Demokratisches Wochenblatt. No. 11. Organ der deutschen Volkspartei. Leipzig, den 14. März. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Plage einschließlich Bringerlohn 122 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren M. Dolge am Markt, 6. Reichert Hainstraße 27, G. Hofmann Brühl 40, G. Dehler Neumarkt 6, G. Richter Peterssteinweg 7, Leipziger Consumverein Universitätsstraße und die Expedition d. Blattes C. W. Vollrath Windmühlenstr. 14. Für Dresden Filialexpedition F. W. Grellmann Wallstraße 10. Mit Nr. 13 schließt das erste Quartal unseres Wochenblattes, und wir bitten die geehrten Abonnenten, die Bestellungen auf das neue Quartal rechtzeitig zu bewirken, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Charakteristik der gegenInhalt: Politische Uebersicht. wärtigen Theuerung und Geschäftsstockung.. Gine Stimme aus dem russischen Polen.. Amerika. Vermischtes. Weiße Sklaven. Aus England. Aus Politische Uebersicht. Der Ertrinkende greift nach einem Strobbalm, und so ist " angepriesene Machtstellung" Großpreußens und des Norddeutschen Sonderbunds! Wenn wir ferner bedenken, daß Marschall Niel es war, der nach der Schlacht von Königsgräß den Krieg mit Preußen für eine Nothwendigkeit erklärte, die nur so lange hinausgeschoben werden müsse, bis Frankreich gerüstet sei; und wenn wir weiter bedenken, daß die Richtigkeit der Behauptung Niels, Frankreich habe die beste Infanteriewaffe und damit einen Vorsprung vor dem übrigen Europa, von preußischer Seite indirekt durch das Eingeständniß zugegeben wird, daß das Zündnadelgewehr den 3eitansprüchen nicht mehr so können wir den Ernst der Situation einigeres nicht zum Verwundern, daß das geängstigte Bürgerthum Europas aus der Thronrede des Königs von Preußen und aus einer Aeußerung des französischen Staatsministers Rouher Friedenshoffnungen zu schöpfen sucht. Nur die Verzweiflung maßen würdigen. tann solche Thorheit entschuldigen. Thronreden sind sprüch I wörtlich wegen ihrer vagen, unbestimmten Ausdrucksweise, und bon ihnen gilt ganz besonders das Wort, daß die Sprache dringend bedarf, in Szene gesetzt werden soll, das ersehen wir bloß dazu da sei, die Gedanken zu verhüllen; überdieß hatte bei dem vorliegenden Anlaß der König von Preußen, welcher den Krieg fürchten muß, ganz besondere Ursache, einen friedlichen Ton anzuschlagen. Was aber die Rouher'sche Aeußerung Wie die Aktion", welche das imperialistische Frankreich offenbar beabsichtigt, und deren es zur Fristung seiner Eristenz in ziemlichen deutlichen Umrissen aus den Gerüchten, die über die Reise des Prinzen Plonplon gefliffentlich ausgestreut werden; ,, Er wolle," so versichert man ,,, die Wiederherstellung Polens aufs Tapet bringen, Preußen von der " angeht, so wurde sie selbst wenn ihr an sich irgend welche russischen Allianz abziehen." Bedeutung inne gewohnt hätte vollständig aufgehoben durch die ihr unmittelbar folgende Erklärung des Kriegsministers Riel: In ein paar Monaten hat unsere gesammte Armee das neue Gewehr, das vollkommenste in Europa. Die an deren Staaten müssen nothgedrungen sehen, uns nachzukom men; allein wir haben zwei Jahre voraus und das ..Die Wiederherstellung Polene" ist eine Trumpffarte, die von den Feinden Preußens längst in Betto gehalten wird. Von den Feinden Preußens. Denn die Spiße der polnischen Frage ist gegen Preußen eben so gut gerichtet, wie gegen Rußland. Desterreich, die dritte der Theilungsmächte, die aber befanntlich nur widerstrebend in dieses größte politische Verbrechen" nen, weil es dadurch seinen Hauptfeind, Rußland, lahm legt. verliert es die Operationsbasis für seine Er will viel sagen." Das heißt: In ein paar Monaten find wir willigte, kann durch die Wiederherstellung Polens bloß gewin triegsbereit, und das Ausland, welches es nicht ist, muß nach unserer Pfeife tanzen! Zur Noth braucht man auch die paar Preußen dagegen besteht nur durch die Unter Monate nicht verstreichen zu lassen. Schon jegt hat Frank stüßung Rußlands. Bricht es mit Rußland, so im Geruch der Phrasenmacherei steht, einen großen Vorsprung. oberungspolitik in Deutschland, so hört es auf, reich nach den Auslassungen seines Kriegsministers, der nicht Hatte es ihn doch sogar bereits im vorigen Frühjahr. Hätten Preußen zu sein, und muß in Deutschland auf. wir im letzten Frühjahr 140,000 Mann weniger unter den Waffen gehabt, so wären wir heut mitten im Krieg." Mit reißung der russischen Allianz vorschlagen, heißt also, es zu anderen Worten: Wenn Preußen damals nicht die Ueberlegen einer Negation seiner hundertjährigen Geschichte auffordern, heit Frankreichs anerkannt und Luxemburg gutwillig ihm einen politischen Selbstmord zumuthen. Beherausgegeben hätte, wäre es durch einen Krieg stätigt es sich, daß die Reise Plonplon's den angegebenen Zweck dazu gezwungen worden. gehen. Preußen die Wiederherstellung Bolens und die Zer Beiläufig ein prächtiges Streiflicht auf die rennomistisch Frage jegt in derselben Weise gegen Preußen hat, so ist der Beweis geliefert, daß Bonaparte die polnische auszuspielen entschlossen ist, wie vor neun Jah ren die Italienische Frage gegen Desterreich. Inzwischen musst sich die offiziöse preußische Presse nicht; sie duldet lammfromm die französischen Unverschämtheiten; der Muthige weicht zurück nach Biarriz wie nach Olmüz. Graf Bismarck verharrt in seiner offiziellen Krankheit, soll jedoch ungewöhnlich stark arbeiten. Seine letzte Arbeit war die Verzeichnung einer Niederlage, die ihm ein schwä bischer Bürgermeister beigebracht. Besagter Bürgermeister versäumte es nämlich, die Wahllisten für das Zollparlament rechtzeitig anzufertigen. und die erschreckliche Folge ist, daß die Wahlen in Württemberg und der Zusammentritt des ganzen Zollparlaments verschoben werden mußte. Erwägt man die wichtige Rolle, die dem Zollparlament in der großpreußischen Komödie zugedacht war, so wird man die Tragweite dieses Ereignisses begreifen. Der große Staatsmann", durch den Schultheiß von Künzelsau matt gefeßt, wer hätte sich das vor einem Monat träumen lassen! Zum Glück für Herrn von Bismarck ist der Saz:„ das Lächerliche tödtet", nur in Frankreich wahr. " Nun kommt der Reichstag vor dem Zollparlament zu sammen, und zwar am 23. d. Monats, d. i. wenn eine genügende Anzahl der diätenlosen Abgeordneten es der Mühe werth erachtet, die Fahrt nach Berlin zu unternehmen. Die Leser werden sich wohl erinnern, daß Graf Bismarc neulich eine Lanze für ,, Dezentralisation" brach, was seinen„, libera len" Lobrednern viel Wasser auf die Mühle leitete. In Frankreich führt der Militärdespotismus seit Jahren dieses Wort im Munde, und versteht darunter Stärkung der Präfektenmacht; daß Graf Bismarck seinen gestrengen Lehrmeister an der Seine auch in dieser Beziehung treu fopirt hat, plaudert die„ Kreuzzeitung" aus, indem sie die., Dezentralisation" als Stärkung