コ 18 n BUNTE WELT Nr. 9 Oskar Baum: Unterhaltungsbeilage Die Träumerin Das Zimmer war ausgefühlt, da nebenan| würde, wie sie in dem Hausrock, dem Wolltuch nirgends geheizt war und die Kinder, die leicht- und den alten Hausschuhen aussah und bat ihn, finnigen, den ganzen Tag hin- und herflogen doch Platz zu nehmen. Er habe sicher seine und die Tür nicht schlossen. Gründe für die Zeit des Besuches und es habe ja überhaupt nichts zu sagen. Eva saß in ein altes Wolltuch gehüllt beim Ofen und flicte Wäsche. Draußen fiel immer noch dicht, gleichmäßig und geräuſchloß der blasse Schnee, so daß sich die Fenster mit matter Däm merfarbe vom Dunkel abhoben. Sie wunderte sich über jedes Wort, das sie herausbrachte. Es tvar ihr unmözich, einen Gedanken festzuhalten. ..Ja, es hat seine Gründe, natürlich!" Eva mußte wieder an Dr. Freyberg benfen. Es war ihr unbegreiflich, wie der arme Der Doktor faß schon, immer noch im Mensch so leben konnte. Er wußte ja, daß seine offenen Mantel, der sich bei jeder Körverb- weFrau ihn betrog und auslachte. Er hatte keine gung heftig hin- und herlegte, und den eiligen Freunde, gar keinen Verkehr, nur geschäftlich Ernst noch erhöhte, den das Gesicht und die zers fam er mit Menschen in Berührung. Wenn er freuten, nachlässigen Bewegungen des Doktors frei waz oft schon hatte das die Bedienerin hervorriefen... Nönnen Sie mir vor allem..." erzählt sobald ihn keine Arbeit mehr abhielt, begann er. Er unterbrach sich leise, auf die saß er bei seinen Büchern oder auch stundenlang Türen des Nebenzimmers deutend: Schlafen rezungslos rauchend vor seinem Schreibtisch, Ihre Geschwister schon?" mit seinen fräftigen dunklen Augen, ohne etwas zu sehen. Er ließ da wohl Erinnerungen oder Pläne vorbeiziehen, denn manchmal lächelte er ohne Grund und manchmal hatte er Tränen in diesen ausdrucksvollen Augen. Nun ja, sie begriff, daß das vielleicht von Zeit zu Beit über einen fommen mochte, aber Bücher und Erinnerungen fonnten einem doch nicht das Leben ausmachen?! Es läutete. Eva dachte, der Vater habe den Schlüssel vergessen. Im Vorzimmer mischte sich eine fremde Stimme mit der des Dienstmädchens, und nach ein paar turzen Schritten fiopfte es an die Tür. Erschroden fuhr Eva auf. Wer lonnte das denn sein? Was sollte sie tun? Ein Besuch um diese Stundel Sie hatte ihre älteste Hausbluse unter dem unmöglichen Großmuttertuch. Aber vielleicht war es nur ein Geschäftsdiener oder ein Schneiderlehrling. der etwas für den Water brachte? Sie erinnerte sich nicht„ Herein!“ geſant zu haben, als die Tür aufging und der Hausberr, Dr. Freyberg, in Mantel und Hut herein frat und sich vor ihr verbeugte. Eva zudte ausammen, als wenn nun ein Unglück geschehen müßte. Es flirrte ihr vor den Augen. Vielleicht hatte der Vater schon einige Male feinen Zins gezahlt. Er kam mahnen, fündigen, delogieren. Welleicht auch hatte er den Vater jetzt unten in feiner Wohnung in feinem Bett gefunden, hatte ihn totgeschlagen und kam, es ihr schonend beiaubringen. Vielleicht sie war ganz verwirrt vom Schreden. Dr. Freyberg war noch nie in ihre Wohnung gekommen. Sie batte ihn öfters schon auf der Treppe gefehen, hatte manchmal in feiner Kanzlei mit ihm über Ofenrepara turen, Wasserleitungsdefekte und andere Mieterbeschwerden geschäftlich verhandelt; fie batte fich da immer getvundert, wie überaus liebenswürdig und zuvorkommend er gegen fie aewefen war, während er doch allgemein als rüdsichtslofer. furz angebundener Geschäftsmann galt. Eva nickte. Der Doktor schwieg aber auf einmal und fah vor sich hin, mit seinen Zähnen an den Lippen hin und herbeißend. Tann begann er langfam, wurde im Neden ruhiger und lächelte später sogar, machte bei den aufregendsten Stellen eine so überzeugte beruhigte Miene, daß sich Eva in einer rätselbaften freien Sicher heit fühlte, im Sonderbarsten so leich zurechts fand und einfache feite Entschlüsse mit einer Selbstverständlichkeit faßte, wie sie ihrer Natur sonst nicht eigen war. Ballsaal am Morgen Von Martin Grill Durch offne Fenster strömt des Morgens Frische. In einer Ede wird der Saal gekehrt. Die Kellner