BUNTE WELT Nr. 43 Unterhaltungsbeilage Saat und Ernte Ein Mann gab seinen Kindern eine zweite Mutter. Die junge Frau, die eine harte, lieblose Kindheit im Waisenhaus verbracht hatte, tam boll Dankbarkeit, ein Heim gefunden zu haben, nur ein wenig bange vor dem Einfluß, der noch von den mütterlichen Verwandten der Kinder ins Haus tam. Aber auch vor den Kindern war ihr ein wenig bange. Denn sie war einer jener unsicheren Menschen, deren Leben von der Kindheit überschattet war und die nie so recht hatten Kinder sein dürfen: sie überschäßte Kinder, sie sah sie reifer, als sie waren, und fühlte sich ihnen gegenüber merkwürdig unsicher und unterlegen. Es war nun richtig, daß das ältere der beiden Kinder, ein frühreifes zehnjähriges Mädchen, ihr nach Kinderart ein wenig spröde und mißtrauisch entgegenkam. Aber damals hätte sie das Kind noch leicht zu sich herüber ziehen können. Sie war jedoch nicht unbefangen genug, die wirklich gefährdete Stellung des Kindes zwischen zwei Lagern zu begreifen und ihm darin zu helfen. Denn das Kind hätte kein Kind sein müſſen, um sich nicht in dem Gefühl von Wichtigkeit, das man seinem Wohlbefinden zumaß, zu sonnen. Es hörte die ängstlich besorgten Fragen seiner Vertvandten, und fing an, die junge Frau, die der Vater ins Haus gebracht, daraufhin zu beobachten. Aus fleinen findlichen Unarten wurden dann tragische Verwidlungen. So kam das kleine Mädchen einmal zu den Verwandten, es wurde gut bewirtet und zeigte seine Freude darüber so überschwänglich, daß es sich anhörte, als bekäme dieses Kind zu Hause kaum fatt, viel weniger einmal ein feiertägiges Essen. Die Verwandten waren aufgestört und schidten eine Abordnung an die junge Frau, um taktvoll anaufragen, wie sie es mit der Verpflegung der Kinder halte: eine Erkundigung, die der Natur der Sache nach nicht taktvoll ausfallen konnte. Die junge Stiefmutter war tief verletzt. Trotzdem wäre noch vielleicht alles in eine glatte Bahn gekommen, wäre nicht ihr seltsames Verhältnis zu dem jüngeren Kinde gewesen. Es war ein einjähriges Mädchen, bei dessen Geburt die Mutter gestorben war ein bläßliches, zartes Geschöpfchen, das nicht recht gedeihen wollte. Die junge Frau hatte bisher nie in ihrem Leben mit so kleinen Kindern zu tun gehabt. Und das, was sonst Schicksal der Frauen an dem eigenen Kinde zu erleben vorbehält: die Erfahrung, wie ein junger Mensch wächst, wie dieses keimhaft verschlossene Leben sich entfaltet, das erfuhr die junge Frau zum erstenmal an einem fremden Kinde, während in ihrem eigenen Schoß schon ein neues Leben zu feimen begann. Seltsam wurde nun dieses Widerspiel von innen und außen, dieses innere Strömen eines neuen Lebens, während es außen schon Form und Gestalt gewonnen hatte und in seiner süßen Reife dem dumpfen inneren Wachstum veraneilte. Möglich, daß dieses Kind niemals vorher in richtige Hände gefommen war, möglich, daß es in seiner ungebrochenen Instinkthaftigkeit in 1936 der Wärme der jungen Frau, in Geruch und| Lage von Grund aus. Die Mutter wurde in Regung ihres Leibes das Mütierliche heraus ihren Matronenjahren von einer tüdiſchen spürte: es flammerte sich mit seiner fleinen Krankheit befallen. Sie, die der Mittelpunkt Seele an die neue Mutter und fing an, fich des Hauses war, die alles in seinem Wärmeunter ihren Händen wundervoll zu entfalten. freis gefangen hielt, sie wurde nun der hilfDie zarten Glieder rundeten sich, wurden träf- loseste Teil. Der Kreis zerfiel. Ihre Töchter, tiger, die Wangen bekamen Farbe und in die nervöse junge Frauen, waren unbeholfen und dumpfen Augen kam Licht und Glanz. Es lernte reizbar an ihrem Krantenlager. sich aufrichten, bewegen, lernte die fleinen Lippen zu Worten formen. Die junge Frau nahm entzückt dieses Geschenk entgegen. Dieses Kind wurde ihr in zwiefachem Sinne zu eigen: einmal, weil sie ihm neues Leben eingehaucht hatte. Und dann, weil in ihm das, was sie im dämmerhaften In- sich- Hineinschauen, im Wünschen, hoffen und Warten erträumte, frühzeitig Leben und Gestalt gewann. Als ihr eigenes Kind geboren war, änderte sich eigentlich nichts an der Stellung ihres Stief töchterleins. Sie hatte es so tief in sich hineinberleibt, das es ihr erstgeborenes blieb. Als ihr eigenes Töchterchen zehn Monate alt war, erkrankte ihr Liebling an einer schweren Erkältungskrankheit. Arzt und Bater rieten aur Spitalspflege, um das andere nicht