der landräthlichen Macht definirt. Wenn ein Landrath dieses oder jenes unbequeme Blatt unterdrücken, diesem oder jenem unbequemen Hungerleider die Pflicht, mäuschenstill den Typhustod abzuwarten, begreiflich machen will, soll er nicht erst nach Berlin zu telegraphiren haben. Es geht nichts über ein gutes Wort. Mittlerweile haben die Ostpreußen es sich wirklich in den Kopf gesetzt, nicht mehr ruhig verhungern zu wollen und in Labiau kam es dieser Tage zu Ruhestörungen, das Bolf, welches sich dem findlichen Glauben hingab, der König habe in seiner väterlichen Güte Nahrungsmittel geschickt, erzwang die Deffnung einiger Kornmagazine. Natürlich beeilte der Herr Landrath sich, sofort die für solche unverzeihliche Selbst. hülfe allein passende Medizin, in Gestalt von bezündnadelten Soldaten zu verschreiben. Das Mittel ist probat. Narvaez hat es soeben in Spanien mit dem besten Erfolg applizirt. Ein paar Dußend todtgeschossen, ein paar Dußend verwundet und die Ueberlebenden sind satt. Hätte man das hausbackene Mittel der Brodfütterung angewandt, so wäre der Staatssäckel weit slechter gefahren. Und eine brave Regierung muß ökonomisch sein. Die auf dem Weg der Oktroyirung durch kabinetsordre verhängte Beschlagnahme der dem König von Hannover erst vor wenig Wochen vertragsmäßig zugesicher ten Entschädigungssumme gehört in die Kategorie jener Maßregeln, von denen Tailleyrand sagte: sie sind mehr als Verbrechen, sie sind Fehler. Die„ Hannoversche Legion" bietet feinen Rechtfertigungsgrund, da der König von Hannover, wie die Preußischen Minister selbst ausdrücklich bei den Kammerdebatten hervorhoben, auf seine Souveränitätsrechte nicht verzichtet hatte. Geld für den drohenden Krieg gewinnt Preußen auch 82 nicht, denn es hat ja auf einige Jahre voraus bezahlt. Bleibt als einziges und charakteristisches Motiv die blinde Furcht. In Frankfurt, dem einst reichen und freien, Hunger typhus und eine Polizeiverordnung, die zur Illustration Norddeutscher Freizügigkeit" jeden Arbeiter, der binnen drei Tagen oder einer ihm gewährten Nachfrist ein festes Arbeitsverhält niß nicht hat," zur Ausweisung verurtheilt. Er muß die Stadt verlassen", wird es verschämt ausgedrückt. " " Aus Frankfurt wird uns geschrieben:„ Als die Preußen hier einrückten, die Stadt mit Gewalt nahmen eine Kriegserklärung war selbst nicht einmal vorausge gangen da bedrohte man uns nach Erpressung der ca. 3 Million Thaler( bei ca. 60,000 bürgerlichen Seelen) mit einer weiteren Contribution von 25 Millionen Gulden. Der Bürgermeister Fellner, der noch am Tage des Einrückens von den humanen" Preußen gefaselt, erhängte sich, die Behörden wurden mit 30 bis 50 Mann Zwangseinquartie rung bedacht( ein Gärtner, der zwei Stuben bewohnte, erhielt als Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung 36 Mann). Schließung der Post, der Eisenbahnen, aller öffentlichen Lokale, Gernirung, Beschießung, Plünderung, das find die ,, humanen" Anordnungen, welche der Landrath von Diest, Manteuffel u. s. w. der deutschen Stadt androhten. Napoleon I. wollte auch einmal das Städtchen Ziegen hain in Kurhessen so ähnlich behandeln, seine Soldaten weigerten sich aber; von den gebildeten, intelli genten Preußen ist dieß nicht zu sagen. Manche mißbil ligten und bedauerten es, daß sie plündern sollten eine Verweigerung ist nicht bekannt worden, trotzdem die Kano nen bereits nach Sachsenhausen auf den Mühlberg geschafft wurden!!! Damals hörte man nur von dem großen, mächtigen, reichen Preußen sprechen reichen Preußen sprechen alle Bauernjungen gerirten sid sich als die Söhne großer Gutsbesitzer, und trotzdem Lassalle schon bewiesen, daß 96% Preußen arme Leute seien, hörte man nur von dem heidenmäßig vielen Geld reden. Jetzt bettelt das reiche Preußen, und auch in Frankfurt hat Mancher sein Scherflein den armen Brüdern gegeben. Aber damals war es wahrlich keine Bruderhand, die uns die Preußen fühlen ließen, höchstens, wie der Abg. Lukas i Straubing sagte die Bruderhand Kain's, der seinen Bru der Abel erschlug. Viele Leute vergruben ihre besten Sachen, der Amer kanische Consul stellte seine nationalen Sicherheitsfarten aus, viele verließen die Stadt oder schickten Frau und Kinder fort. Der Schrecken war allgemein und jetzt soll man den Eltern derselben Leute und diesen selbst Gaben geben? „ Segnet die Euch fluchen" ist human, aber ,, Aug' um Aug Zahn um Zahn" Zahn um 3ahn" ist auch menschlich!!!" Unfrem Freund sei bemerkt: wenn seine eignen Söhne die Segnungen der regulirten Preußischen Schule und der re organisirten Preußischen Armee sieben Jahre lang genoffer haben, werden sie gegevnen Falle gerade so denken und han deln, wie die Preußischen Soldaten, über die er sich so bitter beschwert. Die Zollparlamentswahlen in Hessen sind auf den 18 in Württemberg auf den 24. d. M. anberaumt. Ueberall in Süddeutschland sammelt und organisirt sich die Demokratie. die In Desterreich stätiger Fortschritt. Um der Regierung einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen, predigen Pfaffen im Reichstag Sozialismus. Nun, die Wiener Ar beiter sind zu tüchtig und gewißigt, als daß sie auf die Lockspeise anbeißen fönnten; und Bater reuter wird in Desterreich keine besseren Geschäfte machen, als die Ketteler, Was gener und Consorten im übrigen Deutschland. 83 Von dem jüngsten Manifest Mazzini's, aus dem wir in voriger Nummer einen Auszug mittheilten, wurde behauptet, es trage einen föderalistischen Charakter. Gegen diese, auf nichts sich gründende Auslegung protestirt nun Mazzini in einem besondren Sendschreiben, dem wir folgende Stellen entnehmen:„ Ich glaube an die Föderation als die Formel des internationalen Verhältnisses, aber ich glaube mit gleicher Inbrunst an die Einheit als die Formel des nationa len Lebens für jedes einzelne Bolf. Was Italien betrifft, so bin ich seit dem Beginn meiner Thätigkeit Unitarier und bin es heute mehr, denn je. Die Einheit ist das unausgesprochene Ziel unfres ganzen gemeinsamen Lebens gemesen; sie ist angefeindet worden durch unsere aristokratischen. firchlichen und monarchischen Elemente; sie ist zu aller Zeit bom Volke geahnt worden.