1 Fet bf tre rod ge un plot Beilage zum Demokratischen Wochenblatt No. 7. Ein soziales Programm. Nur der Staat fann hier einschreiten durch die Geseß gebung! Was wir in dieser Hinsicht von demselben zunächst verlangen, ist in allgemeinen Zügen: 1) Gesetzliche Beschränkung des Arbeitstages, gesetzliche Der demokratische Arbeiterverein in Berlin bat, veranlaßt durch einen Vortrag Carl Hirsch's, in län geren Debatten eingehend die Frage des normalen Arne beitstags und des Schußes der Arbeit behandelt, und Regelung der Sonntags und Nachtarbeit für alle Arbeiter, big beschlossen, das Ergebniß in einer Broschüre zu veröffentlichen. auch auf dem Lande. in Die zu diesem Zweck niedergesetzte Commission hat nachstehenden Entwurf ausgearbeitet und uns freundlich mitgetheilt*): Bei au Ist ein Bedürfniß vorhanden, daß das Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die Geseßgebung ül geregelt werde, und wie soll das geschehen? ren aljo für tuer Find bat Dig bet lebr nen th Die Erkenntniß von der hohen Wichtigkeit dieser Fragen für den gesammten Arbeiterstand veranlaßt den Demokra tischen Arbeiter Verein zu Berlin, den Berliner Arbeitern das Resultat eingehender Erörterungen in Folgendem borzulegen: 2) Gefeßliches Verbot der Kinderarbeit, und Regelung der Arbeit der Frauen in Fabriken und auf dem Lande. 3) Geseßliche Bestimmungen über die Beschaffenheit des Arbeitsmaterials, der Arbeitsmittel und Arbeitsräume zum Schutz des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter. 4) Die gesetzliche Feststellung von nachdrücklichen Strafen, wenn die industriellen oder ländlichen Capitalisten diese Be stimmungen übertreten. 5) Die Einsetzung von Behörden, welche für die gesetzmäßige Durchführung aller dieser Bestimmungen Sorge tragen, und dazu mit einer starken exekutiven Gewalt ausgerüstet Die freie Gonkurrenz," die Tochter der kapitalistischen Produktionsweise, lastet schwer auf den Capitalisten, unendlich sein müssen. biel schwerer aber auf den Arbeitern, denn sie hat zur noth wendigen Folge die ins Unnatürliche gesteigerte Ausnußung der Arbeitskraft, und bahnt dadurch den Weg zum förperlichen und geistigen Berkommen eines immer größer werdenden Theiles der Arbeiter. Sollen aber diese Behörden ihre Macht nicht zu politischer Beeinflussung und Corruption sowohl der Arbeiter( als der Arbeitgeber mißbrauchen, so müssen ihre Rechte und Pflichten auch nach allen Seiten hin genau durch Geseze festgestellt sein. Befürchtungen in dieser Hinsicht liegen sehr nahe AngeDie freie Conkurrenz" reißt Mütter aus dem Kreis ihrer Kinder und treibt sie in die Fabriken, reißt Kinder aus den fichts der arbeiterfreundlichen Bestrebungen der konservativen Schulen und treibt sie in die Fabriken, fesselt dort die Männer Partei, welche sich annähernd in der Richtung der angeführ bia zur Abspanung ihrer Kräfte. ten 5 Punkte bewegen, sich aber nur auf die Industrie-, nicht Die freie Gonkurrenz" verkürzt durch vorzeitige, gesund auf die ländlichen Arbeiter erstrecken, wo natürlich die Geldheitswidrige und übermäßige Ausbeutung des Arbeiters seine interessen der Grundbefizer, von denen ein großer Theil feuLebenszeit. Aber mehr als dies! Der Arbeitslohn ist der Preis der Waare des Arbeiters, dale Herren sind, in's Spiel kommen. Die Bestrebungen dieser Partei