BUNTE WELT Nr. 15 Unterhaltungsbeilage Die Entthronung des Severin Gallus Von Julius Zerfaß So lange der Seniorchef lebte, hatte Seve- Da traf die Firma jäh ein harter Schlag: rin Gallus nichts zu befürchten. Denn so lange Der Senior vergaß eines Morgens das Aufgab es im kaufmännischen Betrieb der Firma stehen; sein Herzschlag war stehen geblieben, wie Winkelmann, Landesprodukte en gros, keine eine Uhr, die man aufzuziehen vergessen hat. Veränderung. Eine Schreibmaschine für die Kor- Auch Severin Gallus griff nach seinem Herzen, respondenz hatte noch Play bekommen, aber dar- als er die Nachricht empfing; aber da sein über hinaus gab es keine modernen technischen Lebensmotor nicht überölt war, tidte nach kur Arbeitskräfte. Als Wahrzeichen für die gedie- zem Schrecken das Triebwerk weiter. genen Gepflogenheiten des ehrbaren Kaufmanns Der Chef ist totes lebe der Chef! thronte im Büro eine Kopierpresse für die Faf- Winkelmann junior trat ins Büro und turen und wo in anderen Betrieben eine Fat empfing die Kondolenzen der Angestellten, deren turiermaschine den rechnenden kalligraphischen merkliche Unsicherheit seine neugebadene BeZahlenmaler ersetzte, saß Severin Gallus, Fak- fehlgewalt wohltuend erhöhte. Am tiefsten verturist kraft seines unfehlbaren Rechentalentes| bengte sich Severin Gallus, der über die Anteilund seiner Dienſtjahre. nahme hinaus ein wenig vertraulich werden war ein noch verhältnismäßig gehörte O sozusagen zum Inventar 1937 mäßig seinen Morgenspaziergang auf dem Saumpfad zwischen Wasserlauf und Wald. Die Schwalben überquerten pfeilschnell das Flußbett, im Gezweige ging es luſtig zu und, von Natur erfüllt, ging Severin, das Spazierſtöckchen schwingend, ins Büro. Er pfiff sich eins und war beinahe vergnügt. Der junge Chef hatte ihn feit einigen Tagen mit einer gewissen Gutgelaunt heit behandelt. Verdächtig war nur seine Neuerungssucht, die sich vorläufig freilich in der Bereitstellung kleinerer technischer Hilfsmittel erging. Gewiß hatte der alte Herr den Sohn darüber belehrt, daß Severin Gallus die nüßlichte, ja unentbehrlichſte Kraft des Hauſes war. Severin setzte sich auf seinen Drehschemel, machte, mit dem linken Fuß anwippend, den furze Mann, als er damals ben Bintelbil jener bes Sanies. Der neue Chef war aber Your bei Anfangschnöttel nach rechts, the eingestellt wurde. Das Geschäft war noch klein. Severin Gallus erlebte das Wachstum der Produktenhandlung en gros und er wuchs mit ihr, er hatte das Gefühl, mit seinen Fakturen sozu sagen zum Aufblühen der Firma mit beigetragen zu haben. Severin Gallus ging jeden Tag ins Büro, vertauschte seine Röcke und Gefühle und schrieb Fatturen. Immerzu Fakturen, vom ersten Jänner bis zum einunddreißigsten Dezember, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Was er an diesen Tagen tat, wußte er selbst nicht genau; es war auch nicht das Bedeutsame seines Lebens. Das wirklich Wichtige für ihn war vielmehr, daß er Fakturen schrieb; darin war er Meister. Rechenfehler gab es bei ihm nicht; er kannte seine Arbeit und wußte sein Programm für das ganze Jahr voraus. Das war eine geordnete Welt für ihn. Und weil niemand die Rechnungen so fehlerfrei, so geduldig und gut gemacht hätte, wie er das von sich behaupten konnte, lebte er sich allmählich zu einem kleinen Tyrannen aus, der die Lehrlinge furanzte, die Arbeit der Kollegen benörgelte und ihnen seine eigene als Muster vorhielt. Er nüßte ihm stehen geblieben, was die Kollegenschaft mit einem spöttischen Grinsen wohl vermerkte. Zu der Kranzspende gab er den höchsten Beitrag ab; darüber hinaus sandte er der Witwe einen fchtungvoll geschriebenen Beileidsbrief. Beim Begräbnis liefen ihm während der Trauerrede des Pfarrers Tränen über die Wangen. Sie wurden leider nicht von denen vermerkt, die sie sehen sollten und waren doch wirkliche Trauertränen, denn mit seinem Chef sant ein Stück seines Selbsts in die Furche der Vergänglichkeit. Am Tage nach der Beisehung ging der junge Chef des Hauses mit prüfenden Augen durch die Büroräume. Severin spürte, wie fie an der veralteten Kopierpresse haften blieben und er fühlte, daß sie auch über ihn kaum hinwegzukommen vermochten. Drehung unter Lüpfung des rechten