en at 11 d it 28 er he d et er 0 15 1. S 15 5 11 C 1 $ Demokratisches Wochenblatt. No. 50. Organ der deutschen Volkspartei und des Verbands deutscher Arbeitervereine. Leipzig, den 12. Dezember. 1868. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljäbrlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Blaze cinchließlich Bringerlobn 12½½ Ngr.; einzelne Nummern 1 Nar. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren G. Hofmann, Brübl 40, 6. Richter, Betersſteinweg 7, Leipziger Consumverein, Universitätsstraße, und die Expedition d. Blattes in der Wohnung des Herrn A. Bebel, Betersſtraße 18. Für Dresden villatexpedition&. W. Grellmann, Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Javan, Auſtralien, Südamerika sc. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Agent für London: Duensing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. A. An unsere Parteigenossen. Von jezt an erscheint das„ Demokratische Wochenblatt" zugleich als Organ, des Verbands deutscher Arbeitervereine, da laut Beschluß des Vororts des Verbands das bisherige Organ desselben, die Deutsche Arbeiterhalle" zu erscheinen aufhört. Das„ Demokratische Wochenblatt" wird in dieser neuen Eigenschaft alle offiziellen Anzeigen und Bekanntmachungen des Vororts, sowie Berichte und Mittheilungen aus den deutschen Arbeitervereinen enthalten und dadurch in erhöhtem Maße in den Stand gesezt sein, ein möglichst vollständiges Bild der Parteithätigkeit auf politischem und sozialem Gebiete zu geben. Um eine dieſem erweiterten Wirkungsfreis entsprechende Erweiterung des Blattes vornehmen zu können, richten wir an alle Parteigenoffen die Bitte, für die Verbreitung des Temokratischen Wochenblattes" auf das Nachdrücklichste zu wirken. Nur burch eine thatfräftige Unterstügung aller unserer Freunde und Gesinnungsgenossen werden wir in der Lage sein, die Ansprüche, welche an ein Organ der deutschen Volks- und Arbeiterpartei gestellt werden können und müssen, zu befriedigen. Thue also Jeder seine Schuldigkeit! Der Ausschuß der deutschen Volkspartei in Sachsen. Inbalt: Politische Uebersicht. fratische Wochenblatt". Napoleon gegen das ,, DemoSelbsthilfe und Staatshilfe. Vororts= Der Vorort des Verbands deutscher Arbeitervereine. rechtfertigte Lohnherabschung in Madrid bedenkt, so muß der Verdacht entstehen, daß die Royalisten es sind, welche die Ruheund Arbeiter- Angelegenheiten.- Briefkasten. – Anzeige. – Beilage: störungen hervorgerufen haben, um die unvermeidlich zur ReGin Republikaner über die Arbeiterfrage. Internationale ArbeiterAssoziation.Metallarbeiter Deutschlands!- Kleindeutschland 1868. Politische Uebersicht. publik führende friedliche Entwickelung zu unterbrechen. Zum Glück ist die republikanische Partei schon so stark, und hat bisher solche Klugheit bewiesen, daß wir uns der Hoffnung auf einen günstigen Ausgang der gegenwärtigen Krise hingeben dürfen. Das französische Kaiserreich zittert. Am dritten Dezember, dem Todestag Baudin's, machte die Polizei in Paris die Die provisorische Regierung in Spanien hat den Bahltermin nicht, wie es anfänglich hieß, auf den 15. De größten Anstrengungen, um einen Aufstand anzuzetteln, allein auf zember, sondern um 4 Wochen weiter hinausgeschoben auf den 15. Januar. Es hat jedoch ganz den Anschein, als werde die Entscheidung der Frage Republik oder Monarchie der Versuch scheiterte an dem Takt des Volkes. Es wird sich nicht erheben, wenn Bonaparte es wünscht, sondern wenn es ihn unvorbereitet glaubt. Ein in Blut erstickter Aufstand wäre schon vor Zusammentritt der Cortes Nationalversammlung) für den Dezembermann das Ende seiner jeßigen Verlegenheiten, erfolgen. In Badajoz, Valladolid, Cadix, Tarragona und andren Städten ist es zu Feindseligkeiten zwischen den Repu blikanern und Royalisten gekommen, und haben die Truppen auf Seiten der leyteren gekämpft. In Gadir war es nach den legten Berichten noch nicht gelungen, die Ordnung" wiedenn er würde ihn für den Moment von dem Alp der Revolution und von der Nothwendigkeit eines Kriegs befreien. So groß übrigens für die Volkssache die Gefahren eines verfrühten Losbruchs wären, so läßt sich doch nicht leugnen, daß unter Denjenigen, welche zum geduldigen Abwarten ermahnen, der herzustellen. In Madrid selbst herrscht große Aufregung; auch Viele sind, die überhaupt feine Revolution wollen, die von der Stadt beschäftigten Arbeiter, deren Lohn plöglich herabgesetzt ward, haben ihre Arbeit verlassen, und Die, welche Wind gesät, fönnten dort leicht den Sturm ernten. Wenn man erwägt, daß eine Fortdauer des provisorischen Zustandes und denen es vor einem siegreichen Aufstand noch mehr graut. als vor einem verunglückten. Es sind das die liberalen" Fortschrittsphilister, die Männer der demokratischen Redensarten, die Feinde jeder Aktion( Handlung), die sich in Frankreich eben der republikanischen Partei vortheilhaft, der royalistischen Partei so gut finden, wie in allen anderen Ländern. aber nachtheilig ist, wenn man ferner die durchaus unge Der dänische Kriegsminister Raslöff ist von Kopen 394 hagen nach Paris abgegangen. Natürlich bringt man seine Reise mit der Nordschleswig'schen Frage in Verbindung. Das preußische Abgeordnetenhaus hält jeden Tag zwei Sigungen und erledigt seine Geschäfte mit der bekannten ,, Dampfgeschwindigkeit", so daß die Todtengräber" des Parlamentarismus sich vergnügt die Hände reiben. Selbstverständlich hat die jüngste Aufregungsszene" feine weiteren Folgen gehabt; die Herren Nationalliberalen, an Fußtritte gewöhnt, haben auch diesen eingesteckt, und sehen wiederum den Himmel voller Baßgeigen, weil der Heilige von Varzin richtig am 2. Dezember, dem Tage des französischen Staatsstreichs, in Berlin eingetroffen ist ob im Besitz seiner früheren Gesundheit" darüber sind die Herren Zeitungskorrespondenten noch nicht im Reinen. Für den Gang der Dinge ist es auch höchst gleichgültig. Wir erwähnten bereits zu wiederholten Malen der Abnahme des Ertrags der Mahl- und Schlachtsteuer in Preußen. Nachstehende Ziffern geben eine lehrreiche Uebersicht: Die Schlachtsteuer betrug: 1,754,568 Thlr. 1,943,685 Die Wahlsteuer betrug: 1863 1,495,866 Thlr. 1864 1,570,531 1865 1,640,567 1866 1,557,680 1867 1,468,500 " " 2,138,741 " " " " 2,089.667 2,041,015 " 12. Bis zum Jahr 1866, dem Jahre der Bismarc'schen Blutund Eisenthat steigt der Ertrag der Mahl- und Schlachtsteuer stätig, und dann fällt er! Troß Bevölkerungszuwachses hat der Brod- und Fleischverzehr sich also vermindert. Viel Ruhm und wenig Brod und Fleisch. Zahlen sprechen. 1866 Ein anderes Bild. Im Jahre 1865 wurden vor preußischen Gerichten 247 Preßprozesse anhängig gemacht; im Jahr 320 und 1857 293, in Allem 860!, Blen sprechen. Wie hoch, fragt das Frankfurter Journal", mag sich wohl während dieser Zeit die Zahl der Preßprozesse in den deutschen Ländern jenseits des Mains, denen wir zu liberal" find, belaufen haben?" " 1 11 Jedenfalls werden die Süddeutschen, deren Eintritt in den deres, als dicse Männer insgesammt für unmündig so daß sie nur durch Vormünder handeln und ihre politischen Rechte giftig ausüben dürfen. be G R bo Wer das indirekte Wahlsystem vertritt, der schleudert de ganzen Bolke Schimpf und Beleidigung ins Gesicht, der tri das natürliche Recht eines jeden Mannes böhnend mit Füßen und, merken Sie wohl, das thut die sogenannte liberale Mittel partei in der Hauptstadt Bayerns, über deren Zusammenscßunde wir indessen schweigen wollen, weil mit dem Schweigen mehr gesagt ist, als mit dem Reden. oft Anderwärts hat man nicht damit genug, daß alle vol jährigen Männer des Volkes ohne jeden Census direkt wah berechtigt sind, man agitirt in vollem Ernste sogar für do Wahlrecht der Frauen; aber in dem glorreichen Recht Staate Bayern giebt es noch Leute, die nicht nur für die Män ner einen Gensus beibehalten wollen, sondern sogar den Ge firten die Befähigung absprechen, ihre Abgeordneten und ohne Bermittlung wählen zu können. Die aufgeklärt sein wollende Mittelpartei, die man hu bi in of bo 31 felbt id δι St mit demselben Rechte liberal nennt, als man den Teufel wei malt, behandelt das bayrische Volf schlimmer, als die Amer faner ihre schwarzen Neger, denen das allgemeine dire Wahlrecht eingeräumt wurde und eine solche Partei eristitt agitirt zur Schmad des ganzen Bolkes in der Hauptstadt ,, Culturstaates"! Sollte das Ministerium wirklich gewillt diese Partei sich zur Stüße zu erwählen? fir eine fein feine Das indirekte Wahlrecht hat in Bayern bisher Volksvertreter erzeugt, man fonnte die Abgeordneten als Mandaten von circa 10,000 direkt wählenden Männer betrachten, während das Volk zum ruhigen Zuschauen Abwarten verdammt war. Und doch erkühnte man sich, und Abgeordnetenkammer eine Volkspertretung zu nennen! Es sind nur mehr zwei Dinge möglich. Entweder das bestehende Wahlgesez abgeändert, und dann möge das Dit e wird Bolt sich eine wahre und wirkliche Bertretung wählen, oder aber d bleibt beim Alten, und dann muß sich das Volk, mit Rüdfich auf sein Recht und seine Würde, unbedingt der indirekten Wab Nordbund Meg in der hessischen Kammer beantragt hat, sich len enthalten. Denn wählen hieße nichts anderes, ala fid die obige Statistik genau ansehen, ehe sie freiwillig in den ,, Käfig" hineinflattern. Die Confiskationsfommission ist mitten in ihren Arbeiten stecken geblieben. Daß man auf den König von Hannover den preußischen Wahlspruch: Suum cuique- Jedem das Seinige nehmen, anwende, dünkt der Mehrheit ganz in der Ordnung, aber sie fann sich nicht davon überzeugen, daß der Kurfürst von Heffen eine gleiche Zärtlichkeit verdient habe. Wir begreifen diese Skrupel nicht. Wer die Confiskation von 700,000 Kurhessen gut heißt, sollte sich doch gegen die Confiskation des Vermögens eines einzelnen Kurhessen nicht sträuben. Aus Wiesbaden wird ein zeitgemäßer Aft der Selbstselbst für unmündig und blödsinnig hinstellen