zu gefährden. Und plößlich erschienen auch die mütterlichen Verwandten und forderten, als sei es die selbstverständlichste Sache von der Welt, als hätte nichts sich ereignet, um ihre größeren Rechte an das Kind aufzuheben, die Herausgabe des Kindes. Sie wollten es in Pflege nehmen. Mit blutendem Herzen mußte sich die junge Frau fügen. Sie hat ihren Liebling nie wieder gesehen. Er starb dort in fremden Händen. Ueber diese Erfahrung kam die junge Mutter nie wieder hinweg. Sie machte die Kluft zwischen ihr und den Verwandten der Kinder zu einer unüberbrüdbaren. Und zu dieser Sippe gehörte auch das ältere Mädchen, das ihr als kleine Spionin ins Haus gesezt schien, das lebte, während ihr Liebling sterben mußte. • Menschen im engen Zusammenleben können einander viel antun. Diese beiden taten einander viel an. Die Ehe ging fast darüber in Brüche, denn der Vater, ein männlicher Mann, stellte sich in diesen Konflikten häufig auf die Seite desjenigen, der ihm als der Schwächere erschien: des Kindes. Als das Mädchen fünfzehn Jahre alt war, gab es den Kampf auf und ging für immer aus dem Haus. Es zog in die Großstadt. Die Spannungen hörten deswegen nicht völlig auf, auch wenn sie über größere Wellen gingen. Das junge Mädchen begann sein Frauenleben frühzeitig. Aber es war nicht geschützt und umhegt und verlief darum nicht in so reinlichen geordneten Bahnen wie das der Stiefmutter. Und die Stiefmutter war es, die am wenigsten Verständnis dafür hatte, die ihr die Schande, die sie über die Familie gebracht, nicht vergab. Da wurde die Stieftochter ins Haus ge= rufen, jezt tehrte sie zurück und übernahm ruhig und umsichtig die Pflege. In ihrer freundlich- bereiten Art, immer gegenwärtig, wurde nun fie der Punkt, von dem Wärme und Leben ausstrahlte. Die Kranke gab sich ganz in ihre Hände. Sie wurde nur ruhig, wenn sie sie in ihrer Nähe wußte, und flammerte sich in ihren Todestämpfen an sie. Und einmal in einer Nacht, als die Stief= tochter wieder die Nachtwache übernommen hatte, gesellte sich eine der jungen Töchter zu ihr ihr Mann hatte sie so zärtlich in den Lehnstuhl eingepadt, damit sie später die Stiefschwester ablösen könne und sagte: Ich fann mich eigentlich gar nicht mehr erinnern, daß du einmal bei uns warst, Lisa, ich muß noch sehr flein gewesen sein." ,, Du warst noch gar nicht auf der Welt!" sagte die ältere lächelnd, denn ich war fünfzehn Jahre alt, als ich aus dem Hause ging." Fünfzehn Jahre?" sagte die andere erschroden, da warst du doch noch ein halbes Kind! Warum bist du so jung von zu Hause fortgegangen?" Die Schwester schwieg eine Weile. Dann sagte fie ruhig: ,, Ich weiß es nicht mehr." Aber sie wußte es natürlich noch sehr gut. Sie wußte, wie es begonnen, und daß die Frau, die hier schwer aufahmend und kämpfend im Bette lag, die Mutter dieses schönen, verwöhn= ten Wesens, ihr vollgerüttelt Maß Schuld daran hatte. Sie hatte sie heimatlos gemacht, und sie war sich dessen auch immer bewußt gewesen. und in jüngeren Jahren, als das Leben sie unter Wasser hielt, als es Schande und Qual über sie häufte, da hatte sie nicht aufgehört, mit Haß an diese Frau zu denken, die dazu beigetragen hatte, ihr Leben zu zerstören, und hatte gewünscht, das Schicksal möchte es ihr mit gleicher Münze vergelten. Aber nun, nach einem langen, bewegten Leben, in der Stille dieser Nacht, erschien ihr das alles plößlich bedeutungslos. Und es war feineswegs ein Gefühl von Verzeihung und Versöhnung, das sie dazu bestimmte. Sondern zwischen ihr und ihrer trüben Kindheit hatte sich längst das ganze, breite Leben dazwischen gedrängt, hatte den dunklen Kern der Schuld, den die Stiefmutter hinzugefügt, längst aufzulösen und zu zersetzen be= gonnen. Sie hatte so viel gesehen, so viel erfahren, so viele Menschenschicksale an sich vorSpäter erst, als sie beide reife Frauen übergleiten gesehen. War es nun die Vielzahl, waren, hatten sich die Härten zwischen ihnen ein daß ihr das einzelne bedeutungsloser erschien, wenig abgeschliffen. Die Tochter fam manchmal oder hatte sie halbbewußt die dunklen Fäden ins Haus, brachte den Stiefgeschwistern Ge- ahnen gelernt, an welchen auch der hing, der schenke, und die zwei Frauen verkehrten in Leben oder Fluch auszuteilen schien?... Das fühl- freundlichem Tone miteinander. Bild der Mutter, früher so mächtig, überschatDann kam eine Zeit, da wandelte sich die I tend an