V Ro Ber po dht ibr 100 rel Di eile Be find Seife alen Ech Ent ert bi el ben el va elt lage ir n Demokratisches Wochenblatt. No. 49. Organ der deutschen Volkspartei und des Verbands deutscher Arbeitervereine. Leipzig, den 5. Dezember. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Blaze einschließlich Bringerlohn 121, Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren G. Hofmann, Brübl 40, G. Richter, Petersſteinweg 7, Leipziger Confumverein, Universitätsstraße, und die Expedition d. Blattes in der Wohnung des Herrn A. Bebel, Petersstraße 18. Für Dresden Filialexpedition F. W. Grellmann, Walstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Auſtralien, Südamerika 2c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Agent für London: 2. Duenfing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. An unsere Parteigenossen. Von jetzt an erscheint das„ Demokratische Wochenblatt" zugleich als Organ des Verbands deutscher Arbeitervereine, da laut Beschluß des Vororts des Verbands das bisherige Organ desselben, die " Deutsche Arbeiterhalle" zu erscheinen aufhört. Das„ Demokratische Wochenblatt" wird in dieser neuen Eigenschaft alle offiziellen Anzeigen und Bekanntmachungen des Vororts, sowie Berichte und Mittheilungen aus den deutschen Arbeitervereinen enthalten und dadurch in erhöhtem Maße in den Stand gefeßt sein, ein möglichst vollständiges Bild der Parteithätigkeit auf politischem und sozialem Gebiete zu geben. Um eine dieſem erweiterten Wirkungsfreis entsprechende Erweiterung des Blattes vornehmen zu können, richten wir an alle Parteigenossen die Bitte, für die Verbreitung des Temokratischen Wochenblattes" auf das Nachdrücklichste zu wirken. Nur burch eine thatfräftige Unterstügung aller unserer Freunde und Gesinnungsgenossen werden wir in der Lage sein, die Ansprüche, welche an ein Organ der deutschen Volks- und Arbeiterpartei gestellt werden können und müssen, zu befriedigen. Thue also Jeder seine Schuldigkeit! Der Ausschuß der deutschen Volkspartei in Sachsen. Inhalt: Politische Uebersicht. Unerhört. Selbsthilfe und Staatshilfe. Aus England. Vororts- und Arbeitervereins- Angelegenheiten.- Beilage: Ein Republikaner über die Arbeiterfrage. Internationale Arbeiter- Assoziation. Politische Uebersicht. Bismard der Kleine hat den Laufpaß erhalten: Herr Bratiano, des Hohenzollern- Knaben Karl tollpatschiger 25 oder gar 50,000 preußischen Zündnadelgewehren erwischen Minister, der das eilfte Gebot nicht beobachtete und sich mit ließ, mußte dem Zorn des Herrn von Beust zum Opfer gebracht werden. Bismarck der tommt er? oder kommt er nicht?' ist noch immer die große Andere weilt noch in Varzin, und: Tagesfrage des norddeutschen Kannegießerthums. Vor etwa 14 Tagen versicherte Herr von der Heydt im Abgeordnetenhaus, der Herr Bundeskanzler werde demnächst in alter Geistes- und und Körper- Gesundheit nach Berlin zurückkehren, und es rief diese frohe Botschaft unbeschreiblichen Jubel hervor unter den Anbetern des Blut- und Eisen- Heiligen. Wenn der Schöpfer" Der Vorort des Verbands deutscher Arbeitervereine. Wesen den durch die lange Abwesenheit der Kaße frech gewor denen kleinstaatlichen Mäuslein ihren Standpunkt klar machen. Der 30. November kam der Bundeskanzler nicht; da gegen statt seiner in der amtlichen Provinzialforrespondenz" die Notiz, er werde erst anfangs Dezember( nach bisheri ger Bestimmung am 2. Dezember)" zurückkehren. Ob die, eigenthümlicher Weise in einer Klammer mitgetheilte ,, bisherige Bestimmung" eingehalten wird, bleibt abzuwarten, und erinnern wir bei dieser Gelegenheit an die sinnreiche Kriegslist der alten Spanier, die ihren gewaltigen Kampfheld Cid"), als er gestorben war, auf sein Schlachtroß Babieca banden, so daß die Mauren den Tod des Gefürchteten nicht merkten und vor dem Leichnam die Flucht ergriffen. Der Kronprinz von Preußen nebst seiner Gemahlin befindet sich gegenwärtig in England, während der Kronpring von England nebst Gemahlin in Frankreich zu Besuch ist. Aus diesem Zusammentreffen kronprinzlicher Reisen ist das Gerücht entstanden, auf preußischen Wunsch habe die englische Regierung fich zur Rolle des Friedensstifters zwischen Frankreich und Preußen entschlossen. Kann sein. Daß Preußen den Frieden zu wünschen Ursache hat, ist gewiß, und nicht minder gewiß, daß England an der Erhaltung des Friedens den 30. November war der Bundesrath zusammengeladen. Kein Zweifel, der geniale Staatsmann" wird in der ersten Sigung den Vorsiz führen und durch sein imponirendes"( in die klassische Kuiraffieruniform eingeknöpftes und eingeschnalltes) schaften, die nicht selten zusammengehn) entpuppt hat. auf dem Continent intereſſirt ist. Aber was soll die englische *) Der fich beiläufig in neuerdings aufgefundenen Urkunden als ein höchst unromatischer Realpolitiker und Soldknecht( zwei Eigen Vermittlung nußen? Die drohende Lage Europas hat nicht in den Absichten einzelner Regierungen ihren Ursprung, son dern in dem Mißverhältniß der politischen Formen und Regierungssysteme zu den Bestrebungen und Bedürfnissen der Völker. Es giebt demgemäß nur Ein Mittel, die Kriegsgefahr abzuwenden, und das ist: die Aufhebung dieses Mißverhält nisses vor Allem die Allem die Herſtellung 208 demofratiſchen Boltsdes staats in Deutschland und Frankreich. Gerade die Furcht vor dem Volksstaat ist es aber, was den französischen Kaiser zu einer kriegerischen Politik hindrängt, und die preußische Regierung an einer nationalen und freifinnigen Politik hindert, die Deutschland so stark machen würde, daß es in dem französischen Kaiser keine Angriffepläne aufkommen ließe. Um erfolgreich zu sein, müßte die angebliche Bermittlung" das zweite Kaiserreich und den Norddeutschen Bund einfach abschaffen; und eine solche Vermittlung wäre der europäische Krieg, den sie verhindern soll. Oder glaubt man, die französischen und preußischen Gewalthaber würden um des lieben Friedens willen einen politischen Selbstmord begehen? Also weg mit diesen Kindereien. m Troß der glatten Sprache des österreichischen Roth buchs trop der nicht bestrittenen Thatsache, daß Herr von Beust auf Wunsch der preußischen Regierung Manches dieselbe bloßstellende aus der Sammlung weggelassen hat, findet sich doch in dem Veröffentlichten gar viel, was in Berlin übel verwerden muß, und den Beweis liefert, daß Desterreich aus tder Defensive( Bertheidigung) in die Offensive( Angriff) überzugehen beginnt. Mit großem Nachdruck wird hervorge hoben, daß der Prager Friede, um für Desterreich bindend zu sein, auch von Preußen beobachtet werden müsse, das ihn befanntlich längst gebrochen hat; daß Oesterreich mit den deutschen Südstaaten auf freundschaftlichem Fuße zu stehen wünsche, und daß für alle Gefahren, die aus dem längeren Offenbleiben der Nordschleswig'schen Frage erwachsen könnten, Preußen allein die Berantwortlichkeit zu tragen habe. Namentlich die letzte verdeckte Drohung hat die offizielle und offiziöse preußische Welt in Harnisch gebracht, und die ,, Kreuzzeitung" zu dem unklugen Wort verleitet, wenn die Nordschleswig'sche Frage zu einem 386 " Hoffnungen erweckte, ward böse und erklärte in einer beispiel los herausfordernden Rede, das Ministerium werde einen d feindlichen Beschluß des Hauses einfach nicht be achten. Dies beschwor eine wahrhaft tragikomische Aufre gung" hervor; der kleine Lasker beantragte eine Pause, damit die„ Aufgeregten" sich erholen könnten, wurde aber von Ja co by abgefertigt, ver troden meinte.„ Wir haben beut coby nur aussprechen hören, was wir seit Jahren er leben." Die Pause wurde verworfen, und ebenso der Au gabeposten von 1000 Thlr.