nt out to rece on th BUNTE WELT Nr. 19 Unterhaltungsbeilage Die Treue des Herrn Schrader Es hat sich alles so zugetragen, wie ich es hier aufſchreibe, und ich will auch nicht eine Silbe hinzufügen, damit mich keiner einen Lügner heißen kann. Es ist der Hieronymus Schrader in unsere Kleine Stadt gekommen und kam in Begleitung einer Frauensperson, die viele für seine Nichte gehalten haben, während etliche gar meinten, sie könne auch seine Entelin sein. Tatsache ist gewesen, daß selbige Frauensperson, Hilda geheißen, rechtmäßig angetraute Gattin des erwähnten Hieronymus Schrader gewesen, wie solches aus den eingesehenen Papieren hervorgegangen ist. Beſagte Hilda Schrader glich einem Bild: dieſes belannten italienischen Malers, dieſes gewissen Tizian; so daß man wohl zu erkennen bermag. daß sie neben Hieronymus Schrader, der ausgewachſen war, der außer seinen schönen Augen überhaupt keine Sonderheiten aufzuweisen hatte, daß ſie neben dieſem als Entelin erscheinen mußte. Von Johannes Foerster denn? Wann ist sie weggegangen? Sie spricht: Vor zivei Stunden. Vor zwei Stunden, wiederhole ich und laufe hinauf in ihr Zimmer. Das Zimmer ist leer, sie hat ihren Koffer gepact und ist fort. Herr Ratsschreiber! Eagen Sie doch selbst, sie kann doch nicht fortgegangen sein. Das tann sie doch nicht tun. Da möchte das alles umsonst sein, mein Buch und alles, was ich dente. Sehen Sie, und das kann doch nicht sein. Ich habe es ihr doch gesagt!" Ich habe ihn nicht mehr ansehen können, ich habe den brennenden Blick dieses Menschen nicht ausgehalten. Also hat er gesprochen:„ Sie glauben es also auch. Sie war doch so schön. Sie war unwirklich schön. Ich habe Angst um sie gehabt! Das ist nicht möglich! Das kann doch nicht sein. Sie ist nicht eine, die wegläuft. Sie stiehlt sich nicht weg. So eine ist sie nicht. Warum soll jie gegangen sein? Ich bin keine Schönheit, Herr, das weiß ich am besten. Aber wenn sie das getan hätte, dann müßte ich etwas tun, damit sie wieder treu ist. Was, mein Herr? Das ist mein Geheimnis!" Am 14. Juli 17.., das war genau ein halbes Jahr nach ihrem Einzug in die Stadt, geschah es, daß Hieronymus feststellen mußte, daß seine Frau verschwunden war. Ich kann Ich habe versucht, ihm auseinanderzusetzen, mich genau an den Tag erinnern. Es war sofern mir solches zu sagen verlaubt sei, daß ein paar Tage gar arg schwül gewesen. Am der Altersunterschied wahrscheinlich nicht gut Wittag des 14. Juli begann sich der Himmel getan hätte, daß hier Dinge der Natur eine plößlich zu umziehen. Wir saßen auf der Rais- Rolle spielten, über die wir keine Gewalt hät stube und unsere Federn trakten gar langsam ten. Bomit ich sagen tvollte, daß die Frau Hilda über das Papier, da entlud sich ein Donner- wohl schuldig sein könne, aber doch eben mit wetter über unserer Stadt, wie es wenige er- Einschränkung. lebt haben. Es war stockdunkel, so daß wir gezivungen waren, die Federn niederzulegen. Die Blize erhellten das Zimmer unaufhörlich. Der Donner fnatterte ununterbrochen. Zu dieser Stunde, da kein Mensch es wagen würde, eine Laus auf die Straße zu sehen, wurde plötzlich die Tür aufgerissen. Ich vermeinte fürs erste, daß selbes der Sturm getan habe. Beim Aufleuchten des Blizes sah ich, und mit mir meine beiden Herren Kollega, die es bezeugen können, daß die Tür von dem besagten Hieronymus Schrader aufgetan worden war. Und sah derfelbe aus, wie ein Gespenst. Das weiße Haar flebte an seiner Stirn, sein Gesicht war naß, wie seine Meidung. Sein Mund zitterte, als er zu sprechen be= gann: Herr Ratsschreiber! Meine Frau!" Er strich mit der Hand durch die Luft, als wäre Schrader schüttelte dazu den Kopf:„ Nein!" damit alles, was ihn in seinen Anschauungen behindern tönnte, beseitigt. Das Gewitter hatte unter dem nachgelassen, der Regenguß aufgehört. Vor mir stand der alte Herr und starrte an die Wand und hatte die ganze Welt vergessen. Ich wollte ihn gerade befragen, was er also in dieser Angelegenheit zu unternehmen gedächte, als sich die Tür auftat, die von des jungen Ratsherrn Niemeiers Wohnung zu uns herüberführt, und der Nateherr in Begleitung einer Dame eintrat, die ich mit großem Schrecken als die Hilda Schrader erkennen mußte. Als sie den Mann in unserer Stube er kannten, blieben sie