per n Die m ies ch id n en, as er Demokratisches Wochenblatt. No. 15. Organ der deutschen Volkspartei. Leipzig, den 11. April. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Plage ein18 schließlich Bringerlohn 122 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren M. Dolge am Markt, . Reichert Hainstraße 27, G. Hofmann Brühl 40, G. Dehler Neumarkt 6, G. Richter Peterssteinweg 7, Leipziger Consumverein Universitätsstraße und die Expedition d. Blattes C. W. Vollrath Windmühlenstr. 14. Für Dresden Filialexpedition F. W. Grellmann Wallstraße 10. Je Cen che nd Die ent ge g gu Dae an Inhalt: Politische Uebersicht. Der Vertrag mit Amerika. England. Ein Schlaglicht auf die Irische Frage. Aus Weiße Sklaven. Aus Amerika. Ein Mahnruf an die Deutschen Arbeiter. Politische Uebersicht. Wir beginnen heute mit einem komischen Intermezzo der die sonst so traurig monotonen Session des Berliner„ Reichsle tags". Dasselbe ist dem Grafen Bismard geschuldet, der bei en dieser Gelegenheit ein nicht zu unterschäßendes Talent für die en unpolitische Bühne entwickelte. Beranlaßt durch einige Worte a Waldeck& über die Abneigung der Süddeutschen, in den Nordund einzutreten, sagte er: em in te Daf chen end Der Herr Vorredner hat einer früheren Aeußerung von mir, daß die süddeutschen Souveräne dem Anschlusse an den Norddeutschen Bund nicht sehr geneigt wären, die Deutung gegeben, als ob die südGdiese Geneigheit wachsen würde mit einem liberaleren Regiment in deutsche Bevölkerung geneigter wäre; und hat dann gefolgert, daß De Preußen; diese Vorausseßung ist aber eine irrige. Weshalb wollen denn jezt die Süddeutschen nicht zu uns kommen? Nicht etwa weil wir nicht liberal genug find, sondern weil wir ihnen zu liberal find. ( Allgemeines Gelächter auf der linken Seite.) Sie lachen, meine Herren, die Thatsachen sprechen aber für mich. Der liberalste Staat gerade, das wollen, sind die reaktionäre Partei.( Gelächter.) Die jüngsten Wahlen in Süddeutschland haben dies bewiesen.( Erneute Speiterkeit links.) Sie können sich gar nicht denken, meine Herren, mit welcher inneren Heiterkeit ich Ihre Heiterkeit erwidere, über die große Unwissenheit, die Sie dadurch zeigen in Betreff der bekanntesten Thatsachen.( Wachsende Heiterkeit.) Wenn wir aber den Süddeutschen einige Konzessionen in reaktionärer Richtung machen wollten, vielleicht durch Fördes rung eines Instituts von der Art, wie es jezt in Desterreich zum gebracht worden ist, und das wäre doch wohl eine reaktionäre Konzession, dann würden wir vielleicht dort die Majorität für den Anschluß gewinnen.( Gelächter links.) Ich lasse dabei ganz unentschieden, ob es überhaupt ein Vorzug ist, liberal zu sein. Das scheint mir aber sicher, daß Süddeutschland an Liberalismus, ich will nicht sagen um ein Menschenalter, aber doch um die Zeit seit der Julirevolution gegen uns zurück ist.( Gelächter links; Beifall rechts.) ˊˋ un Wanken ,, Freunde, wir sind aus dem Wahlkampfe des 24. März mit Ehren hervorgegangen, wir danken euch von Herzen für den Eifer und Muth, womit ihre eure Schuldigkeit gethan habt. Was jedoch die Nachwahl betrifft, welche am 3. April stattfinden soll, so ermahnen wir euch aus wohlerwogenen Gründen: Wählet nicht! Unsere Gegner, Volkspartei und Ultramontane, reichen sich, durch gemeinsamen Haß verbündet, die Hände. Dadurch wird der Kampf ein so ungleicher, daß wir davon abstehen, euch neue Anstrengungen und Opfer zuzumuthen. Auch hat sich die Sachlage durch das Gesammtergebniß der Wahlen geändert. Unser Land hat in allen übrigen Kreisen undeutsch(!) gewählt. Fern bleibe uns jeder Versuch, den richtenden Eindruck dieser Thatsache nachträglich noch abzuschwächen. So möge denn beim Zollparlament Würtemberg dadurch glänzen, daß es auch nicht Einen wahrhaft deutschgesinnten Vertreter dorthin zu senden wußte! Es laste die Verantwortung für die Feindschaft wider Deutschland ungetheilt auf den Häuptern der Sieger!" Die werden sie gern tragen. Den Antrag auf Diäten hat der ,, Reichstag" verworfen, nachdem Graf Bismarck die Frage wiederum zu einer Kabinetsfrage gemacht und die Nationalliberalen an den ,, Kompromis" erinnert hatte, den sie weiland mit dem Junkerthum abgeschlossen, und an dem nicht gerüttelt werden dürfe oder das große Werf", fomme in Gefahr. Natürlich wurden die Herren sofort gefügig. 3um Dank dafür war der Herr Graf in der Redefreiheitsfrage sehr gnädig. Er erflärte nämlich, in Preußen wolle er sich nach Kräften bemühen, selbst im Widerspruch mit Allem, was er früher gesagt und forten erfüllt würden. Darnach ging der Antrag natürlich gethan habe", daß die Wünsche der Herren Lasker und Condurch; und natürlich hängt nun der nationalliberale Himmel ein, daß, wer heute widerruft, was er gestern gesagt und gevoller Baßgeigen. Den guten Leuten fällt nicht im Traum than hat", auch morgen widerrufen kann, was er heute sagt und thut. Graf Bismarck goß übrigens selbst einige Tröpfchen eisihnen in der Reichstagskommission über das Schuldenwesen falten Wassers auf die Begeisterung seiner Jünger, und machte ihren Standpunkt durch die trockne Bemerkung klar: Nehmen Sie unser Bundesschuldengesetz nicht an, ohne dem Reichstage ein selbstständiges Klagrecht gegen die Beamten der SchuldenVon dem Liberalismus" des Grafen Bismarck wollen die Süddeutschen allerdings nichts wissen. Das haben die verwaltung zuzusprechen, gut, so kommt kein Schuldengesch zu i Schwaben z. B. durch die Einstimmigkeit bewiesen, mit der au er น โ Stande und wir fönnen dann auch keine Marineanleihe auf nehmen. Das schadet aber nichts; der Bundesrath wird auch ohne Anleihe in der Lage sein, sich die Wenn ihr Parlamentchen spielen wollt, dann tanzt auch hübsch Stimmen dem, nach Bismard'schen Begriffen extrem ,, un liberalen" Gandidaten der Volkspartei, Freisleben, gegeben erforderlichen Mittel zu verschaffen." Das heißt: haben. Die Verstocktheit der Leute war so groß, daß die braven urne zu gehen, und unmittelbar vor dem entscheidenden Aft folgenden gesinnungstüchtigen Aufruf in die Welt schickten: nach meiner Pfeife. Wo nicht, dann thue ich ohne euch was ich will, und nehme das Geld, wo ich's finde". Wie wir voraussahen, ist der Vertrag mit Amerita die 114 von dem„ Reichstag" ohne Opposition angenommen worden. Mit besonderer Salbung redete für dieses traurige, die Freistaaten schändende Machtwerk( das hoffentlich von dem Congreß noch weggefegt wird) der edle Fortschrittsheld Löwe, genannt ,, von Calbe", ein neuer Beweis, daß