BUNTE WELT Nr. 44 Unterhaltungsbeilage Fritz Rosenfeld: Jagd wild Gestern hatte Paul im Café gesagt, es sei Gefahr im Verzug, und Edgar solle seine Wohmung nicht verlassen, bis er eine Nachricht befäme. Heute brachte die Mittagspost ein blaues Kuvert, es stand kein Absender darauf. Edgar öffnete es mit zitternden Händen. Es enthielt ein unbeschriebenes Blatt Papier, das am linken Rand gelocht war, als hätte man es in eine Registratur einordnen wollen. Edgar wandte es um, aber das war eine automatische, sinnlose Bewegung, denn er suchte keine Worte auf diesem blanken Bogen. Er wußte, daß er von Paul fam, und er wußte, was er bedeutete: Sofort verschwinden. Paul, das war der Anfang einer langen Reihe von Menschen, an deren unsichtbarem Ende ein Mann ohne Namen und ohne Antlitz stand. Er hatte eine Kasse, Geld, Banknoten, Münzen. Wie bei einem Brand im Dorf die Wassereimer von Hand zu Hand wandern, so ging dieses Geld durch die Glieder einer Kette. Der Rest, der übrig blieb, floß in Edgars Tasche. Es war nicht viel, aber es war genug, um das Zimmer zu bezahlen, sich satt zu essen und manchmal eine Krawatte zu kaufen, die in einer Auslage lockte. In einem schmutzigen, lärmvollen Café in der Nähe der großen Märkte stedte ihm Paul die Banknoten zu, in einem Kuvert, muß er wohl das Haus verlassen, als ginge er spazieren. Als wollte er nach einer Stunde in dieses Zimmer zurückkehren. In dieses Zimmer... Wird er es jemals wiedersehen? ter. Und nun 1936 Da schreckt er auf. Polizisten laufen über die Leinwand, sie schießen aus Maschinenpiſtolen. Fremde Menschen, fremde Uniformen. Drei, vier Männer, mit brutalen Gesichtern, erwidern Geld das Geld schiebt er in die Tasche. das Fauer. Scheiben zerklirren, Frauen schreien Das Geld allein ist wichtig. Hemden, Kleider, auf, Kinder fliehen. Die Verbrecher verschwin= Krawatten bekommt man an jeder Straßenede, den in einem Haus, schwere Türen fallen zu, wenn man Geld in der Tasche hat. Plößlich hält eiserne Fensterladen schließen sich. Die Polizi er ein. Sie sind hinter ihm her, sie, die andren, sten suchen Deckung und beginnen die Beladie in der Wohnung drüben, die er photogra- gerung. phiert und belauscht hat. Werden sie es selber Verbrecher. Winzig flein ist dieses Wort, es tun? Oder haben sie die Polizei auf ihn gehetzt? wächst aus dem Dunkel auf Edgar zu und steht Wer ist der Feind, vor dem er sich nun in acht vor ihm, flammende Lettern, von denen Funken nehmen muß, sobald er die Straße betritt? niedertropfen. Ich bin doch kein Verbrecher. Die Hausflur ist leer, niemand hat ihn ge- denkt er. Hunger, weiter nichts. Keine Arbeit. sehen. Es ist November, später Nachmittag, es Wochenlang die Jagd von Fabrik zu Fabrik. regnet, der Asphalt ist blank. Er stellt den Kra- Bis er Paul traf. Bis Paul ihm Geld gab. gen hoch. Als seine Hände den Stoff des Man- Bweimal, dreimal. Und dann von ihm vers tels greifen, erinnert er sich: der Mantel fann langte: in einer bestimmten Straße, in der er ihn verraten. Er geht in einen Laden, kauft bisher nie gewesen war, ein Zimmer zu mieten. einen neuen; den alten soll man an seine Adreſſe Die Wohnung gegenüber zu beobachten. Hinter senden. Als er den Laden verläßt, packt ihn die dem Vorhang verborgen mit der Kamera zu Angst. War das ein Fehler? Nun haben sie seine Tauern. Mit den Leuten, die drüben wohnten, Spur. Auch der Hut muß fort. Diesmal ist Bekanntschaft zu schließen. Ein Mann, eine er flüger. Er läßt den alten Sut im Laden, junge Frau, ihre Mutter. Zu horchen, und zu man soll ihn puben, er wird ihn in acht Tagen erzählen, was sie sagten. Es war so einfach. abholen. In acht Tagen Paul war mit ihm zufrieden. Nach vielen JahLicht, Spiegel, weiße Mäntel. Der Fri- ren konnte er sich wieder neue Hemden kaufen auf dem der Name einer Firma stand, land- seurgehilfe schlägt weißen Schaum in einer- einen Anzug und ein Kleid für die Mutwirtschaftliche Maschinen oder Blumensamen, Schale. Kalt und feucht berührt ein Fremdes Kleiderstoffe oder Musikalien; das wechselte seine Wangen. Der Sessel ist tief und weich. Das sind ja gar nicht fremde Menschen und war auch völlig gleichgültig. Dafür bekam Wielange wird es noch dauern, denkt Edgar. In dort auf der Leinwand, das ist ja er selbst. Das Paul Bilder, kleine