fel 11= tt nd fs де IC Demokratisches Wochenblatt. No. 2. Organ der deutschen Volkspartei und des Verbands deutscher Arbeitervereine. Leipzig, den 9. Januar. 1869. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie bier am Blaße ein= schließlich Bringerlohn 121/2 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nehmen entgegen die Herren G. Hofmann, Brühl 40, G. Richter, Peterssteinweg 7, Leipziger Consumverein, Universitätsstraße, und die Expedition d. Blattes in der Wohnung des Herrn A. Bebel, Petersstraße 18. Für Dresden Filialervedition F. W. Grellmann, Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika 2c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Agent für London: A. Duensing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. Inhalt: Politische Uebersicht. Die Leipziger Polizei und das sächsische Vereinsgefeß. An die Redaktion des Demokratischen Wochenblatts". heiten. Aus England.- Vororts- und Arbeiter- AngelegenBeilage: Die indirekten Steuern und der Afterfozialismus. Die Schneiderei in London oder der Kampf des großen und des kleinen Kapitals. Vermischtes. Anzeigen. Anzeige. Politische Uebersicht. " Schlachtfeld zur Erledigung gelangen. Es fragt sich nur: wird die Entscheidung schon jest erfolgen, oder erst später? Was Rußland betrifft, so scheint es eine Verzögerung zu wünschen; sein Eisenbahnneß ist erst in 2 Jahren fertig, und vorher fann es seine Militärkräfte nicht frei und voll entfalten. Da gegen liegt es offenbar im Interesse der Türkei, Desterreichs und Frankreichs von England ist vorläufig noch keine bewaffnete Einmischung zu erwarten, Rußland nicht die Zeit zur Vollendung seiner Rüstungen zu gestatten. Die Türkei wird natürlich nicht auf eigne Faust den Krieg an Rußland erklären sie ist wohl stark in der Bertheidigung aber schwach im Angriff; Desterreich hat im Innern noch mancherlei zu ordnen, und also Gründe für einen furzen Aufschub. Aber Frankreich? Das heißt der französische Kaiser? Wenn er, wie allgemein geglaubt wird, zu seiner Selbsterhaltung eines Kriege bedarf, wird er sich den so schön gebotenen Anlaß entschlüpfen lassen? Die( amtliche) preußische Provinzialforrespondenz" Provinzialforrespondenz" gesteht in ihrer Jahresübersicht ein, daß die Bismarc'sche Politik im verflossenen Jahr feinen Schritt vorwärts gemacht hat. Ebenso fleinlaut sind die Jahresberichte der nationallibe= ralen Presse. Nur die demokratischen Blätter haben Er folge zu verzeichnen. Während der Bismarc'schen Politik der Nimbus des Liberalismus nach Innen und der Macht nach Außen abgestreift wurde; während die Nationalliberalen nichts aufzuweisen haben, als getäuschte Hoffnungen und die Spuren ,, realpolitischer" Fußtritte, hat die demokratische Partei fich in allen Theilen des deutschen Vaterlandes organisirt, so daß sie stolzaufgerichteten Haupts ihren Gegnern in's Auge haben bedeutende Truppenmassen an der Donau und an der blicken kann. Sie wird von nun an mitweben am ,, Webstuhl. griechischen Grenze zusammengezogen, und auf der Insel Candia der Zeit." Beim Neujahrsempfang in den Tuilerien hat Bona parte friedlich geredet, und die alte rheumatische Jungfer nicht Jungfrau Europa athmet wieder etwas freier auf, Inzwischen handeln die Türken, und sie würden es es schwerlich thun, hätten sie nicht eine Rückendeckung. Sie die Ueberreste der griechisch- russischen Räuber, genannt ,, Freis schärler" oder Freiheitskämpfer" gefangen. Auch zur See entwickeln sie lobenswerthe Energie und haben neuerdings ein griechisches Piratenschiff, das ihnen weiland viel Schaden zubis es ihr einfallen wird, daß, wer heutzutage in unserer spieß gefügt, sicher in einen Hafen eingesperrt. bürgerlichen Welt den Krieg im Herzen hat, den Frieden im Gar lebendig ist es wieder in Rumänien, und dieser Mund führen muß. Der Zusammentritt der Conferenz Tage hatten die armen Preußen das Unglück, daß ihnen aber soll gesichert sein, und zwar schon für die nächsten Tage. Ist das wahr, so wäre die beste Gelegenheit da, um die unheilbare Differenz( Verschiedenheit der Interessen) der eurofigen Verpackung und der verlognen Deklaration von den österreichischen Zollbeamten abgefaßt wurde. Gerade friedlich päischen Staaten recht klar an den Tag zu bringen. Ruß ist's ferner nicht, daß die preußische Presse den Federkrieg land will die Türkei erobern, und die Türkei will nicht erobert sein! Das ist die orientalische Frage. Preußen gegen Desterreich mit verdoppelter Wuth aufgenommen hat. Genau wie vor dem 66 er Krieg. Nur, daß die Verhältnisse sich wesentlich verändert haben. Heute ist Desterreich durch Dick und Dünn zu gehen. Desterreich, dessen Eri- unendlich stärker im Innern; von Italien, das ihm 1866 stenz von dem Fortbestand der Türkei abhängt, steht auf feindlich gegenüberstand und es seine Macht zu theilen zwang, hat Seiten der Türkei; ebenso Frankreich, das nach der Herr fchaft im mittelländischen Meer strebt, und durch das Gelingen der russischen Pläne seine Stellung in Europa verlieren würde. England ist gleichfalls gegen die russischen Bestrebungen, die " es nichts mehr zu befürchten, und Frankreich, dessen Neutralität damals die preußische Aktion( das Handeln) ermöglichte, ist nun Desterreichs Bundesgenosse. Das Fischweibergeschimpfe der preußtschen Soldschreiber seinen Welthandel und sein indisches Reich bedrohen. Gelöst" auf Desterreich hat übrigens nicht einmal das Berdienst der fann die orientalische Frage nur werden, indem Rußland ent Recheit. Man weiß in Berlin, daß Desterreich den Krieg weder die Türkei verschlingt, oder das Erobererhandwerk für nicht beginnen wird, und greift es bloß deßhalb so tapferimmer gelegt bekömmt. Eine dritte Lösung giebt's nicht. Ein auf dem Papier diplomatischer Ausgleich ist einfach unmöglich. Die orien talische Frage ist eine Machtfrage und kann bloß auf dem auf dem Papieran, weil man die kolossale Feigheit gegen über den unverschämten französischen Herausforderungen verdecken will. Muthig, wo keine Gefahr ist, und lammfromm, oder„, mäßig" um Bismarcks Ausdruck zu gebrauchen wo ein fampflustiger Feind frech mit dem Degen herumfuchtelt. Dem Dresdner ,, Bulletin International" wird aus Berlin gemeldet, das Schuß- und Trußbündniß zwischen Preußen und Rußland sei unterzeichnet, und die Unterhandlungen zwischen Preußen und Italien wären im Gange. Es kann sich hier nur um einen, zu ganz bestimmten 3weden abgeschlossenen Bündnißvertrag zwischen Rußland und Preußen handeln, denn verbündet sind beide Staaten mit sehr seltenen und furzen Unterbrechungen seit das moderne Preußen besteht. Die Verhandlungen mit Italien anlangend, so haben wir Grund zu der Annahme, daß dieselben vollständig gescheitert sind. Herr Braß von der Norddeutschen"( Bismarck's Leiborgan) giebt jetzt zu, daß die preußische Regierung unmittelbar nach Bekanntwerden der Usedom'schen Rote bei Hrn. v. Beust Entschuldigungsversuche gemacht habe, die jedoch sehr kühl zurückgewiesen wurden. Bisher hatte Herr Braß es hartnäckig geleugnet. Das Lügen ist nicht so leicht, Herr Braß! Die würtembergische Adresdebatte ist ergebnißlos verlaufen wie dieß bei Adreßdebatten häufig zu geschehen pflegt. In Folge der plößlichen Schwenkung eines Theils der sogenannten„ großdeutschen Demokraten" wurden am Adreßentwurf Beränderungen angebracht, welche ihn so abschwächten, daß einige der entschiedensten Mitglieder der Volkspartei sich verpflichtet hielten, gegen die Adresse überhaupt zu stimmen, wodurch dieselbe zu Fall kam. Bei dieser Gelegenheit hat es sich herausgestellt, daß die großdeutschen Demokraten" in Würtemberg diesen Namen durchaus nicht verdienen. ,, Sie fragen im Demokratischen Wochenblatt". schreibt man uns aus Stuttgart,„, was der Unterschied zwischen den großdeutschen Demokraten und den Volksparteimännern in Schwaben sei? Erstere find ,, Wilde", die sich der Partei nicht anschließen, auch meistens feine wirklichen Demokraten höchstens großdeut sches Gentrum und unberechenbar." Also, sagen wir, nenne man sie nicht mehr großdeutsche Demokraten", denn das giebt zu Irrungen Anlaß. Auf den 6. dieses Monats ist nach Stuttgart eine Landesversammlung der Volkspartei berufen, um über den Berner Friedenskongreß, die jüngsten Kammervorgänge und die der Kammer zu machenden Vorlagen zu berathen." Jedenfalls thut es noth, daß die Volkspartei der Regierung gegenüber sich zu energischem Handeln zusammenschließt, und namentlich in Sachen der preußischen Militärverträge aus der Abwehr zum Angriff übergeht. Herr von Varnbüler liebs äugelt wieder in bedenklicher Weise mit dem Berliner Kabinet, und was für ein Wind am würtembergischen Hof weht, erhellt aus dem Umstand, daß der Thronfolger, Prinz Friedrich, in die preußische Armee eintreten soll. Lieber preußisch als demokratisch! ist die Losung. Nur die äußersterste Anstrengung der Demokratie kann die Verpreußung hindern. Mit Genugthuung haben wir zu erwähnen, daß sämmtliche Arbeitervereine Würremberge, welche das Nürnberger Programm angenommen haben, zur Beschichtung der Landesversammlung eingeladen worden sind. Bon preußischer Seite ist der Vorschlag zu einem Vertrage gemacht worden, welcher die dienstpflichtigen Badener zur Ableistung ihrer Militärpflicht in preußischen Regimentern befähigt. Da Bonaparte den Finger erhoben hat, wird's wohl unterbleiben. Bezeichnend ist der Plan aber. Die Preußen verfolgen hier die Politik der alten Römer, die kriegsgefangene oder durch allerlei Versprechungen angelockte junge Germanen in ihre Armee steckten, wo unter der strammen Disziplin und bei dem kunstvoll gepflegten kriegerischen Geist die Erinnerung 14 an Freiheit, Ehre und Vaterland den Meisten abhanden kam, und viele der naturwüchsigen Söhne des unbezwungenen Deutschland zu so guten Römern umgedrillt wurden, daß sie, wie jener preußische Soldat sich in den Märztagen des„, tollen" Jahrs 