BUNTE WELT Nr. 47 Upton Sinclair: Von Upton Sinclair, dem großen amerikanischen Schriftsteller. dem vielleicht größten sozialistischen Romancier unferer Reit. iſt ießt ein überaus intereffantes, neues Buch erschienen: CO- OP der Weg des ameritani a ur schen Arbeitslosen Selbsthilfe. Das Buch ist in der Ueberfebung R. J. um m& von der Büchergilde Gutenberg deutsch herausgegeben worden. Wir veröffentlichen hier eines der einleitenden Kapitel dieses Buches, gewiß mit dem Erfolg, daß viele nach ihm greifen werden. Sie begann ihn über seine politischen Ans fichten auszufragen. Ist es wahr, daß Ihre Frau und Ihr Schwiegervater Kommunisten find?" ., Gewiß. Das sind fie. Ich weiß nicht, ob Sie Kommunisten fennen, Fräulein Saugus.." ,, Ein wenig, ich habe einige Freunde unter ihnen." ,, Also schön. Mit den Kommunisten ist es so: entweder man bekennt sich zu ihren Grundsäßen oder nicht. Im letzten Fall ist man ein Sozialfaschist, ein Agent der kapitalistischen Klasse, der die Arbeiter nur hereinlegen will. oder man ist eben ein Waisenknabe, der nicht weiß, was er tut. Mein Schwiegervater hat die fire Idee, daß das, was in Rußland geschehen Unterhaltungsbeilage CO- OP 1937 Sie besprachen, was man eigentlich machen[ fall von zwanzig Milliarden im Jahr, von könnte, und Soren, der Däne, erzählte von den 60 Milliarden seit Beginn der Krise. Das war Buständen in seiner europäischen Heimat. Dorr genau das Jahreseinkommen des ganzen ameri waren sie mit der Armut freilich auch noch nicht fanischen Volkes. ,, Diese Millionen Arbeitslose fertig geworden, aber sie hatten wenigstens die sind uns heute schon sicher; sie werden nie wieungeheuerliche Ungleichheit nicht, die es in der für das Profitsystem arbeiten. Aber sie könAmerika gab; sie hatten die Unterernährung der nen anfangen, für sich selber zu arbeiten. Sie Kinder glücklich bekämpft, und zwar hauptsäch brauchen nur einen, der ihnen sagt, vie es ges lich dank der großen Verbreitung von Einkaufs- macht werden muß, und etwas Kapital für den genossenschaften. Anfang. Das Land ist ja da, und an Maschinen fehlts auch nicht. Wenn sie anfangen, zu pros duzieren, dann können sie gruppenweise Tauschs handel treiben." ,, Das ist etwas, womit man das Volk dazu bringen könnte, sich selber zu helfen, und zwar müßte man damit sofort beginnen. Bis auf den ( heutigen Tag haben sich die Amerikaner um iedes kooperative System herumbrücken können, warum? Weil es viel zu leicht war, Geld zu verdienen. Aber jetzt ändern sich die Zeiten rapid. Wo ich hinkomme, rede ich mit den Leuten über Co- ops, und ich merke genau, daß die Sache sie interessiert. Man hat das Gefühl, die Sache kommt in Gang. Uebrigens ist es nichts Neues; viele Veteranen des Sozialismus sind da hindurchgegangen." Er machte ihr klar, was Amerika durch die Massenarbeitslosigkeit verlor. Jeder Arbeiter produzierte an Vermögenswerten etwa zweis tausend Dollar im Jahr, das ergab einen AusA ,, Wie würden Sie das anpacken, Herr Soren?" ..Ich habe Beziehungen zu einigen Leuten in der Stadt, meistens Arbeitern; die würden sich sicher dafür interessieren. Ich würde die intelligenteren einmal versammeln, um die Sache zu besprechen. Dann würde ich eine Orgas fation gründen und an die Arbeit gehen." Jennie war eingetreten, da sie eingeladen worden war. Sie setzte sich und hörte eine Beits lang ruhig zu, während ihr Freund ihnen die Einzelheiten einer solchen Selbsthilfeorganisation auseinandersetzte und ihnen klar machte, wie sie arbeiten würde. Schließlich sagte sie:„ Es soll welche reben, die damit schon angefangen haben. Wenigstens stand heute morgen etwas darüber in der Zeitung." Sie holte die Zeitung und las " iſt, in der ganzen Welt zu geschehen habe, und Wenn wir von Spanien bie Rotia laut vor: Eine Gruppe von Arbeitszwar aufs Tüpfelchen genau so, wie es dort vor sich gegangen ist. Ja, und er hat diese Denkweise meiner Frau eingeimpft, Tange, bevor ich aufgetaucht bin. Sie ist heute noch derselben Meinung. Ich habe mir schließlich gesagt: ,, Sig, das hat keinen Wert, da gibt es nur Streit." Verstehen Sie? Der alte Mann hatte eine Viehwirtschaft und es ging ihm soweit ganz gut. Die Kinder famen in