-- Der Föderalismus würde uns ins Mittelalter zurückverseßen; die heute in Italien zu Tage tretenden Uebel haben nichts gemein mit der Einheit, die noch jetzt besteht, sie haben alle ihren Ursprung in der Monarchie. Tas Italienische Volk und die Republik fönnen allein und die Einheit geben. haben wir von ihr nichts als den Namen. Bis jetzt Einheit mit so menig als möglich zentralisirter Verwaltung für das Italienische Bolt, und föderales Band mit allen freien Bölkern, welche es fnüpfen wollen, so wird das Glaubensbekenntniß des Jtalienischen Volks lauten, wenn es in die Arena herabsteigt, um seine Mission zu erfüllen." Das mögen sich Diejenigen merken, die den Föderalismus für eine Lebensbedingung der Demokratie halten. In Nord und Mitteldeutschland z. B. muß die Demokratie nothwendig sozialistisch sein; und der Sozialismus er beischt zwar die Autonomie, weist aber den Föderalis Für Deutschland den Föderalismus als Ziel mus zurück. schen der Deutschen Demokratie eine Mainlinie hinstellen, heißt trennen statt vereinigen, heißt zwie ziehen. Am 13. dieses Monats wird der Prozeß des Präsidenten So groß ist seine Ohnmacht, daß man Die Berliner Arbeiter Im Berliner Maschinenbauer- Berein hatte vergangenen Sonnabend eine lebhafte Debatte statt über das jüngste Erzeugniß des volkswirthschaftlichen Charlatanismus: die sogenannte Indu strial Partnership( Arbeitertheilhaberschaft). Dieselbe besteht darin, daß die Arbeiter durch Aktienentnahme ,, Mitbesizer" des Geschäfts werden und einen Antheil am Gewinn erhalten sollen. Wie schon der Name besagt, stammt das Fabrikat aus England; es hat bei den dortigen Arbeitern aber keine Beachtung gefunden, und soll nun, wie weiland die ebenfalls aus England importirten Consum- und Spar- Vereine, den ge= duldigen Deutschen Arbeitern als Mittel zur Lösung der sozialen Frage" aufgeschwaßt werden. scheinen indeß der Sache nicht recht zu trauen, und im Maschinenbauerverein fand die Industrial Partnership mehr Gegner als Bertheidiger. Mit besondrer Schärfe kritisirte sie Herr R. Schmidt. In flarer und strenger Beweisführung zeigte er, wie die Arbeit in der modernen Produktion den Charakter einer Waare habe, als solche stets der Concurrenz unterworfen sei und deßhalb auf ihrem Markte für den Betrag ihrer Herstellungskosten von dem Verkäufer, dem Arbeiter, losgeschlagen werden müßte. Die Herstellungskosten der Arbeit seien aber nichts anderes, als die nothwendigsten Lebensmittel des Arbeiters, auf die sich somit der Lohn beschränke, so daß es für die Allermeisten eine platte Unmöglichkeit sei, sich zum Aktionär hinaufzusparen. Was es heißen solle, wenn man sage, die Arbeiter müßten ihre Theilhaberschaft am Reingewinn zu einer Forderung machen? Verstehe man unter Forderung" nichts als den frommen Wunsch, so könnten die Arbeiter wohl sehr lange fordern! Auch die Strifes könnten kein Mittel sein, die For= derung zu verwirklichen, da Erfahrung wie Theorie, Bourgeois- Dekonomen wie Sozialisten über die Erfolglosigkeit von Strifes nur Einer Stimme feien. Betrachtet man die Anwendung von Gewalt als felbstverständlich ausgeschlossen, so bliebe nur der Staat übrig, der durch entsprechende Gesetze die Unternehmer zu zwingen hätte, den Arbeitern Antheil am Gewinn zu geben. Das wäre aber ein so weitgehender Gedanke, wie ihn die Empfehler der Theilhaberschaft sicher zurückweisen würden. Es sei also gar nicht ersichtlich, wie ohne den guten Willen der Fabrikanten die Sache eingeführt werden könnte. Aber selbst wenn die Fabrikanten wollten, so könnten sie nicht, da sie Was als der Vortheil der Unternehmer bezeichnet worden sei, daß die Arbeit„ intensiver" werde, das sei nur ein anderer Ausdruck für die größere Ausnußung der Arbeitskraft. Darin Berück der Bereinigten Staaten vor dem als Gerichtshof konstituirten durch die Concurrenz der Großunternehmer verhindert würden. Senat beginnen. Alle Versuche Johnson's, einen militärischen Rückhalt zu gewinnen, sind gescheitert und haben seine Sache nur verschlimmert. ihn während der Dauer des Prozesses nicht einmal von seinem liege eine sehr große Gefahr für die Arbeiter. Amt suspendiren will. Wird er, was ziemlich gewiß, schuldig fichtigte man zudem, wie leicht die Arbeiter von Spekulanten befunden und abgesezt, so tritt verfassungsgemäß der Präsident durch die gewährte Theilhaberschaft um ihre Ersparnisse betrodes Senate, der brave Wade von Ohio an seine Stelle. Mehr werden, aber, nach der Abseßung ist eine weitre Anklage tet, im besten Falle eine Illusion sei. haberschaft" als Mittel zur Lösung der sozialen Frage betrach vor den gewöhnlichen Gerichten möglich. Eine von Tausenden besuchte Arbeiterversammlung in Berlin faßte am Montag einstimmig folgende Resolution: ein außerordentlicher Rothstand unter den Handwerkern und Arbeitern Die Versammlung vereinigter Handwerker Berlins konstatirt, daß Berlins existirt, und protestirt ganz energisch gegen die vor kurzer Zeit von einigen Vorständen der Berliner Bezirks- Vereine abgegebene Erflärung, daß kein Rothstand in Berlin vorhanden sei; die Versammlung erklärt ferner, daß es nothwendig sei, daß von Seiten der Be gen werden können, so müsse man gestehen, daß die„, TheilDie Bertheidigung der Theilhaberschaft" oder vielmehr ihrer großen Bedeutung. ( denn nur diese war bestritten worden) war sehr wenig lebhaft. Herr Parisius meinte, wenn man ein Mittel verwerfe, weil es nicht die soziale Frage radikal löse, so müsse man die Hände in den Schooß legen. Die Produktion durch Privatunternehmer werde neben(!) den Assoziationen bestehen bleiben, so lange die Welt stehe. Wenn ein Redner früher geäußert habe, daß alle wissenschaftlichen Nationalökonomen in der Anerkennung des sogenannten ehernen Lohngefeßes über einstimmten und daß eine eherne Stirn dazu gehöre, dies Gehörden sofort die Schritte gethan werden müssen, welche den vorhan seß zu leugnen, so sei ersteres nicht richtig: er( Parisius) habe denen und noch im Zunehmen begriffenen Nothstand beseitigen können; außerdem lehnt die Versammlung jedes Almosen entschieden ab, komme dasselbe von welcher Seite es wolle." allerdings die eherne Stirne, das Lohngefeß zu bestreiten. Es habe sehr zahlreiche Ausnahmen. ( Herr Parisius, Mitglied der Fortschrittspartei, würde nur dann mit seinem Einwurf Recht haben, wenn er unter die ,, wissenschaftlichen Nationalökonomen" gehörte, wovon wir bisher keine Ahnung gehabt. Jedenfalls hat Herr Schmidt den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn er sagt, die Indu strial Partnership laufe nur auf intensivere Ausbeutung des Arbeiters hinaus.) Die in vorlegter Nummer als bevorstehend erwähnte Arbeiterversammlung in Dresden zur Berathung über das nach Gewährung der Selbstverwaltung der Gewerbsgehülfenkranken kassen einzuhaltende Verfahren hat am 8. März unter sehr starker Betheiligung stattgefunden. Das einträchtige Zusammenwirken aller Parteien( Bildungsvereinler, Lassalleaner und Neutrale) hatte den schönsten Erfolg. Einig in Betreff der von dem Deputirtenverein vorgeschlagenen Resolutionen, war man zwar über die Modalitäten der Ausführung, namentlich über die Räthlichkeit einer Gentralisation aller Kassen, getheilter Meinung; aber die Grörterungen unter persönlichen Geg nern waren rein sachlich gehalten. Das einheitliche Arbeiter interesse trat nach langer Zeit zum ersten Male wieder siegreich hervor, das ist uns wichtiger als der bloße ,, ruhige und anständige Verlauf" der volle drei Stunden von ungetheiltem Interesse zusammengehaltenen Massenversammlung. Die Reso lutionen lauten: ,, 1) Die Versammlung erachtet es als eine Pflicht des Arbeiterstandes, von dem durch die neue Gesetzgebung unter Aufhebung des Mandats vom 7. Dezember 1810 gewährten Rechte der Selbstverwaltung seiner Krankenzu ergreifen. 