Demokratisches Wochenblatt. Organ der deutschen Volkspartei und des Verbands deutscher Arbeitervereine. No. 21. Leipzig, den 22. Mai. 1869. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie hier am Platze einschließlich Bringerlohn 12% Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nimmt entgegen Herr G. Richter, Peterssteinweg 7, Leipziger Consumverein, Universitätsstraße, und die Expedition d. Blattes in der Wohnung des Herrn A. Bebel, Petersstraße 18. Für Dresden Filialexpedition( interimistisch) M. Hendel, Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika zc. die deutſche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Agent für London: A. Duenſing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. Inhalt: Bolitische Uebersicht. Bor zwanzig Jahren. Die Belgischen Metzeleien. Die Internationale Affoziation an die Arbeiter Union der Berein. Staaten. Die Internationale Assoziation an die Bartei in Wien. Boltsversammlung der soz.- dem. Ein Nothschrei. Bororts- u. Arbeiter- An= gelegenheiten. Schaffhausen, Cassel, Nürnberg, Berlin, Dresden, Glauchau, Barmen, Leipzig. Wahlbewegung Vermischtes. Beilage: Zur franz. arbeiter. Der I. Berbandstag der fächs. Confumvereine. Der L. Congreß der Manufaktur-, Fabrik- u. HandAus EngBücherschau. land. Anzeigen. Politische Uebersicht. Wieder eine Enthüllung. Und die Enthüllung wieder eine Brandmarkung der Bismark'schen Politif! klar sein, als daß Preußen durch jene Vergrößerung in die schimpflichste Abhängigkeit von Frankreich gekommen ist eine Abhängigkeit, für welche die Geschichte der letzten dritthalb Jahre auf jeder Seite Zeugniß ablegt. Charakteristisch ist der Zynismus, mit dem Graf Bismard von den zu annektirenden ,, Seelen" spricht; gerade wie weiland der russische Adel, wenn er von seinen Leibeigenen redete. Bier Millionen Seelen" hatte der Französische Kaiser dem„ Staat des Deutschen Berufs" gnädigst bewilligt; vier Millionen Seelen" muß der Staat des Deutschen Berufs" haben, wie Shylock sein Pfund Fleisch". Die vier Millionen ,, Seelen" werden dabei nicht gefragt, so wenig, als ob es Schaafe wären. Wir überlassen es den nationa libe= ralen Schönfärbern, für diese Seelenverkäuferei" im Großen einen anständigen Namen zu finden. " " 1 " 1 = Vor 14 Tagen beschloß der Berliner ,, Reichstag" mit 110 gegen 100 Stimmen, sich Diäten zahlen zu lassen. Vor 8 Tagen beschloß er mit 110 gegen 100 Stimmen, sich keine Im Auguſt des Blut-, Cholera- und Annexions- Jahres schichte der Senat der ehemals freien Stadt Frankfurt den Syndifus Dr. Müller zum König von Preußen, resp. zum Grafen Bismard nach Nikolsburg, um der so schmachvoll be= handelten Stadt einige Erleichterungen zu verschaffen, und wo= möglich die Einverleibung in Preußen abzuwenden. Der ge heime Bericht über den Erfolg oder richtiger den Mißerfolg Diäten zahlen zu laffen. Reichstagsarbeit. Sintemalen der dieser Reise, die beiläufig durch eine telegraphische Einladung erste Beschluß doch in den Papierkorb des Bundesraths gewandes Königs von Preußen veranlaßt war, ist nun durch eine Indiskretion" veröffentlicht worden, und in dem Theil, welcher die Unterredung Müller's mit dem Grafen Bismard beschreibt, finden wir folgende Stelle: dert wäre, kann flagen. nur ein Thor den zweiten Beschluß be Jezt hat der Reichstag" Pfingstferien. Ehe er sich vertagte, hatte er aber noch eine kleine ,, Aufregung"; der Abgeordnete Bebel war nämlich so unparlamentarisch, die Beseine Bresse. Ich habe mich dagegen bemüht, aus dem Verhältnisse von ,, Graf Bismard erging fich zunächst in Klagen über Frankfurt und Frankfurt, als Sitz der Bundesversammlung, und aus den historischen rathung über das Briefportogefeß zur Einschmuggelung einiger Beziehungen der alten Reichs- und Krönungsstadt zu Desterreich ein anderes Bild zu entwickeln; ich fand und nahm dabei Gelegenheit, manche Erdichtungen und Uebertreibungen in das rechte Licht zu stellen, und es Erledigung. Graf Bismarck theilte mir sodann mit, daß Oester fand damit dieser Gegenstand, der ja ohnehin nur einleiten sollte, seine jagte er: reich und Frankreich ihr Einverständniß damit erklärt hätten, dai Breußen eine Vergrößerung in und bis zu der Zabi bon 4 Millionen Seelen sich aneigne. Graf Bismard be dabei in Betracht gezogen werden würden, wohl aber, daß lästige Privilegien abgeschafft werden. merkte dabei nicht, daß Sannover und Königreich Sachsen die Einwohnerzahl der beiden Seffen, von Naffau und Frank furt nicht zu 4 Millionen hinaufsteigen, Frankfurt werde nicht an sich selbst herausgegeben, vielmehr von Preußen behalten werden. Frankfurt werde wohl thun, auf diesen Plan von Preußen entgegen verpönten Wahrheiten zu benutzen. Mit Bezug auf den Vorschlag, den regierenden Fürsten Portofreiheit zu gewähren, fommend einzugehen. legirteste Stadt in Preußen, weit privilegirter als Berlin werden und selbst, daß Breußen eine Stadt, die es zu behalten gemeint sei, nicht eine entsprechende Munizipal- Berfaffung erhalten. Es verstehe sich von Es werde und solle in diesem Falle die priviwerde ruiniren wollen. 