Demokratisches Wochenblatt. 44 No. 37. Organ der deutschen Volkspartei. Leipzig, den 12. September. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Plage einhließlich Bringerlobn 122 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren M. Dolge am Markt, Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika 2c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook fraße und die Expedition d. Blattes C. W. Vollrath Windmühlenstr. 14. Für Dresden Filialexpedition F. W. Grellmann Wallstraße 10. Street, Grosvenor Square, London. die Mit Nr. 39 schließt das dritte Quartal unseres Wochenblattes, und wir bitten die geehrten Abonnenten, Bestellungen auf das neue Quartal rechtzeitig zu bewirken, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. icher Inhalt: Politische Uebersicht. Arbeitervereine in Nürnberg. Der fünfte Vereinstag deutZur Orientalischen Frage. Beilage: Vierter Jahres- Bericht des Generalraths der Internatio nalen Arbeiter- Assoziation. in Frankreich. Aus Deutsch- Desterreich. Zur Steuer der Wahrheit. - Arbeiter- Assoziation Politische Uebersicht. borige Woche der Allgemeine Deutsche Arbeiterver ein in Hamburg seine Generalversammlung abgehalten, Diesmal gebührt den Arbeitern der Vortritt. Nachdem ten nahm die Resolutionen des Leipziger Bororts an, nnd die Minorität wurde zum Austritt gezwungen, den sie würdelos bewerkstelligte. Das Nähere ist in unserem Bericht zu finden. Erwähnen wollen wir bloß noch, daß in Nürnberg zwei Abgesandte der Volkspartei in Schwaben zugegen waren, und daß die Besprechungen mit ihnen in jeder Hinsicht zu den günstigsten Resultaten geführt haben. Von Brüssel sind uns noch feine Correspondenzen zugegangen; so viel stebt aber fest, daß die Sache des Proletariats, welche die Sache der Demokratie ist, dort wesentlich gefördert ward. Da auch der Allgemeine ist, dort wesentlich gefördert ward. der blinde Personen- und Phrasenkultus erustem Nachdenken Bestrebungen der Internationalen Arbeiter- Assoziation erklärt hat, und Zeugniß dafür abgelegt hatte, daß unter den Mitgliedern Deutsche Arbeiterverein seine Uebereinstimmung mit den und wahrer Begeisterung für die Prinzipien der Sozialdemotratie zu weichen beginnt, traten am Sonnabend in Nürn so ist nun endlich ein Weg gefunden, auf welchem sämmtliche Arbeiter Deutschlands in geschlossenen Reihen brüderlich geeint berg die Delegirten der Vereine des Deutschen Arbei vorwärts marschiren fönnen. terverbands zusammen, und wurde am Sonntag in Brüssel der( dritte) Gongreß der Internationalen Arbeiter. An politischen Ereignissen war die Woche sehr arm. Ein Aufschub der Refruteneinstellung vom 1. Oktober d. J. bis Affoziation eröffnet. In Hamburg, Nürnberg und Brüssel zum Neujahr, nationalliberale Spiegelfechtereien gegen die ,, Re diefelben Bestrebungen, dieselben Ziele: Befreiung der Arbeit aktion", neue Einzelheiten über die Massenprügeleien in Duisdon den Fesseln des Kapitals, Beseitigung der Klassenherrschaft burg, Preßprozesse, Zeitungsbeschlagnahmen und Säbelexzesse und Lohnſklaverei, Schaffung eines auf Freiheit und Gleich berechtigung gegründeten Staats. Am stürmischsten, und -weil hier die Gegensäße auf einander plaßten auch am zu Dußenden das ist so ziemlich Alles, was wir aus dem Staat des deutschen Berufs" zu melden haben. Bloß der erste Punkt bedarf einiger Worte, weil es Gimpel giebt, die " wichtigsten war der Nürnberger Arbeitertag. Ursprünglich aus dem dreimonatlichen Aufschub auf eine friedliche Zukunft bon Schleppträgern der Bourgeoisie gegründet, hatten sich die schließen. Schade nur, daß die„ Norddeutsche Allgemeine Zei dem Berband angehörigen Vereine unter dem Druck der Ber tung" das Geheimniß ausplaudert, indem sie sagt, Frankreich ten zu vermuthen. Also Furcht vor Frankreich hat die Maßregel inspirirt. Arme Norddeutsche". Was half es De: hältniffe den modernen Jdeen nicht entziehen können; die Prin habe jezt feinen Grund mehr, bei Preußen friegerische Absichfipien der Sozialdemokratie gewannen immer mehr Boden, und Shon auf dem vorlegten Vereinstage in Gera fam eo l Reibungen zwischen den alten und den neuen Richtungen. In sterreich im Frühling 1866, daß es abrüstete und Böhmen Nürnberg war der Entscheidungskampf. Beide Parteien waren wohlgerüstet auf dem Play; und von der Bourgeoisie war kein Mittel verschmäht worden, um den auf ehrlichem Wege un möglichen Sieg zu erschwindeln. Wie systematisch sie ihre von Truppen entblößte? Wahrhaftig es giebt eine Nemesis - ,, mit demselben Maß, mit dem ihr gemessen habt, wird man euch wieder messen", heißt es in der Bibel. Wir wissen wohl, die meisten Zeitungen führen die betreffende Maßregel von, daß Preußen in Sachen des..herrlichen Kriegsheers" solche Motive hätte obwalten lassen? Gegner verdächtigte, ist unseren Lesern in frischem Gedächtniß. auf Motive der Sparsamkeit zurück; allein wer hörte je da Außerdem wurden Mandate und fleine Bereine fabrikmäßig angefertigt, um die Abstimmung zu fälschen. Jedoch alles umsonst. Rach heftigen Debatten wurden Diejenigen, welche die Arbeiter zu den Zweden der Bourgeoisie mißbrauchen und naéführen In Paris fetirt man den Herzog von Girgenti, Bruder des Erkönigs von Neapel. Viktor Emanuel wird diesen Wink wollen, vollständig geschlagen: die große Mehrheit der Delegir mit dem Baunpfahl verstehen. 290 Der Verfassungsrath des Cantons Zürich hat die Ab. schaffung der Todesstrafe mit 195 gegen 6 Stimmen beschlos= sen. Den Leuten fehlt es auch an Bismarck'schem., Liberalis. mus. In den Vereinigten Staaten geht die Rekonstruk tion ihren sicheren Gang; was von Ruhestörungen in den ehemaligen Rebellenstaaten geschrieben wird, ist zuverlässigen Berichten nach schamlos übertrieben, und der angeblich drohende zweite Bürgerkrieg" nur ein frommer Wunsch der Feinde der großen Republik Die Ueberbleibsel der besiegten Rebellen sind allerdings noch keineswegs mit den neuen Zuständen ausgesöhnt, und werden es wohl auch niemals werden, aber sie bilden nur eine von Tag zu Tag sich mindernde Minorität, die angesichts der gewaltigen Macht der Union ihre Wuth hinunterschlucken muß und sie höchstens in fleinen Aften der Brutalität und Bestialität zu äußern vermag. W Stolle worfe ganze über Den Stutt welch nen, und figeni einig berda Wurz tiona mit darf legte welch allen Fran fich d daß i legen fich b feien. aus natio be famn Die gung Jer 2 für auch und Arbei Vororts sogleich nach der Erstattung des Geschäftsberichts die Pro grammfrage gestellt war. Es wurden diesfalls Anträge eingereicht, dieselbe erst unter Nr. 9. zu seßen, sie ganz von der Tagesordnung entfernen, die Tagesordnung en bloc anzunehmen, einen vermittel den Weg einzuschlagen u. dgl. m. Dagegen sprach zunächst sehr ents schieden Hartung( Wien), der darauf verwies, daß gerade die Pro grammfrage es sei, welche dem diesmaligen Arbeitertage seine Bedeu tung gebe; er sei nicht Vertreter eines einzelnen Vereins, sondern De legirter des österreichischen Central- Comites der sozialdemokratischen Partei. Es würde in Wien Mitleid und Staunen erregen, wenn man Altersversorgung u. dgl. Palliative auf die Tagesordnung seßte, aber nichts von der Programmfrage wissen wollte, durch welche diejenigen Elemente ausgeschieden werden würden, welche die Arbeiter unter dem Scheine, etwas für sie thun zu wollen, irre führten. ( Crimißschau) ist ebenfalls der Ansicht, daß die reiche Vertretung ihren Grund in der Erkenntniß von der Wichtigkeit der Programmfrage habe. Für das Alter wolle man sorgen, aber nicht für die Jugend, deren Wohl wesentlich durch die Politik wie die Wehrfrage und andere Fragen bedingt würde. Simater( Stuttgart) will Spaltungen unter den Arbeitern vermeiden, sagt aber nicht, auf welche Weise. mann( Rüsselsheim) will Entscheidung zwischen Radikalismus und Palliativmitteln; die Art müßte an die Wurzel gelegt und der Beweis geliefert werden, daß man sich selbst helfen wolle, nicht aber unthätig jenen Herren die Fürsorge für den Arbeit überlasse, die ihnen zuriefen: Bekümmert euch nicht um Politik; wir thuns für euch! und die socias len Forderungen mit dem Bemerken abwiesen: Nur stille, nur ſtille, wir werden es schon machen. Hochberger( Esslingen. Wollte man das Programm nicht ganz von der Tagesordnung streichen, wie er antragt babe, so müsse er zwar die unausbleibliche Spaltung bedauern, aber die Sache müßte zum Austrag fommen, je eher, je besser Klarheit sei gut. Man solle offen mit ehrlichen Waffen fämpfen; das Wohl der Arbeiter stehen ja Alle nach ihrer guten Ueberzeugung wenn auch wohl der Kampf um Programme sie nicht aus ihrem ma teriellen Glend zu befreien vermag. Krause( Mülsen) stellt hierna Antrag auf en bloc Annahme der Tagesordnung. – Quik( Bentralpra fident der Arbeiterbildungsvereine der Schweiz): Wenn eine Berſtändi gung über das Programm nicht möglich, dann muß eben die Tren nung erfolgen, es geht nicht anders, denn vorher sind die Arbeiterbil dungsvereine nicht im Stande, etwas Entschiedenes zu leisten. anderes Programm als ein rein socialdemokratisches können die Arbe ter nicht annehmen, sofern sie sich selber helfen und nicht von Andern sich nasführen lassen wollen, Gott weiß wohin.