( mit 191 gegen 160 Stimmen Die Antwort auf diesen parlamentarischen Spaß hat Leonhard im Voraus gegeben. für Die Confiskations- Rommission in Berlin( i mit Ausnahme Birchow's einstimmig für die Regierung vorlage ist!) will dem Ministerium nur 400,000 Thlr. Stieber und Freunde bewilligen. Der„ Norddeutschen" dünft das nicht genug, und sie entdeckt deshalb flugs, daß die fenagitation" sich nun auch der Polenfrage bemächtig hat; und es muß doch jedem preußischen Batrioten einleuchten, daß die vereinigte Welfen- und Polenlegion nicht mit lumpige 400,000 Thlr. erfolgreich zu bekämpfen ist. Im Vorbeigehn bemerkt: wenn Herr von der Heydt jüngst meinte, die Ge sammteinkünfte des dem König von Hannover und dem Ku fürsten von Hessen ge- nommenen Vermögens reichten gera zur Bestreitung der Ausgaben hin, welche durch die Agitation der genannten Fürsten nothwendig gemacht würden, so hätt er diesen Satz in verschärfter Form auf die Annerion überhaupt ausdehnen und sagen können: die annektirte Länder kosten uns mehr an Geld und an Macht, als sie und einbringen. " Eine der sehr wenigen an den nordeutschen Bund si knüpfenden Julufionen, welche das erste Jahr überdauert haben, lag in dem Glauben, die norddeutsche Bundespoſt fönne fein wie eine Seifenblase zerplaßt. Der in Hamburg erscheinende Beitung den Postdebit entziehen. Auch diese Illusion ist nun „ Freischüß" wurde im Lauf des Sommers in Mecklenburg Redal boter, und der( Bundes-) Oberpostdirektor ertheilte der tion des Blattes den Bescheid, daß in Folge des Bundespo Krieg führen sollte, würde ganz Deutschland auf Seiten Preu- geſeßes die Post zwar die Exemplare des„ Freischüß" anneh ßens stehen, das die nationalen Interessen vertrete. Die Kreuzzeitung" zeige uns, daß Preußen die nationalen Interressen vertritt, und dann wollen wir weiter mit ihr reden. Am wenigsten schonend für Preußen ist der Rumänien be treffende Theil des Rothbuchs ausgearbeitet. Nach einer Depesche hat Herr Bratiano zugestanden, daß der König von Preußen, in eigner Person die Erlaubniß des Czaren für den Transport der preußischen Zündnadelgewehre durch russisches Gebiet eingeholt habe. Dieses kompromittirende aus der Schule Schwaßen bewog die preußische Regierung, Bratiano's Rücktritt zu fordern ein Verlangen, dem auch, wie schon angedeutet, sofort willfahrt wurde. Erwähnt sei hier noch, daß die Bismard'sche Norddeutsche" Feuer und Flammen gegen das ,, treulose" Desterreich speit, und die Ungarn mit Zärtlichkeiten überhäuft, für welche sich diese jedoch in ihren Zeitungen unhöflichst bedanken. 1866 läßt sich nicht zum zweiten Mal spielen. Das merke sich das Großpreußenthum! men müsse, aber in Folge des Verbots, das die mecklenbu gische Regierung gegen das genannte Blatt erlassen, die Erem plare nicht an die Abonnenten ausliefern dürfe. Die Res nachstehende vom 19. November datirte Antwort: daktion wandte sich darauf an den Bundeskanzler und erhielt ,, Der Redaktion des Freischüß" erwidere ich auf das gefällige Schreiben vom 10. v. M., betreffend die Debitirung des Freischüß" durch die Bostanstalten innerhalb des Großherzogthums Mecklenburg Schwerin, unter Rücksendung der Anlage desselben, ergebenst, daß is die, in dem Bescheide des Ober- Postdirektors von Schwerin vom 19. August d. J. angezogene Entscheidung des Bundes- General- Poftamtes er aus den darin angeführten Gründen für zutreffend achte. Der Kanzler des Norddeutschen Bundes. In Vertretung: Delbrück." Man sieht, in Preußen verstehen sich nicht bloß die Richter aufs Interpretiren"( Auslegen). Also bis zum Ort ibrer Bestimmung müssen die Zeitungen nach dem Bundesgefeß fördert werden, aber nicht weiter. Es erinnert dies leb haft an das berühmte jusqu'à la mèr" be und Nach Das preußische Abgeordnetenhaus war am bis an's Meet das uns 1815 den Rhein bis an's Meer öffnete Dienstag der Schauplaß einer parlamentablen" Szene. Die Majorität, welche Kameele verschluckt aber an Mücken Anstoß uns das Meer durch die Holländer verschließen ließ. nimmt, sträubte sich gegen einen Ausgabeposten von 1000 Thlr. dem bundeskanzlerischen Bescheid steht es um den Zeitungs für Stellvertretung von Obertribunalsräthen, der den berüch- postdebit im Wesentlichen genau so, wie früher tigten Obertribunalsbeschluß( gegen die Redefreiheit der Abge- hat es sich auch hier wieder gezeigt, daß die schlechten JustizministerLeonhardt, der einst die kühnsten nationalliberalen haft in den Norddeutschen Bund" mit hinübergenommen ordneten) mit beleidigender Schroffheit ins Gedächtniß rief.„ Eigenthümlichkeiten" des ,, verrotteten" alten Bundes gewiffen und 1 t e er et et 10 70 # n 11 ge el worden sind. Wenn ein demokratisches Blatt den Redakteur en des Freischüz" auffordert, eine Beschwerde an den Berliner Reichstag" zu richten, so betrachten wir das natürlich nur als Feinen Scherz. 121 nit Während die österreichischen ,, Delegationen" in a Best ihre Geschäftsordnung im Sinne der Regierung erledigen, tund Herr v. Beust sich aufs Eifrigste bemüht, einen Ausgleich rmit den Czechen und Polen anzubahnen, verharrt das Bürgerministerium" in seiner reaktionären Politik gegenüber der Arbeiterbewegung. Das neueste Stückchen ist die Auflösung des sozialdemokratischen Komités", unter dem Vorwand, daß es als politischer Verein zu betrach ten und nicht vorschriftsmäßig angemeldet sei! Es ist dies eine thörichte Nergelei, welche die Bewegung nicht schwächen und die Arbeiter nur gegen die jeßige Ordnung der Dinge, der sie aufrichtig zugethan waren, erbittern wird. Dit 111 ft el igt en 19 Je De tte en 11. DC P 4 Aus Spanien gute Nachrichten. Großartige republitanische Demonstrationen in den wichtigsten Städten des Landes seßen es außer Zweifel, daß die Städtebewohner der Mehrzahl nach republikanisch gesinnt sind. Ueber die Stimmung der Landbevölkerung verlautet nichts, sie kann jedoch keine schlechte sein, sonst hätten wir von reaktionären Kundgebungen gehört. Den Republikanern kommt die Nathlosigkeit der probisorischen Regierung trefflich zu Statten. Prim hätte längst einen Staatsstreich versucht, allein die andern Generale gönnen ihm den Besitz der Gewalt nicht und wirken ihm systematisch entgegen; die„ liberalen" Waschweiber aber sind mit Phrasendrechselei und der Jagd nach Thronkandidaten vollauf beschäf tigt, so daß sie feine Zeit zum Handeln haben. In ihrer Ber legenheit hat die Regierung die Wahlen nochmals um vierzehn bis Mitte Dezember verschoben und damit den Republikanern einen nicht hoch genug anzuschlagenden Dienst geleistet. Zeit gewonnen, Alles gewonnen, sagt ein deutsches 3eit gewonnen, die Republik gewonnen! Sprichwort. Hoffentlich werden die Spanier sagen können: Tage - Orden und Papiergeld anDie Carlisten, die Anhänger der absoluten Monarchie, denen Isabella noch zu liberal war, haben von Paris aus, wo sie eine Fabrik von gelegt haben, eine Proflamation an das spanische Volk erlassen, in der es heißt:„ Die Wahlfrage faßt sich in zwei Wor ten zusammen: Royalisten oder Republikaner!" Das ist richtig. Entweder Gottesgnadenthum( denn das meinen die Carlisten) oder Republif. Ein drittes giebt es nicht für Spanien. In Frankreich dauert der„ Prozeß gegen den zweiten Dezember" fort. Die Regierung stürmt blind gegen die öffent liche Meinung an und hat in diesen Tagen erleben müssen, daß mehrere ihrer eigenen wohlbestallten und wohlbezahlten Richter demokratische Blätter freigesprochen und folglich das Kaiser reich verurtheilt haben ein Wunder, das bei den preußischen Richtern, namentlich den Richtern in Berlin", sicherlich allgemeines Schütteln des Kopfes" hervorrufen wird. Mazzini, der große italienische Patriot, war im 387 Ministeriums treten werde. Gladstone ist seiner bürgerlichen Abkunft wegen bei Hof keine sehr gern gesehene Persönlichkeit, und man glaubt allgemein, nach Annahme des mit Sicherheit zu erwartenden Mißtrauensvotums gegen das Torykabinet werde die Königin sich entweder an Lord Granville, oder an Lord Clarendon wenden, beides Männer, die nicht werth sind, Gladstone die Schuhriemen zu lösen, aber den Lordstitel haben. Inzwischen schöpfen die Torics Trost in dem Gedanken, daß ihre Gegner, obgleich unzweifelhaft in der Majorität, doch unter sich uneinig seien, und aus zu verschiedenen Glementen bestünden, um eine feste Regierung bilden zu können. Und hierin haben sie nicht ganz unrecht. Auch im vorigen Unterhaus hatten die Tories die Majorität gegen sich und behaupteten sich nur, weil diese Majorität selbst wieder in Minoritäten zerfiel. Im neugewählten Unterhaus ist die„, liberale" Majorität allerdings stärker um ungefähr 50, in allem beläuft sie sich auf 110-118 bei einer Gesammtzahl von 656doch sie ist eben so wenig gleichartig, und ein geschickter Parteiführen wie Disraeli wird leicht Gelegenheit finden, dieselbe zu spalten. Eine feste parlamentarische Majoritäts- Regierung wird überhaupt erst dann in England möglich sein, wenn die alten schon seit 30 Jahren verfochtenen Forderungen der„ Chartisten" durchgesezt sind, und eine wirkliche Volksvertretung ( mit allgemeinem Wahlrecht, gleichen Wahlbezirken und geheimer Abstimmung) die jeßige Klassen vertretung beseitigt hat. Am 26. November hatte hier unter dem Vorsiz Bebels eine Versammlung von Delegirten aller Leipziger Gewerke statt, welche nach längerer Debatte nachstehende von Liebknecht beantragte Resolution einstimmig annahm: ..Die Versammlung beschließt: die von der Majorität des Nürnberger Arbeitertags und der Majorität des Berliner Arbeiterkongresses gegründeten resp. zu gründenden Gewerks- Genossenschaften haben darauf hinzuwirken: 1) daß von beiden Seiten nach gegenseitiger Verabredung eine gemeinschaftliche Generalversammlung zum Behuf der Einigung