ömi n fr Je oper orig tm geben Min Tel. Demokratisches Wochenblatt. ShaNo. 18. wit lt N mm st a pri Du cric SR itif egeb lebe ju ibill Sera Organ der deutschentei. Leipzig, den 2. Mai. tische Partei Der Parteivorstand Deutschlands Archiv 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Plage einSchließlich Bringerlohn 1212 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren M. Dolge am Markt, C. Reichert Hainstraße 27, G. Hofmann Brühl 40, G. Dehler Neumarkt 6, G. Richter Peterssteinweg 7, Leipziger Consumverein Universitätsftraße und die Expedition d. Blattes C. W. Vollrath Windmühlenstr. 14. Für Dresden Filialexpedition F. W. Grellmann Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Der enthüllte Kossuth. Weberfrage. Inhalt: Politische Uebersicht. Noch ein Preußischer Spion. Die Arbeiterunruhen in Belgien. Aus England.- Vermischtes. Politische Uebersicht. Bisher: Friedensbetheuerungen und Kriegsrüstungen; ießt: im Entwaffnung und Kriegsrüstungen. Der Wideren t w ari je ich v ebra Das ha Bur e fe hn zu on, hung liberalismus" " Einem Dellämpchen gleich, das vor dem Verlöschen noch einmal aufflackert, hat das Norddeutsche Leerparlament" vor seiner Vertagung sich zu einer That" emporgerafft und den Miquel'schen Antrag zum Bundesschuldengefetz mit 131 gegen 114 Stimmen angenommen. Wenn die Nationalliberalen, die für den Antrag stimmten, mit ihrem Liberalismus prahlen und das Prinzip" der Finanzkontrolle gewahrt" zu haben behaupten, so ist das eine lächerliche Renommage, denn gerade die Herren Nationalliberalen waren es, die dieses Prinzip" durch die Feststellung des Militärbudgets auf Jahre hinaus verrathen und den„ Reichstag" jeder Macht entkleidet haben. Uebrigens ist es den Leutchen bereits angst und bang geworden, und sie sinnen schon darüber nach, in welcher Form sie der Regierung die gewünschten Gelder bewilligen können, ohne sich allzusehr in's Gesicht zu schlagen. Noch mehr Schmerz indeß als dieser Sieg" verursacht den " Nationalliberalen das Auftreten ihres Gößen Bismarck, der mit solcher Rücksichtslosigkeit den parlamentarischen Flitterkram zerzauste und seine junkerliche Verachtung für den Constitutionalismus so ungenirt zur Schau trug, daß die arme ,, Nationalzeitung" wehklagend ausruft: wie soll den Süddeutschen eine Geneigtheit, in den Bund einzutreten, kommen, wenn der erste Bundesbeamte so reaktionäre Reden häit?" Die gute „ Nationalzeitung" möge sich trösten; an den Süddeutschen Her spruch wird immer unlösbarer. Natürlich, Entwaffnung nur zum Schein. Preußen, das den Verdacht kriegerischer Absichten um jeden Preis vermeiden muß, macht den Anfang. Es entläßt eine Anzahl ausgedienter Soldaten und zieht Rekruten dafür ein. Genau so entwaffnete" Frankreich unmittelbar, ehe es 1859 über Desterreich herfiel. Jedenfalls ist die Entwaffnungsfrage in erster Linie auf der Tagesordnung. Und zwar hat der Französische Kaiser sie darauf gesetzt. Es ist eine Eigenthümlichkeit des Cäsarismus, die auch der„ National angenommen hat, daß er sich gutklingender Worte bemächtigt und ihren Sinn umdreht. Wenn er die Freiheit unterdrückt, geschieht es im Namen der Freiheit; wenn er Nationen knechtet, hat er das Nationalitätsprinzip im Mund; wenn er den Krieg vorbereitet, thut er es aus Friedensliebe; menn er die Bewaffnung auf die Spize treibt, nennt er es Entwaffnung. Entwaffnung ist das neueste Wort des Ca reich führt bekanntlich nur für„ Ideen" Krieg. Und welch' schöz here Idee" könnte es für die soldatengeplagten Völker jenseits und diesseits des Rheins geben, als die„ Idee", die in dem Worte Entwaffnung liegt? Entwaffnung", das klingt tau jetzt. sendmal besser, als Befreiung Italiens bis zur Adria". Und noch ein paar andere schöne Ideen" hat Napoleon auf Lager, 3. B. die Wiederherstellung Bolens", die seit Kurzem gar lebhaft in Paris gepredigt wird; und ferner die Annezion Luremburgs, deren Borzüge eine besonders dazu gegründete Zeitung den Franzosen herauszustreichen hat. Mittlerweile studirt der Kaiser mit Marschall Niel Kriegs Alles um des lieben Friedens willen; und 3. dnu 5 0 we Serba erma ma efd DH en ge an wissenschaft Plonplon bereist Italien, wobei ihm der Preußische Kronprinz Conkurrenz macht. Welcher von beiden dort in der Menschenfischerei am glücklichsten ist, das wird die nächste Bukunft uns zeigen. Der Rothe Prinz hat deßhalb die meisten gepackt hält. Und nun zur vaterländischen Politik. war nichts mehr zu verderben; sie hatten längst ihre Partie ergriffen, und wenn der Herr Bundeskanzler auch die freisinnigste Rede gehalten, mit den kräftigsten Schlagwörtern der Demokratie um sich geworfen hätte, so würden sie von dem Norddeutschen Sonderbund keine bessere Meinung hegen, als Das 3 ollparlament" ist am Montag eröffnet wor den. In der Thronrede finden sich zwar die üblichen Verwechslungen der Wörter: Deutsch und Preußisch, aber im Hinblick scheidenen Ton gegeben und alle voll parlamentlichen Anspieauf Frankreich hat man ihr im Uebrigen einen sehr belungen sorgfältig vermieden. Bis auf Weiteres wird das 30llparlament" die für das Ausland harmlosen, für das Deutsche Volk mit Ausnahme der Deutsch- Destreicher dagegen um so bedenklicheren Funktionen eines großartigen Geldschröpfapparats zu verrichten haben. Da die Herren Waldeck, Löwe, Schulze und Compagnie noch immer die Fiktion einer„ Fortschrittspartei" aufrecht zu erhalten ſuchen, sieht sich die Zukunft" veranlaßt, ihnen ernstlich auf den Leib zu gehen. Sie schreibt: Wir finden es vollkommen verständlich, wenn man wie dies 138 der freimüthige Nation alliberalismus thut offen ausspricht, daß man troß aller Liebe für ein freiheitliches Staatsleben und trop langjähriger Theilnahme am Verfassungskampfe die dem bekämpften Ministerium gelungene Erweiterung der preußischen Staats- und hohenzollernschen Hausmacht doch noch höher stelle, als Freiheit und Verfassung, und daß man zum Zweck der Befestigung und Ausdehnung dieser Macht von der weiteren Fortführung des Verfassungskampfes Abstand nehmen und keinerlei Forderungen stellen und Beschlüsse fas= fen wolle, welche neue Conflikte zwischen der Regierung und Volksver= tretung zur unmittelbaren Folge haben könnten. Diesen Standpunkt verwerfen und bekämpfen wir zwar, aber wir verstehen ihn wenigstens Ganz anders geht es uns jedoch gegenüber der Fortschrittspartei. Wäh rend der Nationalliberalismus fich offen von uns losgesagt hat und die unsererseits angeregte Parteiorganisation billigt, beobachten die Wortführer der Fortschrittspartei über ihre Stellung zu dem Standpunkte Jakoby's ein peinliches Schweigen und zwar in der unverkennbaren Absicht, die Bildung einer demokratischen Partei womöglich zu