Demokratisches Wochenblatt. No. 13. Organ der deutschen Volkspartei. Leipzig, den 28. März. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Plage einschließlich Bringerlohn 122 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nebmen entgegen die Herren M. Dolge am Markt, 6. Reichert Hainstraße 27, G. Hofmann Brühl 40, G. Dehler Neumarkt 6, G. Richter Peterssteinweg 7, Leipziger Consumverein Universitätsstraße und die Expedition d. Blattes C. W. Vollrath Windmühlenstr. 14. Für Dresden Filialexpedition F. W. Grellmann Wallstraße 10. Mit Nr. 13 schließt das erste Quartal unseres Wochenblattes, und wir bitten die geehrten Abonnenten, die Bestellungen auf das neue Quartal rechtzeitig zu bewirken, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. pital" Inhalt: Politische Uebersicht. Märzgedanken. von Marg. „ Das KaZur Bergarbeiterfrage. Die demokratische Aus England. Volksversammlung in Darmstadt. Politische Uebersicht. Zahl eingefunden hatten. Ob Graf Bismard nicht nachgerade merft, daß die Streichung der Diäten für die Reichstagsabgeordneten eine Unflugheit war? Genug der Reichetag des norddeutschen Sonderbundes, welcher eigentlich schon am Mitt woch seine erste Sigung hätte halten sollen, ist bis dato zu schwach besucht, um beschlußfähig zu sein, und hat vorläufig Ferien, bis es gelungen ist, das noch fehlende Quantum Mitglieder zusammenzutrommeln. Die Thronrede, mit welcher das Bundesoberhaupt die Session des Reichstags eröffnete, oder wenigstens eröffnen wollte, ist ein so nichtssagendes Aktenstück, " Nachdem in Desterreich die Art so lange schon an das Gonkordat gelegt war", ist nun endlich der erste Streich ge fallen: das Herrenhaus hat das neue Ehegefeß mit uner wartet großer Majorität angenommen, und ist jetzt der Erfolg daß selbst preußenfreundliche" Blätter es nur im Auszuge der Maßregel gesichert. An sich ist sie keineswegs besonders freifinnig, das Gesetz leidet an mancherlei Mängeln, aber es bedeutet den Bruch mit dem Pfaffenthum. Darum der Volksjubel in Wien. Wir möchten die Dester reicher indeß doch vor jeglicher Vertrauensduselei warnen. Es ist noch viel, viel zu thun,- viel zu schaffen und viel zu zerstören, ehe die Gefahr einer Reaktion beseitigt ist. unaussprechlichen Aerger der National Liberalen haben die des übrigen Desterreichs, ihre Arbeiten in der glattesten Weise " Delegationen", d. h. die gemeinsame Vertretung Ungarns und erledigt, wonach die ungarische Frage als gelöst betrachtet werden kann. 3um ihren Lesern aufzutischen wagen. Sic transit gloria mundi. Erwähnenswerth ist höchstens der Passus der Thronrede, wel cher von den auswärtigen Beziehungen handelt. Es wird darin versichert, zwischen dem Bund" und dem Ausland herrsche das herzlichste Einvernehmen, dieses Einvernehmen werde durch die Bundesgesandtschaften gehegt und gepflegt, und die Regierung sei in Folge dessen überzeugt, der„ Segen des Friedens" würde auf dem Wirken des Reichstags" ruhen. Schr schön, wenn nur die Zündnadelgewehre und Chassepots nicht wären. Das so oft abgeläugnete Tabafssteuerprojekt ist icht doch offiziell auf die Tagesordnung gefeßt. Und- chaSteuer vorgeschlagen. Dagegen protestiren diese aber wie Gin Mann. Man sollte doch in Berlin den Muth der Consequenz Besser als der„ Parlamentarismus" blüht in Preußen die Demagogenriecherei. Gestern Verschwörung in Hannover, heute Verschwörung in Kurhessen. Hier wie dort hat EhrenStieber die Inszeneseßung besorgt. Daneben verschiedentliche rakteristisch die preußische Regierung hielt es für nöthig, Auch mit der Finanzreform wird Ernst gemacht. Die offiziös zu erklären, die süddeutschen Regierungen hätten die soeben veröffentlichten Vorschläge des Ministeriums laufen darauf hinaus, das Gleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen herzustellen, und zu diesem Zweck erstere möglichst ein haben. zuschränken, legtere ohne schädliche Belastung des Volks durch eine Kapitalsteuer und eine Couponsteuer( auf die Staatsgläubi ger) zu erhöhen, und mittlerweile das Defizit durch den Verkauf der noch vorhandenen Staatsgüter zu decken. So wird ein neues Anlehen vermieden. Gegen die vorgeschlagenen Steuern, die direkte sind, ist prinzipiell nicht das Mindeste einzuwenden; und daß sie sich wohl den kleinen Zinsenabzug gefallen lassen kön die Staatsgläubiger haben bisher so enorme Profite gehabt, nen, der ihnen, übrigens nur auf 3 Jahre, auferlegt werden soll, und zwar in ihrem eignen Interesse, da er den Staatsbankrott, der ihnen Alles rauben würde, verhindern hilft. Inzwischen ist in Berlin der Vorhang vor einer neuen Parlamentskomödie aufgezogen, jedoch sofort auch wieder niedergelassen worden, weil sich die Spieler nicht in genügender Hochverrathsprozeſſfe, einer gegen die Berliner„ Zukunfi", weit sie in einem Artikel, der sogar in Frankreich unverfänglich wäre, die Nothwendigkeit der Bildung einer demokratischen Partei befürwortete. Bei dieser Demagogenriecherei hilft die nationalliberale Bresse getreulich mit; sie denunzirt, des nunzirt, denunzirt. Auch wir haben die Gyre, reiblich von ihr bedacht zu werden. In den alten preußischen Provinzen Umfichgreifen des Hungertypbus. In den annektirten Ländern steigende Unzufriedenheit; die kuchessischen und nassauischen„ Todten räber" können es nicht mehr leugnen, und poltern gegen die preußische Regierung, welche die bescheidensten Erwartungen nicht erfüllt habe. Nun wir gönnen den Leutchen die Ruthe, die sie herbeigesehnt. Tu l'as voulu George Dandin! Bei den Zollparlamentswahlen in Hessen haben die National- Liberalen die Hälfte ihrer Gandidaten, die Demofraten feinen einzigen durchgebracht. Nicht das Volk trägt die Schuld; es ist Deutsch gesinnt und empfänglich für die Wahrheit, wie die große Volksversammlung in Darmstadt gezeigt hat, und von Sympathien für das Bismarckthum ist, außer bei einer Handvoll von Advokaten und Kaufleuten, nicht die Rede. Aber die National- Liberalen haben eine Organisation, und die Demokratie hat keine. Unsere Freunde müssen aus ihrer Niederlage lernen, und ungesäumt zur Parteiorganisation schreiten. Ohne Organisation ist die Demokratie nichts, mit Oganisation Alles. Besser als in Hessen sind die Wahlen in Würtemberg ausgefallen, wo die Anschlußpartei oder die Bettelpreußen", wie man sie dort benamst hat, überall aufs Haupt geschlagen worden find. send me Man schwaßt seit Jahrzehnten den deutschen Philistern vor, die Franzosen seien ein eroberungslustiges Volf, sie dürsteten nach nichts, als nach Krieg und Ruhm, und aus diesem Grund könnten sie nie einen freien Staat gründen. Durch die Aufnahme, welche das neue Militärgefeß in Frankreich findet, wird diese alberne Behauptung schlagend widerlegt. In Toulouse, Nantes, Bordeaux und selbst in Paris hat die Ein reihung der jungen Mannschaft in die Mobil Nationalgarde zu tumultuarischen Auftritten geführt, und statt sich zu beschwichtigen, ist die Aufregung beständig im Wachsen. Diese thatsächlichen Proteste des französischen Volks gegen den Militaris mus begrüßen wir als eins der hoffnungsvollsten Symptome der Gegenwart. Aber unheilverkündend