Brie" ertJ - de 5 ati»"1 !rueJ1 ./Ben Lemokriltisches Wochenblatt. (Organ der dentschen valkspartci und des Verbands dentscher. chapPj No. 1{ Leipzig, den 13. März. *** lNt. 1869. sh.. Da« Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementsvrei« vierteljäbrlich bei allen deutschen Poftanstalten sowie bier am Platze ein« g''Blich Bringerlobn 12'/, Nqr.: einzelne Nummern I N.zr. Abonnement« für Seivzijz nebmen entgegen die Herren G. Hofmann, Brubl 40. J»v">chter, Peterosteinweg 7, Leipziger Lonsumverein, NnivernrätSüraße, und die Ervedition d. Blattes in der Wobnung des Herrn Ol. Bebel, I.>6. Kür Dresden Kiliaieroedilion zinterimistilch) M. Hendel, Ogallitraiie 10. Agent in London für England, Indien, Ebina, Zaran, I H i?''"1, Südamerika k. die deutsche Buchhandlung von Kranz Thimm, 24 Brook Street. Grosvcnor Square, London. Agent für London' Duenfing, k'oreiZn Book�eller, Didrnrian and KewsaKeut, 8, Littlo Newport Street, Leiccster Square, W. C. An un serc Leser Achten wir die freundliche Bitte, da mit dem 1. April ein neues Quartal beginnt, daö Abonnement bei den �»stanstalten und Buchhandlungen sofort zn erneuern, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung "«tritt. � � Ärcuzbandfendungen werden wir für daS neue Quartal nur dann befördern, wenn spätestens bis zum ' �pril unS der Betrag von 13 Ngr. franco eingesandt wird. Wir glauben indeß im Interesse der betreffenden kehrten Abonnenten selbst zu handeln, wenn wir sie ersuchen, daS Abonnement bei der nächsten Postanstalt auf- i«geben, da dieser Weg der schnellste und sicherste für die Beförderung ist. Ebenso richten wir an unsere Parteigenossen u dringende Aufforderung, nach Kräfte» für die Verbreitung des Parteiorgans zu wirken. Wir glauben mit ««tem Gewissen sagen zu dürfen, daß wir Alles gcthan haben, waö die schwachen Mittel unS erlaubten, um g6 Blatt zu einem SCrgan zu machen, welches die Interessen der Partei rücksichtslos und entschieden nach allen �"ten vertritt; wir erwarten deßhalb, daß jeder Einzelne cS für seine nächste Pflicht erachtet, die Verbreitung 16 Blattes kräftig zu fördern. Die Redaktion des Demokratischen Wochenblatts. «ns�dalt: Politische Uebersicht.— Ein Altentat gegen das Ver- ''itib— Vorort«- und Arbeiter-Angelegenheiten.— An die Such- � lr' Etui- und Cartonagen-Arbeiter.— Beilage: Aus Spanien. Soie' Broschüren.— Muster-Schema für Agitationsberichte aus "'ei-- Anzeige. Politische Uebersicht. 4. März läumtc Johnson, der unwürdig befundene Tig! tcr Vereinigten Staaten widerstandslos dein jOii die Stelle, welchen das Vertrauen der Nation ihm zum llle r*« Segtben hat. Nicht einen Tropfen Blut kostete flfz, cEitigung des freihcitsfeindlichen Staatsoberhauptes. In der Cr Ordnung vollzog sich der Personenwechsel, ipjjJ�leich ein Systemwechsel ist In einer Monarchie hätte �i' l||fne eine Straßcnschlacht geschlageu werden müssen. .„tl�ichtigkeit, mit der Republiken sich schlechter Regierungen �j'S-N. ist bekanntlich der schlimmste Ucbelstand der republi- s->.'(«en Ttaatsform— wie die Lobredner der Monarchie f« äcn. MeH ncral Grant, der neue amerikanische Präsident, WNoch seiner Vereidigung aus die Constitution folgende Ne an seine „„Mitbürger! �ch k Abstimmung hat mich zum Präsidenten erwählt. abe den von der Verfassung vorgeschriebenen Eid ohne inneren Vorbehalt geleistet mit dem Enlsattussc, nach besten Kräften Alles, was meine« Amtes ist, zu thun Die Verant- wortlichkeit meiner Stellung fühle ich. doch ich übernehme sie ohne Furcht. Das Amt ist mir ohne mein Suchen überlragen. Ueber die wichtigsten Fragen beabsichligc ich alle Zeit dem Kongresse meine Ansichten auszusprechen. Wenn ich es raih. sam Halle, werde ich mein Veto einzulegen, um Maßregein. gegen welche ich bin, abzuwenden; doch alle Gesetze sollen ge- treulich ausgeführt werden, mögen sie meine Zustimmung haben oder nicht. Ich werde die Politik verfolgen, kein Gesetz zu empfehlen, welches mit dem Volkswillen im Widerspruch steht. Gesetze sind bestimmt, über Alle zu herrschen, sowohl über die- jenigen, deren Beifall sie haben, als über die, welchen sie wi> derstreben. Ich kenne keine Metbode, die Zurücknahme säiäd- licher Gesetze zu sichern, welche so wirksam wäre, als genaue Durchführung derselben. Viele Fragen werten sich in den nächsten vier Iahren erheben. Es ist wünsckenswerth. daß sie mit Ruhe und ohne Vorurrheil erwogen werde» mögen, da das größte Gut des Volkes und die Mehrzahl desselben aui's Innigste davon berührt wird. Diese beansprucht die siwerbeil der Person, des Eigenthums, der religiöse» und politischen Meinung überall im Lande. Alle Gesetze, welche diese Ab- ficht fördern, werden von mir nach besten Kräfte» unterstützt werten. Zur Sicherung der Union hat eine große Staarsjebnld ausgenommen werden müssen, deren Tilgung zugleich mir der Ruckkckr zur Mrtallmährung. sobald dieselbe ohne Schädigung des Landes crsolgen kann, ins Auge gefaßt werden muß. Um der Naiionalchre willen muß jeder Dollar Regierungsschuld in Gold bezahll werden, M>>n nicht im Contrakie andere Be- stimmungcn festgesetzt st»� �Stöge man nur wissen, daß auch bmfichtlich keines«nzMn�Ptennsszs der Staatsschuld eine Re- oudianon") statlPndsk.Vsv wird das schon viel zur Stärkung de« Staatskredits beif�Tgen, welcher der beste in der Well sein müßte, und es wird un« schließlich in den Stand setzen, die Schuld durch Bonds") zu ersetzen, für welche wir weniger Zinsen zahlen, als wir jetzt zu zahlen haben? Dazu soll eine ehr- liche Erhebung von Steuern und strenge Rechenschaftsablage an das Schatzamt für jeden erhobenen Dollar und die grüßt- »ivgliche Einschränkung in den Ausgaben kommen. Wer zwei- seli daran, daß es thunlich sein wird, jeden Dollar abzuzahlen und zwar mir größerer Bequemlichkeit, aks jetzt, wo wir für unnützen Luxus zu zahlen haben. Der darniederlicgende Ber- kehr muß wieder geHobe» und die Industrie ermuthigt wer- den. Die jungen Männer dieses Landes haben ein besonderes Interesse daran, die Nationalehre aufrecht zu erhalten. Augen- blicke des Nachdenkens über unsere» künftigen gebietenden Ein- fluß unter den Nationen sollten ste mit Nationalstolz begei- stern. In welcher Weise die öffentliche Schuld getilgt, die Me- tallzahlung wieder aufgenommen werden soll, ist nicht so wichtig, als daß der Plan dazu gefaßt wird. Geeinigle Eni- schließung zum Handeln ist mehr wertb, als getheilter Rath über die Art des Handelns. Eine Gesetzgebung über diesen Gegenstand mag jetzt vielleicht nicht nothwendig, noch selbst rathsam sein, doch sie wird es werden. Sobald das Gesetz überall im Lande in voller Kraft wieder hergestellt, und der Handel in seine gewohnten Canäle geleitet ist, wird es mein Bemühen sein, die Gesetze getreulich auszuführen und für die regelmäßige Erhebung aller Staatseinnahmen zu sorgen. Ich werde nach bestem Ermessen nur solche Beamte ernennen, welche zur Ausführung dieses Planes geeignet sind. Wo irgend die Flagge unseres Landes weht, beabsichtige ich die Rechte aller Völker zu achten, doch gleiche Achtung für unsere eigene zu fordern. Wenn andere von dieser Regel des Verkehrs mit uns abweichen sollten, so können wir veranlaßt werden, ihrem Vorgange zu folgen. Die angemessene Behandlung der Indianer verdient die sorgfältigste Erwägung. Ich gedenke jedes Verfahren zu be- günstigen, welches ihre Civilisirung, ihre Bekehrung zum Cbristcnthum und schließlich die Verleihung des Bürgerrechts an sie zum Ziele hat. Ich hoffe und wünsche die endliche Annahme des Amen- dements zur Constitution, wodurch das allgemeine Stimmrecht gesichert wird. Schließlich bitte ich darum, daß im ganzen Lande Einer gegen den Anderen geduldige Nachsicht übe, und daß jeder Bürger den festen Entschluß fasse, sein Möglichstes zu thun, um das Glück der Union zu befestigen, und ich flehe zu Gott, daß er seinen Segen dazu gebe." Das neue amerikanische Ministerium besteht aus Männern der streng republikanischen Richtung. Washburne, der an Se ward's Stelle das Auswärtige übernimmt, zeichnet sich durch große Fähigkeiten und festen Charakter au«. Sho- field, der Kriegsminister, hat sich im Kampf gegen die Süd- staaten bewährt. Finanzministcr Stewart genießt deS allgemeinsten Vertrauens, ebenso wie Cox. dem das Innere über- tragen worden ist. •) Nichtanerkennang, Zahlungsweigerung. **) Schatzscheine. 