1848 rühmte, gern" auf Bater, Mutter und Bruder loshieben. Das Mittel war recht schlau, half aber schließlich doch nichts. Auch Rom mußte fallen, und Rom war noch ein Bischen ,, mächtiger" als Preußen. " Man schreibt uns: ,, Das Parteigetriebe in Bayern hat in lepterer Zeit einen etwas veränderten Anstrich bekommen. Zuvörderst ist zu constatiren, daß der Nationalliberalis mus in eben dem Grade im Sinken begriffen ist, als die preußischen Erfolge zu schwinden beginnen. Insbesondere bat auch das zu unüberlegt reactionäre Gebahren der preußischen Minister viele Angehörige besagter Partei wankelmühtig und stußig gemacht, so daß es nur sehr Wenigen mehr mit dem Eintritt in den Nordbund ernst ist. Dagegen ist die Gothaerei*) sich bezüglich der Behandlung innerer Fragen vollständig treu geblieben, indem sie nach wie vor in liberalen Phrasen macht, in der That aber sich mit Halbheiten begnügt und in der Regel über das, was das preußenfreundliche Ministerium bietet, nicht hinaus geht. Die wahren Volksfreunde können daher mit dieser Partei trop wiederholter Aufforderung nicht gehen und gehen auch nicht mit ihr, fie finden vielmehr den Kampf gegen die Gothaerei mehr am Plage als den gegen die Ultramontanen, welche nicht so gefährlich und unüber windlich sind, als die Nationalliberalen uns weiß machen möchten. Die Hauptgefahr liegt im Nationalliberalismus, dann erst kom men die Ultramontanen. Die Volkspartei gewinnt immer mehr Boden. Ist die Zahl derer schon ansehnlich, welche aus gesprochene Mitglieder der gut organisirten Partei sind, so hat sie noch unzählige Gesinnungsgenossen unter dem Kern des Volfes, welche bei herantretender Gelegenheit sicher für des Volkes Sache einstehen werden. Zwischen der Mittelpartei, die sich erst organisirt hat, und dem Nationalliberalismus besteht auch nicht mehr der ge ringste Unterschied, sobald man in Rechnung zieht, daß Letterer Li vorläufig den Eintritt in den Nordbund wenig betreibt. berale Schönrednerei und Scheinliberalismus ohne allen Ernst und jede Thatkraft sind die characteristischen Zei chen beider Parteien, bei der einen etwas mehr, bei der all dern etwas weniger. Beide stüßen auch das gegenwärtige Ministerium." Aus Griechenland war an Garibaldi der Ruf ers gangen, er solle den Oberbefehl über die griechischen Frei schaaren" übernehmen. Garibaldi hat indeß klüglich abgelehnt, und wir wollen hoffen, daß sich die demokratische Jugend Ita liens von diesem russisch- preußischen Schwindel fernhalte. Sie sollte an Kandia genug haben. Die spanische Regierung verfolgt die niederträchtig schlaue Taktik, die republikanischen Städte, eine nach der an deren, durch ein Entwaffnungsdekret zum Kampf zu treiben ( in getrennten Abtheilungen) geschlagen. Bis jetzt ist das in und dann niederzuwerfen. So wird die Revolution im Detail fame Spiel geglückt: erst in Gadir, dann in Sevilla und zuletzt in Malaga, wo ein furchtbares Gemezel statt hatte. Nun find nur noch Barcelona und Madrid unbefiegt. In Madrid herrscht unter den Republikanern leider die gefähr liche Redekrankheit: am 28. Dezember schworen sie in einer großen Volksversammlung der Republik Treue, schworen, sich nicht entwaffnen zu lassen, schworen, sich„ von nun an allen Angriffen der Regierung auf die Freiheit zu widerfeßen *) gleichbedeutend mit Nationalliberalismus. 11, En ie, 1" er ch ch at 11. Die at ent 10 m *) == in m n ht en n 1. er BE at 28 t, " er 4 It ge i t, 地 1 ie 11 D e. t. et ch und als Einige meinten, dann müsse man sich sofort ,, wider Seßen", da die Freiheiten längst angegriffen seien, wurde die auflodernde Thatkraft mit dem beliebten Phrasenzuckerwasser ausgelöscht. Barcelona, die Stadt der Helden, wird ihre Pflicht thun, aber was vermag die Eine? Das amerikanische Repräsentantenhaus hat eine Gesegvorlage angenommen, derzufolge in den Gehältern von Frauen und Männern, die im Dienst der Vereinigten Staaten stehen, künftighin kein Unterschied sein soll. Damit ist eine der wichtigsten Forderungen des New- Yorker Arbeiterkongresses vom Staat prinzipiell anerkannt. Nur wenn das arbeitende Weib dem arbeitenden Mann im Lohn völlig gleichgestellt ist, hört die Frau auf, die Conkurrentin des des Mannes zu sein, hört die Frauenarbeit auf, ein Werkzeug der Unterdrückung in der Faust des Kapitals, und eine Quelle der fittlichen Berkommenheit zu sein. Wie in der legten Nummer noch angedeutet ward, haben die Färber in Basel die Arbeit eingestellt. Sie wurden zu diesem Schritt durch die Meister gezwungen, welche von ihnen berlangten, daß sie aus der Internationalen Arbeiter- Assoziation austreten sollten! Wir verweisen auf den Aufruf des Vororts, und zweifeln nicht, daß die Arbeiter Deutschlands ihre Schuldigkeit thun werden. Mit dem ersten Januar d. 3. ist dahier die zweite deutsche Genossenschafts- Buchdruckerei unter dem Namen„ Leipziger Bereinsbuchdruckerei", ins Leben getreten. Von unsern Parteigenossen erwarten wir, daß sie dieses Unternehmen, des sen Gründer den höchsten Opfermuth bewährt haben, und dessen Leiter sich durch die tüchtigste Geschäftskenntniß auszeich nen, nach Möglichkeit unterstüßen werden. feine In dem Prospektus heißt es: 15 uns gereichen, wenn unsere Mitgenossen, die Gewerbsgehilfen, es von jetzt an sich zur Ehrenfache machten, die in ihren Kreisen nöthig werdenden Drucksachen unserem mit großen Opfern gegründeten Geschäfte übertragen zu wollen. Jede Arbeit, auch die kleinste, gilt uns als eine Anerkennung und Förderung der gemeinsamen Arbeiterinteressen." Die Aktien der Vereinsdruckerei belaufen sich auf je 10 Thlr. Vorsitzender der Genossenschaft ist Bernh. Meerstedt, Geschäftsführer F. A. Frauendorf. Das Geschäftslokal besindet sich Elisen str. 28. Die Leipziger Polizei und das sächsische Vereinsgeseh. Unsere Bemerkungen über das Verfahren der Leipziger Polizei gegen die hiesige Metallarbeiterschaft( in voriger Nummer) haben folgenden, den halbamtlichen, wo nicht amtlichen, Ursprung verrathenden Artikel in Nr. 3 des Leipziger Tageblatt" hervorgerufen: " ... Leipzig, 2. Januar. Für den 27. Dezember vorigen Jahres war eine Versammlung sämmtlicher Metallarbeiter" angekündigt, in welcher die Wahl eines Vorstandes eines Vereins vorgenommen werden sollte, der sich der ,, allgemeinen deutschen vereinigten Metall- Arbeiterschaft" anschließen wollte. Es war zu diesem Behufe dem Polizeiamte ein Statut, gedruckt in Hannover, vorgelegt worden, worin sich die Be merkung ohne Namensnennung befindet, daß der Verein, an welchen der hiesige Verein sich anschließen wollte, seinen Siz in Berlin habe. In dem Statut wird der Lokalverein verpflichtet, für jedes Mitglied pro Woche den vom Gesammtverbande bestimmten Geldbeitrag vierteljährlich an das ungenannte ,, Berbandspräsidium" einzusenden und dem Verbande Rechnung abzulegen. Ferner:„ Die Arbeiterschaft unterwirft sich den Beschlüssen des Gewerkschaftsverbandes, welche dieser durch seine Organe in Gemäßheit der Statuten faßt." Diese Umstände bezeichnen den hier zu begründenden Verein als einen Zweigverein eines anderen Vereins, welcher sich auf öffentliche Angelegenheiten um so mehr bezieht, als das Präsidium und der Ausschuß nach dem Statute die Berechtigung haben, wegen Arbeitseinstellung Anordnung zu treffen. Derartige Vereine verbietet das sächsische Vereinsgeseß und diesem gemäß wurde das Abhalten der Versammlung polizeilich untersagt. Das hier erscheinende Demokratische Wochenblatt" denunzirt nun der Dieses Unternehmen, seiner Form und seinem Wesen nach auf dem freien Genossenschaftsprinzip beruhend, verdankt eigentliche Entstehung dem hiesigen„ Fortbildungsverein für Buchdrucker und Schriftgießer". Haben dessen Mitglieder bereits vor sechs Jahren durch die Gründung einer Wochenschrift( des unsern Lesern bekannten ,, Correspondent) zur Besprechung technischer und socialer Fragen, sowie durch die Pflege sonstiger gemeinnüßiger Institutionen den Beweis ge liefert, welchen wohlthätigen Einfluß das Vereinswesen auf die Polizeibehörde, daß hier ein Buchdruckerverein, allgemeiner Betheiligten auszuüben vermag, so dürfte es nicht auffällig dentscher Schneider- und allgemeiner deutscher Cigarrenarbeitererscheinen, wenn besonders die gewerbliche Association, nebst dem und lichster Selbstbestimmung, allenthalben Anflang fand. Nach reisErwägung der Erfolge der verschiedenen Genossenschaf ten wurde unter reger Betheiligung der Mitglieder zur Gründung der Bereinsbuchdruckerei geschritten. Die Unternehmer glauben sich zu der Hoffnung berechtigt, durch Thatkraft und Sparsamkeit nicht nur in materieller Hinsicht eine bessere Stellung zu erringen, sondern auch die Liebe zum eigenen Berufe zu begen und zu pflegen, das Selbst. gefühl zu wecken, die Achtung Anderer zu erwerben und Sitt lichkeit, Bildung und ernstes Streben unter den Arbeitern überhaupt zu fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, richten wir an alle Freunde und Beförderer der Arbeiterangelegenheiten, sowie an die Vor steher der verschiedenen Arbeitervereine und Corporationen die ergebenste Bitte, mit Aufträgen von Druckarbeiten uns zu beehren und zu unterstüßen. Zu besonderer Freude würde es verein eristiren, welche in gleicher Weise gegen das Vereinsgeseß verstoßen, wie die Metallarbeiter beabsichtigt haben. Diese Denunziation wird zwar die den Metallarbeitern ertheilte Resolution nicht ändern, wohl aber vielleicht zur Folge haben, daß die Verhältnisse der denunzirten Bereine näher erörtert werden. Den Zweifel, ob das Polizeiamt die Berechtigung habe, so zu handeln, wie es hinsichtlich der beabsichtigen Versammlung der Metallarbeiter gethan, kann das„ Demokratische Wochenblatt" leicht beseitigen, wenn es von dem Gesez- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1850 Seite 270 Einsicht nimmt. Daselbst heißt es:„ Unter den im Geseze erwähnten öffentlichen Angelegenheiten