stellen Stühle auf die Tische und gähnen müd, weil es ja niemand stört. Im Nebenzimmer hocken ein paar Gäste und fingen laut..Nach Saufe hn wir nicht..." nf feuchten Tischen leren Gläserrefte und schale Dünste wehn und ins Geficht. Papierner Unrat beckt den glatten Boden auf dem bis früh der Gäste Schar geftavft; im Separé veripürt man noch die Boten, die sie bei einem Glase Bier verzapft. und zwischen Bändern, Karten, Flaschenfcherben liegen paar Blumen, die ein junger Mann vom Faschingsmut beschwingt, im Liebewerben dem Mädchen gab;-fie nahm fie lächelnd an. Der Qualm der Nacht hängt noch in den Gardinen. In einer Effe liegt ein trunker Mann. Sogar die Wände haben trübe Mienen und schau'n das wüste Durcheinander an. er Doftor stand immer noch mit dem Die letzten Gäste gehn, und was die Guten Hut in der Hand vor ihr und entschuldigte sich hier übriglaffen, türmt sich beld zuhauf. ausführlich wegen der so späten Stunde. Sie mit Besen, Eimer und mit Wasserfluten vergaß aus Angst vor dem, was nun kommen räumt man das Schlachtfeld ihrer Freuden auf. | 1938 ,, Wo wollen wir anfangen?" begann er. Kennen Sie das Verhältnis meiner Frau zu Ihrem Vater? Ja. Ich sehe es Ihnen an, ich wußte es auch, daß es Ihnen bekannt ist. Aber das gehört nicht hieher, wir haben heute Wichtigeres vor. Meine Frau-- ich habe seit Jahren feine Frau mehr- Ihr Vater ist daran zum geringen Teil schuld. Ich will: hn überhaupt nicht verurteilen. Er ist ein lustiger Winver. Er ist zu jung für seine große Tochter und für seine gefegnete Anzahl Kinder. Er ist ein Mensch, der sich das Leben für andere nicht beschneidet. Wer will sagen, daß er unrecht hai? Aber Sie, Fräulein Eva, Sie werden von diejem Manne um Ihr Leben gebracht, sehen Sie das nicht? Er hat Ihnen die Ueberzeugung ein geimpft, daß Sie sich für den Haushalt und für die Kinder opfern müssen. Sie sind aber zu gut, Sie sind zu frisch und jung für eine so unrettbare Verfümmerung!" ..Wozu ist er hergelommen?" dachte Eva staunend, das ist doch immer noch eine Eins leitung" und sie sagte: Ich kann noch nicht sehr verkümmert sein, wenn Sie mich im glei chen Atem so frisch und jung finden. Uebrigens bin ich nichts weniger als schön und es liegt für häßliche Mädchen eine große Verführung darin, daß ein unabwendbarer fremder Grund sie zwingt, den Freuden der Welt zu entsagen." ,, Das sagt sie so ohne weiteres?" dachte er. Er wunderte sich voll Anerkennung und das blasse, aber kräftige Gesicht mit vortretendem Sinn und hellen eifrigen Augen schien ihm fo mit ihrer Natur im Zusammenhang, daß er sich sie gar nicht anders, gar nicht schöner denken fonnte. ., Was Sie an Ihrem Aeußern auszusetzen haben, möchte ich doch gern wissen?" wies er iie zurecht, aber wir schweifen damit wieder zu sehr von unserer Angelegenheit ab. Würden Sie nicht vorziehen die Freuden der Welt jang ungerechnet in eine Stellung einzutre ten, in der Sie anderen mindestens so viel wre hier bedeuten und sich- na- faffen wir es lieber so: Sie sind hier der ordentlichen ver nünftigen Entwidlung zweier famien im Wege, weil Sie das Unvernünftige, wo es sich zeigt, mit mehr als gewöhnlicher Anstrengung auszugleichen fuchen." ..Ich?" „ Es wird ein Unglüd, wenn Sie darin fortfahren. Sie erziehen, überwachen, unterrichten meine Kinder und Ihre Geschtvister, als wenn das eine Familie wäre. Sie brauchen darüber nicht zu erröten Ih weiß es längît, wenn ich auch noch so wenig zu Hause bin. Meine Kinder sind hier oben mehr au Sause als unten in meiner Wohnung. Leugnen Sie eậ richt; es ist nur zum Teil Ihr Verdienst. Sie machen es meiner Frau und Ihrem Vater AU leicht, fich ledig und frei in der Welt zu wäb nen. Die beiden meinen jetzt sicherlich, daß sie nur überwundene ethische Begriffe, Vorurteile nerlegen, aber feine fattifchen Pflichten, nah, dem alles tabellos wie am Schnürl weitergeht. Kommen Sie, Fräulein Eva, fommen Sie mit mir, aber jetzt gleich! Es ist nicht die mindeste Romantik babcil Ach bringe Sie in eine Qamilie, in der Sie Ihrem Gefühls- und Gedankenkreis begegnen werden, meine Familie, die schon auf Ihr Kommen vorbereitet ist." ,„Ich versiehe. Sie wollen hier alles verwaist lassens" JD, meine Kinder bleiben ihrer Mutter und Ihre Geschwister dem Baier. Verwaist fr waren sie bisher." „Aber die Gerichte, die Gesetze? Wenn Sic Ihre Frau verlosten und mich gleichsam—" Sie Errötete.