die Mittelschule. Sie konnten sich nicht mit beiden Eltern gleichzeitig vertragen; es gab Bank..." Sig Soren fragte, ob er sie langweile. Als sie das verneinte, erklärte er ihr, zu welchen Ergebnissen er in allen diesen schwierigen Fragen gelangt war. Er habe sich immer für einen Sozialisten gehalten, aber auf den Anhängezettel habe er wenig gegeben, auch brauche man seine Ueberzeugung nicht dauernd anzubieten. ,, Alles, was geschehen muß, will ich auf eine friedliche Weise getan haben. Was ich an Gewalttätigkeiten und Grausamkeiten schon gesehen habe, reicht für mein ganzes Leben. Wir können von Rußland viel lernen in ökonomischen Fragen, aber in politischer Beziehung nichts, weil unser Volk und unsere Verhältnisse viel zu verschieden sind." ,, Mabel meinte, sie habe öfters Sozialisten geholfen, aber sie sei von ihnen enttäuscht, weil sie das Gefühl habe, daß sie keinen praktischen Erfolg haben würden." " ,, Die Amerikaner sind für den Sozialismus schiver zu haben", antwortete Sig. 8 will ihnen nicht in den Kopf, daß er eine Angelegenheit ist, die sie selber betrifft. Sie ver wechseln das dauernd mit Atheismus, freier Liebe, Bjertrinken und was weiß ich alles..." hören... Wenn wir von Spanien hören bleibt schier das Herz uns stehn, und können doch nicht wehren dem blutigen Geschehn. Können doch ihnen allen nur heiße Wünsche weihn; für eure Freiheit fallen sie heut in dichten Reihn. Und hunderttausend sterben, ihr aber übt Geduld, last hilflos fie verderben; fühlt ihr denn keine Schuld? Hört zu, wer ohn Erbarmen, den Bruder läßt in Not, der schlägt mit Knochenarmen die eigne Seele tot. Wer, jeder Qual entbunden, heut noch nach Nicht'gem frägt, wer nicht die tiefen Wunden spürt, die man Spanien schlägt, der ist nicht Mensch geworden; wir alle find es nicht es speit das feige Morden uns in das Angesicht! Wenn wir nach Spanien sehen, stockt uns des Blutes Lauf: Es zeichnet das Geschehen dort unser Morgen auf! Martin GriIL losen, die eine solche Co- op planten, wollten sich im Haus der Methodistengemeinde am nächstfolgenden Abend treffen. Der Leiter sei ein bekannter Publizist aus dem Osten, C. E. W. Day, der über genossenschaftliche Wirtschaftsformen in Amerika und Europa Studien ges macht habe. Im Interview waren einige Einzelheiten bekanntgegeben und die Theorien erläutert, auf welchen diese Organisation aufgebaut werden sollte. Herr Day führte aus, daß die ArbeitsTosen von San Sebastian in sich selbst genug Hilfsmittel hätten, um die Krise zu überwinden. Man brauche weder öffentliche noch private Wohltätigkeit an Leute zu verschwenden, die physisch noch in der Lage seien, zu arbeiten; auch hätten die Arbeitgeber nichts zu befürchten von einem Projekt, das für die Steuerzahler eine Entlastung bedeute. Alle, die zu erfahren wünschten, wie die Sache gemacht werde, seien eingeladen, sich im Kirchengemeindehaus ein zufinden. ,, Da steht's jal" sagte Sig Soren. ,, Der Mann scheint was los zu haben. Die Sache ist wert, daß man einmal hingeht." ..Ich werde ebenfalls hingehen", meinte Mabel. ,, Sind es wirklich Leute, die imstande sind, etwas aus der Sache zu machen, dann will ich ihnen gern helfen. Wieviel meinen Sie, daß für den Anfang erforderlich wäre?" ,, Das kann ich nicht sagen; es kommt dars auf an, wie viele es sind, und wie sie es ans packen. Der erste Punkt ist die Miete; sie braus ein chen irgend ein Haus, das ist klar, Lagerschuppen würde vollständig genügen, weil sie ihn selber ausbauen könnten. Dann müßte -2man wissen, welche Arbeit sie machen können,| Hauptsache wird sein, daß man aufpaßt, daß| fie brauchen, ist einer, der ihnen zeigt, wie welche Werkzeuge sie brauchen. Darüber läßt man das Geld für die Produktion verwendet und man's macht." sich nichts sagen, bevor man mit den Leuten nicht für den Lebensunterhalt während der Zeit, gesprochen hat." da man noch darüber diskutiert, wie man es anpaden soll." ,, Ich glaube, wir machen es so: ich werde hingehen und mir die Sache einmal anhören. Lohnt sich die Mühe, dann will ich gern die Miete für die ersten Monate bezahlen. Aber wovon werden sie in der ersten Zeit leben?" ,, Nicht viel anders als jezt. Viele von ihnen