sind namentlich diejenigen zu verstehen, welche die Politik, Religon, Einrichtun gen des Staats, der Kirche und Schule, des Gemeindewesens, Handel und Gewerbe, Beförderung gewisser Richtungen des Bolfslebens und andere ähnliche Gegenstände des öffentlichen Lebens betreffen." Wir richteten sofort an das„ Tagblatt" folgende Erklärung. Die Sonntagsnummer( Nro. 3.) des Tageblatt" bringt einen Artikel gegen das„ Dem. Wochenblatt," in welchem dieses beschuldigt wird, drei hiesige Vereine: den Buchdrucker, Cigarrenmacher- und allgemeinen deutschen Schneiderverein ,, denunzirt" zu haben. Der Artikel des ,, Demokratischen Wochenblatts," welcher die„ Denunziation" enthalten soll, lautet: ( Folgt der betr. Artikel.) Ueber den Sinn unseres Artikels kann kein Unbefangener in Zweifel sein. Wir fordern einfach Aufklärung des polizeilichen Vorgehens gegen die Metallarbeiterschaft. Allerdings ,, denunzirt" der Artikel, aber nicht die genannten Vereine, sondern die Leipziger Polizei. Die genannten Vereine zu„, denunziren" blieb dem Verfasser des Tageblatt- Artikels vorbehalten. Durch den angezogenen Paragraph aus dem Geseß- und Verordnungsblatt vom Jahr 1850 beleuchtet der Verfasser des Tageblattartikels auf das grellste den angeblich reformatorischen Charakter unsrer Gesetzgebung, die auf der einen Seite aus dem Strafgesetzbuch Paragraphen entfernt, welche die Verbindungen der Arbeiter zum Behufe der Arbeitseinstellungen den härtesten Ausnahmgefeßen unterwarfen, und auf der anderen Seite doppelte und dreifache Handhaben zur Unterdrückung jeder freien Regung der Arbeiter darbietet. Das Sächsische Vereinsgeseß, den finstersten Zeiten der Reaktion entsprungen, ist unstreitig eine Monstrosität; daß es Auslegungen zuläßt, nach denen jeder Verein, der mit einem anderen korrespondirt, und welcher thäte es nicht?- aufgelöst werden kann, das wissen wir; allein wir wissen auch, daß das Vereinsgefeß seit dem Ende der 50er Jahre keine so reaktionäre Auslegung gefunden hat, als jetzt durch die„ liberale" Leipziger Polizei. Was uns betrifft, so wollen wir keine ,, milde Praris," die nur das Sammtpfötchen der Willkühr ist, und werden mit aller Kraft die Beseitigung des Vereinsgesetzes anstreben, wobei wir auf die kräftigste Unterstüßung der, hauptsächlich interessirten Arbeiterklasse rechnen. 16 An die Redaktion des ,, Demokratischen Wochenblatts". Geehrter Freund. In Nr. 52( Beilage) Ihres geschäßten Blattes laffen Sie mich auf dem Nürnberger Vereintage eine Ansicht vertreten, die in der gegebenen Fassung von mir abe gewiesen werden muß. Ich soll nach Ihrem Berichte für„, all gemeine Entwaffnung" gesprochen haben und zwar als erste Forderung oder Bedingung eines wahren Volksstaates. Ich weiß wohl, daß Sie wahrscheinlich in Folge Ihrer ander weitigen Beschäftigung mich so verstanden hatten und gegen eine solche Auffassung sprachen; ich weiß aber auch, daß Sie mich wegen getheilter Aufmerksamkeit eben miß verstanden hatten. Dies persönliche Mißverständniß berichtigte ich damals nicht, weil ich einerseits gegen alle persönlichen Bemerkungen einen großen Widerwillen habe und andererseits die schon drängende Zeit für zu kostbar hielt.- Zweck und Ziel meiner wenigen gedrängten Worte war etwas ganz Anderes, ale Sie denselben unterlegen, wie ich denn auch zwei ganz bestimmte ( angenommene) Anträge stellte, die Sie zu erwähnen unter lassen haben. Auch ich will sie hier nicht weiter erwähnen, da ich doch bald einmal im Felleisen" darauf zurückommen werde; es liegt mir aber daran, daß mir in der Hauptsache nichts Verkehrtes in der Presse zugeschoben wird. Sie werden daher so freundlich sein, meine Ansicht, die mit der Ihrigen genau zusammenfällt, aus dem Programm des„ Felleisen" auf zunehmen. Es heißt dort wörtlich nach der Forderung de ,, Beseitigung der stehenden Heere"... ,, zur reichung..... erstreben wir die föderativ vereinigten Staaten von Europa, geschüßt gegen barbarische Eroberungsvölker durch ächte Volksheere." Fr Ansicht ausgesprochen, die, weiter entwickelt, mit der Ihrigen In diesen kurz zusammengedrängten Worten ist meine wie gesagt genau zusammentrifft. Mit sozial demokratischem Gruß Zürich, den 2. Januar 1869. Ihr Aug. Ladendorf, ( Ein„, Mißverständniß" hatte bloß in Bezug auf die bei Wie das Vereinsgefeß aber auch ausgelegt werden möge, Freundes statt; daß derselbe an keine Entwaffnung denkt, so jener Gelegenheit zu Nürnberg gesprochenen Worte unsere das Verfahren der Leipziger Polizei ist in keinem Fall zu rechtfertigen: Wenn sie früher gefeßlich handelte, handelt sie jetzt ungefeglich; Wenn sie jetzt gefeßlich handelt, handelte sie früher ungeſeßlich. lange es noch Feinde der Freiheit zu bekämpfen giebt, wußten wir damals so gut wie heute. Der Eindruck, als hätte Der Red. d. Bl. gegen Ladendorf gesprochen, ist durch die stückweise Lieferung des Berichts im ,, Dem. Wochenbl." entstanden; der zu sammengestellte Bericht, den der Vorort hat erscheinen lassen, diese irrige Auffassung nicht zu. Und was die erwähnten läßt Zu auf Wir überlassen es dem Verfasser des Tageblatt- Artikels, sazanträge betrifft, so sind dieselben in Nr. 37 des„ Demokr. ma's er sich mit seinen polizeilichen Glienten( Collegen?) feßen will. Leipzig, den 4. Januar 1869. " lich auch im Bericht des Vororts. Aus England. Die Red. des ,, Demokratischen Wochenblatts." Die Redaktion des ,, Tageblatts" verweigerte die Aufnahme dieser Erklärung", so daß wir genöthigt waren, dieselbe als Inserat einzusenden. Ob sie in dieser Gestalt aufgenommen worden ist, wissen wir noch nicht. Jedenfalls werden wir die Sache nicht ruhen lassen. Wie der Leser im Vereinstheil sieht, hat die hiesige Polizei einen förmlichen Kreuzzug gegen die Arbeitervereine eröffnet. Diesem Zustand der Rechtlosigkeit, in dem die Arbeitervereine sich jetzt befinden, muß um jeden Preis ein Ende gemacht, das reaktionäre Vereinsgefeß muß beseitigt und ein neues Vereinsgefeß errungen werden, das der Arbeiterbewegung eine sichere gesetzliche Grundlage gewährt. arbeit*) nicht übertrifft. Arbeiter! Steht zu uns! ( Schluß.) D. Red.) London, den 27. Dezember. Als Beispiel der weißen Weibersklaverei Folgen des: In der Assoziation der arbeitenden Weiber zu New York wurde kürzlich ein Damen- Mantel gezeigt, deffen Ber schnürung dreißig Tage Arbeit gekostet, und an welchem hun dert und achtzig Stränge Seide vernäht worden. Für jenen Mantel bezahlte eine große Firma im Broadway 12 Dollars, eine Summe, die den niedrigsten Lohn der Londoner Slop *) Die fabrikmäßige, großentheils von Frauen gefertigte Schnei derarbeit. 17 00 1 ء 11 8. = ten ine allZah er Jen 5te en ale jett on tet Sie nte er en, len dhe ent jeine 17 Der gegenwärtig hier anwesende Gesandte der ameri tanischen Regierung hat seit seiner Ankunft eine Reihe von Bestmahlzeiten zu überstehen, so daß ihm kaum Zeit geblieben, Geschäfte abzumachen. Ueberall war er der Held des ab Tages, die internationale Verbrüderung, die ihm stets auf der Zunge schwebte, war ohne Ende. Die Streitpunkte zwischen cite dem amerikanischen Bolke und der englischen Regierung waren auf dem besten Wege, auf die angenehmste und friedlichste Weise gelöst zu werden, und der englische Minister der aus. wärtigen Angelegenheiten war der beste Bursche von der Welt. Bei den verschiedenen Schmäusen ,, verbrüderte er sich" mit befannten Reaktionären, die hier in England während des amerikanischen Bürgerkriegs öffentlich gegen den Norden aufgetreten waren und im Geheimen für den Süden gearbeitet hatten. Um die Mode mitzumachen ließen sich einige Gecken, die früher Arbeiter waren, heute aber als sozial- politische Stiefelputer im Solde der herrschenden Klasse stehen, verleiten, den großen Mann zu einen Arbeiter Banquet einzuladen und er nahm auch die Einladung an. Das Gedeck sollte eine Guinea(= 7 Thaler) kosten, Parlementsmitglieder wurden ebenfalls eingeladen. Als die Geschichte laut wurde, erregte sie hie und da Unwillen und die Herren Arbeiter entdeckten, daß man die Sache nicht ruhig hinnehmen würde, wenn sie sich vermessen sollten, im Namen der Londonor Arbeiter zu sprechen. Darauf hin, ließen sie sich herab, eine Versammlung von Delegirten verschiedener Arbeiter- Körperschaften zu berufen. In der Zwischenzeit kam die Nachricht, daß der amerikanische Kon greß sowohl wie der Senat beim Präsidenten darauf angetragen, den Bevollmächtigten zurück zu berufen! Dieses mit ihr und sie mit ihm stehen. gab einen gewünschten Vorwand zur Abbestellung des Banquets, dessen Preis auf 4 Sh. 6 D.(= 112 Thlr.) herabgejest worden war. Die Mehrzahl der Delegirten hatte darauf bestanden, daß die Londoner Arbeiter nicht durch die Person des gegenwärtigen Bevollmächtigten die Arbeiterklasse von Amerika beglückwünschen könnten. Der Gesandte( Reverdy Johnson), dem mitgetheilt wurde, bemerkte, die Parteispaltungen in Amegingen die englischen Arbeiter nichts an, er sei hier als Bertreter des amerikanischen Volkes. Aber der gute Mann bergißt, daß er von einem Präsidenten geschickt worden, der drei Jahre gegen die Vertreter des Bolkes gekämpft und daß die amerikanischen Arbeiter selbst den Krieg gegen die dort herrschende Klasse erklärt haben. zurück, die unter dem Namen Quäfer( Bitterer) bekannt ist und sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Die näfer verwerfen den Priesterstand. In ihren Gemeinde- Versammlungen warten sie, bis der heilige Geist irgend ein Mitglied inspirirt( begeistert) zu sprechen; die Inspiration( Einfließung des heiligen Geistes) offenbart sich dadurch, daß das inspirirte Individuum zu zittern anfängt, wenn es der heilige Geist zum Sprechen auffordert. Daher werden sie„ Bitterer" genannt. Sie verwerfen ferner den Eid, den Krieg, und weigern sich Kirchensteuer zu zahlen. Um ihren Gewissensskrupeln feine Gewalt anzuthun und sich doch nicht gegen das Gesetz aufzulehnen, pflegten sie, wenn die Kirchensteuer- Exekutoren kamen, jederzeit alte Gold- und Silbersachen in deren Weg zu stellen, durch welche sich die Exekutoren bezahlt machten. Im gewöhnlichen Leben weigerten sie sich Leute zu betiteln, sie nannten Jedermann Du, und ließen nicht mit sich handeln. Arme Quäker giebt es nicht, aber die größten Kornwucherer der Neuzeit waren Quäfer. Bis in die neueste Zeit hatten sie eine besondere Tracht, doch gehen sie heute nach der Mode. Da sie den Eid verwerfen, so konnten sie lang weder als Zeugen in Gerichtshöfen, noch zu öffentlichem Aemtern zugelassen werden. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde das Gesetz in soweit gemildert, daß die einfache Betheurung eines Quäkers an Eides statt gilt. Dadurch ward es möglich, daß Quäfer ins Parlament gehen konnten. Diese wunderliche Sekte ist heute durch John Bright im Ministerium vertreten. John Bright ist Quaker, als Cabinetminister muß er häufig mit der Königin zusammen kommen, muß auf freundlichem Fuße f. jen ufs Det Fr en he ne ent Sei To en Det ife Us gt Et. D' A so Dies rifa London, den 30. Dezember 1868. Adversity makes strange bed- fellows( das Mißgeschick Seit ,, Bater" Penn haben sich Zeiten und Leute geändert. Die Quäter haben etwas Höflichkeit gelernt, sie können titutuliren und den Hut abnehmen. Das königliche Blut ist auch geschmeidiger geworden. Das konstitutionelle Leben hat hier lange genug bestanden, um ein neues königliches Geschlecht zu erzeugen. Das alte Königsgeschlecht hatte einen Willen und zuweilen die Geschicklichkeit ihm Geltung zu verschaffen. Solche Könige taugen heute nichts mehr. Ein guter moderner konstitutioneller König darf keinen Willen haben und, wenn er einen hat, darf er ihn nicht äußern oder den Versuch machen, ihm Geltung zu verschaffen. Er muß geschmeidig sein und folgsam wie ein Pudel, nur dafür wird ihm die Zivilliste verabfolgt: er muß der Pudel der herrschenden Parteien sein. Die Königin muß nächstens die Abschaffung der irischen Staatskirche ebenso freundlich sanktioniren( bestätigen) als sie während der legten Session die Abschaffungsadresse verbringt wunderliche Schlafgesellen zusammen), sagt das englische warf. Nach den Gerüchten, welche die Tories über die königSprüchwort. Die jüngsten politischen Ereignisse haben zu eben lichen Neigungen in Umlauf gebracht hatten, war das Publiwunderlichen Freundschafts- Beziehungen geführt. Als Vater fum etwas gespannt auf das erste Zusammentreffen von John Billiam Penn, der Gründer einer religiösen Sekte, vor Bright und der Königin. Sie hat ihre Rolle gut gespielt. den König geführt wurde um ein Gesuch an ihn zu richten, Sie pries sich glücklich, den großen Mann in den heiligen schmähte ihn der König wegen seiner Ungeschliffenheit, weil er den Hut aufbehielt. Hallen des Hofs zu sehen; sie sagte, sie habe alle seine Reden gelesen und sich sehr an ihrem Inhalte erbaut, und sie dankte warum nicht vor dir?" antwortete der religiöse Eifrer. Hun- ihm für eine Bemerkung, die er kürzlich in einer öffentlichen dert Jahre früher wäre eine ähnliche Vermessenheit mit dem Versammlung gegen die aristokratischen Zeitungen, welche ihre Scheiterhaufen bestraft worden. Penns Gesuch wurde bewilligt. wittwenhafte Zurückgezogenheit tadelten, gemacht. Sie ſetzte Er hatte die Bibel anders gelesen als seine Zeitgenossen, und feine Ich trage meinen Hut vor Gott, Schlüsse und Auslegungen über den christlichen Glauben dem Ganzen die Krone auf, indem sie dem Recht Ehrenwerthen" John Bright mit huldvoller Zuvorkommenheit freistellte, liefen den 39 Glaubensartikeln der aristokratischen Staats- seine Huldigung nach seiner eigenen Quäfermanier zu bezeu firche schnurstraks zuwider, wodurch er und seine Anhänger gen, statt wie gebräuchlich in knechtischer Unterwürfigkeit nieder Verfolgungen ausgesezt waren. Um diesen zu entgehen verzuknieen und ihr die Hand zu küssen. So taftvoll dieses Belangte er eine Wohnstätte in der neuen Welt und ungehinder- tragen, so schlagend beweist der Umstand, daß es taktvoll ist, ten Abzug für sich und seine Freunde. Es wurde bewilligt, die Nichtigkeit des konstitutionellen Königthums als politische Inſtitution. Erfült ein König seine konstitutionelle Pflicht, Dennoch ließ Penn im Mutterlande einen Kern seiner Sekte so ist er eine politische Null, seine Autorität ist überflüssig. i Läßt er sich nicht zur Null herab, so muß seine Autorität Aergerniß geben, kann daher nur Rubestörung verursachen und dem allgemeinen Fortschritt hinderlich sein; in keinem Falle fann das konstitutionelle Königthum etwas Gutes bezwecken. Die neuen Minister fangen an, ihre Reformforderungen mit andern Augen anzusehen als bisher. John Bright sagte seinen Wählern vor einigen Tagen, daß in Zukunft Fälle vorkommen würden, wo er, um die Einheit der Regierung nicht zu stören, über gewisse Fragen anders stimmen werde als er, ohne Minister zu sein, gestimmt haben würde. Bei solchen Gelegenheiten sollten sie aber ja nicht glauben, daß er seine Meinungen geändert, bis er ihnen selbst die Anzeige mache. Seine Grundsäße würden durch dergleichen Handlungen nicht beeinträchtigt, es sei eine zeitweilige Nachgiebigkeit, um die Einheit der Regierung aufrecht zu halten. Der Morning Advertiser sagt in Betreff dieser Rede:„ Wir erwarten nicht, daß sich Herr Bright schlafen legen wird, aber der allgemeine Ton seiner Rete war der eines Mannes, der am Hofe gewesen ist; ein Wechsel hat stattgefunden, den schon mancher Volksführer vor John Bright erfahren hat." Forster von Bradford, der vor der Wahl allgemeinen Bolfsunterricht und Schulzwang verlangte und jest zweiter Vorsitzender des Raths ist, welcher das Schulwesen in Händen hat, sagte seinen Wählern, es sei der Gegenstand seines Lebens gewesen, dem Kinde des armen Mannes Schulbildung zu verschaffen, aber es sei eine Sache zu wünschen, daß das Werf ausgeführt werden solle und eine andere Sache, es auszuführen. Selbst wenn man Minister sei, könne man leichter sprechen als handeln. Gladstone sagte seinen Wählern, die Verminderung der Staatsgaben könne nur allmählig vor sich geben, die Ansprüche der gegenwärtig angestellten Staatsbeamten müßten berücksichtigt werden, d. h. mit andern Worten die überflüssigen Offiziere in der Marine, in der Armee und die überflüssigen Zivil- Beamten können nicht ohne Entschädigung verabschiedet werden. Aber warum entschädigt man die Aber warum entschädigt man die Tausende von Arbeitern nicht, die kürzlich aus den RegierungsSchiffswerften aufs Pflaster geworfen wurden, zu einer Zeit, wo schon Tausende in der Nachbarschaft ohne Arbeit waren? Warum entschädigte man die Schneider nicht, die Jahre lang die Soldatenkleider gemacht batten, als man anfing die Soldatenkleider mit Maschinen zu machen? Warum entschädigt man die hunderte von Soldaten- Schneidern nicht, die vor ungefähr zwei Monaten durch die Maschinen verdrängt wurden, um die Soldaten wohlfeiler zu machen? Wer denkt überhaupt daran, den Arbeiter zu entschädigen, wenn er nuglos geworden ist? Soll der Arbeiter Steuern bezahlen, um Staatsbeamte für John Bright's 10,000,000 Pf. St., sie werden verschwinden wie ein Nebelbild. Die Baumwollen Fabrikanten von Lancashire faßten vorigen Dienstag den Beschluß, vorläufig nur 30 Stunden die Woche zu arbeiten. Die Herrn Fabrikanten wollen 18 gläubiger in Gold zu bezahlen und das zirkulirende Papie geld durch Gold zu erseßen. Dies sind die Opfer," meld die Kapitalisten für die Union gebracht. Die National Labour union( Nationale Arbeite Genossenschaft) dagegen schlägt vor, daß nur derjenige The der Staatsschuld, der unter der Bedingung, in Gold zurück be zahlt zu werden, aufgenommen wurde, in Gold bezahlt werden foll, und daß die übrigen Staatsgläubiger die Wahl haben sollen ihre heutigen Schuldscheine gegen drei Prozent Zinsen tragend Obligationen oder gegen Regierungsnoten auszutauschen. D National Banken sollen abgeschafft und ihre Noten durch Ro gierungs- Noten erseßt werden. Der Staat allein soll Papier geld ausgeben und Bankgeschäfte treiben. Die Staatsgläub ger sollen jederzeit die Wahl haben, ihre Obligationen gege Noten zu vertauschen. Wer mehr Noten hat als er braucht soll die Wahl haben, Obligationen zum gleichen Betrage für von der Regierung zu verlangen. Dadurch soll das Ba piergeld gegen Entwerthung geschüßt und das Börsenspiel m Staatsschuldpapieren abgeschafft werden. Vororts- und Arbeiter- Angelegenheiten. Parteigenossen! dar mit Kaum hatten die Baseler Bandweber ihre gerechten Forderungen gegenüber ihren Arbeitgebern durchgesezt und die Arbeit wieder aufgenommen, so sahen sich die Färber in Basel gezwungen Die Die Arbeit einzustellen. Sie forderten eine mäßige Lohnerhöhung und einige Erleichterungen in Krankheitsfällen u. s. w. Arbeitgeber wiesen diese Forderungen nicht nur zurück, ſie ver langten auch, daß ihre Arbeiter, die größtentheils der Inter nationalen Arbeiterassoziation angehören, aus derselben scheiden sollten. Das wurde von Seiten der Arbeiter auss mit Entrüstung verweigert und veranlaßte sie, die Arbeit eing stellen. In Folge dessen sind über 300 Arbeiter auf die terstübung ihrer Brüder angewiesen. Ihre Hoffnung nicht zu in Der Schanden werden zu lassen, ist unsere Pflicht. Ich forda demnach alle Parteigenossen auf, unverzüglich Sammlungen Vereinen, Versammlungen, Fabriken und Werkstätten zu ve anstalten und den Ertrag derselben einzusenden an den Haup vorstand der Sektionen der Internationalen Arbeiter Associa tion in Basel, Jos. H. Frey, Weiße Gasse 6. Eile thut Noth wer schnell gibt, gibt doppelt. Mit sozial- demokratischem Gruß und Handschlag A. Bebel. Es sind in der legten Zeit häufig Anfragen an und ge zu entschädigen, die stets nuglos waren? Schlechte Aussicht richtet worden um Auskunft über Consumvereine und ander genossenschaftliche