Nr. 62. Aboimements.Zedingu»gea: Abonnement?-Prei» pränumerando: Lierteljährl. Z,Z0 Ml., monatl. 1,10 Ml., wöchextltch 23 Pfg. sret in? Hau?. Einzelne Nummer 5 Psg. Sonnlag?- R Ummer mit tlluftrtrter Sonnlag?- Beilage„Die Neue Welt» 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung?- Pr-i?list- für 1337 unter Nr. 7437. Unter Kreuzband für Peutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da? übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 14. Jahrg. Die Inftrtiims- Gebühr beträgt für die sechSgespaltine Kolonel- zetle oder deren Raum 40 Pfg., für verein?- und BersammlungS-Anzeigen, sowie ArbeiiSmarlt 20 Pfg. Inserat« für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittag? in der Expedition abgegeben werden. Tie Expeditton ist an Wochentagen bt? 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bi? g Uhr vormittag? geöffnet. Erschrlnl täglich«usttt»onlag«. Devlinev VolksdlÄtt. Fernsprecher:»ml l, Nr. 1508, Telegramm-Adresse: „Sozialdemokriti Serlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ztedaklio»: SV. 19, U-uly-Stralj- 2. Div österreirlzifilkze Volksverkvekung ist gewählt, die 72 Mandate der allgemeinen Wählerllassc sind, von einigen Stichwahlen abgesehen, besetzt. Freilich die Wahlen selbst sind noch lange nicht erledigt, von den 353 Sitzen, über die die bevorrechteten Wähler zu verfügen babcn, sind erst die wenigsten besetzt. Wenn auch das Resultat dieser Wahlen für die Zusammensetzung des österreichischen Parlaments, für die Richtung der Politik des Landes, für die Gesetzgebung ailsschlaggebend sind, so sind sie doch be- dentungslos für die Benrthcilnng der politischen Stimmung der Bevölkerung. Hierbei werden sie himmelweit überragt von den auf grund des allgemeinen Wahlrechts vollzogenen Wahlen. Bei den vollzogenen Wahlen hat das Volk gesprochen, bei den nun folgenden entscheiden Konventikel der bevorrechteten Wähler. Die Wahlen auf grund des allgemeinen Stimmrechtes habe» bisher ergeben die Wahl von 12 Sozialdemokraten, 11 Jungczcchen, 9 Christlich-Sozialen, 9 Deutsch-Klerikalen, 9 Polen, 3 Slowenen, 3 Ruthcne», 2 Deutsch- Liberalen, 2 Italienisch- Liberalen, 2 Kroaten, 2 Polnisch- Radikalen nud je einem Deutsch- Volklichen, Echönerianer, polnischen Volksparteilcr, Anhänger Stojalowski's, Jung-Rumänen und Italienisch-Klerikalen. In Brünn, Prag und Graz sind Stichwahlen zwischen Sozialdemokraten und Kandidaten bürgerlicher Parteien nothwendig. Somit hat unsere Partei, die zum ersten Male in den Wahlkampf trat, gleich den größten äußeren Erfolg, die größte Vertreterzahl aus den auf grund des all- gemeinen Wahlrechts vorgenommenen Wahlen davongetragen. Der sechste Theil der Mandate ist auf einem Schlage von unserer Partei errungen worden, sechzehn andere, in Wahl kämpfen erprobte, freilich zum theil auf national bc grenzte Gebiete beschränkte Parteien mußten sich mit nicht ganz°/s der gesammten Mandate der fünften Kurie begnügen. Der Erfolg ist in seiner vollen Be deutung zu erkennen, wenn man erwägt, daß wir in Deutsch land noch nicht über V? der Sitze verfügen, während die Oesterreicher ohne die ausstehenden Stichwahlen, schon*/» der auf grund des gleichen Wahlrechte? erwählten Abgeoroneten die ihrigen nennen können. Auch in bezng auf die Stimmen- zahl köilnen wir sehr zufrieden sein. Eine Privatdepesche aus Wien giebt folgende Aufstellung: Die Sozialdemokratie erhielt i» den Kreisen, wo direkt gewählt wurde, also in Niederösterreich einschlieblich Wiens, in Krakau, Lemberg, Prag, Brunn, Graz und Trieft zusammen 223 679 Stimmen, hierzu kommen in den Kreisen, wo indirekt gewählt wurde, 7000 Wahlmänner, was schätzungsweise weiteren ZdüMO Wählern entsprechen dürfte, so daß für die sozialdemokratischen Kandidaten ca. 574 000 Stimmen abgegeben wurde». Eine annähernd gleiche Stimmcnzahl hat die deutsche Sozialdemokratie erst bei den Wahlen zum Reichstage im Jahre 1884 erreicht, danials wurden für unsere Kandidaten 549 990 Stimmen abgegeben. �Erwägt man aber, daß das für das österreichische Abgeordnetenhaus wählende Länder- gebiet ca. 24 Millionen, das Deutsche Reich aber ca. 52 Millionen Einwohner hat, so entspricht die in Oesterreich in der allgemeinen Wählerkurie abgegebene Stimmenzahl von 574 000 1244 000 deutschen Wählern, bleibt also dann nur wenig hinter den 1890 abgegebenen 1 427 298 sozial- demokratischen Stimmen zurück. Auch sonst bieten sich bcmerkenswerthe Vergleichspunkte mit deutschen Verhältnissen. Schnecberg-Stollberg, Glauchau-Meerane, sächsische hausindustrielle Bezirke, waren die ersten, in denen die Sozialdemokratie in unserem Lande große Erfolge zu ver- zeichnen hatte; in Oesterreich sind es die nordböhmischen Weber- bezirke, Theile des gleichen WirthschaftSgebietes, zu dem die angrenzenden sächsischen Wahlkreise gehören, die als die ältesten Sitze der Partei die ersten und besten Wahlerfolge auf- weisen konnten. In Oesterreich sind wie im Deutschen Reiche und in Belgien die Städte nicht aus den ersten Streich zu nehmen. Wie lange brauchten wir, um Berlin, München, Dresden, Hamburg zu erobern; auch die Belgier haben trotz ihrer glänzenden Wahlerfolge Brüssel noch nicht erobert, so kann der Pyrrhussieg der Antisemiten in Wien nicht als ein für uns unerwartetes und besonders betrübendes Ereigniß angesehen werden. Ganz im Gegentheil haben wir die kolossale Stimmenzahl in Wien als ganz besonderen Erfolg anzusehen und die Wahl von lauter Antisemiten in Wien ist doch nichts anderes als ein Zahlenznfall; bei der gleichen Stimmenvertheilnng hätten wir leicht zwei, ja drei Sitze erobern können. Auch in den anderen Großstädten ist das Wahlergebniß sehr erfreulich. Ten glänzenden Wahlsiegen in den polnischen Städten Krakaitz Lemberg, Tarnow:c., den Stichwahlen, die wir noch in Brünn, Prag und Graz anszufechten haben, sind noch anzureihen die großen Stimmenzahlen in Salzburg, Linz. Innsbruck u. s. w. Tie großen Erfolge unserer Partei in Galizien sind der schwerste Schlag, den das Kabinet Badeni seit seinem Bestände er- fahren hat dieSiegeinden Bergwerkrevieren von Mährisch-Ostrau, Karivin und Falkenau sind die Quittung für das freche und rücksichtslose Gcbahren der Ausbeutersippe Rothschild, Gnttmann. Graf Larisch-c.:c., die ebensowenig für die nöthigsten Schutzmaßregeln zur Verhinderung der in diesen Revieren so läufigen Kolastrophen sorgten, wie sie leicht be- reit sind, zum Schießen aus Arbeiter williges Militär herbeizurufen, wenn die Arbeiter von den Reichsten der Reichen einige Heller zur Ausbesserung ihrer so elenden Lebenshaltung fordern.» Tiefen Schmerz wird den sogenannten nationalen Parteien in Oesterreich schon die Existenz der sozialdemokratischen Fraktion bereiten. Zum ersten Male wird im österreichischen Abgeordneteuhause ein Klub ezcistiren, der nicht nach der Zu- geHörigkeit seiner Nationalität zusammengesetzt ist, in dem Polen, Czcchen und Deutsche einträchtiglich zusammensitzen werden. Ten Gegnern deS allgemeinen Wahlrechts wird die ganze Wahlbewegung bewiesen haben, daß sie sich mit ihren Schein- gründen nicht mehr vorwagen dürfen. Keine Partei hat so viel Ruhe, Reife, Disziplin, klares Wollen, folgerichtiges Handeln gezeigt wie die Sozialdemokratie; wie stark stechen da von ihnen ab die„Herren von Wien", denen kein Mittel zu schlecht für den Wahlkampf schien, wie kläglich ist dem gegenüber die Haltung der Liberalen, die jedem ernsten Kampfe feige auswichen, wie unwürdig die Taktik der Klerikalen, die einfach auf den Mißbrauch der Kanzel durch die Geistlichen, auf die Abhängigkeit der Land- arbeiter vom Bauer und Großgrundbesitzer bauten. Erwägt nian, welche Schwierigkeiten jede erste Wahl- bcwegnng mit sich bringt, welche besonderen Hemmnisse das so überaus komplizirte Wahlsystem und die besonders gearteten Verhältnisse des sprachenreichen Oester- reichs bieten, welche Mittel gegen unsere Partei, vor allem in Galizicn und Wien angewandt wurden,— erwägt man das alles, so muß man den österreichischen Wahl- kämpf und sein Ergebniß als einen der größten Erfolge ver- zeichnen, den die Geschichte der Sozialdemokratie, nicht nur der österreichischen, aufzuweisen hat. Ein herrlicher Ansang! Möge die weitere Entwickelung unserer in eine neue Aera tretenden Partei diesen Anfängen immer entsprechen! polikische Mebevstchk. Berlin. 13. März 1897. Ter Kaiser im Ncichstnge. Tie„Frankfurter Zeitung' findet die folgende Miltheilung der„Zeit' einer ernsten Bfr sprechung werth: „In parlamentarischen Kreise» erhält sich hartnäckig das Gerücht, der Kaiser beabsichtige sich a» einer der nächsten Sitzungen der Budgetkoimnissio» zu beiheilige». Man will sogar wissen, dag gestern bereits alle Borl'.hrungeu getroffen waren, um den Monarchen zu empfange»." Das Frankfurter Blatt knüpft an die Meldung der„Zeit" folgende Bemerkungen: Bisher hat es für einen unausgesprochenen Grundsatz des parlanienlarische» Lebens aller Monarchie» der Erde gegolten, daß der Monarch während der Dauer parlaineniarischer Ver- Handlungen persönlich nicht erscheint. Unsers Wissens ist die Frage nur«in einziges Mal in einem Parlament erörtert worden: Am 10. Aug. 1792, als Ludwig XVI., das Tuillerienschloß ver- laflend, in der Nationalversammlung erschien und aus das Bedenken, daß es nicht zulässig sei,„in Gegenwart der vollziehende» Gewalt z» beralhen", der Ausweg gesunden wurde, daß er in der Loge des Geschwindschreibers Platz nahm. Speziell nach denlschein Staatsrecht besteht die Schwierigkeit, daß der Anspriich, sich an den Debatte» des Reichstages zn belheiligen, nach der Ver- fasiung ausdrücklich aus die Mitglieder des Bundesraihs(Art. 9) beschränkt und nicht auf die„Mitglieder des Bundes"(Art. 6) ausgedehnt ist. Wir sind überzeugt, daß der Kaiser überhaupt nicht, wenn aber, so doch nur einmal in der Kommission erscheinen wird.— Im preußischen Abgeordnetenhanse geht die Berathung des Etats der Eisen bah»-Verwaltung äußerst langsam vor sich. Auch heute wurden nur wenig« Kapitel erledigt. Aus die von einigen Seite» angeregte Ausbesserung gewisser Kategorien von Unlerbeainten hatte die Regierung die stereotype Anlivort, daß die betreffeiideu Beauitenklassen entweder ausreichend besoldet werden oder daß es nicht augängig sei, einzelne Kategorien von Beainlen vor anderen zu bevorzuge», und wo sich diese Ausreden nicht als ftichhallig erwiese», da waren die Regierungsvertreter mit anderen Ausflüchten schnell bei der Hand. Gründe sind ja billig wie Brombeeren. So wurde eine Anregung des Abg. B ö l t i n g e r(natl.) betreffend die Gleichstellung der Eisen bahnsekretäre und der Betriebssekretäre ablehnend beantwortet, da es sich um zwei ganz verschiedene Beam lenklassen handele, deren Dienst durchaus nicht der gleiche wäre. Eine Beschwerde des Abgeordneten Schmidt- Warburg(Z.) über die Ueberbürdung der Lokomotivführer und über maugelnde Sonntagsruhe des gesammten Lokomotivpersonals beantivorteie der Minister Thielen dahin, daß von einer Ueberbürdung keine Rede sein könne; nur bei besonderen Unglückssällen würde stets genau darüber berichtet, ob der daran betheiligte Beamte überbürdet sei. Einzelne Fülle würden disziplinarisch geahndet. Im übrigen thue die preußische Staatsbahn- verwallung viel mehr als andere Verwaltungen. So feien z. B. gleich »ach Uebernahiue der Hefsischen Ludwigsbahn 365 Beamte mehr eingestellt worden. Der Herr Minister bedenkt nicht, daß diese Mehr- eiiistelliiiig höchstens ein Beweis dafür ist, daß die Verwallung der hessische» Ludwigsbahn ihre Beamlen noch schlechter gestellt hat. als die preußische; ina» kann aber aus dieser einen Thatsache unmöglich den Schluß ziehen, daß die andere» Eisenbabnbea uite» Preußens auch nur annähernd ihren Leistungen e»tspreche»d besoldet werden. Daß auch die Gesuche um Aufbesserung der Telegraphisten, Weichensteller. Bahnwärter und anderer auf verautwvrluugsvollein Posten schlecht eutlohiiler Beamten abschlägig beschieden wurden, bedarf keiner weiteren Erwähnung. Mit wanne» Worte» nahm sich Abg. Rickert(frs. Vg.) der weibliche» E i s e n b a h n b e a»> t e» an, die heute noch nicht pensionsbeiechtigt sind, sondern auf de» Giiadcnweg verwiesen werden. Rickert verlangl«, daß man ihnen, wenn»>an sie für den Dienst für geeignet Halle, auch Pensio» gewähren und sie auch in anderer ßZlpedition: SW. 19, Weuth-Straße 3. Beziehung den männlichen Beamten gleichstellen solle. In dem- selben Sinne sprach sich Abg. P l e ß(Z.) aus. der treffend darauf hinwies, daß sich die Verivalluiig bei der Einstellung weiblicher Beainlen durchaus nicht von höheren Gesichlspunklen habe lcit.n lassen, sondern daß es ihr nur daraus ankam, billige Arbeitskräste zu gewinnen. Der Repieriingsvertreler, Geheimrath G erl ach, erwiderte, daß den im Eisenbahndienst beschäfligte» Mädchen und Frauen, deren Zahl sich aus 236 beläufr, der Charakter als Beamter sehle, der die Vor- � aussetzung zur Peustoussähigkeit sei. Dieser Charakter sei ihnen auf Beschluß des Stäatsiuinisteriuuis bei ihrer Anstellung nicht ertheilt worden, weil man gefürchtet habe, sie würden ihrer Sielluug nicht gewachsen sein und nicht die nölhige Autorität besitze». Warum man ihnen jetzt, nachdem sie bewiesen haben, daß sie ihrer Stellung gewachsen sind, de» Beamtencharakler nicht ver- leiht, darüber schmieg der Regierungsvertreter. Infolge dessen kündigte Abg. Rickert weitere Schritte a», um diesen mit de» Grund- sähe» der Reichsverfassung nicht im Einklang stehenden MinisUrial- beschluß rückgängig zu machen. Ii» weiteren Verlauf der Debatte gab es noch einen inter- effmilen Streit zwische» dem Abg. Gras Kanitz als Vertreter der agrarischen, und den Abgg. B u e ck und Schmieding als Ver- treter der grobindustrielle» Interessen. Der Streit, der au die von dem Grafen Kanitz nnsgesprochene Mei»»iig aukiiüpste, daß die Verwaltuug an das rheinisch-westsälische Kohlensyndikat zu hohe Preise zahle, beweist von ueilem, daß sowohl Agrarier als, Großindustrielle»nr allzubcreit sind, sich auf Staatskosten zu be- reicheru>iud daß sie sich nur dann i» de» Haaren liegen, wenn der eine mehr vom Staate geschluckt hat. als der andere. Am Montag wird die Berathuiig fortgesetzt. Außerdem steht der Etat des Handelsministeriums aus der Tagesordnung.— Die Situation Griechenlands war auch heute un- verändert, doch scheint ein Vorgehen der Mächte nun doch bevorzustehen. Ans den zahlreich vorliegenden Depeschen heben wir die folgenden hervor: K ö l n, 13. Marz. Der Wiener Korrespondent der„Kölnischen Zeilimg" erfährt, daß die Mächte keineswegs noch eine Note nach Athen richten weiden, sondern die Blokade veranlassen. Alle Mächte außer Frankreich hätten bereits zugestimmt, doch werde sich dieses sicher nicht durch die parlanienlarische Minderheit von Europa, naineutlich nicht von Rußland trenne» lassen. Unrichtig seien die Meldungen, daß jede Großmacht 1/6 von Kreta mit 1000 bis 2000 Mann besetze» solle; cS handle sich nur um die Besetzung der feste» Küsteuplätze. Mau hoffe, daß schon die Blokade griechischer und krelensischer Hafen genügen werde, Griechenland zum Rückzug zu zivingen. Die Blokade werde eine friedliche sein, ivenn die friechischen Schiffe gehorchen; aiidereusalls würde man eine Bc- chicßuug nicht ausschließe». In weiterer Folge käme erst die Ernennung eines Gouverneurs und die Beauftragung zweier Mächte, etwa Frankreich und Italien, mit der Besetzung Kreta'S i» Frage. Wien, 13. März. Mehrere Abendbläller, unter ihnen da? „Fremdeublatt", melden, Rnßland habe gestern den Korn- nmudanten des kretenstscheu Geschivaders angeiviesen. im Ei» vernehmen mit den Kollegen zur Sperre der kretenstscheu und griechischen Häsen zu schreiten. Seitens Deutschlands und Oeslerreich-Ungarns sei dieser Auftrag schon früher erfolgt. England und Italien seien zur Theiliiahme bereit, seilens Frankreichs iverde ei» Gleiches bestimmt erwartet. Die Besetzung Kreta'S sei gegenwärtig noch nicht akluell. Hierauf bezügliche Augabeii seien unbestätigt; speziell Deutschland und Oesterreich- Ungarn seien nicht geneigt, Theile ihrer Wehrkraft in das Innere Kreta'S zu entsende»; eS handle sich gegenwärtig nur um de» Ersatz für die von den Schiffen an die Küsteustädle abzugebende» Streitkräile. Kanea, 13. März. Heule findet eine Zusammenkunft der Admiräle mit de» Führer» der Aufständischen auf Akroliri statt. um die Einstellung der Feindseligkeilen zu erzielen. In das Laqcr der Ausständischen sind Marine Aerzte enisandt worden.— Unter den hiesigen Flüchlliiigen sind die Blauern ausgebrochen. C e l i n j e, 13. März. Nachdem der internationale Ausschuß für die Reorganisation der Gendarmerie auf Krela aufgelöst worden ist, sind die monlenegrinischen Gendarmen entlasse» worden. Di« mouteuegrinische Regierung hat dieselben dem Befehle deZ russischen Admirals vor Kanea unter st ellt. Athen, 13. März. Die Minister sind zu einer gewiffer» maße» permanenten Sitzung zusaniiliengelrßten. Der Kaminerpräsideiit erklärte, es sei begründete Hoff»», ig. daß eine für Griechenland günstige Lösung der krelensischen Frage wegen des Umschwnilges der öffenllichen Meinung vorhanden sei. Man zählt namentlich auf Frankreich. Chronik der MajestätSbeleldigiingS-Prozesse. Der Maurer Zlugust ZetlUtz wurde wegen einer i» Friedenau gemachten gelegentlichen Bemerkung wegen Majestätsbeleidigung denunzirt und zu drei Monaten Gefä»g»iß verurtheilt. Unter Ausschluß oer Oeffentlichkeit verhandelte die Potsdamer Ktraskammer gegen den Häckselschneider Horn aus Rathenow; derselbe wurde wegen Majestälsbeleidiguiig zu 3 Monale» Gesängniß verurtheilt. — Ein zu gleicher Zeit mit ihm verurlheilter Lehrling Otto Naue aus Rathenow erhielt wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit 1 Monat Gesängniß.— In nicht öffentlicher Verhandlung wind« ebenfalls von der Potsdamer Etraskammer der Maurergeselle Job. Fr. W. Herzog ans Potsdam wegen Majcstälsbeleidiguug zn 2 Monaten Gesängniß verurtheilt. Tcutschcs Reich. — Der Sessionsschluß des Reichstags vor Ostern soll»ach verschiedenen Blättern in Bnndesrathskreiseii besürmdriet werden. Die Borlage des JnvaliditätS- und Altersversichcrnngsi-. des Auswanderuiigsgesetzes, die Ankündigung der Handwerkervorl'-q« und eine gaiize Reihe anderer Punkte sprechen gegen die Richtigkeit der Meldung. Wie>i»s aus parlamentarischen Kreise» geschriebeii wird, ist der Sesstonsschluß srühesteus um Pfingsten zu erwarte«.— — Der deutsche Katholikentag, an dessen Stelle in diesem Jahre ein mit einer Wallfahrt verbunlener iiiternalionalcr Katholikentag in der Schweiz stailfinde» sollte, wird aus Wunsch der Bischöfe doch in Deulschland abgehalten.— — Uebet Soldatenselbstmorde mit Einschluß der Invaliden, Kadetten und Unteroffizierschnler sollen,>vie die Me- dizinalablheilung de? Kriegsministeriums angeordnet hat, jährlich von den San itätsäm lern Nachiveisungen eingereicht werden. DieSelbstinorde sollen für das Kalenderjahr, auf die Monate vertheilt, zusammengestellt werden. Außer de» Selbstmorden sind die Selbstmordversuche mit tödtlichem Ausgange zu vermerken. Die Sanitätsoffiziere der einzelnen Truppentheile haben vor Aufstellung der Nachweise durch Nachfrage bei den Truppentheile» festzustelle», ob die Zahl der von ihnen in den Monalsrapporten angegebenen Selbstmorde mit der Angabe des Truppentheiles übereinstimmt. Die Nachweisungen sollen in der ersten Woche eines jeden Jahres der Mediziualabtheilung des Kriegs- Ministeriums zugestellt werden.— Kottbns.(Märkische Volksstimme.) Weil er an dem Begräbniß des Genossen Alfons Beyer theilgenommen hätte, wurde dcrÄr- beiter H. ans einem hiesige» Kriegerverein, welchem er zirka IS Jahre angehörte, ausgeschlossen. Auf den Einwand, daß Beyer sein persönlicher Freund und übrigens ein Man» war, welchem selbst voll seinen politischen Gegnern Achtung gezollt wurde, stellte der Vor- stand das Verlangen, H. solle eine polizeiliche Bescheinigung, daß er kein Sozialdemokrat sei, beibringen. Dieser Demüthigung unterzog sich H. nicht und kehrte lieber einem so kameradschaftlich handelnden Kriegervereine den Rücken. Der Denunziant war der Pantoffel- fabrikant Hnrtbrecht in der Karlstraße. Er hatte von seinem Lade» ans den H. in dem Leichcngefolge bemerkt. Gewiß ein schöner Zng von einem Manne, welcher bei Absetzung seiner Erzeugnisse lediglich auf die Arbeiter angewiesen ist, denn die Angehörigen der befitzenden Klasse tragen bekanntlich keine Holzpantoffel. Weimar, 12. März.(Eig. Bericht.) Landtag. Mit dem heutigen Tage sind, nachdem während der letzten sechs Wochen die Landbolen aus dem Großherzogthum hier versammelt waren, die Arbeiten des weiniarische» Landtages erledigt.— Die letzte wichtigere Angelegenheit, welche zur Berathiing stand, betraf die Abänderung des Slenersatzes, welches in verschiedenen Punkten nach preußischen, Muster geschah. Die Selbstdeklaralion wurde für alle diejenigen, welche ein Einkommen über 30 M. haben, beschlossen. Steuersrciheit für alle Einkommen unter 200 M. wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. Genosse Bandert erklärte, da daS Gesetz für die große Masse des Volkes keine Verbesserung aufweise, sei er gezwungen, gegen da? ganze Gesetz zu stimmen. Die Annahme desselben erfolgte mit allen gegen 3 Stimnien.— In einer vertrauliche» Sitzung wurde über ein„vertrauliches Ministerialdekret", betreffend die Gründung einer Thüringer-Staaten-Lolterie vom l. Januar 1898 an, berathen.— Sonnabend, 13. März, wird der außerordentliche Landtag geschlossen.— Hoffen wir, daß, wenn im nächsten Jahre der nenaewählte Landtag zusammentritt, unsere Partei in demselben entsprechend ihrer Stärke im Großherzoglhume vertreten sein werde. München, 13. März.(Privatdepesche des„Vorwärts".) DaS Landgericht München I hat auf die Berufung des verantwortliche» Redakteurs des„Süddeutschen Poslillons", Genossen Edmund Fuchs, das auf sechs Wochen Haft lautende Urlheil des Schöffen- gerichts wegen grob»» Unfugs, begangen durch die in der Ballade aus dem Sachseuland angeblich enthaltene Bismarck-Be- l e i d i g u n g aufgehoben, und die Strafe aus ISO Mark Geldstrafe bezw. 30 Tage Haft ermäßigt. Prinzipiell bleibt das Urtheil also nach wie vor anfechtbar.— Darmstadt. Die„Köln. Ztg." schreibt:„Ans Anlaß des hiesigen Vereins für Volksbildung ist mit namhafter Unterstntznnz von feiten der Stadt und zahlreicher Privatpersonen eine öffenl- liche Lesehalle und Volksbibliothek ins Lebe» gerufen worden, deren Eröffnung am letzten Sonnabend stattfand In weiten Kreisen hat es nun unangenehm berührt, daß der Borstand beschloffen hat, auch sozialdemokratische Blätter auszulegen. Einer der bisher eifrigsten Förderer des Unternehmens, der Direktor der großherzog- lichen Hofbibliothek, Herr Dr. Nick, erklärt nun öffentlich, daß er mit diesem Beschlüsse nicht einverstanden war und infolge desselben seinen Austritt aus dem Ausschüsse erklärt habe. Der Beschluß ist i» der That geeignet, viel« dein Unternehmen zu entsremden, die ihm bisher das größte Wohlwollen entgegengebracht haben." All' das agilirt nur für uns.— Oesterreich. Die Wahlnachrichten finden unsere Leser in einer bis on- deren Rubrik vor den Depesche».