die preußische ,, Fortschrittspartei" troß alles Schmollens dem Bismarck' schen Cäsarismus und Militarismus in partikularistischem Groß machtsschwindel servil die Schleppe trägt. Wenn indeß der Vertrag darauf berechnet war, den gefegneten Norddeutschen" das Auswandern zu verleiden, so ist dieser Zweck nicht erreicht worden; die Auswanderung, das muß sogar die nationalliberale ,, Weserzeitung" bekennen, nimmt immer gewaltigere Proportionen an; namentlich stellt Preußen, und zwar die alten Provinzen so gut wie die neuen, ein starkes Contingent. Diese Eine ,, Thatfache" wiegt schwerer als alle Lobreden der Braun, Miquel und Consorten. Ersterem, wir meinen„ unseren Braun", ist jetzt beiläufig eine kleine Fatalität passirt. Vor einigen Tagen brachte die„ Kölnische Zeitung" einen niederträchtigen Denunziationsartikel gegen den gefangenen Trabert; die Berliner Volkszeitung" behauptete, Braun sei der Verfasser, worauf Braun eine lange Erklärung schrieb, in der er Alles Mögliche sagte, nur nicht, daß er jenen Artikel nicht geschrieben. Wir müssen ihn also für den Verfasser halten. Möge er sich der Freundschaft Stiebers fernerhin würdig machen! Un schiednen beunruhigenden Gerüchte und Thatsachen aufzählt und die Französische Regierung auffordert, der tödtlichen gewißheit ein Ziel zu seßen. Die Beziehungen dieses Blatte zu der napoleonischen Dynastie legen die Vermuthung nah, da der Artikel zur Inszenirung irgend eines überraschenden ,, Streiche bestimmt ist. Ein andres Pariser Blatt, dessen Redacteur, de vielgewandte Girardin, das Kaiserreich machen half, Liberté" 外 be 91 G die La so ziemlich jeden Menschen in Europa beschäftigt) und kommt - beschäftigt sich mit derselben Frage( die jest wobl zu dem tröstlichen Schluß:„ Auf die Frage: werden wir Krieg haben? antworten die Menschen mit Nein! und die Dinge Ja! Werden die Dinge über die Menschen den Sieg davon tragen? oder die Menschen über die Dinge? Das Echo ant wortet: Die Dinge." mit Betrachten wir die ,, Dinge", welche Girardin hier im Auge hat. Abgesehen von den Kriegsvorbereitungen, die überall z bemerken sind, ergehen sich die Vertrauten des Kaisere neu dings in den kriegerischsten Aeußerungen. spricht von nichts als Chassepots und deren Vorzügen vor de Prinz Napoleon Zündnadelgewehren; Minister Rouher orakelt von einem großen Schlag", der nächstens die Welt erstaunen werde; Graf Walewel bringt Toaste auf die Wiederherstellung Bolens aus, Niel, der Kriegsminister, wettert gegen die Preußen u. 1. Schwerer, als diese Worte", wiegt die Thatsache, daß der da Vor dem Reichstag" befindet sich ein Geseßentwurf, der nische Kriegsminister Raaslöff plöglich in Paris einge gewisse polizeiliche Ehehindernisse" beseitigen soll, und von troffen ist und einen sehr lebhaften Verkehr mit den Franz den Nationalliberalen als ein Wunder von Liberalismus be- sischen Staatsmännern unterhält. Die Sendung Raaslöffe zeichnet wird. Die Volkszeitung" ist so grausam, den Leutchen den Spaß zu verderben, indem sie daran erinnert, daß bestätigte Nachricht, daß die Unterhandlungen der Höfe vo langt einen sehr ominösen Charakter durch die von allen Seiten in Preußen auch nach Annahme jenes Gesetzentwurfes die Ehe Kopenhagen und Berlin betreffe der Abtretung Nordschleswige kubinat erklärt werden kann, und daß Ghen zwischen lung Frankreichs und Desterreichs angerufen hat ins Stoden gerathen sind, und daß Dänemark die Vermitt Dissidenten und Angehörigen anerkannter christlicher Confessionen, sowie Ehen zwischen Juden und Christen, und Ehen ge- wichtigsten Dinge" vergißt sie aber zu erwähnen: die steigende Das sind die ,, Dinge", von denen die ,, Liberté" spricht. Di richtlich geschiedener Personen noch immer verboten sind. Das Aufregung in Frankreich, die revolutionären Demonstrationen in zahlreichen Städten, die um sich greifenden Arbeitseinstellun Diese Symptome enthüllen einen Zustand, d In Bayern an vielen Punkten thätliche Widerseßlichkeit die Regierung gar leicht in dem Kriege ein geringeres Wagnis zwischen Adeligen und Nichtadeligen noch immer für Kongehört auch zu dem„ Liberalismus", in dem Preußen dem übrigen Deutschland voraus ist. gegen die preußische Militärverordnung. In Hessen ein militärischer Gonflikt mit Preußen. Der Oberkommandant der hessischen Truppen, ein Bruder des Großgen erblicken lassen fönnte, als in dem Frieden. herzogs, will feine Stellung nicht länger befleiden, weil er sich reichlich mit Geldman munfelte von französischem einem Preußischen Offizier unterordnen soll. Der österreichische Reichstag hat ein freisinniges Geschwornengeseß angenommen, die Aburtheilung der Preß religiöse Freiheit wesentlich begründet. Unsere Nationalliberalen, 1 Die Die Arbeiterunruhen in Belgien sind beendigt Es stellt sich heraus, daß die Behauptung, die Arbeiter feien Geld und Waffen versehen gewesen, infame Tendenzlügen zuheßen. Ein Berichterstatter der Zukunft" schreibt: waren, um das Volk und die Soldaten gegen die Arbeiter auf vergehen durch Schwurgerichte beschlossen und das Arbeiter geben zu, daß die Bergwerksbefizer bei den ungeheuren ,, interfonfessionelle Gefeß" angenommen, welches die Kohlenvorräthen, für die fie jest keinen Absatz finden fönnen denen die Freiheit in Desterreich" nicht in den Kram paßt, drücken Tagelöhne herabseßen. Aber, wenden sie ein, die Patrone follten nicht nur die Arbeitstage vermindern müssen, sondern auch die dann wenigstens auch die Kohlenpreise herabseßen und nicht die Ungarn ist soeben durch den braven ungarischen Revolutions- Actiengesellschaften, welche in den legten zwei Jahren ungeheure ist unwiderlegbar. Es ist wirklich empörend zu sehen, wie jene neur" Kossuth. Berczel hat ihn des Landesverraths, spe- in der Metallurgie und in Folge derselben im Kohlenhandel Dividenden an ihre Actionäre vertheilten, heute, wo eine Krifi ciell des Einverständnisses mit Rußland beschuldigt eingetreten, gleich bei der Hand sind, einen Theil ihrer Arbeiter und überführt. Die Beweise finden sich beiläufig schon in fortzuschicken und den Uebrigen 5 pCt. ihrer Löhnung abzu beide Augen zu, um diese unbequemen Thatsachen" nicht zu sehen. " Ein Hauptfeind des Ausgleichs zwischen Desterreich und general Berczel aus dem Weg geräumt worden: der„ Gouver Arbeiter allein die Verluste tragen lassen. Die Bemerkung dem 1860 veröffentlichten, aber von der deutschen Presse systes zwacken. Mag immerhin der gegenwärtige Strife wie fo matisch todtgeschwiegenen Schrift: Herr Vogt, von Karl