den Anfang ihrer Welt gesetzt, hatte sich längst grau und gleichmäßig eingefügt in die unzähligen Reihen von Menschenbildern, die an ihrem Blick vorübergezogen waren. Und ihr eigenes Schicksal hatte längst allen Anstrich eines Besonderen verloren und sich ebenso grau und gleichmäßig eingefügt in das der Masse. Und so tam es, daß jezt in der Stille dieser Nacht, an diesem Bett, sie auf die Frage, Die Ratte Die Hütte auf dem Spechtsboden war eigentlich eine gewöhnliche Holzhauerbude und gehörte dem Forstamt, das sie uns nur vermietet hatte. Ich zog im Herbst für eine Weile hinauf mit Schreibmaschine, einem halben Zentner Papier, viel Tabat und wenig Geld. Es war sehr schön, elfhundert Meter über dem Meer, vor der Hütte ein schmales, tiefes Tal mit heller Straße und verstreut liegenden breit dachigen Bauernhöfen, hinter ihr tief, ſtill und faſt urivaldhaft die Wälder, des Alleinseins. Und die Ruhe Wenn ich Lebensmittel brauchte, ging ich über den Berg inz Dorf. Sonst lag ich in der Sonne, tochte mir mein Essen, schrieb mein Zeugs vor mich hin. Umgang hatte ich wenig. As und zu eine Ringelnatter oder Kreuzotter, ein großer Schwarzspecht, der eine oder andere Burtspecht, ein paar Hasen, ein Reh, Bussarde, ein Kauz an der nahen Quelle und so weiter: das waren so die Nachbarn. An Menschen bekam ich erfreulich wenig zu sehen. Einmal fam für ein paar Tage Inge zu Besuch, was auf den Speisezettel und die Qualität der Gerichte sehr günstig wirkte. Selten passierte ein Tourist die Hütte. Zwei sehr verdächtig aus sehende Burschen schauten eines Tages herein; fie faben ziemlich unheimlich aus, aber ich hatte gerade Holz geſpalten und die Art in der Hand und machte mir nichts draus. Sie gingen fort; es war am Vormittag. Ich sah den ganzen Tag nichts mehr von ihnen, und auch in der Nacht tamen sie nicht. Immerhin hatte ich sicherheitshalber die Art neben wir auf der Pritsche liegen, während ich schlief. Dann kam auch ein norddeutsches älteres Ehepaar. Sie fteďten erst den Kopf zum Fenster herein, dann gingen sie um die Hütte herum und kamen einfach herein und schauten sich den Raum und die Sachen und mich an: Als sie die Schreibmaschine entdeckten und die herumliegenden Papiere, verdrückten sie sich wieder. Daß man sich entschuldigen fönnte, fiel ihnen offenbar nicht ein. Vielleicht geht man bei ihnen zu Hauſe einfach ſo in die Stube fremder Leute, gafft sich satt und zieht ab- ich weiß das nicht. Und schließlich wurde ich eines Morgens durch die Unterhaltung einiger Waldarbeiter und Frauen geweckt, die vor dem Haus um den Tisch saßen und Schwarzbrot und Spec aßen. Sie blieben den Tag über in der Nähe der Hütte und legten um die Spißen der jungen Tannen fleine, mit Baden versehene Blechringe zur Abwehr äsender Rehe. Mittags kochten sie sich auf meinem Herd ihre Suppe. Dann hatte ich noch einen Untermieter: die Ratte. Sie schien allein zu sein, ein Junggeselle; wenigstens habe ich nie ein weiteres Familienmitglied zu sehen bekommen. Es war ein strammer Kerl in den besten Jahren, feist, fräftig, selbstbetvußt. Seine Anwesenheit machte sich mir zuerst nachts bemerkbar. Unter der Pritsche sie war breit und durchzog die Hütte von Wand zu Wand; es fonnten gut neun Mann nebeneinander pennen; wenn wir mehr waren, mußten wir uns eben schichtweise übereinanderfiapeln unter der Pritsche polterte ez. Ez lagen Holzstücke, Papierknäuei und anderes Zeug dort; das wurde von einer wo ihr Leben seinen trüben Ausgang genom- schmierte den breiigen Saft aus den Pfeifen men, mit ruhigem Herzen antworten konnte: darauf. Bevor ich das Licht löschte, legte ich die Ich weiß es nicht. Daß fie aus diesen welken Giftbrote schön aufs Wanbrett, an den AnHänden, die unruhig auf der Decke herumirrten, marschweg der Ratte. die Schuld nahm, die ihr Leben überschattet Am anderen Morgen waren sie alle ge= hatte, und diesen Schatten ins Unerklärbare, fressen. Ich sagte mir: die bist du los, die Undeuibare verwies, das dem menschlichen Lose Ratte nämlich. Als ich nachmittags aus dem verhaftet ist. A. J. Wald zurückam, saß sie auf dem Tisch und fraz am Sped. Von Max Barth Ede in die andere geschleppt und getrudelt. Offenbar eine muntere Persönlichkeit, die sich da vergnügte. Die Ratte natürlich. Ich hörte nicht nur die Holzstücke klappern, die Papiere rascheln; ich hörte auch die Ratte selbst. Ich weiß nicht, ob diese Gattung