De ti ich n Ei a fo ad in Ber QJ t 10 ab eit Be Foll DI ON M Demokratisches Wochenblatt. No. 32. Organ der deutschen Volkspartei. Leipzig, den 8. August. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Plage ein= fchließlich Bringerlohn 12½ Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nebmen entgegen die Herren M. Dolge am Markt, 6. Reichert Hainstraße 27, G. Hofmann Brühl 40, G. Dehler Neumarkt 6, G. Richter Peterssteinweg 7, Leipziger Consumverein Universitätsstraße und die Ervedition d. Blattes C. W. Vollrath Windmüblenitr. 14. Für Dresden Filialexpedition F. W. Grellmann Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Javan, Australien, Südamerika 2c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. stodung. Inbalt: Politische Uebersicht.- Bie der Staat des deutschen Berufs" ,, nationale Politik" macht. Italiens Einheit und Freiheit. Zur Charakteristik der gegenwärtigen Theuerung und GeschäftsAus England. Festgruß zum deutschen Bundesschießen Internationalen Arbeiter- Association. An die Leipziger Gartenlaube. Beilage: Programm der Bolksversammlung in Wien. in Wien. Politische Uebersicht. Unsere Vermuthung, daß die Usedom'sche Note auf Beranlassung des französischen Kaisers ans Licht gezogen wor den, wird durch die Haltung der offiziösen Pariser Presse- bestätigt. Wie es scheint, beabsichtigt Rapoleon, den etwas gelüfteten Schleier jetzt vollends aufzudecken. Aus„, verbürgter Quelle" theilt die„ Hessische Bolkszeitung" mit, in allernächster mit ,,, in Beit sollen französischerseits die Berhandlungen veröffentlicht werden, die vor dem Krieg von 1866 zwischen dem Kaiser Napoleon und dem Grafen Bismard und von der Golß, preu Biſchem Gesandten am französischen Hof, bezüglich der deutschen Frage persönlich gepflogen worden sind. Die Veröffentlichung ader Usedom'schen Note ist nur ein Vorläufer dieser, wie man jagt, staunenswerthen Enthüllungen. Der ehemalige italienische Ministerpräsident Lamarmora hat Kenntniß von diesen Berhandlungen; in Salzburg erhielt Herr von Beust die erste vollständige Einsicht in dieselben." Die Hessische Morgenzei tung" schließt mit der Bemerkung: Wenn die Nachricht sich bestätigt, fönnen wir uns die schlaflosen Nächte" des Ein fiedlers von Barzin erklären." ni in ig ne mi Crit " Sie wird sich bestätigen. Daß Verhandlungen zwischen Bismard und Napoleon geführt wurden, um die deutsche Frage im, nationalen" französischen und preußischen Sinn- zu lösen, unterliegt nicht dem leisesten Zweifel; ebensowenig, daß es im Intereffe Napoleons ist, wenn er einmal mit Preußen brechen will, diese Verhandlungen der Deffentlichkeit zu überliefern, und dadurch die Sache Preußens von der Deutschlands zu trennen, worauf es Frankreich bei dem bevorstehenden Krieg mit Preußen hauptsächlich ankommen muß. Die Ber öffentlichung ist einfach eine Frage der Zeit. Aus dem Bor sehen Lamarmora's, einer notorischen Drahtpuppe Napoleons, soute man allerdings schließen, die französische Regierung glaube den geeigneten Zeitpunkt bereits gekommen. Indeß ist hier daran zu erinnern, daß der französische Staatsminister Rouber schon im verflossenen Winter auf bedenkliche Anerbietungen Bismards hindeutete, ohne daß ein Bruch erfolgt wäre. Napoleon sucht eben den Krieg, welchen er fürchtet, und bloß aus Furcht vor einem größern Uebel der Re volution unternehmen wird, möglichst lang hinauszuschieben. Es liegt überhaupt in seiner Natur, die ein widerliches Gemisch von persönlicher Feigheit und gewissenloser Rücksichtslosigkeit ist, drei, vier Anläufe zu machen, ehe er den entscheidenden Sprung wagt. Vor dem Staatsstreich des zweiten Dezembers war es gerade so; und der schon auf dem Pariser Congreß 1855 beschlossene Italienerfrieg wurde erst in Scene gesetzt, nachdem Orsini durch seine Bomben dem zitternden Kaiser das Gespenst der Revolution Antlig zu Antlig gegenübergestellt hatte. Bezeichnend ist, daß während Graf Bismard an., schlaflosen Nächten" laborirt, sein Helfershelfer von der Golz an einem geheimnißvollen, der ärztlichen Kunst troßenden Zun genübel leidet, das ihn wohl zwingen wird, seinen Gesandtschaftsposten in Paris aufzugeben. Als historischer Rückblick sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß Graf Cavour in die bekannte Krankheit, welche ihn( mit Hülfe der italienischen Aerzte) zum Glück seines Vaterlandes diesem irdischen Jammerthal entriß, gerade um die nämliche Zeit verfiel, wo Kaiser Napoleon mit Veröffentlichung der Geheimnisse von Blombieres zu drohen begann. Plombieres war das italienische Biarriß, und Cavour hatte sich damals den Zorn Napoleons zu= gezogen, wie heute Graf Bismarc. Ob die preußischen Goldſchreiber, mit der Usedom'schen Note vor Augen und den Biarrißer Enthüllungen in Aussicht, noch die Stirn haben werden, der deutschen Demokratie gegenüber das nationale Roß zu besteigen, und gar sie des Landesverraths zu bezüchtigen? In Preußen die alte Leier. Nach der Begnadigung -des adeligen und uniformirten Mörders Scheve war wohl wenn zur Besänftigung des erbitterten Bublifums- behauptet worden, das Kriegsministerium habe ihn auf 2 Jahre im Avancement zurückgesetzt. Wie sich jetzt herausstellt, entbehrt dies aller Begründung; bloß auf die Zeit seiner Haft man das vergnügungsreiche Privatifiren auf einer Festung so nennen tann ist sein Avancement fistirt worden, und, wer weiß, vielleicht avancirt er später um so geschwinder, denn seine durch die Schimpfereien" der demokratischen Presse verwundeten Gefühle bedürfen einer kleinen Genugthuung. Preßprozesse und Polizeichifanen überall, die kaum vertriebene Hungersnoth wieder anklopfend in Ostpreußen, Jagd auf die„ Schandfarben" Schwarzrothgold in Schleswig- Holstein so sieht es im Musterstaat" aus. " Mittlerweile hat das dort verfehmte Schwarzrothgold Triumphe gefeiert in dem„ nicht mehr zu Deutschland gehörigen Wien". Mit Abrechnung einiger unerheblichen Zwischen " fälle ist das deutsche Schüßenfest über Erwarten gut verlaufen, und von dem Wiener Schüßenparlament", wie die Feinde es höhnend nennen, wird man noch mit Achtung reden, wenn der Norddeutsche Reichstag" sammt dem Zollparlament" längst dem Kinderspott, oder gar der Vergessenheit anheimgefallen sind. Natürlich speien die Bismarck'schen Blätter Gift und Galle. Wahrhaft komisch gebehrdet sich die nationallibe rale Weferzeitung". Als gewissenhafte Berehrerin des Prager Friedens" will ihr schon der Name„ deutsches" Schüßenfest nicht behagen, da Wien ja eine außerdeutsche" Stadt sei. Noch weniger behagt ihr das vollständige Ignoriren des Jahres 1866 und seiner bedeutungsvollen Folgen". Was sie eben am meisten ärgert, ist, daß man in Wien bloß schwarzrothgold sieht, welches ein überwundener Standpunkt" ist, nirgends schwarzweißroth, dieses Symbol der Macht und Einheit, dieses nationale Wahrzeichen". Lassen wir die Weferzeitung" jammern. Wir erblicken in diesem Gewinsel den sichersten Beweis für die Wichtigkeit des großen Nationalfestes. Bon den Reden, die auf dem Schüßenfest gehalten wur den, wollen wir hier nur zwei mittheilen, die Eckhardt's, des ehemaligen Redakteurs des Deutschen Wochenblatts", und Frese's, Redakteurs der„ Demokratischen Correspondenz". Einen Toast auf die Schweiz ausbringend, sagte Eckhardt: „ Der österreichische Volksstamm hat dieselben Farben, wie die Schweiz das Weiß, die Farbe des Lichts, das Roth, die Farbe des Muths. Die Schweiz ist die Perle Europas, ihre zum Himmel strebenden Berge sind die stärksten Barrikaden der Freibeit. Die Schweiz bat zuerst den Grundsay verwirklicht, der jetzt sich überall Babn bricht, die allgemeine Wehrpflicht und Waffenübung als Grundlage der Volksfreiheit. Die Schweiz hat den Streit der Konfessionen durch die Gleichberechtigung Aller geschlichtet, sie bat dem von Napoleon III. eingeführten Nationalitätsschwindel ihre Gauen verschlossen, denn sie weiß, daß eine Nationalität ohne Freiheit Nichts werth ist. Die Schweiz beruht auf dem Princip der Föderation, das Bolfsrecht der Selbstbestimmung bat diese Burg der Freiheit auferbaut, sie verabscheuet den romanischen Frrwahn der Gentralisation, den Wahlspruch der Sklaven. Wir Deutsche in Desterreich wollen dasselbe, wie die Schweizer, darum 250 nisirung der deutschen Volkspartei in Desterrei g ernannt. Brav! Bon politischen Ereignissen ist sonst nichts zu vermelden Es ist, als hätte die Hige den Menschen die Fähigkeit d Handelns geraubt. Freilich solche Epochen der Ruhe pflege den Windstillen zu gleichen, die mit untrüglicher Sicherhe einen Sturm ankündigen. Die Lügentelegramme von G fechten zwischen Türken und bulgarischen Insurgenten, die g waltigen Rüstungen in Frankreich, eine Protestnote Beu gegen die russischen Intriguen in Böhmen das Alles, ve bunden mit den angedrohten Biarrißer Enthüllungen, zeig daß eine europäische Katastrophe heranrückt. An den Bölfe ist es, ihre Vorsichtsmaaßregeln zu treffen. Beuss Die Delegation des sechsten Arbeitertages in Wie welche die Vereinigung aller deutschen Arbeiterver eine anstrebt, hat folgende Beschlüsse gefaßt: 1)„ Die Arbe ist die Quelle alles Wohlstandes, ein Jeder muß seiner Leistung entsprechend bezahlt werden, und auch einen seiner Leistun entsprechenden Gewinn haben. 2) Die Besserstellung des Ar beiters kann nur auf dem Wege der Produktivassoziation reicht werden. 