t ch & 28 30 tt et 700 Das 35 Demokratisches Wochenblatt. a millal bobl thus 300 mdi spalio bandoption, mid nad D vim, allodasdsia( 14.4) 1978 bundsda dla Bld 000 000 on it od chi da huden sid 912 mi Organ der deutschen Volkspartei DIC запно оліз, поф dad lo spil ob id dried st Ndojam on nunda is nothin stupir aid adher stimulustustuna matriu pilisdichon lo son ng som noged in and at dilaras in disid spotted? is. chup rods as Leipzig den 15. Februarulausthus niedergefeßt, der neue, den" no data da SBS. Pas Blatt er beint jeden Sonnabend.bonnementevrets vierteljährlich bei allen kentin Bommalte fomiej bier am Blazez einBringerlohn 12 Dear einzelne ummern Ngr. Abonnemente für Reivija nehmen entgegen die verren M, Dolge am Mark Reidyert Saintrafes Hofmann Brühl 40, G. Dehler Neumarkt 6,& Nighter Peterssteinweg, dviger Confimverein univerfitatsfraße und die Expedition& Blattes Bollrath Boubleht 1491 artesden iltaletvedilib. B. Grelfan Baffffaf 16.197 TANGI BMT bordo staun Tun THE 4 h 11 maifoilp1 Ishala Poeberlis Di Sungerength in Die Gefewernengerichte Entwürfe, Den, jäi AusAmerika. Bermischtes. 2 19797914 1940 TAOT 10 Von eich größerer Tragweite find die Grungen vibh sodepodobenso steteetahsir Regierung HOT JL also a apoi polis di doveröffentlichten Saffungsiolomassaee attenti Pin de hells aust denselben. A daß Grafis imbotten and golitische Uebersicht, on umbrelibjabrinal vankreich mit seinen Ansprüche auf u hudhangda hilalim bu hervortüte, dhihanker Stand fübiſane Schöpfen witheidigen, und durch allerband barbe Gonzeffionen die Ban anos en ßn Bruſt getuie und wurde spielend bok ihm abgefertigt. Bekanntlich war Graf Taufftitchen wit de Sendung beauftragt, das atteichische Stabinetit gewinnomor icbor die Abfertigung des Unterhändlere spridit fich bevom Bruftis indener Des que veren Hauptstellen wolt fofgehlafenool of dit zebauten, auto baile bultertechffiche Allianz Defter echimik bom Norde rund Speedchen Brindab bech gairat han bergang bilpen unte zu bleibenden engeren Bestingsverbätmiffen filberen Staatenban erreßen Toirntek Sie versprechen fich bemerkte ich ,,, von der Affian milf mrd babes feitem tönig Hdlab gram metash milloinen jagen mu nadistichessentirdie haicheuerkaufen achterkabit nderyn tim nachi Ponneringehen. Rochor nichtdlib gereis Aber die affeinengeaft and interche Gerüchte horren dutch die Luftsanditou difens Windſterfejse, boundén bevorstehenden Rückpit des Grafen Gutenburgound hundert anderen Möglichkeitend dinmöglichkeiten bien für diegodtet piderchbeiden Sejdstraatendajinien ehdit die pigen Reab Boiititen metneach hoht: Wichtigkeit habeni Jedenfaltering die prach von einer Garantie unserer deutschen Beſipunged pog Eden echchrauben las marie bien& gländer bas neinehi perfeben þaj pobl auch für upige nicheulichen Wervingen 898, zu temporar uns jede munichenswertbe icherheit gegen umglide efähr und nachden Motiven, die dem leitendeni Staatsmannen dungen geboren werben rönnte erwähnte Ruplands die ges Drafen Antichluß Golü til eingegeben haben, auf ein Weifheinthinter den Gulame Ganbednierung eines Bundes der Frei dien, guvernem paupcheap imi daitht smitha mogu facendofteheadies Sicherbett verdofelbft. Grablich Badaur lenger 19 Detropeinlichescindruck, denn diri Grpropriationsrede beim of biber are ice bereits früber nen, Mündene age, geschehen paffim Faß ein Freundichaftsbündniß Preußens mit Sesterreich den juddeuts hervorgebracht haben muß die Rebellion der Junkerparteipperen elsaten die Möglichkeit gewabre em größeres Mas pon Sell He did inglisch toesterreibisches Rothbuchbal find Fourraien best rience mehr als gengastie Gründe Me Feudalen: Lagers betrifftorioit wery naglelih gigsdienlig trasheginger fomituiß, daß die Renol inston on benchishit den Toneratiewingpien, nicht gruträgidund die fonservaroch Interessen gefährdet. Die propreußen die baltung des gefordeten Friedenso Menden wir bische unterpartei betfang an dies.genide nächſt dieſe Rechnung, Al sine richtige, on, per in, welcher Sage würde Defterreich, welches jetperfette, test gar nicht hebrost, if in die Eaglemannschaft des Grife Bimit einemigent Hene lesen sepote eintreten Ge batter te bezahlen durch die Braun odunErmangelung fähiger Führteries fie ch gendhaftianich die valorked your wel online durch Duct and unmi schleppen Solange der( osugleichsin Deutschland sites guds sunbedingt Abhängighete wor flächelter in Affler sich schglait gingivatewie Strupel tahmuten, Billen Breußens im; Gefolge hätten wir, bezweifen Diefen guten Willen nicht aber tonnen Sie Jeugnen daß die Berhalte zurüd. Aber jeit das Blatt fich gewandt hat, und die Ethaß fachchinal rattet ind!" als" dre rentionen Fer Telfenben tanner eigenen zäidischen AlusasundAnnionspoliet demum angelats. Deffrevlig en infa bodenge bar perdense its ole aite Unzufriedenheit te land sinds den noch immer höglichen nattesi alizal ron sw seacht, piddelen aufgefeito urchin and antreichs Ané ich zwi, boden, ſolidorer warantien, ber Arte, de nod ferreichischt Jenoten die Dinge wieder is preffen, da iftud olendis fülbe get மீசுக gelfort werben folle to privative Geleffe zu führen» Bir glauben nicht, 196 un abergegenwärtigen en by die beroenen Die un auch um fürze Zeit gibt Bielereidenhen usgängenesie geste verden zuen() werden. Allein immerhin find diese Bestrebungen in Rechnung deferlegen und am Beine unter den Alven, am adriatische SE batein erfreuliches fat fein würde, winjam mit Breußen a 316 bend infeites its did pattion Ben Rechtendin voller ter he fet des Steners ann Umen zu millen den ver föinagli undur agentives intollen unter alterabenden vantel die oor den Hinshelferhildaniörafer Bismatch fünden länken wir särauftian fominis lajeng bafil ucun Komödie des Allgemeinewimmrechts laugh decor a friſchen gledann das Begger, Huisgeng- Inrument impiant Bequia Deutsche berichte aus der aktoumisshelden ante von mit, die Gunnerungen des gemenifanten i onduit legeber Dänemark djurafete Seegreifen, ba eas tremile rifichen 1 t? 11, 13 1 St 10 te 120 ASP auch für jenen günstigsten der möglichen Fälle unsere Sicherheit vorher nehmen müßten." pfen 50 eine hathe Million zu eigenem ugen verwenden zu können, ( vorausgießt, daß das Herrenhaus den Beschluß der weiten Graf aufffirchen bat in der That fich nicht u borbereitet ers flären tonnen auf alle diese Fragen u antworten oder die ihm vor Ramer gut bei), ale er überall in Breuen errschende Augen geftelten Bedenken und Einwendungen su entfräften. Er Nostand uns handgreiflich zeigt, mohin a reusche er Superte nu ein Bebauer nach meinen Worten annehmen müffen, waltungsfystem führt ber Miquel und Conforten, we be daß Desterreich die von ihm aus Berlin mitgebrachten Vorschläge ablehne. Auch Frhr. v. Werther( d. preuß. Gesandte) wiederholte mir wander fie selber auch im Gesinnungsschacher find, sollten doch diesen Ausdruck. Ich warnte jedoch sehr vor demselben, und ich bat wissen, daß Hannover für 500,000 Thlr., und hätte es selbst nicht von einer Ablehnung preußischer Boridige burdesterreich fonnentlarte Recht darauf, nie und nimmer die sprechen, da die Erläuterungen, die dies notbig machen würde, nicht Sane freundlich erfassen wir die schon einmal an feiner anders als nachtheilig wirken fönnten, die Zukunft zu schonen sei und Reble fühlte. Cher wird die Leine rüdwärts fließen, als daß es Thatsache bleibe, daß Desterreich stets den Wunsch begen werde, zu einer Wiederannäherung an Preußen und Deutschland die hand bieten fich Hannover mit der aufgezwungenen Herrschaft aussöhnt. 