84 Gesellschaft je wieder in irgend einem Lande unseres Erdtheils ausbrechen könnten, und stüßte sich diese Ansicht besonders auf die mehr und mehr auf wissenschaftlicher Forschung beruhende Führung der Landwirthschaft, auf die Fortschritte der Statistik auf die gesellschaftlichen, staatlichen und internationalen fried lichen Bestrebungen der Völker, auf die ausgezeichneten Ver fehrsanstalten und Verkehrsmittel unserer Zeit, namentlich aber auf die freihändlerische Tendenz unserer Zeit gegenüber der Theuerungspolitik früherer Zeiten. Und doch sind wir hiermit in einem starken Irrthume gewesen; ja wir sind sogar versucht, zu behaupten, daß alle die oben genannten Errungenschaften unserer Zeit allein uns einer höhern Freiheit und Unabhängig keit von den elementaren Wechselfällen auch nicht um einen Schritt näher gebracht haben. Selbst nicht durch sich wieder holende ausgezeichnete Ernten wird die Möglichkeit einer Hun gersnoth ausgeschlossen, noch nimmt durch dieselben der allge meine Wohlstand in ebenmäßiger Gestalt zu. Es liegt dieß nach unserer Ansicht, in den troß alledem übelberathenen wirth schaftlichen Verhältnissen unserer Zeit, indem wir das weise Sprichwort nicht befolgen:„ Spare in der Zeit, so hast du in der Noth". Nicht daß man sagen fönnte, es werde jezt gespart( wie unsere zahlreichen Sparanstalten hinlänglich be zeugen), es kommt aber auf die rechte Art und Weise des Sparens an, und diese meinen wir jeßt selten finden zu Wir hoffen, diese unsere Behauptung in Nachstehendem zu gründen. nicht fönnen. be Vergegenwärtigen wir uns einmal den Zustand einer nut selten irgendwo erreichten Hülle und Fülle in Bedürfnissen Dee unterstüßungs- und Begräbnißkassen thatsächlich Besiz täglichen Lebens und namentlich in Allem was zur Leibe 2) Sie richtet, um der Gefahr des Wiederverlierens dieser Selbstverwaltung an obrigkeitlich verwaltete Bezirksfaffen zuvorzukommen, an alle Gesellen, Gehülfen und Arbeiter die Aufforderung, die dermalen unter ihnen bestehenden Kassen. sägen, beziehentlich im Anschluß an das vom Deputirtenverein entworfene Generalstatut reformirt fort zuerhalten." Nahrung gehört nach einem oder mehreren fruchtbaren Ernte jahren, und verseßen wir uns selbst im Geiste an die Stelle der glücklichen Landwirthe. Würden wir nicht Jedem, der und obiges Sprichwort vorhalten wollte, entgegnen: Jegt, obgleid wir gesegnete Ernten gehabt haben, können wir doch verhält - nach übereinstimmenden Grund- nißmäßig nur wenig sparen, indem die Früchte unserer Arbeit nur wenig kosten; wir müssen viel Getreide geben für wenig Geld. Und wieder, wären die Preise hoch und hätten wi nüßen, obgleich die Consumenten verhältnismäßig viel Gel wenig erbaut, so würden uns auch die hohen Preise wenig zahlen müßten für wenig Getreide." Eine Abwechselung zwischen besseren und geringeren Ernten wird erfahrungemäßi nie ausbleiben. Was hindert uns, uns in den guten Zeiten mit Lebensmitteln Hier liegt uns nun die Frage sehr nahe So wird man der Gefahr entgehen, welcher für die bösen Zeiten zu versorgen? und glauben wir die Ant Zur praktischen Ausführung dieses Rathes, wird zunächst in Versammlungen der verschiedenen Gewerbsgenossenschaften zu wirken sein. Das gleichmäßige Vorschreiten dürfte inzwischen, abgesehen von der im Deputirtenverein geschaffenen Gentralstelle, auch noch durch fernere allgemeine Versammlungen gefördert werden. die Innungen der Meister erlegen sind, von denen die meisten die durch das Gewerbegesez gebotene Gelegenheit, sich durch entsprechende Reformen ihren Fortbestand als freiwillige Vereinigungen zu sichern, so saumselig benugt haben, daß die Idee ihrer völligen Aufhebung, nachdem ein immer mehr wort hierauf in Folgendem zu finden. aber bet in Der Ueberschuß an landwirthschaftlichen Produkten ergiebigen Ernten wird wegen der, ausgezeichneten Ernten der Regel vorangehenden und mit denselben abwechselnden ge ringeren Ernten, wie auch wegen des durch die letzteren per wachsender Theil der sämmtlichen Gewerbsgenossen sich außer minderten allgemeinen Wohlstandes mit wenig Ausnahmen halb der alten Corporationen befindet, viel weniger Widerspruch stets möglichst rasch gegen Geld verwerthet. Die größere Sicher findet als vor 7 Jahren. Möge es dem regsameren Arbeiterstande gelingen, sein Selfgovernment mit glücklicherem Erfolge zu behaupten! Zur Charakteristik der gegenwärtigen Theuerung und Geschäftsstockung. I. Meerane, im März 1868. Bis noch vor Kurzem war es eine fast allgemein verbreitete Ansicht, daß zwar Theuerung der Lebensmittel, nicht aber auch Hungersnoth, Hungertyphus und dergleichen hieraus noch entspringende demoralisirende Einflüsse auf die menschliche heit und Bequemlichkeit des Geldbesizes lassen es wohl aud der ländlichen Bevölkerung wünschenswerth erscheinen, ihren erzielten Reingewinn in Geld umzuseßen, um dasselbe gegen Gewerbe und dem Handel direkt zuzuwenden oder in Berth genügende Bürgschaft und widerruflich der Landwirthschaft, dem papieren, in Banken und Sparanstalten anzulegen. 3ft aber wohl allgemein zu empfehlen, den auf obige Weife worbenen Besiß in Geld aufsparen zu wollen? Jener Jofeph aus der biblischen Geschichte hatte nicht gesagt:„ Sparet cud in den sieben fetten Jahren möglichst viel Geld, damit ib euch Getreide faufen könnt, wenn die sieben dürren Jabre tommen", sondern er hatte gesagt:„ Und sammlet alle Speif der guten Jahre, die kommen werden, daß sie Getreide auf LO ils uf De it er's er Der mit ht cent igs ell Jes b ife in cht be Deb be 111 Dee Set De id 41 if it ig eld bet bei ge Schütten in Pharao's Kornhäusern, zum Vorrath in den Städten und verwahret es." Unterbleibt nun zwar auch das Aufschütten des Erntesegens in unsern Zeiten bei guten Jahren nicht, so geschieht doch solches nicht von Seiten der Consumenten, und noch weniger gelangt der Erntesegen direkt in die Hände derselben für den zur Zeit zu erlangenden niedrigen Preis, vielmehr wird er zuerst in die Hände der Großhändler und Spekulanten gebracht( wenn nicht die Erzeuger selbst zum Theil als solche noch zu betrachten sind); in Deren Besitz wird er als„ Capitalanlage" aufgeschüttet und ist er von Diesen zurückzukaufen, wenn den guten Ernten geringere gefolgt sind, und wenn durch diesen Ueberfluß der Vorjahre dem Mangel der nachfolgenden abgeholfen werden soll, nachdem im günstigsten Falle das größere Publikum Geld gespart hat für diesen Zwed. Was kann dasselbe aber hiermit wohl erreichen? Müssen denn nicht dann diejenigen, welche in guten Jahren das schöne Getreide für wenig Geld hingaben, dasselbe mit vielem Gelde wieder kaufen, und überhaupt Jedermann