— Frankreich. Paris, 13. März. Die sozialistischen Deputirten Gvrault-Richard und Groussier, welche vor dem Untersuchungsrichter erscheinen sollte», um betreffend das gegen den Glasfabrikanten gi e s s e g u i e r verübte Attentat Zeugniß abzulegen, weigerten sich. der Vorladung Folge zu leisten mit der Begründung, daß das Altentat fingirt gewesen sei.— Paris, 13. März. Der Untersuchungsrichter Poittevin ist ent- schloffen, noch vor den Ofierferien von der Kammer die Ermächtigung zu erlangen, gerichtlich gegen eine Anzahl in der Panama- Affäre komproniittirter Abgeordneten vorzugehen. Am nächsten Montag werden bereits Zeugen verhört.— PariS, 13. März. Wie mehrere Blätter melden, dürfte Frank- reich zu einer Expedition gegen Siam gezwungen sein, da Siam rüste. Der König habe durch europäische Offiziere das Projekt zur Organffation einer stehenden Armee ausarbeiten lasse».— Belgien. — In der belgischen Kammer steht da? Budget des Arbeitsministers auf der Tagesordnung. Genosse Vandervelde hielt eine vortreffliche Rede, in welcher er die arbeiterfeindlich« Politik der Regierung und der reaktionären Mehrheit des Hauses geißelte. Das Wenige was für den Schutz der Arbeiter durch Gesetze geschehe, würde auch in Belgien von den Herrschenden nur aus Furcht vor den andrängenden Sozialdemokraten gethan.— Nsien. — Rußland in China. Als Illustration des zunehmenden russischen Einflusses ans das Reich der Mitte diene die Miltheilnng der„Kreuz.Zeituug", daß in den Kriegs- und Marine-Akademie» zu Tientsin und Nanking die russische Sprache als obligatorisch in den Lehrplan aufgenommen ist, und ein Kursus zu ihrer Erlernung im Arsenal zu Shanghai begonnen hat. Russisch-chinesische Schulen sind in der Mandschurei, in Tientsin und andere» Städten bereits eingerichtet oder im Entstehen begriffen.— Amerika. Netv-Dork, 13. März.(Franks. Ztg.) Mac Kinley erklärte in der gestrigen Kabinetssitzung, seine Politik i» der Kubafrage sei die seines Vorgängers, d. h. strikte Beobachtung der Neutralität.— Siehe auch Korrespondenzen in der 2. Beilage. VarlKmenkarifchles. Budgetkommission. Fortsetzung der Berathung der ein- maligen Ausgaben des Marine-Etals. Die Berathung beginnt mit den Titeln IS und IS. durch die die erste Rate sllr zwei Kreuzer 2. Klaffe mit zusammen 2 Millionen Mark gefordert werden. Die Gesaunnt- Baukosten sind aus IS Millionen veranschlagt. Zlb- geordneter Lieber beantragt in längerer Rede die Ablehnung der beiden Forderungen. Er weist zahlenmäßig»ach, in welch' unverhältniß- mäßiger Weise die Bau- und Unterhaltungskosten für die verschiedenen Klassen der Schiffe im Lause der Jahre gewachsen sind. Der Korreferent Abg. V.Leipziger befürwortet die Be- willignng. Der Schutz des deutscheu Handels fordere eine aus- giebige Krenzerflotte. Der Staatssekretär erklärt, er sei über- zengt, daß die beiden geforderten Schiffe nach dem Antrage des Referenten als Marineleichen zu betracblen seien, die er nicht mehr ins Leben rufe, auch wenn er mit Engelszungen rede. Es seien zwischen der Majorität und ihm offenbar unüberbrückbare Gegensätze vorhanden. Die Mehrheit wolle ihm eine Friedensflotte bewilligen, er verlange eine Schlachtflotte, stark genug, die deutschen Gewässer beherrschen zu können. Die 5 bewilligten Kreuzer reichten noch lange nicht, um den Bedarf an solchen zu decken. Man könne zur Vertretung deutscher Interessen im Auslande nur kampffähige Schiffe schicke», die nicht Gefahr liefen, sich einem Schuß auszusetzen, man werde also eventuell daraus verzichten mttssen, ein Schiff zu senden, bann solle man ihm nicht den Vorwurf machen. Im weiteren sucht der Staatssekretär nachzuweisen, daß der Vorwurf, die Flotte stehe zu viel im Paradedienst unberechtigt sei. Abg. Lieber antwortet ausführlich aus die sebr ausführliche Rede des Staatssekretärs. Für die Entscheidung der Kommifsion sind die beiderseitigen Ausführungen größtentheils belangslos. Abg. Müller-Fulda macht darauf auf- merksam, daß in der gestrigen Sitzung der Kommission allein 36 Millionen Mark für Schiffsbauten bewilligt worden seien, das sei noch nie dagewesen. Im weiteren fübrt Redner aus, daß die Gefahren der Lebensmittelabschneidung nicht so große seien wie sie dargestellt würden. Es blieben uns die holländifch-belgischen Häsen, Trieft und Genua im Falle eines Krieges. Abg. Graf H o l st e i n giebt eine grauliche Schilderung der Folgen im Falle eines Krieges und läßt namentlich einen Artikel des„Globe"aufmarschircn, aus dem er deduzirt, wie absolut nothwendig eine große Flotte sei. Abg. Li i ch t e r erklärt sich dagegen, daß bei jeder Gelegenheit die Debatte über eine Position zur Generaldebatte werde. Auf den vorgelesenen Artikel gehe er nicht ei», ihm machten die Artikel, die jetzt geflissentlich in den Kreisblättern veröffentlicht würden, den Eindruck, als seien sie in Berlin fabrizirt und auch in die auswärtigen Presse lancirt tvorden. Man habe ähnliches schon früher erlebt. Der Etat sei durch die bereits bewilligte» Schiffsneubante» schon übergenug belastet. Abg. Hanimacher erklärt sich für die Bewilligung der Kreuzer, die er für eine Nothwendigkeit halte. Im weiteren betheilige» sich an der Debatte die Abgg. Bachem, Prinz v. Arenberg. Hainmacherund L i n g e n s und wird darauf die Forderung Titel IS mit 16 gegen 11 Stimmen, die Forderung Titel 16 mit allen gegen 9 Stiinmen abgelehnt. Im Titel 17 wird zum Bau des Avisos„Ersatz Falke" 1. Rate SOOOOO M. verlangt. Der Referent beantragt die Streichung, der Korreferent die Bewilligung; nach kurzen Bemerkungen des Staatssekretärs und des Abg. Richter wird die Forderung gegen II Stimmen abgelehnt. Unter Titel 18 und 19 werden 2 Ersatzbauien für die Kanonen boote Hyäne und Jltis gefordert, in Summa N/eMtll.M. Die beiden Referenten beantragen die Bewilligung und wird dementsprechend beschlossen. Unter Titel 20 werden für ei» Torpedo- Divisionsboot l. Rate 873 000 M., unter Titel 21 für Herstellung von Torpedobooten I. Rate 1 800 000 M. verlangt. Nach einer längeren Darlegung der Entwickelung des Torpedowesens und ihres gegenwärtige» Standes beantragt der Referent Abg. Lieber die Lldlehnung beider Forderungen. Der Korreferent befürwortet die Bewilligung, nachdem der Staatssekretär ausführlich die Nolh- wendigkett der Neuanschaffungen nachzuweise» versuchte. Beide Forderungen werden gestrichen. Die Titel 22—27 in Summa S SSO 000 M. werden bewilligt. Im Titel 28 werden statt 2 Millionen Mark nur 1400 000 M. bewilligt. Titel 29— 32 werden bewilligt. Tie Forderung in Titel 33(SOO 000 M.) wird in Konsequenz früherer Nichtbewilligungen gestrichen, ebenso Titel 34. Titel 3S— 40 werden bewilligt. Ebenso die Titel 41—47. Titel 48 und 49 werden in Konsequenz früherer Beschlüffe gestrichen. Titel SO wird beivilligt; in Titel S1 wird statt l>/» Million nur 1 Million be- willigt. Titel 52—60 werden bewilligt. Titel 61 wird abgelehnt; es Haudell sich um die Forderung von 27 SOO M. als erste Liate für den Neubau eines Dienstgcbäudes für die obersten Marinebehörden in Berlin. Titel 62— 6S werden bewilligt, ebenso Titel 66 und 67. Bei Titel 68 werden statt 3S0 000 M. nur 200 000 M.. bei Titel 69 statt 429 800 M. nur 300 000 M. bewilligt. Titel 70—82 werden bewilligt. Damit ist die Berathung der einmaligen Ausgaben des ordentlichen Marine-Etals erledigt. Die gesammleii Bewillignnge» der einmaligen Ausgaben des Etats belaufen sich aus S4 160 294 M., davon kommen aus Anleihen rund 28 600 000 M. Nächste Sitzung Montag Vormittag 10 Uhr. Die Berathuugcn der Uufattverstchernngs-Novelle nahmen heute, nachdem der Abg. v. S t u m m aus der Kommission ausgetreten ist, einen etwas schnelleren Verlauf. Vom Mittwoch bis Freitag waren lediglich die Z§ 65, 66 und 66a zur Berathung gelangt. Und das lag vornehmlich daran, daß erstlich durch v. Slumm'sche Anträge und Ausführungen versucht wurde, das Gesetz noch schlechter zu gestalten, und dann daran, daß der hin und wieder i» der Komunssion erschienene Abg. v. Langen(k.) durch einen völlig »»begründete» Schlnstantrag die Berathung hingezogen hatte. Aus den Berathunge» ist folgendes mitzutheile». Die Versuche unserer Genossen, die Herabsetzung der Rente den Berussgenosseuschaften zu nehmen und sie dem Schiedsgericht zu übertragen, schlugen fehl. Nur wurde dem tz 6S zugesetzt, daß die Unterlegung, aus grund deren die Bernfsaeuossenschaft eine Reute herabsetzen oder ausheben will, vorher dem Verletzten mitgetheilt iverden muß.§ 66 und s 66a gelangten fast unverändert zur Annahme. Nur soll die Rente eines zu einer Freiheitsstrafe von länger als einen» Monat Verurtheilten— iin Gegensatz zur Vorlage— wenigstens seiner Frau und feinen Kindern ausgezahlt werden müsse». Abgelehnt wurde vorgestern ein Antrag v. Stumm, der dem Arbeiter nahelegen sollte, auf seine Rente zu verzichten, damit er höheren Lohn erhalte. Zur Begründung dieses außer- gewöhnlich arbeiterfeindlichen Antrages legte v. Stumm in läugereu Atlsführunge» zutreffend dar, wie schlecht sich häufig Arbeiter in- folge des Bezugs kleiner Reuten und der großen Lohnherabsetzungen besiuden. Schade, daß seine Ausführungen so unerwartet kamen, daß sie nicht stenographirt werden konnten. Nach Ablehnung seines Antrages trat der Abg. v. Stumm aus der Kommission aus. An seiner Stelle ist gestern Abg. Pauli eingetreten, v. Stumm war stellvertretender Vorsitzender der Kominission; eine Ersatzwahl für ihn vorznuehmen, hielt die Kommission mit recht für entbehrlich. Sie setzte in Abwesenheit ihres ausgeschiedene» Mitgliedes gestern die Berathung von K 67 bis einschließlich§ 77 fort. Von den Beschlüssen heben wir folgende hervor: An stelle der Landes- Zentral- behörden wurde das Reichs-Versichernngsamt gesetzt. Ferner wnrde in tz 67 bestimmt, daß eine Kapitalsabfiudung bei Renten von 10 pCt. und darunter nach von de», Reichs- Versicherungsamt fest- zusetzenden Grundsätzen durch freie Vereinbarung zwischen dem Entschädigungsberechtigten und der Berufsgenossenschasr er- folgen kann.— Vor Eintritt in die Tagesordnung regt Abgeordneter G r i l l e n b e r g e r die Frage an, ob ledig- lich für de» Papierkorb gearbeitet werden solle, da es so scheine, als ob die Verabschiedung des Gesetzes nicht erfolgen soll«. Regierungsseitig wurde behauptet, die Regierunge» legten ans daS Zu- standekommen der Unfallnovelle und der JnvalidenverstcherungS- Novelle Werth. Trotzdem wird die Möglichkeit des Zustande- kommen? der Novellen vor Mitte Juli allseitig niit recht bezweifelt. Die Kommission nimmt an, daß ohne Pleuarbeschlnß sie zu einer Unterbrechung ihrer Thätigkeit nicht berechtigt ist. Die nächste(24.) Sitzung findet am Dienstag statt. Die Margarinekonimission lehnte am Freitag die Be- stimmung über die getrennten Verkaufsräume ab. An stelle des ab- gelehnte» Paragraphen wnrde der entsprechende Paragraph ans der vorjährigen Regierungsvorlage gesetzt. Die Regierung will nur, daß in Räumen, in denen Butter oder Butterschmalz hergestellt, ver- packt oder aufbewahrt wird, nicht zugleich Margarine oder Kunst- speisesett hergestellt, verpackt oder aufbewahrt werden darf. Für ge- trennte Verkaufsräume stimmten nur noch die Deulschkonservative». die Mehrzahl der Mitglieder vom Zentrum stimmte dagegen und zwei enthielten sich der Abstimmung, obwohl in dem vom Zentrum eingebrachten Initiativanträge die getrennte» Verkaufsräume ver- langt werden. Diese Bestimmung nützt bekanntlich der Landwirlh- schaft garnichts, schädigt aber die Klcingewerbetreibeuden; es scheint, als ob die Wähler den Herren vom Zentrum aufs Dach gestiegen sind. Die übrigen Paragraphen wurde» mit unwesentliche» Aenderungen angenommen. Die zweite Lesung soll am nächsten Mitttvoch stattfinden. Nsrkei-Ulsrfivichten. Zur Erkrankung des ReichStagS-Abgeordueten Schulze theilt die„Königsberger Bolkslribüne" mit: Wen» unser wackerer Vertreter auch aus Monate Hinalts an der mündlichen Agitation für unsere Sache verhindert sein dürfte, so können wir doch zu unserer großen Freude feststellen, daß der Znstand des Leidende» sich der Besserung zuneigt. Im Namen der Tausenden, welche theilnehmenden Herzens ihre Blicke nach dem Schuierzenslager unseres Frenndes richten, wünschen wir ihm baldige, vollständige und dauernde Genesung! Ter 18. März wird in Frankreich wie immer, so auch in diesem Jahre in hervorragender Weise gefeiert werden. So werden in P a r i s in allen Stadltheilen Versammlungen mit nach- folgenden Festlichkeiten zu Ehren der Kommunekämpfer abgehallen werden. Der 1. Mai wird von unseren Parteigenossen in Brüssel durch Veranstaltung eines groben Festzuges am Abend ge- feiert iverden. Die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen haben ihre Betheiligung zugesagt. Das Maifest-Komitee der Leipziger Parteigenossen hat einen Wettbeiverb für Maife st- Lieder ausgeschrieben. Drei Maffengesänge, die in den Festversammlungen nach allgemein bekannten Melodien gesungen werben sollen, wird das Komitee aus den Eingängen unparteiisch aussuchen. I» Ascherslcbc» wird die Maifeier durch eine Ver- sammliliig am 1. Mai und dnrch ei» Fest am 2. Mai begangen. Tie„Märkische Volksstimme" theilt mit. daß sie ihren Zeitungsverlag und ihre Druckerei am I. April von Franksurt a. O. nach Forst verlegt. Die„Mitteldeutsche SonntagSzcitung" in Gießen wird gemäß dein Beschlnffe der letzte» dortigen Kreiskonferenz definitiv i» das Eigenthum der Partei übergeführt. Bei der Geineinderathswahl in dem holsteinischen Tors Sande bei Bergedors wurde der Parteigenosse Bruns mit 159 von 194 Stimmen zum Vertreter der 3. Klaffe gewählt. Bei der Bürgernusschußwahl in deni Dorfe Schriesheim bei Mannheim siegte die sozialdemokratische Liste mit 68— 7ö Stimmen; die Nationalliberale» erhielten SO— SL, die Antisemiten 40— 49 Stiinmen. Das als„Sozialdemokrat" gewählte Gei»einderathSmitgIied Wilhelm Kietzer in Pieschen bei Dresden paklirte in priu- zipiclle» Fragen fortwährend mit den Gegnern und erschwerte so die Thätigkeit der übrigen S sozialdeniokratischen Gemeinderaths- »ntglieder. Mit allen gegen eine Stimme wurde er deshalb aus bem sozialdemokratischen Verein Pieschen ausgeschlossen. Zu dem angeblichen Boykott deS Bürgerlichen Brauhauses in München bemerkt die„Münchener Post" i» einer Polemik gegen die„Frankfurter Zeitung": „Das Thalsächliche an der ganzen Mordgeschichte ist, daß die Lokalkommission davon absieht, das Bürgerliche Brauhans als Ver- sainmlnngs- oder Festlokal für offizielle Parteiveranstaltungen zu empfehlen, weil die„liberale" Verwaltung des Brauhauses ihre Angestellten und Arbeiter bei den letzten Gemeindewahlen„ver- anlaßte", ultramonian zu wählen. Abgesehen von sonstigen Liebens- Würdigkeiten bei den Gemeindewahlen. Wir sind der bescheidenen Meinung, daß die Partei ein gutes Recht hat, die Lokale ihrer ausgesprochenen Gegner zu meiden, so gut wie das einem Privatmann freisteht. Dieses ganz selbstverständliche Verhalten zu einem„Boykott" aufzuplitschen, blieb der besonderen Weisheit des Gewährsmannes der„Franks. Zeitung" vorbehalten. Polizeiliches, Gerichtliches re. — Kritik an der Rechtsprechung übte die Magdeburger „Volksstimme" aus Anlaß mehrerer konkreten Fälle. Das dortige Landgericht erblickte in dem betr. Artikel den Borwurf parteiischer Rechtsprechung gegen die in Frage kommenden Richter und Schöffe» und verurtheille am 23. Januar den Redakteur B e t h g e wegen Beleidignng zu zwei Monaten Gefängniß. Die von dem Verurtheilten eingelegte Revision ist jetzt vom Reichsgericht verworfen worden. — Wegen unbefilgte» Kollektirens hatten sich in Breslau die Parteigenossen Zahn und K n h n e l vor dem Landgericht zu ver- antivorten. Es Handelle sich um die Aufbringung der Gelder für die streikenden Hafenarbeiter. Das Schöffengericht hatte nur Kühnet verurlheilt. Zahn hingegen freigesprochen. Gegen das Urtheil legte die Slaalsanwallschast Berufung ei». Begründet wurde das Rechtsmittel damit, daß das Schöffengericht, soweit die Verurtheilung Kühnel's in betracht kam, nicht auch auf Unbrauchbarmachung der Platten ic., die zur Herstellung der Zeitungsnummern benutzt worden waren, welche Quittungen über empfangene Beträge enthalten, sowie aus Einziehung der betreffenden Zeitungsnummern erkannt halte. Ferner war die Staatsanwaltschaft der Meinung, daß auch Zahn hätte verurlheilt werden müssen. Die Strafkammer schloß sich in beiden Punkten der Anklage an. DaS Urtheil lautete auf Unbranchbarmachung der zur Herstellung der Zeitungsnummern be- »utzten Platten:c., sowie auf Einziehung der betreffenden Zeilungs- »ummer» und gegen Zahn auf 20 M. Geldstrafe. Die gegen Kühnel in der erste» Instanz erkannte Geldstrafe in Höhe von 30 M. blieb durch die Verhandlung unberührt. Berlin und Nulgcbung. Achtuna! Schuhtiiacher l Trotzdem heute Verhandlungen zwischen der Kommission der Arbeiter und den Fabrikanten vor dem Einignugsaint des Gewirbegerichts stattgefunden haben, erfolgte heute Abend die Aussperrung sämmtlicher bei den Ringsabrikanten beschäftigten Arbeiter. Die Agitations-ttommission. I. A.: Carl W i l l ,, e r. Achtung, Handschuhmacher! In der Fabrik der Herren Riemer, Bischosstr. 2 und 3. wird seit zwei Monaten ein der- artig schlechtes Leder zum Verarbeiten ausgegeben, daß es nicht möglich ist, einen nur annähernd auslöinmlichei, Loh» zn erzielen. Bei der letzten Lederausgabe nahm«in Kollege Veranlaffitng, mit dem Werksührer Rücksprache zu nehmen, was die sofortige Ent- lassung zur Folge hatte. Di« übrigen Kollegen erklärten sich mit den, Entlassenen solidarisch und verlaffen ebenfalls daS Albeitsverhältniß, sobald sie mit ihrer Arbeit fertig sind. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Handschuhmachers, ob Mitglied oder Nichtmitglied. de» Zuzug nach dort fernzuhalten. An die Metallarbeiter! Hierdurch werden diejenige» Per- sone», tvelche noch Maimarke», gestempelte oder ungestempelte Sammelmarken oder Saiiunelliste» von der Ngitatioiiskommission des Deutsche» Metallarbeiter- Verbandes in Händen habe», auf- gefordert, mit ihrem Material bis zni» 1. April endgiltig auf dem Bureau des Verbandes, Fischerstr. 22, abzurechnen. Die AgitationSkom»nission des Deutschen Metallarbeiter-VerdandeS. I. A.: Eugen Gabron. Die Maurer der Provinz Brandenburg halten am 19- und. 20. April in Berti» eine Konferenz ab. Dl« vorlätifige Tages- ordnung lautet: 1. Bericht der Agitationskonimission; 2. Situations- bericht der Delegirten; 3. Agitation und Streiks; 4. Die neue Unfall- versicherungs- Novelle; S. Tie Aufdeckmig der Mißstände im Bau- gewerbe; 6. Neuwahl der Agitationskommission. Tie Berliner Schneider iverden dringend ersucht, den Zuzug nach Magdeburg zu unterlassen. Dort sind die Arbeiter der Firnlen Schröder und Schlesinger in eine Lohnbewegliug eingetreten. Für die Ofensetzer ist zur Zeit die Arbeitsgelegenheit nainnit- lich in Berlin eine recht gedrückte. Dem„Töpfer" zufolge ist auch vorläufig keine Aussicht vorhanden ans Besserung. Deutsches Reich. Tie Generalkommission hat eine Broschüre, betitelt:„Der Streik der Hafenarbeiter und Eeeleute in Harn- bürg", herausgegeben, die eine Darstellung der Ursachen und deS Verlaufs des Slreiks, sowie der Arbeits- und Lohnverhältnifle der Hafenarbeiter Hainbnrgs enthält. Der Broschüre, auf welch« wir »och, zurückkomilien werde», ist eine Karte des Hamburger Hafens. fetner der Bericht und die Abrechnung über den ISSSer Streik der Londoner Dockarbeiter beigegeben. Der Preis der 7 Druckdogen starken Schrift beträgt 30 Pf. Gegoniiber dem selbständigen Vorgehen der Zahlstellen bei Streiks haben Borstand und Ausschuß des Vereins deutscher Schuhmacher beschlossen, nur solche Streiks zu unterstützen, zu denen ihre Zustimmung vorher eingeholt worden ist; wo das nicht geschehen ist. wird die Unterstützung unnachsichtlich verweigert werden. Ferner sollen alle Streikgelder dem Vor» stand zugesandt und weiter soll nur auf solche Sammel- listen gezeichnet werden, die von diesem versandt worden sind. In Hannover war im August vor. Jahres der Zentral- Kraulen» und Sterbekasse der Buchbinder ein beabsichtigtes Tanzkränzchen vom Polizeipräsidenten Grafen von S chwerin verboten worden, weil nach§ 13 des Gesetzes über die eingeschriebenen Hilfskassen weder Beiträge von den Mitgliedern erdoben noch Verwendungen aus dem VenuSgen der Kasse zu anderen, als den in§ 12 des Klassennatuts bestimmten Zwecken ver- ausgabt werden dürsten. Das war auch gar nicht beabsichtigt. Die Mitglieder der genannten Kraukenkasse wollten die Kosten des Ver- guügeuS selbstverständlich selber tragen. Da also die Voraus- setzungen des Polizeipräsidenten durchaus nicht zutrafen, so führte der Vorsitzende der Verivallungsstelle Beschwerde beim RegierungS- Präsidium. Das war von Erfolg. Wie der„Volkswille" mittheilt, hat der Regierungspräsident die Beschwerde für begründet«klärt und das Verbot des Tanzvergnügens aufgehoben. In der norddeutschen Znckerraffinrrie Frellstedt bei Helmsiedt in Braunschweig ist ein Streik ausgebrochen, woran 200 Arbeit« betheiligt sind. In den Stadtwaldnngen' von Fritzlar in der Provinz Hesse,»-Nassau haben etliche 20 Holzhauer die Arbeit nieder- gelegt mit der Erklärung, daß sie für die wenigen Groschen Tage- lohn bei Selbstbeköstigung nicht mehr weit« arbeite» könnte» und erst bei Zubilligung eines erhöhten Lohnes wied« arbeiten wollten. Die Tapezirrr Leipzigs beschlossen, den Unlernehmn» folgende Forderungen zu unterbreiten: neunstündige Arbeitszeit. IS pCt. Lohnanfschlag. Aufrechterbaltung der bei der Lohnbewegung im Jahre 1890 getroffenen Bestimmungen betreffs der Neberzeit- und Feiertagsarbeit, sowie vollständige Abschaffung der Akkordarbeit. Um Geldmittel zu beschaffen, ist eine vorläufige Steuer von d0 Pf. pro Woche beschlossen worden. Die Aussichten für einen guten Ausgang der Lohnbewegung sind günstig, da 3 größere Finnen ihre Bereitwilligkeit zur Einführung des nennstündigen Arbeitstage?, unter Beibehaltung des seitherigen Tagelohnes, erklärt haben. Tic Steinsetzer in Gera verlangten 50 Pf. Mindeststunden- lohn, die vereinigte» Meister bewilligten 43 Pf. für leistungsfähige Arbeiter, welches Angebot die Steinsetzer annehmen werden. Zum Diamantarbeiterstreik in Hanau wird von bürgerlich« Seite berichtet, daß die Firma Strauß u. Co. eine Anzahl Diamant- arbeiter aus Amsterdam angeworben habe. Auö Offenbach Oberrod berichtet das„Offenbacher Abend- blatt", daß das Ergebniß der Verhandlungen. die die Fabrik- kmnmissionen mit den Schuhfabrikanten führten, gleich Null sei. Die Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit soll zurück- gezogen werden, ebenso die Fourniturensorderung, dann könne da, wo im einzelnen Fall nach Ansicht der Fabrikanten der Loh» zu gering fei, eine Erhöhung eintreten, und fern«, wo die Fouinituren jetzt ge- stellt wurden, soll sie künftig der Arbeiter auch stellen(also da? Entgegengesetzte von dem, was die Arbeiter fordern) auch müsse innerhalb 24 Stunden eine zusagende Antwort folgen, wenn daS, waS zugebilligt fei, gewährt werden solle. Bayerischer Eisenbahner- Verband. Der General» d i r e l t o r der k. b. Staatseisenbahnen hat an den„Sekretär" des ultramontanen Eisenbahner-Verbandes ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, daß ihm der