wie angewurzelt stehen. Beide waren in Reisekleidung, und der Ertravostivagen, der sie fortbringen sollte, ist auch schon unten gestanden. Das war ein Hilfeschrei. Dabei sahen mich die Augen des Unglücklichen an, daß ich meinte, er müsse in mich schauen, als müsse er erkennen, was ich dachte: Also davongelaufen, Hieronymus Schrader hat die beiden anwie schon lange zu vermuten war. Er trat dicht gesehen und wiederholt gejagt:„ Nein! Das ist an mich heran: ,, Herr Ratsschreiber! Ich kenne nicht denkbar." Schließlich hat es die Hilda feinen Menschen in der Stadt, als fie. Deshalb Schrader nicht mehr ausgehalien, sie ist zu dem Tomme ich zu Ihnen. Ich weiß ja nicht mehr, Unglücklichen getreten und hat also gesprochen: was ich tun soll. Hilda war heute früh beim„ Es ist ja denkbar!" ,, Nein, das ist es nicht! Frühstück noch im Haus. Ich ging dann in mein Du hast die Treue vergessen." ,, Treue? Ich Arbeitszimmer. Wissen Sie, ich schreibe ein bin doch ein Mensch!"„ Du hast die Treue Buch über die Treue. Daß die Treue etwas Un- vergessen. Ein Mensch muß treu sein!" Hier bedingtes ist, verstehen Sie. Es wird Mittag. hat der Alte schon geschrien. Du hast mich Die Magd tommt und sagt: Die Frau ist nicht gehalten, wie man ein fostbares Tier bält. im Hause. Bann soll ich zu Tisch geben? Ich Man gibt ihm das beste Futter. Man schützt frage: Die Frau, nicht zu Haus? Wo ist sie es vor jedem Luftzug. Man hüllt es in warme 1937 Decken. Ich bin doch kein kostbares Tier, ich bin doch ein Mensch!" hat die Frau ausgerufen, und sie war von einer wilden Verzweiflung ges packt. Der Alte hat halsstarrig den Kopf ge= schüttelt:„ Ich habe dich nicht gekauft. Du bist freiwillig zu mir gekommen. Du hast gesagt, daß du bei mir bleiben wolltest. Da formte sich mir das, was ich fühlte. In diesem schönen Menschen ist die Treue! Ich will an die Treue glauben! Du! Hörst du?" Hieronymus hat die Frau an den Handgelenken gepadt, als tönne er so sein Ideal halten. Der Ratsherr Niemeier wollte dem unwürdigen Zuſtand ein Ende Diese Worte haben den Alten zu einem grellen machen:„ Ich werde Ihnen Genugtuung geben." Lachen veranlaßt:„ Genugtuung? Die können Sie mir geben. Sie werden sie erhalten!" Die Frau hat entsezt aufgeschrien:„ Nicht mit PiſtoTen!" Doch mit Piſtolen", hat ihr Mann raſch gesprochen. Ich habe mich höchlichst verwun dert, daß ein so fluger Mensch wie der Herr Schrader so leichtsinnig sein Leben aufs Spiel feben könne. Schließlich wird mit einem Duell weder etwas geklärt, noch einem Menschen ges holfen, es sei denn, daß ihm vom Leben geholfen wird. Die Hilda Schrader hat aber ganz genau geivußt, daß ihr Mann ein vorzüglicher Meisterſchüße war. Sie hat gebeten und gefleht, er hat ihr nur geantivortet:„ Wir beide werden uns später sprechen." Es ist also am folgenden Tage geschehen, hat laſſen müſſen. daß der junge Ratsherr Niemeier sein Leben Bwei Stunden danach ist besagter, des öfteren erivähnter Hieronymus Schrader gefommen. Er trug einen Anzug aus feinstem Tuch mit kostbaren Spizen besetzt.„ Schreiben Sie, Herr Ratsschreiber! Ich, Hieronymus Schrader, habe am 15. Juli 17., nachdem ich in einem Duell den Ratsherrn Niemeier getötet habe, mit einem Dolch meine Ehefrau umgebracht, um sie solchermaßen zur Treue zu verhalten." Hierauf hat er ein wildes Gelächter angeſtimmt, daß wir sofort einen Wachmann herbeigerufen haben, da wir erkannten, daß dies ser alte Herr den Verstand verloren hatte. Als er überwältigt wurde, hat er geschrien:„ Und mein Buch über die Treue, ist das nichts? Ist das nichts, daß sie mein Buch über die Treue zerstört hat?" Nachschrift des Historienschreibers: Es hätte sich diese ganze Geschichte durchaus unblutig lösen lassen, wie denn überhaupt eine spä= tere Zeit, sagen wir um 19.., nur noch unblus tige Lösungen finden wird, da die Menschheit unaufhaltsam vorwärts schreitet und sodann eine solche hohe Lebensauijajjung haben wird, daß derartige Dinge unmöglich gemacht sind. Wer gibt einem die Ebre und die Treue wieder, wenn man Menschen tötet? Am 3. August 17.. Name unleserlich. Natsschreiber. <-2Flieder Die Geschichte einer Liebe von Walter Schreiner Stephan war fünf Jahre alt. Er lebte in einem schönen Haus am See zusammen mit der grauen Kaße Fridolin, dem Hunde