Nr. 10 Unterhaltungsbeilage 1938 Im Kai II pf mit Nebel und Wind Von Ferry Rocker Täglich berichten bie Zeitungen von Re- kordleistungeit auf dem Gebiete der Luftfahrt. Dreißig, vierzig Tage ununterbrochen in der Luft. Reue Weltrekorde, SchnelligkeitS- und Höhenflüge, dazwischen ein Todes stürz— und man liest darüber hinweg. „Ich fliege morgen mittag-»ach London, bin aber übermorgen wieder in Wien".— Heine Verwunderung, kein ehrfürchtiges Staunen. Alles, was früher unerhörtes Wagnis n>ar, ist heute zur Selbstverständlichkeit, zu einer jeder Sensation entkleideten Tatsache geworden. Auf den Straßen der Großstädte bleibt niemand mehr stehen, wenn die Silhouette eines Flugzeuges am Hinuuel austaucht. Wer spricht heute groß von den Leistlingen uikserer Verkehrspiloten?„Ter Flugzeug, sührer P. hat heute seinen 500.000. Kilometer zurückgelegt." ktaum wird es noch ertoädnt in den Zeitungen, lind im Kreise der Kameraden wird eine kleine Rede auf den Fl»igkapitän P. gehalten, man drückt ihm die Hand, und am nächsten Morgen klemmt er sich wieder in die Kiste. Wind fällt ihn an, der Rebel, Regen — er sitzt an der Steuerung und fliegt. Die Maschine schwankt im Sturm, Böe:» trommeln gegen die Tragflächen. Flugzeugführer P. und sei» Bordmouteur starren auf das Jnstruinen- renhrett, lauschen auf den Pulsschlag der Motoren. Sie stiegen und bringen ihre Passagiere sicher auS Ziel. lieber hundertundfünfzig Jahre sind verstrichen seit der Geburtsstunde der Montgol- fiece, dreiunddreißig seit dem ersten Aufstieg des Motorflugzeuges der Brüder Wright. Im Meere und unter der Erde rachen unzählige Opfer. Sie starben vor dem Siege, und sie starben nach dem Siege. Sie wurden hinunterge- schleudert durch die Tücke des Wetters, durch die Schäden des Materials. Sie starben, und andere traten an ihre Stelle. WaS der eine nicht zwang, schaffte der andere. Und jetzt geht es unaufhaltsam vorwärts. Aber— wird man nicht vielleicht in hundert Jahren über unS lächeln, über unsere schmucken Maschinen, so wie wir heute über den Mann lächeln, der einst ein Buch schrieb über die Kunst, einen „Luftballon durch Adler zu regieren?" Wer kann das wissen? Eines jedoch wissen wir: wir können fliegen! Und um dieses Wissen ist viel Freude, Arbeit und Stolz. Die erste Luftreise über den Kanal ES war an einem sehr kalten Jännermorgen deS Jahres 1733. Rebel schwelte um Dover-Castle. „Bon jour, Monsieur Jefferies!" „Good morning, Mr. Blanchard!" Zwei Männer begrüßten sich, dann gingen sie. Arm in Arm, auf das FelSplateau, wo Mechaniker mit der Füllung eines großen Ballons beschäftigt waren. Tie Hülle blähte sich auf, rüttelte an den Fesseln und gegen Mitrag, als sich der Rebeldunst verzogen halte, und die Sonne auf die weißen Felsen schien. wiegte sich die große Gaskugel im Winde. Immer mehr Zuschauer strömten herbei. Freunde der Lufrfahrer, Abgesandte der Behörden. Dem französischen Luftfchiffer Blanchard wurden dicke, versiegelte Schreiben übergeben. Er nahm sie mit ärgerlicher Miene in Empfang. Dann verstarite er zwei Korkwesten, eine Flasche Branntwein, eine französische und eine englische Fahne in der Gondel. Ein Uhr! Blanchard und Jefferies besteigen das Traggerüst. Die Arbeiter lockern die Seile, der Ballon hebt sich. Ein Heller Pfiff, u:»d ruhig gleitet die Gaskugel in die Höhe. Hüte werden geschwenkt, die englische Fahne entfaltet sich im Wind. Höher und höher steigt der Ballon. 30 Minuten, 40 Minuten. 30 Minute»». Die Luftjchifser befinden sich ii» der Mitte des Kanals. Segelschiffe gleiten unter ihnen hinweg. Blau schimmert das Wasser herauf. Plötzlich bemerken die Luftschiffer, daß der Ballon sinkt. Blanchard gibt den ganzen Ballast ab. Der Ballon schnellt wieder in die Höhe, llnd mit einem Male sehen sie toeit, weit hinter dem Wasser einen feinen schwarzen Strich— die französische Küste. Eine Stunde und dreißig Minuten befinden sie sich bereits in der Luft. Schon können sie die einzelne»» Dörfer an der Küste unterscheiden, schon sind Häuser und Bäume zu erkennen, lichtüberflutet liegt Frankreich vor ihnen. Ta beginnt dec Ballon abermals zu fallen. Die Kugel Wer den Lustschiffern schcmnpft zusammen und sinkt so schnell, daß Blanchard und Jefferies alles aus der Gondel tverfen. Die Fahnen, die Anker