verhindern oder doch wenigstens zu verzö gern. Wir meinen, wo zwei einander so bandgreiflich widersprechende Thatsachen vorliegen, wie die Budgetbewilligung Seitens der Fortschrittspartei und die Budgetverweigerung Seitens des Abg. Jacoby, da sei jede Mühe des Vertuschens vergeblich, und sollte kein ehrlicher Mann zögern, energisch Partei zu ergreifen, für oder wider. Oder sollte es in der Fortschrittspartei wirklich Mitglieder geben, die bei einigermaßen flarer Ueberlegung die unermeßliche Kluft nicht erkennen, welche unter den obwaltenden Berhältnissen zwischen der Bewilligung und der Verweigerung des Budgets liegt? Das halten wir beinahe für unmöglich. Was soll es also heißen oder nügen, den Glauben an eine Einigkeit aufrecht zu erhalten, die in Wahrheit längst nicht mehr vorhanden ist? Daß die fortschrittlerischen Phrasenhelden durch ihr Gebahren die Bildung einer demokratischen Partei verhindern wollen, unterliegt feinem Zweifel; als Vertreter des Bourgeois thums im Herzen der Demokratie feindlich, wären sie, sobald diese sich in Preußen als Partei organisirt hat, gezwungen, die demokratische Maske fallen zu, laffen, durch welche sie noch immer einen Theil des Publikums zu täuschen verstehen. Das fühlen fie. Zum Glück steht es nicht in ihrer Macht, die jest vor sich gehende Partei Entwicklung zu hemmen; das Bolk kommt zur Erkenntniß, und in Kurzem werden die Dinge so weit gediehen sein, daß die Fortschrittler entweder von der politischen Bühne abtreten, oder neben den, von ihnen so arg geschmähten Nationalliberalen Plaz nehmen müssen. " W Trabert hat freigelassen werden müssen! Schwere Niederlage der Preußischen Polizeiwirthschaft. Diese neueste Stieber'sche Berschwörung" ist gleich allen früheren in übel riechenden Rauch aufgegangen, und die nationalliberalen Zeitungsschreiber,( mit dem offiziösen Breßgesindel, das nur ma schinenmäßig dem Befehl von oben folgt, baben wir hier nicht abzurechnen) und die nationalliberalen Zeitungsschreiber, die den unschuldig Gefangenen bis in den Kerker mit ihren niederträchtigen, Denunziationen verfolgten und eine Allianz zwischen der deutschen Bolkspartei und den depoffedirten Fürsten entdeckt haben wollten, stehen als verlegne Buben entlarvt vor dem, Richterstuhl der öffentlichen Meinung. In Desterreich, dem Baustein, den die nationalliberalen Baumeister Deutschlands, verworfen, haben, scheint man nun auch in der volksthümlichen Umgestaltung des, Heeres den Gegensatz zu den Rückschritten der preußischen Heeresgestaltung liefern zu wollen. Wieder sind es die Ungarn, welche den deutschen Desterreichern den Weg zeigen, und die neue österreichische Einrichtung wird dann eine treffliche Gelegenheit bieten, die Wahrheit des Saßes vom„ deutschen Be rufe Preußens" an einem Vergleiche, wie von Berlin, und von Wien aus regiert wird, zu prüfen. Wehrpflicht mit Gestattung der Stellvertretung und mit der Verpflichtung des Eintritts der Freigelooften in die Landwehr zu basiren. Die Präsenzzeit fos wohl als die Dienstzeit soll eine möglichst Kurze sein". Bei dem Einfluß, den der Club der Linken im Hause hat, ist an der Annahme dieses Antrags Seitens der Volks vertretung faum zu zweifeln. Der Ungarische Grundsatz der Trennung des Herres in ein Thronheer und ein Volksheer, und der Ver legung des Schwerpunkts in das leßtere, wird da mit im Wesentlichen adoptirt. Nur ein Schritt noch: daß, anstatt des durch Loos und Mittellosigkeit geübten 3wanges zum Eintritt in das stehende Heer, die freie Werbung den Stamm für das Heer bildet, und die Forderungen der Demo fratic nach einer volksthümlichen Wehrverfassung sind erfüllt zuerst in Desterreich! Aber auch schon die Verwirklichung der angedeuteten Grundsäße würde durch die weitgehende Eins schränkung des lang dauernden, abstumpfenden Militärdienstes, durch Erhaltung der produktiven Arbeitskräfte, und durch die materiellen Garantien, welche eine so zusammengesetzte Landwehr der Verfassung bietet, von weittragendster Bedeutung sein. Damit giebt die Regierung die Macht, überhaupt Reaktion zu treiben, aus der Hand, und die Verfassung wird mehr, als„ ein Stüd Papier". Bereits sollen die Minister von Beust( auch„ so ein süddeutschen Reaktionär", nach Auffassung des Herrn von Bismarc) und von Taafe nach Ofen gereist sein, um die Annahme beim Kaiser zu befürworten. Aus der Schweiz gute Nachrichten. Wie im Canton Zürich hat auch im Canton Thurgau die demokratische Bewegung gefiegt, und das Bolk sich das Recht, seine eignen Angelegenheiten direkt zu verwalten, friedlich, durch Abstimmung erfämpft. Der Rumänische Klein- Hohenzoller hat sein Land be reist, um sich aus eigner Anschauung zu vergewissern, ob und in wie weit Judenverfolgungen vorgekommen find. Als Er gebnis läßt er der Welt verkünden, eine eigentliche Verfolgung habe nirgends stattgehabt, nur einige vereinzelte Fälle hätten nachgewiesen werden können." Gleichzeitig wird telegraphisch mitgetheilt, daß die Consuln von Frankreich, Desterreich und sogar Preußen allerdings flagrante Judenverfol gungen, konstatirt haben. Wer lügt da? Oder waren die flagranten Verfolgungen" etwa, keine eigentlichen?" und wo fangen denn die ,, eigentlichen" Berfolgungen an, und hören die uneigentlichen auf? In Spanien ist der Blut- und Eisenmann Narvaez gestorben. Die Dynastie wird ihm wohl bald nachfolgen In England ein Fenier zum Tode verurtheilt; in Australien ein Sohn der Englischen Königin von einem Antwort auf den gefeßlichen! Auch in Irland werden die der ungefeßliche Mord als Fenier wieder sehr unbequem; und die unbestreitbare Thatsache daß nur der Furcht vor ihnen der Beschluß des Barlaments gegen die Irische Staatskirche zu danken ist, kann ihrer Bewe gung nur frische, nachhaltige Kraft verleihen. Ein Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe is worfen worden; dagegen hat es den Beschluß gefaßt, die von dem Englischen Parlament mit großer Mehrheit ver Todesstrafe künftig gebeim vollziehen zu lassen. Es schämt fich also offenbar seiner Liebe zum gefeßlichen Mord. Aus Abyssinien wird ein großer Sieg" gemeldet; die Engländer haben Magdala, die Hauptstadt des Königs ,, Das neue Wehrgesez ist unbeschadet des Rekrutenbewilligungs- Theodor gestürmt", wobei dieser auf die eine oder andere Im Club der Linken des österreichischen Abgeordneten hauses ist der von Sturm der Volksvertretung auf das Prinzip der Weise wurde. Die Eingebornen hatten 500 Todte 139 und 1400 Verwundete; und 14,000 Mann, ihre ganze Armee, it gefangen, Der Verlust der Engländer beläuft sich auf 15, schreibe funfzehn, Verwundete- Reiner todt! Benn man bedenkt, daß Magdala eine sehr starke Bergveste it, daß König Theodor die gefangenen