er bemerkt, daß unter diesen Monumenten fein König, kein heldenhafter Admiral im Dreimast und kein Reitergeneral an der Seite einer kurzen, bauchigen Kanone der Osloer Hauptstraße ist den großen norzu finden ist. Der ganze bildnerische Schmud der Nationalpoeten. Eine eherne Erinnerung wegischen Dichtern gewidmet. Eine Straße Björnson und Henrik Ibsen. Der größte nors weltbekannten Gestalten sind Björnstjerne wegische Dichter war jedoch der im Auslande ganz unbekannte Henrit Wergeland. Seine Statue steht mitten im Studentenwäldchen. Er war Sohn eines Priesters, der einem Bauerngeschlecht entstammte. Die Wurzeln feines Herzens waren tief in das norwegische Land versenkt und innig mit dem Schicksal noch unſelbſtändig, war die treibende Kraft Norwegens verknüpft. Das Vaterland, damals seiner Dichtung, und mit rührender Weichheit finer Dichtung, and b, bag gente, de igrica nerungen, den Menschen. Wergeland, der einmal sagte, daß er jederzeit an dem Faden eines Spinnwebennetzes zum Himmel hinaufflettern könnte, war zugleich ein fämpfender Erdvogel, der vom Himmelraum herunterStamm einer Eiche zersplittert. Er war ein fliegt und mit seinem Schnabel den starken Naturmensch, der lärmend durch das Leben schritt und unbändig und rücksichtslos das Verniederirat. altete und das für das Leben Untaugliche Er konnte aber auch plötzlich stehen blei= ben, um sich in weicher Anbetung über die Erde zu beugen und den Duft der Blumen einzusaugen. Im seligen Entzücken über die bezaubernde Schönheit des Lebens konnte er in die gröbste politische Polemit eingreifen, um dann ebenso unerwartet in einer poetischen Wolfe zu verschwinden und seine politischen 1 I will Freunde und Feinde durch seinen Lerchenge fang aus blauer Himmelhöhe zu überraschen. Er starb nur 36 Jahre alt, alt genug, um seine Dichtkunst nicht zu überleben, wie es manchem alternden Dichter zum Verhängnis wird. Seine Ideen überlebten aber ihn. Die Osloer Jugend ist von seinem Geiste geprägt. Größte Lebensfreude und zugleich ein starker kämpferischer Geist. Wenn im Zwielicht der Dämmerstunde die nordische Nacht sich über den Karl Johan herniederſenkt, beginnen an allen Straßeneden, auch vor dem Universitätsgebäude, die abendlichen Ansammlungen der Osloer Jugend. Stumm stehen die lebensgroßen Statuen zweier Gelehrten, die zugleich große Publizisten waren, an der Univerſitätsfront: Der Historiker Munch und der Philosoph Schweingaard. Sie wundern sich wohl im Stillen, daß der diskutierenden bürgerlichen Jugend sich, was zu ihrer Zeit nicht der Fall war, auch die jungen Arbeiter gesellen. Diejenigen, die Arbeit haben und auch solche, die arbeitslos find. Manche von ihnen sehen müde und refigniert aus, die anderen nehmen aber den regften Anteil an den Debatten, die an jedem Edchen des Karl ohanns entstehen. 8 hen, und stilvoll und bescheiden promenieren die munteren und lebensfrohen jungen Deloer Mädchen von Gruppe zu Gruppe, hier lächelnd und ihre männlichen Freunde. begrüßend, dort sich den Gruppen anschließend und sich an der Diskussion beteiligend. Auf dem Fahrdamm aber reiten jeden Abend zwei Bolizisten auf und ab: Vom Bahnhof in die Tiefe der tonfaven Straße am" Grand" und aus der Tiefe in die Höhe bis etwa zum Schloßpart. Sie reiten auf und ab, fie haben nichts zu tun, und nur die Vorschrift läßt sie nicht vor Langweile gähnen. Müde ziehen sie sich in die Polizeikaserne zurüð, nachdem gegen 1 Uhr