19 Millionen, jolle daher vorerst nur theoretisch aufrecht erhalten, nicht Die Kontribution von 25 Millionen, resp. aber beigetrieben werden." Meine Herren! Ich sehe mich veranlaßt gegen den vorliegenden Gesetzentwurf das Wort zu ergreifen, um meine Abstimmung zu motiviren, die gegen den ganzen Gesetzentwurf ausfallen wird. Meine Herren, von vielen Seiten des Hauses ist der Gesetzentwurf mit einer gewissen Freude und Genugthung begrüßt worden, weil darin theilweise sehr Ich selbstverständlich bin als Demokrat für die Beseitigung aller Privilegien; aber ich frage mich auch zugleich, zu wessen Gunsten und zu wessen Nugen sollen diese Was wird mit diesem GesetzentPrivilegien bei Seite gelegt werden? wurf bezweckt? Man will zu Gunsten der Norddeutschen Bundestaffe eine gar nicht unbedeutende Mehreinnahme erzielen, eine Einnahme, die ja im Wesentlichen für Militär- und Marinezwecke ausgegeben wird, und Sie wissen Alle, wie ich über diesen Punkt dente. Ich mußte also schon aus diesem Grunde gegen den Gesetzentwurf stimmen. aber, meine Herren, zu gleicher Zeit wird mit der Annahme dieses Gesetzentwurfes den Einzelstaaten eine nicht unerhebliche Mehrbelastung auferlegt; es werden durch die Aufhebung der Befreiung verschiedener Aemter, Miniwerden konnte, daß die Bergrößerung Preußens, welche an geblich das Beste Deutschlands bezwecken sollte, im Einverständniß mit Frankreich erfolgt ist, und drückt damit der ganzen Annerionspolitif des Jahres 1866 den Stempel des Landesverraths auf. Daß Bonaparte seine Erlaubniß zur Vergrößerung Preußens nicht im Interesse Bortheil im Auge gehabt hat, muß Jedem, der sich nicht in Dieses Aftenstüd zeigt, was bisher bloß geschlußfolgert fterien u. f. w. von Porto ganz erhebliche Ausfälle entstehen, und da die Fleinen Staaten insgesammt schon mit Stenern sehr hoch belastet sind, werden sich diese Ausfälle nicht anders decken lassen, als durch Erhöhung der bestehenden Steuern oder Einführung neuer Steuern. Aber, meine Herren, es fommt noch hinzu, daß dieser Gesetzentwurf keineswegs alle Der geehrte Vorredner, der Abgeordnete Wigard, Brivilegien aufhebt. S0 hat bereits auf die betreffenden Paragraphen aufmerksam gemacht. wird im§ 5 dem Militär und der Marine die vollständige PortoverDeutschlands gegeben, daß er nur seinen eigenen, dynastischen günstigung zugesichert. Meine Herren, das Militär nimmt schon im gegenwärtigen Augenblick eine vollständig erzeptionelle Stellung in unerin beutigen Staatswefen ein, es ist ein Staat im Staate, der vollStarted Aational liberaler Einbildungen geben ständig, oli sauebt, und den man voyag zu eg, sich, sheby, bemüht der übrigen Bevölkerung feinbfelig gegenüber zu stellen; es wird Ihnen noch in der heutigen Sitzung ein Gefeßentwurf vorgelegt werden, wonach das Militär künftighin auch vom Wahlrecht ausgeschloffen werden soll, den 1. f. w. Meine Herren, ich kann es absolut nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, auch nur eine Idee von Privilegien diesem Stande einzuräumen. Zweitens, meine Herren, wird im§ 1 der Vorlage d. h. wie sie aus den Beschlüssen des Reichstages hervorgegangen ist, regierenden Fürsten des Norddeutschen Bundes die Befreiung von Portogebühren gewährt. Meine Herren, ich habe mich gefragt, welche Gründe denn wohl dafür vorhanden sein möchten, daß man den Fürsten dieses Privilegium auch fernerhin einräume; ich habe mich gefragt, ob die mate= rielle Stellung der Fürsten eine solche sei, daß sie einer solchen Vergünstigung überhaupt noch bedürften, oder ob die Arbeitstraft, die Sorgen und Mühen, die auf ihren Schultern lasten, so exorbitante scien, daß man ihnen außer ihren sehr schönen Civillisten auch noch eine ExtraEntschädigung gewähren müsse. Meine Herren, nach einem ungefähren Ueberschlage zahlen die Norddeutschen Bundesbevölkerungen an 19 oder 20 regierende Häupter jährlich allermindestens die Summe von 7 Millionen Thalern, das heißt ungefähr einhundertachtzig mal so viel als die Amerikanische Union an ihren Präsidenten ausgiebt, und dabei ist die Amerikanische Union noch um 10 Millionen Köpfe der Bevölkerung und der Staat mindesten ungefähr zwanzig Mal größer als das Norddeutsche Bundesgebiet, und man wird doch nicht auch von jener Seite ( nach der Rechten zeigend) behaupten wollen, daß die Union schlechter regiert sei, als der Norddeutsche Bund. Ganz bestimmt nicht, meine Herren. Also wir müssen diese ungeheuere Summe aufbringen. Der König von Preußen beispielsweise be kommt allein jährlich vier Millionen Thaler, man hat ihm noch im vorigen Jahre während der Zeit des Ostpreußischen Nothstandes die vierte Million bewilligt, d. h. eine Einnahme hat der Mann von täglich 10,666 Thalern, was genau soviel ist, daß ungefähr 54 Arbeiterfamilien das ganze Jahr von dieser Tageseinnahme des Königs von Preußen leben fönnen, dabei kommt auf jede Familie eine Einnahme von 200 Thalern jährlich, die sie in den we-nigsten Fällen haben. Meine Herren, ich fann also danach nicht einsehen, wie man ein solches Privilegium begründen will. Die paar hundert oder tausend Thaler, die die Fürsten an Portogebühren zahlen müssen, tönnen sie recht gut abgeben, da haben sie noch durchaus feinen Mangel und brauchen durchaus nicht zu darben; auf der andern Seite faun ich nicht einsehen, daß die Arbeitslast, die diese Leute haben, etwa so gewaltig sei( oho! heftiger Widerspruch, Rufe: zur Ordnung) daß man ihnen ein besonderes Privilegium einräumen müßte. Jch, meine Herren, bin allerdings nicht in der Lage und war nie in der Lage, in einem fürstlichen Arbeitszimmer zugegen zu sein, ich werde auch hoffent lich in meinem Leben nicht dazu kommen, und werde mich auch nicht dazu drängen, aber, meine Herren, was man so in den Zeitungen lieft, die Beschäftigung, womit die Herren ihre Zeit todtschlagen( lebhafte Unterbrechung, Ausrufe der Entrüftung), ist eine solche, daß sie für Staatsgeschäfte-( Unterbrechung, Rufe: Stillschweigen! Zur Ordnung!) Präsident: Ich weiß nicht, ob der Herr Redner nicht selbst merkt, daß er den, wie mir vorkommt, gerechtfertigten Unwillen des Hauses gegen seine Aeußerungen wachruft!