Photos, die Edgar machte, ein paar Minuten ist er rasiert, muß er aufund dafür bekam er Worte, die Edgar auffing, stehen, muß er wieder auf die Straße hinaus. Hauz hat eine andere Faffade, aber es ist das die er in seinem Gedächtnis bewahrte und Paul Wohin? Die Angst überfällt ihn. Jeder, Haus, in dem er wohnt. Nun tann er es nicht im Café zuflüsterte. Er wußte nicht, was sie der neben ihm geht, jeder, der hinter ihm durch bedeuteten und wozu sie Paul dienen konnten, den Nebel tappt, fann einen Revolver in der aber das wußte dieser wohl selbst nicht. Er gab Tasche haben und auf ihn zielen. Sie schießen ſie weiter, fie fletterten die Kette hinauf und durch die Tasche, man sieht die Waffe nicht, ihr Echo war Geld, ein Knistern von buntem man spürt einen Schlag- Blut. Papier, Essen, Kleider, Frieden. Da war wohl eine große, schwere Hand, und Edgar war ihr Heinster, schwächster Finger; aber es war gut, daß sie da war, und daß man zu ihr gehörte. Verschwinden. Niemand sprach dieses Wort, niemand hatte es niedergeschrieben, aber Edgar hörte es im Ohr, und es griff bis an sein Herz. Wie oft hatte Paul ihm eingeschärft, was er tun müsse, wenn es so weit fäme. Aber Edgar er= innert sich in diesem Augenblid an nichts mehr. Von Licht umrahmt, tanzen riesenhafte Alle Worte sind ausgelöscht und verweht. Er Figuren über die Fassade eines Hauses. Ein stedt das leere Blatt in die Tasche, als enthielte Kino. Was ist das, Kino? Helle Gesichter im es einen Befehl, den er überbringen muß. dunklen Saal. Dunkel ringsumber weites, Dann reißt er die Laden des Schranks auf, uferloses Dunkel. Sehen, und nicht gesehen werdurchtvühlt seine Wäsche, die Papiere. Rechnun- den. Hören, und schweigen dürfen. gen, die noch nicht bezahlt sind das hat jetzt Er steht an der Kassa. Eine Loge? Nein. wohl keine Eile mehr. Ein paar Briefe die Nicht allein sein mitten unter den anderen, Mutter, ein Onkel. Er steckt sie in den Ofen, das ist besser. Eine lange Reihe von Sigen, zündet sie an; während sie brennen, denkt er Umrisse von Menschen, Rüden, Köpfe, fahlschim- Es wird Licht im Saal. Nie hat Edgar ge daran, daß sie nichts enthalten, das ihn gefähr-| mernde Hände. Sie ſizen still, sie beachten ihn wußt, daß Licht so schmerzen kann. Das gute, den könnie, nur Grüße, Fragen, wie geht es nicht, es sind keine Feinde. An den Türen weite, weiche Dunkel ist veriveht, Gesichter taudir, was machst du immer, bei uns ist alles in fladern kleine rote Lampen. Da denkt er plößchen auf, ein alter Mann mit einer Brille, er Ordnung, uns geht es gut. Wie der Refrain lich: sie haben meine Spur, sie beseven alle trägt ein Paket Zeitungen unter dem Arm, eine eines Liedes flingt es in Edgars Ohr: Uns geht Türen, durch welche kann ich fliehen. Er zählt. dicke Frau, ein halbwüchsiger Junge, der Edgar es gut, uns geht es gut. drei rechts, drei links. Die Kabine des Opera- grüßtja, er ist Verkäufer in einem Geschäft teurs hat wohl einen anderen Ausgang Edgar erinnert sich. Ein Mädchen, schlank, den Hinterhof, er erinnert sich genau geschminkt. Es sieht Edgar angeht ganz Der Koffer? Nein. Den Koffer darf er nicht mitnehmen. Er könnte ihn verraten. Nun Er greift nach seinem Revolver. Kalt und schwer lastet er in der Hand. Es tut wohl, ihn zu fühlen. Aber er weiß keine Antwort auf die Frage: Wobin? Zum Bahnhof? Fortfahren? Nein. Nicht heute. Sie verfolgen ihn. Sie bewachen wohl die Bahnhöfe. Sie bewachen wohl alle Straßen. Nicht heute. In ein paar Tagen, bis fie ihn ein wenig vergessen haben und ihre Wachsamkeit erlahmi. in mehr verlassen. Er freut sich, wenn die Schüsse der Polizisten fehlgehen. Dort wird einer getroffen – Dummkopf- wie konnte er auch so unvorsichtig sein. Aber da kommt ein Auto, stahlgepanzert, eine Flut dunkler Uniformen wälzt sich gegen die Tür des Hauses 1 Edgar klammert sich mit beiden Händen an die Armlehnen. Es ist, als fänke der Boden unter seinen Füßen, als müßte er abgrundtief fallen, wenn ihn nicht seine Hände halten. Ez sind breite Armlehnen, es ist ein bequemer Fauteuil, ein guter Plak, er hat ja Geld. Hände hoch! gellt ein Schrei durchs Duns fel. Immer fester flammert sich Edgar an seinen Sib, er sagt es sich vor, immer wieder, immer wieder, lautlos, aber eindringlich und hart: Das bist nicht du