unter dem Drucke der Theuerung leiden? Jener Pharao hielt sein Getreide feil, das heißt doch wohl: hatte er es selbst billig gekauft, so verkaufte er es auch wieder für einen zu erschwingenden Preis aus Staatsinteresse" würden wir heute sagen. Wenn nun aber an die Stelle des Alles umfassenden Staatsinteresses das Privatinteresse tritt, was ist dann wohl natürlicher als der spekulative Getreide auffauf zum Zweck des Wiederverkaufs, sowie das Zurückhalten auf Preissteigerung, und daß alle Mittel und Wege in Bewegung gefeßt werden, um diesen Zweck zu erreichen? Daß dieser Zweck nicht immer erreicht wird, liegt einfach nur daran, daß Biele in dem gleichen Bestreben sich überbieten und noch gegenseitig( z. B. durch Differenzgeschäfte) sich einander den Gewinn abzujagen bemüht sind. Nicht selten aber wird dieser Zweck der Preissteigerung erreicht, indem schon seit Menschengedenken tets gute Ernten mit geringeren abgewechselt haben, die Zahl der betreffenden Geschäftsunternehmer gegenüber der der Cons ſumenten eine zwar viel kleinere, dafür aber auch viel mäch tigere, weil über folossale Mittel gebietende ist, und weil seit Jahren fast aller überreichliche Erntesegen nur durch Unternehmer als Spekulationsartikel aufgespart wird. Nach den hier angeführten Erläuterungen ist die Frage: was erreichen wir durch unsere modernen Sparsysteme in Hinsicht der Ernährung unserer selbst? eine nicht schwer zu beantwortende Frage, und dürfte die Antwort hierauf lauten: Bald 85 als möglich auch Wohlstand zu erzeugen, das heißt: um möglichst viel von dem, was nüßlich und nothwendig ist, zu erzielen, theilen sich die Menschen jetzt in die verschiedenen hierfür erforderlichen Arbeiten, und benußen als Ausgleichmittel das Geld. Geld ist ein sehr theilbares, überall gültiges und, je bequemer, auch um so gesuchteres Werthzeichen für alle Bedürfnisse des Lebens. Da wir nun aber durch die Entwickelung der Kultur, durch die immer mehr sich ausbreitende Arbeitstheilung und durch die großen Vortheile, welche hierbei das Geld als Werthzeichen und Ausgleichmittel bietet, einmal aus der mittelalterlichen Naturalwirthschaft heraus in eine vollständig ausgebildete Geldwirthschaft hineingetrieben worden sind, und in der Regel geprägtes Geld oder Edelmetalle überhaupt nur als depofitalfähige Werthe von den derzeitigen Bankgesezgebungen erfannt werden, so ist die Erwerbung von Geld als Werthobjekt oder Selbstwerth( und nicht von Naturprodukten und Arbeitserzeugnissen) nicht nur die Triebfeder aller geschäftlichen Unternehmungen, sondern auch das Streben, allen erzielten Reingewinn in bankmäßiges Geld, in Courant zu ver wandeln, jeßt allgemein. Unsere modernen Sparanstalten, wie nicht weniger die Banken( wie wir später sehen werden) unterstüßen noch dieses Streben; sie unterstüßen nicht unbedingt die Unternehmungen Einzelner durch Gewährung von Geldvorschüssen sie beschränken als Sparanstalten naturgemäß die Möglichkeit, alle Erzeugnisse der menschlichen Thätigkeit verkaufen und den Massen des Volkes wieder zugänglich machen zu können; denn wollte alles Volk Geld sparen und in den Sparanstalten niederlegen, so würde nicht ein vollständiger Verkauf aller Handels- und Gewerbeprodukte wie landwirthschaftlichen Erzeugnisse an das größere konsumirende und meist sehr bedürftige Publikum, sondern nur ein fortwährend zunchmender Verborg derselben stattfinden können, und dadurch wieder die Rentabilität der mit gespartem und wieder entliehenem Gelde gewagten Unternehmungen selbst sehr in Frage gestellt, indem der Endzweck aller dieser Unternehmungen doch wieder ist: Geld verdienen, welches man ansammeln und aus dem Verkehr zurückhalten kann, sobald man dieß für das Sicherste hält. Durch unsere Sparanstalten werden also Einzelnen die Mittel geboten, noch immer mehr zu produziren, während auf der andern Seite durch dieselben das Publikum angehalten wird, möglichst wenig zu konsumiren und lieber Geld zu sparen, so daß nicht eine Uebereinstimmung zwischen Produktion und Konsumtion, welche einen ungestörten Fortgang der Entwickelung der Menschheit bedingt, sondern vielmehr eine scheinbare Ueberproduktion an gewerblichen Erzeugnissen, welche nur drige Getreide und Fruchtpreise, ohne daß wir aber deren Einflüsse auf unsere Ernährungsweise durch unser eifrigstes Arbeitsmangel und Verdienstlosigkeit für viele Tausende zur Sparen ausgleichen könnten. Es kommt hierbei nämlich noch Folge haben kann, stattfinden muß. sehr in Betracht, zu erwägen, ob wohl unsere modernen Sparsysteme von so günstigem Einfluß auf die Erwerbsfähigkeit eines Bolkes überhaupt sein können, wie sie hingestellt zu werden pflegen. Um dieß zu können, müssen wir zuvor über das Besen der Banten und Sparanstalten flar sein. Ueber die Bankinstitute, diese Sparanstalten im Großen, werden wir vielleicht später einmal uns näher verbreiten und hier nur die Heineren noch näher ins Auge fassen. Sparanstalten sind be aber lichen zu ( Schluß folgt.) Weiße Sklaven. V. ( Schluß.) Giebt es noch einen Artikel, wo der Kaufmann noch stimmt, als Sammelpunkte für die kleineren Ersparnisse Un- einen ziemlichen Lohn auszahlt, so halten die Verleger eine bemittelter zu dienen, die dadurch angesammelten Summen Conferenz unter sich, um den Arbeitern ja nicht zu viel Lohn einzuhändigen und keinem solchen Verleger möchten wir es rathen, wenn er noch einen Funken von Religion in sich hat, es giebt noch Deren welche, daß er seinen Collegen vorübergehender Benuzung als Fonds bei geschäft Unternehmungen für dieselben wieder bereit zu halten. Eine fleißige Benußung solcher Sparanstalten wird als Symptom unehmenden Wohlstandes erkannt. Wohlstand aber besteht sagt, ein Thaler sei doch zu viel, um ein Stüd Zeug 3-4 feiner Natur nach in reichlichem Besiß von Naturprodukten und Arbeitserzeugnissen, welche das Leben erhalten und anStunden weit zu expediren. Derselbe würde seine Funktion am längsten betrieben haben, wenn er die Arbeiter nach Gegenehm machen. Um nun das Leben zu erhalten und so viel wissen auszahlte; er würde durch seine eigenen Collegen arbeits verlustig werden. Jeder Verleger muß sich daher ganz in die Gefeße der Uebrigen fügen, es wäre sonst um sein irdisches Wohl geschehen. Giebt es noch Kaufleute, z. B. in Glauchau, welche auf Arbeit, die sehr zeitraubend ist, dem Arbeiter außer seinem gewöhnlichen Lohn noch eine Vergütung zukommen lassen, so bleibt aber gewöhnlich diese in den Händen der Verleger; und wenn der Arbeiter etwa durch Nachfrage bei dem Kaufmann dahinter kommt, nun- so ist es von Seiten des Verlegers ein Versehen; aber derselbe weiß auch sehr gut, daß, wenn er die Prämie auszuzahlen genöthigt ist, er sie leicht wiedergewinnen fann; und der Arbeiter hat von vielem Glück zu sagen, wenn er nicht sofort arbeitsverlustig wird. Wenigstens die Arbeit bei dem bisherigen