Europäer, zu deren Befreiung die Engländer angeblich ausgezogen waren, vor dem " Sturm" sämmtlich freigegeben hatte, und daß vorher auch nicht Ein Akt der Feindseligkeit von Seiten der Abyssinier ausgeübt worden, so ist die Vermuthung fast unabweislich, daß hier ein scheußliches Verbrechen vorliegt, und daß die Eng länder Magdala nicht gestürmt", sondern in die unvertheidigte Stadt eingedrungen, und die an Gegenwehr nicht denkenden Abyssinier kalten Bluts niedergemeßelt haben. mußte ja fließen. Sonst hätte man die 40 Millionen Thlr., welche die Expedition kostet, umsonst ausgegeben und wäre am Ende noch ausgelacht worden! Sogenannten„ halbbarbarischen" Bölfern gegenüber halten die Engländer Alles für erlaubt, wie ihre Schandthaten in Indien, China und jüngst in Jamaifa zeigen. Blut Den Arbeitern und Volksvereinen empfehlen ir dringend eine Schrift des bekannten Schriftstellers Joh. Phil Becker in Genf, betitelt: Die Internationale Arbeiter Association und die Arbeitseinstellung in Genf Frühjahr 1868. Die sehr umfängliche Broschüre kostet im nur 22 Sgr. und sind Bestellungen hierauf an die Redaktion des Demokratischen Wochenblattes: Leipzig, Braustraße 11 zu richten. Noch ein preußischer Spion. Die Berliner Zukunft", welche die so betitelte Notiz in boriger Nummer des ,, Dem. Wochenblatts" abgedruckt hatte, bringt nachstehende 2 Erklärungen: Zur Widerlegung. Mit Bezug auf eine aus dem„ Leipziger Demokratischen Bochenblatte" in Nr. 143. dieser Zeitung übergegangene Mittheilung sehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß ein Optikus Graf von mir weder beauftragt worden ist, über die demokratischen Vereine im Erzgebirge Bericht zu erstatten, noch daß derselbe jemals eine Geldzahlung von mir erhalten hat, noch daß ich demselben ein mit meinem Namen gestempeltes Erklärung. Gegenüber der Widerlegung" des Geheimen RegierungsRedakteur des„ Demokratischen Wochenblatts" Folgendes zu raths Dr. Stieber in Nr. 146 der Zukunft" habe ich als erklären: Optikus Graf ist mir von Männern gemacht worden, deren 1) Die Mittheilung über den als Spion gebrauchten ehrenhaften Charakter ich kenne, und die für ihre Aussage einstehn werden. heimer Regierungsrath, Spione befoldet, weiß ich aus eig 2) Daß Herr Dr. Stieber, jeßt Königl. Preußischer Gener Erfahrung; ich erinnere u. A. an den sogenannten ,, Kölner Kommunistenprozeß". Auch der bestochne Kellner des Beispiels aus der allerjüngsten Vergangenheit Erwähnung zu Hotel de Baviere in Leipzig dürfte hierher gehören, um eines tun. " Geheimen Regierungsraths Dr. Stieber gestempeltes Eisenbahn3) Daß der Optifus Graf ein mit dem Namen des freibillet im Besitz gehabt, fand ich allerdings etwas sonderbar; aber die durch den Eintritt Sachsene in den Norddeutschen Bund" bedingte Bundesfreundlichkeit" hat uns so manches „ Entgegenkommen" erleben lassen, daß ein durch Vermittlung Stieber beschafftes Freibillet auf einer Königlich Sächsis des Königl. Preußischen Geheimen Regierungsraths Dr. schen Staatsbahn keineswegs zu den Unmöglichkeiten gehört. Wenn endlich der Herr Geheime Regierungsrath Dr. Stieber auf den Popanz einer„ welfisch- demokratischen Partei" d.h. einer Allianz der deutschen Volkspartei mit den depoffedirten Fürsten anspielt, so wäre das vor dem Mißlingen des Attentats auf Trabert allenfalls vom Nüglichkeitsstandpunkt aus zu entschuldigen gewesen; aber nach diesem Fiasko fann és nur als ein Beweis dafür gelten, daß auch das feinste Polizeiorgan mit dem Alter stumpf wird. Berlin, 16 Charlottenstr., 30. April 1868. W. Liebknecht, Mitgl. des Nordd. Reichstags und des Zollparlamente". Der enthüllte Kossuth. ( Fortseßung u. Schluß.) Am 20. Januar 1858 tagte zu Aderbi in Circassien ein Kriegsgericht, das den„, Mehemet Bey, früher Johann Eisenbahn- Freibillet zur Legitimation auf der Eisenbahn- Sta. Banya d'Hlorfaloa, durch eigenes Geständniß und Zeution Wiesenburg oder zu irgend einem anderen Zwecke ausge stellt habe. Es liegt hier, wie bei den meisten Mittheilungen, mit dem Feinde( dem russischen General Philipson) überführt," welche in neuerer Zeit von den welfisch- demokratischen Partei einstimmig zum Tode verurtheilte, was ihn jedoch nicht ver Blättern über meine polizeiliche Thätigkeit geflissentlich ver Wiesen hindert hat, bis zu diesem Augenblice ruhig in Constantino händigten Selbstgeständniß sagt Banya u. a.: Meine poli" breitet werden, entweder ein grober Betrug oder eine pel fortzuleben. In seinem dem Kriegsrath schriftlich einge burg ist eine Station der sächsisch- bairischen Staatseisenbahn, tische Thätigkeit war ganz und gar vorgeschrieben von dem absichtliche Entstellung der Wahrheit vor. Wiesenfür welche ein preußischer Beamter doch unmöglich Billets zur freien Fahrt ausstellen kann; selbst für preußische Eisenbahnen rungsschreiben von meinem politischen Chef versehn, langte fehlt mir nach meiner amtlichen Stellung jede Kraft und Be ich am 22. December 1853 zu Constantinopel an." Er ward fugniß zu einer solchen Ausstellung. Es hätte also nur einer dann, wie er weiter erzählt, Muselmann und trat in den türsehr geringen Vorsicht bedurft, um den hier vorliegenden Be- fischen Dienst mit dem Rang eines Oberst. Meine( von Kos trug sofort zu erkennen. Ebenso ist mir auch ein Bruder des suth ausgehenden) Instructionen empfahlen dringend, mich in Optikus Graf völlig unbekannt. Berlin, den 27. April 1868. Dr. Stieber, Geheimer Regierungsrath. einer oder der anderen Weise an solche Truppentheile anzuschließen, die mit Operationen an der Gircassischen Küste beauftragt würden." Dort sollte er jede Theilnahme der Circassier an dem Krieg gegen Rußland zu verhindern suchen. 140 Er führte seinen Auftrag erfolgreich aus und sandte gegen Ende des Krieges von Constantinopel aus einen detaillirten Bericht über den Stand Circassiens an Kossuth." Vor seiner zweiten, gemeinschaftlich mit den Polen unternommenen Erpedition nach Circassien erhielt er von Kossuth den Befehl, mit bestimmt bezeichneten Ungarn, u. a. General Stein( Ferhad Pascha) gemeinschaftlich zu wirken. ,, Capitain Franchini," sagt er, der militärische Secretär des russischen Gesandten, war bei verschiedenen unserer Conferenzen zugegen. Der Zweck war Gewinnung Circassien's für die russis schen Interessen, in friedlicher, langsamer, aber sichrer Weise. Bevor die Expedition Konstantinopel verließ,( Mitte Februar 1857) erhielt ich Briefe und Instruktionen von Kossuth, der meinen Operationsplan billigte." In Circassien wurde der Verrath Banya's entdeckt durch Auffangen eines Briefs an den russischen General Philipson. Gemäß meiner Instruc tion", sagt Banya, hatte ich Verbindungen mit dem russischen General anzufnüpfen. Geraume