m»d Taue, Bücher und Briefe. Sie schleudern auch noch die Korkroesten über Bord, Röcke und Hosen. Vor Frost zitternd, klammer»» sich die Aeronauten an die Seile, bereit, auch noch die Gondel abzuschneideu. Aber der Ballon steigt wieder, schwebt schnell der Küste entgegen. Blanchard und Jefferies sind gerettet! Ilm drei Uhr befinden sie sich über Calais. Sie sehen die Menschen aus den Häusern stürzen. IefferieS winkt wie besessen mit beide« Händen. In» Walde von Guines, zwischen hoch- wipfelnden Bäumen, sinkt der Ballon zu Boden. Blanchard- reißt das Ventil auf, die Hülle schrumpf» zusannnen. Als die Reiterkalvakade, die den» Ballon folgt, nachdem er über dem Festlande schwebre, in den Wald eindringt, findet sie die vor Kälte zitternden, halbnackten Aeronauten. Man reicht ihnen Decken, lleberröcke und bringt sie im Triumph nach Calais. Auf der Landungsstelle der Charliere wurde später ein Denkmal errichtet. „Unter der Regierung Ludwig XVI. ist im Jahre 1783 der Franzose Jean Pierre Blanchard in Begleitung des Engländers John Jefferies au» 12. Tage des Monats Jänner,»nn zwei lkhr nachmiitags ans dem Kastel von Dover mit einer Flugulaschine in die Höhe gestiegen. Die Meerenge zwischen England und Frankreich hat er als erster überwunden und sich nach zweistündigem Fluge durch die Luft an dieser Stelle niedergelassen. Die unerhörte Kühnheit belvundernd, haben die Bürger von" Guisnes dieses Denkmal gesetzt". Bleriot fliegt nach Dover Einhnndertvierundztvaiizig Jahre späier. Durch Saugarte, einem Marktflecken von 2000 Einwohnern, rasten in der Rächt vom 24. zum 23. Juli einige Autos. Bor einem Flugzeugschuppen»nachten sie halt. Kkapptiiren dokterten zu Boden. Zwei zierliche Eindecker»ourden aufS Feld gerollt. „Bon sour, Monsieur Lathan»!" „Good mornin", Mister Bleriot!" Zwei Männer begrüßten sich, zwei Konkurrenten. Jeder will als erster über den Kanal. Vor sechs Tagen erst war Latham gestartet. Schnell hatte sich sein Antoinette-Ein- decker in die Höhe geschraubt und war bann, nicht weit von der französischen Küste, ins Meer gestürzt. Am 25. Juli sollte der Versuch wiederholt werden. Bleriot läßt den Propeller anwerfen. Der Motor arbeitet einwandfrei. Aber das Wetter, das Wetter! ES ist böig, ei», leichter Sprühregen rieselt herab. Latham steht mißmutig neben seiner Maschine und raucht eine Zigarette. Um vier Uhr klärt sich der Himmel auf. Bleriot zieht über seinen blauen Arbeitskittel einen Tweed-Anzug und darüber noch eine gefütterte Jacke. Er ist etwas nervös. Hat weder gegessen noch, getrunken, alle seine Gedanken sind auf den Flug gerichtet. Plötzlich klopft er seinem Freund Leblanc auf die Schulter.„Los!" Der Propeller knattert, die Maschine rast über den Boden, fliegt. „Ich begann meinen Flug ruhig»md gleichmäßig über der Küste. Das Torpedoboot„Es- copette" hat mich gesehen, es geht mir Volldampf voran und macht vielleicht 42 Kilometer pro Stunde. Ich überhole es in einer Höhe von 80 Metern. Zehn Minuten find vorüber. Der Torpedojäger liegt hinter mir. Ich drehe mich, um zu sehen, ob ich in der rechren Richtung fliege und bi:» verblüfft. Es ist nichts zu sehen, weder der Torpedojäger, noch Frankreich, noch England, ich sehe nichts. Zehn Miun- ieu lang habe ich meinen Weg verloren. Es ist eine seltsame Lage. Allein, ohne Kompaß in der Lus», inminen des Kanals zu sein. Ich rühre nichts an meiner Maschine. Ich lasse den Aeroplan seinen eigene»» Kurs nehmen. Zwar»» zig Minuten nach meinem Aufstieg sede ich die grauen Kliffs von Dover, das Schloß, und im Westen den Fleck, wo ich zu landen beabsichtige. Was soll ich tun? Der Wind bat mich offenbar ans meinem Kurs gebracht, jetzt ist der Augenblick gekommen. zu steuern. Ich drücke dm Hebel mit meinem Fuß u»ri> drehe leicht nach Westen. Die Richtung verlassend, in der ich bisher subr. Jetzt habe ich mi sächlich Schwier'gkeiteu, denn der Wind an den Kli-fs Ist bieI stärker, uiii> meine Fahrtgeschtoinvkg- leit wird geringer. Ser Wind erhebt sich wieder. ich sehe eine offene Stelle im Kliff, und obgleich ich überzeugt bin, daß ich noch 1J4 Stunden fliegen, ja, dass ich sogar nach Calais zurückkehren könnte, kann ich doch der-Ver- führung nicht widerstehen, auf diesem Fleck zu landen. Noch einmal wende ich meinen Aeroplan