Sitzfleisches nach links und griff dann nach dem Federhalter. Seine Feder schritt in wohlgebändigter Grazie über die Fakturenbögen und in furzen Ausruhpausen glitt sein Augurenlächeln durch den etwas altmodischen, niedrigen Raum. Acht Tage später geschah aber etwas, das Severin erzittern machte. Der Reisende eines Büromaschinengeschäftes, den der alte Herr erst vor einigen Wochen hinausfomplimentiert hatte, ging durch die Räume, verschwand im Chefzimmer und als er herausbegleitet wurde, strahlte sein Gesicht bis zur Glaze. Bald danach öffnete sich auch schon die Tür zum Privatkontor und der Chef wurde sichtbar. ,, Herr Gallus, kommen Sie bitte zu mir herein!" Die nächsten Tage geschah aber nichts Auf- Gallus war mit einem Sprung unten, befallendes und Severin hatte beinahe schon wie- rührte sein Vult etwas heftig mit der Knieder sein seelisches Gleichgewicht gefunden. Alles scheibe und verzog zwei Sefunden das Gesicht. schien zu verharren in dieser kleinen Stadt, an Der junge Chef erwiderte den Gruß sehr lieder der Fluß vorbeiſtrich. Gallus machte regel- benswürdig und bot Severin einen Stuhl an. das Vorrecht durch ſeine vielen Dienſtjahre und Asturische Bergarbeiter dem Chef war damit gedient, daß in seiner Abwesenheit die Augen des Severin Gallus für ihn jahen. Womit aber nicht gesagt sein soll, daß er ein Angeber war. Severin Gallus, der Fakturist, führte sein Regiment über Zahlen und Schuldner schon länger als drei Jahrzehnte und er zählte zur Zeit unserer Geschichte 53 Jahre. Als es sich nicht mehr umgehen ließ, eine weitere Schreibmaschine und das dazu gehörige Schreibmaschinenfräulein anzuschaffen, war Severin Gallus nur insoweit interessiert, als ihn die neue Kollegin zu einem neugierigen Seitenblick veranlaßte. Dann schrieb er weiter Fakturen und lächelte: er war Fak turist, wer wollte ihn ersetzen? Das gab es nicht. Und darum mochten sie erfinden, was sie wollten. Noch vor turzem hatte der Chef geäußert, so lange er zu bestimmen habe, werde für die Fakturen feine Maschine angeschafft. Besser als Gallus arbeite eine Maschine auch nicht. Severin war unfreiwillig Hörer dieser Worte gewor den; sie taten ihm wohl. Er konnte nicht sehen, wie Herr Winkelmann junior hinter seiner jugendlichen Stirn über dieses Problem dachte. Severin merkte, daß sein Herzklopfen nachließ. ,, Herr Gallus", begann der Chef ,,, ich schätze Ihre Kraft außerordentlich und betrachte Asturische Bergarbeiterie als ein achtenswertes Erbe meines feligen Von Karl Johannes Wir sind das letzte Aufgebot. die Sonne schien so blutig rot, als wir die Stadt verließen. Im todesdunkeln Grubenschacht, da sind Gedanken aufgewacht, die nun die Freiheit grüßen. Wir sind das letzte Aufgebot, Kameraden riß der Kugeltod, das Gas von unsrer Seite; durchlief den Stollen diese Nacht, wir haben die Augen zugemacht und saben in die Weite. Dort ist das letzte Aufgebot, es spricht der Späher zum Vilot: fichst du die Fahne feurig wehn? ein Eisen stürzte durch die Nacht, von Licht umstrahlt die letzte Schlacht, fie schwuren, niemals zu vergehn. War'n sie das letzte Aufgebot? ( Aus einer Gedichtsammlung Spanien"). Vaters..." Er machte eine Kunstpause. Severins Brust hob sich. Alle seine Befürchtungen schienen unbegründet. Vielleicht bekam er eine Aufbesserung. Er war doch schon so lange bei der Firma. Seine Aeuglein glizerten erivarmingsvoll. Jafuhr der Chef zögernd fort aber bei der Neuorganisierung unseres Vetriebes, den mein Vater als ein guter, reeller, aber allzu zeitfeindlicher Kaufmann führte, muß ich auch an Ihre bisher unangetasteie Funktion her antreten..." Er hielt inne, denn Severin war plöglich freideweiß geworden.