und Verschmelzung berufen werde; 2) daß, bis eine Einigung und Verschmelzung zu Stande kommt, die beiderseitigen Gewerts Genossenschaften in ein Vertragsverhältniß zu einander treten, sich namentlich mit ihren Kaffen gegenseitig unterstüßen und wo möglich einen gemeinsamen provisorischen Ausschuß wählen; 3) daß beide Theile unter allen Umständen jede Gemeinschaft mit den Hirsch Duncker'schen Gewerks- Genossenschaften zurückweisen, die, von Feinden der Arbeiter gestiftet, feinen anderen Zweck haben, als die Organis sation der Arbeiter zu hintertreiben und die Arbeiter zu Werkzeugen der Bourgeoisie herabzuwürdigen." Der Zweck dieser Resolution ist klar: Ermöglichung eines Zusammengehens aller Arbeiter, welche die Fesseln des Kapitals zerbrechen wollen. zerbrechen wollen. Auf dem Berliner Arbeiterkongreß wurde Rovember schwer frank und wurde sogar schon todt gesagt. die Gründung von Gewerks- Genossenschaften mit diktatorischer Nach Briefen seiner Freunde befindet er sich aber jetzt auf dem Wege der Besserung, und darf seine vollständige Genesung er Spize beschlossen. Die Majorität des Nürnberger Arbeitertags will Gewerks- Genossenschaften mit gleichem Ziel, aber sie weist aus prinzipiellen Gründen die diktatorische Spize zurück, und kann Der Papst hat sich soeben wieder als„ Stellvertreter Christi" deshalb nicht in die nach dem Berliner Statut zu stiftenden bethätigt, indem er zwei wegen eines politischen Verbre Genossenschaften eintreten. Der einzige Weg, eine 3ersplittechens( In die Luft Sprengung einer Kaserne) zum Tode verur theilte Freischarler unbarmherzig hinrichten ließ. Wer mit dem Schwert tödtet, wird durch das Schwert untergehen. Die neuesten Berichte aus England stellen es als unwahrscheinlich hin, daß Gladstone an die Spiße des neuen rung zu vermeiden, ist, was obige Refolution verlangt: daß beide Theile die Entscheidung der Spißenfrage" einer gemeinsamen Generalversammlung anheimstellen und bis zu erfolgter Entscheidung in ein Vertragsverhältniß zu einander treten, wie dies bei den englischen Trades' Unions vielfach der Fall ist. Diesen einzigen Weg hat nun Hr. v. Schweißer, der dikta torische Präsident der nach dem Berliner Statut zu stiftenden Gewerks- Genossenschaften, einstweilen versperrt. Statt die dargebotene Hand anzunehmen, fordert er(..Sozialdemokrat" 141) seine Anhänger auf, jedem Versuch, Gewerks Genossenschaften auf Grund des vom Vorort deutscher Arbeitervereine veröffentlichten Statute zu gründen, entgegenzuarbeiten, und liefert damit den unumstößlichen Beweis, daß ihm an der ,, Diktatur" sehr viel, und an den Gewerks- Genossenschaften sehr wenig gelegen ist. Was uns anbelangt, so werden wir unbeirrt an dem betretenen Pfad fortschreiten, und uns jedes Störenfrieds zu er wehren wissen. Und unseren Freunden rufen wir zu: An's Werk! In Kassel ist ein Volksverein für Kurhessen geAus der bayrischen Pfalz schreibt gründet worden. man uns unterm 30. November: Gestern traten zu Haardt, bei Neustadt, eine Anzahl Männer zusammen, um die Volkspartei zu organisiren. Man einigte sich über ein Programm, welches jedem einzelnen Volksstamm das Selbstbestim mungsrecht sichert, und beschloß mit der Bildung von Volksvereinen vorzugehen. Man wählte einen leitenden Ausschuß, bestehend aus: Hohle, K. Gelbert, A. Wagner, Ph. Rohr, Ph. Schmitt und A. Kröber von Kaiserslautern; Lehmann von Neustadt; Scheu von Stendenbühl; Feist von Mußbach und Plelten von Speier." Selbsthilfe und Staatshilfe. II. Es bleibt uns noch ein letztes Mittel der sogenannten Selbsthilfe, das der Cooperativ oder Produktivgenossenschaften zu betrachten übrig. Der Gedanke durch derartige Genossenschaften die Arbeiter zu Produzenten auf eigne Rechnung und Gefahr zu machen, ging von England aus und erzeugte den Wechselbalg, welchen die englische Bourgeoisie der kommunistischen Idee des Robert Owen unterschob. Dieser Wechselbalg ist am bekanntesten unter dem Namen ,, Pioniere von Rochdale." Ursprünglich ein Consumverein, welchen die dortigen Arbeiter von ihren Ersparnissen gegründet hatten, entwickelte sich derselbe durch die Begünstigung der Bourgeoisie allmählig zu einer Produktiv388 zweige der Produktion handelte, an der Feindseligkeit Bourgeoisie, der Regierung und dem Mangel an Kapital. " nid male in gebe Als Herr Schulze aus Delizich durch die schonungslo freier Kritik seiner Gegner aus seiner gemüthlichen Thätigkeit alleicht Wohlthäter der Arbeiter jäh aufgeschreckt wurde, griff er na trate den Pionieren von Rochdale," um der nun auch in Deut Schi land laut werdenden Forderung von Staatshilfe gegenüb nalö den Beweis zu führen, daß es einer solchen zur Errichtun eben von Corperativ. oder Produktiv Genossenschaften gar bedürfe.„ Selbsthilfe! Selbsthilfe, die thute, meine Herren bien Am 21. Juni 1863 fonnte er dann auch dem Berliner alist beiterverein triumphirend verkünden, daß er von seinen Freut zu den, den Fabrikanten, Banfiers u. f. w. ganze 100,000 bentu zur Gründung von Gooporativgenossenschaften aufgetriebe habe. Daß es nur 100,000 Thlr. waren, die übrigens genug ebenso erfolglos verpuft waren, wie die Summen, weld fur die preußische Regierung etwa um dieselbe Zeit einer Gesel schaft schlesischer Weber überantwortete, liefert den Berei daß die Kapitalpartei die Furcht vor dem Bösen, der in d Jdee der Cooporativgenossenschaft steckt, nicht los wird, wenn er in der harmlosen Gestalt der Musterknaben Rochdale seine Aufwartung macht. ball icha b. T fan nad fcha felb bon fran feit br zub| cin Große Männer sind über Kleinlichkeiten erhaben, und darf es uns denn nicht wundern, daß der Apostel der Selbsthilft bei seiner Freundin der Bourgeoisie betteln geht, um die fehlbarkeit seines Systems zu beweisen und die Arbeiter dem Fabrikanten zu machen. felb Damit wären die Produktivgenossenschaften vom Stand punkt der Selbsthilfe aus durch deren eigenen Erfinder verurtheilt. Aber auch abgesehen von dem glänzenden Wide spruch, in welchem Herr Schulze mit seiner Lehre gerathen: mu Lo felb vor Det auf tiv uni die da fan hil gemadt be den wie sollen denn die Arbeiter aus eigenen Mitteln das zu Cooperativ- Genossenschaften erforderliche Kapital aufbringen Oder glaubt man, daß die Arbeiter aus reinem Eigenfin sich nicht in Producenten für eigne Rechnung verwandeln wollen? Die vereinzelten Versuche, die gegenwärtig werden, sind ein Kampf auf Leben und Tod, der mit dem Untergang der Associationen enden muß, wenn ihnen nicht b sondere, außerhalb jeder Berechnung liegende Glücksfälle Hilfe kommen. Es ist der Kampf des Groschens gegen Thaler, und dazu kommt, daß diese Associationen ihren gliedern höhere Löhne zahlen müssen, als die Bourgeois ihr siegreich überstehen; angenommen, daß sich die Zahl der stehenden Cooperativ- Genossenschaften verhundertfache, so ist deutlich, daß dadurch nur denjenigen Arbeitern geholfen welche so glücklich waren, das nöthige Betriebskapital in gend einer Weise aufzutreiben. Wit Association im großen Maßstabe. Die Bourgeoisie bezweckte Arbeitern zahlen. Aber selbst angenommen, daß sie den Kampf durch die Pioniere von Rochdale" den Arbeitern den Beweis zu liefern, daß sie durch ihre eigenen Anstrengungen in die Reihen der Kapitalpartei eintreten könnten. Natürlich hütete sie sich in den Reclamen, die sie unermüdlich in der Presse für ihre Musterknaben von Rochdale machte, ein Wort von den Unterstüßungen einfließen zu lassen, durch welche diese Association ihren Aufschwung genommen hatte. So ist es ihr denn auch gelungen, manchem Gimpel die Augen zu verblenden. Mit welcher Macht der Gedanken Robert Owen's, durch Gooperativ- Arbeit der Gewalt des Kapitals einen Damm entgegen zu, bauen, schon viele Jahre bevor sich die„ Pioniere von Rochdale" aufgethan hatten und Herr Schulße aus Delitzsch eine Ahnung davon hatte, daß er zum socialen Apostel berufen sei, in die Arbeiterklasse auch auf dem Festlande eingedrungen war, davon zeugen die Bestrebungen der französischen Arbeiter in den Jahren 1848 und 49. Auch in Deutschland fehlte es nicht an derartigen Versuchen der Arbeiter in kleines rem Maaßstabe. So wurden 1849 in Königsberg drei Asociationen: der Tischler, Schuhmacher und der Schneider gegründet. Sie scheiterten, wie die großartigeren Plane in Frankreich, wo es sich um die Organisation ganzer Gesammt be dod wird ges Es wird also durch die Cooperativ- Genossenschaft im gün stigsten Falle nur einem kleinen Theile der Arbeiterklasse holfen, und von einer Lösung der socialen Frage ist nicht die Rede. Ja, die Lösung wird durch sie vielleicht noch erschwert indem sie, gezwungen in das gegenwärtige Wirthschaftsver hältniß und die bedenkliche Produktionsmethode