Mary, die noch manches andre Erbauliche enthält. In Kossuth verliert Graf Bismarck eins seiner besten Werkzeuge. mancher andere ir Blut erstickt werden, das Uebel wird immer wieder ausbrechen und man wird zuletzt zu andern Hülfsmit teln als Pulver und Blei greifen müssen." Der Strife i Unter der Ueberschrift: Frieden oder Krieg? brachte vorläufig in Blut erstickt und Ruhe herrscht" um Charleroi vor einigen Tagen das Organ des Prinzen Plonplon, die ,, Opinion Nationale", einen längeren Artifel, in welchem sie die verbis auf Weiteres. In Genf dauert die Arbeitseinstellung fort. Ein Bersuch 8 f h b 88 ge 6 Dig eu plea ofen aud wo 7 Sabk DO schiedsrichterlicher Beilegung ist an der Unverschämtheit der Meister gescheitert, die offenbar das Einschreiten der Bundeslabehörden erzwingen wollen. Ein neues Manifest Mazzini's entrollt das Sündenrei gister der Italienischen Monarchie:„ In Italien ist sie Sclavin des Auslandes, gleichgültig gegen die Civilisation des Landes und unfähig, sich die Herzen des Volkes zu gewinnen." Mazzini sieht die Republit in naher Zukunft; einen wichtigen Bundesgenossen hat er in den frischen Steuern, vor Allem der gehässigen Mahlsteuer, welche die Regierung dem schon beispiellos überbürdeten Bolk aufgelegt hat. ROLL AR abo an 115 Nachricht aus Südamerika: Der Freibeuter Flores, Diktator von Uruguay, Greatur der brasilianischen Regierung und die Seele des Bündnisses gegen Paraguay ist in einem Volksaufstand getödtet worden; der Aufstand wurde zwar unterdrückt, allein die brasilianische Politik wird sich von diesem Schlage nicht so leicht erholen. Bekanntlich sind die in dem neuen Sächsischen Berggeseg entwurf enthaltenen Bestimmungen zum Schutz des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter nach jeder Richtung hin ungenügend. Durch verschiedene Unglücksfälle, die sich neuerdings in Gruben zugetragen haben, und durch allerlei bedenkliche Nachrichten über den Zustand verschiedener KohlengrubenSchächte, ist die Regierung endlich nachträglich zu der Ueberzeugung gedrängt worden, daß etwas mehr geschehen muß; und sie hat soeben durch das königliche Oberbergamt nachstehende Vorschriften in Betreff der Ueberwachung und baulichen Unterhaltung der Schächte in Steinkohlengruben veröffentlichen lassen:„ Die Besitzer haben jeden Schacht allwöchentlich wenigstens Einmal genau untersuchen zu lassen, und zwar durch dazu geeignete Aufsichtsbeamte, oder durch dazu auszuwählende, besonders tüchtige und zuverlässige Zimmerlinge. Die Untersuchung hat sich über alle Abtheilungen des Schachtes sammten, zur Verwahrung der Schachtstöße, wie zur Fahrungs-, Förderungs-, Wetterlosungs-, Wasserlosungs- und zu sonstigen In Rumänien, das sich der Segnungen hohenzollern schen Regiments erfreut, wird eine neue Judenverfolgung in Szene gesetzt. Diesmal in Form Rechtens. Einunddreißig Hofdemokraten haben einen Gefeßentwurf eingebracht, der den Juden den Aufenthalt auf dem Lande, in den Dörfern absolut untersagt; der Aufenthalt in Städten soll ihenn nur geſtattet sein, wenn der betreffende, ausschließlich aus Christen bestehende Gemeinderath denselben von Fall zu Fall bewilligt. Der Jude, welcher diese Bedingung nicht erfüllt, wird als Vagabund behandelt und vom Bürgermeister fortgeschafft. Weder in Dörfern, noch in Städten dürfen Juden Immobilien befißen; alle bezüglichen Käufe sind null und nichtig, der KaufSchilling ist verfallen. Kein Jude darf Grundstücke, WirthsWiesen, Schäfereien pachten, Lieferungen für den Staat oder die Gemeinden erstehen. Die Behörden dürfen von einem Juden, der keinen Aufenthalteschein besitzt, keine Gesuche entgegennehmen; Beschwerden jüdischer Associés gegen anders gläubige Gesellschafter sind nicht zu berücksichtigen. Zur Bei treibung irgend eines Handels bedarf der Jude einer besondern 3 ing cit wi 64 D en on M fei Lige au D ne Ulte cur ni eit 630 e mit 19 ero ind ſten zu erstrecken, und zwar sowohl auf die Beschaffenheit des geZwecken dienenden Aus- und Einbaues jeder Art, als auch auf die Beschaffenheit der etwa unverbauten Gebirgsstöße. Ueber die Schacht- Untersuchungen ist ein Journal zu halten, welches dem Kohlenwerksinspektor auf Verlangen jederzeit vorzulegen ist." Wenn obige Bestimmungen genau eingehalten werden, ihre Pflicht erfüllen, dann ist allerdings eine ziemlich sichere Garantie gegen Schachtbrüche geboten; aber wer bürgt dafür, daß die Beamten ihre Pflicht erfüllen? Auch die bisherigen Geseße, so unvollkommen sie waren, hätten, wenn sie ausgeführt worden wären, Katastrophen wie die in der Neuen Fundgrube verhindert. Es giebt hier nur Ein Mittel: Die Arbeiter müssen Bewilligung von der Gemeinde und er wird im Uebertretungs- d. h. wenn die betreffenden Aufsichtsbeamten und Inspektoren fall als Bagabund behandelt. Juden dürfen Getränke und Eßwaaren nur an ihre Glaubensgenossen verkaufen; an Ghri welche Juden bei Uebertretung dieser Vorschriften Borschub leisten, verlieren von drei bis zu zehn Jahren ihre politischen Rechte, Beſchäft nichtig, und das Object desselben verfällt zu zwei sich selbst helfen, das heißt, eine strenge Controle über die Drittheilen der betreffenden Gemeinde, zu einem Drittheile Grubenverwaltungen ausüben und darüber wachen, daß den obidem Angebet des Falles. Der Gesezentwurf erklärt gen Bestimmungen streng nachgekommen wird. außerdem alle jüdischen Gemeinden und Vereine für aufgelöst, und annullirt alle den vorstehenden Bestimmungen widerspre chenden bisherigen Gefeße. Dieser saubere Antrag ist einer Commission sur Berichterstattung überwiesen worden, und wir zweifeln feinen Augenblick, daß die wallachische Volsvertretung trop ihres lauten Geschreis über( erdichtete) Religionsverfol gungen in der Türkei, ihn auch annehmen würde, wenn thanen find. test erlasen hätte. Die Zahl der Juden in Rumänien be läuft sich auf 200,000, wovon 50,000 österreichische Unter Der Parlamentarismus hat auch Egypten ergriffen. Der us Noch ein Wort über den Vertrag des Norddeutschen Bundes mit der amerikanischen Union. Der norddeutsche ,, Reichstag" hat unsere Erwartung gerechtfertigt. Er hat den Vertrag mit den Vereinigten Staaten bezüglich der Auswanderung und des Bürgerrechts angenommen. Für die preußische Fortschrittspartei waren die Debatten in so fern von Wichtigkeit, als sie einen weitern Beweis lieferten, wie höchst nothwendig eine Säuberung und Reorganisation dieser Partei ist.). Löwe ,, von Galbe", der sich in seinem fürz Bizeköng eröffnete vor Kurzem eine