BUNTE WEIT Nr. 35' Unterhaltungsbeilage 1937 Vor dreißig Jahren Der Internationale Sozialistenkongreß August 1907 Kurt Eisner, Siidekum, Jaures Unter den internationalen Kongressen der sozialistischen Arbeiterschaft nimmt der Stuttgarter Kongress von 1907 der Bedeutung nach eine hervorragende Stellung ein. Er ivar die siebente sozialistische internationale Tagung, aber die erste, die in Deutschland stattfinden konnte. Das kaiserliche Deutschland, besonder? aber Preussen, zeichnete sich damals vor allen anderen Ländern durch den herrschenden Polizeigeist aus. Es ist bekannt, mit wie viel Schikanen und niederträchtigen Polizei- und Justizmassnahmen die aufstrebende deutsche sozialdemokratische Bewegung niedergehalten werden sollte. Ein internationaler Kongress auf deutschem Boden war darum ein grosses Wagnis. Im Züricher„Volksrecht" wurde jetzt daran erinnert, dass die Bertreter der Partei in Württemberg, wo seit Jahrzehnten eine demokratische Tradition gegeben war, mit der Landesregierung auch darüber verhandeln musste», was geschehen würde, wenn etwa von Berlin aus die Verhaftung und Auslieferung eines der mit zaristischen SteSriefen verfolgten russischen Sozialisten verlangt werden würde. Der Ivürttembergische Innenminister gab den Genossen darum die Antwort, er werde in einem solchen Fall dem betreffenden Sozialisten die Gelegenheit geben, das Land über den Boden-, see zu verlassen. Trotz dieser indirekten Stellungnahme gegen den preussischen Polizeigeist liess sich die württembergische Regierung während des Verlaufs des Kongresses zur Ausweisung des englischen Delegierten Ouelch zwin- gen. Ouelch hatte in einer Rede die.Haager Konferenz der Diplomaten„a tief's suppet" genannt, woraus die reaktionäre Presse„Diebe und Räuber" gemacht hatte. Obwohl der englische Sozialist sich dagegen verwahrte, musste er am fünften Kougresstag das Deutsche Reich verlassen. Das Jahr 1907 sah, ebenso wie die voraufgegangenen Jahre, die internationale sozialistische Arbeiterbewegung in kräftigem Aufstieg. Die russische Revolution von 1903 hatte die Aktivität des sozialistischen Proletariats in zahlreichen Ländern belebt. In Frankreich war kurz vorher die.Einigung der sozialistischen Parteien hergestellt worden, und in Oesterreich hatten die Arbeiter eben das allgemeine Wahlrecht erobert und-bei den Reichstagswahlen im Mai 1907 einen glänzenden Erfolg errungen, an dem die deutschen Sozialdemokraten in Böhmen einen starken Anteil hatten. In dieser Situation trat Ende August 1907 der internationale Sozia- listenkongress in Stuttgart zusauunen. Unter den mehr als 800 Delegierten kamen 287 aus Deutschland und 73 aus Deutsch-Oesterreich. Die Länder aller Erdteile waren vertreten und unter de» Delegierten befanden sich Bebel, Jaurbz, Bandervelde, der Engländer H h n d m a n, der Amerikaner Hillquit, MarrellCachin, die Russen Plechanov, I. Axel- r o d und aus den österreichischen Ländern Viktor Adler, Pernerstor- fer, Glöckel, Czech, Seliger. Der Kongress hatte als Tagesordnung folgende Punkte zu beraten: Der Militarismus und die internationalen Konflikte; Die Beziehungen zwischen den politischen Parteien und de» Gewerkschaften; die Kosonialsrage; die Ein- und Auswanderung der Arbeiter; das Frmienstinunrecht. Die geistigen Auseinandersetzungen über die Stellungnahme der Arbeiter zum Militarismus und den internationalen Konflikten zogen sich in den Kommissionssitziingen mehrere Tage hin. Die marxistische Richtung musste die von dem Franzosen Herve vorgetragene anarchosyndikalistische Auffassung znrückweisen. Herve ist dann während des Krieges zu einem der extremsten und wüstesten Militaristen geworden. ES lvar Iauris,-er in der Debatte folgende klassische Formulierung über die Stellung der Arbeiter dem Parlament gegenüber fand. I a u r i s sagte: „Das Vaterland will Herve