- Ladendorf( Zürich): Wie wollen die Arbeiterbildungsvereine ihren Zweck, Bildung, erreichen, wenn sie nicht das höchste und entschiedenste Bildungsmoment, die sung der politischen und sozialen Fragen, die Fragen der Eristenz Lebens, zu allererst in Angriff nehmen? Kümmern Sie sich was zu allernächst um Sie ber vorgeht, was Sie so nahe berührt; fa sen Sie festen Boden für ihre Haltung und erschweren Sie sich durch Progammlosigkeit und Unsicherheit nicht ihre eigene Arbeit; ohne ent schiedenes flares Programm werden sie nie zu Ihrem Ziel kommen. Sonnemann( Frankfurt) beantragte die Niederseßung einer Com mision zur Ausarbeitung eines Programms, welches den ver schiedenen Ansichten soweit gerecht werden könnte, daß die Trennung vielleicht zu vermeiden wäre. Sein Antrag fand übrigens nur geringe Unterstüßung. Keine Compromisse! rief es von allen Seiten, und nachdem einige Redner, namentlich Butter( Schweiz. Repräsentant der französisch redenden Abtheilung der internationalen Association) sich in längerer Auseinanderseßung sehr entschieden gegen Sonnemann's Vorschlag erklärt, entschied sich die große Mehrheit für en bloc- Annahme Vor einigen Tagen fand in Hannover eine Todtenfeier" Lassalle's statt. Ein Herr Päß aus Hamburg hielt die Festrede, in der er, nach der Hannov. Volkszeitung" ,, die preußische Hegemonie befürwortete", sich dabei auf Lassalle berufend, ,, und die durch die Annerion in Hannover geschaffenen Zustände pries",., welche die Ausbreitung des Allg. Deutschen Arbeitervereins förderten." Wenn der Bericht wahr ist und der Deutschen Volkszeitung" können wir eine absichtliche Ent stellung nicht zutrauen so möchten wir fragen: Ist Herr Pätz Mitglied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins? Und wenn er es ist, was sagt der Präsident des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins zu einem solchen Auftreten, das mit den in Hamburg gefaßten demokratischen Resolutionen im schneidendsten Widerspruch steht? " Der fünfte Vereinstag deutscher Arbeitervereine zu Nürnberg( 5-7. September). Schon zur Vorversammlung, welche am Sonnabend Abends 7 Uhr in dem Saale des Arbeitervereins stattfand, waren die Vertreter von 89 dem Verbande angehörenden Vereinen erschienen. Es waren ferner vertreten der große sozialdemokratische Arbeiterverein in Wien, sowie der dortige Bäckergesellenverein, die Arbeiterbildungsvereine der Schweiz, die Internatiale Arbeiterassoziation, und zwar die deutsche und die französische Sektion, und der in London befindliche Generalrath. der Tagesordnung. Fin Gren daß cialer giebt und Gege Des 1 feine unfer des nicht um Das zur Urthe ei Ram Maß ausra werde Ford Te. durch parte 23iffe gegen geoifi entge fie? im C berri der Kennt gleid bes Alaji die der eben besteh Am Sonntag Morgen gegen 11 Uhr begann in dem Saale des Rathbauses die erste Sigung. Der Vorsitzende, Bebel, brachte zuerst nige eingelaufene telegraphische Depeschen und Zuschriften niß der Versammlung, worauf die Erstattung des Geschäftsberichts Borortes folgte. Nach demselben beträgt die Zahl der Vereine, Bebel, der Präsident des Vororts des Verbandes, übernahm den Vorsiz, die Anwesenden, besonders die Gäste aus der weiten Ferne be= willkommnend, und in wenigen einleitenden Worten darauf hinweisend, wie der vielseitige Besuch dieses Vereinstags ein bedeutsames Zeichen für die Wichtigkeit sei, welche man ihm beilege. Die Mandatträger lernten sich durch Einzelaufruf ihrer Namen und der Vereine, die sie vertraten, persönlich kennen. Zur ersten Diskussion führte alsbald der Abstimmungsmodus; es war fraglich, ob den Deutsch- Desterreichern, welche nicht Mitglieder des Verbandes werden können, und den andern aus der Ferne hergereisten Theilnehmern, welche es nicht sind, Stimmrecht zuerkannt werden solle. Auf Grund des§. 3. des Vereinsstatutes und seither gepflogener Uebung wurde nach längerer Diskussion bes schlossen, daß denselben nur berathende, keine beschlußfassende Stimme zufomme. Den Wiener Vertretern aber wurde das Stimmrecht gestattet, sobald sie den Anschluß ihrer Vereine an den Verband erklärten, da das Statut nur die nichtdeutschen Vereine ausschließt. Es folgt die Wahl einer Revisionskommission. Die hierauf in einem Einzelwahlgang vorgenommene Präsidentenwahl für die Verhandlungen er= gab das Resultat, daß von 94 abgegebenen Stimmen auf Bebel 69 fielen. Zum ersten Bizepräsidenten wurde Löwenstein aus Fürth mit 62, zum zweiten Bürger aus Göppingen mit 59 Stimmen gewählt. Die Kandidaten der Gegenpartei, Rögner aus Nürnberg, und Pfeifer aus Stuttgart brachten es in den beiden Wahlgängen nur auf eine unbedeutende Minorität. zum Verbande gehören, ungefähr 13,000 Mitglieder. Anwesend find 98 giltige Mandate mit 106 Vertretern. Es erhält hierauf der Refe Eine sehr lebhafte Debatte rief, wie vorauszusehen war, die Festsegung der Tagesordnung hervor, auf welche nach dem Vorschlag des rent für die Programmfrage das Wort: ins Schweichel( Leipzig). Meine Herren! Fasse ich die Gründe Für und Wider zusammen, welche in der gestrigen Vorversammlung laut geworden sind, ob ein Programm überbaupt von dem gegenwärtigen Tag aufgestellt werden soll oder nicht? so drängt sich die Nothwendig feit einer Klärung der Geister, von welcher der Vorort ausging, ausbl Run, mern tbut Nadel einen fbrän fich Grun dem er die Programmfrage auf die Tagesordnung seßte, nur noch ent schiedener auf. Klarbeit in Dem, was wir wollen und sollen, ist vor allem, was der Arbeiterklasse noth thut, und daß dieses Bedürfniß lebendig empfunden wird, davon zeugt die außerordentlich zahlreiche Versammlung in diesem Saale. Kein Vereinstag der deutschen beitervereine ist von einer so großen Anzahl von Abgeordneten besucht liche die J den l TO 14 U Des en et to g 15 E 1 T + 291/ en, wie der gegenwärtige. Es muß endlich eine Fahne aufgeworfen werden in dem Klassenkampfe der Gegenwart, um die ſich die ganze Arbeiterpartei schaaren kann, und erit, wenn man sich klar ist über das Ziel, dann kann man die ganze Kraft auf die Mittel wenden, dieses Ziel zu erreichen. Durchdringen Sie sich mit den Ideen, welche das Programm des Vororts enthält, und der Sieg gehört Jhnen, meine Herren. Den Jdeen widersteht man nicht auf die Dauer; fürzlich ist in dieser selben Stadt Nürnberg von dem Vorfißenden des Fürther Arbeitervereins es betont worden, wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika ihre Unabhängigkeit dem Umstande berdankten, daß die Idee der Freiheit in jeder Brust unausrottbar Burzeln geschlagen hatte. und nur Der Vorort schlägt Ihnen, m. H., das Programm der Internationalen Arbeiterassociation vor, weil es die Forderungen der Arbeiter mit Schärfe und Klarheit hinstellt, und weil es einer Standarte bedarf für die gesammte Arbeiterklasse der ganzen civilifirten Welt. Die legte polnische Insurrektion gab Beranlassung zu einer Versammlung. welche am 28. September 1864 in London statthatte; Arbeiter aus allen Ländern hatten sich dazu eingefunden: Engländer, Deutsche, Franzosen, Polen, Italiener. Es galt, Lord Palmerston zu bewegen, fich des unglücklichen Polens anzunehmen. Es konnte nicht fehlen, daß in dieser Versammlung von Arbeitern auch die besonderen Angelegenheiten der arbeitenden Klasse zur Sprache kamen und es ſtellte sich heraus, daß die Leiden des Arbeiters in allen Ländern dieselben feien. Gemeinsames Leid führte zu gemeinsamen Forderungen, und aus dieser Uebereinstimmung in der socialen Frage ward die Internationale Arbeiterassociation geboren, deren Programm auf der Ver= sammlung zu Genf im Jahre 1866 endgültige Billigung und Bestäti= gung erfuhr. Schließen also auch Sie, m. H., den Bestrebungen dieJer Association sich an, denn Ihre Leiden sind dieselben, folglich muß auch Ihr Ziel dasselbe sein. Die sociale Frage ist eine Weltfrage, und ihre Lösung kann nur gelingen der vereinigten Anstrengung der Arbeiterklasse aller Länder ohne Unterschied der Farbe, welche die Grenzpfäble tragen. Um der Gerechtigkeit willen wollen wir gern zugestehen, m. H., daß unsere Gegner nicht schlecht sind, weil sie sich der Lösung der socialen Frage entgegenstellen. Schlechte, von Haß erfüllte Menschen giebt es ebensowohl unter den Arbeitern, wie unter den Bourgeois und den Conservativen. Wir haben es in dem großen Kampfe der Gegenwart nicht mit einzelnen Personen zu thun. Demselben 3wange des socialen Gesezes, unter welchem der Arbeiter seufzt, müssen auch seine Gegner gehorchen, und das Interesse ist es, welches das Urtheil unferer Gegner fäscht, welches die Kapitalpartei irre leitet. Aber trifft nicht derselbe Vorwurf auch die Arbeiterklasse? wird nicht auch ihr Urtheil durch das Interesse und die Leidenschaft des entbrannten Rampfes getrübt? Gewiß, m. H.; aber es giebt ein Kriterium, einen Maßstab, welcher unverrückbar über die entfesselten Leidenschaften hin= ausragt, und dieser Maßstab, an welchem die Fehlurtheile