Inhalt der Statuten des Verbandes zu erheblichen Bedenke» Anlaß giebt.mit denen er nicht zurückhalten zu dürfen glaube, damit es nicht den Anschein gewinne, als ob die Verwaltung diesen S ta tu t e n»In h a l t billige. Anstatt das Koalitionsrecht der VerbandSmitglieder gegenüber der Generaldirektion mit Energie zu vertheidigen, haben die ultra» montanen Mach« des Verbandes zum Rückzug geblasen. Die Vorstandschaft des Verbandes beruft deshalb, wie die„Münchener Post" miltheilt, auf die beiden Osterfeiertage eine außerordentliche Generalversammlung nach München ein mit der Tagesordnung: Abänderung der Verband«. Statuten. Ausland. Ter Streik der Angestellten der schweizerischen Nordost- bahn ist zu guuste» des Personals beendet. Die Venvaltung d« Bahn hatte den Vorschlag gemacht, die Differenzen durch SchiedS- fpruch des Bnndesrathes Zemp schlichten zu lassen. Zemp Haidas Schiedsamt im Einverständniß mit dem Bnndesrathe unter der Be- dingung angenommen, daß das Personal verspreche, sich seinem Schiedssprüche zu fügen. Ueber den weiteren Verlauf der Angelegen- heil liegen folgende Depeschen vor: Zürich, 13. März. Nach ein« Mittheilung des Ans- st a» d s- A u s s ch u s s e s hat die Abordnung des B u n d e s r a t h s die Ausständigen benachrichtigt, da» die Direktion der Nordoftbahn sämmtliche materiellen Forderungen der An- gestellten annehme, v o l l st ä n d i g e Amnestie g e- währe und mit der AbänderungdesDienst-Ver- träges einverstanden sei.' Das Personal akzeplirt das Schiedsgericht des Bundes, macht aber zur Bedingung, daß der durch de» Ausstand entstandene Schaden nicht dem Verbände der Eisenbahn-Augestellte» auferlegt werden dürfe. Heule um 6 Uhr abends steht das Personal»vieder zur Verfügung der Direklion. Der lelegraphisch einberufene Verivaltungsrath der „N o r d o st b a h n" genehmigte die Abmachungen zwischen der Direktion und dem Personal, erklärte sich mit der Einsetzung des Schiedsgerichtes einverstanden und löste den Untersuchungs- Aus- schuß ans. Berlin, 13. März. Die Direktion der schweizer Nordostbahn theilt hierher mit. daß der Ausstand beendet ist und der Be- trieb heule Abend 6 Uhr wieder ausgenommen wird. Bern, 13. März. Der Bundespräsident erhielt von der Ab- ordnung des Bundesraths in Zürich die Meldung von der Unter- Zeichnung des Schiedsgerichtsvertrages und von dem endgiltigen Abschluß deS AusstandeS. Zürich, 13. März. Eine erste Versammlung von voo An- gestellten der Nordoftbahn beschloß, de» Ausstand zu beendigen. Alle Stationen wurden sofort ielegraphisch benachrichtigt. In einer uns zugegangenen Privatdepesche werden diese Meldungen bestätigt. Der Zigarrenarbeiterstreik in Antwerpen dauert fort. Die Firma droht, ihre Antwerpener Fabrik nach St. Nicolas, wo sie bereit? eine Fabrik hat. zu verlegen. In diesem Fall würde» ober die dortigen Arbeiter sich mit ihren Antwerpener Kollege» solidarisch erklären. Da die Zigarrenmacher Antwerpens fast alle organisirt sind, ist auf den Sieg der Arbeit« zu rechnen. Soziales. lieber ArbeitSverhältniffe auf der kaiserlichen Werft wird uns ans Gaarden berichtet: In welcher Weise einige Arbeiterlatcgorie» ,u ein« äußerst langen Arbeitszeit angehallen werden. zeigt so recht die Einrichtung im AnSrüstuiigsressort. Es ist dies'der Dienst der S ch i f f s l i e g e r, d. h. derjenige» Arbeiter, welche die außer Dienst besinvlichen Kriegsschiff« bei Tag und bei Nacht zu beivache» haben. Außer zehnstündig« täglicher Arbeitszeit haben diese Leute, im Monat noch 20—22 Stächt« Wachldienst an Bord zu verrichte», d« darin besteht, daß sie zweimal des Abends idr Schiff genau abzurevidiren und bei Elurm, was ja hauplsächlich im Winter vorkommt, alle vier Stunden die Befestigungsketten u. s. w. vachzusehen haben. Dafür hat nun ein Theil dieser Leute den halben Sonntag, die meisten aber nur an zwei Sonntagen einen halben Tag im Monat und jeden dritten Sonntag Ihe Stunden frei, in welch letzterem Falle sie dann nach schnell verschluckter Mahlzeit rechtzeitig an Bord ihrer Schiffe eilen. Wie steht es nun aber mit d« Entlohnung für diesen fort- währenden Tag- und Nachtdienst? A n fange» niuß der Arbeiter mit 2,50 M. Tagelohn bei monatlicher Lohnzahlung; für die Nachtwachen giebt es keinen Pfennig. In manchen Fällen dauert es Jahre, bis eine Zulage von täglich 20 Pf. gewährt wird, und nur ganz wenigen gelingt es, nach etwa 20 Dienstjahren die höchste Stufe von 3,30 M. pro Tag zu erreichen. Forst in d« Niederlausitz hat im vorigen Jahre für 84324700 M. Tuche versandt, gegen 82 800 000 M. im Jahre 1893. Der Tuch- ausgang betrug im Jahre 1896 10 868 840 Kilogramm, im Jahre 1895 10 494 710 Kilogramm. In diesem Jahre sollen vier neue Fabriken und eine Doppelfabrik erbaut werden. Die Zunahme der Fabrikation in Forst wird auf den Kottbuf« Textilarbeiterstreik znrückgesührt, d« den Forster Unternehmern««mehrten Absatz ge- bracht habe._ Versammlungen Mit der Grllndnng eines Vereins„Freie Volksbühne" beschäftigte sich»ine am vergangenen Freitag in Keller's großem Saal, Koppenstraße, stattgefundene und von nngekähr 800 Personen besuchte öffentliche Volksversammlung. Das einleileiide Referat er- stattete Stadtverordneter D u p o n t; nach einem Rückblick aus die vor etwa einem Jahre vorgenommene Auflösung des Vereins und nach Darlegung der Gründe, die«in« etwaigen Verschmelzung d« neu zu begründenden mit der bereits bestehenden„Neuen Freien Volksbühne" im Wege stehen, empfahl er der Versammlung die Wiederbegründung eines Verein? im Sinne der früheren„Freien Volksbühne". In der Diskussion nahm mehrere Male ein Mitglied der„Neuen freien Volksbühne", Löhr, daS Wort, um für den Anschluß an diese Vereinigung zu plädiren. Er brachte dabei«inen Brief Dr. Bruno Wille's zur Ver- lesung, in dem dies« sich bereit«klärte, auf jede führende Stellung im Berein zu verzichten, sollte seine Person ein« Ver- schmelzung der Bereinigungen hindernd im Wege stehen. Nachdem sich die übrigen Redner gegen Löhr erklärt hatten, wurde der Antrag auf Wiederbegründung d«„Freien Volksbühne" gegen wenige Stimmen angenommen. Da von ein« freiwilligen Kommission bereits ein Stalntenentivurf ausgearbeitet war, so trat die Versammlung sofort in die Statuteuberathung ein. Der vorgelegte Entwurf wurde mit«inigen redaktionelle» Aende- rungen einstimmig angenommen. In den Vorstand wurden gewählt: Dr ConradSchmidtzum ersten und Heinrich Schulz zum zweiten Vorsitzenden; der Kaufmann Julius Cohn zum ersten Schrift- führ«, Maler B u s ch o l d zum zweiten Schriftführer, Bildhauer W i n k l e r zum Kassirer. Den Ausschuß bilde»: Dr. Franz Mehring, Robert Schweich« l, Paul Dupont, Emanuel Wurm. Dr. Borchardt und Frau Dr. Zadel. u Revisoren wurden Franz Stahl, Teichmann und ahm bestimmt. Eine von Dr. Borchardt, Dr. Schmidt und Katzen stein eingebrachte Resolution, die bedauert, daß sachliche, nicht persönliche Gründe«in Handinhandgehen mit Dr. Wille trotz seines anerkennenswerthen Entgegenkommens unmöglich machen, wird angenommen. Mit der Anssorderung, kräftig für den neugegrüudete» Verein zu agitiren, schließt der Vor- sitzende Robert Schmidt die Versammlung. In der Berliner Gewerkschafts-Kommission wurde am Freilag die Frage erörtert: Was lehren uns die letzten Streiks und welche Anfgaben fallen der GewerkschaftS-Kommission zu? Das einleitende Referat hielt Massini: Angesichts d« Thatsache, daß in letzter Zeit viele Streiks verloren gegangen sind, sei es an- gebracht, die Frage aufznwerfen: Wie verhüten wir aussichtslose Streils? Nicht erst der Mißerfolg des Hamburger Streiks, sondern schon der Verlust des großen Buchdrnckerstreiks vor 8 Jahren, sowie der Ausgang des Berlin« Bierboykotts hätte» gezeigt, daß die deutschen Arbeiter ans große Kämpfe mit dem Uiiternehnierlhiim nicht genügend vorbereitet und gerüstet seien. Die Unternehmer schließe» sich zu Verbänden znfanimen, um di« Arbeiterorganisationen zu be- kämpfen, dagegen haben weite Kreise der Arbeit« Deutschlands den Werth der Organisation noch nicht begriffen, sie habe» dieselbe bisher arg vernachlässigt und wenig Neiaung für die Organisation gezeigt. Nach der Aufstellung der GnneikfehaflS- Kommission sind in Berlin nur 10 pCt. aller männlichen Arbeit« organisirt, bei den weiblichen ist das Verhällniß»och viel ungünstig«. Wenn man, wie es in letzter Zeit oft geschah, ohne Mittel in den Kampf tritt und von vornberei» erklärt, daß man ans die Unter- stützung der gesammte» Arbeiterschaft angewiesen ist, dann können die Unternehmer mit ziemlicher Sicherheit den Zeitpunkt berechnen, wo die Gelder auegeh«». Sie werden danach ihr Verhalten ein- richten und auf einen Erfolg des Streiks ist»»ter solchen Umsiänden nicht zu rechne». Redner weist auf die ungeheure Ver- schivendung von Geldmitteln, sowie ans die Verluste an Lohn hin, welche die größeren Ausstände mit sich gebracht haben. D« Beginn� eines Streiks werde oft mit der Redensart begründet, man müsse die günstige Konjunktur ausnutzen. Das ist verkehrt. Man bedenke doch, duß man damit dem Gegner ebenfalls das Recht giebt, die Konjunktur für sich auszunutzen, und, wenn das Geschäft schlecht geht, di« Errungenschaften der Arbeit« wieder rückgängig zu machen.(Hier können wir dem Referenten nicht zustimmen. Du Konjunktur zu verfolge» und eventuell auszunützen, ist allerdings Aufgabe der Geiverkschaften. Daß die Unternehmer dasselbe thuu, iü bekannt und. wie die Dinge nun einmal liegen, auch ihr Recht. D. Red.) In der That befinden sich auch»tauche Gewerkschaften in einem jahrelangen Kampf um die Erhaltung dessen, was sie in einem Streik erreicht haben. Da in Berlin 90 pCt. all« Arbeiter noch nicht organisirt sind, so kommt es vor allem darauf an, diese für die Organisatio» zu geivinnen. Alle Bemühnnpen nach dieser Richtung, auch die Agitation der Geueral-Komniission habe» nichts genutzt. Man müßte den In- differenten bei jeder Gelegenheit fühlen lassen, daß zwischen ihnen und den Organ tsirlen ein Gegensatz besteht. Man sollte ihnen auch nicht zu den festlichen Verannaltimge» der Organisation Zutritt gestatten. Die Buchdrucker beobachten schon lange diese Taktik. Zu- nächst ist es nolhwendig. daß die Geiverkschasls-Kommission planmäßig Propaganda macht für die gewerkschaftliche Organisation. Dabei müßte ma» de» Indifferenten klar machen. daß das, was die Gewerkschaften wollen, schon innerhalb der heutigen Gesellschaft zu erreichen ist, und jeder also die zu erringenden Vortheile inirgenicße» kann. Gelegentlich der Erörterung der Quarck'ichen Vorschläge hat die Gewerkschasts Kominission mit recht beschlossen, daß die Sozial- Politik ans den Gewerkschaften fern zu bleiben hat. Da begreife ich nicht, daß zum theil dieselben Leute, welche diesen Beschluß faßte», in den Gewerkschaften Parteipolitik treibe» wollen. So lange das geschieht, können die Gewerkschaften nicht vorwärts kommen. Deren Aufgabe kann es nur fein, sich ausschließlich mit gewerkschaftlichen Dingen zu befasse». Dabei ist zilnächst die Einführung eines Minimallohnes und einer Maximal- arbeitszeil anzustreben, auch muß namentlich auf di« Schädlichkeit der Ueberstundenarbeit hingewiesen werden. Warum wollen die Unternehmer bei Streitigkeiten nicht mit den Arbeitern ver- handeln? Weil sie wisse», daß diese kein« Macht habe». Würden wir(die Arbeiter) eine starke Organisation haben, die den Unter- nehmern imponirl. dann sind wir eine der Unter- nehmerkoalition gleichwerthige Macht und solche Niederlagen, wie wir in letzt« Zeil«lebt haben, könnten nicht mehr vorkommen. Leider sind im vorgen Jahre einige Streiks von einer nnorganisirten Arbeiterschaft in Szene gesetzt worden. Ich erinnere an die Ausstände der Packetfahrt-Augestelltcn. der Fensterputzer, der Gasarbeiter. Wenn die GeiverkschaftSkommisston ihre Pflichten richtig auffaßt, dann könnte sie solche von vornherein aussichtslose Streiks nicht genehmigen. Wie haben wir uns vor Niederlagen zu bewahren und aussichtslose Streike zn««hindern? Das sind die Punkte. deren Erörlernna vor allen Dingen ins Auge gesaßt werden muß. Dazu ist eS nöthig, daß wir unsere Agitation au» aus dt« Provmz ausdehnen, denn je günstiger in Berlin die Arbeitsbedingungen im Verhältniß zur Provinz sich gestalten, desto mehr werden die ans- wärtigen Arbeiter nach Berlin strömen und unter Umständen die Erfolge illusorisch machen. Wir müssen also auch auf die Hebung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Provinz hinwirken. Hierbei leuchtet der Vortheil der zentralen Organisationsform ein. Die Gewerk- schaftskommission hat sich in den letzten Jahren mit Sachen befaßt, die eigentlich nicht zu ihren Aufgaben gehören. Sie hat Streitigkeiten inner- halb der einzelnen Gewerkschaften geschlichtet, sie hat Vertreter am Go- werbegericht und am Einigungsamt gestellt, wodurch natürlich ein Tbeil der nächstliegenden Aufgaben vernachlässigt werden mußte. Ein Theil dieser Arbeiten, namentlich die AusknnstZertherlung könnte von den Gewerkschaften erledigt werden. Sollen ab« der Kommission diese Arbeiten auch ferner auferlegt werden, dann wird sich die Anstellung eines zweiten Beamten nöthig machen. Timm: Ich halte es nicht für bedenklich, daß Unorganisirte an den Festen der Organisirten theilnehmen. Dagegen ist es sehr bedenklich, wenn die Nichtorganisirlen, wie es bei den meisten Streiks in Deutschland der Fall war, die Entscheidung über den Streck haben. Leid« haben die gesetzlichen Bestimmungen einen solchen Zustand begünstigt. Hätten wir volle Koalitions» und Vereins- freiheit, dann würden wir diesen Uebelstand bald beseitigen können. Wir werden dahin wirken müssen, daß bei ausbrechenden Streiks die- jenigen die Entscheidung habe», welche auch im stände sind, die ein- schlägigen Verhältnisse zu beurtheilen. Wie nothwendig das' ist, das hat d« Hamburg« Streik wieder bewiesen. Nicht benn Ausbruch, sondern bei d« Beendigung resp. der Weitnsührung eines Streiks werden die größten Fehler gemacht. Es gehört ja ein gewisser Muth dazu, bald»ach dem Anfang eineS Streiks, wenn man dessen Aussichtslosigkeit erkannt hat, zur Beilegung zu rathen. Es kann ja vorkommen, daß sich ein Streik auch mit Unorganisirten »öthig macht. Ab« auf alle Fälle müßte die Entscheidung über den Beginn, wie über die Beendigung ein« Lohnbewegung zunächst den Vorstand der Gewerkschaft zu stehen, der dann die Zustimmung der Mitglieder einzuholen hätte. Wollen dann, wen» die Organisation die Beendigung beschlossen hat, die Unorganisirten weit« streiken. dann mögen sie es aus eigenen Mitteln und auf eigene Ver- antwortimg thun. Daß die Gewerkschaften keine Sozial» Politik treiben sollen, ist nicht beschlossen worden. Die ideale Waffenbrüderschaft mit der Sozialdemokratie dürfen die Gewerkschaften unter keinen Umständen aufgeben.(Zilstimmung.) Die Funktionen der Gewerkschaftskommisston lassen sich nicht so scharf abgrenzen, wie es Massini wünscht. Es wird sich nicht ver- meiden lassen, daß sie sich auch mal mit Differenzen einzeln« Gewerkschaften befaßt. Auskünfte sollten nicht an solche Arbeiter «theilt werden, deren Gewerkschaft selb« ein AuskunstSbureau hat. Von allgemeinen Gewerkschafts-Versammlungen verspreche ich mir nichts. Dieselben haben nur einen Werth, wenn sich eine bisher nicht organisirt« Arbeitergruppe infolge eines be- stimmten Vorganges erst eine Organisation schafft. Millarg tritt dafür ein, daß nur solche Delegirte in du Gewerkschaftskommission entsandt werden, die mit ihrer Gewerkschast in eng« Fühlung stehen. Bisher sei das nicht immer der Fall ge- wesen. Die Gewerkschaftskommission muß überall, wo es das Interesse der Arbeiter«fordert, eingreisen. Bor Ausbruch eines Streiks müßten sich die betreffenden Arbeit« stets mit ihren verwandten Berussgruppen verständigen. Ueb« die Ge- nehmigung eines Streiks solle i» der Kommission namentliche Abstiininung stattfinden und nur eine Zweidrittel-Mehrheit enl- scheidend sein. Die Befugnisse des Ausschusses müßten dahin er« weitert werden, daß er von der streikenden Gewerkschaft mindestens einmal wöchentlich einen eingehenden Bericht verlangen könne. Die allgemeinen Gewerkschaftsversammlnngen hätten sich schon vor zwei Jahren als erfolglos erwiese». Was die Eriheilung von Auskünften betreffe, so seien die Bureaus der einzelnen Gewerkschaften nicht über alle Fragen genügend informirt. Die Anstellung eineS zweiten Beamten sei wünschenswerth. Pötzsch: Man muß nicht, wie Massini es that, so großes Gewicht auf die beim Streik gemachten Lohnverlnste legen. Welche Konjunktur sollen wir zur Aufbesserung des Lohnes ausnutzen, wenn nicht die gut«? Massini gab selbst zn, daß man bei jeder Gelegen- heit ans die Unorganisirten einwirken solle. Das könne doch auch bei Festlichkeilen geschehen. Die Gewerkschaften haben sich nicht deshalb gegen Quarck's Vorschläge gewandt, weil dieselben zu weit gingen, sondern weil sie so wie so schon befolgt werden. Mit Sozialpolitik müssen sich die Gewerkschaften befassen. Wenn nicht innerhalb der Organisation dann außerhalb derselbe». Die Massini'schen Vorschläge verlegen den Nichtorganisirten den Weg und geben dem Ausschuß nicht genug Spielraum. Die Gewerkschastskomnnssion müßte sich auch um solche Streiks kümmern, die sie nicht bewilligt hat, um dieselben zu einem möglichst günstige» Abschluß zu brnigen. Es geht doch nicht immer so zu, wie in Hamburg. Beim Konfektionsarbeiter-Etreik hat duOr- ganisation die Eiitscheidnng gefällt und die Nichtorganisirten nach sich gezogen. So wird es fast überall sein, wo eine Organisation desteht. Solche Slceiks. wo die Nichtorganisirten den Ausschlag geben, unter alle» Umständen abzulehnen und alles durch Paragraphen sestzulege», halte ich nicht für rathsam. Die Mitwirkung des Gewertschafls- bureaus am Einigungsamt ist nicht von der Hand z» weisen. Auch die Nichlorganisiite» sollte in an bei der AuskmiftSertheilnng nicht ausschließen, weil daS auch ein Mittel zur Gewinnung derselben sein kann. L i t f i n: Massini hat in manchen Punkten zu schwarz gemalt. Die Verhältnisse sind nicht in allen Gewerkschast«» dieselben. In d« Metallindustrie haben wir mit Riesenbeineben zu rechnen, die in der Hand von Aktiengesellscbasten sind. Wenn nun die Arbeiter di« die hohen Dividenden sehen, dann ist es ganz natürlich, wenn sie angesichts der guten Geschäftslage eine Lohnerhöhung fordern. In solchen Fälle» sind wir ojl gezwungen, die günstig« Konjunktur im Interesse der Arbeit« auszunutzen. Würden wir uns dem widersetzen. dann kann es vorkommen, daß die Indifferenten über die Köpfe der Organisirten hinweg eine Lohnbewegiing anzetteln und dabei Dummheiten machen. Es kommt wenig« aus die große Zahl der Organisirten an, als vielmehr daraus, daß dieselbe» eine in allen Fälle» zuverlässige Kerniruppe bilden, die befähigt ist. nnier Umständen die Indifferenten mit sortzureißen. Würde man den Indifferente» erklären: ihr habt von uns nichts zu envarten, weil ihr uns fern steht, dann würde manche Bewegung scheitern. Eine gesunde Gewerkschafis- bewegung ist nur denkbar in Anlehnung an die politische. Was Massini bezüglich Erring, mg gleich« Lohn- und Arbeits» Verhältnisse sagte, das läßt sich i» großen Fabriken mit ihren»n- geheuren Verschiedenheiten unter den Löhnen der einzelnen Arbeiter- lategorien nicht durchführen. Eine Ausgleichung der Macht- verhälluisse zwischen Unternehmer- nnd Arbeiterorganisation könnteuns nicbt viel nützen, va die Unternehmer der MetaUtndustrie sich grund- sätzlich in keine Verhandlung mit Arbeitern einlassen. Wir kommen auS der Kalamität nur heraus, wenn sich die kleinen Organisationen den für ihren Beruf bestehenden großen Verbänden anschließen oder verschwinde». Auch muß den Arbeitern klar gemacht werden, daß mit so geringen Beiträgen, wie 10 Pf. pro Woche, nichts geleistet werden kann. Die Debatte wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt und die zu diesem Punkt vorliegenden drei Resolutionen von Masstni, Millarg und Winkler dem Ausschuß überwiesen, derjdieselben zu einer Grund» läge für die weiteren Bcrathungen umarbeiten soll. Bezüglich der diesjährigen Maifeier beschloß die Versammlung. diejenigen Gewerkschafle», welche nebe» andtten Kundgebungen den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern könne», haben an diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen. Es fehlten di« Delegirten der Dekateure, Gärtner, Chirurgische Branche, Glaser, Graveure, Müller, Schristgießer, Sleinsetz«, Uhr- machet. Die Mechaniker und Uhrmacher hielten am Donnerstag «ne nur schwach besuchte öffentliche Bersammlung ab, wo Genosse Mehner über das Thema:„Gleiches Recht für Alle" sprach. Eine Diskussion fand nicht statt. M a n h« l d«suchte die Kollegen, v a l t u n g in zweiter Lesung dnrchberathen und festgestellt. Die zum Etat eingebrachten Resolutionen ivegen Aerbessernug der Volksschule durch Einführung des Achlklassen- Systems und wegen der Vertheilung der unentgeltlichen Lehrmittel sür die Geineindeschule durch den iliektor»nd das Lehrerkollegium. an stelle der Schulkommissione», wurden vom Ausschuß abgelehnt. Wozu braucht auch das geineine Volk achtklassige Schulen,>vo doch durch patriotische Märchenbücher und massenhafte ReligionZstunden ge- nügend für die Sorte Bildung geschieht, die ihn» nach Ansicht der herrschenden Klasse vonnöthen ist. Die Etats des Friedrich Wilhelms» Hospitals und der Siecheuanstalten, der Waisenverivaltuiigeu. die Unterbringung verivahrloster Kinder, des Arbeitshauses im Rmninels- bürg, des städtischen Obdachs, sowie die Etats für die Besoldnnge» der Magistratsmitglieder und der übrigen städtische» Beamte», ge- langten nnverändert zur Annahme. Mit den vom Magistrat vor- geschlagenen Neneinstellungei» von dreißig Magistrats- Bnreau- Aisistente», zwanzig Slenererhebern und drei Sladtsergeanten erklärte sich der Elatsausschnß einverstanden und»vurden die für diese Stellen erforderlichen Gehälter genehmigt. Die gegen- »värtig noch vorhandenen 93 Stellen der Titular- Sekretäre sollen allmälig eingehen und in Bureau- Assistenten- Stellen nmgeivandelt werden, und zivar in der Weise, daß für den Fall des Abganges eines solchen Sekretärs seine Stelle bei den Sekretärstellen in Weg- fall, dagegen bei de» Burean-Assistenten-Slellen in Zugang kommt. Mit diesem Vorgehen des Magistrats erklärte sich der Elalsausschuß rilwerfianden. Zum Kriege mit der Pferdebahu-Gesellschaft wird ans den» Rathhaus« noch berichtet: Der Ausschuß ocr Stadlverordneten-Ver- famtnlung zur Vorberalhnng des neuen Vertrages init den Pferde- bahn-Gesellschafleu hat,»vie wir bereits»nitgetheUt haben, den schwer umstrittenen und wichtigsten Paragraphen 30 des neuen Ver- irages,»velcher von der Mitbenutzung der Anlagen zuin Betriebe von anderen Bahnen handelt, init größerer Majorität dahin ab« geändert, daß die Gesellschaften sich die Mitbenutzung ihrer Anlagen auf je einer Linie ans eine Strecke von ins- gesammt 650 Metern gefalle» lassen müssen. Hierdtlrch wird erreich», daß die von der Bürgerschaft so vielfach gewünschten neuen Linien angelegt und somit Konkurrenz»,»ternehiirer zugelassen werden können. Die tzZ 25 und 29— Reinigung und Besprengung des Bah>»körpers, Beleuchtung, Betriebsunterbrechungen, Rechtsverhält- uisse bei Schadensersatz- Ansprüchen und Anordnungen von Behörden— ivnrden, vorbehaltlich einiger, zur 5ilar- stellnng der betreffende» Bestiminungen bei der zweiren Lesung vorzunehmenden Aenderungen, angenommen. Ebenso auch die tsZ 31 und 82— Beförderung des Slraß-iikehrichts. Müll»c. und Reklame-Jnschrisle». Der Z 33— Besörderuiig-preise— rief eine längere Debatte hervor, insofern, als aus der Fassung der betreffen- de» Bestiinmnng nicht klar zu ersehen ist, was unter„»»»unter- brochener Fahrt" zu verstehen sei. Es ivurde als nolhwendig be- zeichnet, unziveiselhaft festzustellen, daß die jetzt bestehenden 53 Linien von Anfang an bis zu de» bei einzelne» derselben in den Vororte» liegenden Endpunkte» für 10 Pf. befahren»verde» können. Sodann soll verlangt jwerden, daß Abonnementskarteu auch sür eine Linie, nicht wie jctzl für mindestens zivei Linien ausgegeben werden. In diesem Paragraph soll auch die Bestiuimung aufgeuommeil»verde», daß der Magistrat den Tarif für den zuzulassenden Gütertransport festzustellen hat. Zur Besprechung kau» ferner, ob von den städtischen Behörde» nicht auch das Recht, bei der Festsetzung der Fahrtinter- valle, smvie des Beginnes und der Beendigung der Fahrten aus de» einzelnen Linien mitsprechen zu dürfen, zu verlangen fei. Bei der vorgerückten Zeil wurde die iveitere Berathung über diesen Para- graphen abgebrochen und auf nächsten Miltivoch vertagt.