sind nur Wahlmanöver oder politische Intriguen gegen die Bourgeoisie, nicht aber aus der Arbeitskraft"; der Werth dieser wie jeder anderer Waare Interesse für das Wohl der Arbeiter hervorgegangen. ist gleich den gesellschaftlich durchschnittlichen Wiederherstellungs fosten, hier also gleich den unabweisbar nothwendigen Lebensmitteln zur Aufrechterhaltung einer Familie. dienst der Famitie für den Augenblick, führt aber bald zu Lohnarbeit der Frauen und Kinder erhöht also den Ver einem Sinken des Lohnes jedes Familienmitgliedes, und somit zu einer dauernden und allgemeinen Herabdrückung des Lohnfazes. 6) An das gefeßliche Verbot der Kinderarbeit knüpft sich die Forderung unentgeltlichen und besseren, auf die Bildung des Verstandes berechneten, die Ueberladung des Gedächtnisses mit dogmatischen Formeln und Gebeten gänzlich ausschließen. den Schulunterrichts der Arbeiterkinder auf dem Lande und in den Städten. Die genannten 6 Punkte sind in allgemeinen Umrissen diejenigen Forderungen, welche die Arbeiter überall, wo sie an fingen, ihre selbstständige Politik zn treiben, zuerst erhoben hang der Familie des Arbeiters, denn statt zu seinen Genossen, haben. So zerstört die freie Conkurrenz" den leßten Zusammenmacht fie Frau und Kinder zu seinen Confurrenten, mithin zu seinen Feinden. In England, Frankreich und Nordamerika sind sie zum Theil bereits durchgesetzt, und zwar ohne daß die Conkurrenzes noch nicht ist, seine sichere Aussicht beim Fortschritt der Industrie, dies sein Antheil an dem vielgerühmten NationalDies ist die Lage des modernen Sklaven, oder, wo sie fähigkeit der genannten Länder dadurch herabgedrückt wäre; Wohlstand. im Gegentheil hat sich dort die Industrie durch die Schonung der Arbeitskraft und die dadurch nothwendig hervorgerufenen Fortschritte, z. B. Verbesserungen der Maschinerie, unendlich Die Arbeiter streben dort auf der so gewonnenen GrundWer kann der Fortwucherung solcher Uebel Einhalt thun? gehoben. Weder Humanität der einzelnen Arbeitgeber, noch die vereinzelten Bestrebungen von Arbeitern, denn sie Alle müssen lage weiter. fich vor dem unerbittlichen Geseß der freien Conkurrenz" beugen. In Belgien, Desterreich, der Schweiz und Preußen sollen die bezeichneten Forderungen durchgesetzt werden. Wir behalten uns vor, sobald wir die Zeit für geeignet nung schuldig, daß derselbe schon im Frühjahr 1866 bei Gelegenheit lich zu berathen. einer durch die hiesige Gewerbekammer veranlaßten Durchberathung Wir sind dem Leipziger Arbeiterbildungsverein die Erwäh- halten, die speziellen Geseßesentwürfe auszuarbeiten und öffentdes Gewerbegeseges sich in einer längeren Denkschrift ganz im Sinne des obigen Programms ausgesprochen hat. Es wäre sehr wünschenswerth, wenn diese Denkschrift zum Abdruck fäme. Anm. d. Red. Ueberall aber werden von den denkenden Arbeitern, welche erkannt haben, daß die Intereffen der Arbeiter in allen Culturländern dieselben sind, die genannten Forderungen, als die nothwendigen Vorbedingungen erkannt, ohne welche die soziale Freiheit der arbeitenden Klassen, d. i. Freiheit Aller, gegründet auf Abschaffung aller Klassenherrschaft, mit Erfolg nicht angestrebt werden kann, ohne welche nicht einmal die Coalitionsfreiheit großen Werth hat. 80 Wenn nun von liberaler Seite behauptet wird, es widerstreite