Einrichtungen; wir bitten künftig diese fragen direkt an Herrn Germann, Karlstraße 6, Vorsitzenden der Centralstelle sächsischer Consumvereine, zu richten, der schnel und befriedigend Antwort ertheilen wird. Die Bereine, wel noch mit Verbandsbeiträgen vom Jahrgang 1867-1868 im das Rohmaterial wohlfeiler, die fabrizirten Waaren theuerer Rückstand find, fordern wir auf, ihrer Verpflichtung bis fp testens Mitte dieses Monats nachzukommen, widrigenfalls wit mit der schon im betr. Girculär angekündigten Veröffentlichung machen. Was wird aus dem Arbeiter? Wird die große liberale Majorität seine Lage beffern? Nicht durch eine allmählige Verminderung der Staatsausgaben. ihrer Namen vorgehen werden. Präsident Johnson berechnet, daß die Staatsgläubiger von Amerika jährlich einen Gewinn von 17 Prozent ziehen. A. B. V. München. Für jeden 100 Dollar- Schuldschein erhalten sie 6 Dollar Gold = 9 Prozent Papier, Zinsen. Legen fie ihre Scheine bei der Regierung nieder, so können sie durch die sogenannten Nationalbanken Banknoten zum gleichen Betrag ausgeben und wieder Zinsen beziehen, und überdies ist dieses Einkommen steuerfrei. Die republikanische Partei schlägt vor, die StaatsDen Beitrag haben neuerdings bezahlt: A. V. Nürnberg Leipzig, d. 6. Januar 1869. Der Vorort. Wien, den 5. Dezember. Vor einigen Tagen fand ein Zusammenkunft von Vertrauensmännern des Arbeiter Bik dungsvereines, des Buchdrucker- Fortbildung Bereines und des Bädervereines statt, in welcher man fich zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Gewerks Gen of gen Leder Die ung Die ver ter mit Un Dete ver: upt cia ge Dere An den nell elde im pa wir ung erg eine Bik g hau of pier lenschaftsfrage einigte. Es bildete sich ein Comitè, wel elches demnächst einen Arbeitertag einberufen wird, auf welchem tine Petition an den Reichsrath um Erlangung des Coalieitertionsrechtes und Beseitigung der Zwangsgenossenschaften vorThe gelegt werden soll. Nach diesem Arbeitertage sollen zahlreiche beenoffenschafts- Versammlungen veranstaltet werden. Man glaubt rden sicher darauf rechnen zu dürfen, daß die Arbeiter in den Prolendingen dem Beispiele Wiens folgen werden. ende Di Re ubi in ihnen Eßlingen, den 4. Januar. Für die bedrängten Brüder Basel hat unser Verein eine Sammlung veranstaltet und zunächst 10 fl. verabfolgen lassen. Die Internationale Mitt pier Arbeiter- Assoziation hat bei uns große Sympathie. egen ucht Ba och den 6. Januar hält die schwäbische Volkspartei in Stutt gart ihre Landesversammlung ab; zum Besuch derselben sind auch alle Arbeitervereine eingeladen, welche das Nürnberger da Brogramm angenommen haben. Jedenfalls werden diejenigen, denen die Sendung von Deputirten möglich ist, solche schicken. Auf das Verbandsorgan abonniren wir dieses Quartal in 10 Gremplaren. mit 19 große Unterstügung, die man seinem Streben gewährt, zu beweisen. Seit seinem Bestehen hat der Verein folgenden Paragraphen in seinen Statuten:„ Es werden in den Verein auch junge Leute, welche nicht mehr schulpflichtig sind, als Zöglinge aufgenommen; dieselben find bloß berechtigt, die Unterrichts- und Lehrkurse mitzumachen und haben keinen Antheil bei Vergnügungen und Berathungen. Bei der Anmeldung haben sich dieselben über die Zustimmung ihrer Eltern oder Vormünder auszuweisen. Von Aufnahmegebühren sind dieselben befreit, zahlen aber einen Monatsbeitrag von 9 fr. Unbemittelte sind ganz frei." Der Verein hatte auch die Freude, daß, um den gebotenen Unterricht mitzumachen, er fortwäh rend ein kleines Zöglingsinstitut von etwa 30 Handwerkslehrlingen hatte, welche sich mit vielem Eifer an den Lehrfächern betheiligten. Nun ist im Vereinsgesetz dieser Fall nicht vorge sehen, auch nicht verboten Es ist darin nicht verboten, daß ein politischer Verein, der auch wissenschaftlich seine Mitglieder fortzubilden sucht und dessen Unterrichtsstunden in keiner Weise mit der übrigen Vereinsthätigkeit in Verbindung stehen, minorenne Leute Zöglinge zu diesen Stunden zuziehen Um nun dem Bereine diese jungen Leute, die darin zu höchst staatsgefährlichen Mitgliedern der Gesellschaft herangezogen werden könnten, aus dem Rachen zu reißen, hat die hiesige Polizeibehörde eine Verordnung über Schulwesen(!) hervorgesucht, die bestimmt, daß die Errichtung einer Schule von einer Regierungsgenehmigung abhängt. Dem Vorstand des Oberndorf( Würtemberg) 30. Dec. Hier hat sich vor einiger Zeit ein Arbeiter Bildungsverein constituirt, könne. der schon eine verhältnißmäßig große Zahl Mitglieder hat, namentlich sind die Arbeiter der königl. Gewehrfabrik stark darin vertreten. Wir bitten uns ein Exemplar der Broschüre: " Die Internationale Arbeiter Association, ihre Organisation, Wirksamkeit und Verbreitung" zu senden, um unsere Mitglie der über 3med und Streben der Internationalen Arbeiters icher Arbeitervereine wird sicher erfolgen. Vereins wurde am 4. dieses Monats eröffnet, daß dessen ZögAssociation aufzuklären. Der Anschluß des hiesigen Vereins lingsinstitut bis zur Erlangung derselben aufgehoben sei. an den würtembergischen Gauverband und den Verband deutIch überlasse es Ihnen, über diese Geschichten sich Ihre Ge danken zu machen, versichern kann ich Ihnen jedoch, daß diese Nürnberg, den 5. Januar: Der Arbeiter Bildungs- Verein Quälereien unsern Arbeiterverein bloß in seiner Haltung beRürnberg genießt seit dem Bereinstag die Ehre in ganz außer stärfen können: einschüchtern werden sie ihn niemals.- Ge ordentlicher Weise ein Gegenstand der Aufmerksamkeit für die hochlöbliche Polizei geworden zu sein. So wurde er kurz nach ergriffen werden. em Vereinstag, anläßlich seines von ihm erlassenen Aufrufs gen den letzten Polizeisenatsbeschluß wird übrigens Beschwerde Magdeburg, den 5. Jan. Die letzte Versammlung des Nürnbergs Arbeiter zum Beitritt, als volitischer erklärt. sozialen Reformvereins" beschäftigte sich, nachdem die 3war wäre gegen diese Maßregel Nichts einzuwenden; der Rechnungsablage für Monat Dezember gemacht und der VorBerein hat durch seine Zustimmung zum Programm am Ver sißende zum Anfange des Jahres zum Weiterstreben für die fel von der politischen, er wehrte sich deshalb auch nicht gegen tinstag auch mit erklärt, daß die sociale Frage untrennbar Verwirklichung des Prinzips einige beherzigenswerthe Worte die, ger Bolizeifenat erfolgte Politischsprechung. Ein anderes aber auf Antrag der mittelfränkischen Regierung vom Nürnbergesprochen hatte, hauptsächlich mit den Arbeitseinstellungen in Basel. Herr Bremer hielt nach einem Bericht der Internationalen Arbeiter- Affoziation( Sektionsgruppe deutscher Sprache, Borbote" 12. 1868.) einen Vortrag, welcher recht intelizeiwegen seit der Zeit ausgesetzt ist. Um so auffallender ist ressante Momente bezeichnete und beifällig aufgenommen wurde. dies, da die Polizei früher( d. h. seit etwa 3-4 Jahren) ge genüber andern politischen Vereinen unser gang reaftionäres Bereinsgesetz nicht so streng handhabte, als dies mit dem Ar" Einstimmig wurde dann auch der Antrag des Vorstandes angenommen, welcher den Arbeitern( oder wie es in dem Antrage ausgedrückt ist: Brüdern) in Basel 10 Thlr. als Unter sowie der verschiedenen Gewerkschaften in und außerhalb Magdeburgs veranstaltet werden und ist das Weitere hierzu vorläufig dem Vorstande übertragen worden. die Spitze unseres Polizeiſenate verändert, damals war ein gemeines Fest" für die Mitglieder des sozialen Reformvereins" beiter Bildungs- Verein geschicht. Zwar hat sich seit der Zeit stügung überweisen will. Im Monat Februar soll ein ,, allfonfervativer Bürgermeister da und jegt ein nationallibetaler! Sollte der die Ursache der Schritte gegen den Verein fein? So mußte der Verein vor Kurzem seine Statuten ändern, um darin in einem Paragraphen zu erklären, daß er auch politische Zwecke verfolge! So wurde kürzlich vor einer Generalversammlung, die vorschriftsmäßig von dem Vorstand angezeigt war, der Befißer des Vereinslokale zur Polizei ge rufen, um zu erklären, ob er Nichts gegen die Abhaltung der Bersammlung in seinem Lokal einzuwenden habe! Eine andere Angelegenheit gab der Polizeibehörde ganz neuerdings Veranlassung, dem Arbeiter Bildungs- Verein die Bundern würde uns das nicht; wir haben schon oft bemerkt, wie der Nationalliberalismus gegen nach links stehende politische Geg her weit rücksichtsloser und reaktionärer verfährt wie der Conservatis= mus. In der Phrase ist er ,, liberal", in der That reaktionär. Die Ergänzungswahl des Vorstandes ergab, daß Herr Wellner einstimmig zum I. Schriftführer und Herr Sievers zum Beisiger gewählt wurden. Nachdem noch einige geschäftliche Angelegenheiten zur Erledigung gekommen, schloß der Vorfißende die Versammlung 10% Uhr. Berlin, den 5. Jan. Die fidele Feststimmung, wie sie in Berlin immer zu Tage tritt, mochte Herrn Dr. Mar Hirsch geeignet erscheinen, mit seinen Gewerksvereinen einen Coup ( Streich) auszuführen. Einen Delegirten Congres deutscher Maschinenbauarbeiter schrieb er aus, und stehe! es versammelten sich Vertreter aus Ost und West, aus Süd und Nord? D nein! 7 Orte hatten Vertreter geschickt, " ,, 20 Abgesandten des Herrn von Schweizer aus Berlin erwarten der Opposition machen soll. In nächster Zeit wird von hier aus eine Agitation in der Lausiz ins Werk gefeßt we den; in Zittau, Radeberg, Bischoffswerda und an dern Orten haben wir bereits Verbindungen angeknüpft. Wilkau bei Zwickau, den 30. Dezbr. In Nieder haslau und Wilkau hat sich ein Consumverein gebi det und hat zugleich beschlossen, sich dem Verband der deutschen Arbeitervereine anzuschließen. Am Neujahrstag soll die ere Generalversammlung abgehalten werden. bet 2 indi durc idha mite Gy Bre Arm Leipzig, den 5. Januar. Gestern hielten die hiesigen Buchbindergehülfen in Zahn's Restauration eine Bespre chung über Gründung einer allgemeinen deutschen Gewerksge nossenschaft der Buchbinder ab. Nach längerer Diskussion, welcher sich vor Allem ausprägte, daß man durchaus nicht gewillt ist, dem Gewerksverband des Hrn. v. Schweißer beiz treten, beschloß man, einen Verband der deutschen Buchbinde anzustreben und beauftragte ein Comité, in welches unter deren die Herren Schwanebeck, Taute und Werner g wählt wurden, die nöthigen Borbereitungen zu treffen. die einen mehrere, die meisten nur einen. Im Ganzen war es ein Congreß" von 11 Personen. Diese gewaltige Schaar tagte 2 volle Tage lang und stiftete nach recht langweiligen Debatten( es fehlte sogar an den gewöhnlichen fortschrittlichen Radomontaden) den Gewerkverein deutscher Maschinenbau und Metallarbeiter." Das sogenannte Musterstatut" wurde angenommen, nur daß noch einige Verschlechterungen beschlossen wurden, wie z. B. durch Streichen der Wanderunterstüßung. Eine lange Debatte rief die Frage hervor, wie viel Diäten die Herren Delegirten bekommen sollten. Es kam auf ein Mal eine große Lebhaftigkeit in die Diskussion; schließlich nahm man den soliden Satz von 2 Thlr.