>vo dann voraussichtlich der Schluß der ersten Lesung erfolgen»vird. Der Entwurf der nenen Bau-Polizei-Ordnung beschäftigte am Freitag»viederum de» zu seiner Borberathnng eingesetzten Stadl- verordneten-Aueschuß i» längerer Sitzung. Ein Berichterstatler»vill »Visse»», daß in der geheim geführten Sitzung ganz erhebliche Meinnngs- Verschiedenheiten zu läge getreten seien. Es»vird»vohl so liege», daß die Grundbesitzer verzweifelte Anstrengungen machen, um die Bestimnillnge», welche in gesundheilspolizeilicher Beziehung einige geringe Verbesserungen enthalten, zu Fall zu bringen. Erst das Spekulations-»»nd Ansivuchernngsrecht der Hausagrarier und da»»». aber ganz zuletzt, die Rücksicht auf die Gesundheit der ausgewlicherten Miether. Die städtische»» Abwässer, smvie die nach ihrer Sickerung durch eine Erdschicht von 1—2 Metern in die Drainröhre» und von diesen in die offenen Vorfluthgräbe» und Flüsse abfließenden Drain- »väffer sind auch in» Rechnungsjahre 1895/96 einer fortlaufende» Kontrolle durch die Untersuchung eines Chemikers in bezug ans deren chemische Bestandtheile und deren Keimgehalt unter- zogen»vorden. Emveit das Wasser der Brunnen auf den Rieselfeldern sich zuin Genüsse für Menschen als ungeeignet erivies, sind die Brunnen geschloffen, vorden. Die Unter- fllchunge» des Brunnenivassers finden regelmäßig statt, ehe die be- treffenden Felder zum Rieselbetriebe hergerichtet und in Betrieb ge- setzt»verde»» und alsdann einige Zeit nach dein Rieselbetriebe. Hier- bei hat sich gezeigt, daß der Rieselbetrieb aus die Be- schaffe,»heit des Brunnenivassers und deffen Brauchbarkeit als Trinüvasser einen Einfluß nicht ausübt. Die Kanalisations- werke decken ihre Betriebskosten und einen großen Theil der Verzinsung und Amortisalion des Anlagekapitals durch die 1'/, pCt des Grundstückertrages betragende, aus den an- geschlossenen Grundstücken ruhender Kanalisationsgebühr. Mit dieser �Verantwortlicher Nedaltcur: August Jacobey in Berlin. Für den Inj Gebühr wird der Haupttheil der Ausgaben bestritten, der Rest wird durch einen Zuschuß aus den allgemeinen Mitteln des Stadthanshalls gedeckt. Im Berichtsjahre betrug dieKanalisatioiisgebühr448l702,53M., der Zuschuß aus den» allgemeinen Stadtsäckel rund 1 500 000 M. Die gesammte» Anlagekosten der Kanalisationsiverke und Riesel- selber, soweit sie durch Stadtanleihen Deckung gefunden, betrugen ain Schlüsse des Berichtsjahres rund 103 520 000 M, davon sind bereits amortisirt 15 570 000 M., und besteht somit noch eine An- leiheschuld von rund 87 950 000 M. Von dieser Schuld entfällt ans den Kopf der betheiligten Bevölkerung Berlins(1 617 803 Personen) der Betrag von 54.41 M., und zwar 36,24 M. sür die Kanalisations- iverle und 18,17 M. für die Rieselfelder. Gevickzks-Je tkung. Wegen Beleidigung der BreSlaner Staatsanwaltschaft ivurde gestern in der Reoisionsinstanz gegen unseren verantworilichen Redakteur Jacobey vor dein hiestgen Landgericht I. Straf- kaininer IV. verhandelt. In der Nr. 193 des„Vorivärts" vom 19. August vorigen Jahres hatte der Angeklagte eine» Artikel unter der Uebcrschrist„Die konfiszirte März-Zeilung" aufgenoininen, der sich mit der Konfiskation der vorjährige» März-Zeilung und deren erfolgten Freigabe befaßte. In dem iukriniliiirlen Artikel ivurde unter anderm gesagt, daß in dieser Freigabe eine unglaubliche Verzögerung stattgefunden habe, die in einen» auffallenden Mißverhällniß zu der Promptheit der Beschlagnahme stehe und die Wirkung einer finanzielle» Schädigung des Verlegers habe» müsse. Am Schlüsse dieses Artikels»vurden die Genoffen gebeten,„die Hoffnung derjenigen Gegner zu schände»» zu»na che»", die den Grundsatz aufsiellten:„Man muß die Sozialdemokraten >v e n i g st e n s finanziell schädige», wenn in a n sie nicht am Leibe bestrafen kann." Dieser Schlußsatz»var in der Verhandlung von» 21. Nov. v. I. von feiten des Gerichts mit einer eingangs der Notiz befindliche» Redeweildrmg. den Grund der Beschlagnahme der.März-Zeilung" betreffend, in Verbindung gebracht und erblickte der Gerichts- Hof hierin eine Beleidigung der Breslauer Staatsanivalt- schaft. Das llrtheil lautete damals auf sechs Wochen G e- sänguiß ivegen beabsichtigter Beleidigung. Gegen dieses Urtheil ergriff der Bertheidiger des Angeklagten, Rechtsanivall Heine das Stechtsmittel der Revision und das Reichsgericht erkannte auf Auf- Hebung des Urtheils,»veil es der Ansicht war, daß die Slrafkannner bezüglich der Verschuldung des Angeklagie» das subjektive Moment »ich» genügend berücksichtigt habe. Die gestrige Verhandlung vor der vierten Strafkammer endete damit, daß der Ge- richtshof nach sehr langer Beralhnng zu der Ueberzeugung kam, das» der S 185 Str.-G.-B. aus den Angeklagteii nicht anivendbar sei, »vohl aber der Z 2l des Preßgesetzes, wonach der verantivortliche lliedak- teur einer periodischen Druckschrift,»venn er nicht nach f? 20 als Thäter oder Theilnehiner strasbar ist; ivegenFahrlässigkeit bestraft»verde» kann. Der Gerichtshof nahm an, daß der Angeklagte möglicherweise nicht direkt die Absicht gehabt hat, die Breslan'er Staatsaiiivaltlchaft zu beleidigen, sondern daß er sich vielleicht gesagt habe, man könne den Artikel in die Welt gehen lassen und abivarten, ob etivas darauf erfolge» würde. Wegen dieses Fahrläsngkeits- Delikts ver- nrlheilte der Gerichlshof den Angeklagten zu 4 W o ch e n Haft. Die i» dein ersten Erkenntniß der Breslauer Slaatsanivaltschaft zu- gesprochene Publikalionsbefugniß fiel weg,»veil die Anivcndbarleit des ß 185 nicht mehr vorlag. Ter preustischc Gendarm„nd die Politik. Ein heftiger Wahlkanips entbrannte im vorigen Jahre im Kreise Neuruppin, als für den verstorbenen freisinnigen Reichstags-Abgeordncten Blohu» eine Neuivahl vorzunehnien war. Als Kandidat der Sozialdeino- krateu trat der Tischlermeister Julius Apelt aus Berlin ans. Derselbe hielt am 3. Mai v. I. in dem Flecken Lindow eine Wahlrede, in »velcher er Allsführungen machte,»velche ihm eine Anklage wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung eintrugen. Das Land- gerichl zu Ncnriippin halte den Angeklagten zu 10 Tagen Gesängniß verurtheilt. Soivohl die Staatsanivallschafc wie der Verurlheilte legten Revision ein.»vorauf das Reichsgericht daS Erkenntniß aushob»nd die Sache zur nochmaligen Verhandlung vor die ziveite Strafkammer des Landgerichts I Berlin verlvies. Gestern fand unter den» Vorsitz des Landgerichlsdireltors Kaeller die Verhandlung statt, zu der eine umfangreiche Beiveisaufnahm« aufgeboten»var. Tie Anklage stützt sich besonders auf die Aussage des Gendarmen, welcher die fragliche Bersammlung überwachte. Derselbe behauptete auch im gestrigen Termine, daß der ganze Vortrag des Augeilaglen einen agitatorischen, hetzerische» Charakter gehabt habe. U. a. habe der Angeklagte gesagt, daß das Acht-Milliineter-Ge»vehr nicht dazu da sei, den äußeren Feind zu bekämpfen, sonder» um ans die eigenen Brüder zu schieße». Er habe den Großkapilaliften als den billersten Feind des Arbeiters hingestellt und nur eine Besserung der Verhällniffe darin erblickt,»venn die Arbeiter die Maschinen zerstörten. Der Beschuldigte behauptete, daß der Zeuge eine völlig falsche Auffassung von seine» Ausführungeil gewonnen haben muffe. Er habe im Gegentheit davor geivarnt, es den eliglischen Arbeiler» nachzumachen, es könne sonst kommen, daß die Acht- Millinieter- Gewehre dazu benutzt»vürden, auf die eigenen Brüder zu schießen. Im Sinne des Angeklagten äußerte sich auch der größte Theil der Entlastnngszengen.— Staats- auivalt D i e tz führte aus, daß der Aussage des Gendarmen der Vorzug gegeben»verde»»» ü s s e. Dieser sei mit dein Bewußlsein zu der Versammlung gegangen, daß er alles dasjenige festzunageln habe,»velches ihm in dem Vortrage strafbar erscheine. Von de» Entlastungszeuge» sei nicht zu verlange», daß sie eine derartige Wahlrede in allen Einzelheiten begriffe». Da der Angeklagte nun ferner behauptet habe, daß der Reichstag die Acht-MlUimeter-Geivehre nur bewilligt habe, un» vorkommenden Falles gegen die eigenen Brüder zu benutze», und dies gehe über de» Rahmen der Aufreizung hinaus, so kennzeichne sich dies vielmehr als Verächtlichniachung von staatlichen Einrich- tu,»geil durch Behauptung erdichteter oder entstellter Thal- fachen. Er beantrage, den Angeklagten aus diesen» Gesichtspunkte unter Aufhebung des Nenruppiner Urlheils init einer Gesängniß- strafe von ucn» Monate»» zu belege». Rechtsainvalt Dr. H e r z s e l d plaidirte ans Freisprechung. Der Angeklagte könne gar nicht die Zerstörung der Maschinen an- gerathen haben, denn der Vorsitzende der Versammlung»vürde ihn sofort darauf ailsmerksam gemacht habe», daß er ja gegen das Programm der Sozialdemokratie spreche. Da der An- geklagte in seinem ganzen Vortrage den Ausdruck„Regierung" nicht ein einziges Mal gebraucht habe, so könne auch von einer Ver- ächtlichmachung von staatliche» Einrichtungen keine Rede sein. Der Gerichtshof hielt nicht sür ansgeschloffen. daß in betreff der angeblichen Aeußerung de? Angeklagten von den, Zerstören der Maschinen bei dem Gendarmen eine irrthümliche Auffassung er- folgt fei. Dieserhalb habe die Fr eisprechung erfolgen»nüssen. Aber auch in beirrff der Acht-Millimeter-Geivehre habe auf Frei- sprechung aus snbjektiven Gründe» erkannt»verden niüsscn, da dem Angeklagten nicht daru>n zu thnn gewesen sei, de» Reichstag als eine staatlich« Einrichtung zu treffen, sonder» nur ge»visse politische Parteien. Der Borstand deS Arbeiter-Bild, mgSvcreinS in Wllster ivurde mit Slrasuiandaten bedacht,»veil er der Polizei nicht die Statuten und das Mitgliederverzeichniß eingereicht hatte. Die An- geklagten Herrmann und Genossen beantragten richterliche Ent- scheid»l»g und bestritten, zu der unterlassenen Maßnahme verpflichtet zu sein. Der Arbeiter-Bildungsverein von Wilster »volle lediglich Bildung unter den Arbeitern verbreiten. nicht aber auf öffentliche Angelegenheiten einivirken. Bor den» Schöffengericht erzielten die Angeklagte» denn auch ihre Freisprechung; die Strafkammer in Itzehoe verurlheilte sie jedoch zu je 15 M. Strafe. Das Landgericht nahm an, es handle sich hier u»n einen politischen Berein, der ans öffentliche Angelegenheilen ein- zuwirken beziveckte und dessen Vorstand deshalb die im 8 2 des Bereinsgesetzes vorgeschriebenen Formalien nicht Halle unterlassen üatenthcil vcranlwvrtlich: llh. Glocke m Berlin. Druck»ind Verlag von Zi dürfen. Ausschlaggebend waren für daS Gericht die Thatsachen, daß unter seinen Mitgliedern Sozialdemokraten sind, daß die Bibliothek des Vereins voriviegend aus Schriften besteht, die als sozialdemokra- tische angesehen»Verden und daß einmal im Verein eine Debatte zwischen einem Pastor und einem sozialistischen Redakteur stattfand. Die An- geklagten legten Revision ein, halten aber keinen Erfolg damit. Der Strafsenat erkannte dahin, daß die Verurtheilung zu Recht erfolgt sei, und führte u. a. ans: Der Vorderrichter habe fest- gestellt, daß nicht nur rein»viffenschaftliche Vorträge im Verein gehalten, vorden seien, sondern daß auch der sozialdeino- kratische Standpunkt hervorgetreten sei. Wenn ein Verein sozialdemokratische Bücher in seiner Bibliothek habe, so seien daraus an und sür sich noch keine entscheidenden Schlüsse zu ziehen. In» vorliegenden Falle stehe nun aber fest, daß die Bibliothek ganz einseitig fast nur ans sozialdemokratischen Büchern zusaininengesetzl sei. Hieraus und aus den» sozialdemokratischen Geiste inaucher Vorträge, die»in Verein gehalten ivnrden. sei darauf zu schließen, daß der Arbeiler-Bildungsr�'«in von Wilster ein sozialdemokratischer Verein sei, der beabsichtige, eine besondere politische Partei zu fördern, nämlich die Soualdemokratie. Diese habe zum Ziel den Umsturz der heuligen Gesellschaftsordnung. Ein Verein aoer. der eine polüischs Partei fördern»volle, bezwecke damit eine Erwirkung auf öffentliche Angelegenheiten im Sinne des Z 2 des Vereinsgesetzes. Ein abscheulicher Fall von Wucher beschäftigte vorgestern das Reichsgerichl. Die Luinpensorlirerin Frauziska Mark in Nachen halle ihre Arbcitsgenossinne» aufs greulichste a»?z»saugen verstanden; so erhob sie von der eilien sür ein Darlehen von 3(drei) Mark»vöchentlich 1(eine) Mark Zinse», von einer anderen für ein Darlehen von 5 M.»vöchentlich 1.50 M. Zinsen»c., kurz der Zinsfuß schivankle zivischen 500 bis 1700 pCt.! Dabei machte» ihr die Darlehensempfängeriniieu auch durchaus kein Ge- heimniß aus der bitteren Roth, die sie zu einein solche» selbst- mörderischen Schritt« zivang; so erzählte ihr die eine, daß ihr Man, i schwerkrank sei und daß das Krankengeld von 7 M. die Woche nicht zum Unterhalt der Fanrilie und zur Pflege des Patienten ausreiche. Nicht weniger erbaulich»var die Schilderung einer anderen: der Mann iin Gesängniß. das letzte Stück versetzt und die Kinder der Barmherzigkeit fremder Leute überlassen! Unter voller Kenntniß dieser Sachlage, die mit verschiedenen Varianten bei den verschiedenen Darlehensnehuierinnen dieselbe bleibt, unternahm es das blut- saugerische Weib, diesen elenden Geschöpfe», denen«S am nöthigstcn gebrach, auch noch das letzte zu nehmen. In ihrer Revision gegen das Urtheil verfiel sie auf die in derartigen Fälle» üblichen Ausflüchte, die allivöchenllich eingezogenen Blutgroschen seien nicht als Zins, svildern als eine Art Risikoprämie anzusehen. Das Reichs- gericht v e r>v a r f die Revision der Angeklagten. Die HVahlen iw OestevveiLx. lieber das Ergebniß der Wahlen in Graz und in Prag liegt nun folgende Meldung vor: Wie», 13. März.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) In Prag- Stadt erhielt Genosse Dedie 15 150, der Klerikale Simon 3142»nd der Jungczeche Brzezemvski 16 128 Stimmen. Am Dienstag findet die Stichwahl zivischen den» Jungczeche»» und dein Sozialdemokralen statt. In Graz erhielt Siesel(Sozialdemokrat) 16 517, der Klerikale Gutjahr 14 518, der Deutsch- Nationale Dcngg 7685 Stimmen. Die Stichivahl zivischen den» Sozialdemokralen und Klerikalen findet Montag statt. Ueber die Stichwahl in Galizien liegt die folgende Meldung vor: J» Jaroslau entfiele» aus den Kandidaten des polnischen Zentral- komilee'S Domherr» Leo Pastor von 871 abgegebeneu Stimmen 349, anf Zelaszkieivicz(Sozialdemokrat) 314 und auf Hospod(Polnische Volkspartei) 201 Stiinmei». Es»vurde somit eine eiigere Wahl erforderlich. Bei der engeren Wahl erhielt von 740 Slinunen Paler L/o Pastor 391. Genosse ZelaSzkieivicz 353 Slimme». Pastor ist somit geivählt.— Unsere Parteigenosse»»»vollen sich noch in einigen Wahlkreisen der Stadt- und der Landgemeindeknrien an den Wahlen be- theiligen, so vornehmlich in Nordböhmen. Sie hoffen zieinlich bestimmt anf den Sieg in den Landgemeinde» von Reichen» berg i. B. in einein zweiten Wahlgange. Vielleicht ist auch sonst noch ein oder der andere Erfolg zu geivärtigen: im iveseiitlichea»vird aber silr uns mit den Slichivahleu iu Prag, Brünn Graz und den Landgeuieiude» von Reichenberg die Wahlbeiveguug abgeschlossen sein. Heber die Sonnabend stattgefundene Stichwahl in Brünn liegt folgende Meldung vor: Brünn, 13. März.(Privatdepesche de?„Vorivärts".) Sozialdemokrat v»des iu der heute ftattgcsnndcneit Stichwahl mit Ltt 802 Stimmen geivählt; der Klerikale Czcchc Müller erhielt 17 016 Stimme». Für denselben sllmmlen die Jung-»»»d Att-Czechen, Klerikale, Chustlich-Soziale und die Deutschiiationalen. Weiter liegen Nachrichten vor aus: T r i e st. 13. März.(W. T. B.) Bei der heutigen Reichs- ralhswahl(l. Wahlkörper)»vnrde der italienisch-liberale Kandidat Cambon mit 239 Stimmen gegen den bisherigen Abgeordneten Luzzatto geivählt. L e in b er g. 13. März.(W.T.B.) Zivei griechisch-katholische Geistliche wurden wegen Verhetzung der Bevölkerung bei der Wahl» beivegnng verhaftet. Eine Eskadron Husaren,»velche gestern Abend sechzehn an den Ausschreitunge»»" in Daividoiv betheiligt gewesene Personen in das hiesige Slrafgefängniß eskortirte,»vnrd« von Bauern und Arbeitern mit Steinen beivorsen; ein Husar wurde verletzt. Als die Husaren blank zogen, zerstreute sich die Menge._ Depeschen nnv lehke MnchrLrhken. Hamburg, 13. März.(W. T. B.) Der Hamburger Postdamvfer „Diana" ist auf der Reise von Hamburg nach der Westküste Süd- amerikas in der Magelhaensstraße gestrandet und hat 8 Fuß Wasser iin Vorder- und Mittelraum ausgenommen. Passagiere und Post sind in Sicherheit. Zürich, 13. März.(W. T. B.) Die den Angestellten der Nord- ostbahn zugestandenen neuen Dienstverlräge werden vom I.Jan. 1897, die Lohnerhöhungen dagegen schon von» I. Januar 1896 datirt, nn» eine Gleichstellung mit de» andere» Gesellschaften zu erzielen,»velche diese Zugeständnisse bereits in» vorigen Jahre»nachten. Konstantiilopcl, 13. März.(W. T. B.) Der von Miiradli nach Saloniki mit dem 43. Rebif- Bataillon abgegangene 35. Militärzug hatte bei der Station Sejdier-Tschifliiköd(?) eine» Zusammenstoß mit einem anderen Zuge. Zwei Solbate» und ein Schaffner»vurden gelödtet; 25 Soldaten ivurde» leicht verivundet. Der zuletzt genannte Zug traf Nachmittags unbeschädigt hier ei». Athen, 13. März.(Meldung der„Agence Havas".) Die griechische'Armee ivurde als in der Mobilisirnng befindlich erklärt. Kanea, 13. März.(Meldung der„Agence Havas".) Der Gouvernenr von Kreta, Photiades-Bey, ernannte Emi» Pascha zum Kommandanten der türkischen Gendarmerie. Emin Pascha»var auf ausdrückliche Forderung der Konsuln seiner Zeit als Anstister der Metzeleien»in vergangenen Mai abgesetzt»vorden. Athen, 13. März.(Meldlliig der„Agence Havas". Nach einer Depesche aus Kauea mußte ei» griechischer Dampfer, welcher, von Smyrna kommend, iu Kanca einlaufen»vollle, sich ans B jehl deZ Konimandaiilen wieder entferne», da letzterer drohte, j,„ Weigerungsfälle die Anlage-Taue zerschneiden z»» lassen. Gestern»nid heute ertönt« lebhaftes Geivehrfener auf den Höhen in der Umgebung von Kanea. ES scheint sich jedoch um»vichtige Borfälle nicht zu handeln. Kapstadt, 12. März.(W. T. B.) Das Flaggschiff„Saint George"»st von Braß hier eingetroffen mit 7 Offizieren und 70 Mann an Bord, die an Fieber leide», das sie sich auf der Benin-Expedition zugezogen haben._ Kox Babing in Bertin. Hierzu 3 Beilage« u. llntrrhaltnngcblatt» "r. 62.«• Mmt. i lata p des„Kmälts" lerltaer Ncksdllltt. S-Wt-S. lt. M! l8S7. .............. II.......■■im II I ikmihim iwiMM»ga�>«i��Lj»�«n�Tr!fn�a!iaKJAP.M»..U! Iii■! III■■ WMBBBHBgMJMüA y.'MItfAMMIBIlAJtLMIOTri UokAles. Unsere Prozentpatriotei» haben hch in der letzten Zeit um »hre Arbeiter gemaltige Mühe gegeben. Nicht, daß sie daraas bedacht gewesen wären, die ökonomische Lage der ausgebeuteten Proletarier annähernd zu der erträglichen Sicherheit zu erheben, aus der sich ihre Hauslhiere wohl fühlen. Noch weniger ist es ihnen eingefallen, ihre Stimme gar für unbeschränkte Gewährung menschlicher Necht«, wie des Koalitionsrechts:c. geltend zu machen. Nein, es galt einen höheren, idealen Zweck. Zu Ehren des verstorbenen Prenßenkönigs Wilhelm I. soll bekanntlich neben anderen Dingen auch ei» Festzng veranstaltet werden. Ju diesem Zuge sind nun alle möglichen gutgesinnte» Leute vertreten: Jnnnngsbrüder, Gebeimrälhe, ttanzleisekretäre, Krieger- verein.ler. Großunteniehiner, Korpsstudenten und der Himmel weiß, was sonst noch aus der Schaar derer, die wohl oder übel staatstreu sind und sein müsse». Nur eine Berliner Menschenkategorie wollte partout nichts von der Z e n t e n a r f e i e r wissen, und dies war just die zahlreichste in der Bevölkernng: die Arbeiterschaft. Einige Unternehmer- Organisationen suchte» sich rcsignirt in diesem Mangel an Patriotismus zurcchl zu finden, andere aber, und unter ihnen vornehmlich die Kühnemänner, bohrten weiter und mühten sich ab, vermöge ihres ökonomischen Uebergewichts eine» Druck ans die Ansgebentetcn nnsznnbe». Aber auch die Drohung mit der Hnngerpeitsche scheint nicht allzuviel Patriotismus aus den, Berliner Proletariat herausgelockt zu haben. Wenigstens giebt folgendes ltinndschrciben ans dem Hauptquartier der Arbeiterseiiide der Wuth nnserer Prozentpatrioteu beredten Ausdruck: Rundschreiben Nr. 4. S l r e u g v e r t r a u l i ch. Zur Nachricht! Ungeachtet unserer augestrrngtcstcn Bemühungen haben wir es nicht ermöglichen könne», eine Huldigung der Maschinen- bauet Berlins in besonderem Zuge am 22. März d. I. zu ver- anstalten. Die General-Bersammlung unseres Verbandes am 2S. Februar hat mit großer Majorität sich dahin entschlossen: a) Den 22. März 1897 als ojfiziellen Feierlag zu behandeln und die sich hieraus ergebenden Folgerungen zu ziehen; b) am 23. März in Ihren Werkstätten arbeiten zu lassen. Verband Verl. Met.