BUNTE WELT Nr. 25 Unterhaltungsbeilage 1937 Der Brautstrauß aus Marschall- Niel- Rosen Claus mußte Gärtner werden, weil sein Vater ihn einem Beruf zuführen wollte, der nicht der Maschinenarbeit erliegen könne. Die Gärtnerei, die er als Lehrstelle durch ebenso schnellen Entschluß wie die Berufswahl gewählt hatte, war flein. Bisher hatte der Meister die Arbeit ganz allein gemacht. Der Garten lag wie ein grünes Band zwischen den Gebäuden. Im vorderen Teile befanden sich zwei Glashäuſer. Hinter dem die Sicht offen lassenden Eisenzaun waren Blumenbeete als eine Art lebendige Auslage zur Kaufermunterung für Von Julius Zerfaß Laden und im Binden von Kränzen und Sträu- nischen Broden auf, deren Bedeutung ihm selbst zen. Claus war ehrlich und geschickt; der Mei- noch nicht geläufig war. ster war zufrieden mit ihm. Der Artenbestand der eigenen Gärtnerei war nicht sehr reich. Am Ort gab es aber noch einige größere Privatgärten, die sich die letzten Neuheiten in der Pflanzenmode leisten konnten. In einen solchen Garten nahm der Meister Claus einmal mit. Claus war ſchier erdrückt von der Fülle und Breite Breite des botaniſchen Reiches. Beim Durchwandern der Glashäuser schnitt der Meister heimlich da und dort ein Zweiglein ab die Borübergehenden. Ueber der infant as und ließ es in der Taſche verschwinden, was Claus beinahe bestürzt mitansah, war er doch das Nebeneinander von echter und nachgemachter von zu Hauſe zu eindeutiger Ehrlichkeit erzogen. taufsraum zum erstenmal betrat, bestaunte er Natur in Form von Kränzen und Sträußen, sogenannten Arrangements. Der Farbengeruch der Wachsblumen, gestanzten Papierblätter und künstlichen Palmen mischte sich mit dem schwüTen Duft von Hyazinthen und erinnerte ihn an den Geruch in Totenzimmern. Früh um sechs Uhr fam Claus zur Arbeit. Es gehörte schon gleich zu seinen Gepflogenheiten, die Läden der Schaufenster zurüdzuklappen und um sieben Uhr die Ladentüre aufzuschlie= Das Geschäft einer kleinen Gärtnerei schleppt so seine Tage mit kleinen Einnahmen dahin: ein wenig Samenverkauf, Sebpfianzen, billige Blumen für die Gräber. Aber dazwischen gibt es Höhepunkte, die einen kleinen Goldregen heraniragen und den Tagen des Gleichmaßes aufregendes, arbeitsreiches Tempo geben: Verlobungen, Geburtstage, Hochzeiten, Todesfälle. War in der kleinen Stadt ein angesehener Christus ist unser Leben, Ben. Oft genug geschah es, daß die Meiſters- Mitbürger gestorben, so empfing Clausens Mieieheleute und Kinder noch in den Betten lagen, ster das Ereignis mit dem Ausruf: wenn er von der Küche aus durch die Schlafkammer in den Ladenraum mußte. Mit innerem Widerstreben buschte er dann durch den verdunfelten Schlafraum und öffnete von innen die Ladentüre. Sterben unser Gewinn! Zu dem Gewinn mußte Claus beitragen, der aus dem Walde Tannengiveige und FarnClaus erlernte zunächst mit Hade und blätter für die Kränze herbeischaffte. Nicht geSchaufel die rauheren Grundbegriffe des Gärt- heuer war ihm dabei, denn im Stehlen hatte er ners, die ihm schnell vertraut wurden. Bald schon gar keine Erfahrung und es lag auch gar folgte er mit großem Eifer den Anweisungen nicht an ihm, daß er dem Förster nicht in die des Meisters, mit haarscharfem Messer Ableger Hände lief, wenn er in den Schonungen das von allerlei Krautgewächsen unter dem Blatt- schönste Grün ausſuchte. winkel abzuschneiden und später in die von unten erwärmten Sandbetten des Treibhauses zu stekfen. Er betrachtete immer wieder das Wunder neuer Wurzelbildung, das Hervordrängen feiner Knorpelungen aus der Schnittstelle und mit der Wurzelwerdung die Wachstumsgier der abgetrennten Ziveige. Als aber der Meister Blätter von der buntfarbenen Schiefblatt- Begonie mit ganz furzem Stil auf die Sandfläche drückte und sich schon nach einigen Tagen in den Gabelungen der Blatiadern neues Leben zeigte, war Claus des Staunens voll. Das Treibhaus erschien ihm als Zauberwerkstätte, das Vielerlei der Formen Claus machte die Beobachtung, daß der Meister wiederholt vom Friedhof Bypressenund Blautannengrün für die feinere Kranzbinderei brachte und er war deshalb gar nicht er staunt, als der Meister ihm eines Tages befahl, ihn auf diesem Gang zu begleiten. Da huschte er zwischen