corrigirt werden, ist die Wissenschaft. An diesen Maßstab gehalten, sind die Forderungen der Internationalen Arbeiterassociation keine Fehlurtheidurch Karl Marx hoch über die ökonomische Wissenschaft der Kapital: e. Die geschichtliche Erfahrung wie die Volkswirthschaft, welche partei hinausgehoben worden ist, sie stehen auf unserer Seite. Die Wissenschaft ist es, m. H., welche alle Einwendungen der Bourgeofie gegen die Forderungen der Arbeiterklasse in ihr Nichts zurückweist. Es ist eine boble Phrase, eine leere Redensart, wenn die Bourgeoisie der Arbeiterpartei die Heiligkeit der individuellen Freiheit" entgegenhält. Wohl ist die individuelle Freiheit beilig, aber wo iſt e? Freiheit ſezt gleiches Recht voraus; doch vergebens suchen wir im Staate nach der Gleichstellung der Arbeiter gegenüber den beiden berrschenden Klassen. Das größere Maß der Rechte, das größere Maß der Klassen im Munde führen, zur Willkür. Diese individuelle Freiheit leichheit stempelt die individuelle Freiheit, welche die herrschenden der Bourgeoisie heißt: Unantastbarkeit der Kapitalherrschaft! Und eben so nichtig ist die Warnung dieser Partei, nicht zu rütteln an den bestehenden socialen Verhältnissen; denn die Folge daven würde unausbleiblich eine Verschlimmerung der Lage der Arbeiter selbst sein. Run, m. H., ich wüßte nicht, was sich in deren Lage noch verschlimmern fönnte. Mehr als hungern kann der Arbeiter nicht und das thut er schon. Sie kennen ja das unerbittliche Lohngefeß; gleich der Nadel des Compasses weist es mit einer kleinen Schwankung nach der einen oder andern Seite stets auf den Nordpol des Hungers. Aber vielleicht beruht die Klage der Bourgeoisie, daß die Beschränkung der Kapitalherrschaft den Untergang der Industrie nach sich ziehen, den Nationalreichthum zerstören müßte, auf einem bessern Grunde? Nun, m.., in England ist nach langen Kämpfen die täg= liche Arbeitszeit auf 10 Stunden gefeßlich herabgemindert worden und die Industrie ist nicht zu Grunde gegangen, ebensowenig, wie es ibr Untergang bereiten wird, wenn auch bei uns in Europa die jüngste ben Errungenschaft der nordamerikanischen Arbeiter eine Thatsache und wie dort, so auch bei uns die tägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden her= abgesezt sein wird Gestatten Sie mir, das Schreckgespenst, welches die Bourgeoisie vor den Augen der Arbeiter vorüberschreiten läßt, vollends zu enthüllen! Ein gemäßigtes Organ der englischen Bourgeoisie weissagte im Jabre 1850, daß die Armuth in England auf den Nullpunkt finken würde, wenn Aus- und Einfuhr dieses Landes um 50% stiegen. Am 7. April 1864 konnte der Staatskanzler Gladstone das Parlament durch den Nachweis entzücken, daß der Gesammtwerth der englischen Ein und Ausfuhr im Jahre 1863 auf 443,955,000 Pfd. Sterl. an= geschwollen sei. Diese Summe ist ungefähr der dreifache Betrag gegen den von 1843. Aber zugleich mußte Gladstone zugestehen, daß die Arbeitslöhne inzwischen um keinen Pfennig sich vermehrt hätten. Se= hen wir genauer zu, welches die Lage des englischen Arbeiters war zur Zeit dieses ungeheueren Nationalreichthums, welcher Herrn Glad= stone förmlich berauschte! Das Parlament hatte, wie dies häufiger ge= schiebt, den Zustand der öffentlichen Gesundheit im Jahre 1863 untersuchen lassen. Der von Dr. Smith abgestattete Bericht, welcher auf Befehl des Parlaments im Jahre 1864 veröffentlicht wurde, constatirt zunächst das geringste Maß von Stickstoff und Kohlenstoff, welches unerläßlich in den Nahrungsmitteln vorhanden sein müsse, um einen Erwachsenen vor den Hungerkrankheiten zu bewahren) Diese Quantität von Kohlen- und Stickstoff stimmte mit der dürftigen Nahrung überein, auf welche die äußerste Noth die armen Baumwollweber thatsächlich angewiesen hatte. Die Seidenweber, Nähterinnen, Handschuhmacher, Strumpfwirker und andere Arbeiter erhielten nicht einmal die Rothstandsration der Baumwollarbeiter, die gerade binreicht zur Abwehr der Hungerkrankheiten. Noch schlimmer stand es auf dem Lande. Von den Familien der ländlichen Arbeiter nahmen mehr als 5 we= niger zu sich, als das nothdürftigste Quantum kohlenstoffhaltiger Nahrung, mehr als 3 weniger als das nothdürftigste Quantum stickstoffbaltiger Nahrung, und in 3 Landschaften war Unzulänglichkeit stickstoffhaltiger Speisen die Durchschnittskost ganzer Ortschaften. Es müsse darauf hingewiesen werden, fügt der offizielle Bericht hinzu, daß Entbehrung der nothwendigsten Nabrung nur mit großem Widerstreben ertragen wird und daß in der Regel große Nothdurft der Nahrung erst dann sich einstellt, wenn andere Entbehrungen vorangegangen find." Nach diesem offiziellen Berichte werden Sie es vollkommen wahr finden, wenn Hr. Gladstone in seinem Entzücken ausruft: ,, Diese berauschende Vermehrung von Reichthum und Macht ist ganz und gar auf die besigenden Klassen beschränkt." " Meine Herren, ich habe dieses Beispiel England entlehnt, weil dort die industriellen Verhältnisse am entwickeltsten sind und ein volltommneres statistisches Material uns zu Gebote steht als in Frankreich oder gar in Deutschland. Aehnlich, das wissen Sie, steht es in allen civilisirten Ländern in Frankreich, Belgien, Deutschland: auf der einen Seite der Nationalreichthum, der sich in dem Besiz Weniger befindet, auf der andern Seite die entbehrende Arbeiterklasse. Aber wie ist ein solches Verhältniß möglich, m..? Wissen wir nicht, daß die Arbeit die einzige Quelle alles Reichthums ist, wie sie zugleich das Maß aller Werthe ist; und dennoch darbt die Arbeiterklasse, während die Bourgeoisie den großen Reichthum unter sich vers theilt? Wenn der Werth jedes Produkts der Arbeit durch die darauf verwendete Arbeitszeit bestimmt wird, gleiche Arbeitszeit also gleiche Werthe erzeugt und es doch eine Thatsache ist, daß im Handel und Verkehr nur gleiche Werthe gegen einander ausgetauscht werden, woher kommt dann der Gewinn des Arbeitgebers, jener Gewinn, aus dem fich der Reichthum aufhäuft? Bis auf unsere Tage hat die Wissenschaft der Ursache vergebens nachgespürt; heute ist sie gefunden. Sie Alle, m. H., kennen das Gesez, welches den Werth der Arbeitskraft oder den Lohn des Arbeiters auf jenes Minimum bestimmt, welches unerläßlich ist zu seiner Unterhaltung, Wohnung und Fortpflanzung. Für diesen Lohn verkauft der Arbeiter seine Wochenarbeit. Nehmen wir an, daß der Arbeiter täglich 5 oder 6 Stunden arbeiten muß, um einen Werth zu schaffen, der seinem ohne gleichkommt. Aber arbeitet er nur diese Zeit? Keineswegs; er fährt fort zu arbeiten und verrichtet mithin neben der nothwendigen Arbeit, durch welche er seinen Lohn producirt, eine Mehrarbeit, die nicht bezahlt wird. Diese Mebrarbeit ist die Quelle allen Gewinns, allen Reichthums. Eine Woche kann nicht über 7 Tage ausgedehnt werden; aber jeder Tag gestattet eine Ausdehnung der Arbeitsstunden. Ist nun in der Woche, welche der Arbeitgeber kauft, der Arbeitstag zu 8 oder zu 18 Stun den gerechnet? Daß die Mehrarbeit, die nicht bezahlte Arbeitszeit die Quelle des Reichthums ist, ersehen Sie am besten aus dem Beispiele der ländlichen Frohnarbeiten des Mittelalters. Der Bauer mußte eine *) 1330 Gran Stickstoff und 28,000 Gran Kohlenstoff. Die Red. 292 bestimmte Zahl von Wochentagen für seinen Feudalherrn arbeiten; die übrigen Tage gehörten ihm. Nun wohl, durch jene Arbeit, die ihm nicht bezahlt wurde, blühte und gedieh das Gut seines Herrn, während er selbst Zeit seines Lebens ein armer Teufel blieb. Es ist das Verdienst von Karl Marg, den Gewinn und mithin den Natio nalreichthum als das Produkt unbezahlten Arbeitslohnes nachgewiesen zu haben. Die ökonomische Wissenschaft der Bourgeoisie ist vor seiner Beweisführung ohnmächtig verstümmt.