18 An demselben Tag, wo Präsident Grant seine trittsrede in Washington hielt, eröffnete in Berlin der KowS von Preußen den Norddeutschen„Reichstag". � grellerer Gegensatz läßt sich nicht denken. Dort ein einsaß Bürger, der zu seinen Mitbürgern, hier ein Monarch. ttr zu seinen Untcrthanen spricht. Dort der glückliche Sch�' mer der amerikanischen Staatseinheit, hier der erfvlgrei� Zerstörer der deutschen Staatseinheit. Dort ein Triumph der Volkssouveränität, hier ein parlamentarisches Schattens?'» an der Wand, mit dem der Absolutismus die großen und kleine» Kinder zu ergötzen sucht. Der Wortlaut der Berliner Thronrede hat für uns»* Leser kein Interesse. Sie läßt sich in zwei Sätzen zusammen' fassen: Wir haben Furcht! Wir brauchen Geld! Gleich in der ersten Sitzung des„Reichstags" hatte Bismarck, der alle Selbstbeherrschung verloren hat, eine„Szene mit dem Abgeordneten Zwesten, den er ohne jeden Grund der heftigsten Weise angriff. Einige Aeußcrungen des Hcre" Grafen waren so sonderbar, daß selbst die servilsten Nalioiuu' liberalen bedenklich den Kopf schütteln. Unter dem Titel:„Der K a iserw a h n si n n" bringt � „Deutsche Volkszeitung" in Hannover cincn sehr zcitgeinäk� Aufsatz, dem wir folgende Stelle entnehmen: „Wir wollen an der Hand der Geschichte die psychologischen kungen verfolgen, welche große und rasch errungene Erfolge, durch Gunst des Glückes erlangte Herrschaft und Machtsülle auf Mcn>� von mittelmäßiger Geisteskraft, die jener Güter tbeilbaftig we»!� auszuüben pflegen. Die Geschichte der römischen Kaiserzeil, i» wew. sich Wesen und Wirkung unbeschränkter, durch Usurpation erlang» Herrschermacht überbaupt am klarsten ausprägen, gibt über jene � uns bezeichneten psychologischen Erscheinungen die beste Auekunir weist die clben so häufig auf, daß die Geschichtschreiber dieser � sich veranlaßt gesehen haben, jene Erscheinungen mit einem techml»� Ausdrucke als den„Kaisei wahnßun" zu bezeichnen. Die damit bE»? ncte Seelenslimmung bestand nach zenen Geschichtsschreibern(K? Iac. Burckbardt, Zeit Constantin's des Kroßen) i» einer aus muth und Angst gemischten Aufregung, hervorgerufen durch da--® wußtsein der Herrschast über die Welt und durch die Furcht vor Aw/ die nach Herrschaft streben konnten. Diese Aufregung und lieber� zung steigerte sich zu einer völligen Zerrüttung des Geistes, welcist L von ibr befallenen Herrscher wie Caligula. Nerv, Domitian, Eon»" duS und Andere in die tollsten Ausschweifungen stürzte, durch die unaufhörliche Sorge übertäubt werden sollte, während gerade b � Seelenzerrütlung den Untergang der von ibr Betroffenen mit Noth�'g digkeit herbeiführte. An Caligula bebt Riebubr die Schlafloüö' als ein Hauptmerkmal jener Seeleustörung hervor. Nur außerord'� lich hochbegabte Menschen, wie Constantiss der Große, konnten trotz � Häufung von Freveln, denen fie ihre Herrschaft verdankten, tt"' Schicksale des„Kaiserwahnsinns" entgehen. � In neuerer Zeit haben wir ein Beisvicl jener durch die llcbcrw»., der Erfolge verursachten Seelensrörung an Napoleon I. Unser g�. Geschichtschreiber Schlosser sagt von ihm:„Napoleon ist seit dem den von Schönbrunn unstreitig von dem Schwindel ergriffen gcM»,� der einst Nebukadnezar und Tamcrlan fortgerissen hatte; er gM �, dem Schicksal trohen zu können und duldete endlich Niemanden®� als wer unbedingt gehorchte." Schlosser erwähnt ferner zur SM' rung des Seelenzusiandes des Kaisers der wunderlichen, polterv, prahlenden, schimpfenden und drobenden Reden, welche dieser in dt»./,. ten zwei Jahren vor dem russischen Feldzug bisweilen ohne allen er» lichen Anlaß und zu Jedermanns Erstaunen gehalten habe, und mc selbst die französischen Lobredner des Kaisers nicht zu entschuldige»..,. gen. Ossieiöse Berichtigungen mußten dann den Eindruck jener ra> lichen Reden, welche oft selbst den gewöhnlichsten Anstand verletz nachträglich abzuschwächen suchen.".| Ein boshafter Zufall bringt gerade jetzt einen Brief Tageslicht, den Graf Bismarck an General Grant geschdü' hat, oder der doch in seinem Namen an diesen gesch�'.',, worden ist. Der Brief atdmet Bewunderung für den � oberer Vicksburgs und Richmonds(der zwei stärksten Festuu�,. der amerikanischen Rebellen). Der Schreiber scheint kei»c � »ung zu haben, daß in Vicksburg und Richmond die M» 119 " amerikanischen Gesinnungsgenossen des Grafen n, a r ck gebrochen ward. � Es war in jüngster Zeit vielfach die Rede davon. Graf '«Marck werde zurücktreten. Za. wenn steh nur Jemand Wide, der die Erbschaft übernehmen wollte! ,.Die erste Sitzung des„Reichstags" mußte wegen„Be- �ußunfähigkcil" aufgehoben werden. Wie der„Reichstag" 'lstinn, so endete das Abgeordnetenhaus, mit— Bcschluß- ''�ivgkcit. ES ward am K. d. M. von seinen Leiden erlöst. .. In einer der letzten Sitzungen des Abgeordnetenhauses sollte Cariellkonvention mit Rußland zur Sprache kom- , allein Graf Bismarck war„krank", und so mußte die Frage verschoben werden bis— zur nächsten Scsfiou, ° schmachvolle Vertrag erneuert, also eine Interpellation "�genstandSIoS geworden" ist. .„Kampf gegen das Iunkcrthum! Kampf gegen den ! Kampf gegen Altprcußc»! Kampf der Freiheit gegen s/!" Diesen Schlachtruf stößt aus— kein ,.Wel- d'Ctgan", auch kein demokratisches, Schandblatt", sondern jene '�Vtsäule des RationaNiberaliSmu«, genannt„Magdeburger �ü»ng". 2if„iüssen sehr unzufrieden sein mit dem Gang �„Nationalen" Bewegung, die Herren Rationallibcralen! ~~''' werden bald wieder zu Kreuz kriechen.„Ent- "" steht Ihr mir uns, oder Ihr scheint nicht einmal ln/to �uft ihnen höhnend die„Kreuzzeitung" zu, und sie 1 Recht. > schreibt unS:„Berlin, ü. März. Die Parteien. � �lkittspartei voran, feierten dieser Tage den Schluß dcS in*1� mit Champagner und gegenseitiger Reklame, als ob »ici fünfmonatlichen Sitzung etwas für das Volk und �uter Volksfeindliches getkan worden wäre. Die Er- h„�"ösrede zum Reichstag war ganz nichtssagend; beiner- ®mh ist nur, daß auch diesmal wieder, wie da« vorige �„inneren Feinde der Ordnung", der Demokraten, �Nt wurde. Man hat die Phrase von LouiS Napoleon Auch noch ein audercs Stückchen scheint Bismarck .�uapartiemuS nachahmen zu wollen, nämlich die zur gefi;! n9 des Volks aufgeführten parlamentarischen Schein- zwischen der reaktionären Regierung und ihren intimen . So fand gleich in der ersten Sitzung des Reichs- de,., deftiger Wortstrcit zwischen Bismarck und Twcsten, tf9t Uhrcr der Nationalliberalen, statt, wobei erstcrer sehr er- Ivr,,/- �ch Kalte diese Szene für eine Ein Allgemeinen dolh�i� fwrher abgekartete'), wie früher bei der schmach» Räumung Luremburgs die Interpellation des national- i»� Cn Herrn von Bennigsen. Bennigsen und Twesten �>ten Kriege Itjkll nur Scheinkämpfer und eh,� vertrauliche Conferenzen mit Bismarck. Der Nutzen steint, Opposition" ist auch gar zu cinleuchtend: Das läf Opponiren macht die Leute als„Kämpfer" popu- die die Regierung hat dann eine Kammcrmajorität, auf denn/ Allem, was sie thut, verlassen kann. Das diele,, ft00—„Praktische Staatsweisheit".— Von den vielen, �"uderten von Petitionen und Beschwerden, die bei dem "ngclaufen waren, hat er nur einige in den paar husic Cn letzten Sitzung erledigen können: das Festessen lionen � �Ik werden! Aber auch diese wenigen Peli- schey m��rsen schon ein merkwürdiges Lickt auf den„deut- Bäcker �v"�'Staat". Da ist unter Andern ein freisinniger �' Pippart. den man willkürlich und ohne sachlichen i�ie können wir unsrem Correspondenten nicht beistimmen. dera,.. �Ssbeit" Bismarcks ist keine Komödie, wie die der National- �ie hat ibre vbvstologischen Gründe. D. R. Grund immer höher in der Steuer hinaufgeschraubt hat, bis die Steuern buchstäblich sein geringes Vermögen aufgefressen und ihn total ruinirl haben', jetzt wird ihm sein Gütchen verkauft. Frühere Petitionen und Beschwerden waren fruchtlos geblieben.— Die Härte gegen demokratische Steuerzahler gleicht die Regierung durch große Milde gegen ihre treuen Diener aus, wie eine Petition aus dem Stättchen Gurzno �eigt. Der dortige Bürgermeister ist ein siebenfacher notorischer Verbrecher, natürlich auch gegen die Sittlichkeit. Aber kein Staatsanwalt nimmt eine Klage an, und die Regierung setzt ihn nicht ab! Unerhörte Dinge wurden über diesen Mann im Landtag mitgetheilt, da meinte der RcgicrungSkommissur: die Beschwerden seien übertrieben, der Betreffende habe sich gebessert, die Leute in Gurzno seien gar schlimm u. s. w. Das Scitenstück zu diesem Fall ist, daß man einen wegen Mordes zum Tode venirthciltcn Priester Ossowicki zuerst zum Ge- fängniß begnatigl und dann frei gelassen hat. In Gmcw- kowo ist ebenfalls ein Beamter, Namens O st c r> i n g, der einer Unzahl von Meineiden bczüchtigt wird und nicht belangt werden kann, weil die Staatsanwaltschaft die Untersuchung nicht verhängt. Der Staatsanwalt ist nach preußischen Gesetzen ein blindes Werkzeug des Justizministcrs und m u ß nach dem Befehl des Letzteren anklagen und verschonen. Summa Suui- marum: Preußen ist der deutsche Kulturstaat!" Die Wahlen in Ungarn haben jetzt begonnen und werden bis zum 23. März— 14 Tage lang dauern. Die Aufregung ist groß, blutige Schlägereien sind an der Tages- ordnung, über lOO Personen sollen schon getödtei oder schwer verwundet sein. Es