( Lebbastes Bravo!) Fürsten, das ist freilich eine Thatsache, die Norddeutschen Reichstagsohren unangenehm flingen muß. Um das tief beleidigte Haus wieder in eine einigermaßen heitere Stimmung zu versetzen, brach der Abgeordnete für die Gräfin Hatzfeldt sein Schweiggelübde und redete drei Reden, die ihren Zwed vollständig erreichten. Der Leser findet sie unter dem ,, Vermischten". Noch immer Jagd nach neuen Steuern. Jetzt munkelt man von einer Quittungssteuer ,, nach englischem Muster" und von einer Billardsteuer. Da man in so großer Verlegenheit ist, wollen auch wir eine neue Steuer vorschlagen, die obendrein den Vorzug hat, nicht anstößig zu sein: eine Steuer von je 5 Thlr. auf jeden ,, Staatsbürger" oder ,, Unterthan", der die Erhaltung des Nordbunds wünscht. Abgesehen von dem Geldpunkt wäre dies ein treffliches Mittel, die bösen Demokraten zu beschämen, die immerfort von der ,, Unpopularität" der Bismarckschen Steuerbrüderschaft krächzen. In Hannover hat die sogenannte Coalitionspartei, die aus den Gegnern der Annexion besteht, bei der letzten Ersatzwahl einen glänzenden Sieg errungen. Ihr Candidat Profeffor Ewald ist mit überwältigender Mehrheit gewählt wor den. Im Ganzen wurden ungefähr 16,000 Stimmen abge geben; davon erhielt der preußische Candidat bloß 3739; und wenn man von dieser Zahl 3000 preußische Soldaten, Beamte und Spione und einige Hundert Hoflieferanten und sonstige Abhängige abzieht, so bleiben nur ein paar Dußend Hannoveraner übrig, die für die Segnungen der 1866er ,, Errungenschaften" Verständniß besitzen. Der Arbeiterkandidat York, unser Freund, hatte 2500 Stimmen, ein Beweis, daß die sozialdemokratischen Ideen in Hannover Wurzel gefaßt haben. Die Zukunft" schreibt: Der Bundesrath hat sich mit allen Stimmen gegen die vier Stimmen Sachfens über den Entwurf eines Bundesgesetzes, betreffend gegenseitige Rechtshülfe, geeinigt und wird sich beeilen durch den Reichstag den Entwurf zum Gesetz umtaufen zu lassen. Rechtshülfe! Welch' schönes Wort und zumal gegenseitige! Und welch häßlicher fleinlicher Partikularismus der sächsischen Regierung, diese ,, Rechtshülfe" verweigern zu wollen! Das Räthsel löst sich indeß, sobald man erfährt, daß es sich um erleichterte Entdeckung von im Ausland begangenen Vergehen und Verbrechen und um erleichterte und vereinfachte Verfolgung der betreffenden Urheber handelt.- Zum Beispiel politische und Presvergehen z. B. Angriffe auf die preußische Regierung u. dergl. Ausland", z. B. in Sachsen. Urheber, z. B. Leipziger Buchhändler. Insbesondere sind den hiesigen maßgebenden Kreisen längst die Leipziger Kommissionäre ein Gräuel. Wie oft nicht schon sollte eine Schrift c. konfiszirt werden, und da heißt es dann: heißt es dann:„ Bedaure, ist bereits beim Kommissionär in Leipzig." Mit anderen Worten: Ist bereits nach 500 Bud ( Bravo! links.) Also ich meine, daß nach allem Diesem doch wohl sehr handlungen nach aller Herren Länder unterwegs. Es ist höchſt flar, daß diesem„, gefährlichen Unwesen" des unnahbaren und unkontrollirbaren Buchhandels, sowie der sächsischen Schand Abgeordneter Bebel( fortfahrend): Herr Präsident, ich gebe zu, daß die große Majorität in diesem Hause von ihrent Standpunkte aus einen gerechten Widerwillen gegen meine Worte haben mag, ich glaube aber von meinem Standpunkte aus einen eben so gerechten Widerwillen gegen diese Art von Privilegien haben zu dürfen. Präsident: Der Widerwillen gegen Privilegien läßt sich auch ausführen, glaube ich, ohne die Art von Deduktionen und insbesondere ohne die Aeußerungsweise, die den Herrn Redner schon eine ganze Weile in seiner heutigen Rede charakterifirt!( Lebhaftes Bravo.) Abgeordneter Bebel( fortfahrend): Meine Herren, rufen Sie immer Bravo, das ändert die Sache selbst nicht, meine Ansicht eben so wenig. 1 Jm die Frage auftauchen darf und auftauchen muß, ob wir ferner derartige Brivilegien gutheißen und bewilligen dürfen, wo so schon mehr als zu viel aus dem Säckel des Volkes geleistet wird. Meine Herren, wenn Sie einmal Privilegien abschaffen wollen, dann schaffen Sie alle ab, preffe endlich ein Ende gemacht werden muß. Gegenseitige dann schaffen Sie zunächst die Privilegien ab für das Militär und für unsere Fürsten.