Wolf, einer Anzahl von Vögeln und vielen, vielen Blumen. Es war eigentlich ein recht vergnügtes Leben, das nur hie und da durch sogenannte Erwachsene etwas gestört wurde. Da war nämlich auch noch ein großer, starker Herr, der ummer sagte: ,, Lärm nicht so, Stephan." Und eine Dame war da, eine sehr hübsche, manchmal auch recht freundliche Dame, die füßte ihn zuteilen und schickte ihn dann in den Garten. febt hatten, aber dem Mädchen imponierte das alles gar nicht. Das ist nur so Kleinzeug", sagte sie, und die Tulpen duften nicht einmal. Da haben wir zu Hause einen Flieder strauch den solltest du mal sehen! Ueber und über voller Blütendolden, wunderschöne lila Blütendolden! Und wie das duftet! Flieder ist herrlich Flieder liebe ich von allen Blumen am meisten! Aber ihr habt ja hier gar feinen Fliederstrauch- du müßtest das deinem Vater sagen. Ein Garten ohne Flieder ist doch nichts ach Gott, was gäbe ich jetzt für einen Flieüblen Lage, wobei der Boden der schönen, neuen, hellgrauen Hose vollends in Trümmer ging. Dann wurde Stephan ins Haus gezogen, samt seinem Flieder, den er krampfhaft in den Armen hielt, und er bekam nicht nur Schelte, weil er gestohlen hatte, was man nicht tun dürfe, sondern auch ausgiebige und schmerzhafte Prügel. Was ihn aber bitterer schmerzte alz die Hiebe, das war die Tatsache, daß die schöne Inge lächelnd zusah, während er verhauen wurde. Für sie war er über den Zaun geklettert, für sie hatte er den Flieder gestohlen, für sie seine schönen Hosen zerrissen, für sie bekam er Brügei, und sie lächelte! Und der Flieder wurde in den Müllfasten geworfen! Am anderen Morgen reiste die schöne Inge mit der Tanie wieder ab. Als sie Stephan zum Geh ſchön ſpielen, Memey laun, beg bare detail baht ausgezeichnet zu meinem Abschied die Hand reichte, fagte ſie ſpöttiſch: hieß- Vater und die Dame Mama, und es wäre ganz gut mit ihnen gegangen, wenn sie nich so merkwürdige Ansichten darüber gehabt hätten, was ein kleiner Knabe tun darf und was nicht. Jedenfalls war mit der grauen Katze Fridolin, dem Hunde Wolf und den vielen Blumen leichter auszukommen, als mit Vater und Mama, die immer zu ermahnen und zu korrigieren hatten und der Meinung waren, fleine Jungen müßten immer frisch gewaschen sein. Man ging ihnen deshalb am besten aus der: Wege. Teint, findest du nicht?" ,, Fliederdieb!" Nun wußte Stephan zwar nicht, ob lila Stephan schlich sich mit der grauen Stazze Coufine paßte, aber er sagte natürlich in, mußte Fridolin und dem Hunde Wolf, die er am Tag sich jedoch gleich sagen lassen, daß er davon zuvor so sehr vernachlässigt hatte, in den Gar nichts verstünde, weil er noch ein ganz unber- ten und weinte.. nünftiger Kleiner Junge wäre. Stephan taten solche Worte weh; er fah ja ein, daß die schöne Inge schon beinahe erwachsen war, aber es war doch nicht notwendig, ihn immer wieder an seine fünf Jahre zu erinnern. Er konnte ja schließlich nichts dafür, daß er noch nicht älter war! Aber noch mehr zu denken gab ihm der Wunsch Inges nach einem Strauß frischen Flie ders. Oher wußte sehr wohl, wo es Flieder gab: im Garten nebenan, beim Onkel Kapitän, der schon manchmal mit ihm ein paar Worte über den Zaun gesprochen hatte. Wie, wenn er zu dem Onkel ginge und ihn um einen FliederStrauß bäte? Aber da fiel ihm ein: der Onkei war ja weggefahren, weit, weit fort, und in dem Hause war niemand als eine töse alte Frau und der Hund Stropp, der immer so wild kläffte, wenn er am Baun war. Schade, sehr schade! Schätze, die der Zufall entdeckt Wie viele Menschen, und darunter solche, die in größter Armut kümmerlich ihr Dasein fristen, mögen wohl über Schätze, ja sogar über Reichtümer verfügen, ohne darum zu wissen! Immer wieder hört man von Fällen, in denen ein Notverkauf, eine Entrümpelung oder irgend ein Zufall zur Entdeckung eines Schakes führte: einer Kostbarkeit, die man, in Unkennt nis ihres wahren Wertes, für Krimskrams ge= halten. Vergilbte Drudwerke, alte Bilder, Müns zen, Gefäße, Schnitzereien, Plastiken oft handelt es sich da um wertvolle Dinge, und wie lange müssen sie mitunter in einem verstedten, verstaubten Winkel ruhen, ehe ein Zu fall den Entdecker spielt! - wie Den ganzen Tag ging ihm nicht aus dem Wie dieser Tage aus Neusüdwales gemel Kopf, daß die schöne