111496 zu Fonnen. ber Mehrbeit, daß die von undebet es eben auch, was Graf Bismard fehr wohl Graf Bismard war in einem fatalen Dilemma. Wollte weiß. Die 500,000 Thir, die er von der Stammer forderte, Luremburg vetten fomußte er fich um fedeit Preis mit ſind das Eingeständniß Baß in Bannover ein Geist lebendig Cefterreich Petitändigen, Bertändigte er fy my after mit feiner Maurering, beigutommen i Deliah dir Hem k reich, 10.mar uremburg für Deutschland peripremi Polizeigemalt als obemachtig erwiefen hatja fasollen wir mit mußte gebracht werden. Die Frage war bloß, ob die deute Geld gefirrt merden Das ist der Kern, der in der Decen Tchen National oder die preußischen Sonder Ine tralisation stedt, als deren Verfechter fich der Ministerprä tereffen geofert werden sollteng Ratürlich befann fich Graf, fidenti plögtidy av dem Abgeordnetenhaufe entpuppte Die Biemord nicht lange for wennte Luxemburgo von Deutschland, preußische Majerang bat ber und unit wie fertig abr und, arklärte pomit auf das uzpojdeutigste daß er uppe Sie nahm uns Alles, was besser war, als in Preußen und ainich preußis Bwede perfolgt und sich den Bonaparte indem sie uns in das Prokrustes bett des schwarzweißen Cafa niugemalenfühlti Lestereisteing Momentisida rismus schnallte, dangafle line theid geisterung für das gerade debt mojcin Krieg tankreich, gu droben scheint. Welfenhause zurück, th mit der wir schon zieralich abgerechnet besonders Schmperius Gewicht faltound Edoff supieigenthümn batteng Dabit derüt auchi devs Mermste test sein iserflein lichen Betrachtungen lieferbar in dächten das österreichische: freudig dibringt um ban König Georg din Geschenkgu Rothbuch müßte dem machtschwindelbegeisterten Brüßt Chorus finem dilbernen hochzeit umdchen Deifern mit demonie für immer den Mandogestopft habenolol biogen dib Massen sich in dieser Opposition betheiligen magdom Grafen mias Beiläufigdebatitisna egijo ngjuremburge an Bismard agebaßen sich verredet bat veniu kriglaubte, Bir anleidhisht ti abdich begonnen, indem die franzöen Daßudit Millionindmelde tee machieping schickte bono König fihebahn die huge burgische Wilhelmsbahn übernommen hat. Bebagsinden Augenierilannaberanevi Schaden wwwüs wodurch Luxemburg in die unbedingteste ökonomische Abhänen dense. Und mit dem Provinzialfonds niveles ihminicht beffet gigkeit von Frankreich fonimu. How auf gehen seit mit den preußischen Nationalliberalen und As Hi Gei der Zunterpartet ist auch das Neftchen der preußischen fich dien Gothaeri songst noch nennen mögen beicht fehlge Fortschritte parter in de Berlegung begriffen, pas mir men wardennonabenties Bunker mhaben ihm bei der ch Debatte lich der Rede& acoby zu perdanten haben. Die Bebrheite über dert Brovinzialfonds in einer Weiße die Bühne geifen, foll fehr entrüstet über Bacoby sein und mit dem Gedanken daßbier mohlo zauber lleberzeugung gefomaneftin muß, avi umgehen zur Verantwortung zu ziehen. Das wird mance emit dem Adeliniichtfertig wird. Mochi weniger darf& jur och rabbit for youngstrich men hoffenis: Hamlavet mit deffed eigenen ich 1 gurigowined. Sarren Rome. Bigler und Compagnia ageundsdaß fieigingis a hinter demu del die Waffen ssires isehen hindi die und allein durch die Beintischung denokratischer meniente dihr Abneigunganggeng Breßein alter Schichten oftevölkerung vollides Dafein fritenden Demurratchpringt, die par Nationalberalen abgerechtfi Eine demo eficht auf halbem Wed, foatische Partei, welche die Dopofition! in dem gesundere Bett häfte feitenbänemigiebe Heibetisbeibindt.ro Bosent Botizeid kinderauf unseren Wandelrastot is 631ibisher un miglide gewesens pingestreuden demokratischen Gemen boning buben Bruch wollende modest scho ri Musan noe schreibt man gundamiläßlich der jüngu fett Debatten in der preusifchen 28tamiferundel said bug 315 Bic Fautbar müjin wir in sister, Bitte fruten 3 sig, micht der geordnetenbauie, in Berlin; für die drgitägigen heiterung in die redus bunchy die Debatte über den Pro Biitikalfonds bersafft hate it fit der That fchwietlich was toucheres a critanen als diese Debatte uPER AAS aje dieje Debatte per albeynelepon, 500.000 bir melches die Braving Hanna vev jährlich aus der milden sand der preußischen Regierung juru pfangent fouf Ye Vinest Seite die Fünfet weke in Bremshwatzweißen Fanatismus night in begreifen, mägen wat Bismarck eigentlich mit der Zuwendung der 500,000 bir bezwecktsuf der andern Seite der Minister veafdenten Bergiveiflung daß die Junter ihr begret fell like the state" deyen sie auspich, bellau Naich den enesten oiling Li bih ein Berichten lich öffentlichiogen fann. mas en eigentlich windlich die Nationalliberalemp! welche mit händen und Füßen fürmte Vorlage timing well ich einbilden auf den present fie per 500,000 Thit als Retter des Baterlandes por bagnoper daitchen fannine Allerdings sind wir um jo sufriedene, ju fallfire.isDiehamn verfche Regionibble molec jest herausstellt dugh preußische man aber aured bet Schweig verdränge wavaysiy munte und wohl in Frailfreich und berurfachtineinigen Berliner Geer noch immer schlaflose aid and dig dit Hold and til 81 tandig is milenaißreichsstürnüsha Debatten übeb based und Bait! über dessen Nativesgutschen Spberämpft ein heil der Bonapartisten& Gefepiate sufrennig h Spiegelfectiveis die jedoch ihre Wirkung fläglich verfehlt hatt+ thin Indog trig a lifeührerische Auftrittel mit Bezug auf Streitern und Abgaben. Alates Symptomurder Soldatentran heitni ni mudi i nidrammi me ver 370. d benin ort fürland) blutigo entierra paal erstattgehabt Unsere Bon doner Corresponding him berberis( vermuthlichy in Folge ret Sichtzeitigt bingetroffending bad sidomo disolgendes Bon do men Telegramim hielt der Tage eine Rundgang durch die Presse: Die Morning- Post" fagt berw 21 Die Gefahr einer Störung des öffentlichen Friedens sei weniger groß, da Deutschland durch eine einzige Macht ver treten fei, als wenn es aus mehreren Staaten zusammenge segt wäre. Deutschland würde sich nicht einfallen lassen, seine gegenwärtigen Grenzen zu erweitern, während es durch seine Machtstellung in Mittel- Europa das sicherste Hinderniß bieten würde, falle andere Mächte irgendwie den Versuch machen wollten, sich zu vergrößern." " 51 Die Morning- Post" sagtwer ist denn die ,, Morning Post?" Antwort: eineLondoner Zeitung, die erwiesener Maßen seit 30 Jahren an die russische Regierung verkauft ist. Gleichzeitig dient sie der englischen Aristokratie, die bekanntlich von jeher das Zustandekommen eines freien und