zerstören. Wir wollen das Vaterland zum Nutzen der Proletarier sozialisieren durch Ueberführung-er Produktionsmittel in das Eigentum aller. Denn die Nation ist das Schatzhaus des Menschlichen Genies und Fortschrittes, und es stünde dem Proletariat schlecht an. diese koschare» Gefässe menschlicher Kulwr zu zertrümmern." Der Kongress legte die Stellungnahme der sozialistischen Parteien in einer einstimmig angenommenen Entschliessung sest. in- der es am Schluss heisst:„Der Kongress ist der lleberzeu- gung, dass unter dem Druck des Proletariats durch eine ernsthafte Anwendung der Schiedsgerichte an Stelle der kläglichen Beranftalwn- gen der Regierungen die Wohltat der Abrüstung den Völkern gesichert werden kann, die es ermöglichen würde, die enormen Aufwendungen an Geld und Kraft, die durch die militärischen Rüstungen und die Kriege verschlungen werden, für die Sache der Kultur zu verwenden. Droht ,der Ausbruch eines Krieges, so sind die arbeitenden Klassen und deren parlamentarische Vertretungen in den beteiligten Ländern verpflich- tet. unterstützt durch die znsammenfaffende Tätigkeit des internationalen Bureaus. alles aufzubieten, um durch die Anwendung der ihnen am wirksamsten erscheinenden. Mfttel den Ausbruch des Krieges zu verhindern, die sich je nach der Verschärfung des Klaffenkampfes und der Verschärfung der allgemeinen politischen Situation naturgemäss ändern..Falls der Krieg dennoch ausbrechen sollte, ist es die Pflicht, für dessen rasche Beendigung einzutreten und mit allen Kräften dahin zu streben, die durch den Krieg herbeigeführte wirtschaftliche und politische Klüse zur Aufrüttelung des Volkes auszunutzen und dadurch die Beseitigung der kapita- listischen Klassenherrschaft'zu beschleunigen." Es ist noch in Erinnerung, dass sich in dem Axel rod (Rußland) Hyndmon (England) -2Augenblick diese Stellungnahme als unwirksam bis nahe an die Eroberung der politischen Macht| zeigte, in dem sie praktisch bezogen werden führte. Sie umschließt die Jahre des Weltfollte. Weder die der Sozialistischen Internationale angeschlossenen Parteien, noch die Internationale als Ganzes hatten jene Stärke und Klarheit und Geschlossenheit, die für ein selbständiges und entscheidendes Eingreifen der internationalen Arbeiterparteien im Kriege Voraussetzung find. Herbstkrank 11 frieges, die Eroberung politiſcher und sozialer Der Herbst ist wie eine alternde Frau Rechte für die Arbeiter und zuletzt auch das Nicht wie die filbrige, greisenhafte, Emporkomunen der faschistischen Dittatur. Die Die mild versöhnt und so still uns macht, Sozialistische Internationale hat in dieſer Beit- Nein, wie die welkende, abgeschaffte spanne auch schwere Rückschläge erlebt. Aber der Und doch nie fertige.-- Balb ist es Nacht Klaffenkampf des Kapitals zwingt das Prole Und irgendwo ist der Himmel blau tariat immer wieder, seine wirtschaftlichen und politischen Kampforganisationen zu festigen und auch seiner Sozialistischen Internationale die Kraft zu geben, die ihm zuletzt den Sieg verDie drei Jahrzehnte seit 1907 umschließen für die internationale Arbeiterklasse eine Be riode des Aufstieges, der in manchen Ländern| bürgt. Eine arme Witwe Von Harold de Polo Die große Natter zischte und die drei Kleinen runden, noch sehr schwach behaarten Füchschen fläfften auf in ihrer Todesangst und flohen nach allen Seiten, nur nicht in der Richtung ihrer Höhle. Sie hatten die Schlange schlafend in der Morgensonne liegen gesehen und sie ungestüm anfallen wollen. Da schoß die wachsame Mutter mit funkelnden Augen aus dem Eingang des Fuchsloches, schlug ihre Fangzähne hinter den Kopf des Reptils und mit nirschenden Kinnbaden riß sie es vom Boden, schleuderte es in die Höhe und als es zur Erde zurückfiel, war die Schlange tot. Sie würdigte sie weiter feines Blides mehr, sondern sette die Miene auf, die unfolgsame