Inge den Flieder so sehr det wurde, zwang bitterste Not den arbeits= liebie, und daß er ihr keinen bringen konnte. Losen Paul Fraser, seine letzten EinrichtungsOder konnte er am Ende doch? Der Flieder- gegenstände zu verkaufen. Unter diesen befand strauch ſtand ja gar nicht weit vom Zaun ent- jich auch ein Bild, in dem der Händler, an den fernt im Winter hatte man ihn sehen kön- Fraser sich gewendet hatte, einen alten Meister nen, als an den Haselsträuchern noch feine zu erkennen glaubte. Auf Anraten des Mannes Blätter waren! Wenn er über den Zaun flet- wandie Fraser sich an den Direktor der Natio= terte... Und so fraß sich der Gedanke in sei- nal- Bildergalerie in Sydneh, der feststellte, daß nem kleinen, verliebten Herzen fest: er mußte es sich um ein Original von Claude Josef Verder schönen Inge einen großen, großen Flieder net handle, im schäßungstreifen Wert von fünfſtranih nez dem Nachbargotten helen! Laß das humbert fund. Es besteht die stojicht, das bei Tage nicht ging, verstand sich von selbst also warten, bis es dämmerig, bis es dunkel Nun tam aber in das schöne Haus am See eine Unruhe, nämlich ein Logierbefuch. Eine Frau, die Tante hieß, und ein junges Mädchen namens Inge. Ingeborg" fagte sie selber, aber die Tante und die Mama und der Water sagten mur Inge. Stephan interessierte sich für die Tante nicht sehr, und als sie ihn füssen wollte, sträubte er sich sogar ein wenig. Aber das Mädchen Inge gefiel ihm. Es war ein sehr schönes Mädchen mit blonden Loden und blauen Augen und so unheimlich weißen Händen, daß Stephan unwillkürlich an den Brunnen ging und seine eigenen mit Seife bearbeitete. Ein sehr schönes Mädchen war nur etwas schwierig, mit ihr umzugehen. Die graue Kaße Fridolin nannte sie einen bäßlichen alten Stater, und zum Hunde Wolf sagte fie:., Bleib weg, du Köter! Du machſt mir ja mein Kleid schmutzig!" Und über die Vögel wußte sie gar nicht Bescheid und um die Blumen auch nicht. Die jungen Amfeln in der Jasminhede fand sie sehr häßlich, und wenn sie nicht so schön gewesen wäre, hätte sie Stephan am liebsten ein bißchen verhauen. Aber fie bar wirllia) su ſchön, beſonders wenn ſie das fleine Näschen nach oben zog, die großen Vergißmeinnicht- Augen zusammenfniff und sagte: Laß nur, Stephan mich interessiert wurde. das nicht sehr. Denn, weißt du, ich bin ja vier Jahre älter als du da spielt man nicht mehr mit Katern und Hunden. Ich habe jeden Tag meine Freundinnen zu Besuch da solltest du mal sehen, wie gut die erzogen find!" Da wurde Stephan noch kleiner, als er schon war, und das Herz tat ihm weh, daß er nicht auch fo gut erzogen war, wie die Freundinnen der schönen Inge. Aber er war voller guter Vorsäße, und am Morgen bestand er darauf, daß er seine schönsten Hosen anziehen durfte schöne, hellgraue Hosen, die er bis jetzt nur ein einzigesmal getragen hatte. Inge, die er auf die Hosen aufmerksam machte, fand sie auch ganz nett; ihr Cousin Thomas trug Tennishosen von der gleichen Farbe, aber natürlich viel feiner im Stoff. Stephan hatte eine Wut auf den Cousin Thomas. Dann hinüber, und einen großen Strauß zusammengerafft! Der böse Stropp würde schon nicht gerade dazukommen! Wäre es nur schon endlich Abend! .. Die Ertvachsenen faßen nach dem Nachtmahl noch zusammen. Den kleinen Stephan hatte man ins Bett geschickt, Inge dagegen, die schöne Inge, durfte noch ein Viertelstündchen bleiben, weil sie erstens zu Besuch und zweitens schon neun Jahre alt war. Auf einmal drang durch die offenen Fenster ein mörderisches Geschrei, das unverkennbar von Stephan stammte. Und der Hund im Nachbargarten fläffte wütend. Der Mann, den Stephan Vater nannte, rannte in den Garten und fand den kleinen Mann mit dem Hofenboden in dem Stacheldraht hängen, der den Zaun nach oben abschloß. In den Armen hielt er frampfhaft einen Strauß Flieder. Auf der Die Kinder gingen durch den Garten und anderen Seite des Gartens aber lief Stropp Stephan fuchte das Interesse der schönen Inge wütend auf und ab und bellte, was er konnte. auf die Blumenrabatten zu lenfen, auf die Es war eine wirkliche, richtige Tragödie. Tulpen, auf die Maiglöckchen, die schon angeDer Vaier befreite Stephan aus seiner Gemälde zived Verkaufes nach Europa zu senden. Ein ähnlicher Fall wurde vor zwei