„Wie sagt man doch in den Zei- tungsnotizcn? Entführen?" Er lächelte:„Ich bin Advokat, Fräulein Ebai" „Ja, ja, ich bin ganz unerfahren. Sie verübeln es mir doch nicht..." „Jetzt, während wir hier sprechen, sind meine Detektive daran, alles zu sammeln, was ich zur gesetzlichen Scheidung brauche. Sorgen Sie sich nicht. Ich werde alles so einrichten. Laß den beiden kein anderer Ausweg bleibt als einander zu heiraten." Er schmunzelte schadenfroh und schlug die Hände auf die Knie:„Das Gute soll belohnt ai- Lai Böse bestraft werden. Wir machen eiue Hochzeitsreise noch Griechenland."®r erhol sich und legte die Hände aut ihre Schultern. Eva sah vor sich hin.„Rein, es ist nicht beleidigend, daß er mir solcher Bestimmtheit annimmt, ich würde mitgehen", dachte sie. ,Lch erwarte keine Liebe", sagte er her- medergebeugt und die Spitze feines Schnurrbarts streifte ihre Wange,„aber ich weiß, daß ich sie finden werle, daß ich alles beisammen finden werde, was ich von einem Weibe wünsche. erträume. Ach Gott, ich kenne Sie ja so gurk" „Kein, es ist durchaus nicht beleidigend", sagte sie sich eindringlich. „Sie brauchen auch gar nichts von dem zu hören, was ich da sage und können irgendjemand heiraten, den Sie im Kopfe haben..." Eva stand auf. Fast hätte sie an seinen, noch immer herabgeneigten Kopf geswßen, so plötzlich und ohne Borbereitung geschah es. .Kleine Packereien, keine Toilettengeschichten; was sollt Ihnen ein?" Er hielt sic am Arm fest, weil sie sich ins Nebenzimmer gewandt hatte. „So wie ich bin?" fragte sie zaghaft. .Natürlich, nur einen Mantel herum, weil es schneit." Noch einmal blieb sie stehen.„Sie werden sich nach Ihren Kindern sehnen; auch in Griechenland." „Ja, wie Siel Und wenn wir zurückkom- men, werden wir nicht hochmütig sein und schließen Frieden mit den Sündern, sobald sie nur mürbe sind und das Leben zu verstehen beginnen. Und dann find wir alle glücklich wie am Ende eines Märchens.. Eva fuhr zusammen. Es läutete seht heftig und anhaltend. Sie ließ da» Nachthemd fallen, das sie eben in der Arbeit hatte und eilte hinaus. „Ich stehe da gute zehn Minuten i Ich dachte schon, die Klingel sei verdorben. Wo ist denn da» Dienstmädel? Wirtschaft!" Wütend stieß der Bater den Schirm in die Ecke und warf die Tür zu. ,Lch habe drin Wäsche ausgebessert; es ist diesmal so viel zerristen und ich Ivar so in die Arbeit vertieft..." „Auch eine Arbeit!" brummte der Baier. Wenn Ihr Frauenzimmer nur einen Tag so viel zu tun hättet wie unsereins... Und er ging direkt ins Schlafzimmer. /.Zehn Minuten!" dachte Eva und nahm ..•re Arbeit zusammen, um auch schlafen zu gehen.„Sollte ich das Ganze in dem Zeitraum leit seinem ersten Klingeln geträumt haben?" Sie träumte den ganzen Lag, ob sie kochte. nähte oder spazieren«ging. Aber in gel/n Minuten!... Und so zum Greifen deutlich, als wenn sie wirklich geschlafen hätte. Eie untersuchte dar Nachthemd. Ja, zwei große Riffe In dem psychiatrischen Fragebogen zur Inielligenzprüfung lautet eine Frage: Welche» ist der Unterschied Mischen Lüge und Irrtum? Jeder vollgeistige Mensch von normaler Intelligenz antwortet darauf, daß die Lüge eine wiffetttlich falsche Aussage ist, während der Irrtum zwar- auch eine Unwahrheit enthält, aber unwiffentlich. Die Lüge ist aber unlösbar noch mit einer moralischen Wertung verknüpft: wiffeNtlich die Unwahrheit sagen, ist ein Unrecht." Die Schwere des begangenen Unrechts hängt von den Umständen ab. So gilt eine Lüge, die unter besonders feierlichen Umständen, unter Berufung auf Gott, die Ehre oder die Gesundheit- seiner Nächsten ausgesprochen wird, als schwere» Verbrechen und große Sünde; e» ist der Meineid oder das gebrochene Ehrenwort. Dagegen gibt et alltägliche Lügen, die im Umgang schon zu einer unvermeidlichen Notwendigkeit geworden sind, die gar nicht inS Gewicht fallen; daS