Delegirtenversammlung" lichen Rechenschaftsbericht an seine Wähler auf den Standpunkt mit einer Thronrede, die der des Norddeutschen Bundesoberhaupte nichts nachgab. Die glücklichen Egypter! der brutalen Gewalt und der Ritter vom hanfenen Strick stellte, indem er erklärte: daß die Kleinstaaterei, mit welcher Brasilien kommt die Nachricht von einem glän- Manier, mit welcher Absicht, mit welchen Mitteln auch immer, zenden Siege", den die Alliirten über die Paraguayiten erfochten aufhören, und was einmal gewonnen auch festgehalten werden haben wollen. Da die Brasilianer gerade mit einer neuen müſſe-hat auch die gegenwärtige Gelegenheit nicht vorüberschrittspartei abzulegen. Er begrüßte den Vertrag mit Amerika *) Von einer Reorganisation" dieser Partei" kann keine Rede ( Anm. d. R.) einzu reiben. Anleihe auf den Eurepäischen Markt gekommen sind, und ihre gehen lassen, ohne Zeugniß von der Berkommenheit der Fort früher erfochtenen glänzenden Siege" fich sämmtlich als blauer Dunst erwiesen haben, so werden wir einstweilen wohlthun, Unzweifelhaft richtig ist dagegen eine andere das üngste Siegesbulletin in die Kategorie der Börsenpuffe sein; sie muß durch Organisirung der Demokratie weg organisirt wer= den. 116 mit Genugthuung, weil er den Nordbund kräftige, indem er ibn mit der amerikanischen Union verbinde. Wir wollen mit Löwe nnd Consorten nicht rechten. Es ist Sache der Demokratie in Preußen, einer solchen moralischen Verwilderung und Entsittlichung entgegenzutreten. Kommen wir auf den Vertrag noch einmal jurück, so geschieht es nur, um unsere Landsleute in Amerika, die ja das ,, Demokratische Wochenblatt" fleißig lesen, zur Wachsamkeit darüber aufzufordern, daß sich die Vereinigten Staaten nicht in das eigene Fleisch schneiden. die Einwanderer zum Kriegsdienst heranzuziehen, eine Drohung na welche die Potentaten und Mächte Europas überall veröffent bo lichen ließen, und deren Folgen sie mit übertriebener Fürchte tr lichkeit schilderten. Den europäischen Unterthanen wurde erzähl daß unser Land von Bürgerkrieg zerrissen sei und der Anard un und dem Ruin entgegengehe; daß die großen Institutiona der Freiheit Amerikas über den Haufen geworfen und wir be Folge dessen zu fortwährenden inneren Kriegen verurtheilt seien ab Trotz aller dieser Unglücksprophezeiungen strömten selbst währen des Krieges die Einwanderer zu Tausenden und Zehntausen den zu uns herein. Sie werden nun zu Hunderttausender kommen. In diesem weiten Lande müssen sie sich irgend wohi wenden. Wenn sie von dem übervölkerten Europa an unfer Küsten landen, so sollten sie nach diesen westlichen Gebieten wiesen werden, welche, mit edlen Metallen angefüllt, allen Rom menden offen stehen. Ihre Schäße warten auf deren sammel Hand. Ich brauche keine beschränkende Fesseln für den Gol sucher, der seinem unsichern Gewerbe folgen will. Ich würd ihn im Gegentheil ermuthigen; ich würde Andere ermunt hierherzukommen und seinem Beispiele zu folgen, indem Sorge trüge, die vernünftigen Anziehungsmittel zu vermehr Und ich denke, wir besißen in unserer Gefeßgebung einen fru ren Fall( das Gesetz über die Heimstätten), welcher uns red fertigt, wenn wir alle diese Lande Jedem erschließen, der hat hierher zu kommen, um Gold und Silber zu graben. 186 Nimmt der Congreß zu Washington den Vertrag an, so begeht er damit eine Verlegung der Verfassung. Die Constitution der Vereinigten Staaten bestimmt, daß jeder Einwan derer fünf Jahre nach geschehener Anmeldung Bürger der Union sei. Sie fennt feinen Unterschied in dem Bürgerrecht. Ob der Bürger von Geburt ein Chinese oder ein Preuße ist: einmal in die Union aufgenommen, hat er das gleiche Anrecht auf den Schutz der Behörden im In- und Auslande. Der erste Artikel des Vertrages aber schafft einen solchen verfassungswidrigen Unterschied, indem er bestimmt, daß Angehörige des Norddeuts schen Bundes erst nach zehn Jahren Vollbürger der Union seien und erst dann auf den Schuß der amerikanischen Regierung ein Anrecht haben. Mit welchem Rechte wird der Congreß den Präsidenten Johnson verurtheilen, wenn er selbst mit der Annahme des Vertrags einen Verfassungsbruch begeht, um ein Militärsystem in Europa zu unterstüßen, dessen Bankrott in jenem Bertrage erklärt ist? So vermag Rußland seine Grenzsperre im Westen nur aufrecht zu erhalten, indem es Preußen, dessen östliche Provinzen darüber zu Grunde gehen, zu einem Vertrage über die Auslieferung der Deserteure genöthigt hat. Und auch die Vereinigten Staaten beschneiden die Wurzeln ihres raschem Aufblühens, indem sie zu ähnlichen Zwecken Preußen die Hand bieten. . Lu ibre ma Jab 186 186 216 Noch haben es die amerikanischen Politifer wohl nicht 186 lernt, wie unsere national liberalen Staatsmänner". ir 186 Grundsäßen„ realpolitisch" in das Gesicht zu schlagen. 186 unsern Parteigenossen jenseits des Oceans find wir überzeu daß sie ihre volle Kraft einseßen werden, um dem Machtfo fusionsschwindel endlich ein Ziel zu sehen, in welchen Karl Schu Hecker und Andere die Amerikaner gestürzt haben. Wenn m uns das Urtheil dieser Leute über den preußischen Eroberung frieg von 1866 wiederholt als ein vollwichtiges anführt, erwidern wir darauf, daß sie die unflaren Politiker, die sie Europa waren, drüben in Amerika geblieben sind, und daß das Verständniß der deutschen Verhältnisse vollends verlor haben, ohne dafür in die principielle Wesenheit des nordam rikanischen Staates eingedrungen zu sein. Die Union beru dieses Recht ist es, welchem der von den preußischen Bayonnett auf dem freisten Bestimmungsrecht des Individuums, und gera Die Vereinigten Staaten haben unzählige Auswanderungsemissäre in Europa, und alle ihre Staatsmänner haben die Begünstigung der Einwanderung als eine Lebensbedingung der Union verfochten. Die Knownothings, welche einmal die Auswanderung zu erschweren und zu ersticken suchten, wurden befiegt. Die Union fann nicht zu deren Grundsäßen zurückkehren und sich selbst schwächen wollen, indem sie durch den Vertrag mit Preußen der Auswanderung aus Norddeutschland Hinder nisse bereitet. Auch der Sprecher des Repräsentantenhauses in aufgerichtete norddeutsche Bund den Krieg auf Tod und Leb erklärt. Der Vertrag mit Nordamerika ist auch nur ein Mitte Washington, Herr Golfar, hat stets die Ansicht vertreten, daß man der Einwanderung die größten Vortheile gewähren müsse. Unsere Landsleute mögen ihn an die Rede erinnern, die er am 24. Juni 1865 zu Virginia im Staate Nevada hielt.