Kinder so gut an ihren Eltern kennen, und wendete fich ihrer Nachkommenschaft zu. Hatte sie nicht streng berboten, das Nest ohne sie zu verlassen? Nichts anzurühren im Walde, mochte es auch noch so harmlos aussehen? Sie versette jenem ihrer Sprößlinge, den sie immer als Anführer aller schlechten Streiche kannte, mit der Vorderpfote einige kräftige Büffe auf den Kopf. Aber da die Gelegenheit günstig war, sollten die Kinder an diesem Beispiel lernen, auf welche Weiſe Schlangen zu töten find. Sie umtreifte fie mit ihnen mehrere Male nach allen Seiten, und nachdem wahrscheinlich die Lektion beendigt war, führte sie die kleinen Füchse zuerst in die Höhle, schärfte ihnen nochmals ein, sich nicht mehr allein hinauszuwagen, stellte sich dann vor den Eingang und sah sorgenvoll ins Weite. Tiefblau und sonnig- und hier ist es falt. Dort wiegen fich schlanke Balmen im Wind Hier treibt er mir Blätter und Schmuß ins Gesicht Und vom Regen werden die Fenster blind Und alles ist grau und farblos, verwischt Wer weiß, vielleicht schneit es bald. Kann fein, daß es schon morgen schneit, Dann muß ich durch schmutzgraue Schneepfüßen waten -und irgendwo ift Sand, worin Menschen liegen und blaue Seen, worin Menschen baben. Und wenn wir uns jetzt aneinanderschmiegen, Ift's doch nur Furcht und Traurigkeit. Inge Faller- Breinersdorf etwas Kräftigendes, fie war schon bis auf die Knochen abgemagert. Das Gefündeste wären wohl Hühner. Aber die fand man nur bei den Menschen, da ristierte man zu sehr sein Leben. Die Kinder durften nicht mutterlos bleiben. Also wenigstens Rebhühner. Sie wählte den Weg zu den Kiefern hinunter, wo solche Vögel sich zu dieser Jahreszeit aufzuhalten pflegien. Wenn sie nur einen einzigen fetten fangen könnte das Fleisch war ztvar süßlich die letzte und größte Anstrengung machen, aber die Arbeit dieses Tages wäre getan. Sie sollte sie hinüber und sich um jeden Preis ein fam ans Gehölz und näherte sich ganz leise von Huhn zu verschaffen suchen? Sie kam zu feiner jener Seite, nach der der Wind blies. Tiere Entscheidung, ein schwaches Bellen kam von waren da, das witterte sie schon. Sie glitt durch weitem, der furchtbarste Laut, den sie kannie. die niedrig hängenden Zweige und entdeckte ein Es riß sie zusammen, müde wie sie war. Sie Rebhuhnpaar mit seinen Jungen. Sie heilt den spähte hinunter. Es war der riesige Hund, ez Atem an, troch näher, fünfzig Fuß, vierzig. würde ein Kampf auf Leben und Tod werden. immer näher, als sie zum Sprung ansetzte, Sie mußte ihn von ihrer Fährte abbringen. trachte unter ihren Füßen ein übersehener Sie rannte durchs offene Feld, dorthin, wo das tleiner dürrer Zweig, der unter den weichen Farnkraut stand, und im Zidzad dann, wie Kiefernadeln gelegen war. Die Rebhühner eine geölte Maschine. Aber die Menschen wußsahen erschrocken auf und in der nächsten Se- ten alles, fie errieten offenbar, daß ein Fuchs funde erhoben sie sich lärmend in die Luft. in Gefahr nicht geradetvegs läuft, denn keine Die Füchsin war eine erfahrene Jägerin. so ettvas mußte man in den Kauf nehmen. Sie entschloß sich nach kurzem Nachdenken, ſich zum Wasserloch zu wenden. Dort waren jest noch die besten Aussichten. In der Nähe war fein Fluß und keine Quelle, die kleineren Tiere mußten hin zur Tränke. Sie stellte sich an dem Punkte auf, von dem aus der ganze Plan zu übersehen war und sie mit einem einzigen Es war schwer, die Jungen allein zu er Sprung jede Beute, die sich zeigen sollte, er halten. Sie wuchsen mit jedem Tage, wollten reichen konnte. Bumm Jagen gehört Geduld. mit jedem Tage mehr essen, und es wurde Die Füchsin stand, ohne einen Muskel zu beimmer mühevoller, sie zu behüten, da sie schon wegen, lange, lange, hinter dem Gebüsch im sehr auf eigene Abenteuer aus waren. Es wäre Unterholz. Nach ermüdenden Stunden ließ sich ja eine große Erleichterung für