*) Wenn aber der Arbeiter mehr Arbeit leistet, als er bezahlt erhält, wer wagt es, ihm die Gerechtigkeit seiner Forderung zu bestreiten, daß er seinen Antheil an dem Arbeitsprodukte erhalte? Nicht um eine Zerstörung des Nationalreichthums handelt es sich, sondern um eine gerechte Vertheilung des Arbeitsertrages. Das ist das sociale Problem, welches zu lösen ist, oder mit andern Worten: an die Stelle der Armuth, Ohnmacht und Unwissenheit, welche das Loos der Arbeiterklasse find, sollen Wohlstand, Bildung und Freiheit treten. meinsch Versammlungs- und Coalitionsrecht gewähren und an die Stelle stehenden Heere, welche unseren Schweiß nuglos verzehren, die Boll das r bewaffnung segen werde, wenn wir die Hände in den Schooß legen das in Werfen Sie einen Blick auf den Nordbund, einen Blick auf die Schwederfaß und dann verschließen Sie sich noch länger der Ueberzeugung, daß nciation der demokratische Staat den Forderungen der Arbeiterklasse gerecht werden vermag! Der demokratische Staat ist es daher, welchen erstreben müssen! Abe bom derfelb Redne fchreib ihen s Die p ofonor Thor Par bi fei Dr. S Di Antra all Greu taber Affoci Die Gelegenheit ist für die Arbeiterklasse so günstig, wie nie, politische Macht zu erlangen, Bourgeoisie und Demokratie, Rational Anlaß berale und Conservative bekämpfen einander um die Alleinherrsch voliti im Staate, und da feine der beiden Parteien stark genug ist, um Sieg an sich zu reißen, so buhlen beide um die Arbeiter. D, was v spricht man ihnen nicht alles, wie schmeichelt man ihnen nicht! nur wenn die Arbeiter eine festgeschlossene, ihres Ziels bewußte tei bilden, können sie mit dem Gegner unterhandeln, ohne Furcht terher betrogen zu werden; nur so ihn schließlich zwingen, daß er eingegangenen Verpflichtungen erfülle. Bei der jetzigen Zerriffenb und unflarheit unter den Arbeitern wird man nach dem Siege Zugeständnisse zurücknehmen, den Arbeiter mit Hohn hinwegweis oder im besten Falle zwischen die Ketten und seine wundgedrüche Glieder die Watte der Almosen schieben, der Suppenanstalten, Hop täler, Armenhäuser, Krankenkassen und Debattirvereine. Ein Erfol ist nur von der Einigkeit zu hoffen, wenn der deutsche Arbeiter den Arbeitern aller Länder, mit denen er die Leiden gemeinsam fest zusammensteht. Darum, m. H., nehmen Sie die Resolutionen Vororts an, die Ihnen den Anschluß an die Bestrebungen der Inte nationalen Arbeiterassociation empfehlen. Die Internationale Associa tion ist eine Macht, eine geschlossene Phalany, die in Europa bereits 60,000 Mitglieder zählt. Daß sie eine Macht ist, jüngst in Genf glücklich durchgesezte Strife der Bauhandwerker, beweist die Freisprechung der Arbeiter in dem Kohlenbecken giens, welche ohne die Anwälte, die ihnen die Association stellte, unfehlbar in den Gefängnissen schmachteten, weil sie es gewagt hatte Front gegen die Soldaten zu machen, die von den Arbeitgebern Das Programm der Internationalen Arbeiterassociation giebt die Mittel an, welche zu diesem Ziele fübren, zunächst Herabseßung der Arbeitszeit und Genossenschaften oder Cooperation. Wie vortrefflich die Strikes oder Arbeitseinstellungen sein mögen, um die Arbeitszeit berunterzusehen, so bedarf es wohl dafür keines Beweises, daß sie zu ihrem Gelingen, abgesehen von den unentbehrlichen Geldmitteln zur Unterhaltung der Feiernden, die unbeschränkteste Coalitionsfreiheit erfordern. Aber diese Freiheit ist in Deutschland nicht vorhanden; fie muß also erst erobert werden. Ferner wird die Cooperation, wie vortrefflich im Prinzip, wie nüßlich in der Praris, niemals im Stande sein, die Massen zu befreien und die Wucht ihres Glends merklich zu erleichtern, so lange sie auf den engen Kreis gelegentlicher Versuche einzelner Arbeiter beschränkt bleiben. Die Lage der Arbeiterklasse durchgreifend zu verbessern, das vermag die Corporation nur zu leisten, wenn sie in großem Maßstabe durchgeführt wird, wenn sie nationale Dimensionen annimmt. Die bis jept thätige Selbsthülfe muß zu diesem Zweck zur Staatsbülfe werden. Aber, m. H., unter Staatshülfe find nicht jene Almosen zu verstehen, durch welche Graf Bismard und seine feudalen Socialisten die Arbeiter an sich zu locken suchen. Nur der freie Staat, nur der demokratische Staat vermag zu helfen, denn sein Zweck ist die freie Arbeit gleichberechtigter Staatsbürger. Eben diese Conservativen sind es ja, welche im Verbande mit der Kapitalpartei Front gegen die Arbeiterklasse machen. Sie haben die Macht, und diese Macht muß ihnen entrissen werden, wenn die Fesseln fallen sollen, welche die Bestrebungen nach Verkürzung der Arbeitszeit, nach Aufhebung des Kapitalmonopols, nach Ausbreitung der Cooperation einschnüren. Der Arbeiter muß eine Stimme dort haben, wo bis jetzt über ihn wie über eine Sache entschieden wird, deren Nußen für die herrschenden Parteien allein in Frage kommt. Er muß politische Macht sich erringen. Aber es ist nicht allein die Ausbeutung seiner Arbeitskraft durch das Kapital, welche den Arbeiter zu Boden drückt. Auch der schwerste Theil der Steuern an Geld und Blut lastet auf ihm. Die für ihn unentbehrlichsten Lebensmittel find es, von welchen der Staat die größten Steuern erhebt, und nicht genug damit, reißt er ihn plößlich von der Arbeit binweg und zwingt ihn nicht nur die schönsten Jahre feiner Jugend unproduktiv in der Uniform zu verlieren, sondern auch für Zwecke, die nicht die feinigen sind und nie sein werden, seine gefunden Glieder und sein Leben einzusehen. Giebt es ein anderes Mittel für den Arbeiter, diese Uebelstände zu beseitigen, als daß er nach politischer Macht trachtet, daß er der Bourgeoisie und der Feudalvartei das Recht entreißt, ausschließlich Politik zu machen? Der Arbeiter muß gleichberechtigt neben ihnen stehen; er muß die Macht haben, dem Ehrgeizigen und Herrschsüchtigen, der ihn im 19. Jahrhundert in Krieg und Tod schicken will, um etwa dem Nachbar einen Feßen Landes zu entreißen, oder um sich den werblosen Lorbeer des Kriegsruhms um die Stirn zu flechten, entschieden zu widerstehen. Dann wird zugleich die Fessel gelöst, mit welcher die Kriegsfurcht die Welt läbmt und die fruchttragende Thätigkeit stört, da der Zustand von heute keine Garantie bietet, was morgen sein werde. Frieden ist es, was die Arbeit braucht und der Ehrgeiz der Dynastien ist es, der ihn, gestützt auf die stehenden Heere, fortwährend bedroht. Darum fort mit den stehenden Heeren, auf daß die Arbeit zu ihrem vollen Rechte gelange! Wer den Arbeitern sagt, daß sie sich nicht an der Politik zu betheiligen brauchen, um alle diese Uebelstände zu beseitigen, Brog Jbeen Бай lichun bel felche diger allein thun. nicht Dal felben Bel teiten jes eines wefen beweist aut sie gehegt wurden, um sie zur Annahme des gebotnen Hungerlohni zu zwingen. Nur wenn die Arbeiter aller Länder innig zusamme stehen, ist die Lösung der socialen Frage möglich, ist es möglich. auch sie gelangen zu Wohlstand, Bildung und Freiheit. Darum La sen Sie mich mit den Worten unseres Schiller schließen, die auf dem Rütli an der Wiege der Schweizer Freiheit ertönten, mit jenem Buruj dessen Beherzigung auch für Sie die Geburtsstunde der Befreiung zeichnen wird: Seid einig, einig, einig! be! ib bit Benedey bringt einen Antrag ein, welcher auf Verwerfung in Rede stehenden Programmes abzielt, jedoch den Bestrebungen der Thätigkeit der internationalen Arbeiterassociation Seitens Vereinstages Anerkennung ausgesprochen wissen will. Er motivirt damit, daß das fragliche Programm unklar sei und überdies für deutschen Arbeiterbildungsvereine noch nicht die Zeit gekommen sei, Association anders zu betrachten denn als Vorposten, als Pionier, jezt vorausgehe, aber später immerhin der Mittelpunkt der Arbeiterbef bungen werden könne. Part Drd diefer Stan len 2 lange Die ergiel nach wund ichen will. fächli Antr Arbe liche word feine und alleir der f Da des Programms; es sei ein ganz verkehrter Standpunkt, anzunehmen Lowenstein( Fürth) spricht für Annab wenn dürk daß die Arbeiterbildungsvereine ihre Aufgabe verfehlen, die Politik ins Bereich ihrer Thätigkeit ziehen: die Bildung nicht Selbstzweck dieser Vereine sein, sondern nur das Mittel, Bestrebungen für ein menschenwürdiges Dasein zu unterstüßen; dem ibr nachgeholte, früher nicht erhaltene Schulbankbildung habe nicht allein Werth; inmitten des politischen Kampfes und im praktischen Leben werde die dem Arbeiter nicht minder nothwendige Charafter- und litische Bildung erlangt, geläutert und befestigt. Was nüßt beiter die gediegenste Bildung, wenn er fie nicht dahin zu verwertb versteht, daß er die ungerechten indirekten Steuern, die Blutsteuer d Kriegs und so noch Anderes der Art von seinen Schultern wälzt? Di Politi Det weld jenigen, welche die Vereine mit allen Mitteln abhalten wollen, zu treiben, mögen die Verantwortung übernehmen, daß der Arbeit vielleicht dann einmal Politik auf der Straße treibt. Wenn man freien politischen Meinung die Gelegenheit nimmt, durch Belehrun Leidenschaft heranwachsen läßt, mögen Die die Folgen tragen, die sociale Bewegung, statt sie ihren natürlichen Verlauf nehmen der ist ein Verführer, welcher sie mißbrauchen will zu Zwecken, die ge- lassen, schließlich vielleicht in anarchische Bahnen drängen. Thorab gen ihre eigenen Interessen gerichtet sind. Er will sie mißbrauchen im Interesse entweder der Bourgeoisie oder der Conservativen. Oder glauben Sie, m. H., daß der parlamentarisch aufgepußte Absolutismus der Gegenwart uns volle Gleichberechtigung, allgemeines Wahlrecht, freies *) Vergleiche No. 12 und 13 des Demokr. Wochenbl.", wo dieses Die Red. Gesez eingebend behandelt worden ist." werd ( Oldenburg) bringt einen Antrag ein, wonach wegen noch nicht ve ständiger Verwirklichung des beim ersten Vereinstag aufgestellten Pr gramms von Aufstellung eines neuen Umgang genommen Krebs( Berlin): Er sei persönlich Mitglied der internationalen beiterassociation, er könne aber vorerst dem Berliner Arbeiterverei noch nicht zum Beitritt ratben, da die Ziele der Association noch ni gaben zu lösen hätten. Stuttmann motivirt zwei von ihm in G flar genug feien und die Arbeitervereine vorerst andere wichtige Mol belf recht chen da 9 uns Wor eigne idhaf Arbe faffer ejje Inte Poli ichle Mit unre Ans Mor wird gen ber bäud Men nall [ фар N pe meinschaft mit Eichelsdörfer und Sonnemann eingebrachte Amendements. Zoll Das wichtigste derselben