erhalten wahrscheinlich Unterstützungsgelder; sie haben kein Zuhause, so stehen sie Schlange um Brot. Solange sie in einer Co- rp arbeiten, sollte man ihnen nicht die Unterstüßungen nehmen, wenigstens solange nicht, bis sie etwas produ= gieren." ,, Ich weiß. Ich habe schon zugehört, wie Arbeiter versucht haben, einen Ausweg zu finden, und mir kam es vor, als würde die meiste Energie in Reden verpufft..." ..Ich glaube, diesmal werden wir es anders anpacken, Miß Saugus. Die Leute sind wirklich in Not, und sie wollen, daß etwas geschieht. Was ,, Also seien Sie ihr Führer..." ,, Das ist noch nicht so ganz sicher", sagte Sig mit einem schmerzlichen Lächeln. ,, Wahrscheinlich halten sich noch andere zur Führung berufen. Viele werden wahrscheinlich überhaupt nur mitmachen, wenn sie Führer sein können. Wir müssen eben sehen, daß wir aus dem Material, das sich bietet, das beste herausholen. Jedenfalls wird San Sebastian eine Co- op erhalten." Aber wovon werden Sie leben, Serr Der Mann, der Chinas Zopf abschnitt Soren?" ,, Das soll Ihnen keine Sorgen machen, Fräulein Saugus. Irgendwie komme ich immer durch. So um Weihnachten herum habe ich meinen Spezialtrick. Ich mache mit irgend einem Warenhaus ab, daß ich es mit Chriſtbäumen beliefere, dann gehe ich die Berge, hneide ein paar tausend Bäume und schleppe sie auf meinem Rücken in die Stadt. Damit habe ich noch jedes Jahr an die tausend Dollar verdient und das reicht dann für die nächste Zeit." ,, Aber dann werden Sie bei der Co- op nicht mithelfen können." ,, Leider nicht. Aber ich habe auf dieser Welt selten das machen können, was ich mir gewünscht habe." ,, Aber angenommen, ich würde Ihnen fünfaig Dollar im Monat geben, sagen wir sechs Monate lang, würden Sie dann nicht lieber hier bleiben und beim Aufbau einer Co- op helfen?" S3 Cherubsgesicht leuchtete auf wie einer seiner Christbäume. ,, Oh, MB Saugus, das ist zu viel! Das dürfen Sie nicht machen!" Von Peer John( London) China, das jäh überfallene, bombardierte| schnell", erzählte Sun- Yat- Sen später ,,, daß friedliche Land, steht jetzt in der angelsäch- ich nicht einmal schreien konnte". Ehe er noch fischen Welt im Mittelpunkt der allgemeinen recht begriff, was geschah, war er bereits auf Sympathie, des allgemeinen Interesses. So chinesischem Hoheitgebiet, in den Händen seikommt es, daß man sich hier in London nun ner Todfeinde. Sein Leben schien verwirkt. plößlich eines lang zurückliegenden, längst Aber die Schergen des Mandschu- Kaisers vergessenen Vorfalls wieder erinnert hat, wagten es nicht, ihr Verbrechen in Europa, einer vierzig Jahre alten lokalen Sensation, wo damals noch altväterische Anschauungen die allerdings in manchen Zügen recht zeit gemäß anmutet, in anderen freilich( und nicht zuletzt in ihrem Happy End) noch sehr altmodisch und behäbig. Man ersieht aus dieser alten Geschichte immerhin, daß es schon im guten alten 19. Jahrhundert so etwas wie ein Kidnapping politischer Gegner gegeben hat. Es war die alte chinesische Despotie der bezopften Söhne des Himmels, die sich da als Vorläuferin der heutigen Despotien, wenn auch mit weniger Erfolg, versuchte, und das Versuchsobjekt war niemand anderer als der Mann, der dazu bestimmt war, ihr späterhin den Zopf und den Lebensfaden abzuschneiden, Sun- Yat- Sen, der Vater des modernen China. über solche Dinge herrschten, zu Ende zu führen und die Exterritorialität der Botschaft durch eine Bluttat aufs Spiel zu setzen. Sie planten, ihren Gefangenen bei günstiger Gelegenheit auf ein Schiff zu bringen und ihm sei es auf hoher See, sei es durch den Scharfs richter in der Heimat den Garaus zu machen. Indessen hielten sie ihn in der versperrten Mansarde des Botschaftsgebäudes versteckt. Er wurde nicht gerade mit alt- chinesischer Höflichlichkeit, aber doch auch nicht schlecht behandelt, bekam sogar Pinsel und Papier zum Schreiben. Und in unbewachten Augenblicken warf der Gefangene eng beschriebene Zettelchen, adressiert an seinen Freund Dr. Cantlie, durch die Gitterstäbe seines Fensters. Doch der Londoner Herbstregen zerweichte sie, ehe fie in der einsamen Straße jemand aufgelesen und gelesen hätte. ,, Aber natürlich kann ich das