den alten Gräbern dem Meister nach, der bald da, bald dort aus dem dichten Gebüsch der Koniferen Zweige herausschnitt; an übersichtlichen Stellen duckten sie sich und waren darauf bedacht, das sonst so laute Geräusch des Knipsens der Baumscheren durch vorsichtigen Druck zu dämpfen. Clauſens Herz schlug heftig, er schaute unsicher umher, doch sein Lehrherr und Farben, die Unzahl der Namen verwirrien achtete nicht darauf. Sie wandern ja wieder auf ihn. Die Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse der den Friedhof zurück! sagte er. Pflanzen zwangen ihn zu Umsicht und Wachfamteit. Der lange Tag des Gärtners war fast zu kurz. Fleiß und Eifer trieben ihn und halfen ihm die körperlichen Anstrengungen, die seinem an ſich nicht robuſten Körper auferlegt wurden, leichter zu bewältigen. Der Meister jäähie Clausens Willigkeit. Er schickte ihn mit dem Karren auf den Markt zum Blumenverkauf, mit dem Handelssad auf die umliegenden Dörfer zum Samenverkauf, unterwies ihn in der Bedienung der Kunden im Nicht immer ging alles einfach ab, wenn Claus den Meister vertreten sollte. An der Meiſterin hatte er keine Hilfe; zudem war sie augenleidend und hatte genug mit den Kindern zu tun. So waren sie oft beide ratlos und Claus mußte seinen Meister aus irgend einem der nahen Wirtshäuser holen. Vor der Kundschaft verbarg er schamhaft, wo er den Meister ſuchen mußte. Dem Leben und dem Tod Blumen zu winden, iſt des Gärtnerz Amt. Clauz mußte fich daran gewöhnen, die düsteren Kammern der Hingeschiedenen zu betreten. Wo aber des Lebens frohe Fejte gefeiert wurden, galt es, die Freuden zu verschönen. Von einem zum andern oft nur ein hinüberivechseln vom Hellen zum Dunklen. Auch mit dem Theater machte Claus Be fanntschaft. Eine Schauspielertruppe gastierte im benachbarten Theatersaal, Elaus mußte mit Grünpflanzen und Lorbeerbäumen den Kulissen ein Stück Natur beigeben. Er lernte die Thea terleute kennen und bekam als Trinkgeld zu den Benefizvorstellungen eine Freikarte in die Hand gedrückt. Da saß er auf dem erſten Plaß unter den Vornehmen der Stadt, neben Damen, die er auf der Straße schüchtern grüßte, war fast betäubt von dem Duft ihrer Gewänder. Die Deflamationen der Helden machten Eindruck auf ihn. Die Tränen und Seufzer unglüdlicher Frauen, die Schuftigkeit und abgründige Ges meinheit der Intriganten forderten seine inners ste Feindschaft heraus. Besänftigend wirkte auf ihn das romantische Ritterspiel. Hingerissen toar er, wenn im Trompeter von Sädingen das Abe schiedslied im Brustion tiefsten Weltschmerzes in den Saal schmetterte. Daß bei den Rosen steis die Dornen stehen, hatte Claus als junger Gärtner schon empfunden, wenn er aus den Sträußen die Stacheln entfernie, damit sie zarie Damenhände nicht verlegen konnten. Rosen waren auch der Anlaß zu einer seelischen Erschütterung in Clausens jungem Dasein. zeit einer reichen Bürgerstochter. Marschall- NielEin Brautstrauß war bestellt für die HochRosen mußten es sein. Im eigenen Garten waren sie abgeblüht. Der Meister hat sie in keiner der anderen Gärtnereien auftreiben können. Jetzt gibt es nur noch eine Möglich feit sagte er zu Claus- und eine Stelle, wo wir sie haben könnten. Dieſe Stelle beſchrieb er Claus und die Art der Rede war ein Auftrag. Dem Jungen wurde kalt und heiß; er sah seinen Meister bestürzt an. Wir brauchen die Rosen, du mußt sie herschaffen! In fünf Minuten hast du sie! Du nimmst die Gießkanne mit, gießt in der Nähe unsere Pflegegräber, schauſt dich flink und gut um, ein paar Schnitte und sie sind in der Kanne verschivunden. Claus hatte alle Hände voll zu tun. Schon nach wenigen Monaten war er sich oft ganz selbst überlassen. Seine Umsicht reifte, aber er wurde auch in vielen Dingen auf den. Weg des Selbilernens abgedrängt und beschritt manchen Irriveg. Die Kunden fragten oft mehr, als er beantworten konnte. Sie wollten Namen wissen, Claus war verzweifelt. Galt hier auch noch die er sich noch gar nicht hatte merken können. des Vaters Anordnung, dem Meister zu gehorDa wartete er- unsicher freilich mit lateichen? Ein Brautstrauß vom Friedhof! wollte er einwenden. Der Meister aber fuhr ihn an: Mach, daß du weiterkommst! 