und jener Part Recht geben, welche das Volk dafür erklärt. Kommt aber de senungeachtet eine Kammer zu Stande, so wird sie kein Men mehr als den Ausfluß des Bolfswillens anschauen und di Herrlichkeit wird bald zu Ende sein." Was unser Correspondent gegen das indirefte Bablre fagt, trifft im Vorbeigehn bemerkt nicht bloß Bayern sondern fast alle übrigen deutschen Staaten, Desterreich unt Preußen an der Spize. Die neue würtembergische Kammer ist mit einer farblosen Thronrede eröffnet worden. Die Volkspartei hat b der Präsidentschaftéwah! von drei zu bestimmenden Kandidate hilfe( nicht der Schulze'schen) gemeldet: in einem Streit mit( aus denen der König einen zu ernennen hat), zwei durd Bürgern zogen Soldaten den Säbel; die Angegriffenen be mächtigten sich der Waffen, und ertheilten den Angreifern eine Lektion, deren sich dieselben ihr Leben lang erinnern werden. Aus München, d. d. 4. Decbr., schreibt man uns:„ Mit gefeßt, die der König allerdings nicht wählen wird, und ferne ist sie mit ihrem Antrag auf Erlassung einer Adresse durchge drungen. Nur fühn voran! Der österreichische Kriegsminister hat in Best eine febr Entrüstung und Empörung greifen wir beute zur Feder. Durch friegerische Rede gebalten, deren Spiße sich gegen Rußland febr den Mund des Abgeordneten Hänle aus München stellte nämlich die jüngste Versammlung der liberalen Mittelpartei( nicht bismard'schen Fortschrittler) unter ihren Forderungen auch jene der Beibehaltung des indirekten Wahlrechts. Die Forderung indirekter Wahlen stellen, beißt nichts anderes, als alle großjährigen Männer des Volkes für zu dumm und zu blöd erklären, als daß fie die Vertreter ihrer Interessen selbst bezeichnen und wählen könnten, heißt nichts anUnd es mag ihm Ernst gewesen sein. Wenn an einen franken Rörper ein Geschwür hervorbricht, ist es dem Quad salver gar leicht, dasselbe zurückzutreiben. Allein die unau bleibliche Folge ist, daß an einem andern Ort ein ähnliche Geschwür entsteht. So ist es auch mit dem politischen Kör per des franken Europa. Gestern war das Geschwür in Ru Die Quadfalber, in der Politik Diplomate genannt, trieben es rasch zurüd, indem sie einen Ministermeie mänien. e ST te br rt bet HJ тек * ritt tel off oll ible Dae ht an 168 en den 395 " Republik!" In Mailand stürmt das Volk die neue Passage Viktor Emanuel, stürzt sich in ein Café, zertrümmert Thüren und Fenster und zerschlägt eine Büste Viktor Emanuels zu Staub. Ein schlechter Calembourg( Wortwig) wird laut: Hängen wir das Original und lassen wir das Bildniß bangen!" In Turin vertauscht man die gewöhnlichen Fahnen für öffentliche Umzüge mit einem Galgen und eigenseitige Unterſtügung der Goldschmiede zu Mailand beschließt mit ner Tafel, welche das Bild des Königs trägt. Die Gesellschaft für geMajorität, daß das Wavven der Dynastie von der Fahne der Gesellschaft zu entfernen sei. Sogar die französische ,, Revue Contemporaine" schildert den König als einges.blossen im Palast Pitti, der nach der Stadtseite zu den düsteren Anblick einer Festung gewährt, wo der König von Italien den Aufstand grollen bört und sich zum ersten Male durch die Liebe seines Volkes nicht mehr binlänglich geschüßt fühlt." berschrieben. Heute ist nun in Griechenland ein ähnliches Geschwür zum Vorschein gekommen. Von der Kandiotishen Frage war in diesen Blättern mehrfach die Rede. Die Russen haben seit 2 Jahren auf der türkischen Insel Kandia eine Aufstands Komödie in Scene gefeßt, die zwar an sich böllig harmlos ist, aber dazu dient, die„ Orientalische Frage" hübsch offen zu halten. Die Türken verkündeten schon drei-, viermal den Schluß der Komödie, aber jedesmal, wenn sie legten ,, Rebellen" von der Bühne geschafft zu haben vermeinten, brachte irgend ein griechisches Schiff aus Athen oder sonst woher ein Dußend Galgenstricke, die das Spiel von born anfingen, und deren Miniatur- Annerionen an türkischen Ziegen und Hausgeräthen von der russisch- preußischen Soldden Heldenthaten aufgepufft wurden. bresse zu gewaltigen, die Altersschwäche der Türkei bekundenJezt endlich ist den Türken der Geduldsfaden zerrissen und sie haben der griechi wachruft. en Regierung angezeigt, daß sie dem griechischen Gesandten die Bässe schicken und die griechischen Häfen blockiren( durch Ariegsschiffe verschließen) würden, wenn man nicht das Auslaufen von Schiffen mit Freischärlern" verhindere. Ein Telegramm besagt sogar, ein türkisches Armeekorps sei schon in Griechenland eingerückt. Desterreich, Frankreich und England unterstüßen die Türkei. Es fragt sich nun bloß, ob die rus fische Regierung denn der König von Griechenland steht zu ihr in demselben niedrigen Vasallenverhältniß, wie der rumänische Strohmann zu Preußen- den Augenblick des Handeins gekommen glaubt, oder nicht. Wir vermuthen das Reztere. Freilich wäre das bloß ein Aufschub, denn Rußland ist seiner Natur nach ein Raub- und Eroberungsstaat. Der neue russische Minister der Volksaufflärung soll heißen Volks Tolstoj hat beiläufig die Jugendschriften mit er efte nee ein Die bitt Solt p ab fid 121.1 Def berdum mung Acn eines panslavistischen*) Heißsporns, Namens Afsakow, Erredakteurs des früher nach dreimonatlicher Verwarnung we zu friegerischer Sprache auf 6 Monate suspendirten Blattes Mostwa", zur Einführung in allen Schulen empfohlen. Parlament: Als zu New- York der Allgemeine republikanische Bund" gestiftet wurde, war Italien sofort zum Eintritt bereit, es bildete ein Spe= zial- Gomite, welches von Zeit zu Zeit revolutionäre Flugblätter veröffentlicht und die historischen Erinnerungen im Interesse der Republik Zu Mailand und Neapel entstanden gegen Ende April und Anfang Mai ernste republikanische Unruhen; es hieß dort: ,, die Monarchie habe ibre Zeit hinter sich, fogar in Italien." Jm Auguſt entstand zu Livorno der Bund der Sache für Mentana" seine Statuten wurden von den gemäßigtsten und conservativsten Journalen veröffentlicht. Früher ergaben die gebeimen und parlamentarischen Abstimmun= gen in Sachen der Eivilliste( Gehalt des Königs) höchstens zwanzig schwarze Kuge! n( Nein); jüngst fehlte sehr wenig an der Verwerfung einer solchen Vorlage. Es handelte sich zu Florenz um die Errichtung einer Bronce- Statue des Königs in der öffentlichen Anlage; der Stadtrath ciner der conservativsten Städte verweigert schlechtweg die Gelder! Die Perseveranza", das bekannte gemäßigte Blatt von Mailand. liefert einen Kommentar( eine Erläuterung) zu den Worten des Abgeordneten Sella:„ Wir bedürfen der Moralität auf allen Stufen der sozialen Leiter, besonders in der höchsten Sphäre." Das konservative Blatt redet sehr fühn über die Pflicht der Fürsten in ih= rem Privatleben; die vorgerückteren Preß- Organe geben natürlich viel weiter, fie bringen die erstaunlichsten Einzelheiten über die Lebensweise des Königs. Man spricht von seiner morganatischen( halbwilde) Ehe, welche neulich die Hochzeiten von jungen Männern und Frauen veranlaßte, fast gleichzeitig mit der Seirath der legitimen Prinzen. In den königlichen Karossen und reservirten Logen sollen sich gewiffe Personagen aufhalten, welche heitere Geschäfte besorgen. Ueber die Lage Italiene schreibt Mauro Macchi, einer der tüchtigsten Vertreter der Demokratie im italienischen an bat ibn zum Weiſter gemacht, da er doch kaum Schüler iſt. noch und gemäßigten" Geister, er bedeutete den verkörperten Umsturz und Mazzini war lange genug der Schrecken aller ängstlichen flößte fast Allen nur Angst ein. Mazzini hat seit 40 Jabren bebauptet, nur die Republik könne gewisse Fragen lösen, die Republik sei mische Jugend mit Beifall. Seit der Abmachung von 1864, beson weniger Zweck als Mittel. Das begrüßte bis jetzt nur die stürders seit Mentana, ist das ganz anders geworden. Die Republik als Glaubensbekenntniß griff mit unwiderstehlicher Schnelligkeit um sich; Alles, was die Regierung dagegen gethan, hat wider sie selbst ausge Die erwähnte ,, Perseveranza" erspart dem Prinzen Amadeus ihren Spott nicht über seine Ernennung zum General Inspector der Marine: Dem Kronvrinzen sagt man rund heraus: anstatt seine Zeit im Hirschpark von Monza und bei den Festlichkeiten von Neapel zu verbringen, sollte er lieber das Regieren erlernen." Das sieht sehr wenig monarchisch und loyal aus, bemerkt die Neue Freie Presse zu dieser Schilderung. Disraeli hat noch vor Zusammentritt des englischen Unterhauses abgedankt und damit seinen Gegnern den schlimmsten Streich gespielt, der ihnen gespielt werden konnte. Statt das Torykabinet nach einer glänzenden Debatte und durch eine schlagen. Die dreifache Wahl Mazzinte in Sizilien zwang plößlich Abstimmung zu stürzen, welche die Majorität recht groß hätte die Regierung zu der so hartnäckig verweigerten Amnestirung des gro= Ben Grilirten. Seit Mentana bringt jede Sigung eines Arbeitervereins eine Buldigung für Garibaldi und Mazzini; der Name des Kö nigs wird taum ausgesprochen! Guer Bater and retten, so beeilt Guch, seine Geschicke von denen der Nach Mentana schrieb Mazzini, an die Italiener:„ Wellt Ibr Regierung zu trennen. Alsdann werft Euch als Freie, frei von jedem erscheinen lassen, müssen die Liberalen" nun sofort durch die Schwierigkeiten, mit der die Bildung des neuen Ministeriums verbunden ist, ihre Zerfahrenheit offenbaren. Zum Ministerpräfidenten hat die Königin doch Gladstone ernannt. Mißtrauen, von jeder Furcht vor Verrath, entschlossen in den Kampf rikanischen Präsidentenbotschaft. Erwähnenswerth Jab ſetd Sieger! Ja, beim Simmel, 3hr werdet Sieger ſein. Im ist blos die Mittheilung, daß der Alabamastreit( zwischen es schleuderte den Handschub den verschworenen Königen ins Gesicht, Jabre 1792 zählte Frankreich, wie Ihr jezt, nur 25 Millionen und und Frankreich blieb Sieger." Das war ein Anklage- Akt, so furchtbar wie einer; und er ballte wieder von einem Ende Jtaliens bis zum andern. In Genua stürzte sich das Volk unter den Balkon des Präfetten und