BUNTE WELT Nr. 45 Unterhaltungsbeilage Die Wühler im Ural Die Baracken des Materialdepots, an dessen Stelle ein wichtiger Eisenbahnknoten punkt aufgebaut werden sollte, waren in der Mitte des vom Urivald grünlich beschatteten Plateaus errichtet worden. Auf dem Dache des langen Holzhauses, in dem die technische und politische Umjicht gepflegt wurde, stand aufrecht die Fahne der großen Nation. Und aus den blechernen Schornsteinrohren der Wirtschaftsbarade geisterte der Rauch des Feuers, das nunmehr Gruscha Orlah und ihre beiden Gehilfinnen zu schüren hatten. Bereits zweihundert Kilometer weit war bei näherem Hinblick in die Wirklichkeit nicht die elfte Geleisbau- Stoßbrigade in die zer- vor der unheimlichen Tiefe zurückgeschredt wertlüftete und bewaldete Wildnis des südlichen den dürfe. Die Ingenieure, unter deren AnleiUrals vorgedrungen. Die Eisenbahn- Haupt-| tungen die vorgeschriebene Bewältigung aller schlagader, die sie bis dahin geschaffen hatte, Hindernisse durchgeführt wurde, kennzeichneten diente einstweilen der weiteren Verwirklichung die„ Talschlucht 1" als Bärengraben und die des Planes, auch die abseits gelegenen, edelerz- Talschlucht 2" als Wolfskluft. bergenden Diftritte mit fruchtbringenden Geleisen zu durchädern. Ueberall an der Strecke häuften sich die Späne der Arbeit. Mit großer Begeisterung brachen die Männer in die Wildnis ein. Sie erirugen alle Entbehrungen, zu denen fie der Urwald zwang. Und die Bärte, die ihnen wuchsen, verwilderten ihre Gesichter. Als sie in der Höhe 180 angelangt waren, horchten an einem Abend alle, in der großen Baracke über den Brigadier Mitja Jryloff auf. Er hatte zu Beginn der Versammlung den Antrag gestellt, die Debatte über die bevorstehenden Angriffe auf eine überragende Felswand als zweiten Punkt der Tagesordnung zu behandeln, da zuerst über Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensweise diskutiert werden müsse. Er begründete seinen Antrag nicht mit Beschwerden über die Röche und Kantinenfunktionäre; er sagte bloß, daß es in der Brigade niemandem schaden würde, wenn jeder damit aufhören, dürfe, die Reinigung seiner Leibwäsche selbst zu besorgen. Mitja Jryloff, der einer Rotte Stredenarbeiter als Obmann bevorstand,„ bohrte", da seine Worte Unruhe hervorriefen, leise weiter, auch fehle es an geeigneten Personen, die das Flicken und Nähen verständen. Er wußte sich in dem, was er sich eigentlich lieber offen vom Herzen heruntergesprochen hätte, nunmehr nicht anders zu helfen als, um die anderen dennoch für seine heimliche Absicht zu gewinnen, erbost zu schreien, seine Wäsche läge ihm am Leibe wie Blech. Seine Stimme Klang leise und vor Erregung zitternd. Aber die befremdende Stille, die unter den Versammelten anhielt, besagte deutlicher, als es offene Worte vermocht hätten, daß hier ein Mensch eine Qual zum Ausdruck brachte, an der im Grunde alle litten. Als der Vorsitzende der Versammlung, der zugleich der Führer der Brigade war, schließlich fragte, ob jemand Widerspruch gegen den Anirag erhebe, meldete fich niemand. Mitja zeigte grinsend feine Zähne. Und in großer Ereiferung setzte er es durch, daß einige Frauen von der Brigade bei einer weiblichen Stoßformation angefordert würden. Der Materialzug, der vier Wochen später außer dem Proviant, der Post und dem Sanitätszug, die wohlgeformie, dreißigjährige Gruscha Orlay mit zwei älteren Frauen nachbeförderte, schlängelte sich in spielerisch aussehenden Steigungen zwischen den gewaltigen Sockeln hindurch, auf denen die mit Hochivald bewachsenen Felsenkolosse tauerien. In der Höhe von 800 Metern hielt er auf einem Edplateau an, auf dem sich als vorläufige Endstation das Materialdepot befand. Die beiden steilen, wohl 60 Meter breiten Talschluchten, die sich da kreuzien, waren auf der Karte nur als zwei dünne, sich überquerende Striche zu seben, die unter den trockenen Benennungen ,, 1" und ,, 2" lediglich andeuten sollten, daß da 1936 Einſtweilen kehrten die Kolonnen noch abends von ihren Vorstößen ins Depot zurüd. Die Versammlungen in der großen Barade wurden kürzer, denn die Kantine, in der Gruscha bediente, war ihnen lieber geworden. Mitja Fryloff war der erste, der sich, um Gruscha zu gefallen, den Vollbart abnehmen ließ. Und gar bald verschwanden aus allen Gesichtern die Bärte, die wie unheimliche