2Mißmutig und verschlafen erschien er zum Morgenkaffee. Seine Mutter überraschte er mit der Bemerkung: Ich mag nicht mehr da hin! Mechanisch stieg Claus den steilen, einsamen Weg unter den hohen Kastanien zum Friedhof hinauf. Immer wieder sah er sich um; den Leuien, die ihm begegneten, blidte er nach. Er meinte, jeder Vorbeigehende wüßte um sein Vorhaben. Manche fannten ihn, aber er fand nicht die Beachtung, die er befürchtete. Selbst man nicht einfach abbrechen. Da müßten der Totengräber machte wie sonst seinen Spaß schlimme Dinge vorkommen, solch einen Entmit ihn, als er an ihm vorbeifam, Claus hätte ſchluß zu rechtfertigen! am liebsten die große Verlegenheit des sters vorgetragen und gebeien, einige Teerosen nehmen zu dürfen. Aber der Mann war längst wieder in seiner Hütte beim Leichenhaus, wo er fein mitgebrachtes Essen aufwärmte, verzehrte und dann seinen Mittagsschlaf hielt. Zum Leichenhaus aber ging Claus gar nicht gern. Er lief mit seinen vei Gießkannen avischen den Gräbern hin und her und goß in der Aufregung manches Grab, das ihn gar nichts anging. Vor etlichen Grabsteinen blieb er stehen, las zerstreut die Inschriften, durchstreifte den Friedhof von einem Ende zum anderen und Claus machte keinen Versuch, den Bater umzustimmen. Er fürchtete sich vor einer Aussprache, denn er konnte über seine Empfindun= gen nicht sprechen. Was nun Clausens Vater über den MeiDas war eine Auflehnung! Bestürzt forschte die Mutter in den übernächtigen Zügen. Dem Vater genügte das: Ich mag nicht mehr ster so nach und nach zu hören bekam, war nicht da hin! durchaus nicht. Eine Lehrstelle könne schmeichelhaft für dieſen. Daß er aber Claus in letter Beit Sonntag für Sonntag auch noch dem Kirchenbesuch entzog, steigerte seinen Unmut. An einem solchen Vormittag holte er plößlich den Jungen weg, um ihn an einer anderen Stelle weiterlernen zu lassen. Claus schwieg, nahm seinen Kaffeeträger und sein Frühstücksbrot und ging. Die Eltern Clausens neuer Meister war ein musterverfolgten besorgt seine Niedergeschlagenheit. Hafter Gärtner, der seine Arbeit liebte und den Sie kannten seine Willigkeit, aber auch wie ihm anvertrauten Geschöpfen alles gab, was sie der Vater sagte- sein Ueberempfindlichkeit. zu ihrer Entfaltung nötig hatten. In der neuen Jm Stillen hatte der Vater ja schon einge- Umgebung, unter vielen neuen Aufgaben und sehen, daß er mit dem Lehrplatz einen Mißgriff unter solcher Führung fam Clausens Seele wiegetan. Nur der Gedanke an die Wichtigkeit der ins Gleichgewicht und es war für ihn eigentseiner Autorität hinderte ihn, Claus aus der lich jetzt erst schön, des Vaters Wunsch zu erLehrstelle zu nehmen. füllen und Gärtner zu werden. ſtand ſchließlich wieder bei den vollblühenden Der Gendarmeriewachtmeister Marschall- Niel. Er begoß die gepflegte Totenstätte. Die Schere hing in seiner Tasche schtver wie ein Mühlstein, die Spike drückte durch sein Gewand. Seine Hand griff danach und ließ fie wieder los. Er hörte vom Kirchturm Zwölf fchlagen und wurde fich bewußt, daß man ihn erwartete. Von Maria Gardos während das Blasorcheſter, das aus dem vierten fühlt sich Mutter Plöblich ertönt die Stimme des Herrn Wachtmeisters: ,, Die Rednerin aus Budapest soll hieher ich stehe stumm, reglos. kommen!"- Die Genoffen bliden alle auf mich, Diese Geschichte hat sich ungefähr vor einem Vierteljahrhundert in Medgyeshaza, einer kleinen Ortschaft in Ungarn, im Komitat Arad. Da setzte er die Schere zum Griff an. morgen um 6 Uhr ein. Troß strömendem Regen zugetragen. Mein Zug traf an einem Sonntag Seine Hände zitterten und dann wußte er nicht wurde ich von vielen Leuten ertvartet. Sofort mehr, was sie taten, sondern starrte fast er umringte mich ein Dußend weißgekleideter jun- hier?"- ruft er nochmals, indem er mich mit ..Ist die Rednerin aus Budapest noch nicht storben, ob nicht der Grabstein auf ihn zuläme, ger Mädchen. Sie überreichten mir einen Strauß stechenden Augen beinahe aufspießt.