fie, wenn sie endlich, ungefähr hundert Fuß weit, ein Raschon begannen, auch selbst ein bißchen für die scheln hören. Sie erkannte das Geräusch, das Nahrung zu sorgen, aber es war nicht an der war ein Kaninchen. Es kam näher, nun waren Beit, das zeigte jetzt die Sache mit der seine Ohren schon über dem Graz zu sehen. Schlange. Wenn sie selbst nur nicht so matt und Ez hoppelte an diesem sonnendurchleuchtenden müde wäre! Der Gefährte war, als fie noch Morgen in ungebundener Lebensfreude herbei im Kindbett lag, einer jener täglichen, zahllosen Aber auf einmal spikte es die Ohren, stieß ein fleinen Begebenheiten des Waldes zum Opfer erschrodenes Gequide aus und sprang in die gefallen. Und allein hatte sie nun die Kleinen entgegengesetzte Seite, mit einer Geschwindigzu ernähren, zu beschüßen, zu erziehen. Göhle tvar zwar zu gut gelegenen die feit, die nur ſeiner Raſſe eigen iſt. Das war hundert Meter weit mußte einer von ihnen auf der Lauer liegen. Ein Dröhnen kam aus dieſer ſchwarzen Stange, die roten Tod in fich trug, und ein Stück Blei fiel dicht neben ihrer Flanke nieder. Jetzt fetzte sie ihre Kräfte ein, wenn die Füße sie auch faum mehr trugen. Sie mußte diesen unerschrockenen Hund hinter sich laffen, den sie immer näher bellen hörte. Dann blieb noch die letzte Hoffnung. Sie kannte in der Nähe ein verlassenes Fuchsloch, das zwei Deffnungen hatte. Wenn sie von der einen Seite hineinschlüpfen konnte und von der anderen hinaus, da würde sie den Menschen und den und überlisten, weil diese sicher glauben würden, dies sei ihr eigener Bau. Sie erreichte mit bämmerndem Herzen die Zuflucht, drückte sich durch die zweite Oeffnung und sprang in den seichten Bach, der dahinter lag, wo ihre Spuren sich dann verliefen. Sie watete glücklich in der Nässe, die sie haßte, bis sie nach einer langen Strede auf eine Anhöhe lief, von der aus fie das Feld übersehen konnte. Hier erst gönnte sie sich etwas Ruhe. Ganz von weitem hörte sie den Hund bellen, der offenbar bor ber bon wieder eine bittere Enttäuschung. Die Füchsin leeren Fuchshöhle noch auf seinen Herrn warden menschlichen Geschöpfen zu entdecken. Aber jah dem davonlaufenden Braten traurig nach. tete, der ihm gefolgt war. trotzdem, wenn sie stundenlang ausbleiben Sie überlegte, was weiter zu unternehmen Es war ein harter Tag gewesen, und es mußte, wenn sie auf Beute ging, wie vielen wäre. Ja, zwei Meilen weit war ein Bach, Gefahren waren da die Kinder ausgeſeht! Da dort waren an gewissen seichten Stellen zuwei- war ihr nicht einmal gelungen, Nahrung für war ein Zweibeiniger mit einem ungeheuren len Forellen zu finden. Aber am Bache sah sie, die Kinder heimzubringen. Und Schrecken überHund, der ſchien ihre Wohnung ausspionieren daß das Wiesel ihr zuvorgekommen war. Jetzt fam fie. Solange war sie noch nie ausgeblieben. zu wollen, sie war ihm schon einige Male von blieb nur noch übrig, sich aufs offene Feld hin- Wer weiß, was zu Hauſe vorgefallen war, weitem begegnet. Ja, ja, es war schwer ohne auszuwagen, wo manchmal ein fettes Mur- welche Gefahren die Kleinen bedroht hatten! meltier herumsprang. Ermüdet ſeßte sie sich auf Sie sprang auf, und lief, so schnell ihre MüdigDie Füchsin stredie sich. Es nüßte nichts, die Hinterbeine und sah ins weite Tal, wo feit es zuließ, den Weg nach Hause. fie mußie auf die Jagd, man durfte die Kinder ihre schlimmsten Feinde, das aufrechte Geschöpf, nicht hungern laſſen. Auch sie selbst brauchte der Mensch und sein Hund, wohnten. Sollte sie einen Mann! Atemlos fam sie vor ihrer Höhle an, die drei Jungen standen davor. Sie sahen schuld -3gangen. bewußt aus, denn es war ja berboten, in Ab| er die Stelle im Restaurant am Campo San| Herr ist mit ihm stets sehr zufrieden gewesen wesenheit der Mutter herauszugehen, aber den- Bartolomeo. noch waren fie stolz. Denn vor ihren Füßen Tag eine