der Bourgeoi sie einzutreten, nur dazu beitragen das rasche Anschwellen de Kapitals noch zu befördern. Man kann daher nur den fol genden Satz unterschreiben, den Karl Marr in der von ihm entworfenen Einführungsadresse der Internationalen Arbeiter Association ausspricht: ..Die Erfahrungen der Periode von 1848 bis 1864 ba ben über allen Zweifel festgestellt, daß Cooperativarbeit, mir ausgezeichnet im Prinzip und wie nüßlich in der Prarie fir auch immer fein möge, so lange fie auf den engen Kreis ge legentlicher Versuche einzelner Arbeiter beschränkt bleibt, nie feir be die Re Be Sta eg bo fei ibr erh na ein bei fte u un tit bie ha be ben 389 mals im Stande sein wird, das Wachsthum des Monopols in geometrischer Progression aufzuhalten, die Massen zu be= loffreien, oder auch nur die Wucht ihres Elendes merklich zu eral leichtern. Vielleicht haben gerade aus diesem Grunde Aristo: a traten von anscheinend edler Denkungsart, menschenfreundliche Schönredner der Bourgeoisie und selbst geschäftekluge Natiobnalökonomen ganz urplöglich mit widerlichen Komplimenten neben dem Cooperativarbeit System gehuldigt, welches sie veridgebens im Reim zu ersticken gesucht, welches sie als das Utobien des Träumers verhöhnt, oder als Verruchtheit der Socialiften gebrandmarkt hatten. Um die gewerbthätigen Maffen zu retten, müßte die Cooperativarbeit zu nationalen Dimensionen bentwickelt und folgerichtig durch Staatsmittel gefördert werden." Darauf kommt es also an, nicht daß einzelne Genossen allſchaften von Arbeitern mit den Bourgeois Fabrikanten in Confurrenz treten, sondern daß das Kapital der Arbeiterklasse, d. b. den Produzenten selbst dienstbar gemacht werde und dies kann nur dadurch geschehen, indem sämmtliche Arbeiter je nach ihrem Gewerbe in Gooperativ oder Produktiv- Genossenschaften sich vereinigen. Auf dem Festlande haben dies die französischen Arbeiter auch gleich eingeschen und, die Unmöglich teit erkennend, aus eigner Kraft durch die„ Selbsthilfe" des Hrn. Schulze die Mittel zur Genossenschaftsproduktion aufzubringen, haben sie sich in den Jahren 1848 und 49 in einzelne Handwerksgenossenschaft zusammengeschlossen und von dem Staate das erforderliche Betriebskapital verlangt. Es wurde ihnen verweigert. ell Det Der Knotenpunkt der socialen Frage ist das bekannte Lohngefeß, welches beiläufig von den Bourgeois Dekonomen felbst zuerst erkannt und ausgesprochen wurde. Die Pioniere bon Rochdale haben den Beweis geliefert, daß jener Knoten aufgelöst werden kann, indem der Arbeiter durch die Cooperativ- Genossenschaft zugleich Arbeitgeber und Unternehmer wird und dadurch der ganze Gewinn der Arbeit in seine statt in die Tasche derjenigen fließt, die ihn sonst ausbeuten. Es kommt daher nur noch darauf an, das bewährte Prinzip auf die ge ſammte Arbeiterklasse anzuwenden. Die vielgepriesene Selbst hilfe ist dazu unfähig. Mithin muß der Staat hier mit seiner Hilfe eintreten. Wir sagen: er muß, weil er dazu verpflichtet ist. Es ist fein Almosen, feine Gnade. was die Arbeiter vom Staate heischen; sie fordern nur ihr Recht. Uner hör t. Wir haben mit dieser Beschwerdeschrift vorläufig nichte zu thun. Wir fragen aber: wie kann der Stadtrath zu Werdau die Stirn haben, einen Verein armer niedergedrückter Arbeiter, die sich ehrlich bestreben, ihre jämmerliche materielle Lage in Etwas zu verbessern, in so unerhörter Weise zu be steuern?! Sind andere Geschäfte in ähnlicher Weise belastet? oder glaubt man diesen Verein, weil er aus Arbeitern besteht und, ohne sich bevormunden zu lassen, seine eignen Wege geht, so schmählich behandein zu müssen? Würden in ähn lichem Verhältnisse sämmtliche Geschäftsleute, die Herren Kaufleute und Fabrikanten natürlich in erster Linie, mit Armensteuern bedacht, es müßte in Werdau alljährlich eine Summe an Armensteuern zusammenkommen, mit der man sämmtliche Arme sehr anständig unterhalten und den Pauperismus mit Stumpf und Stiel ausrotten könnte. Nach unserer Kenntniß Werdauer Zustände ist das aber nicht der Fall, und die Armen sind dort so zahlreich, wie in anderen Industriebezirken; und hienach ist es wohl zweifellos, daß der Stadtrath zu Werdau die Armensteuer, ohne Einkommen und Bermögen- wie cs gerecht wäre in Anschlag zu bringen, nach Willkür abschäßt; sonst könnte dem Consumverein eine solche Steuer unmöglich aufgelegt werden. Wie in aller Welt kommt der Stadtrath zu Werdau dazu, einen Verein so zu belasten, der das Prinzip der ,, Selbsthilfe" vertritt, d. h. dasselbe Prinzip, das der Stadtrath ganz bestimmt durch den Mund seiner so und so viel Mitglieder predigen ließe, wenn er ein Votum für Lösung der sozialen Frage abgeben sollte? Und dennoch ist er der Erste, der bei diesem Prinzip, wo es praktisch angewandt werden soll, die Rolle des Todtengräbers übernimmt? Eine schöne Gesellschaft, diese ,, liberalen" Kaufleute und Advokaten. Verlangen die Arbeiter nach Staatshilfe, dann schreit man ihnen entge gen, das ist Unfinn, Utopie; Selbsthilfe allein kann Euch helfen. Und suchen die Arbeiter sich selbst zu helfen, dann legt man ihnen Hindernisse in den Weg und sucht ihr Vorhaben zu ruiniren. Die Arbeiter Werdaus haben ihren Consumverein gegründet, um nach ihrer Meinung möglichst wenig der Stadt zur Last zu fallen und, statt daß die Behörde dieses Vorhaben freudig unterstüßt, sucht sie es nach Kräften zu schädigen. Wir hoffen, die Werdauer Arbeiter werden den Weg bis zum Ministerium finden und dort ihre Beschwerde anbringen, denn unsres Wissens gibt es kein Geseß, wonach man Arbeitergenossenschaften zur Besteuerung heranziehen kann. Ist man auch in Dresden harthörig, dann bringe man die Beschwerde vor den nächsten Landtag, damit die Frage ein für alle Mal sich schon über ähnliche Härten in der Besteuerung zu beklagen gehabt. Aus England. In Werdau besteht seit längerer Zeit ein ConsumVerein, der recht erfreulich gedeiht und deßhalb den Herren entschieden wird. Die Consumvereine an andern Orten haben Kaufleuten ein Dorn in den Augen ist. Wir wissen nicht, ob es diesem oder einem andern Umstand zu danken ist, daß der hochweise Rath der Stadt Werdau plößlich seine Aufmerksam feit in besonderem Maaße dem jungen Verein zuwandte und ihn seine väterliche Hand spüren ließ. Der genannte Verein erhielt nämlich fürzlich ein stadträthliches Dekret zugestellt, wonach derselbe auffer der Klassen- und Gewerbesteuer auch noch eine Armensteuer von 25 Thlr. schreibe: fünfundzwanzig Thaler bei Vermeidung der Exekution bezahlen soll, eine Summe wie fte fein Materialwaarengeschäft in ganz Werdau zu bezahlen hat. Als der Vorstand zum Bürgermeister kam und um Auskunft bat, auf Grund welchen Gesetzes und Rechtstitels dem Verein, der aus lauter Arbeitern und obendrein London, den 30. November. Das Siegesgeschrei der Liberalen hat sich gemäßigt. Sie haben die Wahlschlacht gewonnen, aber ihr Hauptmann Gladstone ist durchgefallen und hat es nur einem Zufalle zu danken, daß er am 10. Dezember( dem Versammlungstage, des neuen Parlaments) im Unterhause erscheinen kann. Lanca shire), die Göttin des bürgerlichen Liberalismus und Radivielen recht armen Arbeitern besteht, eine solch exorbitante falismus, hat ihren Verehrern den Rücken gekehrt und Tories Steuersumme auferlegt würde, da zuckte das stadträthliche Oberhaupt die Achseln und rieth dem Frager eine Beschwerdeschrift bei dem Stadtrath einzureichen. ins Parlament gewählt. Ich muß hier bemerken, daß unsre so*) Der Hauptsiz der Baumwollenindustrie. 390 wi ohn Die Arbeiter haben das Auftreten der Manchesterschule*) gegen entf die Fabrikgeseße, besonders aber gegen die Zehn- Stu Sag den Bill, noch nicht vergessen, und sie sind noch heute, viele Arbeiter in anderen Gegenden, der Meinung, daß di aus weitere Ausführung der Fabrikgeseze nur mit Hülfe der Torie ieder gegen die liberale Bourgeoisie durchgesezt werden könne. ten Reynold's Zeitung" sagt:„ Die Liberalen haben die Ge sout legenheit verscherzt, sich mit den Arbeitern zu verbünden. Di Frage, wer der Arbeit im neuen Parlament das Wort reder falle soll, ist durch die gegenwärtige Wahl eine offene geblieben greff und die Tories werden in Zukunft keine Banquiers in Man abg chester und Birmingham als Kandidaten aufstellen. Thron Altar, Konstitution und Verminderung der beitsstunden ist ein möglicher Wahlruf der Torypartei fütiger die Zukunft." Di Ent Arb deru Web den die Ma zwu bein bed Ueber den Charakter des neuen Barlaments läßt fidere die ,, Times" also aus: In Betreff der irischen Kirchenfrag können die Unterhaus mitglieder als reine Delegirte( Abgesandt mit einem bestimmten Auftrag) betrachtet werden. Das Par lament ist sicherlich keine Versammlung von Demokrate Leuten, die eine Umgestaltung des Staats beabsichtigen; Mitglieder sind nur gewählt worden, um einen besonder Mißbrauch, die irische Staatskirche, aus dem Wege zu räumen. Den Grund, warum die Arbeiterklasse nichts durchgefeßt, blickt die ,, Times" darin, daß sie noch nicht die Nothwe digkeit eingesehen habe, ihre politische Machti organisiren und zu gebrauchen. Die Erfahrung die Arbeiter belehren.