( per Tag) an, also einen halben Thlr. weniger, als unsre lieben Abgeordneten erhalten. Die Versammlungen fanden statt in dem sogenannten Voigtlande, also mitten im Schoße der Maschinenbauer. Trotzdem aber vermochten sie das öffentliche Interesse nur so weit zu erwecken, daß ich im Ganzen einmal 20 Anwesende zählen konnte, einschließlich der Polizei, einiger Zeitungsreferenten und der drallen Kellnerin. In einem großen Saale begannen die Verhandlungen; man hatte nicht geheizt, um bei der erwarteten Ueberfülle nicht so sehr zu schwißen; man sah sich jedoch bald gezwungen, auszuwandern und in einem kleinen bescheidenen Stübchen Platz zu nehmen. Dort saß der„ Congreß", berieth, beschloß und trank Grog, um das Zähneklappen einigermaßen zu vermindern. Die mangelhafte Betheiligung befremdete mich nicht mehr. Oft genug schon hatte ich aus dem Munde von Mitgliedern des Gewerkvereins Worte gehört, welche dem fort schrittlichen Ohre des Musterstatutlers Hirsch baß mißfallen haben möchten. Und doch haben Sie das Statut unterschrie ben?" fragte ich einen dieser Mißvergnügten. ,, Ach, was thut man nicht Alles in seiner Dummheit!" erhielt ich zur Antwort. Dieser Delegirten- Congreß mit seiner Stiftung des Verbandes deutscher Maschinenbau- und Metallarbeiter erinnerte mich lebhaft an das alte Wort des Pyrrhus:„ Noch ein solcher Sieg, und ich bin verloren." Zu derselben Zeit, wo sich diese Posse abwickelte, vollzog fich noch eine andere: das Stiftungsfest des alten Berliner Aran Die bon Die ref Tung Aufgabe des zu gründenden Verbands soll sich zunächst auf Gründung einer Reiseunterstüßungskasse, an der es vor Allem zuberufende Congreß auch anderweite soziale Fragen in den mangelt, erstrecken, doch verhehlte man sich nicht, daß der ein Kreis seiner Berathungen ziehen müßte. fic Einige anwesende Collegen theilten hierauf mit, daß sich bereits am Abend vorher zu einem Comité constituirt hatten dessen Aufgabe die Gründung einer Altersversorgungs- Invali denkasse, jedoch nur für die Leipziger Berufsgenossen ist. 2. pic Leipzig, den 6. Januar. Die Zustände hier werden immer gemüthlicher. Hatten wir in der legten Nummer BI. angezeigt, daß die hiesige Polizei den Metallarbeitern Bildung einer Arbeiterschaft im Anschluß an die in Berlin Ladi gegründete allg. deutsche Metall- Arbeiterschaft verboten habe, können wir heute weiter berichten, daß den Malern und um gleic mit Gef nur 186 Mill Ste faler 184 Qu aber tend jam Pro erit übe die Ein tat, die nig ben rern dies gleichfalls verboten worden ist. Auch soll die auf Grund der Hirsch- Duncker'schen Statuten gegründete Gewerk beitervereins. ,, Bewährte Bolfsmänner", wie Dunder und genossenschaft der Maurer, die hier ihren Siz hatte, ebenfall aufgelöst worden sein. Eine allem Anschein nach offiziell chen die üblichen schönen Reden. Auch mit einer Deputation Entgegnung der Leipziger Polizei im hiesigen ,, Tageblatt einer studentischen Verbindung hatte sich der Verein aufgepußt. auf den von uns in voriger Nummer über die Metallarbeiter Er brauchte nämlich zur Dekorirung des Saales eine schwarz- schaft gebrachten Artikel stellt auch für den allgemeinen deu roth- goldne Fahne und- pumpte sich eine solche von den Herren Studiosen, welche dafür mit der zweifelhaften Ehre einer Einladung bedacht wurden. Das schwarz- roth- goldne Banner, das Symbol deutscher Freiheit und Einheit, muß der Berliner Arbeiterverein sich pumpen, ein ominöses Zeichen! Auch Johann Jacoby war mit einer Einladung beglückt worden, selbst verständlich warf er sie in den Papierforb. Dagegen wird er o= schen Buchdruckerverband, allgem. deutschen Eigarrenarbeiter und allgemeinen deutschen Schneider- Verein eine Maßregelung in Aussicht. Das wird wohl der Anfang zu einer allgeme nen Razzia gegen alle Arbeiterverbindungen, zunächst in Gad sen, sein. In Arbeiterkreisen hat man die Einberufung einer allgemeinen Bolksversammlung, in der diese Maßregelungen sprochen werden sollen, ins Auge gefaßt. An die feiernden be nächstene, wie er ziemlich sicher zugesagt hat, im„ Demokra Färber in Basel ist vom hiesigen Arbeiter- Bildungs- Berein tischen Arbeiterverein" einige Worte sprechen. Mit Spannung sieht man hier einer neuen öffentlichen Meinungsäußerung Jacoby's entgegen. Er hat lange, beinahe zu lange geschwiegen. Dresden, den 1. Januar. Sonnabend den 9. d. M. wird im größten Saale der Altstadt, in der„ Centralhalle", eine allgemeine Arbeiterversammlung abgehalten, in welcher Herr Bebel über die Arbeiterbewegung und die Gewerks Genossenschaften sprechen soll. Die Einladung zur Versammlung geht von Vertretern der verschiedensten Gewerbe aus und wird ohne Zweifel sehr zahlreich besucht sein. Auch wird es jedenfalls sehr lebendig werden, da wir die Anwesenheit eines Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. der Ertrag einer Sammlung in Höhe von 10 Thlr. einzu senden beschlossen worden. Anzeige. Wenn Jemand in der Lage ist, uns die genaue Adre des Schriftstellers Herrn Bernhard Becker aus Frankfu a. M., jezt in Wien, anzugeben, den bitten wir, dies in Kür Der Vorstand der gewerblichen Schuhgemeinschaf thun zu wollen. Leipzig. Leipzig, den 3. Januar 1869. A. Bebel, Borsigender. Druck und Verlag: G. W. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18. Hierzu eine Beilage. Arte 2011 boff oder niff bab mit foft jog fizie nen, ober fach wöh bon Arb ,, Be prei To Die Gin eine ten bou ver an er bil chen erite gen pre 6g bei nicht ig nder an ges Die auf Wem ein Den fic ten pali den r l dic fo adi auf Fall II Tatt citer Deut eiter ung meis аф ciner be anden rein ngu reffe furt Pür baft Beilage zum Demokratischen Wochenblatt No. 2. Die indirekten Steuern und der Aftersozialismus. I. thum, den Domänen und Forsten, fallen noch unter einen anderen Gesichtspunkt, als den der indirekten Steuern. Wir sehen also, daß das System der indirekten Steuern, troß seiner theoretisch unbestreitbaren und in der That unbestrittenen Ver werflichkeit, dennoch nicht einmal die Miene angenommen hat, einem anderen Systeme, dem der proportionirten Besteuerung, Platz zu machen; wir sehen im Gegentheil, daß es sich immer konsequenter und stärker entwickelt. So ist es im PreußenDeutschland, so ist es auch in Sachsen; in noch grellerer Form finden wir die gleiche Erscheinung in England, Frankreich, Italien. C. H. Seit mehr als 100 Jahren ist das System der indirekten Besteuerung, d. h. der Deckung der Staatsbedürfnisse durch Auflagen auf Eristenz- und Lebensmittel, von der Wissen schaft verurtheilt, Alle Philosophen, Staatsmänner, Defonomiter und Juristen sind darüber nur einer Stimme, daß jenes System der Humanität, der Gerechtigkeit, der Gleichheit, der 3weckmäßigkeit und der Vernunft widerspricht, daß es, auf die Armuth die Staatslasten abwälzend und den Reichthum fast bon denselben befreiend, barbarisch und grausam ist. Aber wenn Vor hundert Jahren war die indirekte Steuer mindestens die Theorie die indirekte Besteuerung verwarf und eine di ebenso unbedingt und allgemein verurtheilt, als die Herenprotekte, d. h. dem Einkommen entsprechende Besteue- zesse und weit unpopulärer als die damals noch sehr praktizirte tung forderte, so schien dagegen die Praxis mit immer nur Todesstrafe. Heute verbrennt man nirgends mehr Heren, und um so größerer Vorliebe sich der ersteren zuzuwenden. Ver- töpfen läßt man, im Vergleich mit früher, höchst selten. Wähgleichen wir z. B. den preußischen Staatshaushalt von 1850 rend früher die Hinrichtungen eine gewöhnliche Unterhaltung mit dem von 1869, so finden wir im ersteren Jahre eine für jeden Gerichtsort waren, finden solche jetzt nur noch verGesammteinnahme von 91 Millionen Thaler, worunter einzelt, in Rom, in Berlin, in Warschau, in Paris- und auch nur 173 Millionen Thaler an direkten Steuern*), im Jahre da in immer größer werdenden Zwischenräumen statt. Wie 1869 dagegen eine Gesammteinnahme von über 167 kömmt es nun, daß nicht, wie die Herenprozesse und die HinMillionen Thaler, worunter nur ca. 31 Millionen direkte richtungen, auch das System der indirekten Steuern Steuern**). Es ist hieraus klar ersichtlich, daß bei der folos seinen theoretischen Untergang mit seinem wirklichen praktischen falen Zunahme der Staatsausgaben und Einnahmen seit besiegelt? Wie kömmt es, daß nicht blos in, u liberalen", 1849 das Verhältniß der direkten Steuern zu den übrigen sondern auch in einfach liberalen Staaten sich doch keine Quellen" sich nicht wesentlich geändert, in feinem Fall Staatsmänner finden, die die Forderung der Wissenschaft und aber zugenommen, sondern eher etwas abgenommen hat; wäh- der Gerechtigkeit nach Abschaffung der indirekten Steuer, vertend die direkten Steuern damals etwa 19 Prozent der Ges sammteinnahme des Staats betrugen, stellen sie jetzt etwa 1812 Prozent derselben dar. Erwägt man