find sie für den Dezembermann. Daß Bonaparte das Gefähr liche seiner Lage wohl fühlt, ergiebt sich aus der Broschüre, die er soeben durch seinen Geheimsekretär hat veröffentlichen lassen, und deren Zwed kein andrer ist, als die Rechtstitel der Na poleonischen Dynastie" zu entwickeln. Die Rechtstitel" sind laut der Broschüre die sogenannten Volksabstimmungen zu Gunsten des Onkels und des Neffen. Wie dieselben zu Stande gekommen sind, das wird freilich nicht erzählt; auch vergißt der Schreiber, der aus diesen Abstimmungen die Unerschütter lichkeit des Kaiserthrons folgern will, ganz und gar den fatalen Umstand, daß sie den Sturz des ersten Napoleon nicht verhindert haben. Und was Napoleon dem Großen" nicht gelang, 98 terricht 2c.) werden vernachlässigt. Mehr als je muß man zu dem Credit seine Zuflucht nehmen, das Kapital der öffentlichen Schuld hat sich seit 15 Jahren verdoppelt, die schwebende Schuld kann man bei aller Mühe nicht unter einer Milliarde halten. Dabei steht der französische Credit heute niedriger als vor 1852, und die innere Lage fennzeichnet sich durch eine allgemeine Klemme, welche sichtlich in Noth und Elend um schlägt. So weiter zu gehen, ist unmöglich," schließt die Bro schüre, Frankreich bleibt nur noch die Wahl zwischen Reform und Bankrott." " Reform oder Bankrott ist zu mild ausgedrückt. Det Säbeldespotismus schließt die Möglichkeit der Reform aud Statt Reform müssen wir sagen Revolution. Also: Revo lution oder Bankrott. Und da nicht zweifelhaft ist, daß Frankreich die Revolution dem Banfrott vorziehen wird, und da eine Revolution sich nur durch einen Krieg hinausschieben läßt, so lautet die Alternative, wie wir schon früher zeigten: Revolution oder Krieg.- Kein Wunder, daß die Kriegs rüstungen immer foloffalere Dimensionen erlangen; hundert tausend frische Truppen sind einberufen; in allen Arsenalen und Waffenfabriken wird mit nie gekannter Thätigkeit gear beitet beitet und die Regierungsblätter fließen über von Friedens phrasen und die preußische Regierung thut, als ob sie den Friedensphrasen glaubte! Das französische Budget für 1867 setzt für die Arme und Kriegsflotte 641 Millionen, für den Unterricht 25 Millio nen aus, schreibe fünf und zwanzig Millionen, d. i. nit ein Fünfundzwanzigstel des Militärbudgets Ganz wie bei uns. Der geseßgebende Körper beschäftigt sich mit einem Vereinsgefeß, das mutatis mutandis dem Preßgesch so ähnlich sieht, wie ein Ei dem andern; dieses bezweckt die Be nichtung der unabhängigen Presse; das Vereinsgesetz die Be nichtung der unabhängigen Vereine. Die Willkühr wird ein fach in ein System gebracht, fie empfängt den Stempel de „ Gefeßlichkeit". Das nennt man intelligenten" Despotismu Die Gleich den Ostpreußen wollen auch die Araber nicht ruhig verhungern, und es ist ein neuer Aufstand ausgebrochen Die„ Neue Freie Presse" schreibt darüber:„ In Algerien häufen sich die Verlegenheiten für die französische Regierung im Gefolge der furchtbaren Noth, welche die eingeborne Bevöl ferung zehntet, tritt jeßt der ansteckende Typhus auf, und i Hunger und Bestilenz gesellt sich auch der Krieg als Dritter im Bunde. Wie der Moniteur de l'Armée meldet, haben Ueberreste der Aufständischen von 1864 neuerdings die Fahne des Aufruhrs erhoben und die Grenze des französischen sollte es Napoleon dem Kleinen" gelingen? Jedenfalls muß tes belästigt. Es wurden, getreue" arabische. Stämme gegen der Hauptvertreter des Cäsarismus in Europa kein rechtes Vertrauen mehr auf die heiligen Chassepots haben, daß er nach anderen Rechtstiteln" fragt.- Gleichzeitig mit dieser faiserlichen Broschüre erschien eine demokratische, unter dem ominösen Titel:„ die Bilanz des Kaiserreichs". Auf Zahlen gestüßt, führt der Verfasser den unumstößlichen Nachweis, daß Frankreich durch die bonapartistische Wirthschaft materiell ruinirt wird. In seinen fünfzehn ersten Jahren" Gebie in dieselben entboten und von einer 3500 Mann Infanterie un 500 Mann Cavallerie starken regulären Colonne unterstügt; westlich von Geryville wurde ein großes Treffen geschlagen, welchem die Insurgenten ihren Führer und 150 Todte verloren haben sollen. Das Ende der Unruhen berichtet das betreffende Siegesbulletin jedoch nicht, und wird man wohl bald von nem regelrechten afrikanischen Feldzuge zu hören bekommen." ( von 1852-1866), sagt die Broschüre, hat das Kaiserreich Hochverrathsprozesse. Das einst als frei verschrieene Albion In England neue Todesurtheile gegen Fenier, neue 31 Milliarden( die Milliarde= 1000 Millionen Franks!), rehabilitirt sich glänzend in der Meinung des monarchischen d. h. 13 Milliarden mehr als die Juli- Regierung während einer gleich langen Periode( von 1832-1846) ausgegeben. Continents. ei Der italienische Finanzminister hat neulich das große Bon diesen 31 Milliarden wurden nahe an drei Biertel( über Wort gelaffen ausgesprochen:„ Wenn die Staatsfinanzen nicht 23 Millionen) durch unabweisbar unfruchtbare Ausgaben ( Schuldverzinsung) oder noch schlimmere Ausgaben( Krieg, Marine 2c.), verschlungen." Dabei ist die Dehnbarkeit der ausbleiblich." Die Staatsfinanzen können aber nicht von Grund aus reformirt werden, ist der Bankrott un Steuerkraft durch Ueberbürdung der Steuerpflichtigen zerstört, ist, und für Italien gilt daher das Nämliche, wie für Frant formirt werden, so lange das jeßige Regierungssystem in Kraft die dringendsten Bedürfnisse des Landes( Wegeverbindung, Un reich: Revolution oder Bankrott. drum mach Gegen die Selbständigkeit Bolens hat die russische Regierung den letzten Schlag geführt. Ein Ufas vom 29. Febr. hebt die noch in Bolen bestehende Regierungskommission für innere Angelegenheiten auf und ordnet die Berwaltung völlig der russischen unter. Und doch rufen wir: Noch ist Bolen nicht verloren! Völker sterben nicht, außer wenn sie sich selbst aufgeben. Das amerikanische Repräsentantenhaus hat der Reihe nach 12 Artikel als Punkte der gegen den Präsidenten erhobenen Anflage auf schwere Bergehen und Uebertretungen" ange" nommen. Die dem Präsidenten zugestellte Vorladung lautet folgen dermaßen: Senate 99 Der Senat der Vereinigten Staaten an den Präfidenten John fon seinen Gruß. Nachdem das Repräsentantenhaus am 4. März dem gegen Sie, den besagten Präsidenten Johnson, Anklage- Artikel in folgenden Worten( folgen die Artikel) eingereicht und das Verlangen gestellt, daß Sie, der besagte Präsident Johnson, zur Verantwortung gegen die in den erwähnten Artikeln enthaltenen Anschuldigungen berangezogen, und daß solche Maßregeln, Berhöre, Untersuchungen und Urtheilssprüche dabei erzielt werden sollen, wie sie das Gesez und die Gerechtigkeit erheischen, so werden Sie, der besagte Andrew Johnson, biermit geladen, vor dem Senate der Vereinigten Staaten in seiner Rammer in der Stadt Washington am 23. März um 1 Uhr Nachmit tags zu erscheinen und dort sich gegen die genannten Anklage- Artikel zu verantworten und dann und dort den Befehlen, Bestimmungen und Urtheilssprüchen, die der Senat der Vereinigten Staaten an dieser Stelle nach der Constitution und den Gesezen der Vereinigten Staaten ertheilen wird, sich zu