Masten wirften. Abend auf Abend versuchte Mitja mit ihr ins Gespräch zu kommen, aber immer drängten sich die anderen dazwischen. Er trant stets am Tresen, und sein Gesicht strahlte in einemfort zu ihr hin. Als ihm Gruscha einmal erwiderte, er solle nicht am Tresen herumstehen, fragte er sie in vorwurfsvollem Tone, ob er weniger wert sei, als Alexander Fedorowitsch, den sie bevors zuge. Sie tat, als hätte sie seine Frage nicht gehört, und wandte sich ihrer Arbeit zu. Einer, der hinter ihm stand, lachte und klärte ihn darüber auf, daß sich Gruscha und Fedorowitsch schon vor einigen Jahren in Moskau auf dem Kongreß der Pioniere tennenlernten. Während sich ,, die blaue Abteilung" der Brigade anschickte, den Bärengraben und die Wolfskluft mit einem Gespinst von Geist und Stahl zu überbrücken, zerteilte sich der übrige Mannschaftsbestand in Vorstoßkolonnen, um Mitja wurde verschlossen. In den Vers mit Sprengstoff, Bahnschwellen und Schienen sammlungen meldete er sich nicht mehr zum längs des Wolfsgrabens vorzubringen und Wort. Keine Strafe hinderte ihn, die Wildnis dann, jede Kolonne für sich, von verschiedenen zu verlassen. Aber daran dachte er schon gar Abzweigstellen aus den Weg ins hochgelegene nicht mehr; er dachte nur an jie, wie alle, Hinterland, zu den auf der Karte in Aussicht die anderen, die sich in das Weib verliebten, genommenen, weit voneinander entfernten und es voreinander zu verbergen suchten. Ihren Zweigstationen zu bahnen. Neid aber gegen Alexander Fedorowitsch vers mochten sie nicht zu verhehlen. Sie schnitten ihn und bezichtigten ihn voreinander des un tameradschaftlichen Verhaltens. Und die Art, in der sie ihm ihre Eifersucht zu fühlen gaben, wurde bedenklich. Zuchthaus Erde Gelbweiß glitzern elektrische Lichter In einem weiten, dumpfigen Naum, Wachsgelb und mager sind die Gesichter. Und die Lungen atmen kaum. Drüben ragen steil in die Lüfte Nauchende Schornsteine empor, Ragen wie Kreuze über die Grüste, Die das Geschick der Arbeit erkor. Anch anderswo glitzern gelöweiße Lichter In einem weiten, rauchigen Raum, Wachsgelb und mager auch hier die Gesichter Und die Lungen atmen faum. Doch die drinnen wissen nichts von Lüften Und kein Schornstein ragt dort drüber empor, Umsonst ringt der Zeitgeist mit Kaffeehaus düften, Wo er sich selbst freiwillig verlor. Und keine Lichter, nur Wachsgesichter Und franke Lungen und bleiches Blut, Geschworenen- Urteil und Spruch der Richter hat hier Schicksal gespielt und Volteswert. Drei Räume und dreierlei Menschen drinnen, Gemeinsamkeit und doch unendliche Kluft. Wieviel Blut wird noch durch die Zeiten rinnen, Bis Menschlichkeit alle zum Leben ruft? Mittlerweile wurde die Wolfslinie, die, Teicht ansteigend, am Abgrund entlang führte, beendet. Die Vorstoßkolonnen drangen nunmehr als einzelne Trupps, von den verschiedenen Abzweigfurven aus, ins Hinterland. Schotter, Bahnschwellen und Schienen brachten ihnen die Nebenbahn- Materialzüge. Und durch die weite Stille des Urwaldparadieses drangen nun, statt des Gekreisches der aufgestöberten Adler, die schrillen Signale der Lokomotiven, und statt der Spechte, wurde das Geklopfe der Pichaden und der Hammerschläge der Schotterarbeiter laut. Die letzte Kolonne, die den Auftrag hatte, die Kurve am Ende der Wolfslinie auf eine Hochebene ansteigen zu lassen und dann die Ge leise südwärts über die Hochebene zu verlän gern, bestand aus acht Mann. Zu ihnen gehörte Alexander Fedorowitsch. An jedem Montag fuhren sie auf einer Draisine nach ihrer Arbeitsstelle. Dort nächtigten sie in Zelten und tochten ihr Essen im gemeinsamen Kessel. Schotter, Schwellen und Geleise wurden ihnen auf dem neuen Schienenjtrang nachbefördert. Und wenn sie am Ende der Woche, so gegen Abend, auf ihrer Draisine im Schwung der großen Kurve, die von der Hochebene tam, zur Grusche" fuhren, ſummien jie, jeder für sich, das Lied der Brigade. Die Arbeit gedich. " Mitja Iryloff, der dazu ablommmandiert war, besonders in den Kurven vor dem Abgrund 2. darauf zu achten, daß sich keine Schwelle und teine Schiene lodere, ging täglich die neue S.rede ab. Und abends hockte er in der Kantine und grübelte, indem er seine Kinnladen zivischen den Fäusten auf den Tiſch ſtüßte, verknif= fen zu Gruscha hin; unentwegt verfolgte sein lauernder Blick die Bewegungen ihrer