„ Fürchten Sie nichts", sagte der Chef schnell ,,, ich werde für Sie eine Ihrem Alter entsprechende Aufgabe haben, denn ich glaube faum, daß Sie sich heute noch gerne auf die neue Maschine umſtellen wollen." Severin schüttelte steif, aber abweisend den Kopf, seine Augen schauten angſtvoll an dem jungen Chef vorbei, der aufstand und die Unterhaltung mit den Worten beendete: „ Ich werde Ihnen die Aenderung so ivenig als möglich fühlbar machen und das Gehalt bleibt auf alle Fälle das gleiche." lief aus dem Büro Saufe tam. Auf neugierige Fragen antwortete herumtreibe, die Büromaschinen ausgestellt Steven Wire auf einen Blog. Er hatte er nicht, fondern trathte fich mir, Ueberall judies haben, und die Goden fender be Beobodyama( ct. einen hohtoten Kopf, denn er fühlte, daß alle ihm seine Verstörtheit ansahen. Das Tippfräulein in feiner Nähe fizierte ihn mit faft impertinenter- Neugierde. " es ihn und überall fragte er fich. jest abgefangen Beobachtung feis Bald berichteten die Beitungen im lokalen nes Geffteszustandes in die psychiatrische Klinik Teil, daß ein gewiffer Gallus fich vor Geschäften gebracht.. Lippl: Der Trick Lord Edgar Witelysh besaß die bei einem für mich, ich will auch nicht mehr in schmuzigen Manne feines Standes wohl etwas ungewöhn- Aſhlen hauſen“, erklärte er.„ Aber ein neues liche Gewohnheit, lange Wanderungen im nächt- Leben könnte ich noch immer beginnen – ja, boch lichen London zu unternehmen. Mit besonderer nur unter einer Bedingung: Wenn ich bis zur Borliebe fuchte er auf folchen Spaziergängen Morgendämmerung jemand finde, der mir zu diesem vede fünf Pfund zur Verfügung stellt, ärmliche und düstere Biertel auf... Er feste fich auf den Inarrenden Schemel, tauchte die Feder in die falsche Tinte und Iribelte finnlos auf das Papier. Gott, was find das für Beiten, flüsterte er, er hätte das gebacht!" Endlich hatte er fich wieder, aber er berfchrieb fich, addierte falsch, verwechselte die Namen, feinte. Schrift ſchritt nicht mehr so flott übers Papier, ſje troch vielmehr, wurde bebot und unsicher, machte Budel und hinkte, war so gedrüdt wie er selbst. Er hörte auf zu schreiben, neigte den Kopf immer tiefer und murmelte: Ja, die Maschine wird das alles beffer machen. Sie hat keinen Hunger, fie verlangt teine Suane, fich might mit einer anderen Maſchine am Urlaub haben wollen, fie wird terhalten, fie wird hier stehen und bald wird brüche wilder, verzweifelter Fröhlichkeit bei dies fein Hahn mehr danach krähen, daß an der gleifen Menschen, die den Lord mitrissen oder war Chen Stelle über dreißig Jahre lang einer es ihre von Gemeinheit und brutaler Kraft namenz Severin Gallus gehodt ist und gerechnet ftrogende Sprache, die ihn anzog? Keines hat, gewiffermaßen ein Mensch mit einer Seele. falls aber, das war ficher, bildete den Grund Gerechnet vom Morgen bis zum Abend, von bloß die triviale Neugierde eines Sorglosen, der Neujahr bis zu Silvester, Jahre immerzu, wie aus Langeweile und ohne wirkliche Anteilnahme - wie eine Maschine..". Da überwältigte ihn das Leben der andern achfelzudend betrachtet, der Schmerz und zwei helle Tränen fugelten um eine leere Stunde auszufüllen.. über feine faltigen, bartlosen Wangen. Verstört schielte er über sein Bult hinweg, machte fich wieder über feine Arbeit, eine wahre But überfiel ihn, er fchrieb toie beseffen und die Zahlen standen da, als habe sie der Sturmtvind dabergefegt. Der Lord hätte faum erflären fönnen, was es war, das ihn lodie, immer wieder die unwirtlichen und schlechtgelüfteten Spelunken von whitechapel aufauſuchen. Waren es bie AusNiemandem aus seinem Kreise erzählte er, fleine Andeutungen ausgenommen, von den Ers lebniffen und Begegnungen, die ihm das unbekannte London bot. Er fezte bei keinem seiner Bekannten Interesse für dergleichen voraus, außerdem verspürte er feinen Drang, ohne NotUnd dann kam der Tag, an dem die Ko- wendigkeit einen von ihnen in diese dunkle Welt pierpreffe von alvei starken Arbeitern fortgetra gen wurde. Seberin Gallus schaute nicht auf. Es boar ihm, als bewege fich von ihm meg ein Leichenzug, als die Männer an ihm vorbeiſchnauften und, wahrhaftig, in ſeinem rechten Augenwinkel stand eine dide Träne. Sie wäre beinahe auf die Fattura für die Firma SauerInecht in Kälbermoor gefallen. Hereingetragen wurde bald darauf eine Fatturierungsmaschine und mit ihr trat eine einzuführen, die zu kennen das Wissen um ein trauriges Geheimnis war. An einem Herbstabend wurde Lord Witenun, dann versuche ich es, weiterzuleben. Ein Bimmer, flein, aber fauber, miete ich dann, einen billigen Anzug brauche ich auch, ettvas Bäsche, ein Bad... Lord Witelyſh fagte nur: Mein Lieber, fünf Pfund find ein ganzer Haufen Geld!" Ein guter Trid, dachte er, der Mann