geeinigten Deutschland zu verhindern strebte. Daß die Morning Post" als Mundstück der Feinde Deutschlands, für die Bismarc'sche Schöpfung schwärmt, ist sehr natürlich. Das hat sie mit allen Feinden Deutschlands gemein, auch mit der französischen Regierungspartei, welche jetzt auf unfre Zer riffenheit die Hoffnung gründet, durch einen glücklichen Krieg das schwer bedrohte Dezember- Kaiserthum retten zu können. Was das Telegramm selbst betrifft, so enthält es ein Gemisch bon Blödsinn und Unwahrheiten. Deutschland durch eine einzige Macht vertreten! Unter Deutschland" versteht die ,, Bost" offenbar: Nord deutschland weniger Limburg und Luxemburg Deutschland würde sich nicht einfallen lassen, seine gegenwärtigen Grenzen zu erweitern." Was versteht die Poſt" hier unter„ Deutschland?" Wieder Norddeutschland, d. h. den Norddeutschen Bund? Aber das kann nicht sein, da Preußen notorisch die gegenwärtigen Grenzen des Norddeutschen Bundes zu erweitern" und Südwestdeutschland unter seine Botmäßigkeit zu bringen sucht. Oder meint die" Post" das ganze Deutschland? Doch das ist ebenfalls nicht möglich. erstens, fein Deutschland mehr giebt Dank der Politik, welche die„ Post" verherrlicht, von ihrem russisch- englischen Standpunkt aus mit Recht verherrlicht, und zweitens, weil die„ Post" bloß von einem Theil Deutschlands spricht, nämlich dem, welcher durch die einzige Macht" Preußen vertreten ist. Und welches Deutschland" soll durch seine Machtstellung in Mitteleuropa das sicherste Hinderniß" gegen die Eroberungsgelüfte anderer Mächte bilden? Norddeutschland, d. h. Preußen? Aber Preußen ist heute nach Außen schwächer, als vor dem glorreichen siebentägigen" Feldzug, deßhalb schwächer, weil ihm die Stüße des übrigen Deutschland fehlt, und weil die gewaltsam, wider den Willen der Bevölkerung einverleibten Länder ihm im Fall eines Kriegs Kräfte entziehen, genau wie Desterreich früher durch Mailand und Venedig Kräfte entzogen wurden. Genug! Uebrigens fehlt es auch in Eng. land nicht an Zeitungen, welche die deutschen Verhältnisse rich tig auffassen. So findet sich zum Beispiel in dem Wochenblatt: Chronicle" ein trefflich geschriebener Artikel über den Rothstand in Ostpreußen, den wir in der heutigen Nummer vollständig unsern Lesern mittheilen. Es wird darin auf das Schlagendste nachgewiesen, daß der Ruin jener Probinz einzig und allein dem Bestreben Preußens zuzuschreiben ist, sich mit Hülfe Rußlands in Deutschland zu bergrößern. weil es das Lehrziel in den verschiedenen Schulen ein verschiedenes sein, damit der Arme ja nicht an Kenntnissen mit dem Reichen wetteifern könne. Gegen diesen nichtswürdigen Vorschlag, welcher der Bildung und dem Herzen seiner Urheber gleich wenig Ehre macht, fämpfte die demokratische Partei an, und schrieb der verdienstvolle Dr. Anton Rée eine Broschüre*), in der er mit Nachdruck das System gleicher, und zwar bestmöglicher Schul- Erziehung für alle Kinder fordert. Die Bemühungen der Demokratie blieben nicht wirkungslos; der Vorschlag wurde zurückgezogen, und ein bürgerschaftlicher Schulausschuß niedergesetzt, der neue, den Forderun gen der Humanität und Gerechtigkeit besser( wenn auch keineswegs vollkommen) entsprechende Vorschläge ausgearbeitet hat. Von denselben ein andermal. Der Leipziger Volksverein hat beschlossen, darauf hinzuwirken, daß in den Ausschuß, welcher das neue Steuergesetz vorbereiten soll, nicht bloß Grundbesißer und Handelund Gewerbetreibende, sondern auch Vertreter der Ar beiterklasse zugezogen werden. beiterklasse zugezogen werden. Die sächsischen Arbeiter werden die Wichtigkeit dieser Forderung begreifen und das Ihrige thun. " dergruß an die Arbeiter in Wien und ganz Desterreich" von Die Wiener, Vorstadt- Zeitung" bringt einen Bru ziation. In einer anderen Nummer druckt dasselbe Blatt einen dem Genfer Centralcomité der Internationalen Arbeiterasso= Brief ab, in welchem den österreichischen Arbeitern der Rath ertheilt wird, sich nicht dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, sondern der Internationalen Arbeiterasso= ziation anzuschließen. Wir können nur wünschen, daß der Rath befolgt werde. Daß die, österreichischen Arbeiter in die allgemeine Arbeiterbewegung eintreten, ist eine unab weisbare Nothwendigkeit. Jede isolirte Bewegung trägt den Todeskeim in sich. Zwischen der Internationalen Arbeiterassoziation und dem Allgemeinen D. Arbeiterverein kann aber die Persönlichkeiten, können die österreichischen Arbeiter dem Allg. Wahl keinen Augenblick zweifelhaft sein; ganz abgesehen von D. Arbeiterververeine schon deßhalb nicht beitreten, weil er sich in der Machtsphäre" einer despotischen Regierung befindet, und entweder den Zwecken des Grafen Bismarc dienen muß, oder ohne Gnade unterdrückt wird. Wie man uns aus Wien schreibt, wurde das ,, Manifest" Schweiger's an die österreichischen Arbeiter im dortigen Arbeiterbildungsverein nicht einmal verlesen; und fand Entdeckungsreise nach Wien geschickt worden war, das Terrain der Schatten Schweizers, Herr v. Hofstetten, der auf eine so wenig geheuer, daß er gleich am andern Tage seine Reisetasche wieder packte und nach München abfuhr. Herr Schulze( Delitzsch) ist mit dem Gang der ArbeiSchreibebrief hervorgeht, den er an verschiedene„ Freunde" in terbewegung in Wien durchaus nicht zufrieden, wie aus einem Desterreich geschickt hat. Es heißt darin: ,, Wenn Sie lesen, daß unter den Wiener Arbeitern die Befolger meines Systems gefallen sind, so möge Sie dies nicht beirren. Denn daß Jemand fich meinen Anhänger nenne, dazu ist erstens erforderlich, daß man mein System genau kenne, und im Allgemeinen etwas gelernt habe. Solche Anhänger kenne ich aber unter den Wiener Arbeitern nicht. Freilich, um Staatssubvention zu erlangen, ist keine Bilan der Unwissenheit einen treuen Verbündeten finden." Das reiche Hamburg entschloß sich bekanntlich vor anderthalb Jahren zur Gründung von Staats- oder Communalschulen. Nach dem Plan der Oberschulbehörde dung nothwendig, und deshalb wird die sozialistische Richtung immer sollten vier verschiedene Klassen von Schulen 1) Armenschulen, 2) Volksschulen, 3) mittlere und 4) höhere Bürgerschulen errichtet, und die Kinder je nach dem Zustand des Geldbeutels der Eltern in denselben untergebracht werden. Natürlich sollte das treffliche Schriftchen zurück. *) Die allgemeine Volksschule, oder Standesschulen? Zur Schulfrage in Hamburg, von Anton Née, Dr." Wir kommen auf Daß Herr Schulze ein System" geschaffen hat, ist uns etwas ganz Neues. Daß er seinen Gegner ,, Unwissenheit" vorwirft, wird Jedem, der den ,, Bastia t- Schulze" gelesen hat, gelinde ausgedrückt, kühn vorkommen. Und daß er seine Anhänger in Wien so grausam verleugnet, ist ein psychologisches Räthsel, mit dessen Lösung wir uns nicht den Kopf zerbrechen wollen. In Berlin haben die Gigarrenmacher sich genöthigt gesehen, die Arbeit einzustellen, weil ihnen von den Fabrikanten eine despotische und die Würde der Arbeiter aufs Tiefste verletzende Fabrikordnung aufgezwungen werden