und beschreibe einen Halbkreis. Indem ich die roten Gebäude zu meiner Rechten vermeide, versuche ich, zu landen. Aber der Wind packt mich, er wirbelt mich zwei-, dreimal umher. Ich halte meinen Motor an, und sofort falle ich aus einer Höhe von 28 Metern. In zwei bis drei Sekunden bin ich munter und gesund an der Küste.' Soldaten und ein Polizist laufen auf mich zu. Zwei meiner Lands-. Teste sind auf dem Platze, die mich auf die Langen küssen." Bleriot legte die 43 Kilometer lange Strecke in 27 Minuten, 21 Sekunden zurück. Der Bezwinger der Alpen Der Kanal war überflogen. Aber drohend und hemmend stellten sich zwischen Länder die Berge, eisbedeckte Riesen. Bei dem damaligen Entwicklungsstadium der Aviatik schien es ein wahnwitziges Unterfangen, die Alpen mit einem Flugzeug zu überqueren. Niemand glaubte so recht an die Möglichkeit. Aber eines Tages wurde da§ Projekt aufgerollt. Debatten hin und her. Warnungen. Piloten meldeten sich.»Wir schaffen es!" Unter diesen Piloten befand sich Geo Chavez, ein Peruaner. Prächtiger, tollkühner Bursche, Mensch mit Humor, abgeneigt jeder Protzerei. Die Mailänder veranstalteten in der zweiten Hälfte deS Septembers 1810 ein Flugmeeting, dessen Hauptpreis dem Flieger zufallen sollte, dem es als ersten gelänge, die Alpen zu überfliegen. Startort: Brig. Ziel: Mailand. Zwischenlandungen in Simplonkulm, Domodoffola, Stresa und Barese waren gestattet. Der Beginn der Flugveranstaltung stand unter dem Zeichen der Zänkerei. Die italienische Presse kritisierte die Schweizer Flugleitung. Es gab ein Startverbot und einen regelrechten Streik der Piloten, Prügeleien zwischen Managern und Polizisten. Aber allmählich glätteten sich die Wogen der Erregung. Die Fremden, die am ersten Flugtag nach Brig gekommen waren, bekamen nicht viel zu seihen. Auf dem Flugplatz herrschte die Ruhe eines Friedhofes. Piloten, Manager, Zuschauer... alle waren verärgert. Gegen Wend trat Chavez aus seinem Hangar, las die Meldungen der Metereologen und blickte hinauf zu den schneebedeckten Gipfeln der Berge. Wann er zu starten gedenke? Chavez steckte die Hände in die Taschen.»Morgen früh!" sagte er kurz. Und der Morgen kam. Die Windverhältnisse waren günstig. Leichter Nebel, Wolken, die bald verflogen. Chavez und der Amerikaner Weymann prüften ihre Maschinen. Das Gewitter der Propeller donnerte aus dem Tal empor. Um 6 Uhr 16 Minuten startete der Peruaner. Sein Blerioi-Eindecker schraubte sich langsani in die Höhe. Ein winziger Bogel, der gegen die Macht der Berge anrann. Wird er es schaffen? Niemand kennt die Windströmungen über den Bergen. Aber jeder weiss, dass es dort zwischen den Gletscherspalten Böen gcht, tückische Winde. Jeder weiss, dass eine Landung zwischen Brig und der Passhöhe, zwischen steilabfalknden Schluchten, den Tod bringen muss. Chavez' Maschine ist nur noch ein kleiner Pir ist am Himmel. Mit einen« Male macht sie eine Schwenkung und nimmt Richtung auf die Simplonstrasse. Chavez ist verschwunden. Eine unglcheure Spannung bemächtigte sich aller Zuschauer. Ran blickt auf die Uhr, debattiert: 18 Minuten sind seit dem Wflug Chavez' vergangen. Plötzlich Ausrufe der Verwunderung, der Enttäuschung.»Da oben! Da oben!" Es ist kein Irrtum mehr möglich— Chavez ist zurückgekehrt. In steilem Gleiiflug gcht er zu Boden, erschöpft taumelt der Eindecker Wer die Wiese. Alle Menschen stürzen auf Chavez zu. Der sitzt regungslos, erstarrt in seiner Maschine. Er öffnet die Lippen, aber er kann nicht sprechen. Man hebt ihn ans seinem Sitz, reibt ihm die Glieder. Was sagt er? Alles ist still und blickt auf den Piloten.»C'est terrible! C'est terrible!" Nichts weiter sagt er. Chavez hatte den Simplonflug aufge- geben, weil er in einen Wirbelsturm geraten war, weil er den Apparat nicht bändigen konnte. »Unter mir waren schwarze Abgründe und ein Felsenchaos. Meine Maschine bäumte sich, sackte weg, es war ein unerhörtes Taumeln zwischen den todbringenden Felsenwänden." »Also ist der Flug unmöglich?" Der Peruaner beisst die Zähne zusammen.»Nichts ist unmöglich, nichts!" Und dann schüttelt dieser kleine, stierende Mensch die Faüft gegen die gewaltigen Berge.»Und ich kriege sie doch!" An den nächsten Tagen unternahmen der Amerikaner Weymann und Chavez einige kürzere Probefluge. Aber