fügen, zu gehorchen und Folge zu geben. Wonach sich unfehlbar zu richten ist. Zeuge der Oberrichter des höchsten Gerichtshofes und Vorsitzende des Senates der Stadt Washington, heute am 6. März im Jahre des Herrn 1868, der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten im 91." Montag d. 23. begann richtig das Verhör in dem Prozeß gegen Johnson. Ein vom Vertheidiger desselben vorgebrachtes Gesuch um 30 tägigen Aufschub, damit der Angeklagte sich genügend vorbereiten fönne", wurde vom Eenat mit 44 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Man ist offenbar entschlossen, der Sache ein rasches Ende zu machen. Es wird sonst langweilig.Don Benito Juarez, Präsident der Republik Merico, wird nächstens in Washington zum Besuche erwartet. Der ostensible Zweckt seiner Reise ist, der Vereinigten StaatenRegierung im Namen der Republik Mexico für die Unterfügung während des Invasions- Kampfes zu danken. Man glaubt aber, schreibt die Neue Freie Presse", daß Juarez nebenbei auch Unterhandlungen wegen Abschluß eines Anlehens anknüpfen und die Washingtoner Regierung zu bestimmen suchen werde, die separatistischen Tendenzen in den nordwest lichen Staaten Mexicos nicht zu unterſtüßen. ist das Stück wirklich halbweg fehlerhaft, so seßt es auch gleich gar keinen Lohn. Auf der anderen Seite werden die Arbeitslosen und diejenigen, welche faum genug verdienen, um nothdürftig sich satt zu essen, mit Auspfändung bedroht, wegen rückständiger Communalabgaben. Die Noth und die Schinderei ist so groß und eine Bedrängniß im Geschäft, wie man fiche noch gar nicht zu erinnern weiß. Im hiesigen Volksverein wurde beantragt, doch auch einen Aufsatz zur Beleuchtung hiesiger Zustände ins Demokratische Wochenblatt einzuschicken; aber weil der Artikel von Mülsen darin stand, davon abgesehen, da es im Grunde genommen, dasselbe Bild ist; uns drücken gleiche Lasten. Dann wurde der Antrag gestellt, eine Petition an die Regierung um A6hülfe des Nothstandes gelangen zu lassen, allein der Antrag fand die nöthige Unterstügung nicht, weil man kein Vertrauen zur Regierung hat. Wir haben nun einen Protest gegen das Bestehen der jeßigen Ständevertretung nach Dresden geschickt, und fordern eine neue Rammer, hervorgegangen aus Wahlen mit allgemeinem direktem und gleichem Wahlrecht. Auch in Oberlung wig hat sich ein Volksverein gebildet. Nächster Tage wird die öffentliche konstituirende Versammlung erfolgen. Märzgedanken. Zwanzig Jahre sind es jetzt, seit die Lawine der Revolution ihren Donnergang durch Europa gemachten hat. Von Errungenschaften haben wir nichts zu verzeichnen, als einen reichen Schatz von Erfahrungen und die Thatsache, daß der Absolutismus sich gezwungen ficht, wenigstens die Formen von der Demokratie zu borgen und die Berechtigung der sozialen Frage anzuerkennen. Das ist wenig, sehr wenig, namentlich, wenn wir erwä gen, welche Kräfte eingefeßt wurden, wie viel Blut vergossen, wie viel Lebensglück zertrümmert worden ist. Aber wir verzagen darum nicht. Denn wir glauben an den Sieg der ewigen Ideen, denen unsere Arbeit unermüdlich gegolten hat und gilt. Wir glauben an ihn, weil er in der unaufhaltsam fortschreitenden Entwickelung der Völker mit Nothwendigkeit bedingt ist. Der zwanzigjährige Kampf hat unsere Kraft gestählt, unsere Ueberzeugung gefestigt. Und noch stehen wir mitten in diesem Kampfe, welcher im Jahre 1848 auf der ganzen Linie entbrannte. Nur diejenigen können entmuthigt den Kopf sinken lassen, welche glauben, daß mit den Standrechtungen in Baden und Wien, und den BegnadigunChihuahua, Durgana, Sonora, Sinaloa und Nieder- Californien machen sich nämlich schon seit Jahren Gelüste bemerkbar. aus dem Verbande des mericanischen Freistaates auszuscheiden Revolution abgeschlossen sei. und unter dem Namen einer Republif der Südsee" einen Selbstständigen Staat zu bilden, der schließlich nur als Uebergangs Organismus die Annerion an die Vereinigten Staaten borzubereiten hätte. Und gen zum Zuchthaus in Preußen und Sachsen die Phase der Revolution abgeschlossen sei. Die Schlacht wogt noch unent schieden hin und her. Wer die Bewegung mit dem Triumphe der Reaktion im Frühlin, 1849 beendet sicht, der beweist nur, daß er die Bewegung überhaupt nicht verstanden hat. das ist leider der Fall mit der großen Mehrzahl jener Männer, welche seit den Märztagen von 1848 bis auf den heutigen Tag unermeßliche Stöße stenographischer Kammerberichte geredet haben. Es sind dies alle Diejenigen, welche von der Erhabenheit ihrer Barlamentssige herab die eigne Kurzsichtigkeit und den eignen Verrath an den Grundsäßen der Freiheit der Unrcife" des Bolkes aufzubürden versucht haben. Wostand ist bei uns ebenfalls ein sehr großer unter den Webern, Aus Hohenstein- Ernstthal schreibt man uns:„ Der Noth. beiden Städten ist, so leiden alle anderen Gewerbe mit. Viele Arbeiter stehen brodlos da, und es ist eine ordentliche Jagd hach Arbeit bei den Berlegern( Faktoren), und wenn Einer durch hätte denn das Volk damals feine Unreife bewiesen? das Glück hat, ein Bischen zu bekommen, dann sind die Löhne der Art, daß es gerade nur heißt, er bat Arbeit, und oben drein müssen wir hernach erst abwarten, was wir aus Gnade und Barmherzigkeit erhalten. Ohne Abzug fann es nicht ab. gehen, Etwa dadurch, daß es in Süddeutschland und Sachsen für die Reichsverfassung und in Wien für die Märzverheizungen mit den Waffen in der Hand eintrat und in Preußen bereit war, ſammlung zur That zu machen? den famosen Steuerverweigerungsbeschluß der NationalverZu einer Durchführung Bibliothek der Friedrich- Ebert- Stiftung " 100 dieses Beschlusses fam es in Preußen nur deshalb nicht, weil die Herren Deputirten von der Linken, erschrocken über die eigne Kühnheit, in die Provinzen eilten und mit der Versicherung abwiegelten, daß die Steuerverweigerung nur ein ,, moralischer" Trumpf sein sollte. Ist diese politische Unreife" des Volks nicht um so bewunderungswürdiger, wenn man erwägt, wie die beiden Versammlungen in Frankfurt und Berlin vom Augenblick der Constituirung an alles thaten, um die Hoffnungen des Volks zu täuschen und sein Vertrauen an die Regierungsgewalt zu verrathen? Das Volf stand treu zu den Wenigen, die treu zu ihm standen, und so wird es immer sein, trotz aller Redensarten der Nationalliberalen und der Fortschrittspartei. Nationalliberalen in dem Norddeutschen Parlament und Reich o tage liefert ihn. he Das also ist die große geschichtliche oder vielmehr kultur fe geschichtliche Bedeutung der Märzrevolution des Jahres 1848 daß sie in Deutschland die soziale Frage auf die Tagesord nung gesezt hat, und die fortwährend aus Unverstand und 8 Selbstsucht geschmähte ,, Unreife" des Volks bestand darin, daß ein es den eigentlichen Kern des modernen Staatslebens erkannte o und aussprach und für die unerläßliche Vorbedingung der pi Lösung, die politische Gleichberechtigung, mit seinem Leben un eintrat. Denn von der Lösung der sozialen Frage allein hängt die gedeihliche Fortentwickelung der Staaten und Boba fer Europas ab. Sie ist der Ausgangspunkt aller politischen be Ohne dies würde Europa