es geht nicht um dich du bist frei du kannst nach Hause gehen, wenn das Licht aufzudt Nach Hause geben? Sie stehen sicher an allen Ausgängen und halten Revolver bereit. Sie warten. Sie werden nicht rufen, ihn nicht warnen. Ein Aufblizen — 8- * achterauS in feine Kajüte. Unterwegs schnauzte er den wachhabenden zweiten Steuermann an: »Herr Wittstockl Lassen Eie gefälligst die Eteuerbordbraffen steif holen. Das schlackert ja Herum wie ein leerer Sack!" Und mit dem letzteren Wort beschloß er in seltsamer Jdeenverbindung, dem kranken Leichtmatrosen Magenkrebs zu verordnen und ihm die dafür vorgesehene Medizin zu geben. Wer heute war schon ein Pechtagl Im Buch de? Herrn Dr. Rohlf stand, man solle in solchem Falle zur Schmerzlinderung aus der Flasche Nr. 24 stündlich einen Esslöffel voll verabreichen. Und gerade die Flasche Nr. 24. war mit einigen andern beim letzten Kap Horn» Wetter, als der ganze Medizinkasten über Stag gegangen war, zerbrochen I Wer wozu war man ein seebefahrener Bremer Kapitän, wenn man sich nicht zu helfen wusste: Käpten Himme nahm die heil gebliebene Flasche Nr. 42 und einen blechernen Eßlöffel, begab sich nach vorn und" flößte dem armen Leichtmatrosen zwei Löffel von der grünen Flüssigkeit ein, die sich in der Flasche befand. Zweimal zwölf macht vierundzwanzig— em Löffel aus Nr. 24 und zwei Löffel aus Nr. 12, das ist doch gewiss und wahr, hafti" einerlei, nicht wahr? Eber ob Sie es nun glauben oder nicht: der ausverschämte Bengel von einem Leichtmatrosen fing nach einer knappen halben Stunde an zu stöhnen wie ein harpunierter Walfisch, verdrehte ein paarmal schrecklich die Augen und— dann war er mausetot.' »Gott soll mich bewahren", sagte Käpten Himme, als ihm der Bootsmann die Nachrichr brachte,»nicht mal auf dem Dr. Rohlf sein Buch ist heutzutage mehr Lerlaß.7 Er wollte den dicken Band im ersten.Zorn über Bord schmeissen, aber noch rechtzeitig fiel ihm ein, dass das verdammte Ding zum Inventar des Schiffes gehöre- So packte er" es wieder zwischen Segelhandbücher' und Nautische Tabellen aufs Bücherbrett. Wer benutzt hat er es nie wieder. Sondern von damals an verließ er sich, nur auf seine eigene Erfahrung in der medizinischen Wissenschaft. And wenn er glaubte, einem kranken Matrosen eine Medizin verordnen zu müssen, so klappte er den Deckel der grossen Arzneikiste auf, schloss die Augen, fuhr mit der Hand mitten zwischen Flaschen und Schachteln, mur- Joael Egerert Aus einem Sonntag. Trommelschlag wirbelt durch das Dorf. Fein säuberlich geordnet kommen erst die Kinderlein, dann die Jungschar, anschliessend die Grossen des nationalen Turnvereins und zum Schluss die gleichgeschalteten Demokraten, die in regellosem Haufen die ganze Strassenbreite füllen. Auf dem Feftplatze gibt's Würstchen, Bier und Politik. Auch turnerische Hebungen. Am fünf Ahr wird zurückmarschiert durch das Dorf, nun beginnt die inoffizielle Demonstration vor der bis heute noch marxistisch verseucht gebliebenen Bevölkerung des Ortes zum zweitenmal. Nebenbei, aber das ist ganz geheim, geht die Demonstration auch gegen den tschechischen Bendarmerieposten, der mitten im Dorfe stationiert ist. Endlich sinkt die Nacht über das Dorf. Musik spielt in den rauchgeschwängerten Saal hinein zum Tanze... Der Montag Morgen eröffnet einen nüchternen Alltag mit schmerzender Erkenntnis der Vergänglichkeit. Die nationalen Männer von gestern gehen zum nationalen Fabriksherrn und schuften, schuften ohne Organisation, ohne Tarif. Schänden den Achtstundentag, die grösste soziale Errungenschaft der Rachkriegsjahre. ■' Sie schuften, um nur annähernd den allgemeinen tariflichen Lohn zu erreichen. Wer das macht nichts. Dafür ist der Chefs melte beschwörend:»Gott segne den Griff" und packte zu. And alle auf die Weise behandelren kranken Schiffsmänner wurden wieder gesund. Kein einziger ist dem braven Dokwrkapitän mehr gestorben, wie der dummerhaftige Leichtmatrose Fritz. Maes. Grenzdorf national bis in die Knochen und seht hin und wieder einen arbeitslosen Henlein- oder Krebs» !kameraden im Dorfe in den Betrieb, die nun ihrerseits alles daransetzen, die Vorzüge der nationalen Beiriebsherrschast zu stärken, die bestehenden sozialen Mängel und Schmerzen mit Sieg-Heil! abzutun. Sieg-Heil! Von gestern her