große, tote Natter, der Genosse jener Schlange, die die Mutter diesen Morgen befiegt hatte, wobei sie selbst gelernt hatten, wie Schlangen zu behandeln sind. Die Mutter vergaß, fie für ihren Ungehorsam auszuzanken, kam heran und Teďte zärtlich die kleinen Schnauzen. Dem Schöpfer sei Dank, die Kinder waren mutig und begabt. Von iezt an durfte sie fie schon in den Wald mitnehmen, und den schweren Kampf ums Dasein würden fie bald allein für sich führen. und hat seine Wahl niemals zu bereuen gehabt. Seit damals find nun viele Jahre ver- Giacomo es damals angestellt hatte, um ſich Er dürfte allerdings kaum erfahren haben, wie bei seinen Gästen so schnell beliebt zu machen. Noch immer ist Giacomo bei Signore Giacomo hatte seine Freunde und Bekann Degani. Heute allerdings nicht mehr Kellner ten während der Probetage in das Café bestellt sondern Ober primo cameriere. Sein und sie traktiert... Der Tüchtigste Von Walter Jelen Unweit der Station Santa Maria Elifabetta, wo die Dampfer in Venedig anlegen, ist das Café Degani, ein reizendes Gartenetabliement. Hier einmal eine Stelle als cameriere zu bekommen, ist der Wunsch jedes Pittolos. Während des Sommers, da die Urlaube þeffner auf, geidhulte, iunse Sräfte, mit guten begannen, nahm Signore Degani drei AushilfsZeugnissen. Ich hoffe, meine Herren", sagte der Cafetier bei ihrem Eintritt ,,, daß wir uns gut verstehen und ich mit Ihnen und Sie mit mir zufrieden sein werden." Außerdem sagte Degani, er wolle denjenigen von ihnen, der sich als Aushilfe am besten bewährt, ständig in seinen Dienst nehmen, und var borläufig in sein Restaurant am Campo San Bartolomeo. Bierzehn Tage nun hatten die drei Kellner Zeit, ihre Fähigkeiten spielen zu lassen. Natürlich versuchte vorerst ein jeder von ihnen einen möglichst großen Umsatz zu erzielen. Der Kellner Emilio beispielsweise, war die Zuvorkommenheit selbst. Er brachte in den türzesten Zeitabständen frisches Wasser, schleppte diensteifrig die neuesten Zeitungen herbei, brachte die Getränke richtig tempiert und war auch beim Zahlen immer sogleich zur Stelle.. Paolo, der Zweite, versuchte vor allem unschlüssig vor sich blidende Neueintretende in sein Rayon zu loisen. Außerdem versuchte er cs auf die netteste Weise, die Gäste zu einem größeren Konsum zu betvegen, lobte eindringlich, doch nicht aufdringlich, die Tagesspezialitäten, und stellte sich auch mit der Köchin Marcella gut, um von ihr schöne Portionen für seine Gäste zu bekommen. | Zurück zur Urkost? Ernährungsprobleme des Kulturmenschen von Dr. Ernst Jolowicz Wenn man bedenkt, welch unermeßliche Fleischeffer; die gemischte Koft ist seinen Ber und differenzierte Arbeit darauf verwandt dauungsorganen am meisten angepaßt. Die wird, einem modernen Kulturmenschen in einem Tatsache, daß es reine Vegetarier gibt, die nies guten Pariser Restaurant ein Diner vorzusehen, mals fleischliche Nahrungsmittel zu sich nehund damit vergleicht, wie sich der Urmensch vor men, spricht nicht absolut dagegen. Es gibt der Erfindung des Feuers ernährt haben mag, 3. B. Bären, die man auch mit reiner Pflanzenso findet man darin einen der eindrucksvollsten fost ernähren kann, die aber in der Freiheit Beweise für die Entwicklung der menschlichen gelegentliche Fleischnahrung nicht verschmähen. Rasse. Vielfach ist gegenüber unserer verfeinerten Ernährungsweise die Forderung erhoben Berühmt ist der Versuch des großen deutworden, zu„ natürlichen“ Nahrungsmitteln schen Chemikers Liebig mit einem Bären im zurückzukehren. Besonders seit Entstehung der Zoologischen Garten in Gießen. Dieser Bär Vitamine ist eine weitgehendere Ernährung mit war sanft und ruhig, solange er nur mit Brot Bahlreiche Lehren und Sekten haben die Re- use reine Meischnahrung ich. Belannt ist ungefochten Nahrungsmitteln gefordert worden. und Gemüse ernährt wurde. Nachdem er einige Tage