( Hoffentlich.) genannten Volksvertreter aus den Vertretern der Städte und Vertretern des Landes( der Grafschaften) bestehen. In den Städten wählen die Hausmiether( house holders), in den Grafschaften die Landeigenthümer und Bächter. Die Grafschaften waren daher stets der Hauptsiz des Konservatismus. Hier und da, wo eine großstädtische Bevölkerung überwog, wie in der Umgebung von London, oder in den Fabrikdistrikten, wurden gewöhnlich Liberale gewählt. Als Gladstone vor drei Jahren in der( noch ganz mittelalterlich eingerichteten und von mittelalterlichem Geiste durchwehten) Oxforder Universität durchgefallen war, luden ihn die Wähler von SüdLancashire ein, als Kandidat für ihre Abtheilung der Grafschaft aufzutreten, und er wurde auch gewählt unter dem allgemeinen Beifall der Liberalen. Die Reform Bill von 1867 theilte Süd- Lancashire in zwei Abtheilungen, und Gladstone zog vor, in der westlichen als Kandidat aufzutreten, weil sie seine Baterstadt Liverpool einschließt. Er sagte bei einer Gelegenheit, es sei der größte Stolz eines Engländers, sich rühmen zu können, daß er Barlamentsmitglied für Lancashire sei, das die fortgeschrittensten Geister der Gegenwart unter seine Bewohner zähle. Aber ein Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande- Gladstone fiel durch. Inzwischen hatten die liberalen und radikalen Wähler von Greenwich- einer Londoner Vorstadt- aber dem Unglück vorgebeugt. Wahrscheinlich, weil sie in der Nähe der berühmten Sternwarte wohnen, sahen sie in glücklichem Wetterverständniß das drohende Ungewitter voraus. Während Gladstone Tag und Nacht auf den Beinen war, um die Stimmen von Lancashire durch seine Beredtsamfeit zu fesseln, ward er in Greenwich ohne sein Zuthun, selbst ohne daß seine Zustimmung eingeholt worden, gewählt. Am 25. November schrieb er folgenden Brief: ,, Meine Herren, bisher hielt ich es für meine Pflicht, mich jedes Ausdrucks meiner Dankbarkeit für Ihre großmüthige, unbegehrte und unvergleichliche Güte zu enthalten, die mir in diesem wichtigen Moment einen höchst ehrenwerthen Sitz im Parlamente giebt. Gestern Mittag wurde ich gewahr, daß ich im Stande fein würde, von Ihrem Mandat Gebrauch zu machen, und verliere daher keine Zeit, es anzunehmen. Es waren keine Programme oder Versprechungen von meiner Seite, welche mir Ihre Gunst erwarben, und ich werde nicht durch Programme oder Versprechungen, sondern durch mein Handeln im Barlament mich derselben würdig zeigen." wo tebe wird tifte bevi hero wer und Vororts- und Arbeitervereins- Angelegenheiten. Die von dem unterzeichneten Vorort verfaßten und an sämmtliche Arbeitervereine versandten Musterstatuten für deuts sche Gewerks- Genossenschaften fönnen von demselben zu de Preise von 8 Thln. für 1000 Eremplare, 24 Ngr. für 100 Exemplare bezogen werden. Auf Verlangen wird für diesen Preis auch die nähere Bezeichnung( Name) der Gewerks G nossenschaften beigedruckt. Beis Ver wer der Deffe das tuir gelö Com Schlu im Auf verschiedene Anfragen, betreffend die Höhe der Ein schreibegebühren und des wöchentlichen Beitrags für die allg meinen Zwecke der Gewerks- Genossenschaften( exklusive der träge für Kranken-, Begräbnißkassen u. s. w.), bemerken wit daß sich unserer Auffassung nach diese Beiträge nach dem dienst( Lohn) bemessen müssen, den das einzelne Gewerk seinen Angehörigen bietet. Es wäre verkehrt, wollte man beispiel weise den Webern, Strumpfwirkern 2c. mit ihrem fümmerlichen Verdienste einen gleich hohen Beitrag abnehmen wie den Eisenarbeitern, welche letteren durchschnittlich wohl das Dop pelte verdienen wie die ersteren. Während bei Webern und Strumpfwirkern ein Beitrag von wöchentlich 1/2 Groschen und eine Einschreibegebühr von 21/2 Groschen die Kräfte vollauf in Anspruch und das Doppelte der Einschreibegebühren ohne Schwierigkeit leisten können. Uebrigens wird es unmöglich sein, von vorn Die konservative Presse ist über das Ereigniß natürlich sehr erfreut. Der„ Standard" sagt:„ Bei der vorigen Wahl war Gladstone in seiner Uebergangsperiode, er hat sich seitdem zum Vollblut- Radikalen entwickelt." Der„ Morning Herald" sagt:„ Bon seiner Universität nach seiner Grafschaft, von seiner Grafschaft nach Greenwich hat Herr Gladstone seine Erniedrigung vollzogen. Durch die Logik der Ereignisse ist er in der Stellung angelangt, die seinem neuesten Charakter am besten zusagt. Von Orford nach Lancashire war ein großer Schritt, von Lancashire nach Greenwich ist ein Purzelbaum." Noch am vorigen Mittwoch hoffte der„ Morning Star", Organ des Herrn Bright, daß nicht ganz Lancashire sich untreu erweisen und wenigstens der östliche Theil der Grafschaft liberal wählen würde. Aber auch diese Hoffnung ward vereitelt, auch hier wurden Tories gewählt. So unerwartet das Resultat der Wahlen in Lancashire den liberalen Bürgern erscheinen mag, so ist es doch nicht befremdend und leicht zu erklären. Die dortigen Fabrikarbeiter haben nie einen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die liberale Bourgeoisie gemacht und viele von ihnen ohne Zweifel bei dieser Wahl gegen die Kandidaten ihrer Arbeitgeber gestimmt. nimmt, werden andere Gewerbe 3/4 oder einen ganzen Groschen herein einen ein für alle Mal gültigen Satz festzustellen. Dit nab und als tråg zund bes Des bing lañe daß 32,5 die Gewerke, die Zahl der Unterstüßungen u. s. w. haben darauf mehr oder weniger zahlreiche Betheiligung innerhalb eine *) Die Bourgeois- Freihändler, so genannt, weil ihre beiden vor nehmsten Vertreter, Cobden und Bright, von Manchester ins Unter haus geschickt waren, und weil die ,, Schule" eine Zeit lang in diesem Mittelpunkte der englischen Baumwollenindustrie ihren Hauptfis batte teich Den bind en entscheidenden Einfluß. Man sei eben bei Feststellung der Sage nicht so ängstlich, man nehme einen Beitrag, den Jeder mi ohne Noth leisten kann, stellt sich durch die Erfahrungen herwi di aus, daß er zu hoch gegriffen ist, so hat die Mitgliedschaft ie iederzeit das Recht, dies zu ändern; dasselbe gilt im ungekehr ten Falle, wenn die Beiträge sich als unzureichend erweisen Se sollten. Di Betreffe der Wanderunterstüßungskaffen haben wir ebenfalls, im Gegensatz zu dem Statut des Berliner Arbeiterkonengresses, von einer zwangsweisen Einführung für alle Gewerke abgesehen. Wir sind der Meinung, daß durch die großartige Entwickelung einzelner Industriezweige am Sige derselben eine Arbeiterbevölkerung groß gezogen( gezüchtet, wäre vielleicht richfütiger) worden ist, die, an die Scholle gebunden, von der Wanderunterstützung gar keinen Gebrauch machen kann. In anderen Industriezweigen, wir denken hier abermals an die Beber, treten alljährlich monatelange Baufen ein, wo Alle den Wanderstab in die Hand zu nehmen hätten, wenn nicht die Familie und sonstige Berhältnisse, wenigstens die älteren Männer davon abhielten. Sollen da die zum Wandern Gezwungenen auf Kosten der selbst arbeits- und verdienstlos Daheimfigenden leben? Wir glauben, legtere werden sich dafür fid g 110 at dit el 11 its 20 50% n' it en en pr 10 ch ent 11' Dic or ABS te bedanken. So sehr die Wanderunterstüßung bei dem Kleingewerbe, to die Arbeiter zum größten Theil im jugendlichen Alter fehen und das Wandern etwas Selbstverständliches ist, Nugen stiften fann, so sehr wird sie sich bei der eigentlichen Fabrik. bevölkerung, bei Bergleuten und Dergleichen als unausführbar herausstellen. Man trage also bei der Gründung von Ge= werks- Genossenschaften den vorhandenen Bedürfnissen Rechnung und glaube nicht, daß nur dann etwas Ganzes gegründet werden könne, wenn man ohne Rücksicht auf die Stellung des einzelnen Gewerks Alle über einen Kamm scheert. Leipzig, den 30. November 1868. Der Vorort. Bebel, Vorfißender. der Auflösung der sozial- demokratischen Comité's; die Mitglieder Wien. In unserer politischen Rundschau erwähnten wir deffelben haben folgenden Aufruf erlassen: " Volk von Wien! Durch Erlaß der Statthalterei vom 21. November ist 391 durch mehrere Monate gewirkt hatte, ohne von der Behörde als ein nicht angemeldeter Verein angesehen und beanstandet zu werden. Die von der Behörde getroffenen Verfügungen können jedoch nur die Personen treffen, niemals aber die heilige Sache, welcher wir unsere Kräfte geweiht haben. Der Geist der