*) Es handelte sich damals um eine Besteuerung der Goldgräberei, wodurch die Bevölkerung der Minengegenden in Aufregung versezt war. Hr. Golfax machte darauf aufmerksam, daß es gegen die Grundsätze der Regierung sei, Rohproducte zu besteuern. Nur mit dem König Baumwolle" hätte man aus wichtigen Gründen eine Ausnahme gemacht. So würden auch Gold und Silber erst dann einer Steuer unterworfen werden, die Kriegsschuld der Nation decken zu helfen, wenn sie als Waare in den Handel fämen. Statt die Goldgräberei durch Steuern zu beschränken, müßte man sie vielmehr durch ähnliche Vortheile, wie sie das Heimstättengesetz dem Ackerbau gewähre, zu ermuntern trachten. Er äußerte in Bezug auf die Einwanderung wörtlich Folgendes: um Wir haben eine ungeheure Einwanderung von Europa. Der Krieg hat sie faum beschränkt, selbst nicht die Drohung, *) Die Rede ist abgedruckt in: ,, Across the Continent, by Samuel Bowles." Wie wir hören, ist eine deutsche Bearbeitung dieses interessanten Buches durch R. Schweichel eben unter der Presse.( D. R.) dazu. Ein Schlaglicht auf die Frische Frage. ( Aus dem Kapital" von Karl Marr.) auf Irlands Bevölkerung war 1841 auf 8,222,664 Be nen angewachsen, 1851 auf 6,623,982 zusammengehmol 1861 auf 5,850,309, 1866 auf 512 Million, ungefähr Niveau von 1801. Die Abnahme begann mit dem sung jahr 1846, so das Irland in weniger als 20 Jahre Spa Ger Ber Hog Rar Tur Rob Bla Speu als 5/16 seiner Volksmenge verlor*). Seine Gesamm emig rfond 5 m tion von Mai 1851 bis Juli 1865 zählte 1,591,487 P die Emigration während der letzten 5 Jahre 1861-186 als eine halbe Million. Die Zahl der bewohnten Säufer minderte sich von 1851-1861 um 52,990. 1861 wuchs die Zahl der Pachthöfe von 15-30 Acr 61,000, die der Pachthöfe über 30 Acres um 109,000 Bon 1851 rend die Gesammtzahl aller Bachten um 120,000 *) Bevölkerung von Jrland: 1801: 5,319,867 Pe 1811: 6,084,996, 1821: 6,869,544, 1831: 7,828,347, 1841: 8,2 66 Du Du 117 ing nahm, eine Abnahme, die also ausschließlich der Vernichtung ent von Pachten unter 15 Acres, alias ihrer Koncente tration geschuldet ist. ibl Die Abnahme der Volksmenge war natürlich im Großen rch und Ganzen von einer Abnahme der Produktenmasse begleitet. one Für unsren Zweck genügt es, die 5 Jahre 1861-1865 zu r i betrachten, während deren über 2 Million emigrirte und die eien absolute Volkszahl um mehr als 3 Million sank. ren afen nde ohi cin Pferde. Tabelle A. Viehstand. Hornvieh. Gesammtzahl. Abnahme. Gesammtzahl. Abnahme. Zunahme. fere 1 g Com Jahr. 1860 619,811 3,606,374 Sol 1861 614,232 5,993 3,471,688 138,316 ür 1862 602,894 11,338 3,254,890 216,798 1863 nter 579,978 22,916 3,144,231 110,695 id 1864 1865 562,158 17,820 547,867 14,291 Schafe. bre rüb redh Lu Jahr. Gesammtzahl.| Abnahme.| Zunahme. Gesammtzahl.| Abnahme.| Zunahme. ihre 1862 3,456,132 99,918 3,262,294 3,493,414 118,063 231,120 Schweine. Wenden wir uns jetzt zum Ackerbau, der die Lebensmittel für Vich und Mensch liefert. In der folgenden Tabelle ist Ab. oder Zunahme für das Jahr 1861 auf das Jahr 1860 berechnet, kurz für jedes einzelne Jahr mit Bezug auf das nnmittelbar vorhergehende. Die Kornfrucht umfaßt Weizen, Hafer, Gerste, Bere, Roggen, Bohnen und Erbsen, die Grünfrucht Kartoffeln, Turnips, Mangel- und Runkelrübe, Kohl, gelbe Rüben, Parsnips, Wicke u. s. m. Tabelle B. Zu oder Abnahme des zum Fruchtbau und als Wiese( resp. Weide) benutzten Bodenareals in Acres. Jahr. KornGrasland frucht. Grünfrucht. und Klee. Abnahme. Abnahme. Zunahme. Abnahme. Zunahme. Abnahme. Flachs. Zunahme. Alles zu Ackerbau u. Viehzucht dienende Land. Abnahme. Zunahme. 1861 15,701 36,974 47,969 19,271 81,873 1862 72,734 74,785 6,623 1863 114,719 19,358 7,724 2,055 138,841 63,922 92,431 1864 1865 72,450 1861-1865 428,041 107,984 Acres. Acres. 122,437 2,317 47,486 25,421 68,970 50,159 82,834 87,761 28,218 122,850 330,860 Acres. 10,493 Aus der vorhergehenden Tabelle ergiebt sich: Im Jahre 1865 famen unter der Rubrik ,, Grasland" 127,470 Acres hinzu, hauptsächlich weil das Areal unter der Rubrik ,, unbenußtes wüstes Land und Bog( Sumpfland)" um 101,543 Acres abnahm. Vergleichen wir 1865 mit 1864, so Abnahme in Kornfrucht 246,667 Qrs., wovon 48,999 Weizen, 166,605 Hafer, 29,892 Gerste u. s. w., A bnahme von Kartoffelertrag, obgleich das Areal ihrer Bebauung 1865 wuchs, 446,398 Tonnen u. s. w. 1." ht 9 1861 3,556,050 1860 3,542,080 1,271,072 Vo 1863 geug 1864 3,366,941 3,308,204 147,982 tfo 1865 3,688,742 13,970 1,102,042 169,030 1,154,324 1,067,458 86,866 58,737 1,058,480 8,978 321,801 1,299,893 52,282 241,413 chur ma Pferde. ung Hornvieh. Schafe. t, fie i Absolute Abaß f Absolute Abnahme 116,626 Absolute Zunahme 146,608 clore dam Tabelle C. Seru gera nette Lebe Mitt nahme 72,358 Schweine. Absolute Zunahme 28,819*). Zu oder Abnahme in dem Areal des bebauten Bodens, dem Produkt per Acre, und dem Gesammtprodukt, 1865 verglichen mit 1864. Acres bebautes Land. Produkt per Acre. Produkt. 1864. 1865. Zu- oder Abnahme 1865. 1864. Zunahme und Abnahme Totalprodukt. Beri olger uf ib Weizen Hafer Gerste Bere Roggen Kartoffeln Turnips Mangelwurzel Flachs ang me Robl migra Tone Seu meb er pe 851 26 u ma Tone 2,66 276,483 266,989 1,814,886 1,745,228 172,700 177,102 4,402 8,894 10,091 1,197 1,039,724 1,066,260 26,536 337,355 334,212 14,073 14,389 31,821 301,693 251,433 316 33,622 1,801 1,609,569 1,678,493 68,924 Kartoffeln Tonnen 4.1 3.6 1865. 1864. 1865. Zunahme oder Abnahme 1865. 12,680. 18,364 5,6842. 48,999. 166,605. 29,892. 9,494 Weizen 69,658 afer Str. 13.3 13.0 12.1 12.3 0.2 0.3 " 875,782r6. 826,783 7,826,332. 7,659,727 Gerste Bere Roggen 15.9 14.9 1.0 " 761,909. 732,017 16.4 14.8 1.6 " 15,160 Q. 13,989 1,171 Q. 8.5 10.4 1.9 " 0.5 4,312,388 T. 3,865,990 446,398. 3,143 Turnips 0.4 " " 3,467,659 3,301,683 147,284 297,375 165,976. 191,937 44,653 T. 350,252 52,877 50,260 9.0 64,506 39,561 " Heu ) Das Ergebnis würde sich ungünstiger stellen Schweine 1865: 1,299,893, aber 1858: 1,409,883. " 10.3 9.9 Mangelwurzel T. 10.5 13.3 2.8 Kohl Tonnen 9.3 10.4 1.1 Flachs( Stones von 14 Pfund) 34.2 25.2 Tonnen 1.6 1.8 0.2 06 " 2,607,153, 3,068,707 461,554 ,, 24,945.