Der elt, Den ritt ben lar gen ben jten aten gen Linge 112 well Ber 113 iefer ur e it Faljer Bers Den ig. Da urd mbl. and Agen C 8 no Demokratisches Wochenblatt. No. 30. Organ der deutschen Volkspartei. Leipzig, den 25. Juli. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Plaße einhließlich Bringerlobn 12/2 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren M. Dolge am Markt, Reichert Hainstraße 27, G. Hofmann Brübl 40, G. Dehler Neumarkt 6, G. Richter Betereiteinweg 7, Leipziger Conſumverein Universitätsfraße und die Ervedition d. Blattes G. W. Vollrath Windmüblenstr. 14. Für Dresden Filialexpedition 3. W. Grellmann Ballſtraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika 2c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Bur gefälligen Beachtung. Unsere geehrten hiesigen Abonnenten ersuchen wir freundlichst, falls sie das Blatt nicht regelmäßig bis Sonnabend Mittag erhalten haben sollten, uns gefälligst davon durch die Stadtpost( unfrankirt) zu benachrichtigen. Leipzig, den 24. Juli 1868. Bolk in Desterreich. tampfes. reich. Die Expedition des Demokratischen Wochenblatts. Inhalt: Politische Uebersicht. Manifest an das arbeitende Die alten Parteien des sächsischen VerfassingsItaliens Einheit und Freiheit. Aus Deutsch- Dester-Aus England. Politische Uebersicht. Es liegt in der Natur des Cäsarismus, daß er kon ipiriren muß, und wer fonspirirt, ist gezwungen, Leute von mancherlei Art ins Bertranen zu zichen. Nicht Jeder aber So hofft man das Kaiserreich noch einige Jahre am Leben zu erhalten, bis der kaiserliche Prinz das majorenne Alter erreicht haben wird. Wen Gott verderben will, den schlägt er mit Blindheit. Die Unruhe, welche sich im Neopolitanischen kund giebt, ist nichts als der Gegenschlag, oder besser gesagt, der Borbote der Allianz der spanischen mit den neopelitanischen Bourbonen. Die demokratische Insurrettion wird in dem einen, wie in dem andern Land allen diesen machiavellistischen und dynastischen Anschlägen ein Ende machen." So Mazzini. Mögen sich, wenn seine Angaben richtig sind, auch seine Hoffnungen erfüllen! Die Blätter berichten von einer langen Auslassung des tann oder will reinen Mund halten, und so passirt es denn französischen Kaisers über Fürstenmord. Nachdem er die dem Casarismus, daß seine Pläne sehr oft vor der Zeit aus- abgedroschenen Gemeinpläge über dieses heikle Thema an eingeplaudert werden. Der französische Kaiser zum Grempel hat, her der europäischen Demokratie, bekannt gewesen wäre. Der| nie cine Aftion" ins Werk zu sehen vermocht, die nicht vorFeldzug gegen Desterreich im Jahr 1859, um nur eines Bei ipicis ander gereiht, soll er gesagt haben, er für seine Person fühle sich deßhalb ganz sicher, weil es Jedem klar sein müsse, daß ein Attentat auf ihn den Abscheu der französischen Nation er regen und nur zur Befestigung der Napoleonischen Dynastie dienen würde. Nun gelinde ausgedrückt ist das eine sehr gewagte Logif, und daß der Kaiser sich mit derlei Dingen beschäftigt, verräth bloß seine Angst und spricht Bände über die zu erwähnen, wurde 4 Monate vor Ausbruch des Kriegs dienen würde. Nun Don Mazzini in allen Details vorausgesagt. Icht verfün bigt Mazzini von Neuem in seinem Organ, der ,, Unita Italiana", daß der Krieg in Paris beschlossene Sache sci. Er Lage des Empire. führt aus, wie der Kaiser unmöglich die im nächsten Jahr Ration wieder erworben zu haben, und fährt dann fort: Im Zusammenhang mit der immer drohender werdenden fälligen allgemeinen Wahlen vornehmen lassen känne, ohne Haltung Frankreichs steht das plößliche Wiederauftauchen der fich vorher in der einen oder andern Weise die Achtung der Nordschleswig'schen Frage. Es sei nöthig, lautet jegt pire. Der Krieg ist eine Nothwendigkeit geworden. Es wird folgenDie Wahlen nach dem Sieg- das ist die Lesung des EmRhein in Berlin die Parole, endlich einmal die Geister zu beruhigen, und das könne nur durch treue Erfüllung des Brager Friedensvertrags in jedem Punkt, und namentlich mit Bezug auf dermaßen verfahren. Nach Erledigung des Budgets und Annahme Nordschleswig geschehen. Die Trauben sind eben sauer ge nischen des Anleihens wird die Kammer sich vertagen und der Krieg am italienische Einheit auflösen. Im Augenblicke, wo er alle seine Macht I erklärt werden. Der Kaiser will sowohl die deutsche, als die auf den Rhein concentrirt, wird er gegen Italien Spanien loslassen, Welches, Dank der Heirath des Herzogs von Girgenti mit einer spa Bapites und der Bourbonen von Neapel zu thun. Der Kaiser sowohl 1 Prinzessin, mehr als je entschlessen ist, etwas zu Gunsten des Ben den französischen, oder Italien den spanischen Waffen Widerstand leiiten tönnen. Ein Bülletin, welches Sieg auf der anzen Linie verfündigt, wird das Signal für die Neuwablen zum gefeßgebenden ten wird das französische Volk zu den Wahlurnen geführt werden. Rörper fein und unter dem Schall der Trommeln und Kriegstrompes Agen worden. Leider vergißt man, daß Napoleon mehr braucht, als diplomatische Siege. Die offiziöse preußische Presse sucht den Befürchtungen eines Defizits im preußischen Staatshaushalt entgegenzutreten. Seitdem sich in Angelegenheiten des Bundesdefizits dieselbe als Riel und seine Kriegsobersten halten es für unmöglich, daß Preu- Presse binnen der kürzesten Zeit selbst hat dementiren müssen, weiß Jeder, was davon zu halten ist. Die erste ,, Gombinirung" des Defizite aber rührt von der Regierung selbst her: wir erinnern an die Rede des Geh. Rathes Michaelis im Zollparlament für die Erhöhung der Tabackssteuer. Das bevor. 234 stehende Defizit läßt auch erwarten, daß im kommenden Herbst die ,, ewige Schraube" der Klassen- und Einkommensteuer wie der kräftigst werde angezogen werden. Ueber die bisherige Wirksamkeit der Schraube veröffentlich die neueste Zeitschrift des statistischen Bureaus interessante Zusammenstellungen. Danach haben die Erträge der Klassen und Einkommen und Schlacht und Mahlsteuer in Preußen von 1851-1866 um 40.60 pбt. zugenommen, während die Bevölkerung nur um 21.89 pet. fortgeschritten ist. Die Schlacht und Mahlsteuer für sich allein das gerade ist so bezeichnend für den abnehmenden Wohlstand und die abnehmende Consumtionsfähigfeit hat in ihrem Ertrage der Zunahme der von ihr betroffenen Bevölkerung nicht folgen fönnen( 42,57 gegen 43.45 pG.). Die Zahl der Einkommensteuerpflichtigen ist um 63 pCt. ( von 43,489 auf 70,812) gewachsen. Troß der Heranziehung von so vielen Klassensteuerpflichtigen zur Einkommensteuer hat sich der Klassensteuersaz durchschnittlich auf den Kopf der Steuerpflichtigen von 1,554 Thlr. auf 1.648 Thlr. erhöht. " Ben Wir Mi einer der ersteren, so haben seine Anhänger für den ander liberalen oder demokratischen Candidaten zu stimmen. werden sehen! Fri be an bur Ueber einen neuen Versuch Preußens, eine Golonial- Mad fegu zu werden, entnimmt die Neue Freie Presse" einem Echreibe jeid aus Botschefstroom am Cap der guten Hoffnung vom 29. Mad