sollte. Den deutschen Arbeitern liegt die heilige Pflicht ob, ihre Brüder in Berlin zu unterstüßen; und sind wir gern bereit, Geldbeiträge für dieselben in Empfang zu nehmen. Herr Frische, der Gründer und Vorsißende des trefflich organisirten Eigarrenmachervereins, wurde vor einigen Tagen von der Berliner Polzei, die den Fabrikanten gefällig sein will, mit Ausweisung bedroht, wenn er nicht binnen 24 Stun den den Nachweis liefere, daß er in Arbeit stehe. Diese prachtvolle Illustration der Norddeutschen Freizügigkeit" machte indeß einen so üblen Eindruck, daß die Polizei, wahrscheinlich auf höheren Befehl, einlenkte, und der Sache ein beschönigendes Mäntelchen umzuhängen sucht. Die Hungersnoth in Ostpreußen. ( Aus dem Londoner ,, Ebronicle" für das ,, dem. Woch." übersetzt). Die glänzenden Erfolge Preußens in dem Kriege von 1866 beginnen mehr und mehr ihre Schattenseiten hervor zu Statt daß die Einheit Deutschlands erreicht worden wäre, ist Deutschland vielmehr auseinander gerissen worden, und während Preußen sich vergrößert hat, befindet sich das nicht preußische Deutschland in einer bedenklicheren Lage als zuvor. Zu gleicher Zeit sind in Preußen und in dem ganzen Norddeutschen Bunde die Lasten gewachsen und der allgemeine Wohlstand hat sich vermindert. Handel und Gewerbe stehen still, theils weil so viel Kapital durch den Krieg zerstört worden ist und so viele Arbeitskräfte durch das Heer in Beschlag genommen werden, theile und mehr noch wegen der allgemeinen Furcht vor einem großen Kriege. Selbst in Berlin, welches aus dem Kriege von 1866 den größten Vortheil ges zogen hat, hat der Wohlstand des Volkes abgenommen. Ee erhellt dies aus der officiell bestätigten Thatsache, daß die Mahlund Schlachtsteuer seit dem Kriege geringere Erträgnisse geliefert, als in den Vorjahren, obgleich die Bevölkerung um 40,000 Seelen gewachsen ist. Die Bevölkerung Berlins consumirt gegenwärtig weniger Brod und Fleisch als vor dem Kriege. Und wenn es sich so in der Hauptstadt verhält, so muß die Lage minder begünstigter Städte und Bezirke unfehlbar schlechter sein. Am meisten leidet die Provinz Ostpreußen, wo seit dem Anfang dieses Winters eine vollständige Hungersnoth ausgebrochen ist. Die unmittelbare Ursache dieser Calamitär war die schlechte Ernte des letzten Jahres, welche die Provinz um so härter betraf, als die Ernten von 1864 und 1865 bereits sehr spärlich ausgefallen waren, und die Bevölkerung sich daher schon in bedrängter Lage befand. Es versteht sich von selbst, daß die schlechte Ernte die Folge natürlicher Ursachen war, welche feine Regierung controliren fann; aber daß diese natürlichen Ursachen schließlich eine solche ungeheure Noth erzeugen konnten, muß überwiegend politi schen Verhältnissen zugeschrieben werden. Die 700 geographische Meilen umfassende Provinz Ostpreußen ist keineswegs unproduktiv. Es ist im Allgemeinen 52 ein fruchtbares Land, welches, obgleich ziemlich rauhen Klimas, fich sehr gut zum Getreide und Futterkräuterbau eignet. Ein hügeliger Bezirk( Masuren), der weit von dem Meer entfernt liegt und von Wäldern und Seen bedeckt ist, hat zwar einen dürftigen Boden; aber selbst hier ernährt das Land völlig die nur spärliche Bevölkerung. Zwei schiffbare Flüsse, Pregel und Niemen, und das Frische und Kurische Haff gewähren günstige Bedingungen für Handel und Echifffahrt. Ostpreußen ist der natürliche Stapelplatz für ganz Litthauen, wie Westpreußen für Polen. Aber die von der Natur geschaffenen Adern sind künstlich unterbunden und durch die russische Grenzsperre ver trocknet. Und dies ist der Hauptgrund des Mangels, der seit Langem in diesen beiden Provinzen herrscht. Was vermag die Seeküste, wenn sie von dem Innern abgeschnitten ist? Wäre dies nicht der Fall, so würden Ost und Westpreußen zu den blühendsten Provinzen des Königreichs gehören, und thatsächlich erfreuten sie sich zur Zeit des deutschen Ordens eines großen Wohlstandes. Manche prächtige Baudenkmäler jener Zeit und besonders die großen Weichseldämme zeugen von früherem Wohlstande, und die zahlreichen Städte und Dörfer, welche damals entweder schon vorhanden waren, oder gegründet wurden, berechtigen uns zu dem Schlusse, daß die Provinzen sehr dicht bevölkert gewesen sein müssen. Zur Zeit des deutschen Ordens war das Land so gut cultivirt als ir gend eins im eigentlichen Deutschland und besser verwaltet alé alle. Dieser Wohlstand war jedoch vorübergehend. Nach dem Fall des deutschen Ordens( durch Polen) in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts begann er zu finken und seitdem sind die Verhältnisse des Landes stets ungünstig gewesen. Vollfommen gelähmt aber sind die Provinzen, seitdem Rußland zur Oberherrschaft über fast ganz Polen gelangt ist. Es ist unmöglich, Kapital in dem Lande anzusammeln; und die Abwesenheit des Kapitals läßt feine Manufakturen zu, so daß die Bevölkerung genöthigt ist, sich fast ausschließlich auf den Acker bau zu beschränken, welcher aus denselben Gründen nur un vollkommen betrieben werden kann. Aber die Ausfuhr von Bodenerzeugnissen ist sehr beträchtlich; und sie ist das einzige Mittel der Bevölkerung, um ihren Bedarf von Colonial und Manufacturwaaren zu bestreiten und die Steuern zu bezahlen. Die Ausfuhr ist viel zu groß für die Agriculturverhältnisse des Landes; aber dem ist nicht abzuhelfen. Getreide wird das her gebaut, wo es besser wäre, Futterfräuter zu bauen, und auf diese Weise wird der Boden erschöpft, da der Mangel an Kapital seine künstliche Verbesserung verhindert. Darin be ruht das Geheimniß der zahlreichen Mißernten in einem Lande, das von Natur fruchtbar und unter günstigen Handels bedingungen eines großen Wohlstandes fähig ist. Die gegenwärtige Hungersnoth ist somit auf das enge mit der russischen Grenzsperre verbunden. Das Prohibitiv system fann nicht verfehlen, den Wohlstand Polens und Lit thauens ebenfalls zu beeinträchtigen. Aber das ist gleichgültig für die russische Regierung, welche nur die Ausdehnung ihrer Macht im Auge hat. Rußland wünscht die preußi schen Ostseeprovinzen auszuhungern, so daß fie bei günstiger Gelegenheit leichter erobert werden können, oder dahin gebracht werden, daß sie sich aus Verzweiflung freiwillig an Rußland an schließen, wie seiner Zeit Kurland. Ein Blick auf die Karte zeigt, von wie großer Wichtigkeit es für Rußlan ist, die Mündungen des Niemen und der Weichsel sich sichern. Nur so ist Rußland der Besiß von Polen und thauen gewiß und seine Herrschaft über die Ostsee unbestreit bar. In früheren Zeiten versuchte Rußland wiederholt, fi Danzig's zu bemächtigen und während des siebenjährigen Krieges nahm es Besitz von Ostpreußen und zwang die Bewohner den Unterthanencid zu leisten. Die Kaiserin Elisabeth ließ sogar Geld prägen, auf dem sie als Königin von Preußen bezeichnet wurde. Preußens Herrschaft über die Mündungen der Weichsel und des Niemen ist ein Dorn in Rußlands Fleisch. hauptsächlich, weil sie die deutsche Nationalität Kurlands und Livlands in ihrem Widerstande gegen alle Versuche der Verruffung fräfrigt. Es darf nämlich nicht vergessen werden, daß auch Kurland und Livland zum Gebiet des deutschen Ordens gehörten und sie noch durch manches Band aus jener Zeit mit Ost- und Westpreußen verknüpft sind. Rußland fühlt deßhalb, daß es, nachdem es einen Theil des Ordensgebietes an sich gerissen hat, früher oder später den Rest in seine Gewalt bringen muß und daß bis dahin sein gegenwärtiger Befiß nicht gesichert ist. Der Grenzverschluß, welcher fast einer Belagerung gleich kommt, bezweckt, die tünftige Annerion anzubahnen. 