Hände und Lippen... An einem Sonnabend aber, als die Vorstoßkolonne, der Alexander Fedorowitsch angehörte, auf ihrer Draisine ins Lager zurückkehren sollten, verharrie Mitja Frhloff schon vormittags auf seinem Platz und grübelte. Plößlich schaute ihm Gruscha, getroffen von dem unheimlichen Blic, der, so aus seinen Lidwinfeln, zu ihr hinlauerte, ins Gesicht. Er hielt sich, um sie in dem Aufhorchen über sie abzulenten, seine linte Faust vor, streckte den Daumen heraus, dann den Zeigefinger, den Mittelfinger, den nächsten und den kleinen, so daß es aussah, als rechne er, so ganz für sich. Langsam trümmten sich seine Finger zu Krallen und schlossen sich zur Faust. Er erhob sich, hängte seinen großen Schraubenschlüssel über die Schulter und tappte, so vor sich hinstierend, hinaus auf die Strede. Nachdem er wohl drei Stunden auf dem Schienenweg zwischen dem Abgrund und dem gestrüppreichen Urwald so dahingegangen war, tam ihm ein leerer Materialzug entgegen. Er ließ ihn, ohne zu ihm aufzuschauen, an sich vorbei fahren. Auf den Zuruf des Maschinisten, ob er lieber mit zur„ Gruscha" so nannten die Brigadiers nunmehr das Depot zurüdfahren wolle, antwortete er nicht. Er ging und ging, so vor sich hinbrütend. Als er an der vorlegten Abzweigturve vorbeigekommen war, geriet er an eine Stelle, an der die Lokomotive des Zuges, der ihm begegnet war, glühende Schladen berloren hatte. Er nahm ztvar den großen Schraubenschlüssel von der Schulter, um das Feuer totzuschlagen, aber plötzlich stellte er ihn ab und stützte sich auf ihn, mit beiden Händen. Er schaute dem Feuer verbissen grinsend zu. Knisternd troch es auf dem dürren Gras in den Bereich der Bäume, auf's Fallholz, das der Wind zerbrach. Kleine Flammen fingen an im Gestrüpp zu tänzeln, zu wehen, zu wachsen, zu Klettern, fie prasselten. Die Blätter schrumpften. Die Flammen wurden mächtig. Die Hize drängte ihn zurüd. Entgeistert starrte er dem Beginnen des Brandes zu, bis der Rauch, den der Wind über den Abgrund bog, die Sicht vernebelte. Schon seit einer geraumen Weile, bemerkte Alexander Fedorowitsch, daß bald der eine, bald der andere Mann seiner Kolonne, wenn sie sich von der Arbeit aufrichteten, nicht wie sonst die Gesichter der untergehenden Sonne zuivandten, sondern mißtrauisch in die Richtung des Heimweges schauten; und bückten sie sich wieder, um zuzupacken, dann richteten sich andere auf und schauten auch mal dorthin. Sie schwiegen zwar, aber auf ihren Stirnen entstanden senkrechte Falten. Die Sonne sant tiefer, immer tiefer. Die Beunruhigung wuchs. Manchmal lugten diejenigen, die geduci an den Laschen der Schie= nen schraubten, verstohlen nach dem Wald, über dem ihnen ein langer weißer Dunststreifen zu denten gab. Manchmal schauten sich die andern, die Schwellen trugen, so im Vorbeigehen ins Gesicht, jedoch nicht in die Augen, sondern auf die senkrechten Falten. Und hatte einer mal zur Arbeit etwas zu sagen, flang es nicht wie sonst, furz und hart, es flang vielmehr bedrückt und gleichwohl sich leise selbst ermutigend. Ja, pfeifen, so daß die anderen verwundert darüber| Und sie fausten im Schwung die Kurve hinunter, aufhorchten. in die Wolkenberge des heißen Qualms. Die Kolonne bestieg nun zur Heimfahrt Weiter! Weiter!" schrie Alexander ,,, schnell ihre Draisine. In der Mitte ihrer Plattform durch! Das Feuer hat den Damm noch nicht hatte sie einen starten Antriebshebel, der durch ergriffen! Schneller..."„ Stoppt! Stoppt!" das Querholz einem Kreuze glich, an dem die schrien zwei, drei, vier, dann alle, bis sie vom Männer, vier auf der einen Seite, vier auf der Stickhusten befallen wurden. Einer nach dem anderen, stehend zu rudern anfingen. Alexander anderen riß seine Hände von dem Querholz ab Fedorowitsch stand rechts außen. Die Draisine und preßte sie schüßend vors Gesicht. Und immer fuhr ohne Befehl schneller als sonst. Keiner weiter raste die Draisine, getrieben von dem sprach. Ab und zu schaute der eine oder der Gefäll. Funken prasselten gegen die Gestalten andere der vorderen Gruppe, die mit dem wie glühende Geschosse. Der Qualm wurde dünRücken zur Fahrtrichtung stand, über seine ner; die Hige ward zur Hölle. Bäume krachten. Schulter nach dem Wald. Es wurde dunkler, Der Dunst knatterie. Unaufhaltsam raste die Eilig klopften die Räder den Takt. Die Män- Draisine bergab. Harz quoll aus Stämmen und ner schnauften beim Rudern wie abgeheztes Vieh. Aesten und tropfte brennend auf die Schwellen. Plöblich schrie der Mann, der rechts außen Aus dem Gewimmer der Menschen, die sich vor neben Alexander stand so im Talt: ,, Es brennt! dem Feuer ineinander verkrochen, gellien verEs brennt! Das Lagerbrennt..." zweifelte Schreie. Einer war vom Brande am Und als er schwieg, fing ſein Nebenmann an, Kopf getroffen, ein anderer brannte plötzlich so stoßweise in den Rhythmus der beschleunig an den Hosen. Im Fahrtwind flatterte die ten Räder zu keuchen:„ Es brennt! Es Flamme. Alle schrien. Alle rangen miteinan brennt! Das Lager brennt...“ der. Jeder suchte den schwächeren als Schutzschild gegen die Hizße und den Brand vor sich zu halten oder über sich zu decken. Die Flamme an der pose bekam Zungen. Der Mensch brannte als Fadel. Er fiel über Bord. Die Aschglut wirbelte auf. Und die qualmende Draisine jagte ins Feuermeer. Das Weiße in den vorwärtsstarrenden Augen Alexanders wurde, trotz der Dunkelheit, die die Gesichter verfinsterte, sichtbar. Jest erst verstand er das verschwiegene, verdächtige Verhalten der Kolonne. Und voraus über dem nachtschwarzen Wald erröteten immer und immer wieder die Wolken. Er budelte sich und stieß und riß mit verzweifelter Gewalt die Draisine in ein rasendes Tempo. Und während die anderen, um die Fahrt beizubehalten, so monoton, so stoßweise feuchten:„ Es brennt! Es brennt!" begann Alexander mit dem Singfang: Immer fester! Immer schneller! Gruscha und der Himmel brennt!" Dazwischen litaneiten die anderen:„ Es brenni! Es brennt!..." Und sie ruderten, angetrieben vom Geruch des Brandes. Jeder wollte löschen helfen, jeder wurde bewältigt, beängstigt von dem flackernden Feuerschein am Himmel. Die Fahrt wurde zur Flucht; und ihre Geschwindigkeit löste in ihnen das Gefühl aus, als würden sie einem Unheil entrinnen. Als sie in die Nähe des Waldes gekommen waren, und ihre Kräfte nachzulassen drohten, wich plößlich Alexander von dem Querholz zurüd, riß, so im Takie, mit beiden Händen in der Luft, als zöge er an einem Seil, und schrie auf die Männer ein: Immer weiter! Immer fester! Immer schneller! Gleich gehts bergab.." Im Depot war es stille geworden. Gruscha wartete allein vor dem Abschlußgeleise der Wolfslinie. Es ging auf Mitternacht zu. Der Himmel glühte, bald rot, bald grell. Unaufhörlich erschütterten die Sprengdetonationen, mit denen die Brigade zu Werke ging, um den Brand durch unterminierte Felsflanken zu ver schütten und einzudämmen, die Nacht. Das Plateau erbebie. Aus den Talschluchten brüllten die Echos. Und wenn es einmal stille wurde, lauschte Gruscha aus ihrer Ungewißheit über die letzte Kolonne, die immer noch nicht ins Depot zurückgekehrt war, auf den Wald. Ein rollendes Geräusch, das aus dem Geleise kam, unterbrach die Stille. Sie erschrat. Es wurde deutlicher. Es kam näher, immer näher. Sie hielt den Atem an und ſtarrte dorthin, wo sich der Schienenstrang in die Nacht verlief. Das Geleise begann laut zu klopfen, so im Tatte der Räder. Die Draisine wurde sichtbar. Sie war leer, aber beflaggt mit Flammen und schwarzen Fahren Albert D. des Rauches. Feuer! Der Sepp wohnte am äußersten Ende des Dorfes. Er war tein Jüngling mehr, liebte seine Bequemlichkeit, und wovon er eigentlich lebte, konnte niemand so recht sagen. Manchmal half er ja bei diesem oder jenem Nach barn aus, machte bei dem einen das Gras auf der Wiese, bei dem anderen brachte er das Pferd zum Hufschmied, mal hier, mal da, was eben so vorkommt. Aber davon kann man schließlich nicht feit werden. Freilich: sein eigenes Häuschen hatte der Sepp. Winzig zwar, fast nur eine Hütte ein einziger Raum. Aber es war doch ein Grundstück“, und sein Vater hatte es ihm schuldenfrei hinterlassen, sogar versichert gegen Wasser- und Feuerschäden. Hai man aber ein Dach- und noch dazu sein eigenes über dem Kopf, so fann man überhin ruhig schlafen, und das tat der Sepp gern und reichlich. Ein Defchen war auch in einer Ecke, das Reisig zum es, daß sie jüngere Kräfte dafür fanden, sei es, daß der Sepp ſelber nicht mehr richtig hinterher war. Jedenfalls hatte er Zeit genug, um große Pläne zu wälzen. Worin sie bestanden, war allerdings sein Geheimnis. Nur der alten Hetta hatte er düstere Andeutungen