spielt ihnen noch die Marschmusik im SchädL.Ganz deutlich schlägt die Trommel durch daS Geklapper der Aebstühle, schnalzt der Antriebsriemen die. Melodie des Hohenfriedberger Marsches. Da brummt die Dampfmaschine in tiefem Bass Mittag. Aus dem-Tore kommen die nationalen Sklaven. Drüben am Straßenrand steht ein Drehorgelspieler. Ein grosses.Plakat an seinem Musikkasten kündet:»Kriegsinvalid vom 6. Landsturmregiment". Fleissig leiert der abgehärmte Mann. Fast zu laut fällt die Melodie in den stillen Herbst-- tag hinein. Einige wenige nur haben eine. Kleinigkeit für heu Kameraden aus der. grossen glorreichen Zeit. Der dreht verwundert weiter, starrt den Menschen nach, die ihn zu fliehen scheinen. Am Spätnachmittag spielt er am anderen Ende des Dorfes. Er kommt vor meine HauStüre. Ich lese dar Plakat an seiner Drehorgel. Im Geiste mar», schiere ich wieder mit. dem■ alten Egerländer Sausregiment in-die schrecklichen Stellungen im. Karstland. Revolution um die Baumwolle Die technische Zivilisation von Amerika hat uns die Schreibmaschine und das Laufende' Band geschenkt, und damit die industrielle Produktion weitgehend revolutioniert, sie gab der Welt auch den Mähdrescher und hat damit wesentlich zur Verschärfung der inneren Widerspräche der Agrarproduktion beigetragen. Nun beschert uns Amerika, den idealen Baumwoll- pflücker.’■ Die Frage des maschinellen Baumwollpflückens ist gelöst. Voraussichtlich'wird schon die Ernte des Jahres 1987 in hohem Masse mit diesen neuen Maschinen eingesammelt, sie werden über die weiten Baumwollfelder der amerikanischen Südstaaten fahren— und vielleicht mich bald in anderen- Baumwolländern auftauchen. Mit einem sinnvoll konstruierten System von Greifzangen pflücken die»Cotton Pickers" die Baumwollwatte aus den reifen Kapseln und sie leisten in einer Stunde die Arbeit, für die bisher ein-fleissiger-Handpflücker Wochen benö- ttgte. Dies bedeutet den Vorstoß der technischen Revolution in em Gebiet,-das bislang pon ihr Verschont blieb. Millionen Dollar und jahrzehntelange Arbeit ist auf die Herstellung eines brmichbaren BaumwollpfiückerS verwendet worden, bis zwei Außenseitern, den Brüdern John imd- Mark Rust, mit bescheidenen. Mitteln der große Schlag geglückt ist. Die beiden Erfinder waren in ihrer Jugend selbst Baumwollpflücker und arbeiteten seit vielen Jahren an ihrer Erfindung. Das Modell ihrer Maschine wurde vor kurzem neuerlich in Gegenwart des Leiters des amerikanischen Baumwollpools geprüft und bei voller Anerkennung konnte nur bemängelt werden,-dass der Cotton Picker auch etwas Fremdkörper mü abpftücke und noch einen Beuchtest der Baumwolle am Sttauch zurücklasse. Dies find aber nur technische Kinderkrankheiten, sie werden in der praktischen Herstellung bestimmt leicht zu eliminieren sein. Die Maschine selbst, der»Cotton Picker" ist geboren. ' Der amerikanische Baumwollfarmer wird mit grosser Freude sich die neue Maschine anschaffen. Sie ermöglicht ihm ja, den niedrigen Bmmiwollpreisen, die seit Fahren seine Existenz bedrohen, durch Kostensenkung zu begegnen. Auch kostet die Maschine wahrscheinlich nicht mehr als 1990 Dollar, die gesamten Betriebskosten samt Verzinsung und dem Arbeitslohn werden sich nicht über einen Dollar je Acre stellen. Zu einem neuen Element der Unordnung muss gleichzeittg der»Cotton Picker" Nr den schon schwer zerrütteten Baumwollmartt werden, wie er die Arbeitsbedingungen vieler Hunderttausenden von Arbeitern vernichten wird. Das Sinken-der Selbstkosten wird den Farmer zu einer Produkttonsvermehrung verleiten, damit das Missverhältnis zwischen Angebot und Rach- frage ausserordentlich verschärfen und die staatliche- Anbaukonttngentterung der Baumwolle, dieses öeilmittel Roosevelts, auf eine harte Probe stellen, wenn nicht völlig illusorisch machen. Der»Cotton Picker" wird seine revolutio» nierende Wirkung nicht nur-auf dem amerikanischen Markt ausüben. Die rasch und gleichmässig das»Weisse Gold" pflückende Maschine wird auch in andere Baumwolländer Eingang finden: Schon hat die amerikanische Herstellerfirma die ersten Versuchsmodelle der Sowjetunion verkauft. Eine allmähliche EinNhrung des»Cotton Pickers" in den baumwollvflanzen» den Ländern der Erde kann eine starke Umstellung der internationalen Baumwollproduktion