( Lebhafter Widerspruch. Oho! Bravo! lints.) Wir wundern uns nicht über die ,, Unparteilichkeit" des ,, Bräsidenten aller Deutschen Parlamente" Simson;*) ebensowenig über die Unterbrechungen der preußischen Landjunker und ihres national- liberalen Troffes. Daß der amerikanische Präsident das Regierungsgeschäft saft zweihundertmal so billig und dabei wahrhaftig nicht schlechter**) verrichtet, als unsere *) Simson war erst Präsident des Frankfurter Parlaments, dann des Erfurter Parlaments und ist schließlich auf den Berliner„ Reichstag" heruntergekommen. **) Den besten Prüfftein für die Güte der beiderseitigen Regierungsarbeit liefert die Auswanderung. Aus Deutschland nach Amerika ziehen Hunderttausende; aus Amerika nach Deutschland wer hat je davon gehört, daß ein Amerikaner nach Deutschland ausgewandert wäre? Wo wird am Beften regiert in dem Band; deffen Bürger fich west fübler sematessen Würger darch Drud the Meth alle bek Sail Rechtshülfe, das heißt also: gegenseitiges obligatorisches Burs Verfügung- stellen aller polizeilichen Machtmittel, vom Ober staatsanwalt bis zu dem unklassischen Wachtmeister. Das ist gegenseitige Rechtshülfe. Der Reichstag, dessen sind wir übers zeugt, wird sich selbst getreu bleiben, und unbeirrt durch den sächsischen Partikularismus“ dieses neue Werk der Einheit gutheißen." Aus Sonderburg meldet ein dänisches Blatt unter dem 5. ds. Mts.:,,Die auf der Insel Alsen begonnenen Schanz arbeiten sind heute eingestellt, und die Arbeiter unter der Be Dies ist um so auffälliger, als Pläne zu sehr umfangreichen merfung entlassen worden, daß kein Geld mehr vorhanden sei. neuen Feftungswerken entworfen gewesen sein sollen. Ferner math getrieben werden? In dem Land, das seine Kinder fich foly oder in and, Wale Ball Verstoßetten Obdach und Nabrune actabuz wird aus zuverlässiger Quelle versichert, daß die auf Alsen beabsichtigten Truppenmanöver nicht statthaben sollen. Es stimmt dies zu dem jüngst mitgetheilten Bismard'schen ,, Blan zur Beruhigung Europas." Das Ergebnis der bayrischen Urwahlen- die Ab geordnetenwahlen sind auf nächste Woche anberaumt- läßt fich noch nicht genau übersehen. Gewiß ist bloß, daß die ministerielle Partei unterlegen ist, und daß die Mehrzahl der Urwähler in antipreußischem Sinne gestimmt hat. 11 Der österreichische Kaiser hat die Reichstagssession mit einer Rede geschlossen, die, wie die Wiener Neue Freie Presse" bemerkt, ein bis zur Ausdorrung trocknes Attenstück" ist. Die polnische Frage, die tschechische Frage, die Arbeiterfrage ( Arbeitszeit, Coalitionsrecht), die Wahlrechtsfrage alles Wichtige bleibt der nächsten Session vorbehalten. In Frankreich, namentlich in Paris, herrscht eine revolutionäre Temperatur.( S. den betr. Leitartikel.) Die Wahlversammlungen haben theilweise zu stürmischen Auftritten geführt. Bezeichnend sind die Kundgebungen, welche in Paris durch die Candidatur des Bonapartistischen Demokraten Ollivier veranlaßt wurden. Die Franzosen haben ein feines politisches Ehrgefühl; sie verzeihen den Abfall nicht, sie kennen tein ehrloseres Geschöpf, als einen Demokraten oder Sozialdemokraten, der mit dem GCäsarismus lieb augelt. Wie weit stehen wir Deutsche noch hinter den Franzofen zurück! heit Die englische Regierung ist aus einer großen Verlegengerettet worden: Der Bürgermeister von Cork, Sullivan, hat freiwillig abgedankt!( Du stolzes England, freue dich!) Die Angst vor einem Krieg mit den Vereinigten Staaten verschwindet allmählich. In Spanien hat die Majorität der Nationalversammlung sich für die erbliche Monarchie erklärt. Werden die Republikaner ruhig von dem Schauplatz zurücktreten? Der Beherrscher des Morgenlands, Seine Muselmännische Majestät, der Sultan, hat bekanntlich solchen Geschmack an dem abenländischen Barlamentarismus gefunden, daß er seinem aus den Ministern und obersten Würdenträgern der Kirche wie des Staats zusammengesetzten„ Rath" ein parlamentarisches Mäntelchen umgehängt hat und ihm von Zeit zu Zeit diploma tische Aftenstücke( natürlich in unschädlicher" Form, um den Ausdruck des Grafen Bismard zu gebrauchen) vorlegt und eine Thronrede" hält. Letzteres Privat- Vergnügen machte er sich vor einigen Tagen; und siehe da, die morgenländische Rede des verfassungslosen Sultan klingt ganz genau wie die abend ländische Rede eines verfassungsmäßigen Königs oder Kaisers. Steigender Wohlstand des Landes; steigende Fürsorge der Regierung; steigender Ertrag der Steuern und Schulden und Staatslasten. Freilich letzteres Jtem hat der Sultan aus der Thronrede weggelassen; er will ihren guten Eindruck nicht stören, eine zartsinnige Rücksichtsnahme, für die feine abendländischen Collegen kein Verständniß haben. lich preußischen Hoffozialisten, Wagener schreibt: Die Fraktion Die Zeidler'sche Correspondenz", das Organ des ,, königder Sozialdemokratie, welche durch die Herren Liebknecht und 337 Die Landesversammlung der Volkspartei hat in der Landtagswahlfrage folgenden Beschluß gefaßt: ,, Nachdem durch das neue sächsische Wahlgesetz mit seinem Einthaler- Zensus direkter Staatssteuer die sehr große Mehrheit, nahezu 80%, der mündigen Männer vom Wahlrecht ausgeschlossen sind: Nachdem ferner ein Census von 10 Thalern direkter Steuer und ein Alter von 30 Jahren als Befähigung, zum Abgeordneten gewählt zu werden, betrachtet wird, kann die Volkspartei eine Betheiligung an der Wahl nicht empfehlen und erklärt, daß jede Kammer, welche nach einem andern Wahlgesete als dem allgemeinen gleichen und direkten Wahlrecht gewählt ist, als eine Volksvertretung