( Er sieht ob der Hügel ſich nicht höbe, ob nicht unter ihm aus Papierblumen. Von den Männern drüdte es freilich recht gut, daß ich die Gesuchte bin.) krallende, kalte, unerbittliche Knochenhände nach mir als erster Genosse Matthias M. die Hand, seinen Füßen griffen. Das Geräusch des Kieses ,, Doch, sie ist hier", erwidere ich fest, unter seinen Füßen schien ihm das Knirschen aber ich bin niemandes Knecht, daß ich mich von Zähnen. Ein Vogel flatterte auf; Claus Dorfe die ganze Nacht über hierher marschiert zum Rapport melden soll. Ich kenne den Herrn fuhr zusammen und ließ die Schere fallen. Ein war, mit aufrichtiger Begeisterung die Mar- nicht, wenn er etwas von mir wünscht, möge er weißer Marmorengel auf einer nahen Ruhe- ſellaiſe ſpielte. Gerührten Herzens machte ich sich zu mir bemühen." mich auf den Weg. Die Wartenden formierten stätte hatte plöglich die Gestalt der Braut an genommen, der die zugedacht waren. Da sich zu einem regelrechten Zuge, an dessen Spitze tannte et järederfüllt labon, edgy out, fie mich zwangen. Und die Gemell Dupier Buhörer zudt etwas, wie Angst. Im Geftat bes fah er, daß er in blinder hast das üppige blieſen unausgesetzt die Arbeitermärsche. Zwei Wachtmeisters fladert es schwarz vor But, er faut gequält an seinem dichten Schnurrbart, Rosenbäumchen gänzlich geplündert und die weißgekleidete Mädchen nahmen mich in der ersten Reihe in ihre Mitte, als Schutz hielten sel beiseite und tritt vor mich hin. dann stößt er mit lärmender Wucht seinen Sef= Rosen in die Gießfanne geworfen hatte. sie über mich ihre plumpen, ländlichen Schirme, bon deren sich berührenden Rändern dicke..Ich bin der Abgesandte des Herrn OberRegentropfen auf meinen Hut fielen. Unser stuhlrichters" murmelt er zwischen den Weg führte über den Marktplatz, die Verkäufer 3ähnen. berließen verwundert ihre Leinenzelte und rieten, was das bedeuten sollte. Der Meister stand schon an der Einfahrt, sah ihn prüfend an und ging hinter ihm drein in die Bindestube. Die noch aus Claus herauszitternde Aufgewühltheit verlachend, sagte er: Bist du etiva erwischt worden?- Na also! Wir haben ja jetzt, was wir brauchen! Das ist die Hauptsache! Claus trug den Strauß ins Haus der Braut. Das übliche Trinkgeld, sonst sehr begehrt und seine einzige Einnahme, nahm er ,, Eine Hochzeit"- meinte der eine Weise. die dort vorn, mit dem Blumenstrauß, die ist die Braut".- Demgemäß erhob ich stolz mein Haupt und schritt schwungvoll einher, die Leute sollten sehen, daß sie es nicht mit irgendeiner hergelaufenen Braut zu tun hatten. diesmal zögernd und vergaß, sich zu bedanken. Da er nach der Trauung den Altarblumensahmud wieder entfernen mußte, begab er sich Die Versammlung war für vormittags 10 schon vorher in die Kirche und sah von einem Uhr angeseßt, die erste Frauenbersammlung in dunklen Winkel hinter einer Säule der from- Medgyeshaza. Der Versammlungsplatz, der riemen Handlung zu. Die Blässe der Braut, durch das matte Licht des Raumes und das weiße Schleierkleid besonders unterstrichen, erschredte ihn; sie kam ihm wächsern wie eine Tote vor. Schemenhaft verschwammen die Vorgänge und entfernten sich ihm. Erst die Arbeit rief ihn in die Wirklichkeit zurüd. Bis in den Traum verfolgte ihn das Erlebnis. Er sah die Braut bei den Gräbern, fie floh pub, fie reichte im bie falle spanb. ging auf A dem linken Arm trug sie die Marschal- NielRosen. Er schrie auf und da fühlte sie Mitleid mit ihm. Sie zog ihn an sich. Seine frösteh be Knabennaiur empfing auf einmal Wärme von ibr. Die Nacht überlieferte ihn aus Betlemmung und Schwüle, aus Schuldgefühl und Trieb müde dem Morgen. sige Hof unseres Genossen Matthias M., war schon um 9 Uhr von Frauen, Männern, jungen Mädchen überfüllt. Man konnte sich kaum rüh ren. Zum Glück hatte der Regen aufgehört und es fächelte uns eine gute, frische, erquidende Wärme. Plöblich ging eine Bewegung durch die Menge beim Toreingang, der Vertreter der hohen Obrigkeit war eingetroffen: ein martiafüjder, büfter breinblidenber Gendarmeriewachtmeister mit einem Zug von Gendarmen. Der Herr Wachtmeister ließ sich mit dem der Situation entsprechenden Ernst auf einem Sessel nieder, seine Gendarmen pflanzten sich im Halbkreise hinter ihm auf. Das Plaudern wird gedämpfter, alle haben das unbequeme Gefühl: nicht mehr unter sich zu sein. Atemlose Stille. Ueber die Gesichter der ,, Und ich die Rednerin aus Budapest, ich beiße so und fo." ,, Worüber werden Sie sprechen?" ,, leber Frauenorganisation." Sein Blick stößt wie ein Pfeil in