machen. Was ich auch gäbe, es fäme zuletzt immer in die Hände einer bestimmten Person, und ich finde, einem Organisator den Lohn zahlen, ist genau Sun- Yat- Sen, damals noch nicht ganz so wichtig wie irgendeine andere Ausgabe. Denn dreißig, ein Jahr vorher aus China geflohen, ich nehme an, die Arbeitslosen wären sehr ver- wo er nach absolviertem Medizinstudium in Aber in dem chinesischen Hause gab es legen, wenn sie diesen Lohn aus ihrer eigenen Hongkong in ein revolutionäres StudentenTasche auslegen müßten. Was ich für mich selber komplott verwickelt gewesen war, das seine eine englische Aufräumefrau, eine Mrs. Ho= nicht brauche, würde ich der Co- op selbstverständ- Kameraden mit dem Kopf hatten bezahlen ward, deren Name von rechtswegen in die Ges denn sie war es, die lich gern zur Verfügung stellen. Meine erste müssen, noch gar nicht berühmt, aber von den schichte eingehen sollte Pflicht ist, Ihnen den Unterhalt sicherzustellen, Würdenträgern des taiserlichen China schon dem fünftigen Befreier Chinas das Leben gedamit Sie sich mit den Problemen der anderen als revolutionärer Feuergeist gehaßt und ge- rettet hat. Sie merkte irgendwie, daß in dem beschäftige können, anstatt mit Ihren eigenen. fürchtet, lebte zu dieser Zeit in London und Hause etwas vorging, was ängstlich geheim Ich habe zufällig ein Vermögen, das ich leider studierte Rechtswissenschaften. Er hauste in gehalten wurde. Das erregte ihren detektivinicht selber verdient habe, und es läßt mir wirk- einem bescheidenen Stübchen im altersgrauen schef Spürsinn oder vielleicht auch nur ihre jedenfalls tam fie in lich keine Ruhe, bis ich nicht etwas Nüßliches Gemäuer des Gray's Inn, jenem seltsamen weibliche Neugier damit angefangen habe. Es ist bei weitem nicht, lofter" der Rechtsgelehrsamkeit, in dem wenigen Tagen dem Geheimnis auf den so viel, wie man sich das allgemein vorstellt, damals ein ,, Chin, Chin, Chinaman", wie Grund und brachte auch heraus, daß der aber es reicht, um auf diese Weise zit helfen, die man zu Sullivans noch funkelnagelneuer mysteriöse Gefangene da oben sich von Dr. ich vorgeschlagen habe." Cantlie Hilfe erwartete. ,, Nun, das ist ja wirklich außerordentlich nett von Ihnen, und ich sage nicht Nein, denn Tatsache ist, daß auch ich darauf versessen bin, etwas zu unternehmen, anstatt ruhig dazusißen und zuzuschauen, wie Menschen verhungern, oder von Wohltätigkeit leben, was sie nur noch mehr herunterbringt." ..Also, gehen Sie morgen Abend in diese Versammlung und sehen Sie zu, was die Sache taugt. Ich werde mit einer Freundin hingehen. Wenn es sich lohnt, den Leuten zu helfen, dann gebe ich Ihnen ein Zeichen. Sie stehen dann auf un sagen, daß Sie jemand ennen, der bereit ist, zu helfen, der also bereit ist, die Miete für die ersten sechs Monate zu zahlen und der auch noch für andere Ausgaben bis zu zweihundert Dollar aufkommen würde." ,, Das könnte geradezu über Erfolg oder Mißerfolg des Unternehmens entscheiden. Mit veihundert Dollar kann eine Gruppe von armen Teufeln schon eine ganze Menge anfangen. Die Medolie trällerte, und noch dazu einer in europäischer Kleidung, einen weit selteneren und seltsameren Anblick bot als heutzutage. Er hatte einen einzigen europäischen Freund in London, den früheren Professor am englischen Spital in Hong- Kong, Sir. James Cantlie. Der wohnte im nahen Westen, in dem vornehmen Aerzteviertel um die Harley Street, und Sun- Yat- Sen ging oft, ihn zu besuchen. Auf seinem Wege hatte er Portland Place zu freuzen, eine breite Palaisstraße, heute noch sehr still und sehr vornehm, und damals wohl erst recht. Eines der Häuser in Portland Place ist heute die Botschaft der Chinesischen Republik. Damals war es die Kaiserlich Chinefische Botschaft.