in den be Kämpfe der Gegenwart. PoZustand der Ideenlosigkeit, Auftrocknung und Verknöcherung gerathen, in den China seit Jahrtausenden versunken gewesen fe iſt. Aber selbst das auf trockenem Wege eingemachte China beginnt sich ja zu regen, und den Mumienschlaf aus den nicht einer freudigen Hoffnung hingeben! Augen sich zu reiben. Um wie viel mehr dürfen wir un Hat in Amerifa nicht die Freiheit über alles junkerliche Gelüste triumphirt Ist Desterreich, der alte Hort der Reaktion, nicht gezwungen seine Adern mit dem Lebenssaft der Freiheit zu verjüngen Liegt in Frankreich nicht der Cäsarismus in den letzten Zügen Schwellt nicht aller Orten ein frischer Frühlingshauch die na Bruſt der Völker? Ja die Zukunft gehört der Freiheit! „ Das Recht der Arbeit lautet die Inschrift des Banners, welches die Volkspartei im Jahre 1848 auf die er de Barrikaden pflanzte. Die Anerkennung dieses Rechts ist das Ziel des Kampfes heut wie damals. So mahne uns denn das Rauschen des Banners in dem Märzwinde über unserem Haupte, daß Jeder unvermeidlich seine ganze Arbeit einsette dieses Recht zu verwirklichen! Die Märztage, in denen der Volkszorn den feudalen Bo. lizeistaat über den Haufen warf, führten Deutschland zur Theilnahme an der Kulturarbeit, welche dem neunzehnten Jahrhundert seinen Stempel aufdrückt. Kaum war eine Bresche in die Mauer gelegt, welche das geistige Leben Deutschlands chinesisch absperrte und einengte, so trat auch der Grundgedanke der Bewegung in seiner Zwiespältigkeit von Kapital und Arbeit deutlich erkennbar hervor. Das Bürgerthum oder die Kapitalpartei forderte kraft der Macht, die ihr das Geld verlich, einen Antheil an der Regierungsgewalt, wie ihn die Bourgeoisie Frankreichs unter Louis Philipp errungen hatte. Die Arbeiterklasse forderte Gleichheit vor dem Geseß und Erlösung von dem vernichtenden Druck des Kapitals. Ueberzeugt daß eine Lösung der sozialen Frage nur in einem Staate möglich sei, welcher den Debatten derselben freien Spielraum gewährt, bot die Arbeiterpartei am Tage nach dem Siege der Kapitalpartei die Hand, um den Absolutismus dauernd niederzuhalten und zu vernichten. Die Kapitalpartei wies das Bündniß zurück. Sie wollte nicht ein Titelchen von der Macht aufgeben, welche ihr das Kapital über die Arbeiterklasse gewährte. Zu schwach aber, diese Gewalt aus eigner Kraft zu behaupten, suchte sie die Hülfe des eben gedemüthigten Polizeiund Militärstaats, indem sie sich, die Macht des Kapitals gegenüber den Bajonetten überschäßend, der Hoffnung hingab, als Preis dieser Nachgiebigkeit den ersehnten Antheil an der Staatsgewalt davon zu tragen. In diesem, aus Furcht und Selbstüberschägung entspringenden Manöver wurde sie von allen Denjenigen unterstüßt, welche die Frage, die von der Märzrevolution auf die Tagesordnung gesetzt worden war, nicht begriffen, selbst dann nicht begriffen, als es schon im April in Berlin zwischen der Kapitalpartei und den Arbeitern zum offenen Kampfe tam und dann im Juni zu Paris die furchtbare Schlacht entbrannte, aus deren Blut sich später das zweite Raiserreich erhob. So war es denn kein Wunder, daß die Reaktion schon sechs Monate nach dem Ausbruche des Bolkszornes wieder als Siegerin da stand und zwar gefestigter als je zuvor. Denn hatte sie sich bisher auf die eigne Macht gestüßt, welche sie in ihrer Polizei und ,, Das Kapital" von Marr. II. T OF ftü Da im de ich De hö ta Da De bo m G m Im vorigen Artikel sahen wir, daß jeder Arbeiter, der vom Kapitalisten beschäftigt wird, zweifache Arbeit verrichtet Während eines Theils seiner Arbeitszeit ersetzt er den ihm vom Kapitalisten vorgeschossenen Lohn, und diesen Theil der Arbeit gi nennt Mary die nothwendige Arbeit. Nachher aber hat er noch weiter fortzuarbeiten und produzirt während dieser Zeit den Mehrwerth für den Kapitalisten, wovon der Profit einen bedeutenden Theil ausmacht. Dieser Theil der Arbeit heißt die Mehrarbeit. Wir nehmen an, der Arbeiter arbeite drei Tage der Woche Mehrwerth für den Kapitalisten. Anders ausgedrückt heißt dies, zur Ersegung seines Lohns, und drei Tage zur Produktion von er arbeitet, bei täglich zwölfstündiger Arbeit sechs Stunden täglich für seinen Lohn und sechs Stunden zur Erzeugung po Mehrwerth. Aus der Woche fann man nur sechs, selbst mit Heeresorganisation besaß, so war ihr jezt in der Kapitalpartei Hinzuziehung des Sonntags nur sieben Tage schlagen, aber ein zuverlässiger Bundesgenosse erwachsen. Aus bösem Ge- aus jedem einzelnen Tage kann man sechs, acht, zehn, zwölf wissen zitternd vor der Vergeltung des Volks, das sie an die fünfzehn und selbst mehr Arbeitsstunden schlagen. Der Arbeiter hat dem Kapitalisten für seinen Taglohn einen Arbeitstag beitskraft durch das Kapital bis zum letzten Athemzuge fort verkauft. Aber, was ist ein Arbeitstag? Acht Stunden Reaktion verrathen, und entschlossen, die Ausbeutung der Arzufeßen, bat die Kapitalpartei seitdem nicht aufgehört, mit der Staatsgewalt zu buhlen und trotz der reichlich erhaltenen Fußtritte in ihrem untadeligen Gemüthe die Hoffnung zu hegen, für ihre bedientenhafte Gefügigkeit endlich doch noch mit einem Zipfelchen der Regierungsmacht belohnt zu werden. Will man einen Beweis? Nun, das Verhalten der Gothaer und oder achtzehn? 아 to be fu थ પા Da pr De a0 m 21 ta er ist, Der Kapitalist hat ein Interesse daran, daß der Arbeits tag so lang wie möglich gemacht werde. Je länger desto mehr Mehrwerth erzeugt er. tige Gefühl, daß jede Stunde Arbeit, die er über die Erſeßung Der Arbeiter hat das rich des Arbeitslohns hinaus arbeitet, ihm unrechtmäßig entzogen 101 wird; er hat an seinem eignen Körper durchzumachen, was es heißt, überlange Zeit zu arbeiten. Der Kapitalist kämpft für ſeinen Profit, der Arbeiter für seine Gesundheit, für ein paar Stunden täglicher Ruhe, um außer Arbeiten, Schlafen und Essen sich auch noch sonst als Mensch bethätigen zu können. Beiläufig bemerkt, hängt es gar nicht vom guten Willen der einzelnen Kapitalisten ab, ob sie sich in diesen Kampf einlassen wollen oder nicht, da die Concurrenz selbst den philanthro pischsten unter ihnen zwingt, sich seinen Collegen anzuschließen, und so lange Arbeitszeit zur Regel zu machen wie diese. erhalten und ein neues Geschlecht arbeitsfähiger Proletarier heranzuziehen. Das Kapital aber reproduzirt sich nicht bloß: es wird fortwährend vermehrt und vergrößert damit seine Macht über die eigenthumslose Klasse von Arbeitern. Und wie es selbst in stets größerem Maßstabe reproduzirt wird, so res produzirt die moderne kapitalistische Produktionsweise ebenfalls in stets größerem Maßstabe, in stets wachsender Zahl die Klasse besigloser Arbeiter. Die Akkumulation des Kapitals reproduzirt das Kapitalverhältniß auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.... Affumulation des Kapis tals ist also Vermehrung des Proletariats"( p. 600). Da aber durch den Fortschritt der Maschinerie, durch verbesserten Ackerbau 2c. stets weniger Arbeiter benöthigt werden, um ein gleiches Quantum Produkte hervorzubringen, da diese Vervollkommnung, d. h. diese Ueberzähligmachung von Arbeitern rascher wächst, als