hat eine wirkungsvolle Art sich auszudrüden. Nach einer solchen Rede, wie er fie eben vom Stapel ließ, wagt ihm twohl niemand weniger als einen Shilling anzubieten. Das muß einen ficheren Verdienst geben. ,, Na, dann gute Nacht, alter Knabe", vers abschiedete sich der Lord freundlich. Auf Wiedersehen." Er blidte den anderen an, dessen Augen ihm plöblich außergewöhnlich intelligent und schlau vorkamen. Der Mann verneigte sich mit vollendeter Höflichkeit. Er schien einzusehen, daß feine Ausficht bestand, ben Lord, der ihn durchschaut hatte, zu überzeugen. Auch der Umstand, daß er mit feinem Worte versuchte, den Lord zurückzuhal liſh, als einem beit her Dods bas( pärlich etten, und sobald er sah, daß sein Hörer ihm keinen Glauben fchenkte, diesen ohne weiteren Bers leuchtete Themseufer entlang schritt, von einem such fortgehen ließ, deuteten auf einen ausge= Manne angeſprochen, der plöblich aus dem Dun- zeichneten Pſychologen, wie der Lord annahm, fel auftauchte. Der hagere Mensch mit dem ver- wußte der Mann, daß ihm ein neues Objekt, das beulten Hut in der Hand sprach leise: er unter den Passanten fand, mehr Möglichkeit ,, Einen Augenblid bloß, mein Herr. ... bot, als einer, der bereits seinen Unglauben wenn Sie keine Eile haben", segte er hinzu. deutlich ausgedrückt hatte. Ein patenter Kerl, der Lord Witelysh hatte es keineswegs eilig. Er auf seine Weise eine ausgezeichnete Dentfertig= blieb ſtehen und fah den Mann, der wenige Schritte vor ihm stand, erwartungsvoll an. ., Mein Name ist James Madagg" -Reit geimfvege an ben Mann, der fich Madaza betvies. Mit Genugtuung dachte der Lord ftellte genannt hatte, denn Züchtigkeit schäßte Lord Witelyſh, ohne Unterschied auf welchem Gebiete fie gezeigt wurde, sehr hoch ein. fich der Mann überraschenderweise vor.„ Es handelt sich um..." neure Angestellte ihren Dienſt an. Sie nahm nicht einmal Notiz von Herrn Severin Gallus, der an diesem Morgen zu einem Gang auf die Bank beauftragt worden war. Als er zurüdfehrte, war die neue Rechnungsmechanik in vol- ,, Sie wollen Geld?" unterbrach ihn der lem Gange. Der Berg fertiger Fakturen neben Lord, eine kleine Hilfe..." Er griff in die der Schreiberin ließ über die Brauchbarkeit, ia| Taſche. Ueberlegenheit der Maschine keinen Zweifel. Seberin starrte auf die Apparatur, fie arbeitete mühelos und so genau wie sein Kopf. ..Nein", sagte der Hagere rasch und machte eine Bewegung, wie um das Almosen, das der Lord ihm zu reichen im Begriffe war, zurüdzutveisen. Seine Augen waren müde, er ließ die Schultern hängen. Nein, feine fleine Hilfe", Er stand nußlos da, war niemand mehr, sagte er„ besten Dank übrigens... Mein Name ein Nichts, das aus Verlegenheit von jezt an ist James Madagg", wiederholte er.„ Ich habe nur noch dem Verlegenheitsbedarf dienen sollte. einen Entschluß gefaßt, der meinem Leben eine Der Chef hatte ihm die Aufsicht über die Regihier lachte er ganz neue Richtung" ftratur übertragen. Sie interessierte ihn nicht... geben wird. Ich will mich nämlich heute nacht Ihn interessierte nur der verdammte Kaften, an umbringen, Herr. Sie müssen wiffen, ich lam dem die Schreiberin so selbstsicher herumtippte. nicht leichtfertig oder auf Grund irgendwelcher Er holte finnlos Ordner heraus und stellte sie irriger Annahmen zu diesem Entschluß. Wenn wo anders hin, fah wieder auf die Maschine und Sie mich anhören, werden Sie selbst erkennen, fonnte die Mittagszeit taum erwarten. daß es für mich das Beste ist, es zu tun. Ein nasses, unangenehmes Wetter heute, mein Herr. Ich will die Debatte abkürzen", fuhr der Mann mit einer Stimme fort, als hätte er auf eine Bemerkung zu antworten, obwohl Lord Bitelyfh ihn, ohne etwas zu entgegnen, angehört hatte. Am Nachmittag fam er verspätet, roch nach Altohol und empfing vom Chef mißbilligende Blide. Da zog er kurzerhand feinen Bürored aus, riß die Straßenjade vom Halen und ging ohne Gruß wieder hinaus. Die Tür knallte hinter ihm ins Schloß. Die getreue Wirtin wußte gar nicht, was fie zu dem neuen Seberin sagen sollte, der regelmäßig so früh aufstand wie sonst, aber fast jeden Mittag schon mit einem Heinen Rausch nach 發 Spät am Vormittag erwachte Lord Witelyfh. Er läutete dem Diener und ließ sich ein Bad bereiten. Im freundlichen Wohnraum nebenan, wo er zu frühstüden pflegte, wartete der Tee und die Morgenzeitungen auf ihn. Er setzte sich an den Tisch zu einem der hohen Fenster. Nach seiner Getvohnheit blätterte er beim Essen in der Zeitung, die vor ihm ausgebreitet Tag. Der Tee und die Brötchen waren heute ausgezeichnet. Keine Stunde des Tages fand Lord Witelnih so ungestört und behaglich, wie die des Frühstückes. Lord Witelysh murmelie irgendetwas und legte die Serviette nieder. Er las eine Notia im „ Daily Expreß" noch einmal durch. Es war eine ganz lurze Nachricht, fünf Zeilen bloß. ,, Ein Mann in den Bierzigern, der nach den bei ihm gefundenen Dokumenten als James Madagg identifiziert werden konnte, wurde heute morgens um vier Uhr unweit der Bearth- Werften tot aufgefunden. Er hatte sich an einem Baum erhängt. Er dürfte seit längerer Zeit eré werbslos gewesen sein." ..Stomisch..." sagte Lord Bitelysh halblaut und starrte auf die Zeitung. Er war blaß I bin ein Feind von Debatten; ich halte fie für finnlos. Ich bin so herabgekommen", fuhr er fort, daß es nicht mehr tiefer geht. Ich geworden. will nicht mehr betteln, das ist zu erniedrigend James Madagg hatte nicht gefogen. M. Sostachenko: 31 Die Aristokratin Jch, Brüder, liebe nicht Beiber, die Hüte) tragen. Sobald ein Weib einen Hut trägt oder Seidenstrümpfe anhat, und hat noch dazu einen Goldzahn im Mund, ist für mich solch eine Aristokratin überhaupt fein Beib, sondern fozufagen ein Stüd leerer Blab. Aber einmal war ich doch von einer solchen Aristokratin gefangen genommen: Jh ging mit ihr spazieren und führte fie ins Theater. Ja, eben im Theater ist ja das Unglüd geschehen. Hier hatte sie die Gelegenheit, ihre ganze Ideologie zu entfalten. Wir hatten uns im Haushof getroffen. Bei einer Versammlung. Ich schau mich um, da fieht so eine Dame. Strümpfchen hat sie an einen Mund 11. Golbach in digerin, kommst bi? Von welcher Türnummer, meine ich?" Ich", antwortete fie, von der Sie benten!" Bitte schön, fag' ich. Und da hat sie mir auf einmal so riesis gefallen. Ich ging zu ihr. Auf Nummer fieben. Ich kam zu ihr mit einer offiziellen Ausrede sozusagen. Wie steht es bei Ihnen, Bürgerin, mit der Wasserleitung? Dem Licht? Funktioniert alles?" Und ausgerechnet eine Mehlspeise mit Schlagobers fucht sie sich aus und frist fie! Und Geld habe ich, daß der Stater weinen möchte te. Sie ist die größte Mehlſpeiſer au fie ißt und ich wühle voller Unruhe in meiner Tasche, tafte mit den Fingern, wieviel ich an Geld habe. Ach, ich habe faſt nichts1 Sie hat taum die eine Mehlspeise mit Schlagobers verzehrt, hopp! nimmt fie schon wieder eine! Und ich ſtöhne. Und schweige. Und bieber eine ich plöglich fo eine Scham:£ a iſt man ein Kabalier und hat fein Geld. Ich drehe mich um sie herum wie ein Hahn und fie ißt und lacht und hafcht nach Komplimenten. Ich fage: 3ft es nicht Zeit, unsere Plate Sibirien, das Land der Zukunft MTP: Mo& tau, Ende Märj. In diefen Tagen werden die legten Vora bereitungen für den Beginn des diesjährigen Handelsverkehrs, mm Nördlichen Eismeer ges troffen. Das klingt nach nichts beſonderem, aber wenn man erfährt, was in diesem Gebiete, das bisher als böllig unwittlich galt und ès ja auch bar, im vergangenen Jahre bereits erreicht wurde und was man fich für dieſes Jahr vora nimmt, so muß man, jenseits aller politischen Einstellung, feststellen, daß hier in aller Stille eine Sache in Angriff genommen wurde, die nicht nur für die Zukunft Sibiriens, sondern wieder einzunehmen? Man hat vielleicht schon für den gesamten Weltverkehr in naher Bukunft geläutet Und fie fagt: Nein!" Und langt nach der dritten Mehlspeise. Ich fage: Ist es nicht zuviel für einen nüchternen Magen? Es kann Ihnen vielleicht übel werden." bon überhaupt nicht abzuschäßender Bedeutung fein wird. Laffen wir die nüchternen Tatsachen sprechen. Nach der ersten geglüdten Transartti Fahrt des Ticheljuffin ging man daran, einen Und, fie: Nein", fagt fie, ich bin es ge- regelrechten Handelsverkehr im Nördlichen Eiss wohnt." Und Und langt nach der vierten Mehlspeiſe! Das Blut stieg mir zu Kopf. Leg das", sag ich,„ zurüð!