geht dahin, daß die Versammlung sich nicht egen das in der Arbeiterhalle abgedruckte, von Joh. Ph. Becker in Genf weberfaßte irrthümlich als Programm der Internationalen Arbeiterassenciation bezeichnete Aftenstück aneignen solle, sondern einfach die drei bom Leipziger Vororte vorgeschlagenen Säße annehmen und auf Grund derselben sich der Internationalen Association anschließen möchte. Der Redner motivirte diesen Antrag damit, daß das Beckersche Sendschreiben viele Unklarheiten enthalte und leicht zu Mißverständnissen Unlaß geben könne. Das zweite Amendement will die Worte: die politische Bewegung ist das unentbehrliche Hülfsmittel zur ökonomischen Befreiung der arbeitenden Klassen, ersetzt wissen durch die Worte: politische Freiheit ist die unentbehrliche Vorbedingung zur Ab ökonomischen Befreiung 2c." Es sprachen nunmehr noch Feierabend, Thorade, Hochberger, Schulze( Hamburg), Rögner( Nürnberg), bir feifer( Stuttgart) gegen das Programm und für den Beneden'schen Antrag oder Tagesordnung; für das Programm Vahlteich( Dresden), Dr. Kirchner( Hildesheim), Hirsch( Berlin), Hartung( Wien), Greulich( Zürich), Liebknecht und der Referent. Ba r Du nb all cifen rfolg bat Def nter ocia Llein Det Dal Bel „ die 293 die geschändete deutsche Ehre wiederherstellt und gegenüber der Gewalt von oben her euch nicht als todte, widerstandelese Masse, sondern als lebenskräftige, charakterstarke Männer erweiset. Liebknecht. Keiner der Gegner hat unser Programm einer Kritik unterworfen, ich habe es daher auch nicht im Einzelnen zu ver= theidigen. Statt die aufgestellten Prinzipien zu bekämpfen, hat man an die Furcht appellirt. Der Appell an die Furcht findet keinen Wider= hall in deutschen Herzen", sagte ein großer Staatsmann", der für unfre Gegner eine sehr hohe Autorität ist. Der Appell an die Furcht vor dem Polizeidien er wird unfren Arbeitern nur ein mitleidiges Lächeln entlocken. Man hat uns ferner einschüchtern wollen durch das Wort: Ihr arbeitet der Reaktion in die Hände. Wir haben das Wort schon oft gehört. Und zwar im Munde der preußischen Fortschrittspartei. Es heißt nichts anders, als: wir wollen keine Aktion, und wozu dies in Preußen geführt, das zeigt die traurige Geschichte der letzten Jahre. Aus angeblicher Angst vor Reaktion hat man jede Aktion vermieden und der Reaktion, indem man ihr freies Spiel gab, so recht con amore in die Hände gearbeitet. Bei dem Vermittlungsantrag Bene dey's halte ich mich gar nicht auf. Die hier Anwesenden sind sich wohl Alle bewußt, die meiner Partei sind es unzweifelhaft, daß die Programm Frage zum Austrag kommen muß, und daß, wenn es heute nicht geschieht, der Vereinsverband einfach zu einem Siechthum von einem Jahre verurtheilt wird, und beim nächsten Arbeitertag die Trennung sich doch vollziehen muß. Die Frage darf nicht vertagt werden, wir werden keine Fortseßung des Compromisses mit den der Arbeitersache feindlichen Glementen dulden. Wir können heute unmöglich alle Reden wiedergeben und theilen daher znnächst nur diejenigen mit, in deren Besiß wir uns befinden. Hochberger erklärte zunächst den Werth der internationalen Association nicht kritisiren zu wollen, aber so viel stehe fest, daß ihre Jdeen in gegenwärtiger Zeit nicht die mindeste Aussicht auf Verwirklichung batten; sie seien eben ein Phantom. Warum man nun mit selchen Geschichten einen Verband sprengen wolle, der unter verstän diger, besonnener Leitung Bedeutendes leisten fönnte? Statt nuglofe Programme aufzustellen, solle man lieber etwas für die Consumvereine thun. Die heutige Geseßgebung in Deutschland verbiete allerdings nicht die Annahme des Programms und die Thätigkeit im Sinne desjelben, allein wie leicht könnten doch dabei gefeßliche Schwierig teiten und Collisionen mit den Behörden auftauchen? Die Aeußerung eines Borredners, daß die Arbeiter- Vereine, weil sie programmlos ge= wesen seien, ein Werkzeug für die Intriguen der national- liberalen Bartei geworden feien, weise er mit Entrüstung als Infamie zurück. ( Ordnungsruf des Präsidenten.) Die Arbeitervereine hatten sich eben dieser Partei freiwillig, ja fast unbewußt, angeschlossen, weil sie ihren Standpunkt für den richtigen hielten. Der Beitritt zur Internationa= len Association würde die schöne Blüthe der Vereine wieder auf eine lange Zeit zerstören und eine Reaktion der finstersten Art bervorrufen. Die Fürsprecher des Programms sprächen von Einigkeit, aber was sie tten aut obni mem Da erzielten, sei Trennung. rufe be Ded Def 狐 Dic Dat fres men ürf 314 Greulich: Wenn man sich durchaus allgemein halten will und nach dem Ausspruche der Gegner gar kein Programm nöthig ist, so wundert es mich, daß man nicht noch die katholischen und protestantischen Jünglings- und Gesellenvereine mit in den Verband bereinziehen will. Da dies nicht der Fall ist, so geben also selbst die Gegner thatsächlich zu: daß eine entschiedene Richtung nothwendig ist. Nach dem Antrag Benedey's, die internale Arbeiterassociation, als Vorposten der Arbeiter, aufzumuntern ohne mitzu handeln, ist doch nur eine lächerliche Inkonsequenz. Die Arbeiter sind bis jezt mit Phrasen beherrscht worden. Wer heute noch Selbst- und Staatshilfe trennt, beweist seinen Unverstand. Der Militärstaat tann nur den Junkern, Pfaffen und Kapitalisten helfen und muß uns Arbeiter ausbeuten, da er der besten Arbeitskräfte zu seiner Unterhaltung als blos fressenden Moloch braucht. Uns fann blos der demokratische Staat belfen, der Geld übrig bat zur Lösung der socialen Frage, zur ge rechten Erledigung der Schulfrage, und, meine Herren, in einem solda giebt es feinen Unterschied zwischen Selbst- und Staatsbülfe. chen Staate, wo die Interessen Aller zu gerechter Geftung fommen, uns in der Schweiz spricht kein Mensch mehr von diesen albernen Wörtern, was ich als Zeuge der Züricher Verfassungsbewegung aus eigner Erfahrung versichern kann. Dein eben the Die eite Det elde ab bell Bro Pert 儿 Lup Ber Bei ichaften als eine nothwendige Schule der Selbstregierung, in der die Arbeiter lernen sollen, die größte Genossenschaft, den Staat zu er= Wir betrachten die GenossenDer eigentliche Streitpunkt, um den es sich handelt, ist die Untrennbarkeit der politischen und socialen Bewegung. Keiner der gegnerischen Vorredner hat zu widerlegen versucht, was der Verichterstatter und Andre über die Lage der Arbeiterklasse, über die Ausbeutung der Arbeit durch das Kapital gesagt haben. Die im Bericht angeführten Thatsachen sind England entnommen. Der Eine oder Andere wendet vielleicht ein: ja das sind Englische Zustände." Nun Marg, an dessen großes, die Socialdemokratie zuerst wissenschaftlich begründendes Werk, das Kapital", sich keiner der sonst so lauten Bourgeois Dekonomen gewagt hat auch nicht mein Herr Borredner Pfeiffer bemerkt irgendwo, wenn es für Deutschland eine Statistik gebe, würde es sich herausstellen, daß die Lage der deutschen Arbeiter vielfach eine noch schlimmere sei, als die der Englischen. Die Streiflichter, welche hier und da auf unsre Arbeiterverhältnisse fallen, bestätigen das. Dr. Kirchner, der vorhin sprach, theilte als Resultat seiner Erfahrungen mit, daß ein Theil der deutschen Arbeiter nicht hinlängliche Nabrung mit ihrem Lohn kaufen könne, und darum physisch zu Grunde gebe. Eine Broschüre, die ein Sächsischer Arzt, Dr. Michaelis veröffentlicht hat, stellt fest, daß die mittlere Lebensdauer der Sächsischen Weber, Strumpfwirker u. s. w. zwischen 12 und 13 Jahren schwankt, also nicht die Hälfte des von Dr. Engel für Preußen ermittelten Durchschnitts erreicht, und daß diese ganze Bevölkerung aus Mangel an genügender Nahrung den langsamen Hungertod stirbt. Und einer Klasse, die sich in solcher Lage befindet, wollen Sie mit Palliativmitteln kommen, mit Consumvereinen u. s. w.? Da würde sich bestenfalls das Mährchen wiederholen: wenn das Brot von dieser Saat gebacken wird, ist das Kind längst todt. Hier können nur die Der Staat allein kann die soziale Frage lösen: den Gegensaß zwischen Kapital und Arbeit beseitigen, den Arbeiter, der jetzt verhungert, wäbrend er den sogenannten Nationalreichthum schafft, aus einem LohnSklaven zu einem freien Menschen machen. Aber der Staat ist heute in den Händen der besißenden Klasse; er ist die politisch organisirte Klassenberrschaft. Die Umformung des Staats im Sinne der Gleichheit und Gerechtigkeit ist daher die nothwendige Vorausseßung der Arbeiter- Emanzipation. Und das haben die deutschen Arbeiter endlich begriffen, und weil sie es begriffen haben, entfalten sie das Banner der Demokratie. Sie, meine Herren,( zu den Nationalliberalen gewendet) haben den Zusammenhang der volitischen und ökonomischen großen Mittel helfen. Die konzentrirte Macht der Gesammtheit, d. h. faffen und durch unmittelbaren Antheil der Gesetzgebung ihrem Inter- Fragen längst begriffen, und demgemäß Ihre politische Parteistellung esse und dem der ganzen Gesellschaft dienstbar zu machen: denn das Interesse der Gesammtheit ist maßgebend. Das ist freilich„ IdealPolitif, doch nicht unmöglich; um sie nun zu