rief:„ Es lebe Italien! Es lebe Garibaldi! Es lebe die Banslavismus- Vereinigung aller Slaven- nennt man das Bestreben aus sämmtlichen slavischen Völkerschaften( Russen, Polen, Czechen, Serben 2c.) ein, Weltreich zu gründen, das Deutschland erdrücken und die Westeuropäische Cultur zerstören würde. Bisber war es bauptsächlich der Widerstand der Polen( Dank ihnen!). was die Verwirk lichung dieser Idee hinderte. Ein unterſecisches Telegramm bringt den Inhalt der ame= England und Vereinigten Staaten) noch nicht geschlichtet ist, und daß die Vereinigten Staaten ihre Vermittelung mi schen Brasilien und Paraguay angeboten hatten, aber auf Weigerung gestoßen sind. Näheres ist aus dem Telegramm nicht ersichtlich. Was den Krieg gegen Paraguay betrifft, so lauten die jüngsten Nachrichten derart, daß kein vernünftiger Mensch mehr an das Gelingen der brasilianischen Eroberungsplane glauben kann. 3m Berliner Sozial- Demofrat" vom 2. Dezember steht geschrieben: " In Leipzig wird die Lüge verbreitet, der Vereinspräsident habe im Reichstag für die Militärvorlage gestimmt. Hoffentlich klopfen die Unfren diesen frechen Lügnern gehörig auf den Mund." und. Das ist eine jesuitische Wahrheitsverdrehung, gilt aber Herr von Schweißer fißt gegenwärtig im Gefängniß und kaun sich nicht vertheidigen. Sobald er frei ist, werden wir sein Verhalten in der Militärfrage nach den ste nographischen Berichten beleuchten, und dem„, frechen Lügner", der die obige Notiz abgefaßt oder inspirirt hat,., gehörig auf den Mund flopfen." Am 29. November wurde in Essen( Rheinpreußen) eine Arbeiterversammlung aufgelöst und unter den heimgehenden Arbeitern von der Polizei und Gendarmerie mit der blanken Waffe eine wahre Megelei angerichtet!( Der Berliner„ SozialDemokrat" brachte einen Bericht, der sehr tapfer war gegen die Polizei, aber sehr freundlich gegen den Landrath, der das Benehmen der Polizei mißbilligt habe. Lepterer hat sich nun gegen die ihm im ,, Sozial- Demofrat" gemachten Schmeicheleien sehr heftig verwahrt, ähnlich wie neulich der Justizminister Leonhardt gegen die Liebkosungen der Nationalliberalen. A. d. R.) Aus Wien, d. d. 7. Dezember, schreibt man uns: Et was Wesentliches ist in vergangener Woche nicht vorgekommen. Die Arbeiterbewegung geht ununterbrochen vorwärts und den Parteigenossen in Sachsen dürfte es von Interesse fein zu erfahren, daß sich neuerdings auch ein ehemaliges Mitglied des Zwickauer Bolksvereins, Herr H. Heegen, rege an unsren Bestrebungen betheiligt. Nächsten Donnerstag beginnt die gerichtliche Verhandlung gegen sämmtliche( zwölf) Mitglieder des sozialdemokratischen Comités wegen Uebertretung des Vereinsgefeßes." " Die Berliner Handlungsdiener haben an die Inhaber von Materialhandlungen eine Denkschrift gerichtet, in der sie Berkürzung der Arbeitszeit fordern. Das ist recht. Die Kaufleute werden sich sträuben, allein wenn die Handlungsdiener fest bleiben, werden sie siegen, wie ihre englischen Collegen schon vor Jahren. Where there is a will, there is a way wo der Wille ist, da ist auch ein Weg, sagen die Engländer. Wir werden aus der Denkschrift, die uns für diese Nummer zu spät zukam, einen Auszug mittheilen. In Jena erscheint vom 1. Januar an unter Redaktion 396 §. 3. ad Der Verein wählt durch Stimmenmehrheit in einer all va jährlich abzuhaltenden Versammlung auf 1 Jahr einen au wenigstens 3 Mitgliedern bestehenden Vorstand mit dem Recht der Ergänzung durch Hinzuwahl, dem die zweckentsprechende Verfügung über die aufgebrachten Mittel überlassen bleibt. ale bu G Dee B Man schreibt uns:„ Leipzig. Bisher nur gewohnt, voit den Ultramontanen und Muckern aller Art verfeßert und Er den Bann gethan zu werden, scheint der Freimaurerbund gleer ers था ches Schicksal von Seiten der demokratisch sozialen Partei e fahren zu sollen, wie aus Ihrer Bemerkung zu einer brieflichen fi Mittheilung aus Münchenbernsdorf hervorzugehen scheint Obgleich die sogenannte Loge in Münchenbernsdorf mehr einem unzeitgemäßen Ritterthum mit katholisirenden Tendenzen, der Freimaurerei, zugethan und nach den Grundsäßen reinsten Absolutismus regiert wird, hat sie doch mit den echten de Freimaurerlogen in ihren ersten Graden die absolute Neutra lität in Sachen der Politik gemein, so daß sie Anhänger Parteischattirungen aufnehmen kann.„ Ueberall in Deutsch an land", außerhalb Preußens, giebt es gar keinen Freimaur Drden, sondern nur einen Freimaurer- Bund, an deſſen Spiz überall nur ein bürgerlicher Großmeister, aber keine„ König familie" steht, und dieser Bund spielt überall„ dieselbe Rollei sofern er allen seinen Mitgliedern, in Bezug auf religiöse und G politische Ueberzeugungen, volle Freiheit läßt, weil sein Gebiet De allet D R 2 G te nicht das die Menschen Trennende, sondern das sie Einigeu und Gemeinsame, d. i. das Reinmenschliche ist. Wie es dell Münchenbernsdorfern freisteht, für Bismard zu schwärmen, d de Ihren Parteigenossen in Sachsen und Schwaben für den in mokratischen Zukunftsstaat. Ich erwarte von Ihrem Gerechtigkeitssinne die Aufnahme dieser Berichtigung in die nächste Nr. Ihres Blattes. Veritas." if n e ( Wir haben es für unsre Pflicht gehalten, diese Erklärung f die uns von einem hochgeachteten Manne zugeht, in unfer h Blatt aufzunehmen, obgleich unsre Ansicht über das wirken des Freimaurer- Ordens oder Bundes keineswegs erschüttert Es wird sich Gelegenheit finden, den Gegenstand weiter i besprechen. besprechen. D. R.) Napoleon gegen das ,, Demokratische Wochenblatt." Am Mittwoch wurden Bebel und Liebknecht wegen ift. Der ,, Adresse an die spanischen Demokraten" gerichtlich vernommen, und ihnen mitgetheilt, daß der französische Kaiser durch seinen Gesandten in Dresden Klage auf Beleidigung habe erheben laffen. Außer Bebel( der das Aktenstück in der Tonhallenver unseres Parteifreunds Sy ein demokratisches Wochenblatt: sammlung verlas) und Liebknecht( der es im Wochenblatt" „ der Thüringer Volksbote", Organ des Thüringer abdruckte), ist Hr. Thiele von Connewig angeklagt, der die ,, Wahlvereins zur entschiedenen Wahrung der Volksrechte". Adresse in seinem, allen unsern Lesern hiermit bestens empfoh lenen Wochenblatt für Connewiß 2c." veröffentlicht hatte. H Bonaparte wird finden, daß man auch auf deutschem Boden Der Preis beträgt auf der Post nur 5 Sgr. vierteljährig. Die Sagungen des genannten Wahlvereins lauten: §. 1. Es bildet sich in Thüringen ein Wahlverein zur entschiedenen Wahrung der Volksrechte, der seinen Siz in Jena hat. §. 2. Jeder der mindestens 5 Sgr. jährlichen Beitrag giebt, ist Mitglied desselben. " " den Prozeß gegen den 2. Dezember" führen kann. Ferner wurde Bebel und Liebknecht eröffnet, daß sie auf Grund derselben Adresse vom sächsischen Staatsanwalt der ,, Verbreitung staatsgefährlicher Lehren" angeklagt seien. Unsere Staatsanwälte machen Fortschritte in der norddeutschen Bun desschule und sie wissen das Gelernte troß der liberalen" Ger segesreform an den Mann zu bringen. Der„ Haß- und Bre p b i b D C f D D h 12 11, en ie b₂ Dr. f et re es nt. em ale on all obt Er 397 achtungsparagraph" ist todt, es lebe der„ Staatsgefährlichkeits- Klassen entgegen und die Geschichte lehrt uns, daß diese sich Daragraph!" Selbsthilfe und Staatshilfe. III. Der Arbeiter ist nicht nur Arbeiter ,, sondern auch Staats bürger. Er ist das Letztere nicht nur nebenher, sondern er ist es in erster Linie; denn bevor er daran denken kann, den in Ertrag seiner Arbeit zu eigenem Nußen zu verwenden, muß er erst die Anforderungen des Staates befriedigt haben. Als Angehöriger des Staats hat der Arbeiter gegen diesen bestimmte Pflichten unweigerlich wie jeder Andere zu erfüllen. muß so gut wie der Adelige und der Bourgeois seinen Theil zu den Staatsunkosten in direkten und indirekten Steuern beitragen und in Kriegsgefahren mit Gut und Blut zum Schuß des Staates einstehen. Alle Leistungen an den Staat haben aber keinen anderen berechtigten Zweck, als den Staat in den Stand zu seßen, seine Aufgabe zu erfüllen. Diese Aufgabe ist: die Förderung der Wohlfahrt aller Staatsangehörigen. Der Arbeiter hat mithin wie jeder Andere das Recht, von dem Staate zu fordern, daß er auch für seine Wohlfahrt Sorge trage. Ded let nd viet Des me fer Gr fer Dieser Staatszweck ist begreiflicherweise der Bourgeoisie in Dorn im Auge. Denn er beschränkt die Ausübung der Gewalt, welche ihr das Kapital verleiht, so weit, daß sie die Wohlfahrt der anderen Staatsangehörigen nicht beeinträchtige. Er muß also das Kapital hindern, die Arbeitskraft ei nesTheils ter Staatsangehörigen schrankenlos auszubeuten. Daher denn das Bestreben der Bourgeois Defonomen, den Begriff des Staates so weit aufzuheben, daß demselben jede Einmischung in das Verhältniß von Kapital und Arbeit entzogen wird und ihm nur noch die Vertretung und der Schuß der Gesellschaft nach außen hin übrig bleibt. Sollte es der gelieber unter den Trümmern des Staatsgebäudes begraben, als daß sie von ihren Privilegien auch nur den geringsten Theil freiwillig opferten, damit der eigentliche Staatszwed cr füllt werde. Alle Mittel, welche dem Staate von seinen sämmtlichen Angehörigen zur Verfügung gestellt werden, dienen nur dem einen 3wed, jene Privilegien zu vertheidigen und die Rechtsungleichheit zu erhalten. Den vierten Stand läßt man verkommen. Davon abgesehen, daß die herrschenden Klassen in der Unwissenheit der Arbeiter einen Schild ihrer Macht sehen, reichen auch die Mittel der Regierungen gar nicht aus, den Volksunterricht auf eine höhere Stufe zu heben. Das Volk muß unwissend bleiben, seine Lehrer müssen am Hungertuche nagen, weil die Regierungen die ungeheuren Summen, welche durch die Steuern aufgebracht werden, brauchen, theils um jenen riesigen Beamten Apparat zu unterhalten, der mit seinen tausend und aber tausend 3adenrädern alles Selbstdenken und alle Selbstthätigkeit der Staatsbürger vernichtet, theils um die stehenden Heere