“ meer aufzubauen, und zwar sowohl mit Hilfe von Schiffen, sowie mit Flugzeugen. Der direkte Weg von Leningrad nach Bladivostok iit mur 8000 Seemeilen lang, der bisher übliche, der Und sie erschrat. Hielt den Mund offen. vom Schwarzen Meer über den Indischen und drinnen glänzt der Goldzahn. Ich hatte die Bügel verloren. Mir ist jeßt alles egal, denke ich mir, ich gehe ohnehin nicht mehr mit ihr. " Ja", antwortet sie, es funktioniert." Hüllt sich ins Schultertuch ein und bringt kein Wort mehr heraus. Nur die Augen blizen. Und der Zahn im Mund glänzt. Ich ging einen ganzen Monat zu ihr. Sie gewöhnte sich ,, Leg weg", fag ich nochmals,„ zur Leuan mich. Nun antwortete fie schon etwas ausfelsmutter". Sie legt die Mehlspeise zurück. Und führlicher auf meine Fragen. Nämlich: Die ich sage zum Wirt: Wasserleitung funktioniert, dante. Iwanowitsch." Grigorij Später sprach sie mehr, es kam dazu, daß wir sogar mitsammen spazieren gingen. Wir lommen auf die Straße und sie bietet mir ihren Arm an. Ich nehme ihren Arm und schleppe mich ihr nach wie ein Hecht. Und was ich ihr fagen foll, weiß ich nicht und vor dem Bolt habe ich Gewissensbiſſe. Nun, und einmal sagt sie mir: ,, Was führen Sie mich immer so in den Straßen herum? Der Kopf dreht sich davon. Sie, als Kavalier, sollten mich zum Beispiel Ins Theater führen." Bitte schön", sage ich. Am nächsten Tag erhielt ich zufällig eine Marie für die Oper und eine atveite opferte mir Wassila, der Schlosser. Die Karten schaute ich nicht an und es erwies sich später, daß meine eine Parterrekarte war und die Waffitas eine Galeriefarte. Nun gehen wir. Wir sißen im Theater. Sie sitzt natürlich auf meinem Platz und ich fit ganz oben und sehe... rein gar nichts. Beuge ich mich aber über die Brüstung, so lann ich sie sehen, wenn auch schlecht. Ich langweile mich zu Tode und gehe hinunter. Es ist Zwischenpause. 8 Guten Abend", begrüße ich sie. Guten Abend". Interessant, zu wissen, ob hier die Wasserleitung funktioniert", sag' ich blöderweise. " Ich weiß es nicht." Und fie rennt zum Büfert. Ich ihr nach. Sie geht zum Büfett und betrachtet alles. Da steht ein Teller mit MehlSpeisen. Und ich, so ein Trottel, so ein Bourgeois, drehe mich um sie herum und biete ihr an. Bitte schön, wenn Sie eine Mehlspeise wünschen, genieren Sie sich nicht. Ich bezahle." ,, Merci", sagt sie. Wieviel friegen Sie für die drei Mehl Speisen?" Der Birt tut ganz gleichgültig und spielt den Dummen. ,, Ich friege für vier Mehlspeisen... Wieso", sage ich,.für vier? Die vierte Mehlspeise liegt ja auf dem Teller!" Nein", erividert er, obwohl sie auf dem Teller liegt. Sie ist angebissen und von den Fingern zerquetscht." Wieso", sage ich ,,, angebissen? Bedenken Sie doch! Das ist nur Ihre komische Phantasie!" Aber der Wirt bleibt unbarmherzig. Na, da hat sich natürlich Volk angeſammelt. Experten. Der eine fagt: die Mehlſpeiſe iſt angebissen, der andere: sie ist nicht angebiffen. Und ich tehre meine Taschen um. Allerlei dummes Zeug fällt heraus. Das Publikum lacht. mir ist es nicht zum Lachen. Ich zähle das Geld. Genau für vier Mehlspeisen. Bezahle und wende mich an die Dame: Effen Sie die Mehlspeise zu Ende, Bür gerin, sie ist bezahlt", sage ich. Die Dame rührt sich nicht. Schämt sich zu essen. Nun hat fich irgendein Onkelchen an uns herangemacht. Gib", sagt er ,,, ich effe die Mehlspeise." Und hat sie gegessen, der Lump. Für mein Geld! Wir nehmen wieder die Pläße ein. Und nach der Vorstellung: nach Hauſe. Beim Haustor fagt sie:..Jezt habe ich gemung von Ihnen! Wer kein Geld hat, führt Damen nicht aus!" Und ich sage: Nicht im Geld, Bürgerin, liegt das Glüd. Entschuldigen Siel" So gingen wir auseinander. Ich liebe die Aristokratinnen nicht. ( Aus dem Russischen übertragen Von Reha Naz.) Großen Ozean führte, dagegen 12.700 Meilen lang, also um ein gutes Drittel länger. Der Vorteil liegt also auf der Hand. Und im voris gen Jahre gelang es, in der Zeit zwischen Mat und September, nicht weniger als 160 russischen Handelsschiffen den Verkehr im Nördlichen Eiss meer aufrechtzuerhalten, 14 von ihnen haben die ganze Route zweimal zurüdgelegt. Noch größer war die Leistung der Verkehrsflugzeuge, die im Gebiete des nördlichsten Sibirien in insa gesamt 13.000 Flugstunden über 2 