53 sich gefallen lassen muß. Ja es hat sich sogar gegen Rußland verpflichten müssen, die russischen Deserteure auszuliefern. Ohne dies wäre es für Rußland unmöglich, seine Grenzen zu schüßen, da sonst seine Grenzposten fortwährend desertiren würden. Preußen versieht also für Rußland Polizeidienste, um den Grenzcordon aufrecht zu erhalten. Diese unglückliche Lage ist einfach die Folge der Vergrößerung in Deutschland. Dieselbe Tendenz bestimmt die innere Politik der preußischen Regierung. Die östlichen Provinzen des Königreichs sind lange vernachlässigt worden, während sich die Thätigkeit der Regierung auf die des Innern und des Westens beschränkte, deren sie zur Unterstüßung ihres Einflusses auf die deutschen Kleinstaaten bedurfte. Die östlichen Provinzen wurden sowohl in Bezug auf die soziale Entwickelung wie auf die Verbindungsmittel in den Hintergrund geschoben und dadurch die schlimme Wirkung der russischen Grenzsperre noch fühlbarer gemacht. Die Schutzöllnerei des Zollvereins muß ebenfalls in Anschlag gebracht werden. Der Zollverein wurde nur ins Leben gerufen, um dem Westen und Süden Deutschlands zu dienen und steht den Interessen der deutschen Ostseeprovinzen, die nur wenige Fabriken und keine Bergwerfe besißen, feindlich entgegen. Der dadurch herbeigeführte hohe Preis des Eisens war für diese Provinzen ein Verlust, der durch nichts ausgeglichen wurde und die Verbesserung der Bodenkultur wesentlich hemmte. Alle diese Ursachen wirfen nun zusammen, und Alle haben denselben Ursprung: Preußens Trachten, sich zu vergrößern. Es ist auffällig, daß ein Staat wie Preußen fortwäh rend das unfreundliche Benehmen, ja die offene Feindseligkeit Rußlands erträgt. Man hätte vielmehr vermuthen sollen, daß er Rußland zwingen würde, den entgegengesezten Weg einzu schlagen. Preußen hat unbestreitbar das Recht dazu auf seiner Seite; denn in den Wiener Verträgen von 1815 wurde ausdrücklich festgesetzt, daß die Handelsbeziehungen der verschiede nen Theile Polens stets unbeschränkt bleiben, und kein Zoll 10 Procent übersteigen sollte. Preußen hat aber gestattet, daß diese Abmachungen unbeachtet blieben, so wie es zufrieden war und noch ist, daß das Königreich Polen eine russische Provinz wurde ein Arrangement, welches eben so sehr gegen seine eigenen Interessen wie gegen die Bestimmungen des Wiener Vertrags läuft. Die außerordentliche Rücksicht, welche Preußen dadurch gegen Rußland an den Tag legt, erscheint im ersten Augenblick als Feigheit oder Blindheit, aber in Wirklichkeit bildet sie einen Grundsaß der Politik, welche Preußen seit Friedrich dem Großen befolgt hat. Bon jener Zeit an hat Preußen ununterbrochen nach der eignen Vergrößerung in Deutschland getrachtet. Es hat nicht einmal Gewicht darauf gelegt, ein Theil Deutschlands zu sein, sondern gestrebt, eine unabhängige europäische Macht zu sein, um auf diese Weise die vollständige Oberherrschaft über Deutschland zu erringen. Diese Absicht gab natürlich zu fortwährender Feindseligkeit gegen Desterreich Beranlassung, und auf diese Weise wurde die Freundschaft Rußlands, wie schon Friedrich der Große erkannte, eine unumgängliche Nothwendigkeit für Preußen. Nach dem siebenjährigen Kriege verband sich Preußen zum ersten Male mit Rußland. Die Folge davon war die erste Theilung Polens. Es war allerdings für Preußen von Vortheil, auf diese Weise die natürlichen Grenzen seiner Baltischen Provinzen zu sichern, aber es gereichte zu seinem großen Nachtheile, die Macht Rußlands zu verstärken und diesen Staat sich zum nähern Nachbar zu machen. Nach der zweiten und dritten Theilung Polens wurden Rußland und Preußen unmittelbare Nachbarn, Die Geschwornengerichts- Entwürfe der sächsischen Regieund nachdem Rußland durch den Wiener Vertrag das ganze Großherzogthum Warschau erworben hatte- wofür Preußen die Schuld zum großen Theil selbst trifft wurde die Nachbarschaft noch gefährlicher. Der ganze Osten der preußischen Monarchie ist gegenwärtig in einer Länge von 180 geographischen Meilen von Rußland flankirt, ohne daß die Grenze natürliche Bertheidigungsmittel böte. Die Grenze liegt überall offen. Preußen kann in Deutschland keine Aenderungen ohne die Erlaubniß Rußlands vornehmen, und diese kann nur durch die äußerste Zuvorkommenheit gegen jene Macht erkauft werden. Das ist die Ursache, weshalb Breußen die Grenzsperre Preußen würde wohlhabend genug sein, wenn es der Wohlfahrt seiner Ostseeprovinzen die Mittel zugewendet hätte, die es für seine Eroberungen in Deutschland verausgabt hat. Es würde dann in Schlesien vor zwanzig Jahren keine solche Hungersnoth geherrscht haben, wie sie jeßt in Ostpreußen wüthet. Deutschlands Frieden wäre nicht gestört worden und das Zusammenwirken seiner Glieder würde es ohne Ueberspannung seiner Kräfte in Stand gesetzt haben, sich gegen jeden Feind zu behaupten und auf diese Weise den Frieden Europas zu sichern. Wenn Preußen danach lechzte, seinen kriegerischen Charakter zu erhalten und blutige Lorbeeren zu gewinnen, so würden ihm seine östlichen Grenzen dazu Gelegenheit geboten haben, und es hätte mit Erfolg die Waffen, die es gegen Desterreich wandte, gegen Rußland richten fönnen. Preußen würde dadurch nicht nur seinen eigenen Interessen gedient, sondern auch dem ganzen Westen Europas eine Wohlthat erwiesen haben. Es wäre dies der beste Weg gewesen, seine deutsche Mission" zu erfüllen. Die Hungersnoth in Ostpreußen folgt naturgemäß auf Preußens friegerische Triumphe von 1866. Denn die Hauptursache des Unglücks liegt glüds liegt wie selbst preußische Zeitungen und Redner auf dem preußischen Landtage erklärt haben- nicht in Naturereignissen, sondern in den politischen Zuständen. rung. ( In der legten demokratischen Parteiversammlung zu Dresden bildeten diese Entwürfe den Anlaß zu einer lebhaften Diskussion, an welche der nachstehende, für die letzte Nummer leider zu spät eingetroffene Artikel zum Theil anknüpft). Keiner von den, dem gegenwärtigen Landtage von der Regierung zugewiesenen Gesetzgebungsarbeiten dürfte durch ihren bloßen Titel in liberalen Kreisen eine so sympathische Aufnahme gesichert gewesen sein, als der projectirten Einführung der Geschwornengerichte. Geschickte Notizen in den Zeitungen halfen diesen Eindruck steigern. Und als nun gar einer der Hauptmatadore der 23 jährigen Agitation für Einfüh rung von Schwurgerichten( Dr.Schaffrath) auf der Tribüne der demokratischen Partei mit dem Ausspruche erschien, daß die den