ost regnete es. Die Fremden reisten ab. Niemand glaubte mehr an einen Flug über die Alpen. Siegen, Regen, eisige Kälte. Die Flugwoche geht ihrem Ende entgegen. Am 23. September— das Weiter hatte sich etwas aufgeklärt— raste Chavez mit seinem Auto auf den Nugplatz. Das war 1781. Damals war ich fünfundvierzig. Jetzt werde ich sechSundsiebzig. Das ist eine lange Zeit. Einunddreihig Jahre. Wie der Georg, mein Sohn, weggegangen ist, wollt ihr wissen? O, eine Mutter vergisst nie, wie sie den Sohn hergibt. Run, das war so: Ich sitze im Zimmer. Die Tür ist gegangen. Sie gibt solch einen langen Pseiston von sich. Da weiss ich ganz genau: Die Tür ist gegangen. Jemand stürmt ins Haus. Das wird der Junge sein denke ich. Einundzwanzig! Wohin soll er mit seiner ungestümen Kraft? Ta ist er. Ich schaue aus ihn und freue mich an seinem Anblick. Aber dann erschrecke ich: Junge! Was sst denn? Mutter! sagt der Junge, ich muss fort. Schnell pack mir den Schnappsackl In der Nacht noch muss ich über der Grenze sein.— Ja, weshalb denn? frage ich und bin aufgesprungen. Und der Junge steht vor mir und in den Augen hockt die Lebensangst.— Ja, um Gotteswillen! Was ist denn geschehen, rufe ich. Aber der Georg hält die Hand der Mutter auf den Mund: Mutier, du darfst nicht laut sprechen. Ich werde verfolgt.— Und da meine ich, ich weiss schon alles, aber der Junge fängt an wie Espenlaub zu zittern. Du kannst so nicht fort, sage ich, aber der Georg wird wild: Das ist nichts. Sie haben mir einen Schlag über den Kopf gegeben. Wir sitzen unter der Linde und sprechen. Bahrhastig! Wie uns der Schnabel geloachsen ist. Sind wir Duckmäuser? Also! Ist tS besser unsere Gedanken zu verbergen, als sie herauszusagen, wie sie sind? Der Peter Knmier sagt: Meinst du, sie können die Gedanken in alle Ewigkeit nnlcrdrücken? »Ich fliege!" schreit er.»Jetzt oder nie!" Schon sitzt er in der Maschine, ein letzter Händedruck, Chavez' bleiches Gesicht spannt sich. Roch einmal winkt er zurück, dann schiesst die Maschine in die Höhe. 1888 Meter, 2888 Meter... Unter stehen die Menschen und starren in die Höhe, ihre Herzen schlagen wild.»Glückab, Chavez!" Auf' Simplonkulm stehen Bergsteiger. Plötzlich hören sie ein Brummen in der Luft. Chavez fliegt über sie hinweg. Fliegt hinweg über die Berge und Schluchten. Er streift beinahe die Felsen des Seehorn. Der Eindecker schtvankt. Chavez sieht die grüne Fläche von Varzo. Er tanzt zwischen den Felsen des Pizzo d'Albione, er tanzt am Tode vorüber, er wird in der Hölle umhergewirbelt. Er fliegt, fliegt über die Alpen, bezwingt den Simplon. Domo- dossola taucht auf, saftiges Grün, Häuser, siegverheissende Oase in der Steinwüste. 42 Minuten nach seinem Aufstieg in Brig setzt Chavez zur Landung an. In Domodossola jauchzt ihm alles entgegen. 888 Meter, 280, 88 Meter. Chavez befindet sich dicht über dem Boden, plötzlich überschlägt sich die Maschine, Holz splittert, Menschen schreien. Blutüberströmt liegt Chavez unter den Trümmern seines Eindeckers. Im letzten Augenblick, mitten im Rausch des Sieges, schlägt eine furchtbare Faust Chavez zu Boden. Dunkle Wolken ziehen über die Berge. Und als man Chavez' zerbrochene Glieder auf die Tragbahre legt, da richtet sich dieser bleiche Mann hoch.»ES war furchtbar!" röchelt er.»Aber ich habe gesiegt, liebe Freunde!" Wenige Tage später starb er im Krankenhaus.»Ich will nicht sterben!" schrie er. Wer er starb. Starb den bitteren Tod nach denr Siege. Meint ihr, dass nicht einmal alle Rechte haben werden, wie die grossen Herren? Das wird wahrhaftig ein anderes Leben sein. Da wird sich erst erweisen, was für eine Kraft im Volk steckt. Der Schreiber Kraus erhebt sich, tut wie eine gewichfige Amtsperson: Knauer, befleissige er sich eines gemässigten Tones. Es ist alles ss> gut, wie es ist. Es muss Herren geben, es muss Diener geben. Und es muss Beherrschte geben.— Der Peter sieht ihn von der Seite an: Schau! Echan! Er! Erl Haben wir nicht mit unseren Hosenärschen die gleiche Schulbank gedrückt, wie? Er! Ist er eine rätliche Schreiberseele geworden, die alles für gut befindet, wie es einmal ist? Wenn „er" ein Speichellecker geworden ist, so ändert das nichts an der Tatsache, dass diese Erde und diese Luft und diese Sonne für uns alle da ist, merke„er" sich das!