der bürgerlichen Freiheit, die freie Conkurrenz zu beschränken, so haben wir schon im Anfang darauf hinge wiesen, daß diese Seite der bürgerlichen Freiheit, die freie Confurrenz", für einen Theil der menschlichen Gesellschaft eine unerträgliche Last geworden ist, für einen andern Theil es täglich zu werden droht, und, bis zu ihrem legten Consequenzen entwickelt, zum Ruin der menschlichen Gesellschaft führen müßte. Wenn also die bürgerliche Freiheit nur dadurch erhalten werden kann, daß Menschen zu einander in dem Verhältniß von Herren zu Dienern, von Lohnherren zu Lohn. von Lohnherren zu Lohn dienern stehen, wenn die bürgerliche Freiheit nur auf dem freien Schacher mit der Arbeitskraft gedeihen kann: nun, so wird der Arbeiter höchstens den Schluß daraus ziehen, daß er nicht diese bürgerliche Freiheit zu fordern habe, sondern ,, die demokratische Freiheit, gegründet auf Gleichheit alles Dessen, was Menschengesicht trägt." Die Arbeiterbewegung in Wien. ( Fortsetzung). Wien im Januar. be meh 50 Arbe Den lefen tige Unterdessen hatten die klerikalen Blätter nicht aufgehör den Arbeitern zu schmeicheln, und Herr Pater Greuter hatte auf sogar im Reichsrath eine Lanze für sie eingelegt. Da erſchien die päpstliche Allocution, und wiederholt hatten die Arbeiter Gelegenheit, der ultramontanen Partei gegenüber Farbe zu kennen. Auf dem 6. Wiener Arbeitertage wurde zuerst die ge Allocution öffentlich besprochen und auf Antrag des Herr Pfeiffer folgende Resolution gefaßt:..1. Die heutige Arbe terversammlung protestirt gegen die in jüngster Zeit erlaffenen bischöflichen Hirtenbriefe und Instruktionen als eine Verlegung der Staatsgrundgeseße, sowie gegen die päpstliche Allocution als eine nicht zu rechtfertigende Einmischung in die Staat angelegenheiten und einen Angriff auf die persönliche und geistige Freiheit der Staatsbürger. 2. Die Versammlung spricht sich wiederholt für die alsbaldige gänzliche Beseitigung Conkordats aus." Ded Auf diesem Arbeitertage wurde auch über die Unterredung des Ministers Giskra mit der Deputation des 5. Arbeitertag follte nich fant Der nich bol referirt und endlich auf Antrag des Hrn. Brüshaver ein Comité e gewählt, welches sich über die Parteiprogramme einigen In dieses Comité wurden Mitglieder von sämmtlichen hiesige Arbeitervereinen gewählt, um allen Meinungen Rechnung tragen. balt arbe ibm gem hen dem Der ten, ift einer wit nur gen lich bon fo beit Während so auf den Arbeitertagen fich die Anfänge politischen Partei zeigten, begannen mehrere Arbeiter, die Ludwig Köchlhuber, Hannock und Andere, die geno senschaftliche Bewegung zu organisiren, welche sich zunächst Erlangung des Coalitionsrechts und die Beseitigung der Zwangsgenossenschaften zum Ziele gesetzt hatte, und im Arbeiterbildungsverein wurde von den Herren Mühl hauser und Blazincic der Plan gefaßt, für den Monat September 1869 eine allgemeine Arbeiter- Industries Ausstellung vorzubereiten. Das Programm derfelben In Krems, Baden, Wiener Neustadt, Salz- wurde auch genehmigt und seitdem wird an der Ausführung diese burg, Linz und anderen Orten bildeten sich Arbeitervereine, Projektes unter der Leitung der Herren Blazincic, Fel Das fotwährende Steigen der Bewegung in Wien hatte zur Folge, daß auch alsbald die Provinzen davon ergriffen wurden. aud welche