nachts der leßte eifrige Bolemist, sei es ein Student oder ein Arbeiter, die in der Welt einzig dastehende politische Straße Oslos verlassen hat. M. S. Parsifal in der A.G. Von Reinhold Werner Auf Fräulein Osterheinrichs Schreibtisch schrillte das Telephon. Sie hatte keine Zeit, den Hörer abzunehmen, denn fie mußte im Retordtempo den eiligen Brief an die Universitas schreiben. Die Taſten ſchnurrten aufs Papier wie Perlen von einer Schnur. Fräulein Quartsch, die Privatsekretärin, schnellte mit der rechten Hand nach dem Hörer, ohne aber dabei die linke aus dem Kartothet: fasten zu nehmen, in dem sie aufgeregt herumfribbelte. Herr Rabe wischte sich den Schweiß ab und wühlte raschelnd in einem Schnellhefter. Der Fremde geht an den Gruppen vorht an den Gr bei und bleibt an dieser oder jener Ede stehen. ,, Hallo! Wer?" rief Fräulein Quartsch ins Er hört zu und lauscht,- feiner nimmt es Telephon. ,, Wer? Nein, kommt nicht in Frage! ihm übel, weil die diskutierende Jugend nichts Herr Generaldirektor ist in einer Konferens! zu verbergen hat. Die Verfassung garantiert Nein, Herr Wams hat Sizung! Nein! Hert jedem Bürger die volle Meinungsfreiheit. Zu Kneß iſt zur Rückſprache! Es iſt dringend, wenn ihr gesellt sich auch der starke Meinungswille, Sie? Dann rufen Sie nächste Woche zwiſchen ein prägnanter Charakterzug des norwegischen elf und zwölf noch einmal an! Vorher ausVoltes. Was ist auch da zu vertuscheln? Die geschlossen! Ich sage doch: ausgeschlossen!" jeßige Arbeiterregierung ist eine Minoritätsregierung wie soll sie gestärkt werden? Man sagt: Durch die Agitation, durch die Zat, durch die Organiſation. Durchaus legale Mittel. Die politischen Feinde der Arbeiterregierung sind noch mächtig genug und lauern darauf, um sie im Parlamente zu stürzen. Wie kämpft man dagegen? Der eine sagt: Durch die Aufklärung, der andere: Durch die Beseitigung der noch bestehenden bürgerlichen Privilegien, der dritte: Durch opfernde Taten. Durchaus Kampfmethoden im Rahmen der Verfassung. ,, Würden Sie diesen Brief gelegentlich Herrn Ried geben, bitte!“ ſagt er. ..Wird sofort erledigt!" ruft Fräulein Osterheinrich und springt wie von der Tarans tel gestochen auf.„ Sobald Herr Generaldirek tor aus der Konferenz kommt, wird es ers ledigt!" ,, Es eilt gar nicht", sagt Parsifal nnd geht geruhsam wieder hinaus. Einen Augenblid ist es totenstill im Zims mer. Fräulein Oſterheinrich starrt den Brief an, einen Brief in einem gewöhnlichen weißen Umschlag. ,, Es eilt nicht?" fragt Herr Rabe nervö¾. Beigen Sie mal! An den General... Fräulein Quarksch ist auch herangekommen und betrachtet mit scheuen Augen den wunderbaren Brief. Die Tür vom Nebenzimmer fliegt auf. ..Bootäh!" brüllt Herr Döbel. Aber als er die drei stehen sieht, tritt er näher:..Was ist denn? Ein Brief? Nicht eilig? Ausges schloffen! Bootäh! Bootäh!" Inzwischen hatte Herr Rabe angefangen, auf seinem Apparat zu sprechen. Er trommelte mit der Faust auf die Gabel: Machen Sie Herr Rabe schüttelt den Kopf. Nicht mich nicht wahnsinnig, ich habe es eilig, ver- cilig? Gar nicht eilig? Ausgeschloffen. Wir binden Sie mich!" müssen ihn sofort. Schnell, Fräulein Herr Döbel reißt die Tür vom Neben-| Quarzsch, ſchnell, ſchnell, los! Es iſt eilia!“ zimmer auf und brüllt: ,, Bottäh! Bootäh!" Eine Fräulein Quarzich springt zu ihrem Rohrpofitapsel saust in den Korb neben Fräu- Schreibtisch und nimmt den Hörer ab.