-Judnstrieller. Der Vorsitzende: tr i tz K ü h n e m a n n. taalsrelter Geßler mit Bedauern vom auf- sässigen Schwcizervvlk:.Es ist noch nicht ganz ivie es soll, ge- bändigt." Wer über den Prozentpatriotismns und über die An- strengungen, welche die Kühnemänner mache», um ihre Arbeiter ans nur einig« Stunden zum Palriolismus zu zivingen, näheres er- . fahren will, der besuche am Montag'Abend 8 Uhr eine der beiden öffentlichen Versammlungen im Kösliner Hof, Kösliner- straße 3. und im Konzerlhaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a mit der Tages- ordnnng: Die M e t a l l i n d u st r i e l I e u, die Z e» t e n a r- seierund der 1. Mai. Refereuteu: Paul Litstn und Olto N a e t h e r. Eine wunderliche Agitation gegen die Tozialdemokratic betreibt der Lehrer Kilian in der 177. Gemeiudeschule in der Görlitzerstraße. Von den Eltern mehrerer Schüler wird uns darüber solgendes berichtet: Als am verflossenen Montag in der dritte» Klasse Lefestunde war, fehlten verschiedene Knaben. Dies gab Herrn Kilian Anlaß, die Bemerkung Hinzuwerse», daß die fehlenden wohl zum„Sozialdemokratenfest" gegangen wären. Darauf befahl der Lehrer, wie die Kinder ihren Eliern übereinstimmend mittbeilten, daß diejenigen Schüler aufstehen sollten, deren Bäter den„Vor- >v ä r t s" lesen. Eine Anzahl Knaben kamen dem ungehörigen Befehl nach, und der Lehrer gab dann seiner. Eulrüstnng darnber Ausdruck, daß man so ein.Schal! dö la t t" halte. Bor einiger Zeit hielt Herr Kilian in derselben Klasse«ine Natnrgefchichts-Stunde ab; er behandelte die Bienen. In einem von den Schülern nicht klar be- griffen«» Zusammenhang flocht der Lehrer auch in das Thema einiges von den Sozialdemokraten hinein. Damals meinte er nach den Mittheilunge», die die Kinder ihren Eltern machten, daß man Segen die Sozialdemokraten scharf vorgehen müsse. So die Be- hwerden, welche die Eltern in nur zu begreiflicher Entrüstung an un? gelangen lassen. Hoffentlich nimmt sich die Schuldeputation dieser Angelegenheit an. Große Mißstimmung hat es, wie die„Verl. Ztg.' schreibt, unter den in fiskalischen Gebäuden wohnenden Beamten hervor- gerufen, daß sie diesmal die Kosten der Erleuchtung der Dienst- wohnungen selbst zu trage» haben! Bisher wurden, sobald eine einheitliche Illumination von Staats wegen angeordnet ivurde, auch die jienster der Dienstwohnungen auf Staatskosten mit Lichtern besetzt. Was geschieht denn den Beamten, wenn sie es etwa untcr- lassen, aus ihre Kosten der preußischen Nationalfreude über den Zentenar-Jubeltag erleuchtete» Ausdruck zu geben? Dt« Zentcnarfeier hat nun doch einen öffentlichen Nutzen. Die Berliner Bahnhöfe rüsten sich nämlich zur Begehung des allgemeinen Jubels ebenfalls bereits. Große Arbeiterkolonnen, mit Leiter, Wassereinier und Wischlappen bewaffnet, rücken heran und putzen die Scheiben der Hallen blank, damit am Tage der Feier auch die Illumination zu sehen ist. Die Jlluminatiou sämmtlicher Bahnhöfe ist seitens des Eisenbahnministers nämlich angeordnet worden Kommandirt. Die„Volks-Zeitung" veröffentlicht folgende Zuschrlsl: Vielleicht ist es für viele von Interesse, zu erfahren, wie üschüler und Schülerinnen einer kgl. Schule zu patriotischen Zwecken abkommandirt werden. Am.schwarzen Brett" der hiesigen königl. Kunstschule ist folgende Bekanntmachung zu lesen: Zur Feier des 100jährige» Geburlstages Seiner Majestät des hochseligen Kaisers Wilhelm deS Großen haben sich die Schüler und Schülerinnen der kgl. Kunstschule am Sonntag, de» 21. Mär,. pünktlich um IVn Uhr vormittags im Lichthose des Kunstgewerbe- Museums zu versammeln. Tie gewaltige Zunahme deS Verkehrs auf der Stadtbahn macht zur geordneten Durchsnhrnng der Zugäuge zu den Bahnhöfen einen Umba» der letzteren dringend erforderlich. Es sollen inlolge dessen nunmehr auf sämmtlichen verkehrsreiche» Stationen gesonderte Zu- und Abgänge errichtet werden. Dieser Verfügung gemäß ist nunmehr aus dem Bahnhof Alexanderplatz mit dem Umbau begonnen worden. Die bisherige Treppe von der Königstraße aus wird kür den Zugang erhalten bleiben, während der Ausgang vom Bahnhof durch eine zu erbauende Treppe nach der Straße An der Stadtdahn, neben dem Eingang für den Fernverkehr erfolgen wird. Ter Gang zum Vater Philipp. Im Kriegsministerium finden gegenwärtig Erhebungen statt über den Transport von Soldatennach dem Militär- Arresthause in der Lindenstraße. Die Veranlassung dazu bietet eine dem Kriegsminister v. Goßler von Äerrn Zülzer. dem Verleger der„Allgemeinen Fleischer« Zeitung", Cimlich überreichte Eingabe, die sich aus fast zehnjährige Beobachtungen stützt. Der Inhalt ist im wesentlichen solaender' Im Durchschnitt werden täglich 22 Soldaten in das' Arresthans eingebracht. Die von Unlerosfizieren bei Antritt und nach Verbüßung der Strafe geführten Leute erregen die öffentliche Aufmerksamkeit und sind hin und wieder höhnischen Bemerkunaen ausgesetzt. Dadurch wird das Führen der Leute durch die Straßen in tsiuer besonderen Strafe, die das Ehrgefühl hart treffen muß Die gcsammle Garnison würde mit Freuden die Auf- Hebung dies» Maßregel begrüßen.- W.e verlautet, hat d.ese An- rezung ans unbelheiliglen Kreisen bei dem Kriegsminister eme wohl- wollende Ausnahme gesunden. Tie im Bezirkskommando kl«erlin abzuhaltenden Früh- jahrs-Kontrollversamminugeu werden in der Zeil vom 20. bis 30, April stattfinden. O-ffentliche Bekanntmachunge» an den Anschlagsäule» am 23. März, 10. und 19. April werden nähere Millheilungen darüber bringen. Veränderung des Charakters. Die amtliche„Berliner Correspondenz" meldet: Dem Kriminalkommissarius Rautenberg in Berlin ist der Charakter als Kriminalinspektor verliehen worden. Der Kaufmann Adolf Katz, über dessen Vergangenheit wir gestern einige Mittheilunge» gaben, ist auch ein ganz gewiegter Aus- brechet. Nachdem er den Diebstahl im Hohenzollerumuseuin be- gangen, hatte er sich, wie bereits gemeldet, nach der Provinz begebe», um hier den Raub zu versilbern. Gelegentlich eines Dieb- stahls wurde er jedoch in Meißen festgenommen und zur Unter- suchungshaft gebracht. In der Nacht zum Sonnabend, den 27. v. Mts., gelang es ihm jedoch, auszubrechen und zu eutkommen. Bereits am Sonntag wurde er wieder verhaftet; doch wie sein gegenwärtiger Aufenthalt in Berlin zeigt, hat er es abermals verstanden, zu entspringen. Ob der von dem Verbrecher geführte Name Adolf Katz richtig ist, bleibt noch abzuwarten; er halte sich in Meißen Emil Katz aus Pforz- heim genannt und soll auch bereits Vorstrafen wegen Hochstapeleien und Diebstahls unter den Namen Meyer und Clemens erlitten haben. Von den im Museum gestohlenen Sachen sind bisher nur ivenige Gegenstände gefunden worden, den größten Theil derselben scheint Katz versteckt zu halten. Bei feiner Verhaftung in Meißen wurde von den gesuchten Sachen bei ihm nichts vorgefunden. Eine» sehr gefährliche» Verlauf nahm eine Sprengung von Mauer», welche am Freitag im Treptower Park stattfand. Das Riesengemäuer des Modells einer Filteraulage der Stadt Berlin, welches wohl den meisten Besuchern der Gewerbe-Ausstellung bekannt sein dürfte, sollte mittels Dynamit von den Pionieren niedergelegt werden. Schon am Donnerstag sollte die Sprengung statt- finden, doch versagte der elektrische Apparat und fand sie infolge dessen erst am vorgestrigen Freitag statt. Zur Sicherheit wurde die Treptower Chaussee in größerem Umfange gesperrt und die Fenster ans dem Gebäude der Stadl Berliu herausgenommen. Zunächst wurde die östliche Seite nieder- gelegt. Als die Minen entzündet wurde», ertönte ein dumpfer Knall, die ineterstarke» Mauern wurden etwa zehn Zentimeter hoch geboben, barsten auseinander und stürzte» in sich zusammen. Bei der Sprengung des Gemäuers auf der Westseite jedoch war die Explosion eine iveir intensivere, bis ei» Pfund schivere Steinstücke wurden über die Kuppel der Ausstellungshalle der Stadt Berlin hinfort Hunderl Meter weit geschleudert. Einzelne Steinstücke flogen bis zum Chemiegebäude rcsp. stürzten auf die Chansse« und es ist als ein glücklicher Zufall zu bezeichnen, daß von de» zahlreichen, in der Nähe beschäftigte» Arbeitern und Gärtnern niemand getroffen wurde. Trotzdem muß eine zweite Sprengung, da das Mittel- gemäuer fast unversehrt stehen geblieben, in den nächsten Tagen noch einmal stattfinde». Erschossrn hat sich am Freitag der Major a. D. Ferdinand Appelins, der seit drei Jahren im zweiten Stock des Hauses Gleditschstr. 42 wohnte. Appelius, ein Man» in den fünfziger Jahren, war mit einer um viele Jahre jüngere» Frau verheirathet und hatte aus dieser Ehe zwei Kinder, einen fünfjährigen Knabe» und ei» dreijähriges Mädchen. Erst vor einigen Wochen war er mit seiner Frau ans Italien zurückgekehrt. Borgester» machte er mit seiner Frau einen Ausgang, von dem diese allein' zurückkehrte. Später brachte man ihr die Tranerknnde, daß ihr Mann sich in der Wohnung eines Verwandten erschossen hatte. Appelius scheint eines Lungenleidens wegen Hand an sich gelegt zu haben. Selbstmorde� Eines unheilbaren Leiden? wegen hat sich die 44 Jahre alte Schneiderin Johanna Guhl in ihrer Wohnung Lützowstr. 104 erhängt.— Im Thiergarten erschossen hat sich in der Nacht zum Sonnabend ein junger Mann namens Könk"»''. dessen Leiche i» der E'chen-Alle«»n, Nhr morgens von einer Frau aufgesiinde» wurde. Der Revolver, anS dem der tödtliche Schuß in oie Brust abgefeuert war, lag nebe» dem Tobten. Die Leiche wurde aus Veranlassung des 33. Polizeireviers»ach dem Schauhause gebracht. UngliickSfälle im Straßenverkehr. Vorgestern imchimtlags wurde die verehelichte Glasermeister Henriette Rogge. geb. Schmidt, mit ihrem 12jährigen Sohn Paul, als sie mit einem Handwage» die Leipzigerstraße entlang fuhren, durch einen Omnibus der Linie Schöueberg— Spittelmurkt überfahren. Während die Frau mit einer leichte» Verletznng im Gesicht davon kam, wurde der Knabe an beiden Oberschenkeln sehr schwer verletzt und mußte nach dem Krankenhause am Urban gebracht iverden.— An der Ecke der Lietzmann- und Landwehr- Straße gerieth nach- mittags der S4 Jahre alte Handelsmann Hermann Fickert unler die fltäder eines GeschästswagenS nnd erlitt erhebliche Verletzungen am rechten Arm und Bein. Er wurde in einem Krankenwagen in das Krankenhans am Friedrichshain übergeführt.— Durch blinden Feuerlärn» wurde vorgestern Nachmittag gegen VeK Uhr die Feuerwehr atarmirt. Als der Hausdiener Albert Maas einen zweirädrigen Handwagen in das Haus Heiligegeiststr. 17/18 hineinziehen wollte, stieß er beim Oeffnen der Hansthür gegen das linke Rad des Wagens, wodurch die Deichsel nach rechts herumgeschleudert wurde. Die Deichsel zertrümmerte die Scheibe des Fenecinelvers der dadurch in Thäiigkeit gesetzt wurde. Sl,is bell Nachbarorten. A.iS dem Reiche deS Herrn v. Oppen. Die Johannisthaler Genossen schreiben uns: Nach der be— rühmten Rede, welche der Amtsvorsteher v. Oppen bei der Feier des LS jährigen Sedanfestes hielt nnd in der er die Sozialdemokraten mit dem schönen Name» „Ungeziefer" belegte, welches mit Stumpf und Stiel aus seinem Reiche ausgerottet werden müßte, war zu erwarten, daß er diese seine Lebensausgabe mit allen Kräften vollführen werde. Zuilächsl erschien seine Broschüre gegen das allgemeine Wahlrecht. Das waren aber„olle Kamellen", die nicht mehr zogen. Dann ließ er alle unser« öffentlichen Versammlungen um 10 Uhr auflösen. Da nun aber in seinem Reiche auch Vereinsver- sannnlungen stattfinden, welche nach dem Gesetze der Polizeistunde nicht unterworfen find, behauptete der Herr einfach, dies seien auch öffentlich« Versammlungen. Auf nnlere Beschwerde gegen dieS eigenthümlich« Verfahren half sich Herr v. Oppen mit einen, kühne» Sprung hinweg, indem er den Gaftwirthen befahl, an einem solchen Vereinsabend sämmtliche Gastränme bei 30 Mark Strafe um 10 Uhr zu schließen. Da es uns unter diese» Umständen nicht mehr möglich war. uns öffentlich in bisher geivohnter Weise zu versammeln, so wurden sich die Mitglieder des Arbeiter-Bildungsvereins darin einig, es einmal mit einem geselligen Beisammensein mit ihren Familien zu versuchen. Nach dem Vereins- gesetz bedürfen ivir hierzu einer Genehmigung garnicht, und wirklich erhielten wir auf unsere Anzeige eine prompte Bescheinigung. Wir waren nun alle froh. einmal in Ruhe uuter uns sein zu können. Serr v. Oppen jedoch halte anders* beschlossen. Der Wirth challer, bei den, das Zusammensein stattfinden sollte, er- hielt vom Amtsvorsteher die Aufforderung, unverzüglich seine verlängerte Konzesston abzuliefern. Alle persönlichen Ver- suche und Bitten Schaller's, Herrn v. Oppen zur Zurück- »ahme dieser Aufforderung zu veranlassen, blieben anfangs ohne Erfolg. Aber schließlich erhielt Schaller die Tnnzerlaubnib für den nächsten Sonntag doch zurück. Er hat uns nun seinen Saal ent- zogen. Inzwischen hat auch Herr Schaller, als Herr v. Oppen sah, daß durch Bekanntmachung im„Vorwärts" das Lokal zurückgezogen war, seine volle Konzession wiedererhalten. So steht es hier mit der Behandlung der Arbeiterschaft. Der Kriegerverein sowohl wie die Feuerwehr bekommen anstandslos ihre Maskenbälle an Sonn- abenden erlaubt. Die Arbeiterschaft von Johannisthal wendet sich daher an daS Solidaritätsgefühl der Berliner. Steht uns bei, Berliner Genossen, indem Ihr dafür sorgt, daß unsere Lokalliste mehr als bisher beachtet wird; nur durch die Mitwirkung der Berliner Arbeilerschast, welche Sonntags Ausflüge nach hier niacht, ist es uns möglich, einen Druck auf die Wirlhe auszuüben. Bedenkt, wir stehen bald in dem Kampfe für die Reichstags-Wahl; haben wir hier keinen Saal, dann können wir keine einzige Versammlung abhalte», denn auch die Borussia« Brauerei hat uns den Saal entzogen. Sorgt für die strengste Beachtung der folgenden Lokalliste in Gewerkschaften und allen Vereinen. Zur Verfügung stehen uns in Johannisthal: Senft, leben's Volksgarten und Restaurant Eggert; in Nieder-Schöneweide: Hanisch und Massante, Berlinerstraße, Restaurant Strecker. Grünauer- straße ö; in Ober-Schöneweide: Haferland's Saal und Nirstauration von Rudolf. Auch die Gemeindevertretung von Weißensee hat nunmehr ihre Zentenardebalte gehabt. In der letzte» Sitzung handelte es sich zunächst um den Antrag auf Hergabe eines Platzes zu einen, Wilhelmsdenkmal; auch Weißensee muß die Sitte mitmachen. Unser Parteigenosse, Genieindevertreter Karow, meinte unter lebhafter Ent- rüstung seiner patriotischen Herren Kollegen, daß die überwiegende Mehrzahl der Einwohner nicht das geringste Interesse an der Er- richtung des geplanten Denkmals hätten; nur diejenigen, die unter dem verstorbenen Prenßenkönig sich bereichern konnten, möchten viel- leicht Ursache habe», hierfür eine Pflicht der Dankbarkeit zu üben. Der Antrag wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Dann wurden 600 M. zur eigentlichen Wildelmsseier gefordert; hierfür solle» Straße» ausgeschmückt und Festschriften an die Schuljugend vertheilt werden. Auch zu diesem Punkte meinte Genosse Karow, daß es das einfachste sei, wenn die Interessenten der Feier das Geld nicht aus dem Säckel der Steuerzahler, sondern aus ihrer eigene» Tasche nehmen würden. Ein Genieindevertreter konnte es sich hierauf nicht versagen, de» unzufriedene» Arbeitern den Rath zu geben, doch Weißensee den Rücken z» kehren, wenn ihnen der ortsübliche Patriotismus nicht gefalle; ein Rath, auf den Karow treffend entgegnete, daß wohl keine Ordnungsstütze lange auf ihrem Geldsack fitzen bliebe, wen» die Arbeiter wirklich den Staub von den Pantoffeln schüttelten. Auch in diesem Falle wurde das patriotische Begehren gegen zwei Stimmen gestillt. Die Parteigenossen von Steglitz werden dringend ersucht, sich in die Listen betreffend Errichtung eines Gewerbegerichts ein- zuzeichnen. Die Listen liegen in sämmtlichen Lokalen ans, wo der„Vorwärts" ansliegt; außerdem bei dem Zigarren- Händler Albert Ost, Düppelftraße 29. Die Listen werde» am 13. März geschlossen; außerdem mache» wir die Partei- genossen noch darauf aufmerksam, daß am 13. März hier in Steglitz im„Gambrinns", Ahornstr. loa, abends 8 Uhr, eine Volksversammlung stattfindet, in welcher die Genossin O t ti l i e Baader über„Die Bedeutung des 13. März für das Proletariat" sprechen wird. Es wird gebeten, recht pünktlich zu erscheinen, weil wegen der Polizeistunde um 10 Uhr geschlossen werde» muß. E. S u d r o>v, Steglitz, Dünlherstr. 4. RIxdorf. Auf die Vorstellung von„Nora", welche der Holz- arbeiter-Aerband am Sonntag, den 21. März, unter Leitung des Herrn Türk veranstaltet, weisen wir hiermit unsere Leser hin. Näheres im Jnseratentheil. In Schöneberg hat sich der Hans- und Grundbesitzer- Verein in seiner letzten Verfamnilung für die Eingemeindung des Vororts in Berlin und gegen die durch die Weisheit des Provinzial-Landtags beschlossene Stadtrechl? Verleihung erklärt. Zu einem Konflikt mit einem Schalsspieldirektor kam e? am Freitag Abend 7 Uhr i» der Flora zu Charlotten bürg. Der in Hannover, Artillcriestraße 2S, domizilirte Direktor Paul W-riiick- will in beiii aenannten Jnililut 14 Tage lang ein hurrahpamot'.iches stuck anssnhren niiv in-h». yiv-i-w>>>°....... Lokalblatt 50 Statisten. ES meldeten sich auch eine Anzahl Per. föne», welche zum Freitag Abend zur Probe bestellt wurden. Ter Direktor schickte jedoch eine Anzahl der angeworbene» Leute plötzlich zurück nnd sagte ihnen, als sie entsprechende Entschädigung ver- langte», daß sie ihn verklagen sollten. Die Geschädigte» ließe» sich durch einen Schntzman» die.Personalien des Wernicke feststellen, gegen den nun im Klngewege vorgegangen werden muß. Selbstmord. Mit tödtliche» Stichwunde» wurde vorgestern früh aus der Straße nach Selow bei Finkenlrug ein etwa 3Sjähriger Mann anfgefunden, in welchem später ein Maurer Neumann ans Berlin rekognoszirt wurde. Die ursprüngliche Annahme, daß ein Mord vorliege, bestätigte sich nicht, vielmehr wurde festgestellt, daß sich N. die Stichwunden, welche auch die Pulsader an der linke» Hand zerschnilten, selbst beigebracht hatte. Nach einer im Notizbuch des Selbstmörders vorgefundenen Bemerkung hat er die That eineS unheilbaren Leidens wegen begangen. In Tpandn» wurde gestern die Garnison plötzlich auf Befehl de? deutschen Kaisers alarmirl. Slnf die Festung Spandau ist am Donnerstag der Einjährig» FreiwiUlge Schniul vom Garde-Trainbalaillon abgeführt ivorden. Er war nach Hinterlassung bedeutender Schulden fahnenflüchtig ge- worden und hatte sich schließlich aus Noth in Metz gestellt. Di« Slrase, deren Höhe»och nickt bekannt ist, ist wegen Fahnenflucht »nd leichtsinnigen Schnloenmachens verhängt. Eheatir- Wochenchrontk. Opernliau S. Sonntag, den it. März Hansel und Grercl."..Balazit." Anfang 7 Uhr. Montag, lö.:„Nndtue." Anfang » Uhr. Tienitag, IS.:„Ter«arvler von Sevilla". Hierauf:„Cnvallorin rusiican»". Mittwoch, 17.:„Undtne." Donnerstag, 18.:„Eoangeltmann." Zsrettag, 19.:„Die Meistersinger van Niirnbergi» HanZ Sachs; Herr Th. Reichmann. k. r. Kammersänger auZ.Wien. Anfang«Zt- Uhr Sonnabend, 20:„Mtgnon". Sonntag, 21.: Tneitre pare:„1812."(«schüluc» Vorstellung.) Anfang 6 Uhr. Montag, 22.: Festvorstellung. Anfang 8 Uhr. Dienstag, 28.: Tbeätre pare:„Wtttehalm". Anfang H Uhr.— S ch a u s p t e l- hau«. Sonntag, le.:„Doltor Klau»." Montag, id.:„Wa« Ihr wollt." Dienstag,>0.:„1812." Mittwoch, 17.:„Torquato Talso." Donnerstag, 18.:.Dl» Komodii der Irrungen."„Der eingebildete Kranke." Freitag, l».: Zum 200. Male:„Da« käthchen von Heilbronn. Sonnabend. 20.:„Wte dle Alien sungen." Sonntag, 2l.:„1812." Schnlervorstellung. Anfang ä Uhr. Momag, 22.: Tst-alr» pare":„Reftfplel ttoltietg." Anfang oZ Uhr. Dienstag, 23.:„Festspiel Tolberg." Anfang 7 Uhr.— Neue« könlgltche« Opernlheater fKroll). Svnnia", 1«. März:„«osantasena." Sonnlag, 21.:„1812." Schülervorstellung Anfang 8 Uhr.- Der Spielplan de« Deutschen Theater« wetst fnr diese Woche folgende «orstellungen auf: Sonntag Abend„Der Sohn de« Thalifen". Montag„D'c versunkene Slolke". Dteustag„Morilurt". Mittwoch„Der Sohn de« Thalijen". Donnerstag»nd Freitag„Die versunkene Stocke". Sonnabend„Der Sohn dev Cholisen". Nächsten Sonntag und Montag Abenl„Die versunkene Siocke". Nach- mNlag«vorstellunften. Heule Sonntag„Hamlet". Nächsten Sonntag„Die Weber". — Im Lessing-Thealer werden die Novitälen„Der Herr Abbe" von Henry Meilhac und Gustav Kadelburg's Schwant„In Zivil" heute Sonntag, Montag, Tonnerstag und Sonnabend wiederholt. Dienstag kommt„Komtesse Suckerl" i» neuer Einstudtrung, Mittwoch„Der Veilchensrester" mit Herrn Schönfeld i» der Titelrolle. Freitag„Die Ehre" mit Herrn Loewenseld als Gast Izur Anfsührung. Zum nächsten Sonntag, zur Hundertjahrseier, macht Herr Blumenthal eln-n drolligen Scherz; es Ivttd da« Lustspiel„Der Vetlchensreffer" wiederholt, dem ei» Fesrgedtchl von Herrn Blumenthal vorangehen wird. Als Nachmittagsvorstellung wird sowohl heute wie nächsten Sonnlag„Komtesse Gnltert" gegeben.- Da« Berltner Thealer giebt in nächster Woche an zwei auf einander folgende» Abcnden da« Toppeldrama Wildendruch«. Montag„König Heinrich" und Dienstag „Kaiser Heinrich".„Renaissance" wird heute Sonmag, Mittwoch und Sonnabrnd (zum 70. Male) gegeben. Donneristag stndel dle erste Anffiihrnng von Ad. Rosee'« „Marksteine", vier Tage preußischcr Geschtchie" statt»nd wird Freilag<27. Lbonne- menls-Vorstellnng) und als erste„Festvorstellung" mil vorangehendem Prolog am nächsten Sonntag wieder holt. Al« Nachniittagsvol stelluugen zu volkslhiiinliche» Preisen gehen in Szene: morgen„Die Jungfrau von Orleans" mit Frau Geßner. und nälbsten Sonntag„Uriel Acosta".- Im Residenz-Theatcr deherrschl daZ Stück„Associes" auch ferner den Spielplan. Für dle Hunderljahrfeier bat Direktor Lautcnburg einen Prolog von Otto F-anz Genstchen angenommen. Außerdem gelangt an allen drei Abenden vor Aisoctes" da« einakttge Militär- Scherzfplel„Der Brummer" von Fretherrn v. Schlicht zur Aufführung.— Das Neue Thealer wird Sonntag, 21. März, Gutzkow'«„Zops und Schwert" geben. Dieselbe Aufführung stndel auch am 22. März statt, währenv am 23. März an de» Prolog sich Lesstng'S„Minna von Barnhekm" schließen wird.— Im Schiller, T h e a 1 e r lommi heut« Sonntag nachmittag«„Gin VolkSsetnd", abends da- Lustspiel„Eine Palastrevolulion" zur Aufführung. Im Bürgersqqle de« Rath- Hause« ist„Karl Loewe-Abend". Wiederholungen von Reultng's neuer Koinödi» „Die gerechte WeU" finden Montag, Mittwoch und Donnerstag statt. Dlenjlug geh« t.oieflgef« VoNSschctnsptil„Dm Sagt de» Gericht»" In Szene, und Freitag isl zum ersten Male„Maria Stuart" und wird Sonnabend wiederholt.— Ter Spielplan für die neue Woche ist im Theater de» W estenSi Adalbert von Hanstein'» Drama„König Gaul" wird Montag, Mittwoch, Freitag und nächsten Tonntag wiederholt. Heute, Sonntag, findet die letzte Sonntag»- aufführung de» Lustspiel»„Die berühmte Frau" mit Herrn Kadelburg al» Gast stall, der nur noch eine Wiederholung am Dienstag folgen wird. Donnerstag geht der neue Schwant„Tropentoller" von Hau» Fischer zum ersten Mal in Szene, der Sonnabend und nächsten Montag wiederhoit werden soll.— Im Thalia- Theater geht heute, Sonntag, nachmittags da» Schauspiel„Trilby" wieder in Szene. Abend» findet die»2. Ausführung de» ZuastiWes„Frau Lieutenant" statt.—„Berlin, wie es weint und lacht" erlebt im O st end-T h ea t e r nur vier Aufsithrungen, da nächsten Freitag eine WohltbätigleiiZvorstellung stattfindet unter Mitwirkung von Frau Klara Meyer. Heute Nachmittag Ist die letzte Ausführung von„Preciosa" zu halben Preisen.— Kail Pander beschließt morgen am N lex and erp la tz-Th cate r sei» Gastspiel al» Hühneraugen-Operaleur pirsch in„Heinrich Heine". Heute Nachmittag gelangt die Zaubcrlomödte sieben Raben" zur Aufführung. Vevprnntnlimjövn» Die Hausdiener und Kutscher Moabits hielten am 27. Februar eine Versammlung ab, in der Genosse P ö r s ch über die Vortheile der Zentralorganisation sprach. In der Debatte sprach man sich gegen die Bildung kleiner Vereine auS; die Anwesenden wurden aufgefordert, sich dem Zentralverbaud der Handels- und Transportarbeiter anzuschließen. Arbeiter.»ildungaschnle. Sonntag, vormittag» von tchs-t- Uhr, abwechselnd Foitschriitslursu» in Nationalötonomte und Redeübung im Lokal der Nordschule, Brltnnenstr. 26. Montag Abend kein Unterricht. Sie Lesehalle der Arb->ter-Sil>»n««schnI». Brunnenstr. 