mit sich bringen, die ohne Erschütterungen, ohne .Geburtswehen" kaum ablaufen und auch au den mit der Baumwolle in Wettbewerb stehenden Texttlfasern und Werkstoffen nicht spurlos vorübergehen könnte. And die menschlichen Baumwollpflücker? Sie werden arbeitslos, sie werden gewiss wenig Verständnis daNr zeigen, dass der letzte Sinn aller technischen Neuerung nur ist. den Menschen die Mühe der Arbeit zu ersparen. Sie werden Opfer eines schmerzlichen Umftellungs» prozeffes, und wenn wir uns vergegenwärtigen, welche gesellschaftliche Bedeutung die Baumwollproduktton in den Südstaaten der USA, in Aegypten"und anderswo hat, wissen wir, dass diese technische Neuerung einersettS direkt durch die Ausschaltung von Millionen Arbeiterhände, andererseits aber durch die aus ihr ausgehende krisenhafte Erschütterung der ganzen Tertilpro» duktton schwere Störungen der kaum und nur sehr langsam genesenden Weltwirtschatt ver» nrsachen wird.—st3— langsam an ihm vorüber, wartet. Nein, denkt Edgar, heute nicht, schade. Auch er muß aufstehen. Er könnte ja hier bleiben, bald wird es wieder dunkel sein, und er ist geborgen. Aber da müßte er zur Kassa gehen und eine neue Karte taufen und dort stehen sie gewiß und lauern. Da ist es flüger, mit den anderen durch eine der Türen zu entwischen den Hut tief ins Gesicht gezogen und den Mantelkragen hochgeschlagen Drei Türen rechts, drei Türen links. Aber plößlich iſt es ganz gleichgültig, durch welche er geht. Plöblich vergißt er, die Gefahr abzumessen. Seine Schritte sind schwer, er lenkt sie nicht mehr selbst, sein Körper hat sich von seinem Willen losgefagt, er sieht nur, daß eine Treppe da ist, noch vor ihm, dann liegt sie hinter ihm, und dann geht er zwiſchen Glasscheiben, hinter denen Photos aus Filmen hängen, und dann fühlt er die Regenluft und hört die Signale von Hundert Straßenbahnwagen und die Hupen von tausend Autos, es ist, als hätten sie sich alle vor dem Ausgang des Kinos versammelt, um ihn zu empfangen. Er blickt um sich niemand- kein Feind nur die ungezählten Namenlosen der Straße, die ihn nicht beachten. Da geht er weiter, und zum erstenmal weiß er, daß auch über dieser Stadt mit ihren steinernen Häusern ein Himmel hängt, daß über den grauen, regennaſſen Dächern Weite ist ein dunkler, großer, offener Raum, in dem man atmen kann und in dem die Blide fich verlieren wie in einem Wald, wie am Rand des Ozeans. Da fällt die Angst von ihm ab. Er zögert nicht mehr, wenn eine StraBenede fommt, er bleibt sogar vor einer Aus Tage stehen, betrachtet in einem Spiegel feinen neuen Hut. Er haßt die Hüte mit schmalem Band, er hätte doch ein breiteres wählen sollen. Nun fann er den Hut wohl nicht mehr umtauschen, der Regen hat ihn durchnäßt. Er- könnte in ein Café gehen, aber dort ist Lärm. Die Theater haben bereits begonnen. Ein Kino? Wieder die Angst? Wieder die Türen zählen? Wieder die unbekannten Rüden, Köpfe, fahlichimmernden Hände? Es war furchtbar dort unten im Dunkel- Zu einem Freund gehen? Er hat feinen Freund. Das mußte er Paul versprechen. Es ist gut, daß der Himmel da ist, die offene Weite über den Dächern. Man kann Stunden und Stunden gehen und der Himmel verändert sich nicht. Er ist gleich über allen Straßen. Und die Straßen sind alle gleich, in allen Städten der Welt, wenn sie auch Namen tragen. Kleine, bunt gerahmte Schilder an den Häusern Ziffern Da greift eine eiskalte Hand an sein Herz. Die Straße, in der er wohnt. Das Haus, das er nie wieder betreten darf. Drüben ist das Fenfter- Licht blinkt hinter den Scheiben. Seine Hand fährt in die Tasche, er fühlt das blanke Blatt, seine Finger spüren die beiden Löcher im Papier. Sofort verschwinden. Gefahr. Revolver. Feinde. Paul. Der Mann. Die junge Frau. Ihre Mutter. Durch das Gesicht der jungen Frau bricht riesengroß die Nummer des Hauses. Paul hält ihm ein Blatt Papier entgegen, weist auf zwei Löcher deren Ränder verbrannt sind. Durchschossen! Er blidt um sich. Neben ihm muß doch der alte Mann mit der Brille fißen, der das Paket Zeitungen unter dem Arm trägt. Und das junge Mädchen ist es schon forigegangen, ehe der Film zu Ende ist? Aus dem Haustor tritt ein Mann. Edgar kennt ihn. Er war drüben, hinter jenem Fenster. Edgar hat ihn photographiert. Er hat das Bild Paul