Freiheit, welcher durch ganz Enropa weht, läßt sich nimmermehr unterdrücken, und wir sind überzeugt, daß er sich Geltung ver schaffen wird. Den Feinden der Volkssache aber, jenen Drganen, welche im Auftrage einer forrumpirten Clique, sich benußen ließen, um Verleumdungen und Verdächtigungen gegen die Führer der sozial- demokratischen Partei auszustreuen und namentlich dem flerikalen Volksfreund" und der offiziösen Presse", welche so brüderlich in die Posaune der Reaktion geblasen haben, werden wir seiner Zeit in Frafturschrift ant worten. Das intelligente Bürgerthum, welches so wacker zu uns gestanden, die vorurtheilsfreie Jugend und besonders die Männer der Arbeit, die uns schon seit langem fennen, und welche wissen, daß wir stets getreu unserer Lösung; Sieg oder Tod! auch mit dem Leben für die Prinzipien der Sozial- Demokratie einstehen werden: Sie Alle werden auch für die Folge treu znfammenhalten und nur solchen Männern ihr Vertrauen schenken, welche desselben wahrhaft würdig sind. Es lebe die Freiheit! Es lebe die sozial- demokratische Partei! Wien, 28. November 1868. Im Namen der Mitglieder des aufgelösten sozial- demokratischen Comité's: Dr. Hipolyt Tauschinsky. Zürich. Der hiesige deutsche Arbeiterbildungsverein hat an die deutschen Arbeiter hier und in der Umgebung einen Aufruf zum Eintritt in den Verein veröffentlicht, in dem es unter anderm heißt: Wir wollen, als Deutsche, die republikanische Umgestaltung und Einigung des Gesammtvaterlandes als ebenbürtiges Glied der europäischen Eidgenossenschaft mit direkter Gesetzgebung durch das Volk und freiem Selbstverwaltungsrecht in Gemeinde, Bezirk und Stammesgebiet. Wir wollen als Arbeiter zunächst die Lösung der bren nendsten sozialen Fragen: Aufhebung der stehenden Heere, Erhaltung aller Schulen durch den Staat, so daß es dem Aermsten möglich ist, sich nach Maßgabe seiner Anlagen die höchstmögdas auf dem Wiener Arbeitertage bei Gelegenheit der Consti- liche, auch wiffentschaftliche Bildung anzueignen, damit der tuirung der sozial- demokratischen Partei gewählte Comité aufgelöst worden. Das betreffende Dekret wurde gestern dem Comité mitgetheilt, worauf die Mitglieder desselben den Be Arme nicht aus Mangel an Bildung zu ewigem Knechtsdienst verurtheilt fei, während auf der andern Seite die Wissenschaft in den Händen und im Dienst der Wohlhabenden und Reichen Schluß faßten, gegen diese Auflösung den Recurs zu ergreifen, steht. Trennung der Kirche vom Staat, d. h. öffentliche Anim Uebrigen aber ihre Thätigkeit als Comité sofort einstellten. erkennung des Grundsages, daß sowohl die Ausübung als auch Wir waren bereits seit mehreren Tagen von den Maß- die Bezahlung kirchlicher Gebräuche Sache Derer ist, welche nahmen, welche gegen uns vorbereitet wurden, unterrichtet, und wir hatten deshalb fortwährende Sigungen, damit wir, als die vom Volfe gewählten Vertrauensmänner, seine Aufein Bedürfniß darnach haben und daß sie den Staat nichte angeht. Wir wollen ferner nach dem Grundsaß der Gegenseitig träge einem Abschlusse entgegenführen könnten. Wir mußten feit und der Gesammthaftbarkeit die Gründung von Produk zunächst bemüht sein, die ausgelegten Petitionsbogen bezüglich tivgenossenschaften vorbereiten und fördern, um an die des Vereins- und Versammlungsrechtes, der Preßfreiheit und des Bahlrechtes wieder zurückzuziehen und unseren in den Probinzen weilenden Agitatoren andere Instruktionen zukommen laffen. Wir können hierbei mit Genugthuung befannt geben, Arbeitslohn zu verbessern suchen. daß die bis jeßt eingelangten Petitionsbogen bereits mit 32,570 Unterschriften bedeckt waren. die Auflösung des Comité's die große Manifestation des öfter Mit Bedauern müssen wir jedoch konstatiren, daß durch reichischen Volkes zur Erlangung seiner zum Theil schon in Stelle des Arbeitslohnes den Arbeitsertrag zu sehen, daneben aber auch die Verhältnisse der Lohnarbeiter auf dem Wege des gütlichen Einverständnisses in Bezug auf Arbeitszeit und Wir werden uns dabei stets von dem Grundsaß der Gerechtigkeit gegen Alle leiten laffen. Als bestes Mittel dazu betrachten wir die Organisation zu Gewerksgenossenschaften( Trades' unions) und werden deren Gründung zunächst im Schooße des Vereines vornehmen." hindert wurde und zwar erst nachdem dasselbe Comité bereits Mitgliedern bietet, heißt es weiter: Nach einer Aufzählung alles dessen was der Verein seinen ,, Ohne im Entferntesten der freien Meinungsäußerung Schranken zu segen, halten wir das Aufstellen von kommunistischen Systemen für einen unnöthigen Borgriff, da wir fest überzeugt sind, daß die nach uns Kommenden die Aufgaben ihrer Zeit gerade so gut oder wahrscheinlich noch besser erfassen werden als wir. Diejenigen Systeme aber, welche mit dem Gebahren eines alleinseligmachenden Glaubenssages an uns herantreten, werden wir stets auf das Entschiedenste zu rückweisen. So wollen wir immer mehr und mehr den Gedanken der Selbstständigkeit und Menschenwürde unter den Arbeitern wecken und stärken und dadurch einen kleinen Theil beitragen zur Veredlung der ganzen Menschheit und zu dem künftigen Tempel besserer gesellschaftlicher und staatlicher Formen auf dem Fundamente der Gleichberechtigung Alles dessen, was Menschengesicht trägt." Der Schlußsak lautet: ,, Arbeiter vereiniget Euch mit uns und dadurch mit den Arbeitern der zivilisirten Welt unter dem Feldgeschrei: Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit gegen Alle!" Nürnberg, 29. Nov. Die Volksversammlung zur Beschlußfassung über eine Petition an die Abgeordnetenkammer, betreffend das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht, hat heute stattgefunden und war von 6-700 Per sonen besucht. Der schwoche Besuch erklärt sich wohl durch das unfreundliche Wetter ind dadurch, daß die Versammlung Vormittage abgehalten wurde, wo viele Arbeiter auch Sonn tags arbeiten müssen. Bevor ich auf die Versammlung selbst zu sprechen komme, muß ich furz über die Vorgänge im Ko mité berichten. Die von Löwenstein( Fürth) verfaßte Petition wurde im Komité einstimmig gutgeheißen. Bei der Frage, welcher Abgeordnete die Petition in der Rammer überreichen solle, schlug Rögner den gut demokratischen Abgeordneten Kolb vor. Mendel, welcher diesen Vorschlag als von einem Gegner ausgehend mit doppelter Genugthuung aufnahm, konnte sich nicht enthalten, einige Hiebe gegen Erämer( von Doos) auszutheilen. Zwar vertheidigten denselben die fortschrittlichen Mitglieder, aber dennoch wurde der Vorschlag Rögner's ein stimmig angenommen. 392 heißen, kein Wort für das volle Wahlrecht der Arbeiter ge babt, jetzt brauche man sie auch nicht. Nach einer beftigen Debatte wurde dann der Borschlag des Komités, die Betition Kolb allein zu übergeben, gegen 20 bis 30 Stimmen a genommen. Darauf protestirte Jäger im Namen d Arbeitervereins, Turnlehrer Starf im Namen der For schrittspartei, und Rüll schloß die Versammlung. Rögn spielte bei diesen Vorgängen eine höchst klägliche Rolle; blieb stumm, selbst als Jäger protestirte, und doch ist er Borro fo fizzender des Arbeitervereins! ( Die Petion an die Abgeordnetenkammer werden wir i der nächsten Nummer bringen. D. Red.) zu. biel hi Ein Münchenbernsdorf. Seit dem 1. November, wo He Bebel und Herr Motteler in unserm Ort Vorträge ten, ist unser Verein von 91 auf 150 Mitglieder gewachfe und noch nimmt die Zahl an jedem Vereinsabende selne scheiden natürlich auch aus, und zwar aus den verschi densten Gründen. Der Eine thuts wegen seines Fabrikante der ihm bei der Anfrage um Arbeit antwortet: Ihr hab doch einen Arbeiterverein in Münchenbernsdorf, laßt euch dem beschäftigen." Der Andre hat eine ängstliche Frau, die ih beständig zum Austritt drängt, denn man nennt une rührer, Aufwiegler u. s. w. Auch besteht hier eine Fre maurerloge, deren Mitglieder für das Großpreußenthu und den Bismarck völlig schwärmen und unsere heftigste Gegner sind. Einer unserer Lehrer, auch ein Maurer, und preist uns in jeder Stunde den Arbeiterverein des Herrn Wartenburg, sowie dessen Norddeutsches Wochenblatt" an. haben wir ihm entschieden erklärt, daß unser Anschluß an deutschen Arbeitervereinsverband unumstößlich feststehe. sehen, wir haben mit großen Hindernissen zu kämpfen, Tob Tod 1122 Sit Dod werden wir treu zur Fahne halten. Das„ Demokratif Wochenblatt" wird in sieben Exemplaren gehalten; wäre d es gefällt uns allen.