**) wenn wir weiter zurückgingen. So Schafe 1865: 3,688,742, aber 1856: 3,694,294; *) Die Angaben des Textes find zusammengestellt aus dem Material der:„ Agricultural Statistics. Ireland. General Abstracts Dublin" für die Jahre 1860 sqq., und„ Agricultural Statistics, Ireland. Tables showing the Estimated Average Produce etc. Dublin 1866". Man weiß, daß diese Statistik offiziell ist und dem Parlament jährlich vorgelegt wird. ( Fortseßung folgt.) Weiße Sklaven. VII. Zwiegespräch eines Obersteigers und Kohlenhäuers. Schauplay: auf dem Otto- Schachte. Zeit: einige Tage nach dem Unglücke auf Neu- Fundgrube. Arbeiter: Aber Herr Obersteiger, wenn wir nun bedenken, daß auch wir einmal in die Lage kommen könnten, nicht wieder hinaus zu können. Wie würde und da zu Muthe sein? Beamter: Das muß eine schöne Verwaltung sein, eine leichtsinnige, lüderliche Verwaltung, wo so etwas vorkommt. Arbeiter: Aber, Herr Obersteiger, bei uns giebt es auch einen schlechten Punkt im Schachte, da wird es auch bald einbrechen. Beamter: Was?! Sie wollen mir Vorschriften machen?! Arbeiter: Das sind weiter keine Vorschriften; ich sage nur, bei uns wird's auch bald so werden, wie auf der Fundgrube. Beamter: Wissen Sie was, wenn es Ihnen nicht ansteht, da können Sie zu Tage bleiben und Tagearbeit machen; von Ihnen laß ich mir keine Vorschriften machen. Arbeiter: Das kann mir ganz gleich sein, ich verdiene im Schachte blos Schichtlohn, das verdiene ich über Tage auch, das Del werde ich noch obendrein ersparen. Aber, Herr Obersteiger, das habe ich doch nicht böse gemeint, das müssen Sie mir nicht übel nehmen. Auf der Fundgrube wollten sich die Herren auch keine Vorschriften machen lassen, und doch wäre es besser gewesen, sie hätten sich so weit ,, erniedrigt" und den Warnungen Gehör geschenkt. Kurz nach obigem Gespräch weigerten sich die Arbeiter, wieder einzufahren, bevor nicht erst gebaut wäre. Bergverwal ter Schulang forschte und ließ forschen, wer der ,, Aufwiegler" sei, um Solchem seine Entlassung zukommen zu lassen; es stellte sich aber heraus, daß nicht einer oder einige, sondern Alle der Ansicht waren, nicht einzufahren, indem sie nicht lebendig wollten begraben werden. Die Verwaltung sah sich genöthigt, die Kohlenwerks- Inspection zur Begutachtung zu ziehen, welche auch sofort die Reparatur anordnete und die Arbeiter auf kurze Zeit befriedigte; aber es war noch lange nicht genügend: der Schacht ging seinem Untergang entgegen. 118 Trotz aller Warnungen wurde doch kein Gehör geschenkt. Ein alter Häuer betheuerte, daß der Kunstwärter B. nicht nur ein sondern unzählige mal gesagt bätte:„ Gott mag Guch behüten, daß Ihr nicht lebendig begraben werdet; habet Acht, es wird nicht lange mehr dauern, so bricht der Schacht zusammen." Und siehe da, es geschah in den ersten Tagen des Monats Januar. Die Arbeiter, die zum Glück nicht im Schacht waren, als er einfiel, sind nun um ihr Brod, und die Herren Aktionäre um ihr schönes Geld. Die Arbeiter, wenn auch nicht Alle, wurden Anfangs beim Einfüllen des Schachtes beschäftigt, was jedoch leider nur eine kurze Zeit anhalten konnte. Bei dem Einfüllen war auch der alte Häuer mit beschäftigt, welcher dem Beamten die ,, Borschriften gemacht" hatte. Der Häuer redete den Herrn in folgender Weise an: ,, Nun, Herr Obersteiger, Sie haben uns um unser Brod gebracht." Worauf der Herr Obersteiger erwiderte:„ Ja, der Schacht war nicht zu halten, denn selbiger war in zu schlechtem Zustande. Die Leser mögen nun selbst entscheiden, was von so einer Verwaltung zu denken ist. Noch eine Hauptfrage ist zu stellen. Falls der Schacht liegen bleibt und auch kein neuer wieder abgeteuft wird, was wird dann mit den alten Knappschaftsmitglie dern, welche statutengemäß in keine andere Stasse können auf genommen werden und keine Bension erhalten können, weil sie noch arbeitsfähig und gesund sind? Obgleich sie 10 bis 11 Jahre in die Otto- Schacht- Kasse eingesteuert, haben sie statuten gemäß keine Ansprüche. O ihr guten Beamten, die ihr das Wohl der Arbeiter so gern im Munde führt, blos euch haben wir es zu verdanken, daß wir einer so glänzenden Zukunft entgegen sehen! Wir Arbeiter aber haben nun einen neuen Beweis, wie gut c für Alle wäre, wenn eine vereinigte Rasse bestände. Aus England. London, den 6. April. Aus New York wird berichtet, daß die dortigen deut schen Arbeiter eine Union organisirt haben, deren Hauptzwed ist, die Arbeiterklasse von der politischen Vormundschaft der alten Bourgeois Parteien zu befreien und die Arbeiter zu einer großen Arbeiter Partei zu vereinigen. Der Korrespondent bemerkt, diese fei ein Schritt in der rechten Richtung; sobald die Arbeiter im Stande seien, die Regierung zu kontroliren, könnten alle andern Reformen schleunig durchgeführt werden. Er schmeichelt sich mit der Hoffnung, noch vor der nächsten Wahl könnte fo viel gethan werden, daß die Arbeiter von New- York eine große Macht bilden und eine gewichtige Stimme für einen Arbeiter Präsidenten in die Waagschale legen. In Dewsbury, im Norden von England, machen die Arbeiter Vorbereitungen, einen Vertreter der Arbeit ins nächste Parlament zu wählen. In dem Kohlenminendistrikte ist überall Streit wegen Herabsetzung der Arbeitslöhne. In Yorkshire be trägt die Herabseßung 5-7% pCt., in Staffordshire 1 Shilling 6 Pence( 14 Groschen) die Woche, in Lankashire 15 Procent Die Kohlengräber von Lankashire waren erbötig, fich eine Herabfeßung von 10 Procent gefallen zu lassen; einige nenbefizer gingen darauf ein, viele aber nicht, daher ist c vielfach zu Arbeitseinstellungen gekommen, in deren Folge blu tige Händel ausgebrochen sind. Die Kohlengräber werden allgemein als ein sehr gewaltthätiges Bolk verschricen und lassen nicht mit sich spaßen. Wer sich gelüsten läßt, Arbeit in eine Grube zu nehmen, wo die gewöhnlich beschäftigten Arbeiter niedergelegt haben, setzt sich mindestens der Gefahr einer ge hörigen Tracht Prügel aus. Gewöhnlich gehen diese schwarzen Schafe" unter Schuß der Polizei auf Arbeit. In Wigan hat eine einzige Kohlengräbergesellschaft im Verlaufe eines Monats nicht weniger als 5,220 Pfd. Sterling( 35,000 Thlr.) aus ihrer Kasse bezahlt. Sie appellirt jetzt an die Arbeiter an derer Gewerbe. Eine Gewerbegesellschaft, die nicht wenigstens so viel Geld in Kasse hat, daß sie bei vorkommenden Arbeits einstellungen ihre Mitglieder auf einen Monat verproviantiren fann, erhält immer sehr färgliche Unterstüßungen von andern Gewerben. Sie geräth in Verdacht sich absichtlich darauf ver lassen zu haben, Anspruch auf die Ersparnisse Anderer zu machen. eigener Erfahrung weiß, das angenehmste Geschäft. Die ge Das Geldeintreiben für Ausstände ist gerade nicht, wie ich auß wöhnliche Manier der Geldeintreibung ist, daß Delegirte Ausstehenden den übrigen Gewerbevereinen persönlich ihre Auf wartung machen und einen