pstcgt bei Ungarischen Wahlen stets heiß herzugehen, allein diesmal ist die Temperatur doch höher als sonst, und man glaubt in Wien steif und fest, eS sei das preußischen„Einheitzungen" zuzuschreiben. Mag sei». In Sachsen machen wir ähnliche Erfahrungen. Man redet wieder viel vom„AuSgleicu mit den Tschechen". Den hoffnungSscligen Optimisten gießt das böhmische Blatt„Correspondenz" lfrühcr„Politik") einige Tropfen eiskalten Wassers auf den Kopf, indem es daran ain- ncrt, daß a ch l seiner Redakteure wegen Prr Vergehens in „Kerker" sitzen! Sämmtliche Börsen Europa'S sind in sieberhafter Auf- regung', ein pa ni ich er Schrecken hat sich der Spekulanten bemächtigt, ohne daß man einen greifbaren Grund dafür an- zugeben wüßte. Doch das liegt ja in der Natur deS panischen Schreckens. Das Kriegsangstfieber schwebt eben in der Luft. Ein, auf keine bestimmte Quelle zurückzuführendes Gerücht be- sagt, die französische Regierung habe an die belgische ein Ultimatum gestellt: ein anderes, der französische Kaiser habe den deutschen Depossedirtcn, als deren Fürsprech jetzt der Herzog von Nassau in Pari« sein soll, baldigste Abhülfe ihrer Noch versprochen ein dritte«, zwischen Frankreich, Oester- reich und Italien sei ein Schutz- und Trutzbümdniß zu Stande gekommen. Letztere« Gerückt wird bis zu einem gewissen Grad bestätigt durch die plötzliche Abberufung te« preußischen Gesandten am Italienischen Hof, de« Grafen Use- dom, und die gleich plötzliche Versetzung de« italienischen Gesandten Nigra von Paris nach London. Graf Usedom. Verfasser der berüchtigten„Stoß ins Herz" Note, war die Seele der preußisch- italienischen Allianz, für die auck, Ritter Nigra schwärmte und in Paris Ränke schmiedete. Die Debatte im französischen gesetzgebenden Körper ist vorüber,— wie nicht ander« zu erwarten, blieb die Oppo- sition mit ihren Anträgen in der Minderbeit. Der Angriff war gegen die Dynastie gerichtet, und Dvnastieen werden nicht durch Debatten gestürzt. 120 In Spanien sucht die Mehrheil der Corte« auf Um- wegen zu ihrem Ziel, der monarchischen Spitze, zu gelangen, In einer Parteivcrsammlung hat sie einen Ausschuß von 15 Miigliedern niedergesetzt, der einen Verfassungsentwurf aus- arbeiten und Thronkandidaten vorschlagen soll. Jedoch ist auch die republikanische Partei nicht unthätig und durch Flugschrif- ten und eine wohlorganifirte mündliche Agitation sucht sie namentlich der Landbevölkerung die Vortheile der Republik vor der Monarchie klar zu machen. Jedenfalls steht bereits so viel fest, daß die Errichtung eines Throns in Spanien, wenn überhaupt noch möglich, erst nach dem Gelingen einer blutigen C o n tr erev ol u t io ii*) möglich ist. Nach Berichten aus Euba gewinnt der dortige Auf- stand immer mehr an Ausdehnung. Die Rebellen wollen Abschaffung der Sklaveret und Anschluß an die Vereinigten Staaten von Nordamerika, denen die Insel auch durch ihre Lage zugehört. Die„provisorische Re- gierung" hat einen Gesandten nach Washington geschickt, der natürlich von dem Präsidenten nicht offiziell empfangen werden kann, aber allseilig die freundlichste Aufnahme findet, eine Freundlichkeit, die sich nicht auf leere Worte beschränkt, da das Repräscntanlenbaus(2, Äammer �dcs Congresses) den förmlichen Beschluß gefaßt hat, die Unabhängigkeit Cuba's anzuerkennen, sobald die Aufständigen eine feste Regie- rung haben, mit anderen Worten, sobald sich die Unfähigkeit der Spanier, de» Ausstand zu unterdrücken, herausstellt, Am vorigen Donnerstag wurde dem Redakteur dieses Blattes gerichtlich mitgeiheilt, daß Herr Fabrikant Dierel wegen des Artikels in Nr, 4 des„Demokr.'Wochenblatts" Klage auf Verleumdung erhoben und Gefängnißstrafe beantragt bar. Da Herr Dietcl auf möglichst rasche Erledigung der Sache drang, so verlangten wir, um das Interesse der Wahr- heil nicht leiden zu lassen, Einstellung des gerichtlichen Ver- fahren« während der Dauer der Reichstags- und Zollparla- mentssesfion. Da« kann nicht verweigert werden, und so haben unsere Freunde an Ort und Stelle hinlängliche Zeit da« Material zu sammeln. und die Richtigkeil des von uns Veröffentlichten festzustellen. ') Kegenreve'lutwn, rückwärtsstrebende Revolution gegen die vor- wärrsttrebende Revolution, Em Attentat gegen das Vereinörecht. Im Frcibergcr Wahlbezirk hat die Volköpartei Julius Vnhlteicd in Maxen bei Dresden als Candidaten für die bevorstehende Reichstagswahl auf- gestellt, Thue Jeder seine Schuldigkeit! Im„Sozialdemokrat" vom 7, d, M, lesen wir: „Zur Beseitigung eines absichtlichen oder unabsichtlichen Mißverständnisses wird bemerkt, daß es Jedem freisteht, ge- gen den Vereinspräsidcntcn bei der Generalversammlung Beschwerde zu führen. Der Vereinspräsident wird sogar seinen Einstuß dahin verwenden, daß Nichtmitglicder, die ihn bei der Generalversammlung anklagen wollen, per- sönlich in einer Sitzung erscheinen und das Wort crgrci- sen können" Tie Notiz können wir nur auf uns beziehen. Wir werden auf der nächsten Generalversammlung des Allgemeinen Deut- scheu Arbeitervereins erscheinen. Die auf letzten Sonnabend anberaumte Landesv� sammlung der Volkspartei konnte nicht stattfind� wenigstens nickt in der vorherbestimmten Weise, Schon Freitag Morgen hatten wir Nachricht erhalten, daß die sc Itter" von Chemnitz einen Handstreich beabsichtigten! � die Ortsbehörden von Hohenstcin-Ernstthal waren Sonna� Nachmittag zur Anordnung der nöthigen Maßregel» aufg� dert worden. Die getroffenen Maaßregeln erwiesen sich durchaus ungenügend, und als gegen'/,8 Uhr Abends, wo � Sitzung eröffnet werden sollte, etwa 80— 100 Man», � Knütteln, zum Theil mit Messern bewaffnet und meist beir» ken, angestürmt kamen, war die Versammlung völlig sch"� und ein halbstündiger Tumult erfolgte, während dessen Feuerwehr rcquirirt ward, die den Saal räumte, woraus Bürgermeister die Versammlung für ausgelöst erklärte. Bürgermeister selbst war von den Angreisern schwer mißh"" ,, worden, ebenso Vahltcich. Letzterer, der die Banditen wü ncm, jedoch nicht gezogenen, Stockdegen abzuwE� suchte, ward wegen ungesetzlicher Führung von Waffen l,(t tet, indeß am Dienstag wieder entlassen, t Der A r b c i t e r> C o n g r e ß, welcher auf Sonntag beraunit war, wurde von de» Veranstaltern selbst abbei� weil die Erbitterung mittlerweile so groß geworden war, ein blutiger Zusammenstoß unvermeidlich gewesen wäre,, Daß ein solcher Abends zuvor vermieden ward,>ß und allein dem gesunden Sin» unserer Leute zuzuschl«' die sich sehr wohl bewußt waren, daß sie durch Gewallt� keit nur die geheimen Zwecke der Anstifter gefördert hätte»- Die gerichtliche Untersuchung ist im Gange, und n,":- den gegründete Hoffnung, daß dem Treiben der„Haßsel� welches das Tageslicht nicht verträgt, erfolgreich gestcuclt' den wird, zumal die Masse der Chemnitzer Arbeiter es» gerade müde geworden ist, sich von einer, in jeder Hinji« ,� an Zahl, Charakter und geistigen Fähigkeiten— veräckt» � Minorität einschüchtern oder gar ins Schlepptau nehme» lassen. rjj> Das sckon jetzt in unfern Händen befindliche M»' stellt fest- 1) daß in Chemnitz eine von der Gräsin Hatzfeld gel m ä ß i g besoldete, nach Muster der berüchtigte» cemberbande. halb militärisch organifirte Sckaar t11.� die truppweise per Eisenbahn oder auf Leiterwagen i» Umkreise von etwa 3 Meilen— bei besonderen Gelege» � z. B, bei den gegenwärtigen Ersatzwahlen, auch weiter � umgeschickl wird. um für die Bismarck'scke Durch Einheit zur Freiheit zu wühlen und Verl» lungen der Volkspartei zu stören-, � 2) daß der Uebcrsall vom vorigen Sonnabend la»fl�,! h er geplant war(die Angreifer hatten sämmtlick gedl � falsche Mandate, von denen einige in unsrem Besitz si»�' j(i 3» daß Viele der beim Ueberfall Betheiligten fich hatten und auf der Hinfahrt offen erklärten. f»�„8 müsse man mit den Führern der Volkspartei.,e>» machen." �>> Vom Zusammenhang dieses Hatzfcldt'schen Unfug den Bismarck'schen Anncxionsbestrebungen ein andcrma Der Zweck der Landesoer sammlung wart �'�l auf dem Weg der Privatbesprechung vollständig' �i und die G c w c r k s- G e n o ss e n s ch a f t s- B e w c g u» ö- ge die Organisation der Partei auf das Wesent» fördert, � Ueber die W a h l- und die V e r e i n s>R e ch t s fr a g e, die auf I � Arbeilerkongreß verhandelt werden sollten, hat eine dem- "'lintr e'n zuberufende zweite Landesversammlung zu "llcheiden. n �». Erwähnt sei noch, daß am Sonntag Morgen in Hohen- - Ernstthal mindestens 230 Vertrauensmänner aus > �1 Theilcn des Lands zugegen waren— ein leben- abl« grs Zeugniß für die Regsamkeit und Verbreitung unsrcr acstf Kartei' inM-- 'm Vororts- und Arbeiter-Angelegenheiten. �iit' .cii'i hi- m verband sind beigetreten Burgstädt 85 Mann, Geln- ie"�"24 Mann, Der Vorort. • Cl: illi 0Urth, d, 7. März. Unsere stürmischsten Wahlversamm- � P] 3lbl9,n''0tfn tc'n solches Bild der Verwirrung als die gestern � hier einberufene Volksversammlung, in der die Schwei- 'l,(i- 1 fj''Jc,n Agenten, die Herren v. Bonhorst aus Wiesbaden, tu, aui Offen dach und Kölsch aus Mainz auftreten soll- fib�l liti--®'e Lokalitäten des Hotel Kütt waren aufs äußerste lo/i1' der Präsidentenwahl wurde der Vorsitzende des if 1, �okratischen Arbeiter-Vereins„Zukunft". Arbeiter Löwen- esteilsl vorgeschlagen! da kam alles aus Rand und ibuchdruckercibcfitzcr Schröder! schrieen die Nalional-Li- -ia�" ihrerseits, es entstand ein Lärm, in dem Keiner sein ci»n niu"� �ort verstehen konnte. Endlich kam es zur Abstim- ci�I ��'.