Zeit konnte ich mich nicht zu diesem Echritt entschließen, aber endlich erhielt ich so ausdrückliche Ordres, daß ich nicht länger schwanken durfte." " Die Verhandlungen des Kriegsgerichts zu Aderbi und na mentlich Banya's Selbstgeständniß erregten große Sensation zu Constantinopel, London und New- York. Kossuth ward wiederholt und dringend, auch von ungarischer Seite, zu einer öffentlichen Erklärung aufgefordert, aber vergebens. Bis zu diesem Augenblick hat er das ängstlichste Schweigen über Banya's Mission in Circaffien beobachtet. Im Herbste 1858 haufirte Kossuth durch England und Schottland Vorlesungen zu billigen Preisen gegen das öſtreichische Concordat und Louis Bonaparte. Den leidenschaftlichen Fanatismus, womit er die Engländer damals gewarnt hat vor den verrätherischen Absichten Louis Bonaparte's, den er als geheimen Verbündeten Rußland's zeichnete, mag man z. B. aus 211 sei, noch es je gewesen sei, daß politische Nothwendigkeit allei und eine sonderbare Verkettung von Umständen ihn zur lian; mit der republikanischen Partei der europäischen Emigra tion gezwungen. Als Beweis seines Anti- Republikanismus b er im Namen seines Landes dem Plon- Plon die ungaris Krone an. Diese Krone war damals noch nicht erledig Auch besaß Kossuth feine notarielle Vollmacht zu ihrer Verste gerung, aber wer immer sein Auftreten im Ausland mit einige Aufmerksamkeit beobachtet hat, wird auch wissen, daß er feit lange gewohnt war, von seinem„, dear Hungary" zu sprechen wie ein Krautjunker von seinem Landgut.*) Seine Verläugnung des Republikanismus balte ich fü aufrichtig. Eine Civilliste von 300,000 Gulden, zu Best bean sprucht, um den Glanz der Exekutive aufrecht zu erhalten; Patronage der Spitäler von einer östreichischen Erzherzogi auf seine eigne Schwester übertragen; der Versuch, einige Reg menter Kossuth zu taufen; sein Streben nach der Bildung einer Camarilla; die Zähigkeit, womit er in fremdem Land den Gouverneurtitel festhielt, auf den er im Augenblick Gefahr entsagt; sein ganzes späteres Auftreten, viel mehr ba eines Prätendenten als eines Flüchtlings alles das deute auf Tendenzen, die dem Republikanismus fremd. Nach der Republikanerthum- Verdacht- Abwaschungs- Scent wurden Herrn Kossuth vertragsmäßig 3 Millionen Franken Verfügung gestellt. In dieser Stipulation lag an und für fi nichts Verfängliches, denn zur militärischen Organisation d ungarischen Flüchtlingsschaft waren Geldmittel erheischt, unt 2118 warum sollte der Gouverneur von seinem neuen Alliirten nicht tischen Mächte Europa's während des ganzen Verlaufs mit demselben Recht Subsidien empfangen, womit alle despo Anti- Jakobinerkriegs Subsidien von England empfingen? Vorschuß für persönliche Ausgaben erhielt Kossuth fofort 50,000 Franken und bedung sich außerdem gewisse pecuniäre Bortheil gewissermaßen eine Affecuranz- Prämie, für den Fall eines vo matische Empfindung schließen sich keineswegs aus. Traf Ro dem ,, Glasgow Sentinel"( 20. November 1858) erfehn. Als zeitigen Abbruchs des Kriegs. Finanzieller Blick und melodr " Louis Bonaparte Anfang 1859 seine italienischen Pläne rerrieth, denunzirte Kossuth ihn in Mazzini's Pensiero ed Azione" und warnte ,, alle wahren Republikaner," Italiener, Ungarn, selbst Deutsche, sich nicht als Kazenpfoten von dem imperialistischen Quasimodo brauchen zu lassen. Februar 1859 vergewisserte Kossuth, daß Oberst Kiß, Graf Teleky und General Klapka, seit längerer Zeit zur rothen Camarilla des Palais Royal gehörig, mit Plon- Plon Verschwörungspläne für die Insurgirung Ungarn's ausheckten. Kossuth drohte nun mit öffentlicher Bolemik in der englischen Presse, falls er nicht auch in den ,, Geheimbund" zugelassen werde. als bereit, ihm die Thüren des Conclave zu öffnen. Mit einem englischen Paß, unter dem Namen Mr. Brown, reiste Kossuth suth doch, wie sein Er- Finanzminister Dushek wissen mu bereits während der ungarischen Revolution die Vorsichtema regel, sich sein Gehalt, statt in Kossuthnoten, in Silber oda östreichischen Banknoten auszahlen zu lassen. Bevor Kossuth die Tuilerien verließ, kam man überein daß er die angeblich„ östreichischen Tendenzen" des Derby- Mi in nisteriums durch Eröffnung einer Neutralitätscampagne England neutralisiren solle. Man weiß, wie die freiwillige Unterstüßung von Wighs und Manchester- Schule ihn befähigte Blon- Plon war mehr diesen vorläufigen Theil des Vertrags mit dem größten Erfolg zu erfüllen. Eine lecturing Tour( Agitationsreife) von dem Mansionhouse in London bis zur Freetrade Hall reise im Herbst 1858, als er seinen Haß gegen Bonapart und Cherbourg ,, the standing menace to England" die f hende Drohung gegen England" zu einem Shilling per Kopf in Anfang Mai nach Paris, eilte in's Palais Royal, feßte seine Manchester bildete die Antithese zur englisch- schottischen Rund Pläne zur Insurgirung Ungarn's dem Plon- Plon weitläufig auseinander. Der Rothe Prinz geleitete am Abend des 3. Mai im eignen Wagen den Ergouverneur zu den Tuilerien, um ihn dort dem Retter der Gesellschaft vorzustellen. Während dieser Zusammenkunft mit Louis Bonaparte versagte die sonst so beredte Zunge, so daß Plon- Plon den Worführer spielen und Kossuth's Programm seinem Vetter gewissermaßen apportiren haufirte. Die hatte sich seit Ende 1852 von Kossuth zurückgezogen. Der größte Theil der ungarischen Emigration in Europa Aussicht einer Invasion der adriatischen Küste mit franzöfifchet mußte. Routh hat später die fast wörtliche Treue der Plon- Hilfe rief die meisten wieder unter seine Fahne. Seine Unter handlungen mit dem militärischen Theil der neugewonnenen der Auseinandersetzung seines Vetters aufmerksam zugehorcht, Parteigänger waren nicht ohne einen decembristischen Beigefchmad Plon'schen Verdolmetschung rühmlich anerkannt. Nachdem er erklärte Louis Bonaparte, seiner Annahme von Kossuth's Vorschlägen stehe nur Ein Hinderniß im Wege: Kossuth's republifanische Prinzipien und republikanische Verbindungen. Der Ergouverneur verschwor darauf feierlichst den republikanischen Glauben mit der Betheuerung, daß er weder jetzt Republikaner derbar, wenn man erwägt, daß bier mindestens zwei redselige Parteien *) Daß solche Dinge ans Tageslicht gekommen, erscheint minder sons im Spiel waren. Uebrigens wurden die Thatsachen während Kof suth's Anwesenheit zu London( im Spätsommer 1859) in englifchen Blättern veröffentlicht. 