zu unterhalten, die vor allem dazu dienen, den Freiheitsdrang des Volkes zu unterdrücken. Wo sollen da vollends die Mittel herfommen, um jene, die gesammte Arbeiterklasse umfassenden Cooperativ. Genossenschaften ins Werk zu sehen, die allein im Stande sind, das Privilegium des Kapitale aufzuheben? ( Schluß folgt.) Vororts- und Arbeiter- Angelegenheiten. Wir haben bereits verschiedene Male den Verbandsgenoffen nüßliche Bücher und Schriften zur Anschaffung empfohlen und zwar unter besonders günstigen Kaufbedingungen. Heute befinden wir uns in der angenehmen Lage, abermals auf ein Buch aufmerksam zu machen und es zu empfehlen, lingen, diese ihre Lehre vom Staat zur Geltung zu bringen, das zwar schon länger als vor 20 Jahren erschienen ist, seinem 9 so würde der Arbeiter aufhören, Staatsbürger zu ſein; er 112 元 ju würde eben nur noch Arbeiter sein, der ohne Recht auf den Inhalte nach aber heute noch und vielleicht mehr als damals, namentlich in Arbeiterkreisen willkommene Aufnahme finden dürfte. Schuß des Staates dem Kapital auf Gnade und Ungnade Das Buch ist betitelt; Schioß und Fabrik. Roman von überantwortet wäre. Daß es dahin komme, daß auch die Louise Otto, 3 Bände, und schildert in scharfen Zügen die legten, schwachen Schranken fallen, welche die Willkür der Ka pitalgewalt einengen, das ist das Ziel jener Gesellschaftslehre und daher das Zetergeschrei der Bourgeoisie, der großen Grundbefizer und aller falschen Freunde der Arbeiter, sobald das Wort Staatshilfe ausgesprochen wird. Lage des Arbeiters dem Kapitalisten gegenüber, es behandelt mit einem Wort die soziale Frage. Der Preis des Romans ist im Buchhandel 3 Thlr.. jedoch ist auf Veranlassung der Verfasserin den Arbeitervereinen der Preis auf 15 Sgr. herabgesezt worden. Bei Bezug von 15 Gremindem er die Hilfe des Staats gegen das erbarmungslose Ka- pfehlen den Verbandsgenossen die Anschaffung des Buches an Es ist also keine Gunst, welche der Arbeiter verlangt, plaren wird noch ertra ein Freicremplar geliefert. Wir em pital anruft. Er fordert nur, daß der Staat wirklich seinen gelegentlichst und erklären uns bereit, die Vermittelung für den Zweck erfülle, die Wohlfahrt Aller nicht einzelner oder einzel- Ankauf und die Versendung zu übernehmen. Um unnüße dem Boden des Rechts, da er seiner Seits alle Pflichten gegen den Staat erfüllt, welche dieser von ihm heischt. betrag bei der Bestellung mit zu übersenden. Weiter machen wir wiederholt aufmerksam auf Dr. Louis Leider aber sehen wir uns unter den bestehenden Büchner's sechs Vorlesungen über die Darwinsche Theorie von Staaten vergebens nach denjenigen um, der seinen Zweck erfüllte. Hervorgegangen aus der Gewalt, die das Schwert verleiht, ist der Staatszweck noch heute in ihnen ein Monopol der Verwandlung der Arten und die erste Entstehung der Organismenwelt u. s. m. 2. Auflage. Das Buch kostet im Buchhandel 1 Thlr. 18 Ngr., die Verbandsmitglieder erhalten es Es ist ein Buch das in keiner Vereinsbibliothek fehlen sollte. der herrschenden Klassen. Ungleiches Recht und ungleiche Pflicht für nur 1 Thlr. find der Charakter der bestehenden Staaten und zwar so, daß diejenigen Klasse der Staatsbürger, welche die größte Summe der Pflichten leistet, das fleinste Maaß des Rechts hat. Die Broschüre über die Internationale Arbeiter- Association von Wilh. Eichhoff, Buchhändlerpreis 12 Sgr., für die wäre eine Thorheit, wenn die Arbeiterklasse von den in solcher Verbandsgenossen durch den Vorort bezogen nur 5 Sgr. ist Weise organisirten Staaten jene Hilfe erwartete, die sie Kraft ebenfalls noch zu bekommen. Wir erwarten, daß in den Ve ihrer staatsbürgerlichen Leistungen zu fordern berechtigt ist. Ihrer Forderung steht der Egoismus der bevorrechtigten reinen diese Broschüre gründlich hält ein Material, das für die durch besprochen wird, sie entKenntniß der sozialen Frage wichtig und Bielen neu sein wird. Schaffen sich die Verbands genossen einen Kalender an, dann ist es hoffentlich nur der ,, Arbeiter- Kalender" von Albert Eichhoff, Berlin, der bei Barthienbezug den Vereinen mit 25 Prozent Rabatt abgelassen wird. Endlich erwähnen wir nochmals, daß von Neujahr an, das Organ der deutschen Arbeiter Vereine der Schweiz, das ..Felleisen" unter der Redaktion von Dr. Ladendorf und Amand Gögg wöchentlich einmal erscheint und durch alle deutschen Bostanstalten zu dem vierteljährigen Preis von 1 Fr. 85 Gent.( ungefähr 15 Sgr.) zu beziehen ist. Die Namen der beiden Redakteure sind eine Gewähr dafür, daß das Blatt in sozialer und politischer Beziehung nichts zu wünschen übrig lassen wird, wir empfehlen daher das Abonnement auf dasselbe. Der Bericht über den Nürnberger Arbeitertag ist fertig und wird in diesen Tagen in je 1 Freiexemplar versandt. Die Broschüre ist weit umfänglicher geworden, als wir erwartet hatten, wir haben deshalb uns genöthigt gefeben, den Preis für Ver eine von 1 gr. auf 12 Sgr. zu erhöhen. Einzelexemplare fosten 3 Egr., was auch der Buchhändlerpreis ist. An Verbandsbeiträgen gingen ein: A. B. V. Großenhayn 1 Thlr. 20 Ngr., sozial. Ref. V. Magdeburg 3 Thlr. A.- V. Der Vorort. Stollberg 2 Thlr. = Mainz. Die hiesigen Tischler beabsichtigen eine Gewerksgenossenschaft auf Grund der vom Vorort Deutscher Arbeitervereine entworfenen Musterstatuten zu gründen, über die Constituirung und den Anschluß werden wir Ihnen spä theilen wir Ihnen mit, daß der de mokratische Abgeordnete Dechsner, wie wir hören. mit dem ter berichten. Weiter theile er, n 398 Weitere sollte besprochen werden; ich glaube, dieser Vereinstag we tritt nie zusammen. Der Arbeiterbund war todt an de Tage, wo er geboren wurde. Zwickau. Herr Motteler aus Grimmitschau hielt vorige Woche in einer vom Volksverein veranstalteten Ver sammlung einen Vortrag über Gewerksgenossenschaf I en. ti นา € ne Die Bersammlung war nur schwach besucht( ungefährde von 100 Mann, woran das abscheuliche Wetter und die un günstige Zeit für die Bergleute schuld war. Nach Mot teler tratt ein Herr Neukirchner, seines Zeichens ein Col porteur und Anhänger Schweizers auf und suchte deſſen Musterstatut herauszustreichen, griff auch die Herren Schrape Bebel und Liebknecht an, weil sie im letzten Reichstag einen Antrag Schweizers( welchen, wußte er selber nicht), zum Wohle der Arbeiter Vieles enthalten habe, zu unterschre ben sich geweigert hätten. Springer fertigte den Ankläger mit der Entgegnung ab, daß wir unserem Abgeordneten ein Mißtrauensvotum bätten geben müssen, wenn er die g ringste Gemeinschaft mit Schweizer gepflogen hätte. Mot teler erklärte, daß die Auflage Neukirchners eine Rechtferti Aung für die Vertreter der Partei in seinen Augen sei und beleuchtete die von Schweißer. Hirsch und dem Vorort entwor fenen Statuten in ihren Einzelheiten näher. Noch einmal sprach Neukirchner für stramme Gentralisation. Mo teler hielt ihm Schweizers Cartelverweigerung und wies nach, wie wenig dem Herrn Diktator hierna an der Sache läge, wie hohl der Saz Macht von seinem Propheten gehalten werde. Dot D 21 .Einbeit it o Die Sache der Gewerksgenossenschaften wird im Volksvereine fräftig in die Hand genommen werden. Noch sei bemerkt, Blane umgeht, in der hessischen Kammer einen Antrag auf das zwei Agenten der Gräsin Haßfeldt, ein gewisser sel Aufhebung der Coalitionsbeschränkungen einzubringen. Da in unserer Kammer die Nationalliberalen die Mehrheit haben, so das vol ist ihnen das eine gute Gelegenheit, zu beweisen, ob sie es mit lig einverstanden und warteten nur auf den geeigneten der Aufhebung der Ausnahmegeseße für den Arbeiter ehrlich meinen. ferich und Uble hier in der Gegend herumziehen und Gerücht aussprengen, unsere Parteiführer seien mit ihnen Augenblick, um offen mit ihnen zu gehen. Motteler brand markte die Herren öffentlich als Lügner und verglich ihre Nürnberg. Die Aussichten für den seit den Arbeitertag Handlungsweise mit der der Mouchards( geheimen Bolizeidiene und Handlanger des 2. Dezember. Auch der Freimaurer und ihrer bismard'schen Wühlereien wurde bei dieser Gelegen heit durch Dogauer freundlichst gedacht. gegründeten Arbeiterbund" scheinen trübselig zu sein. Obgleich der hiesige Arbeiterverein( Tezelgasse) Borort desselben ist, hört man von seiner Thätigkeit gar nichte. Nicht wenige Mitglieder dieses Arbeitervereins find mit dem Austritt aus dem Verbande gar nicht einverstanden, wenn sie auch nicht wagen, dies öffentlich im Verein auszusprechen. Sie sehen ein. daß es ein großer Fehler war, sich von den demokratischen und vorwärts strebenden Vereinen zu trennen. Mir ist die Misstimmung sehr begreiflich. Die dem Arbeiterbunde angeGlauchau. Mit der Gründung einer Gewerføg nossenschaft der Weber wird es nunmehr hier auch Graft will die Angelegenheit in die Hand nehmen, selbstverständlid werden. Der Volksverein hat über diese Frage debattirt unter Zugrundlegung der Musterstatuten des Vororts. und Wir hoffen, daß die Betheiligung eine recht lebhafte wird und daß hörigen Vereine sind in eine Vereinzelung gerathen, die täglich sich namentlich die Nachbarorte Meerane, Hohenstein größer und unbehaglicher wird, denn so viel Geschrei man auch Anfangs von der Zahl und Bedeutung der aus dem früheren Verbande ausgeschiedenen Vereine machte, so zeigt sich jetzt doch. wie wenig gemeinsame Beweggründe für den Austritt vorhanden waren. Von jenen Vereinen, die den Austritt und Protest mit unterzeichneten, haben die Vereine von Kiel, Altona, Hamburg, Bielefeld, Hannover und Berlin erklärt, dem Arbeiterbunde nicht beizutreten. Das Beispiel von Kiel, Altona und Hannover ist natürlich entscheidend für die Bereine in den betreffenden Landestheilen, die sich sämmtlich fern halten werden. Offenbach hat gegen seinen Vertreter entschieden und ist bei dem Verbande geblieben. Heidelberg und Karlsruhe sind zwar aus dem Berbande ausgetreten, wollen sich aber dem Arbeiterbunde nicht Ernstthal, der Mülsengrund