auf den Krallen marschiert; auf alle Fälle flang es, als ob sie Hufe hätte. Sie trampelte, furz gesagt. Es war eben feine feine städtische, sondern eine pöbelhafte Bauernratte. Das Poltern störte mich. Aber schließlich schlief ich doch ein. Ich bekam das Vieh zunächst nicht zu Gesicht. Aber wenn ich von draußen kam, war mein Brot oder der Käse angefressen, sofern ich sie nicht in den mit Draht vergitterten Schrank gelegt hatte. Nachts: nicht mehr; ich hatte mich daran gewöhnt. Radau unter der Britiche. C's ſtorte mid the Eines Nachmittags erschien sie plötzlich, während ich am Tiſch ſaß. Sie kam in der Nähe des Schranks aus der Holzwand und ging auf einem Wandbrett zu einer großen gelben Birne. Ihr nacter, fleischiger Schwanz war mindestens zwanzig Zentimeter lang. Als ich nach einiger Zeit aufstand, zog sie ab. Die angenagte Birne ließ ich liegen; ich eſſe nichis Angebissenes. Bon da ab kam sie öfter3. Die Birne berschwand; andere Freßbarkeiten gleichfalls. Wenn ich mich ihr drohend näherte, ließ fie Pfoten und Krallen vom Fraß, schaute mich einen Moment fest an und ging dann fort. Zu fagen, sie floh, würde heißen, einen aufrechten Gegner verleumden. Sie floh nicht; sie ging einfach weg, nach Hause. So, wie wenn sie sagen wollte:„ Nun paßt's ihm schon wieder nicht! Na, dann nicht!" Beim Weggehen ließ sie ihren nadten, graubraunen Schwanz verächtlich hinter sich herschleifen. Er hing über das Brett herab, herausfordernd, als kümmere sie sich überhaupt nicht um ihn und darum, ob ich ihn etwa padte und ausrisse. Es sollte mich ärgern und ich ärgerte mich auch. Ich schlief nicht mehr sofort ein. Während die Ratte unter meiner Pritsche trampelte und stampfte und flappernd von einer Ede in die andere schoß, mit allen möglichen Dingen herumspielte, aber nur mit solchen, die Lärm machten, lag ich wach und war wütend. Ich brütete Rache. Und um mehr Grund zu haben, ihr was anzutun, erinnerte ich mich an alles Böse, was man über Ratten weiß: daß sie alles auffressen, was Menschen auch gern essen, daß sie die Pest und andere ansteckende Dinge übertragen, daß sie schon schlafende Kinder an- oder gar aufgefressen haben. Ich begann um mich besorgt zu werden: ich habe einen festen Schlaf, und wenn die Ratte nachts hergeht und anfängt an mir herumzunagen! Bis ich was merke, kann die halbe Zehe weg sein. Einen Tag lang brütete ich andere Methoden aus. Zuletzt entschloß ich mich zu einem teuflischen Verfahren. Als Licht diente mir eine Karbidlampe. Man weiß, wie Karbid funktioniert: wenn es feucht wird, schäumt es, entwidelt Gas und wird dabei heiß. Ich be= schloß, der Ratte ein Loch in den Bauch zu brennen. Von innen her. Also machte ich einen Teig aus wenig Wasser, viel Mehl, Butter, Haferfloden, Grieß, furzum, aus lauter Dingen, die Ratten lieben. Sch ging vor die Hütte und zerklopfte auf einem Stein mit dem Rüden der Art einige Broden Narbid. Es wurde kein feines Mehl, aber immerhin eine Art Grieß. Ich fnetete ihn unter den vorbereiteten Teig. Es stank zuerst ein wenig, weil ein Teil des Karbids sich in der Feuchtigkeit auflöſte; aber im großen ganzen hielt sich der Stoff intakt. hielt sich Er sollte ja erſt von der Magenflüssigkeit zersetzt und erhitzt werden. Es war ein Knödel, so groß wie ein Pfeifentopf. Ich lauerte, als es dunkel war, bis die Raite erschien. Endlich war sie da; ich mertte es, als der Kloß aufing herumzurollen und stvar ziemlich laut. Er war im Lauf des Tages angetrocknet und fest geworden. Er wurde durch die ganze Hütte gekugelt; offenbar machte es dem Bieh Spaß, damit zu spielen. Schließlich hörte das Herumtollern auf, und ich hörte, wie die Ratte an ihrem Knödel herGrunzen ausstieß. Den Ausgang wartete ch umnagte und dabei ab und zu ein schwaches nicht ab; ich schlief ein. Am anderen Morgen war. der Giftkloß verschwunden; offenbar hatte das Vieh ihn aufgefressen. kommen sei, frog. Am Nachmittag erschien das Meine Hoffnung, daß es ihm schlecht bes Tier wie gewöhnlich zu Besuch. Jch überlegte andere Wege, fand aber keine. Da ich außerdem mein Mittel doch für wirksam hielt, verfertigte ich sofort einen zweiten Knödel. Er wurde faustgroß; der Prozentfaz des Karbids war darin doppelt bis dreimal so start wie im ersten. Ich setzte alle Hoffnung auf mein Produkt. Der Abend fam; die Ratte marschierte an, spielte, polterte mit ihrem Kloß, stampfte mit den Hufen, wurde