( London ändert sich nicht.) Eines Morgens im Spätherbst ging SunYat- Sen wieder zu Dr. Cantlie. Als er die chinesische Botschaft passierte, öffnete fich mit einem Ruck das Tor, zwei baumlange Kantonesen stürzten heraus, pacien ihn und schleppten ihn in das Gebäude. Es ging so " So kam es, daß Dr. Cantlie, als er eines Abends spät nach Hause kam, unter seiner Wohnungstür den folgenden Brief fand: ,, Ein Freund von Ihnen wird in der Chinesischen Botschaft gefangen gehalten. Sie wollen ihn nach China bringen und ihm dort den Kopf abschlagen. Das ist sehr traurig für den armen Mann, und wenn nicht sofort etwas geschieht, so wird er fortgebracht werden und niemand wird etwas davon wissen. Ich kann meinen Namen nicht unterschreiben, aber das ist die Wahrheit. Sie müssen sofort etwas tun, sonst ist es zu spät. Sein Name ist, glaube ich, Sin- Yin- Sen. Noch in derselben Nacht eilte Dr. Cantlie auf die Bezirks- Polizeistation, zeigte den Brief und verlangte, daß ihn zwei Polizeioffiziere auf die Botschaft begleiten mögen. Aber seine Erregung begegnete amtlichen Gleichmut. Es sei nicht Aufgabe der Londoner Polizei, wurde ihm bedeutet, sich darum zu fümmern, was in Edgar v. Hartmann:^llt J&g(l bei den sibirischen Steppenvölkern Kampf mit Gefahr und Tod— Bärenjagd mit langen Dolchen— Pelztiere in der Falle einem fremden Lande vorgehe, auch dann nicht, wenn das betreffende Stückchen fremden Lan» des nur wenige Schritte von der Polizeistation entfernt fei; Dr. Eantlie habe-war feine Pflicht erfüllt, daß er den Vorfall zur Kenntnis der Behörden gebracht hatte— mehr aber könne weder er tun, noch sie selber, die zuständige Distriktspolizei. So leicht war Dr. Cantlie nicht abzuspeisen und am nächsten Morgen erschien er tn Scotland Aard. Scotland Uard war bereits informiert, die Bezirkspolizeistation hatte die Anzeige immerhin weitergemeldet; aber im übrigan sagte Scotland Yard.mit ein bißchen anderen Worten das gleiche, was man in der Nacht vorher gesagt hatte: eS handle sich um ein exterritoriales Gebäude, um die Angelegenheiten eines fremden Landes, da könne man nicht eingreifen. Die reinste Nicht-Jn- trrventionS-Politik vor vierzig Jahren! Glücklicher Weise war Dr. Tantlie ein Mann mit Beziehungen, die sich auch in das Außenamt erstreckten, und einer seiner Freunde dort berichtete den Vorfall dem damaligen Premierminister Lord Salisbury. Lord Salisbury fand eine salomonische Lösung: er beorderte die Londoner Polizei zwar nicht in das exterritoriale Gebäude, aber er postierte zwei kräftige„Bobbies" just davor mit dem strengen Auftrag, das Tor scharf im Auge zu behalten und Personen. Kisten oder Bündel, die etwa herauSgebracht würden, eingehend zu inspizieren. Jndeffen waren auch schon die ersten Nachrichten von dem Vorfall in die Zeitungen gedrungen, Gerüchte liefen um von chinesischer Folter, chinesischen Giften im Herzen Londons— und die Entführer Sun-Nat-SenS hielten eS für geraten, ihr Spiel verloren zu geben, bevor eS für sie selber zu ernst werden mochte. Am zehnten Tage seiner Gefangenschaft verließ Sun-Aat-Sen die Botschaft als freier Mann. Er hatte seinen Kopf gerettet, diesen wunderbaren Kopf, in dam das neue, das junge China schon vorgebildet war, deffen erster Präsident und dauernder Heiliger der Mann werden sollte, der ihn trug; diesen kostbaren Kopf, auf dem die Kaiserlich Chinesische Regierung wenige Jahre später einen Preis von hunderttausend Pfund setzen sollte und den sie doch nie mehr in ihre Gewalt bekam. In der Botschaft der Chinesischen Republik in der Portland Street in London aber wird das kleine Mansardenzimmer oben wie ein Heiligtum bewahrt. Darin steht das rostige Eisenbett, in dem der Dr. Sun zehn Tage geschlafen hat, ein kleines, aus Weidenruten geflochtenes Tischchen, ein wackliger hölzerner Seffel. An der Wand aber hängt ein Jugendbild Sun-Uat-SenS und darunter, geschrieben in zierlichster chinesischer Kalligraphie/ ein Gedicht deS gegenwärtigen chinesischen Botschafters, Seiner Exzellenz Quo-Tai-Chi, das daS peinliche Erlebnis des„Befreiers der vierhundert Millionen" weit poetischer schildert alS ich es hier vermochte.... Alle praktischen Menschen suchen die Welt handrecht zu machen, alle Denker»allen sie kopfrecht haben. I. W. Garthe. Intellektuelles Erkennen ist kalt, Wille ist heiß. Mit Gedanken und Warte» zeugt man kein» Söhne. Mit der größten intellektuellen Klarheit bleibt man untätig, wenn nicht irgend etwas hinzutritt, um die Handlung inS Leben zu rufe«, etwas der göttlichen Eingetnng ähnliches, die dem Künstler einen Schauder van Freude und Wanne durch die Ader« jagt. B. C r 