die interessante Mittheilung, daß Preußen mit der portugie schen Regierung wegen Ankaufes der Delagoa- Bai unterhambu delt. Ein anderer Bericht aus Port Natal bestätigt diese A gabe und fügt hinzu, daß der Besuch eines nahen Verwandten ler des Grafen Bismard in der benachbarten Transvaal'she Republik mit diesem Ankaufsprojekte in Verbindung zu stehen scheine. Die Delagoa- Bai in Ost- Afrika unter dem 26. Gra südlicher Breite würde ein treffliches Cayenne für malfonten Nordbundsbürger abgeben. Roni Der adlige und uniformirte Mörder Scheve( der fe nen Hauswirth niederschoß, weil er ihn keine liederliche Dirt aufs Zimmer bringen lassen wollte) nach kurzer Festung Die preußische Fortschrittspartei", die nicht haft begnadigt; die Aufführung des Werner'sche leben und nicht sterben kann, fristet ihre traurige Scheineristenz Stücks ,, die Weihe der Kraft", eine Berherrlichung Luther nur noch mit Illusionen. Jetzt hat sie( in ihrer., liberalen und der Reformation, in Berlin verboten*); Correspondenz") entdeckt, die Organe der preußischen Regierung Wilhelm in Bad Ems, in Gesellschaft des Ehren seien bei ihren Versuchen, die Umgehung des Reichstags in mannes Stieber; in Ostpreußen eine neue Migern Sachen des Bundesdefizits zu rechtfertigen ,,, augenschein im Anzuge das sind die noch übrigen Nachrichten a lich unter dem Einfluß eines gewissen Schamgefühls!" Wer Preußen; und nehmen wir dazu die in Permanenz erklärten sich schämt, bessert sich vielleicht. Diese Hoffnung, durch eine Presverfolgungen, politischen Prozesse, polizeilichen und land räthlichen Willkürstreiche, Militärerzesse, offiziösen Lügen, etwaige ,, Umfebr" des Bundespräsidiums fönne der Riß in der kostbaren Bundesverfassung wieder zugeflicht werden, ist so recht nalliberalen Winseleien und Servilitäten, die Rothschreie bezeichnend für die Impotenz der Fortschrittspartei", die an Schulmeistern, die nicht begreifen wollen, daß die Schöpfer jeder eignen wirksamen Thätigkeit verzweifelt. Intelligenz in einem Intelligenzstaat" zum Hungertod verpfli tet sind so haben wir ein ziemlich vollständiges Bild jene in der neuesten Auflage seines Lehrbuchs der Erd-, Bölfer- un Hier ein Pröbchen von diesem Parlamentarismus", den die Herren Fortschrittler so gern ins Leben galvanisiren möch ten. Der Deutschen Volkszeitung" in Hannover wird aus Berlin geschrieben: Geschwindigkeit ist keine Hererei; nachdem das Genossenschaftsgeseß im Bundesgeseßblatt publizirt worden, stellt sich heraus, daß ein vom Reichstags verworfenes Amendement in demselben Aufnahme gefunden, andererseits ein vom Reichstag beschlossener Zusatz weggeblieben ist." Nicht genug, daß man den Reichstag" über die wichtigsten Fragen nicht mitsprechen läßt, fümmert man sich auch bei den untergeordneten Fragen, die man ihm zu unterbreiten gnädig geruht, nicht im Entferntesten um seine Beschlüsse. Und da wundern sich die Fortschrittler noch, daß das Volk diese ganze Barlamentskomödie mit verachtungsvoller Gleichgültigkeit be" natio unt ben nif giep Toll feit wie An gall lam aue rich Deffe fon Ru eni gelu bitte brin gent wer fich bat, lien Staats des deutschen Berufs", von dem Kriegsminister Staatenkunde mit Recht sagt, er sei ,, wesentlich ein tärstaat". Roon Mil VO febr Wie bei den obwaltenden Verhältnissen nicht anders erwarten, liegen Handel und Geschäfte fortwährend darnic Gleich der Leipziger Ostermesse sind auch die Messen Frankfurt am Main und Frankfurt an der Oder schlecht ausgefallen. Auf legtrer wurde, wie der Preußi Staatsanzeiger" amtlich meldet, nur in Leder" ein gute Geschäft gemacht. Vor jedem Krieg geht das Ledergefä " gut. Im Feld verbrauchen die Soldaten viel Stiefel. 59 Mo ein Ed bor Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sagt bei Betrad trachtet! An der Verhungung des Genossenschaftsgesetzes ist tung des würtembergischen Wahlresultats: etwas auffal lend ist, daß in Würtemberg die Einführung des neuen lichen Gestalt den Stempel der Bornirtheit und Rechnungs gemeinen und direkten Wahlrechte sofort der Demofratie trägerei seines Urhebers, Schulze( Delißsch). Doch davon ein Gute gekommen ist, da doch nach den bei uns gemad beiläufig nicht viel gelegen. Es trägt auch in seiner ursprüngEntwurf eines Genossenschaftsgeseßes, nach welchem auch Geandermal. Für heute nur so viel, daß der österreichische Erfahrungen ein solches Resultat aus der Natur des all meinen Wahlrechts selbst nicht abzuleiten ist." In Würtembe nossenschaften mit beschränkter Haftung Corpora giebt es keine Landräthe, Hr. Braß, und feine Schulregulatio feim fitio dun Ebr und tan bern beur Ep bull bed bat tionsrecht ohne obrigkeitliche Genehmigung erlangen Man ist eben dort um 30 Jahre hinter Preußen zurüc können, in jeder Beziehung weit liberaler ist, als das preußische Gesez. Dir Der Ausgleich Destreichs mit den Tschechen ist ni zu Stande gekommen, und die Regierung geht jest mit Bei der Ersagwahl im Kreise Lennep- Mettmann( an Stelle fonischer Strenge gegen die Presse der Tschechenpartei vor, Reincke's) erhielten der Sozialdemokrat Frißsche 2896, der Regierungskandidat Müller 2188 und der von den Fortschrittlern aufgestellte Schulze( Delißsch) 1185 Stimmen. Frißsche hatte demnach keine absolute Majorität, und heute ( Freitag) wird eine engere Wahl zwischen ihm und Müller sie des geheimen Einverständnisses mit Rußland und Brew *) Hierher gehört auch der Brief, den König Wilhelm vor de Lutherfeste an den Großherzog von Hessen richtete, und der nach d ..Neuen Evangelischen Kirchenzeitung" also lautet: Lieber Better Ich gehe mit nach Worms. Das Komite ist verantwortlid P statthaben. Der Sieg ist ihm sicher, wenn die Fortschrittspartei machen, daß Invektiven nicht vorkommen. Wir sind auch unfer den von ihr so oft den Arbeitern gepredigten Saß der Wahltaftif befolgt: Sind zwei liberale oder demokratische Gandidaten gegen einen konservativen Candidat im Feld, und unterliegt fatbolischen Unterthanen Rücksichten schuldig." Man wi sich der Hartnäckigkeit erinnern, mit der die offiziöse preußische Pre es seinerzeit in Abrede stellte, daß preußischer Seits eine Genfur d in Worms zu haltenden Reden verlangt worden. Bre tar breu bon die win DI Tebr Tabe என். all tes Ag bety ive dra rew Del te ten น 100 Der nee fev ro ge ben ern Bir ht ben Ra an ten ben ben ad ben beschuldigt. Unfre Leser werden sich erinnern, daß ein polnisches Flüchtlingsfomite vor Kurzem behauptete, General Miroslawski u. A. hätten mit einem gewissen Fricz oder Fritsch, der 1866 in preußischem Sold gewesen, die Inescencfegung einer Emeute in Prag verabredet. Mieroslawski bezeichnet dies jetzt als eine Lüge, und wir wollen ihm glauben. Aber bezüglich jenes Fricz oder Fritsch, der neulich bei der Hußfeier in Constanz die Restrede hielt, ist der fatale Umstand an den Tag gekommen, daß er seit 1866 im Berliner Preßburcau arbeitet. In Wien wird man aber hoffentlich bald lernen, daß ein Bolk mundtodt machen, ebenso verächtliche, als unfluge Politik ist. Die Telegramme aus Triest waren durchaus ungenau. Es handelte sich um einen Nationalitätskonflikt zwischen Slaben und Italienern, oder richtiger zwischen slavisch und italienisch Redenden und die„ Ruhe" wurde nicht ohne Blutvergießen hergestellt. 