141 Um ihnen eine größremasse französischen Geldes zuweisen zu können, beförderte er si zu höherm militärischem Rang, Lieutenants z. B. zum Ran von Majors. Zunächst erhielt jeder seine Reisekosten nach Trin, dann eine reiche Uniform( der Preis eines Majorcostütes belief sich auf 1000 Thaler) endlich 6 Monat Borschußld mit dem Versprechen der Penfion für 1 Jahr nach dem ciedensschluß. Im Uebrigen waren die Gehalte nicht übertrieben 10,000 Frce. für den Obergene ral,( Klapfa), 6000 Fre. fürdie Generale, 5000 für die Brigadiers, 4000 für Obrist- Lieutnants, 3000 für Majors u. s. w. Die zu Turin versammelte ungrische Militärkraft bestand fast ausschließlich aus Offizieren ohn Gemeine, und ich habe über diesen Punkt manche bittre Klage unter der niedern" ungarischen Emigration gehört. General Moriz Perczel, wie schon erwähnt, zog sich mit einer öffentlichen Erklärung zurück, sobald er das di-, plomatische Spiel durchschaut hatte. Die Arbeiterunruhen in Belgien. Die Bewegung unter den Kohlenarbeiern des Bezirks bon Charleroi ist beendigt. Eine andere Frage aber ist es, Eine andere Frage aber ist es, ob die augenblicklich in Blut erstickte Flamme nicht in Bälde wieder auflodert. Hunger und Glend waren die Zeranlassung der Bewegung, und es ist nichts geschehen, diese Ursachen zu beseitigen. Die Geschäftsstockungen, welche der Cäsarismus in Frankreich und Preußen über Europa gebracht hat, dauern fort, und da die Löhne nicht ausreichen, so bleibt dem Proletariat in den großen Kohlenbecken von Belgien nichts übrig, als sein Brod zu erbetteln. Denn Gredit giebt es für dasselbe nicht. Die Arbeiterbevölkerung der großen Stadte ist nicht besser vaNoch hat sie sich ruhig verhalten. Kommt es aber zu neuen Bewegungen, und die Befürchtung liegt um so näher, als sich zu Chatelineau der Zwiespalt zwischen den Patronen und den Kohlenarbeitern mehr und mehr verbittert, so ist die größte Wahrscheinlichkeit dafür, daß an die Stelle vereinzelter Emeuten die Revolution tritt. Die ganze Verantwortlichkeit dafür trifft die Regierung. ran. Der Polizei unmittelbar auf dem Fuße folgten Soldaten, welche ohne Weiteres auf die mitsammt von der Grube heimkehrenden Arbeiter einhieben. Diese, von denen mehrere verwundet wurden, flüchteten in die Felder, in die Keller und auf die Böden der Häuser, wo sie sich bis zur Dunkelheit versteckt hielten. Man sieht, daß die Grubenbesitzer aus den Ereignissen in Charleroi gelernt und ihre Maßregeln im Voraus getroffen hatten. Die Vorgänge in dem Becken von Earleroi stellen die Rechtsund Schußlosigkeit der Arbeiter gegenüber der Kapitalpartei in das grellste Licht. Der Arbeiter ist dem Kapital gegenüber vogelfrei. Betrug, Todtschlag und Mord werden von jeder Gesetzgebung streng geahndet. Wenn aber der Arbeitgeber dem Arbeiter durch allerlei Listen seinen Lohn verkürzt; wenn er seine Verluste in Folge von falscher Spekulation, Ueberproduktion und Geschäftsstockung auf ihn abwälzt und ihn langsam verhungern läßt; wenn er den Ausgenußten endlich mit einem Fußtritt auf das Pflaster schleudert; dann ist das ganz in der Ordnung. Es giebt kein Geseß, welches einen Kaufmann zwänge, einem Zahlungsunfähigen Credit zu gewähren, oder einen Fabrikanten, seine Waare für den halben Werth zu verfaufen. Der Arbeiter muß aber stets seine Waare, d. h. seine Arbeitskraft, dem Arbeitgeber unter dem Preise verkaufen. Denn daß er bei normalen Verhältnissen 6 Tage arbeiter, während er nur für 4 oder 5 bezahlt wird, das ist ja die einzige Quelle des Kapitals. Alles Kapital ist nicht bezahlter Arbeitslohn. Treten schlechte Conjunkturen für den Fabrikanten ein, so muß der Arbeiter seine Arbeitskraft für jeden beliebigen Preis losschlagen, und weigert er sich, so wird er mit Säbeln und Bayonetten dazu gezwungen. Jeden freien Gebrauch der Kräfte engt der Staat durch eine Unzahl von Polizeivorschriften ein. Aber dem Kapital ist jede Wilikür gegen den Arbeiter gestattet. Gefeßgebung, Polizei, Armee, die ganze Staatsgewalt steht dem Kapital zur freien Verfügung gegen den Arbeiter, und doch ist dieser es, welcher den Nationalreichthum schafft, den die Bourgeois fortwährend im Munde führen; ist dieser es, der direkt wie indirekt im Verhältniß die höchsten und meisten Steuern Die Unordnungen in Charleroi wurden nach den belgi- zahlt; ist er es, der die stehenden Heere ernährt und bildet, die schen Zeitungen seit Monaten vorausgesehen; dennoch that die ihm, dem eigenen Vater und Bruder, den Schädel spalten und Regierung nichts, ihnen vorzubeugen, sondern hegte ihre Soldie Kugel durch die Brust jagen wenn er sich auflehnt gegen dateska auf die Arbeiter, als deren Verzweiflung aufs Höchste die Staatsgewalt? nein! wenn er den gerechten Lohn für seine gestiegen war, und statt die allein schuldigen Patrone zur Re chenschaft zu ziehen, stellt sie die Arbeiter als Ruhestörer vor Gericht. Der größte Theil der Kohlen des Beckens von Charleroi ist nur für die Metallurgie, d. h. Eisenhämmer und Hochöfen brauchbar. Die Besißer der Gruben bildeten cine Coalition, um den Preis ihrer Kohlen hinaufzutreiben. Dadurch wur den die Eisenfabrikanten gezwungen, ihre Kohlen vom Auszu werden, schlossen sie auf mehrere Jahre Contrafte ab. Um diesen durch ihre Habsucht veranlaßten Ausfall zu decken, grif ter zu erniedrigen. Der Arbeitslohn wurde plöglich um 10 Procent herabgesetzt. Arsimont trieben es die Patrone noch ärger. Sie Arbeit fordert und sich weigert, da er doch einmal verhungern soll, auch noch mit seinem letzten Athemzuge den Patron durch unbezahlte Arbeit zu bereichern. Bedarf es noch eines Beweises, warum die Kapitalpartei aller Staaten, die Gothaer, die Nationalliberalen und wie sie sich sonst nennen mögen, die von den Arbeiten erzeugten Millionen den Regierungen so bereitwillig zur Vermehrung der stehenden Heere hingeben? Jeder Soldat, um welchen die stehenden Heere vermehrt werden, ist eine weitere Stüße der grenzenlos angewachsenen Macht des Kapitals. Nur auf dem Wege der Gesetzgebung kann der Rechtslosigkeit des Arbeiters ein Ende gemacht und die Kapitalgewalt, welche alle Staaten der Gegenwart auf den Boden der Anarchie stellt, beseitigt werden. Aber soll der Arbeiter, bis auch ihm endlich durch die Vertretung in den Kammern ein sezten den Lohn gleich um 30 Procent herunter und beschränk- Einfluß auf die Gesetzgebung zuerkannt und das Uebel mit In ten die Arbeitszeit auf 4 Tage in der Woche. Das hieß die Arbeiter geradezu zum Hungertode verurtheilen. Als sie er flärten, daß sie unter diesen Bedingungen nicht weiter arbeider Wurzel ausgerottet ist, schußlos der Willkür der Kapitalpartei überliefert bleiben? Der Herr Schulze aus Delitzsch antwortet auf diese Frage mit der Selbsthülfe des Arbeiters. ten würden, erschienen sofort Gensdarmen und der Staats- Doch schon angesichts der Hungersnoth in Ostpreußen hat er anwalt und nahmen unter den Arbeitern Berhaftungen vor. eingestehen müssen, daß es Fälle gäbe, in denen sein der Bour geoisie so angenehmes