gemacht, aber sie war halbtaub und hatte vor allem seine tief gerunzelie Stirn gesehen. Nun, er war eben ein seltsamer Kauz, da mußie man ihn schon lassen, wie er war. " Eines Tages tam eine wandernde Zigeu nertruppe durchs Dorf. Am Abend gab es eine Gala- Vorstellung", und wer nur Beine haite, lief hin, um sich die Künstler anzusehen. Der Sepp natürlich auch. Er war wohl aber ein bißchen müde, denn er begab sich als einer der Ersten wieder heim, was sonst nicht seine Art war. Die alte Heita wohnte dicht neben seiner Hütte. Ihr war es nicht möglich gewesen, zur Vorstellung zu gehen, denn sie wurde gerade das geschicht häufig. wenn man sein Lebtag die große Wäsche für andere Leute wäscht. Sie war also zu Hause geblieben und hatte ihre Schmerzen gepflegt. Als nun der Sepp an ihrem Fenster vorbeikam, öffnete sie es bastig und wintte ihn heran. Jentehr die Dämmerung snahm, beſto unhein- eigen war auch in einer God, Waffen der öfe von Gicht geðlagt lider wurde es Alerander, zumal er im blauen Dunst des Horizontes, zu dem der Heimweg führie, nichts enideđen konnte. Und ihn überkam das Gefühl, als habe die Kolonne heimlich envas gegen ihn verabredet. Und er begann zu Brunnen, und alles andere die„ Gelegenheit". Mit der stand Sepp auf bestem Fuße, ohne sie wäre er gewiß schon lange verhungert. Aber, wie das nun so geht, auch mit dem Aushelfen bei den Bauern wurde es Enig, sei 3 „ Sepp! Sepp!", sagte sie, ganz heiser vor Aufregung, während du weg warst, wollt's bei dir brennen!" Der Sepp rieb sich die Augen, sah aber trotzdem nicht den kleinsten Feuerschimmer. Wo? Wo?" mach dir doch keine trüben Gedanken! Ich bin ja zum Glück daheim gewesen! So wie ich den Brandgeruch in der Nase spürte und einen dünnen Rauch bemerkte, ich nur konnte hatte es im Dorfe gebrannt? Atemlos. lief die Schar weiter. Aber nicht doch: das war ja Sepps Haus! Während der im Wirtshaus ge= sessen, war sein Hab und Gut abgebrannt! Die neue Feuersprize hatte gleich ihre Tüchtigkeit erweisen können. Ach! aber ehe sie vom andern Ende herüberbugsiert worden, war es schon zu spät: die Hütte war nur noch eine einzige Lehe gewesen! Die Flammen hatten die hohen Kino und Kriminalistik Dr. Joseph L. Holmes, ein in Amerika angesehener Soziologe und Experimental- Psychologe, veröffentlichte fürzlich in einem äußerst interessanten Bericht die Resultate eingehender Studien über die Beziehungen zwischen Kino bin ich zu dir rüber, so ras hast wohl in Stapeln von Reisigvorrat für den Winter er- und Kriminalität Jugendlicher. und hab nachgeschaut. Nun, du der Eile beim Forigehen den Zunder am warmen Ofen liegen lassen, da fing das dürre Reisig Feuer. Nicht mehr lange, und dein ganzes Haus hätte in Flammen gestanden!" Der Sepp seufzie tief und schiver.„ Laß gut sein, Sepp, tröstete die Setta, ich hab' ja das Unglück verhütet, ich hab' gleich den Krug mit dem kalten Waffer drauf gegossen, der bei deinem Bett stand!" „ D, das Wasser!" rang es sich aus Sepps Brust. Hetta reichte ihm die Hand und wollte ihm wohl noch mehr Trost spenden, aber Sepp lief wie gejagt auf sein Häuschen zu. Von jenem Tage an schien der Sepp noch forgenvoller, ja geradezu verstört. Was mochie er nur baben? Nicht lange nach der Zigeuner- Vorstellung wurden die Bewohner des Dorfes von einer faßt, und lustig hatte es der neuen Feuersprize entgegengeprasselt. Wer hätte auch denken kön nen, daß es gerade in dieser Nacht ein Feuer im Dorfe geben würde! Sepp schlug die Hände vors Gesicht und schluchzie tonlos. Dann verfluchte er laut den neuen Gemeindevorsteher mitsamt seiner Spriße. Er fluchte so greulich, daß alle ringsum ihm recht gaben. Der Gemeindevorsteher aber ging renevoll in sich und versprach zur Buße, Sepps Gesuch um Rückerstattung durch die Feuerversicherung amtlich zu unterſtüßen. Erst da hielt Sepp mit Fluchen inne. Das Haus war verloren. Der Sepp war gereitet. Leonie Falf. Gerade in Amerika gibt es sehr viele Menschen, die der Ueberzeugung find oder bes haupten, der Ueberzeugung zu sein— daß der Film von unheilvollem Einfluß auf die Jugend sei. Dr. J. L. Holmes, der Dozent der Colum bia- Universität ist, kommt auf Grund seiner Erhebungen und Feſtſtellungen, bei denen ihm eine Reihe erster amerikanischer Wiſſenſchaftler aſſis stierten, zu Resulten, die geeignet sein ſollten, die Behauptungen