realisiren muß man fie Ichlechterdings ganz erfassen, ganz wollen und nur mit guten Mitteln anstreben. Wer Schmuß berührt, der besudelt sich, ein Ausdruck im Internationalen Programm: Wahrheit, Gerechtigkeit und unredliches Mittel zersetzt den guten Zweck und darauf bin zielt der Moral in Verkehr und Umgang mit allen Menschen." Diese Politik wird die Bruderliebe als neuen Faktor auf die Weltbühne brinder Gleichheit alles dessen, was Menschengesicht trägt, ein neues Gebäude errichten, in dem nicht blos die Auserwählten, sondern alle Menschen Plaz haben. Es ist Zeit, ihr deutschen Arbeiter, daß ihr genommen. Der Berrath, den Sie, die Sie sich Liberale nennen, dadurch, daß Sie sich zu Schleppträgern Bismarck's gemacht haben, an Jbren eigenen Prinzipien begehen, er findet feine Erklärung in der Thatsache, daß Sie an Ibren gesellschaftlichen Privilegien festhalten, den Arbeitern nicht gerecht sein wollen. Sie haben sich Bismarc in die Arme geworfen, um sich und Ihre Klasse seiner Hülfe ges gen die Arbeiter zu versichern. In Frankreich erlebten wir dasselbe. Sobald die Arbeiter nach der Februarrevolution mit ihren sozialen Forderungen hervortraten, verschloß die Bourgeoisie ihnen das Obr. die gen, fie wird die alten Tempel niederreißen und auf das Naturgesez Junischlacht kam; die Bourgeoisie badete sich in dem Blute der Arbeiter, fie fiegte und besiegte ihr eigenes Freibeitsideal. Das Fundament der Republik war zerstört, und wenige Jahre nachher küßte die Bourgeoisie die Zuchtruthe des von ihr gehaßten und verachteten Be 294 naparte, ganz wie die deutsche Bourgeoisie heute die Zuchtruthe Bismarks füßt. Und während Sie, meine Herren, Ihre politische Parteistellung wefentlich als Feinde der Arbeiter gewählt haben, muthen Sie ihnen zu, die politische Frage von der sozialen zu trennen! Die Arbeiter sollen fich mit Politik beschäftigen, Sie sind so gnädig, ihnen das zu erlauben, aber sie sollen in ihren Arbeitervereinen keine bestimmte ParteiPolitik treiben. Mit anderen Worten, sie sollen fortfahren. Ihre Politik zu treiben: die Politik der Bourgeoisie, der Feindin der Arbeiter. Von Ihrem Standpunkt haben Sie recht; so lange die Arbeiter Jhrem Wunsch gemäß handeln, sind sie an Ihrem Gängelbande. Und das muß nun enden. Weil die sociale und politische Frage untrenn bar sind, erheischt das Interesse der Arbeiter, daß sie sich von ihren socialen Gegnern auch politisch trennen. Gleich einstimmung mit dem Programm der International fish, Arbeiterassoziation*). Ra Preßf fchenr Worte steht, Dem 1) Die Emanzipation( Befreiung) der arbeitenden Klasse, muß durch die arbeitenden Klaffen selbst erobert werden aber Der Kampf für die Emanzipation der arbeitenden sen ist nicht ein Kampf für Klassenprivilegien und nopole, sondern für gleiche Rechte und gleid Pflichten und für die Abschaffung aller Klassen Als n herrschaft. Oder wollen Sie noch leugnen, daß Sie, die Bourgeois, soziale Gegner der Arbeiter sind? Können Sie leugnen, daß das, was Sie Nationalreichthum nennen, d. h. Ihr Reichthum von einem Proletariat erzeugt wird, welches Sie auf Hungerlöhne reducirt haben, und daß dieser Nationalreichthum" in Wirklichkeit Nationalverarmung ist? Wir haben hier einen Hauptvertreter der Bourgeois- Dekonomie( Herr Pfeiffer), hat er, ich meine nicht blos hier in diesem Saal- auch nur einen Bersuch gemacht, den von Mary geführten Beweis, daß das Kapital der Bourgeoisie das Produkt nicht bezahlter Arbeit, also eines an den Arbeitern begangenen Diebstahls ist, zu erschüttern? Auch kein andrer Vertreter der Bourgeois- Defonomie hat eine Widerlegung der Marr'schen Deduktion versucht man hat gegen Marr den bequemen Weg des Todtschweigens betreten; aber es soll Ihnen nicht mehr gelingen, und in Ihrem Schweigen erblicken wir das Eingeständniß, daß die Wissenschaft nicht auf Ihrer Seite ist, sondern auf unsrer. Genug die Zeit der Gänglung ist vorüber, die Arbeiter sind zur Erkenntniß gelangt, daß ihr Interesse nicht das der Bourgeoisie ist, und daß es politischer Selbstmord wäre, wenn sie sich länger von ihr ins Schlepptau nehmen ließen. Di Der ar Krant Kreife 2) Die ökonomische Abhängigkeit des Mannes der Arbemeinsc von dem Monopolisten( dem ausschließlichen Besizer) Arbeitswerkzeuge bildet die Grundlage der Knechtschaft richtur jeder Form, des sozialen Elends, der geistigen Herab würdigung und der politischen Abhängigkeit. Di 3) Die politische Freiheit ist die unentbehrliche Vorbedingun zur ökonomischen Befreiung der arbeitenden Klassen. soziale Frage ist mithin untrennbar von der polit schen, ihre Lösung durch diese bedingt und nur mögli im demokratischen Staat. Ferner in Erwägung: Es ist ein schwerer Kampf, den die Arbeiterklasse zu kämpfen hat. Aber das Ziel ist auch ein glorreiches: Befreiung der Arbeit von den Fesseln des Kapitals Abschaffung der Lohnarbeit, Durchführung des Cooperativprinzips, Niederwerfung der Klassenherrschaft durch Schaf fung eines freien auf Gerechtigkeit gegründeten Staats. Um den Kampf mit Erfolg führen zu können bedürfen wir einer festen Organisation. Eine Organisation ist aber nicht möglich ohne festes Programm. Man hat nns vorhin zur Einigung gemahnt. Gut Einigung mit den Freunden, aber Trennung von den Feinden! Meine Her ren! Nehmen sie den Antrag des Vororts an; er giebt uns die Möglichkeit der Organisation, und die Gewißheit des Siegs. Mit Bezug auf eine Aeußerung Pfeiffers erklärte Liebknecht noch: Hr. Pfeiffer fann es nicht verstehen, daß die Volkspartei, welche in Wien der Sozialdemokratie feindlich entgegengetreten, hier in Nürnberg die Sozialdemokratie unterstüßc. Das glaube ich gern, denn was er nicht verstehen kann, ist einfach nicht wahr. Die Volkspartei" als solche hat mit der gegenwärtigen Programmfrage absolut nichts zu thun; und die Volkspartei als solche ist in Wien den Arbeitern nicht feindlich entgegengetreten. Für das, was einzelne Mitglieder thun, ist die Gasammtheit der Partei nicht verantwortlich. Die Volkspartei in Sachsen, der ich anzugehören die Ehre habe, hat jedenfalls ihrer großen Mehrzahl nach das Auftreten der Arbeiter in der Eperlversammlung gebilligt. Die sociale Frage gehört überall auf die Tagesordnung, wo die deutsche Frage verhandelt wird. Die sozialistische Arbeiterbe wegung geht ihren eigenen Gang; sie ist durch und durch demokratisch, unfere aus ib würdig wir vo Klaf Rettun nur in die off fabrun Schlad nach it Brüs bier n mus u außerd ,, daß alle auf die ökonomische Emanzipation gerichtete Anstrengungen bisher an dem Mangel der Solidarita unfere ( Vereinigung) zwischen den vielfachen Zweigen der Arbeit jeden Landes und dem Nichtvorhandensein eines brüder lichen Bandes der Einheit zwischen den arbeitenden sen der verschiedenen Länder gescheitert sind; daß Emanzipation der Arbeit weder ein lokales, noch ein n tionales, sondern ein soziales Problem( Aufgabe) ist, Di wel iammte dem Sinne ches alle Länder umfaßt, in denen es moderne Gesellscha giebt, und dessen Lösung von der praktischen und theo tischen Mitwirkung der vorgeschrittensten Länder abhäng beschließt der fünfte deutsche Arbeitervereinstag seinen schluß an die Bestrebungen der Internationalen Arbeit Assoziation." 8 1 Die zweite Sigung am Montag dem 7. Septbr. wurde um eröffnet. Die Gegner des Programms fehlten. Zunächst wurde Antrag des Zwickauer Bolksvereins angenommen, welcher lautet: ..Die Volksvereine können mit gleichen Rechten Pflichten wie die Arbeitervereine in den Verband deutschen Arbeitervereine treten." demokratisch und sozialistisch sind überhaupt für mich identische Ausdrücke, und da die Arbeiter das Gros des Heeres der Demokratie bilden, ist es nicht an ihnen, sich der Demokratie anzu= schließen; sie sind die Demokratie, und die demokratische Volkspartei hat sich einfach mit der demokratischen Arbeiterpartei zu vereinigen. der A und de Grundi tionel und der Topas, worauf bergeite Ausbild Ar nalen 2 dort' be igloffen gierung Tathung Det und bedaue Der Borsigende verliest eine Einladung der Berner Friedens Freiheitsliga zum Besuche des Berner Congresses. Eich hoff der Internationalen Association, abzureisen genöthigt gewesen sei begrüßt die Versammlung in dessen Namen. anzeigen zu müssen, daß Herr Eccarius, Vertreter des Generalrath ( Dr Niethammer legirter der würtembergischen Volkspartei) fordert auf, Delegirte am 18. und 19. September in Stuttgart stattfindenden Congresse bet bauptet ganz Eu Cenat auf der Den 178 Sicherhe fretiren, gar ein Broßen deutschen Volkpspartei zu senden. Er erklärt sich mit den gefaßteachtet Beschlüssen einverstanden. Die Demokratie müsse sich zur Sozialdem fratie erheben, wenn sie eine ehrliche Demokratie sein wolle. Im Auftrag der französisch redenden Arbeiter in Genf Ansprache: perle Herr Bütter von Genf, zur Klärung der Programmfrage" folgent id Als Vertreter der Internationalen Arbeiter- Vereinigung der fra Gleid zösischen Sprache der welschen Sektion zu Ihnen gesendet, werde Ihnen sagen, was wir wellen: Unser Endzweck ist die Herstellung menschlichen Gesellschaft