�vwtnstcin hatte die Majorität, die Nationalen behaup- � ch" Gleiches von Schröder, der Tumult wurde größer. �lnmergeseUe Poß, der die Versammlung einberufen, dem wirds r�I deh Haustein aus Offcnbach will den Vorsitz über- kl'M um einen mitanwesenten Augsburgcr vorzuschlagen. ,�1- Z»a" �"'Ult, man ruft und erklärt. Löwcnstcin habe die fliSf] � er sei allein berechtigter Vorsitzender, darauf Lärm bif �et Gegenseite. Da» Ende vom Liede war, daß nunmehr jj.N°iizei einschrill und die Versammlung auflöste. Die Vcr- 1 q �ung ging ruhig aus einander. ! m JUö 3itlrilberg empsingen wir heute, den 10. Nachts 2 iiij'1''"'gendes Telegramm: t( tzea Dürnberg, den 9. März Nachts 12 Uhr. u Bonhorst glänzend gesiegt. Anwesend 800 Mann. vht 61 �üfidenl Lassalleaner errangen 2 Stimmen. lf � Rull, Löwenstein. I Niit der 23. Febr."» Kürzlich theilte ich Ihnen sJ flatj' LaB. unfa Arbeiterverein beschlossen habe, aus dem ,1« der Illiberalen„Arbeiterbunde" auszutreten, heute bin ich in �«r Mittheilung zu widerrufen, und zwar weil in toent"t'®e11 außerordentlichen Generalversammlung mit An- ,1 2 5.Un8 oller nur erdenkbaren Kniffen eine Majorität von tvill Wiedereintritt in den Bund beschlossen hat. Ich >veit-. � Borgang hier kurz refcrircn, muß dabei aber etwas l' I ousholen. Ii tag oser früherer Arbeiterverein stand unter der Bevormun- n oii> Assessors Selli n g, der seiner Zeit auch Vertreter ' Ageg, ��ger Arbeitertag war. Dieser Herr, ein fleißiger dialioci. langer Fortschrittspartei, war lange Zeil die � Esch. Persönlichkeit; er halte keine Opposition. Die anders, nachdem Lind mann feste Stellung ''""ohm.— Der Austritt au» dem Verband und der Aihfj,,''n s'fn deutschen„Arbeilerbund welchen Selling am dein'J11-® Nürnberg vollzog. wurde nicht einmal zuvor s--- unterbreitet, weil überhaupt die damaligen Aus- � �Hnt unsere Schuld verspätet. schußmitglieder im Laufe von 7— 8 Monaten keine einzige Ausschußsitzung abhielten, Wochenvcrsammlungcn fielen auch oft 4 Wochen lang vollständig aus, kurz und gut— der Verein kam von ca. 150 Mitgliedern auf 52 herunter durch die Läs- sigkeit des Ausschusses. In einer Wochcnvcrsammlung von 10 höchstens 12 Mann wurde der Austritt aus dem Wer- band und der Eintritt in den Bund genehmigt, vom Bund hat man dann fast gar nichts mehr gehört, die meisten Mitglieder wußten ja nicht einmal, daß wir dem Bnnd an- gehören. Als Lindmann das erstemal den Antrag stellte, man solle aus dem Bunde austreten, drang er nicht durch; einige Ausschußmitglieder, welche im Ausschuß für den Austritt stimm- tcn, waren in der Wochenvcrsammlung dagegen!— Lindmann stellte nach Verlauf von einigen Wochen wie- derholt seinen früheren Antrag, und er wurde mit großer Majorität angenommen. Der Austritt aus dem„Arbeiter- bund" wurde dem Vorort des Bundes angezeigt, der Vorort gab Rückantwort, unterließ aber wohlweislich in Nrv. 4. seine« Organs davon Mittheilung zu machen, erstens, weil sofort der Bund durch unsere Gegner von der beabsichtigten neuen Agitation in Kenntniß gesetzt wor- den ist. und zweitens, weil es dem Bund nicht in den Kram paßte, den Austritt eines seiner zwölf Vereine anzu- zeigen, während er in jeder Nummer des Organs zu Beitritts- erklärungen auffordert, und die Vereine so schön bittet mitzuthun. In der Wochcnvcrsammlung vom 15. d. Mls. begann nun die Agitation. Leute, welche das ganze Jahr nicht zu sehen waren, wurden hinkommandirt, es wurde der Beschluß der früheren Wochcnvcrsammlung als ein Fehler hinzustellen gesucht, es wurde schamloser Weise der Antrag gestellt, den Austritt aus dem Bunde für ungültig zu erklären, und im Bunde zu bleibe». Die Wochenvcrsammlung stimmte widcr- holt darüber ab. die Antragsteller fielen mit ca. 20 Stimmen gegen ca. 50 Stimmen durch.— Nun griff man zu einem neuen Mittel. Man beantragte eine außerordentliche Generalversammlung, die nach unfern Statuten berufen werden muß, wenn 12 Mitglieder eine solche beantragen. Diese General- Versammlung fand nun gestern statt.— Nachdem Lindmann dieselbe eröffnet und über die Gründe der Berufung gesprochen hatte, wurde er auf die gröbste Weise der Parteilichkeit beschuldigt, woraufhin er Vcr- anlassung nahm, den Vorsitz an den II. Vorsttzcndcn abzugeben. Nun wollte man von gegnerischer Seite, aus ächt jcsui- tischen Gründen, Lindmann fast zwingen den Vorsitz wieder zu übernehmen, worauf dieser jedoch unter keinen Bedingungen einging.— Die Sache wurde dann rein persönlich, man pro- vozirtc auf die brutalste Weise Lindmann's vollständige Aus- schcidung und stellte sogar de» Antrag ihn sofort abzusetzen, welcher Antrag jedoch mit circa 80 Stimmen gegen 0 abge- worfcn wurde. Der Antragsteller Selling entwickelte nun eine solche Fertigkeit im Auftischen der allbekannten nationallibcralcn Ver- dächtigungen, Vcrläumdungen und Lügen gegen die Bcstre- bungen unserer und der verwandten Parteien, daß sich jeder redlich Denkende, der die Verhältnisse kennt, nur darüber em> pörcn konnte. CommunismuS, Revolution rc. waren die Schlagworte, mit denen man die Sache zu verdächtigen suchte.— Es wurde nun zwar von mehreren unsrer Partciangchörigen, welche sämmtlich Arbeiter im engsten Sinne des Wortes sind, ent- schieden geantwortet, doch haben wir eben nicht die Virluofi- tät in Wortenstellungen, in Ränken und Finessen, wie jener Beamte, der fast den ganzen Abend das große Wort führte. 122 Während der Versammlung, die man absichtlich recht lange hingezögert hatte, mußten ca. lg Mitglieder unserer Par- tei, welche bei ihren Meistern wohnen und an strenge Einhal- tung der Hausordnung gebunden sind, die Versammlung ver- lassen. Darauf hat man gewartet.— Als es nun zur end- lichen Abstimmung kam. waren 41 für den Austritt und 43 gegen den Austritt un» also für das Bleiben im Bunde. Lindmann hat selbstoerständlich heute sofort seinen Aus- tritt als Vorstand erklärt, da er es nicht mit seiner Ehre ver- einbarcn kann. Vorstand zu bleiben, nachdem man ihn auf solch brutale Manier zum Austritt provozirt hat. Im Ver- «ine werde er bleiben, und mit allem Fleiß darauf sehen, daß sich die„guten Freunde" der Arbeiter, die Beamten, Fabrikan- tcn und Spießbürger keine Ausschreitungen ihrer Befugnisse zu Schulden kommen lassen können und dürfen.— Eines müssen mir noch mittheilcn, Landgerichtsassessor Selling und Nadelfabrikant Sch mauscr haben sich gestern in der Generalversammlung erboten i„Den Beitrag für säinmtliche löv Mitglieder aus ihrer Tasche an die Bundcskasse zu zahlen." Wir haben dieser Thatsache nichts hinzuzufügen. (Wir rathen unfern Freunden auszutreten und einen neuen Verein zu gründem D. Red.) Gelnhausen, den 5, März. Hiermit erklärt der hiesige Arbeiterverein seinen Beitritt zum Verband der deutschen Arbeitervereine, die Mitgliederzahl beträgt'14. Wir haben in der hiesigen Bevölkerung keinen leichten Stand, da wir nach zwei Seilen Front zu machen haben. Erstens gegen das Go- tbaerthum sNationalliberalismus), dem wir wegen unserer so- cial-dcmokratischen Gesinnung ein Dorn im Auge sind und zweitens gegen die große stumpfsinnige Masse. Durch Beschluß der Generalversammlung beabsichtigen wir eine Krankcnunter- stützungskassc zu gründen; wollten die Brudervereinc uns hierbei durch Einsendung eines Krantcnkassenstatuts unterstützen, so würde das uns sehr freuen. Auch beabsichtigen eine Anzahl Schuhmacher eine Produktivgcnossenschaft zu gründen, Schwierigkeiten werden wir viele zu bekämpfen haben. na< menilich gegen die Geldsäckc, die sich bcnachtheiligt glauben, aber wir werden frisch Hand ans Wer? legen. Berlin, d.!>. März. Berliner demokratischer Arbeiter- Verein. Sitzung vom 8. März. Tagesordnung: Referat und Diskussion über„D e m o k r a t i c und S o z i a l-D e m o k r a t i e". Vorsitzender Milte weißt am Eingange seines Referats auf die Nothwendigkeit hin, daß die Begriffe„Demokratie" und „Sozial-Demokrane" erörtert werden, weil bei so vielen Par- teibestrebungen oft Unberechtigte sich diesen Namen usurpi- ren,(anmaßen).