911, Sibirien, dieses Land, daS zehnmal größer ist als das europäisch« Rußland, ist in allen seinen Teilen ein Dorado für den Jäger. Ob in Nord oder Süd, ob in West oder Ost, Großwildjäger, Pelzjäger und Fischer, jeder findet da in den unübersehbaren Weiten im Sommer wie im Winter seine Beute. Allerdings ist die Jagd in den weiten Steppen und in der Tundra und Taiga nicht so leicht und so einfach wie bei uns. Da kann man sich nicht Sonntag morgens auf die Bahn setzen, um so bequem zweiter Klaffe zwei bis drei Stunden in das Jagdrevier zu fahren, sich dann dort ein gutes Jagdfrühstück geben zu laffen, um sich von der anstrengenden Bahnfahrt zu erholen, und darauf angenehm gestärkt durchs Revier pirschen. Jagd in Sibirien bedeutet gleichzeitig, alle Zivilisation hinter sich laffen und als wirklicher Jäger Wind und Wetter, Eir und Schnee, Strapazen und Gefahren der Einöde auf sich zu nehmen, wochenlang unter freiem Himmel in der Steppe oder nur in einem primitiven Zelt im Winter bei oft fünfzig Grad Kälte und meterhohem Schnee, im Sommer bei Regen und Sandsturm zu hausen. DaS ist daS Leben der Großwild- und Pelzjäger, deren Beruf tagaus tagein Gefahr bedeutet. Oft zieht so ein Jäger mit seinen Kameraden hinaus in daS unendliche, weiße, glitzernde Schweigen und kehrt nie mehr zurück. Ein Schneesturm hat ihn begraben und in der heißen, aber kurzen Sommerzeit bleichen die Gebeine dieser Verschollenen; nur ein Kolkrabe krächzt, auf den Knochen für Augenblicke ausruhend, sein Totenlied in die unheimliche, geheimnisvolle Stille der Landschaft. Das ist daS Schicksal und das Leben der erfahrenen Pelzjäger. Ist die Jagd bei den Steppenvölkern nicht so gefahrvoll? Man kann sagen: Ja und Nein. Ob Tunguse oder Wogule, ob Tschuwanze oder Jukagire, sie alle üben die Jagd noch mit den primitivsten und einfachsten Mitteln wie vor Jahrhunderten aus. Und gerade weil diese Stämme nicht die Waffen besitzen wie wir, ist eine Jagd auf Großwild fast immer mit Opfern verbunden. Hier hat sich nun der Eingeborene zu helfen gewußt. Ist in irgendeiner Ansiedlung ein Pferd oder ein anderes Stück Vieh vom Bären geriffen worden,— derartige Fälle kommen im Winter sehr oft vor,— so versammeln sich die erfahrensten Männer des Dorfes am nächsten Tage, um dann mit dreißig oder vierzig Mann dem Bären auf den Pelz zu rücken. Ehe sie aber ausziehen, um den Räuber zu erlegen, wird erst der Schamane(Medizinmann, Priester) befragt, ob die Jagd glückt oder nicht. Meist versteht der Schamane, von dem ja sowieso Glück oder Verderben des Stammes abhängt, die Sache so zu drehen, daß, wenn der Bär tatsächlich heimgebracht wird, er daS Fell erhält. Es kommt vor, daß in der darauffolgenden Nacht wieder ein Stück Vieh des Stammes von dem Bären geriffen wird und— ausgerüstet mit allen möglichen Waffen und notdürftigem Proviant, zieht nun die Jagdgesellschaft endlich am nächsten Tage hinaus. Die Ausrüstung ist derartig einfach und primitiv, daß man sich immer wieder fragen muß: wie'ist es nur möglich, mit solchen Waffen überhaupt einem ausgewachsenen Bären oder einem Rudel Wölfe von einigen hundert gegenüberzutreten? Denn eine richtig-: Büchse oder Schußwaffe hat selten einer von ihnen. Und wenn, dann nur ganz alte Vorderlader oder Donnerbüchsen, die eher den Jäger zu Boden werfen als den Bären. Die meisten von ihnen haben einen langen Speer. Dieser Speer besteht aus einem drei Arschin terwa 1,20 Meter) langen, sehr hartem Holzstab und an dem einen Ende dieses Stabes befindet sich eine etwa fünfundzwanzig Zentimeter lange, dreiseitig gekerbte Eisenspitze, die sehr scharf ist. Dieser Speer ist die eigentliche Waffe, die von allen Seiten auf den Bären eindringt, wenn er von den Steppenhunden gestellt ist. Rich« selten ist Meister Petz ein alter erfahrener Kämpe, und ehe ihn da» tödliche Eisen seiner Verfolger trifft, gelingt es ihm, durch die ihn einkreisende Kette der Jäger zu entfliehen, wobei er nicht selten noch einige Mann niederschlägt... Der Tag ist weit vorgeschritten, die Jäger haben sich zu weit vom Dorfe entfernt, und sind gezwungen, an einer geschützten Stelle in der Nähe spärlichen Unterholzes bei starkem Frost, in ihre