Jahren aus Szegedin berichtet: Ein Mann namens Formaher litt größte Not und als er sich keinen anderen Ausweg mehr wußte, ging er zur Szer gediner Filiale der Ungarischen Nationalbank, um eine französische Goldmünze, die ihm seine Mutter als einziges Erbstück hinterlassen hatte, zu verkaufen. Glücklicherweise traf er in der Bank auf einen münzenkundigen Beamten, und dieser stellte an Hand eines Werkes fest, daß es sich um eine Fehlprägung aus dem Jahre 1806 handelte: während eine Seite das Bildnis Napoleons I. zeigte, befanden sich auf der anderen Seite die Symbole der französischen Republik. Ein italienischer Sachverständiger schätzte den Wert der Münze, von der angeblich zehn Stück in den Verkehr geraten waren, ohne indes jemals wieder zum Vorschein zu kommen, auf drei Millionen Lire... Daß ein Unkundiger zwischen Kostbarkeit und Gerümpel nicht zu unterscheiden vermag und meist auch gar nicht daran denkt, fich ber Sachverständigen Rat zu holen, ist selbstver= ständlich nicht weiter zu verwundern. Sehr zu verwundern ist bloß, daß bei der Verwertung von sogenanntem ,, Gerümpel" manchmal mit einer Leichtfertigkeit vorgegangen wird, die unerklärlich und unentschuldbar ist. Ein geradezu klassischer Fall dieser Art ereignete sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Prag: Als der Preußenkönig Friedrich vor Prag erschienen war, hatte man alles, was von der ven Rudolf II. geschaffenen„ Kunstkammer Europas" noch vorhanden war, Hals über Kopf in einen Keller geschafft, um es dem Zugriff des Feindes zu entziehen: Büften, Statuen, Vasen, Stulpturen, Steine, Dokumente, Bilder, Rüstungen. Dort unten in dem Keller blieben die Schätze und gerieten in Vergessenheit. Erst etwa vierzig Jahre später stieß man durch Bufall auf das Gerümpel, und nun folgte eine Boffe ohnegleichen. Der Krimskrams" wurde in öffentlicher Versteigerung losgeschlagen, und wie man dabei zu Werke ging, darüber wird uns dieses vermeldet: Die in Fäßchen zusammengepreßten Steine wurden bloß nach der l 3Er Farbe inventiert, z. B. die Lapislazuli als muß der Film das Geschehen, das im blaue, die Chrysoprase als grüne, die Topase Roman im breiten, epischen Strome dahins als gelbe Steine. Die goldenen und filbernen fließt, dramatisch abzurunden versuchen. Bullen und Wachssigille twurden von den weicht nun in Einzelheiten von seiner Vorlage Diplomen geriffen und bildeten eigene buchhal ab. die Privataffären treten in den Borders terische Empfangsposten, während die Urkunden grund, furz vor dem Schluffe ergibt fid, zwvar un Majestätsbriefe bloß als Pergament und ein neuer filmischer Höhepunkt in der grandios altes Papier mit in den Kauf gegeben wurden. Sen Darstellung einer Heuschredenplage und Die Jlioneusstatue figurierte als Edstein von ihrer Bekämpfung, aber in ihrer dramaturgis Marmor', während Heinkens Kopie nach Corschen Funktion ist gerade diese Episode, die das reggios Leda als ein nadtes Weibsbild, von Filmende mehr kinomäßig als dichterisch vors einer bösen Gans gebissen' verzeichnet erschien." bereitet, Wendung und Versöhnung rasch noch Glanzpunkt der in der Geschichte wohl eins äußerlich herbeiführend, dem Geiste des Wers aig dastehenden Auktion war die Ausrufung des les im Grunde fremd. Im Leben( und ini lioneustorsos mit fünfzig Kreuzern. Einem Roman der Pearl Bud) entwideln fich Chas Mann namens Helfer wurde er für einund rattere und Verhältnisse mit innerer Notwen fünfzig Kreuzer zugeschlagen der Edftein digkeit weiter; im Kino follen fie fich vor dent von Marmor", den Rudolf II. zweihundert guten Ende gefällig runden. Dieser Versuchung Jahre vorher in Rom für ein Vermögen erwor- fann Hollywood auch in seinen Meisterwerfen ben hatte! Auf Umwegen gelangte die berühmte nicht ganz widerstehen... State späterhin nach München, wo sie fich noch heute in der Glypothet befindet. Ernst Ma chet Ein Film aus Hollywood Von Peer John( London) ,, lm zehn Gerechter willen will ich Sodom verschonen." Alle heiligen Zeiten kommt ein Film aus Hollywood und rettet die Ehre dieser viel, mit Recht und Unrecht geschmähten Stadt. Drei Regiffeure haben an dem Film ges arbeitet, Sidney Franklin, George Si II, Victor Fleming; ihre Individua litäten verschmelzen in dem schladenlosen Guß Im Schmelztiegel