Millionen Kilometer durchflogen. Das Interessanteste ist, daß nicht nur Nahrungsmittel durch die Flugs zeuge befördert wurden, sondern auch Menschen, nämlich gerade die Bewohner Nordjibiriens, jene fait unbekannten Eingeborenenstämme, deren spärliche Siedlungen hunderte, ja manchs mal tausende von Kilometer voneinander ents fernt liegen. Diesen Menschen aus den Gebies ten von Tschuftschen, Ustianst, Dolgan- Samos jeden, alle über dem 70. Breitengrad lebend. noch auf ganz primitiver Kulturstufe, iſt das schlitten. Dagegen haben sie noch nie eine Eiſens Flugzeug ebenso vertraut wie ihre Remutiera bahn oder gar ein Automobil gesehen und viel belacht wird in Moskau die Geschichte eines Schäfers aus der tungusischen Steppe, der bort einem Piloten gefragt wurde, wie er sich ein Automobil vorstelle. Der Schäfer antwortete ohne Besinnen: Soviel ich gehört habe, handelt es sich um ein ganz altmodiſches Flugzeug ohne Flügel, das sich nur auf der Erde bewegen kann. Ich fenne feinen von uns, der so etwas noch benut." Hand in Hand mit der Aufschließung des Landes durch die modernsten Transport und Verkehrsmittel, geht der Ausbau der. Häfen an den großen sibirischen Flüssen, vor allem an deren Mündung. Bisher waren diefe Häfen an den Mündungen des Lena, des Indigirka, de Jenissei, des Ob faum mehr als winzige Fischera nedlungen, ohne jede Bedeutung Jetzt auf eina mal find sie richtige Häfen geworden mit Repas ratur- Dode, Arsenalen, Hotels und Flugpläben. Nud felbstverständlich hat der Handel, vor allem der Peljhandel, einen schwunghaften Auf idhwung genommen. Der Verkauf nordihirischer 4 S -4AUBT Wort ist unterminieren", das ebenfalls aus seiner früheren Bedeutung herausgenommen wurde und sinnbildliche Anivendung findet. Auch ,, atiadieren", bombensicher“,„ Bombenerfolg“ usw. gehören in diese Klaffe, zu jenen Ausdrücken, über die noch unsere Großeltern verständnislos den Kopf geschüttelt hätten. Aber nicht nur solche militärische Ausdrücke haben sich in unserem heutigen Sprachgebrauch eingebürgert, auch die Technik hat in dieser Bemodernen Zeitalter ihren Stempel aufgedrüdt. Denken wir an die so viel genannte Wirtschaftsankurbelung"! Ein Automobil mußte erst erfunden sein, das man durch Ankurbeln des Motors in Bewegung setzte, ehe dieses Sprachbild entstehen konnte, oder rich tiger, erst aus der Kenntnis der einzelnen technischen Vorgänge übertrug man dann diese Be griffe sinnbildlich auf das Alltägliche. eingebürgert, and diese Schach- Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch, Drakowa Nr. 32, Post Modlan bei Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 335. Von Otto Bretschneider, Drakowa. Schwarz: Kf4, De7. Tg6. h4, Lc4, h6, B12, h5.( 8) 313 6 ③ Adamson im Sturm Nebpelze im vergangenen Jahr belief sich auf[ zwölf Millionen Rubel, und einzelne Pelzjäger, die selbstverständlich die Flugzeuge benüßten, um sich in beſtimmte waldreiche Gegenden bringen zu lassen, wurden reiche Leute. Ein bes rühmter eingeborener Pelziäger auf Nowaja Semlja verdiente im vorigen Jahr 25.000 Nubel, ein anderer, deſſen Gebiet die neusibirischen Inseln ſind, nahm für seine Beute, die im Flug zeug nach Moskau gebracht wurde, sogar 42.000 Rubel ein. Die Sprache im Wandel der Zeit Schon ein halbes Jahrtausend vor Christus lehrte der berühmte Philosoph Heraklit:„ Alles fließt. Nicht. zweimal kann man in denselben Fluß steigen." Ewige Bewegung, ewiges Werden Wellenbewegung, ständig auf und ab. und Vergehen ist das Leben, wie eine elvige Auch die Sprachen sind einer immerwähIn der Tar: Sibirien wird aufgeschlossen. von ihnen sterben ganz aus, verſchivinden aus renden Veränderung unterworfen, ja, manche Man hat im vorigen Jahre, sowohl auf der dem Gebrauch der Völker und machen etwas Halbinsel Kola, wie auf dem Hochplateau zwi- gänzlich Neuem Play. Die alipersische, altgrie= chische, babylonische Sprache sind nur noch den ſchen Jeniſſej und Lena und im Tſchutischen Gelehrten verständlich und auch das Latein, die Gebiet riesige Minenvorhaben entdeckt, und Staatssprache des weltbehrrrschenden Rom, ist zwar nicht nur Kohle, sondern auch Kupfer, zur Sprache der katholischen Geistlichkeit und der Blei, Zink und Zinn. Probebohrungen im Tai- Akademiker geworden, die von den breiten myr- Becken in der Nähe der Mündung des Cha- Maiſen keines einzigen Volkes mehr benügt tanga- Fluffes haben ergeben, daß sich dori große Petroleumfelder befinden, und zur Erschließung dieses Gebietes sind im diesjährigen Budget für Sibirien nicht weniger als vierzig Millionen Rubel vorgesehen. wird. a b c det 8 7 6 52 4 3 21 a b c 23 h 8 7 6 detgh 9 3 2 Weiß: Kg2, Tg5, La5, h3, Se3, Be4, f3.