„ Bitte, lein Osterheinrich. Der Bote kommt ins Zim- Konferenzzimmer!" mer geschossen. Herr Döbel wirft die Arme in die Luft:„ Eilig, brandeilig zu Herrn Schulz!" und schmeißt die Tür wieder zu Fräulein Quartsch eifert in den Apparat:„ Sofort ein dringendes Gespräch!" Ein junger Mann stürzt ins Zimmer und wirft Herrn Rabe einen Stape! Durchschläge auf den Tisch. Fräulein Osterheinrichs Maschine flingelt wie eine Trambahr. ..Könnte bitte Herr Generaldirektor Ried mal an den Avparat... Die Quarkſch iſt ganz außer Atem. Ja, es ist sehr eilig. Here Generaldirektor? Herr Generaldirektor, hier ist ein Brief für Sie abgegeben worden bon einem Herrn- ja. Er sagt, es eilt gar nicht. Ja, zu Fräulein Osterheinrich." ,, Was hat er gesagt? Es ist nicht eilig? Fräulein Quartsch ruft ins Telephon: Ausgeschlossen! Ich komme sofort hinunter!" ,, Verzeihen Sie, meine Herren," sagt er Kommt nicht in Frage! Die Herren find die ganze Woche besetzt!" Herr Rabe schiebt ihr zu den anderen im Konferenzzimmer. Wir hastig die vielen Durchschläge zu: Borweg. müssen die Besprechung leider vertagen. Ich Muß sofort wieder rauf. Lauter Eilsachen!" habe da eine ganz eilige Sache, verzeiben Sie, Mit einem Sab holt Fräulein Osterheinrich den es ist furchtbar dringend und eilt fehr!" jungen Mann an der Tür ein und stopft ihm den Brief an die Universitas in die Hand. Es iſt eilig!" japst sie. Und Herr Döbel reißt schon wieder die Tür auf und brüllt:„ Bootäh! Bildet der Faschismus eine Gefahr für Norwegen? Kaum hat ein Student an der Grandcafé- Ede diese Frage gestellt, hat sich eine lebhafte Gruppe um ihn gebildet. Da geht es lebhafter zu. Denn die Faschistengruppe ,, National Samling" schidt gerne ihre Debatteure auf den Karl Johan. Die bür gerlich demokratische Jugend und die Arbeiterjugend bilden die große Majorität, aber der Gegner hat die Redefreiheit. Man diskutiert mit ihm, man sucht ihn zu überzeugen. Auf Einwände hat man rasche Antworten. Die Demofratie wird mit sachlichen Beweisen vertei digt. Wirtschaftliche Auseinandersetzungen gelten als fair, wer aber das Wort„ Diftatur" oder gar Antisemitismus“ gebraucht, ist nicht mehr der Polemik wert. Die Gruppe fällt auseinander und bildet andere Gruppen. Fräulein Osterheinrich läßt die Finger auf Da geht es friedlich zu, wenn auch die Tagesfragen brennender Art sind. Genügen die Maßnahmen der Regierung, um die soziale Fürsorge zu sichern? Soll auch in Norwegen eine Volksfront gebildet werden aus Elementen, die nicht reif genug sind, um auf einer Parlamentsbank zusammen zu ſizen?... Ez waren nur nationale, norwegische Belange, denen ich stundenlang auf den Karl Johan Tauschen durfte. Fragen internationaler Art werden gern, gar mit Willen vermieden. Bootäh!" So geht es zu in dieser A. G. die Tasten trommeln, Herr Döbel reißt die Tür auf und schmeißt sie wieder zu, Fräulein Quartsch klemmt sich das Telephon zwischen Bade und Schulter, wühlt links in der Kartothet und macht rechts Haken in einer Liste, die Boten poltern hin und her, Herr Rabe rauft sich die Haare und telephoniert mit Köln. In diesem Augenblid, Schlag 13 1hr 11, tritt Parsifal ins Zimmer. Er sieht aus wie all und jeder und hält einen fleinen Hut in der Hand.