bekommen hatte, wurde form unserer Ernährungsweise auf ihr Programm gesetzt. auch, daß Wildschweine, wenn sie Fleischnahrung zu fich nehmen, selbst für den Menschen Angesichts der weitverbreiteten Betvegun gefährlich werden. Der durch dieſe Tierexperigen dieser Art erscheint es wichtig, fich einmal mente bewiesene Einfluß der Ernährung auf darüber Rechenschaft zu geben, wie weit auf den Charakter ist durch Beobachtungen in diesem Gebiete ein„ Zurüd zur Natur“ möglich Amerifa und England an Kindern bestätigt und atvedmäßig ist. Insbesondere ist die Frage worden. Vielfach wird auch die passive Charakzu prüfen, ob Rohkoſt wirklich für den moder- terhaltung der Chinesen und Inder, die sich nen Menschen die ideale Nahrung ist. Zunächst ist zu bedenken, daß ja alles. was wir in rohem Zustande genießen können. seien es Früchte, Salate oder Gemüse aller Art, bereits hochkultivierte Produkte darstellen. Schon die Tatsache, daß wir fast zu allen Jahreszeiten dank der technischen Vervollkommnung der Verkehrsmittel frisches Obst zur Verfügung haben, ist durchaus unnatürlich". Seit 1876. seit der Reise des ersten Kühlschiffes von Charles Tellier, kann man selbst verderbliche Nahrungsmittel von einem Kontingent zum anderen schaffen. Vor kurzem wurde sogar in Paris bei einem Feſteſſen ein frischer Fisch serviert, der kurz vorher im Euphrat gefangen und im Flugzeug nach Paris gebracht worden war. Man braucht nicht einmal so weit zu gehen. Wir essen heute selbstverständlich nur gezüchtete Aepfel. Es würde wohl niemandem einfallen, die Früchte eines wilden Apfelbaumes als besonders zuträgliche Nahrung zu sich zu nehmen. Der Urmensch aber vor Einführung des Aderbaues und vor Nutzbarmachung des Feuers, unser Vorfahre also vor einigen hunderttausend Jahren, war durchaus darauf angewiesen, die wildtvachsenden Früchte zu essen. Da nach seiner körperlichen Konstitution diese primitive begetarische Nahrung sicherlich unzuseichend war, ergänzte er sie durch Fleischgenuß. Wie heute noch manche unzivilisierten Völker, 3. B gewisse Estimostämme, Fisch und Fleisch rob essen, so hat auch der Urmensch das Fleisch des erlegten Wildes roh zu sich genommen. Giacomo, der jüngste der Drei, bediente die Gäste mit ruhiger, freundlicher Gelaffenheit, als sei er seit Jahren hier angestellt und nicht etwa bloß für bescheidene bierzehn Tage. Er war höflich und zuvorkommend, bediente flott, war stets gut gelaunt und die Gäste schienen ihn gern zu haben. Seinen Vorschlägen über das zu Bestellende stimmten sie beinahe immer zu, seine Trinkgelder- Barometer der Zufriedenheit waren nie knapp bemessen. Auch kamen die Gäste gerne zu ihm und keinem seiner Kollegen soll es jemals gelungen sein, ihm seine Leute auszuspannen. Lieber Von diesen unseren Vorfahren haben wir nahmen sie in seinem Rayon in der Mitte Platz als anderswo, wo es vielleicht angenehmer und gemütlicher gewesen wäre. Diese und andere Wahrnehmungen bestärkten den Cafetier darin, daß Giacomo der tüchtigste der Aushilfskellner sei. So erhielt die körperliche Konstitution ererbt. Es ist wahrscheinlich, daß sich die Gattung Mensch physisch in diesen Zeiträumen nicht so verändert hat, daß nicht eine ähnliche Ernährungsweise theoretisch möglich wäre. Auch der heutige Mensch ist weder reiner Pflanzen- noch reiner hauptsächlich von Reis und pflanzlichen Stofs fen nähren, auf diese fleischlose Koft zurüdgeführt. In den Kolonien hat man die Ers fabrung gemacht, daß fie den Charakter der Eingeborenen ändert, wenn sie von ihrer_gewohnten Ernährungsweise durch zivilisatorische Einflüsse abweichen. Es scheint für diese Veränderungen nicht einmal notwendig zu sein, daß das ganze Er= nährungswesen geändert wird. Wahrscheinlich genügt ein gewisser Zusatz von ungewohnten Stoffen, um den ganzen Stofftvechsel umzustel len. Schon der Zusatz von Milch oder