Pelze gehüllt, zu übernachten. Oft wird die Nacht von hungrigen Wölfen gestört, di« das notdürftig durch ein kleine» Feuer erhellte Lager heulend und zähnefletschend, dabei gierig nach Beute ausschauend, umkreisen. Froh, daß die endlose Nacht vorbei ist, wird die Verfolgung deS Bären bei Tagesanbruch wieder ausgenommen; Meister Petz aber hat vielleicht den Rest der Nacht dazu benutzt, seinen Hunger an dem gerissenen Stück Vieh zu stillen und den Rest in Sicherheit zu bringen. Tagelang baue« manchmal so ein« Jagd, bis dann der Bär doch endlich erlegt wird, nicht, ohne vorher Tote und Verwundete zu hinterlaffen. Anders dagegen ist die Jagd auf Pelztiere. Hier arbeiten die eingeborenen Jäger mit Fallen, die sie aus Holz und Baumrinde Herstellen. Eine primitive Schmiede am Rande der Taiga liefert diesen Urwaldjägern ihr Werkzeug. Anders ist die Jagd auf kleines Raubzeug und Vögel, in diesem Fall« arbeiten sie nur mit Schlingen. Auch daS graue sibirische E'chhörn» chen, deffen Fell als Feh in den Handel kommr, wird mit Schlingen gefangen. Auch die Jagd auf daS Hermelin wird mit der Schlinge unternommen. Dieses Tierchen ist derart scheu, daß es nur in der Nacht aus dem tiefen Schnee an die Oberfläche kommt. Die Schlinge, die zum Fang deS Hermelins bestimmt ist, muß ungewöhnlich stark fein, da das kleine Tierchen sehr scharfe Zähne besitzt und sich schnell aus seiner Gefangenschaft befreit. Mit den selbstgeschmiedeten Fallen wird auch der Kolonokmarder,«in Verwandter des Nerz, gefangen. Dies« Fallen sind sehr schwer, da sie auS einem Ring und zwei gekerbten Bügeln bestehen. All« diese Pelztiere, die der Eingeborene fängt, braucht er in erster Linie für sich— Hit seine Kleidung. Einen Teil aber verkauft er an die Händler, um dafür die notwendigsten Gebrauchsgegenstände zu erhalten. Es ist selbstverständlich, daß er bei diesem Geschäft von dem Händler' betrogen wird. Doch nichts ist ungestraft. Auch im Urwald waltet der rächende Arm. Ist e» einmal bekannt geworden, daß der Händler seine Waren zu verschiedenen Preisen eintauscht, so ist der Eingeborene auf ibn schlecht zu sprechen und der Betrüger darf sich nicht mehr bei ihm sehen laffen. Jagd in der Steppe— Jagd in der Taiga — Jagd in nordischer Wintereinsamkeit. Nicht zmn Vergnügen pirscht der Jäger in diesen Ge- BIBLIOTEK Copyright P. I. 8 Box 6 Copenhagen sagte der Schalter. Die Glühbirne warf weißes Licht durch den Raum. Meine Blicke flizzten durch das Zimmer. An der Tür blieben sie hängen. Dort stand sie eine große schwarze Kaße. Miau", sagte sie etwas fläglich. Kurt Doberer. Schach ins Volk SCHACHAUFGABE Nr. 366 Von Franz Tepper, Karlsbad ( Original). Schwarz: Kel, Lg5, Sb4, d6, Bb7, e3, h6.( 7) a b c d e f gh 8 7 6 5 4 3 2 1 a 8 7 9 3 9 2 3 UPUT Adamson der Bücherwurm Natter! bieten, sondern aus nadter Lebensnotwendig- ter auf der Decke über meinem Körper? Eine feit. Mit den einfachsten Mitteln ist er gezwungen, seinen Lebensunterhalt zu suchen, und sein Leben dabei für sich und die Seinen aufs Spiel zu setzen. Nie wird es diesen von der Zivilisation weit entfernt lebenden Menschen einfallen, aus reiner Gier zu jagen. Die Kleopatrakatze Um Tee zu kochen, war ich zu müde. So trank ich das Nilwasser wie es war. Flüchtig dachte ich dabei daran, daß ich mich eigentlich im Hospital gegen Typhus impfen lassen müßte. Wie Spülwasser schmeckte diese schale Brühe von fünfundzwanzig Grad. Achtlos warf ich meine Strümpfe den schweren Stiefeln nach. Dann streckte ich mich auf dem niederen, zu kurzen Feldbett aus. Ein wenig döste ich noch vor mich hin. Abdul der Nigger und Ibrahim der Araber hatten mir heute mit viel Gesten von den Vipern er zählt, die sie draußen bei Viktoriastation er schlagen hatten. Sandvipern, ein tödlich giftiges Geschmeiß, und dazu kroch auch noch allerhand anderes Viehzeug aus dem Sumpfgürtel, der um die Stadt liegt. Als letztes vor dem Einschlafen spürte ich. wie alle Tage, den verfluchten Koffergriff der Feldbettverlängerung an meinem Hinterkopf. * Ich war wach. Wach bon etivas Unangenehmen, Häßlichem. Eine Gefahr war im Zimmer. Ich lag still, noch mit geschloss senen Augen. Als ich sie aufschlug, sah ich nichts als