des Spiels müde und begann zu essen. Ich hörte fie geradezu fchmaßen. Morgens lag der halbe Knödel unter der Pritsche. Endlich hatte das Mittel gewirkt; die starke Dosis hatte dem Vieh den Rest gegeben; ich hatte gesiegt. Die Ratte hatte mitten im Fressen aufhören müssen, weil ihr Bauch ange= fangen hatte, zu brennen. Sie war weggegan gen, hatte sich fortgeschleppt, um in ihrem Loch zu verenden. Sie tat mir eigentlich leid; es war ein gräßlicher Tod, und ich war im Grunde ein Tierquäler. Aber jeder ist sich selbst der Nächste, und man bedient sich der Mittel, die man eben hat. Ich legte mich ohne Gewissensbisse schlafen. Schließlich machte ich konkrete Pläne. Ja schnitt ein halbes Dußend Brotscheibchen, so groß wie ein Daumennagel, und reinigte meine Am anderen Morgen war auch die andere Pfeifen. Ich hatte gelesen, daß Nikotin ein Hälfte des Knödels aufgefressen. Ich habe keine schweres Gift ist und daß ganz wenig genügt, Gifttlöße mehr zubereitet. Ich aß meine Butter einen Menschen zu töten. Eine Ratte mußte und meinen Grieß selbst und verwendete das man mit fast nichts umbringen können. Ich Karbid nur noch für die Lampe. Ich fand mich bestrich die Brotscheibchen mit Butter und mit der Ratte ab; sie hatte gefiegt. 8 Briefe an die., Times" 1 Von Peer John( London) Urgroßväter- und Großväterprobleme wohlmeinender Korrespondent empfiehlt die Einführung einer Halbfarthing- Münze im Interesse der Armen, die Brot, Kohle und Buder nur in fo fleinen Quantitäten taufen können, daß ihnen bei jedem Einkauf ein uneins bringlicher Halbfarthing- Reſt und im Tage etta ein halber Benny verloren geht- ein gewichtiger Betrag schon für die unzähligen Paupers jener Tage. Ernster ist ein von sitta lichem Pathos getragener Proteft gegen die Greuel der Kinderarbeit in den Fabriken, die damals ungehemmt grassierte, und recht inters essant ein Brief gegen die ,, neue Mode", an den Häusern des Adels und der Gentry ztvei Glodenzüge anzubringen, einen für und einen für die Dienerschaft" ,,, ein Beispiel aristokratischer Arroganz, übel angebracht in diesem Zeitalter". Nachkriegszeit Die Briefe, die die Engländer an ihre| del der Zeiten den geistigen Durchbruch des Beitungen schreiben, sind ein wichtiges Ele- Neuen und seine harmonische Einordnung in ment in der Bildung und Manifestierung der das lebendig gebliebene Alte zu beobachten. öffentlichen Meinung des Landes, eine der Komponenten im Mechanismus der britischen Demokratie. Sie registrieren die politische Stimmung der Wählerschaft und sie beeinflussen Die beiden ältesten Briefe sind bereits in drei nicht selten die politischen Entscheidungen selbst. Nr. 2 der„ Times", die damals noch Auch in den ausgesprochenen Parteizeitungen Jahre lang- ,, The Daily Universal Register" ſteht die Briefkolumne immer auch der Gegen- hießen, am 2. Jänner 1785 erschienen. Der erste meinung offen und in den grogen politiſchen lift weniger burch ſein Xlems are bung teilte Tageszeitungen, dem„ Daily Telegraph" etwa wortreiche und gestelzte Form bemerkenswert oder dem Manchester Guardian", und den und handelt mit vielen mythologischen RemiWochenblättern vom Typus des„ New States- niszenzen über das„ Trinken von Toasts", das man" entfacht jede wichtige Frage spannende ganz im Geiste der zwischen Rokoko und AufBriefdiskussionen, an denen die besten Köpfe flärung schwankenden Zeit als eine leichte des Landes teilnehmen. Und noch die kleinsten und angenehme Art der Erziehung und Erwer Lokalzeitungen und Vereinsblätter haben ihre bung von Wissen" empfohlen wird. Der andere Briefkolumne, in der die schweigsamen Engläns Brief, ebenfalls weitschweifig und nicht ohne der redſelig werden, nicht – oder doch nur Berufung auf Cicero, aber beſchäftigt ſich ſchon ausnahmsweise um sich reden zu hören, nicht mit einem der großen Probleme der im Weroder doch nur ausnahmsweise um ihren den begriffenen englischen Demokratie, dem Namen gedrudt zu lesen( ein großer Teil der Mißbrauch des lebenswichtigen Volksrechts auf Buschriften erscheint pseudonym), sondern um Kritik an der Regierung durch.pöbelhafte Beidas ihre beizutragen zu dem, was sie troß allen tungen", durch die Revolverpresse, wie wir heute und scharfen Gegenfäßen als die Gemeinschaft ſagen würden. Der Briefschreiber, der sich, des englischen öffentlichen Lebens empfinden. klassisch natürlich, Publicola" nennt, hält