Hollywood mag viel fünitle risch Wertvolles, Eigenwilliges verloren geben; aber nicht minder wahr ist, daß er, als eine Art Katalysator wirkend, die Schöpfungsprozesse befördert. Sonft ließe es sich nicht erklären, daß modellgetreu in die Landschaft gebaut. Das Regiffeure, die in Hollywood Meisterleistungen war nur eines der Sets" für diesen Film. bollbracht haben, in Engiand dann a V. bes an dem vier Jahre gearbeitet wurde. Straßen- langlose Dukendfilme dreben. Auch auf die szenen, ein Jahrmarkt, das Gewimmel der süd- Schauspieler erstreckt sich Hollywoods A: chymie, lichen Stadt, ausgestattet mit Originalrequisi- wandelt und verwandelt sie, nimmt und gibt Gewiß, es gibt fast immer einige gute, ten aus China, bevölkert bon tausenden chines ihnen Individualität und Nationalität. Die interessante oder amüsante amerikanische Filme fischen Statisten, brauchten nicht weniger Mühe einzige schwedische Schauspielerin vor Belts zu sehen. Da ist jetzt z. B. Camille", ein und Sorgfalt. geltung, Greta Garbo, die einzige deutsche, Film, der einem wieder in Erinnerung ruft, daß Das Resultat ist ein beinahe dokumen- Marlene Dietrich, die einzige chinesische, Anny man Hollywood immerhin das immer neue tarisches Abbild der chinesischen Wirklichkeit, wie Mah Bong, Geschöpfe Hollywoods! Drei Wunder der Garbo verdankt; da ist die roman- es echter kaum in China selbst hätte geschaffen Desterreicher sind seltsamerweise die Haupts tische Utopie Lost Horizon", die ein Traum- werden können. Da es sich um die Verfilmung darsteller dieses Chinesenfilms: Paul Munt Tand des Glückes, Friedens und der Harmonie einer Dichtung handelt, da die Chinesen des spielt einen chinesischen Bauer, Luise Ra in et in die unzugängliche Wildnis der tibetanischer Films ebenso wie die des Buches englisch spres eine Chinefenfrau, Tilly Losch eine chinesische Berge zaubert( von dem gescheiten Frank Capra chen, ist gegen die Nachbildung Chinas in Holly- Tänzerin. mit Schwung und Wiz und hiesigen Mitteln wood nichts einzuwenden. Sie wäre nirgends Die darstellerische Ueberraschung, nein, inszeniert); da ist die ganz eigenartige, düstere sonst möglich gewesen. Sie hat gewiß nicht Offenbarung des Films, ist Luise Rainer. Gangsterbande ,, Winterset", deren Thema weniger wahrscheinlich mehr gekostet, als wenn Diese feingliedrige, nervöse Schauspielerin in Sühne für einen in den zwanziger Jahren be- die Gesellschaft den Film in China selbst ge- der Rolle der grobknochigen, ganz primitiven, gangenen Justizmord an einem Arbeiterführer dreht hätte. Aber in diesem einen Falle sind erdgebundenen D- Lan mußte man für eine die ungeheuren Aufwendungen an Zeit, Arbeit, unerklärliche Fehlbesetzung halten. Aber wie bat Geld gerechtfertigt: zehntausende Menschen Hollywood fie verwandelt! Sie ist mit einem haben sich ihre Vorstellung von China aus Mal wirklich das unendlich demütige. kaum Pearl Buds Roman gebildet Millionen artikulierte, ganz instinktive Geschöpf der chines werden sie von diesem Film beziehen. fifchen Erde, elementar in ihrer Mütterlichkeit, In seiner ersten Hälfte ist der Film eine Bodenverbundenheit, ihrer Kraft, zu dulden unübertreffliche Wiedergabe des Romans. Wun- und zu tragen; unvergeßlich gleich zu Anfang derbar baut sich, wie dort, nur notwendiger ihr Gang hinter dem fünftigen Gatten über Weise in strengerer Auswahl, aus den Einzel- die Felder, unvergeßlich die sparsamen Augens heiten des täglichen Lebens das typische chine- blide demütigen Glücks, die leuchtend über ihr fische Bauernschicksal auf, wunderbar entfalten sehr interessante Rückschlüsse auf die Geistesverfassung des heutigen, von der eben überwundenen Krise aufgerüttelten Amerika erlaubt. ist mit all dem phantastischen, nur in Hollywood sich in ihrer Reaktion auf die typischen Erlebesicht zucken. Die O- Lan des Romans gehört zu den schönsten Frauengestalten der modernen Literatur; die O- Lan in der Darstellung der Luise Rainer wird zu einer der schönsten Frauengestalten des Films. Aber der eine Film, der nicht nur an sich gut und interessant ist, sondern durch seine be= fonderen Qualitäten gewissermaßen die Existenz Hollywoods rechtfertigt, ist die Verfilmung von Pearl Buds chinesischem Roman Die gute Erd e". Dieser Film, der zur Zeit einen