Verleger ist ihm entzogen. Er findet es daher für Recht und Pflicht, sich eine andere Arbeit zu suchen, und anstatt zu einem Verleger, geht er nun direkt zu dem Kaufmann, aber der Kaufmann weist ihn einfach an seine Vertreter, eben die Verleger. Er geht zu einem anderen, der vertröstet ihn auf spätere Nachfrage, wenn aber diese eintritt, so wird er doch übergangen; und schließlich bleibt ihm nichts anderes übrig, er muß, wenn er sein Leben hinfristen will, sich wieder unter die Hände der Berleger begeben, und dann haben diese erst recht Gewalt über ihn. Hat ein solcher Verleger seine Funktion einige Jahre betrieben, so hat derselbe ganz natürlich ein schönes Vermögen sich erspart, er legt nun seine bisherige Praxis nieder und fängt ein eigenes Geschäft an. Das Glück will ihm bei jeder Gelegenheit wohl, und zwar deßwegen, weil er sich immer nur an solche Orte begiebt, wo die Verleger in Blüthe sind und daher jeder Arbeiter auch keinen anderen als verkürzten Lohn kennt. Deßhalb kann er seine Waare viel billiger liefern, als ein regulärer Kaufmann; er kann sie aber auch noch deßhalb viel billiger herstellen, weil er stets das schlechteste Material kauft und dem Arbeiter auch schlechtes Gewicht giebt. Wenn das Gewicht richtig ist, fehlen schon meist per Stück 9 Zahlen, bei dem, welches diese Fabrikanten liefern, fehlen oft 70-80 Ellen an einer Zahl; aber dennoch, wenn der Arbeiter sein Stück abliefert, erfrecht sich der Fabrikant aller schimpflichen und tyrannischen Ausdrücke als: Spizbube, Lump und dergleichen, und ein ungerechter Abzug vom Lohne wird ertra noch beigefügt. Auch verlangt der Fabrikant gra vitätisch seine Garne wieder, und dem Arbeiter ist der Nahrungszweig wieder abgeschnitten, und es ist ihm obendrein der ehrliche Name geraubt. So könnten wir noch manches düstere Bild entwerfen, glauben aber, unsere traurige Lage hinlänglich gezeigt zu haben. Es drängt sich uns die Frage auf: Muß dieß denn so sein? Kann es denn nicht anders, nicht besser werden? Die Wogen der Noth schlagen hoch, und es ist Zeit, daß der Arbeiter erwache, ehe es zu spät ist. 86 Herrn von Beust nicht nur die Dynastie Desterreichs sicher stelle, sondern auch den Polen die beste Gelegenheit zur Rettung des Vaterlandes bietet. Es heißt dann in dem Artikel weiter: Wir stehen nicht an, in Bezug darauf die Ueberzeugung auszusprechen, daß die Zeit kommt, wo wir, mit den Deutschen versöhnt, gemeinschaftlich unser Vaterland aus den Ketten des Despotismus befreien und Polen vom Untergange retten wer den. Wir würden dadurch das russische Sprüchwort als Lüge erweisen: So lange die Welt steht, werden Polen und Deutsche nie Brüder sein! Auf Rußland können wir uns nimmer stüßen; sehen wir doch, wie dasselbe fortwährend auf die Ver nichtung unseres Landes, unserer Religion und selbst unseres Namens hinarbeitet. Bolen befindet sich zwischen zwei großen Mächten: Deutsch land und Rußland. Von beiden Seiten gedrückt, müssen wir zu Grunde gehen, wenu wir uns nicht dem Einen oder dem Andern anschließen. Mit Rußland ist Versöhnung eine un möglichkeit, nicht nur wegen des Hasses, in dem unsere Kinder geboren und erzogen werden, sondern auch wegen des in der Natur begründeten ewigen Protestes gegen die Geseze Rußlands, welche dahin trachten, das Volk in der Nacht des Aberglaubens und der Unwissenheit zu erhalten. Die rohe Behandlung, welche wir von Rußland erdulden, wird nie aufhören; nie ist an eine Blüthe der Kultur unter Rußland zu denken; die Barbarei, von der es selbst sich nicht befreien kann, wird unser ewiges Loos sein. Wenn wir dagegen unsere Augen auf das deutsche Volk richten, so werden wir finden, daß es weder in dem Charakter dieser Nation noch in ihrem Interesse liegt, uns zu verfolgen und zu unterjochen. Nur mit dem deutschen Volke, dessen Kultur auf so hoher Stufe steht, und dessen Gedanken fort während auf die Freiheit gerichtet sind, können wir hand in Hand unser Ziel erreichen und dadurch den Panflavismus be siegen, der sich auch in Deutschland einzudrängen versucht. die Wir wissen sehr wohl, daß Vorurtheile und politische Traditionen und vor allem die Intriguen der Mächte, welche bei einer solchen Vereinigung am meisten verlieren würden, uns hindernd im Wege stehen. Diese Hindernisse müssen wir überwinden, um eine sichere Grundlage für die Zukunft zu ge winnen. Die Vereinigung fann aber nur auf dem Wege de Gerechtigkeit erreicht werden, indem das deutsche Bolt, als das mächtigere, den ersten Schritt thut. Wir sind keine Idealisten und verlangen durchaus nichts Unmögliches. Wir verlangen nur, daß die Deutschen einsehen sollen, wie ihr eigenes teresse die Einigkeit mit uns Bolen fordert, und diese Einsicht sollen sie durch die That beweisen. Sie sollen in Bosen de Bolen Gerechtigkeit widerfahren lassen, denen in Desterreich Hand bieten zur weiteren freiheitlichen Entwickelung, und die Nationalität der Polen schüßen. Dann werden ohne Zweifel die Vorurtheile und der Haß schwinden, welche beide Völker trennen, mögen auch einzelne Individuen dabei verharren, es beginnt die Zeit der Freundschaft, welche beide Theile innig aneinanderschließt. Möge die Demokratie ihr Werk beginnen und die allgemeine Meinung in dieser Richtung fortschreitend fich aufklären! Dann werden die politischen Thaten von felbft kommen. Das erste Resultat dieser Verständigung wird ohne ziens gewähren, beginnen auch bei den durch Rußland nieder- Zweifel ein ewiger Bund zwischen dem preußischen und öster getretenen Polen Hoffnungen zu erwecken, indem sie zugleich reichischen Volke selbst sein. Wir sind darauf gefaßt, daß Mancher an den Bund der Polen und Deutschen nicht glauben wegs den Haß verdient, mit dem es von den mißhandelten und darüber lachen wird; aber unser Glauben ist, daß, wenn Polen bisher betrachtet wurde. Ueberzeugt, daß Bolens Heil die zwei Bölfer sich verständigen, die polnische Nation nicht nur aus der Verbrüderung mit dem deutschen Bolke hervorgehen zu Grunde gehen und das deutsche Bolt seinen wahren Beruf Mülsen St. Niclas. Der Arbeiterverein. Eine Stimme aus dem russischen Polen. Die freisinnigen Staatsreformen des Herrn von Beust in Desterreich, die Gleichberechtigung, der Erkenntniß Bahn brechen, daß das deutsche Volk keineskann, spricht sich ein Bole des Königreichs in dem ,, Dzienik erfüllen werde." Poznanski" dahin aus, daß die freisinnige Regierung des und Aus England. London, den 9. März. Von 87 3wei Knaben, einer fünf, der andere sieben Jahre alt, find hier im Lauf der Woche verhungert. Nach der Aussage des Arztes waren sie durch anhaltende Entbehrungen abgemagert und entkräftet worden, bis die Hungerkrämpfe ihren Leiden ein Ziel sezten. Der Vater, ein Weißschmied, ist über ein Jahr ohne regelmäßige Arbeit gewesen, und die Armenverwaltung wollte nur unter der einzigen Bedingung, daß die ganze Familie ins Arbeitshaus gehe, Unterstüßung gewähren. Hunderttausende schweben tagtäglich in derselben Gefahr, während sich der National Reichthum zusehends vermehrt. 