— Puterrot ist diese Schreiberseele geworden: Ich werde Mitteilung machen. Man ist dankbar für solche Mitteilungen.— Ich weiss, hat der Peter geantwortet, jede Blattlaus ist ein Spitzel, damit nur ja kein Wörtlein ungehört verhallen kann. And. dn, Mensch, du willst also hingehen und mich anzeigen? Damit ich wieder einem Verhör unterzogen werde, wie neulich? Hast du vielleicht auch da deine sauberen Hände im Spiel gehabt? Du! Aber diesmal sollst du ihnen Beweise liefern können. LoS, Jungens, das sind die, die die Freiheit töten. Das sind die Schufte, die uns bespitzeln.— Ja, und da haben wir das Burschlein genommen und verprügelt, aber nur die Der Flüchtling Stelle, auf der man fist. Hat er nicht den Bauer( meister. Ja, und werdet tüchtige Menschen. Wen Röderer ins Gefängnis gebracht und um seine ich erwische, dem kann ich nicht mehr helfen. Wirtschaft, weil er gesagt hatte: Die Herren Und er ist vor uns getreten, ganz dicht ſtand sprechen unter sich, wie es ihnen einfällt; wir er vor uns: Freiheit; Das ist etwas Köstliches! aber möchten am liebsten den Rülpfer überprü- Aber bis dahin ist noch ein harier und weiter fen, ob er einer hohen Obrigkeit genehm ist. Weg.Dieser Adrian hat geschrien, als wenn er am Spieße steckte. Die Wache ist gelaufen getommen. Sie hat ihn aus unseren Händen gerissen. Da stand der Jammermann: Herr Wacht meister! Herr Wachtmeister! Diese Kerle haben mich tätlich angegriffen! Das find Hochver räter. Der Bachimeister Kerner hat sich den Schnauzbart gestrichen: Nun, es ist nicht in der Ordnung, einen Menschen zu verprügeln, aber es ist immerhin noch kein Hochverrat. Der Schandseele Adrian ist die Stimme übergeliekst: Das nicht! Das ist nicht! Aber hör er: Sie sprechen von Freiheit! Sie behaupten, daß alle gleiche Rechte haben! Der Wachtmeister Kerner hat ein bedenk liches Gesicht gemacht: Das ist freilich eine andere Sache. Dem muß nachgegangen werden. Erſt neulich wieder ist solch ein hochverräterisches Flugblatt in der Stadt herumgegangen. Mit tommen! Das muß untersucht werden. Wir wollten etwas sagen, aber er ist rasch ins Borzimmer gegangen zum Wachtmeister und wir, wir sind wie der Wind durch die andere Tür über den Hof ins Freie, jeder nach Haus. Und R. Lotte Sassower: jetzt Mutter, leb wohl. Bestimmt ſehen wir uns wieder, Ich hatte inzwischen den Schnappsack ge= packt, ich habe ihn ihm umgehangen. Ich habe ihm noch ein paar Taler gegeben. Dann habe ich ihn zum Gartentor begleitet. Ich habe die Tür hinter ihm zugeschlossen. Und wie die Tür zu war, habe ich gedacht: Das ist so, als wenn man ein Grab schließt.- Ich habe nichts wieder von ihm gehört. Hans im Glück Er hieß Hansgenau wie in dem Mär-| immer wieder alle Saiten ihrer Gefühl- und chen- war ein Phantast, Träumer, eine ab- Denkweise in harmonischem Gleichklang eriönen wegige dichterische Natur und hatte seltenes zu hören. Auch das soziale Empfinden war bei Glück auch genau wie Hans in dem Mär- beiden stark ausgeprägt. Dennoch- wiewohl er chen. Denn auf der Höhe des Lebens, hart an wußte, daß fie arm war- kam ihm nie der der Kippe, wo es abwärts zu gehen beginnt, Gedanke, in irgendeiner Weise für sie zu forhatte er die Frau gefunden, die seinem Ideal gen, ihr irgendwie den Daseinskampf zu er entsprach. Sie war gut, flug, brav und schön leichtern, fam i.hr nicht der Gedanke, ihn und dies alles in einem liebenswert gesteigertem darauf aufmerksam zu machen. Sie zergrübelte Maße. Allerdings war sie auch arm, aber das in schlaflosen Nächien ihren Sinn nach einem verschlug nichts, denn er war ja Hans im Ausweg aus der hindernden Misere, ohne den Glüd" und so besaß er, inmitten der Krisenzeit, nächſtliegenden, mit ihm offen darüber zu spre eine vielbeneidete ausgezeichnete Poſition. chen, auch nur einen Moment in Betracht zu ziehen. Was sollten wir tun? Der Peter, der Anton, der Wolfgang und ich mußten mitgehen. Bis zu dem Zeitpunkte, da er mit ihr Paß auf: Wir kommen auf die Bachtstube. befannt wurde, hatte er sich wenig um Frauen Dort fißt der Leutnant Eckersberg. Der Wacht- gekümmert, hatte ſie ſozuſagen verſäumt. Daran meister meldet. Adrian stürzt vor: Herr Leut- war der Ehrgeiz schuld, die ihm anhaftende nant! Diese Burschen. Aber der Herr Eckersberg unterbricht