235 ralität der jezigen europäischen Zustände. In Spanien hat die Regierung sich übrigens nur für einen Moment Ruhe geschafft; sie hat nirgends Wurzeln im Volke, und der erste Sturm wird sie niederwerfen. Der fünfte österreichische Arbeitertag erließ folgendes Manifest an das arbeitende Volk in Desterreich. Brüder! Seit dem Ende des vorigen Jahres, wo Desterreich ein Vereins und Versammlungsrecht erhielt, haben sich die Arbeiter Wiens jener sozialen Bewegung angeschlossen, welche zum 3wed hat, das arbeitende Volk in jeder Beziehung auf gleiche Stufe mit den jetzt bevorrechteten Klassen zu heben. Demgemäß soll nicht mehr der Besiß für den Genuß staatlicher Rechte maßgebend sein, und bei der Verwaltung der Gemeindeange= legenheiten sollen nicht mehr blos die Besitzenden Siz und Stimme haben. Auf dem allgemeinen Kirchen Gonzil zu Rom soll der Saß von der Unfehlbarkeit des Papstes von neuem festgestellt werden. Daß man dieß für nöthig hält, beweißt wie wacklich die römische Kirche sich fühlt. Es heißt, auf Anregung des französischen Kaisers werde Seitens eines Tage eingerichtet werden. gallikanischen( französischen) Bischofs der Antrag auf ein parlamentarisches Rirdenregiment gestellt werden, d. h. auf Er richtung eines verantwortlichen Prälatenministeriums, ohne dessen Billigung der Papst nichts beschließen und erlassen tönnte. Der Staat muß vollständig auf demokratischer GrundDie Grundbedingung hierzu ist die Einführung des allgemeinen direkten Wahlrechts. Ist das ganze Bolk in den geseßgebenden Körpern vertreten, so werden die Arbeiter allmählich in den Stand gesezt werden, die Produktion bald selbst in die Hand zu nehmen, anstatt wie bisher mit einem färglichen, faum zur Erhaltung des Lebens hinreichenden Lohn abgefunden zu werden. Die Interpellation Lamarmore's, deren wir in der letzten Nummer erwäbuten, ist von der Tagesordnung der itali enischen Kammer abgefeßt worden. Es ist den Ministern gelungen, den General, der aus einem Freund Preußens dessen bitterster Feind geworden ist, von seinem Entschluß zurückzu führen schließlich zum Deepotismus. bringen vermuthlich durch die Versicherung, daß der neue Die entsittlichenden Folgen der steigenden Kapitalherrschaft einerseits und die stets zunehmende Massenarmuth andererseits machen den Aufschwung der wahren Freiheit unmöglich und Es muß deßhalb zugleich mit dem Erlangen der politiAllianzvertrag Italiens mit Preußen, den er bei dieser Gele schen Freiheit und mit der Erlangung des demokratischen genheit bekämpfen wollte, nicht zur Ausführung gelangen Volksstaates die Emanzipation der arbeitenden Klassen vom berde. Gewiß ist, daß im italienischen Kabinet der franzö- Kapital angestrebt, durch zeitige Agitation und Aufklärung der fiche Einfluß den preußischen völlig aus dem Feld geschlagen Massen der Arbeiter vor planlosen Kämpfen bewahrt und die hat, wie u. A. schon aus der Thatsache erhellt, daß der italienische Kronprinz vor einigen Tagen dicht an Ems vorüberteiste, ohne dem König von Preußen einen Besuch abzustatten. Der Schleier, der über den jüngsten Ereignissen in Spanien rubte, beginnt sich zu lüften. Der Herzog von Montpensier, dessen Ausweisung solches Aufsehen erregte, ist Bewegung in feste Bahnen zu bestimmten Zielen gelenkt werden. Klaffen. Der Sieg dieser Bestrebungen ist der wahre Vortheil aller Das arbeitende Bolk der Reichshauptstadt Wien ist sich der Pflichten bewußt, die es gegen seine Brüder in den einein Sohn des Erkönigs von Frankreich, Louis Philipp, und zelnen Landestheilen Desterreichs zu erfüllen hat; denn es weiß, bor 20 Jahren in Folge einer schlauen Intrigue feines abge Echwager der Königin Isabelle, deren jüngere Shwester er Thron daß von seiner Haltung und von seinem energischen Vorgehen das Geschick des Volkes in den einzelnen Ländern abhängt. feimten Baters heirathete. Die gemäßigteren spanischen Oppo- Umgekehrt würden die Bewohner der verschiedenen Länder eine fitionsparteien standen seit längerer Zeit mit ihm in Berbin schwere Pflichtverlegung begehen und der zu erreichenden Freidung, und es scheint im Blan gewesen zu sein, ihn auf den und um den befürchteten Schlag zu vereiteln, wurde der be- Hinsicht unterstützen. zu ergeben. Jedenfalls war dieß die Ansicht der Regierung, heit in den Weg treten, wollten sie nicht auf das Kräftigste sich an das Volk Wiens anschließen und es nicht in jeder Dermeintlichen Kronprätendenten ausgeführt. Verschiedenes das Volk auf den Sieg der Freiheit, auf den Sieg der Idee deutet darauf hin, daß Napolcon, der alle Gründe hat, keinen Sprößling der Familie Orleans auf dem spanischen Thron zu dulden, der Sache nicht fremd war. Wenn wir ferner der Gleichberechtigung hoffen. Wien hat von dem spärlich zugemessenen Vereins- und Versammlungsrechte den umfassendsten Gebrauch gemacht und hat, im Fall eines Kriegs zwischen Frankreich einerseits und Erkenntniß der sozialistischen Lehren verbreitet. Weil aber zum bedenken, daß die jeßige spanische Regierung sich bereit erklärt mit unablässiger Thätigkeit auf zahlreichen Versammlungen die Breußen und Italien andererseite, ein Armeekorps zur Ver- Erreichen des vorgestreckten großen Ziels die vollständige Freistärkung der Franzosen nach Rom zu schicken; und daß die heit der Rede in Wort und Schrift nöthig ist, werden Schritte breugische Regierung in jüngster Zeit lebhaft mit dem Herzog gethan, um die völlig ungehinderte Vereins, Bersammlunge bon Montpensier und dessen spanischen Anhängern liebäugelte so finden wir uns angesichte einer politischen Intrigue, und Preßfreiheit zu erringen. die so recht charakteristisch ist für die Unsicherheit und Immo pakte und Achtung gebietende Masse da, welche die Vorurtheile Die Wiener Arbeiter stehen bereits als eine einige fom 236 der Religions. und Nationalitätsverschiedenheit über Bord geworfen hat. Bergeblich versuchte die Reaktion die Eintracht des arbeitenden Volkes der Hauptstadt zu stören. Ihr Bestreben, die czechischen und polnischen Arbeiter in separate Vereine zu organisiren, scheiterte vollständig. Am 5. April dieses Jahres wurde auf einer von Arbeitern aller Nationalitäten besuchten Arbeiterversammlung mit Einstimmigkeit der Versuch einer Zersplitterung nach Nationalitäten als reaktionäres Mannöver bezeichnet und der Beschluß gefaßt, das arbeitende Volk in den einzelnen Landestheilen sowohl über die Bestrebungen der Wiener Arbeiterschaft auf zuklären, als auch auf die im Nationalitätenhader für die Freiheit liegenden Gefahren aufmerksam zu machen. Wer das arbeitende Volk für die Aufwärmung abgethaner Nationalitäts- Sonderzustände benußen will, der sucht es zu verhindern, seine eigene