26. ist Wochen- tag»'von«— s Uhr, Sonntagz von 4-9 Uhr, unentgeltlich für jedermann geöffnet: die Geschäftsstelle der Schule N., BtUnnenstraße 26. die den Berein»- vorständen zur«ermittelung von Vorträgen reiffenschastlichen«haralter» zut Verfügung steht, ist cbensall» von s- 9 Uhr nachmittag» geöffnet......... Art,»it-r-Kii,.«.rl»»>d Berlin» und Ning-Mii».«"Inder m. Neumann. Pasewalkerstr. 3. Alse Aenderungen im Beremslaiender sind j» richten au Friedricg K o rtum, Alanteuffelstr. 4», v. 2 Tr. Allgemeine Familien- Sterdekaffe. Heute Zahltag: Ackerstraße l2Z det Deike und Orauienstraße»Sa bei Bulow......—.... verband der«ravenre lLis-lenre-te. Dienstag. k>en 1°. Mär, abend» sjj Uhr, Oranienflr. öl: Vortrag de» Herrn Paul Husch über.„Allohol.SmuS und Verbrechen. Wetter- Proguose für Tonutag, den 14. März Ein wenig kühler, vemuderlich, vorherrschend wolkig mit Niederschlägen und mäßiger Luftbewegnug. Berliner W e t t e r b u r e a n. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keiuerlei Berantwortung. Tszeslkev. Sonntag, d e n 14. M S r z. Opernhaus. Hansel und Gretel. Bajazzi. Montaq: Undine. Schanspielhaiis. Doktor KlauS. Montag: Was Ihr wollt. Steues Opern< Theater.(Kroll.) Vasantasena. Deutsches. Der Sohn des Kalifen. Nachmittags 21/, Uhr: Hamlet. Montag: Die versunkene Glocke. Berliner. Renaissance. Nachmittags V-3 Uhr: Die Jung- frau von Orleans. Montag: König Heinrich. Lessing. Der Herr Abbe. In Zivil. Nachmittags 3 Uhr: Comtcsse Guckerl. Montag: Der Herr ASbS. Hierauf: In Zivil. Neues. Marcelle. Nachmittags 3 Uhr: Der Hütten- besitzcr. Ostend. Berlin, wie es weint und lacht. Nachmittags 3 Uhr: Preciosa. Montag: Berlin, wie es weint und lacht. Westen. Die berühmte Frau. Nachmittags 3 Uhr: Die wilde Jagd. Montag: König Saul. Residenz. Associös. Montag: Dieselbe Vorstellung. Linden. Indigo und die vierzig Räuber. Nachmittags 3 Uhr: Der Bettel- studcnt. Montag: Indigo und die vierzig Räuber. Thalia. Frau Lieutenant. Nachmittags 3 Ubr: Trilby. Montag: Frau Lieutenant. Schiller. Eine Palastrevolution. Nachmittags 3 Uhr: Ein Volks- feind. Montag: Die gerechte Welt. Zentral. Ein stdeler Abend. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bolks. Signor Piffarello. Montag: Dieselbe Borstellung. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Moderne Jungfrauen. Nachmittags 4 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Heine.— Eine Tasse Thee. Nachmittags 4 Uhr: Die sieben Raben. Montag: Heinrich Heine. Eine Tasse Thee. Passage-Panoptikum. 32 MSbchm aus Samoa. Apollo. Spezialitäten. , lance-Theater Bolks-Norstellnug unter Regie von Julias Türk. Sonntag, dm 14. März, nachm. 3 Uhr: Gastspiel der Damen Martha Frey und Therese Frehbnrg; der Herren Heinrich Schulz und Wilhelm Ruff. Zum zweite» Male: Die Zitilgfrail voll Orleans. Romantische Tragödie von Fr. Schiller. Johanna: Martha Frey. Agnes Sorel: Therese Freyburg, König: Richard Jürgas. Dunois: Heinrich Frey. Burgund: Wilhelm Rufs. Lionel: Heinrich Schulz. Talbot: Julius Türk. Die Kostüme, Requisiten, Waffen sind aus den kunstgewerblichen Werk- stätte« von P. Hildebrand, Eintrittskarten a 60 Pf, sind in den bekannten Geschäften zu haben, ( Wann«iv'ri»viiter). Sonntag, nachm. 3 Uhr: ffiiu Volksfeind.- Abends 8 Uhr: Eine Palastrevolution. Montag, abends 8 Uhr: Die gerechte Welt. Ostend-Theater. Gr. Frankfnrterstr, 132. Dir. C. Weiß. Heute und folgende Tage: Berlin, wie es weint und lacht. Nachm. 3 Uhr, halbe Preise. Zum letzten Male: I'rsclo»!». Schon- fviel mit Gesang von Pius Alex, Wolfs, Musik von Carl Maria v. Weber, Alexailderplatz-Thegter. Nachm. 4 Uhr: Die sieben Raben. Großes Zaubermärchen mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Bolten-Bäckers. Abends 8 Uhr: Große Dopvel-Bor- ßellung zu kleinen Preisen, Unwider- ruflich vorletztes Gastspiel des Herrn Karl Pander vom Thalia-Theater in Hamburg, 0 Uhr: Heinrich Heine. Lustspiel in drei Atten von A. Mels, t irsch, Hühneraugm-Operateur und otterie-Kolletteur: Karl Pander a. G, Vorher 8 Uhr: Eine Tasse Thee. Lustspiel in 1 Akt nach dem Französi- scheu von W, Drost, 8i/„ Uhr: Ein kleines Miftverständniß. Lustspiel in 1 Akt,— Montag: Letztes Gastspiel des Herrn Karl Pander. Billets sind ohne Vorvcstellgebühr ßchon drei Tage vorher an der Theater- kasse zu haben. Vormittags 11—1 Uhr und abends von'/z? Uhr an,_ Lanarie»h,,Harz,W,.Melchiorstr,4,v.IV Friedrich Mhelinst. Theater. Nachm, 4 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Romant. Schauspiel in 3 Akten(7 Bildern) von Emil Hildebrandt und Julius Keller, Dirigent: A. Wicher. Abends 8 Uhr: Moderne Jung- frauen. Berliner Posse mit Gesang in 3 Akten von Alfred Schmasow und R. Niwel. Musik von Albert Wicher, Morgen und die folgenden Tage: Moderne Jungfrauen. Billets sind schon drei Tage vorher ohne Borbestellgrbühr an der Theater- fasse zu haben. Außerdem im Jn- validendank, Unter den Linden 24, bei Paul Romcick, Leipzigerstraßc 6, und Julius Lengenfeld, Markgrafenstr, 50, Thalia-Theater. (vormals Adolph Ernst- Theater). Nachmittags 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen: Trilby. Drama in 6 Akten nach dem Roman des George du Mauricr von Georg Okonkowsly. Abends 7 t/z Uhr: „F ran L i e u t r» a n t." Bandeville in drei Akten von Paul Ferner und Antony Mars. Deutsch von Hermann Hirsche! Musik von G, Sclpette und V. Roger. Morgen und folgende Tage:„Frau Lieutenant." Central-Theater. Alte Jakobstr. 30. Dir. Rich. Schultz, Abends l/z8 Uhr: Zum 33. Male: Ein Adelet Abend. Morgen: Zum 3g. Male: Ei» fidelcr Abend. Feen-Palast, str�l». Direktion Winkler& FrÜbel. Heute, Sonntag, zum vorletzten Male die mit jubelndem Beifall auf- genommene Sjährige Gesangssee auf dm html Moglras Affen als Akrobaten. ExcentricS Gap u. Morin. Radfahrerinnen Pcvella. Sowie Auftreten des gesammten Kiinstler-Persounls. Kolossaler Erfolg der originellen Lebendeu Photograuhieu. Anfang Konzert 6Uhr, Vorstellung7Uhr. Entree 30 Pf. bis 1 Mark 50 Pf. Luxus Renz Karlstrasse. (Jnbiläuins- Saison 1896/97.) Sonntag, den 14. März 1897; 2 grokeNorstellungen 2 Nachmittags 4 Uhr:(Ermäßigte Preise u. 1 Kind unter 10 Jahren frei.) Tjo Iii En mit dem beliebten Bchellenspiel. _ AbendS 7»/, Uhr: IM- Aufführung der Novität:"M Durchschlagender Erfolg. Aus der Mappe eines Eine romantifch-vhantastische Handlung von Direktor Frans: Ken« und dem großbcrzogl. hessischen Hof-Ballet- mcister 4,ng-. Siems, Außerdem die hervorrag. Nummern des Repcrtoirs. Montag, den 15. März, abends ]}/, Uhr: Aus der Mappe eines Nlesengebirgs-Phantasten. (■REUS BUSCH Sonntag 2 llalinhof Bttrae* den 14. März 1897: gr. Vorstellungen 2 Nachmittags 4 Uhr: (1 Kind unter 10 Jahren frei): ZscheusJiiS WaldMen. Schwimmende Elefanten, schwimmende Pferde mit Reitern. Abends 7l/z Uhr: Nach Sibirien. Außerdem in beiden Vor. stellungen die besten Schul- und Frei- heitspkerde; Austreten der hervor- ragendsten Reitkünstlerinnen u. Reit» künstler. Spezialitäten 1. Ranges. Borzügl. Klowns. Morgen: Nach Sibirien. Centenar-Feier Freitag, den 19. März: Wohl- thätigkeits-Vorstellnng zum besten d. v. d. Kaiser- Wilhelmstifttlng zu begründenden Jnvalidcnheii». Am 22. März: Freier Eintritt für die Ritter des Eisernen Kreuzes 2. Klasse Am 23. März: Freier Einttitt für die Inhaber des Militär-Bcrdienst- kreuzes und d. Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klaffe. Eintrittskarten bis zum 21. März beim Jnvalidendank, U. d. Linden 24 Theater- Berel«. Vereinssaal, Bühne, Sonntags frei Nene Höchste, 49, Amt III 2170.. 3896 Ilnania Tauben-Strasse Urctnift, Ko. 48-49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr vorm. ah. Eintritt.lo Pf. Wiffenschaftl. Theater abends 8 Uhr. SternwarleN«St�.bZm hos. Täglich von 7>/z Uhr abends ab 39 Pf. Im Theater-«aale täglich 3 Uhr abends Vorträge, mit Experi- meuten n. gr. Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagcsanschläge. psusge- Panopticuni. Mädchen aas Samoa. Castan's■" Fanopticnm. Pygmäen t>ic rleinsten Die beiden indischen_ die Reinsten Menschell der Welt! Damen-Wettschwimmen. Münz-Strafte Nr.'40, X. Etage. Winkler s großes Ftaatomisckes Museum Freitag: I Nur bis 4. April geöffnet. Damentag.> Entree 39 Pf. Volks-Theater 34. Reichenberger- Strafte 31. Pserdebahnstation: Kottbuser Thor. 8igilor ftttarello. Posse mit Gesang in 6 Bildern von H. Wilken und S. Haber. Musik von G. Michaelis. Die neuen Konplcts und Gesangstexte von R. Brodel, komp. von R. Thiele. Ausailg: SmW? uM' Äctien-Branerei Friedriclisliain. eilte Sonntag: Bergter- onzert."96! Eintritt 20 Pf. Programm»nentg. Im Nebensaal: Familien- Kränzchen. Zum Ausschank gelangen die unter der neuen Blrektlon gebrauten Biere: Lager, Pilscner, Salvator. Ciincoi'lüs Varietä-Theater Brunnenstr. 154. Täglich; Grosse Theater- und Spezlalltäten-Vorstellang. DaS beste Programm d. Nordens. Neu! Troupc Richardt(IHerr, 1 Dame, 1 Kind) Akrobaten, Neu! Kathi Richter, Tvrolienne. Neu I-onx ans liUIs Adolfi, Tanzduettisten. Neu k Ein geplagter Dichter, Posse. Anfang Wochentags 7V, Uhr. Sonntags 6 Uhr. Umtausch- Billets haben Gilttgkeit. Konzerthaus Sanssouci, Kottbnser Strasse 4a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger (Mehsel.Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schräder). Anfang 7 Uhr. Enttee 50 Pf. Smsart. Sonntags-Programm Zum Schluß: Kampa'a Konservatorium für Hnsllce. Ensemble v. Meysel. Montag: Biktoria-Brauerei. Ans. 8 Uhr. Vorverkaufbillets gilttg. � Zun: Schluß: Mampe's Konservatorium. Dienstag: Böhmisches Brauhaus. Mittwoch: Moabiter Stadttheater. Kanarienhähne u. Zuchtweibchen bill. A. Reißner, Chorinerstr. 33, Oug, II Apollo-Tkeater. Durchschlagender Erfolg deS März-Programms! 5 8i8t61'8 Il0FI'i80N ?lag«.v, Afsgy, Fanny, Clssy u.K'etty am Strande B. Troubille. Cas�menniia Der vollkommenste und beste Minrtoqvaph mit dem Sensationsbilde: va F n ,1 1 1 e l»»Hein! WF Kassenerüssuung 6 Uhr, Ans. 7 t/z Uhr. Alcazai' Varlöte-TIicater I.Ranges. Drcsdenerstr. 52 53 sCitv-Passage) Aniienstraße 42/43. Geschwister Gottlieb. Prof. kobertz. Vsollim. Anfang: Sonnt, 6 Uhr, Wochent. 8 Uhr Freikarten in der Woche gilttg, Entree 39 Pf, Tie Direktion. TOoack'iä'rdsatkr Brunnenstr. 16. 3786 Jeden Sonntag und Donnerstag: Tbeater- und Spezialitäten- Vorstellung Ems tolle Nacht. Posse mit Gesang u. Tanz von Anno, Ken! Berliner Grisette. Ken! Burleske mit Gesang in 1 Akt. Nach der Vorstellung: Grosser Ball. Der Krieg auf Kreta Neuester Schlager von Sicgwart Gcnthcs in Kaufmann's Yari6t6 als Sultan der Türkei. Welt-Restaurant Varl€t6- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstraße 97. Berlin, me'SwtlMrcht! Bilder aus dem Volksleben v. E l y. Der letzte Fang. Operette von R u n a e- L a n d w e h r. Im vorderen Saal täglich: Tyroler-Konzert Alois Ebner. Anfang, Wochent. 8 Uhr Sonntags 6 Uhr Entree: Wochentags 20 Pf. Sonntags 30 Pf. Berliner Possen-Theater stIUnastrasse 17. (Eingang Königsgraben.) Direktion: Joseph Aschinger und Leonhardy Hastet. Der Lumpenball. Baruch und Sohn. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Sasseneröffnung Va6 Uhr. Entree 50 Pf. Am Mittwoch, den 17. März: Einmaliges Gastspiel im AleraMpl�- Theater. Zur Aufführung gelangt: We Bailhans-Anna. ver bumpesball. Cöslguen Hof Cttsllnerstrasse 8(Wedding). Größter u. schönster Saal im Norden. Elegante Beleuchtung. Gute Küche. Zu Zwei Kegelbahnen. l allen" Versammlungen u. s. w. an Bereine zu vergeben. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Nähere Auskunft ertheikt* Fritz Schröder. Wiefenfkr. 30. Gesellschaftsliaus Swinemünderstr.42(alte Nr. 35) jeden Sonntag: Bäk«. Theater-ÄrßeSilng. 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Ferner empfehle meine Säle zu Versammlungen und Vereinöfestlichkeiten unentgeltlich Mehrere Sonnabende sind noch zu vergeben vom 15. Mai bis 15. August, auch Sonntage. lOTSL* Sonnabend, 1. Mai, noch zn vergeben. Hermann Brttder. Arbeiter- Bildnngs-Schiile. Sonnabend, den 20.IHärz| im Saale der Brauerei Friedrichshain. Eintrittskarte 50 Pfg. Beginn pünktlich S'/j Uhr. März- Einleitender Vortrag über:„Die Märzdichter in ihrer Bedeutung für die deutsche Literatur und für das arbeitende Volk", gehalten v. Herrn Schriftsteller Hanfred Wlttlch aus Leipzig, Rezitationen ans den Schöpfungen der Märzdichter(Heine, Prutz, Herwegh, Freiligrath u. a.), ausgeführt von Herrn Schriftsteller Otto Ernst aus Hamburg. Gesangsvortrilge: Kompositionen von Dichtungen der Märzdichter, vorgetragen von FrL Ii. Harsala(Sopran), Herrn Hax Bfetrlch(Bariton), Herrn Woldemar Sachs(Klavierbegleitung), und von einem Männerchor. Orgelkonzert, ausgeführt von Herrn E. Hamann. Das Ranchen ist bis zum Schlüsse sämmtlicher Vorträge nicht gestattet. Während der einzelnen Vorträge werden die Saalthüren geschlossen t Feier! Louis Kellers Festsäle, fÄV Sonntag, den 4. April 1897; Gl*. Partei-Vergnügen veranstaltet von den Pttteigenoße» des I. Berk. RtichstG-Wahlkttises W. Kr. Vokal- u. Instrumental-Konzert ausgeführt von der„Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker*, unter Mitwirkung der Gesangvereine„LiedeSftcihett" nnd„Jhn'scher Männerchor" (M. d. A.-S.-B.). Austr. der Gesellschaft„Strzelewicz". Ganz neues Progr. Turnerische Aufführungen. Marmorgnippen. AM" Orosser Tanz."BAS 215/16 Anfang 4 Ehr._ Pas Comlte. Fachvereiu der Stellmacher Berlins und Umgegend. Berlins und HonnaheBd, den»9. Hürz, in W. Xoack's Fests&len, 159/9] Brunnenstrahe 16, Gr. Wiener Maskenball. Billets ä 50 Pf. sind zu haben: im Bcrkehrslokal, Elsafferstt. 9, und bei den Komitecmitgliedcrn. Um zahlreiche Betheiligung der Kollegen ersucht NM" Anfang 8 Uhr. MG Das Komitee. Gesangverein der Kupfersclnniede (Mitglied des Arbeiter-Sängerbundes). Sonnabend, den 29. Hürz, Im RUhmlschen Branhan«, Landsberger Allee 11—13: Wiener Maskenball. Auf besonderen Wunsch gelangt die von 32 Personen gebildete Quadrille „Ein Erntefest" zur Aufführung. 99/6 Billets sind beim Komitee sowie heim Sangesbruder E. 31 eisen, Voltastr. 34, in Empfang zu nehmen�_ Das Komitee. Sixdorf. Viktoria-Säle. Rixdorf. Hermanastrasse Mo. 49. Sonntag, den 21. März 1897: Theater-Abend deS Berliner Volksbühnen- Ensembles(Leitung Jnllna TUrk) veranstaltet vom Deutschen Holzarbeiter-Verband(Filiale Nixdorf). Der Reinerträg ist für die Opfer des vorjährigen StteikS bestimmt. Zur Aufführung gelangt: -" Nora.- Schauspiel in 3 Akten von Henrik Ibsen, Nach der Vorstellung: Grosser Ball. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Ps. nach. Zlnfang des Konzerts 6 Uhr. Anfang der Vorstellung 7 Nbr. DM" Programm 59 Pf."ÖiG BilletS sind beim Vorstand, sowie in allen Zahlstellen der Filiale zu haben. 87/15 Der Vorstand. Vertrauensmannes der Holzarbeiter Berlin«., E. WIedemann, Wendenstraße 2. Einnahme: M. Bestand vom 1. Juli 189«............ 119,35 Tellersmnmlung von 2 Versammlungen...... 71,70 Durch öffentliche Drechslervcrsammlungm..... 73,41 »Freiwillige Beiträge zum Streikfonds........ 22,25 Summa 286.71 Ausgaben: M. Annoncen im„Vorwärts"............ 112,— tlakate................... 40,— trafen für 1. Mat-Tellers ammlung........ 12,— Porto und Ausgaben bei Versammlungen....... 3,85 Summa 167,85 Bilanz. M. Einnahm«........... 286,71 Ausgabe........... 167,85 Bestand 118,86 ») Versammlung Moabit durch EukenfekS l0,6b.M. Schirmstock-Fabrik, Landwehrstr. 11, 10,—. Werkstatt Brunzlow 1,60. 87/12 Borstehende Abrechnung revtdirt und für rtchttg befunden. Die Kontrolleure: Karl Arndt. Ott« Klinger. O. Grnnert. Der Bestand von 118,86 M. befindet sich in den Händen deS Kontrolleurs Otto K l i n a e r. Das Amt als Berttauensinann der Holzardeiter Berlins leg« ich Famtltenverbaltniffe halber hiern»tt nieder. Berltn, den 12. März 1897. _ Emil WIedemann. Hrär-Schilder. � Sdii|JNSB Schablonen. Gravirungen. H. Guttmann, Drunnellstr. 9. Die Arbeits'Meu-kabM m i. Klopstock, Berun C., Dragonerstr. 36, 1 369b offerirt Arbeitshosen zum Preise von 1,20 M. an. Auch wird Zeug, Leder, Stoff k. jedes gewünschte Maß vom Stück geschnitten. Kein Laden, nur 1 Tr. Hierdurch zur Nachricht, daß ich mein Weiß- und Bairisch- Bierlokal zum l. April wegen Miethesteigenmg von 1000 M. von Landsberger Allee 37 nach Lr.ngeubeckstraste 3, am Friedrichshatn, nahe Elbinger- straffe, verlege. Ilm geneigten Zuspruch bittet s419b») Fedor Benfe. Empfehle mein Weiff-«.Bairisch- Bierlokal. Vereinszimmer noch einige Tage frei in der Woche. 395b Schmidt, Friedenstr. 74. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich mein Weiff- und Bairisch-Bicrloka! von Alt-Moabit 137 nach der Neuen Königstr. 58 verlegt habe und bitte um geneigten Zuspruch. heinrieb Ziethen, Gastwirth. Wung! Vereine! Achtung! Englischer Karten, Alexauderflr. 27 c. 1166L* Sonnabend, 24. April, Sonnabend, 1. Mai, Sonntag, 2. Mai, Säle frei. Arbeitsmrtt. Gesangvereine werden zu leiten gesucht. Malmbne. Neanderstt. 22. 377b UendlMt mit Kautton(ca. 1500 Mark) wird für ein« Hiesige Orts-Krankenkasse gesucht. Offerten mit Angabe der bisherigen Thätigkeit und Gehaltsansprüchen er- bitte schriftlich bis zum 1. April er. an den Unterzeichneten gelangen z» lassen. 93/3 W. Preyer, Vorfitzender, Berlin N., Belforterstt. 15. Fantasiefeder- Arbeiterinnen finden bei hohem Gehalt dauernde Stellung bei K-oiiis FUnbon- steln. Alte Jakobstr. 61. 4056 Lehrmädchen auf Fantasiefedern finden bei sofortiger monatlicher Vergütung an- genehme Lehrstelle bei Eonls Fiinkensteln, 4066 Alte Jakobstt. 61. Ein Korbmacher findet dauernde Arbeit bei J.Kanzog, Nieder-Schön- Hausen, Buchholzerstr. 12. 409b Junge Mädchen können Damen- schneideret unentgeltlich erlernen. Zimmermann, Ramlerstr. 34. 41lb Mamsells auf JacketS im Hause Verl. Lütter, Gerichtstr. 21/22, v. IV. Lehrling f. m. Cigarren- Geschaht g. monatk. Berg. v. 15, 20 u. 25 M. s. Hamburger, Kl. Frankfurterstr. 22. Lehrmädchen für dauernde Be- fchäftigung f. Plätterei Adolfftr. 6. Tchneiderlehrling sucht Gräbe- uiff, Ritterstt. 73. 404b Verl. 7" Drechslerlehrling Herzau, Brandenburgstr. Z0/i?l Dapezirerlehrltng Verl. Tischer, Oranienstr. 74. 824b sSrbt.Stiiblmsrbei' auf geschweifte buchene Arbeit finden dauernde und lohnende Arbeit bei H. P. Sinltli, Gothersgade 8, Kopenhagen(Dänemark). Korbmacher 3616 auf LuxuS-Möbel sofort verlangt R. Eankan, Kletnbeerenstr. 245 Einen Lehrling gegen Kostgeld verlangt Klempnerer, Gas- und Wasseranl., Reichenberger- straße 10, am Kottbuser Platz. s4l0b Klempuerlehrling, auch für Gas nnd Waffer, verlangt gegen Kostgeld Prtnzenstr. 63._ 3925 Wäschenäherin im Hause gesucht. 130M| Gebrüder Rüben, Poststr. 6.> . er Stadtauflage«nseres heutigen BlatteS liegt ei« Pro- spekt der M ä b e l-«.Polster- waaren- Fabrik E. Eber-- bardt, Holzmarktstr. 81. bei. 9 öffentliche-WG Volks-Yersammlnngen DonnkrAg. 18. Man. abends 8 Uhr. in folgenden Lokalen: 1* Nveis: Cohn's Festsälen, Beuthstraße Nr. 20. S. Vireis: vlvkel's Festsälen, Hasenhaide Nr. 53—54. 3. Kreis: Brochnow's Salon, Sebastianstr. 39. 4. Kreis: Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11. 5. Kreis: Schutaenhaus, Linienstraße 5. 6. Kreis: Swinemtinder Gesellschaftshaus, Swinemnnderstr. 35. Berliner Prater, Kastanien-Allee 6-7. Cösliner Hof, Cöslinerstraße. Kronen- Brauerei, Alt-Moabit Nr. 49. Tagesordnung in allen Versammlungen: Der 18. März and seine Meatnng für dasUrolelarial. Referenten sind die Genossen: Bebel, Forster, Ledebour, Liebknecht, Lütgens», M. Schippel, Rob. Schmidt, Wurm, Dr. Zadek. Arbeiter- Bildungs-Schule. Sonntag, den 14. llttrz, vormittags lO'/a Uhr, im Lokale der IVordMctanle, Brunnenstrasse 25: Rede-Uebung (Fortschrltts-Knrsna). 1. Vortrag. 2. Diskussion. Zur Theiinahme am Unterricht sind alle früheren Theilnehmer am Unterrichtsfach Rede-Uebung berechtigt, als Gäste sind ausserdem die übrigen Mitglieder der Schule sehr willkommen. 5/14 Verband d.Korbmacher Berlins u. Umg. Montag, den 15. März. abends 8Vj Uhr, 98/7 Oranienstrafte 51: Versammlung. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Vir Vertrsuensprrsonen. 213/8 Tiislhiltt uild Kosserarbeiter. _ Filiale Berlin III. IM- B e r s a in m l u n g"MC Dienstag, den 16. März. Die Versammlungen finden von jetzt»ab Alexanderstr. 87« im Englischen Garten statt. Tagesordnung: I. Vortrag des Genossen Türk. 2. Anträge zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes._ 157/3 Achtung! Achtung l Jriedrichsberg. Arbciter-Bilduiigsvereitt Fricdrichsbcrg. Mitglicder-Bersammlung Dienstag, den 16. März, abends S'/a Uhr, im Lokale des Herrn Moser, Dorfstr. 2, Lichtenberg. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Max G r e in p e über Humanität und Todesstrafe. 2. Diskussion. 3. Ver- sd)iedenes. 14/5 Der Borstand. Mäiiner-Gesllliglierein wünscht stiinmbcgabte Herren. Meldung Freitag, abends 9 Uhr, Rofenthaler- strafie 57 bei B a b i e l. 387b Kleiiier tzchnglitttlil mit guten Stimmen u. tücht. Dirigenten sucht noch cinigeMitgliedcr s. Mittwoch, Eljscbethkirchstr. 14, Hirte, abds. 9 Uhr. Theillahlung. NäS und Paletots nach Maß Dompo- rowski, Schneidermftr., Jüdenstr. 37, 1. Etage. Anzüge von 27 bis 35 M. nur gegen baar. 8778* DkuMer Dolzarbeiter-verband. (Zahlstelle Berlin.) Montag, den 15. März, abends 8 Uhr, in den„Anninhallen'', IM- Koininandanten- Strasse 80, Branchen-Msmiglmlg der Musikinstriimeiiten-Arbeiter. Ans der Tagesordnung steht:[87/13 1. Wie vertreten wir unsere Interessen im Verbände? Ref.:DH. Glocke. 2. Welche Resultate und Eindrücke hat die Kommisston aus den von ihr bisher abgehaltenen Werkstatt-Sitzungen gewonnen? 3. Verschiedenes. IM- Schon gewählte Werlstatt�Bertrauensmänner erhalten ihre Karte in der Versammlung.— Mitglieder werden aufgenommen! _ Die OrtSderiv al tung. Mm- Schuhmacher. MM Hontae, den 15. Bhrz er., abends 8V2 Uhr, Im„Ung:I!schen Garten", Alexanderstrasse llio. 87 c: Kombinirte Mitglieder-Yersanimluiig des „Vereins deutscher Schnhmacher" (alle 5 Filialen). Um zahlreiches Erscheinen ersuchen 113/12_ Die Bevollmächtigten. Achtung! SWMlhkr. Achtung! Sonntag, den 14. Ätarz, vormittags 11 Uhr: Krosse ottevtliehe Versammlung im Lokale„Königsbank*. Graste Frankfurterstr. 117. Tages-Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlung am Gewerbegericht betreffs der Aus- sperrungen. 2. Verschiedenes. 171/13 Die Bersainmlung wird pünktlich eröffnet, da der Saal um D/z Uhr geräumt sein muß. Die Axltatloas- liommlsslon. Ächtung: Ächtung: Musikinstrumenten-Ärbeiter. Sonntag, den 14. März 1897, abends 6 Uhr. im grasten Saal der Arminhallen, Koinmandantenstraste 80: Qr. offentl. Versammlung. Tagesordnung: des Genoffen HValdeeh llanasse über:„Glaubens- Vortrag kämpfe". Nachdem: Geselliges Beisammensein.— Eintritt 19 Pf. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 142/5 Der Aertranensmann. s. Zlvktszlhveis. Sonntag, den 14. März 18S7. abends Ot'z Uhr, bei Znbell, Linden-Straste 106: Oeffentl. Versommlung. TageS-Ordnung: über: „Die Volksschule, wie Vortrag des Genoffen Dr. Utttglenan sie ist und wie sein soll." Nachdem: Geselliges Beisammensein.— Eintritt 10 Pf. 211/S Um regen Besuch ersucht Die Bertranensperson. Sozialdemokratischer Mahiverein für den 4. Kerl. Reichstags-Mahlkreis Südost. Dienstag, den 16. März 1807, abends 8Vz Uhr. � bei Henke, Naunynstr. 