3) Die Delegirten des sechsten Arbeitertags klären, daß zur gründlichen Lösung der sozialen Frage einerseit und zur Lösung der Arbeiterfrage insbesondere Folgendes noth wendig sei, auszusprechen: a) die vollständige Gleichberechtigu aller Staatsbürger durch das allgemeine gleiche und direk Wahlrecht ohne jedweden Census; b) die Erlassung eines freien fü unbeschränkten Vereins- und Versammlungsrechtes; c) Bewil gung des freien Coalitionsrechtes; d) Aenderung des bestehen den Wehrsystems; e) daß dort, wo eine Produktivaſſoziation von Arbeitern fremdes Kapital zur Durchführung ihres Zwede in Anspruch nimmt, der Staat die Verpflichtung habe, diefe Kapital die Zinsen zu garantiren." Die Arbeiterdelegation it reichen wir die Hand den Ungarn, welche es ehrlich mit der Freiheit mit Ausarbeitung des Programms für den nächsten Arbeiter der Völker meinen, wir reichen sie den unglücklichen Polen, welche so oft für ihre Freiheit gekämpft haben gegen den moskowitischen Des potismus, wir reichen sie auch den ächten Huffiten, welche sich gegen die römische Hierarchie erhoben. Die drei Stämme, welche vom Hochgebirge der Schweiz ausströmen, fie verkündigen die Allianz der Völfer gegen ihre gemeinsamen Feinde". Die Rede Frese's lautete: ,, Wer dieses schöne Land betrat, der war von einem Gefühl be= seelt: Wie, dieses berrliche Land sollte nicht deutsch sein? Losreißen von Deutschland wollte man es? Das wäre Wahnsinn und Verrath tag beschäftigt, welchem die vorstehenden Beschlüsse vorgeleg werden. Aus Berlin schreibt man uns von einer eigenthümlichen Auslegung des Bereingefeßes durch die Polizei, in Folge deren am 25. Juli eine Sigung des dortigen Sattler- Bereine auf gelöst wurde. In§. 1 des Gesetzes heißt es: Beginnt Di an Deutschland! Dieses österreichische Land sollten wir von uns sto- Versammlung nicht spätestens eine Stunde nach der in der Ben? Nimmermehr! Jene Partei, welcher Deutschland nicht klein ge= nug ist, verfolgt jezt das deutsche Fest im deutschen Wien mit ihren hämischen Verunglimpfungen. Denjenigen, welche dies deutsche Wien der Vernichtung durch wälsche Banden preisgeben wollten, sehen wir die Ehre des deutschen Namens entzogen. Dieses Fest hätte keinen Sinn, wenn wir ihm nicht die ernste Freibeitsarbeit folgen ließen. Scheiden wir nicht von dieser Stätte, obne den festen Entschluß, wieder zu erringen, was die Bosbeit Einzelner uns geraubt hat. So wahr die Desterreicher und die Deutschen über die Politik des Fürsten Politik, welche uns Freiheit und Vaterland rauben will". Anzeige angegebenen Zeit, so ist die später beginnende Ber sammlung als vorschriftsmäßig angezeigt nicht anzusehen Dasselbe gilt, wenn eine Bersammlung die länger als ein Stunde ausgefeßten Verhandlungen wieder aufnimmt." am 25. Juli die auf 8 Uhr angemeldete Bersammlung Sattler unter Vorsitz von Daul mit der Debatte über ersten Punkt der Tagesordnung beschäftigt war, Det Den eine Metternich gefiegt haben, so gewiß werden fie auch fiegen über eine halbstündige Bertagung beantragt und beschlossen, da viele von Ueber eine von vielen tausend Menschen besuchte Volkswurde alt den Mitgliedern von einem rechtzeitigen Erscheinen abgehalten wären. Nun erflärte aber der anwesende Polizeibeamte di versammlung, die am Sonntag in Wien statt hatte, Bersammlung für aufgelöst, und äußerte auf den Proteft de verweisen wir auf unseren ausführlichen Bericht( Beilage der Vorsitzenden: Sie haben circa 1 Stunde später eröffnet heutigen Nummer). Wir heben nur den Beschluß hervor, der angezeigt, beschlossen soeben wegen noch zu schwacher Mit unter stürmischer Begeisterung gefaßt wurde. Er lautet: Die gliederzahl 2 Stunde Pause und dies ist ungefeßlich. fenne das Gefeß sehr genau." Seltsamer Weise gestattet im Wege der Annexionen, und stimmt den Bestrebungen der Juli, daß die Sigung, obgleich auf 8 Uhr angemeldet, Versammlung verurtheilt die Losreißung Desterreichs von 3d Deutschland, protestirt gegen die Lösung der deutschen Frage derselbe genaue Kenner des Gesetzes demselben Berein am 18 deutschen Volkspartei zu. Die deutsche Frage kann nur durch werden." Außerdem wurde eine Gommission zur Orga einsgefeß statthaft war, daß war am 25. Juli in viel gerin das Volk im Anschluß an die europäische Demokratie gelöst Was also am 18. Juli in ausgedehntem Maße nach dem Bers 101 t oth ang en tion dee fem is ter Teg Den ren Di Der Bet en ep bei en 251 igerem Maße ein Grund zur Auflösung! Der Staat der In Gegenwart das Urtheil sich bestätigt findet. Die Preußen könn telligenz" hat seine eigene Polizeilogit. ge கு ten jene Partei heute mit demselben Rechte, die Todtengräber der Legitimität und des Königthums von Gottes Gnaden" nennen, als wir Kurhessen die Schleppträger dieser Kreuzritter Aus Bayern ist der Friedens- und Freiheitsliga folgende die Todtengräber des furhessischen Landrechtes" betiteln. Beide, Beitrittserklärung zugegangen: Wir, die unterzeichneten Mitglieder der Friedens- und Freiheitsgiga und der Volkspartei in Bayern haben von den in Ihrem Programm aufgestellten drei Säßen: pet er mit 1)., daß die Religion, als Sache der individuellen Ueberzeugung, den politischen Einrichtungen fremd bleiben und ebenso aus dem öffentlichen Unterrichtswesen beseitigt werden muß, damit die Kirchen nicht mehr die freie Entwicklung der Gesellschaft aufhalten können; 2) daß den Vereinigten Staaten von Europa" eine Organisation zu Grunde gelegt werden muß, welche auf volksthümlichen und demokratischen Institutionen beruht und zu ihrer Grundlage die Gleichheit der Rechte des Individuums, sowie die Autonomie der Gemeinden und Provinzen in Beziehung auf Ordnung ihrer eigenen Angelegenheiten hat; 3) daß das gegenwärtige ökonomische System von Grund aus geändert werden muß, sofern man zu einer gerechten Vertheilung der Güter, der Arbeit, der Muße, des Unterrichts und dadurch zu einer vollkommenen Befreiung der arbeitenden Klassen und zur Beseitigung des Proletariats gelangen will;- die Liga verwahrt sich gegen jeden Versuch einer Sozialreform, der von irgend einer despotischen Gewalt ausgehen sollte," vollster Befriedigung Kenntniß genommen. Wir betrachten dieselbe als den Ausdruck unserer eigenen Meinung und Anschauung in religiöser, politischer und sozialer Beziehung und hoffen, daß diese von Jbnen dem proklamirten Grundfäße, im Wesentlichen übereinstimmend mit Programm Jakoby's, bei der deutschen Demokratie neben der Erfüllung ihrer nationalen Aufgabe, der Einigung Deutschlands auf dem Bege freiheitlicher Entwickelung, unabhängig von der gegenwärtigen politischen Situation, jene allgemeinen humanitären Zielpunkte in's Auge fassen muß, welche sie zum Unterschied von anderen Parteien als die sozial- demokratische kennzeichnen; und diese lleberzeugung veranlaßte uns zunächst, Jbrem jüngsten Programm beizutreten. Bamberg, Fürth, Nürnberg, im Juni 1868. Dr. Landmann, praft. Arzt, Dr. Kiderlin, Gabriel Lös wenstein, Bortenmacher, A. Stern, Privatier, in Fürth. Dr. Hagen, Fürtherfreuzung.- Conrad Rüll, Ludw. Rösel, Fr. Monninger, Sigismund Naumark in Nürnberg. Dr. Degen, praft. Arzt, in Fürth. Titus, Advokat, Karl Heyer, Privatier, Ad. Schlee, Prell, Advokat, J. Ultsch, J. St. Beer, Alb. Funk, Gg. Jagemann, J. Mart. Leicht, Mag Kronacher, Wilh. Ultsch, Job. Feil in Bamberg. Aus Kassel schreibt man: Die göttliche Mission Breußens oder das Christenthum und der deutsche Beruf Breußens. Eine Zeitstudie, dem gesammten deuts schen Bolt an's Herz gelegt von Einem Kurhessen.( Wien, Herzfeld und Bauer. Preis 5 Gr.) Das ist der Titel eines Schriftchens, das in einigen Wochen schon eine zweite Auflage nöthig gemacht, und auf welches wir, obgleich wir einen an dern Standpunkt haben, die Aufmerksamkeit der Leser dadurch in 114 Der Dent inc on 18 T Die 14 4 die Ritter wie die Schleppträger, haben entsetzlich viel Unheil angerichtet."( Wir werden aus der Broschüre, auf welche die preußische Partei eifrig fahndet, gelegentlich einige Auszüge bringen. Anm. d. R.) Wie der ,, Staat des deutschen Berufs" ,, nationale Politik" macht. Am 19. Juni 1866, an demselben Tage, am welchem Lamarmora in seiner Eigenschaft als Generalstabschef der Armee den Obersten Bariole beauftragte, dem Erzherzoge Albrecht die Kriegserklärung zu überbringen, empfing er vom Herrn Grafen von Usedom, dem Gesandten Preußens, eine vom 17. deffelben Monats datite Note. Der Wortlaut derselben war folgender: Florenz, 17. Juni 1866. Sr. Exzellenz dem Ministerpräsidenten General Lamarmora in Florenz. Der unterzeichnete außerordentliche Gesandte und Bevollmächtigte Sr. Maj. des Königs von Preußen hat die Ehre, Sr. Erz. dem Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen, General Lamarmora, folgende Bemerkungen vorzutragen: meinschaftlichen Sache gegen Desterreich zu den Waffen greifen. Die In wenigen Tagen werden Italien und Preußen in ihrer geRegierung des Königs, meines allerhöchsten Herrn, sieht es demnach als durchaus dringlich an, jezt schon das strengste Einverständniß und das kräftigste Zusammenwirken in den beiderseitigen militärischen Bewegungen festzustellen. Wenn ihnen von Anbeginn an durch die Entfernung eine gemeinschaftliche Aktion auf demselben Kriegsschauvlage nicht gestattet ist, so muß man dies durch gleichzeitig