u. s. w. anschließen. Man cher wird freilich durch die mißlichen Zeitverhältnisse ferne ge halten werden, denn der Verdienst ist sehr knapp, Alles tbeuer und der Winter in vollem Anzuge. Kürzlich bat der die sige Arbeiter Bildungsverein beschlossen, die Gründung pon Gewerbegerichten bei der Behörde in Anregung zu brin gen, da die unausgefeßten Klagen über ungerechtfertigte abzüge eine solche Einrichtung recht nothwendig machen. Lohn Rad dem Gewerbegeseß steht der Gründung solcher Schiedsgericht nichts im Wege, aber bis jept ist unseres Wissens nirgends was geschehen, um sie ins Leben zu rufen. ( Wir halten die Anregung für Gründung der Gewerbe gerichte für außerordentlich praktisch. Es ist, wie die Dinge eben lieger, das einzige Mittel, um den Beschwerden der anschließen. So bleibt nur eine geringe 3abl Getreuer übrig. beiter über Drud und ungerechte, willkürliche Kürzung Man hatte ursprünglich beschlossen, nach Constituirung des Lohnes von Seiten der Arbeitgeber einen Damm entgegenzu Arbeiterbundes einen Vereinstag einzuberufen, auf dem alles sehen. Nur ist es nothwendig, daß die Arbeiter in den G Deb 9 S 9 1 b 6 g ( S A ir 04 n/ i id Bir 25 in h ad chte be nge 21 Deb Ge 12 11 3 01 i' al ot 0 עד the ft 二 ent g et ger t ok 8, elt br werbegerichten angemessen vertreten sind. Wir werden auf tiefes wichtige Thema zurückkomin.) Werdau. Der Streit zwischen dem hiesigen Stadtrath und dem Consum verein ist ausgeglichen. Unser Vorstand Scharf und Lagerhalter Pampel wurden vorigen Don nerstag zum Bürgermeister berufen und ihnen mitgetheilt, daß der Stadtrath in dem Wahne gewesen sei, wir hätten, cin öffentliches Schanklokal; da das nicht, der Fall wäre, so sei auch die Steuer erlassen und damit der Protest erledigt. ( Unfern auswärtigen Lesern diene zur Erläuterung dieser Antwort des Werdauer Stadtraths, daß nach sächsischem Gee Inhaber von Restaurationen und Schankiokalen mit be. sonderen Armensteuern belegt werden. Der Werdauer Stadtrath hätte allerdings, ehe er eine solche Steuer ausschrieb, sich genauer erkundigen sollen. Nach dem Gefeß muß jedes Gewerbe angemeldet, für eine Restauration gar um die Conces fon nachgesucht werden. Man hätte also, falls der Werdauer Confumverein wirklich ein öffentliches Schanklokal hatte, ihn wegen Gesezesübertretung allenfalls zur Berantwortung ziehen tönnen, aber ihn nicht so ohne weiteres mit einer solchen Steuer bedenken dürfen! Anmerf. der Red.) Gera. Der demokratische Arbeiterverein unter Borsiz Brockmanns hat in seiner legten Sigung sich mit der Frage der Bildung der Gewerfsgenossenschaften beschäftigt und beschlossen mit der Gründung derselben vorzugehen; wir ersuchen deßhalb den Vorort uns ein paar Hundert Exemplare zu schicken. nehmen. Wir haben die Absicht die Gründung eines 399 Vereine nichts gefruchtet. So ist man denn auf den weiteren Bian gekommen, ihm das Geld ganz zu nehmen. Im Laufe voriger Woche haben die Stadtverordneten auf Antrag ihres Finanzausschusses beschlossen, auch die bisher noch belassenen 200 Thlr. Unterstüßung so lange zu beanstanden, bis durch den Stadtrath Auskunft darüber gegeben sei, ob nicht durch die Zustimmung zu den Nürnberger Beschlüssen der Verein ein politischer geworden sei. Im Arbeiter- Bildungsverein hat dieser Beschluß große Heiterfeit hervorgerufen. Jeßt, nachdem der Verein seit 8 Jahren vor dem Gefeß als politischer Verein besteht, innerhalb dieses Zeitraums bei unzähligen politischen Demonstrationen und zwar in den ersten 5 Jahren neben und mit so vielen der weisen Herren, die heute noch im Stadts verordnetencollegium fißen und obigen Beschluß mit gefaßt haben, eine solche Frage zu stellen, das ist mehr als naiv. Der Verein will denn auch gar nicht erst die Anfrage des Rathes abwarten, sondern direkt sich an die Herren Stadtverordneten wenden und ihnen Auskunft geben. Natürlich wird er dabei einzelne der Herrén selbst als Zeugen für die politische Wirksamkeit des Vereins lange vor dem Nürnberger Arbeitertag aufrufen. Wir sind gespannt, was diefelben für Gesichter machen und mit was für Argumenten man den Aus: führungen des Vereins entgegen treten wird. Unsere Leser sollen Näheres erfahren. Die Generalversammlung der deutschen Maurer und Steinhauer zur Gründung einer Gewerksgenossenschaft wurde am Sonnabend, Sonntag und Montag den 5., 6. und 7. Dezember hier in Leipzig abgehalten. Vertreten waren 43 Orte durch 53 Deputirte. Herr Wahl, der auf Grund des Schweiger'schen Statuts vom Berliner Arbeiter- Kongres Gauverbandes der Vereine zu Gera. München bernsdorf, Ronneburg und Langenberg vorzu Mittweida. Gine Genossenschaft der Weber auf ernannte Präsident der Maurer, der mittlerweile aber ins Grund der Musterstatuten des Vororts Deutscher Arbeiterver eine ist hier in der Gründung begriffen, doch wäre es uns recht erwünscht, wenn Herr Bebel in Kürze bei uns eine Bersammlung abhalten wollte, um die Sache den hiesigen Arbeitern recht klar zu machen. 150 Mann zäblender sozialdemokratischer Arbeiter Luckenwalde. Hier hat sich seit Kurzem ein jetzt schon gramms steht. Wir hoffen, daß Herr Liebknecht, den wir eingeladen, in nächster Zeit hierher kommt, um uns einen Bortrag über die soziale Frage zu halten. Hirsch Dunker'sche Lager übergelaufen war, eröffnete die Vorversammlung im Wiener Saal. In Ermanglung geeig neter Kräfte aus dem eignen Kreise hatte das Comité sich 2 Doktoren und zwar Dr. Hirsch aus Berlin, und Dr. Jannasch aus Coburg als Referenten verschrieben. Wir übergehen die Vorversammlung, die durch unerquickliche Geschäftsordnungs- Debatten und die Vorlesung der Hirsch- Dunker'schen Muſterſtatuten, welches Geschäft Dr. Hirsch und Dr. Jannasch abwechselnd vornahmen, hauptsächlich ausgefüllt wurde. Die Anfrage eines Anhängers von Schweizer, warum man das Berliner Congreßstatut nicht vorgelegt habe, wurde durch den überge Leipzig. Einer unser tüchtigsten und eifrigsten Partci- laufenen Präsidenten sehr unbefriedigend beantwortet, die Opgenossen, Herr Schweichel, hat uns verlassen und ist nach position war aber allem Anscheine uach so wenig redegewandt Berlin als Redakteur der ,, Romanzeitung" übergefiedelt. Um ihm ein Zeichen der Hochachtung und Dankbarkeit zu geben, blieb. batte der Arbeiter- Bildungsverein vorigen Sonntag in feinem und so uneingeweiht, daß eine entsprechende Abfertigung unter Bereinslokal eine Abschiedsfeier veranstaltet, bei welcher ihm eröffnet, und nunmehr erläuterte Dr. Hirsch das von ihm verdurch den Borsigenden mit entsprechenden Worten das Diplom als Ehrenmitglied des Vereins überericht wurde. Der Sonntag früh 10 Uhr wurde die Hauptversammlung faßte Musterstatut in stündiger Rede. Nach ihm trat Hofbaurath Demmer auf, der Vielen unsern Lesern vom NürnArbeiter Bildungsverein sieht in der nächsten Zeit einer Maß berger Arbeitertag bekannt sein wird, ein altbewährter, gut regelung Seitens der städtischen Behörden entgegen. Er be demokratisch und sozialistisch gesinnter Mann und erklärte sich tam nämlich früher von der Stadt jährlich 500 Thlr. Unterfügung zur Verwendung für Bildungszwecke. Ale aber Anfangs 1866 der Verein aus dem nationalvereinlichen in das demokratische Lager überging, schwanden die Sympathieen des Stadtverordnetenkollegiume fichtlich, und als er bis zum Herbst 1867 feinerlei Zeichen einer Befferung von seiner sündigen degegen das Hirsh- Dunker'sche Statut, befürwortete eine Vereini gung der verschiedenen Parteien und begründete ausführlich einen Antrag, worin er die Mittel und Wege angab, die nach seiner Ansicht und genauen persönlichen Bekanntschaft mit der Lage der Bauarbeiter eingeschlagen werden müßten, um wirk lich mit Erfolg eine Gewerkschaft gründen zu können. Der mokratischen Gesinnung gegeben hatte, wurden ihm zur Strafe lebhafte Beifall und die vielseitige Unterstüßung, die seine Rede hierfür 300 Thlr. entzogen und davon 100 Thlr. der Bauhütte, einem kleinen Arbeiterverein im nationalliberalen Fahr- rathen erscheinen, sich sehr energisch dagegen auszusprechen, waffer, und 200 Thlr. einer höheren Bildungsanstalt für Söhne wohlhabender Eltern gegeben! Indeß diese Lection indem er zwar die Güte und Nüglichkeit der entwickelten Anfichten anerkannte, aber ihre Ausführbarkeit bekannten bat prettier. Standpuntte eines premjiligen gortschrittsmannes bezweifelte. Leider ging den meisten Deputirten so ganz und gar alles Verständniß für ihre eigenen Interessen ab, daß sie bald darauf den erst so kräftig unterstüßten Antrag Demmlers niederstimmten. Um 41 Uhr Mittags wurde die Versamm. lung geschlossen und erst nächsten Morgens 9 Uhr die Berathungen wieder aufgenommen. Man trat in die Debatte über die einzelnen Paragraphen ein. Demmler nahm bei dem ersten Paragraph wieder das Wort und beantragte die Worte ,, auf geseglichem Wege" darin zu streichen. Diese Worte seien seiner Meinung nach überflüssig; daß man..gefeßlich" verfahre, verstehe sich von selbst, thue man das nicht, so gäbe es genug Polizei und Gensdarmen, nöthigenfalls Militär, die dafür sorgten. Es sei ein eignes Ding um die Geseßlichkeit. Der selige Nationalverein habe auch stets das geseßlich" betont, und doch sei das, was er gewollt auf ungefeßlichem Wege mit Gewalt 1866 erreicht worden, und seine Anhänger seien damit einverstanden. Die Königin Isabella sei jedenfalls nicht auf,.ge= seßlichem" Wege aus dem Lande gebracht worden und doch sei ihre Berjagung ein Glück für die Spanier und die ganze civilifirte Welt. Man möge sich also nicht zu sehr auf das gefeßlich" steifen, es fönnte auch für uns einmal die Zeit kommen, wo man andere Begriffe über das, was ,, geseßlich" sei, haben werde, als heute, man solle sich nicht im Voraus die Hände binden. Da kam aber der Redner schön an. Lebbafte Unterbrechungen Seitens des Präsidenten,( der überhaupt bewies, daß ihm Tact und Verständniß für seine Aufgabe fehlte, und der seine Weisungen stets vom Comite und Referententisch