( Was über die Münchenbernstorf Verdienst nicht gar so traurig, es würde mehr gehalten, denn Freimaurerloge gesagt wird, überrascht uns nicht. Der Fr maurerorden spielt fast überall in Deutschlan dieselbe Rolle, die preußische Königsfamilie hat sich Im nationalliberalen Arbeiterverein, umsonst an seine Spize gestellt. Wir ermahnen unsere Part genossen zu schärfster Wachsamkeit.) night Dit Glauchau. Montag den 23. Oft. hielt Herr Schu mann aus Berlin eine Arbeiterversammlung ab um für Schweizer'schen Arbeiterschaften Propaganda zu machen. sprach über die sozialistischen Bestrebungen von 1789 1848, über Louis Blanc, die Lassallesche Staatshilfe" unt die internationale Arbeiter- Association, bedauerte die Spaltun unter den Arbeitern, griff die Volkspartei an, die er des Par dessen Vorsteher Rögner ist, stieß indeß sein Vorschlag auf leb= haften Widerspruch. Die ganze Partei fomme in ein falsches Licht, hieß es, wenn man die Petition nicht durch Grämer, sondern durch Kolb einbringen lasse. Man mußte also auf einen Kampf in der Versammlung gefaßt sein. Diese wählte Rüll zu ihrem Vorsitzenden; Löwenstein war Referent. Buch: drucker Jäger und Fabrikarbeiter Hain befürworteten die Petition; gegen dieselbe trat Niemand auf, und so wurde sie einstimmig angenommen. Als es sich aber um den Vorschlag des Komités handelte, dem Abg. Kolb die Petition zu übergeben, da trat der zweite Vorstand des Arbeitervereins, Fabrifant Jäger, auf und befürwortete die gemeinschaftliche Uebergabe durch Kolb und Erämer; ein anderes Mitglied desselben Vereins unterstüßte ihn hierin. Mendel und Rüllerklärten sich dagegen, sie sagten, Kolb sei ein guter Demokrat, der schon oft für die Rechte der Arbeiter eingetreten sei; er habe auch bei dem Wahlgesetz zum Zollparlament gegen jeden Census gesprochen und gestimmt; damals hätten die Grämer, Fischer, Völk, Barth und wie alle die Fortschrittshelden *) Es bezieht sich dieß ohne Zweifel auf das unfinnige Programm der Herren Bakunin und anderer russischer Menschheitsbeglücker, die es darauf angelegt zu baben scheinen, alte und unbestreitbare chen zu machen. un tikularismus zieh und behauptete, die Herren Liebknecht Bebel seien mit den Schweißer'schen Genossenschaften und gar mit der Spiße ganz einverstanden. Albert und ubli traten Schuhmanns Ausführungen über die Bolkspart und die Gewerksgenossenschaften mit Geschick und Nacher entgegen. Die Versammlung verlief ohne Resultat. ( Unsern Glauchauer Freunden sei bemerkt, daß am 2 un Herr Schuhmann auch in der Magdeburger Versammlung zwar gegen Dr. Hirsch und Bebel auftrat, und zwar fagte dort Aehnliches gegen die Bolkspartei. Ale ihm aber N lich vor der ganzen Versammlung, daß seine Aeußerungen rauf Bebel scharf antwortete erflärte Herr Schuhmann öffen einem Mißverständniß beruhten und er sie ausdrücklich zuri nehme. Liebknechts und Bebels Stellung zu den Schweige Wahrheiten durch die groteske Art der Aufstellung, zu Vogelscheu- schen Arbeiterschaften ist hinlänglich aus der oben mitgetheilte Resolution ersichtlich.) Berantwortlicher Redacteur: B. Liebknecht. Leipzig.{ Redaktion: Braustraße 11. Druck und Verlag: 6. W. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18. Hierzu eine Beilagen. D f h 9 D S b a 2 h f jerr iel fen tin bi tell abt box ibr Auf LETH ten Lobt Cod Den Sit Dod Fabe Det enn rfer re in ge gen ion 111 De ort Let Beilage zum Demokratischen Wochenblatt No. 49. Ein Republikaner über die Arbeiterfrage. Am 5. November d. J. nahm der Züricher Verfassungsrath nach heftigen Debatten mit 124 gegen 31 Stimmen folgenden Verfassungsparagraphen an: Art. 23. Der Staat schüßt und fördert auf dem Wege der Gesetzgebung das geistige und leib liche Wohl der arbeitenden Klassen und die Entwickelung des Genossenschaftswesens." Für den Antrag hatte mit besonderem Nachdruck und Talent der Landwehrhauptmann Karl Bürkli gesprochen. Wir lassen seine treffliche Rede vollständig folgen: ,, Man hat große Befürchtungen über die finanzielle Trag weite des vorliegenden Artikels, der den Staat Hunderttausende fosten werde. Die Vertreter desselben betrachten ihn aber mehr so, daß der Staat einmal Farbe bekenne und beweise, daß er mit der sozialen Frage sympathisire und sie fest im Auge be halte. Es handelt sich da nicht um Staathülfe à la Lassalle, aber auch nicht die bloße Hinweisung auf Selbsthülfe à la Schulze- Delißsch ist genug; das wäre für die Kapitalisten und den Staat auch gar zu kommod. Herr Stadtrah Landolt fragt jest ganz erstaunt, wer denn eigentlich diese Arbeiterklasse sei? Früher, in den Vierziger- und Fünfziger- Jahren, hat man dies sehr wohl gewußt; denn diese Arbeiterklasse ist gerade diejenige, gegen welche früher von den Freunden des Herrn Landolt ganz ausnahmsweise Extra- Geseße erlassen wor den sind, welche auf keine andere klasse passen. So das Kommunisten- oder Maulkrattengesch; so das Koalitionsgeseß. Wenn die Arbeiter zu einer Besprechung über ihre Lohnver hältnisse zusammengetreten sind, so hat man sie mit den Landjägern auseinandergejagt, und, wenn ein paar Gesellen sich verabredeten, mehr Lohn von ihren Meistern zu verlangen, so find sie über die Grenze spedirt worden, falls es Ausländer waren, und Kantonsbürger hat man in ihre Bezirke heimgeschickt. Solche Androhungen sind noch in den 1860er Jahren in einer Verordnung des Herrn Statthalter Fäst zu lesen, und das Alles ist troß der Dreißigerverfassung, die vollständige Freiheit proflamirte, geschehen. ub Die und unt Bar un Tid 24 un 20% Fent Ber Wir wollen mit unserm Artikel zweierlei, etwas Negatives und etwas Positives. Das Negative ist Abschaffung oder vielmehr Verbot solcher Ausnahmsgeseße und vollständige Freiheit, für die Arbeiter gerade so gut wie für die Kapitalisten. Man fürchtet wohl, daß dann Strikes, d. h. Arbeitseinstellungen, entstehen könnten. Es ist richtig, daß diese nicht gerade gesund sind, sondern eine Art sozialer Strieg; aber dennoch kann man sie als den Vorhof der Assoziation betrachten, wo sich das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu entwickeln anfängt, und es sind schon tüchtige Produktivassoziationen aus ihnen entstanden, so diejenige von Rochdale und neuerdings in NewExtra- Geseze mehr gegen die Lohnarbeiter. Das Positive in dem Artikel ist gar nicht so erschreckend. G8 werden keine Ausgaben aus der Staatskasse verlangt, und daher haben wir im Finanzerposé der staatswirthschaft lichen Kommission hierfür auch nichts angefeßt. Die Arbeiter berlangen nur das, was die Bauern von der Kantonalbank auch fordern, nämlich Kredit. Die Bank kann hier den sogenannten moralischen Kredit in Anwendung bringen, in dem Sinne, daß wenn die Mitglieder der Produktiv- Genossenschaften solidarisch verbunden sind und für einander haften, diese Solidarität der Bank als Hypothek dient. Das hebt dann den Arbeiter auch moralisch, da ja eben auf seine Rechtlichkeit abgestellt wird, und das moralisirt ihn mehr als alles Predigen der Welt. Man fürchtet Verluste für die Bank, aber wo Arbeiterbanken bestehen, z. B. in Paris, da machen sie im Gegentheil recht gute Geschäfte. Die Produktiv- Genossenschaften werden keineswegs alle mit einander zu Grunde gehen, wenn auch vielleicht nicht alle mit einander gedeihen, denn dieser soziale Uebergang ist schwer, ja noch weit schwieriger als der politische Uebergang von der Monarchie zur Republik; allein nur die Assoziation kann aus der gewerblichen Anarchie her aushelfen, gerade wie aus der Monarchie nur die Republik. Es ist sich noch nicht Jedermann klar über die Wichtigkeit der Produktiv- Assoziationen, obschon die Gelehrten unter sich so ziemlich einig sind, daß man nur auf diesem Wege in eine bessere Zukunft gelangt. Jede große materielle Erfindung bringt auch große politische, religiöse und soziale Veränderungen mit sich. So hat die Erfindung des Pulvers das Raubritterwesen gebrochen und die moderne Staatenbildung ermöglicht; die Buchdruckerei hat die Reformation hervorgerufen, und bald nach Erfindung der ersten Dampfmaschine ist die französische Revolution ausgebrochen, welche den der Entwickelung des Dampfes entgegenstehenden Zunftzwang abschaffte, und wenn auch nicht die so ersehnte politische, so doch die gewerbliche Freiheit ins Leben rief. treiben unwiderstehlich zur Großindustrie hin, weil sich die Maschinen nur in der Massenproduktion vortheilhaft verwenDer Dampf und all die zahllosen andern Erfindungen den lassen. Das kleine Handwerk geht daher immer mehr zu Grunde, ihm bleibt nur noch die Flickarbeit; mancher kleine Meister wird fallit und muß beim großen Industriellen als Lohnarbeiter um Brod bitten. Da entsteht nun die große, die soziale Frage, wie soll diese Großindustrie betrieben und geleitet werden. Soll sie monarchisch, d. h. von einem Einzigen oder nur einigen wenigen Kapitalisten geleitet werden, oder aber republikanisch, d. h. von allen Mitarbeitenden? Das ist die eigentliche Lebensfrage; denn auf sozialem wie auf politischem Gebiete