geführte Schläge zu erseßen suchen. In dieser Weise angegriffen, wird Desterreich von vorn herein seine Streitkräfte theilen müssen und dieselben Reserven niemals bald nach der einen, bald nach der anderen Seite hin verwenden können. Endlich werden die geführten Schläge nicht auf dem Schlachtfelde allein, sondern auch weithin fühlbar werden. Zunächst ist die königl. Regierung überzeugt, daß der Eröffnung der Feindseligfeiten in Deutschland sofort die italienische Kriegserklärung folgen werde. Preußen kennt die loyale Gesinnung der Regierung des Königs Victor Emanuel zu genau, um daran zu zweifeln. Allein diese Solidarität und diese gleichzeitige Aktion müssen, nach der Ansicht der preußischen Regierung, während des ganzen Verlaufs des Feldzuges ständig fich fund geben; als gute Alliirte müssen die beiden Mächte ihren betreffenden Operationen ein fortwährendes und gegenseitiges Interesse widmen. Dieses Bestreben wird, wie Preußen es gern vorausseßen will, von Seiten der italienischen Regierung gebilligt und getheilt werden. Das Kriegssystem, welches Preußen für den nächsten Feldzug Jtalien vorschlägt, ist das eines gründlichen Krieges( guerre à fond). Sollte den beiden Alliirten von Anbeginn an das Waffenloos günstig sein, so würden sie sich nicht durch dazwischenliegende Ereignisse aufhalten lassen, sondern vielmehr suchen, ihren Gegner bis in seine lenten wollen, daß wir einige Säße aus dem Vorworte ab legten Verschanzungen und in seine leßten Hülfsmittel zu drängen. ruden. Es heißt darin: So dehnbar als die Gewissen der breußischen Kreuzzeitungs- Ritter scheint uns doch die christliche Religion nicht zu ſein; fie fann nicht heute das als den Willen Gottes ausgeben, was sie gestern noch als Sünde als .Diebstahl" oder Raub" verurtheilte. Daß dies in Preu Ben geschehen, daß man dort heilig spricht, was gestern Dieb ahl und Kronenraub genannt wurde, dies nachzuweisen, war eine leichte Arbeit, weil die Urtheile der ehemals schlechtweg streďte, verleiben. christlichen, damals noch nicht preußisch- christlichen Kreuzzeitungspartei zu frisch im Gedächtniß ist, weil es noch zu neu ist, daß Sie würden sich, nach einem Siege, nicht damit begnügen, dieses oder jenes Gebiet zu beseßen, welches sie in Folge eines günstigen Friedens würden behalten können. Im Gegentheil und ohne Rücksicht auf die zukünftige Gestaltung der Territorien werden sie vor Allem den Sieg endgiltig entscheidend, vollständig und unwiderruflich zu machen fuchen. Eine solche, durch vereinte Anstrengung dem Gegner beigebrachte Niederlage würde einem jeden Alliirten, je in seiner Sphäre, einen moralischen und politischen Einfluß, der weit über den gleichfalls etwa daraus sich ergebenden materiellen Gewinnst sich erSo wird Preußen sich um die Hindernisse, welche die Kunst oder die Natur ihm von Linz bis Krakau entgegenstellen, nicht kümmern dürfen: es wird seinen etwaigen Erfolg entschlossen bis gegen Wien diese Bartei früher die Stüße der Legitimität und des König verfolgen. Deutschlands" erklärte und in der That in der Geschichte der " Was die gleichen Operationen der italienischen Streitkräfte anbe trifft, so würde man sich nicht mit einer Belagerung des Vierecks ab geben, sondern man würde dieses lieber durchschneiden oder umgehen, um den Feind im offenen Felde zu schlagen. Es besteht nur geringer Zweifel darüber, daß, namentlich in Anbetracht der numerischen Ueberlegenheit, die italienische Armee sich in kurzer Zeit im Besize des venetianischen Landes befinden werde, Venedig, Verona und Mantua ausgenommen, deren Garnisonen neuerdings durch Beobachtungscorps von beträchtlicher Stärke im Schach gehalten werden müßten. Jedenfalls werden die italienischen Generale die besten Richter über die fraglichen Operationen sein. Um jedoch durchweg gleichmäßig mit Preußen voranzugehen, darf sich Italien nicht damit begnügen, bis an die nördlichen Grenzen Venetiens vorzudringen: es muß sich mit Preußen an dem Mittelpunkte der kaiserlichen Monarchie selbst begegnen; kurz, es muß auf Wien marschiren. Um sich den dauernden Besiz Venetiens zu sichern, muß es vorerst die österreichische Macht ins Herz getroffen haben. Welches würden die Folgen sein, wenn Italien in Udine oder Belluno seine militärische Aktion abgrenzen und sich alsdann mit der Belagerung der festen Pläge beschäftigen wollte? Es würde unver meidlich den ganzen Feldzug aufhalten, denn es würde der österreichischen Armee gestatten, sich ruhig nach dem Norden zurückzuziehen, um die kaiserlichen Waffen gegen Preußen zu verstärken. Vielleicht mit Hilfe Bayerns könnten diese vereinigten Streitkräfte der preußischen Offensive Halt gebieten und sie auf eine gezwungenen Defensive zurückführen. So würde man nach Einbuße der Ergebnisse der vorher errungenen Erfolge vielleicht einen Frieden schließen, der, eben so für Preußen, wie für Italien, keineswegs den ursprünglichen Ideen, noch den unermeßlichen Opfern, die man sich auferlegt, entsprechen würde. Um diese traurige Eventualität fein zu halten, welche früher oder später die Alliirten ihr Werk wieder aufzunehmen nöthigen würde, glaubt Preußen nicht stark genug auf der Nothwendigkeit bestehen zu können, von beiden Seiten die Offensive bis aufs äußerste, d. b. bis unter die Mauern der Hauptstadt zu treiben. Nehme man für einen Augenblick die entgegengesezte Möglichkeit an und fasse man insbesondere die Lage Preußens ins Auge, so bätte diesem in der That die Mitwirkung Italiens mehr geschadet, als dessen absolute Neutralität. Die Neutralität hätte wenigstens eine ganze österreichische Armee in dem Biereck zurückgehalten und zum Vortheile Preußens lahm gelegt. Die fiegreiche, aber übel verstandene und in ihrem Laufe aufgehaltene Mitwirkung würde diese nämliche Armee gegen Preußen hin zurückdrängen, und dieses hätte weniger Aussichten mit als ohne seine Allianz mit Italien. Allein die Regierung des Königs, meines allerhöchsten Herrn, verläßt sich mit vollstem Vertrauen auf die Loyalität ihres Alliirten, um jede Möglichkeit einer solchen Eventualität auszuschließen. Immer bin aber könnte, in strategischer Beziehung, der Marsch der italienischen Armee auf Wien gefährlich erscheinen. Die Operationslinie dürfte zu lang gestreckt, die Hilfsquellen dürften zu weit entfernt er= scheinen. Allein in dem Maße man sich der preußischen Armee nähert, verschwindet die Gefahr, und der schließliche Sieg wird immer wahr. scheinlicher. Uebrigens giebt es noch ein unfehlbares Mittel, um den beiden Armeen das thatkräftigste Zusammenwirken auf einem gemeinsamen Gebiete zu sichern: dieses Gebiet ist ungarn. 252 alsdann auf Desterreich niederfielen, würden nicht mehr feine einzelne Glieder, sondern sein herz treffen. Aus allen diesen Gründen legt die preußische Regierung einen hohen Werth auf die ungarische Frage und auf die mit dem italien schen Verbündeten auf diesem Boden kombinirte Aktion. Sie schläg dem Florentiner Kabinet vor, gemeinschaftlich die Kosten zu trage welche zur Vorbereitung des Empfanges der angegebenen Expeditions und der gesicherten Mitwirkung jener Länder selbst nothwendig find Dies ist die allgemeine Idee des Feldzugsplanes, die der Unter zeichnete, den Weisungen seiner Regierung gemäß, dem italienische Rabinet vorzulegen sich beehrt. Je mehr dieser Plan auf allgemein Interessen Anwendung findet, je mehr er das gegenseitige Räben beider Armeen behufs einer gemeinsamen Aktion sichert, desto meh schmeichelt sich die Regierung des Unterzeichneten, daß er bei der ita lienischen Regierung eine sympathische Aufnahme finden und mächti zum Erfolge des großen Unternehmens beitragen werde. Indem der Unterzeichnete Se. Exzellenz den Herrn General marmora bittet, ihn baldmöglichst mit einer Antwort beehren zu wollen fühlt er sich gedrungen, ihn seiner vollkommensten Hochachtung zu fichern. Usedom. Italiens Einheit und Freiheit. III. Det bet Die Aktionspartei ist natürlich vollständig berechtigt, de Einheitsstaat zu erstreben. Auch Mazzini will ihn ,,, innerhalb der natürlichen Grenzen" der Halbinsel, wie sein jüngstes a nifest im Gegensatz zu dem italienischen Nationalitätsschwinde betont. Aber dann war es die Pflicht der Aktionspartei, ihr ganze Kraft dafür einzuseßen, daß die nöthigen Grundlage geschaffen wurden, auf denen sich die Freiheit innerhalb Einheitsstaates erheben konnte. Das hat sie verabsäumt. thört von dem Wahne, als käme der freiheitliche Ausbau des Staates Zeit genug, wenn nur erst alle Theile der Halbinj unter dem Scepter Viktor Emanuels vereinigt wären. Di Folgen dieses Verraths an dem Freiheitsgedanken find denn eben jene fürchterlichen Zustände, wie wir sie in dem ersten Auf faße geschildert haben. Liefert aber das Bündniß der Demokratie mit der K nigsgewalt zur Herstellung der nationalen Einheit das Ergeb niß, daß es in Italien weder Freiheit noch einen Schug da Person und des Eigenthums giebt; so sehen wir auf der an deren Seite, daß auch die staatliche Einheit unerreichbar wenn sie nicht von der Freiheit ausgeht. Man wird einwen den, daß es der staatlichen Einheit nur noch an dem römis ſehr von Italien und Breußen unterſtüßt, dieſes gand ihnen dafür Mißlingen aller bisherigen Butsche hat unwiderleglich darg schen Gebiet mangelt. Aber Rom ist Frankreich, und da Die