die Prinzipien, die der Arbeiterbildungsverein bei seiner ber und Scheu rüstig gearbeitet. Mittlerweile waren Gründung verkündet hatte, zu den ihren machten. Die Refolutionen, welche in den Arbeiterversammlungen zu Wien ge- derungsfest getroffen, ein begeisterter Aufruf an die französischen die Vorbereitungen für das allgemeine österreichische Verbrüs faßt worden waren, wurden auch von den Arbeitern der Pro- und englischen Arbeiter erlassen worden, und allwöchentlich vinzen angenommen. In Wiener- Neustadt fand am Ostersonn. fanden Sizungen des Comités zur Entwerfung eines Bartei tag in dem großen Hofraume der Reyer- Schlick'schen Zuckerfabrik eine Volksversammlung unter freiem Himmel statt, zu welcher fich mehr als 10,000 Personen eingefunden hatten. Auf dieser Bersammlung wurde folgende von dem Buchdrucker Groß aus Wien beantragte Resolution einstimmig angenommen: ,, 1. Die Prinzipien der Selbsthilfe, wie sie insbesondere von Schulze Delißsch empfohlen worden find. können in ihrer Ausführung nur einem verschwindend fleinen Theile der Arbeiter Hilfe gewähren; sie können daher nicht als dem gesammten Arbeiterstande nußbringend anerkannt werden; 2. der Arbeiterstand ist noch politisch rechtlos. Bestrebungen, welche auf Er langung der politischen Freiheit, die geistige Hebung und materielle Verbesserung der Lage des Arbeiterstandes gerichtet sind, werden erst mit Erfolg gekrönt, wenn der Arbeiterstand in der Gesetzgebung vertreten ist. Die Arbeiter müssen daher vor Allem die Erlangung der politischen Gleichberechtigung anstreben, und für die Einführung des allgemeinen direften und unbeschränkten Wahlrechtes mit allen ihnen zu Gebote ste henden Mitteln agitiren." Gleichzeitig wurden die Beschlüsse der Wiener Arbeiterversammlungen in Bezug auf die Nationalitätenfrage ange. nommen und schließlich auf Antrag des Herrn Eichinger die Nothwendigkeit der Herabseßung der Zoll- und Frachtentarife ausgesprochen. programmes statt. ( Fortseßung folgt.) Arb eing Ro ften gun unt fter ha ber me bei Bu lan zu mö die du da bei die Die Schneiderei in London oder der Kampf des großen und des kleinen Kapitals. Von J. G. Eccarius. ( Schluß.) 7. Wenden wir uns wieder zu den Arbeitern. Seit der vierunddreißiger Niederlage haben sie keine allgemeine Arbeits einstellung mehr gewagt. Da die Meister keine Angriffe fürchten hatten, brauchten sie auch nicht mehr zu kombiniren Daher ist die Herabseßung des Lohns stückweise vor fich gangen, hier und da fällt es einmal vor, daß die Arbeiter in einer Werkstelle aufhören. Dieses geschieht aber nur, um nicht zu arbeiten. Dem Nominalwerthe nach ist der Arbeitslohn bei den respektablen Meistern höchstens 10 bis 15 Brozent herabgesezt; faktisch sind es wenigstens 45 bis 50 Prozent. Diejenigen, welche das ganze Jahr in Arbeit sind oder viel *) Coalitionen zu machen, fich zu verbünden. ju um bie ref 92 ne i un Der 1 11 21 atte iter ört mehr einen Meister haben, können im Durchschnitt höchstens auf 3 bis 4 Tage Arbeit per Woche rechnen. Rechnet man ien nun noch die gelegentlich Beschäftigten hinzu, so werden kaum 50 Prozent des früheren Verdienstes herauskommen. Die Arbeiter sind demnach auf das Minimum*) reduzirt. Der einsige Vortheil, der ihnen zu Gebote steht, ist der, daß sie in den Werkstellen Muße genug