von dem verderblichen Einfluß des Films ſtark in Zweifel zu ziehen. Dr. Holmes äußert in seinem Bericht unter anderem folgendes: ,, Ich bin der festen Ueberzeugung, daß heute keiner von denjenigen, Monolog um Mitternacht die noch immer das Wort von dem demoralific anderen Aufſehen erregenden Nachricht alar Monolog um Mitternacht miert. Es war nämlich ein neuer Gemeindevorsteher gewählt worden und, wie das so geht, wollte der zum Amisantritt seine ganze Schneidigkeit zeigen. Deshalb sagte er, das Dorf benötige für den Fall eines etwa ausbrechenden Feuers eine neue Wassersprite eine ganz große. Sie wurde auch einstimmig beschlossen, genehmigt und angeschafft. Eines Tages flebten überall im Dorfe rote Bettel; auf denen las man: Feuer!! Heute abend von S- 10 1hr Generalappell! Ulebung mit der neuen Sprize! Alle sonstigen Einwoh ner haben zu Hause zu bleiben vom ersten Ruf des Signals bis zum Schlußruf! Zutvider handelnde werden mit einer Geldstrafe belegt!" Das war einmal eine deutliche Sprache! Man wird doch nicht wegen einer Feuerwehrübung in den Beutel langen! Das wäre ja noch schöner! Auch Sepp dachte nicht daran, das Gebot zu übertreten. Kurz vor 8 Uhr trat er in die vor s uhr irat er in die n'Abend allesami!" und setzte sich an den Tisch zu den andern, die die Nebung beim Biere abwarten wollten. 8 Uhr! Huni! Ein langer Pfiff, dann zwei kurze: die neue Sprize begann zu demonstrieren. Man haite zivei gute Stunden zum Würfeln vor sich. Man trant und spielte nach Herzenslust. Da, plößlich huni! Was war das? Nach einmal das Alarmsignal? Ja, aber es war doch noch nicht einmal 9, und die Uebung sollte bis 10 dauern! Bestürzt sprangen die Bauern von der Wirtstafel auf. Einer wollte hinaus, ein anderer auch: sehen, was es draußen gäbe? Warum dieser Alarmruf mitten in der Uebung? Aber Sepp hielt sie beschwichtigend zurück: der neue Gemeindevorsteher war gewiß ein ganz Schlauer, der wollte sich wichtig tun, wollte Disziplin lehren und wehe dem, der sich vorzeitig auf der Gasse zeigte: er würde zur Strafe in seinen Sädel greifen müssen!- Das leuchtete den Bauern ein. Schön, sie würden warten. Freilich, die Zeit schlich mun dahin, das Bier schmeckte schal und die Würfel flebten am Würfelbecher. Na, aber zuletzt ist auch die längste Stunde um, und so verließen alle die Gaststube, kaum daß das Signal um 10 pünftlich schrillie. Ja, aber nein was war denn das? Da hinten, am Dorfende, leuchtete am Nachihimme ein roter Schein! Feuer? Während der Nebung Von Martin Grill Oh Freund, gib acht! Tritt leise auf, daß nicht der Hund erwacht und uns vom Hof verscheucht. Hier ist die Mauer und hier ist das Loch, das ich zum Schlafraum für die Nacht erkor. Da ist kein Wind, tein Rinnfal läuft hier unterm Rasen facht hervor, da ist nur Staub und dunkle Glut. Heut ist es schlimm in Straßengräben, Scheunen ich fannte einen, der in solcher Nacht erfror, weil hinter irgendwelchen morschen Zäunen fich voller Angst verkroch der arme Tor. Doch hier schüßt uns des Ziegelosens Glut vor solchem Tod... Hier ist es warm and Der Staub? schön, Oh Freundchen, du bist wirklich gut! Willst du denn frierend durch die Straßen gchu?. Ja, andre pflegen füßen Zeitvertreib, fie haben Häuser, Villen, Frauen, Kinder, und ahnen nicht, daß irgendwo im Freien folch arme Hunde find, die schon zu Staub vermodern bei lebend gem Leib: kein Mensch ist hier, der einmal um uns weint, tein Mensch, der fich um unfre Schritte forgt; wir sind wie seelenlose Dinge an die Welt verborgt und in dem großm Sarg Bergeffen ein geschreint find so verkommen, so gemein... - und das ist gut, ist gut: renden Einfluß des Films auf den Lippen haben, imstande ist, für seine Behauptungen den Beweis zu liefern. Meine Untersuchungen haben mir deutlichst gezeigt, daß dem Film als Beeins flussungsmittel auf Jugendliche eine denkbar ge ringe Bedeutung beizumessen ist. Allenfalls ist der Film als ein Mittel anzusehen, das den überschwänglichen jugendlichen Seelen cine Reattion ihrer romantischen Gefühle ermöglicht. So ist der Film eher ein Beruhigungsmittel als eine Stimulanz, die das Gleichgewicht des jus gendlichen Gemütes in Gefahr bringt." Dr. Holmes Feststellungen basieren auf Rundschreiben, die er Juristen, Gewerkschaftss führern, Politikern und anderen in der Deffents lichkeit stehenden