auf der Grundlage der Freiheit, der des Fleißes, des wirklich Geschaffenen. zuschreibt, sie wolle, nachdem die Klassen, die da heißen: Adel, gei Der den Sper gestern e trachteter 10 Uhr und ihr heit, der wirklichen Gerechtigkeit ohne Vorzug der Geburt der Natio nalität oder des Besizes, bei vollkommener Anerkennung des Talente - Es ist Unkenntniß der Tha sachen oder Verleumdung, wenn man der Arbeiterbewegung den Zw Bereinen haben 61 für, 32 gegen das Programm gestimmt), worauf liche Macht und Bourgeoisie, ihre Zeit der Herrschaft gehabt habe Die namentlich vorgenommene Abstimmung ergab die Annahme des vom Vorort vorgeschlagenen Programms mit den Amendements von Eichelsdörfer und Genossen mit 69 gegen 46 Stimmen( von den die unterlegene Fraktion unter Protest dus Lokal verließ und für Montag früh eine eigene Berathung ansette. Den Protest haben 25 Vereine unterzeichnet. Das angenommene Programm lautet wörtlich: Der zu Nürnberg versammelte fünfte deutsche Arbeitervereinstag erklärt in nachstehenden Punkten seine Ueberan ihre Stelle die Herrschaft der Arbeiterklasse herbeiführen. DI wollen durchaus nicht die Herrschaft irgend einer Klasse, sondern i ner des Grund d Bereine Program *) Dies ist, aftenmäßig festgestellt, der Wortlaut des ersten sus der angenommenen Resolutionen; jede davon abweichende Faffun wie sie von einigen Zeitungen und auch durch Wolff's Teleg. Burea mitgetheilt worden, ist unrichtig. D. Red. ernach miffioni Proteft Der Arbe ahrheit Protest b tionalen D t in rab ig en den alen 295 Gleichberechtigung Aller. Als einfache und nothwendige Folge ergiebt fich, daß wir die sogenannten bürgerlichen Freibeiten, wie Rede- und Preßfreiheit, Vereins- und Versammlungsrecht, Gleichheit vor dem Gee. Selbstbestimmungsrecht und Gewissensfreiheit als angeborne Menschenrechte anerkennen und zur Geltung bringen wollen. Was wir aber ebenfalls als natürliches Recht hinstellen ist das, was mit den la Borten: Keine Rechte ohne Pflichten, keine Pflichten ohne Me Rechte, auf der Fabne der Internationalen Arbeiter- Bereinigung steht, und was ins Volkswirthschaftliche überseßt annähernd heißt: Dem Produzenten gehört der Ertrag des Produzirten. Als nächstes Mittel zum Zwecke streben wir nach Aufklärung, besonders der arbeitenden Klasse über soziale Frage, ihre Verbrüderung zu gerbe meinsamemem Wirken. Ohne die Stüßen, welche Confum, Credit-, Krankenkassen und ähnliche Vereine zu Zeiten für einzelne Leute oder Kreise haben mögen, von uns zu weisen, können wir jedoch diese Ein- beitertag fuhr in seinen Berathungen fort. richtungen entschieden nur als Palliativ- Mittel betrachten, d. b. als Mittel, die wohl dem Individuum vorübergehend helfen, nie aber bei unſeren volkswirthschaftlichen Zuständen die Gesammtheit der Arbeiter aus ihrer gedrückten und abhängigen Lage zum berechtigten menschenwürdigen Dasein erheben können.- Es wäre unvernünftig, wollten wir von den uns in ihren Interessen feindlich gegenüberstehenden Klaffen Rettung verlangen. Wir sind deßhalb fest entschlossen, unser Heil gung Di oliti glid teten riti rbeit der Klaf chaft/ Deor ingt nur in uns selbst zu suchen und in dem Anschluß an solche Elemente, die offen Zweck und Ziel mit uns theilen. Durch lange und harte Erfabrungen gewißigt, wird der Arbeiter in Zukunft nicht mehr die Schlachten der Bourgeoisie, sondern seine eigenen schlagen. Was zunächst erreichbar und daher vorerst anzustreben wäre, darüber haben unfere früheren Congresse Ausschluß gegeben, und wird der jetzt in Brüssel tagende Gongreß sich noch weiter erklären. Ich nenne bier nur außer den bürgerlichen Freiheiten: Beseitigung des Militarismus und Einführung der Volkswehr mit demokraischer Organisation, außerdem Trennung der Kirche vom Staate, Reorganisation des geiammten Schulwesens in der Weise, daß es auch dem mittellosesten, dem Armen, möglich wird, seine natürlichen Anlagen im weitesten Sinne des Wortes zur vollen Ausbildung zu bringen. Ferner Pflicht der Arbeit für Alle, sei es Arbeit des Geistes oder der Werkstätte und des Feldes, Aufhebung aller indirekten Steuern, einschließlich Grundsteuern, und Einführung einer einzigen Steuer: der propor= tionellen Progressiv- Steuer. Die Ülebereinstimmung der Ideen und der Gesinnung unter den Arbeitern der verschiedenen Länder Gu topas, die Zustimmung der Arbeiter der amerikanischen Union ist es, worauf unsere Friedenshoffnungen beruhen: Wir wollen den Frieden Ausbildung des Volkes durch die Bolkssouveränität. weiter 8 11 e e auet Irath ( Dr Det hergestellt zur Entwickelung der Industrie und des Handels und zur Arbeiter Deutschlands! Heute tritt der Congreß der Internatio dort' vertreten sein. Die französischen Arbeiter haben deshalb benalen Arbeiter- Vereinigung zusammen. Alle Länder Europas werden Schloffen, troß des entgegenstehenden Verbotes der kaiserlichen Regiegierung, sich dort gleichfalls vertreten zu lassen, um sich an der Be Tathung ihrer Interessen zu betheiligen. Und dürfte es zu viel be= bauptet sein, daß diese Versammlung von Delegirten der Arbeiter von ganz Europas durch die Weisheit ihrer Beschlüsse ein schiedsrichterlicher Eenat von Europa zu werden verspricht? Ja, dieser Congreß wird ben 1789 und der geheiligten Interessen der Arbeit, welche Ordnung, auf der Grundlage der ewigen Prinzipien der französischen Revolution Sicherheit der Persen und Freiheit verlangen, den Völkerfrieden de= fretiren, und Europa wird die Beschlüsse dieses Congresses nicht unbeachtet lassen dürfen. Es liegt im Interesse aller Arbeiter, es ist sogar eine Ehrenfache für sie und ihre heiligste Pflicht, sich an dem Broßen Werke zu betheiligen, das zum Zweck hat: Dem Fe bet aßten Deme perle gent fran g ber Heid Ratio ented bab Bwed Bein aben geftern rachteten Die Errichtung der neuen, der wahren menschlichen Gesellschaft auf der Grundlage der Freiheit, der Gleichheit und Gerechtigkeit. den Herren Schweichel, Ladendorf, Liebknecht und Stolle, welche den Der Arbeitertag ernannte hierauf eine Commission, bestehend aus eingegangenen Protest prüfen und die dagegen für angezeigt Schritte der Versammlung in Vorschlag bringen sollte. Um 10 Uhr fanden die ausgetretenen Gegner sich in der Versammlung ein und ihr Vertreter verlas sofort den gefaßten Beschluß: Die Unterzeich ner des eingereichten Protestes halten fest an dem Programme, auf Grund dessen der deutsche Arbeiterverband sich gebildet, und können einem Bereine nicht angehören, der auf Grund des gestern angenommenen Brogramms besteht". In Anwesenheit der Herren erstattete Liebknecht hiernach Bericht über den Vorschlag, welchen die obengenannte ComBrotest drei bewußte unwahrheiten und eine Fälschung enthalte, geht miffion dem Arbeitertag mache; er lautet: In Erwägung, daß der Der Arbeitertag zur Tagesordnung über". Liebknecht wies diese UnWahrheiten sofort nach, indem er darauf aufmerksam machte, daß im Brotest behauptet worden, die Abstimmung sei mit Hilfe der InternaPa Fung Area ed. tionalen Association und der Volkspartei gemacht worden, während die Protestirenden wußten, und ja selbst den Beschluß mit gefaßt hatten, daß die Vertreter dieser Corporationen fein Stimmrecht hatten; daß im Protest unter den Unterschriften ein Wiener Verein( Bäckerge= sellen) aufgeführt worden, welcher nicht das Recht habe, zu protestiren, da er dem Verband nicht angehöre, zc. Der Vorsitzende Bebel bemerkte sodann auch zu der eben eingegangenen Austrittserklärung, daß fie unberechtigter Weise mit der Unterschrift des Lindauer Vereins versehen sei, der seit einem Jahre schon aus dem Verband ausgeschieden, und aurßerdem eine Reihe Unterschriften von Vereinen trüge, die erst in allerneuester Zeit dem Verbande beigetreten und noch keinerlei Beitrag für denselben geleistet haben. Diese verschiedenen leidenschaftslos konftatirten Thatsachen riefen bei den Versammelten des Arbeitertags eine lebhafte Entrüstung hervor, indeß die gegnerischen Herren ebenso unverkennbar verlegen unverzüglich den Eaal wieder verließen. Der ArSonnemann referirte hierauf im Anschluß an die früheren Verhandlungen über die Errichtung von Altersversorgungsfaffen; er hob die Schwierigkeiten hervor, welche sich einem selbstständig zu begründenden Institute entgegengestellt hatten und gab schließlich der Versammlung anheim, ob man nicht den Versuch machen wolle, nach Art der englischen Sparkassen durch Vermittelung der Post eine unter Staatsaufsicht stehende Anstalt zu errichten. Gegen diesen Vorschlag sprachen sich Liebknecht, Vahlteich. Greulich, Tropiß, Künzel u. A. aus, die alle mehr oder weniger sich dem Vorschlage zuneigten, allgemeine Gewert vereine der einzelnen Gewerbe nach Art der Trade's Unions und des deutschen Buchdruckervereins zu errichten und denselben die Alterversorgungs-, Kranken-, Wanderunterstügungs- Angelegenheiten zu übertragen. Herr Sonnemann zog hierauf seine Anträge zu Gunsten eines aus verschiedenen Anträgen combinirten Vorschlags zurück, worauf die Versammlung ihm für das reichhaltig beigebrachte Material ihren Dank durch