Schönpflästerchen nicht zu helfen vermag. Es wird von Niemand bestritten, daß es die Pflicht des Staates sei, bei einer Hungersnoth mit seiner Hülfe ein zugreifen, und selbst die preußische Regierung hat troß allen Sträubens diese Pflicht anerkannt. Ob die Hungersnoth ihren Grund in Mißernten oder Geschäftsstockungen wie denjenigen hat, welche die bereits 2 Jahre dauernden Kriegsdrohungen Frankreichs und Preußens über ganz Europa gebracht haben, das ist wahrlich in Bezug auf die Noth leidenden gleichgültig. Diesen zu helfen ist die erste, dringendste Pflicht für jede Regierung, die sich nicht in das eigne Fleisch schneiden will. Dder ist der Arbeiter etwa mehr schuld an den Geschäftskrisen als der Landmann an dem allgemeinen Mißwachs? Mit der gleichen Wehrlosigkeit wie dieser den Launen des Himmels, steht der Arbeiter dem Kapital gegenüber, welches sich vor der Kriegsgefahr versteckt und jede Industrie lähmt. Warum denn erkennt der Staat seine Verpflichtung an, dem Landmann in seinem Elende beizustehen und wüthet, wie die belgische Regierung in dem Kohlenbecken von Charleroi, mit Säbeln und Bayonetten gegen die ohne ihre Schuld hungernden Arbeiter? Hätte die Regierung der unausbleiblichen Noth vorgebeugt, oder, da sie diese Voraussicht nicht besaß, die Kohlenarbeiter in ihrem Elend unterstüßt, es hätte weder in Charleroi, noch in Montigny, noch Arsimont Unruhen gegeben. Indem sie aber den Grubenbesizern die Staatshilfe von Pulver und Blei bereitwillig gewährte, hat sie ein schweres Unrecht und einen schweren politischen Fehler begangen. Sie hat die Last der Krisis von den Patronen, welche dieselbe doch leichter zu tragen vermögen, auf die am Hungertuche nagenden Arbeiter abgewälzt und den Reim zu ferneren Unruhen und zu Emeuten gepflanzt. Die Verzweiflung kennt keine Furcht. Darin liegt aber eben die große Bedeutung der Vorgänge in dem belgischen Kohlenbecken, daß sie, die völlige Gewissen losigkeit und Entfittlichung der Arbeitgeber aufdeckend, den Grund bloßlegen, weshalb die Kapitalpartei stets ein solches Zetergeschrei gegen die Staatshilfe erhebt. Stände dem Arbeiter die Staatshilfe zur Seite, so würde der Arbeitgeber die Krisen und Geschäftsstockungen nicht mehr benutzen können, um ersteren vollends in seine Gewalt zu bekommen und auf dessen Kosten zu leben. Liegt aber die Staatshilfe im Interesse der Arbeiter, so liegt sie nicht minder in dem der Regierung, wenn ihr wirklich darum zu thun ist, Ordnung und Ruhe aufrecht zu erhalten. Niemand leidet unter den Störungen der Ordnung mehr als die Arbeiter. Leider aber find die Regierungen nur zu gewohnt, die Wirkungen für die Urfachen verantwortlich zu machen. Zur Weberfrage. Ein Vorschlag. 142 Dresden im April. So schwer im Allgemeinen der Druck der derzeitigen Mißverhältnisse auf dem Arbeiterstande lastet, so ist es doch vor allen anderen eine Arbeiterklasse, die der Lohnweber, deren soziale und ökonomische Lage eine so gedrückte ist, daß sie sich von der der Ostpreußen gar nicht wesentlich unterscheidet. nimum herbeiführen mußten, ist es ab im Laufe der Zeiten dem Kapitale gelungen, den Weber n eine unbedingte Abhängigkeit zu bringen; und dem beebten Ausbeutungssystemt ist es zu danken, daß auch in bessen Zeiten der Lohnweber nicht im Stande war, sich aus im Verhältniß des Lebens von der Hand in den Mund heraszuarbeiten. fo Da nun der Fabrikant dem Beber Material, Muster und alles Andere, zum Theil auch verkzeug zur Arbeit giebt, ist der Weber den Verfügungen des Arbeitgebers bedingungs los anheim gegeben, und weleer Art diese Verfügungen sind, haben die so oft veröffentlichen Klagen der Weber genügend dokumentirt. Die natürliche Folge sicher drückenden Verhältnisse mußte nun die sein, daß die Wehr nach Kräften bemüht waren und noch bemüht sind, sich an dieser Lage herauszuarbeiten. Leider konnten die bisher zu diesem Behufe gemachten Versuche nicht zu entsprechenden Resultaten führen, und zwar aus dem ganz natürlichen Grunde, weil die Kräfte dieser Leute nicht ausreichten, de sich ihrem Streben entgegenstemmenden Hindernisse aus den Wege zu räumen. Bei der großen Anzahl der deutschen Wefer ist es nun für den deutschen Arbeiterstand von ganz besonderer Wichtigkeit, daß dieser Arbeiterklasse ge holfen werde, und darum sei es hier versucht, einige Mittel vorzuschlager, durch welche dies geschehen kann. Zunächst ist es das Interesse und die Pflicht der Weber, hierzu irsofern die Initiative zu ergreifen, daß sie an allen Orten Weber- Vereine bilden und diese wieder zu einem Ganzen vereinigen und organisiren. Wenn nun auch eine bedeutende Anzahl von Webern in Arbeiter und demokratischen Vereinen verbündet ist, so fann eine solche Art der Verbündung nicht zu obigem 3wede ge nägen; denn da in diesen Vereinen verschiedene Berufsklassen vertreten sind, so können sie nicht das Interesse einer derselben ausschließlich im Auge haben, sondern müssen ihren Wirkungs freis auf alle auszudehnen versuchen, und ihre Zeit und Kräfte vertheilen, was dem angedeuteten Zwecke nicht ent sprechen kann. Die Aufgabe dieser Weber- Vereine muß es vor Allem sein, Klarheit über die Lage, deren Ursachen und die Mittel zur Abhülfe in den Berufsgenossen zu erziehen, sowie gemeinsames Vorgehen, wo dieß nöthig, herbeizuführen. Diese Weber- Ber eine müssen sich nun wieder zu einem Bunde vereinigen und diesen so organisiren, daß die deutschen Weber eine festgeschlos sene und somit achtunggebietende Macht werden. Nur so wird es möglich werden, daß sich die nöthige Aufklärung über die gesammte Berufsklasse verbreite und diese mit Nachdruck ihr Interesse wahre, wo dieß nöthig ist. Mag nun auch die Gründung einer solchen Organisation mit mancherlei Schwierigkeiten verknüpft sein, so dürfen diese durchaus nicht zurückschreckend wirken. Der Cigarrenarbeiter Berein ist ein eklatanter Beweis für die Möglichkeit der Aus führung eines solchen Unternehmens, wie dieser gewiß auch gern bereit ist, in Mittheilung seiner Erfahrungen und durch guten Rath die Sache zu fördern. Nur vermeide man es bei Gründung solcher Vereine, den Beitritt durch hohe Steuern oder Eintrittsgelder zu erschweren, sondern man bedenke, daß nur in Massentheilnahme die Bürg Wirksamkeit der vorgeschlagenen Verbindung für den Anfang schaft für eine kräftige Wirkung gegeben ist, und daß die nur eine moralische, einigende und aufklärende sein kann, das gegen für eine zu wünschende Thätigkeit auf finanziellem biete die Kräfte nicht im Entferntesten ausreichen. Ge Nicht nur, daß schon seit einer Reihe von Jahren die Webwaarenindustrie in Folge des amerikanischen Krieges und der dadurch herbeigeführten Baumwollenkrisis, sowie des ita lienischen und