detaillirten Bericht über die wahre Sachlage ihres Streits vorlegen. Als Grundfah gilt: wer Krieg führen will, muß sich rüsten, und wer nicht gerüstet ist sollte keinen Krieg erklären. Die Punkte, über welche die De legirten sich gewöhnlich auszuweisen haben, sind: der Betrag der ordentlichen Beiträge; der Betrag der außerordentlichen Beiträge derjenigen Mitglieder, die während des Ausstandes in Arbeit sind; der baare Kassenbestand zur Zeit, als die Gin stehenden; die gestellten Forderungen; was die Arbeitgeber be stellung der Arbeit beschlossen worden; die Anzahl der Aus willigt; was die Gesellschaft ungefähr für andere Gewerbe in ähnlichen Fällen gethan u. s. w. Nachdem alle gestellten Fragen der t ed ent en Fe et Le elt fo 20 Dic te all AC 19 11 Niv en en 121 er ju n! 119 beantwortet und protokollirt sind, treten die Delegirten ab, und es wird berathen, ob die Antworten befriedigend, die Forde rungen recht und billig sind und der Widerstand ein gerecht fertigter. Wird die Sache günstig aufgenommen, so erfolgt Geldunterstüßung. Das sicherste Mittel, welches die Arbeiter an wenden können, um den Uebergriffen der Arbeitgeber vorzubeugen, ist Geld in der Gesellschafts kasse. Es ist Thatsache, daß die großen Gesellschaften, die in neuerer Zeit organisirt worden sind, und die Tausende in der Bank haben, selten oder nie von den Arbeitgebern beunruhigt werden. Was würde es z. B. nüßen, die Mitglieder der Amalgamirten Maschinenbauer irgend einer Lokalität herauszufordern? Die Gesellschaft zählt nahe an 30,000 Mitglieder und erstreckt sich außer dem vereinigten Königreich über die britischen Kolonien und hat 3weige in Frankreich und den Vereinigten Staaten von Nordamerika, und hat Geld. Ohne die Maschinenfabriken des britischen Reichs zu schließen, können die Arbeitgeber wenig ausrichten. = Beseitigung der Sklaverei tritt die Umwandlung der Kapitalund Grund Eigenthums Verhältnisse auf die Tagesordnung". Freilich soll er diesen Saz zum Theil widerrufen haben, als die Zeitungen zu großen Lärm darüber schlugen; immerhin haftet an ihm etwas, das ihn den großen Kapitalisten verdächtig macht. Jedenfalls gehört er zu den wenigen Staatsmännern der Vereinigten Staaten, die man noch für ehrlich halten kann. Wie die herrschende Partei große Rechtsfragen behandelt, können Sie am besten daraus abnehmen, daß den Farbigen im Süden mit Hülfe der Bayonette das Stimmrecht verliehen ist, während man es ihnen in den nördlichen und westlichen Staaten verweigert. Würden die Neger im Süden daran denken, sich von der republikanischen Partei loszumachen und politisch selbstständig zu handeln, z. B. eine Neger- oder Arbeiter- Partei zu bilden, so würde man ihnen mittelst eines Gelegenheits- Gesetzes das Stimmrecht gar bald wieder fortnehmen. Vorschläge zu einem Census sind ja schon reichlich gemacht worden. In solchen Hauptfragen muß die Gesetzgebung des Gesammtstaates übereinstimmend, und die Willkür der einzelnen Staaten begrenzt sein. Und aus welchen Beweg gründen ist die Anklage gegen Johnson beschlossen worden? Aus Furcht und Partei- Spekulation. Das von Johnson so frech verletzte Aemter- Gefeß war ungerecht und innerlich unhaltbar, indem es dem höchsten Beamten des Staates das Recht entzog, Beamte zu entlassen, für welche er verantwortlich ist. Derselbe Stanton, dessen jeßige Abseßung den Congreß so erbittert hat, war es, welcher mehr als ein Anderer beim Erlaß dieses Gesetzes dem Präsidenten den Rath gab, sein Veto dagegen einzulegen. Und wenn dieser das gegen seinen Willen beschlossene Gesetz für verfassungswidrig hält, wie konnte er anders den Beweis führen, als durch Verlegung desselben? Wir stoßen hier auf einen Grundfehler der von den Amerikanern überschätzten Verfassung und müssen fragen: wie lange ist die Präsidentschaft in ihrer jezigen Form noch haltbar? Die Beseitigung Johnsons, welche ich mit Freuden begrüßen würde, wäre ein Schritt vorwärts zur Lösung dieser Frage; sie darf aber durchaus nicht Denjenigen zum Ruhme angerechnet werden, welche seine Mitschuldigen waren und seine Richter nur werden, um sich selbst zu erhalten. Zur Verurtheilung find 2 der Stimmen erforderlich und der Senat besteht aus 42 Republikanern und 11 Demokraten. Johnson hat aber alle Mittel der Regiernng in Händen behalten, um sie für seine Rettung zu benußen; denn troß der Anklage führt er seine Geschäfte als Präsident ruhig fort. Hat der Senat doch sogar einen Antrag Sumners, alle amtliche Verbindung während des Prozesses mit ihm abzubrechen, verworfen! Würden nun gewisse Senatoren den bekannten Einflüssen, welche in Gladstone's Resolutionen sind mit 328 gegen 272 Stimmen angenommen worden; die Ausführung ist dem neuen Parlament überlassen und sollen in der Zwischenzeit keine neuen Kirchen gebaut und keine neuen Pastoren( der Staatskirche) eingesetzt werden. Es ist wunderbar, welch umfangreiche Kennt niß von Gründen gegen die irische Staatskirche im Laufe der Debatte von Leuten enthüllt wurden, die bisher immer für das Institut gesprochen und gestimmt hatten. Gladstone gestand, daß die liberale Partei seit 30 Jahren nichts gethan habe, leugnet aber, daß dieses ein Grund sei, auch jetzt nichts zu thun, da die allgemeine Stimmung dem großen Werk günstig Tei. Was er selbst früher gesagt, ist er willens zu widerrufen. Er behauptete übrigens, schon vor 25 Jahren die Ueberzeugung gehegt theilt. zu haben, daß die irische Staatskirche nicht erhalten werden könne. Auf die Frage, ob er je diese Uerzeugung bekannt gemacht, antwortete er, er habe sie einem Wahlkomite mitges Was die Debatte hauptsächlich charakterisirte, sind die gegenseitigen Vorwürfe. Des Pudels Kern ist nach der Ansicht der Minister die Frage: kann die gegenwärtige Wirth schaft fortgeführt werden ohne eine Kirche, die als Staatsmaschine benutzt wird? ter t en at 18 18 11' 116 ent IL Det f re per De ag ell in be in gen Aus Amerika. New- York, den 18. März. Der Prozeß gegen den Präsidenten der Republik, den ,, König im Frack", wird in dem bekannten juristischen Schneckengange geführt. Am 13. März war die erste Sigung des Senats Washinton thätig sind, z. B. der Versuchung eines einträgals hohen Gerichtshofes unter dem Vorsitz des Oberrichters lichen ihnen angebotenen Bostens unzugänglich sein? Und Chase, in welcher es sehr feierlich zuging. Der Angeklagte nicht nur Johnson ist gegen eine Verurtheilung, sondern auch wurde laut aufgerufen, zu erscheinen und sich zu verantworten. die Haupt- Bewerber um die