haben, Bücher und Zeitungen zu be Die rrn bei nen ing ion cit Ded ng ige ité [ te ett n ie 10 at 81 arbeiten. Sie bequemen sich zu dem Letzteren in der Hoffnung, in der nächsten guten Zeit glücklicher zu ſein; aber umsonst. Die nächste gute Zeit vergeht auf dieselbe Weise, und in Zeit von zwei Jahren sind sie so weit herunter gekommen, daß es ihnen selbst unmöglich wird, sich nach besserer Arbeit umzusehen. Vielleicht begehen sie auch die Dummheit, sich zu verheirathen und ihre Karriere ist gemacht. Der alte Körper lesen, sich über ihr Klasseninteresse aufzuklären und auf künf- des respektablen Geschäftszweigs liefert durch die fortwährenden tige Eventualitäten**) vorzubereiten. Diese Gelegenheit geht nicht unbenugt vorüber. Die Stellung derjenigen Arbeiter, welche für die Fabrifanten arbeiten, ist eine andere. Der Kleiderfabrikarbeiter ist der wirkliche moderne Lohnarbeiter. Für ihn giebt es weiter nichts mehr als harte Arbeit und Elend, kein Tag der Erhalb der bürgerlichen Gesellschaft. Wie jeder andere Fabrikebenfalls eine Masse Leute, die die Konkurrenz unter den Arbeitern immer mehr beschleunigen. Aus dieser ganzen Darstellung geht hervor, daß einerseits die kleinbürgerliche Produktionsweise zu viel Arbeitskräfte, zu viel Kapital verschlingt, den Verkehr und die Konsumtion hemmt und mit jedem Tage unmöglicher wird; daß anderer seits die moderne Produktionsweise, welche den inarbeiter ist er an seinen Posten gefesselt; sein Lohn erlaubt dustriellen Fortschritt vertritt, alles über den Haufen ihm nicht eine Stunde müßig zu sein, und reicht nie über die gewöhnlichsten Lebensbedürfnisse hinaus. Der Preis, welwirft, was sich ihr entgegenstellt, und daß sich die Arbeit und das Elend ihres eigentlichen Produzenten in demselben Maaße vermehrt, als sie selbst vorwärts schreitet. Die moderne Inwo die Fortsetzung der Produktion innerhalb der bestehenden Eigenthumsverhältnisse überhaupt unmöglich wird, eine Krise, die nur mit der gänzlichen Auflösung der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Eigenthumsverhältnisse endigen kann. dem der respektablen Meister wie 2 zu 3. Der Fabrikarbeiter, dustrie muß daher nothwendiger Weise auf einem Punkt ander die beste Arbeit macht, muß daher volle sechs Tage arbei- kommen, wo ihre Konsumenten zahlungsunfähig werden, und ist er noch bei weitem besser gestellt als seine Mitarbeiter, denen ten, um so viel zu verdienen, wie der andere in vier. Jedoch nur die geringere Arbeit zu Theil wird. Der Preis der geringen Arbeit ist so gestellt, daß es für einen Mann fast unmöglich ist, fein Leben dabei zu fristen. Der Arbeiter ist daher von vorn herein genöthigt, selbst andere auszubeuten, er muß so viel Arbeit nehmen, daß er mit einigen Frauensleuten ar beiten kann, die, wie er, gezwungen sind, unter jeder Bedingung Arbeit anzunehmen. Die Theilung der Arbeit wird dann so eingerichtet, daß er vielleicht den vierten oder fünften Theil des Rode macht und seinen Gehülfinnen blos die Hälfte oder höch ftens 2 des Lohns giebt. Diese Kategorie von Arbeitern und Arbeiterinnen bildet den eigentlichen Uebergang vom Sattessen zum Hungertod, vom Proletariat zum Pauperismus. Stets Der Zerfall der englischen Kirche. London, den 30. Januar. Unter der offiziellen englischen Christenheit hat sich ein Sturm erhoben, der