zugeschoben, in dem schmußigen, lärmbollen Café, es ist eine Woche her, er weiß es genau. es hat auch damals geregnet. Die Augen des Mannes richten sich stahlhart auf Edgar. Er weiß genau: es ist zu spät. Nie in seinem Türen sind erloschen. Sonderbar: das groß; e, ganzen Leben hat er etwas so sicher, so unab- weite weiche Dunkel stürzt auf ihn ein, als wäre wendbar bestimmt, so felsenfest und klar gewußt es der Himmel, der sich niederſentt. Warum wie jetzt dieses: Zu spät. Dennoch greift er sum wird es denn nicht Licht? Sie haben mich wohl Revolver. Ehe seine Hand das kalte, harte Ding hier vergessen? in seiner Tasche berührt, fühlt er einen Schlag. Da stodt sein Herz. Seine Augen werd: n Das bin nicht ich, denkt er. Dumner Kerl, groß und glasig. Dieses Dunkel hat keine Türen, warum warst du so unvorsichtig. Jezt kommt will er noch fagen, ganz laut, daß alle es hin. die ganze Bande hinter Schloß und Riegel. Wie Aber in seiner Kehle ist Blut, und er sieht n oft habe ich diesen Film schon gefehen? Es ist Himmel nicht mehr, obgleich er mit weiten, immer dasselbe: Drei Türen links, drei Türen grauen Nebeln wie die Schleppe einer Fee über rechts. Sonderbar: die kleinen Lampen über den ihn hinſtreicht. Kapitän Doktor „ Na, Steuermann Wittstock" fragte der Kapitän der Bremer Viermastbart Nomia" einen Zweiten,„ was fehlt Ihnen denn? Sie sehen ja ganz gelb und grün aus! Sie sind mir doch am Ende nicht krank?" Käpten Himme, der seit vielen Jahren mit feinem guten Schiff die Gewässer des Atlantischen und des Stillen Ozeans pflügte und dessen grimmiger Humor in den Hafenstädten der Segelschiffahrt an der Salpeterküste Chiles ebenso wie in den australischen Weizenhäfen bekannt und berühmt war, sprach mit seinen untergebenen Offizieren grundsäßlich ein ausgewähltes Hochdeutsch. Mit den Herren Matros fen war das freilich nicht möglich. Die mußte man je nachdem englisch oder deutsch in ihrer eigenen Mundart anreden, sonst verstanden sie einen überhaupt nicht. Nam hinzu, daß der Käpten endlich wieder einmal eine Gelegenheit witterte, feine vor vielen Jahren vorm Seeamt in Bremen durch eine bestandene Prüfung betwiesenen medizinischen Kenntnisse an den Mann zu bringen, daß er seinen zweiten Steuermann, der auf die ser Reise zum ersten Male an Bord war, nicht besonders gut leiden mochte und hoffte, ihn ein bißchen kräftig berarzten zu können furz, Käpten Himmes rauhes Seemannsorgan tönte bei seiner teilnehmenden Frage so sanft und liebevoll, daß der Steuermann Bittstod ganz erstaunt bom. Kompaß aufschaute, wo er eben den Mann am Ruder einen neuen Kurs einsteuern ließ. „ Diawoll, Koptein" erwiderte er mürrisch und verdrossen, wie es seine Art war, ich weiß selbst nicht, was mit mir is. Ich muß da irgend was falsches im Bauch haben, was da nicht raus will." ,, Sehen Sie mal an", schmunzelte Käpten Himme in freudiger Erwartung, da müssen wir gleich was gegen tun. Wenn Ihre Wache um ist, dann kommen Sie sofort zu mir und ich werde Ihnen eine Portion Rizimusöl geben. Sie follen mal sehen, wie das helfen tut." Um Gotteswillen kein Rizinus, Koptein", schrie der Steuermann.„ Das verdammte Zeug kann ich mit der Gewalt nicht vertragen. Das fann und kann ich nicht runterschlucken. Eher will ich sonst was erleben." Erleben werden Sie wohl nig, Herr Wittstock", brummie der alte Himme trocken, aber direkt sterben können Sie an verdrängter Verdauung. Das lassen Sie sich von mir gesag sein. Ich muß das wissen. Ich habe das Doktoregamen." ,, Koptein, ich kann nun einmal fein Rizinus bertragen. Geben Sie mir nachher ein Klistier. Das wird sicher helfen." Der Kapitän spuckte in großem Bogen braunen Tabatſaft über die Leereeling in den fristallsauberen Ozean:„ Also dann kommen Sie man nachher zu mir in die Kajüte. Ich werde die Ballerbüchse fertig machen." Käpten Himme verschwand unter Deck. „ Barte nur, du Lorbas" dachte er bei sich. „ willst du von vorn nicht, denn so komme i dir von achtern." Und lud das gut drei Liter faffende Blechinſtrument zur Hälfte mit Waffer und zur Hälfte mit – Rizinusöl. Nach geschehener Prozedur, bei der 23 ohne gräßliches Fluchen des mißhandelten Steuermanns nicht abging, verschwand dieser in Erwartung der kommenden Explosion in seiner Kammer. Aber nach kurzer Zeit schon sprang er wütend auf von seiner Koje, rannte zur Kajüte und schrie feinen dort friedlich fizenden Kapitän an, ohne auf die vorgeschriebene Dienſts etikette die geringste Rücksicht zu nehmen: Koptein, Sie sind ja ein ganz gemeiner Menich! Sie haben mir ja doch Rizinusöl eingepumpt!