Bismard'schen Eroberungskrieges anhaltende Stockungen und äußerst schwere Schläge erlitten hat, die natürlich eine Reduktion der Arbeitslöhne auf das äußerste Mi- ersten, die sein, ihre Mitglieder aus der Abhängigkeit vom Die nächste Aufgabe dieser Vereine muß, nach Lösung der m ત ar er ot to te G 3 5 9 te 6 81 ge 5 ge bo 143 Kapitalisten zu befreien und sie geschäftlich selbstständig zu stalt, wie diese die Buchhändler haben, von wesentlichem machen. Hierbei muß ich nun nochmals darauf aufmerksam machen, daß das Material, Muster 2c., welches der Weber verarbeitet, nicht ihm, sondern dem Arbeitgeber gehört, und daß ( der Weber) somit kein Eigenthumsrecht an der fertigen Waare hat. Er kann daher bei zu geringem Lohne, Abzügen oder sonstigen Quälereien nicht über die Waare nach seinem Gutdünfen verfügen, sondern muß eben damit zufrieden sein, was er erhält. Nugen sein. Vor Allem ist es nun Sache der Weber- Vereine, für Muster und deren Versendung, was doch beides nicht viel Kosten verursacht, zu sorgen und sich so einzurichten, daß sie eingehende Bestellungen in gewünschter Weise ausführen können, bis dahin mögen die Weber in gewohnter Weise fortarbeiten. Gewiß findet sich in jedem Arbeitervercine, sei er deutsch oder allgemein- deutsch, ein Freund, der die Vermittelung von Aufträgen übernimmt, wie es auch in allen Weberorten gediegene Weber giebt, die zur Leitung der Produktion befähigt find. Wenn nun auch im Anfange der Verkehr ein geringer sein wird, so ist doch schon viel gewonnen, wenn nur Diejenigen Beschäftigung finden, die wegen ihrer Thätigkeit im InMan hat nun zwar vorgeschlagen, die Weber sollten mit telt der Assoziation das zu verarbeitende Material selbst beschaffen und damit nach den Aufträgen der Fabrikanten die Baaren arbeiten. Aber abgesehen davon, daß zu einer solchen Einrichtung ein Kapital erforderlich ist, wie dieß die ausge- teresse ihrer Leidensgenossen gemaßregelt und im Broderwerb saugten Weber nicht aufbringen können, ist es auch vorauszusehen, daß die Fabrikanten nicht darauf eingehen; und auch dann, wenn sie es ja thäten, könnte sie Niemand zwingen, zu faufen, wenn ihnen Waare oder Preise nicht conveniren, wodurch dann der Weber oft gezwungen sein würde, sich ander weit Käufer für seine Waaren zu suchen. gestört werden, damit sie nicht vom Gebote der Nothwendigkeit zum Schweigen verdammt werden. Das Beispiel der Berliner Cigarrenarbeiter fann auch hier als Beweis dienen, daß sich die Arbeiter viel helfen kön nen, wenn sie gegenseitig für einander einstehen. Wie die Erfenntniß von der Solidarität der ArbeiterRur mit der selbstständigen Produktion und dem Ver- interessen die festeste Grundlage für die Lösung der Arbeitertriebe seiner Erzeugnisse kann er die Mängel beseitigen, die sich frage sein muß, so wird auch sie es sein, die den gedrückten ihm icht so sehr fühlbar machen, natürlich nur mittelst der Bujammenfassung der vielen vereinzelten, an sich zu schwachen und so ist es auch Aufgabe der Weber- Vereine, für die VerAräfte zu einem Ganzen. Run ist aber der Geschäftsbetrieb in der Webwaaren breitung dieser Erkenntniß inner- und außerhalb ihrer Reihen thätig zu sein. Ein weiteres und eben so wichtiges Mittel zur Lösung der Weberfrage ist die thätigste und regste Theilnahme der branche, und vorzüglich in der Baumwollenindustrie, ein so großartiger und complicirter, weil zumeist für den Export betechnet, daß ebensowohl ein bedeutendes Kapital, als ausge- Weber- Vereine an der Lösung der Arbeiterfrage im Allgemeinen. breitete Geschäftskenntniß dazu erforderlich ist, wie diese die Bei der Theilnahme, die die Weber der Lösung der soArbeiter nicht so leicht befizen. Unmöglich kann eine Vereini zial- politischen Fragen bereits gewidmet haben, brauche ich gung von Lohnwebern alle die zeitraubenden und kostspieligen über, die Bedeutung dieser Fragen kein Wort zu verlieren und Manipulationen vornehmen, die das Exportgeschäft bedingt, erinnere nur daran, wie außerordentlich leicht es den Webern bevor es Gewinn, der immerhin noch nicht gesichert ist, bringen fann. betrieb für den Bedarf im Inlande mit Schwierigkeiten ver Benn auch in geringerem Maaße, ist auch der Geschäftssein würde, auf der Basis der Staatshülfe des sozial- demokra tischen Staates ihre geschäftliche Selbstständigkeit weiter zu bauen, und sich so ein besseres Loos zu schaffen. So glaube ich in Vorstehendem einen Weg gezeigt zu gegengehen können, und bitte ich die Weber, denen mein Vorbunden. Die außerordentliche Konkurrenz macht eine Eleganz haben, auf dem die Weber ihrem längst ersehnten Ziele entand Reflame nöthig, die den Gewinn zum großen Theile abist es den Webern mit ihren geringen Mitteln nicht möglich, zu ziehen und nach Befinden mit Energie an's Werk zu gehen, forbirt. Wie nun aus Vorstehendem zur Genüge hervorgeht, schlag zu Geficht kommt, denselben schnellstens in Erwägung Den Kampf mit dem Kapital aufzunehmen; dagegen kann bie produktive Bereinigung sehr wohl gedeihen, wenn die an wie ich auch alle anderen Corporationen von Arbeitern ersuche, dem Vorstehenden einige Aufmerksamkeit zu schenken Deren Arbeiterklassen insofern ihre helfende Hand bieten, als und ihren Leidensgefährten, den Webern, die helfende Bruderfe ihren Bedarf in Webstoffen ausschließlich nur von solchen hand zu reichen. Bereinigungen entnehmen. Jeder Arbeiter braucht doch für sich und auch der Bedarf des Einzelnen ein geringer, so wird dieß durch eventuell für seine Familie Kleidung, Wäsche 2c., und ist große Zahl der Arbeiter vollständig aufgewogen. tie dieser Weise berücksichtigten, die Lage des Arbeiters eine ganz Ich bin überzeugt, daß, wenn alle Arbeiter einander in Aus England London, den 27. April. andere fein würde. Die protestantischen Finsterlinge bieten Alles auf, den Demonstrationen, welche zu Gunsten der Abschaffung der iriWarum sollen nicht auch wir in unserem Interesse Mittel schen Staatskirche gemacht werden, entgegenzuarbeiten; aber gebrauchen, die die Adels und Geldaristokratie in so ausgedehn vergebens. Nicht einmal Birmingham, wo gegen Ende des tem Maaße in Anwendung bringen, und zwar mit so außer vorigen Jahrhunderts fich der Mob bestimmen ließ, das Haus ordentlichem Erfolg? Für den Anfang dürfte es wohl genügen, wenn die ver des Dr. Priestley durch Feuer zu zerstören, weil er die von der Staatskirche defretirte Dreieinigkeit verwarf und mit den franShiedenen Vereinigungen der Arbeiter( Arbeiterbildungsvereine, zösischen Freidenkern sympathisirte; dasselbe Birmingham, das A.D. Arbeiterverein, Gonsumvereine, Volsverein) fich Proben von noch vor wenigen Monaten einen Mob aufbringen konnte, Bellungen machen; und um die