sich schwerlich ohne Schiffbruch legen wird. Die falten protestantischen Formeln und Zeremonien find, wenn nicht geradezu abstoßend, doch so wenig anziehend, daß unter das Minimum herabgedrückt, haben sie bei der gerings sie weder Geist noch Gemüth befriedigen. Der denkende Mensch Ben Stockung des Geschäfts nur die Wahl zwischen Arbeits haus oder Tod. Unsere Bourgeois- Defonomen behaupten, daß fann die Resultate der modernen Wissenschaft nicht mit den vor dreihundert Jahren festgeseßten Glaubensartikeln in Einder Arbeitslohn nicht lange unter dem Minimum bleiben fann, flang bringen und der reine Gemüthemensch kann feine Be weil, wenn die Arbeit ihren Mann nicht mehr nährt, die Ar- friedigung in einem Religionsdienst finden, der sich nie an seine beiter einerseits andere Beschäftigung suchen, andererseits die Bufuhr ausbleibt, und daß es im schlimmsten Fall nur so ständliche Dinge vorlegt. Im Ganzen genommen ist die lange währen kann, bis diejenigen Arbeiter aussterben, welche Sinne wendet und seinem verwirrten Verstande nur unverStaatsklerisei sehr tolerant, leben und leben lassen ist ihr Wahlfirche nicht anerkennen,) und die Männer der Wissenschaft unzu einem bestimmten Geschäft erzogen sind. Solche Theorieen spruch. Sie läßt die Dissenters( Seften, welche die Staats mögen in Texas und Kalifornien wahr sein. England, wo straft fie Lügen, denn trotzdem, daß Taufende von Schneidern röckige Spaßmacher, wie der Bischof von Orford, schlechte die Zufuhr in allen Geschäften größer ist als die Nachfrage, gestört ihre Biele verfolgen; selten nur wagen es schwarzdas Geschäft verlassen, wird die Zufuhr größer und der ArWiße über die Behauptungen von Männern wie Charles Dar win, Lyall, Professor Hurley u. s. w. zu reißen. Die Staatsbeitslohn geringer. Ich habe oben schon angeführt, wie sich klerisei hat einen sehr guten Magen, sie kann viel vertragen. die Schneider im Allgemeinen refrutiren. Ausländer und Sie nimmt es nicht sehr strenge mit den neun und dreißig junge Leute aus den Provinzen kommen nach London, theils Glaubensartikeln, auf welche sie schwören muß um das Priesteramt zu bekleiden, und entschädigt sich für den Mangel an kle rifaler Macht durch die ansehnlichen Einkünfte, welche das ,, der Bibelkramladen-, wie um die große Weltstadt zu sehen, theils um mehr Geld zu verdienen als anderswo. Alle kommen in der Absicht, bei den respektablen Meistern zu arbeiten. Sobald die zwei oder drei Geschäft," der Gospel shop Monate gute Zeit vorüber sind, werden 90 vom 100 der " neuen Anfömmlinge gänzlich arbeitslos. Es bleibt ihnen wird auch der Besitz der weltlichen Güter der Kirche stets mit Richts übrig, als auf die Landstraße zu gehen und zu fechten, oder unter den schlechtesten Bedingungen für die Fabrikanten zu den Lohnfap. *) Den niedrigsten, gerade zur Erhaltung des Lebens ausreichen**) Möglichkeiten der Befreiung. größerem Eifer vertheidigt als ihre Dogmen( Glaubenssäße.) Aber diese Fahrlässigkeit hat den Grund zu einem Zwiespalt gelegt, der ernstlich zu werden beginnt. Während die große Mehrzahl den lieben Gott einen guten Mann sein läßt und sich mit den Fleischtöpfen begnügt, welche an den neun und dreißig Glaubensartikeln hängen, entwickeln sich auf den Po 33 82 len entgegengesetzte Ansichten. Auf der einen Seite verlangt