nicht anzusehen ist. Als bestes Mittel, die Rechtlosigkeit des jezigen Wahlgesetzes nach allen Seiten vor dem Volte bloßzulegen, erkennt die Bolkspartei die Unterhaltung oder energische Opposition überall da, wo Wahlversammlungen dazu Gelegenheit bieten, in denen Gegner sich dem Volte zu Compromissen darbieten. Auf Grund der oben bezeichneten Thatsachen mögen die Parteigenossen mit aller Kraft dahin wirken, daß durch recht augenfällige Minoritätswahlen der Gegnerschaft das Volk über die ihm angethane gewaltsame Rechts- Borenthaltung zweifellos klar werde." Auf die Verhandlungen der Landesversammlung tommen wir zurüd. Für heute sei bloß noch erwähnt, daß Freytag, Bebel und Liebknecht wieder in den Ausschuß gewählt wurden und Vollmacht erhielten, denselben zu erweitern. Vor zwanzig Jahren. Wie die Pariser die Gräber ihrer Revolutionskämpfer, so pflegen auch die Dresdner seit zwanzig Jahren die Ruheftätten ihrer Maitodten an den Jahrestagen der Straßenschlacht in der Stille mit Kränzen zu schmücken. Aber während in Paris dieser Gräbercultus mehr und mehr den Charakter und die Dimensionen einer großartigen politischen Demonstration angenommen, hat er sich in Dresden schon lange in die Grenzen eines ganz privaten Ausdrucks theilnehmender Erinnerung zurückgezogen. Die„ Partei" als solche, wir meinen diejenige, welche die unmittelbare Fortsetzung der damaligen Opposition bildet, will, so scheint es, mit den Maitagen des Jahres 1849 nichts mehr zu schaffen haben. Die Bolkspartei in Sachsen steht zu den Ereignissen, von denen wir sprechen, in keinerlei persönlicher Beziehung. Sie ist nicht hervorgegangen aus der alten Landtagsopposition. Ein neues Geschlecht füllt ihre Reihen. Männer, deren Jugenderinnerungen den sächsischen Verfassungskämpfen fern liegen, stehen an ihrer Spize. Aber trotzdem könnte sie's nicht über's Herz gewinnen, sich an den Maitagen des Jahres 1849 heute stumm und scheu vorbeizudrücken. Wenn die alten Achtundvierziger ihre Fahne verlassen, die Volkspartei wird sie fort und fort hochhalten. Sie scheut sich nicht, auch den Maierinnerungen gegenüber Farbe zu bekennen. Die Mairevolution in Sachsen war, als politisches Unterund der Pfalz konnten wenigstens glauben, an Frankreich, an der Schweiz einen Rückhalt zu besitzen. Ein Aufstand in Dresden, nachdem die Regierungen in Breußen und Desterreich wieder fest im Sattel saßen, war von Anfang an völlig aussichtsBebel vertreten wird, soll zur Zeit über nicht unbeträchtliche nehmen betrachtet, eine Thorheit. Die Republikaner in Baden Geldmittel disponiren, von denen merkwürdiger Weise die Führer selbst nicht wissen sollen, wo sie herrühren. Wie man uns mittheilt, geschehen die Zahlungen durch liberale Bankiers, zu sein. Andere Leute wollen die Quelle anderswo suchen." die sich dafür ausgeben, Gesinnungsgenossen der Sozialdemokratie Los. Aber die demokratischen Führer liefen ja damals wie Wahrscheinlich in Hietzing. Natürlich" gelogen! Und heute noch, in der Paulskirche mit der Reichsverfassung unter weiß sehr wohl, daß wir nicht zu faufen sind. Jm Ber: Durchführung, im Nationalverein, wie in der Fortschritts wissentlich gelogen, denn die Zeidler'sche Correspondenz" preußischer Spise, wie in Sachsen mit dem Kampfe für ihre trauen gesagt, bedauern wir lebhaft, feine Bankiers" z lennen, die sich für Parteigenossen der Sozialdemokratie ausgeben. Da ließe sich vielleicht noch ein ehrliches Geschäftchen madhen. partei am Narrenseil der Gothaer. Diese allein haben dabei ihre Rechnung gefunden. Wie lustig blühte ihr Weizen, als sie die unbequemen Ultra's" in den Tod oder die Verban nung gejagt, das Land entwaffnet und unter die Bickelhaube gebracht das Vorspiel dessen, was wir heute sehen)! Presse und Tribüne allein in Beschlag genommen und an die Stelle der Nationalversammlung so eine Art norddeutschen Reichstag: das Erfurter Staaten- und Volkshaus, gesetzt hatten. Dieses Besitzes sind sie freilich auch nicht froh geworden. Aber der ausschließliche Einfluß auf die Leitung alles dessen, was sich Freiheitspartei nannte, ist ihnen geblieben bis zur Krise von 1866, welche ihnen gestattete, die Ernte der bösen Saat einzuheimfen, die sie eine Mandel Jahre hindurch ausgestreut. Erst mußte das Volk so anhaltend jedes mannhaften, großen Gedankens, jedes Selbstvertrauens, jedes ernstlichen Interesses an den öffentlichen Dingen entwöhnt werden, wie es in der Zeit der Reaktion und der um Nichts besseren„ neuen Aera" ge= schah, ehe es ein 1866 hinnehmen konnte, wie wir gesehen haben und noch sehen. Haben wir sonach wahrlich keine Veranlassung, den Machern der Revolution von 1849, den unbewußten Handlangern zur Herbeiführung dieses Resultats, dankbar zu sein, so thut dies doch der Anerkennung keinen Abbruch, die wir den Kämpfern von damals zollen. Nicht das Objekt, für das sie strit ten, aber der gute Glaube, in dem sie es thaten, die opfer freudige Hingebung, mit der sie für diesen Glauben einftanden und die uns der feigen, immer auf's persönliche Interesse bedachten Achselträgerei der heutigen Zeit gegenüber fast wie ein Wunder anmuthet, sie sind es, die uns ihr Andenken werth und theuer machen. Der tragische Held, wenn er an den Folgen seines Irrthums zu Grunde