„Demokratie", wörtlich: Volksherrschaft, be- zeichne nicht die Herrschaft einer gewissen Volksklassc, sondern die Herrschast des ganzen Volkes, die Rechtsgleichheit„alles dessen, was Menschengesicht trägt". Dieser Rechtsgleichheit aber standen bisher die Interessen einzelner Klassen entgegen. welche nach einander die Oberhand gewannen. Als die Feu- dälmacht unterlag, kam die Bourgeoisie, hervorgebracht durch die moderne Productionsweise, ans Ruder, und bis heute nöch beulet diese die arbeitenden Klassen aus. Die Bourgeoisie ist daher nicht befähigt einen demokratischen Staat zu schaf- fe«, weil in diesem sich ihre Interessen nothwendig verlieren müßten. So hat man in Frankreich allerdings im Jahre 1848 das allgemeine Wahlrecht proklamirt und einen Arbeiter in die Regierung geschickt; als die Arbeiter aber Produktiv- Genossenschaften forderten, da verband sich die Bourgeoisie mit der Reaktion. Ebenso hat unsere Bourgeois- Demokratie das allgemeine Wahlrecht von ihren Forderungen abgesetzt, weil «S ihr in dem Krame nicht mehr paßte, und nur wenige un> l«, serer früheren Demokraten sind den Prinzipien von 1846 geblieben. Der größte Thcil der Fortschrittspartei versiä>t� Interessen der Bourgeoisie, erstrebt nur solche Rechte für � Volk, welche die Herrschaft der Bourgeoisie nicht geführt wie Freiheit der Schule u. s. w., thul aber nichts für materielle Wohl der Arbeiter. Die Demokratie, selbst alte, unverfälschte, nützt daher dem Volke nichts, wen« sich nicht zur Sozialdemokratie erweitert und durch llmg'"' tung der jetzigen Produktionsweise die gesel l sch a ft� Stellung der Arbeiter verbessert. In der Schweiz u»b Amerika ist der Arbeiter durch die Bourgeoisie ebenso> daran wie hier, die Republik allein kann ihn also nicht r' len, sondern nur die Sozialdemokratie. � Hr. Richter weist darauf hin. daß die sogen. Demo"' ten der Fortschrittspartei nur solche Conzessionen mache»� denen sie gezwungen sind, ja das thue sogar Bismarck, � jetzt durch Einbringung des Gesetzes, welches die Beschlagna» des Lohnes unter gewissen Verhältnissen verbietet. Hr. Havenith präcifirt) daher den llnkcrschicd � sehen der Demokratie und der Sozialdemokratie dahin � � die crstcre nur die Acnderung der politischen Form letztere dagegen die der gesellschaftlichen anstrebe. j Hr. Tesch verlangt von der Demokratie ganz beso� die Betonung der religiösen Frage, und Hr. Jäger n' die Fortschrittspartei wegen Bewilligung des Militärbub» die Zeriretcr der VolkSrechte. Hr. Carl Hirsch entwickelt darauf als letzte>o� Conlequenz") der Demokratie„die Republik", in welch�V„ die wahre Demokratie, nach dem Schwinden aller Herrschaft, verwirklicht sei. Bevor aber nicht die 23 U1"1� und das nationale Wohl der arbeitenden Klassen sei, werden dieselben gegen die Staatsform gleichgültig K'" sich um das Staatswesen sehr wenig kümmern. Was das allgemeine Wahlrecht, wenn es noch ungebildete giebt, die ihre Stimme für einen Schnaps verkaufen- � kann mau da einen für das Staatsinteresse cmpfium�, Sinn bei denen voraussetzen, die ihr ganzes Leben hindurch von der Hand zum Munde leben? Nur dadurch, daß die Produktionsweise umgestaltet wird, kann dem Arbeiter i sen werden, denn sie ist es, welche die Bildung und da-' � terielle Wohl der Arbeiter in den letzten hundert Jahre" nicht, wie Hr. Max Hirsch vor acht Tagen in seinem Bor� „das hundertjährige Jubiläum des Dampfes" sagte, d ert sondern beeinträchtig« hat. Es kann aber neue gesellschaftliche Form nicht durch die Gnade Ei"�� hervorgerufen werden, sondern nur durch das Mitwirken- � Der Staat muß die'Arbeitszeit auf ein gewisses.„i» schränke» und die?lrbeit der Kinder und verheiratheten A1 in den Fabriken verbieten. Ferner muß er, ebenso m" reichen Unternehmern Credit gewährt, auch den Arbeitern � Credit Helsen. Dann erst wird sich der Arbeiter mit beschäftigen. Das ist das Wesen der Sozial-Demokratie- der aber Haben sich Junker in die Sozialdemokratie 1 schlichen und diesen Namen in Verruf gebracht, Vi' � man laut erklären, daß Schweitzer nicht identisch"" Sozial-Demokratie. Hr. Bartels bemerkt, es müßten Vertreter aus dein selbst heraus gewählt werden, zweitens müßten diese si� Intelligenz, Moralität und.Humanität auszeichnen,'"s allein ist nicht genügend, es muß ihm auch Cbarake-r � Herz beigesellt fein. Ein Antrag des Hrn. Havenith nv --. ,rf( K'11' *)'Pragnren, d. h. vräjls, scharf und klar ausdrucken, e> ") Nothwendig«» letztes Ergebniß. "') Eins und dasselbe, gleichbedeutend. 123 8 tt ir N1 )tH<» ir W" dst? n», ¥t tili1 n» i ,t n' n u* tat ji nf mti1 nfi iN' 4� r* „nJ �il' , F Jtu" # ii"1 irf1 itfiä' r�1' in1' -aä1' titl' fli"! (Hit- (C au'11 o(t ifli' plii'1 {(!' iflöj' pfiff' Utl! S-l>- )-l IPN- llll° &' (<11. J ttner Adresse an den Amerikanischen Präsidenlcn Grant der Arbeiterfrage wird auf Antrag Mctzner's„um n Personcncultus ju vermeiden", abgelehnt.(Bravo!) )tt d. 2. März. Hier hat sich ein Lvkalverein � Handarbeiter gebildet, die sich der von Crimmitz- �"u unter Leitung Herrn Mottclcr's ausgehenden Ge» �'�gen osscnschaft der Weber, Spinner, Hand- ". Fabrikarbeiter anschließen werden. Sehr gut .. es uns, daß man den vom Vorort Leipzig ins Leben j�'fiien Gcwcrksgcnossenschaftcn gleich von vorn herein den �/�ationalen Charakter aufprägen will. Die Farben- � �ter werden sich ebenfalls vereinigen und sich Crimmitz- iiy l' Zuschließen. Dil Metallarbeiter stehen gleichfalls 'sikiff, sich zu organisiren. Diese Rührigkeit unserer Ar- � iß zu verwundern, wenn man bedenkt, daß die große (M- f*! jetzt so gut wie nichts von der Arbeiterbewegung und verstanden hat. Die mißlichen sozialen Verhältnisse diü?�" die Leute von selbst auf den rechten Weg; so bli> Kinder nicht selten bis Nachts 12 Uhr ar- m cn,. um die Woche nur einige Kreutzer mehr nach Hause jiii1,t,r®en' da der Kindcrlohn per Tag nur 10 Kreutzer(nicht -I.Groschen!) beträgt. Auch herrscht hier ein entsetzliches Ubiirgertkum und ein borusfificirendes�) Beamtenthum. � Burgstädt, d. 10. März. Wir s,,� Heute bereits in der "�men Lage, Ihnen milthcilen zu können, daß unser .Arbeiterverein schon auf 85 Mitglieder angewachsen ist 'älllich neue Mitglieder gewinnt. Die letzte Volksver- hier hat unscrm Verein wie der ganzen Partei sehr und werten wir eifrig bestrebt sein, die sozial-dcmo- Prinzipien in immer weitere Kreise zu tragen. Unser soll'st provisorisch auf drei Monate gewählt, alsdann »a'siuitiv die Wahl stattfinden. Noch zeigen wir Ihnen iXschlj� Verein beschlossen hat, sich Ihrem Verbände an- d. 7. März. Nachdem am vorigen Montag di»,�. �'tervercin eine Arbciterversammlung abgehalten luir schon berichteten, war für gestern Abend von �bej»� �/ßgcnSchweitzcrianern ebenfalls eine allgemeine "'-'"fummlung einberufen worden, in der Herr Sch u- iichiji und Hm Liebisch auftreten sollten. Letzterer erschien Die Versammlung war so stark besucht, daß iieg�'Men Platz mehr fanden. Bei der Vorsitzendenwe hl Sn"* �urtei mit großer Majorität, indem Herr Protze Ixich �Urverein gewählt wurde. Herr Schumann hielt »Xd- Engeren Vortrag über unsere sozialen Zustände »«r dj� �»u ihrer Aendcrung, namentlich schilderte Red- ZUßändc in Preußen und besonders in Berlin in sehr Würben. Er forderte zum Beitritt in den Allgemeinen ich Arbeiterverein und die Schwcitzcr'schcn Arbeiterschaf- �chselb-s. �uch ihm sprach Herr Vogel aus Limbach, der i»X{jn 1-'audpuntt wie Herr Schumann vertrat. Da trat htx Scb CtteI. l> Uhr der von uns sehnlichst erwartete �or,'i ein. Nach einer kurzen Pause ergriff dieser das Zachst nun Herrn Schumann wegen der Agitation i"tyarf"'®'c et nut betreibe, um die Organisation der Hi,1n»u stören, scharf zu Leibe. Es entstand ein sehr Vo uuipf zwischen den beiden Rednern, a» dem sich noch Jch Aiitti!■Ufi� Herr Menzel von hier, der den, auch unter �ch idaer Arbeitern bankerott gewordenen Schulze'- si H��unkt vertrat, bctheiligten. Den Bctheuerungcn Ej�j,?ibumann gegenüber, daß er gekommen sei, um ��L�>t herzustellen, zog Bebel verschiedene Artikel aus � �erpreußen, nerbisparcken.