mein Auge, während er in strengem Tone sagte: Ich mache die Rednerin aufmerksam, daß ich, falls sie die gesetzlichen Vorschriften verletzen würde, die Versammlung aufhebe, die Rednerin verhafte und per Schub in ihre Heimat schaffe." Ich ertrage seinen Blid, ohne mit der Wimper zu zuden. Ich frage nicht, was er unter„ geſeßlichen Vorschriften" versteht. Ich kenne dich, braver, dummer Held, denke ich, mir kannst du keine Angst einjagen. Laut erwidere ich: ,, Ich kenne das Gesetz und werde mich daran halten. Wenn Herr Wachtmeister es ebenfalls kennen, wird nichts geſchehen, ich bürge dafür." Er zittert vor But. Geht zurück an seinen Platz. Die Spannung der Anwesenden löst sich in leisem Lächeln, Plaudern, gemütlichem Tuscheln. Der Wachtmeister flüstert etwas seinen Gendarmen zu. Genosse Matthias M. eröffnet die Ver= sammlung mit einer furzen Ansprache und erteilt mir das Wort. Mit der Elastizität meiner • -3achtzehn Jahre springe ich auf das Rednerpult,( nahme des Genossen Matthias M., mit dem ich einem ziemlich hohen Küchentisch, als der Wachimeister plößlich aufspringt und ruft: ,, Bevor Rednerin ihren Vortrag beginnt, mache ich die Veranstalter darauf aufmerksam, daß dies eine Frauenversammlung ist und ich deshalb nur die Anwesenheit von Frauen gestatten fann. Die Männer haben sofort den Plak zu räumen!" Verblüffung, Murren, Unzufriedenheit, aber ich flüstere schon dem Genossen Obmann zu: ,, Die Männer sollen hinausgehen und sich an den Zaun stellen. Der ist kaum finderhoch, das iſt ſo gut, wie wenn sie im Hofe blieben." Die Weisung wandert von Mund zu Mund, bald teilt sich die Menge, die Frauen innerhalb, die Männer außerhalb des Zaunes. Im Grunde genommen hat sich nichts geändert. von den Parteikongressen her bekannt war), und die mir doch näher standen, als meine eigenen Geschwister. Nach meinem Besuch aber war es, wie mir später die dortigen Genossen berichteten, mit dem Respekt vor dem Gendarmerietvachtmeister aus. Er konnte nicht durch die Ortschaft gehen, ohne daß das kleinste Kind bei seinem Anblick lächelte. In allen Augenwinkeln saß verschmitt die Frage: Haben Sie das Kind schon zur Welt gebracht, Herr Wachtmeister?" Mayton setzt sich trotzdem durch Von M. Lyttelton Jonny Butler, Ihr neuer Chef", sagte Mister Auskunft, er will mich loswerden, verſtehſt. ,, Also, Mister Mayton, das ist Butler, lich alles nur Bluff mit dem Zeugnis und der Richardſon zu ſeinem Gehilfen, der eben im Aber da muß dieser Richardson sich früher shiaBegriff war, wie er das seit zwölf Jahren tat, fen legen- Pardon, aufstehen. Der fernt May= die Rajierbecken und die Spiegel blank zu reiben. ton nicht. Jim Mayton läßt sich nicht bluffen Mayton hielt in seiner Arbeit inne und machte das besorgt er viel besser, viel besser besorgt er eine stumme Verbeugung. Butler maß ihn mit das! Hahahaha!" einem durchdringenden Blick, stellte einige Fragen, die Mayton stotternd beantwortete. Wieder dieſer infame Blick, dann zogen sich Mister Richardson und Butler in das fleine Kabinett, Sas neben dem„ Herrensalon" lag, zurück. Eine halbe Stunde ſpäter entwickelte sich zwiſchen Richardson und Mahion folgender Dialog: Hause, Mahton?" Richardson: Wie lange find Sie bei mir Der Obmann ersucht um Ruhe, ich beginne: ., Geehrte Versammlung! Wir Budapester lennen so gut die gefeßlichen Vorschriften, daß wir um feinen Preis gegen sie verstoßen wür den. Eben darum bin ich gezwungen, den hier anwesenden geehrten Hüter des Gefeßes, den Herrn Gendarmeriewachtmeister vor einem hier zu begehenden Verstoß gegen das Geset und vor dessen schwerwiegenden Folgen zu war nen. Indem die Verordnung, auf dessen Grundlage die Versammlung gestattet wurde, tatsäch- son, lich so lautet, daß nur Frauen, bzw. Mütter daran teilnehmen dürfen, ersuche ich den Herrn Wachtmeister, sofern er sich nicht Mutter, bzw. Frau fühlt, mit seinen Gendarmen den Haf sofort zu verlassen. Die unterdrückte Lachluſt der Zuhörer brach laut aus. Dröhnendes brüllendes Geläch ter ließ die Luft erzittern. Das höhnische Lachen braufte wie ein mächtiges Sommergewitter durch die dörfliche Ruhe. Kinder und Greise stürmten von allen Seiten einher, sie konnten sich nicht vorstellen, was sich hier zugetragen