Präsidentschaft, ein Grant, ein Ratürlich hatte er sich durch Anwälte vertreten lassen, welche Chase. Im Mai findet die Convention statt, auf welcher die eine möglichst lange Verschiebung durchzusetzen bestrebt waren. Das nicht republikanische Partei ihren Gandidaten ernennt. Was für Doch ging der Senat auf ihre Anträge nicht ein und gestattete Schritte kann bis dahin der alte Wade nicht gethan haben! nur eine Frist von 8 Tagen zur Antwort auf die Anklage. Urtheil wird aber im günstigsten Falle vor Ende April zu erwarten sein. Wie es ausfallen wird ist noch sehr Bille Wade ist den Spekulanten vielleicht noch bedenklicher als Johnson. Chase wird jetzt sogar von einem Flügel der demokratischen Partei warm befürwortet. In einem Briefe vom 2. Januar finde ich einen Druckzweifelhaft; denn der gesetzliche Nachfolger des abgesetzten Präfidenten, Ben Wade, der Vorsitzende des Senats, ist eine bittere fehler. Die Steuer auf Whisky beträgt 2 Dollars, während den Gie für die im Congreß herrschende Partei. Er gehört zu entschiedenen Männern und würde der überwuchernden der Verkaufspreis höchstens 1/2 Dollars ist. Die Veruntreuung öffentlicher Gelder überschreitet hier eben jedes denkbare Maß. Die Herabsetzung der Steuer auf 2 Dollar ist jetzt vorgeSystem der Halbheit in Bezug auf den Süden ein Ende machen. schlagen, um eine Erhöhung der Einnahme zu erzielen. e wissen, Wade war es, der 1867 im Westen erklärte: ,, Nach 120 Mahnruf an die deutschen Arbeiter! Liebe Genossen! Etwa 3000 unserer Brüder sind hier arbeitslos. Die meisten davon sind Famlilienväter; etwa 9000 Menschen ohne Verdienst und Brod. Die längst gedrückte, traurige Lage der Bauarbeiter, Maurer, Steinhauer, Gypser, Zimmerleute, Bauschreiner, Schloffer Spengler( Klempner) und der Handlanger, veranlaßte diese bei ihren Arbeitgebern ein Gesuch einzureichen, in dem die Arbeite eine Aufbesserung des Arbeitslohnes durch Festsegung von 40 bis 50 Centimes( 3-4 Gr.) per Stunde und der Arbeitszeit au 10 Stunden per Tag erbaten. Hierbei ist zu bemerken, daß die meisten dieser Gewerbe ihr eigenes Werkzeug stellen müssen. Fü die Ueberstunden wurden 50 pCt., bei Arbeiten auswärts ein Zuschlag von 80 Cent., und bei auswärtigem Uebernachten 1 Fr 25 St.( 10 Gr.) per Tag beansprucht, welche Forderungen bei den hiesigen Verhältnissen durchaus gerechtfertigt sind. Doch diese Gesuch scheiterte an dem Eigennuß und der Hartnäckigkeit der betreffenden Arbeitgeber und alle seit dem 19. Januar angestreb ten Berständigungsversuche blieben nußlos. In Folge dessen übergaben genannte Arbeitergesellschaften als Sectionen der internationalen Arbeiter- Association ihr unberücksichtigte Angelegenheit dem hiesigen Central- Comité genannter Association, worin jede Section ihre Vertreter hat, zu weiteren Durchführung, in der Ueberzeugung, daß nur durch eine compacte Masse und gemeinsames Handeln ihr Recht u Geltung kommen fönne. Das internationale Comité erließ hierauf an die während der Zeit auch zu einer Genossenschaft zusammengetretnen beitgeber eine Einladung zu einer gemeinsamen Besprechung und Entscheidung. Dieses im Namen von 3000 Arbeitern gestell Gesuch wurde aber gänzlich unbeachtet gelassen; die Arbeitgeber erschienen nicht. Hierauf erfolgte am gleichen Tage eine durch Trommelschlag anberaumte Versammlung sämmtlicher Arbeiter Genf welche sich in geordnetem, unabsehbarem Zuge und größter Ruhe nach dem Schüßenhause begaben. Nachdem in dieser Generalversammlung sämmtlicher Sectionen einstimmig beschlossen wurde, die bedrängten Bauar beiter mit allen moralischen und materiellen Mitteln in ihren gerechten Ansprüchen zu unterstüßen, erklärten die Maurer, Stein hauer und Gypser ihre sofortige Arbeitseinstellung als das legte Mittel. Am folgenden Tage( 24. März) erklärten sämmtliche Arbeitgeber durch Maueranschlag: die Arbeiter sollten sich ihrem f Willen unbedingt unterwerfen oder sie würden ihre Werkstätten selbst schließen. Dies geschah, weil der Arbeiter kein Sklave ihres Willens sein wollte. Das Feiern begann. Genossen! Ihr werdet den Wiederklang der hiesigen Vorgänge durch die Presse gelesen haben, jedoch sind die Ereig nisse von einem großen Theil der Presse auf eine gemeine und böswillige Art geschildert worden, nur sehr wenige Blätte brachten einen annähernd wahrheitsgetreuen Bericht. S a Brüder! Man sucht durch verschiedene Mittel und Aufreizung des Nationalgeistes zwischen den Arbeitern Spaltunge hervorzurufen, und es wurde selbst die Lächerlichkeit nicht verschmäht, die internationale Arbeitergenossenschaft als ein rothes GS spenst der Revolution hinzustellen, welches die Neutralität der Schweiz bedrohe; mit einem Worte, die sonst extremsten Parteien gehen gegen die Arbeiter Hand in hand. Was Ihr in der Bourgeois- Presse gelesen, ist Lüge und Verleumdung. h Wir stehen hier in zwei Lagern, auf der einen Seite die Kapitalisten von der conservativsten bis zur radicalsten Far bung, mit Vorurtheilen, auf der andern Seite die Arbeiter, fest und geschlossen wie Ein Mann mit dem Bewußtsein ihres Rechtfe Alle Verlockungen, Drohungen und Aufreizungen sind an dem gesunden Sinne und festen Willen der Arbeiter tert, ihre Antwort ist Ruhe und brüderliches Zusammenhalten. Die Arbeiter Genfs erblicken in der Gegenseitigkeit die Solidarität und üben diese in Wahrheit. gefche 9 All A G in Arbeit Stehenden theilen mit den Verdienstlosen ihr Brod. Die Arbeiter in Frankreich stehen hinter uns, besonders die von Paris. Unterstützung ist uns zugekommen und auch ferner zugesagt. Es handelt sich hier um einen entscheidenden Kampf. Genossen des Baterlandes! Auch Ihr werdet fühlen, daß Ihr der großen Familie der Arbeiter angehört, daß G den Brüdern, die für Alle im Kampfe stehen, die Hand reichen, ihnen die Noth lindern und zum Siege verhelfen müßt. Arbeiter, Ihr versteht uns! Laßt bei Eurer Sympathie die gute That nicht fehlen. Garantie zum Siege. Gefällige Geldsendungen sind zu adressiren: h Schnelle Hilfe ist die sichere fi Deutscher Arbeiterbildungsverein rue Guillaume Tell, 5, in Genf. Die Empfange Bescheinigungen werden Euch durch unser Vereinsorgan Felleisen" zugehen. Mit Brudergruß und Handschlag Genf, 6. April 1868. Namens des deutschen Arbeiterbildungsvereins in Genf: Der Präsident, A. Tangermann. Die Kommission, C. Hammel, F. Bütter. W. Könnecke. Kannenberg. Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. Leipzig.{ Druck und Verlag: C. W. Vollrath. Expedition: Windmühlenstraße 14. li in C J&