man, daß das, was durch die Wissenschaft als unumstößlich und unwiderruflich fest gestellt ist, von der Kirche als solcher anerkannt werden soll, um die Glaubensfäße der Kirche mit dem Zeitgeist in Harmonie zu bringen, und daß die in der Bibel enthaltenen Widersprüche nur als die herrschenden Anfichten der Zeit, in welcher sie geschrieben worden, zu betrachter find. Vor einigen Jahren ward die Frage aufgeworfen, ob Geistliche, die in diesem Sinne schrieben, berechtigt seien, Gehalte aus den Einkünften der Kirche zu beziehen. Bis das hin wurde vorausgeseßt, daß jeder Staatsgeistliche durch seinen Ordinations- Eid die neun und dreißig Artikel ohne Rückhalt in Bausch und Bogen beschwöre; und wer nicht mit ihnen zu frieden war, hatte die Freiheit auszutreten. Die Gegner jener verblümten Freidenkerei verlangten, da die Schreiber selbst keine Neigung verriethen aus der Staatskirche auszutreten, sollte ihnen ihr Gehalt entzogen werden. Gegen alles Erwarten lief die Entscheidung der Behörde darauf hinaus, daß die Betreffenden in ihren Amtspflichten nicht gegen die Kirchenordnung gefehlt hätten und daß man ihnen folglich den Gehalt nicht entziehen könne. Die Finsterlinge behaupteten, jene Entscheidung öffne der Keßerei Thür und Thor; dem aufgeflärteren Publikum dagegen erschien sie als ein Fort schritt. No befreien. Ungefähr ein halbes hundert Higköpfe finden die Vorgehen zu langweilig; sie wollen sich weder unter Pro noch irgend wie fügen, und auch nicht austreten. Aber Kirchengüter der Staatskontrole( Ueberwachung des Staate) entziehen, das geht heut zu Tage nicht. Das große Bublifu betrachtet die liegenden Güter der Staatskirche als National eigenthum, dessen Nußnießung der Klerisei vom Parlame unter gewissen, vom Parlament zu bestimmenden Bedingung überlassen worden ist. Das Parlament aber hat längst au gehört, ein Club der Staatskirche zu sein, obgleich es zur 3 noch ein politischer Club der besißenden Klasse ist. Die Jude die Katholiken, die Quäter, sowie alle der Staatskirche fein fe lichen Seften haben ihre Vertreter im Parlament, und mehren sich mit jeder Wahl, Außerdem besißen die reiche Dissenters in der Liberation Society( Befreiungs- Gesellschaf schon gewissermaßen eine Organisation, deren Zweck die schaffung der Staatskirche und die Sekularisation der Kirchen güter( Berwandlung der Kirchengüter in weltliches Staatseige thum) ist. Diese Gesellschaft soll ihren Anhang in jüng Zeit sehr erweitert haben. Wie lange wird die englische Staats kirche die Abschaffung der irischen überleben? Auf dem andern Pol hat sich dagegen eine rückgängige Bewegung entwickelt, die schnurstracks nach Rom führt. Ihre Vertreter, die jeßt mit der Benennung Ritualisten bezeichnet werden, behaupten, daß die religiöse Andacht nicht vollständig sein kann, ohne von äußeren Feierlichkeiten begleitet zu sein. Sie haben allmählich verschiedene, theils durch die Reforma tion abgeschaffte und andere der Kirchenordnung zuwiderlaufende Gebräuche eingeführt. Sie bedienen sich unter Anderen wohlriechender Düfte, brennen Wachskerzen am hellen lichten Tage auf den Altären, verlangen, daß ihre Zuhörer zu ge wissen Zeiten niederknien, und erscheinen in prächtiger Kleidung Alles, um auf das Gefühl und die Sinne zu wirken und den Verstand zu umnebeln. Diese