sind die konventionellen Lügen. Man sagt so leicht zu jemandem:.ES hat mich sehr gefreut. Eie zu sehen!", selbst wenn es einem ganz gleichgültig, ja vielleicht ausgesprochen unangenehm war. Man unterschreibt einen Brief mit.Hochachtungsvoll", auch wenn der Inhalt des Briefes alles anderes alS Hochachtung ausdrückt. Außerdem aber gibt eS noch Formen von Lügen, die man sogar moralisch hoch, wertet. Man tröstet einen Schwerkranken über die Gefahr hinweg, indem man ihm bewußt falsche Dinge berichtet, andere Untersuchungsbefunde angibt, niedrigere Temperaturen, anderes Gewicht vortäuscht. Auch im politischen Leben gibt es Lügen, die von einem großen Teil der Menschheit als berechtigt empfunden werden. Wenn also die bewußte Unwahrheit im Dienste eines ethisch für.hochwertig angesehenen Zieles gesagt wird, dann.heiligt der Zweck die Mittel", wie der jesuitische Grundsatz lautet-' Ist also schon innerhalb der ztveifellos bewußten Lüge die Bewertung sehr verschieden, so wird das Urteil noch unsicherer, wenn man in Betracht zieht, daß es ein Ztoischengebiet gibt, in dem Unsicherheit, schlechtes Gedächtnis, rege. Phantasie, Beeinflußbarkeit durch die Umgebung und durch die Fragestellung eine wesentliche Nolle spielen. Wie oft hört man jemanden sagen, oder muß man selbst sagen:.Ich hätte schwören können, daß das so ist!" Es gibt sogar ein krankhaftes Lügen, das in der älteren Psychiatrie all.Pseudologia phantastica", als phantastische Lügneret bezeichnet wird. Diese Menschen lügen nicht, um irgendeinen Borteil zu erreichen, sondern ihre Phantasie spiegelt ihnen allerlei, meist für sie schmeichelhafte Dinge vor, die sie ausschmöcken und weiter erzählen. Sie glauben mindesten» halb und halb an ihre Phantastereien. Sie leben sich manchmal so in ihr« Erzählungen hinein, daß sie beim besten Willen nicht mehr unterscheiden können, was sich nun eigentlich wirklich zugetragen hat, und was ihrer Phantasie entspringt. Ich kannte eine große, hochbegabte Dichterin, die über ihr Borleben die seltsamsten Dinge zu erzählen wußte. Niemand, sie selbst wohl auch nicht, hätte angeben können, ob sie an shre Geschichten glaubte oder nicht; ob ihre hatte sie daori geflickt. Befriedigt blickte sie eine Welle in» Licht, ehe sie es verlöschte. Sie be griff jetzt, daß Bücher und Erinnerungen ein Leben auSmachen können. Phantasie mit ihr durchging, oder"ob sie einfach log. Hier war besonders deutlich zu erkennen, wie echte dichterische Phantasie in naher Berührung mit bürgerlicher Lügenbaftigkeit stehen kann. Wo die Phantasie im Spiele ist, sind schon beim Erwachsenen die Fäden außerordentlich schwer zu entwirren, aus denen ein Lügengewebe gesponnen ist. Beim Kinde liegen die Berhälmiffe noch viel schwieriger. Hier ist die Erinnerungsfähigkeit noch nicht so auSgebilbet, da» Afsektleben spielt eine viel größere Rolle, und die Bewußtheit der einzelnen Akte hat noch nicht-die Klarheit, die wir für eine moralische Bewertung einer Unwahrheit voraussetzen. Für das Kind ist viel eher etwa» subjektiv, wahr, was objektiv ganz falsch ist. Da» Kind kommt viel leichter alS der Erwachsene zu echten Erinnerungstäuschungen. Zwar hat daS Kind schon in sehr frühem Alter, wie au» den Arbeiten von William Stern besonders llar hervorgeht, die Fähigkeit, einzelne Eindrücke mehr oder weniger lange festzuhallen, e» fehlt aber noch lange die Begrifflichkeit und die richtige chronologische Ordnung. So kommt daS Kind"oft dazu, Lücken seiner Erinnerung durch Phantasiegebilde auszufüllen. Bon einer bewußten Lüge können wir ent dann reden, wenn mit der bewußt falschen Aussage die Absicht der Täuschung verbunden ist. Ferner muß diese Absicht zum Ziel Haden, sich einen Vorteil zu verschaffen oder einen Nachteil zu vermeiden. Aber abgesehen von der llnvoll- kommenheit der kindlichen ReproduktionSsäbig- keit ist auch zu bedenken, daß eine so klare Zielsetzung beim Kinde eigentlich eine Seltenheit ist. Wie eS mit allen Dingen de» Leben» spielerisch umzugehen gewohnt ist. so geht eS auch mit seinem ErinaerungSschatz spielerisch um. So sind phantastische klebertreibungen