haben mochte. Die Gendarmen sprangen mit wutfahlem Geficht unter die Zuhörerschaft und einen Augenblick war es zu befürchten, daß sie mit Bajonetien auf die Lachenden losgehen würden. Der Wachtmeister winkte aber mit vor Erregung purpurnen Wangen seine Häscher zurüd, sette sich schweigsam wie ein geschlagener Hund muf feinen Plaß und kehrte der Versammlung den Rüden. Ich winkte, der Lärm verstummte allmählich. Ich begann von neuem: ,, Da ich sehe, daß der Herr Wachtmeister fich Frau, vielleicht gar Mutter fühlt, mache ich den Vorschlag, daß wir ihm gestatten, der Verfammlung beizutvohnen." Und ehe sich der Gendarm rühren konnte, erörterte ich schon mit plötzlicher Schwenkung die Tagesordnung. Die Gendarmen unterbrachen die zweistündige Rede nicht. Nachher erhielt ich als Geschenk einen wunderschönen, bunten, riesengroßen Blumenstrauß, dessen betäubenden Duft ich noch heute zu spüren bermeine. im im Juni werden es zwölf Jahre.. Mayton: Zwölf Jahre, Mister RichardRichardson: Sie sind immer brab und an ständig gewesen, Mayton... Wie geht es übrigens Ihrer Frau...?" Mahton:„ Ich danke für die Nachfrage, Mister Richardson. Aber fagen Sie mir, daß ich immer brav und anständig geweſen bin...?"— Richardson( nach einer Bause): Mein lieber Mayton( legt ihm die Hand auf die Schulter). Ich muß Ihnen eine Mitteilung machen. Mister Butler will Sie nicht weiter beschäftigen. Sie seien zu alt, behauptet er... ( Pause.) Aber lassen Sie nur, Mahton wir finden für Sie etwas Passendes wäre ja gelacht( er lacht wirklich), natürlich ein glän zendes Beugnis schreibe ich Ihnen und prima Referenz gebe ich... in einer Woche, was fag' ich morgen haben Sie einen neuen Posten und bekommen mehr, als Ihnen der Geizhala, der Buttler, zahlen würde...“ 1 -Mayton:( bleibt stumm.) Richardson holt aus seiner Tasche ein Papier und gibt es Mahton: So hier ist Ihr Zeugnis ist avar ein leiner Bluff, aber gehen Sie los wenn Sie Glück haben... heute ist Samstag." Mayton hat das Zeugnis genommen. Liest es. Schüttelt den Kopf. Will fragen. Richardson winkt nervös ab.„ Gehen Sie, Mann-- Time is monneh!" Er gibt Mayton den Hut, drückt ihm einen halben Dollar in die Hand und drängt ihn gewissermaßen zum Laden hinaus. ein Mahton schweigt. Mary schweigt. Am darauffolgenden Montag, abends um sieben Ihr. Er liest die Zeitung und pfeift. Er ist der ver Mayton sitt zu Hause, das Radio trillert. gnügteste Mann von ganz New- York. Er sicht pfiffig aus und weiß das. Jezt schrillt die Türglode. Mayton gehi öffnen und kommt mit Mister Butler zurüd. Butler ist ganz Höflich= feit. Er lächelt, reibt sich die Hände, wirst einen Blid in die Stube und sagt: Wollte eben mal einen Sprung bei Ihnen vorbeitun, Mahton... find ja ein tüchtiger Bursche. Zwölf Jahre waren Sie bei Mister Richardson waren bei der Aundſchaft ſehr beliebt... was? Leute, die bei der Kundschaft beliebt sind, kann ich brauchen. Der ganze Zaden iſt heute morgen boll geleier 1und alle haben gefragt: Mister Mayton? Er hat sich die rechte Hand ver ftaucht, hab' ich gesagt, eine feine Ausrede, was, Mahton... Ha das ging bis Nachmittag um fünf und nicht einer, der nicht nach Ihnen gefragt hätte... Sie find tüchtig, Mayton Sie gefallen mir Sie find mein Mann. Sie arbeiten ab morgen in Butlers Rasiersalon und er legt Ihnen einen Dollar pro Woche zu. Gemacht Mayton?“— Er ſtreďt ihm die Hand hin. Mayton grinst. Er sagt keinen Zon. Nach einer Pause gibt er Butler seine Pfote: Alright; Mister Butler..." Am gleichen Abend- eine Stunde später. Mayton ist mit seiner Frau allein. Er sagt: ..Ne Neuigkeit, Mary ich hab' ne Etellung...' n Dollar mehr die Woche... Ist mir direkt ins Haus geflogen. Man ist gekommen und hat mich gebeten: Mister Mayton, hat man gesagt Sie find sooo beliebt bei der Kundschaft, wollen Sie nicht bei mir anfangen ein Dollar mehr die Woche als früher- so hat Mister Butler zu Mister Mayton gesprochen... Ich hab mir's überlegt und dann hab ich ja gesagt. " Mary: Das ist ja ein Wunder Jim ein richtiges Wunder ist das..." ,, Nee, Mary das ist' n Bluff. Ich hab ihn reingelegt, wo er mich reinlegen wollte. Die ganze Bude war voll am Montag... alles meine Kunden" Sind ja Koloffal beliebt, Michton", krächzt