Aufstehen zu erkennen gab. Der hierauf angenommene combinirte Antrag lautet: In Erwägung, daß das Anheimgeben der Verwaltung einer allgemeinen Altersversorgungskasse für Arbeiter an den bestehenden Staat den Arbeiter unbewußt zu einem tonservativen Interesse an den bestehenden Staatsformen bringt, denen er feineswegs Vertrauen schenken fann; in Erwägung, daß Kranken- und Wanderunterstüßungssowie Altersversorgungs- Kaffen erfährungsgemäß am besten durch Gewerksgenossenschaften ins Leben gerufen und er halten werden können, beschließt der fünfte Vereinstag. den Mitgliedern des Verbandes und speziell dem Vorort aufzugeben, für Vereinigung der Arbeiter in centralisirten Gewerksgenossenschaften thatkräftig zu wirken. Germann aus Leipzig referirt über die WanderunterstüßungsAngelegenheit und die Versammlung genehmigt seine folgenden Anträge: Der Vereinstag wolle den Verbandsangehörigen empfeh len, durch Deputirte des Ortes ein Collegium zu bilden, welches: 1) eine gute Organisation der Kassen, volle Selbstverwaltung, Bereinigung derselben nach Gewerken in Verbände und Besprechung der Kassen Interessen in einem geeigneten Organ, 2) Freizügigkeit innerhalb der Gewerkskassen und bankmäßige Bewirthschaftung des Krankenkassen- Kapitals, anstrebt, außerdem aber auch: 3) die Gründung solcher Kaffen anstrebt, an welchen Mangel i, d. h. für Handarbeiter, Dienstboten und Arbeiterinnen Bürger aus Göppingen beantragt: Der Vereinstag empfiehlt den Vereinen die Einrichtung von Herbergen und Arbeitsnachweisungen. Es wird hierauf eine Pause von 2 Stunden gemacht. Nach Wiedereröffnung der Sigung um 3 Uhr beginnt die Debatte über Beseitigung der indirekten Steuern. Referent Schibe ich el an Stelle des ausgeschiedenen R. Krebs aus Berlin) begründet die Re solutionen, welche von Mendel amendirt, in folgender Fassung angenommen werden. In Erwägung, daß sich die indirekten Steuern jeder Kontrole entziehen, indem sie in einer Weise erhoben werden, welche es dem einzelnen Steuerzahlenden fast unmöglich macht, die Höhe seines eigenen Beitrags zu bemessen; in Erwägung, daß die indirekten Steuern namentlich die allerunentbehrlichsten Lebensmittel belasten; in Erwägung, daß solche Steuern in den bestehenden Staatsorganisationen ein wesentliches Mittel sind, die Staatslasten hauptsächlich von den bevorzugten( herrschenden) Klassen auf die Arbeiterklasse abzuwälzen, beschließt der 5. Vereinstag deutscher Arbeitervereine: Der Verband solle mit unermüdlicher Thatkraft hinwirken auf die Beseitigung jeder indirekten Steuer und auf Einführung einer gerechten direkten Steuer, und ferner solle es daher der Verband seinen Mitgliedern zur Pflicht machen, bei allen Wahlen zur Gemeindevertretung, den Landtagen 2c. nur solchen Candidaten ihre Stimme zu geben, welche für die völlige Beseitigung der indirekten Steuern einstehen. In der Wehrfrage begründet Referent Liebknecht( an Stelle Bebels) folgende Resolution, welche einstimmig angenommen wird. Der Arbeitertag erklärt: Das System der stehenden Heere, wie es sich in fast allen Ländern Europas entwickelt hat, ist eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Geschäftsstockungen. Indem es den Völkern insgesammt ungeheuere Lasten auferlegt, die Steuern mit den Staatsschulden von Tag zu Tag erhöht, einen großen Theil der Bevölkerung in den besten und kräftigsten Lebensjahren ihrem Berufe und der Produktion entzieht, ist es zugleich eine wesentliche Ursache der herrschenden sozialen Noth und Massenverarmung. 296 Indem es ferner den Fürsten die Macht giebt, gegen den Willen und das Interesse der Völker Krieg zu führen, überhaupt den Willen der Völker zu mißachten, ist das ſtehende Heer die Quelle beständiger Kriegsgefahr und das Mittel dynastischer Eroberungskriege nach Außen und der Unterdrückung von Recht und Freiheit nach Innen. In Erwägung deſſen betrachtet es der deutsche Arbeitervereinstag als eine Pflicht der Arbeiter aller Länder, nachdrücklich und unausgesetzt mit allen Mitteln auf Beseitigung der stehenden Heere und auf Einführung der allgemeinen Volksbewaffnung hinzuwirken. Zugleich mit dieser Resolution wurden folgende beide Amendements angenommen. Zur Drientalischen Frage. Ein Briefwechsel. ( Fortsetzung). S. B. an Herrn G. Vogt. Geehrter Herr! London, 12. August 1868. N fabli 6. Str Bereits am 23. Juli hatte ich an Herrn Fiala, den Ver leger der„ Vereinigten Staaten von Europa" geschrieben, ihn be ersuchend, der Redaktion dieser Zeitung meinen Brief zu händigen, und allerdings mit der in meinem Namen zu ma chenden Bemerkung, daß er ohne irgend welche Veränderung 34 abzudrucken und ohne irgend welche Weglassungen". darf wohl annehmen, daß Herr Fiala Ihnen sofort bei Em tra Ihr Entschluß, den Abdruck nicht zu erlauben, sogleich gefaßt pfang den Inhalt meines Briefes mitgetheilt hat, und daß ge worden ist. Daß Sie eine Woche verstreichen ließen, ehe Sit ihn mir am 1. August fundthaten, ist für mich durchaus nicht gleichgültig. Den Vortheil muß ich jedenfalls hier feststellen, den Sie dadurch zu erzielen hofften, daß Ihre Weigerung nicht früher zugehen sollte, als bis etwa der Artikel 3ur br Orientalischen Frage" in No. 31 der„ Vereinigten Staaten von Europa" vom 2. Aug. erschienen war und bei mir ein getroffen sein konnte. Ich kann mich Ihnen für, was Sie mir ruj verpflichtet halten. Sie haben meine Uebersetzung eines die Berücksichtigung" meines Artifels nennen, nicht zu Dant fischen Tschernyschewskischen Originals aus dem Zusammen hange gerissen und lassen Sie unter Ihrer Fahne als h eigene Auffindung erscheinen. Ist das ganz loyal? Und eine solche Handlung nennen Sie eine Berücksichtigung"! be Wie ich, so wird auch das Publikum bis jetzt angenom men haben, daß für Alles, was in Ihrer Zeitung erscheint eine Richtschnur besteht, über die sich ein Redaktionsfomit verständigt hat, und daß ein solches Uebereinkommen gang 1) Amendement Kröber's: Der Arbeitertag empfiehlt allen sonders für die Behandlung der sogenannten orientalischen feinen Mitgliedern, bei Wahlen von Landtags- und Reiche ist. Nun sind Sie gütig genug, mir u tagsabgeordneten u. s. w. nur solchen Männern ihre erzählen, daß es nicht so ist, sondern daß Sie, je nach Belie Stimme zu geben, welche sich verpflichten, zum Zwecke ben Ihre Privatansicht, und grade über diese Frage" per der Erhaltung stehender Heere den Regierungen nimmermehr einen Groschen zu bewilligen. 2) Amendement Ladendorf's: Der Arbeitertag empfiehlt: a) Den Vorstand zu beauftragen, alle Mittel zu berathen und in Anwendung zu bringen, die dazu dienen fönneu, die in stehenden Heeren gemißbrauchten Arbeiter, namentlich die ländlichen, über ihre eigentlichen und höchsten Interessen aufzuflären. b) Die Volkswehrfrage mit der Erziehungsfrage zu verbinden und beide Fragen vereinigt auf die Tagesordnung des nächsten Vereinstags zu setzen. Nachdem die Prüfungskommission der Geschäftsführung während des abgelaufenen Jahres Bericht erstattet und dem Vorort die wärmste Anerkennung ausgesprochen hatte, ward Bebel mit 57 Stimmen gegen 2 auch für das nächste Vereinsjahr zum Borsigenden erwählt und Durch Acclamation folgende Vertrauensmänner ernannt: Bürger( Göppingen), Gich hoff( Berlin), Eichelsdorfer( Mannheim), Moteller ( Crimißschau), Sonnemann( Frankfurt), Günther( Speier) Trobiz( Dresden). Stuttmann( Rüsselsheim), Dr. Kirchner( Hildesheim), Löwenstein( Fürth), Oberwinder( Wien), Heinmann ( Koburg), Vahlteich( Dresden), Nos( Stuttgart), Krause( Mülsen St. Niklas) Bremer( Magdeburg). Ein Hoch auf Bebel in Anerkennung seines energischen und unparteiischen Präsidiums schloß um 6 Uhr die Sigung. Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. vers fünden, troßdem daß, wie Sie ganz richtig vermuthen ,,, nicht ,, Alle, die sonst mit uns sympathisiren, diese Ansichten theilen" Kommt nun Jemand, wie ich z. B., der ich als Aktionär mid nicht für unberechtigt halten konnte, auch meine Ansicht lauten zu lassen, und ersucht um Abdruck einiger einschlagen den Bemerkungen, so üben Sie Censur, unterdrücken die Wit theilung, plündern sie aber etwas aus, und suchen sich durch ein Briefchen, für welches ich Grund habe, Ihnen dankbar sein, aus der Bedrängniß zu helfen. Es ist jedenfalls gut, wissen, wie es mit der Leitung der Bereinigten Staaten vo Europa" beschaffen ist. " die iche Ro der 25005. Bef 61 hi SESSE fre Re De 15 fa die ift fo Be ich Troßdem Sie sich als Verfasser jener Artikel nennen, mir, wie Sie richtig fühlen,„ großes Aergerniß" verursachen, habe ich doch darum feinen Grund, meine Kritik über dieselben " zu ändern. Nur ein anderer Schlagschatten fällt durch 3r Geständniß auf den von mir kritisirten Gegenstand. Russisch Intriguen" find nicht nothwendigerweise direkt bezahlt oder überhaupt bezahlt; ihre Entstehung kann auch auf Rechnung von Unkenntniß und von Schwärmerei für liebliche Zukunft gebilde zu seßen sein. Leipzig. ( Schluß folgt.) Druck und Verlag: G. W. Vollrath. Expedition: Windmühlenstraße 14. Hierzu eine Beilage. hä gie La an da De น 2 au A