und Ausschmückungen durchaus nicht immer moralisch als Lügen zu betoerten. Eltern und Erzieher muffen sich hüten, die von Kindern gesagten Unwahrheiten mit dem Moßftabe der Erwachsenen zu messen. Die moralische Bewertung einer falschen Aussage ist im allgemeinen besonders hart, weil man von dem Kinde das Bild der reinen Unschuld bat. Der Kontrast zwischen dem häßlichen Laster des LiigenS und dem Ideal der kindlichen Unschuld ist besonder» kraß. JnMischen haben wir unter anderem aus der Psychoanalyse gelernt, daß dieses Ideal des unschuldig reinen Kindes nicht existiert. Die kindlichen Seele ist vielmehr besonders„verdorben", wenn wir an sie fälschlicherweise— den Maßstab einer Ethik der Erwachsenen legen. Das Kind bekommt erst allmählich durch die Erziehung die Hemmungen, die eine moralische Haltung auSmachen. ES ist aber dnrchau» unrichtig, diesen Maßstab anzulegen; das Kind in seiner primitiven Triebhaftigkeit ist jeuseitS des Gegensatzes von gut und böse. Sicherlich gibt ei in einem vorgeschrittenen KindeSalter echte Lügenhaftigkeit, die zu bekämpfen ist. Hüten wir uns aber davor, da» Kind in eine Skrupelhaftigkeit hineinzusteigern, in der es seine unbefangene Sicherheit verliert. Hüten wir un» auch davor, dem Kinde seine Phantasie zu nehmen, die für den Aufbau feine» Leden» durchaus wichtig ist. Lügt das Kind? Von Nervenarzt Dr. Ernet Jolowiez Die Löcher im Mantel Von Georg Ruseler Christus wandelte wieder über die Erde. Niemand jah ihn; denn es war Nacht, und alle schliefen, die sich seine Jünger nannten. Er flopfte an die Kirchentüren, aber niemand tat ihm auf. Doch als er über die Friedhöfe ging, gab es ein Rascheln und Flüſtern tief unter dem Rasen; denn die Toten sind feinhöriger als die Lebenden. Er aber streďte seine Hand aus und rief beschwörend: Schlaft weiter, ihr Toten, es ist noch nicht Zeit; der Tag der Auferstehung ist zwch nicht gefommen". 3 Die ideale Gattin Von Gustav Bode, Wien ,, Du solltest heiraten", bemerkte Arthurs Mama zum achtzehnten Male in diesem Jahre. Man muß doch nicht auf die große Liebe warten! Es ist viel vernünftiger, in aller Ruhe seine Wahl zu treffen, um dann zu sehen, gb man dem betreffenden Mädchen ebenfalls gefällt." Arthur seufzte. Selbstverständlich darfst du mir:.icht mit irgend so einem loketten Ding daherkommen, das nichts im Kopf hat als den eigenen Mann zu belügen und fremden Männern zu gefallen." ,, Nun... was hälft du von Beate?" ., Beate? Ich habe den Namen nie von dir - Jit fie nett?" gehört. Arthur prang auf.., Mutti, ich war ja ein ,, Hast du jemanden bestimmten im Auge, Narr, daß fie mir nicht früber eingefallen ist! Von Beate wirst du geradezu begeistert sein!" Er lief mit großen Schritten im Zimmer lächelnd auf und ab. Mama?" Nun kam er in das Weichbild einer riesen,, Nein, mein Kind. Suche dir irgendein großen Stadt. Da löste sich aus dem Dunkel der ersten Häuser eine furchtbare Gestalt und trai nettes, hübsches Mädchen aus gutem Haus, das nicht den ganzen Tag Bridge spielt und nur ihm majestätisch in den Weg. über Hüte redet." ,, Wer bist du, daß du mich nicht eintreten Taffen willst in das, was mir gehört?" fragte „ Ich bin's", war die Antwort,„ der mit dir auf der Höhe des Berges stand und dir alle Reiche dieser Welt versprach". Christus sagte: Du bist nicht mehr au fürchten; ich habe dich besiegt, als ich am Streuze starb, und was ich von dir nehmen wollte, habe ch dennoch befomen: mir diesen alle Reiche dies fer Welt“. Aber der andere erwiderte: Heiland, du irrſt, dir dienen nicht alle Reiche dieser Welt". Da blidte des Heilands Auge ganz milde, und er sprach: Wenn ich meinen Mantel bon der Schulter nehme, und ich breite ihn aus, so tann ich damit die ganze Erde bedecken". Jener rief dagegen:„ Du fannst nicht einmal diese Stadt damit zudeden, die sich hier riesenhaft ausdehnt zu unseren Füßen". Christus erwiderte fein Wort; aber er brettete seinen Mantel aus, und es war, als Zämen ihm tausend Engel zu Hilfe, die trugen und zogen und zupften, bis der Mantel wirklich die ganze Stadt bededte. Dann lächelte er und sagte: ,, Du