es für ein gesundes Staatsleben für erforderlich, daß die Nation als eine Art Juch ständig über die Minister und ihr Verhalten zu Gericht size; aber eben darum müſſe es ein faires Gerichts= berfahren geben, berläßliche Zeugen, erafte Beweise; die Söhne der Berleumdung" hätten freilich kein so leichtes Spiel, wenn sie nicht von ienen Großen gedeckt würden, in deren Dienst 1921. Der ungestüme Erneuerungsdrang fie verleumden, und so appelliert Publicola an die Regierung, ein Erempel an ihren eigenen der zutiefft aufgewühlten Nachkriegsgeneration Kreaturen zu statuieren, an jenen ,, infamen tobte felbstbewußt auch in den würdigen Bläts Stribblern", die den guten Ruf der Regierungs- tern der„ Times“. Heute freilich, nach 15 Jahgegner beschmusen. Wir bezweifeln, ob dieser ren, muß man mit bitterem Gefühl bekennen, frühe Times"-Brief unmittelbare Wirkung daß die stürmische Jugend von damals das hatte, aber man weiß, daß die englische Demo- Schicksal der Welt auch nicht besser gemeistert fratie mit dieser Kinderkrankheit jeder jungen hat als ihre Bäter. Freiheit fertiggeworden ist. Bon allen englischen Zeitungsbriefen aber halten die Briefe an die„ Times", das führende Blatt des britischen Bürgertums, einen besonberen Rang. Briefe an die„ Times" haben Geschichte gemacht. Briefe an die„ Times" werden nicht nur im ganzen politischen England, sondern auch auf den ausländischen Gesandtschaften und in den fremden Staatskanzleien aufmerksam gelesen. Vor kurzem ist ein Buch erschienen, das " eine Auswahl der in den 150 Jahren ihres Bestandes in den„ Times" veröffentlichten Briefe enthält( ,, Dear Sir", edited by Doug Tas Woodruff). Es sind nicht die Briefe, die Geschichte gemacht haben; es sind Briefe, die Kulturgeschichte machen werden. Der Atzent liegt auf Kultur. Die soziale und intellektuelle Oberschicht des Landes bearbeitet Spätere und doch noch frühe Briefe behier ernst und spielerisch, pietätvoll und tri- handeln in buntem Wechsel Theaterfragen, die tisch, gelehrt und ironisch das reichste Kul- Statue des Herzogs von Wellington, tolle turerbe, das die bürgerliche Geschichtsepoche Hunde und unziemliche Fährleute auf der hervorgebracht hat, konserviert es, restauriert es, Themſe, die sich nicht an ihre Tagen halten. reformiert es, revolutioniert es bildet es 1811 beklagte sich ein Gentleman über die zu organisch weiter. Sprache und Erziehung, Lite- nehmenden Einbrüche und Taschendiebstähle und ratur und Gefchichie, Mode und Sygiene find führt sie auf die Abschaffung der Todesstrafe die beliebtesten, aber keineswegs die einzigen für Diebstähle zurück. In den dreißiger Jahren Themen. Besonders interessant ist es, im Wan-| beginnt die soziale Frage zu dämmern. Ein Der Gerichtsfall Jesu Christi Richter; und in seinen täglichen Begleitern sah fie Landstreicher, die Jesus zur Vagabondage verführt hatte weg von ihrer bürgerlichen Betätigung. Die Frommen sahen in ihm einen Sabbatbrecher, einen Leugner der Macht der Beschneidung und den Verfechter des strengen Ritus der Taufe, einen Fresser und Säufer. Die Aerzte verabscheuten ihn als einen Ungelernten, der die Praxis ausübte, das Bolt mit Quadsalberei heilte und dafür nichts begehrte. ( C. C.) In dem Vorwort zu dem Buch: On the Rods" sagt G. B. Shaw:„ Nimm den Fall der Austilgung von Jesus Christus. Kein Zweifel, es sprachen starke Umstände dafür. Vom Standpunkt der Hohepriester aus war Zesus ein Keßer und Betrüger. Die Staufleute sahen in ihm einen Aufwiegler und Kommu- Er war nicht der Anti- Christ; niemand nisten. Vom Standpunkt des Römischen Reiches hatte bis dahin von so einer Macht der Finsterwar er ein Verräter. Der gesunde Menschen- nis gehört, aber er war im Begriffe ein Antiverstand sah in ihm einen gefährlichen Narren. Der Standpunkt der Philister, der immer ein fehr einflußreicher war, sah in ihm einen pfenniglosen Bagabunden, die Polizei einen, der im Umherziehen Widerſtand leiſtet, einen Bettler, einen Beschüßer von Prostituierten, einen Verteidiger der Sünder und einen Lästerer der Moses zu werden. Er war gegen die Priester, gegen die Gerichtsbarkeit, gegen das Militär, gegen die Geschäftswelt( er erklärte, daß es für einen reichen Mann unmöglich sei, ins Himmelreich zu kommen), und gegen alle Mächte, jeden einladend, er möge alle seine Macht lassen and ihm folgen.