selbst das wachsende Kapital, was wird aus dieser stets zunehmenden Zahl von Arbeitern? Sie bilden eine industrielle Reserve- Armee, welche während schlechter oder mittelmäßiger Geschäftszeiten unter dem Werth ihrer Arbeit bezahlt und unregelmäßig beschäftigt wird, oder der öffentlichen Armenpflege anheim fällt, die aber der Kapitalistenklasse zu Zeiten besonders lebhaften Geschäfts unentbehrlich ist, wie Der Kampf um die Feststellung des Arbeitstags dauert bom ersten geschäftlichen Auftreten freier Arbeiter bis auf den heutigen Tag. In verschiedenen Gewerben herrschen verschiedene herkömmliche Arbeitstage, aber in der Wirklichkeit werden sie selten eingehalten. Nur da, wo das Gesetz den Arbeitstag feststellt und seine Einhaltung überwacht, nur da kann man wirklich sagen, daß ein Normal- Arbeitstag besteht. Und dies ist bis jetzt fast nur der Fall in den Fabrikdistrikten Englands. hier ist der zehnstündige Arbeitstag( 10% Stunden an fünf Lagen, 72 am Samstag) für alle Frauen und für Knaben Don 13 bis 18 Jahren festgestellt, und da die Männer nicht obne jene arbeiten können, so fallen auch sie unter den zehntündigen Arbeitstag. Dies Gesetz haben die englischen Fabrik arbeiter durch jahrelange Ausdauer, durch den zähester, hart- dies in England handgreiflich vorliegt die aber unter nädigsten Kampf mit den Fabrikanten, durch die Preßfreiheit, allen Umständen dazu dient, die Widerstandskraft der redas Coalitions- und Bersammlungsrecht, sowie durch geschickte gelmäßig beschäftigten Arbeiter zu brechen und ihre Löhne Benugung der Spaltungen in der herrschenden Klasse selbst niedrig zu halten. Je größer der gesellschatfliche Reichthum...., erobert. Es ist das Palladium der Arbeiter Englands geworden, es ist nach und nach auf alle großen Industriezweige und im desto größer die relative Surpluspopulation( überzählige Bevölkerung) oder industrielle Reserve- Armee. Je größer aber diese Reserve Armee im Verhältniß zur aktiven( regelmäßig beschäftigten) Arbeiter Armec, desto massenhafter die konsolidirte borigen Jahre fast auf alle Gewerbe ausgedehnt worden, wenigstens auf alle, in denen Frauen und Kinder be schäftigt werden. Ueber die Geschäfte dieser gesetzlichen Regelung( ständige) Surpluspopulation oder die Arbeiterschichten, deren des Arbeitstags in England enthält das vorliegende Werk ein Elend im umgekehrten Verhältniß steht zu ihrer Arbeitsqual. höchst ausführliches Material. Der nächste ,, Norddeutsche Reichs- Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die tag" wird auch eine Gewerbeordnung zu berathen haben, und damit die Regelung der Fabrikarbeit. Wir erwarten, daß keiner worden sind, an die Berathung dieses Gefeßes geht, ohne sich industrielle Reserve- Armee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesez der kapitalistischen Akkumulation"( p. 631). Dies sind, streng wissenschaftlich nachgewiesen und die einer Widerlegung zu machen einige der Hauptgeseße des modernen, kapitalistischen, gesellschaftlichen Systems. Aber ist borher mit dem Mary'schen Buch vollkommen vertraut ge- offiziellen Dekonomen hüten sich wohl, auch nur den Versuch macht zu haben. Es ist da Vieles durchzusehen. Die Spaltungen in den herrschenden Klassen find den Arbeitern oder günstiger als sie je in England waren, weil das allge damit alles gefagt? Keineswegs. Eben so scharf wie Mary meine Stimmrecht die herrschenden Klassen die schlimmen Seiten der kapitalistischen Produktion hervorhebt, wingt, um die Gunst der Arbeiter zu buhlen. Bier eben so flar weist er nach, daß diese gesellschaftliche Form fünf Vertreter des Proletariats find unter diesen nothwendig war, um die Produktivkräfte der Gesellschaft auf Umständen eine Macht, wenn sie ihre Stellung zu benußen einen Höhegrad zu entwickeln, der eine gleiche menschenwürwiffen, wenn sie vor allen Dingen wissen, um was es sich dige Entwidelung für alle Glieder der Gesellschaft möglich handelt, was die Bürger nicht wissen. Und dazu giebt ihnen machen wird. Dazu waren alle früheren Gesellschaftsformen Marr Buch alles Material fertig an die Hand. Bir übergehen eine Reihe weiterer sehr schöner Unterfuchungen von mehr theoretischem Interesse, und kommen nur noch auf das Schlußkapitel, das von der Akumulation oder zu arm. Erst die kapitalistische Produktion schafft die Reichthümer und die Produktionskräfte, welche dazu nöthig sind, aber sie schafft auch gleichzeitig in den massenhaften und unter. drückten Arbeitern die Gesellschafte klasse, die mehr und mehr -statt wie heute für Anhäufung des Kapitals handelt. Hier wird zuerst nachge- gezwungen wird, die Benutzung dieser Reichthümer und Prowiesen, daß die kapitalistische, d. h. durch Kapitalisten einerseits duktivkräfte für die ganze Gesellschaft und nur Zur Bergarbeiterfrage. ( Von einem Bergarbeiter). mud zu nehmen. dem Kapitalisten sein Kapital stets neu produzirt, sondern produzirt; so daß dafür gesorgt ist, daß stets aufs Neue auf Der einen Seite Kapitalisten bestehen, welche die Eigenthümer aller Lebensmittel, aller Rohprodukte und aller Arbeitsinstru mente find, und auf der andern Seite die große Masse der Arbeiter, welche gezwungen ist, ihre Arbeitskraft diesen Kapitalisten für ein Quantum Lebensmittel zu verkaufen, das im besten Falle eben hinreicht, sie in arbeitsfähigem Zustande zu ( Schluß.) Diese Maßregel ist geradezu eine barbarische zu nennen, denn dadurch wird den jüngern Arbeitern der Weg verlegt, zu ihrem Vortheil öfters zu wechseln, und ist dieses für sie nicht nur ein momentaner Verlust, sondern er macht sich fühlbar bis in die spätern Juyre; und wie unter den Bergarbeitern allgemein bekannt, gab es sogar einmal eine Zeit, wo die Beamten unter sich einen Bund geschlossen hatten, jedem Arbeiter, welcher freiwillig von einem Werke aus der Arbeit ging, auf einem anderen keine Arbeit zu geben. Diese Maßregel, welche zwar nicht als zu Recht bestehend zu betrachten war, wurde aber doch von den Beamten ausgeführt, und kann auch heute noch als in Kraft stehend betrachtet werden. Die Herren wissen es oft recht gut anzufangen, um immer die jungen Kräfte zu ihrem Bortheil auszunußen, und zur Verfügung zu haben. 