siehst, daß ich die Wahrheit sprach". Da lächelte auch der andere, und der Triumph der Hölle leuchtete aus seinem Blid: ..Folge mir zu jenem Hügel". Und als sie auf dem Hügel ftanden, ftredie er feine Hand aus:„ Sieh hin, Himmelsfönig, dein Mantel hat Löcher bekommen, weil man ihn zu stark gezogen hat. Er dedt wirklich nicht einmal diese Stadt". So sprach er und schied von dannen. Und Christus sah lange hinab mit schmerzTichem Blid; er ward gewahr, wie aus den Lōchern des Mantels die Kuppeln der Theater und Sterntvarten, die Effen der Fabriken und die Türme der Kirchen und Dome emporragien zum Simmel. Dann schied auch er von dieser Stätte, und man hat nicht gehört, daß er seit iener Stunde wieder auf Erden wandelte. Rundfunkgymnastik? Ja, aber mit Maß! Gerda scheidet also aus, ebenso Lily? weißt du Mutti, ich fürchte, daß keine einzige meiner Bekannten deinen ſtrengen Anſprüchen genügen wird!" Mama war empört. Ich bin gar nicht ſtreng! Ich möchte nur eine Schwiegertochter, die kein verkleideter Mann ist. Dieſe Mädeln, die den ganzen Winter in Stihofen oder Russenstiefeln und den ganzen Sommer in Shorts umherlaufen, sind natürlich gräßlich." Arthur lachte.„ Das geht auf Käthe und Evelyn nicht wahr?" Gewiß! Die sind auch keine Frauen für dich! Ich hasse diese geschminkten, dauergetvellten Wasserstoffblondinen." Arthur nickte schmunzelnd. Wasserstoff? Ruth würde toben, wenn sie dich hörte! Arme Ruth! Die ist also auch dankend abgelehnt?" Die alte Dame beschäftigte sich intensiv mit ihrem Lorgnon. Du hast eben einen unmöglichen Verkehr, lieber Junge! Diese Frau Doktor ist ja auch scheußlich! Wie kann eine Frau nur Leichen sezieren?!" „ Kathrin mißfällt dir also auch?" stellte Arthur fest und zündete sich nachdenklich eine Zigarette an. ..Ja. Und Sophie ebenfalls, diese schredliche, rechthaberische, eisig falte Intellektuelle! und Nina, die ununterbrochen raucht und schon ganz gelbe Finger davon bekommen hatſelbſt, ist das nicht grauenhaft?" - fag' ,, Mama, ich glaube beinahe, daß es feine Frau gibt, die dir gefallen wird." ,, Man muß nur ernsthaft suchen!" Mama war bereits ärgerlich. Rundfunlamateure beim Turnen nach dem Gymnastikfunk plöglich verschieden sind. Damit foll natürlich nichts gegen den Gymnastikfunk gefagt sein, aber wer nach ihm turnen will, soll vorerst prüfen, ob er die erforderlichen Vorausschungen erfüllt. Wer zum Beispiel das fünfte Jahrzehnt überschritten hat, soll nach Angaben dieſes Beate wird dich entzüden! Sie iſt hildschön; sogar die Hausbesorgerin findet sie reis zend. Klatsch hört fie fich gleich gar nicht an. Nie hat fie ein böses Wort über ihre Freundinnen gefagt. Hüte und Kleider intereffieren sie abſolut nicht. Dabei ist fie immer ausnehmend hübsch angezogen. Birklich, Mutti, Bease wäre die ideale Frau für mich! Bridge kennt fie gar nicht. Von Sport hat sie keinen blauen Dunst. Am liebsten geht sie täglich um acht Mhr schlafen." Arthurs Mutter hörte aufmerksam zu. Dieses Mädchen schien ihr wie geschaffen für Arthur, der begeistert schwärmte:„ Ich habe Beate noch nie geschminkt gesehen! Einmal ertappte ich sie sogar, als sie die Puderschachtel ihrer Schwester zum Fenster hinauswarf." Mama war entzüdt! „ Ein ſympathisches junges Mädchen. Sag": einmal, Junge, warum lerne ich fie nich: fennen?" Arthur machte ein befümmertes Geſicht. Sie kommt äußerst wenig in Gesellschaft. Sie ist noch furchtbar jung. Und das ist eigentlich auch der Grund, trarum ich mich nicht entschlies Ben fann." ,, Du mußte dich entschließen, Arthur, auf jeden Fall! Schlimmstenfalls wirst du eben ein paar Jahre auf fie warten. Das macht doch nichts. Wie alt ist denn diese bezaubernde fleine Beate?" -3 Arthur legte die Hände zärtlich auf die Schultern seiner Mutter. Sie ist zwei Jahre alt, Mama. Nur in diesem Alter find Mädchenso, daß sie ihren zukünftigen Schwiegermüttern gefallen. Wem also die gymnastischen Nebungen nach dem Rundfunk Beschwerden bereiten, tut gut daran, einen Arzt aufzusuchen und sich beraten zu lassen, ob er die Uebungen fortieren soll. Für die übrigen Rundfunkliebhaber aber wird der Gymnastikfunt nach wie vor eine Quelle dez förperlichen Ertüchtigung bleiben. Dr. L. T.