zudem, daß neuerdings erst durch die Tarifherabseßungen die indirekten Steuern vorübergehend reduzirt worden sind, und daß im Hintergrund die Die Erhöhung der Tab a ksteuer, die Petroleum steuer und Einiges andere lauert, so gelangt man zu dem sichern Resul tat, daß die direkten Steuern an und für sich zwar sehr in Höhe geschraubt worden, aber doch nicht im Verhältnig zu den übrigen Staatseinnahmen gewachsen sind, und nota z wirklichen wollen und können? Ja, daß umgekehrt das Uebel statt abzunehmen zu nimmt? Die Schneiderei in London oder der Kampf des großen und des kleinen Kapitals. Von J. G. Eccarius. Der Dampf und die Maschine, diese Würgengel aller Stabene: fast alle übrigen Staatseinnahmen sind nur verschiedene bilität und ihr Gefolge, das große Kapital, fangen an ihren Arten von indirekten Steuern, gleich viel ob sie wie vernichtenden Einfluß selbst auf diejenigen Geschäfte auszuüPölle, Mahl, Schlacht, Salz, Branntwein, Zucker oder Ta ben, in denen es bis jezt noch nicht gelungen ist, die Mas bofsteuer, unsere Nahrungs- und Kleidungsbedürfnisse schine mit Erfolg anzuwenden. Der Einfluß der großen Inoder ob fie, wie die Gebäudesteuer, unsere Wohnungsbedürf dustrie wirkt aber feineswegs vernichtend auf die Geschäfte übernife besteuern, gleich viel ob sie, wie die Erträgnisse der Eisen- haupt; er wirkt so nur, wenn die Geschäfte, deren sie sich bebahnen, Posten und Telegraphen, aus unserem Bedürfnisse, mächtigt, einen mittelalterlich spießbürgerlich patriarchalischen mit einander zu verkehren, oder, wie Stempel und GerichtsCharakter haben. loften, aus unserem Bedürfniß nach Recht und Sicherheit ge zogen Kapital genug zur Verfügung, um sich sogleich aller kleinbüroder fiziell als direkte Steuer figurirt, nicht als solche gelten lassen kön= Es ist selbstverständig, daß wir die Gewerbesteuer, die„ ofnen, denn das Gewerbe wird versteuert, gleichviel ob es viel, wenig fach einen Theil der nothwendigen Kosten und des Werthes der ges gar feinen Reinertrag bringt, und der Steuerbetrag bildet einwöhnlichen Produkte, wird also vom Consumenten bezahlt. eine Die große Industrie hatte bei ihrem ersten Auftreten nicht gerlichen Gewerbezweige zu bemächtigen. Das vorhandene Kapital war faum hinreichend, diejenigen Produkte, welche den größten Absatz auf dem Weltmarkt fanden und die zur Verarbeitung derselben nöthigen Maschinen anzuschaffen. Gewerbe, deren Produkte zunächst nur im Kleinen auf benachbarten Märkten verkauft werden konnten, und solche, deren Produktion von den direkten Bestellungen der Konsumenten abhing, mußten daher nothwendigerweise ihren mittelalterlichen Zunftcharafter mehr oder weniger beibehalten; sie blieben in den Händen der Kleinbürger. von der Eisenbahnabgabe, keineswegs aber, wie Ferdinand Lassalle im *) Dasselbe gilt im allgemeinen auch von der Gebäudesteuer und Arbeiterprogramm S. 31 meint, auch von der Grundsteuer. Im preise nicht von den Kosten der inländischen Produktion abhängen, alBastiat Schulze" bat Lassalle selbst nachgewiefen, daß die Getreides so auch nicht den Betrag der Grundsteuer dem Steuerzahler erseßen. Die Grundsteuer ist deßhalb in der That eine direkte Steuer aus dem Einkommen von Grundbefiz. Ob sie eine gerecht vertheilte, ist freilich großen Kapitalisten nicht ein, sich auf kleinhändlerische Speku ganz andere Frage. So lange alles vorhandene große Kapital mit Vortheil in der großen Industrie angelegt werden konnte, fiel es den lationen einzulassen. Es trat sogar ein Moment ein, wo die große Industrie verschiedenen kleinbürgerlichen Gewerben einen früher nie gekannten Aufschwung gab, der jedoch nur dazu beitrug, dieselben später desto sicherer zu ruiniren. Die Nach frage auf dem Weltmarkt konnte für die Länge der Zeit nicht gleichen Schritt halten mit der Vermehrung der Produktivkräfte; obgleich sich die Nachfrage sehr schnell vermehrte, so vermehrte sich durch den enormen Gewinn, den die Kapitalisten machten, das Produktivkapital und dadurch die Produktionsinstrumente doch noch schneller. Die unvermeidliche Folge war heftige Konfurren; unter den Kapitalisten, Herabsetzung der Preise, Verminderung des Profits und Zurückziehung von Kapital. Jetzt erst fingen die großen Kapitalisten an, sich um kleinbürgerliche Gewerbe zu kümmern. Die Schneiderei, eins der gewinnreich sten, zog bald die Aufmerksamkeit auf sich, und wir werden in der Folge sehen, inwiefern hier die Unternehmungen des Großkapitals mit Erfolg gekrönt worden sind. 22 Im Mittelalter nahm der Schneider, troß seines Degens an der Seite eine sehr pretäre Stellung in der Gesellschaft ein. Wie heute auf dem Lande, so war es damals allgemein, daß die Leute ihre Kleiderstoffe selbst kauften. Der Schneider gab nur die Form, er arbeitete daher nicht mit seinem eigenen Produktionsinstrument, sein Rohmaterial war fremdes Eigenthum, sein Einkommen beschränkte sich deßhalb auf einen Arbeitslohn, der so eben hinreichte, ihn mit seiner Familie und seinen Gesellen, wenn er deren hatte, zu ernähren. Wollte er außer diesem noch etwas gewinnen, so mußte er sich von seinen Kunden als Diener, von den Tuchkrämern als Helfershelfer gebrauchen lassen. Wer sich irgend ein Kleidungsstück anschaf fen wollte, konnte den Schneider kommandiren, mit zum Tuchkrämer zu gehen, um die Aechtheit der zu kaufenden Waaren zu prüfen und, wenn der Handel abgeschlossen war, dieselben in Empfang zu nehmen und nach Hause zu tragen. Der Schneider ließ sich bei solchen Gelegenheiten zwar seinen Zeitverlust bezahlen, aber sein direkter Gewinn bestand in den Prozenten, welche ihm der Krämer zukommen ließ, die sich immer nach der Größe des Betrugs richteten, welcher an den Kunden des ehrlichen Schneidermeisters begangen wurde. So etwas wurde jedoch dem Schneider nicht immer geboten. Da die besten Kunden ihre Stoffe häufig auf Rechnung oder Kredit nahmen, so wurde der Handel in den meisten Fällen ohne den Schneider abgemacht. Der Tuch främer war immer die Hauptperson, und wenn der Schneider nicht verstand, mit demselben in gutem Einverständniß zu leben, so lief er jeden Augenblick Gefahr, seine Kundschaft zu verlieren. Erst in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts fing man allmählig an, den Schneider mit dem Einkauf der Stoffe zu beauftragen. Die elegante Welt fand dieses so bequem, daß es bald als ein Aft der Kargbeit angeſehen wurde, wenn ein Gentleman ſelbſt zum Tuchkrämer ging. Von nun an hatten die Schneider den Knopf auf dem Beutel und die Tuchkrämer waren ihrerseits gezwungen, die Gunst der Schneider nachzusuchen und ihnen Kredit zu gehen. Dieser Wechsel hatte eine große Veränderung in den Einkäufen der Schneider zur Folge. Das Rohmaterial, welches sie verarbeiteten, hörte auf fremdes Eigenthum zu sein; sie brauchten sich nicht länger mit bloßem Arbeitslohn zu be gnügen, sie fingen an Profit zu machen, und der Schneidermeister, der bisher nur Schnitt und Form gegeben hatte, verwandelte sich plößlich in einen Mann, der den ganzen Rock zu verkaufen hatte. In der ersten Zeit waren es nur die Leibschneider der Aristokratie, welche sich diese neue Quelle des Gewinns eröffneten; dieses rief Streitigkeiten unter den Meistern hervor, die so weit gingen, daß die Regierung 1768 genöthigt war, einzuschreiten. Die von der Aristokratie begünstigten Meister waren vermittelst ihres Profits im Stande, ihren Arbeitern besseren Lohn zu geben als die Uebrigen. Die minder begünstigten, d. h. die Schneider der Bürgerklasse, liefen Ge fahr, ihre besten Arbeiter zu verlieren, indem ihre Einfünfte nicht erlaubten, höheren Lohn zu geben. Die Regierung e ließ deßhalb ein Gesez, nach welchem den Meistern in London und dessen fünf Meilen weitem Umkreis verboten war, mehr als 2 Schillinge und 6 Pence(= 25 Sgr.) per Tag zu geben; den Gesellen wurde verboten mehr zu nehmen. Durch die Verwandlung der Schneider in halbe Kaufleute wurde die Grundlage zu der später fast weltberühmten Pro sperität*) derselben gelegt. Außer dieser Verwandlung trugen noch gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts zwei der wichtigsten Ereignisse dazu bei, die Prosperität auf den höchsten Gipfel zu treiben. Das eine war die Erfindung und Einfüh rung der Wollspinnmaschine, das andere war die fran zösische Revolution. Die Einführung der Spinnmaschine in die Wollmanu faktur mußte unbedingt günstige Resultate für die Schneiderei erzeugen. Einerseits verminderte sie schon durch die Ersparung von Händearbeit die Produktionskosten und dadurch den Preis der Waaren selbst. Andererseits wirkte sie selbst produktiv, in dem das Maschinengespinnst viel feiner war als das Hand gespinnst, mithin eine größere Quantität Waaren aus derselben Quantität Wolle lieferte, wodurch eine weitere Herabseßung der Preise möglich wurde. nnd Da nun die Wollenwaaren das Hauptrohmaterial des Schneiders ausmachen, mußte der Werth seines Produktivkapi tale in demselben Maaße steigen, als die Preise seines Rob materials fielen. Denn wenn er früher für eine gewisse Summe Geldes nur 10 Yards**) Tuch bekommen hatte, er bekam jetzt 15 oder 20 Yards für dieselbe Summe, so konnte er mit demselben Kapital beinahe doppelt so viel Ge schäfte machen wie früher. Dabei berechnete er seinen Profit nicht nach dem ausgelegten Kapital, sondern nach der Anzahl der Röcke, Hosen u. s. w. Ein anderes Resultat, welches der Mehrertrag der Maschine zur Folge hatte, wat größere Verschiedenheit der Kleiderstoffe, größere Auswahl Farben u. s. w., wodurch der Wechsel sehr beschleunigt und die elegante Welt zu größerer Verschwendung verleitet wurde. ( Fortseßung folgt.) Vermischtes. Geschickte Spione, Der Be geriebene Spiẞel, ganz infame Horcher, Postenträger, Menschen Seelen, kumpenkerle und anderes Gesindel finden in der mi mit ehrlichen Gesichtern und Falschheit im Herzen, käufliche 400,000 Thaler zu begründenden Fabrik zur kämpfung welfischer Agitationen" fortwährend Nah rung und Brod. Nur solche, welche mindestens Ein früher be gangenes Bubenstück nachweisen können, wollen sich melden unter der Adresse: ††† Der Zweck heiligt das ( Seifenblasen.") ( Indem wir auf die nebenstehende Anzeige verweisen, em pfehlen wir unseren Parteigenossen auf's Angelegentlichste Seifenblasen", als das einzige deutsche„ Wigblatt", welches systematisch der von Berlin aus betriebenen Corruption det öffentlichen Meinung entgegenwirkt, und für ein freies einiges Deutschland kämpft. D. Red. d.