preußische Regierung hat fürzlich die ungarische Frage sorg fältig studiren lassen. Sie hat die Ueberzeugung erlangt, daß, gleich als Verbindungsglied und als strategischer Stüzpunkt dienen kann. Man entfende z. B. nach der Ostküste des adriatischen Meeres eine starke Expedition, welche in Nichts das Hauptheer schwächen würde, weil man sie zum größten Theil aus den Reiben der Freiwilligen bilden und unter die Befeble des Generals Garibaldi stellen würde. Nach allen Mittheilungen, die der preußischen Regierung geworden find, würde eine solche Ervedition eine überaus herzliche Aufnahme bei den Slaven und bei den Ungarn finden. Sie würde die Flanke der gegen Wien vorrückenden Armee decken und ihr die Mitwirkung und die Hilfsmittel jener weiten Landstriche eröffnen. Dagegen werden die froatischen und ungarischen Regimenter der österreichischen Armee febr bald gegen Heere sich zu schlagen weigern, die in ihren eigenen Ländern als Freunde aufgenommen worden sind. Von Norden über die ift. than, daß der Einheitsgedanke nicht Kraft genug befigt, die Franzosen aus Rom hinauszuwerfen. Der franzöfifche Gafa rismus fann überhaupt nicht in Rom, sondern nur in Paris überwunden werden, und zwar nur durch die Revolution. Die Hoffnung der Italiener, durch ein Bündnis mit Preußen die ewige Stadt zu erhalten, wie Benetien, erscheint als eine schlimme Täuschung. Nehmen wir selbst den bod Frankreich Sieger bliebe, so würde es sich troßdem gar unwahrscheinlichen Fall an, daß Preußen in einem Kriege! in der Lage befinden, Rom dem König Ehreumann zum Grenzen des preußischen Schlesiens fönnte ein, so weit wie möglich, Kaiser, zu einem Zuge über die Alpen sich entschlösse. höchftent schent zu machen, es sei denn, daß es, wie einst die deutschen aus nationalen Elementen gebildetes fliegendes Corps*) in Ungarn eindringen und sich mit den italienischen Truppen, so wie den sofort sich mit nidt Ger fönnte Italien in einem solchen Glücksfall Nizza und Savoyen organisirenden nationalen Streitkräften vereinigen. Desterreich würde zurückgewinnen. Die Savoyarden würden freilich, wenn man in dem Maße verlieren, in dem wir gewinnen, und die Schläge, die *) Man wird sich erinnern, daß damals thatsächlich in Schleften von einem adeligen Herrn der Versuch gemacht wurde, ein solches Freicorps zu bilden. Natürlich leugneten es damals die wahrheitliebenden sches Freicorps. ihnen freie Wahl ließe, lieber an die Schweiz fich anschließen so stiefmütterlich behandelt worden sind, wie etwa Ostpreußen ale zu der frühern Herrschaft zurücfehren, von der fie eben von seinem Herrscherhause. Der Ausbruch eines Krieges wi neutral verhielte, würde nur das Signal zum Abfall des Ro offiziösen Blätter Preußens. Auch Klapka bildete dort sein ungaris schen Preußen und Frankreich, in welchem Italien fich nicht D. Red. be eb Der gen be De fel Die Jen an ent Da ge Dit fa ris mit int mit icht Ge ben men a lb اوة en me nigreiche beider Sicilien geben, und was in Venetien geschehen dürfte, ist unberechenbar. Auch hier hat die Regierung Viktor Emanuels die Geister rasch ernüchtert und zu der Erkenntniß gebracht, daß Einheit und Freiheit zwei sehr verschiedene Dinge find. Bei einem Krawall, der jüngst in Venedig stattfand, hörte man den bedenklichen Ruf:„ Unter Desterreich hatten wir es beffer!" In Neapel aber ist die Anarchie zu einer Höhe gestiegen, daß Franz II., Murat, die Republik, kurz jeder Herrscher und in jede Regierungsform, welche Befreiung von dem piemontesischen Regiment verheißt, mit Jubel aufgenommen werden würde. Cet ebr to tig ene Napoleon, dessen wiederholt geäußerte Absicht auf Italien eine föderative Dreitheilung ist, wie er eine solche auch in Bezug auf Deutschland im Auge zu haben scheint, hat durch ein Abkommen mit Spanien die Allianz zwischen Preußen und Stalien lahm gelegt, und diese Erkenntniß mag es denn wohl jein, welche den Kronprinzen Humbert an Ems, wo sich König Wilhelm befindet, vorüber dampfen ließ, nachdem der Versuch Preußens gescheitert war, durch eine Vereinigung sämmtlicher liberalen Elemente Spaniens die Königin Isabella zu beseiti gen und in deren Schwester, der Prinzessin von Montpensier, das Haus Orleans auf den Thron zu seßen. Das Abkommen mit Spanien gestattet Napoleon im Kriegsfalle seine Truppen auf den letzten Mann aus Rom herauszuziehen. Spanische Regimenter würden deren Stelle einnehmen. spanische Regimenter entweder die Rückkehr Franz II., oder den Einfall des Prinzen Murat in Neapel unterstüßen, wenn ihnen nicht, was wahrscheinlicher ist, die republikanische Bewegung unter Mazzini den Vorsprung abgewinnen sollte, und statt die Einheit Itabis liens das, was er schon einmal besaß, noch einmal zu erfämpfen. zu vervollständigen, sähe sich Viktor Emanuel genöthigt, Ob Viktor Emanuel als Sieger aus diesen Kämpfen, die 253 thatsächlich um 2 Panzerfregatten schwächer sei, als im Jahre 1866. Er fritisirte dann den Zustand einiger der größten und fostspieligsten Schiffe und kam zu dem Schlusse, daß dieselben so viel wie gar nichts taugten. Das Land solle sich nicht dem falschen Wahne hingeben, daß die italienische Flotte 100 Schiffe befiße, während kaum der vierte Theil wirklich vorhanden und brauchbar wäre. Der Marineminister unter Rattazzi, wie der gegenwärtige, Vice Admiral Ribotti, hatten als Antwort nur Entschuldigungen und Versprechungen. Daß es mit dem Zustande der Landarmee nicht besser sei, hat der kühne Schiffsfapitän im Vorbeigehen hervorgehoben. Wir wollen nur eine Thatsache hinzufügen. Als vor ungefähr 14 Tagen ein englisches Kriegsschiff in den Hafen von Ancona einlief, konnten von der Festung, einer Hafenfestung ersten Ranges, die Salutſchüsse nicht erwidert werden- weil fein Geschüß vorhanden war. Eine solche Armee ist natürlich schon geschlagen, sobald sie nur ins Feld rückt, wie es Preußen 1850 gegen Desterreich erging, als der Minister Manteuffel das geflügelte Wort erfand:„ Der Starke weicht einen Schritt zurück." Daß Rattazzi 1867 gar nicht an einen Krieg mit Frankreich dachte, sondern nur die Wiederherstellung des napoleonischen Einflusses in Florenz bezweckte, ist schon erörtert worden. Wo aber sind die Millionen hingekommen, welche dem Volke fortwährend abgepreßt worden sind, um Heer und Flotte in friegsbrauchbarem Stande zu erhalten? Die Italiener werden sich bei der Kritik des Deputirten Moldini vermuthlich erinnert haben, wie oft sie von ministeriellen Lippen das Wort zu hören bekamen: „ Die Einheit ist theuer." Aber selbst wenn der Zustand der Armee ein vortrefflicher wäre, so bleibt die Thatsache bestehen, daß die Regierung Viktor Emanuele unfähig gewesen ist, der durch das Schwert zusam mengeschweißten Einheit einen Halt zu geben, daß die Unzujede Aktion nach Außen unmöglich machen, hervorgehen würde, muz nach der Verfassung der italienischen Armee bezweifelt werden. In derselben Kammerfißung, in welcher General Lamarmora seine Interpellation wegen des preußischen General- daß sie sich sehnen, das Joch Piemonte abzuwerfen. Italien, fabsberichte über den Feldzug von 1866 anfündigte- es friedenheit der annektirten Provinzen eine allgemeine ist, und wo die Bedingungen so außerordentlich günstig waren, viel bar am 10. Juli-- brachte der Deputirte, Linienschiffs- Kapitän günstiger als sie Preußen 1866 vorfand, beweist die UnmögMoldini den Zustand der italienischen Armee zur Sprache. lichkeit, den Einheitsstaat auf das Prinzip des Absolutismus, Anknüpfend an die in Folge der Schlacht von Lissa angeord nete Untersuchung über den Zustand der italienischen Kriegsflotte, hob er hervor, daß nach dem Ausspruche der Sachver ständigen die den italienischen Kriegeschiffen während der Der mag er sich auch in die blinkendsten Phrasen des Konstitutionalismus hüllen, zu gründen. Der monarchische Einheitsstaat steht dort vor dem Bankrott. Die nationale Einheit sicher zu stellen, die Plane Napoleons zu durchkreuzen und Rom zu Echlacht beigebrachten Beschädigungen feine solche gewesen, gewinnen, giebt es nur ein Mittel: die Proflamation welche nicht hätten leicht ausgebessert werden können, und daß der Freiheit die Republif. An dem Tage, an wel traurige Zustand der italienischen Kriegsflotte daher keine Folge des Jahres 1866 fei, sondern in dem unglaublichen lien in der Freiheit die naturgemäße Basis der Einheit er Schlendrian und den Mißbräuchen der Flottenverwaltung liege. Er müsse erklären, daß es ihm unbegreiflich sei, wie der Michem die Idee Mazzini's in den Geistern triumphirt und Itafennt, wird auch das Parlament in Rom sich versammeln. Nach einem kürzlich veröffentlichten Briefe Garibaldi's an nifter Rattazzi mit solchen Mitteln, wie sie damals vorhanden Mazzini zu urtheilen, scheint auch dieser alte Rämpe endlich gemejen, mit einer Armee und einer Flotte, die sich zu der Ueberzeugung zu kommen, daß er, troß seines rothen in einem folchen Zustande befunden, wie dieses bei der italie Hemdes, nichts als monarchische Eroberungspolitik getrieben litit habe treiben können. Zur Zeit der Katastrophe von nischen Flotte thatsächlich der Fall gewesen, eine so fece PoMontana hätten, um nur von der Flotte zu reden, die zur Attion bestimmten Schiffe noch an denselben Beschädigungen gelitten, welche sie in der Schlacht bei Lissa erhalten hatten. Es