Milchprodukten und Eiern zu einer sonst ganz natürlichen“ Nahrung lönnte diese Aenderun= gen herbeiführen. Milch und Eier, die uns als ganz natürliche Nahrungsmittel erscheinen, sind bereits hochgezüchtete Kunstprodukte. Die Zucht der Milchfühe hat aus dem ursprünglichen wilden Rind ein Haustier gemacht, dessen Milchproduktion nach Quantität und Qualität von der feines wilden Vorfahren grundverschieden ist. Die Hühnerzucht und eine reichliche Ernährung der Legehennen hat es erreicht, daß wohl ein einzelnes Huhn im Jahre 300 Eier legt. Welcher wildlebende Vogel täme wohl zu solcher Ueberproduktion! Aus all diesem geht hervor, daß eine Rückkehr zu der natürlichen Ernährungsweise des Urmenschen heute völlig unmöglich ist. Sie ist aber auch in jeder Beziehung unerwünſcht, denn die Verfeinerung der Ernährungsweise gehört zu den wesentlichsten Kulturerrungenschaften der Menschheit. Die Legende von Methusalem behauptet zwar, daß die Menschen vor vielen tausenden Jahren länger gelebt haben als heute. Wenn an diesen biblischen Geschichten ettvas wahres ist, so wird sich diese lange Lebensdauer immer <-4Schach ins Volk SCHACHAUFGABE Nr. 351. Von Franz Tepper. Karlsbad Schwarz: Kc5, Lf7, Lc6, e5. Bb4, d5.( 6) a b C Copyright P. I. B Bas 6 Copenhagen m 8765 4321 efgh 8 7 6 5 4 3 a c d e f g h thul DIED mor 3 Adamsons eigenartiger Schiffbruch nur auf einzelne besonders starte und lebenskräftige Individuen bezogen haben. Alle Statistifen in historischen Zeiten zeigen, daß die durchschnittliche Lebensdauer des Kulturmenschen dauernd zunimmt, die Kindersterblichkeit dauernd abnimmt. Neben den übrigen hygie nischen Errungenschaften unserer Kultur ist dieser Fortschritt sicherlich zum großen Teil auf die Verbesserung und Verfeinerung der Nah rungsmittel zurückzuführen. Es ist selbstverständlich, daß es hier wie überall auch zu schädlicher Ueberkultur kommen fann. Weiß: Kc7, Dd2. Td7, e4, L1, Sd8, Bb7. Matt in 2 Zügen! ( 7) Lösungen sind bis längstens 14 Tage an Wenzel Scharoch, Drakowa 32, Post Modlan, einzusenden. Lösungszug zu Nr. 351: L13- g4! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Bretschneider Otto, Drakowa; Havel Franz, Modlan; Geißler Josef, Serbitz; Dinnebier Emil. Tetschen; Schöffel Anton, Schöbritz; Tepper Franz, Karlsbad; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen: Nitsch Rosa. Trupschitz: Jarschel Rudolf, Komotau; Berger Josef, Klein- Augezd; Walter Ludwig. König Anton, Steinwitz Hans, sämtlich Kwitkau; Schöpka Josef, Komotau; Habl Erwin, Lohmüller Hans, Schindler Robert, Freundl Anton. Holfeld Otto, Chimiak Teo. Tyle Prosetitz. -0des Lösungszuges dienen, gehören selbstverständlich zum Problem, und sich nicht als überflüssig anzusehen. Besten Dank für Ihre Wünsche, welche leider nicht eingetroffen sind. K. Figuren, welche zur Verschleierung später wieder nach Schanghai zurüdzufahren, Vladimir, sämtlich Nestersitz: Ulbert Rudolf, aber am nächsten Morgen fand der verliebte Journalist einen Brief, in dem sie ihm mitteilte, daß sie gezwungen gewesen sei, ihre Pläne zu ändern. Wenn er sie wiedersehen wolle, möge er am 1. August zum Fünf- Uhr- Tee im Claridge in Paris sein. Der Amerikaner war zwar wütend, aber die schöne Frau ging ihm nicht aus dem Sinn, und als er aus Charbin twieder nach Schanghai zurückkehrte, erfundigte er sich unter der Hand und erfuhr, daß die Dame zweifellos eine sowjetrussische Spionin gewesen sei. Ja, er erfuhr sogar noch mehr: fie habe in Shanghai einem japanischen Offizier wichtige Dokumente entwendet und sie über die Sonntag, den 5. September in Schönfeld, 9 Uhr vorm. Rest.Neue Welt": Wisterschan I. gegen Rosawitz Kreismeisterschaft; Kwitkau gegen Schönfeld, Freundschaftsspiel. KREISMEISTERSCHAFT. Wisterschan gegen Eulau 7: 1. Trotz wackerer Gegenwehr mußte die Eulauer „ Schanghai- Expreß" Grenze geschafft; der Offizier habe sich dar- Mannschaft, verhältnismäßig hoch geschlagen, die Paris.