Neuerungen haben verschie dene Male argen Skandal in den Kirchen, wo sie vorgeführt wurden, verursacht, die Bischöfe erhoben Einspruch, im Ganzen aver wurde dieses reaktionäre Gelichter mit großer Schonung behandelt, bis es so weit ging, daß sich vor Kurzem das OberConsistorium genöthigt sah, dergleichen Verfahren, als dem. Kirchengesetz zuwider, zu verbieten. Es wurde dagegen appellirt, aber der geheime Staatsrath bestätigte das Urtheil. Die Herren Ritualisten sind aber durchaus nicht geneigt, Folge zu leisten. Sie bestreiten das Recht des geheimen Staatsraths, überCeremonien und Gebräuche, die nach ihrer Meinung vom wahren Glauben unzertrennlich sind, zu entscheiden. Der geheime Staatsrath besteht -logie verstehen. Im geheimen Staatsrath sizen verkappte Freidenker, befehrte und unbekehrte Juden und Quäfer. Warum nicht sammt und sonders austreten aus der Staatskirche? ruft die Der Kuku f. ( Neues deutsches Volkslied.) Der Kutuk fißt in seinem Nest, Baßt auf, wo sich was holen läßt, Und haben ein paar Vögel Streit, Ist er zum Schlichten gleich bereit. Doch willig thut's der Kukuk nicht, Er holt dann wo und was er kriegt. Wer Hülf' vom Kutuk fich erfleht, an Ist werth, daß er zum Kufuf geht." Anzeigen. In unserm Verlag ist soeben erschienen: Forschung nach der Gewißheit in der Erkenntniß der Wirklichkeit. Von A. Spir. Preis 1 Thlr. 10 Ngr. 6.9 Bete Auft A. hat zu und ban mi mu für jed zue mi D 8i Der Verfasser hat bereits in seinem Erstlingswerke„ Die Wahr heit" durch seinen Scharfsinn, wie durch die Ruhe und Tiefe feiner größtentheils aus Laien Politikern, die nichts von der Theo- Untersuchungen Aufsehen erregt, und als Nachfolger Kant's und Her bart's sich einen ehrenvollen Plaz in der philosophischen Literatur er rungen. Das obige Werk verbreitet ein neues Licht über die Lehre epochemachende Erscheinung auf diesem Gebiete erkannt und begrüßt von der Erkenntniß der Wirklichkeit und dürfte voraussichtlich als eine Breffe, dann könnt Ihr Euern Liebhabereien ungehindert nach werden. Dasselbe hat nicht blos für Philosophen von Fach, fon dern auch für Theologen, Naturforscher und alle nach Wahr heit ringenden Gebildeten ein hohes Interesse, um so mehr, als der ebenfalls ,, mit der Bildung und Wissenschaft des ganzen Jahrhunderts soziale Frage eingegangen ist, und deren Lösung angedeutet hat. ausgerüstete" Verfasser, um mit Lassalle zu reden, auch auf die hängen; Gure reichen Anhänger werden Euch reichlich versorgen." Aber sie sind eben so wenig geneigt, sich von den Fleischtöpfen der Staatskirche zu trennen, als ihren Berordnungen Folge zu leisten. Vorige Woche hielten sie eine Versammlung, der gegen 400 ordinirte Geistliche beiwohnten, wo beschlossen wurde, man wolle sich unter Protest fügen und es jedem Einzelnen überlassen, in wie weit die verbotenen Ceremonien einzustellen seien. Die Hauptwortführer find gegen den Austritt und wollen eine Agitation im Schooße der Kirche hervorrufen, um die Kirche von der Aufsicht des Staats zu Verantwortlicher Redacteur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. Leipzig. Förster& Findel Deutscher Arbeiter- Bildungs- Verein in London Charles- Hotel, 71 Dean Street, Soho Square. W. London Leipzig.{ Druck und Verlag: G. W. Vollrath. Expedition: Petersstraße 18. fte un ni สะ สะ Be un un L