fehlten Raften; die während der Schlacht von Lissa in ene pen an Ben ben Ben wi τίφτ Ro politischen Unreife, in welcher das Jahr 1859 das italienische Bolk fand, wollen wir mit ihm und der Aktionspartei nicht weiter rechten, daß sie 9 Jahre zu der Einsicht brauchten, daß das Heil der Demokratie nimmer von der Krone fommen kann. Es ist ein Glück, das Lamarmora die preußische DeEile und provisorisch vorgenommenen Nothreparaturen der durch pesche veröffentlicht hat, in welcher die italienische Armee be die feindlichen Geschüße erlittenen Beschädigungen der Schiffe handelt wird, als ob sie Preußens Schuhpußer wäre. Sie riftirten noch; die bei Lissa schadhaft gewordenen Dampf zeigt den Italienern, was es mit Preußens Uneigennüßigkeit" maschinen wären noch nicht ausgebessert, kurz die Flotte wäre in dem traurigsten Zustande und könnte sich nie vereinigen. gefödert hatte. Daß in Folge der Veröffentlichung jener De Bon den 22 Panzerschiffen der Flotte seien 7 im Bau be gaffen, andere total unbrauchbar, so daß die Panzerflotte auf sich hat, womit die Regierung bisher die Aktionspartei pesche die thatsächlich angebahnte Verständigung zwischen Berlin und Wien unmöglich geworden, wird sie wohl von der Rich 254 Fabrik und ei Ueberg fchaftli der Vo berlusti ihrem emanzi beschäftigen seit längerer Zeit Lohnarbeiter, denen sie einfa Lohn in Geld auszahlen, dessen Höhe durch die Conkurre sich regelt, wodurch sich natürlich auch die Kaufkraft die Arbeiter moderirt. Wenn nun diese Arbeiter noch anfange von diesem Gelde zu sparen, werden jene„ Pioniere" auch dan noch mit denselben Vortheilen ihre Produfte an alle Mitpr ducenten abseßen können, wie vordem, und auch jetzt no unter sich selbst? Oder muß nicht der Verkauf ihrer Brodu in gleichem Maße sich wieder beschränken als sie Vortheil zich ond aus der Conkurrenz unter ihren Arbeitern und deren vermi derten Löhnen? tigkeit des alten Sprüchworts überzeugt haben: Gott schüße mich vor meinen Freunden! Preußen, welches seinen ,, deut. schen Beruf" darin findet, eine auswärtige Macht zur Zertrümmerung Desterreichs, einzuladen, würde natürlich mit noch weniger Gewissensbissen diese fremde Macht, Italien, größern Vortheilen aufzuopfern bereit sein. Hoffen wir, daß der nationalliberale St. Veitstanz der Aktionspartei vorüber ist und die Verständigung mit der republikanischen Partei sich vollzieht. Darin allein liegt Italiens Rettung aus der Anarchie, in die es versunken ist, weil es bisher ein Raubsta at war, statt ein Freistaat zu sein. Zur Charakteristik der gegenwärtigen Theuerung und Geschäftsstockung. ( Schluß.) immer G Etädte Berteb WerthProdut lerische Fienstlo erreicht a 1 der Ba verstatt aber er Aritif Um nun auch unsererseits nicht an den Folgen der Gel wirthschaft leiden oder gar untergehen zu müssen, glauben m ganz besonders in Zeiten allgemeinen Arbeitsmangels auf all Arbeitsgebieten, namentlich auf dem Gebiete der gewerblich Branchen oder Hausindustrien und dem des Fabritbetrieb auf genossenschaftlichem Wege, wie bereits ausgesprochen, ein unmittelbaren Austausch unserer Arbeitserzeugnisse unter u selbst, die Gründung von vereinigten Verkaufsstellen für verschiedenartigsten gewerblichen und Fabrikationsprodukte u die Ausgabe von Waaren- Werth Scheinen" als Vorschuß eingelieferte Arbeitsprodukte und zum Ausgleich für die theiligten unter einander empfehlen zu dürfen; der Wort dieses neuen Tauschmittels aber dürfte ungefähr folgender ſe ,, Gegen Rückgabe dieses, für eingelieferte Arbeitsprodu erhaltenen Scheines fann sich der Inhaber bei unserer einigten Verkaufsstelle Arbeitsprodukte im Werthe von.... zu den festgeseßten Preisen wieder auswählen." Die Leiden der arbeitenden Klaffen in physischer, moralischer und politischer Hinsicht nehmen also ihren Ausgang vorwiegend nur aus dem materiellen Unvermögen, die von Zeit zu Zeit in übergroßem Maße an sie gestellten Forderungen in Baarkapital zu befriedigen, weßhalb die Arbeiter immer wieder von Neuem trotz Produktivgenossenschaften in eine gewisse Er werbsunfähigkeit zurückſinken, deren Grund aber leider nicht genügend erkannt oder gewürdigt zu werden scheint, so daß sogar die sogenannte Darwin'sche Theorie vom Kampf um das Dasein auch in Betreff der Menschen für zutreffend und ganz natürlich, und der Getreidepreis als Regulator für deren Entwickelung gilt, während doch nichts als eine übelberathene Wirthschaft und der Mangel eines zweckentsprechenden Tausch mittels das aber nicht zugleich Selbstwerth sein darf, als solcher begehrt und dem Verkehr entzogen werden kann, wie das Metallgeld die Menschen hindert, sich nach den verschie denen Richtungen hin naturgemäß zu entwickeln, ihre Fähig feiten zu entfalten und auszubilden, ihre geistigen und leib lichen Kräfte für Gewinnung ihres täglichen Brodes zu gebrauchen, die geistigen Errungenschaften zu einem Gemeingut zu machen und in jeder Hinsicht ihrem Ideale immer näher zu kommen. - fum, Boltem D dem W Gefeß. ale das helfer wollte, Tory- H Whigs ichen 3 folgend meriton such ei Schlagen Signal raditale formbil genug, Einige in die Augen springende Vortheile solcher einigter Verkaufsstellen mögen hier noch angeführt werden. Die Zeiten mögen gut oder schlecht sein, es mag sein oder Frieden: die Betheiligten werden doch immer dürfnisse nach gewerblichen Erzeugnissen haben, zu deren Be digung sie gegenseitig für einander sich beschäftigen fön Arbeitsmangel wird unmöglich sein, so lange noch Bedarf irgend einem Artikel herrscht; der Verdienst wird hierbei eine andere Gestalt annehmen. Die Verhältnisse des G marktes werden ohne nachtheilige Einflüsse auf die Entwi lung der Industrie sein, wie überhaupt nicht erst jahrela große Summen baarer Geldmittel zum Betrieb industri Unternehmungen aufgespart zu werden brauchen, indem rasche Austausch der materiellen Güter durch Ausgabe fol Waaren- Werth- Scheine direkt gefördert wird, indem sie, Zahlmittel unter den Betheiligten verwandt, Waaren r sentiren, die verkauft werden sollen. Die Conkurrenz wird natürlichen Schranken gehalten und die Arbeitstheilung Großen und Kleinen beibehalten, gepflegt und sogar Nachtheil noch vermehrt, ja die besten auf Gegenseitigkeit ruhenden Beziehungen zwischen Producenten und Consumen bergestellt und unterhalten werden können. Der mehr Betrag der circulirenden Waaren- Werth- Scheine faun stets Auswahl in Verbrauchswerthen bei der vereinigten Verfa stelle als Deckung vorhanden sein; die Conkurrenz wird je Bedürfniß und jeder Nachfrage möglichst zuvorzukommen ben und können dann diese Waaren- Werth- Scheine möglic oder Wohnungsmiethe verwendet werden. Vermehrte Ein feierndes, hungerndes und frierendes Bolk kann aber auch unmöglich zugleich ein intelligentes und politisch freies werden; ein intelligentes Bolt aber muß eher seine materielle Wohlfahrt wahren und sich Arbeit und durch seine Arbeit Brod verschaffen können, als ein geistig und leiblich verkommenes oder noch unentwickeltes; es muß sich eher helfen können als dieses, und diese Hülfe liegt uns auch näher als wir selbst glauben. Sie liegt einestheils in der Gefeßgebung und, wenn auf diese das Volk keinen entscheidenden Einfluß hat, unmittelbar in des Bolkes eigener Hand. Zunächst sind die Consum- und Produktivgenossenschaften der beste Weg, vorausgesetzt, daß erstere nicht zum Geldsparen und legtere nicht zum Geld verdienen da find, wohl aber, daß die Consumvereine ein sicherer Kundenfreis sein sollen für die Produktivvereine, ohne Metallgeld als Medium oder als Unterpfand für noch nicht vollendete Tausch operationen. Wir erinnern hier an die Pioniere von Rochdale", welche in ihrer Vereinigung produktiv und consumtiv zugleich sind, indem sie sich die Bedürfnisse ihres Lebens als die natürlichsten und besten Wegweiser für ihre Unternehmungen dienen lassen, und sie in Befriedigung ihrer Bedürfnisse Absaß und Verwerthung ihrer eigenen Erzeugnisse finden, wodurch die nachtheiligen Folgen der Geld und Creditwirthschaft und des Zwischenhandels bei ihnen paralisirt werden. Diesem Umstande, außer ihrer Thatkraft, haben sie ihre staunenswerthen Erfolge zu danken. treten 1 zu sche der Ha Jabre weise auch zuweilen als Entgelt für Verzehrungsgegenstä mentari nur no De duktion wird nicht Verkehrsstockung, sondern zunehmen Wohlstand zur Folge haben. Diejenigen Betheiligten, er und feinen luftig 3 bürgerl Hoffnu Bahl e näre, 1 Fortich bejblon Sachen bis zu einer gewissen Zeit nicht verkauft und de entnommene Vorschüsse dadurch nicht gedeckt worden fönnen ihre Sachen gegen Rüdgabe von Waaren- W Scheinen einfach zurücknehmen. Das aus den Gewerben Ob sie dies auch erkannt haben? Sie herausbildende und zumeist in einzelnen Händen sich befinde benszeit tatt Da nfa rre nge dan no 255 Fabrikwesen, welches mit einem Fuße auf dem Proletariat ruht und ein Hauptmoment des Industrialismus bildet, wird sein diese Uebergewicht über kleine gewerbliche und namentlich genossen schaftliche Unternehmungen verlieren, ohne daß die Menschheit der Vortheile des Industrialismus und des Maschinenwesens itpr berlustig gehen, noch weniger aber die fortschreitende Welt in ihrem Laufe aufgehalten werden könnte. Die Frage der Frauendut emanzipation wird ihrer Lösung näher gerückt, und die Theorie ieb von dem auf