ihn: Ich kann mich nicht erin nern ihn gefragt zu haben. Der muß sagen: Ich bitte tausendmal um Entschuldigung. Ich sollte ihn beim Wort nehmen, hat der Edersberg gesagt, er sollte mich hier tausend Male um Verzeihung bitten. Scher er sich hinaus, morgen wird man mit ihm ein Protokoll aufnehmen. Ich bin verprügelt worden, hochverehrier Herr Leutnant! hat Adrian gestammelt. Wo? Beig er mir, wo? hat ihn der Eckersberg angefahren. - Das kann ich nicht, hat entsetzt der Kraus geantwortet. Scher er sich zum Teufel! hat der Leutnant geschrien, aber nur bis morgen. Mklein und Häßlich ist der Herr Ratschreiber Adrian Kraus gegangen. Schüchternheit und Einblick in abschreckend ungute Ehen. Die Bekanntschaft mit Beate hatte das Schicksal in augenfälliger Weise selbst vermittelt, ihm sofort die volle Kenntnis ihrer erstaunlichen Eigenschaften verschafft und jene Brüde des Verständnisses gebaut, auf der die Liebe am sichersten schreitet. So veränderte sich sein Dasein binnen furzem in ein freudvolles, interessantes und mun restlos glückliches. Hans traf fich mit Beate nur etwas ſeiten, Denn sie war nicht aus derselben Stadt und war arm, konnte sich daher die Reisen und den neuen Aufwand, sie wollte sich dem Geliebten immer anders, immer reizvoll zeigen, nicht häufig leisten. Hans aber war, wie erwähnt, ein Phantast, feine reale Natur diese Ursache, obwohl er ihre Vermögensverhältnisse fannte, zog er garnicht in Erwägung. Er freute sich nur immer wieder ihrer harmonischen Erscheinung, ihres heiteren Charakters, ihrer zärt Solche Prachtjungen wie ihr! hat er plötzlichen, hingebungsvollen Art, die alle seine lang lich angefangen. Aber das Vaterland weiß nichts damit anzufangen. Ihr! Ihr! Mit euern himmelstürmenden Gedanken! Uebrigens ausge Ja, und jetzt war es still im Zimmer. Der Leutnant hat dem Wachtmeister bedeutet, er solle hinausgehen ins Borzimmer. Da waren wir denn allein mit dem Eckersberg. zeichnet, daß ihr diesen Schmachifeßen, der mir zum Koßen ist, durchgebläut habt. Freiheit wollt ihr! Ja. wenn ich zu bestimmen hätte, möchte ich fagen: Wir brauchen Menschen, die den Mund auftun. Wir brauchen feine Konjunkturritter! Keine Speichelleder! Zum Teufel mit allen Spigeln und Spionen! Hier hat er geseufzt: Ja, aber ich bin nur ein armseliger Leutnant. Ich habe zu tun, was man mir befiehlt. Freiheit! Eine schöne Sache. Da würde alles aufblühen, da würden große Gedanken in die Welt kommen. Ja, aber ich muß euch bestrafen. Ich muß euch in den Kerter werfen lassen. Ja. Der Leutnant Edersberg hat geschwiegen und uns war doch ein wenig bellommen zu Mute. Dann hat er sich vor uns aufgepflanzt: Ihr lieben Prachtjungens! Jetzt paßt gut auf: Diese Tür führt in das Vorzimmer und ins Freie. Dort fißt der Wachtmeister, zu dem ich jetzt nehen werde, der sich mit mir unterhalten muß. Aber diese Tür führt in meine Wohnung und über den Hof ins Freie und dort fist kein Wachts in fünstlichem Bann gehaltenen Sinne weckte und erfüllte. Die Stunden ihres Beiſammenseins wurden so zu unirdischen Festen, seine Junggesellenſtube zum Paradies. Die Pausen zwischen ihren Busammenfünften füllte ein Briefwechsel aus, der seine Dichter- Seele nicht minder beglückte, ihm Hochachtung für ihren Geist und Wiß einflößte und allmählich seine bis dahin ziemlich geringſchäßige Meinung von den intellektuellen Fähigkeiten des anderen Geschlechtes vollständig wandelte. Mit der auch äußerlichen Veränderung seines Wesens und Eindrucks: er ſah verjüngt, friſch und viel lebhafter aus, ſtrömte auch ein Fluidum von Wohlwollen, Heiterkeit und Intereſſe auf die Menschen über, mit denen er zu tun hatte und machte ihn allen auffällig ſympathischer. Indessen kämpfte Beate immer mehr mit widrigem Geldmangel, wurden ihr die Fahrten zu Hans immer schwieriger. Trotz aller Liebe, die fie verband, froß allen Vertrauens, das sie füreinander empfanden, waren Dinge, die irgendwie außerhalb des Zauberbannes ihres Glücksmärchens lagen, fast nie von ihnen berührt worden. Wohl tauschten sie ihre Ansichten über jegliches Interessengebiet und freuten sich, Hans hatte in seinem Beruf eigentlich oft mit Frauen zu tun. Die günstige Veränderung seines ehemals etwas moros anmutenden Wes sens blieb nicht unbemerkt, sein weitaus vor= teilhafteres