Befreiung zu vollziehen. Die Zeit der Nationalitäten Absonderung ist vorüber, das Nationalitätsprinzip steht heute nur auf der Tagesordnung der Reaktionäre. In Deutschland vermochte das Bürgerthum in feiner Ohnmacht und Apathie nicht die Einheit herzustellen, dagegen benußte Graf Bismarck die deutsche Einheitsidee zu Gunsten des preußischen Absolutismus. Die nationale Wiederherstellung Polens wurde zum Theil durch die Sonderstellung des jezigen Adels vereitelt, wie dies das Jahr 1863 beweist, und die Vorkämpfer der czechischen Nationalität gehen Hand in Hand mit dem genuß- und herrsch süchtigen Klerus. " " unt ( und Tefe olte W Der, lezte Pfingsten zu Berlin, tagende Deutsche Bud Beit druckertag beschloß:„ Vom 1. Juli 1868 ab ist die regel zieh mäßige Sonntags- Arbeit allen zum Deutschen Buchdrude Be mir Verbande gehörenden Buchdruckern untersagt." Dieser schluß bezog sich hauptsächlich auf Zeitungen und sonstig wese Tagesblätter, da die bei anderen Arbeiten beschäftigten Gehilfen mit ja ohnedies nur in dringenden Fällen ihren Sonntag de ausg Geschäfte opferten, mit Ausnahme Solcher, welche über den diese Begriff Mensch" noch nicht gehörig nachgedacht. Bis zu dahe 1. Juli d. J. erschienen in Deutschland 55 Zeitungen Tagesblätter fieben Mal die Woche. Von diesen 55 stellten wie ein in Summa 42 Blätter die Sonntags- Arbeit freiwillig Die übrigen 13 Blätter, unter welchen die Kölnische Zeitung auf die in Hannover erscheinende Post", die Berliner Börsen doli zeitung" und die„ Staatsbürger- Zeitung", dann die in Sachsen erscheinenden Zeitungen nebst Leipziger Tageblatt" made sige gegen diesen Beschluß Front und zwar jede nach ihrer Mani Die größten Anstrengungen in dieser Beziehung hat der Becolle liner Drucker der„ Börsenzeitung" gemacht, denn er ließ durd off sein Geld alle diejenigen Schriftsetzer aus Deutschland, in seinem Atelier sammeln, welche Lust hatten, gegen jenen Beschluß aufzulehnen, da sein sämmtliches Personal sein Geschäft verlaffe batte. Troßdem jener Herr ziemlich die doppelte Zahl Leute a gestellt hatte, unter welchen zwei ehemalige Leipziger Prinzipale Hinsching und Lüder( für welch legteren noch vor Kurzem die Berliner Gehilfen Geld gesammelt), ist die Zeitung mehrmals nicht rechtzeitig fertig geworden. Das„ Leipziger Tageblatt" machte ein Schein- Manöver, indem es verkündete giere es füge sich dem Beschluß und wolle Sonntags nur nod die Anzeigen drucken, welche bis Sonnabend Abend eingingen natürlich bringen nun alle Leute ihre Anzeigen statt Sonntag Sonnabend. Die Drucker der sächsischen Zeitungen hatten schon Anfang der 60 Jahre eine General- Erlaubniß, Sonntage arbeiten zu dürfen, vom Ministerium ertheilen lassen, darunter auch die Deutsche Allgemeine". Uns erinnert dies an fid zöfif dem meld dene tein jum Gef ibne bod fib die ban in Gin ichn ein tigte die den. Den liebi Stel Ru id no Der Heute handelt es sich darum, das arbeitende, das produ zirende Volk zu erlösen, indem es zur Gleichberechtigung in der Gesellschaft und im Staate emporsteigt. Der Arbeitsmarkt fennt keine Nationalitätsgrenzen, der Weltverkehr schreitet über alle Sprachgrenzen hinweg. Das überall herrschende Kapital, dessen Ausdrud und Maßstab das Geld ist, fümmert sich nicht um die vermeintliche Abstammung. In den Werkstätten arbeiten unter gleichen Bedingungen die Arbeiter der verschiedensten amerikanischen Sklavenhalter; wenn diese trotz des Verbote Nationalitäten neben einander und müssen sich den gleichen Sklaven einzuführen, solches thaten, so fagten fie: es fin Lehrlinge auf 99 Jahre. Aehnlich hier: Wenn die Regierung Unser Streben geht nach vorwärts. Unser Blick richtet Zeitungen einen solchen Dispens ertheilt, so ist er auf immer sonst ist er Unsinn, da derartig eingerichtete Blätter nicht blo In früheren Zeiten fonnte man mit dem Volke machen, Leipziger Fortbildungsverein für Buchdrucker und Schriftgießer 1 Mal Montags erscheinen wollen. Gegenwärtig hat der cine Deputation nach Dresden gesandt, um genannten Diepent die Massen gedrungen ist, dürfen wir uns der Hoffnung hin- rüdgängig zu machen.( Die Deputation ist, wie wir verneh men, recht freundlich empfangen worden, bat aber feine pof wirthschaftlichen Gesetzen fügen. sich in die Zukunft. Wir gehen der Zeit entgegen, wo das gleiche Recht alle civilisirten Menschen umschließen soll. was man wollte; heute dagegen, wo mehr geistiges Licht in geben, daß die Bevölkerung Desterreichs sich eben so wenig durch Nationalitäts- als durch pfäffische Streitigkeiten zersplit tive Zusage erlangt. Anm. d. Red.) tern und in der alten Abhängigkeit erhalten läßt. Aus diesen Gründen richten wir gegenwärtiges Manifest in verschiedenen Sprachen an die Bevölkerung der einzelnen Die alten Parteien des sächsischen Verfaſſungskampfes. Landestheile Desterreichs und laden sie ein, sich auf's Innigste uns anzuschließen und uns nach Kräften zu unterstügen. Möge unser Ruf kein vergeblicher sein. fest in Wien abhalten. geben. ( Fortseßung u. Schluß.) ใน geu der Jab tion meh mad Pies Bui Da erich der Вай toli Bei galt berei Telbe in dir Entscheidend für den Gang der öffentlichen Geschäfte Um zugleich das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter zuletzt in jedem Lande, welches auch seine Einrichtungen fei den Arbeitern zu heben, werden wir ein Arbeiterverbrüderungs- mögen, die Beschaffenheit des Personals, in dessen Händen fi die Geschäftsführung befindet. Weder der absoluteste Monard Wir wollen, daß ganz Desterreich auf diesem Feste vernoch das souveränste Bolk fann mehr als den allerkleinsten treten ist und werden deshalb das Nähere hierüber bekannt Theil davon selbst besorgen. Bei weitem das Meiſte liegt den Händen ernannter oder gewählter Beamten. Mögen allgemeinen Vorschriften, deren Erlassung oder Genehmigung der Souverän, resp. das souveräne Volk sich vorbehalten hat, oder anders lauten: was in der Prarie daraus wird, hängt von denen ab, welchen die Handhabung zufällt. Die Sorge richtige Bollziehung muß daber noch weit mehr als auf Boll zugsvorschriften, deren ominöse Bedeutung und die neue Wien: Für das leitende Comite des fünften Arbeitertages in Franz Gallistl, Obmann. Adolf Reiß, Schriftführer. Johann Beißl, Kassirer. fo für Erle meil Taut 237 3eit wiederum gelehrt hat, auf die Bestallung geeigneter Vollzieher gerichtet sein. Der sächsische Constitutionalismus von 1830 wäre, wie wir schon bemerkten, in dieser Beziehung sehr gut daran gewesen, denn der tonangebende Theil der Beamtenschaft war mit seiner Geistesrichtung dem Zuge der Reformen bereits vorausgeeilt. Die Politif, welche unter formellem Genügeleisten diesem Zuge, dem Wesen nach, Halt gebieten wollte, mußte daher, wie dies bei jeder durchgreifenden Reaktion unerläßlich ( und die dreißiger Jahre gehörten eben der Reaktion ebensogut wie die funfziger Jahre), mit diesem liberalen Beamtenkörper wesentliche Modifikationen vornehmen, und sie that dies theils auf