durch Einflüsterungen, geheime Zeichen und Rockzupfen empfing) und Unterbrechungen Seitens der Zuhörerschaft verhinderten Demmler weiter zu sprechen, worauf er mit bitteren Bemerkungen über ein solches Verfahren von der Tribüne ab. trat und sich an der Debatte ferner nicht mehr betheiligte. Die Statuten wurden dann mit wahrer Dampfgeschwindig. feit durchberathen und nur das nnumgänglich Nöthigste geändert. Als Vorort der Gewerksgenossenschaft wurde Leipzig bestimmt und neun hier am Orte und sieben auswärts aufhältliche Personen in den Vorstand( Generalrath) gewählt. Nach Ausbringung verschiedener Hochs wurde dann die Versammlung geschlossen. Der Vorwurf der Uebereilung und Ueberrumpelung den Dr. Hirsch und Genossen seiner Zeit gegen das Verfahren Schweizers richteten, trifft noch in höherem Grade diese Versammlung. Die meisten Deputirten kamen her ohne Kenntniß der Statuten, ja ohne Kenntniß von dem Wesen der Sache, und die Berathungszeit ist eine noch weit fürzere gewesen, wie auf dem Berliner Arbeiterkongreß; deshalb glauben wir auch nicht an ein erhebliches Resultat. Unsere Parteigenossen fordern wir auf, unter allen Umständen diesem Machwerk des 400 zurüd Der Präsident des allgemeinen deutschen Schneider Vereins zeigt den Mitgliedern an: Laut Beschluß des Aus schusses bin ich genöthigt, die Erklärung, welche ich auf dem Arbeiterfongreß gab, in Betreff des provisorischen Anschlusses des Vereins an den( Berliner) Arbeiterschaftsverband zunehmen, und zwar erstens aus pekuniären Gründen, da unser Verein im vorigen Sommer zu sehr in Anspruch ge nommen war, so daß die Hauptkasse bedeutenden Zuschuß ge ben mußte, eine Steuererhöhung jedoch nicht eintreten fann Zweitens ist eine Abstimmung aller Mitglieder beantragt es wird deshalb ein Girkular an die Bevollmächtigten er gehen. Göln, 4. Dezember. und B C. Schob n b Die englische Correspondenz kam uns in Folge des Sturm zu spät zu. Der Schluß der Liebknecht'schen Rede über die Militärfrage( in Nürnberg) mußte, wegen Mangel an Raum, für die nächste Nummer zurückgestellt werden. Sie ist übri gens in dem nun fertigen Bericht über den fünften Verbandstag" zu finden. " Briefkast eu. prespolizeilichen Gründen nicht zum Abdruck bringen. Wir boffe Hrn. F. B. das Gedicht über Robert Blum können wir aus vom Verfasser mehr zu hören. Daffelbe haben wir dem Verfasser des vor einiger Zeit uns zug sandten Gedichts: an die Manen Oskar Beckers zu sagen. Hrn. E. W. in F. bei Zwickau. Wir werden Ihrem Wunsch nach zukommen suchen, und Fremdwörter, wo sie nicht zu vermeiden in einer Klammer oder Anmerkung möglichst deutlich erklären. haben dieß beiläufig schon vielfach gethan. Die Schwierigkeit liegt darin zu bestimmen: was ist ein Fremdwort? Wörter wie: litisch, demokratisch, sozial, Despotismus, Absolutismus u. f. w. zwar nicht deutschen Ursprungs, aber auch, weil in allgemeinem brauch, faum als Fremdwörter zu betrachten. Anzeige. find Wit nur Pos find Ge 8 Durch alle Buchhandlungen und Postämter, sowie direkt unte Kreuzband zu beziehen: Der Correspondent Wochenschrift für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer, zugleich Fortschrittlerthums fern zu bleiben. Beſſer gar keine Organis Organ des deutschen Buchdrucker- Verbandes, sation als eine solche im Dienste der Bourgeoisie! Das ge= wählte leitende Comité hier besteht meist aus Mitgliedern des Arbeitervereins ,, Bauhütte," der ganz und gar in den Händen der National- Liberalen( Prof. Biedermann, Dr. Hans Blum u. s. w.) sich befindet. Das möge zur Kennzeichnung genügen. Der Vorstand der Zimmergesellen Verpflegungskasse in Dresden hat bei dem Vorort angefragt, ob er die bevorstehende( Schweißer'sche) Generalversammlung in Berlin beschicken solle. Natürlich wurde abgerathen. Durch sein Verhalten gegenüber den Leipziger Beschlüssen hat Herr v. Schweizer gezeigt, daß er bloß persönliche Ziele verfolgt, und daß ihm die Arbeiterbewegung nur Mittel zum 3wed ist. Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Brauftraße 11. erscheint wöchentlich in 4 Seiten Groß- Folio( in Retitichrift und zum Preise von 12% Sgr., unter Kreuzband 15 Sgr. Inhalt: Verbandsnachrichten; sozial- politischer Wochenbericht größere Artikel mit besonderer Berücksichtigung der Zeitung presse; technischer Sprechsaal; Vereins- und vermischte Nach richten( Original- Correspondengen); Feuilleton( Artifel über die Buchdruckerverhältnisse des Auslandes, Besprechungen über neue literarische Erscheinungen, novellistische Mittbeis Inserate, deren Erfolg durch die Verbreitung des Blatte in fast allen Druckorten Deutschlands gesichert ist, pro Redaktion und Expedition: Leipzig, Lange Straße 4 Leipzig. lungen, Kulturgeschichtlches, Mannifaltiges). Spaltzeile 1 Sgr. Druck und Verlag: 6. w. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18. Hierzu eine Beilage. 1 e d b 9 0 I D b e fi り h e 31 no b ro 項 105 பச் 33 en C d Da Jes zes 11. Qu pie 气 T Beilage zum Demokratischen Wochenblatt No. 50. Ein Republikaner über die Arbeiterfrage. ( Schluß.) Eisenbahnen als Staats- resp. Bundessache erflären. Ueberhaupt wird neues soziales Leben sproffen aus einer vervollkommneteren Volksbildung; es muß daher der Mehlthau, der noch seit den Jahren, wo Herr Dr. Alfred Escher Erziehungsdirektor war, auf der Volksschule liegt, abgeschüttelt werden. Das Wichtigste aber von Allem ist die allmälige Republikanisirung der Industrie durch Arbeitergenossenschaften, sog. Produktiv- Associationen. duktiv Associationen. Sieht der Verfassungsrath die Wichtigkeit der sozialen Bestrebungen der Arbeiter ein, so wird er Farbe bekennen und den ersten Schritt in den sozialdemo kratischen Staat hinein thun, dadurch, daß er den Art. 23 in die Verfassung aufnimmt und bekennt, daß der Staat, wenn auch nicht die Hauptsache, so doch Etwas in der sozialen Frage thun müsse. Diese Reorganisation der Industrie wird sich natürlich nicht von heut auf morgen machen, sondern nur nach und nach, und zwar aus kleinen Anfängen heraus. Vickleicht kommen auch hie und da große Industrielle zur Einsicht, ihre Arbeiter an ihren Etablissements zu betheiligen, aber das werden immer Ausnahmen sein; in der Regel werden die Produktiv- Associationen wie die Saat aus dem gesunden Boden heraus wachsen, und die Aufgabe des Staates wäre bloß die, durch Kreditbewilligung das Aufsprossen dieser neuen Gebilde inmitten des alles überwuchernden Gestrüppes der Großindustrie zu ermöglichen und zu erleichtern. Sind sie mal groß gewachsen, was schon nach einer Generation der Wenn nun der Zufall noch will, daß ein reicher und thätiger Mann, wie Herr Dr. Alfred Escher, auftaucht, der in Bern den Bau der Eisenbahnen durch den Bund und in Zürich eine Kantonalbank zu hintertreiben weiß, der es versteht die Kapitalisten zu großen Privatgesellschaften zu organisiren, welche die Zirkulation, diesen Lebensnerv des sozialen Kör Ders, zu ihrem eigenen Vortheil ausbeuten und monopolifiren; wenn dann um diese Kristallisirungspunkte, Nordostbahn und Kreditanstalt, an deren Spizen wiederum Herr Dr. Alfred Escher und Genossen stehen, sich noch alle Millionäre, die großen Industriellen 2c. schaaren, liegt da nicht die Gefahr einer neuen, sich bildenwollenden Geldaristokratie bor, die wohl in einigen Jahrzehnten auch dazu käme, ihren politischen Staatsstreich zu machen und die schon sozial enterbten Arbeitermassen auch noch ihrer politischen Rechte u berauben, gerade wie früher zur Zeit des Fremdendienstes fich Patriziate und Städtearistokratien bei uns bildeten, welche die Bauern ihrer althergebrachten Rechte und Freiheiten ohne riel Federlesens beraubten? Diese destruktive Tendenz" ( umstürzlerisches Streben) nach einer Aristokratie ist es, was wir Demokraten ,, System"( der Großkapitalisten, Millionäre) nenhen; dieſem galt vorzugsweise die Volksbewegung nnd nicht etwa der Regierung, mit der wir vollkommen einverstanden sind, wenn sie unabläßig betheuert:„ Ich bin ja gewiß nicht schuld daran, ich habe ja, weiß Gott! nichts gemacht". Die Regierung war eben von dem„ System" beeinflußt, ähnlich wie etwa in Spanien und Desterreich die Regierung von den Je fuiten beeinflußt wurde; man kann diesen Einfluß zwar nicht greifen, nicht leicht beweisen, aber alle Welt fühlt, daß er da ist und verderblich wirft. Fall sein dürfte, so werden sie auch ohne Staatshülfe von selber mit der Privat- Großindustrie fertig werden, und eingedenk der Hülfe des Staates werden diese Arbeitergenossenschaf= Systemgelüfte und aristokratischen Tendenzen scheitern werden. ten die kräftigste Stüße der Republik bilden, an welcher alle dauern, bis sich die Association auch auf die Landwirthschaft ausdehnt, aber kommen wird sie dereinst, dazu drängen schon Aber, heißt es, die Repräsentanten vom Lande wollen von den Produktiv- Associationen nichts wissen, das gehe sie ja gar nichts an; sie werden dahet mit den Systemlern für Wo liegt nun das Heilmittel dagegen? Gerade in der Verwerfung des Art. 23 stimmen. Freilich wird es noch lange direkten Gefeßgebung durch das Volk, denn die Re präsentativdemokratie) ist bei uns als zu leicht erfunden worden gegen des Großkapitals anzukämpfen. Mein lieber Better Junker Byß, der leider im politischen Boswagen in'e hintere Coupe zu fißen gekommen, von wo er immer in die Vergangenheit hinaus schaut, meint zwar, die direkte Gesetzgebung durch das Bolt sei eine conservative Institution. Wohl möglich, in Freiburg etwa, wo das bigotte Volk noch Klöster baut und die landwirthschaftlichen Maschinen, welche bei der unendlichen Zerstückelung des Bodens, ähnlich wie beim Handwerk gar nicht in Anwendung kommen können. Sommt dann en gay auch die Association beim Landbau, so werden die Bauern froh sein, wenn sie Erfahrung schöpfen können bei den industriellen Arbeiter Associationen, diesen Pionieren der zukünftigen landwirthschaftlichen Genossenschaften. Uebrigens ist