Personen zusandte, auf Ers bebungen und Experimenten, die in Schulen und Unterrichtsanstalten gemacht wurden, auf Gesprächen, die Holmes und seine Mitarbeiter mit Lehrern hatten und auf genauen Berichten über den Besuch verschiedener Lichtspieltheater. Des weiteren wurden 50 Unterwelt- Filme sorgfältigen Analysen unterzogen. Schließlich wurde die Rekonstruktion eines Verbrecherfilms Jus gendlichen vorgeführt und durch sorgfältige piis chokritische Experimente die Wirkung dieses Films festgestellt. Es handelt sich in diesem Film um einen besonders zusammengeschnitte nen Bildstreifen, der in dem Maße wie kaum einer der spezifischſten" Unterweltsfilme_ges rade das enthielt, was nach der Meinung der Filmfeinde für jugendliche Gemüter besonders gefährlich sei. Nach Dr. Holmes ergab sich, daß nicht ein einziges Kind die geringste Sympathie für einen Es wäre ſchlimm, in dieſem Schmutz als Mensch der Miſſetäter, bzw. eine der in dem Film vorzu sein! Oh Freund, du weinst? Was bist du für ein Kind! Du möchtest bald ein schöneres Leben schn? Wer einmal dort ist, wo wir beide sind, kann seinem Schicksal selten mehr entgehn. Doch bist du jrg; ich bin verdorrt, verbrannt; vielleicht strahlt dir des neuen Morgens Glut ich wünsch es dir... Hier meine alte Hand! Nimm jest den Mantel und rück näher ran, hier glüht die Wand hier liegst du wohlbehütet warm und gut... kommenden Untaten zeigte. ..Wir machten demgegenüber die Entdeks fung, daß selbst kurz nach der Vorführung des Films die meisten Kinder sich an fast gar feine Einzelheiten mehr erinnerten. Nur die Aelte= sien waren imftande, mit leidlicher Genangfeit die Geschehnisse des Films wiederzugeben. Deut lich und klar erinnerte man sich fast nur an die Tatsache, daß.cr ins Gefängnis kam" oder ,, im Kerfer endete". Des weiteren beobachteten wir immer wieder, daß nicht ein einziges der befragten Kinder auch nur einen Schatten von ด den Anschein, als würden Sie mit Messern auf einander losgehen." Da meldete sich der Beklagte, ein wegen seines beißenden Wiges bekannter Großkaufs mann, zu Worte: ,, Herr Rat", sagte er lächelnd ,,, das sind nicht Messer, sondern Klingen einer Schere. Es scheint nur so, als würden sie einander schnei den, aber wehe dem, der dazwischen kommt!" Walter Jelen. Copyright P1. B Bro 6 Coper hopes Schach- Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32, Post Modlan bel Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 309. Von Wilhelm Beutel, Arnsdorf b. Tetschen. Schwarz: Ka5, Tb4, Sf1, Bb6, d5.( 5) a b c d e f gh 7 88 65 8 7 6 5 3 Adamson wartet auf das Telephon Justitia lacht Lord Darling. Sympathie für die verbrecherischen Charaktere dieses Films an den Tag legte." ,, Unser Film, der wie schon erwähnt bedeutend ,, verbrecherischer" als irgend ein nors maler Unterweltsfilm war, hatte mit diesem das moralische Ende, die schließliche Bestrafung des Sünders, gemein. Und dieses schließliche Ende aller Kriminalfilme lann meiner Meinung nach nur von heilsamstem Einfluß auf das jugendliche bildungsfähige Gemüt fein. Ich untersuchte ungefähr 40 dieser soge= nannten Verbrecherfilme und stellte fest, daß nicht ein einziger dieser Filmstreifen, abgesehen bon seinem Titel, ernsthaft etwas mit Kriminalität zu tun hatte. Sie waren meist romantische Berichte und Erzählungen aus dem sogenannten Milieu". Es ist lächerlich, anzunehmen. daß solche Filme geeignet wären, kriminelle Instinkte anzuregen oder wachzurufen. Ebenso erfreulich waren die Resultate, die sich auf Grund meiner Feststellungen über den Besuch der Lichtspielhäuser ergaben. Ich suchte mir zwölf Theater, und zwar besonders solche in Armeleutegegenden, aus. Meine Beobachtungen erfolgten zur Ferienzeit, wo die Jugendlichen ein besonders hohes Kontingent der Theaterbesucher stellen. Der Prozentsatz der Kinder belief sich ich beobachtete die betreffenden Theater mehrere Wochen hindurch nur auf 5.2, d. h. von 150.000 Besuchern, die während der Zeit meiner Beobachtungen die Theater besuchten, waren nur 7800 unter 21 Jahren. Die Mitteilungen des amerikanischen Psychologen werden das Interesse aller am Film interessierten Kreise finden. In Amerika haben sie außerordentliches Aufsehen erregt. Die gro Ben Zeitungen seßten sich mit Solmes auseinan der. Es kann fein Zweifel darüber bestehen, daß