organisatorischem Wege, theils durch veränderte PersonalPolitif. Zu den Organisationsgrundlagen, welche einen unabhän gigen freigesinnten Beamtenstand ermöglichten, gehörte das olte Collegialsystem. Hatten es die Regierungs- und Justizcollegien in Deutschland auch nicht bis zur Stellung der franSzösischen Parlamente gebracht, so hatten sie doch etwas von dem Wesen derselben gewonnen, namentlich jenes Selbstgefühl, welches aus dem Zusammenstehen Mehrerer entspringt, unter denen die hierarchische Unterordnung unter den Vorgesezten" 1 F T 21 ordnung. Der politischen Geseße dieses Zeitraums haben wir bereits gedacht. Nur die Städteordnung, so veraltet vieles darin heutzutage scheinen mag, enthielt einen liberalen Kern. War sie doch nicht, wie die Verfassung, eine Gopie von Gebilden des späteren Scheinliberalismus, sondern von einem Produkte jener dem Wesen nach liberal reformirenden Bureaufratie, welche in Preußen die Jahre der Regeneration auszeichnet. Das demokratische Institut des einheitlichen Bürgerrechts hat unter aller Verkümmerung durch beschränkte Grundlage, indirekte Wahlen 2c, seine Kraft bewährt. In den Städten kam denn auch die Opposition nach wie vor nicht zur Ruhe; es gelang nicht einmal, sie aus der Autoritätsstellung, welche sie sich in den Gemeinderepräsentanzen und selbst den Stadträthen errungen hatte, wieder hinauszuwerfen. Die Reinigung" der Verwaltung von solch eigenwilligen Elementen traf ſomit nicht die wichtigen eremten Verwaltungskreise der Stadtgemeinden. In der Centralleitung des Staats mit dem Absterben der älteren und dem Hineinfommen neuer gefügiger Elemente allmählich lahm gelegt, refrutirte sich der administrative Liberalismus wieder von den unteren Instanzen aus. Er beherrschte nicht das Land, aber er konnte herrschen an den vorleuchtenden Punkten, er konnte es, denn wenigstens das gegebene beschränkte Maß von Freiheit wurde respektirt. Man kannte damals nicht den Gebrauch des Bestätigungsrechts der Regierung gegenüber den Stadtrathswahlen, welcher dasselbe aus einem Mittel, die Gesetze über diese Wahl von Oberaufsichtswegen in Geltung zu erhalten*)( ähnteinen Blazz findet. Dazu kam, daß die Mitglieder dieser Collegien jum großen Theil nicht in subalternen Stellungen zu subalternen Gesinnungen erzogen worden waren, daß nicht wenige von ibnen durch freie Wahl, resp. auf Vorschlag aus völlig unab hängigen Stellungen, z. B. von der Universität, zum Mitre gieren berufen waren, während sie das Urtheilsprechen schon lich den Vorkehrungen zur Sicherung des gesehmäßige Gein der Fakultät mitgeübt hatten. Das Alles nahm mit der Einführung des durch Ersparung von Arbeitskräften und bahrens mit dem Stadtvermögen), zu einem Mitbefeßungsrechte stempelt. Diese Erfindung blieb der zweiten Reaktionsperiode, schnellere Expedition empfohlenen bureaukratischen Systems dem Falkenstein'schen Ministerium des Innern vorbehalten. Die ein anderes Geficht an. Hier gab es nicht mehr Gleichberech Städte also wurden von neuem die Sammelpunkte der anfangs ob tigte, sondern nur Ueber- und Untergeordnete, die legteren an die Gesichtspunkte des verantwortlichen Chefe absolut gebunden. Den Eine Veränderung in der obersten Stelle konnte jeẞt I gesammten von ihr abhängenden Dienstzweig in jede beliebige Richtung leiten. Ge fam jezt nur darauf an, die oberste Stelle absolut zu Willen zu haben, und das war bei der der unerwarteten Wendung ihres vermeintlichen Sieges verblüfften liberalen Opposition. Die Advokaten- Bürgermeister, auch der fleinen Städte, fingen an, in der Kammer die Rolle zu spie len, welche man den Advokaten- Deputirten aus den Hauptstädten durch die Trennung von Stadt und Land und durch den Bezirkszwang um jeden Preis abzuschneiden gesucht hatte, und Nullität jeder parlamentarischen Opposition damals nicht sie wurden auf dem platten Lande secundirt durch die Collegen, imer, Der so konnte man viel mächtiger als früher den Geist fluß wurde denn auch in einer früher nicht gekannten Weise ganzen Berwaltungsmaschinerie beeinflussen; und dieser Eingeübt. Man fing an auf gute Gesinnung" zu halten. 19 Früher ließ man, im vertrauensvollen Befihe der Macht, der Beamtenschaft in dieser Richtung ziemliche Freiheit. Das Jahr 1830 hatte mißtrauisch gemacht und die neuen Institu tionen, welche den Einzelnen mit feiner ganzen Zukunft viel it welche dort, wenig beeinflußt von föniglicher Gewalt, die öffentliche Autorität in unmittelbarster Berührung mit den Bauern repräsentirten, die Patrimonialgerichtsdirektoren. Während der alte freidenkerische Bureaukraten- und Bourgevisie Liberalismus abstarb, erhob sich ein neues, zum Angriff auf den, unter veränderter Gestalt fortdauernden Regierungsabsolutismus bereites und durch seine unabhängigere Stellung dazu noch weit befähigteres Element, die advokatorische Kammermehr als früher von der Gunst des Vorgesezten abhängig opposition. Ihre durch planmäßiges, vom ganzen Kleinbür machten erlaubten diese Bolitif mit viel mehr Nachdrud, ale früher möglich gewesen wäre, zur Geltung zu bringen. So wurde denn der Constitutionalismus, welcher bei der Pies Busammensetzung der Kammern in diesen feinen Anhalt fand, da wo er ihn bereits vor der Constitution gehabt, auch noc gerthum und einem guten Theile des Bauernstandes unterstütztes Bordringen und zunehmende Bedeutung kennzeichnet die Periode der vierziger Jahre. Sie versloß schließlich in der allgemein demokratischen, aber eigentlich führender Elemente ent behrenden Landtagspartei von 1848/49, und wurde von dem erichüttert. Die Brarie wurde verschärft und die Wirkung Schiffbruche derselben mit verschlungen. Ihre Ueberbleibsel der Gefeße, wenn sie auch dem Wortlaut nach eine mildere ragen noch in die Gegenwart herein. Wir werden auf sie wesens. Baung befamen( z. B. das Criminalgefeß gegenüber der Ca- zurüdzukommen haben bei der Analyse des heutigen Parteitolina, die aber kein Mensch mehr wörtlich anwendete) im Bejen trenger als früher. Dasselbe, was von den politischen, galt auch von den commerziellen Bestimmungen. Der Zollberein brachte mäßige Zollfäße, aber strenge Anwendung der felben und dadurch häufig in Wahrheit Verschärfung, statt Erleichterung im Vergleich mit dem früheren Zustande. Bisteilen fam das strenge Regiment" übrigens auch dem WortTaute nach zur Erscheinung; so in der drakonischen Exekutions*) So war die Sache, selbst unter August dem Starken angesehen worden. Italiens Einheit und Freiheit. II. Nichts hat die Aktionspartei aus ihrer unbegreiflichen Verblendung aufzurütteln vermocht, in der sie nicht allein zu sieht, sondern durch ihre Vertretung im Parlament auch mit hilft, daß alle Keime einer freiheitlichen Entwickelung vernich tet werden, nur um nicht das Werk der nationalen Einheit zu compromittiren", wie Garibaldi sich ausdrückte, als er ..feinen hochverehrten Lehrer und Freund Mazzini" aus Neapel in die Berbannung zurückschickte. Es hätte die Aktionspartei doch über