102 Die demokratische Wahlversammlung zum Zollparla ment" in Darmstadt. ( Nach dem stenographischen Bericht der„ Gessischen Landes- Zeitung.") Darmstadt, 17. März. Die gestern Abend im großen Ritſer'schen Saale von der demokratischen Partei berufene Wahlversammlung war ungemein zahlreich besucht. Alle Klassen waren vertreten. eröffnete, schlug Dr. Büchner zum Vorfizenden vor, welchem Ber Dr. Wilt, welcher die Versammlung mit einer furzen Ansprache schlag die Versammlung ibre Zustimmung ertheilte. Dr. Büchner ergriff nun das Wort, um einleitungsweise die Stellung und Grundfäße zu entwickeln, welche die demokratische Parte eingenommen. Sehe man die Agitation, so sollte man glauben, handle sich um das Wohl und Wehe von Deutschland, die Bewegung erinnere an die Begeisterung, die 1848 bei den Parlamentswablen ge berrscht. Allein der Gegenstand entspreche eigentlich doch nicht den gemachten Aufwand. Die Gompetenz des Zollparlaments fei eine ziemlich geringe; es babe über Salz, Tabak und Runkelrüben zu der handeln, und am Ende werden sich die Parlamentsabgeordneten einiger maßen erstaunt ansehen und fragen: so viel Geschrei und so wenig Wolle? Die Parole der hessischen Fortschrittspartei sei die, das Zell parlament zu einem Vollparlament" umzuwandeln. Er fürchte jebt, daß der ewigen Vertrauensduselei dieser Herren ein Streich gespielt, scheidung der europäischen Geschicke liege leider nicht mehr in den und daß sie selbst sebr unbefriedigt zurückkehren werden; denn die Ents Bersammlungen der Bolksvertreter, sondern in den Gabinetten und be den Fürsten. Er beabsichtige nicht, die Bedeutung der gegenwärtigen Den schwersten Druck auf die Arbeiter üben die Unterbeamten( Steiger) aus, denn in dem gleichen Maße wie seit einer Reihe von Jahren das Gedinge( der Akkord) der Arbeiter schlechter geworden, ist der Gehalt dieser Unterbeamten gestiegen. Außer dem eigentlichen Gehalte bekommen sie noch alljährlich eine Tantième; je weniger nun Arbeitslohn für die zu liefernde Arbeit gezahlt wird, desto mehr Dividende bekommen die Actionäre pro Actie im Jahr; und wenn die Dividende gut ausfällt, bekommen die Steiger auch eine reichliche Tantième. Dieselbe erreicht durchschnittlich die Höhe von einigen hundert Thalern pro Jahr, und es gelangen auf diese Weise die Steiger auf Kosten der Arbeiter in einigen Jahren zum Wohlstand, die Actionäre zum Reichthum. Die natürlich, weil wir seit 1848 wieder zum ersten Male berufen feien teien bei diesem Wettkampf ibre Kräfte messen wollten. Dies sei aud statistischen Zusammenstellungen, welche alle Jahre in den das allgemeine Stimmrecht, die Grundlage jeder politischen Freibelt Zwickauer Lokalblättern veröffentlicht werden, beweisen dieses auszuüben. Seit 1866 sei eine vollständige Bacteizerſegung vor fi vollständig und man ist daher zu dem Schluß berechtigt: gegangen. Wir zählten 4-5 Parteien und näberten uns amerifani weniger die Arbeiter verdienen, desto mehr verdienen die Steischen Zuständen, wo sich die entgegengesezten Parteien mitunter nåber ten, weil das zu erstrebende Ziel ein gleiches sei. Die demokratifc je ger und je mehr Schaden den Arbeitern zugefügt wird, desto Partei habe mit der konservativen kein Bündniß geschloffen, sondern besser befinden sich die Steiger. Das ist aber immer noch nicht genug. müssen auch noch für die Unterbeamten mit steuern und zwar es sei nur eine Annäherung durch die Verhältnisse berbeigeführt. Sei j selbst die Fortschrittspartei in Preußen, ebenfalls veranlaßt durch die Die Arbeiter Berhältnisse, bäufig mit den reaktionären Elementen gegangen. Man fönne sich nicht der Ansicht verschließen( wolle man nicht alle feither eine Stärkung des in Eureva berrschenden Systems des Gafariemu und Militarismus sei, der sich wie eine epidemische Krankheit, wie ein Aussaz weiter verbreite. Wohin sollten aber solche Zustände fübren wenn nicht blos die Freiheit, sondern auch der materielle Boblitant in folgender Weise: die Steiger zahlen vom Thaler nicht mehr genährten Ideale aufgeben), daß jest jede Stärkung Preußens zugleid zu der Kasse als die Arbeiter; hat nun so ein Ober- oder Untersteiger sein Schäfchen ins Trocne gebracht, so zieht er in Pension. Sein Wille ist da meistens maßgebend, während ein Arbeiter erst von dem sogenannten Knappschaftsarzt dazu qualifizirt wird, und für die pensionirten Eteiger betragen die Pensionsfäße 4, 5-6 Thaler wöchentlich ein Beweis mehr, daß die Vereine mit dem Rassenvermögen selbstsüchtige Zwecke perfolgen, und der Arbeiter die Zeche bezahlen muß. - Die Handlungsweise und das Verhalten dieser Unterbeamten ist für die Arbeiter geradezu unerträglich, sogar ent würdigend, indem denselben auch noch das Recht, die Arbeiter zu bestrafen, zusteht, und sie nach Gutdünken Strafen von 5, und einer nie gesehenen Menschenschlächterei zu Grunde gebe? De Absolutismus, die Bureaukratie, der Militarismus und das Junker thum sei mit Preußen so verwachsen, daß die Stimme unserer Ber treter gegen solche Zustände in Berlin verballen werde, wie die de Predigers in der Wüste, sogar wenn wir den Führer unserer Fort schrittspartei hinsenden sollten. Redner schließt mit dem befannten: Rein Preußen, fein Desterreich; ein einiges, freies Deutfaland! ( Lebhafter Beifall.) bel Der nächste Redner, R. Fendt, beginnt damit, daß man feitber andere Gefichter auf dieser Tribüne gewohnt gewesen: Mitglieder b in Gott selig entschlafenen Nationalvereine und seiner Nachfolger. 10, 15-20 Ngr. bis 1 Thaler über die Arbeiter verhängen dieser Tribüne berab babe man erklärt, daß wenn Bismard, dieje fönnen. Nimmt man an, daß diese Steiger theils noch sehr ruchlese Minister", dieser ,, Dämon", dieser Mensch", dem Gewall junge Männer find, so kann man sich ein getreues Bild von der ganzen Wirthschaft machen, und wird man begreifen, daß häufig solche Strafen der Eitelkeit und dem Dünfel ent springen. Wer, wie Schreiber dieses, von frühester Jugend an diesem Beruf angehört, und dabei so viel erfahren und empfunden hat, dem will daher der alte bergmännische Namen oder Titel Steiger nicht mehr recht passend erscheinen: es find diese Beamten vielmehr die Aufseher oder Bögte, die Be vor Recht gebt", u. f. w. u. f. w. es wagen sollte, seine fluchwürdig Politik auszuführen, werden wir, d. h. der Nationalverein, die Fer schrittspartei, alle seine Säbel und gezegenen Kanonen zertrümmer der Redner habe schon einen ganzen Artillerievark auf der Faust g habt( stürmischer Beifall). Freilich, ale fich Bismard erlaubt bab fogar gegen die Erlaubniß des seligen Nationalvereins, bei König gräß zu fiegen, habe man gesagt: das ist eine Thatsache". Die N tional- Viberalen respektiren bekanntlich die Thatsachen, und nun fleb " man diesen Junker, Dämon, Mensch" u. f. w. geborjamit an un doch ja in den norddeutschen Bund aufnehmen zu wollen. Er erinner ferner an die Augustenburgerei", Friedrich VIII, das Selbstbestim ftatt des fogannten Steigerstode, füglich eine Peitsche in der. mungsrecht der Herzogthümer 2c. 2c. Damals habe man fogar a Hand führen sollten. Dann wäre es wenigstens einem Jeden flar, daß wir nicht freie Arbeiter sind, sondern weiße Sclaven. br ..passiven Widerstand" als feig bezeichnet und einen kleinen Hechne rath" riskiren wollen( schallendes Gelächter). Damals habe man aud die deutsche Politik des Ministers v. Dalwigt als eine ferrefte"! zeichnet, die Reichsverfassung und die Grundrechte proklamirt, Bismar in seiner junterbaften Verblendung steinigen wollen. Zu fener B habe Jemand auf einer Volksversammlung in Rheinbeisen erflä wenn Die Geld von uns wollen, jo verlangen wir die Grundrech wir thun's nun einmal nicht anders"( peiterkeit). Wie sei dies j bie bat Cr Si 4 bie " 103 alles anders. Schleswig- Holstein sei annektirt, natürlich nach dem Selbstbestimmungsrecht gar nicht gefragt worden; die Reichsverfassung? ein zerrissener Feßen. Die Grundrechte gehören bekanntlich nicht in das Ressort des Grafen Bismarck, und die Herren Braun und Gonsorten konnten sich nicht entschließen. für ihre Einführung in