Aussehen begann die Weiblichkeit zu interessieren. Man fing an, sich plötzlich zu besinnen, daß er eigentlich eine auffallend gute Erscheinung habe, ein Mann in der schönsten Reife sei und- eine ausgezeichnete Position bekleide. Man lud ihn ein. Man hatte es wohl fchon früher, Jahre vorher, getan, doch seme scheue Zurückgezogenheit, die es bei einem steifen Antrittsbesuch bewenden ließ, nicht weiter zu durchbrechen versucht. Er war unbehelligt allein geblieben. Nun aber entdeckte man an ihm auch gesellschaftliche Talente, die überrasch= ten. Denn, erfüllt von anbetender Bewunderung für Beate, bat er innerlich schier dem ganzen Geschlecht seine frühere Geringschäzung ab, sah er Helenen in jedem Weibe". Er begann sich aufmerksamer mit Frauer. zu beschäftigen und fiel von einem Extrem ins andere: wo er früher nur ränkesüchtige Gefähr lichkeit gewittert hatte, sah er jetzt lauter En gel, lauter Schwestern Beatens. Die Eine und Andere machte tieferen Eindruck und ehe er sich versah, war er in die Neße einer kokeiten, ziems lich strupellosen und erfahrenen Witwe geraten, die seine durstigen, zu Enthaltsamkeit durch Beatens verurteilten Sinne überrumpelte und ihn zu einem Verhältnis brachte, aus dem sie reichlichen materiellen Nußen zu ziehen wußte, Denn Hans im Glück war nur verträumt und hatte an Beatens Bedürftigkeit einfach nie ges dacht, da er sie ja immer elegant und gefchmads voll gekleidet gesehen und nie klagen gehört hatte. Diese Witwe aber gestand ihm bei erster passender Gelegenheit ihre„ Schuldenlaft“, ſprach von ihrer Not, von den Entbehrungen ihrer anderwärts wohnenden Kinder, für die sie sich ..jeden Bissen vom Mund abspare". die sein durch das Glück doppelt gebefreudiges Gemüt arglos als bedauerliche Wahrheit hinz nahm. Die Witwe hatte mehrere„ hilfsbereite Freunde", doch wußte einer nichts vom anderen. Sie war nicht wählerisch und Hans hätte ent setzten Degout verspürt, wenn er geahnt hätte. mit wem allen er die Zärtlichkeiten der Witwa teilte. ( Schluß folgt). Tride, Schach ins Volk SCHACHAUFGABE Nr. 381. Von Ferd. Güntersweiler, Zürich. Schwarz: Kd4, D16, Tc6, e5, La6, b8, Bel, d5.( 8) abcdefgh Copyright P.I.B. Box 6 Copenhagen 00 7 ம 10 I 8 A 9 3 Die ( 3) Adamson und der schnelltrocknende Bodenlack 50 auf den Tisch“. Von der sehr begabten Englänrot- blauen Bücher berinto thy J. Saver 3 erschien der Eine merkwürdige Sache, das Verhalten gegenüber den Striminalromanen. Niemand ge= ſteht gera, daß er ſie liest, aber auch der Gebildetste liest ganz gern einmal einen Kriminalroman. Man will sie nicht als Literatur gelten Jassen, aber es gibt bereits eine ansehnliche Literatur dieser Art. Man spricht gern gering= schäßig von den Verfassern der Kriminalromane, aber in ihren Büchern steckt sehr oft sehr viel mehr Geist, Kombinationsgabe, Gestaltungskraft als in den meisten Liebesgeschichten, über deren Verfasser und Verfaſſerinnen man doch kaum die Nase rümpft. Es ist wohl so zu erklären, dieſes widerspruchsvolle Verhalien: es gab und gibt Kriminalromane, die von Blut triefen, in denen Breuel angehäuft sind, so sehr, daß den Leser Has Grauſen þackt. Kriminalromane auch, in denen Phantaſtercien angehäuft sind, die weitab liegen von allen Möglichkeiten der Wirklichkeit, und endlich solche, in denen einfach Gewalt gegen Gewalt steht. Romane dieser Art haben Hen Kriminalroman in einen so schlechten Ruf gebracht. Aber es gab immer und gibt heute mehr denn je auch ganz andere Kriminalromane, sokhe, in denen es auf Geist, Klugheit, Kombinationsgabe ankommt, das sind aber auch Romane, die in gutem Stil geschrieben sind, die den Geschmad des Lesers nicht verlegen. -" a b c d e f g h Weiß: Kh2, Dg3, Tf3, Lb1, g7, Sb6, d2, Bbi, e2, 12, hi.( 11) Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoch, Drakowa 32, Post Modlan, einzusenden. Lösungszug zu Nr. 378: Dbl- ds! Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Koukal Franz, Prag- Strašnice; Schöf fel Anton, Schöbritz; Bart! Rudolf u. Schaffer Heinz, Kleische: Tepper Franz, Karlsbad; Rudek Peter, Brüx; Nitsch Rosa. Trupschitz; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen: Dinnebier Emil u. Amier Rudolf, Tetschen; Boutschek Hilde, Franzendorf b. Reichenberg: Rotsch Manfred. Klein- Priesen; Schnittler Emil, Schachsektion, Langugest; Habl Erwin, Tyle Lady, Schindler Robert, Chimiak Teo. Freundl Anton, Holfeld Otto, Lohmüller Hans, sämtlich Nestersitz: Strache Karl, Klötzig Rudolf, Richter Heinrich, Pfeiffer Ernst, Richter Oswald, sämtlich GroßPriesen; Schöpka Josef, Dux; Havel Franz, König Anton, Skarwada Franz, Scharoch Franz, sämtlich Arb.