die Richtigkeit der von ihr befolgten Politik stußig machen sollen, daß die italienischen Schweizer den Einheitsstaat Viktor Emanuels entschieden zurückwiesen. Aber sie wurde hierdurch eben so wenig gewißigt, wie durch die Abtretung Nizzas und Savoyens. Und schon hatte diese Partei im Dienste der piemontesischen Monarchie so sehr das sittliche Be wußtsein verloren, daß es Viktor Emanuel wagen konnte, an Rußland, diese granitene Säule des Absolutismus, den Preis für seine Anerkennung des Königreiche Italien zu bezahlen. Diese Anerkennung hat seiner Zeit Europa in einiges Erstaunen verseßt. Man erwog nicht, daß Viktor Emanuel für Rußland arbeitete( wie später die Aktionspartei in Kreta), indem er seine Angriffe auf Rom richtete, in dessen Geistlichkeit Polen einen Bundesgenossen gegen den Czaren besaß. Aber Kaiser Alexander fand dieses stille Verdienst keineswegs hinlänglich, um feine Anerkennung aufzuwiegen. Er forderte die Auflösung der in Italien von Mieroslawski gebildeten polnischen Schulen und die Ausweisung der Polen. Die Forderung wurde be willigt und die Aktionspartei ließ es ruhig geschehen, daß jene Männer aus Italien verjagt wurden, die wahrlich nicht als die Schlechtesten in den Reihen der Rothhemden unter Garibaldi im Fluge das Königreich Neapel erobert hatten. Nach dem es sich die Aktionspartei hatte gefallen lassen, daß die 238 Garibaldi nach dem Fehlschlag von Aspromonte? Eine gen fallene Größe; der poetisch verklärte Bolksheld war zum gang li gewöhnlichen Abenteurer und Bandenführer herabgefunken. n Viktor Emanuel aber fonnte Rattazzi für den Gehorsam Dant G wissen, mit welchem er den Schergendienst seines Meisters in Paris an Garibaldi vollzogen hatte. Denn das Ereigniß von Aspromonte bewies zweierlei: Die Revolution, welche Biftor Emanuel fürchtete, hatte auf Garibaldi's Ruf nicht ihr Haupt erhoben; sie war todt, und die Armee war zuverlässig. Die Ohnmacht der Aktionspartei machte die Militärdiktatur über flüssig, deren Errichtung man nach Aspromonte gefürchtet d hatte. Indessen trachtete doch die Militärpartei danach, das Staatsruder in die Hände zu bekommen, oder richtiger, mit derselben Nothwendigkeit wie immer, wo der Absolutismus der Legitimität den Krieg erklärt, begann auch in Italien die Monarchie zum Militärstaat, zum Cäsarismus sich zuzufpißen. Unterstützt von der konservativen Partei Piemont's gelang denn auch der Militärpartei, den durch Rattazzi vertretenen Einfluß Frankreichs derartig zu überbieten, daß eine Allianz zwischen Italien und Preußen zu Stande fam, und die Aktion partei, welche dem preußischen Fortschrittsbrei der„ neuen Aera" immer ähnlicher wurde, hieß dieses Bündniß gut. Gab es vielleicht Einige unter ihr, die denn doch nicht ohne Be denken gegen das Bündniß mit einer Macht waren, welche gar zu offen und rücksichtslos das liberale Brinzip befämpi so brachte sie das Geschenk Venetiens zum Schweigen. die Lombardei hatte man Nizza und Savoyen an abtreten müssen, und Benetien erhielt man, troz einer doppel ten Niederlage zu Land und zu Wasser, umsonst, das mußte wohl die Aktionspartei für Preußen begeistern. Für Franfreid Deutschland aber kostete die Uneigennüßigkeit, mit der Frankreich das ihm von Oesterreich zur Verfügung gestellte Benetien an Itali abtrat uremburg. Nachdem der franzöfifche Krieg Regierung den Offizieren Garibaldis die Einreihung in das minister in den jüngsten Budgetdebatten erklärt hat, daß Frank stehende Heer entschieden verweigerte, konnte diese auch einen reich im Jahre 1867 gar nicht in der Lage war, eine Feind Schritt weiter gehen und den Polen, die für sie geblutet hat seligkeit gegen das bis an die Zähne bewaffnete Breußen ten, das Asyl kündigen. Dankbarkeit ist eine Lumpentugend, unternehmen, wird wohl Niemand mehr glauben, daß Napo wie Göthe ſagt, folglich findet sie auf Thronen feinen Plag. leon durch seine Kriegedrohungen dem Grafen Bismard Zudem hatte Biftor Emanuel ja keine Verpflichtungen gegen remburg abgetroßt habe, sondern daß mit dessen Breißgebung die Aktionspartei übernommen, und die Helden von Marfala" ein Theil jener Bedingungen erfüllt worden ist, unter denen es Preußen von Napoleon gestattet wurde, sich in Deutschland zu vergrößern. Oder will man behaupten, daß man in Berlin Bündnisse mit der Regierung meinte, ihr rücksichtslos jede beschaffen war, so daß schon die bloße Kriegedrohung Rape Während es die Aktionspartei vollständig ehrlich mit ihrem nicht gewußt habe, wie es mit der französischen Armee 1867 Summe bewilligte, die sie forderte und an den Angelhaken leone genügte, dort einen panischen Schrecken zu erzeugen! in die Reihen des stehenden Heeres aufnehmen, hieß diese ge= gen die Revolution unverwendbar machen. nichtiger Interpellationen im Parlament die Zeit vergeudete, welche der Durchberathung freiheitlicher Maßnahmen hätte ge widmet sein sollen fuhr der König Ehrenmann", dem Napoleon in der Person Rattazzi's eine seiner Kreaturen an Das wäre denn doch gar zu lächerlich. Der rasche Verlauf des Krieges von 1866 batte befann lich Napoleon so wie Rußland verhindert, rechtzeitig aus den Coulissen hervorzutreten, hinter denen er abwarten zu spielen. Die Politik der geheim vorbereiteten Handstreiche Floreng verlorenen Einfluß wieder zu erobern und durch Be die Seite gesetzt hatte, fort, gegen alle Welt sein doppeltes Spiel stand. Um so dringender für ihn die Nothwendigkeit, den in war bisher zu gut gelungen, um sie nicht fortzuseßen. Im seitigung der Militärpartei das Bündniß zwischen Italien und Preußen zu sprengen. Aber auf welche Bartei sollte sich ersten Zug auf Rom, dem die Kugel von Aspromonte ein poleon stüßen, um dieses Ziel zu erreichen? Es gab Einverständniß mit dem Könige unternahm Garibaldi seinen schmähliches Ziel scßte. Der lahmgeschossene Held hatte nun Zeit auf seiner Ziegeninsel über die Ehrlichkeit des Königs eine die Aktionspartei! Und so verkommen war Partei bereits, so jeden politischen Prinzips baar Na nur dickt denn die und seine Dankbarkeit nachzujinnen. Daß er sich die Lehre Einheit Italiens ist lediglich eine Formfrage, feine Prinzipien nicht zu Nuß gemacht, bewies sein zweiter Römerzug 1867. frage, daß sie auch in die Falle tappte, so plump diefe wat Der erste Zorn, in welchem er die Niedertracht des Königs Das Manöver war einfach: die Krone mußte dem Lande g und doch wäre ihm besser gewesen, wenn er durch seine Festig keine andere Rettung gab, als die Wahl eines Ministerium aufzudecken drohte, verflog rasch. Er ließ sich beschwichtigen genüber in eine Lage gebracht werden, aus der es für feit Viktor Emanuel gezwungen hätte, ihn Gartenmauer für immer stumm zu machen. vor irgend einer Denn was war aus der äußersten Linfen. Darum trat Rattazzi in die tionspartei ein, und obgleich in Italien jedes Kind wußte i Te Ad fe G b 02 Ter G be bo Te N G ge m ba Do bo au mi Be Re me Br De ad in eft 214 at ge D 1 239 weiß, daß Rattazzi nichts als eine Kreatur