1801 bis 1865 stieg das jährliche Steuerpflichtige Einkommen der Landeigenthümer von 38,500,000 Pfd. St. auf 150,682,260 Pfd. St.; die jährliche Miethe für Häuser und Fabriken von 12,000,000 Pfd. St. auf 67,856,891 Pfd. St.; das Einkom men der industriellen Bourgeoisie von 15,000,000 Pf. St. auf 110,105,766 Bf. St.; das der Minen- Ausbeuter stieg von 616,517 Bfd. St. auf 4,792,529 Pfd. St. im Jahre 1860 und 20,451,116 Bfd. St. im Jahre 1865. Während dieses Zeitraumes vermehrte sich die Bevölkerung um 126 Prozent. Die Ausfuhrliste für 1867 ergiebt, das die Ausfuhr von ( Trades' Unions), ein erklärter Freidenker, ein Gegner der Bourgeoisie und der bestehenden Eigenthumsverhältnisse. Bei Gelegenheit der Sheffield Enthüllungen hielt er eine Rede in einer Arbeiterversammlung in Exeter- Hall, über welche er zur Verantwortung gezogen wurde, mit der Absicht, ihn wegen seines offenen Angriffe auf die herrschende Klasse von der Universität zu entfernen. Er erhielt eine Majorität, doch nicht entscheidend genug, um ihn ganz fest zu stellen. Fawcett, Prof. der Staatsökonomie zu Cambridge, etwas konventionell, ist ebenfalls ein erklärter Vertheidiger der Arbeiterklasse, und befürwortet hauptsächlich die Cooperativ- Produktion und die Ausdehnung der Fabrikgesetzgebung auf den Landbau. Er fizt im Parlament als Vertreter von Brighton. Leider ist er durch einen Unglücksfall blind geworden, was ihn jedoch nicht hindert Bücher herauszugeben oder Reden zu halten. Rogers, Professor der Staatsökonomie, ein radikaler Politiker und erklärter Gegner der bestehenden Grundeigenthumsverhältnisse, und Goldwin Smith, Prof. der Geschichte, viel zu sozialdemokratisch für das reaktionäre Pfaffengesindel, welches in der Drforder Universität sein arglistiges Wesen treibt, sind beide vor Kurzem von ihren Posten vertrieben worden. Smith wird in furzer Zeit nach Amerika' auswandern. Im Laufe der Woche hielt er einen Vortrag in der Nachbarschaft von London, wo er unter andern sagte: Was die Arbeiter bei der nächsten Barlamentswahl wohl am meisten zu bekäm pfen haben werden ist nicht so sehr die Aristokratie als die selbst organisirte und überwältigende Macht des Reichthums. Der Reichthum hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre ſehr rasch vermehrt, und dieser Reichthum ist zu viel konzentrirt. Ich hoffe die Zeit wird bald kommen, wo es möglich sein wird, denselben unter die Masse des Volks zu verbreiten. Bersönlich will ich nicht strenge über reiche Männer tichten, sie sind in diese Stellung verseßt und den Einflüssen des Reichbritischen Erzeugniffen um 7,000,000 Pfd. St. geringer war als im Jahre 1866, aber um 15,000,000 Pf. St. höher als im Jahre 1865. Das Jahr 1865 war ein gutes Geschäftsjahr, das vorige war ein Jahr fast allgemeiner Arbeitslosigkeit. Die Mehrausfuhr von 1867 bestand daher hauptsächlich in der Ueberproduktion früherer Jahre. Selbst der Ausfall im Vergleich mit 1866 ist zum großen Theil durch den Fall der Verkaufspreise erzeugt worden. Zwei Drittel des Ausfalls tommen auf die fabrizirte Baumwolle- dennoch wurden beinahe dreihundert Millionen Yards Baumwollen Gewebe mehr ausgeführt als im Jahre 1866. Während der spekulirende Wageim Banterottgericht ins Reine bringt, und sein Schäfchen zu hale, der die Ueberproduktion beschleunigt, seine Rechnungen scheren und ins Trocne zu bringen versteht, allmählich seinen Speicher leert, muß der Arbeiter, den die Macht des Kapitals getreten. Er zeigte sich mit fürchterlicher Entschiedenheit in gezwungen hat, diesen Ueberfluß zu erzeugen, Hunger leiden, der amerikanischen Frage. Die große Masse der Besitzenden wenn nicht verhungern. Ist es ein Wunder, wenn die Arbeiter in England schlug sich auf die Seite der Sklaverei, flaffe der Bourgeoisie den politischen Gehorsam auffündigt und, weil dieselbe die Arbeiterklasse in einem Zustande sowohl hier als in Amerika, Anstalten macht, Vertreter aus ihrer eigenen Klasse in die Gesetzgebung zu schicken? thums unterworfen worden. Aber es ist unmöglich die Gristenz eines Klassencharakters unter dem wohlhabenden Theil der englischen Gesellschaft zu verkennen. Bei zwei Gelegenhei ten ist dieser Klassencharakter entschieden in den Vordergrund der Unterjochung und unterwürfigfeit erhielt. Er zeigte sich mit gleicher Klarheit in einer Frage, die nur eine Folge der Vorgänge in Amerika war, ich weise auf JaVor einigen Tagen hielt der Birminghamer ArbeiterAusschuß eine Versammlung, um den Bericht eines früher maica hin. Die Vorfälle von Jamaica zeigen, wie furchtbar ernannten Berathungs- Comité's zu hören. Der Bericht lautete, die Macht des Reichthums und wie schwierig es ist, gegen die wo das Geld über Alles herrscht. Die kleinen Geschäftsleute die Tory Partei in den untern Schichten der Gesellschaft willArbeiter ins nächste Parlament zu wählen, vorgelegt worden, denselben günstig aufgenommen haben. Das Comité schlägt hängen selbstverständlich von ihren reichen Kunden ab und bor, daß das Arbeiter- Mitglied des Parlaments einen Jahres- find fast nothwendigerweise servil. Aber der geschickte Arbei gehalt von 300 Pf.St.( 2000 Thlr.) erhalten, und daß dieser sowohl ter in den Städten ist vollkommen unabhängig, und wenn als die Wahlkosten, die auf 200 Pfd. St. angeschlagen werden, durch freiwillige Beiträge zusammengebracht werden sollen. fährige Werkzeuge zu finden hofft. so irrt sie sich gewaltig, Behntausend Betheiligte, von welchen Jeder jährlich einen Es ist kaum zu erwarten, daß bei der ersten allgemeinen Shilling( 10 Gr.) beiträgt, find nöthig, dieses Vorhaben ausdie zuführen. Der Borschlag wurde einstimmig angenommen, und von den Arbeitern gewählten Vertreter im ersten Barlament e Diskussion des Antrags, eine Arbeiter- Vertretungskommission bessere Leute seien, als die Vertreter anderer Klassen. Wahl Arbeiter gewählt werden. Die Hauptsache ist, daß die zu bilden, wurde vertagt. Ich rathe den Arbeitern daher sich zu organisiren. Die Klasse, reichs, die Londoner und die alt aristokratischen von Orford ungemein mächtig, sie ist durch ihre soziale Stellung von selbst Die drei berühmtesten Universitäten des britischen König gegen welche sie kämpfen, obgleich nicht start an Zahl, ist und Gambridge haben seit einigen Jahren sozial- demokratische organisirt, und wenn sich die Arbeiter nicht auch organisiren, Detonomie auf der Londoner Universität, ist ein anerkannter Brofenforen beherbergt. E. S. Beesley, Professor der politischen so richten sie nichts aus." Unser neuer Premier- Minister hat sein Debüt gemacht. Bertheidiger der Arbeiterklasse und der Gewerbe- Genossenschaften Frieden nach außen, nicht Frieden um jeden Preis, nicht Frie 88 88 den allein im Interesse