( MTP.) Seit dem Marlene Dietrich- Film weiß man, daß man im ,, Shanghai- Expreß" die tollsten Abenteuer erleben und insbesondere schöne Frauen treffen fann. Die Birklichkeit ist zwar in der Regel anders, aber immerhin ist jetzt ein Fall zu verzeichnen, der einen der abenteuerlichsten Romane darstellt und schleunigst verfilmt werden sollte. Im April dieſes Jahres kam ein amerikaniſcher Journalist nach Schanghai und begab sich von dort nach Mandſchukuo, um für feine Zeitung Reportagen zu schreiben. Im Zuge, und zwar zwischen Charbin und Port Arthur, lernte er eine junge Dame kennen, deren verführerische Reize nicht ohne Eindrud euf ihn blieben. Deswegen fiel es ihm aud nicht besonders auf, als sie an der Grenze ihn bat, sie als seine Sefretärin auszugeben. Als Grund gab sie an, daß sie einfach zu ihrem Vergnügen reise, aber in diesen aufgeregten Zeiten seien die Grenzbeamten besonders mißtrauisch, und sie wolle eine unangenehme Zollund Paßrevision vermeiden. So passierten sie beide die Grenze, famen glüdlich in Port Arthur an, und fie erzählte ihm nur noch, daß fie Französin sei, ständig in Pariz lebe und die Sorbonne besuche. Sie berabredeten, 14 Tage aufhin erschossen. Nun allerdings war der Amerikaner ernstlich in seiner Ehre getroffen, denn man hatte ihn schmählich zu Spionagedienſten mißbraucht. Und so beschloß er, unter allen Umständen zum Rendezvous zur Stelle zu sein. Er schrieb an seine Zeitung, legte den Fall dar, und man gestattete ihm die Reise nach Paris. Pünktlich um 5 Uhr am 1. Auguſt saß er im Claridge. Wie groß aber war sein Erstaunen, als schon wenige Minuten später die Dame den Saal betrat, auf ihn zuging und ihn mit unmißverständlicher Wärme begrüßte. Sie tranfen ihren Tee, sie unterhielten sich ernsthaft, und das Ende vom Liede ist ein Happy- end, das so banal ist, daß es in HollySegel streichen. Eulau mußte leider auf 2 Spieler waren, doch auch Wisterschan mußte ohne die alten Kämpen Triltsch und Schmied antreten. der 1. Mannschaft verzichten, welche verhindert Nachfolgend die Mannschaften: Wisterschan Eulau Schiktanz Braut Brett 1 Scharooh 1: 0 Gantner Brett 2 Robek 1: 0 Hübner Max Brett 3 Novotný 0: 1 Brett 4 Schramm 1: 0 Brett 5 Tesař 1: 0 Brett 6 Walter 1: 0 Schlösinger Brett 7 Eichler 1: 0 Krauspenhaar Brett 8 Havel 1: 0 Hrubý Hauschild Ergebnis 7: 1 für Wisterschan. Schon nach stündiger Spielzeit kommt W. durch den jungen, aber talentierten Nachwuchsspieler Tesař am 5. Brett in Führung. Nach längerer Spieldauer stellten die Bretter& Cha das Resultat auf 4: 0. Nachdem auch Gen. Robek stellt. An den restlichen 3. Brettern ist Eulau nicht ohne Chancen. Doch gelang es Schramm, trotzdem er eine Figur schwächer war, seinem Partner eine Falle zu stellen, und gewann. Den wood abgelehnt werden würde: in ben direifen der amerikanischen Journalisten in Paris am 2. Brett seinen Gegner durch eine schöne spricht man nur noch von der nahe bevor- Mattkombination besiegte, war der Sieg sichergestehenden Hochzeit der beiden. Sie ist tatsächlich die Tochter eines reichen französischen Seidenfabrikanten, war längere Zeit in Dit ajien, kam eigentlich mehr aus Spleen zur Spionage und hat ihrem Verlobten jest gefaworen, nie wieder ein so gefährliches Metier auszuüben. Man ist dabei sehr diskret und verrät aus begreiflichen Gründen keine Namen. ( MTR.) einzigen Gewinnpunkt erzielte Gen. Schicktanz, nachdem Novotný eine Figur unkorreckt opferte. essante Partie, in welcher Gen. Scharoch trotz eines Mehrbauern stark in Bedrängnis war. Nur beste Verteidigung konnte den energischen AnNach erzwungenem Damentausch gewann Sch. Stand 6: 1. Am Spitzenbrett gab es eine interrgriff des spielstarken Gen. Gantner abstoppen. einen 2. Bauern und damit die Partie. Schluß 2 Uhr nachm.