- Er lächelt mild und fröhlich und hat eine leise, freundliche Diese Debattiergruppen sind keine Anzeichen einer Revolution oder kommender Unru- Stimme. Der Generaldirektor flikt zum Fahrstuh!, fährt runter, sauſt in sein Vorzimmer. Da stehen sie noch immer ganz verdonnert um den seltsamen Brief, der nicht eilt. ,, Wo ist der Brief? Der Generaldirektor ringt nach Luft. Er reißt den Brief auf, daß der Umschlag in Feßen geht. Er fangt an zu lesen. Dann wischt er sich die Augen, als habe er einen Bauberiput gesehen, er tann es gar nicht fanſen und liest noch einmal langsam und laut:„ Verehrter Herr Nied, ich hätte Sie gern einmal in einer Angelegenheit gesprochen Meine Adresse ist bis auf weiteres die obige. Die Sache eilt gar nicht. Der Generaldirektor schüttelt ungläubig den Kopf. ,, Ein Geisteskranker!" schreit der Generaldirektor empört, rennt aus dem Zimmer, wirft fich ins Auto und fährt mit 90 Kilometer nach Hause, um sein Mittagessen hinunterzuschlingen. Dom da nsriousdimine Lustige Politik Von Walter Jelen Exzellenz irrt... Kaiser Franz Josef empfing den ungarischen Ministerpräsidenten Wekerle in Audienz, welcher dafür bekannt war, daß er seine Reden zuweilen ein wenig phantastisch auszuschmücken liebte. Als in seinem Vortrag wieder einmal ettvas zu unwahrscheinlich schien, unterbrach ihn der Kaiser: ,, Entschuldigen Sie, Exzellenz, wie spät fft es?" Ministerpräsident Beferle sieht betreten auf seine Uhr: ..Halb elf, Majeftät." Worauf der greise Monarch seinerseits die Uhr zieht und mit einem Blid auf das Zifferblatt lächelnd feststellt: ..Sic irren, Erzellenz, es ist wirklich Halb elf." Der Antrag. Nach Beendigung des Krieges zwischen Nordamerika und England stellte ein amerikanisches Kongreßmitglied den Antrag, das Truppenkontingent dürfe die Zahl von dreitausend Mann nicht überschreiten. Da erhob sich George Washington und erHärte: ..Ich stelle den Busabantrag, daß keine in unferem Lande einbrechende feindliche Armee Stärker sein darf als zweitausend Mann!" Allgemeines Gelächter darauf. Der Antrag wurde sofort zurückgezogen. * Schokolade und Kaffee. Als Gaston Doumergue Präsident von Frankreich war, wurde er gefragt, ob er manche Spannungen zwischen England und Frankreich nicht als bedrohlich für die Welt empfinde, da doch das Einbernehmen zwischen diesen beiden großen Demokratien des Westens ein Schußwall des europäischen Friedens sei. ,, Urteilen Sie doch nicht wie jener Herr aus Marseille", anttvortete er lächelnd ,,, der bei Freunden empfangen wurde und den Gatten zum Frühſtüd Schokolade, die Gattin aber Kaffee trinken fah. Dieser Herr aus Marseille Schloß daraus, daß die Ehe bald geschieden sein werde. Die Frau gefiel ihm nämlich und er wollte sie dann heiraten. Also konnte er die Scheidung schon nicht erwarten... 34 !-? Adamsons Kampf mit der ewigen Elster Schach- Ecke Partie Nr. 110. Gespielt in der 1. Runde des internationalen TurGeleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32. niers in Komotau im Wettkampfe Ungarn gegen Post Modlan bei Teplitz- Schönau. Schachaufgabe Nr. 298. Von Maurus Ehrenstein. Schwarz: Kd6, Ta6, La5, Sa8.( 4) a b det gh 8 87 6 I a b c d e f g h 6 2 Weiß: Ke4, Dc8, Bd4, d5, 16.( 5) Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Spalte einzusenden. Atus VI. Kreis. 1. Brett. Sizilianisch. Weiß: Doglioni Ferencz, Budapest. Schwarz: Körbl Julius, Altrohlau. 1. e2- e4 2. Sg1-13 3. d2- d4 . 5. Lfl- e2 c7- c5 Sb8- c6 c5xd4 4. Sf3xd4 e7- e6 Lf8- e7 d7- d6 Sg8-16 6. 0-0 7. Sb1- c3 8. Kg1- hl Der König soll sich nicht unnützen Gefahren nach 9. f4 aussetzen. Deshalb gleich seine Flucht nach hl. Ob der Zug so unbedingt notwendig war, bleibe dahingestellt. Dadurch verschlechtert sich Schwarz seine Bauernstellung. Entschieden besser war 0-0. 