von England, sondern einen Frieden, wie ihn das Interesse der Welt erheischt. Die innere Politik soll ,, liberal" sein, eine ,, wahrhaft" liberale Politif, eine Politik, die sich nicht scheut vor irgend welchen Veränderungen, welche die Mängel des Zeitalters, in dem wir leben, erfordern. Die irische Frage soll morgen aufs Tapet kommen, die Regierung wird die Gelegenheit benutzen ihr Heilpflaster zu entfalten. Die liberalen Parteiführer drohen, daß, wenn nicht sofort zur That geschritten wird, die ,, irische Schwierigkeit" zu erledigen, fie Maßregeln gegen das Ministerium ergreifen wollen. Sie sind lüstern nach den Fleischtöpfen Aegyptens, das Budget ist ihr Aegypten. Die alte Politik, die alten Parteien, die alte Gesellschaft selbst- alles ist in Verwirrung und Auflösung. idi an Aus Amerika. New- York, den 26. Februar. Das wichtigste Ereigniß, die Anflage gegen Johnson, ist nun endlich erfolgt; die gewaltige Aufregung der letzten Tage hat sich gelegt, und ich will in einem furzen Rückblick die vorhergehenden Begebenheiten erwähnen. Vor 14, Tagen erschien ein langer Briefwechsel zwischen Johnson und Grant, der Stanton's Wiedereinsehung behandeltes, in Ausdrücken so unverblümt, als man sie nur wünschen kann. Einer nannte den Andern einen Lügner. Johnson brachte Zeugniße der KabinetsMitglieder über die Richtigkeit feiner Darstellung herbei, in deren einem der General- Postmeister Randall Herrn Grant deutlich genug als Schleicher bezeichnete. Und in der That erscheint Grant als Achselträger und Heuchler, der den Präsidenten heimtückisch an der Ausführung seiner Handlungen gegen die re publikanische Partei hinderte. Das Justiz- Comité des Hauses lehnte den Antrag, Johnson wegen seiner gefezwidrigen Handlungsweise in dieser Sache anzuflagen, mit 6 gegen 3 Stimmen ab. Und wem hatte das Johnson zu danken Demselben Grant, der nach der öffentlichen Erflärung von Th. Stevene überall seinen Einfluß aufgeboten habe, um diejenigen Mit glieder, welche für die Anklage waren, zu demoralisiren, und der durch diese feige Handlungsweise die republikanische Bartsi getödtet habe. Und, trog alledem ist die Bewegung für Grant: als Präsidentschafts- Kandidaten in stetem Wachsen; für einen Mann, der nicht wagt, feine wahre Gesinnung über die wich tigsten Parteifragen, fund zu geben, der sich von Johnson als wortbrüchigen Lügner hat überführen lassen, und der sich auch hier als gemeiner Aemter- Jäger enthüllt hat. Denn nur die Furcht, durch die Anklage, feines persönlichen Gegners feine eignen Aussichten auf die Präsidentschaft getrübt zu sehen, und daß der radikale Ben Wade Johnson erfeßen werde, fonnte ihn geleitet haben. Aber Johnson war verblendet genug, um selbst die feigen Republikaner des Congresses zum Handeln zu- zwingen. Er hat in offener Verlegung des Gesezes, während der Senat in Sigung war, Stanton abgesetzt, und vorgestern wurde auch mit überwältigender Mehrheit die Anklage im Hause beschlossen. In einigen Wochen wird der Senat als Gerichtshof, über ihn aburtheilen, und wenn Johnson, wie es wahrscheinlich ist, abgesezt werden sollte, so wird ein glorreicher Schritt zur Centralisation der Regierungsgewalt in den Händen des Congresses gethan fein. Da Johnson diesen Staatsstreich gemacht hat, ohne seine Freunde aus der demokratischen Partei um Rath zu fragen, so sagt sich diese offen von ihm los. Wenn zu hoffen gewesen wäre, die ganze gewaltige Macht der Exekutive zu Gunsten des demokratischen Präsidentschafts- Kandidaten in Bewegung ge Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. segt zu sehen, so hätte man Johnson wohl aufgestellt; nun ist das auch nicht mehr möglich. Seine einzige Hoffnung be ruht auf einem langsamen Geschäftsgange beim Senat, und darauf, daß Oberrichter Chase, der dem Senate als Gerichts hof vorsigt, gegen eine Verurtheilung sein werde, weil er selbst als Präsident aufgestellt ist, und also Wade nicht gern zur Herrschaft verhelfen will. Daß es möglich sein sollte, einige republikanische Senatoren zu gewinnen, damit die 2/3 Mehrheit nicht erlangt werde, daran ist nicht zu denken.- Alle Gerüchte von gewaltsamen Maßregeln irgend einer Art haben sich ale falsch erwiesen; Johnson soll bei einigen Generalen angefragt haben, aber natürlich erfolglos, da alle Befehle für die Armee durch die Hände des Ober- Generals Grant gehen müssen. Vermischtes. In der Debatte des Preußischen Abgeordnetenbauses über den Nothstand in Ostpreußen und die klägliche Regierungs maßregel zu dessen Abhülfe( 3 Millionen, wo 20 nöthig find und diese 3 Millionen obendrein größtentheils Denen u gewandt, die der Unterstügung am wenigsten bedürfen sagte Herr Schulze zur Rettung seines" Systems de Selbsthülfe:„ die Selbsthülfe durch Sparsamkeit ist nothwen dig zur Erhaltung der Gesellschaft. Aber zum Sparen gehör die äußere Möglichkeit, lohnende Arbeit zu finden. Daran fehl es in Ostpreußen. In Folge des Prinzips der Gegenseitigkeit in solchen Fällen der Staat verpflichtet, für das ein zelne Glied einzutreten. Wollen Sie den Men schen, der gelähmt und an allen Gliedern gebun den vor Ihnen liegt, hier auf Selbsthülfe verwe sen, das heißt die Menschen verkommen lassen Mit andern Worten: Jedem, der sich nicht selbst helfen fann muß der Staat helfen. Ob die Unfähigkeit zu Selbsthülfe aus natürlichen oder sozia len Gründen entspringt, ob der Unterstützungsbedürftige Arbei ter ist oder Bauer, das fann selbstverständlich nicht den g ringsten Unterschied machen. Und das nennt Schulze fein System retten! Consequenter war der volkswirthschaftliche Wander- Hans wurst Faucher, der sich prinzipiell gegen jede Almosenum terstüßung" erklärte, außer wo der Nothstand meteorologifd Ursachen habe d. h. dem Wetter geschuldet sei. Sobald gelingt, den lieben Gott nach dem ewigen" Gefeß von Nachfrag und Angebot. Regen und Sonnenschein anfertigen zu lassen fällt auch diese Ausnahme weg. Au Di Ein Recept zur Lösung der sozialen Frage wurde jüng im Desterreichischen Reichstag mitgetheilt: Abschaffung Feiertage und Cichorienkaffee Morgens, Mittags und Abend Erfinder dieser einfachen Heilmethode ist Niemand anders ale seinen verblüfften Zuhörern erzählte, hier in Sachsen lernte Herr von Beust, der bei der nämlichen Gelegenheit aud die Kinder der Armen schon in der Schule, wie das Kapit der Arbeit dienstbar zu machen. Was für glückliche Leute do unsere cichorienkaffeetrinkenden Arbeiter sein müssen, von chan pagnertrinkenden Capitalisten bedient zu werden! 100 gegen die Seifenblasen" ist in zweiter Instanz verhandelt, un Der Prozeß des national liberalen Siegel in Dresde die von den Seifenblasen" zu zahlende Geldbuße von auf 30 Thlr. herabgefeßt worden. Niedriger läßt sich der Schade welcher der Ehre Siegels erwachsen ist, wohl taum tariren Druck und Verlag: G. W. Vollrath. Expedition: Windmühlenstraße 14. Leipzig.