Gegenseitigkeit beruhenden Rechte auf Arbeit immer mehr geklärt werden. cmi Gell 1 m all lich rich ein ru t w ür e un Q 93 ie rtla odul C D r p den er Str Bef önn parf ei n Gel Dem Durch Gründung solcher Vereine in allen deutschen Etädten nach einheitlichem Prinzip und mit entsprechendem Berkehr unter einander wird der Tausch werth dieser WaarenBerth- Scheine sich um ein Bedeutendes vermehren, die heimische Produktion gegenüber der ausländischen sich bei allen freihändlerischen Bestrebungen von selbst schüßen, Arbeitsmangel, Verdienstlosigkeit und Verkommenheit aber ihr baldiges Ende erreicht haben. Ueber die zeitgemäßesten Bestrebungen auf den Gebieten der Baugewerbe und der Landwirthschaft mag es uns noch verstattet sein, in nächster Zeit uns zu verbreiten, inzwischen aber empfehlen wir unsere obigen Vorschläge einer geneigten Kritik seitens aller Arbeiter, Fortbildungs-, Produktiv, Confum., Frauenerwerbe- und Volksvereine, so wie aller für das Boltewohl sich aufrichtig Intereffirenden. Aus England. London, den 3. August. er die Beweglichkeit und Unhaltbarkeit des Bestehenden als das Beständige. Disraeli hat am Schlusse der Session Balsam in die klaffenden Wunden gegossen, welche seine beißend wißige Zunge seinen Gegnern während der Session geschlagen. Nach altem Brauch giebt der Oberbürgermeister von London jedes Jahr dem Ministerium und den Hauptgrößen des Parlaments ein Festmahl kurz vor Schluß der Session. Bei dieser Gelegenheit sprach sich Disraeli vor einigen Tagen sehr schonend aus. Er sagte, wenn sich die gegenüberstehenden Parteien im Parlamente zuweilen unanständiger Ausdrücke gegen einander be dienen, so darf man das nicht betrachten als einen wirklichen Zwiespalt, es ist vielmehr nur wie ein Wortwechsel zwischen Mann und Weib; wir erlauben uns gewisse Freiheiten, die keinem Dritten etwas angehen, wehe denen, die glauben sollten, sie könnten sich in unsern Worthader mischen; sie würden uns, wie Mann und Weib, gegen jeden Eindringling vereint finden. Also Dich, Volk da draußen, geht unser Hader nichts an. Wir sind die Inhaber des Staats und der Gesellschaft; wenn wir uns darum streiten, wer den Staatsbalg scheeren soll, so geht Euch das nichts an, denn geschoren werdet Ihr doch, es handelt sich nur darum, ob Ihr liberal odel konfer vativ geschoren werden sollt. Die weitest gehenden Politiker sind bereits zu der Ueberzeugung gelangt, daß das nächste Parlament eines der schlechtesten sein wird, die je gewählt worden sind. Der Geldsack macht sich überall breit und wird die meisten Size in Beschlag nehmen. Viele der alten Whigs wollen den Abend ihrer Laufbahn in Ruhe zubringen und ziehen sich zurück, vul äre Geldsacs- Männer nehmen ihre Pläße ein. Die gefeßlich erlaubten Wahlkosten eines Londoner Bürger- Demokraten betrugen bei Die letzte Seffion des lezten Parlaments, welches nach der letzten Wahl 6,143 Pfd. St. Ein Unbemittelter, der sich Wahlgefeße von 1832 gewählt wurde, ist geschlossen. Jenes früher um denselben Siz beworben, sagt in einer Adresse an Gefeß, das von der regierenden Fraktion der begüterten Klasse die Wähler, daß, da die nächste Wahl die kostspieligste sein ale das Ultimatum vindicirt ward, hat kaum seine Geburts- werde, die je stattgefunden habe, so würde er sich zurückziehen helfer überlebt. Palmerston, der um jeden Preis Minister sein und bessere Zeiten abwarten. Das nächste Parlament, sagt wollte, und vor 38 Jahren zu der Einsicht gelangte, daß die er, wird sich als unfähig erweisen, jene großen und schwierigen Tory- Herrschaft zu Ende sei, ging damals zu den reformiren Fragen zu erleedigen, welche der irischen Kirchenfrage auf dem higs über. Nachdem die Whigs 1848 ihren legten politi Fuße folgen müssen, seine Lebenfrist wird daher nur eine furze schen Trumpf gegen die Chartisten ausgespielt und in den sein. Die Birminghamer Arbeiter scheinen im Begriff, ihre twid rela trie D fold em ie, rep wird ng go 1 feit men bri Tets erfa jeb en Absicht, einen Arbeiter- Kandidaten aufzustellen, aufzugeben. Es auf den Boden leeren müssen, ehe sie zur Ueberzeugung kommen. Nach den legten offiziellen Berichten beläuft sich die Ausfuhr von britischen Erzeugnissen während der ersten sechs Monate dieses Jahres auf 84,000,000 Bft. St.; 10,000,000 mehr allen Anschein. merston 14 Jahre lang mit der Reformfrage, um jeden Ber: scheint, daß die Arbeiter den bittern Reich der Erfahrung bis fuch einer Veränderung( Berbesserungen wurden nicht vorge Schlagen im Parlament) zu vereiteln. Sein Tod war das Signal zu der jüngsten Reformbewegung. Brougham, das radikale Wunder von Heinrich Heine, der durch die 32 ger Reformbill in den Adelsstand erhoben ward, lebte gerade lange als für das ganze Prosperitätsjahr 1851; 3,000,000 weniger genug, seine politischen Gegner als Parlamentsreformer auf als während der ersten sechs Monate des Jahres 1867. Die treten und eine seiner Lieblingswerke als unzureichend beseitigt Krise ist daher noch nicht zu Ende. Ist sie chronisch? Es hat zu sehen. Russell, poor little Johny( der arme, fleine John), der Haupträdelsführer in der damaligen Reformbewegung, der Jahre lang das Gesetz von 1832 als das Ende vom parlamentarischen Reformliede erklärte, hat sich überlebt. Er bildet die sechs Monate zu laufen haben, werden unter 2 Prozent nur noch das fünfte Rad am Staatswagen der liberalen Partei; diskontirt. Die Geldleiher haben Geld im Ueberfluß; sie können feinen Gegnern im Oberhause nur noch, um sich über ihn Wie reimen unsere bürgerlichen Defonomisten dieses mit der luftig zu machen. Gladstone, ihre legte Stüße, muß sich dem bürgerlichen Radikalismus in der Arme werfen, oder seine weiterten Geschäftsbetrieb und vermehrte Nachfrage nach Arbeit Soffnungen aufgeben. Es wird dieses durch die bevorstehende zur unvermeidlichen Folge hat? glid nita e 阿 ment De de n fi We ben Finde Bahl entschieden werden. Gharakteristisch ist, daß die Reaktio nare, welche die Bill von 1867 paffirten, fich nicht, wie die Fortschrittemänner von 1832 einbildeten, ein endgiltiges Gesetz Gewöhnlich waren Krisenjahre Zeiten, wo der kommerzielle Zinsfuß hoch stand, seit einem Jahre steht der Zinsfuß der Bank von England unter 2 Prozent. Wechsel, es nicht los werden, und die Geschäfte geben allgemein schlecht. Behauptung zusammen, daß jede Aufhäufung von Kapital erIm Laufe der vorigen Woche hat wieder eine Versammlung diesmal eine Arbeiterversammlung stattgefunden, um Mittel und Wege zu finden, den Arbeitslosen Beschäftigung zu befchloffen zu haben. Disraeli hofft nur, daß während seiner Le verschaffen. Es wurde nachdrücklich erklärt, daß es hohe Zeit benszeit feine weiteren Neuerungen nothwendig werden. An- sei, daß die Staatsmacht einschreite. Die Staatsmacht wird tatt das Bestehende als das Beständige zu erflären, erklärt einschreiten, sobald die Arbeiter die Staatsmacht beherrschen. Festgruß zum deutschen Bundesschießen in Wien. Sie fügten ibre Hände in Eins und gingen dann In einen weiten Palaft, der war gar wohlgethan, Vor dem die Donau unten die Fluth vorüber goß, Da saßen sie im Freien und hatten Kurzweil groß. Aus dem Nibelungenlied. 256 Sie hat den Festschmuck angethan, die Kränze grüner Reiser, Verjüngt vom Lenzhauch neuer Zeit, die alte Stadt der Kaiser, Von ihrer Mauerkrone wehn die Blumen und die Bänder, Den Leib umfließt in Faltenpracht das reichste der Gewänder. Sie schwingt das alte Banner hoch in makelloser Reinheit, Das alte Schwarz- Roth- Gold ist's noch, der Hort der Volkeseinheit; Das rauscht ein froh Willkommen zu den Gästen, die da kommen, Bieltausendstimmig ruft es nach in Sang und Klang: Willkommen! Willkommen, Schüßenbrüder all' aus Süden und aus Norden, Die Ihr am Rhein, am Neckar wohnt, die an des Ostmeers Borden, Die Ihr das Tiefland habt durchwallt, die Alpen überklommen, Ihr Söhne deutscher Gauen all', willkommen, gottwillkommen! Ob unter Euch viel Meilen weit der Schienenstrang geklungen Und über mancher Grenze Pfabl sich Euer Zug geschwungen, Ihr seid doch in der Heimath noch, im Väterhaus geblieben, Wo Einer Mutter Kinder Eins, im Hoffen, Dulden, Lieben. Denn Heimathgrund ist's, d'rauf Ihr wallt, und deutsche Eichen hallen Jm Schüßenhain vom Nachklang bald, wenn Eure Büchsen knallen; Deutsch ist der Strom, er brauste schon durch's Lied der Nibelungen Und hat des Rothbarts Kreuzheer schon in frommen Traum gesungen. Zieht durch den Markt, Jhr fühlt Euch noch in Eures Volkes Mitte, Und tretet in ein Haus, Euch grüßt der eignen Heimath Sitte; Das Wort, dem unsere Jugend lauscht, ist Eurer Weisen Lehre, Das Lied, das unser Herz berauscht, des deutschen Stammes Ehre. Es grüßt manch Standbild deutschen Sinn's Euch rings in Stein und Erzen, Hier winkt Eugen, das wälsche Blut und deutscheste der Herzen, Die beiden Karle, dort und hier, die deutsche Schlachten schlugen, Und Fürsten dieses Lands, die einst die Krone Deutschlands trugen. Hier Joseph, den fein Herz vergißt, ein Märtyrer und Weiser. Dort, den ein dunkler Flor umschließt, der Deutschen legter Kaiser, Und schon zum Ehrenmale wird das Fundament geschlichtet Dem Sänger, der das Hohe Lied vom Schüßen Tell gedichtet. Aus theuren Gräbern rauscht empor ein Gruß von deutschen Klängen, Beethoven's, Mozart's, Schubert's Geist ersteht in Zaubersängen, Zieht durch den Festsaal, durch den Wald, vom Wohllautflug getragen, Wie durch den Dom, den deutsche Kunst hier ließ zu Sternen ragen. Wenn Heimathlaute traut an's Ohr in Gruß und Sang Euch gleiten, Ihr fühlt's, wie deutsch dies Land und Bolk, kerndeutsch seit Ürweltzeiten, Deutsch ist sein Blut, deutsch ist sein Herz, und deutsch sein Sinn und Treiben, Deutsch sind wir noch und wollen deutsch troß dem und dem auch bleiben! Frisch braust der Geist, frisch stürzt das Wort, gleich unsern Alpenbächen, Fromm find, ja waren wir noch mehr, Ihr hörtet davon sprechen, Daß fröhlich wir, wer wüßt' es nicht, manch Büchlein ließ sich schreiben, Frei wurden wir und wollen frei trop dem und dem auch bleiben! O daß der Freiheit Geist in Eins, was Eins sein will, auch kitte! Treu hüten wir das Vätergold, die deutsche Art und Sitte, Das Band, das solch ein Geist uns wand, kein Eisen kann's zerbauen, Den Pfad, den sich die Liebe bahnt, fein Markstein ihn verbauen. Zwar fällt ein bitt'rer Tropfen beut' in's Glas- doch er auch fromme! Wer dächte nicht: was war und ist, wer fänne nicht: was fomme? Wir tragen's, wie's dem Manne ziemt, erwarten's ohne Klage, Wir lernen schönen Schüßentrost dafür vom Schüßentage: Berantwortlicher Redacteur: B. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. Ein festes Ziel, das unverwandt vor unsern Augen rage, Gesundes Herz, das voll und stark, nicht ungeduldig schlage, Ein scharfer Blick, der kühn und klar in weite Fernen rücke, Und rub'ge Hand, die nicht verirrt vom ernsten Tagwerk zücke. D'rauf stoßet an, d'auf schlaget ein! es gilt erneutem Bunde; Der Becherschall wird Glockenball in solcher Weihestunde, Wenn treue deutsche Männer steb'n auf treuer deutscher Erde, Des einen Hochgedankens voll, dem die Erfüllung werde! , Dem deutschen Volfe Ruhm und Heil!" Aus Euren Feuerröhren Dies Wort mein' ich im Donnerspruch als Fest choral zu hören; Olaßt sein weckend Echo nach von Herz zu Herzen zittern, Wie im Gebirg von Berg zu Berg ein läuterndes Gewittern! Wien, 26. Juli 1868. Anastasius Grün. " An die Leipziger Gartenlaube. " Det ( Diese poetische Epistel, die nur den Fehler hat, nid scharf genug zu sein, ist den Dresdner Seifenblasen entnommen, einem Wigblatt", welches wir unsern Lesern au das Wärmste empfehlen. Aecht demokratisch und deutsch, v hält es sich zu dem Berliner„ Kladderadatsch" ähnlich wie di Zukunft" zu der Berliner, Bolkszeitung", und die vortreffli ..österreichische Gartenlaube"( in Graz erscheinend) zu de Gartenlaube" des Herrn Keil in Leipzig. Bolkszeitung „ Kladderadatsch" und( Leipziger)„ Gartenlaube" sind diejenige drei deutschen Tagesblätter, die am meisten zur Corruption öffentlichen Meinung beigetragen, und unter dem De mantel demokratischer Gesinnung am eifrigsten und wirk samsten für die Bismard'sche Politik und den preußischen Bar tifularismus und Cäsarismus gearbeitet haben, und fortwa rend arbeiten. Diesen drei Blättern die demokratische Mast abzureißen, sie in ihrer wahren Gestalt zu zeigen, ist Pflicht unserer Parteipreffe. Wir dürfen keine Verräther in unseren D. Red. d.„ Demokr. Wochenbl Reihen dulden. Stolz schwingit Du immer in erhob'ner Rechten Das Banner, darauf ,, Vorwärts!" Du geschrieben, Und prahlst, die Freiheit treu und fest zu lieben Und nie zu gehen mit den feilen Knechten! Hast selbst gesammelt einst für den Verbannten, Der von der Freiheit sang und Völkerrechten, Halfst einem Freiligrath um's Haupt mit flechten Den Lorbeer, den ihm freudig zuerkannten! Und dennoch sankit Du, gleich dem feigen Krieger, Du, einst Vorkämpferin der Denkergilde, Anbetend nieder vor dem Gößenbilde Und leckst die blut'gen Hände trunk'ner Sieger? Du einst von der Gewalt gefürchtet und verboten Als gold'ner Hort für alle deutschen Geister! Du Antipapst sonst. Dorn im Auge feister, Hochmüth'ger Pfaffen, Schrecken der Zeloten!! Schon Jahre sind nun hin, seit's Blut geflossen Jm Böhmerwalde, hat es Frucht getragen? Kann man im Ernst noch zu behaupten wagen, Daß jenes Blut zu Deutschlands Heil geflossen? Wo sind sie denn, Deutschlands Errungenschaften? Wo sind die Früchte jener blut'gen Saaten Und die Erfolge jener Heldenthaten Der durch den Tod Dabingerafften? BEERE bi fe gu bt te 1414 de be li gi te 2 in 18 sto m 11 fd bo al 1 gi in in ta थ Ε ri 15 Ein grauser Nothstand da und dort; Deutschland gespalten, Verfallen der Gewalt! die Steuern blühen, Stets höher wachsend, und vergebens mühen Die Völker sich, den Frieden zu erhalten! Und dennoch jenes eitle Schlachtenpreisen Aufreißend nur die kaum verharschten Wunden?! Hast Du kein würd'ger Thema denn gefunden, Als einzustimmen in der Schmeichler Weisen? Leipzig. di fe นา ge ei bf นา qu fe in Hierzu eine Beilage. B Druck und Verlag: E. W. Vollrath. Expedition: Windmühlenstraße 14. idt aut Det die Beilage zum Demokratischen Wochenblatt No. 32. Programm der Internationalen Arbeiter- Association. ( Fortseßung.) Indem wir zunächst unsere Anschauung mit dem Standpunkte der Wissenschaft in Uebereinstimmung zu bringen, unsere Grundsäße in Erläuterung und Verbreitung zum Gemein gute Aller zu machen trachten, wollen wir jederzeit, wo es die Berhältnisse ermöglichen, vom Idealismus zum Realismus, von der Theorie zur Pratis übergehen. Wir wissen wohl, daß dem Umschwunge der Dinge der Umschwung der Geister der Weltanschauung und Gerechtigteitsbegriffe -vorangegangen sein muß, daß wir mit dem Sturze der Tyrannei ererbter Vorurtheile, der Wegwerfung des Hemmschuhe fauler Gewohnheiten den Anfang machen müssen. Der gen Der ed irb Sav ἄφε richt ren Wenn wir für das allgemeine und direkte Wahl- und Stimmrecht, als eine der vornehmsten Waffen zur Erfämpfung der politischen Emanzipation der Arbeiterklasse einstehen, so wiffen wir sehr gut, daß zur richtigen Verwendung dieser Waffe, witt man sich nicht selbst damit verwunden, die rechte Kennt niß ihrer Handhabung und vor allen Dingen die volle Freiheit der Bewegung allgemeine Boltsbewaffnung gehört. Wie wir der angeblichen Nationalökonomie, aber eigentlichen Privatökonomie der Glieder der Bourgoisklaffe, die soziale Defonomie, die Defonomie des Gemeinwesens gegenüber stellen, so stellen wir unsern zu errichtenden Volksstaat, ale Ausdruck des Gesammt- Denkens, Wollens und Schaffens dem individualisirenden, die Gesellschaft in ihre Bestandtheile auf löfenden Herrenstaat gegenüber ja dem modernen Herrenstaat, wo Jeder sachgemäß für sein Dasein vereinzelt kämpfen müß, der Gemeinschaft sich aus Gnade annimmt, wenn er Beit hat", oder nebenbei seinen Privatinteressen einen Vorschub zu leisten hofft, in den Rathsälen mehr an seine Pribatspekulationen in Eisenbahnaktien, Baumwollenballen u. f. m., als and Volkswohl denkt, lieber Bankpräsident wird, als Regierungspräsident bleibt, eher sein Talent einer Salineverwallung verkauft, als einer Staatsverwaltung widmet, wo endlich in einem allgemeinen„, sauve qui peut"( es rette sich wer fann) Alles wild über einander stürzt, im ,, Kriege Aller gegen Alle" jedes Staatswesen zur Karrikatur, jede Gemeinschaft zum Schattenbild herabfinken muß, wo unsere Zustände stumpfem Chineſenthum anheimfallen müßten, wenn nicht eine regene rirende Jugendkraft die Kultur vor Untergang erretten und punkten emporheben würde. gen Gesellschaft praftigirt wird, nach dem Maße des Privat befizes, wobei man Geld und Gut mit Verstand und Kennt nissen, Dünfelhaftigkeit mit Ueberlegenheit, Uebervortheilung mit Berechtigung, Wilkür mit Freiheit, Vornehmthuerei mit seinem Geschenke u. s. w. verwechselt, gelten lassen; sondern wir wollen jedem Menschen ohne Unterschied die gleiche persönliche Freiheit verschafft wissen, indem ihm die geistigen und materiellen Mittel geboten werden sollen, sie in unabhängigkeit und Vernünftigkeit anzuwenden nur zu thun, was Jedem nüßt und Keinem schadet was, weil allgerecht, auch allvernünftig und allfittlich ist und jeden einfichtsvollen Egoismus zufrieden stellen wird. Nur wo Jeder durch materielle Unabhängigkeit so viel Freiheit wie jeder Andere ausüben kann, herrscht thatsächliche Gleichberechtigung und Allgerechtigkeit. Wie die derzeitige Theorie der freien Konkurrenz" in's Praktische überseßt, Kapitalmonopolifirung heißt, so bedeutet die Bourgoislehre von der persönlichen Freiheit" die Kapitalherrschaft Herrenfreiheit und Arbeitssklaverei knechtschaft. ( Schluß folgt.) Volksversammlung in Wien ( am 2. August.) VolksAls im Jahre 1865 zu Bremen Wien als der Ort bezeichnet wurde, an dem das dritte deutsche Bundesschießen abgehalten werden sollte, träumte wohl Niemand von dem bö sen Jahre 1866, in dessen Folgen die Zerreißung Deutschlands und der Ausschluß Desterreichs aus Deutschland liegen. Niemand ahnte, daß dieses dritte Schüßenfest auf einem den Ber trägen und staatlichen Verhältnissen nach nicht mehr deutschen Boden gefeiert werden würde, Niemand wußte aber auch, daß es nirgends auf so gut deutsche Weise gefeiert werden könne, als in dem Wien mit seinem tiefen deutschen Herzen und in dem belebenden Schatten des damals noch ungekannten Be griffes„ deutsch österreichischer Freiheit." Wenn man jemals daran gezweifelt, daß die freie Bewe gung jeglichen guten Elementes in dem heutigen Desterreich selbstverständlich sei, so dürften diese Zweifel im Verlaufe des Schüßenfestes wohl