handelt es sich um ein und dasselbe, nämlich um den Schritt aus der Monarchie in die Republik, d. h. aus der von Kapitalisten geleiteten Großindustrie in die von Arbei tern geleiteten Productiv- Assoziationen, wo der volle Arbeitsertrag an die Stelle des jeßigen färglichen Arbeitslo hnes tritt. Heute steht das Kapital an der Epiße der Industrie, es befiehlt wie ein Monarch und läßt sich dafür auch fürstlich bezahlen, d. H. beutet die Arbeit aus, der man so wenig Lohn als möglich giebt. So häuft sich auf der einen Seite das Kapital, auf der andern die Armuth, hier wenige Millionäre, dort massenhaftes Proletariat. Und da sich schließlich die Politik immer nach den sozialen Formen der Arbeit modelt, so muß naturgemäß die politische Form sich auch zum Cäsarismus zuspizen. Wir treiben also einem industriellen Feudalwesen, einem modernen Mittelalter mit einer Art Leibeigenschaft oder kollektiver Sklaverei zu, aus dem nur eine soziale Revolution das arme Europa gründlich befreien kann. Auch im Kanton Zürich haben wir ungefähr dieselben Gegensäße wie in den Monarchien, nur durch unsere republi kanischen Formen etwas gemildert. Ich erinnere mich noch sehr wohl, wie man uns in der Schule lehrte, daß die Republik mit Millionären und Proletariern nicht bestehen könne, und was für ein unglückliches Verhältniß z. B. in England eristire mit seinen kolossalen Reichthümern in der Hand Weniger, und seiner Masse von Armen. Damals, anno 1830, hätte man sich darob gar nicht gewundert, wenn Einer, wie dies gestern im Vorsaal geschah, gesagt hätte ,,, wer mehr als eine Million hat, dem sollte eigentlich der Ueberfluß abgenommen werden". Anno 1830 gab es eben bei uns noch keine Millionäre, seither aber ist's anders geworden. Unser industrieller Mechanismus hat bereits eine kleine Kompagnie von Millionären herausgearbeitet, aber leider hinter diesem glänzenden Generalstab marschiren gesenkten Hauptes wohlgezählt zehn Bataillone Falliten und hinter diesen noch weit mehr Arbeiterbataillone, die nicht wissen, wann sie es auch werden. ( Schluß folgt.) Internationale Arbeiter- Assoziation. Rundschreiben des Centralkomite's der Sektionsgruppe deutscher Sprache an die Sektionen und mitgenössischen Gesellschaften. ( Fortsetzung.) Es versteht sich hierbei von selbst, daß wir für jene auf die Bourgeoisökonomie gegründeten Arbeiterproduktiv- und Konsumgenossenschaften, welche Form und Inhalt der heutigen Gesellschaft blos oberflächlich berühren, und dabei, wenn auch nur im irrigen Glauben auf gutes Gelingen, ein fonservatives für allgemeine Angelegenheiten gleichgültiges Element erzeugen, nur ein höchst untergeordnetes Interesse empfinden, und daß wir vornehmlich solchen, welche auf sozial- ökonomischer Grundlage fußen, die Aufmerksamkeit unserer Mitgenossen zulenken und unsere Wirksamkeit zusagen. Um bei dem allgemeinen Drange der Arbeiter nach Collektiv Unternehmungen zu Genossenschaften letzterer Art Anregung und Anleitung zu geben, haben wir im„ Borboten", Nr. 12, 3. 1866, und Nr. 1, J. 1867, sachgemäße Statuten veröffentlicht. Alsbald wurden auf dieselben von Steinmegen in Zürich, Stahlarbeitern in Solingen, Bürstenbindern und Schuhmachern in Genf, sowie Cigarrenarbeitern in Murten Produktivgenossenschaften gegründet, wie auch die genossenschaftliche Bewirthschaftung in unserem Gesellschaftshaus in Genf wesentlich nach den Grundsägen besagter Statuten geführt wird. Vorläufig fassen wir hauptsächlich die genannten Stahlund Gigarrenarbeitergenossenschaften in's Auge, weil diese ihren Betrieb mehr nach Außen richten müssen, größerer Kapitalanlage, faufmännischer Kenntnisse. Erfahrung, Bekannt schaften und Routine bedürfen und auf zahlreiche und hartnäckigere Hindernisse stoßen. Freilich haben sie alsbald leider die bittere Erfahrung gemacht, daß ihnen die Handelswelt mit Abneigung und Mißtrauen begegnet und sich nur in ein Geschäft mit ihnen einläßt, wo man ihr außerordentliche Vortheile bietet. Der ganze merkantilische Mechanismus, wie er sich im Laufe der Zeit ausgebildet, bleibt den Arbeitergenossenschaften sozusagen verschlossen. Haben ja Fabrikanten und Großhändler der hiesigen Schneider- und der Murtener Cigarrenarbeiter Genossenschaften sogar gegen Baarzahlung Waarenlieferungen verweigert, weil die Herren befürchteten, ihre Bourgeoiskunden zu beleidigen und zu verlieren, sofern fie sich mit Arbeitern in ein Geschäft einließen. Noch mehr! . Er darauf schon eingegangenen HH. Kapitalisten erfuhren, daß das Geld für eine Arbeiter- Genossenschaft verwendet werden sollte, zogen sie sich zurück, um mindestens nicht die Herren Fa brikanten des gleichen Artikels in Solingen und Umgegend kränken. So sieht es mit der Moral, der Menschen- oder gar christlichen Liebe der Bourgeoisie aus! So muß die Arbeiterkla selbst unter günstigern Verhältnissen bei Anwendung der fried lichsten und loyalsten Emanzipationsmittel fich noch vergeblid winden und frümmen, bis sie sich endlich durch die Wut der Thatumstände, zum Lied und Leid der Geschichte, zur greifung schärferer Rettungsmittel gezwungen sieht. Doch giebt vielleicht noch einen wohlhabenden ,, Arbeiterfreund," der unserer Solinger Genossenschaft gegen dreifache hypothekarische Sicherheit einige tausend Thaler vorschießt und somit( freili wohlfeilen Kaufes) den Beweis liefert, daß zuweilen auch ein Reicher in das Himmelreich( der werkthätigen Humanität kommen kann? Oder beruht wirklich alle Freundlichkeit glücké begüterter Herren für die Arbeiterbewegung nur auf platonischer Liebe, die, sobald man sie umfassen will, ausreißt und immer unfruchtbar bleibt? striren. regi Mit welcher Freude möchten wir eine Ausnahme Inzwischen wollen wir uns jedoch an Regelgemäßeres halten und sehen, was in den Arbeiterkreisen selbst geleistet werden kann. Von unsern Genossenschaften werden laut oben erwähn ten Statuten zur Erlangung der Lebensmittel keine Aktien Mitbestimmungsrecht und Gewinnantheil( Dividende), sondern blos einfache, zur bestimmten Zeit rücklösbare Schuldscheine ( Obligationen) ausgegeben. Die Solinger Genossenschaft bietet solche an, von 5-100 Thalern, zu 5 Broz. verzinslich, und ihrer Mitglieder, was einen Gesammtwerth von etwa 15,000 zwar in solidarischer Haftbarkeit auf alles Gutsvermögen jede Thalern vertritt. Ebenso verausgabt die Murtener Genossen schaft Schuldscheine zu 5 Franken auf dreijährige Rücklösungs frist, für welche Zeit der Zins zu 5 Proz. in Abzug gebracht wird und sie so gegen Fr. 4. 25 Ets. verabreicht werden. Auf der Rückseite derselben sind die betreffenden Artikel det Statuten abgedruckt wie folgt: Bestimmung über Einlösung und Gewinnvertheilung. Art. 9. Die Einlösung der Schuldscheine geschieht vom 3. Jahr benfolge öffentlicher Verloosung. an nach Maßgabe des jährlichen Reingewinnes und in der Rei Art. 21. Die Verwendung und Anlegung des Reinertrages geschiebt wie folgt: a) Grbält die Centralkasse der Internationalen Arbeiter Affoziation 5 Prozent als Zuschuß, laut Art. 7 und 9 der Centralstatuten. b) Der sich nach diesem Abzug ergebende Betrag wird in 3 gleiche Theile getheilt. Der erste Drittheil ist zur Einlösung der Schulds scheine bestimmt. Ist diese Schuld getilgt, so wird die eine Hälfte dieses Drittheils zur Anlage eines untheilbaren Kapital stockes und zu unveräußerlichem Gemeingut verwendet, und fann nur zur Erweiterung des Etablissements oder zur Gründung neuer auf gleichen Prinzipien beruhender Arbeiter- Produttiv genossenschaften benußt werden. Die zweite Hälfte wird zur Propaganda für allgemeine Emanzipation der Arbeiterklasse vers wendet. fällen sicher zu stellen. an c) Der zweite Drittheil wird zur Bildung eines Reservefonds gelegt, und hat den Zweck, die Berufsgenossen vor allen Wechseld) Der dritte Drittheil wird zur Hülfskasse verwendet, welche den Zweck hat, gemeinnügige und wohlthätige Werke für Arbeiter zu gründen oder zu unterſtüßen, und auch einzelnen Mitgenossen Rothfällen Hülfe zu leisten. in Beim jährlichen Inventar muß nebst den Mitgenossen auch eine Eines der Mitglieder der Solinger Genossenschaft gab sich, Kommission von den Schuldschein- Inhabern zugegen sein; deßgleichen um dem Geschäft das nöthige Betriebskapital zu verschaffen, langehin vergeblich alle Mühe, ein hypotekarisches Anleihen im ist ein Schuldschein- Inhaber als am Geschäft Unbetheiligter zur Ueber wachung des Ganzen im Verwaltungsrath thätig, und wird die Auss auf sein schuldenfreies Haus zu machen, denn sobald die Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. ,, Borboten" veröffentlicht. Leipzig. } Druck und Verlag: 6. W. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18. ( Schluß folgt.)