27; MF" Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Borttag des Reichstags-Ageordneten Fritz Znbell. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 242/15_ Der Vorstand. Nliinnrv!'MF WT Jfcaucn! Dienstag, den 16. März, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Fischer, Beusselstraße Nr. 9: Bolks-Bersamwlung. TageS-Ordnung: 1. Religionsfreiheit u. der Austritt auS der Kirche. Referent: Herrn. Faber. 2. Freie Diskussion. 364b Die Herren Geistlichen der umliegenden Kirchen und Synagogen sind brieflich hierzu eingeladen. I. A.: Emil lAndemann. AuStrtttserklärungen sind bei folgenden Kommissionsmitgliedern zu haben und wezden auf Wunsch ausgefüllt: Ad. H o s f m a n n, Blumen- straße 14; F. Buckow, Münchebergerstraße 10; H. JSns ch, Weiden- weg 77; E. Lindemann, Moriysrr. 9; G.Bohne, Bmnnenstr. 141. Stänker! Montag, den 15. Mürz er., abends 8 Uhr, im Lokale deS Herrn >M- B u s k e, Grenadier» Strasse 88, (Deffenkl. Vevsommlung der T t a a k e r Berlins und Umgegend. Tages-Ordnung: 1. Bottrag des Genossen Otto Siflier. 2. Diskussion. 3. Bericht des Gewerischafts-Delegirten. 4. Wahl des Gewerkschasts-Dele- girttn. 5. Verschiedenes. 416b Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Ilm zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Achtung! Stuckateupe» Achtung! den 15. d. Jf., abends 8 Uhr; Große öffentliche Versammlung der Stuckatenre Berlins u. Umgegend bei Baske, Grenadiersiraße Nr. 33. Tageö-Ordnung: 1. Die kommenden Arbeiten in der Feststraße zur Eeulenarfeier und wie stellen sich die Kollegen zu der übermäßig langen Arbeitszeit bei der Finna Professor L e f s i n g. 2. Gewerkschaftliches. 3. Wahl einer Lohnkonimission. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen in der Versammlnug zu erscheinen. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 173/10 Der Berlrauensniann der Stnckatcnre Berlins. _ Carl Daschlttt, Charlotten bürg, Schloßstraße 36. Bildnnasverein„Mehr Licht" Sonntag, 14. Milrz, abds. O1/: Uhr, Alexanderstr. 87c: Vevsaunnlung. Vortrag des Genossen deorg Wagner über:„Religion und Evolution." Diskussion. Darauf: 56/7 llöZeiiiges Leizammenzein und Tanz. Gäste willtomineii. Große öffentliche Versammlung der ürauer, Böttcher und Brauereihilfsarbeitei am Sonntag, den 14. März, präzise l1/, Uhr, bei Herrn BolTmann(Englischer Garten). Alexanderstr. 87e. Tages-Ordnung: 41/11 1. Vortrag(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Was lehrt uns der Bericht des Arbeitsnachweises. 3. Neuwahl von Gewerkschafts-Delegirten. 4. Maifeier und Verschiedenes. Der Flnbernfer. NB. Nm pünktliches Erscheinen wird gebeten, da der Saal um 5 Uhr geräumt werden muß. MetalSarbeiter! Ktonfcvg, 15. März, abends 8 Uhr: 2 öffentliche Versammlungen im Kösliner Hof, Köslinerstr. 8, und im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Tages-Ordnung: Die Betalllndnstrlellen, die Centenarfeler nnd der 1. Bai. Referenten: Paul I.itfin und Otto Naethcr. Zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. 118/14 Der BcrtraurnSmann der Berliner Metallarbeiter. Otto N a e t h e r, N.. Anklamerstr. 44. Frete Vereinig, aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen. Dienstag, de» 16. März, abends 8 Uhr, in Orllndel's Salon, Brunnenftraste 188: Decratutttlunn. Tages-Ordnung: 48/11 1. Vortrag des Gen. Waldeck Mauasie. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch wird gebeten.___ Der Vorstand. Gonssseitsctifts-Bäckerei„Vorwirts". Am Ostbalmhot Xr. 8. (Eingetragene Genosieiischaft mit beschränkter Haftpflicht.) Wir bringen hierdurch zur Kenntniß, daß die diesjährige Ordentliche Generalversatnmlttng. am Sonntag, den 28. März d. I., vormittags 19 Uhr, im Lokal des Herrn Steppin, Am Oftbahnstjif Nr. 4, stattfindet- 4lob -ragcs-Ordnung: 1. Borlage des Jahresabschlusses. 2. Verwendung des Rein- gewinnes. 3. Neuwahl des Vorstandes und des AufsichtsratheS. 4. Ge- schäftlichcs.— Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Borstand. Hermann Dcupel, Gefchästssührcr. Hermann Grostmann. Kasstrer. IM. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Bilanz den Genossen in unserem Komptoir Am Ostbahnhof Nr. 3 zur Einsicht ausliegt. D. Ö. Freie Vereinigung der Mi- Berufsmusiker Berlins und UmgeBcnd. Dienstag, den 16. März 1896, vormittags lO1/. Uhr, bei B«llig, Rofenthalerftr. 18, (Benevol- Vevfoinmlnttg. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Unser Stiftungsfest. 4. Maifeiertarif-Antrag;c. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 50/19 Erscheinen aller unbedingt erforderlich.— Mitgliedsbuch und Karte legitimirt. Der Borftand. Aehtun;;! Achtuns! Marmor-««!> Graiiitarbriter Berlins nnd Umsesrnd. Dirnstag. den 16. März er., abends 8 Uhr, im Englischen Garten. Alexanderstr. 87e, Oeff entliehe Versammlung Tages-Ordnung 1. Vortrag des Genossen R e tz e r a u über Nutzen und Zweck der Organisation. 2. Diskussion. 3. Festsetzung über die Höhe der Streikfondö-Marken. 4. Versdiiedenes. 385b Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bertrauensmann: A d o l f W o l f f. Der Arbeitsnachweis befindet sich bei Glane, Krausenslr. 18. Verband der Graveure, Ziseleure zc. (Filiale Berlin.sf Dlenstax, d. 16. Bllrx, abends SVz Uhr, Oranienstr. 51, SSF* Versammlung."WG Tages-Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bortrag des Herrn Paul Hirsch über:„Alloholismus und Verbrechen." 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Uni zahlreiches Erscheinen ersucht 174/141 Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis befindet sich beim Kollegen C. Wunderlich, Wallstr. 76 1. Verband der in Dolftearbeiinngs-Iabrihen Olli Hchplatzen besch. Arbeiter Veutschlands (Ontsvern altiing Berlin II. Xord). Dienstag, 16. März, abends 8'/, Uhr. bei denrleh, Bcrgstr. 18: Versammlung. Allitiiiig! kixdorl. Mtung! P" Montag, den 15. März 1867, abends 8 Uhr. in den„Biktoriafälen". Serinannsiraste Nr. 18—56: ...... Wlzsrbkttkr Dkrsmmillng für alle Brauchen, mit Frauen. Tages-Ordnung: 1. Vortrag: Der Militarismus und die Sozialdemokratte. Referent: Genosse W a l d e ck M a n a s s e. 2. Diskussion. 3. Bericht des Verttauens- mannes und Neutvahl.— Tie Versammlung wird pünktlich eröffnet.— Um zahlreiches und pünktliches Erscheine» ersucht 87/14_ Der Vertrauensmann. Verband der EClirschner. Montag, den 15. Mkrz. abends 9 Uhr, bei F e I n d Weinstrasse 11, Vevsannttlung. Tages- Ordnimg: Heilkunde. Vortrag des Genossen Dr. Wehl über die Natur- s93/7s Der Borstand. kärdervi und ehem. Wäscherei RH für Herren- nnd Damen- Ciarderobe, Mi Ball- n, Gesellschaftskleider, Blousen etc. Gardinen- Wäscherei nnd-Spannerei Spoz.: Färben, Iteinigen, Kräuseln von lütranssfedern Badtke& Bergmann Alte Jukobstr. 89. 12C3S* Telephon Amt III, 8029. Weinmeisterstr. 14. Glfasierftr. 64 65. Landsberger Platz 5. Jerufaleinerstr. 58. Eingang Kochstrahe. Stranftberäerstr. 15. Oharlottenbnra:: Spandanerftraste 88. Schläterftraste 6. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Ivel über: Di« Entdeckung deS Nordpol?. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Maskenball. 3. Berbandsangelegenheitcn und Verschiedenes. gZ Gr. öffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Die gewerkschaftlichen Kämpfe der Arbeiter und ihre Lehren. Referent: Genosse B. Porsch. 2. Endgiltlgc Beschlußfassung über unsere diesjährige Lohnbewegung. 3. Verschiedenes. X04/4 Wir erwarten bei der Wichtigkeit der Tagesordnung, daß die Kollegen pünktlich und zahlreich erscheinen werden. Die«gitations. kommiffion. «erantwortlicher Redakteur: August Jaeobry in Berlin. Für den Jnseratentheil verantworllich: Tl>.(Blocke i» Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin. Kr. 62. Ii 2. KilU Iß Joimitte" Intet Smtlig, Ii Miitj 1897. Novvefpondenzen. London. S. März.(Von der R h o d e s- 5k o m m i fs ion.) Die Spezialkoinmissio» des englischen Padaments. welche die Untersuchung über den Jameson'schen Einbruch in den Transvaal führt. hat jetzt siebe» öffeniliche Sitznngen hinter sich, von denen die ersten sechs fast ausschließlich dem Verhör des Herrn Rhodes galten. Den Schluß der sechsten und die Halste der siebente» Sitzung nahm das Verhör zweier Südafrikaner holländischer Abstammung in Anspruch, während die zrpeite Hälfte der siebenten Sitzung mit dem Verhör des Sir Graham Bower, Staatssekretärs des englischen llieichs- kommissars für Südafrika, auegefüllt wurde. Was das Verhör von Rhodes betrifft, so kann man nicht sagen, daß es bisher zu seinen Ungunsten ausgefallen. Das ärgste, was es gegen ihn zu tage förderte, und ärgeres war im wesentlichen vorher bekannt. Die von dem Parlament der Kapkolonie im Juli vorigen Jahres veranstaltete Untersuchung hat an der Theilhaberschaft des Rhodes an dem„versuchten Umsturz" so wenig Zlvcifel übrig gelassen, daß selbst seine Vertheidiger in der englischen Presse jeden Versuch aufgegeben haben, ihn i» diesem Punkte rein- zuwaschen. Einer der unverfrorensten unter ihnen, der ebenso ge- schickie wie sensationslüsterne Redakteur der„Review of Reviews", M. I. Stead, hat vielmehr zu Weihnachten in einem in Romanform geschriebenen Pamphlet:„Tie History of the Mysterv" Rhodes sozusagen juristisch preisgegeben, um ihn politisch desto mehr zu verherrlichen. Und wer sein Buch, von dem vor kurzem ein populärer Auszug als Pennybroschüre erschienen ist, mit dem wirk- lichen Verhör vergleicht, der wird darüber nicht ii» Zweifel sein können, daß Herr Stead ans bester Quelle geschöpft halte. Gemäß dem Verhöre ist Rhodes mindestens schuldig, die Lunte an das Pulverfaß gelegt zu habe». Und wenn ihm auch nicht nach gewiesen werden kann, daß er schließlich auch die Ordre zum Au- zünden gegeben, so ist es ihm ebenso wenig gelungen, nachzuweisen, daß er im gegebenen Moment alles, was in seiner Macht stand, gethan, nm das Anzünden der Lunte zu verhindern oder dem Weiterbrennen Einhalt zu thun. Aber waS juristisch strafbar, kann darum doch poliiisch entschuldbar sein, und alle Entschuldigungsgründe des Herrn Slead tauchten im Verhör vor der Parlamentarischen Kommission von neuem auf. Und sie übten auf die öffentliche Meinung Eng- lands eine um so größere Wirkung aus. als die Hauptgegner des Rhodes es verstanden haben, sich vor ihin gründlich ins Unrecht zu setzen. So hat Herr Labouchöre sich nicht damit begnügt, Rhodes durch Krenzfragen über seine Doppelrolle als Reformer in Johannisburg und Ordnungsmann am Kap in die Enge zu treiben, er hat sich auch nicht versagen können. ihm Fragen vorzulegen, die unterstellten, daß sein ganzes Handeln ausschließlich durch schmutzige Geldgier bestimmt würde. Das hat selbst Gegner de? Rhodes um so mehr empört, als Herr Labouchäre als ein Mann bekant ist, der für seinen pekuniären Vortheil nichts weniger alS blind ist, während Rhodes bei aller geschäftlicher Plus- macherei in Geldsachen eine gewisse Noblesse bewiese» hat, wie er bei aller brutaler Rücksichtslosigkeit nicht ohne einen sentimentalen Zug ist.„Rhodts gehört zu jenen englischen Etaalsmänner»," schrieben seiner Zeit die ihm bitter feindlichen„Grenzboten",„die donquixotisch schlllern". In der That ist der„südafrikanische Bismarck" eine seltsame Mischung von Freibeuter und Patriot, hat' aber vor seinem pommerschen Vorbild drei Eigenschaften voraus, die sämmilich auf das englische Publikum besonders stark einwirken: Treue gegen Kampf- genossen, biß zur Tollkühnheit gehenden Muth und Liberalität in Geldsachen. Indem Labouchäre die besseren Eigenschaften des Mannes, der ihm gegenüberstand, geflissentlich ignorirte, provozirte er gerade eine Reaktion zu seinen Gunsten. Der zweite Feind Rhodes', Präsident Krüger, hat es durch bornirten Eigensinn glücklich verstanden, sich selbst nm die Sympathie eines großen Theils derjenigen Engländer zu bringen, die vor Jahresfrist fast fanatisch für ihn eintraten. Ein»och so gemäßigtes Zngeständniß an das Verlangen nach Erleichterung der Einbürgerung würde feine Position den englischen Jingoe's gegenüber unendlich befestigt haben; statt dessen überwirft er sich mit seinen eigenen Gerichtshöfen»nd sucht auch noch die Rechtsprechung der obersten Gerichtshöfe unter die Botmäßigkeit seines oligarchische» Grund- besitzer-Parlainenls zu bringen. Das widerspricht so durch und durch den englischen Rechtsbegriffen, daß inan hier und da wohl noch aus ein gewisses Mitgefühl mit den Transvaalburen, aber nirgends mehr auf Begeisterung für ihr Recht stößt. In gleicher Weise wirkt der Banernkniff, neben der Ersetzung des materiellen Schadens, de» der Jameson'sche Ueberfall der Buren- rcpublik verursacht, noch eine Exlramillion Pfund Sterling für zu- gefügte„moralische und intellektuelle(!) Schädigung" zu verlangen. Es ist die reine Provokation und scheint auch von Herrn Chamberlain so aufgefaßt worden zu sein, denn nach allen Berichten ist die Sitnation zwischen dem Kolonialsekrelär und der Transvaalregierung außerordentlich gespannt. Der dritte unfreiwillige Vertheidiger des Rhodes ist Deutschland. I» feinem Verhör(am und 27. Februar) hat Rhodes u. a. auf Versuche Hingewiese», zwischen Deutschland und dem Transvaal eine Art anti-englische Koalition zu stände zu bringen, denen gegenüber er natürlich seinerseits Maßregeln habe treffe» müssen. Daß es an solche» Benrühungen nicht gefehlt hat, zeigt ei» Blick in die deutsche Kolonialpresse und zeige» verschiedene Rede» Krnger's auf Festlich- leiten der im Transvaal angesiedelten Deutschen. Schließlich ver- las Rhodes auch noch eine Rede des Freiherrn v. Marschall vom 12. Februar v. Js., worin erklärt wird, daß Deutschland der Bildung eines südafrikanische» Zollvereiiis sich widersetzen müsse, weil ein solcher Deutschlands Export nach dem Transvaal schädigen würde.„Als ob England Differentialzölle gegen Deutschland hätte", bemerkt dazu Rhodes, dessen Bemühungen gerade auf die Schaffung eines solchen Zollvereins ausgehen. Ob nun Teutschland wirklich Ursache hat, sich einer solchen Zollunion zu widersetzen, ob dieser Widerstand durch iveiterlicgende Pläne oder wirklich niir durch rein handelspolitische Erwägungen diktirt ist, und ob jene weiter- liegenden Pläne den Interessen des deutschen Volkes entspreche» würden, sind Fragen, die in erster Linie die Deutsche» unter sich abzumachen habe», und die wir daher hier vorerst beiseite lassen können. Wenn das deutsche Volk der Ansicht ist, daß jener Zoll- verein seine Interesse» schädigt, so hat die deutsche Regierung sicher recht, wenn sie alle ihr zu Gebote stehenden Mittel anwendet, fein Zustande- konunen zu durchkreuzen. Das mag dann de» Kap-Engländcrn unange- nehm sein, aber in England selbst würde man unter gewöhnlichen Ver- Hältnissen jenem Zollkamps verhältnißmäßig gleichninthig gegenüber- stehen, ja vielfach sogar Deutschlands Partei ergreisen, da die Frei- Händler solchen Zollunionen ziemlich mißtrauisch gegenüberstehen. Heute ist das anders. Dentschlands Verhalten in der armenischen und griechischen Frage, die starken Anzeichen für die Versuche, das persönliche Regiment in Deutschland mehr zu betonen und eine neue heilige Allianz der Niedcrhaltnng zu bilden, haben Dentschlands Popularität in England, die schon lange sehr brüchig war. fast auf den Nullpunkt gebracht. Viel mehr noch als Nußland, wird es als der Hort, als die Ansfallsveste der Reaktion in Europa betrachtet. Und da man über die systematische Engländerheye in Deutschland sehr wohl unterrichtet ist, ist es nur begreiflich, daß man für die böto noirs Dentschlands in Südafrika eher eine gewisse Sympathie verspürt und manche Handlungen Rhode?' in rmm« milderem Lichte erblickt, selbst wenn man ihre formelle Unzulässigkeit zugiebt. Auch in Südafrika scheint Rhades' Stern schon wieder im Steigen begriffen. Die beiden„Afrikaander", die gestern für Rhades aussagten, sind an sich noch kein Beweis, aber in Ver» bindung mit anderen Erscheinungen bezeugen ihre Aussagen doch, daß Rhodes auf dem besten Wege ist, seine verlorene Position zurückzugewinnen. Obwohl den Transvaalburen stammverivandt, sind die Asrikaander der Kapkolonie ihnen doch keineswegs sehr grün, denn die anti-englische Tarifpolitik des Transvaal trifft sie so gut wie die Kap- Engländer. Rhodes speziell war der Mann nach ihrem Herzen, weil er um seiner imperialistischen Pläne willen mit der traditionellen englischen Negerpolitik brach und die halbfeudalistische der Holländer dafür akzeptirte. DaS kam in den Ailssagen der Herren Louw und Venter gestern in klassischer Weise zum Zinsdruck. Vom Humanitären Standpunkt aus war ihre Schwärmerei für Rhodes so kompromittirend wie nur möglich. Tie Neger müssen„streng, aber gerecht" behandelt werden, und diese„strenge Gerechtigkeit" heißt ArbeitSzwang, Aufenthaltsbeschränkung, Erhaltung in unter- würfiger Unwissenheit oder unwissender Unterwürfigkeit und als Disziplinarmittel im Gefängniß die P e i t s ch e. Di« gecharterte Südafrika-Gesellschaft soll fortbestehen, weil Rhodes und die Beamten der Gesellschaft Verständniß für die Afrikaander Gerechtigkeit haben, ein von der englischen Regierung gesandter Gouverneur mit Stab dagegen leicht sich als„zu milde" erweisen könnte. Beim Lesen dieses Verhörs fiel uns ein„Grenzboten"» Artikel aus dem Jahre ISSö ein, wo ein deutscher Kolonialchauvinist, der lieber heute als morgen den Engländern Südafrika fortnähme, es als einen Triumph der siegenden Erkennlniß hinstellt, daß man sich in den englischen Kolonien„der gesünderen, aber im gründe menschlicheren Auffassung der Holländer nähert, die den Farbigen die dienende Rolle unter den Weißen anweisen".(Heft 27, Jahrg. 1895.) Danach wäre sogar nicht einmal vom humanitäre» Standpunkt etwas gegen das holländische Rezept einzuwenden— was der lutherische Holländer gerecht, nennt der aufgeklärte Deutsche menschlich, und mehr als Menschlichkeit und Gerechtigkeit kann man nicht verlangen. Ob Rhodes, ob Afrikaander, ob Grenzbolen-Deutscher, für den Neger ist's. gehüpft wie gesprungen. Um aber zur Hauptsache zurückzukehren. Die große Masse der Afrikaander sei für Rhodes, erklärten beide Zeugen, und darin dürften sie recht haben. Denn, wie der eine hervorhob, obwohl das Kap-Parlament einstimmig seine Nichtbilligung über den Jameson» schen Einfall aussprach, stimmte es doch inil 60 gegen 11 Stimmen gegen die Vernichtung des Freibriefes der britische» Südafrika- Gesellschaft, deren faktischer, wenn auch nicht nomineller Leiter Rhode? noch immer zu sein scheint. Es giebt natürlich auch Gegner von Rhodes in Kapland. Kein bitterer Gegner seiner Politik z. B. als die berühmte Schriftstellerin Olive Schreiner, deren soeben erschienener Roman:„Peter Hallet, der Ritlersmann von Maschonaland", eine fulminante Verurtheilung von Rhodes und der Eroberung von Rhodesia enthält. Aber in Afrika selbst vertreten Olive Schreiner und ihr Mann, C. Erouwright- Schreiner, ganz offenbar nur eine winzige Minderheit der weißen Bevölkerung. Die Masse ist in- different oder geht mit den Monopolisten oder Asrikaander». Und wenn es zu einem ernsthaften Konflikt zwischen den Buren und der englischen Regierimg kommt, dann dürften im übrigen Südafrika, Ontachten! 284097,32 Meter Waaren in Worten„ZweihundertViernndnchtxigtausend«nd fieden«nd«eunxig Meter 3S Zentimeter" Waaren, inklusive 14 823,75 Meter Besatzstoffe sind gemäß der mir vorgelegten ordnungsgemäß geführten Bücher und Beläge der Firma Lesckättshaussn Baer Sohn, Kerlin N. Chnnjseeltraße 24a, und SO. Krnckenjtraße 11, und 0. Große Franksurterstraße 16, in der Zeit vom 1. Januar 1896 bis 31. Dezember 1896 für deren Handel und zur Verarbeitung geliefert. Berlin, den 7. März 1897.(Stempel.) Der gerichtliche Sncher-Kenisor: _ Ernst Bierstedt, AuS obigem Gutachten geht unsere staunenerregende Leistungsfähigkeit hervor. Der Stoffeingang für unsere Fabrikation, einschließlich der in unseren Maaßwerkstätten geschnittenen Ballen während eines einzigen und zwar des letzten Jahres soll hierdurch dem Publikum dargethan werden. In diesem überaus großen Waaren-Einkauf und Absatz liegt das Geheimniß der billigen Preise, die wir auch für das Jahr 1897 in Ansatz gebracht haben. Folgendes Kechen-Mempel ist interestaut: Wen« die bei«ns im Jahre 1896 eingegangene« Stoffe in voller Freite«nd ihrer ganze» Lange aneinander gelegt würden» so wnrden diese«ngefahr von Serlin«ach Hambnrg reichen. Geschäftshäuser Baer Sohn Fabrikation von Herren- nnd Knaben-Bekleidung 24a Chansseestrasse 24a, U Brnckenstrasse 11, 16 Gr. Frankfnrterstr. 16, zwischen Jnvalidenstraße Ecke Rungestraste, schrägüber und Friedrich Wilhelmstädt. Theater. nahe dem Bahnhof Januowiybrückc. dem Ostend-Theater. Alle Preise sind streng fest, sehr billig und In Zahlen an den Waaren ausgezeichnet. »8« den Deutschen abgesehen. nur sehr wenige Personen für daS jetzige Burenregiment Partei ergreifen. St. Petersburg, Anfangs März.(Eig. Der.) Die ans Drängen der Arbeiter zur Tagesordnung erhobene Frage über die gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit hat von feiten der Provinzialsabrikante» energische Proteste hevorgerusen. In Nischny> Nowgorod an einer Citzung„der Gesellschaft zur Beförderung der russischen Industrie und Handele" hat der Fabrikant Eawelieff«ine Rede gehalten, die an Offenheit nichts mehr zu wünschen übrig ließ. Nach der Meinung des Herrn Eawelieff„haben die Fabrikanten volle moralische Berechtigung, sich ablehnend zu verhalten gegenüber einer Petition um Einführung dieser Maßregeln(d. h. Verkürzung der Arbeitszeit) auf gesetzlichem Wege.weil es Maßregeln sind, die für»nsereJndustrie überhaupt und für die Arbeiter-im besonderen ganz nutzlos und verfrüht sind." Nach- dem er in begeisterten Worten gepriesen hatte„die Kralt des Geistes, des Dampfes und der Muskeln, einem gigantischen Wasser- fall gleich donnernd Tag und Nacht, und aus die rapide Entwicke- lung unserer Industrie, besonders der Baumtvollcniudustrie hin- gewiesen hatte, bemerkte der Autor,„daß es bei uns in der Baumwollenfabrikation keine große Ueberproduktion gebe und daß keine einzige Manufaktur für Lagerhäuser tobte Maaren produzire". Weiterhin ruft er empört und verwundert aus:„Und bei einem solch blühenden Zustand der Industrie, da den meisten von uns sogar der Arbeitstag von 24 Stunde» zu kurz erscheint— wir wünschten, er dauerte 43 Stunde»!— bei einem solchen Stand der Dinge wagt man es, uns(lies: den Arbeitern) anzubieten, möglichst viel zu schlafen und möglichst wenig zu arbeiten, ja noch mehr, man verlangt, daß die Regierung diese allgemeine Arbeitszeitverlürznng zum Gesetz erhebe, als einer Norm des verkürzten Arbeitstages. „Und, o Schrecken!— das bieten uns Petersburger und sogar Moskauer Fabrikanten, die, wie„Ter Wolgar" unlängst sich aus- drückte, mehr al? alle anderen Stände den russischen Geist und die nationalen Merkmale an sich tragen." Sie ve> ließen die Wege, die ihnen ihre Ahnen gemie'en hätten, führt der Redner erbittert fort. sie vergaßen, daß das Geld, diese bescheidene Werth- und Maaß- Einheit, seit den tä. gst vergangenen Zeilen der Epoche des Tausch- Handels sich jetzt verwandelt hat in das goldene Kalb, in einen Baal und Zauberer, der den Willen seines Besitzers thut und alle seine große» und kleinen, geistigen und leiblichen Bedürfnisse erfüllt. Sie habe» es vergesse» und sehen eine stille Ruhestätte in dem Gesetz über die Arbeitszeit, das ihre großen Gewinne etwas verringern wird, die >vie sie jetzt sind, binnen einem oder zwei Jahren die Kosten für die Gründung des Unternehmens vollständig decken." Welch ein bewunderungswürdiges Pathos bemächtigt sich doch bisweilen deS Menschen vor dem goldenen Kalbe.