( MTP.). Der Beweis Arztes feine lebungen machen, die ihn zivingen, Alle fünſtlichen Mittel zur Erhaltung der fich auf dem Boden auszustreden, und soll es Gesundheit können sich an Wirksamkeit nicht mit vermeiden, den Kopf bis zu den Hüften hinabsystematisch betriebenen Leibesübungen ver- zubeugen, Ganz allgemein soll man es vermeigleichen. Der Rundfunk hat sich gewiß ein den, sofort beim Erwachen mit den Nebungen zu Von Rudolf Schwannecke großes Verdienst um die Förderung der Volts- beginnen. Während des Schlafens funktioniert Die Bäuerin wurde als Rengin aufgerufen. gesundheit erworben, als er den Gymnastikfunk der Blutkreislauf in verlangsamtem Tempo. Er..Frau Marie Hadpfiffel, Sie sind als einführte. Die große Zahl der Rundfunklieb- braucht etwa 20 Minuten nach dem Erwachen, Beugin geladen. Es handelt sich um den Fall, haber, die täglich nach diesem Gymnastikfunt ehe er seine volle Leiſtungsfähigkeit erreicht. in dem der Angeklagte den Heinsberg geschlas turnen, find übrigens der beste Beweis dafür, Alse muß man auch solange mit dem Beginn daß er einem wirklichen Bedürfnis des Puder Turnübungen warten. Aeltere Leute tun blikums entspricht. Doch muß man, wie in allem, auch mit der Rundfunkgymnastik Maß halten, wenn man Schaden verhüten will. In der Pariser Akademie für Medizin hai ein Arzt die Mitteilung gemacht, daß mehrere überhaupt gut daran, nicht morgens zu turnen, fondern ihre Uebungen am späten Nachmittag zwischen vier und sechs Uhr zu absolvieren. Lei der gibt es um diese Stunde in der Regel aber feinen Gymnaſtiffunt. gen haben foll. Was wiffen Sie darüber?" Die Hadpfiffel Marie, wenig erbaut, vor Gericht erscheinen zu müssen, ist noch einige Grade störrischer als sonst. Endlich druct fie heraus:„ Wir hatten balt Heurigen getrunken und waren ganz zufrieden. Da hab ich gehört, wie es auf einmal geklatscht hat und wie ich Schach ins Volk Schachaufgabe Nr. 38. Von Rudolf K1ötzig. Groß- Prieson, Schwarz: Kd5, Lb5, d4, Sfi, Bd6, et, e6, h2.( 8) bc 3 您 7 6 5 1 Copyright P.1.8. Box 6 Copenhagen Rh 8 6 ② Bill Adamsons aui der Fuchsjagu ., Nein, nur gehört hab ich's", lautete die Antwort. „ Gehört, gehört! Das ist kein Beweis. Sehen muß man so etwas. Ohne daß Sie es gesehen haben, kann ich den Angeklagten nicht berurteilen. Sehen Sie sich." ち bcde Weiß: K17, Da3, Tg6, La8, Sc6. Ba2, bt.( 7) Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoch, Drakowa 32. Post Modlan, einzusenden. Lösungszug zu Nr. 377: Dg3- c7! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Nitsch Rosa, Trupschitz: Boutschek Hilde, Franzendorf bei Reichenberg: Beutel Wilhelm. Arnsdorf bei Tetschen: Tepper Franz, Karlsbad; Amler Rudolf und Dinnebier Emil, Teischen: Schöffel Anton, Schöbritz; Bartl Rudolf und Schaffer Heinz, Kleische; Rudek Peter. Brüx; Koukal Franz, Prag- Straschnitz; Habl Erwin, Chimiak Theo. Freundl Anton, Holfeld Otto. Lohmüller Hans, Schindler Robert. Tyle Lady, sämtlich Nestersitz; Strache Karl, Klötzig Rudolf, Richter Heinrich, Pfeiffer Ernst, Richter Oswald. Strache Rudolf, sämtlich Groß- Priesen; Ulbert Rudolf. Prosetitz: Schöpka Josef, Dux; Mildner Karl, Teplitz: Keßler, Förster, Nausch, Hermann, Srb. Sieh. Benesch, Wakladal. Frisch. Tausik. Hampl, Richter. Loos, Edel, sämtlich Schachsektion Teplitz: Hyna Josef, Hostomitz; Skarwada Franz und Scharoch Franz, Wisterschan: Berger Josef, Klein- Augezd; Havel Franz, Modlan. Bezirksserie im Bezirk Teplitz. Mit dem Spiel Zuckmantel gegen Teplitz II. gewann mit 4: 1 Punkten. Die Teplitzer Reservemannschaft hätte sich dem Spielverlauf nach ein besseres Ergebnis verdient. wurde die 1. Runde abgeschlossen. Zuckmantel aufblicke, da sehe ich, wie dem Christian ein mismus. Während der nächsten fünf Partien Auge blutunterlaufen ist. Sonst tveiß ich nichts." aber beobachtete er mit wachsender Nervosität, „ Sie haben nicht geschen, wie der Ange-.. wie Aliechin erwachte". Dann riß er sich zusamHagte zugeschlagen hat?" forschte der Richter. men und spielte die 10. bis 15. Partie mit