geht, bleibt immer ein Held und der Theilnahme gewiß. Und als Helden( das hat selbst der Gegner behauptet) sind sie gefallen, die damals auf den Dresdener Barrikaden die Freiheit zu retten meinten. Drum soll auch die Nachwelt ihren Gräbern den Kranz spenden, mit dem sie das Angedenken des Helden ehrt, aber nicht heimlich, wie das Lob einer verbrecherischen Handlung, sondern öffentlich als den verdienten Preis jener Trene bis in den Tod, ohne die kein politisches Prinzip mit Erfolg geltend gemacht wird, ohne die kein Staatswesen bestehen kann! Die Volkspartei vereinigt Männer, nicht Schwätzer und Komödianten; als Männer, die für ihre Ueberzeugung zu sterben wußten, haben die Opfer der Mairevolution sich im Herzen der Volkspartei ein unvergängliches Denkmal gestiftet, haben sie ein Recht auf das Zeugniß, das diese Zeilen heute für sie ablegen. Die Belgischen Metzeleien. An die Arbeiter von Europa und den Vereinigten Staaten! In England vergeht kaum eine Woche ohne Strikes und Strifes von einem großartigen Charakter. Benützte die Regierung solche Gelegenheiten, ihre Soldaten gegen die Arbeiter loszulassen, so würde dieses Land der Strikes bald zum Land der Megeleien werden aber nicht einmal Wochen lang. Nach einigen derartigen Probestücken von brutaler Gewalt würde die derzeitige öffentliche Macht verschwinden. In den Bereinigten Staaten haben während der letzten Jahre ebenfalls die Strikes sich beständig vermehrt und erweitert, und zuweilen selbst einen ruheſtörenden Charakter angenommen. Aber kein Blut ward vergossen. In einigen der großen Militärstaaten des europäischen Kontinents fann die Aera der Strikes von dem Schluß des amerikanischen Bürgerkriegs datirt werden. Aber auch hier ward kein Blut vergoffen. Es gibt nur ein einziges kleines Ländchen in der zivilisirten Welt, worin die Kriegsmacht dazu da ist, Mezlerin strikender Arbeiter zu sein, wo jeder Strife begierig und schadenfroh als Vorwand ergrif fen wird, die Arbeiter offiziell niederzumegeln. Das so einzig beglückte Ländchen ist Belgien, der Vlusterstaat des festländi= schen Konstitutionalismus, das behagliche, wohlumzäunte Paradies des Landherrn, des Kapitalisten und des Pfaffen. Die Erde vollendet ihre jährliche Umwälzung nicht sicherer, als die Belgische Regierung ihre jährliche Arbeiter Mezelei. Die = diesjährige unterscheidet sich von der vorjährigen nur durch die gräulichere Anzahl der Schlachtopfer, die scheußlicheren Gräuelthaten einer sonst lächerlichen Soldateska, das lärmendere Frohlocken der Pfaffen- und Kapitalisten- Presse und die unver schämtere Nichtigkeit des Vorwands, welchen die staatsgewalt lichen Schlächter zum Vorschein bringen. Es ist jetzt konstatirt, selbst durch die unbedachtsamer Weise veröffentlichten Berichte der Kapitalisten- Presse, daß der ganz rechtmäßige Strike der Schlämner der Cockerill'schen Eisenwerke zu Seraing nur in eine Emeute verwandelt wurde durch die Kavallerie und Gensdarmerie, die plötzlich auf den Platz geworfen wurden, um das Volk zu provoziren. Vom 9. bis zum 12. April fielen diese muthigen Krieger nicht allein mit Säbeln und Bayonetten über wehrlose Arbeiter her sie tödteten und verwundeten ohne Unterschied harmlos vor überziehende Fußgänger, brachen gewaltsam in Privathäuser ein und belustigten sich sogar damit, wiederholt rasende Angriffe auf die in der Serainger Bahnstation eingesperrten Reisenden zu machen. Als diese Schreckenstage vorüber waren, erinnerte man sich, daß Herr Kamp, der Bürgermeister von Seraing, ein Agent der Cockerill'schen Eisenwerke, der Minister des Innern, ein gewisser Pirmez, der größte Aktionär einer benachbarten Kohlenmine, ebenfalls im Strike, war und daß Se. Kgl. Hoheit der Prinz von Flandern 15,000,000 Franken in den Cockerillschen Gewerken angelegt hatte. Daher der wahrhaft befrem dende Schluß, die Mezelei von Seraing sei eine Art von Aktiengesellschafts- Staatsstreich, flüglicher Weise ausgeheckt zwi schen der Firma Cockerill und dem Minister des Innern zu dem einfachen Zwecke, ihre Untergebenen mit Furcht und Entsetzen zu erfüllen. Diese Verläumdung ward indessen bald Lügen gestraft durch die später sich ereignenden Vorfälle im Borinage, im Kohlendistrikt, bei welchen derselbe Minister, der berüchtigte Birmez, nicht tonangebender Kapitalist zu sein scheint. In Folge eines fast allgemeinen Strifes wurden zahl reiche Truppen zusammengezogen, die zu Frameries ihren Feld zug mit einem Kleingewehrfeuer eröffneten, welches neun Knappen tödtete und zwanzig schwer verwundete. Nach diesem kleinen heldenmüthigen Vorspiel ward das Aufruhrgeses, komischer Weise ,, les sommations préalables" genannt, verlesen und dann mit der Mezelei fortgefahren. Verschiedene Politiker schreiben diese unglaublichen That sachen den Motiven eines hohen Patriotismus zu. Sie sagen, während man mit dem gallischen Nachbar über gewisse fis liche Punkte unterhandelt habe, sei es die Pflicht der Regierung gewesen, den Heldenmuth ihrer Armee über allen Zweifel zu erheben. Daher jene pfiffige Waffenvertheilung die zu Seraing das unwiderstehlich ungestüme Vordringen der belgischen Kavallerie, zu Frameries die standhafte Tapferfeit der belgischen Infanterie entfaltete. Dem Fremden Furcht einzuflößen, welch