- Schachklub, Wisterschan: Berger Josef, Klein- Augezd; Ulbert Rudolf, Prosetitz, -0Roman... eines natürliches Todes", dessen Held der amüsante, fluge, ſtepiische Amateur Detektiv Lord Peter Wimsey ist. In den Romanen Polizist Thompson stolpert" von He I en M. Keyne 3,„ Das Haus auf dem Dach" von Mignon G. Eberhart( auffallend groß die Zahl der Frauen unter den Berfassern von Kriminalromanen!), Jemand K. Rudolf, Groß- Priesen: Die zweite Aufgabe schreit Mord! von Peter Hunt,„ Ein halbes ist leider nach Dhi- d5+ nebenlösig. Blatt Papier" von Henry Holt und„ Die sechs Glasaugen“ von E. Stanley Gardruckreif; das Schlagen mit Schachgebot als Löbener gibt es keine außergewöhnlichen Dete! sungszug ist in den seltensten Fällen schön und tive, find es entweder brave einfache Durch üblich. Bitte sich nicht entmutigen zu lassen und schnittspolizisten, die schwere Aufgaben lösen, die Aufgabe umzuarbeiten. oder Männer, die durch einen Zufall in eine Kriminalaffäre verstrict werden. In dem Roman ,, Die eisernen Spinnen" von Waynard . Kendri& aber, in einem außerordents lich spannenden, raffiniert aufgebauten Roman, der aber fast zuviel des Grauens zeigt, löst alle schwierigen Probleme ein Detektiv, der ein sonderbarer Kauz ist, klapperdürr, aber geftäßig, schlau und zugleich gutmütig. Dieſem Roman gibt die Landschaft von Florida mit ihren Erin nerungen an die Seminolen ein besonderes Kolorit. B. Manfred, Klein- Friesen: Aufgabe nicht Arbeiterschach. Die zweite Runde um den Bezirksmeister im Teplitzer Schachbezirk verlief völlig klaglos, Eine unangenehme Überraschung erlebten die Zuk mantler Genossen als die Teplitzer Gäste das Spiel mit 6: 0 Punkten für sich entscheiden konten. Das zweite peinliche Erlebnis, welches diesmal aber die Gäste erlebten, war in Kwiikau, wo Wisterschan gegen Eichwald mit ebenfalls 6: 0 Punkten siegreich war. Der Wettkampf in Kwitkau erfreute sich einer stattlichen Anzahl von Schachinteressenten, welche durch den schönen und interessanten Spielverlauf, befriedigt nach Schluß des Kampfes das Spiellokal verließen. Die II. Mannschaft von Teplitz gewann gegen die II. Mannschaft von Wisterschan mit 4: 2 Punkten. Stand nach der 2. Runde: 1. Wisterschan I. M. Den Inhalt von Kriminalromanen fann man nicht angeben, ohne die Spannung zu zerstören. Das ist ja ihr Reiz, daß sie, sofern es sich um gute Nomane dieser Art handelt, den Leser zum Mitforschen, Mitkombinieren anregen. 2 Siege, 12 Punkte. 2. Teplitz I. M. 1½ Sieg. Sie bieten also neben der Spannung auch eine 9 Punkte. 3. Teplitz II. M. 1 Sieg. 5% Punkte. gewiffe Dentaufgabe. Und sie bieten den Men- Zukmantel 1 Sieg. 4½ Punkte. 5. Eichwald schen, die in ewig gleiche Fabrik- oder Kanzlei- 2 Punkte. Sieg, 3 Punkte. 6. Wisterschan II. M. 0 Sleg. arbeit eingespannt sind, den Menschen, deren Leben sehr gleichmäßig verläuft, ein wenig mantik. Sie befriedigen also ein Bedürfnis. Zu den Romanen dieser Art gehören die Rot- blauen Bücher", die im Berlag E. P. Tal *. Co. in Wien erſcheinen. Ihren Namen tragen fie nach dem Kleid, in das sie gehüllt sind, nach bec gleichmäßigen Ausstattung. Etliche der Autoren sind bereits weiten Kreisen bekannt. Agatha Christie zum Beispiel. For lie benswürdiger, altväterlich- galanter Detektiv Hercule Poiret, der wirklich„ die fleinen grauen Bellen", sein Gehirn arbeiten läßt und denkend Die fompliziertesten Probleme löjt, ist zu einer Leset und verbreitet die vielen sehr vertrauten Gestalt geworden. Im Fal Verlag erſchienen zwei Romane von ARBEITERPRESSE! Christie:„ Der ABC- Fahrplan" und„ Karten In der Einzelmeisterschaft gewann Hermann Hermann gegen Gahler endete unentschieden. 10gegen Berger, Schramm gegen Gahler; die Partie Bezirksschachkonferenz in Ladowitz. Für Sonntag, den 20. März, wird nach Ladowitz Arbeiterheim" eine Bezirksschachtagung einberufen. Alle Vereine und Sektionsleiter erhalten rechtzeitig die Einladung zugestellt.