< Die meisten der Briefe der Sammlung aber stammen aus unseren eigenen Tagen. Die Nachkriegszeit spricht aus ihnen und die stürs miſche fulturelle Neugeſtaltung, die ſie auch in England mit sich gebracht hat. Es kann nicht fehlen, daß sich in den Spalten der„ Time3" eine lange Debatte über die neue Jugend entſpinnt. Ein ,, Beobachter in mittleren Jahren“ leitet sie mit mildem Tadel der schlechten Manies ren und mangelnden Konventionen der neuen Generation ein. Ihm antwortet in Tönen, die ſeinen Tadel vollauf bestätigen, die aus den Schüßengräben zurückgekehrte Jugend: dort hat sie eben leine Manieren gelernt, bekennt sie ted, und von den mittleren Jahrgängen, deren wohl gesetzte Ehrbarkeit die Welt schließlich in den Schüßengräben gelandet hat, läßt sie sich keine Vorschriften machen; sie ist daran, sich Leben und Welt selber und besser zu zimmern! Das Die Badehose allerdings hat sie nun auch an der englischen Küste durchgefeßt, den kurzen Rock für die Frauen und dann gar die shorts". die kurzen Hosen, für Tennisspielerinnen und Radfahrerinnen, und das in der Vorkriegszeit fast unbekannte„ biking" und„ camping“, das gemeinsame Wandern und Zelten beider Ges schlechter. Das Für und Wider zu alldem findet sich in den Briefspalten der„ Times". Dann gibt es Wortgefechte um Borte, elegante Briefduelle um stilistische Finessen, schneidige Attaden gegen die Verhunzung, Vers Bon jedem Standpunkt aus gesehn, von dem des Gesezes, der Politik, der Religion, der herkömmlichen Sitte und der Verfassung war er der erbittertste Feind der Gesellschaft dieser Zeit, den sie je vor die Gerichtsschranken_ge= zerrt hatte. Er war in jedem Punkte der Antlage schuldig und noch in vielen anderen Punkten, die in die Anklage einzubeziehen seine An= fläger nicht den Witz hatten. War er unschuldig, dann war die ganze Welt schuldig. Ihn freizusprechen, hätte ge heißen, die Zivilisation aufgeben und alle ihre Einrichtungen. Die Geschichte hat seinen Fall ausgetragen, denn kein Staat hat sich je auf feinen Grundsätzen aufgebaut oder es möglich gemacht, nach seinen Geboten zu leben; jene Staaten, die feinen Namen angenommen haben, nuken ihn nur als Aushängeſchild, um ima stande zu sein, seine Anhänger mehr glaub. würdig verfolgen zu können." pr You tu naiste pr071550m // bürokratisierung, Amerikanisierung der Sprache. Vitamine und die vitalen Probleme des Hosenpadens, Schlaflosigkeit und Stottern, Golf und Kridet werden in den Briefen der Sammlung mit gleicher Sachkenntnis behandelt und neben Abhandlungen über große wissenschaftliche und weltanschauliche Fragen finden sich kulinarische Epistel, mit nicht geringerer Gründlichkeit und Liebe verfaßt. Max Winter, Hollywood: im Wienerisches Man lernt allerhand nüßliche Dinge aus diesen gesammelten Briefen, die aus Londoner Klubs und indischen Garnisonen kommen, aus In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober Orford und Cambridge und den Salons von fand in Wien eine große Luftschußübung ſtatt. Mayfair. Vor allem aber lernt man Guten und Schlechten, im Lächerlichen und Im- Vorher erſchien eine Kundmachung, in der vers ponierenden die Geistesart der kultur- und lautbart wurde, daß am 2. Oktober die Stras auch sonst gesättigten Bourgeoisie kennen, die Benbeleuchtung ab 17 Uhr 30 eingeschränkt, bzw. das Britische Weltreich beherrscht. abgeblendet werde. Die Wiener waren nun sehr neugierig auf die Durchführung dieser Maß nahme, da nämlich laut amtlichem Zünds falender- die Straßenbeleuchtung am 2. Ot tober erst um 17 Uhr 50 Minuten aufzuglühen hatte. Ihre Neugierde tourde leider nicht bes friedigt, da im Testen Augenblick der Beginn der Nebung von 17 Uhr 30 auf 23 Uhr verlegt wurde. 15.000 Jahre vor Columbus Bei den Höhlenmenschen von Nordamerika Albert Einstein hat recht, daß alles relativ Ist. Im Südwest- Museum von Los Angeles m von find in einer Glasvitrine ein an beiden Seiten angebranntes Rohr, ein bemaltes, abgebrochenes Tunde 3 Stöckchen, eine Feuersteinspiße und der Dung eines Tieres zu sehen. Und diese Dinge und einige bearbeitete Stöde und einige Knochen, aus denen das Mart entfernt war, und Holzkohlenasche dazu zählen zu den größten wissenschaftlichen Schäben des heutigen Amerika, benn alle diese Dinge find bei Grabungen zu wiſſenſchaftlichen Zweden in einer Tiefe gefunden worden und in enger Gemeinschaft, so daß man das Alter dieser Lagerstätte ziemlich genau mit 15.000 Jahren bestimmen