die Verfassung des Nordbundes zu stimmen. Sogar die österreichischen Schmerzenskinder" seien von ibrem eigenen Schüßenfeſtvater schmäh= lich im Stich gelassen worden. Wo seien die Herren 1866 gewesen, die Bismarck niederschmettern" wollten? Das ,, Hochverräthchen" höre sich wohl sehr gemütlich von der Tribüne an, wenn nur das Correctionshaus nicht wäre und man dort nicht Gigarren wickeln müßte, wie es ihm ( Redner) passirt( große Heiterkeit). Er habe geglaubt, diese Herren würden sich nach 1866 ins Privatleben" zurückziehen, so zu sagen in ihr stilles Kämmerlein. Nichts da, man thue, als wenn in Deutschland Nichts passirt sei. Früher hätten sie „ Schleswig- Holstein meerumschlungen" gesungen, heute schiebe man nur eine neue Walze in die Drehorgel ein und da gebe es ruhig weiter: " Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben". Jene Partei wechselte tommt die Freiheit von selbst, jene mit„ hochobrigkeitlicher Bewilligung" ihr Programm wie ein Hemd. Jeßt heiße es: Erst die Einbeit, dann von Herrn v. Bismarck patentirte Freiheit, von der manchmal auch Herr Braun gesprochen. Diese Gharakterlosigkeit sei es gewesen, die die Spaltung in der Fortschrittspartei verursacht. Er sage: Erst die Freiheit, dann die Einheit. Es falle ihm da die bekannte Anekdote vom Rathhausbau in Krähwinkel ein, wo man ein schönes, massives, prächtiges Haus hingestellt, aber die Fenster vergessen und fich damit zu helfen gesucht habe, das man das Sonnenlicht in Säcken aufgefangen und hineingetragen; allein es wollte nicht hell werden, das der Fall; er sei weiter nichts, als eine luft- und lichtlose Kaserne, das Grab jeder Freiheit, und alles Flickwerk werde nichts helfen( Bravo). Bismarck habe es nicht gewagt, die Mainlinie zu überschreiten, und an uns sei es, die Rechte des freien Staatsbürgerthums, die wir noch aus dem Schiffbruch gerettet, zu wahren und uns nicht zu Vasallen diesen Nordbund. Das Zellparlament, als dessen Candidaten Redner don Preußen herabzuwürdigen. Darum keinen freiwilligen Eintritt in Hrn. Fabrik. Stuttmann von Rüsselsheim vorschlägt, habe in Politik gar nichts zu reden, es solle blos neue Steuern bewilligen. Hiergegen let Herr Stuttmann. Was seine Stellung zur deutschen Frage betreffe, durch Freiheit zur Einheit. Darum Hand an den Beutel des Volkes, daß ihm seine Pfennige nicht für preußische Kasernen ab= gelucht werden( Beifall). so welle er den Fehdehandschuh vor die Füße zu werfen. In seiner Rede, in welcher er die Fahrlässigkeit des britischen Parlaments in Bezug auf Irland scharf kritisirte und die gegenwärtige Krise mit glühenden Farben schilderte, erklärte er, Jrland habe eine fiebenhundertjährige Rechnung mit England; diese müsse ins Reine gebracht und die Schuld Englands getilgt werden; schon im Jahre 1845 hätte eine Parlaments- Kommission die irischen Bauernzustände untersucht und berichtet, daß es die Pflicht des Parlaments sei, Maßregeln zu treffen, welche den Bauern Ersag für die von ihnen gemachten Bodenverbesserungen sicherten; bis heute sei noch nichts geschehen; die irische Kirche,( nämlich die protestantische) als Staatskirche müsse aufhören zu existiren u. s. w. Launiges Geschick, das den Enkel eines von Christen verfolgten Juden zwingt die Kirche gegen einen Schotten, die Bigottesten aller Christen, zu vertheidigen! Disraeli drückte seine Verwunderung darüber aus, daß gerade in dem Augenblick, wo er Premier- Minister geworden, die an Irland begangenen siebenhunderjährigen Ungerechtigkeiten ihren Höhepunkt erreicht haben sollten, und daß man von ihm und seinen Kollegen eine peremptorische Lösung der Frage verlange. Er zählte die Hauptbegebenheiten der jüngsten Zeit auf und fragte: ,, wer war während dieser Zeit einer der einflußreichsten Minister? Herr Gladstone, der über die Leiden des irischen Bolks jeder Zeit mäuschenstill war!" Er beschuldigte Gladstone, die Krise zum Vortheil seiner Partei ausbeuten zu wollen, und sagte, fünfundzwanzig Jahre lang habe Gladstone über die Macht der Krone verfügt und habe nie irgend etwas für Jrland gethan als Reden gehalten, Reden zu Gunsten der irischen Staatskirche. Er behauptete, daß wenn die Staatsmacht von der Religion geschieden werde, die Regierung zur einfachen Polizei herabfinte, daß die Regierung nichts vermöge ohne die thatsächliche Mitwirkung der Klerisci. Er bestritt die moralische Kompetenz des gegenwärtigen Parlaments, eine solche Frage zu entscheiden, ohne durch eine Neuwahl an das Volk zu appelliren, die Oppositionspartei habe nie ein Wort darüber verlauten lassen, die Frage sei nie ernstlich vor die Oeffentlichkeit gebracht worden. Herr Stuttmann entwickelt nun sein Programm, das er, falls In unserm Zeitalter gehen Meinungsänderungen und Ueberzeugungen rasch und plöglich vor sich, davon hat Disraeli und seine Partei in der letzten Session ein schlagendes Beispiel geliefert. Klassen und Nationen nehmen es nicht immer so genau mit den Motiven, welche Staatsmänner bewegen, zeitgemäße Abänderungen durchzusetzen. Wenn die irischen Katholiken die protestantische Staatskirche los werden können, so werden sie sich darum nicht fümmern, ob Gladstone ihre Abschaffung aus reinem Patriotismus oder aus Parteineid betreibt, ebenso wenig wie sich der Seidenweber darum kümmert, ob die Seidenraupe für ihn oder für die Fortpflanzung ihres Geibn eine Wahl ins Zollparlament berufe, auch dort vertreten würde. Er bekennt sich als ein Anhänger des Freihandels und ein Feind der indirekten Steuern, weil sie namentlich eine ungerechte Belastung der armeren Klaffe in sich schließen. Der norddeutsche Bund trage das Zeichen des Militärabsolutismus an der Stirn. Er erinnere an den bekannten 225- Thalerfag, die vielzulange Präsenzzeit, das Recht des Bundesfeldberrn, Festungen auzulegen, den Belagerungszustand zu ver hängen, die Verfügung über die Militärmacht, die den Fürsten der einzelnen Staaten nur noch zu Polizeizwecken zur Benugung geblieben. Versicherte man Seitens jener Partei noch so sehr, daß man nur die Herstellung eines Bundesstaats wolle, so handle es sich doch halb das Bild von Kay und Maus bier seine richtige Anwendung. Siemand lege fich freiwillig den Strick um den Hals, daher keinen Eintritt in den absoluten Militärstaat. Auf jedes Vorgeben des Junkertbums, jeden Zeitungsprozeß bei uns, fomme in Preußen ein Dußend folcher Fälle. Welches Geschrei habe man erhoben, als das Drgan der Fortschrittspartet wegen Beleidigung des Ministerpräsidenten verurtheilt schlechts spinnt. worden, allein sei nicht jüngst Redakteur Trabert von Kassel in Ketten nach Berlin abgeführt worden? Redner schließt seinen öfter durch Beifallebezeugungen unterbrochenen Vortrag mit Hinweis darauf, daß ein nur um Einführung des nackten Militärabsolutismus und finde deßMit dem Appell an das Bolf" läßt sich Disraeli eine Lücke offen und vereitelt seinen Gegnern die Aussicht, in der Er kann seine unbedingter Gintritt Süddeutschlands in den Nordbund ohne freiheit Kürze die Ministerbänke wieder zu bescßen. liche Gonsequenzen nur zur starren Centralisation, zur Gründung eines Großpreußenthums