( 7) Matt in zwei Zügen Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Lösungszug zu Nr. 332: Dg1- al! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Pusch Bruno, Kischwitz: Tepper Franz, Karlsbad: Richter Karl, Politz a./E.; schen; Hyna Josef, Hostomitz; Beutel Wilhelm. Nitsch Rosa, Trupschitz: Dinnebier Emil, TelArnsdorf b. Tetschen; Ulbert Rudolf, Proseditz: Schöffel Anton. Schöbritz: Vaniček Franz, HerKarl, sämtlich Großpriesen: Havel Franz, Modlan: Habl Erwin, Schindler Robert, Chimiak Teo. tine; Klötzig Rudolf, Strache Rudolf, Strache Freund! Anton, Holfeld Otto. Lohmüller Hans. Tyle Vladimir, sämtlich Nestersitz: Bretschneider Ludwig, Steinwitz Hans, König Anton, sämtlich Otto, Drakowa: Geißler Josef, Alt- Serbitz; Walter Kwitkau; Triltsch Gustav, Wisterschan; Berger Josef, Kleinaugezd. ARBEITERSCHACH. Im Teplitzer Bezirk brachte die 4. Runde folgende Ergebnisse: Teplitz I. gewann gegen Teplitz II mit 8: 0 Punkten. Zuckmantel gewann mit 6: 2 Punkten. gegen Abt. Kwitkau gen. Es spielen: Wisterschan gegen Teplitz I in Wisterschan. Lasass Gasth.: Teplitz II gegen Die letzte Runde wird am 18. April ausgetraZuckmantel in Teplitz, Hotel Laurer". Im Bodenbacher Bezirk wurden am 4. April gen Bodenbach mit 7: 1 Punkten; Rosawitz gegen Andere Sprachen wieder verändern sich in sich selbst. Das Althochdeutsche 3. B. hat im Laufe der Jahrhunderte eine vollkommene Veränderung durchgemacht. In einigen Mundarten haben sich allerdings bis zum heutigen Tage zahlreiche Worte in beinahe unveränderter Form Ueberhaupt will man in diesem Jahr alle erhalten. Es würde aber hier zu weit führen, Anstrengungen verdoppeln, um die schon er- all die vielen Einzelheiten näher zu betrachten. staunlichen Ziffern des vorigen Jahres weit viel interessanter dürfte es sein, einmal ein zu übertreffen. Es sollen auf dem Schiffswege heute so viel gebrauchtes Wort vie tarnen" durch das Nördliche Eismeer Waren in Höhe näher anzusehen. Der altdeutsche Ausdruck von 350.000 Tonnen befördert werden und„ tarnen" wurde in seiner heutigen Form durch Flugzeuge noch einmal 240.000 Tonnen. ursprünglich nur beim Militär verwendet, wo er Es werden eine Reihe neuer Häfen gebaut wer- das Verstecken oder richtiger Verdecken von Stelden, vor allem aber Dußende von Radiostatio- lungen, Befestigungen, Geschüßen, Mannſchaften nen: die Bewohner von Nordjibirien fennen seit jusw. gegen feindliche Sicht bedeutet. Aber im einiger Zeit auch das Radio und sie balten Laufe der Zeit ist das Wort in den allgemeinen Semgemäß etwa das Telephon für eine ebenso Sprachgebrauch übergegangen und wird häufig alimodische und überholte Angelegenheit wie das in übertragenem Sinne verwendet. Man sagt Auto. Wenn das Tempo des Ausbaues so weiter 3. B., daß jemand feine Absichten tarne, einen geht, so wird Nordsibirien in zehn Jahren ein Geschäftstrid tarne. Der Kaufmann, der BörIndustriegebiet größten Ausmaßes sein, dessen fianer, der Rechtsanwalt, der Richter, alle kenReichtümer den Stand der gejamien Beliwirt- nen und benügen diesen Ausdrud heute. schaft verändern können. J. M. Ein weiteres, ursprünglich ebenfalls friegerisches entscheidenden Runde sehr interessante Kämpfe folgende Spiele absolviert: Eulau A gewann geEulau B 6: 1 für Rosawitz: Seldnitz gegen Krochwitz 6: 2 für Seldnitz. Stand nach der 6. Runde: 1. Rosawitz 4% Siege, 31 Punkte. 2. Seldnitz 314 Siege, 2714 Punkte. 3. Eulau A 31 Siege, 27 Punkte. 4. Eulau B 2 Siege, 18 Punkte. 5. Bodenbach 2 Siege. 1914 Punkte. 6. Krochwitz 1 Sieg. 13 Punkte. In der letzten Runde spielen am 11. April: gen Bodenbach in Seldnitz Eulau A gegen Rosawitz in Eulau: Seldnitz geDa bis zum jetzigen Stand der Serie der Bezirksmeister noch nicht feststeht. sind in dieser zu erwarten.