Mittel unfehlbarer als solche heimische Schlachten, die man nicht zu verlieren weiß, und solche häus liche Schlachtfelder, auf denen die Hunderte von erschlagenen, verstümmelten und gefangen genommenen Arbeitern einen glorreichen Schein auf diese unverleglichen Krieger werfen, bis auf den letzten Mann unversehrt davon kommen. die Andere Politiker dagegen haben die belgischen Minister Verdacht, an die Tuilerien verkauft zu sein, und daß sie per sönlich diese schrecklichen Schauspiele eines Spottbürgerkriegs aufführen, um Louis Bonaparte einen Vorwand zu geben, Belgien die Gesellschaft zu retten, wie er sie in Frankreich ret tete. Aber hat man den Ex- Statthalter Eyre je angeklagt, daß er die Neger- Mezelei auf Jamaika organisirt, um Eng land jene Insel zu entreißen und sie in die Hände des Henkers zu spielen? Ohne Zweifel sind die belgischen Miniſter vor treffliche Patrioten nach Eyre's Muster. Wie er das gewiſſen lose Werkzeug der westindischen Pflanzer, so sind sie die ge wissenlosen Werkzeuge der belgischen Kapitalisten. Der belgische Kapitalift hat sich einen guten Ruf in de ( Dreimaliges Verlesen der Aufruhraite. *) Die drei Warnungen Welt erworben durch seine exzentrische Leidenschaft für das, was er die Freiheit der Arbeit( la liberté du travail) nennt. Er ist so eingenommen für die Freiheit seiner Arbeiter, ohne Unterschied von Alter und Geschlecht, alle Stunden ihres Lebens für ihn zu arbeiten, daß er stets jeden Versuch, diese Freiheit durch Einführung von Fabrikgesetzen zu beschränken, mit der größten Entrüstung zurückgewiesen hat. Die Idee, daß ein gemeiner Arbeiter so verrucht sein soute, ein höheres Ziel zu erstreben, als seinen Herrn und Meister, den natürlichen Vorgesetzten, zu bereichern, ist ihm eine schaudererregende. Er will nicht allein, daß sein Arbeiter ein elender Knecht bleibt, überarbeitet und unterlohnt, sondern wie jeder Sklaven halter will er, daß sein Arbeiter ein friechender, unterthäniger, moralisch gefnechteter, religiös demüthiger Knecht ist mit zer firschtem Herzen. Daher seine wahnwißige Wuth gegen die Strifes. Ein Strife ist ihm eine Gotteslästerung, eine Stlaveurevolte, das Signal ciner sozialen Sündfluth. Bekleidet nun solche Menschen die aus Feigheit grausam sind mit der ungetheilten, unkontrollirten, also absoluten Staatsgewalt, wie es in Belgien der Fall ist, so braucht Ihr Euch nicht mehr zu wundern, daß der Säbel, das Bayonett und der Schießprügel als rechtmäßige Normal- Instrumente angewandt werden, den Lohn hinab, die Profite hinauf zu schrauben. viel -229 Aber welch' anderen Zweden könnte die belgische Armee wirklich dienen? Als auf das Geheiß des offiziellen Europa Belgien für ein neutrales Land erklärt wurde, hätte man so gesunden Verstand haben sollen, ihm den kostspieligen Purus einer Armee zu untersagen, ausgenommen vielleicht eine Handvoll dem königlichen Marionettenspiel unentbehrliche Baradesoldaten. Dennoch birgt Belgien innerhalb seiner 536 Cuadrat- Stunden Erdoberfläche ein größeres stehendes Heer, als Großbrittannien und die Vereinigten Staaten. Der Felddienst dieser neutralisirten Armee wird fataler Weise nach ihren Razzias auf die Arbeiterklasse berechnet = bis 1868 " einige von ihnen auf die Anschuldigung festgesetzt, einer Gesellschaft anzugehören, die zu dem Zwecke gegründet worden sei, Versuche auf das Leben und Eigenthum von Personen zu machen. machen. Mit anderen Worten: sie wurden angeschuldigt, einer Gesellschaft von Thugs",*) benamst Internationale ArbeiterAffoziation, anzugehören. Gehetzt durch die Kapuzinaden der Pfaffen und das wilde Geheul der Bürgerpresse, ist diese großprahlerische Zwergregierung ängstlich bemüht, nachdem sie sich in einem Blutbad gewälzt, in einem Meer von Lächerlichfeiten zu ersaufen. = Das belgische Zentral- Komité zu Brüssel hat bereits seine Absicht angezeigt, eine vollständige Untersuchung der Mezeleien zu Seraing, und im Borinage einzuleiten und das Resultat zu veröffentlichen. Wir wollen seine Enthüllungen in verschiedenen Sprachen über die ganze Welt verbreiten, um der Welt die Augen zu öffnen über die Lieblings- Aufschneiderei des belgischen Kapitalisten: la liberté pour faire la tour du monde n'a pas besoin de passer par ici".**) 99 Die belgische Regierung, die nach den Revolutionen von 1848-49 eine Lebensfrist erlangte dadurch, daß sie zum politischen Polizeiagenten der reaktionären Regierungen geworden, schmeichelt sich vielleicht, daß sie heute die drohende Gefahr ab= wenden kann dadurch, daß sie auffällig den Gensdarmen des Kapitals gegen die Arbeit spielt. Dieses ist jedoch eine Täuschung. Anstatt die Katastrophe aufzuhalten, wird es sie nur beschleunigen. Dadurch, daß Belgien bei den volksthümlichen Massen zum Stichwort und Schandmal wird, verschwindet das letzte Hinderniß, welches den Gelüsten der Despoten, die seinen Namen von der Karte Europas verwischen möchten, noch entgegen steht. Der Generalrath der Juternationalen Arbeiter- Association ruft die Arbeiter von Europa und den Vereinigten Staaten auf, Geldsammlungen zu veranstalten, die Leiden der Wittwen, Weiber und Kinder zu lindern, den Angeklagten ihre Bertheidigung zu erleichtern und die beabsichtigte Untersuchung zu befördern. Im Auftrage