Napoleons ist, so ließ sich doch die Aktionspartei von ihm zu dem zweiten Römerzuge bereden, der mit der trefflich bestandenen Probe der Chassepots bei Montana endete. Daß sämmtliche Fäden dieser weiten römischen Erpedition von den Händen Rattazzi's geleitet wurden, ist bekanntlich eine festgestellte Thatsache, und wenn Verrath im Spiele war, so wurde er von Rattazzi geubt. Das bei Montana vergossene Blut fommt auf sein Haupt. Als er alles eingefädelt hatte, erklärte er dem Könige, daß er die hochgehenden Wogen der„ Bolksbewegung" nur dann zu beherrschen vermöge, wenn das Kabinet sich durch einige Mitglieder der äußersten Linken verstärkte. Viktor Ema nuel aber wollte von der Aktionspartei nicht wissen. Rattazzi legte sein Portefeuille nieder und spielte im Interesse Napoleons feine letzte Karte aus. Kam es zwischen den Rothhemden und den französischen Truppen zum Zusammenstoß, der ja unvermeidlich war, und Viktor Emanuel ließ seine an der römischen Grenze aufgestellten Divisionen nicht zur Unterstüßung Garibaldi's herbeieilen, so schien es in der That für ihn feine andere Wahl zu geben, als ein Ministerium der Aktionspartei oder Abdankung, wo dann sein Nachfolger den Apfel verspeisen mußte, der ihm zu sauer war. Daß Viktor Emanuel Garibaldi im Stiche lassen würde, dafür bürgte Aspromonte. Allerdings war seitdem an der Verstärkung des Heeres gearbeitet worden, aber es hatte sich sammt der Flotte im Kriege bon 1866 so schlecht bewährt, daß an einen Krieg mit Frankteich nicht zu denken war. Rattazzi schien also sein Spiel für Napoleon so gut wie gewonnen zu haben. Aber der König Ehrenmann überließ die Rothhemden dem Onkel seines Schwic gersohnes Blonplon ruhig zur Zielscheibe seiner Chassepots. Er marschirte nicht und dankte nicht ab, noch ließ er die Aktionspartei ins Kabinet. Das seit acht Jahren müde gesetzte und von Steuern ausgepreßte Bolf regte sich nicht, und die nun vollständig bankrotte Aktionspartei segte ihre letzten Hoffnungen auf Preußen. Warum sollte ihr Preußen nicht Rom schenken, wie es ihr Benetien geschenkt hatte, dieses uneigennügige BreuBen, welches eben beschäftigt ist, Seiner Heiligkeit ein warmes Rest in Berlin auszufüttern, nachdem Sie in Wien nichts mehr zu hoffen hat? Und während zwischen dem Hort des Brotestantismus" und dem heiligen Stuhle das innigste Einbernehmen herrscht, erlassen die römischen Liberalen Dank adressen an Preußen durch dessen Gesandten in Rom. Man glaubt wahrlich mitten im tollsten Faschingsjubel zu stehen. 4 Aus Deutsch- Desterreich. Wien, den 20. Juli. Die gewaltigen Stürme, wie wir sie am Ende des voTung durch toben sahen, als der Wechsel des Ministeriums tigen und am Anfange dieses Jahres das Herz der Bevölke attfand und die bekannten Gefeße des neuen Desterreichs Ministerium scheint bei der deutschen Bevölkerung Desterreichs in der That viel zu viel Vertrauen zu befizen. Deutlich sah man wieder einmal diesen Fehler der Vertrauensseligkeit bei der Wahl für den Plaß des verstorbenen Mühlfeld. Auf eine äußerst gemüthliche Art wurde bei den Wahlversammlungen vornweg constatirt, daß es feine Candidatur geben könne, nachdem Dr. Giskra zugesagt habe sein Brünner Mandat, im Falle er von der innern Stadt Wien gewählt würde, niederzulegen und legteres anzunehmen. Wie gesagt so geschah es, und von allen anwesenden Wählern wählte ein einziger mit richtigem Tafte und tiefer Kenntniß den bessern Mann: Dr. Adolf Fischhof, Präsident des Wohlfahrtsausschusses im Jahre 1848, und dieser einzige war Gisfra selbst. Er konnte es thun, denn er war seiner Sache sicher und vor der Hand Vertreter der Stadt Wien I. Bezirk im niederösterreichischen Landtag, der sich natürlich beeilen wird Seine Excellen; in den Reichsrath zu befördern. Weniger glücklich als besagter Herr Minister ist sein Untergebener, der Statthalter von Triest, Freiherr von Bach, Bruder des berüchtigen Ministers von 1848 2c. Dieser Herr Statthalter hatte sich durch Gesinnung und That den Haß der Bevölkerung zugezogen und in der vergangenen Woche entleerte sich diese Gewitterwolke über ihm und seinen Freunden, den Pfaffen. Die Excesse der Triestiner dauerten mehrere Tage und veranlaßten wieder einmal ein kleines Blutvergießen, an dem sich aber diesmal nicht das reguläre Militär betheiligte, sondern lediglich die slavischen Landmilizen eine Triest und Umgebung eigenthümliche Institution in vollem Eifer gegen die Italianissimi. Als Deutscher empfindet man ordentlich Freude über eine solche Erscheinung, erkennt man doch dabei, daß man von diesen slavischen Welt und Culturbeglückern nicht allein gehaßt und nicht allein todge. schlagen wird. Leider wird sich bei den Deutschen niemals der Stiel umkehren, denn, thät er es einmal von selbst, so den Prügel gebrauchen zu können, ist und bleibt slavisch sein Lebtaglang das lernt ihnen kein Deutscher ab. Neugierig ist man in hiesigen Kreisen, ob das bevorste= hende Schüßenfest den Charakter eines Nationalfestes ganz und in seiner wahren Bedeutung erhalten wird. Mag man über den Nugen solcher Feste wie immer denken, die wenigen Worte über der Festhalle müssen jedem Deutschen tief ins Herz hineinschneiden: Wir wollen sein ein einig Volf von Brüdern"; wir wollen! Wir sind es demnach nicht! Wann wird endlich dein Wille, o Bolf, dein einziges Gebot sein? Und wann wirst du die Fessel sprengen, die dich hindert das zu sein, was du willst!? Zum Schlusse noch einige erfreuliche Kundgebungen von der Thätigkeit unserer Bürger- Minister, wie sich diese gern nennen hören. Vor allem sind die Vollzugsvorschriften zum Ehegesetz in so fern von Wichtigkeit, als sie der Bevölkerung, insbesondere der des Landes, Anhaltspunkte geben, wie sie sich den neuen noch wenig gefannten Gefeßen gegenüber benehmen und Dummheit von den Schergen Rom's und des Absolutisdurchberathen und beschlossen wurden, diese Stürme haben muß, um nicht in die Klauen einer perfiden Geistlichkeit zu fich fammt und sonders gelegt, nnd was heute durch das gerathen. Man hat nämlich keine Ahnung, wie Unwissenheit Bolt zieht, ist nur leises Gemurmel der Blätter im Walde. Armes Rom! Dir ist nicht mehr beschieden und alle Reso- mus überall, wo sie zu finden, mißbraucht werden, um den lutionen, die gegen dich von den Bewohnern der Städte und Gefilde Desterreichs losgelassen werden, bewegen nur die neuen Geseßen Zuwiderhandelnde und Störrige zu erhalten. - Ebenso ist der Minister des Innern damit beschäftigt die wenigen Geister, die sich mit ihrer Abfassung beschäftigen müf- Civilstands- Register einzuführen oder wenistens deren fen. Bürde man nicht die Gelegenheit benüßen wollen, um dem Ministerium Vertrauen zu botiren, man würde über Moms jüngste That mit Lächeln oder mit schweigender Vers achtung je nach Gemütheart hinweg gehen. Das Einführung vorzubereiten, was nicht nur des Principes, sondern auch des Vortheils halber unumgänglich nöthig erscheint. Also muß man hoffen. Aus