der" Troffel Am gleichen Abend. Mahton sitzt zu Hause. Das Nachtmahl ist stumm verlaufen. Mary wartet, daß ihr Mann ein Wort sagt, was er bisher nicht getan hat. Er hat das Radio aufaedreht und lauscht seinen Klängen. Plötzlich öffAm Abend bestand eine reizende alte Genet er den Mund und fänat an zu reden: noffin darauf, daß ich mit einigen Genossen Tia- Mary, ne folossale Neuigkeit, wenn einzelne hat das Abendbrot bei ihr einnehme. Ich habe in ich so sagen darf. Na rat mal. Brauchst nicht zu sich nach Ihnen erkundigt. Und weißt Du, was meinem Leben schon viel Gutes und viel Schlech- raten ist kein Kreuzworträtsel ich gemacht habe. Am Samstag bin ich bei ihnen tes gegessen, reichlich und karg, aber so hat mir Standal ist das, Marh... wo ich zwölf Jahre gewesen bei all unseren Kunden und zu das Paprikahuhn mit den dort üblichen Effig- Tang... Si: haben mich entlassen, Marh jedem hab ich gejagt: Leihen Sie mir fünf zwetschgen noch nie gemundet, wie an ierem Richardson hat den Laden verkauft an Mister Dollar, Mister Sie kennen mich doch, seit Abend aus der schönen, bunten, irdenen Schüf- Butler, und der hat geſagt, daß ich ihm zu jung zwölf Jahren arbeit' ich in Richardson Rasiersel. Gerührten Herzens erinnere ich mich heute bin( das mit dem Jungsein ist ihm eben einae- salon- und kommen Sie am Montag ins Genoch an die Ehre, daß ich mich beim Essen der fallen, er lacht über sein Paradoron)." Pause. schäft, da geb ich's Ihnen wieder... Und am einzigen Holzgabel bedienen durfte. Die anderen Ein brima Reitanis hat mir Richardson gege- Montag sind sie annarschiert, Mann für Mann, benützten nur Holzlöffel. ben und erstklassige Referenzen will er und haben nach mir gefragt... Und am Abend Weißt Du, was er mich fann..." Mary ist ist Butler hier gewesen und hat mich engagiert, stumm geblieben. Jebt saat sie nichts, als:.weil doch die Kunden so treu und anhänglich Gott!" Und Mayton fährt fort:., st natür- ſind... Ein unvergeßlich warmes Gefühl war es. im Kreise dieser Leute zu fißen, die ich 24 Stunden vorher noch gar nicht gefaunt( mit Aus 4freier Que II e erwarben, aufgefors dert, die Tiere in den Käfig zurückzulegen. In diesem Falle hat niemand weitere Unannehm lichfeiten zu befürchten." Schach ins Volk Geleitet von Wenzel Scharoch. Drakowa Nr. 32, Post Modlan bei Teplitz- Schönau. SCHACHAUFGABE Nr. 345. Von Rudolf Michel, Kwitkau. ( Original.) 0 ② Copyright P. I. B. Box 6 Copenhagen Schwarz: Keб, Dc3. Tb4. g5, Lg8. Sa2, Bf6. 3. ( 8) a b c defgh 8 88 7 3 7 6 5 3 2 1 65 4 3 1 55 10 27099. Adamson erprobt eine Falle Kaninchen Von Ferry Rocker Endlich war das Häuschen, das hinter der Universität lag, frei geworden, und der Universitätsdiener Hollerbusch konnte mit seiner Frau und seinen drei Kindern darin feinen Einzug halten. Der Heine Garten, der zu dem Häuschen gehörte, war zivar ettvas bertvildert, aber Peter Hollerbusch und seiner Frau gelang es in furzer Reit, aus diesem Stüdchen Wildnis einen netten Obst- und Gemüsegarten zu machen. Als die erste Ernte unter Dach war, ging der Universitālsbiener an die Verwirklichung feines Lieblingsgedankens. Was ist ein landwirtschaftlicher Betrieb ohne Viehzucht? Nichts Halbes und nichts Ganzes. Natürlich, eine Kuh konnte sich Hollerbuſch nicht halten, aber ein paar Hühner und Kaninchen. Vor allen Dingen: Kaninchen. Hollerbusch liebte diese Liergattung abgöttisch. Er faufte zwölf neue, versperrte aber diesmal den Käfig mit besonders starken Schlössern. Jedoch auch diese 12 Kaninchen wechselten eines Nachts ihren Besizer. Hollerbusch stand also vor der erschütternden Aussicht, sich niemal mehr Kaninchen halten zu können, weil man sie ihm eines Nachts doch wieder stehlen würde. Das ging nicht, ging auf keinen Fall. a b c d e f g h Weiß: Ke8, Db2, Tc6, d8, Lh7, Se7, h6, Bc4, e3, g4, ( 10) Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Leiter dieser Spalte einzusenden. Lösungszug zu Nr. 342: De7- c7! Richtige Lösungen sandten nachfolgende GeAnton. Schöbritz; Tepper Franz, Karlsbad: Habl nossen ein: Dinnebier Emil, Tetschen: Schöffel Beutel Wilhelm. Arnsdorf b. Tetschen; Erwin, Chimiak Teo. Tyle Vladimir, Schindler Robert, Holfeld Otto, Lohmüller Hans, Freundl Anton, sämtlich