fünstlerischen Triumph in London erlebi, möglichen, Aufwand gedreht, der, ach so oft, nisse die individuellen Charaktere, kommen uns nuplos vertan wird, mit all dem Raffinement über die Kontinente hinweg ganz menschlich der atemraubenden Hollywood- Technik, die zu-| nahe. In epischer Ruhe und doch fesselnd vom meist an leere Sensationen gewendet wird, ersten Aufblenden an geht der Film seinen mit der makellosen Glätte und Präzision der Gang: Brautwahl, Geburt, die unsägliche Hollywood- Routine, die für gewöhnlich bliß- Mühe der Feldarbeit, Kampf mit den Elemenblante Unterhaltungsware am laufender Bande ten und zäh abgerungener Segen der Erde, produziert. In die trockenen Hügel Kalifor- dann die unenirinnbare Dürre, die furchtbare niens, vierzig Meilen von Hollywood wurde ein Hungersnot, die folgt, die Flucht nach dem SüStück China verpflanzt, buchstäblich verpflanzt. den, die große, fremde, bedrüdende südliche Terrassen wurden in die Hügel eingeschnitten, Stadt, das Elend der landlosen Flüchtlinge, Aber man würde diesem Film nicht gerecht, Wasser wurde meilenweit in Röhren hingelei und, plößlich hervorbrechend, unverstanden und ohne noch die Kamera Karl Freunds zu tet, um die Reisfelder zu berieseln, mehr als unheimlich, die Revolution der hungernden Ku- preisen, die den schon selbstverständlichen techs acht Monate mühsamer Bodenbearbeitung und| lis, knapp geschildert, ohne alle Tendenz, und! nischen Standard der Hollywood- Photogravhie forglicher Pflanzenpflege brauchte es, bis die doch aufwühlend wie Eisensteins Revolutions mit der künstlerischen Feinfübligkeit der besten Felder chinesisch bebaut waren; Wasserräder, szenen im Potemkin". frühen Russenfilme vereinigt. Sie photo Schientarren, landwirtschaftliche Geräte tour= der Rückgraphiert ein aufziehendes Gewitter vom criten den aus China hinübergebracht, Lehmhütten fehr zum Land und dem Aufstieg zum Reichtum Sturmzeichen an, das die Getreidehalme durch Dann in der zweiten Hälfte Ein so vortrefflicher und wandlungsfähiger Schauspieler wie Paul Muni vermag es nicht, gleich zwingend den Part des Mannes zu vers förpern; ein Rest von Schauspielerei haftet feiner Darstellung an. Die chinesischen Darstels ler der Nebenrollen wirken echter als er, nicht echter als die Rainer. lill re Copyright P. L B. Box 6 Copenhagen t feinen Namen Albert auf Wunsch Baldwins in Georg geändert, um sich als treuer Nachfolger seines Vaters zu kennzeichnen, sondern sogar das Datum feines Geburtstages verlegt, der eigentlich im Dezember ist, aber auf den Sommer verschoben wurde, weil es Sitte ist, daß der englische König zweimal im Jahre, zu Neujahr und zum Geburtstage, Orden und Titel verleiht. Und damit die beiden Termine nicht zu nahe beieinander sind, hat König Georg VI., da er den Neujahrstag nicht verlegen fann, seiz nen Geburtstag verlegt. Schach- Ecke Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32, Post Modlan bei Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 339. Von Franz Tepper, Karlsbad. ( Original.) Schwarz: Kd5,- Lb6, Sd7, Bb7, e5, d6, f4.( 7) THEY WAS a b 7 28 65 cdefg 3 2 h 8 7 6 5 4 4 3 Adamson und sein einzigor Hut einanderschüttelt, bis zu dem phosphoreszieren-| Mann gegen Europa". Mit einem Dokumentena b fgh 2 Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Ereinzusenden. den Effekten der Blize in schweflig- schwüler anhang. Der zweite Teil der weltberühmten Weiß: K15, Dh8, Tc8, Lf2, Sg4, Bd3, 17, h3.( 8) Atmosphäre mit einer Eindringlichkeit, daß Hitlerbiographie. Im Verlag Deri man das Gewitter im Kino selbst zu erleben Aufbruch", Zürich, erscheint: WiIIi glaubt. Sie gibt in den Fernaufnahmen der Schlamm:„ Die Diktatur der Lüge. Eine scheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte unheimlich nahenden, schwarzen Heuschreden brechnung". Schlamm gibt eine Durchleuchwolfe, wie in den Großaufnahmen der gierig tung der Moskauer Prozesse und eine kritische arbeitenden Freßverkzeuge der unerfättlichen Untersuchung der Entwicklung in Rußland. Insekten ein unerhört padendes Bild der furcht- Im Verlag Oprecht, Zürich. erscheint: baren Plage. Sowohl in diesen und ähnlichen, Adolf Sturmthal:„ Geschichte ber bisweilen faft unerklärlichen dramatischen Krise". Der Verfasser zeigt die Ursachen der Eridaufnahmen, wie in ihren knappen, präzis wirtschaftlichen Entwicklung Europas und der Schildernden Bildaussagen trägt sie ihr voll- Welt in den letzten zivanzig Jahren. gemessen Teil dazu bei, diesen Film zu einem twirklichen Stunstwert zu machen- einem echten Kunstvert aus Hollhivood. Literatur Der flüsternde König Lösungszug zu Nr. 336: Tab- a2! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Habl Erwin, Schindler Robert, Chimiak Teo, Freundl Anton, Holfeld Otto, Lohmüller Hans. sämtlich Nestersitz; Nitsch Rosa, Trupschitz: Dinnebier, Emil, Tetschen; Schöffel Anton, Schöbritz: Tepper Franz, Karlsbad: Hyna Josef. Hostomitz: Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Pusch Bruno. Krischwitz: Bret schneider Otto und Eichler Otto, Drakowa; Berger Josef, Klein- Augezd; Klötzig Rudolf, Strache Karl, Strache Rudolf, sämtlich Großpriesen; Triltsch Gustav, Wisterschan: Richter Karl, Politz a. E.; Havel Franz. Modlan; Geißler Josef, Alt- Serbitz; Walter Ludwig. Steinwitz Hans, König Anton, sämtlich Kwitkau. PARTIE Nr. 124. nier Ostern 1937 in Bern. Damengambit. Weiß: Hrunek ČSR. Schwarz: Evard, Schweiz. d2-14 Sg8-16 Sg1-13 e7- e6 d7-85 Sb8- d7 c7- c6 3. c2-04 4. Sb1- c3 5. Lc1- g5 6. e2- e3 Dd8- a51 7. Lg5X16 Sd7x16 8. a2- a3 Mit den zwei letzten Züaus dem Wege gehen. 8. 9. Lf1- d3 10. Ld3xc4 11. Lc4- d3 12. 0-0 13. 14. Tal- cl Sc3-04 Kürzlich hat König Georg VI. von Großbritannien, der am 12. Mai getrönt werden soll, Gespielt im Internationalen Arbeiter- Schachtur. feine erste öffentliche Rede gehalten, als für Johann Spatal: Was auch ich von der seinen Vater, König Georg V., ein Denkmal in Biene willen foll. Postelberg, Heimatberlag Windsor eingeweiht wurde. Diesem Ereignis Spabal. Dieses von einem führenden deut- fah man in England deshalb mit Spannung Schen Imter in der Tschechoslowakei verfaßte 64 entgegen, weil Georg VI., solange er noch HerSeiten zählende Büchlein vermittelt dem Leser 30g von York war, nie öffentlich gesprochen hat nicht nur wertvolle Kenntnisse, sondern, da es und man von ihm wußte, daß er ein Stotterer mit großer Liebe zur Bienenzucht geschrieben war. Als er nach der plötzlichen Abdankung st, wird es seine Wirkung insoferne nicht ver- Edwards VIII. König wurde, verbreitete man gen will Weiß Komplikationen am Damenflügel fehlen, als es viele Nichtimter dazu bewegen die Nachricht, daß er seinen Sprachfehler inzwiwird, diesem Zweige der Landwirtschaft ihr schen überwunden habe. Die Londoner Blätter Augenmerk zuzuwenden. Daß auch Arbeiter da- haben nun sehr ausführlich über die erste öffentfür Interesse haben, lehrt die Tatsache, daß es liche Rede des neuen Königs berichtet. Der Bein der Tschechoslowakei unter fast 200.000 m richterstatter des„ Daily Herald" stellt befern an 10.000 Arbeiter gibt, die sich mit der dauernd fest, der König habe so leise gefpro- Schwarz sollte nun endlich rochieren, was für Bienenzucht befassen. Der bei uns gewonnene chen, daß man ihn, auch wenn man ganz in ihn gewiß vorteilhafter wäre als die Operation am Damenflügel. Honig hat einen Wert von mehr als 30 Millio- seiner Nähe stand, nicht verstehen konnte. Der hen Kč, so daß die Erzeugung auch für die„ Daily Telegraph" schreibt, der König habe auWirtschaft des Staates von Bedeutung ist, abge- fangs sehr zögernd gesprochen, den zweiten Teil Fehen von der noch größeren Bedeutung, die seiner Rede aber schon schneller gehalten. Aus Der mit der Bienenzucht zusammenhängende dem abgedruckten Wortlaut der Rede ersicht Dbstbau für das Land hat. it. man allerdings, daß sie im ganzen nur aus zehn Säßen bestanden hat. Daß der König trob Im Europa- Verlag, Zürich, erim Der Mythus Hitler". Die erste entscheidende katholische Auseinandersetzung mit dem Natiowalſozialismus; Konrad Heiden:„ Ein gesprochen hat, wird jedoch als Beweis seines Pflichtbewußtseins gewertet. Aus diesem Pflichtbewußtsein heraus hat der König ja nicht nur Se4Xf6+! Lf8- e7 d5Xc4 b7- b5 a7- a6 Lc8- b7 Tas- c8 Da5- b6 15. Sf3- e5! c6- c5 16. Le7X16 17. d4Xc5 Tc8Xc5 18. Ld3xb5+! Db6xb5 19. TelXc5 Die Dame muß geopfert werden. 19. Lf6Xe5 20. Tc5xb5 a6xb5 21. 12-141 Lc5- b8 Dd1- b3 Lb7- c6 Db3- b4 17-16 Tfl- d1 Db4- c5 g2- g4! Dc5- b6 28. Kg8-17 Tfs- c8 g7- g6 Lc6-13 Td1- d7+ und Schwarz gibt auf.