die ForPfaffen mästet; aber bei uns nicht. Unser Volk schwimmt derung der Arbeiter nur gerecht, denn die industrielle Bevölmitten im großen Fortschrittsstrom des Jahrhunderts, die so ferung hat bei uns mehr denn die Hälfte des steuerbaren zialen Ideen werden auch ihm in den Kopf schießen, und dann Kapitals erzeugt, und wenn ihr der Staat in Gestalt von Bankvorschüssen unter die Arme greift, so ist das nur recht und billig, und sicher würden die Arbeiter die Streichung des Artikels sehr übel empfinden, ja vielleicht für Verwerfung der der wahre Jakob, das Hauptwerkzeug zur allmähligen Lösung der sozialen Frage ist. Bis jetzt ist oder war das Gesch nichts anderes als das geschriebene Interesse der Verfassung stimmen. Gesezgeber, und so darf man wohl annehmen, daß, wenn das Gesez von Allen gemacht wird, die Interessen der ar beitenden Maffen schließlich bei einem gebildeten Volk auch zum Durchbruch kommen werden. In wenigen Jahren wird das Aber auch Sie, meine Herren vom System! auch Sic werden nur eine kluge Politik befolgen, wenn Sie für den Art. 23 stimmen. Thun Sie das nicht, so müssen Sie sich dann nicht beklageu, wenn auch bei uns die Kluft zwischen Bolt, wie es für eine Kantonalbank ist, ebenso einstimmig die Arbeit und Kapital, der Haß der Arbeiter gegen die Kapita. die Geseze direkt durch das Volk, statt durch vom Volk gewählte Die Bewegung in der Schweiz geht bekanntlich dahin, daß Bertreter( Repräsentanten), die sich leicht gegen das Volk wenden fönnen, gemacht werden sollen. listen immer größer wird. So werden Sie, wie die Sklavenhalter in Nordamerika zu den eigentlichen Revolutionären und wir Demokraten, wie die Abolitionisten, zu den wirklichen Gonservativen. Denn die Abolitionisten in Amerika wolla ten, wie wir, nur allmählige, erst nach 50 oder 100 Jahren vollendete Sklavenemanzipation, allein die Sklavenhalter wies sen alles mit Hohn ab und henkten die Abolitionisten an die ersten besten Bäume auf. Was war die Folge? Daß die Sklavenbefreiung mit einem Mal und ohne alle Schonung über die Sklavenhalter kam. Und könnte ähnliches nicht auch Euch passiren? Unser Schwyzerhüsli( Schweizerhäuschen) ist angebaut an den großen Holzschopf Frankreich, und liegt inmitten der großen Monarchien Europas, wo so unendlich viel Zündstoff angehäuft ist; werden wir bei Ausbruch eines Brandes nicht froh sein, unser soziales Haus wohlbestellt zu haben, dadurch, daß wir der arbeitenden Klasse gegenüber das Menschenmögliche gethan haben? Wenn nicht, so wird der Besen Proudhon's, den Herr Prof. Rüttimann so gern aus der Ecke hervorholt, ( wenn's ihm, dem Besenfreund des Herrn Dr. Alfred Escher, gerade paßt) auch in zürcherischen Millionen herumfegen, und zwar so, daß er sobald nicht wieder in die Ecke gebannt wer den fann; warum? weil Ihr durch Eure dumm- egoistische Politif am allermeisten dazu beigetragen habt, daß die Arbeiter die Millionäre mit ihren Schäßen im gleichen Licht betrachten, wie die Spanier die Isabella mit ihrem Schag" Marfori. Karl Bürkli. " Internationale Arbeiter- Assoziation. Rundschreiben des Centralkomite's der Sektionsgruppe deutscher Sprache an die Sektionen und mitgenössischen Gesellschaften. ( Schluß.) Bedarf es hiernach für einsichtsvolle und strebsame Arbeiter und ihre Vereine einer weitern Anregung, mit möglich. ster Kraft Unternehmungen zu begünstigen, wo man, wie bei diesen, dem schönen Wahlspruche; Alle für Jeden und Jeder für Alle" durch die That Leib und Leben zu geben sucht, wo wirklich Jeder das, was er für Andere thut, in gerechtem Maße auch für sich leistet? Die Arbeiter und Arbeitergesellschaft müssen solchen Genossenschaften in dreierlei Weise Vorschub leisten: 1) indem sie ihre Ersparnisse in besagten Obligationen anlegen; 2) indem sie ihren Bedarf möglichst ausschließlich von denselben beziehen und 3) indem sie den Absatz betreffender Waarenartikel auch außerhalb ihres gewöhnlichen Wirkungskreises zu bewerkstelligen suchen. Wir schlagen hier und besonders in Betreff des ersten Punktes, um die ohnedicß schwachen petuniären Kräfte der Arbeiterklasse vor völlig unfruchtbarmachender Zersplitterung zu bewah ren und mit mehr Sicherheit den Zweck zu erreichen, folgendes Verfahren vor: werden alle Operationen je länger je mehr erleichtert um werden. ban Dem Zur geeigneten Durchführung unseres Vorschlages hat Sektionsgruppe deutscher Sprache in Voraussicht der, allen Aug beiterunternehmungen im Wege stehenden Schwierigkeiten in Erwägung der Nothwendigkeit, denselben durch geregelte fefte zusammenwirken Aller zu begegnen, längst in ihre Zentralsta tuten folgende Bestimmungen aufgenommen: deu biel Ani Art. 5. Die Sektionskomités find die Agenturen und das Zentral komité ist die Generalagentur für alle Produktiv- und Konsum- Anfta helf ten der Internationalen Arbeiterassoziation. ma tigt ordnung des Zentralkomités Adressen, Preise und Mufter für alle in Art. 6. Zu diesem Behufe erhalten die Sektionskomités durch A nerhalb der Affoziation erzeugten Gewerbsgegenstände, oder in de Verkehr gebrachten Nahrungsmittel, um deren Verkauf oder Austaus fint veranlassen oder auch selbst bewerkstelligen zu können. Me der Si Art. 7. In allen Orten, wo die Zweckdienlichkeit erwiesen, solle permanente Ausstellungs- und Verkaufslokale der Gewerbserzeugnise der Internationalen Arbeiterassoziation, worüber ein besonderes Regle ment das Nähere verordnet, errichtet werden und bei deren jährlichen Reinertrag die Zentralkasse mindestens mit einer Zulage von 5 Prozent zur zu berücksichtigen ist. Art. 9. Jede durch die Initiative einer Sektion gegründete stalt muß ausschließliches Eigenthum und Gemeingut derselben, und be ihrem jährlichen Reingewinn die Zentralkasse ebenfalls mit einem 3 schuß von mindestens 5 Prozent bedacht werden. Art. 10. Jedem Mitgenossen ist es zur Pflicht gemacht, sich be seinem Verbrauch von Lebensbedürfnissen vorzugsweise der innerhalb der Internationalen Arbeiterassoziation erzeugten Gegenstände zu dienen. be an to a ich ma ftet An diesen Bestimmungen findet unfere allgemeine Assoziation zur Förderung vorliegender Angelegenheit genügende Anhalt punkte, die man nur in ernstlichen Vollzug zu sehen braucht um das angestrebte Ziel möglichst bald und gut zu erreichen. Es werden daher hiermit alle unsere Sektionen, mitgenössischen an Vereine und besonders auch unsere Zentralmitglieder dringend in aufgefordert, mit ganzer Energie darnach zu handeln. Theil fo da Das unterzeichnete Zentralfomite besorgt alle ihm zu werdenden Aufträge in Uebernahme von Obligationstiteln wohl auf die Solinger Stahl- als auf die Murtener Cigarren Arbeitergesellschaft. Indessen können sich auch die Seftionen, Vereine und einzelne Personen direkt nach Solingen( Karl Klein in der Goldstraße) und nach Murten( H. Herrenschwand) wen den, besonders auch bei der erstern zum Bezug von Messer schmiedwaaren und bei der letztern zum Bezug von Cigarren. Ueberhaupt kann ein gemeinsames Werk nur durch die Selbst thätigkeit und das eifrige Zusammenwirken Aller mit Erfolg b Die Sektionsgruppe deutscher Sprache, sammt allen mitgenössischen Arbeitergesellschaften, sucht zunächst mit verein ter Kraft nach der in obigen drei Punkten angegebenen Weise eine oder zwei in der Internationalen Arbeiterassoziation gegründeten Gewerbsgenossenschaften zu unterstüßen. Ist deren Eristenz gefichert und ihr Betrieb zu ersprießlichem Reinertrag in Schwung gebracht, so wirft sich der internationale Bund, ebenfalls in Bereinigung all' seiner Kräfte und Mittel, auf andere neu errichtete oder zu errichtende Gewerbeunternehmungen, wobei er an den schon vorher in guten Gang gebrachten eine bedeutende Stüße findet. Schon durch die, gleichsam kaufmännische Or ganisation, welche unsere allgemeine Assoziation inzwischen gewinnt, wie durch die Geschäftserfahrung und Routine, die eine größere Anzahl Mitglieder allmählig erlangen wird, gefrönt werden. Durch ihre Verbrauchsfähigkeit kann die Arbeiterklasse por läufig schon eine große ökonomische Macht entwickeln und sehr Eriprießliches leisten, sofern sie dieselbe auf Genossenschaften sozialistischer Grundsäße hintenft und unvertheilbare Gemein güter schafft. Da heißt es nicht bloß: Heute dir und morgen mir" sondern heute wird von Allen euch und morgen von Allen uns gegeben, bis Alle geholfen haben und Allen geholfen die Gesammtheit versorgt ist, ja, bis die ganze Gesellschaft auf die Arbeit und den gleichberechtigten Genuß von deren Früchten, und somit alles öffentliche Leben auf den freien Bund( soziale Föderation) aller in Fachgewerke getheilten Produktivgenossen schaften die allgemeine sozial demokratische Republik ge gründet ist. Und welch' schöne Gelegenheit ist da den Leuten der be güterten Klasse, die beständig den Arbeitern zurufen, ihre Lage durch Produktivgenossenschaften zu verbessern, geboten, mit det Uebernahme von besagten Obligationstiteln ihren wohlwollen den Rath in mithelfende That zu überseßen! Doch müssen die Arbeiter sich mehr auf sich selbst verlassen ich mi To P da 品 des in be bi fel था die leichter um durch kräftiges Vorgehen auf diesem realen Boden die hamischen Ausfälle schadenfroher Gegner, als hätte die Sozialhat di demokratie nur Utopien, Hirngespinnste und Luftschlösser im en Auge, auf's Handgreiflichste zu widerlegen. en un Mögen namentlich unsere Bundesgenossen in Deutschland regelt festen Willens mit eingreisen, und indem sie die Sektionsgruppe tralt deutscher Sprache durch eine entwickelte Organisation, prinzi bielle Haltung, praktische Strebweise und sozial ökonomische Vorbilde für andere nationale Gruppen machen Bentral -Anftal urch An alle in in den follen eugnif Anstalten zum helfen, keinen höhern Rubmesglanz als den suchen, welchen man durch die Thatsache erhält, bei den Kämpfen um Gerech figkeit und Gefittung in den vordersten Reihen streiten. Von Morgens früh bis Abends spät bei