größter Erbitterung und Konzentration. Nach der 15. Partie begriff er die Gefahr und machte die äußersten Anstrengungen, um den Vorsprung Aljechins einzuholen. Als ihm dies nicht gelang, verlichen ihn die Nerven, und er gibt zu, daß er nach der 20. Partie völlig deprimiert war und selbst an seine Aussichten nicht mehr geglaub hat. Er bekennt, daß das Turnier ihm selbit die wesentlichsten Fehler feiner Spieltechnik flargemacht habe. Seine Kombinationen seien nicht hundertprozentig eraft, er mache auch gelegentlich sehr grebe Fehler, namentlich wenn er ermüde, und vor allem könne er sich nicht entschlies Weiß: Zimmermann. Ben, auf Remis zu spielen, wenn eine Partie Hoffnungslos stehe. Euive erklärt, und das zeugt für seine Loyalität, daß seiner Meinung nach Auf 4..... es? folgt 5. e4! und Sc3. Aljechin nicht nur ein starker, sondern der weit aus beste Schachspieler der Welt ist. Er selbit würde faum vor fünf Jahren daran denken kön nen, einem solchen Meister den Titel wieder zu lianischen Partie, welche ihm ein festes und sollentreißen. Hackpfiffel Marie fehrte dem Richtertisch beleidigt den Rücke. und lachte schallend heraus, daß der Zuschauerraum widerhallte. ..Eine Inverschämtheit!" donnerte der Richter. Für diese Ungebühr haben Sie eine exemplarische Strafe zu erwarten. Warum haben Sie gelacht?" ... gelat? Daß ich nicht lache!" ,, Na, zum siudud, ich habe doch eben gehört, daß Sie geladj. haben!" ,, Das gilt nicht, Herr Richter, nicht nur hören-feben muß man es, das haben Sie vorhin selbst gesagt", grinst die Marie scha denfro und die Zuhörer stimmen in ein fröh= liches Lachen ein. Der Richter, selbst dem Lachen nabe, schloß eiligst die Verhandlung, womit auch der Aft ,, Ungebühr vor Gericht" nicht weiter behandelt wurde. Schachmeister Partie Nr. 150. Gespielt am 10. November 1937 im Vereinsturnier in Eichwald. Sizilianisch. 1. e2- e4 2. Sgl- 13 3. d2- d4 4. St3xd4 Schwarz: Gahler. c7- c5 Sb8- c6 e5xd4 Sg8-16! d7-46 a7- a6 7-86 5. Sbl- c3 6. h2- h3 7. Lf1- e2 Schwarz wählt die Drachenvariante der Sizides Spiel gibt. L18-87 من 8. Le1- e3 9. 0-0 10. a2- a3 11. Dd1- d3! Gewöhnlich stellt man die 11.: 12, 12-14 13. Sc3- d1 14. c2- c3 Lc8- d7 Tas- c8 e7-6 S16-8 Aljechins Selbstbekenntnis ist wesentlich zu rückhaltender. Der Weltmeister zieht es vor, das Spiel feines Gegners mit dem der anderen gro- Dame auf d2. Jetzt konnte ganz gut 11... Se5: ßen Schachmeister zu vergleichen. Der Haupt- 12. Dd2- Tes: 13. 14- Sc4; 14. Lxe4 TXc1; 15. fehler von Euwe besteht nach Meinung Aliechins Dd3- Dc7 mit Vorteil für Schwarz geschehen. darin, daß dieser viel zu großer Theoretifer iſt Seine Hauvtitärfe aber liegt im Eröffnungsspiel, und Aljechin gibt zu, daß er vor dem Turnier forgfältigit alle Partien, die Eutve gespielt batte durcitudierte, um gegen seine Eröffnungen gewabbnet zu sein. Sein Sieg gelang ibm im toefentlichen darum, weil er frühzeitig erfannte. daß Ente Neberraschungen nicht gewachsen ist. Er babe darum feine einzige Partie streng theoretisch geſpielt. ( MTP) über sich selbst Im ,, Manchester Guardian“ veröffentlichen auf Aufforderung der Redaktion Eutve und Aljechin ihre Selbstbeobachtungen während des großen Turniers um die Schachweltmeisterschaft das bekanntlich mit einem eflatanten Siege Aljechins geendet hat. Die Veröffentlichungen find namentlich pſychologiſch intereſſant, und in Leset und verbreitet die diefer Beziehung bat Euwe über seine Gefüble sehr offenherzig gesprochen. Bis zur fünfter Partie war er völlig selbstsicher und voller OptiARBEITERPRESSE! 15. c3xd4 16. Dd3- d2 17. Dd2xe2 18. Sd1-12 19. S12- ht Sc6xd4 Stärker war Sa5! Ld7- b5 Lb5Xe2 Se8-16 S16-5 T18- es 20. 14-15? Dieser unbedachte Vorstoß bringt Weiß in eine mißliche Lage. Nach 20. g4- S16; 21. D13 und Sg3 stand W. gut. 20. 21. e4X15? 22. Tf1- f e6X15 Lg7xd4 Dd8g5 Die doppelte Fesserung von König und Dame wird energisch ausgenützt: es folgte noch 23. Tal- el Te8Xe3!; 24. T13xе3 Tc8- e8; 25. - Te8Xe3: 26. De2xe3 Ld4xe3t: 27. Telxe3 Dg5x15t: 28. K12- el Df5- bit! und Weiß gab auf. ( Anmerkungen von Bernhard Gahler, Eichwald.)