Ständen vorgelegten Entwürfe hinsichtlich ihrer Freifinnigkeit den Vergleich mit keinen der in Deutschland bestehenden Schwurgerichtsgesetzgebungen zu scheuen brauchten und den Ständen nur zu rathen sei, fie en bloc anzunehmen wer hätte da noch daran zweifeln sollen, daß hier in der That endlich ein Act jener entschiedenen und durchgreifenden Reform vorliege, welche als bestes Schußmittel für die bedrohte Eristenz des sächsischen Staats seit vielen Jahren, leider immer und auch noch 1866- vergebens, verlangt worden ist? Es mag freilich hart ankommen, diesen Wahn zu zerstöAber wenn man den Verschönerungsversuch so weit treibt, wie das auswärts häufig für officiös gehaltene Dresdner Localblatt, welches aus dem aufrichtigeren officiellen alles von Dr. Schaffrath zum Lobe der Vorlagen Gesagte, sammt der von ihm vorgelegten Resolution abdruckt, dagegen hinwegläßt, daß diese, statt Beistimmung zu finden, allgemeinen Wiederstand erweckte; und ein anderes hochsächsisches Blatt auf Schaff rath's Autorität hin dem Werke des buntschillernden NationalLiberal- Conservatismus nothwendig große Vorzüge" zuschreibt so streift das etwas ins Gebiet der höheren Komik. Nun, dann und wann schläfert auch den guten Homer". Wir wollen deshalb weder über diesen Mißgriff, noch über den Schaff rath's, einen Entwurf zur unveränderten Annahme zu empfehlen, welcher den wesentlichsten von ihm selbst ein Menschenalter lang vertheidigten Forderungen nicht entspricht, viel Worte verlieren. Daß es ein Mißgriff war, wie er nur einem über dem Juristen zeitweilig den Politiker völlig vergessenden Denker passiren kann, darüber konnte ihn die Abtrünnigkeit selbst eines so treuen Gesinnungsgenossen wie Bromme, der sich vergebens bemühte, die Discussion von dem anstößigen Inhalte der zur Annahme empfohlenen Gefeßentwürfe auf die alte Frage von der Nichtzuständigkeit der gegenwärtigen Stände abzuleiten, nicht im Zweifel lassen. Wigard, der, um sich selbst an der Discussion zu betheiligen, die Leitung der Verhandlung an Gruner abgegeben hatte, erachtete schon unter dem ersten Eindrucke der Schaffrath'schen Auseinanderseßung mindestens eine starke Hervorhebung der von dem Referenten selbst nicht verschwiegenen Hauptmängel des Entwurfs in der Resolution für unerläßlich. Die Berichte über die gepflogenen Erörterungen, die sich meist an die gefaßten Beschlüsse als an die muthmaßliche Quintessenz halten, würden sonst nach der Schaffrath'schen Fassung: In Erwägung, daß die Einführung der Geschwornen in Sachsen nicht noch länger und daher auch nicht bis zum Zustandekommen eines Gesetzes für den ganzen norddeutschen Bund zu verschieben, und in Erwägung, daß von den gegenwärtigen Ständekammern eine wesentliche Verbesserung der von der Regierung vorgelegten Gesezentwürfe über Einführung der Geschwornengerichte nicht zu erwarten ist, erklärt es die Versammlung der demokratischen Partei für wünschenswerth, daß beide Geseßentwüfe von den Ständekammern en bloc angenommen werden," diese Mängel so gut wie todtgeschwiegen haben und ihre Wirfung nach außen eine ganz andere gewesen sein, als die des Vortrags auf die Versammlung. Aber auch dieses, späterhin vom Antragsteller selbst aufgegebene Amendement genügte der Mehrzahl der Versammelten nicht, welche sich vielmehr der von Walster in einem Gegenantrage ausgesprochenen Meinung zuneigte, daß diese Entwürfe für die demokratische Partei geradezu unannehmbar seien. Schon der Umstand, daß der Zehnthaler Census und die Auslese des Gerichtsvorsitzenden den Kreis der zu Geschwornen wählbaren Personen haupt54 sächlich bestimmen sollen, mußte in hohem Grade gegen den Entwurf einnehmen und es konnte dieser Eindruck kaum da durch gemildert werden, daß wenigstens ein Gerichts-, nicht wie in Preußen und Frankreich ein Verwaltungsbeamter die Auslese vornehmen und der Wahlausschuß( die Geschwornen werden aber schließlich ausgelost) eine präsumtiv liberale Zusam menseßung erhalten sollte. Der Zehnthaler Gensus stellt nach unserer Steuerverfassung hauptsächlich Hausbesizer, resp. Bauern als schwurgerichtsfähige Personen zur Verfügung, und die Annahme liegt sehr nahe, daß mit der Einführung von, auf dieses Element gegründeten Schwurgerichten die gerühmte Unabhängig keit der letzteren sich ebenso sehr als Schein erweisen würde, als die Selbstständigkeii unserer überwiegend bäuerlichen Abgeordnetenkammer. Wie diese die Gehässigkeit manches freiheitsfeindlichen Gesetzes, so würden die Schwurgerichte die Mißliebigkeit manches, die öffentliche Meinung schwer treffenden Urtheilsspruches auf sich nehmen. Alle Welt denkt natürlich hierbei an politische und Preß- Vergehen, um derentwillen hauptsächlich die liberale Partei von jeher Schwurgerichte gefordert, und für die sie dieselben auch schon im Jahre 1848 erlangt hatte. Aber dieselben Männer, die in unerbittlichem Eifer für das formelle Recht, statt der Einführung des allgemeinen Wahlrechtes nur die Wiederherstellung des 1848er Wahlgesetzes er streben, sie können es, nach Schaffrath zu schließen, mit ihrer Rechtsüberzeugung vereinbaren, statt des 1848er Schwurgerichtsgefeßes eine Vorlage anzunehmen, welche die Formen des Verfahrens beibehält, manches sogar verbessert, aber das Wesen, die Befreiung der politischen Discussion von dem Ermes sen der Beamten, jene wichtige Ergänzung des Constitutiona lismus, dahin giebt! Nur Verbrechen, die mindestens mit vier Jahr Arbeitshaus bedroht find, sollen nämlich vor die Geschwor nen kommen. Die Uebervorsichtigkeit ist dieselbe, wie bei den ,, getreuen Ständen", die auch, wie Schaffrath bei einer an dern Gelegenheit auseinanderseßte, wesentlicher constitutioneller Rechte entbehren. Solches mag, wie Bahlte ich treffend be merkte, die demokratische Partei, wenn es nicht abzuwenden ist, mit gekreuzten Armen über sich ergehen lassen sich da für ereifern nimmermehr! Weiße Sklaven. III. ( Schluß.) Am 21. Februar dieses Jahres erschien vor meiner Arbeit Steiger Kröder und sagte:„ Munkelt, gestern war ich auch im Gerichts Amt wegen Arenberger" und fragte dann, ob es Jemand gehört habe, was er( Steiger Kröder) gegen mich über Arenberger geäußert habe? Ich bin gewöhnt der Wahrheit das Wort zu reden, und folglich erklärte ich dem Steiger Kröder: Ich weiß noch ganz gut, was Sie gegen mich selbst über Arenberger vor dessen Ablegung( Entlassung) geäußert haben, und auf Verlangen schreibt es mir mein Rechtssinn vor, durch den Eid zu erhärten, was Sie gesagt haben!" Darauf erwiderte Steiger Kröder: Sie, Munkelt, haben nicht nothwendig die Leute aufzuheßen, ich( Steiger Kröder) werde dem Herrn Director Meldung machen; Sie hatten nicht nothwendig Arenberger das zu sagen, und das Geld, was ihr noch auf euer gehabtes Geding beanspruchen wollt vom Querschlag, will Querschlag, will ich euch( mit Respect zu melden) —". Dabei drohte mir Steiger Kröder, bei dem allermindesten Vorkommen einer Unregelmäßigkeit bei meiner Arbeit, mich aus dem Schachte zu jagen. Ich entgegnete, daß ich die ausges I 1 t ព i g