Hammer, Schraubstock oder Maschine stehen, und wenn der Lohntag tommt, einen Betrag zu erhalten, der eben faum ausreicht, unsern nothdürftigsten Lebensunterhalt zu bestreiten. Nun wird sich Jeder schon gesagt haben: das kann nicht so bleiben, das muß anders werden; auch wir sind der Meinung." Darum frisch auf an das Werf unserer Selbstbestim mung! Reichen wir uns gegenseitig die Hand zum Bunde und lassen wir die lange genährte Idee zur Wirklichkeit heranwachsen, uns durch gegenseitige Verbrüderung ein Loos leichter und erträglicher zu machen, das uns mit der Zeit dem Ruin entgegenführt! Jedoch nehmen wir Rücksicht auf die Vorurtheile und das Mißtrauen der Massen, welches Wort wir vornehmlich den Komite's und Agitatoren ans Herz legen, und weisen wir Kann doch aller Nationalfinn nur in so weit Berechtigung stauffinden, als er sich mit den Zwecken der Menschheit in edler Menschlichkeit in Uebereinstimmung findet, und im Wettringen jedweden direkten wie indirekten Einfluß aller nicht zu unserm der Völker für Freiheit, Gleichheit und Verbrüderung nach dem Regle Siegespreise strebt. rlichem Prozent ete An bei Also, Arbeiter! laßt uns alle, von den heutigen Zuständen zur Erreichung unseres Zieles übrig gelassenen Mittel erschöpfend anwenden, damit wir um so genauer wissen: wann und und warum wir, gerechtfertigt von der Geschichte, zu Radikalkuren em 3 hreiten müssen. fich bei nerbalb zu be Siation balts raucht zeichen. fchen ingend Theil In fo arren ionen, Klein wen Reffer arren. Selbst Erfolg e vor d febr aften mein mir", Allen n t auf chten, Dziale offen ge bes Lage I der llen affen Genf, den 12. November 1868. Das Zentralkomite der Sektionsgruppe deutscher Sprache: Joh. Ph. Becker, Präsident; Jährig, Sefretär; Th. Remy, Buchhalter; Wilh. Rau, L. Weiß, Hauger, Fries, Hoferer, Benno, Faul. ( Wir benußen die Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen, daß auch in Sachsen eine Produktivgenossenschaft bean die Seite zu stellen ist: die Spinn- und Webgenossenschaft in Grimmitschau( Stehfest& Co.). Sie hat dieselben Feinde, Reht, daffelbe Ziel.) Leipzig, den 6. Dezember 1868. Metallarbeiter Deutschlands! Motto: Der Gott, der Eisen wachsen ließ, Der wollte keine Knechte! Ja, der wollte keine Knechte; nun, so wollen wir uns Gewerk gehörigen Personen zurück; auch halten wir uns von jedwedem Personenfultus fern, denn dieser ist es, welcher fähig sein kann und es auch immer gewesen ist, uns Arbeiter zu zersplittern und unsere Angelegenheiten in falsche Hände zu leiten. Nochmals, werthe Collegen und Genossen, organisiren wir uns, denn nur vereint können wir etwas Großes erreichen, und schaffen wir uns gefeßliche Bestimmungen, welche fähig find, unsere Klaffenlage zu verbessern und menschenwürdig zu machen. Wir in Leipzig haben keinen Schritt unbenußt vorübergehen lassen, um eine Organisation herbeizuführen; auch haben wir Dienstag den 17. November eine Versammlung, worin fich die Anwesenden für Anschluß an die allgemeine deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft erklärten unter Verwahrung gegen unbedingte Annahme der Statuten des Congresses zu Berlin, abgehalten; und als wir Sonntag den 29. November die offizielle Gründung einer Mitgliedschaft vornehmen wollten und eine Versammlung einberufen hatten, verhinderte uns die Polizei, dieselbe abzuhalten, bis wir die gesetzliche Bestätigung der Gewerkschaft in Preußen herbeigeschafft und die politischen Ehrenrechte des Präsidiums nachgewiesen hätten. Ob dies nun der wirkliche Grund für die Verhinderung der Versammlung war. wollen wir dahingestellt sein lassen, jedoch werden wir troßdem unsere Interessen zum Austrag bringen, da uns doch manche andere Wege offen stehen. Darum nochmals, reichen wir uns die schwieligen Hände über die Sphäre des modernen Sklaventhums der Kapitalherr zu einem gemeinschaftlichen Werke und organisiren wir uns, schaft zu erheben suchen und uns einen Weg bahnen, auf dem wir vorwärts schreiten fönnen, und uns unsere Klassenlage zur Anschauung bringen; denn sind wir es nicht, welche wesent lich dazu beigetragen haben, durch unserer Hände Arbeit dem Fortschritt der Kultur diese schnelle Bahn anzuweisen? Und wir sollten zurückbleiben? Sind wir es nicht noch heute, welche möglich machen, zu Ort bringt? daß das Dampfroß die vielen Reichthümer der Arbeit von Ort in Sind wir es nicht auch, welche es ebenfalls ermöglichen, den Gedankenaustausch verschiedener Völker, ja aller Nationen, bewerkstelligen? wenigen Stunden und Minuten durch den Telegraphen zu um es für den Gebrauch nußbar zu machen? Sind wir es nicht, die das Erz in Formen umgestalten, Und endlich, sind wir es ebenfalls nicht, welche den gebietenden Häuptern die Waffen in die Hand liefern, um die felben, vielleicht gegen unser Intereffe, zu verwenden? Ja! müssen wir uns sagen: Wir sind es, die dieses Alles schaffen und geschaffen haben; und was ist unser Lohn von dieser Arbeit? denn der Sieg ist gewiß, und erleichtern wir uns das Dasein, denn nur dann ist es möglich, vor Vergewaltigung des Kapitale geschüßt zu sein und uns eine Eristenz zu schaffen, die uns in die Lage seßt, auch unsern Geist aufzufrischen, um ein Wort in die Wagschale über unser Wohl und Wehe werfen zu fönnen. Ermannen wir uns, diese Bahn zu ebnen, daß unsere Kinder nicht einmal von uns sagen können: Ihr habt verschuldet, daß wir an dem Rand des Abgrundes stehen und an dem Hungertuch nagen." " Dann wird auch dereinst eine Zeit kommen, wo wir ein Fest feiern werden, das wir dann mit Recht nennen fönnen: Ein Auferstehungsfest aller Arbeiter! Das Gomite für die Metallarbeiter Leipzigs. Schmalz, Teuscher. Betche, Pöhle, Seifert. Kleindeutschland 1868. Wer herrschen will, der soll vor Allen Bekennen Wahrheit, Ehre, Recht, Soll frei vor Gott und Menschen wallen, Denn wenn er lügt, wird er zum Knecht. Wer seid nun 3hr im deutschen Norden, Für die das Herrschen jezt Beruf, Das Deutschthum Mission geworden, Die über Nacht Euch Gott erschuf? Das Herrschen, ja Jhr dankt's dem Raube, Der Räuber ruft: Gewalt vor Recht! Und liegt das Recht vor ihm im Staube, So siegt er als des Unrechts Knecht! Ein Knecht, der des Gesetzes Schwere Verfallen ist in sichrer Frist, Und ob auch seines Raubes Wehre Am Tisch des Herrn geweihet ist. Ihr habt, von Ehrgeiz angetrieben, Gewalt gethan dem deutschen Reich, ,, Gewalt vor Recht" ist Euch geblieben Und dies allein schon richtet Euch. Als Euch, des Bundes Noth zu prüfen, Durch freien Rath ihn zu erneu'n Die Fürsten Deutschlands alle riefen, Da spracht Ihr dreist ein starres„ Nein"! Was sollt' auch Euch der Geist der Zeiten, Der Freiheit mit der Einheit will Ihr müßt für Raub und Knechtschaft streiten Der Tiger duckt, und hält sich still. Doch als die Zeit kam, Bund und Schwüre Zerbracht Ihr, rieft mit gift'gem Trug: Weh uns! man stößt uns vor die Thüre! Gerüstet war't Ihr just genug. Und weil Ihr Jahre lang Soldaten Gehäuset, rüsten in der Noth Nun auch des Bundes kleine Staaten, Da ruft Ihr: halt! wir sind bedroht! Und fallt mit längst bereiten Sprüngen Rasch auf die Schreckentseelten hin Ha, welch ein Ruhm ist dies Gelingen, Des Trugs und des Verraths Gewinn! So schlug auch Kain Abel nieder, Und log, da Gott der That ihn zieh. Auch Ihr, wenn Ihr die deutschen Brüder Erschlagt, lügt noch gut Deutschland hie!" Ihr lügt's! Es gelt' dem deutschen Lande Befreiend Euer Siegeslauf-? Und riefet doch, ha, Schmach und Schande! Den Fremden wider Deutschland auf! Ließt Eure jauchzenden Cohorten Zertreten Deutschlands Farben frei, Und botet uns mit mit füßen Worten Dafür der Zollern Hauslivrei! Das ist's! deutsch doch in Preußenfarben, Frei Regiment-in Tyrannei, Und die am Siegerschwert nicht starben Erklären ihren Beitritt frei! Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. } Leipzig.{ So habt Ihr hüben Euch und drüben Mit recht kleindeutschem Ruhm bedeckt! Ein Drittel Volks hinausgetrieben, Ein Drittel in den Sack gesteckt. Auch unsre Kaiserstadt gezwungen, Mit rechtem Hasse sie verbannt, Und selbst, das bis zum Tod gerungen Für deutsche Treu', das Holstenland! All' die Provinzen faum zu glauben Habt Ihr mit Großmuth deutsch gemacht Dadurch, daß Ihr die Bickelhauben Und den schwarzweißen Bfahl gebracht! In geistvoll unerhörten Weisen Habt Ihr die Wunderthat vollbracht Und einfach, einzig durch Zerreißen, Deutschland starf, einig, frei gemacht! So starf, daß es die stärkste Beste, Um nicht zu fallen, fahren ließ! Und Tag und Nacht auf böse Gäste Gerüstet steht die Hand am Spieß! So frei, daß sich's in Schweiß verzehret, Weil's nicht die Schergen zahlen kann, Und daß der Söldner ungestöret Abthut den schlichten Bürgersmann! So bringt Ihr unter Spott und Schande Die Mißgeburt vom deutschen Reich Und einem freien Volk zu Stande Als wären Mensch und Affe gleich! Ja, sich herab du Gott der Wahrheit, Es ist ein lügnerisch Geschlecht! Zum Dunkel lügt es um die Klarheit Und macht aus Blut und Eisen" Recht! Der Ehrgeiz prangt auf seinen Fahnen Und sein Arkanum ist Gewalt, Sein Weg ist in Gometenbahnen Und Schwindel ist sein fester Halt! Im eignen Land fing das Beglücken Bor Jahren an mit Schmach und Hohn, Denn dort brach dies Geschlecht der Tücken Den Eidschwur der Constitution! Nun sollen sinken Deutschlands Sterne, Man scharrt schon Reich und Namen ein, Das Vaterland soll nun Kaserne Für des Despoten Schergen sein! Durch Blut und Eisen eint man Knechte So sollen wir nun einig steh'n! Auf! laß uns, Gott der Menschenrechte, Zur Einheit durch die Freiheit geh'n! Wie einst des Corsen Brandung schäumte Und Knechtschaft über Deutschland trug, Doch reicher Segen daraus keimte Sobald das Volk den Corsen schlug-: So gieb uns, Gott, daß wir bekämpfen Und zwingen dieses Regiment, Durch freien Mannes Muth es dämpfen Und führen an sein S-- End! Druck und Verlag: 6. W. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18.