„ Dem. Wochenblatts." Mittel. ††† 3 Wohlhabenheit, Reichthum, Blüthe. Yard 3 Fuß oder 1½ Ellen. die 3." 7 5. tag neh B 11 Stel Au Ber leb mo zuj der dro fr lic Be bi to ph ga 350 23 23 er Anzeigen Be fte er's on hr n; ite 10% en er en h₁ ef 18 11 12 18 Te Fit t, ic e t I e 3 I 5. Jahrgangs des illustrirten humoristisch- satyrischen SonnAuf das den 3. Januar begonnen habende 1. Quartal tagsblattes ,, Seifenblasen" ( Anti- Kladderadatsch) nehmen außer der unterzeichneten alle Postanstalten und Gärtner'sche Buchdruckerei und Verlagshandlung. Dresden, große Brüdergasse 11. Der Bürger- und Banernfreund" Die Bukunft". Demokratische Zeitung. Neubegründet von Dr. Johann Jacoby, redigirt von Dr. Guido Weiß, erscheint vom 1. Januar 1869 ab als Abendblatt im bisherigen Folioformate zu dem ermäßigten Preise von 1 Thlr. 15 Sgr. oder 2 fl. 40 fr. vierteljährlich. Das glückliche, in der Geschichte deutscher Zeitungen zum ersten Mal erreichte Ergebniß, daß der Fortbestand eines Blattes durch die unmittelbare und außerordentliche Beihülfe seiner Leser und Parteifreunde ermöglicht wird, legt uns die stärkste Verpflichtung auf, diesem vorausgewährten Vertrauen durch alle Sorgfalt und Mannigfaltigkeit der Arbeit zu entsprechen. Sei uns die Bitte erlaubt, daß die Freunde der Zukunft" nun auch das so gut begonnene Werk ihrerseits fördern und für die Verbreitung in ihren Kreisen geneigtes Fürwort einlegen mögen! Mit der Befestigung des Blattes in seinem Bestand wird reichere Ausstattung des Inhalts und Ermäßigung des Preises fünftighin gleichen Schritt halten. Indem wir somit zu recht reger Abonnements- Betheiligung einladen, bemerken wir noch, daß die erste Nummer des neuen Jahres in einer Auflage von 25,000 Exemplaren gedruckt und sowohl hier am Orte als auch über ganz Deutschland und die Schweiz 2c. gratis verbreitet werden wird. Berlin, im Dezember 1868. Die Expedition der Zukunft". Kommandantenstraße 20. Einladung zum Abonnement auf den Dresdner Kurier. Motto: Durch Wahrheit zur Wohlfahrt". Der Dresdner Kurier" ist das einzige mit politischen Original- Nachrichten versehene Morgenblatt Dresdens. Derselbe hält seine Leser über alle politischen Ereignisse in wichtigen Fällen durch direkte Depeschen, sowie durch Correspon stellt sich auch für das neue Quartal vom 1. Januar 1869 ab die Aufgabe, die Bürger und Bauern, kurz Jedermann, dem grö- denzen aus den größeren Städten Deutschlands, sowie aus Bere freisinnige politische Zeitungen unzugänglich sind, zu belehren über das, was die Demokratie will, was sie zum Volkss wohle erreichen muß, welche Mittel und Wege das Volk einzuschlagen hat, um diese Ziele zu erreichen. den größten Plägen des Auslandes unterrichtet. Desgleichen widmet er allen städtischen Angelegenheiten und Ereignissen eine größere Aufmersamkeit, als dies in den sonstigen politis schen Blättern Dresdens der Fall ist. Durch regelmäßige ReSeine Aufgabe fann er nur erfüllen, wenn gegenüber ferate aus den Gebieten der Volkswirthschaft, Landden Anstrengungen der Reaktion und Allem was drum und dran hängt, reaktionäre Schriften zu verbreiten, die Demo= wirthschaft, Naturkunde, Industrie und Technik, Gesundheitspflege und Rechtspflege sucht der tratie umfassendere Maßregeln ergreift, den Dresdner Kurier" seinen Lesern mancherlei Fachzeitungen zu " Bürger- und Bauernfreund" im Volke, namentlich unter den ländlichen Arbeitern zu verbreiten. erseßen, ist also nicht ein einseitig politisches Blatt, sondern eine vollständige Tageschronik für das gesammte staats- und Verlage von H. Post, redigirt unter Mitwirkung von 3. Reitenbach durch W. Simpson in Plicken bei Gumbinnen, jeden Freitag 2 Bogen stark, oft mit Beilage, und loftet für das Bierteljahr per Post bezogen 4 Sgr. 6 Pfg. Der Bürger- und Bauernfreund" erscheint in Tilsit im sozial- politische, geistige und gesellschaftliche Leben der Gegenohne Bestellgeld. Inserate finden für 3 Sgr. die Zeile Verbreitung durch ganz Deutschland und darüber hinaus. H. Post- Tilsit. Berleger. W. Simpson- Plicken bei Gumbinnen. Redacteur. wart. In allen jenen Gebieten sucht der„ Dresdner Kurier" naturgemäßen Reformen Bahn zu brechen. Religiöse Aufklärung. Verbesserung der modernen Rechtsverhältnisse und Einsegung eines internationalen Schiedsgerichts, um die Beibehaltung der stehenden Heere und die Schlichtung von diplomatischen Streitigkeiten durch Waffengewalt, im Berein mit der gesammten freiheitlichen Presse, überflüssig zu machen, das sind die näheren und weiteren Ziele, denen unser Blatt unermüdlich zustrebt. 1122 Die Erzählungen und den sonstigen belletristischen Inhalt unseres Blattes werden wir von Neujahr ab in einer beson deren, je Montags Vormittags auszugebenden belletristischen Wochenbeilage unter dem Titel ,, Der Brennspiegel" erscheinen laffen. Darin wird zunächst der Novellencyklus, Dresdner Geheimnisse" veröffentlicht. Der vierteljährige Abonnementspreis beträgt nur 20 Ngr., auswärts mit dem üblichen Postaufschlage. Inserate werden mit 1 Ngr. pro Spaltzeile berechnet. Die Expedition. Bestellungen auf die in Köln erscheinende 24 Rheinische Zeitung, Organ der Demokratie in Rheinland und Westfalen, wolle man möglichst frühzeitig bei der nächsten Post anstalt machen, damit in dem regelmäßigen Empfange der Zeitung feine Unterbrechung eintrete. Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt bei allen Postanstalten einschließlich Porto und Zeitungsteuer 13 Thlr.= 3 fl. 4 fr. Anzeigen 1½ Sgr. für die Petitzeile. Frankfurter 3eitung Der D fließt mentlich die demokratische Partei in Hessen solidarisch mit un verknüpft ist. Damit ist unser Standpunkt von selbst gegeben. Wir kämpfen seit dieser Zeit energisch für die unveräußerlichen Rechte des deutschen Volkes, mitzuwirken zur Bestimmung se nes Schicksals und seiner Zukunft. Nicht was irgend dyna stischer Ehrgeiz zu eignem Nußen und Frommen zu erstreben sucht sondern das, was aus dem Volke in seiner Gesammheit herau zur Lösung der Einheits- und Freiheitsfrage geschaffen werden No. kann, zu unterstüßen ist unsere Aufgabe. Was speciell unser en geres Baterland, Hessen, betrifft, so fämpfen wir für Erhaltung seiner Selbstständigkeit, weil wir nur in der Gleichberechtigung Stämme den Weg zu einer Lösung der deutschen Frage finden können. Dem freigewählten Barlamente werden sich diele Betere Stämme alle beugen, die Gewalt wird nur den Bürgerkrieg zur nothwendigen Folge haben. In den innern Angelegenheiten waren wir von jeher entschieden freisinnig und werden bleiben. So wird, in demokratischem Sinne für die Wieder fahren, dem Leser, wie seither, ein genaues Bild der Tage vereinigung des Gesammtvaterlandes wirkend, unser Blatt fort Ereignisse zu verschaffen, und laden wir Freunde und Gefin nungsgenossen zu thätiger Mitarbeiterschaft ein. ( Auflage 8500.) und Handelsblatt.( Auflage 8500.) Der Abonnementspreis incl. Provision und Bestellgeld beträgt für das Vierteljahr 1 fl. 27 fr.= 25 Ngr. Darmstadt, im Dezember 1868. nur Redaktion und Expedition. Promenade- Straße 37. Das Bwickauer Tageblatt 6. Ri Auftra .D fation Dresd in i ten. Kamp Edelm Bism Gach Breu Graf Wor land heit tann De eröffnet mit dem 1. Januar 1869 ein neues Vierteljahre Der Abonnementspreis im Norddeutschen Bunde außer Abonnement. Mit demselben beginnt das Blatt seinen achten halb Preußens beträgt 1 Thlr. 27% Sgr. per Quartal. Abonnements werden bei allen Bostämtern angenommen. Frankfurt a. M., im Dezember 1868. Die Abonnenten erhalten als Gratis Beilage den Börsenkalender pro 1869. Die Expedition der Frankfurter Beitung. Einladung zum Abonnement auf die in Darmstadt erscheinende Hessische Landes- Zeitung. Organ der demokratischen Partei. Indem wir uns erlauben zum Abonnement auf unser Blatt für das 1. Quartal 1869 einzuladen, machen wir darauf aufmerksam, daß wir uns seit dem 1. Juli d. J. rückhaltslos als Organ der demokratischen Partei erklärt haben, und daß naJahrgang. Wie es von Anfang an die Grundsätze der mokratie nach Kräften vertreten hat, so wird es auch in Zukunft für dieselben einstehen, für die freiheitliche Einigung des ge sammten Deutschlands mit Gleichberechtigung aller deutschen Stämme wirken und zugleich der sozialen Frage die gebüh rende Beachtung schenken. Das Blatt erscheint wöchentlich sechsmal, Sonntags mit einer Beilage unter dem Namen Sonntagsblatt", worin nas turwissenschaftliche Gegenstände in allgemein faßlicher Weise besprochen werden. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 15 Ngr Inserate haben bei der namhaften Verbreitung des Blattel gewünschten Erfolg. Bestellungen auf das Blatt, welche man möglichst der um fen, lich Herr beste gen ficher in's Mor preu nich Bo aber recht beru Gu Gid berl Bu zeitig machen wolle, nehmen alle in- und ausländischen Post expeditionen an. Zu recht zahlreicher Betheiligung ladet ergebenst ein 3widau, im Dezember 1868. Die Expedition des Zwickauer Tageblattes. C. A. Günther. rend Wil mit gen Unsere Filialerpeditionen ersuchen wir hiermit, uns baldigst Abrechnung einzusenden und dabei anzu Sa geben, wie viel Eremplare sie im nauen Quartal brauchen. Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. } Leipzig.{ Die Expedition. Druck und Verlag: 6. W. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18. gen Der Der frei