tann. Asche, gespaltene und bearbeitete Knochen, bemalte Stöde tönnen aber nur von Menschen Stammen und bas Tier, durch dessen under fehrten Dung fich der Forscher Mard R. Hare rington bom Südwest- Museum durcharbeiten mußte, ist das längst ausgestorbene Erdfaultier( Megatherium), ein Riesentier von Elefantengröße, das sich auf seine sehr starken Hinterbeine aufstellen und von den hohen Beigen der Bäume seine Blätternahrung holen Lonnte. Auch ben Schädel eines solchen Faultierez fanden der Forscher und seine Helfer, das Stelett eines neugeborenen Faultiers und daneben das an beiden Seiten angebrannte Rohr, bas als Fadel gedient hat. Nach das Stelett einer Mapperschlange, Knochen von Kamelen und längst ausgestorbenen Pferden wurden ents bedt, nur nicht auch Menschenknochen und doch fst durch die Funde der Nachveis erbracht, daß biese Zeit 15.000 Jahre zurüdliegt, daß damals Menschen gelebt haben, und zwar auf einer ziemlich hohen Kulturstufe schon. Die Fadel, bie Steinmesser, die bemalten und bearbeiteten Knochen und Stäbe und die Erfindung einer Speerschleuder weisen darauf hin, und endlich, daß diese Menschen mit dem Erdfaultier zusam mengelebt haben müssen. Man tennt den Menschen nicht, der in dieser Höhle es ist die Gypsumhöhle in ben Kaltfelfen der Frenchman Berge in der Sudipiße Nevadas- gelebt hat und doch weiß man, daß er 15.000 Jahre vor unserer Zeit gelebt hat, daß er Entdecker, Farbenchemiler, Maler, Holzschnißer war, daß er das Feuer Hatte, Stein und Knochen bearbeiten gelernt hatte und daß er eine Spießschleuder erfand. heutigen Staat Utah, two ein Künstler diefer verschollenen Tage auf eine Felstlippe ein gar seltsames Tier zeichnete, so eine Art Flußpferd, und aus ähnlichen Zeugnissen und Knochen und Skelettfunden weiß die Wiſſenſchaft heute, daß zur selben Zeit, zur Zeit dieſer vorgeſchicht lichen Völkerwanderung, dort, wo heute die vorbildlichen Autostraßen Nordameritas das Land durchschneiden, Mammute lebten, Löwen, Säbeltiger, Namele, Moschuss und Auerochsen ( Bisons), Riesenbären und Riefenwölfe und bieles andere Getier, das ausgestorben ist oder, von Klima und Mensch verdrängt, andere Weiden oder Jagdgebiete gesucht hat. Die Forschung glaubt nicht, daß dieser Mensch auf amerikanischen Boden gewachsen ist, bielmehr, daß Vorfahren dieser Menschen auf bem Landwege von Asien nach Amerita gekommen waren. Die gefundenen Kulturzeugnisse weisen auf die spätere Eiszeit hin, auf das Solutréen. Diese schon ziemlich weit gekommenen Menschen wanderten zwanzigtausend Jahre zurüd-bom falten Norden, förmlich auf der Flucht vor dem Eise, immer weiter und weiter, Wärme, Leben, Nahrung fuchend, nach bem Süden. Auf dem Wege dahin kamen fie auch durch das Land des Salzsees, durch den 蛋 det man noch vom Frühjahr her stammende Auf einigen österreichischen Bahnhöfen fin Werbeplakate Spaniens, auf denen unter ande rem zu lesen ist:..Bu allen Jahreszeiten lächelt Ihnen Spanien aus tausend Antlitzen ents gegen." Vor einigen Tagen fand in der Wiener Michaeler- Kirche die feierliche Kons fetration eines Dollfuß- Altars statt, der errich tet wurde zum Dank für die wunderbare Ers rettung des Kanglers gelegentlich des am 8. Ottober 1933 auf ihn verübten Revolver- Attentats. # Wo heute Hollywood steht, lebten 20.000 bis 100.000 Jahre zurück die Säbeltiger, die ihre entsetzlichen messerscharfen Hauer tief in den Leib des überfallenen Zieres gruben und fein warmes Blut fogen. Dieses grausamste Tier, zugleich die Kazenart mit dem berhältnis. Am Schottenring befinden sich dicht neben mäßig fleinsten Gehirn, ist ausgestorben, aber einander zwei Feinkosthandlungen, deren Spes noch find in Hollywood die Asphaltsümpfe zu sehen, aus denen die Stadt Los Angeles zur zialität gebratene Gänse sind. Ueber dem einen Zeit, da Europa zum Weltkrieg auszog, bie Laden prangt eine große Tafel mit der Aufs Stelette und Steletteile von 2000 Säbeltigern schrift: Das gut gebratene Ganst nur von allein holte und dazu Stelette von hundert Biel!" Und oberhalb des andern Ladens prangt anderen Tieren, auch von dem Riesengeier jener Tage und der Känguruhratte, die heute noch in gleichfalls eine große Tafel mit den Worten: den Wüsten Südkaliforniens den Klapper- Das besser gebratene Ganst nur von Deutsch!" fchlangen als Nahrung dient. 15 入 麵 " ⑦ Mungo. Copyright P. L. B. Bas& Copenhagen Adamson ist erfinderisch +