(Borussia lateinisch dem„Sozial-Demokrat" an, die er vorlas und daraus nach- wies, wie die Herren Schumann und Liebisch officiell geschickt seien, um die Volkspartci zu bekämpfen und ihre Organisation zu stören; die Versöhnung, die man im Angesicht des Gegners predige, sei nur eine Maske. Bebel beantragte eine Resolution, wonach die Versammlung erklären sollte, daß sie zwar aus dem Boden der sozial- demokratischen Prinzipien stehe, aber keine Veranlassung habe, in den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein oder die Schwcitzcr'schcn Arbeiterschaften einzutreten. Die Dis- kusfio» über diese Resolution sowie die Abstimmung mußte in- deß unterbleiben, weil der Wirth erklärte, daß er den soforti- gen Schluß der Versammlung verlange, indem die Polizei ihn bereits angezeigt, weil er über die Mitternacht hinaus(es war 1 Uhr) die Versammlung geduldet habe. In Folge dessen schloß der Vorsitzende sofort die Versammlung. Wäre es zur Abstimmung gekommen, so hätte sich unzweifelhaft die über- wältigendc Mehrheit der Anwesenden für die Resolution erklärt. (Wir ersuchen unsere Parteigenossen, sich künftig, wenn die Versammlungen über Mitternacht hinaus dauern, durch solche Drohungen von Seiten der Polizei nicht einschüchtern zu lassen. Nach dem Vereinsgcsetz hat die Polizei kein Recht da- zu. Ist die Versammlung dem Gesetz gemäß angezeigt, dann gicbr es keine Zeit und keine Stunde, in der sie ge- schlössen weiden müßte. Wir haben alle Ursache, das ohne- hin schon so beschränkte Vereins- und Versammlungsrecht uns nicht noch mehr verkümmern zu lassen. Kommen von Seiten der Beamten Gesetzwidrigkeiten vor. dann beschwere man sich sofort bei den höheren Instanzen.) Luckenwalde, d. 9. März. Vorigen Sonntag fand hier eine Versammlung von Tuchwebern statt, welche die Tuch- weder des Arbeitervereins einberufen hatten. Trotzdem, daß zur selben Zeit noch verschiedene andere Vereine und Versamm- lungcn tagten, hatten sich gegen 500 Personen eingefunden. Alle vier durch die Zunfteinrichtung bestehenden Gruppen wa- rcn zahlreich vertreten, nämlich die verheirathcten Tuchmacher, die unvcrheirathcten Tuchmacher, die Zeugmachcr und die Weber. Ter Vorschlag zu einer Vereinigung sämmtlichcr Stuhlarbeiter zu einer Kasse, und zur Wahrung der Interessen der Stuhlar- beitcr den Behörden und Arbeitgebern gegenüber, sowie im Bunde mit den Webern andrer Städte eine Gewerks-Ge- »osscnschaft zu gründen, wurde mit großem Jubel begrüßt und einstimmig angenommen. Sämmtlichc Rcdner sprachen sich dafür aus, und wollte man nach ächter Arbeiter- art entschlossen sofort und ohne Zögern Hand ans Werk zu legen. Mit Rücksicht jedoch auf die Abwesenden wurde beschlossen. erst in einer zweiten Versammlung ein Cvmite zur Ausarbeitung der Statuten zu ernennen. Die Erfolge unserer Thätigkcit hier Übertressen bedeutend unsere Erwartungen; man kann hier sehen, was mit gutem Willen und einiger Energie zu leisten ist. Desto mehr müssen wir uns über die Berliner Gesinnungsgenossen wundern, daß diese so wenig von sich hören lassen. Glauchau, den 9. März. Ich habe Ihnen heute über den glänzenden Verlauf einer Volksversammlung zu berichten, die gestern Abend hier im Theaterlokal abgehalten wurde. Dicht gedrängt Kopf an Kopf standen die Massen da, mehrere hundert Besucker mußten wegen Mangel an Platz umkehren. Mindestens 2000 Personen, eher mehr als weniger, mochten anwesend sein. Bei der Präsidentenwahl wurde ohne großen Widerspruch von Seiten der anwesenden Lassallea- ner der Vorsitzende des Volksvercins Weber Albert gewählt. Den angekündigten Vortrag über die„sociale Fratse"'ÜUd die Gewerksg'e nossen schaften hielt Herr Befiel. Ob- 124 glcich dieser körperlich sehr angegriffen war, so sprach er doch über l'/z Stunde unter der allgemeinsten Aufmerksamkeit und unter häufigen Beifallsbczcugungen während des Vor- trags und am Schlüsse. Nach Bebel trat Herr Schumann aus Berlin auf. Er erklärte, er könne gegen den Vortrag nicht das Mindeste einwenden, nur wolle er wissen, warum Bebel nicht über den Berliner Kongreß und die Schweißer'- schcn Arbeiterschaften gesprochen habe? Nach HcrrSchumann sprach Herr Stolle aus Crimmißschau des ausführlicheren über die Gewerksgcnossenschaften, indem er an einer Reihe von Uebelständen. welche die Arbeiter drücken und ihnen das Leben verkümmern, nachwies, wie hier nur durch die Gewerks- genosscnschaftcn Abhülfe geschaffen werden könne; er betonte namentlich auch die Nothwendigkcit einer in tern a ti o n a l cn Organisation der Gewerksgcnossenschaften. Herr Bebel beant- wartete hierauf in drastischer Weise die Anfragen des Herrn Schumann unter großer Heiterkeit der Versammlung, zugleich erörterte er kurz die Gründe der gegenseitigen Bekämpfung. Die Debatte währte bis nach 12 Uhr; abwechselnd betheiligten fich von Schweitzcr'scher Seite Schumann und Richter. von Seiten der Volkspartci Bebel, Stolle und Do Hau er aus Zwickau. Bebel warf Schumann unter andern auch ..jesuitische Wortverdrehung" vor, weil derselbe seine Aeuße- rungcn stets im entgegengesetzten Sinne darzulegen suchte. Schließlich beantragte Herr Bebel folgende Resolution:„Die Versammlung erklärt sich mit den sozial-demokratischen Prin- zipien einverstanden, sie hat aber keine Veranlassung fich der Agitation des allgemeinen deutschen Arbeitervereins oder den SchweiKer'schen Arbeiterschaften anzuschließen, sie wird vielmehr die Organisation der Volkspartei unterstützen und die vom Vorort Leipzig ins Leben gerufenen Gewerks-Genossenschaften nach Kräften fördern." Herr Schumann und Herr Richter bekämpften, Stolle und Bebel befürworteten die Resolution. Bei der Abstim- mung erklärte fich die ungebeure McHrH eit der V er- sammlung für die Resolution, dagegen stimmten nur etwa 3 l) Mann. Meerane, den 7. März. Freitag den 5. März haben wir hier iin bairische Haus eine allgemeine Arbeiter- Versammlung abgehalten. Saal und Gallcrien waren zum Erdrücken gefüllt; es waren bestimmt 2NW Mann an- wescnd. Herr Eberlcin wurde zum Vorsitzenden gewählt. Unser Abgeordneter Bebel, sprach über das allgemeine Wahlrecht und dessen Bedeutung in Staat und Gemeinde. Er entschied fich dahin. daß Jeder nach sächsischem Gesetz mit 21 Jahren mündige Mann auch das unbeschränkte Wahlrecht für Staat und Gemeinde haben müsse. Er kam hierbei auch auf die Heimatbs- und Armcnunterstützungs frage zu sprechen und wies unler Darlegung der einschlägigen Ver- Hältnisse nach, daß die Armenpflege allgemeine Staatssache werden müsse, wenn die Freizügigkeit und die Erlangung des Heimathsrechts an jedem Orte eine Wahrheit werden solle. Nach einer Pause sprach er dann in einem zweiten Vortrag über Zweck und Bedeutung der Gcwcrksgenossenschaf- ten. Die gespannte Aufmerksamkeit während des Vortrags und der lebhafte Beifall nach demselben bewies, welch guten Boden die Gewerksgcnossenschaften bei uns finden werddn. Zum Schluß wurde noch die Wahl eines Depukirten zum sächsischen Arbcitcrkongreß vorgenommen und fiel die Wahl hierbei auf Herrn Eberlcin, Vorstand des Volks- Vereins. Leipzig. Der von den Leipziger Buchbindergehülfcn gc- gründete Buchbindcrvercin wächst in erfreulicher Weise. Bereits haben fich Mitgliedschaften in Nürnberg und Stuttgart B mit über je lOll. in Hannover mit 40 Mitgliedern, äußert in Dresden, Eßlingen, Hamburg, Fürth, Rcgensburg, Oi""1. Saalburg und Markneukirchen gebildet. Ebenso haben Collegen in der Schweiz ihren Beitritt erklärt und wirken rigst für Ausbreitung des Vereins. Von ihnen ist der ANt eingegangen, den Verein zu einem internationalen machen, und nachdem dieser Antrag von der Leipziger gliedschaft mit Stimmeneinhelligkeit angenommen worden wird uns von den Züricher Collegen die Mittheilunz., auch die Berufsgcnossen in Belgien, Frankreich und Eng! � sich organifiren. Geht schon aus alle dem hervor, daß Kongreß außerordentlich zahlreich beschickt werden wird, s" sich auch aus der Aufforderung in No. 26 des Demokrat" an die Gewerkschaft der Buchbinder zc.(nach Berliner Congreßstatut), sowie den Erklärungen des®£ t4 (irfl K» Ortsvercins der Buchbinder(nach Hirsch-Duncker'sckcm � ZI-»«' schließen, daß alle Parteien das Möglichste thun werden. durch hohe Anzahl von Vertretern den Sieg für ihr zu erringen. Es läßt sich aber auch voraussehen, daß d» � Handlungen äußerst lebhafte und interessante werden�. es ist höchst wichtig, daß alle Collegenkreisc sich vertreten i An die Buchbinder, Portefeuille-, Etui- und nageuarbeiter. Nachdem die un» von einer beträchtlichen Anzah�. Collegen in den verschiedensten Theilen Deutschlands Schweiz zugekommenen Beitrittserklärungen zum gegr»» internationalen Buchbindcrvercin und Anwess» u, von Delegirten konstatirt haben. daß unser Vorgehen � � Anerkennung unserer Berufsgenossen erfreut, ist eS angenehme Pflicht. hiermit nochmals alle Arbeiter und- � meistcr der obengenannten Gewcrkc einzuladen, zu de>»� 28. März und an den folgenden Tagen im Hotel de hier stattfindenden ersten Kongreß der Buchbinder, Porten Etui- und Cartonagen- Arbeiter ihre Vertreter zu schi-fr»'(i Bei der reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung' wie bei der Bedeutung, die die Beschlüsse dieses Congk'»'�>> die Interessen unseres Standes haben müssen, ist f*•(f wendig, daß alle Collegenkreisc vertreten find. Mögen d'.