führen werde. ( Schluß folgt.) Aus England. London, den 23. März. Die irische Debatte wurde zu feiner parlamentarischen Entscheidung geführt. Der Antragsteller erklärte sich zufrieden mit der Discussion, welche seine Motive heraufbeschworen, und 10g feinen Antrag zurück. Politik je nach dem Resultat der Wahl einrichten. Ueberdice ist es noch sehr zweifelhaft, ob die zum großen Theil aus Aristokraten bestehende liberale Partei die plögliche Ueberzeugung ihres anerkannten Führers gut heißt. Eine Partei, die nicht liberal genug war, die Russell- Glad= stone'sche Reformbill durchzuführen, wird gewiß großen Anstand nehmen, die Staatskirche in irgend einem Zweig anzutasten. die Staatskirche ist ein sicherer Zufluchtsort für jüngere Söhne und Günstlinge der Aristokratie. Schon in den zwanziger Jahren betrugen die Einkünfte der englischen Staatskirche mehr als 12,000,000 Bfd. St., eine Summe, von welcher Stein Der Debatte, feinem alten Gegner, dem neuen Premier- Minister, in seiner Geographie sagt, daß sie die Einkünfte der Priester Wäre 104 schaft der gesammten übrigen Christenheit übertrifft. die Abschaffung der Staatekirche eine Reform wie die Kirchenreform des sechszehnten Jahrhunderts, wo die sich zum Protestantismus bekehrenden Aristokraten die Schäße und Güter der Kirchen und Klöster zu ihrem Privateigenthum machten, so wäre das Ding anders. Aber so etwas geht heut zu Tage nicht mehr. Anstatt die Aristokratie zu bereichern, würden ihr jährlich so und so viele Millionen entzogen werden, und diese Millionen sind ein viel stärkeres Anziehungsmittel, als aller Gottesglauben und alle Partei Disziplin. Ein Angriff auf die irische Staatskirche ist zugleich ein Angriff auf die englische Staatskirche und wird allgemein so betrachtet. Die Bertheidiger der Staatskirche haben recht, zu behaupten, wenn es als Prinzip vom Parlament anerkannt wird, daß man die irische Staatekirche deßhalb abschaffen müsse, weil die große Mehrzahl der Bevölkerung römisch- katholisch ist, so könnten auch die Bewohner eines jeden Kirchspiels auf Abschaffung der Staatskirche bestehen, sobald die Mehrheit gegen die Staatskirche sei. Gladstone bezeichnet dieses Argument als wahnsinnig", er lächelt darüber, daß die ministerielle Partei die Sicherheit der englischen Kirche in der Aufrechthaltung der irischen suche.„ Die irische Kirche, sagt er, ist die " Bindemittel einer radikalen Bürgerpartei herausstellen, an de ren Spiße Gladstone und John Bright stehen werden. Mit John Bright auf der Ministerbank fangen die politischen Bor gefechte zwischen Proletariat und Bourgeoisie im Parlamente an Der „ Bürger- und Bauernfreund" erscheint vom 1. April 1868 ab wie früher wöchentlich ein Mal in Tilsit im Verlage von A. Post, redigirt unter Mitwirkung von John Reitenbach von W. Simpson Blicken pr. Gumbinnen, für den Preis von 4 Silbergroschen 6 Pfennigen für das Vierteljahr. Infertionen finden für 3 Sgr. die Zeile durch ganz Deutschland f Verbreitung. Die Redaction. Der Herausgeber W. Simpson- Plicken bei Gumbinnen. A. Post- Tilsit. frankfurter Zeitung Kirche einer Handvoll, die engliſche iſt die Kirche der Millionen."( Auflage 8500.) und Handelsblatt.( Auflage 8500 Wenn er dieses wirklich glaubt, so ist er im Irrthum. Den Millionen Arbeitern in den Städten ist das Schicksal der englischen Kirche gleichgültig. Die große Mehrzahl sieht in der Staatskirche nur eine Milchkuh für die Aristokratie. Selbst Diejenigen, die noch nicht die Hoffnung der ewigen Seligkeit aufgegeben haben, sind damit einverstanden, daß wer einen Brediger nöthig hat, ihn aus seiner Tasche bezahlen soll. Das Kleinbürgerthum hält es gewöhnlich mit der Religion, welche die meiste Kundschaft bringt. Während der Staatsprediger zu leeren Wänden spricht, sind die Kapellen der Nonconformisten( derer, die nicht zur Staatskirche gehören) gedrängt voll. Die Nonconformisten sind größten Theils Geschäfte treibende Bürger und Fabrikanten, Kapitalisten, die sammt und sonders für die Abschaffung der Staatsfirche sind. Freihandel in der Religion" ist ihr Losungswort. Die neue Reformbill gewährt die Möglichkeit einer der Staatskirche feindlichen Majorität im Parlament. Eine proletarische Partei im Parlament könnte in Versuchung gerathen, die heutigen Einfünfte der Staatsfirche zu Produktiv- Assoziationen zu benußen. Die unerwartete Erklärung Gladstone's ist viel bedeutungsvoller, als sie auf den ersten Blick aussicht. Daß er seinen Vorschlag, wenn er es ernstlich meint, nicht mit der in der Zerseßung begriffenen liberalen Partei, die jetzt im Parlament ist, durchführen kann, versteht sich von selbst. Er hat einige Vertrauensmänner, worunter John Bright, zu Rath gezogen, um den Aktions- Plan vorzubereiten. Freitag Abend zeigte er im Unterhause an, daß er heute Abend einen Antrag in Betreff der irischen Staatekirche stellen und bei der RegieDer Abonnementspreis im Norddeutschen Bunde außer halb Preußens beträgt 1 Thlr. 27½ Sgr. per Quartal Abonnements werden bei allen Postämtern angenommen. Frankfurt a. M., im März 1868. Die Expedition der Frankfurter Beitung. 344 V de ga de M die AL Neue Badische Landes- Beitung. Deutsch!! Mannheimer Anzeiger. Demokratischeb Täglich 2 mal in Groß- Royal- Format. Auflage 6500. Für das Zweite Quartal 1868( April, Mai, Juni,) im Verlage I fl. 15 kr., auswärts 1 ft. 34 kr. Anzeigen die 5 spaltige Petitzeile 3 kr. Hierzu ladet ein. Mannheim, im März 1868. Co D. ben få Die Verlagsbuchhandlung J. Schneider sen Abonnements- Einladung auf „ Die Zukunft." Demokratische Zeitung. Gegründet von Dr. Johann Jacoby, Hauptmann a van der Leeden, Dr. Langerhans 2c. Redigirt von Dr. Guido Weiß, mo hä Der De in Ge un D rung anfragen werde, ob sie einen Tag zur Discussion be- erscheint wöchentlich zwölfmal, als Morgen- und Abend stimmen kann. Falls dieses verweigert wird, ist er entschlossen, die erste sich darbietende Gelegenheit zu ergreifen, die Frage zur Entscheidung zu bringen. Das Resultat wird sein: Bruch mit den unzuverlässigen Aristokraten, Allianz mit dem radifalen Bürgerthum. In Zukunft wird die Frage nicht mehr 3eitung. mi fre zu gen me mit bag daß Der Abonnementspreis beträgt( inclufive Stempelfteu und Postprovision) für ganz Preußen, wie für das übrig Deutschland einschließlich Desterreichs, bei allen Bostanstalte für Berlin, bei Abholung sein, ob conservative oder liberale Aristokraten die Minister aus der Expedition: 1 Thlr 222 Sgr.( monatlich 17%, Sgt. bänke beseßen sollen, sondern ob die Aristokratie oder die bei täglich zweimaliger Bestellung aber incl. des Botenlobne Bourgeoisie das Staatsruder lenken soll. Die Abschaffung der irischen Staatskirche wird sich als Zerseßungsmittel der heutigen unfähigen aristokratisch liberalen Partei und als · W. 2 Thlr. 5 Sgr. vierteljährlich 2 Thlr. 5 Sgr.( monatlich 22 Sgr.) Die Expedition der Zukunft." fac bon mar Deu frei ba Abe Auguststraße 91, vom 1. April ab: Kommandantenstraße 20 Druck und Verlag: E. W. Expedition: Windmühlenstraße 14. Berantwortlicher Redacteur: B. Riebknecht.} Leipzig.{ bition: 18. Vollrath. Redaktion: Braustraße 11.