Correspondenz, Versendung zu richteten Fenier zu verhindern, fann einen Mob zu Gunsten Baaren tommen lassen, nach denen die Bedürfenden ihren Be um eine Demonstration zu Gunsten der in Manchester hinge Dorstand der Webervereine zu leitenden Bestell- und VerpadanDereinfachen und billiger zu machen, würde eine vom Gentral der irischen Kirche zusammentrommeln. Die Finsterlinge nehmen daher zu allerhand Lügen ihre Zuflucht; auch das hilft 144 nichts. Ein anonymer Briefschreiber hatte im ,, Standard" aus gesprengt, daß Gladstone ein Bündniß mit dem Papst abgeschlossen, um die römisch- katholische Kirche wieder zur herrschenden im britischen Königreich zu machen, und daß die Abschaf fung der irischen Staatskirche nur der Anfang des Spiels sein solle. Aber Alles bleibt ohne die erwünschte Wirkung. Da gegen erhebt sich keine Stimme aus dem Publikum darüber, daß die Aristokratie 5,000,000 Pfd. St. vergeudet, um einige Proselytenmacher in Abyssinien zu befreien. Eine von der Regierung eingebrachte Bill, die englische Festlichkeit des öffent lichen Hängens von Mördern abzuschaffen, ist durchgegangen. Ein Quäfer, der schon seit Jahren in jeder Session die Abschaffung der Todesstrafe vorgeschlagen, benußte die Gelegen heit, ein Amendement zur Abschaffung der Todesstrafe einzu bringen. Er konnte nur 23 Stimmen für seinen Vorschlag erlangen. Stuart Mill, der große Freidenker, rechtfertigte die Todesstrafe als abschreckendes Beispiel und stimmte mit der Regierung. Die Kohlengräber von Wigan, in Lancashire, haben so lange Krafeel gemacht, bis Minen- Besizer, Polizei und schwarze Schafe des Spiels überdrüssig geworden, und die aus der Ferne bezogenen Arbeiter nach Hause geschickt worden sind. Die Hüttenbefizer von Staffordshire verweigern jede Konzession. Bisher bestanden zwei Hauptgesellschaften unter den Arbeitern, die eine in den nördlichen, die andere in den südlichen Graf schaften. Seit einigen Jahren arbeitete der Präsident der nördlichen Gesellschaft daran, beide in eine große Union zu verschmelzen, aber ohne Erfolg. Was aber nicht durch einfaches Zureden erreicht werden konnte, haben die Umstände bewirkt. Die vorgeschlagene Lohnherabseßung hat die Führer zur Besinnung gebracht: auf der letzten Konferenz wurde beschlossen, beide Gesellschaften in eine einzige zu vereinigen. Vor etwa drei Jahren erklärte John Bright auf der Tribüne der Handelskammer in Birmingham, daß für die Eisengewerbe dieser Stadt keine Fabrikgeseze nöthig seien. Der kürzlich veröffentlichte erste Bericht der Birminghamer Schulbildungs- Gesellschaft konstatirt, als unbestreitbare Thatsache, daß in den besagten Eisengewerben, die nach der Behauptung des großen Reformators Bright keine Fabrikgeseze bedürfen, nicht weniger als 103,472 Kinder, unter 13 Jahren, arbeiten müssen, um ihr Leben zu fristen. Die Birminghamer Waaren heißen auf englisch hard- wares harte Waaren-, es sind Metallwaaren, also keine Spielerei für zarte Finger. Von diesen 103,472 Kindern sind 55,293 Mädchen und 48,179 Knaben; darunter sind 17,135 Mädchen und 15,145 Knaben, die nie das Innere einer Schule gesehen haben. Wie es mit denen steht, welche Schulen besucht haben, läßt sich leicht errathen. Welchen Unterschied müssen die Fabrikgeseze hier hervorbringen? Die Fabrifgefeße beſtimmen: erstens, daß fein Kind unter 8 Jahren beschäftigt werde; zweitens, daß kein Kind beschäftigt werde, das nicht an den verschiedenen Wochentagen gewisse Stunden in die Schule geht, und drittens, daß kein Kind an irgend einem Tage mehr als 6 Stunden arbeite. Der Hauptgrundsatz der modernen bürgerlichen Defonomie ist: kauft auf dem billigsten und verkauft auf dem theuersten Markt." Der Feuerzange sieht man es auf dem Weltmarkt nicht an, wer sie gemacht hat, ob ein Kind darüber geweint oder eine erwachsene Person gesungen hat. Profit ist der Zweck der modernen Produktion. Wenn ein Kind in 12 Stunden eine Arbeit verrichten kann für einen Penny, die ein Jüngling in nicht weniger als 8 Stunden für " Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. zwei Pence und eine erwachsene Person in 6 Stunden für drei Pence verrichten kann, so liegt es im Interesse des Kapi talisten, so viel wie möglich Kinder, und die Kinder so lange wie möglich zu beschäftigen. Die Kapitalisten protestiren täg lich und stündlich gegen jedwede Einmischung von Seiten der Arbeiter in die Geschäftsführung. Die Arbeiter sind stimm und willenslose Werkzeuge der Produktion; sie eristiren nur um der Kapitalistenklasse den Reingewinn zu produziren. Die Fabrikgefeße sind Einmischungen, welche den Reingewinn be einträchtigen: zum Teufel daher, mit den Fabrikgesetzen! Aber ich bin noch nicht fertig mit Birmingham. Die guten Leute, die ebenfalls vom Reingewinn leben, aber noch nicht ganz von der modernen Dekonomie durchdrungen sind, haben es nicht beim Schulunterricht bewenden lassen; sie sind einen Schritt weiter gegangen und haben sich erkundigt, wie das arme Volk lebt? Von 15,847 Familien, denen Besuche abgestattet wurden, verdient in nur drei Vierteln der arbeitende Theil so viel, daß sie nicht positiv Noth leiden; 1,222 Fami lienhäupter sind ohne Beschäftigung, 1,587 sind Witwen oder im Stich gelassene Weiber; in 2,811 Familien reicht das Ein kommen selbst nicht für die allernöthigsten Lebensbedürfnisse aus; dennoch ist Birmingham eine blühende und eine reiche Der Profit blüht, die Kapitalisten sind reich, die Ar beiter darben, die Kinder müssen sich plagen, Profit für die Kapitalisten zu machen, anstatt in die Schule zu gehen und zu spielen. Die Birminghamer Arbeiter haben wirklich Ursache, dem großen Weltverbesserer Bright, der die Birminghamer Kapitalisten im Parlament vertritt, einen Arbeiter- Vertreter an die Seite zu stellen. Stadt. Vermischtes. Zahlen sind die besten Geschichtsschreiber. Leroy- Beaulieu hat in der„, Revue nationale" die Verluste von Menschen und Geld berechnet, welche Politik und Diplomatie der alten und neuen Welt während der letzten 15 Jahre verursacht haben. In den Schlachten getödtet, oder an ihren Wunden ge storben: In der Krim Schleswig- Holstein 748,991 Menschen 45,000 " Italien " " 3,500 " " Nordamerika 281,000 " " 1 Südamerika 519,000 " " Deutschland 1866 45,000 " " Asien u. Afrifa 65,000 " Kosten: Der Krimkrieg 1,743,491 Menschen. 8 Milliarden 500 Millionen Franks Der italienische Krieg 1 Krieg in Schleswig- HolsteinNordamerika Südamerika " " von 1866 " 12 " 500 " JP " 180 " " 23 " 500 " 11 " 500 " " 1 " 650 " " " Kriege in Asien u. Afrika 1 " 47 Milliarden 830 Millionen Franks. Den Frank zu 8 Sgr. gerechnet, macht 12,768 Millio nen Thaler. Leipzig.{ Druck und Verlag: C. W. Vollrath. Expedition: Windmühlenstraße 14.