Holmes die Behauptung von dem demoralisierenden Einfluß der Kriminalfilme an der Wurzel getroffen hat. Wenn nämlich selbst diese anariffsfähigste Kategorie des Films feine Gefühle verbrecherischer Natur im Zuschauer er wedt, wenn nicht einmal der Verbrecher Sympathien beim Publikum findet, dann allerdings ist der Beweis für die Unschädlichkeit des Kriminalfilms für die Jugend erbracht. M. T. 1 1 a b c d e f g h 3 ลง Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Vor kurzem ist Lord Darling, einst Lon- Weiß: Ka7, Dc3. Th2. Ld7, Sb2, Bb3, d3, e2, g dons bekannter Strafrichter, im Alter von 86 Jahren gestorben. Seine große Beliebtheit verdankte er aber nicht nur seinem juristischen Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Wissen und seiner unbeugsamen Gerechtigkeit, Spalte einzusenden. sondern auch seinem scharfen Wiz. Einmal stand ein mehr als gewissenhafter Beuge vor ihm. Lösungszug zu Nr. 304: Bob- c7! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Ge nossen ein: Dinnebier Emil. Tetschen: Beutel ,, Schon als Kind wurde ich mit der Wahr- Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen: Dreßler Rolf, Vlašim: Schöffel Anton, Schöbritz; Chroust Karl, heit vermählt", sagte stolz der Zeuge. Bilin; Tepper Franz, Karlsbad: Sturm Heinrich, ,, Und seit wann sind Sie Witwer?" fragte Brünn; Habl Erwin, Chimiak Teo, Holfeld Otto, Schindler Robert, Freundl Anton, König Rudolf, Lord Darling. Lohmüller Hans. Tyle, sämtlich Nestersitz; Ulbert Erich, Klutschkau: Tesař Franz, Suchei; König Anton, Steinwitz Hans. Walter Ludwig, sämtlich Kwitkau; Ulbert Rudolf, Proseditz; Eichler Otto und Bretschneider Otto. Drakowa: Triltsch Gustav. Wisterschan; Nitsch Rosa, Trupschitz. Ihm fällt nichts ein. Ein prominenter Wiener Librettist hatte von einem Verleger einen Vorschuß für die Dichtung eines Operettenbuches erhalten. Doch die Zeit verging und trotz aller Mahnungen lieferte der Schriftsteller die Arbeiten nicht ab. Daraufhin klagte der Verleger den Libretisten auf Fertigstellung des Buches. Der Anwalt des Beklagten wandie ein, daß ein Dichter eben auf die Inspiration warten müsse. Mein Klient kann den Beweis erbringen, daß er sich derzeit in einer Periode befindet, in der ihm nichts einfällt." Löser, Achtung! Da zu unserem Problemtur. nier die Löser gleichzeitig als Schiedsrichter fungieren, bitten wir unsere gesch. Genossen, mit der Lösung ein kurz gehaltenes Gutachten und eine Bewertung nach Punkten einzusenden. mit Motto werden veröffentlicht, wie sie monatHöchstpunktzahl ist 15. Alle weiteren Zweizüger lich einlaufen. Die Einsendefrist endet mit 20. Jänner 1937. Jubiläumsturnier Wisterschan. In der zweiten Runde gewann..Atus" Zuck ,, Herr Doktor", sagte der Richter ,,, dann mantel gegen Sektion Teplitz mit 5: 3 Punkten. Die Hängepartie im Wettkampf Kwitkau gegen soll er eben den Vorschuß zurückzahlen." DTJ Zuckmantel endete remis. Endstand 5: 3 ,, Sehen Sie, Herr Hofrat", erwiderte der Punkten für Kwitkau. In der 3. Runde wurden nachfolgende Ergebnisse erzielt: Anwalt,„ da haben wir den Beweis: Atus" Zuckmantel gewann gegen Kwitkau „ Das fällt ihm auch nicht ein!" mit 5: 2% Punkten, DTJ Zuckmantel überrannte Die Klingen. In einem größeren Prozeß, der um die Auslegung eines Gesellschaftsvertrages zwischen einem Fabrikanten und seinen Geldgebern entfacht war, suchten die Vertreter der beiden Parteien, zwei jugendliche Heißsporne, mit rücksichtslosen Ausfällen einander einzuschüchtern. Als wieder einmal ein scharfes Wort fiel, bemerkte der Vorsitzende verweisend: ,, Meine Herren! Ich kann diesen Ton unmöglich länger dulden. Es hat ja beinahe schon die Turner DTJ mit 8: 0 Punkten. Einen glücklichen Sieg errang Teplitz in Wisterschan mit 4: 3 Punkten. Wisterschan vergab sichere 2 Punkte. Stand nach der dritten Runde: 1. Atus Zuckmantel 3 Siege, 16 Punkte. 2. DTJ Zuckmantel 2 Siege. 16 Punkte. 3. Abt. Kwitkau 2 Siege, 14 Punkte. 4. Sekt. Teplitz 1 Sieg. 10% Punkte. 5. Arb.- Schachkl. Wisterschan Sieg, 10 Pkt. 6. DTJ Turn Sieg. 5 Punkte. Das Einzelturnier nimmt einen befriedigenden Verlauf, doch sind einige Genossen mit ihren Partien im Rückstand und halten die Termine nicht ein. Die betreffenden Genossen werden ersucht, dies nachzuholen. Der Endtermin für das Einzelturnier wird bis 1. Jänner 1937 verlängert.