<. werksgenossen in kleinen Städten sich mit einander■ um so Delegirte abordnen zu können, oder ihre Mand ihnen bekannte Kollegen naher großer Städte oder» einsenden. � Behufs der Abstimmung bitten wir, in den$$ sowohl die Gesammlzahl der College» am betreffend-»�/ als auch die Zahl der Wähler des Mandatträgers 9'»� f zugeben, und nur Arbeiter oder Kleinmeistcr der werke zu Delegirten, und zwar auf I— 30>n'�(i» Städten 1, auf jede weitere volle 30 College» in».ri» zu wählen. Die D'»» j Städten ebenfalls 1 Abgeordneten z erhalten von den hiesigen Collegen freies Quartier. � Berufsgenossen! es gilt uns zu organifiren zu»' samcn Schutze und zum Kampf gegen die soziale»«i» Hältnisse; schon haben die Collegen in vielen größere" � p- Deutschlands und der Schweiz ihren Beitritt erklärt, � t-1 in Frankreich, England, und Belgien arbeiten eifrig! Organisation!; wir erwarten daher, daß alle College'. reff« � ten in unsere Reihen und ihre Vertreter zum Coirgrni� mit uns aber schnellstens in Verkehr treten, damit nnrfi rffftheitiii Wrnitriimm mit* noch rechtzeitig Statuicnentwurf, Programm und Tag� zuschicken können. Mit collegialischem Grnß jnk»1 Das prov. Comite: Gotter, Zhde, Ku n a th. M Schwanebeck, Werner, Pctersstrassc Nr.� ls-> Verantwortlicher Redacteur: A. Liebknecht.») Druck und Verlag: E. W. Vollrath. Redaktion: Braustraße 11.( 1 Ervedition: Petersstraße 18. j Hierzu eine Bella» !tt1 ,1 ,1 Dkillige Mm DtmoKntischtil Wgchtsblatt No. i l. AuS Spanien. Cadiz, 2K. Februar ISM. ®'n kiesiger Republikaner bat einen„CateKisrao demo- t a(tieo repnblicano" verfaßt, der an Radikalismus und Klar- t[l Ansicht wenig zu wünschen übrig läßt und im All- seinen den Geist der Partei, zum Thcil den de« Liberalit- ttn<�''anicn überhaupt gut zur Darstellung bringt. Ich ">k einj� Stellen mit der Kuriosität halber; Spanien hat . � merkwürdigen Umschwung begonnen; was am meisten � s�'Uten hat ist das, daß sich der beißblütige Geist die Ideen . Demokratie nicht nur zum LuruS angeschafft hat, sondern auch unter jeder Bedingung durchführen will, ohne Kom- , /Miss, und Aufschub, und mögen sie auch nicht gleich siegen, Iwd sic und werden sie doch immer mehr ein mächtiger �landthril in der Entwickelung Neuspaniens; einer Regie- j/8' welche die Punkte des gleich am Anfange der Revolu- n aufgestellten Programms von Cadiz nicht redlich und durchzuführen suchte, würden die entschiedenen Liberalen >r,teu U'it allen zu Gebote stehenden Mitteln gegenüber- lau �as Recht des Einen ist das Recht Aller; das dcS Einen �"/as des Andern nicht angreifen, daS des Einen nicht � m""' uoch das Aller das des Einen. Wer im Namen sein � mein Recht angreift, stellt sich außerhalb des ./gen; der im Namen der Freiheit die mcinige angreift, � außerhalb der Freiheit stellt. Frage: Wie muß man die to/MUtn, welche im entgegengesetzten Sinne denken? Ant- »j tI: Als Ignoranten oder Verbrecher. Frage: Die Re» fitiindi Die Monarchie ist immer die zur c'nfr'�rihe ominöser4) Privilegien in einer Person tag! 8kn, welche sich nicht auf die reine demokratische Lehre ■wah k"' Bet�tn,n ainen solchen Namen? A nlw.: Ja. Die ein �'st eine einzige und unthcilbare.— Es giebt nur �.System, welches wahrhaft dem menschlichen Rechte ange- �ni e f'c demokratische Lehre.— Frage: Kann es eine eiu/ ische Monarchie geben? Antw.: Nein, wie es nicht zj" wahrhaflen Katholiken geben kann, der zugleich wahr- ��otcstanl wäre, einen Atheisten�), der DeistU), weiße ®rHebii ,'Cc'�c fchwarz wäre. eng /a�t- Ist die Demokratie die Gleichheit, die Monarchie Aön"''C9:'st das Eine die Negation°) des Andern. Der „s 9 übt immer Akte aus, durch seinen Willen allein, welche � der fremden Rechte sind.— Ferner wird eine uiqe � mst Einern Präsidenten verworfen, der sich vom Kö- ZZ)g�/ur in Klrcff der Erblichkeit und Zeitweiligkeit der r""�scheidet. Die wahre demokratische Republik will '.uicht eine ähnliche Gefahr. Ein Präsident mit dem Trieb'''�crr der Kräfte zu Land und Meer, mit dem Privileg, suj"°d-r Krieg zu erklären, die Kammer zu eröffnen, zu >vcn/ 8" schließen, zu ernennen den Ministerrath, auch Hose-" � feine Handlungen verantwortlich ist und des dem /�dehre und sein Gehalt mäßig sei, ein solcher Präsi- Alte,,/ dennoch s» versucht gegen die Freiheit der Bürger ein iu machen, wie dcrKönig gegen seineUnterthancn. dochge Gewalt ist absorbent 4°). Napoleon I. machte sich �ott /�Aokrattsch- republikanischer Katechismus.') Wer an keinen � Wer an Einen Gott glaubt. 4) unheilvoller. � Ver- Aech, �..umaßungen, Vergewaltigungen.') Recht des Einspruchs, J«Merk. � Schlüsse der gesetzgebenden Körper außer Kraft zu setzen. Alles abfo tT"' �üweilig au per Tkätigleit setzen.») Angriff.'") will lorberen, d. h. in sich aufsaugen, sich unterwerfen. als Konsul zum Kaiser und Napoleon III. als Präsident, springend über Ströme Blutes, ahmte seinem Vorfahren nach, ein nicht weniger großer Tyrann Frankreichs und der Freiheit von Europa. Frage: Wie muß man eine Republik ohne Präsidenten verstehen? Antw.: Vermittelst der legislativen') Macht in permanenten Cortes. Diese ernennen das Ministe- rium, und dasselbe, die exekutive �) Macht, ist der Sanktion4) aller seiner Akte durch jene unterworfen. Genießt ein Ministerium nickt das Vertrauen der Majorität, rcickt es seine Demission �) ein.— Die Corte« thun die Pflichten des Regenten, und so ist das Volk wahrhaft Souverain. Was weiterhin folgt, läßt sich durch folgendes Schema4) anschaulich machen: Rechte. l. Das Recht zum Leben. ?. Das Recht zur Arbeit. 3. Das Recht zur Familie. 4. Das Recht zur Vertheidigung. 5. Das Recht zur Hülfe. 6. Das Recht zur Instruktion. Plichten, Freiheiten, die die Rechte vor- auf welche sich die aussetzen. Rechte beziehen. Die Pflicht zu leben. Alle. Die Pflicht zu arbci- ten. Die Pflicht, für meine Familie zu sorgen und die fremde zu achten. Die Pflicht, meine Person und Unter- drückte zu verthei- digcn. Die Pflicht, zur Hülfe des Bedürftigen bei- zutragen. Die Pflicht, mich zu unterrichten und die öffenllickc Erzie- hung zu pflegen. Die Pflicht, das srcm- de Eigenthum zu respektircn(achten). Die Freiheit der Ver- sammlung, Assozia- tion. Profession, Handel, Industrie. Freiheit des Kultus. der Erziehung, der Presse. Freiheit der Ver- sammlung. Assozia- tion, Profession, Pe- tition, Sanktion d. Gesetze. Freiheit der Ver- sammlung u. Asso- ziation. Freiheit des Kultus, der Erziehung. As- soziation, Profes- sion. Freiheit deS Handels, der Industrie, Pro- fession. 7. Das Recht zum Eigenthum.freien Erwerb und An- wendung derVor- theile meiner Ar- beit. Der Freiheit de« Kultus wird sehr energisch und rück- haltlos gegen die Kirche und Hierarchie') das Wort geredet; von der der Presse heißt es: Die Presse ist die mächtigste Waffe der menschlichen Intelligenz; sie ist der Schrecken der Tyrannen, Heuchler und Ignoranten4). Jede« Prcßgesctz oder jedes Re- glement«) für ihren Gebrauch ist ein Angriff auf die Zntelli- genz und das Gewissen des Menschen. In Betreff der Einheit des Staates wird jedes Sondergericht entsckiedcn verworfen. jede« Privileg, jede Immunität.'4); eine Kammer nur ist erlaubt. Der Senat ist ein Rad, welches die legislativen Geschäfte auf- hält, und ein die Souveränetät des Volkes entehrendes Gegen- übende, sung. BW WWWWWWWWW nung.">) Befreiung von Strafen und Latten. 126 I gewicht. In Betreff der Scheidung der Kirche vom Staate beißt c«: Der demokratische Staat bejahlt keine Kirche. Keine Religion bat innerhalb der Freiheit des Kultus einen Vorzug. Der geistliche Stand bedeutet nichts mehr als eine Profesfion, wie die des Arztes. Advokaten. oder ein Handwerk, wie das des Zimmermanns, Maurer«, Schuhinachcro. Wer ein paar Stiefel braucht, einen Tisch oder eine andere Arbeit, kommt mit dem Handwerker überein: dann beim Empfange derselben bezahlt er da« Werk; ebenso der, welcher eine Consultation') mit dem Arzte und Advokaten nöthig hat: er bezahlt den Dienst. Zwischen diesen Professionen und Leistungen und dem Amte der Prediger oder dem priesterlichcn existirt in guter Lo- gik kein Unterschied. Wer eine Messe, eine Beichte für seine Sünden, eine Taufe, Hcirath, Begräbniß nöthig hat, mag den Priester bezahlen, daß er ihm diese Dienste leiste, nach ausgc- machten! Preise oder Tarif da cS ungerecht ist. daß die Einen Dienste für die Andern bezahlen; die Dienste muß bezahlen, wer sie erhält. Da« Gcgcntbcil ist die Absorption'1 des Ein- iclncn durch die Kirche, und heißt einen Fuß setzen in das System der theokratischcn�) Regierung. Geschworenengerichte werten für alle Arten Vergehen verlangt.