8..... 9. 12-14! 10. Sd4Xc6 11. 14xe5 12. Dd1xd8t 13. Lel- e3 14. Tal- d1 15. Le2- f3! a7- a6 e6- e5? b7xc6 d6xe5 Le7xd8 0-0 Lc8- g4 Lg4- e6 Nutzlose Züge. Lieber schon LXL, obwohl auch dann die Partie schwer zu halten ist. Schwarz verliert unnütz Tempos. 16. a2- a3 17. Td1- d6! Sf6- d7 Ta8- c8 Was will Weiß sonst noch gegen den drohenden Bauernverlust unternehmen? Daß der Frontalangriff der Türme in der d- Linie irgendeine So machen sich manche Leute ganz unbe- Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Wendung herbeischaffen müsse, ist selbstver rechtigte Hoffnungen!" Lösungszug zu Nr. 295: Dc3- e1! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Beutel Wilhelm, Arnsdorf bei Tetschen; Schöffel Anton, Schöbritz; Tepper Franz, Karlsbad; Sturm Heinrich, Brünn; Dinnebier Emil, Tetschen; Hyna Josef, Hostomitz: Nitsch Rosa, Trupschitz: Ulbert Erich, Klutschkau; Habl Erwin, Schindler Robert, König Rudolf, Freundl Anton, Chimiak Teo, Holfeld Otto. Loh Der Marineminister. Eine ganz unverbürgte Anekdote. Als der verstorbene Ministerpräsident Gbehla einmal mit linta über dessen Eintritt in die Regierung berhandelte, war man bei der Frage angelangt, welches Ressort eigent- Politz a./E., Strache Karl, Strache Rudolf, Junglich Hlinka übernehmen sollte. mann Karl, Klötzig Rudolf, sämtliche Groß,, Meinetwegen", sagte er,„ das Marine- priesen: Eichler Otto, Drakowa: Tesař Franz, Suchei; König Anton u. Steinwitz Hans, Kwitkau. ministerium." Aber wir haben doch kein Meer und aud gar feine Marine!" entgegnete Švehla. „ Gewiß“, meinte Hlinka,., aber Geld haben wir auch feines und haben doch ein Finanzministerium." JEDER EDER PARTEIGENOSSE LIEST DAS PARTEIBLATT müller Hans, sämtliche Nestersitz; Richter Karl, Arbeiter- Schachklub Wisterschan begeht sein 10jähriges Gründungsfest mit einem Mannschaftsturnier, welches Ende September seinen Anfang nimmt. Beteiligt sind folgende Sektionen:., Atus" Teplitz, D.T.J. Turn,., Atus" Zuckmantel, D.T.J. Zuckmantel, Arbeiter- Schachklub Wistersen und Sektion Kwitkau. Außerdem wird noch ein Einzelturnier mit 10 bis 12 Teilnehmern eingeleitet. 1. Runde: Am 23. September: Kwitkau gegen D.T.J. Turn in Kwitkau. Am 24. September: ,, Atus" Zuckmantel gegen Wisterschan in Zuckmantel und D.T.J. Zuckmantel gegen Teplitz in Zuckmantel ,,, Eiskeller". ständlich. Wenn auch der Schwarze später nicht den Fehlzug gemacht hätte, das Postieren der Türme in der freien d- Linie hätte ihn noch schweres Kopfzerbrechen bereitet. 18. Tf1- di 19. Le3- g5! Se7-16 S16- g4? Der eigentliche Verlustzug. Schwarz verliert Läufer und Springer gegen einen Turm. Nun ist die Partie reif zum Aufgeben, bedarf auch weiter keines Kommentars, ist aber trotz allem noch sehr hübsch und des Nachspielens wert. 20. Td6xd8 21. Kh1- gl 22. Td8xd1 Sg4-12t S12xd1 17-16 T18- d8 c6- c5? Kg8-17 K17-18 c5- c4 23. Lg5- h4 24. Kg1- f1 25. Sc3-5! 26. Lf3- h5t 27. Lh5-2 28. Lh4- el Kf8-17 29. Le1- a5 Td8- d7 30. Sd5- b6 Td7xd1 31. Le2x di Tc8- c5 32. La5- b4 Tc5- c6 33. Sb6- a4 34. Sa4- c5 35. b2x c3 36. Sc5- d3 37. Ld1- e2 h7- h6 38. Sd3- c5t c4- c3 Le6- c4t 16-15 Kf7- e6? aufgegeben. Diese Partie wurde vom Gen. Körbl nicht in seiner gewohntes Stärke gespielt. Wir haben von ihm schon bessere Partien gesehen.- Anmerkungen von Josef Schöpka, Komotau.