-- Eine Reihe von Arbeitern selbstgeschriebene Berichte über ver- fchiedene Einzeluheite» des letzten Petersburger Streiks liegen Jhreni Korrespondenten vor. Diese Mitiheilunoe» werfen ein Helles Licht aus jene„patriarchalischen Beziehungen", die nach den Worten des Ministers Witte in den russische» Fabriken existiren. Aus der Masse der Mittheilungen greiien wir einige heraus, die sich auf die Arbeitsdauer beziehen. Bei Maxwell, in dessen Fabriken die Streiks angefangen hatten, arbeitet man von SV, Uhr morgens bis 8 Uhr abends mit einer Mittagspause von l Stunde und einer>/, st, rndigeii Frühstückspause. Letztere wird nach den Mittheilungen der Arbeiter fter nicht innegehalten, so daß die Arbeitszeil dann 13—13'/, Stunde» beträgt. Die Arbeiter wohnen in Kasernen, wofür ein Monats- betrag von I Rubel 7S Kop. bezahlt wird. I» einer solchen Kaserne wohnen ca. IM» Arbeiter, wobei ein Bett für zwei Menschen bestimmt ist. In der Fabrik vo» Pähl arbeiten zwei Ablösungen: am Tage von 6 Uhr morgens bis 3 Uhr abends mit einer einstündigen Unterbrechung, in der Nacht von 3 Uhr abeuds bis 6 Uhr morgens— ohne Unterbrechung. Desgleichen zwei Ab- lösuugeu sind in der Fabrik von Teschich. Di« Männer arbeiten von!> Uhr abends bis 5 Uhr morgens und von II Uhr niorgeuS bis 8 Uhr nachmittags. Die Frauen von S— ll Uhr morgens und von 3—9 Uhr abends. In der großen Ochta-Fabrik arbeitet man von SUHr morgenS bis S UHr abendS mit einer einstündigen Pause. Aehnliche Verhältnisse bestehen in anderen Fabriken, in welchen der Streik ausgebrochen war. Es ist auch bei diesem Streik beinerkenZwerth. daß. waZ unsere Genossen nicht durch ihre'Aufrufe erreichen konnte», durch die Polizei zu stände gebracht wurde. So wird von den Arbeitern folgender Vorfall erzählt: Am 8. Januar fuhren zur Fabrik vo» König drei Waggons voll Polizisten. Die ArbeUer hatte» bis Mitlag gearbeitet, aber als sie die Polizisten sahen, wurden sie aufgebracht.„Wir arbeiten und man schickt uns die Polizei zu l" und mit diesen Worten begannen sie, die Webzettel zu zerreißen und von der Arbeit abzulassen. Auch die Geistlichkeit that alle?, um die Interessen der Fabri- kanten zu vertreten. Am 4. Januar erwähnte der Pope in seiner Kirchenpredigt in der Kirche der Jekaterinoslaw-Manusaktur, daß zwei Fabriken in Petersburg streiken. Dann fing er an. in grober und ignoranter Weis« zu beweisen, daß die Fabrikanten väterlich für die Arbeiter sorgen, und die letzteren nur von Deutschen und Engländern aufgehetzt würden. In der Kirche waren viele Polizisten und trotzdem rief dem Popen jemand auS der Menge zu, wenn er so lange gearbeitet hätte wie die Arbeiter, so wäre er auch von selbst ohne Engländer und Deutsche zum Streiken gekommen. Beim HiuauSgehen bedauerte man, daß es nicht möglich gewesen war, dem Popen zu oppouiren, und man schimpfte auf ihn, daß er den Tempel geschändet habe. Daß die Arbeiter in Petersburg ein Klassenbewußtsein besitzen, beweist ihre rührend« Theilnahme gegenüber den gemaßregelien Kameraden. In einigen Fabriken beschlofse» die'Arbeiter, für die verhafteten Kameraben Geld zu sammeln. In einer Versammlung der Arbeiter der russischen Baumwollen-Fabrik und der Fabrik von itönig wurde der Beschluß gefaßt, daß jeder Arbeiter für die gc- maßregelten Kameraden je nach seinem lllerdicnst von 2S Kopeken bis I Rubel mitspenden soll.— Schuhvaarenlians Carl Stiller | Gegründet 1867.| Jerusalemerstrasse 40, am Dönhoff platz. | Gegründet 1867. Streng reelle Schuh waaren unter Garantie der Haltbarkeit "~ zu billigsten festen Verkaufspreisen. Herren-Schuhwaaren! BoMleder-Halb.chnhe mit Gummizügen, auf Keil gearbeitet und aus dem besten Lederuiaterial, dauerhaft und leicht; geeignet für Straßen-, Tum- und Hausschuhe......... 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Sliassny, Berlin C., nurWallatruaac 21 Verantwortlicher Redakteur: August Jaeobry in Berlin. Für de» Jnserateulheil perautworllich: Th. Glocke m Bertiu. Drncl und Vertag von Max Bading iu Berlin. '■Hcbinannacn bitte zn bcachtc»! livrlin. Rückficht auf meine große auswärtige >Ltu'«dschaft u. Vielseitigkeit meines Lagers I verman ich nur in kleiner Schrift die von mir gebotene große AuswähX zu bringen—. Kitte deshalb den freundlichen Leser,-nein ausführliches Inserat aufmerksam zu verfolgen, sowie meine Preise der von mir genau beschriebenen Qualitäten mit den jecht allgemein üblichen Ausnahmepreisen?« nergleiche». Trotz zahlreichster Anfeindungen, die sich in neuerer Zeit wieder geltend machen, werde ich nicht ermüden, nach wie vor verbessernd u. verbilligend auf den Markt sämmtlicher von mir offerirten Artikel zu wirken. •• 1• Fabrik u. I, Kaaftas 3P|J n. Kaufbaus wmr Poll 9 III. 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Wieder einmal ist die Kindersterblichkeit zum Gegenstand wisse»- fchaftlich« Untersuchung gemacht worden, und wieder einmal ist man dabei zu dem Schluß gekommen, daß das erschreckend große Zugrundegehe» der Kinder im Säuglingsalter nichts weniger als ei» unabwendbares Naturgesetz, sondern einzig und allein die Folge trauriger sozialer Verhältnisse weiter Volksschichten ist. Die Herren Dr. F. K e r m a u n e r und Professor W. Prausnitz vom bygienischen Institut der Universität Graz habe» sich der Aufgabe unterzogen, auf statistischem Wege die Kindersterblichkeit, namentlich an Magen- und Darmkrankheiten, zu erforschen und dabei festzustellen, welchen Einfluß die Wohlhabenheit und überhaupt die Lebens- Verhältnisse der Eltern aus dieses massenhafte Absterben der Säuglinge haben. Und auch sie kommen, wie früher schon andere, zu dem Schluß: Gebt dem Volke gesunde Nahrung, geräumige Wohnungen, Licht und Luft,— und dem Lande werden seine Kinder erhalten bleiben, de» Müttern wird das unendliche Herzeleid erspart bleiben, ihre Säuglinge in den ersten Lebensmonaten schon elend zu gründe gehen zu sehe». Die Erscheinung dieses massenhaften Absterbens der Kinder an Brechdurchsall und anderen Tarmkrankheiten während der heißen Somniermonate ist ja bekannt. In Berlin starben, um nur ein paar deutsche Städte zu nennen, von 100 lebendgeborenen Kindern im ersten Lebensjahre 25, in Hamburg 26, in Breslau 36, in Stettin 30. in München 3l, in Chemnitz gar 35. Und bei einer schon vor einer längeren Reihe von Jahren in Erfurt vorgenommenen Untersuchung wurde gesunden, daß von Ivo Kindern„des Arbeiterstandes" schon im erste» Lebensjahr über 30 wieder zu gründe gingen; von 100 Kinder»„des Mittelstandes" starben nur 17 und von 400 den „höheren Ständen" geborenen Kindern gar nur 8. Die genannte» Herren haben nun eine ähnliche Untersuchung für die österreichische Stadt Graz angestellt und im laufenden Jahrgang der„Jahrbücher für Nationalökonomie»nd Statistik" ver- öffentlicht. Es handelt sich dabei nicht um die gesainnrte Kinder- slerblichkeit, sondern ausschließlich um die Sterblichkeit der Säug- linge an Magen« und Darmkrankheiten für die Jahre l890 bis 1895. Ausgenommen wurde» alle Fälle von akutem Magen- und Darm- kärtarrh, Enteritis und Cholera infantum.— Uns interessiren die Ergebnisse namentlich, soweit sie Streiflichter auf die sozialen Ver- Hältnisse wersen, und die Darlegung des Einflusses dieser Verhältnisse ans de» öffentlichen Gesundheitszustand. Der l. und der III. Bezirk von Graz werden von der bester situirleu Bevölkerung bewohnt; sie enthalten die vornehmeren Straßen und sind freier und lustiger gebaut. Die Bezirke II, IV und V dagegen werden zum großen Theil von der Arbeiter- und Fabrikbevölkerung bewohnt und enthalten die Fabriken und Arbeiter- quartiere. Und was fand man bei de» Zählunge»? Im I. und III. Bezirk starben von 10 000 Bewohnern an den genannten Darnikrankheiten im Alter von 0—1 Jahr 5,01 und 6,97 jährlich; im II. Bezirk dagegen 13,68, im V. 14,39 und im IV. gar 18,5— beinahe viermal so viel. als in dem von den Reichen bewohnten Stadttheil. Bon 100 an Darmkrankheiten gestorbenen Kindern entfielen auf die Bezirke I: 5.6. III: 7.1. V: 22,4, IV: 27,3 und aus den II.: 37,6 dieser Todesfälle,— also siebenmal so viel, als auf den vornehmsten I. Bezirk. Die sonst stets gemachte Erfahrung, daß die unehelich ge- borene» Kinder in bedeutend stärkerem Maße frühzeitig sterbe», als die ehelich geborenen, haben die Verfasser für Graz nicht be- stätigen können. Sie glaube» dies damit erklären zu sollen,„daß ein erheblicher Theil der in Ehe» erzeugten Kinder unter ebenso n n- g ü n st i g e n V e r h ä l t n i s s e n in bezug aus Wohnung und Er- nährnng lebt, als die unehelichen". Ferner dadurch, daß ein Theil der unehelichen Kinder aufs Land zur Erziehung gegeben wird, die Geburten daher in Graz, die Todesfälle aber an andere» Orten ge- zählt werden. Am interessantesten ist die Untersuchung über den Einfluß der Wohlhabenheit der Eltern. Die Verfasser haben zu diesem Zweck die Einwohnerschaft in vier Klassen ge- theilt. I» die erste, ärmste, rangiren sie die Tage- löhner; in die zweite die Arbeiter, Gesellen, Dienstmädchen, Köchinnen, Näherinnen it.; in die dritte die kleinen Beamten, Handwerksmeister, Gastwirthe it.;»nd die vierte enthält die höheren Beamten, Kauflcnte, Hansbesitzer. Wie sich die Vertheilnng auf die einzelnen Klassen stellt, ergeben folgende Zahlen: Von 100 IV (reichste 3.0 1.8 2,9 2.3 2.3 1.9 2.S" Die Zahle» sprechen deutlich genug. Auf die bestgestellte Klasse entfielen von je Ivo Todesfällen nur die Tagelöhner und die Arbeiter stellten dazu GS! Die Verfasser füge» wörtlich hinzu: „Auffallend ist es, daß wahrend der sechs Jahre unserer Beobachtung nicht ein einziges Kind eines Arztes, Apothekers, Fabrik- besitzers, Baumeisters, Bankiers, größeren Kaufmanns, Rechtsanivalts, Professors oder höheren Lehrers an Magen- und Darmkrankheite» gestorben ist." Und weiter:„Tie Sterblichkeit der Säuglinge an Magen- und Darm-Erkrankungen ist von der Summe aller der Faktoren abhängig, welche wir unter dem Begriff Wohlhabenheit zu- sammensassen. Die Säuglinge der ärmsten Bevölkerungsklassen sterben relativ häufiger, als die der bemittelten Bevölkerungsschichten. Bei den unterjährigen Kindern der wirklich Wohlhabenden ist die Gefahr an Magen- und Tarmkrankheiten zu sterben, eine minimale." Zum Schluß heißt es, wen» d i e Bestrebungen mehr Erfolg hätten, welche den Armen luftige Wohnungen in wenig dicht be- völkeiten Hänsern ans nur mäßig überbauten Grundstücken sichern wollen und wenn dafür gesorgt werde, daß die Milch, das wichtigste Nahrungsmittel der künstlich ernährten Säuglinge, in»»- verfälschtem Zustande und zu einem mäßigen Preise erworben werden könne, dann würde die besprochene Kindersterblichkeit ganz erheblich eingeschränkt werde». Wie das alles geschehen soll, wird nicht gesagt, und das zu sagen liegt ja auch nicht i» der Aufgabe jener Untersuchung. Wir glauben, auch bei der Heilung dieser Volkskrankheit werden wohl di« Arbeiter und wird die A r b e i t e r p a r t e i ihr eigener Arzt fein müffe»._ Mttternehmev�VevbÄnvv. Der Verein deutscher Portlandzement-Fabrikc», der dem Deutschen Verein für Fabrikation von Ziegeln, T h o n w a a r e n, Kalk und Zement als Nebenverein angehört und kürzlich in Berlin seine 20. Generalversammlung abhielt, besteht, wie die„Post" berichtete, zur Zeil aus 81 Firmen, die iiz 291 Antheilen eine genossenschaftliche Produktion von 14 550 000 Faß darstellen. Der seit 1895 am NiederrHein bestehende rheinische Riibenbauer- Vcrband hat Ende Dezember v. I. auf einer Kölner Versammlung von Rübenbauern eine festere Organisation erhalten. Das vom Aus- schuß inzwischen ausgearbeitete Statut besagt in der Hauptsache folgendes: Wer durch Unterschrift dem Verbände beitritt, verpflichtet sich bei einer Konventionalstrafe von 20 M. für den preußischen Morgen der von ihm gebauten Rüben, mit keiner rheinischen Zucker- fabrik einen Nübenlieferungsvertrag abzuschließen oder auch nur dar- über in Unterhandlung zu treten, bevor die vom Ausschusse mit den Fabriken vereinbarten Bedingungen von der Hauptversammlung ge« nehmigt sind. Er verpflichtet sich ferner, nicht z» billigeren Preisen abzuschließen, als zu den vom Verbände mit den Fabriken verein- barten. Kommt eine Vereinbarung zwischen dem Verbände und den Fabriken überhaupt nicht zu stände, so dürfen die Verbandsmitglieder keine Abschlüsse machen. Die Dauer der Verpflichtung der Beitreten- den ist zunächst aus drei Jahre festgesetzt; doch erlischt die Verpflich» lung durch eine bis zum 11. Dezember des der Kampagne vorher- gehenden Jahres abgegebene Austrittserklärung. Ei» Verband der WcingntSbesitzer de» Rheingaue? soll zum Zweck der Zusamnienlegung der W e i n v» r st e i g e r u n g e n gebildet werden. Ei» Sekretariat zur Wahrnehmung ihrer Interessen er- richten die organisirien Handwerksmeister in der Stadt Zürich. Dem betreffenden Unternehmervcrdand hat sich auch der Verein der Züricher Brauereibesitzer angeschlossen, um bei Streiks, Boykotts it. gewappnet zu sein und um„ungerechtferttgteu" Forderungen mit„Macht" entgegentreten zu können. Das Schienen-Kartell in den Vereinigten Staaten ist ans» gelöst. Der Zusammenbruch ist das Werk des bekannten Carnegie in Pittsburg, der einst seine streikenden Arbeiter mit Pinkertons— bewaffneten Privatpolizistc»— niederknüppeln und niederschießen ließ, und des noch bekannteren R o ck e f e l l e r, der durch die Monopolisirung der amerikanischen Petroleumindustrie zu einer interuationalen Gefahr geworden ist und dessen kapita- listische Eiobercr-Natnr sich nicht an dieser seiner Weltstellung als Petrolenmkönig genügen läßt, sondern der durch Ankauf k. de: wichtigste» amerikanischen Eisengruben auch die Monopolisirung der Eisenprodultion in seiner Hand anstrebt. Carnegie's Behandlung der streikenden Arbeiter ist seinerzeit von der deutschen Unternehmer- presse mit begreiflicher Sympathie aufgenommen worden. Es dürfte bald die Zeil kommen, wo diese Presse und das hinter ihr stehende Unternehmerlhum vor sittlicher Entrüstung über den ehemals so Das Gesetz ra vom 87. Mal 1806 Unlauteren Wettbewerb schützt das Publikum «»r Iteftcffcotitjctfltttgcu nnd �fllTocfmtgClt durch welche nicht der und den entsprechen!! Daher wird e» jeden, ob oder interessiren, das, sich jetzt eine bietet, wie sie gleich günstig noch nicht da war. Ich stelle ei« Engros-Lager zum vollständigen Detail-Zlitsverkanf, bestehend in ca. ÄOOO Stück Kleiderstoffe im Werthe VOtt ea» 55 000 SWlf ♦ zum Preise, wie ste noch niemals anf den Markt kamen. Jeder Fachmann möge prüfest, ob meine Angaben zutreffen. Besichtigung erwünscht! Zu kaitfen hat niemand nöthig! Bitten möchte ich aber einen jede«, der Bedarf hat, im eigenste« Jntereffe:: Bedarf hat jeder! Kommt zu mir, prüft meine Waaren! Holt Euch Proben! und vergleicht mit den Waaren der Konkurrenz. Kaust:„wo es am vortheilhaftcste»/' Bon dem bedeutenden Engros-Lager kommen folgende Stoffe zum Verkauf: Lcdvar�e Stoffe znr Einsegnung. Crepes, reine Wolle.......... Meter nur 35 Pf Cachemire, reine Wolle, doppeltbreit.. 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Außer in England machen Carnegie und Rockeseller mich in Südamerika und Japan die größten Anstrengungen, um die europäische Konkurrenz aus dem Felde zu schlagen. Bisher lieferte England fast alle in Süd-Amerika gebrauchten Schienen. Voraussicht- lich werden verschiedene Schienen- Walzwerke in England de» Betrieb einstellen müssen, iveil sie nicht mehr konknrriren können. Selbstverständlich leiden die übrigen amerikanischen Eisenwerke unter der Konkurrenz der Carnegie-Rockefeller in erster Linie. Ueber die Wirkung des Preissturzes der Schiene» auf den Erzbergbau sagt die„Tribüne" in Chicago:„Bon(noch) größerer Bedeulung als der Zusammenbruch des Stahlschienen-Pools wird das Ende deS E r z p o o l s sein. Es wird den Beginn eines scharfen Konkurrenzkampfes zivischeu allen Eisenerzkompagnien von Nord- Michigan und Minnesota bedeuten. Viele jetzt blühende Ortschaften werden in Mitleidenschaft gezogen werde». Mine», welche Berge von Erz produzirt und Millionäre gemacht haben, werden verlassen werden. Die Bewohnerschaft der Minendistrikte wird zum Wanderstab greifen müssen, um sich ein neues Feld der Thätigkeit anfzusnche». Elend, Hunger und Noth werden wieder, wie vor vier Jahre», das Loos der Arbeiter sein." Der Plan zu dem Ziveimänner-Kartell ist von Rockeseller ausgeheckt worden. Der New-Uorker„Vorwärts", das Wochenblatt der„New-Iorker Volkszeitung", berichtet darüber:„Rockeseller be- gann mit dem Ankauf der Lake Snperior Eisenerzgruben und sicherte sich die Kontrolle der bedeutenden Lager von Mesaba Range ober- halb Duluth. ES zeigte sich dann, waS er ife selbst längst wußte, daß er Eisenerz billiger graben lassen konnte als irgend«ine andere Grube in der ganzen Region. Während seine Konkurrenten tiefe Schächte anlegten und sich in große Un- kosten stürzten, halten die Rockefeller-Gesellschasten nur die Ober- fläche zu durchstechen und die Schaufeln in Thätigkeit zu bringen. Eine große Anzahl Gruben, welche bisher fabelhafte Dividenden zahlten, wurden aufgegeben, da sie nicht mit den Grabeschaufeln konknrriren konnten. Sie erlagen dem gewaltigen Drucke. Rocke. feller war Eigenthnmer der Gruben und Bahnen nach dem See und zu den Docks. Dort war er auf die Schisse angewiesen, welche das Rohmaterial nach den Häsen nahe den Schmelz- ösen schaffen mußten. Doch um vollständig freie Hand zu erlange», ließ er sich eigene Schiffe im Herbst 1S9S bauen. um mich mit diesen jede Fracht billiger zu befördern, als seine Konkurrenten. Der übrigen Schiffseigcnthnmer hat sich eine Panik bemächtigt, sie sehen ihren Untergang vor Augen. Rockeseller ist bereit, sein Eisenerz billiger an die Docks des Lake Erie zu liefern, als alle andere». Doch war dieses Spekulationsgeuie noch nicht im stände, sein billiges Eisenerz selbst in Stahl und Eisen zu ver- wandeln, weshalb er mit Carnegie ein Schutz- und Trntzbünduiß abschloß, so die Stahlfabrikation und deren Beförderung von den Eisengruben des Lake Snperior unter eine» Hut zu den aller- geringsten Unkosten bringend. Hierauf wurde dann der Stahl- schienen-Pool erdrückt. Es ist ausgerechnet worden, daß diese neue Kombination Stahl zu einem Preise herstellen kann, zu welchem der- selbe in Süd-Amerika, Australien und andere» ausländischen Märkten verkauft werden kann." Beiläufig bemerkt, hat der amerikanische Stahlschienenlrust seinen Untergang durch die hohen Preise gefördert, die er den Abnehmern der Schienen stellte. Man schreibt uns hierüber: I» der Jahres-Statistik der„Railroad Gazette" wird die Zahl der Zugentgleisungen infolge zerbrochener oder aus- gebogener Schienen im letzten Jahre aus 26 angegeben und die „Gazette" giebt zu verstehen, daß dies eine ungewöhnlich hohe Zahl sei, die darauf zurückzuführen wäre, daß wegen der von dem Trust ernorm in die Höhe geschraubten Preise die Eisenbahnen so weiiig Schienen wie möglich kauften und so wenig Reparaturen wie möglich vornahmen. Sowie der Trust gesprengt und der Preis gefallen war, wurden die Lücken gefüllt und der jetzige immense Betrag von Be- stellungen zeigt, wie groß die Lücken gewesen waren. Was wirb nun die amerikanische Konkurrenz für eine Wirkung auf Deutschland haben? Vorläufig glauben die deutschen Eisen- werke noch nicht daran, daß ihnen Amerika eine ernstliche Gefahr bereiten könnte, obgleich z. B. die„Kölnische Volkszeitung", die auch in volkswirthschaftlichen Dingen eine gute Witterung hat. fortgesetzt eindringlich auf die Gefahr aufmerksam macht. Was sollen sich auch die deutschen Eisenindustriellen den Kopf zerbrechen? Wenn ihnen draußen ein Markt nach dem andern verloren geht, den deutschen Markt behalten sie doch, bereitwilligst wird die Regierung den Schutzzoll erhöhen, um die nationale Industrie zu schützen; und um den Gewinn trotz der amerikanischen Konknrrenz auf der bisherigen Höhe zu erhalten, wird sich der deutsche Eiseninduftrielle einfach dadurch helfen, daß er die Löhne seiner Arbeiter erniedrigt»nd die Arbeitszeit verlängert. Er kann daß um so leichter, als die Arbeiter der deutschen Eisen- werke ungenügend organisirt sind. Aber wenn sie auch vorzüglich organistrt wären, ftWicßlich kann die beste nationale Gewerkschaft die Wirkung der i»te>.ationalen Konkurrenz nicht aufheben, und selbst die internaleonale gewerkschaftliche Verbindung der Arbeiter reicht nicht aus, um den Riesenkapitalisten das Hand- werk zu legen. Nur die Expropriation der Privatbetriebe seitens der Völkergemeinschaften, unter dem Gesichtspunkt, daß nicht für die Epekulatlon. sondern für den wirklichen Bedarf produzirt wird, nur das kann dem Arbeiter die jetzt fehlend« Sicherheit seiner Existenz verschassen, kann dem Hazardspiel wehren, das jetzt mit dem Arbeitsprodukt und dadurch mit dein Werth der Arbeit ge- trieben wird. Di« Znckerfabrikanten EchivedenS beschloffen auf einer Vcr» sammlung zu Malmö. wegen der llebe> Produktion im vorigen Jahre die Produktion einzuschränken und den RübenpreiS herabzusetzen. 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Bei Beginn der Frühiahro-Saiso» ist es wiederum nöthig, das geehrte Publikum darauf aufmerksam zu machen, sich nicht durch marktschreierische Reklame bekannter Herren- und Äiiaben-Garderoben-Geschäfte irre führen zu lassen. Trotz des„Gesetzes wider den unlauteren Wettbewerb" liest man doch in allen«tadtgegenden, besonders aber im„Südosten" nach wie vor Ankündigungen von„Ausverkäufen", die den Anschein erwecken sollen. alS würde die Waare fast verschenkt. Jedoch ist es eine feststehende Thatsache, daß diese Anzeigen der I sogenannten„M assen-AnSverkäufe wegen Aufgabe des Geschäftes ic." mir auf Täuschung deS Publikums berechnet sind und lediglich den Zweck ver- folgen,„unter allen Umständen" Käufer anzulocken. Und leider finden sich auch immer wieder— Leute, die auf derartige schwiiidclhafte Anpreisungen hineinfallen, um allerdings nach kurzer Zeit die trübe Erfahrung zu machen. daß sie die nur aus Ramschwaare bestehenden Gegenstände mit dem so„fabelhast dillig" erscheinenden Schleuderpreis noch viel zu theuer bezahlt haben. Wer sich aber vor Schaden hüten will und auf wirklich reelle Bedienung Anspruch macht, meide solche Reklame- und Ausverkauf-Geschäfte und besorge seine Einkäufe bei soliden Firmen; die Preile sind auch hier im eigenen Interesse io billig wie nur irgend möglich gestellt. Gestützt aus den langjährigen guten Ruf meines Hauses,— eine Folge der gewissenhaften Bedienung meiner weitverbreiteten Kundschaft— dars auch ich getrost mein Geschäft zu den bestrenonimirteften der Herren und Knaben-Garderoben-Branche am hiesigen Platze zählen. 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