h 9 પ 55 sprochene Drohung nur als Rachsucht betrachten könne, worauf Kröder mich verließ. Am 24. und 25. Februar dieses Jahres erkrankte ich, und zwar so, daß ich nicht im Stande war, das Bett zu verlassen; am 26. Februar, obgleich noch nicht ganz gesund, meldete ich mich früh bei Herrn Obersteiger Müller zur Arbeit, welcher mir aber nicht gestattete einzufahren, sondern mich anwies zu warten, bis mich der Herr Director ,, vor nehmen" würde, was früh 8 Uhr in der Steiger- Expedition ge schah. Herr Director Müller hielt mir zuerst vor, daß ich ungemeldet von der Arbeit weggeblieben sei, wogegen ich ihm einhielt, daß ich als tranf angemeldet sei. Auf Befragen, wo ich beide Tage gewesen sei, erklärte ich, daß ich zwei Tage im Bett zugebracht habe, worauf mir der Herr Director vorhielt, daß ich in der von Herrn Liebknecht abgehaltenen Wähler bersammlung am 25. Februar gewesen und erkannt worden sei. Ich forderte den Namen der Person, die mich in jener Volksversammlung gesehen und das hinterbracht habe, da ich gedachter Versammlung nicht beigewohnt hatte, noch beiwoh nen konnte, und drohte die Person gerichtlich belangen zu laffen. Darauf bezeugte Steiger Kröder, welcher zugegen war, daß ich jener Versammlung nicht beigewohnt hätte und als frank angemeldet sei, worauf mir der Herr Director gestattete, wieder einzufahren. Am 18. März dieses Jahres, früh 9 Uhr, befahl mir Obersteiger Müller in der Grube, Nachmittags 1 Uhr auszufahren, und mich bei dem Herrn Director zu melden. Diesem Befehl kam ich nach. Der Herr Director erflärte mir Folgendes: ,, Munkelt, Sie agiren mit einem gewiffen Arenberger, welcher früher hier in Arbeit gestanden hat, die beiden Steiger Kröder und Krüger wegen des frühern Gedinges auf dem obern Querschlag zu verklagen. Sie haben einen Brief von Arenberger ihren Kameraden gezeigt, und zu Unterschriften und Geldunterstützung für denselben aufgefordertich kann Sie nicht länger auf dem Schachte dulden, Sie sind ein Aufwiegler und müssen entfernt werden. Arenberger kann nicht recht im Kopfe sein, Sie agiren mit so einem Menschen, mit so einem Schwimmer,) so einem Fischer,) Munkelt, Sie dürfen nicht eher wieder in die Grube fahren, bis Sie sich gerechtfertigt haben." Darauf wurde ich entlassen, aber doch mit meinem guten Bewußtsein, mich eines Bergehens nicht schuldig gemacht zu haben. Seit dem 18. März dieses Jahres bin ich nun arbeitslos; wie schwer es für einen Familienvater ist, so ungerechter Weise arbeitslos zu sein, will ich hier nicht näher berühren. Mit welcher Ungerechtigkeit aber die Herren Officianten der„ Neuen Fundgrube" ihre Winkelzüge zu verdecken suchen, darüber mag borliegender Bericht Ihnen, Herr Director des Vereins, Aufschluß geben, indem ich mit bester Ueberzeugung die vollkommenste Wahrheit berichte. Ich sehe mich daher veranlaßt, Herrn Director Müller in Klagestand zu verseßen wegen der hier angegebenen Beleidigungen gegen mich, die allen und jeden gerechten Grunds entbehren. Weil ich auf der„ Neuen Fundgrube" zu Schaden gekommen bin, auf einem andern Werke deshalb Arbeit nicht erlangen fann, und meine Entlaffung allen und jeden gerechten Grunds entbehrt, behalte ich meine gerechten Ansprüche auf die bei der Neuen Fundgrube" befindliche Knappschaftscaffe ausdrücklich vor. Ich erwarte schließlich, daß auch Sie, Herr Director Becker, diese Angelegenheit nicht ununtersucht vorüber gehen lassen werden, und bitte, mir gütigst Ihr Gutachten mittheilen zu wollen. In Hochachtung und Ergebenheit zeichnet, Lugau, den 24. März Anton Heinrich Julius Munkelt, Bergarbeiter daselbst. 1867. *) Kameraden Munkelt's. Lugau, den 3. Febr. 1868. Ich habe vom 18. März 1867 bis zum 1. August 1867 arbeitslos dagestanden, und bis zu dieser Zeit nie Unterstüßung erhalten; es wurde mir aber von einem frühern Beamten der Neuen Fundgrube", dem als Ehrenmann bekannten Herrn Bergfactor Hermersdörfer auf mein Ersuchen ein Arbeitszeugniß ausgestellt, dem ich es verdanke, daß ich) Arbeit erhielt, und zwar bei dem Herrn Obersteiger Störzel auf„ Neue Grube Westphalia," aber nur mit der Bedingung, feine Ansprüche auf Unterstüßung wegen meines Bruchs zu machen, denn jedes Werk hat für seine zu Schaden gekommenen Arbeiter zu sorgen, und mich müßte die Neue Fundgrube" unterstüßen. Ich füge hier noch das Arbeits- Attest bei, welches mir Director Müller von der Neuen Fundgrube" ausgestellt hat: Inhaber stand vom 6. Decbr. 1857 als Häuer bis dato in Arbeit, verhielt sich zwar ehrlich und bis zu einem gewissen Grade*) auch fleißig, wird aber in Folge eines Versuches, seine Kameraden aufzureizen, mit ihm und einem gewissen Arenberger die beiden Steiger wegen einer von ihm angegebenen Fälschung der Gedingabnahme gerichtlich zu verklagen, hier sofort entlassen. Lugau, den 19. März 1867. B. Müller." Es ist zu bemerken, daß ich nebst meiner Familie bis zum 1. August vorigen Jahres in die mißlichsten Verhältnisse gerathen bin, so daß mir mitleidige Menschen in meiner trübseligen Noth beistehen mußten. Seit ich wieder in Arbeit bin, habe ich diese edlen Menschenfreunde wieder zu befriedigen. Director Müller ist von mir seit dem 2. Mai 1867 bei dem königl. Gerichtsamt Stollberg in Klagestand verseßt, und bis jetzt ist der Prozeß so weit entschieden, daß Müller wegen seiner Beleidigung gegen mich mit 1 Thlr. bestraft und in sämmtliche Kosten verurtheilt worden ist. Aber in Bezug auf mein Arbeitszeugniß ist nichts bewirkt worden, und habe ich deßhalb der königl. Staatsanwaltschaft bei dem königl. Bezirksgericht Chemnitz die Sache zur weitern Verfügung übergeben., Ich hatte auch einen Sohn auf der Fundgrube" als Grubenjungen in Arbeit, welcher ein Alter von 16 Jahren hat, auch Knappschaftsmitglied war. Director Müller sowie die beiden Steiger saben sich veranlaßt auch diesen zu entfernen, welches zwar mit 4 wöchentlicher Kündigung statutengemäß geschah, ihn aber auch brodlos machte und dabei noch um die eingezahlten Knappschaftsgelder brachte. Ich selbst habe in meiner Dienstzeit in die Knappschaftskaffe gegen 60 Thlr. eingesteuert, und mein Sohn in 2 Jahren 10 Thlr. Jetzt sind wir aller Unterstügung beraubt; darüber werde ich aber weitere Untersuchung bei der Knappschaftskasse einleiten. Im Monat Mai 1867 befand ich mich mit meiner verlassenen Familie, der Frau und 3 Kindern, mit weinenden Augen und betrübtem Herzen in meiner Wohnung, da kam. ein mitbetheiligter Arbeiter von jenem Aftergedinge zu mir und fragte mich, wie es mir gehe. Ich sagte:„ Ich mag an flopfen, wo ich will, nirgends erhalte ich Arbeit auf dieses Attest." Im Monat December vorigen Jahres kommt Derselbe wieder zu mir und spricht: Munfelt, ich habe gehört, Kröder ist bei dem königl. Gericht als Zeuge gegen Dich abgehört worden, nun will ich Dir erst sagen: Du wirst Dich erinnern können, daß ich im Monat Mai bei Dir war. bin dazumal von Kröder abgeschickt worden Erkundigungen bei Dir einzuziehen, ob ich etwas unrechtes erfahIch *) Wer sich zehnthalb Jahr abgerackert und zu Schanden