Nestersitz. Pusch Bruno, Krischwitz; Hyna Josef, Hostomitz: Nausch Franz u. Hermann Fritz. Teplitz; Ulbert Rudolf, Prosetitz; Walter Ludwig, Steinwitz Hans, König Drakowa: Havel Franz. Modlan: Geißler Josef, Alt- Serbitz; Berger Josef, Klein- Augezd. Anton, sämtlich Kwitkau; Bretschneider Otto. Hollerbusch dachte nach, von morgens um 8 bis mittags um 1. Dann fam ihm eine Idee, und er ging während der Mittagspause zum Redakteur des Lokalblattes und hatte mit die fem eine längere Unterredung. Am nächsten Morgen wurde Hollerbusch Int. Arbeiter- Olympiade Antwerpen 1937. durch einen schrillen Schrei seiner Frau aus dem Schlummer gerissen. Sie stand am Fenster auch ein großes Schachturnier durchgeführt, an Anläßlich der Olympiade wird in Antwerpen und wies mit ziternder Hand in den Garten. welchem sich folgende Länder im MannschaftsZwischen den Sträuchern, auf den Kohlbeeten, kampf à 5 Mann und auch in Einzelturnieren beteiligen werden: Norwegen, England. Frankin allen Eden und Winkeln ein Heer von Ka- reich, Belgien und für die Tschechoslowakei die ninchen. Lustig herumhüpfende Kaninchen mit DTJ und Atus. schwarzen, weißen und braunen Fellen, Kaninchen aller Rassen. Und dann lagen da auch noch Kaninchen, frisch geschlachtete, von ihren Fellen befreite Kaninchen. und begann die Tiere einzufangen. Da der Säfig bald überfüllt war, schaufelte er fie in die Stube. Die toten stapelte er auf und als er gerade beim Zählen war, flogen ihm noch zwei tote Kaninchen, die jemand über die Mauer warf, ins Genid. Alles in allem war Hollerbusch jetzt Besizer von 112 lebenden und 127 toten Kaninchen, die er alle folgender Zeitungsmeldung verdankte, die das Lokalblatt am Abend vorher veröffentlicht hatte: Nun war die Gegend, in der die Uniberfität lag, sehr faninchenreich, und diesem Reich- Hollerbusch wankte in den Garten hinaus tum tonnten sogar die zahlreichen Bilderer, die dort ihr Untesen trieben, fast gar keinen Abbruch tun. Hollerbusch wilderte natürlich nicht, sondern er erwarb die Kaninchen, es ivaren 12 Prachtegemplare, auf dem Markt und perrte sie in einen großen Käfig, den er eigenbändig gebaut und in der Nähe der Umfassungsmauer aufgestellt baite Jeden Morgen, bevor er in die Universität ging, fütterte er erst seine Kaninchen, unterhielt sich etwas mit ihnen, und wenn er vom Dienst nach Hause fam, führte ihn sein erster Weg an den Käfig. Aber eines Morgens mußte Peter Hollerbusch eine furchtbare Entdeckung machen. Die Türen des Käfigs waren geöffnet, die Staninchen verschwunden. In der Nacht mußte jemand über die Mauer geklettert sein und die Kaninchen gestohlen haben. Nach 8 Tagen gab Holleröusch jede Hoffnung auf, seine Kaninchen zurückzubekommen. ..Achtung! Lebensgefahr! Schachgenossen. welche zur Olympiade fahren und sich an den Schachturnieren beteiligen möchten, melden sich bei Josef Schöpka, Komotau I. Kohlstadtgasse 2. VI. Kreis. Kreismeisterschaft. Das Endspiel um die Kreismeisterschaft wurde von den Sektionen Altrohlau und Eger bestritten und am 6. Juni in Eger ausgetragen. Vor Freigabe der Bretter durch Gen. Lippert. Eger, rief der Kreisleiter Gen. Körbl zur Werbeaktion für unser Schachblatt auf. Er appelierte an alle Anwesende, an der Ausgestaltung und Verbesserung unserer Schachzeitung mitzuarbeiten. Eger verlor das Spiel, mit 2 unbesetzten Bret tern. 51:24 Punkten. Die Ergebnisse an den einzelnen Brettern: Altrohlau Brett 1 Körbl Julius 1: 0 2 Klügl " 3 Wurm 4 Günther = 5 Stefan 6 Schreiner • 7 Schneider Eger Lippert 1: 0 Thoma 0: 1 Mühlhans 0: 1 Müller 14: Wallner 1: 0 unbesetzt 1: 0 1: 0 Hampel unbesetzt In der Klinik der Universität wurde heute) früh bemerkt, daß 12 Versuchstanin che n, die mit Cholera bazillen geimpft waren, aus dem im Garten des Uni- 8 Körbl Wilhelm versitätsdieners Hollerbusch stehenden Käfig Ergebnis 5½: 2% für Altrohlau, somit Kreismeister. gestohlen worden sind. Um entsetzliches Unheil zu berhüten, werden der unbekannte Täter Sonntag, 20. Juni: 1. Runde. Kreismeistersowie alle Personen, die innerhalb der letzien schaft im V. Kreis: Komotau gegen Teplitz in Bruch: Eulau gegen Wisterschan in Nestersitz; Stunden Kaninchen aus nicht einwand- Rosawitz gegen Kleisch in Nestersitz.