— Am Schlüsse stehen 14 Glaubensartikel, entsprechend den 14 des katbolischen Ka> techismns. Es find folgende: 1. Das göttliche Recht der Könige ist allein für die Ein- faltigen eine Wabrheit und ein Obdach für die Schlechten. Die politische und soziale Zukunft der Welt ist die Herrschaft der Demokratie. Je mehr die Regierungen die Völker tyrannisiren, um so schneller kommen diese zur Herschafl ihrer Stärke und der Gerechtigkeit. Der Thron—(absolut4) oder konstitutionell�)— ist immer von Natur Feind dcr Frcibeit und tcr Rechte der Menschen. Die besten Alliirtcn der Tyrannen find die dem freien Gebrauch der Vernunft feindlicheli Regionen. In allen Zeiten find die Völker geeignet, sich nach den Prinzipien der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit zu rc- gieren. Die, welche nur für die Zukunft die Republik lieben, verwerfen die Gerechtigkeit für die Gegenwart, ohne Zweifel in Anbetracht dessen, was ihnen aus ihrer unnachgiebigen Hand entwischen will. Man kann nicht zugleich monarchisch und demokratisch sein, weil man nickt zugleich Gott und dem Teufel dienen kann. Das Glück der Völker steht in direktem Verhältnisse zu ihren Freiheiten. Der Mensch ist sein eigner Herr, und so müssen die Völker sich durch die Volkssouveränctät regieren. Alle Prinzipien der Gerechtigkeit lassen sich mit den Füßen treten und find mit den Füßen getreten>vor- den außerhalb der Demokratie. Der Traum der Regierungen ist der Geist der Vcrfüb- rung zu Staatsstreichen, und der Bürger muß immer mit einem Auge offen schlafen, um über seine Staats- Lenker wachen zu können. Für den Republikaner find mehr, als alle Garantien der Rechtschaffcndeit und des Liberalismus der Minister, ein gutes Gewehr wertb und viel Munition. 2. 3. 4. Ii. 6. 7. 8. 10 11. 12. 13 ') Befragung, Beratbung.*) Aufsaugung, Unterdrückung.') Zbco- kralie, Herrfchast Gottes, das beißt der Priester: theokratifch also vnesterlich, vfaffisch.') unbeschränkt.*) mit einer Constitution, Verfassung. 14. Die Rechte und Freiheiten des Menschen find und unantastbar durch da« Gesetz: man muß vor� hen, das Leben zu verlieren, ehe man an sie die von einer Macht der Welt legen läßt. Paul Förster- (Aus der Berliner„Zukunft"! Zwei Broschüren. 1)„Der Anschluß Süddeutschlands an die Staaten der Vui' ßischen Hegemonie sein ficherer Untergang bei einem ft4l|! zösisch-preußischen Krieg. Mahnung an alle Patrioten. wissenschaftlichen Gründen dargethan von einem DelitsÜ� Offizier. Zürich. Verlagsmagazin." Der Verfasser dieser Broschüre, auf die wir zurückkoi«»� werden, entwickelt vom militärwissenschaftlichen Stand»»" aus mit unwiderleglichen Gründen. 1) daß Deutschland Folge der Zerreißung durch Preußen dem Ausland gcgenü� Hülflos ist: 2) daß Preußen selbst sich durch die„Erfolge" � Blut- und Eisenpolitik geschwächt hat; und 3) daß deutschland vollständig von der Gnade Frankreichs und � Oesterreichs abhängt. Zum Schluß faßt der deutsche Offizier das von Bewiesene in folgenden Sätzen zusammen: .,1) Deutschland ist jetzt ungleich wehrloser und 0�' fährdeter(besonders Frankreich gegenüber), wie zur 3" des Bundes. 2) Eine eigentliche militärische Sicherheit Gesa in de u t schl a n d s existirt nicht mehr. 3) Preußen kann, trotz der nnerhörtesten militärischen strengungcn, bei einem Krieg mit Frankreich unter den jetzig. Verhältnissen, höchstens sich selbst und seinen Rordb»" einigermaßen beschirmen. Doch bleibt ihm auch hierbei" sichere Rolle die Defensive. 4) Südlich der Mainlinie kann Preußen nur dann litärisch Stellung gegen Frankreich nehmen, wenn Oesters «»i ter »ich üt ktich fti 1« de diese« ausdrücklich— erlaubt. 5) Eine überhaupt nur gedeihliche Vcrtbeidigung Südwestteutschlant" : unter energischer Theilnabme Ocstf� reiche am Kampfe denkbar. Obne solche Theilnabme" >vird V e rrü-ti' schon die Idee einer derartigen Vertheidigung h e i t. (5) Oesterreich beherrscht Südwestdeutschland strateg'i weit mehr, wie Preußen Norddeutschland strategisch herrscht. Da« formelle Ausscheiden Oesterreichs aus 1 land hat hieran zu Gunsten Preußens gar Nichts ,'.eän�, Tasselbe ließ vielmehr diese Beherrschung nur um so fi»(ft� tcr hervortreten, brachte Süddeutschland militärisch in eine" so schlimmere Lage. � 7) Die nachtheillgc Schwere aller dieser Verbäll"'" ruht jetzt vor Allem auf dem Grenzland Baden. t 8) Ein Eintritt Südwestdeutschlands in den Rordb"' hilft Erstcrem militärisch nicht das Geringste; im ßW theil muß er ihm nur höchst verderblich werden. 0) Wie die Dinge einmal liegen, können die südw�.� gilt «Rill' tv deutschen Staaten auch durchaus nichts Gutes von tärconventionen, von Separatbändnissen mit Preußen warten. 10) Desgleichen ändert es ihre militärische Lage n'' wenn sie zu ihrem volkswirtbschastlichen Nachtheil sich wit � preußischen Mllitärsystem belasten. 11) Das einzige, ihrer dermaligen crponirten�) Lage no» ') ausgesetzten, bedrohten. 127 � besten entsprechende Militärsystem ist da� schweizerische �allgemeinen Volksbewaffnung� .j l2) Im Uebrigcn dürfen diese Staaten sich um Alles für Preußen und seinen Nordbund— kompromit- '' n. insbesondere nicht gegenüber Oesterreich und Frank- Das Klügste ist; sie kultiviren") im Innern das Thema 5' BolkStbümliebkeit oder der Freiheit, und nach �ben halten sie möglichst gute Freund scha s/lierreich! Der Berliner Zorn kann ihnen Nil "btn, wohl aber der Wiener! ft mit Nichts mehr -�Tie Hannoveraner vor Eisenach am 24. Juni 1866. �»enes Sendschreiben als Antwort an den kobnrg'schcn �lnjstxr Herr» von Seebach von Onno Klopp- Wien, flm Braumüller, t. f. Hof- und Univerfitatsbuchhandler.' �>t unbarmherziger Logik und in ruhiger würdevoller ße(j �'e da« Bewußtsein des Rechts und der Ueberlegenheit deckt Onno Klopp die Verdrehungen und Trug- �iem Seebach seinen Herrn und Hkrzog von Koburg. gegen die Anklage, die ttti(lj0*>trantt an Preußen verratben zu baben. zu ver- '»»(ofr �Ut,'te' Broschüre ist ein Fallbeil. Nie ist eine della Hinrichtung gründlicher und zugleich„eleganter" ""ckt worden. Aus Ensilalid. London, den 8. März. klj��Qdstont hat seinen großen Trumps ausgespielt. Die � 3» Ur Abschaffung der irischen Kirche ward vori- °"lag zum ersten Male verlesen. Sic besteht aus 63 "». cv" unb nimmt 28 Seiten im Folioformal der blus-boolcs*') Idubnij t'net stündigen Rede fragte Gladstone um Er- � Bill einbringen zu dürfen, die Erlaubniß �Aen Diskussion gewährt. Disraeli erklärte nur im h>i)e ber Opposition, daß sie ihre Meinung nicht geändert ''Wo Cft � Revolution und Konfiskation. Die zweite Vor- �ns den 18. März festgeseßt. Disraeli gibt zu, daß »UtttjV" wur oen 18. Marz sestge>eßl.-visraeu groi zu, oax �'iti Resultat lErgebniß) der Wahl die Frage selbst be- S o'"Neben ist. Es handelt sich demnach nicht mehr da- l'in bie irisch« Staatskirche abgeschafft werden soll, son- �bptpu"»"' ks am leichtesten auszuführen ist. Die dj«"/ ber Bill sind: Am 1. Januar 1871 treten alle �i>''"�e Staatskirche bezüglichen Gesetze außer Kraft, die ""fc �bundcnen religiösen Körperschaften lösen sich auf , Pro, v � verlieren ihre Sitze im Oberhause. Es steht t?be Kö' bie alten Körperschaften durch eine lci- »u ersetzen. die wie jede andere religiöse ??be» Geheimen Staatsrath als solche anerkannt ft-1"1' a',: , den 3. März 1869. Gestern hatten unsere Freunde in Burkersdorf eine Volks-Versammlung zusammenberusen, um uns Gelegenheit zu geben, den dortigen Arbeitern den Segen unserer großen Prinzipien zu Theil werden zu lassen. Die bloße Nachricht von unserer Ankunft hatte trotz des schlechten Wetters Taufende herbeigerufen. Leider war unser braver Schumann verhin- dert in seiner klaren Weise unsere Ziele darzulegen, weil er zu gleicher Zeit als Vorposten in einem benachbarten kleinen Dorfe thälig war. Als man zur Wahl eines Vorsitzenden schreiten wollte, ertönte von allen Seiten der stürmische Ruf: „Liebisch! Liebisch!" Nur mit Mühe gelang es mir klar zu legen, daß ich vollständig in Anspruch genommen sein würde, um die Gegner, welche gewiß zahlreich erschienen sein würden, vollständig zu entkräften. Da glaubten unsere Feinde den Zeitpunkt günstig und schlugen„Hupfer" lVolksparteiler!) vor. Unsere Freunde stimmten großinüthig der Wahl zu, um den Beweis zu liefern, daß es uns selbst unter einem solchen Präsidium leicht werden würde, die Gegner zu vernichten. So wurde Hupfer gewählt. Ich entwickelte in cinstündiger glänzender Rede die ganze sie keine Veranlassung hat, sich berger Progamm anzuschließen. dem Sic betrachtet vielmcd� „i Agitation der Herren Liebisch und Schumann als elv � Verdienst um die Organisation in Sachsen und erwarb■ jÄ die Herren Liebisch und Schumann, nm das Arbeiter»'' s ehrlich zu fördern, ihre Agitation kräftig fortsetzen werd� Anzeigen. Soeben erschien in meinem Verlage in zweiter Die Dculschc Arbeiterpärlei Ihre Prinzipien und ihr Prugra� Arbeitcrpreis a 2 Sgr. in Parthien nicht unter 6 E?� (durch den Buchhandel a 5 Sgr.). � Frühcrc an den Verleger der„ersten Auflage ,„ n i%i Ma.Um.. a»*, ,4.„..x v. v.„1 fpl hell» A. Jonas in Berlin gerichtete und von demselben pcdirtc Aus- äge bitte ich zu wiederholen. t I Wincktt, Waterloo- Ufer�>< Berlin, im März 1860. Verantwortlicher Redactcur: W. Liebknecht. Redaktion: Braustraße 11. | Leipzig. Druck und Verlag: C. W. Lollralh. Erpedition: Petersstraße 18. I