“ Und auf das erstaunte Aufbliden des Fas pitäns mit vor Born bebender Stimmne: ch weiß es ganz genau. Ich schmede es bereits auf der Bunge." Danach mußte er plößlich hinausstürzen, um seinem Ingrimm und gleichze: rig seinem Bauchweh freien Lauf zu laſſen. Näpten Himme aber hielt sich den Bauch vɔr Lachen. Die„ Nomia" hatte drei Wochen gebraucht, bis sie mit gebrochener Vormaststange durch schwere Sturmzeiten um Kap Horn gesegelt war. Kommt eines Tages der Bootsmann zum Kapitän und meint: Käpten, möchten Sie nicht mal nach dem Leichtmatrosen Frib sehen. Der Junge fcheint ein bißchen frank zu sein. Ich habe ihm schon ein paar Maulschellen gegeben, aber das hat nichts geholfen. Er liegt in der Koje und kann nicht aufstehen." Räpten Himme geht nach vorn zum Mann schaftslogis, unterm Arm das Buch des Dr. Rohlf über die Behandlung von Krankheiten an Bord von Schiffen, die feinen Arzt mitführen. In diesem Buch steht vorn eine lange Abhandlung drin, wie man einen Kranken zu unters suchen und was man ihn zu fragen hat. Wenn man herausgefunden hat, was für eine Krantheit den Patienten befallen hat, so muß man hinten im Buch nachsehen, welche Medizin das gegen angewendet wird. In der Kajüte steht die zu dem Buch gehörende Medizinkiste, in der sich neben Verbandszeug Flaschen mit Arznei, Pulverschachteln, Pillendosen und Teufelweiß was für Medikamente befinden. Alles ist genau numerieri, und im Buch steht drin, daß man bei der Krankheit soundso von der Medizin Nr. soundso geben muß. Das alles ist sehr einfach und praktisch, nicht wahr? Käpten Himme machie also mit dem Leichtmatrosen Friz das beschriebene Kranteneramen und fand heraus, daß der Junge, der sehr elend aussah und hohes Fieber hatte, entweder Lungenentzündung oder Herzklappenbereiterung oder, was ihm am wahrscheinlichsten schien, Magenkrebs hätte. Der Teufel soll sich in dem verdammien Doktorbuch auskennen. Krank, schwer frank war der dumme Lümmel auf alle Fälle. Das konnie jeder gewöhnliche Matroie sehen. Dazu brauchte man teine medizinische Prüfung beitanden zu haben. Kapitän Himme stapfte gedankenverloren S Ich frage:„ Wo fehlt es denn?" Der Drehorgelmann antwortet:„ Innen und außen!" Und zum Beweis büdt er sich, zieht seinen Rock hoch und sagt zu mir, ich solle sein Hemd hochschieben. Da liegt hinter einem großen Stück hauchzarter Haut das hämmernde Leben. Schüßende Rippen und Fleisch hat ein Granatsplitter fortgerissen. Ein hohler Husten fällt über des Mannes Lappen, als er dann wieder in aufrechter Stellung zu sprechen beginnt: „ Ja, Mann, und dieser Kasten da, den ich ſpiele, von wo̟, glauben ſie, daß der her iſt?“ Ich überlege ein paar Minuten und zude dann mit den Schultern. Meint der arme Mann:„ Den Spieltaften hat ein Invalid aus dem Sechsundsechziger Striege bom alten Kaiser zum Geschent bekommen. Der Alte hat gespielt bis zu seinem Tode. Jetzt spiel ich schon wieder soviele Jahre darauf!" Ich finne weiter, während der Mann grüßt und mit seinem Kasten weiterfährt: Wer wird den Kaften drehen, wenn er seinen hundertsten Geburtstag erlebt? Was wird das für ein Invalide sein? Muß es wirklich so bleiben, daß Kriege tommen, Männer bluten, um dann am Ende, wenn das bißchen Leben gerettet wurde, mit einer Drehorgel durch die Heimat zu wandern? Da zieht das nationale Dorffeft von ge= ftern nochmals vorüber, gleichsam als Bestäti gung dafür, daß, wenn der Nationalismus die Welt beherrscht, invalide Drehorgelspieler eine Dauererscheinung sein werden. Historisches Panoptikum Im Jahre 1844 ließ ein gewisser Lepage in London einige Bücher für den französischer| Sprachunterricht erscheinen. In einer Ankündigung hob er zur Empfehlung seiner Werke hervor, daß dieselben der Notwendigkeit ents heben, Frankreich selbst zu besuchen, um dort ,, mit Gefahr für die Sittlichkeit" den Pariser Akzent zu erlernen. * König Heinrich II. von Frankreich( 1547 bis 1559) erließ einmal folgende Berordnung: ,, leber Klage der Erben der durch Schuld der Aerzte