gearbeitet hat ,,, bis zu einem gewissen Grad fleißig"! Welche Gräuel läßt dieser Eine unbewachte Ausdruck ahnen! be= ren könnte." Und nun erzählte er mir Alles. Wenn er dem Director und den beiden Steigern genug, was mich schlecht hinstellte, zutrüge, wollten fie ihn lohnen, und auch als Kohlenmesser einseßen. Aber er machte den Judas Ischarioth nicht, und wird auch bei dem nächsten Verhör mit seinem Eid neben mir stehen. A. Munkelt. Aus Amerika. New- York, den 29. Januar. Der Congreß glaubt seine bisherige Feigheit endlich durch verzweifelte Gegenwehr gegen Johnson wieder gut machen zu Den geraden Weg zur Vernichtung ihres Gegners, seine Abseßung, haben die Gesetzgeber nicht zu gehen gewagt; sie lieben zu sehr die Flickarbeit und die Gelegenheits- Gesetzgebung, mit welcher sie schon immer gegen einen einzelnen Menschen zu kämpfen versuchten. Und doch hatte Johnson mehr Mittel, den Congreß zu chifaniren, als dieser anwandte, ihn unschädlich zu machen. Das Gelegenheits- Gesetz, wonach ohne Zustimmung des Senate kein Kabinets- Mitglied entlassen werden soll, nahm dem Präsidenten mit dem Recht, seine Minister auszuwählen und zu entlassen, auch die Verant wortlichkeit. Der Kriegsminister Stanton ist nun zwar in sein Amt wieder eingesetzt, aber der Präsident hat bisher noch nicht mit ihm verhandelt und läßt seine militärischen Befehle direkt durch den Ober General Grant in Vollzug setzen. Wie lange wird dies aber thunlich sein? und wird sich Grant immer auf Stantons Umgebung einlassen? Warum sollte Johnson den Ober- General im Falle der Unfolgsamkeit nicht verhaften lassen, und mit Hülfe eines gefügigen Nachfolgers Stanton verdrängen lassen können? Das RefonstruktionsDas RekonstruktionsGesetz, welches ich in meinem letzten Berichte erwähnte, ist mit überwältigender Mehrheit durchgegangen. Es bestimmt 1) daß die bestehenden Regierungen in den Rebellen Staaten nicht weiter anerkannt werden sollen; 2) daß Grant die Macht erhält, das ganze Rekonstruktions- Werk durchzuführen und dabei die Ober- Offiziere nach Belieben anzustellen und abzuseßen; 3) daß Grant berechtigt ist, alle Civil- Beamten anzustellen und abzuseßen, und daß dem Präsidenten das ihm früher ertheilte Recht genommen wird, Militair- Beamte im Süden zu verwenden; 4) daß der Präsident keinen Theil der Armee zum Beistand der provisorischen Regierungen in den Rebellen- Staaten verwenden darf; 5) daß jede Person( gemeint ist natürlich Johnson), welche gewaltsam die Ausführung der Befehle Grants zu hindern sucht, zu Geldstrafe und Gefängniß bis zu zwei Jahren verurtheilt werden soll. Durch dieses Gesetz, welches binnen kurzer Zeit rechtskräftig geworden sein wird, ist der Präsident thatsächlich abgefeßt; dagegen wird ein Soldat, den man zu seinem Nachfolger bestimmt hat, zum Diktator gemacht. Wenn es nun aber zur praktischen Ausführung kommen soll, wer hindert den Präsidenten, als Oberbefehls haber der Armee den Artikel 5 über den Haufen zu werfen? Weiß er nicht, daß der Congreß mehr Angst vor seiner Absezung hat, als er? Johnson kann, unbesorgt um die Folgen, seine Soldaten nach dem Süden senden, und der Congreß wird dann wieder ein neues Gelegenheits- Gesetz machen müssen. Jedenfalls wird von dem Gelingen dieses Gesetzes Sein oder Nichtsein der republikanischen Partei, d. h. die Entscheidung der nächsten Präsidentenwahl abhängen. Ein anderes Aushülfe- Gesetz bestimmt, daß fünftig eine Zweidrittels Majorität des Ober- Bundes- Gerichts erforderlich ist, um über die Gesetz mäßigkeit eines Congreß- Gesezes zu entscheiden. Man wußte Berantwortlicher Redacteur: B. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. 56 nämlich, daß die Mehrheit der 9 Bundesrichter der alten Zeit angehört, während nur 4 mit der Politik des Congresses übereinstimmen; und eine Klage über die Geschmäßigkeit des Refonstruktions- Gesetzes soll nächstens verhandelt werden. Grants achselträgerisches Benehmen gegen den Präsidenten, dem allein er sein Amt als Kriegsminister zurückgeben durfte, hat ihm die Berdammung der demokratischen Partei zugezogen, welche früher nicht ganz abgeneigt war, ihn als Candidaten aufzustellen. Er hat sich jetzt unzweideutig als Anhänger des Congresses hingestellt, d. h. er sucht seine Ernennung zum Präsidenten schon im Voraus bei einer Partei zu sichern, die ihm Alles zu verdanken haben soll. Hat er erst die Gewalt in den Händen, so wird die Partei erfahren, ob er noch so eifrig die Beschlüsse des Congresses ausführen wird, als er jetzt zu thun vorgiebt. Vermischtes. An Irish Bull. Graf Bismarck macht bekanntlich mitunter Wiße, Wize, gehörte er doch einst zu den fleißigsten Mitarbeitern des ,, Kladderadatsch", der ihm ja auch vermuthlich aus alter Kameradschaft seit Jahren sehr eifrig dient. Neulich bei einer Unterredung mit dem amerikanisirten Hrn. Karl Schurz( der in seinen jungen Jahren Herrn Professor Kinfel dem Nationalliberalismus rettete) ließ Graf Bismard fein altes Talent recht lustig aufflackern. Nachdem er sich an dem republikanischen" Posa weidlich ergößt hatte, bemerkte er ihm auf eine gesinnungstüchtige Drohung mit der Revolution: ,, Wenn in Paris Revolution ausbricht, so würde ich ohne Bedenken mit der ganzen Armee, dem stehenden Heer, der Landwehr und dem Landsturm das Land verlassen, und Preußen würde ganz ruhig bleiben." Natürlich, wenn alle Soldaten, Landwehrleute und Landſtürmler, d. h die ganz männliche Bevölkerung aus Preußen geschafft sind, ist ein Revolution unmöglich; sie müßte denn von den Weibern ge macht werden. Es wird nicht berichtet, was Herr Schurz z diesem glänzenden Exemplar eines Irish Bull( Irische Ochsen 1 so nennt man jene Gattung von Wizen) gesagt hat. Bers muthlich wurde er dadurch in seiner Bewundrung für den genialen Staatsmann" nur bestärkt. Ein braver Gensdarm. Man schreibt uns: 3 Meerane hatte eine Frau ein Brod weggenommen und wa damit fortgelaufen. Der Bäcker schickt zum Gensdarm, un dieser geht zur Frau. Sie sagt ihm, als er eintritt, sie wi schon, was er wolle, sie habe das Brod gestohlen, aber habe es thun müssen, weil sie mit ihren 4 Kindern 3 Tas lang nichts zu essen gehabt. Darauf verhaftete der Gene darm die Frau? nein er gab ihr einen Gulden un sagte ihr, damit solle sie erst das Brod bezahlen, und dan sich noch etwas zu essen kaufen. Dann ging der Gensdar auf das Rathhaus, erzählte Alles, und rieth den Herren, fi doch ja um die Lage der Armen zu bekümmern, es könn sonst gefährlich werden. Ehre dem Braven! Der hat H und Kopf auf dem rechten Fleck, und wäre in Ostpreußen a Blaz, an Stelle des Maurach. Doch halt i wir wolle von dem Maurach nichts Uebles reden, denn er ist soeben. seiner Menschenfreundlichkeit(!!) von dem König von Preußen einem huldvollen Handschreiben allergnädigst belobt worden und da könnte man am Ende herausfinden, wir hätten Diener den Herrn treffen wollen. Und Majestätsbeleidigunge gehen wir gern aus dem Weg. Leipzig.; 1 Druck und Verlag: C. W. Vollrath. Ervedition: Windmühlenstraße 14. h fe BEURREAL