die Zimmerdecke. Durch das Fenster fiel flutendes Mondlicht. Die weiße Rückwand der Moschee drüben wirkte wie ein Spiegel. Das Fenstergitter zeichnete lange verschnörkelte Schatten über Wände, Tisch und Stuhl. Es war fein Stäubchen Schlaf mehr in meinem Blute. Ich war wach, kalt und klar. Wenn ich mich rührte, stieß sie zu. Millimeter um Millimeter hob ich den Kopf. Die aufgerollte Decke vor meinem Gesicht schützte mich vor dem Biß. Aber sie hinderte mich zugleich, das Reptil zu sehen. Ich mußte sie jedoch sehen. Mühsam hob ich den Kopf noch ein Stückchen höher. Mit einem fleinen Ruck hatte ich einen Blick über die Decke werfen können. Benommen ließ ich den Kopf wieder zurückſinken. Nein, das war keine schwarze Natter mehr, dieses schwere, dunkle Bündel. Es mußte die Kleopatra fein, die afrikanische Kobra. Meine Wenn sie zustieß, war ich tot. Hände, meine Arme lagen hilflos an den Körper gepreßt. Leise spürte ich das Geschiebe in den Ringen. Hatte sie sich aufgerichtet? Es war entsetzlich, dazuliegen und nichts zu sehen. Immer das Gefühl: num stößt sie zu. Aber nicht rühren, das war mein einziger Minuten, Schuß gegen sie. So lag ich da Stunden, eine Ewigkeit. Ich hatte kein Gefühl mehr für Zeit. Es schien mir, als läge ich schon Monate und Jahre so still. Immer dazwischen wieder die leisen Bewegungen des Reptils. Kam sie? Schaukelte sie schon über meinem Gesicht? Die Augen wagte ich nicht mehr zu öffnen. Die tanzende Schlangenzunge, die glasig toten Vipernaugen. Ich glaubte wahnsinnig zu werden. Ich mußte etwas tun, ich mußte mich befreien. Und wenn sie biß. Boll um Zoll, unendlich langsam zog ich die Hände höher. Es dauerte Ewigkeiten, bis ich sie in der Höhe meines Gesichts hatte. Meine Hände, als sie nun am Rand der Decke lagen, zitterten leicht. Noch einen Augenblick. Mit kurzem Ruck hatte ich die Die Nerven angespannt lag ich still. Die Decke emporgerissen und das Bündel von mir Brust war mir so eng. Nun spürte ich ihn, geschleudert. Mit einem Sprung war ich an Meine Finden dumpfen Druck. Ein schweres Bündel der gegenüberliegenden Wand. lag da, spiralgerollt und lebend. Eine Nat- ger tasteten nach dem Schaltergriff. Anads, & b c d e fgh Weiß: Ke2, Da7, Tfi, h8, Lal, b3, Sb6, h3, Ba4, d7, e7.( 11) Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoch, Drakowa 32, Post Modlan, einzusenden. Lösungszug zu Nr. 363: Dg7- g3! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Dinnebier Emil, Tetschen; Tepper Franz, Karlsbad; Nitsch Rosa, Trupschitz; Hyna Josef, Hostomitz; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Schöffel Anton, Schöbritz; Schöpka Josef, Komotau: Ulbert Rudolf, Prosetitz, Walter Ludwig, Steinwitz Hans, König Anton, sämtlich Kwitkau; Geißler Josef, Alt- Serbitz; Berger Josef, Klein- Augezd; Havel Franz, Modlan; Triltsch Gustav, Wisterschan. Partie Nr. 142. Sizilianisch. Gespielt am 14. September 1937 zu Baden, Weiß: Schwarz: Eliskases. Keres. 1. e2- e4 2. Sg1- f3 3. b2- b4 Weiß spielt Schwarz sollte zu schlagen. c7- c5 d7- d6 c5xb4 auf Beherrschung des Zentrums, lieber mit Sf6 fortsetzen, statt 4. d2- d4 Sg8-16 5. Lf1- d3 d6- d5 6. Sb1- d2 d5xe4 7. Sd2xe4 Sb8- d7 8. Se4- g5 Dd8- c7 9. c2- c4 h7- h6 10. Sg5- h3 11. Sh3- g1 g7-85 Lf8- g7 Der fünfte Zug mit diesem Springer und doch kein Tempoverlust, sondern nur Schwächung der schwarzen Königstellung. 12. Sg1- e2 13. Se2- g3 14. 15. 0-0 e7- e5 0-0 e5- e4 Sg3xe4 Endlich verschwindet das widerliche Roß, welches bel den 15 Zügen achtmal Schwarz halt jedoch positionell wieder nichts ergezogen wurde, von der Bildfläche. reicht. Sf6xe4 15. 16. Ld3xe4 De7xc4 17. Le4- d3 Dc4- d5 18. Tfl- el g8- g4 19. Sf3- h4 Sd7- b6 20. Tal- bl Lc8- d7 21. Tel- e4 Tf8- e8 22. Te4- f4 Dd5- d6 23. Lc1- d2 Sb6- d5 24. Tf4Xg4! Ld7xg4 25. Dd1Xg4 Dd6-16 26. Sh4- f5 Kg8-3 27. Sf5Xg7 Df6Xg7 28. Dg4- h5 Sd5-16 29. Dh5- h4 h6- h5 30. Tb1Xb4 Ta8- c8 31. 32. h2- h3 Tb4- b5 Tc8- c7 Te8- e6 Erzwungen, es drohte 32. Lb4+, Kg8?; 33. Tg5. Der Textzug ermöglicht aber einen eleganten Abschluß. 33. Th5Xh5! und Schwarz gibt auf, da das Matt nur durch Figurenopfer zu verhindern ist. Von dem jungen Meister Keres wunderbar gespielt. serem 2500***