verstorbenen Patienten wird man darüber Untersuchung einleiten und Gerechtigkeit walten lassen wie bei jedem andern Mord, und es werden diese Aerzte angehalten werden, die Extremente ihrer Patientin zu kosten und ihnen jede Sorgfalt angedeihen zu lassen; an= dernfalls werden sie als schuldtragend an Todeskrankheit und Hinscheiden angesehen." * Alexander der Große brachte seinen Schmerz über den Tod seines Freundes Hephästion dadurch zum Ausdruck, daß er Glancia, Sephästions Arzt, kreuzigen, den Tempel Aestulops verbrennen, und einige tausend Gefangene töten ließ. ** Baradat, der Günſtling Ludwigs XIII., erfreute sich nur sechs Monate lang der töniglichen Gunft, weshalb man auch heute noch von ,, La fortune de Baradai" zu sprechen pflegt, wenn ben einem kurz währenden Glück die Rede ist. Sonderbar ist nun aber der Grund, warum Baradai in Ungnade fiel: Es war einmal mi dem König auf der Jagd. Der König verlor dabei seinen Hut, welcher gerade unter die Füße des Pferdes fiel, auf dem Baradat saß. -4SCHACHAUFGABE Nr. 307. Motto Zwölf Matt" und der Zufall wollte es, daß der Gaul durch Verrichtung eines dringenden Bedürfnisses den Hut verunreinigte. Darüber geriet der König Schwarz: Ke4, Dh4, Ld4, h1, Sd8, Bc6, e3, 12, g6. in derartigen Zorn gegen den Eigentümer des Pferdes, daß er Baradat von diesem Augenblick an nicht mehr sehen wollte. Kaiserin Elisabeth von Rußland, die Vorgängerin der„ Großen Katharina", dürfte wohl die umfangreichste Garderobe gehabt haben, die je eine Frau vor oder nach ihr besaß. Nach ihrem Tod fanden sich in ihren Schränken nicht weniger als 15.000 kostbare Kleider. Diese gi gantische Garderobe hätte ausgereicht, ihre Be fiberin 42 Jahre hindurch, also gerade die doppelte Zeit ihrer Regierung, täglich in anderer Hülle erscheinen zu lassen. Ernst Ma chet. Sein System Schach- Ecke 8 7 6 5 3 ลง 1 ( 9) A B C D E F G H 8 7 6 2 5 A B C D E F G H ABCD 3 2 1 Weiß: Ke8, Dd7, T16. Lc7, 11, Sh3, h5, Bc4, e2. ( 9) Matt in 2 Zügen! SCHACHAUFGABE Nr. 308. Motto., Im goldenen Schwan". Schwarz: Ke8, Dc8, Ta6, Ld7, g3, Sh6, Ba5, c6, 12. 8 7 ( 9) ABCDEFGH 6 I 5 4 3 27 1 A B C D E F G H 8 5 4 3 2 1 Weiß: Kc5, Db8, Th7, La4, Sb7, 14, Bd6, e7.( 8) Matt in 2 Zügen! Lösungen und Begutachtungen sind zu diesen Aufgaben bis 30. November an den Leiter dieser Spalte einzusenden. PARTIE Nr. 114. Gespielt im Winterturnier 1935-36 der Schweizer Arbeiter- Schachvereine. Weiß: I. Kiendl. Schwarz: G. Keller. 1. e2- e4 2. d2- d4 Caro- Kann. c7- c6 d7- d5 3. Sb1- c3 Gilt als beste Antwort, statt der Abtausch- Variante. Aljechin hält allerdings 3. exd, cxd, 4. c4! für stärker. 3. 4. Sc3Xe4 d5xe4 Lc8-15 Ist dieser oft gespielte Zug Modezug oder tatsächlich beste Fortsetzung? Andere ebenfalls gute Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32. Fortsetzungen sind 4.-- Sf6, 5. SX16+, Post Modian bei Teplitz- Schönau Wir bringen heute weitere 3 Aufgaben, welche zum Problemturnier der Schachsparte im., Atus" gehören. SCHACHAUFGABE Nr. 306. Motto Die Horizontale". Schwarz: Kd5, Lg5. Sa5, Bc5, d6.( 5) 00 8 a R 8 7 6 6 5 5 4 4 3 3 2 1 a b c de tgh Weiß: Kf7, Te6, g4. Lb5. Se5, 15. Bh5,( 7) Matt in 2 Zügen! exf6 und führt dann zur weißen Bauernmajori tät am Damenflügel; allerdings wird Springertausch als Vereinfachung des Spieles gewertet und deshalb 5. Sg3 vorgezogen. 5. Sei- g3 L15- g6 6. h2- h4 Weiß versucht durch Angriff das Spiel etwas lebhaft zu gestalten. 6. h7- h6 Sb8-17! 7. Sg1-13 Unbedingt notwendig. Falls Schwarz e6 zieht, ist folgendes lehrreiche Abspiel möglich: 7.e6, 8. Sf- e5, Lg6- h7, 9. Lf1- d3. Dd8Xd4?. 10. Se5x17!( KX17??, Lg6+), Lh7xd3, 11. Sf7Xh8, Dh4 e5+. 12. Lcl- e3. Ld3- h7, 13. Dd1- d8+! und gewinnt. 8. Lf1- d3 11. Lg6Xd3 e7- e6 Sg8-16 Dd8- c7 9. Dd1Xd3 10. Lel- d2 000 12. h4- h5 000 13. Thl- h4 Die Spiele sind ziemlich ausgeglichen; der letzte Zug von Weiß soll der Beobachtung des Punktes 14 dienen und ist eine positive Neuerung. 13. 14. a2- a3 15. 12xg3 Lf8- d6 Ld6Xg3 De7Xg3?? 16. Ld2-14 O Schreck! Die Dame ist nun gefangen in diesem Kreuzfeuer der weißen Figu ren.( 16.--- DXg2, 17. Tg1. Df2. 18. Th2.) Dg3Xh4 Sd7- c5 17. Sf3xh4 16. 18. Dd3- c4 und Schwarz gibt nach einigen belanglosen Zügen auf. Anmerkungen von J. Kiend!, Winterthur. t 156 257 nastmuleton were