England. London, den 20. Juli. 240 Die Besitzer der Kohlengruben von Lanarkshire in Schottland haben sich geweigert die Lohnerhöhungsfrage mit Delegirten ihrer Arbeiter in einer Konferenz zu berathen, je doch haben viele das Anerbieten einer Zulage von 6 Pence ( 5 Gr.) den Tag gemacht, welches die Arbeiter in einer Generalversammlung angenommen, aber gleichzeitig beschlossen haben, Alles aufzubieten, die Arbeitszeit auf acht Stunden den Tag zu beschränken. Das Redactions- Personal des„ Beehive"( Drgan der Ge werbevereine) hat plößlich entdeckt, daß in Folge des reformir ten Wahlgeseßes es mehr als wahrscheinlich ist, daß die Kapitalisten eine überwiegende Majorität im nächsten Parlament haben werden. Es ist dies die unausbleibliche Folge der Heidenverehrung" und des Personenkultus, welche die Reformbewegung der letzten zwei Jahre charakterisiren. Das Geschrei: Gladstone und Bright! übertönte alles andere und die Leute vom ,, Reehive ,, an der Spiße der London Workingmen's Association schrieen sich heiser, den allgemeinen Lärm zu vermeh: ren. Wir Wir wußten z. B., daß ein Offizier das Recht hat, einem..g meinen Kerl den Säbel in den Leib zu stoßen, ohne daß die Gerechtigkeit etwas in diesem kleinen Scherz sah. Bir wußten auch, daß, wenn dieser gemeine Kerl" der Koch eines Fürsten ist, und einer mächtigen Nation angehört, die Militär behörde veranlaßt werden kann, den Offizier mit allen Ehren bezeugungen auf einige Zeit in eine Festung zu verbannen. Wir wußten auch, daß, wenn eines schönen Morgens ein Mädchen todt gefunden wird, in einem Zimmer, wo sich edle Offiziere zu sehr belustigt haben, es nur als ein Spaß von Helden gilt, über dessen Details Niemand ein Recht hat, un No tersuchungen anzustellen. Wir wußten auch, daß, wenn ein Hauswirth die Berwegenheit hat, Bemerkungen darüber zu ma chen, daß ein preußischer Offizier sein Haus in ein lüderliches verwandelt, die Frechheit solcher ungebührlichen Einwendungen mit dem Tod bestraft werden kann, ohne daß die preußische ge Gerechtigkeit ein Wort zu sagen hat. Das Gesetz verlang Stre nur Eins: der Offizier muß eine vorschriftsmäßige Waffe ge brauchen. Sie bestanden freilich darauf, daß die Arbeiter, wo immer möglich. Vertreter aus ihrer eignen Mitte wählen sollten, aber sie verscherzten die Mittel, durch welche es zu erreichen war. Statt die zwei Helden des bürgerlichen Fortschritts, Gladstone und Bright, zu zwingen, sich definitiv über die Arbeiterfragen zu erklären, machte ihnen sowohl die Liga, als das Personal vom ,, Beehive" den Hof, kam ihren Wünschen jederzeit mit der höflichsten Ehrerbietung zuvor. Statt ihre Unterstüßung an bestimmt festgesetzte Bedingungen zu knüpfen, riefen sie Bravo und bejubelten Alles, was die großen Män ner sagten. Sie glaubten sich durch diese Geschmeidigkeit beliebt zu machen und hofften wahrscheinlich, daß man als Dant ihre eigne Wahl befürworten werde. Aber die großen Herren kennen dergleichen Dinge besser. Ihr Lächeln wurde als Beifall angesehen, während es nur der Einfältigkeit derer galt, die es für gute Poltik hielten, in Schafpelzen zu erscheinen. In der letzten Nummer des ,, Beehive" wird den Gewerbevereinen angerathen, so schnell wie möglich eine Arbeiter Conferenz zu sammenzuberufen, um 12 Arbeiter zu erwählen, die als Par lamente Kandidaten in den verschiedenen Wahlkreisen, wo die Arbeiter in der Mehrheit sind, auftreten sollen. Die Kosten betreffend, wird berechnet, daß wenn sich nur ein Biertel der Gewerbevereins- Mitglieder betheiligt, und eine Auflage von 6 Bence per Kopf erhoben würde, 70,000 Pfd. St.( 461,700 Thlr. aufgebracht werden könnten. Aber wir wußten nicht das Kieler Urtheil belehrt une darüber, daß nicht aus einfacher Nachsicht, sondern aus Grundsatz die preußische Gerechtigkeit den Offizieren und Soldaten diese große Straflosigkeit gewährt. Es scheint, das die jungen Leute, welche in die Militärschulen gehen, gelehrt werden, daß einen gemeinen Ker!" mit dem Säbel zu dur bohren, nicht allein für sie ein Recht sondern sogar eine Pflicht ist. ili G. ftra Aus Be Da Tro entt tobt Ro der fur Ja es ist eine Pflicht, eine heilige Pflicht, und es darum ganz recht, daß, ein Kieler Bürger, der einen preußial schen Offizier an der Erfüllung dieser Pflicht, einen Anders Denkenden niederzusäbeln verhinderte, ins Gefängniß geworfen breu worden ist und fortan unter die Staatsverbrecher gezählt wer den wird. Es ist zu hoffen, daß er sich nicht wieder unter die s steht, den Arm irgend eines Offiziers oder Soldaten zu hal ten, selbst wenn dieser den Säbel gegen seinen Bruder ziehen sollte: für das zweite Bergehen würde er ohne Zweifel das Schaffot besteigen müssen. Die preußische Gerechtigkeit ist cherlich ein großes und erhabenes Ding. Einen..gemeinen gent Kert" zu tödten, ist nicht Menschenmord. Zum Mord gehört dere daß man einen Menschen tödtet, aber in Preußen ist cider gemeiner Kert", d. h. wer nicht zweierlei Tuch oder den Adelstitel trägt, fein Mensch". 19 ture De ungl hab grei Alle de Gei men mar nich die bin boll Bol tali 180 bali be Der amerikanische Kongreß hat die acht Stundenbill angenommen; Charles Summer von Massachusets( der ameri kanische Bright) der im Chicago Workingmen's Advocate the God and humanity humbug,„ ter Gott und Menschlichkeits Schwindler" genannt wird, stimmte da gegen. Dieses Gefeß gill jedoch nur für die Staatswerkstellen. jedoch nur für die Staatswerkstellen.- Die Maure von Newyork haben beschlossen, in Zukunft nur 8 Stu den des Tages, mit verhältnißmäßiger Lohnherabsehung zu a beiten; die Baumeister haben beschlossen, Niemand zu schäftigen, der nicht 10 Stunden arbeitet. Die Maurer halten 5 Dollars 6 Thlr. 20 Ngr. den Tag. Die deutsche Schneidergesellschaft in New- York hat eine Massenversammlung - beide Wörter schlechte Bezahlung. Bei 16 Stunden täglicher Arbeit verdienen in der Germania Hall gehalten. Die Schneider beklagen sich über find gleichbedeutend in Preußen ist deutlich konstatirt durch sie höchstens 10 Dollars, in vielen Fällen nur 5 Dollars die ,, L'International", eine in französischer Sprache erscheinende Zeitung bringt einen Artikel unter dem Titel„ Preußische Gerechtigkeit." Er handelt von dem berüchtigten Urtheil des Kieler Gerichtshofs. Der Gerichtspräsident, heißt es in dem Artikel, bringt die erstaunliche Theorie zum Vorscheine, daß der Offizier, der nicht im Dienste war, das Recht hatte, seinen Så bel zu zichen und Jeden, mit dem er sich in Streit befand, damit zu durchbohren. Dieses ist offen und ganz preußisch. Das Recht des Edelmanns oder des Offiziers das Gesch. Es ist das Recht über Leben und Tod jedes„ gemeinen d. h. nicht uniformirten Kerls", der ihm mißfällt. et Woche an der Ladenarbeit. Ja New York wie in London wird ein sehr großer Theil der Ladenarbeit von Deutschen gemacht. Leipzig. }{ Berantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. Druck und Verlag: G. W. Vollrath. Expedition: Windmühlenstraße 14.