vollkommen geschwunden sein. Jedermann hat das Recht der freien Meinungsäußerung und Niemand denkt Diese Regenerationskraft kann aber nicht bei der durch daran, in dem massenhaften Zusammenströmen der Menschen servativen Bourgoisie, sondern nur bei dem unterdrückten nach zu erblicken; im Gegentheile ist man der Ueberzeugung, daß Umgestaltung fich sehnenden Proletariat der Arbeiterklasse das Bewußtsein des eigenen Werthes durch das Kennenlernen - im Schooße der großen Mehrheit des Volkes gesucht und gefunden werden eingestellt hat. ja die sich hierzu von selbst schon rüstig anderer Werthe nur gestärkt und geläutert aus diesem Feste hervorgehen werde. Und daß manch Saamentorn ins Feld geworfen wird von tüchtigen, braven Sämännern, daß man Die untrüglichen Gewährschaften für die Gristenz, Fort hoffen könne, es werde die grüne Saat in die Halme schießen pflanzung, das Recht und die Wohlfahrt des Einzelmenschen und gute volle Frucht tragen: den Beweis scheint uns die ge und der Familie, so wie für den Lohn quantitativer und strige Volksversammlung zu liefern, die zu Ehren der qualitativer Leistung ergeben sich durch die Gesammthaftbar hier anwesenden Mitglieder der deutschen Volkspartei von hiefeit aller Staatsmitglieder in engerem und aller Kulturvölker sigen Gleichgesinnten einberufen wurde. Die Versammlung in weiterem Sinne. wurde in den Gartenfälen des Sperl abgehalten und um Die persönliche Freiheit wollen wir nicht, wie sie der Borstellung der Bourgoisie zu Grunde liegt und in der heuti- dent des Bundesschießens Dr. Eduard Kopp, und ihm lag die höchst schwierige Aufgabe ob, eine Versammlung von circa 3000 Menschen zu leiten und glücklich zu Ende zu bringen. Die kleine Gesellschaft guter Preußenfreunde ,, der deutsche Volksverein" saßen compact Mann an Mann, ebenso 1200-1300 Mitglieder des Arbeiterbildungsvereins, geführt von ihren Vorständen, die um sicherer die Masse zu lenken auf der erhöhten Tribüne Plaz genommen hatten. Rings sonst im Saale vertheilt die verschiedenartigsten Bewohner und Gäste der Stadt Wien. Professor Richter hatte die Aufgabe, im Namen des Einberufungscomite's folgende Resolutionen zur Besprechung und somit Beschlußfassung als Gegenstand der Tagesordnung vorzulegen: Oder der national- liberalen Partei, die weder national noch liberal ist? ( Widerspruch und Beifall.) Nein, wir wollen uns der Demokratie anschließen. Geben Sie Ihre Zustimmung der Volkspartei wo sie be stehet und diese müssen wir stügen, denn sie will die Freiheit, die uns allein an das Ziel unserer Wünsche führt.( Stürmischer, lang andau ernder Beifall.) Resolution I: Die Versammlung verurtheilt die Zerreißung Deutſchlands, insbesondere die gewaltsame Ausscheidung Deutsch Desterreichs, welche gleicherweise die Machtstellung und den Frieden des Gesammt- Vaterlandes, wie das Deutsch thum in Desterreich gefährdet. Resolution II: Die Versammlung protestirt gegen die Lösung der deutschen Frage auf dem Wege der Anektionen und for dert die durch Selbstbestimmung aller deutschen Stämme zu No. Carl Mayer aus Stuttgart, welcher mit großem Beifall begrüßt wurde, äußerte, daß dem Südwesten, der gegenwärtige Zustand noch viel unerträglicher sei als den Desterreichern. Den südwestlichen Kleinstaaten, die nur als ein Object zur Ausgleichung von Wünschen und Ansprüchen anderer Mächte betrachtet würden, brenne die Noth auf den Nägeln, fortwäh rend seien sie der Einmischung des Auslandes ausgesezt und ein solcher Zustand sei unerträglich. Er entwickelt dann das Ziel der süddeutschen Volkspartei wie kurz zuvor auf der Red nerbühne der Schüßenfesthalle: ein Volksheer wie es die Schweiz raje besißt, eine parlamentarische Berbindung des Südens mit dem gent ganzen übrigen Deutschland, und entkräftet die ewig wieder fehrende Verdächtigung von nationalliberaler Seite, als stände ein Südbund im Interesse Frankreichs. Nun kam Trabert, dessen Rede in dem bedenklichen Sage ibließl Street 3 Gin tion. vollziehende Wiedervereinigung des ganzen deutschen Vater- gipfelte:„ Nachdem, was man bis jetzt in Kurhessen erfahren, liberal landes. Resolution III: Die Versammlung spricht der auf dieses Ziel gerichteten freiheitlich patriotischen Bestrebung der deutschen Volkspartei ihre Zustimmung aus und erklärt es für das eigenste Interesse unseres Volkes und Staates, diese Bestrebungen nachdrucksvoll zu unterstüßen. Zur Begründung dieser Resolutionen sagte Prof. Richter ungefähr folgendes: Das Schüßenfest ist der laute Protest gegen die Schöpfung vom Jahre 1866. Protest gegen den Ausschluß Oesterreichs aus Deutschland. Wir müssen es aussprechen, daß der Bruderkrieg vom Jahre 1866 ein Unglück für Deutschland war. Es war ein dynastischer Krieg, denn das Volk hatte ihn nicht gewollt. Im Jahre der Sistirung un serer Verfassung ist über unser Schicksal verfügt worden, wider unseren Willen. Wir sehen nun, daß das geliebte Gesammt- Vaterland in drei Stücke zertrümmert wurde, daß der Nordbund ein Sonderbund Daj sei man zu dem Resultate gelangt, daß es besser wäre, den Angestammten zurückzuführen als länger unter dem Militär stocke der Hohenzollern zu stehen und zu leiden." Die Ber sammlung schien nicht legitimistisch genug zu sein, um solche Wünsche ruhig hinzunehmen, und Trabert erfuhr lebhaften Wi derspruch; wahrscheinlich hatten seine Zuhörer die Ansicht, es, vermöge des geringeren Gefühles, das man den aufoctropi ten Fürsten entgegenträgt, zur Zeit der Noth leichter sei mit selbem fertig zu werden. Das tendro in Be haber Bogen Nun wurden zwei Amendements eingebracht, deren In halt in die Versammlung die furchtbarste Verwirrung herein trug, und die zu überdauern die größte Mühe nothwendig bedari wurde. bierzu gen trium Amendement Nr. I. von Angerstein aus Berlin einge mun ist, und wir erkennen, daß nur ein Großpreußen, oder nur ein Groß- Punkten des von Joh. Jacoby am 24. Mai 1868 aufgestell. bracht, lautete:„ Die Versammlung erklärt sich mit allen mecklenburg geschaffen worden ist, in welchem die Fundamentalrechte eines Volkes verlegt werden, das Budgetrecht, die Redefreiheit, das Vereinsrecht verkümmern. So wie Deutschland aber die Freiheit verloren, so hat es auch die Sicherheit des Friedens, die Vorausseßung aller geistigen und sozialen Entwicklung verloren, und das friedliche Volk, das im alten morschen Bunde eine Garantie des Friedens für Europa fand, ist jeßt ein Gegenstand des lauernden Argwohns des Auslandes und muß seine Sicherheit mit einer den geistigen und materiellen Aufschwung lähmenden, die arbeitenden Kräfte aushungerden Militärlast bezahlen.( Stürmisches Bravo.) Doch über die Zustände des Gesammtvaterlands mehr zu sagen, darf ich wohl Jenen überlassen, die erfahrener find als ich. Ich werde als Desterreicher nur über unsere Verhältnisse zum Mutterlande sprechen. Man hat Desterreich, das alte deutsche Land, das bereits die Blüte abendländischer Kultur entfaltete, als ein anderes gewisses Land noch slavisch und heidnisch war, diese Heimat der Nibelungen, dieses sargreiche Desterreich losgerissen von seinem Mutterlande, dem Lande, das Jahrhunderte lang ten Programms vollkommen einverstanden". nachg Gach insbe Amendement Nr. II. von Oberwinder, Groß, Hartung beiteb „ Die Versammlung verurtheilt die Zerreißung Deutschlands, insbesondere die gewaltsame Ausscheidung Deusch Desterreiche - Die Versammlung protestirt gegen die Lösung der deutschen höchst Frage auf dem Wege der Annerionen. Die deutsche Frage fann vielmehr nur im Sinne der Freiheit gelöst werden innigen Anschluß des Volkes an die Bestrebungen der euro päischen Sozialdemokratie". durch Hartung und Angerstein erklären vorerst, daß man einer Partei( der deutschen Volkspartei)(?), die fein sociales Pro gramm habe, nicht die Anerkennung aussprechen könne. Nun bringt das ehemalige Frankfurter Parlamentsmit diese tiefce Bolt die 1 weldy gang Teiche und Diefe Nied Man murt bea! die getra ofter wah eiger deut Ma nur mit dem Blute seiner Söhne die Stürme des Ostens von Deutschland glied Dr. Kolatschek den praktischen Antrag ein auf Wahl abgewehrt, uns, die wir 1000 Jahre lang politisch ein Reich waren, in Ursprung, Gefittung, Denken und Fühlen deutsch sind, losgetrennt. Wir man es gemacht? Es ist kein Geheimniß, meine Herren, daß heute noch die Agitation gegen den Südbund mit preußischem Gelde bezahlt wird.( Rufe: Nicht wahr: Beifall, Lärm.) Bis zur Stunde ist ihnen nur das eine gelungen, daß Desterreich aus Deutschland ausgeschieden ist. Aber welcher Mittel hat man sich bedient? Bundesbruch und Verrath.( Bravo, Widerspruch) Man hat Italien den Weg nach Wien gezeigt.( Stürmischer Beifall) Das Meer, das unser Lebensele ment ist, man bat gesagt, nehmt Euch's mit Triest.( Beifall und hef= tiger Widerspruch, furchtbarer Lärm. Der Redner muß inne halten, nach einer Pause): Sie werden das Insurgentenkorps des General Klapka nicht leugnen.( Stürmischer Beifall.)- Belcher Partei foll man sich nun anschließen? Jener, welche die Freiheit hingeworfen? Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Brauftraße 11. eines Ausschlusses, der sich mit der Gründung und Organis rung einer deutschen Volkspartei in Desterreich zu beschäf tigen hat. Leipzig. ( Schluß folgt). Druck und Verlag: E. W. Vollrath. Expedition: Windmühlenstraße 14.