des Generalraths der Internationalen Arbeiter Assoziation: R. Applegarth, Vorsitzender. R. Shaw, Sekretär für Amerika. B. Bernard, Sekretär für Belgien. Eugène Dupont, Sekretär für Frankreich. Karl Marx, Sekretär für Deutschland. Jules Johannard, Sekretär für Italien. A. Zabicki, Sekretär für Polen. Cowell Stepney, Kassirer. Es ist leicht begreiflich, daß die Internationale ArbeiterAssoziation fein willkommener Gast in Belgien war. Von der Priesterschaft erkommunizirt, von der Bürgerpresse verläumdet, gerieth sie bald in Streit mit der Regierung. Diese bot Alles auf, jie los zu werden, dadurch daß man sie verant wortlich zu machen suchte für die Strikes von Charleroi 1867 Strifes, die nach belgischer Regel mit offizieller Mezelei und gerichtlicher Verfolgung der Opfer endeten. Nicht allein ward diese Kabale der Regierung vereitelt, sondern durch die thätigen Schritte der Assoziation wurden sämmt= Regierung von einer belgischen Jury für schuldig befunden. Ergrimmt über diese Niederlage machte das Ministerium seinem beklommenen Herzen Luft durch heftige Denunziationen nationale Arbeiter- Affoziation und erklärte hochtrabend, daß die Nationale Arbeiter- Union der Vereinigten von der Tribüne der Zweiten Kammer gegen die Inter Brüffel versammle. Der Kongreß ward trotz dieser Drohung doch der 536quadrat- stündigen belgischen Allmacht unterliegen. in Brüssel abgehalten. Aber endlich soll die Internationale Ihre straffällige Mitschuld an den jüngsten Ereignissen liegt = J. Georg Eccarius, General- Sekretär. ( Bureau des Generalraths: 256 High Holborn London. W. C.) London, den 4. Mai 1869. Die Internationale Arbeiter- Assoziation an Mitarbeiter! Staaten. In dem Einweihungs- Programm unserer Assoziation sagten wir: ,, Es war nicht die Weisheit der herrschenden Klassen, Har am Tage. Die Emissäre des Brüffeler Zentral- Komités sondern der heldenmüthige Widerstand gegen ihre verbrecherische für Belgien und andere lokale Ausschüsse sind auf verschiedenen Thorheit, von Seiten der englischen Arbeiterklasse, welcher verentjeglichen Thaten ertappt worden: Sie haben versucht, die hütete, daß der Westen von Europa sich Hals über Kopf in strifenden Arbeiter zu beschwichtigen und sie vor den Regie- einen infamen Kreuzzug stürzte, zur Verewigung und Ausrungsschlingen zu warnen. In einigen Yokalitäten ist es breitung der Sklaverei jensett des atlantischen Oceans." Die ihnen sogar gelungen, Blutvergießen zu verhüten. Endlich Reihe ist jetzt an Euch, einem Krieg vorzubeugen, dessen klarstes haben diese Borboten des Uebels an Ort und Stelle Beobachtungen angestellt, was sie sahen, sorgfältig protokollirt, durch Resultat sein würde, während einer unbestimmten Zeitperiode die emporsteigende Arbeiterbewegung auf beiden Seiten des Augenzeugen beglaubigen lassen und die blutdürftigen Grillen atlantischen Ozeans zurückzuschleudern. der Bertheidiger der Ordnung öffentlich denunzirt. Durch das einfache Verfahren der Einkerkerung wurden die Emissäre aus Anflägern in Angeklagte verwandelt. Sodann wurden die Wohnungen der Mitglieder des Brüffeler Komités auf brutale Wir brauchen Euch taum zu sagen, daß Europäische Mächte existiren, die ängstlich bemüht sind, einen Krieg zwischen *) Eine indische Sefte von Mördern.**) ,, Wenn die Freiheit ihre Weise überfallen, ihre Papiere in Beschlag genommen und Reise um die Welt macht, braucht sie nicht hier durchzukommen." den Vereinigten Staaten und England anzuschürren. Ein Blick auf die Handelsstatistik zeigt, daß die russische Ausfuhr von Rohprodukten und Rußland hat nichts anderes auszuführen vor der amerikanischen Konkurrenz wich, als der Bürgertrieg die Waagschalen drehte. Den amerikanischen Pflug in ein Schwert verwandeln, würde gerade jetzt eine Macht, die Eure republikanischen Staatsmänner in ihrer Weisheit zu ihrem vertrauten Rathgeber erkoren haben, aus der bevorstehenden Gefahr eines Bankerotts retten. Aber ganz abgesehen von den Sonderinteressen dieser oder jener Regierung, ist es nicht das allge= meine Interesse unserer Unterdrücker, unsere rasch um sich greifende internationale Zusammenwirkung in einen störenden Krieg zu verwandeln? In unserer Beglückwünschungsadresse an Herrn Linkoln, bei seiner Wiedererwählung als Präsident, drückten wir unsere Ueberzeugung aus, daß sich der Bürgerkrieg als ebenso wichtig erweisen würde für den Fortschritt der Arbeiterklasse, wie sich der Unabhängigkeitskrieg für die Erhebung der Bürgerklasse erwiesen hätte. Und thatsächlich hat die siegreiche Beendigung des Anti- Sklavereifriegs eine neue Epoche in den Annalen der Arbeiterklasse eröffnet. In den Vereinigten Staaten selbst ist seitdem eine selbstständige Arbeiterbewegung ins Leben getreten die von den alten Parteien und ihren professionellen Politikern mit üblen Augen angesehen wird. Um fruchtbar zu werden bedarf sie Jahre des Friedens. Sie zu erbrüden, ist ein Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und England erforderlich. macher. Jules Johannard. Baul Lafargue. Für Deutschland: J. G. Eccarius, Schneider. J. Leßner, Schneider. W. Limburg, Schuhmacher. Karl Marx. Für die Schweiz. H. Jung, Uhrmacher. A. Müller, Uhr macher. Für Belgien. P. Bernard, Maler. Für Dänemard. J. Cohn, Cigarrenmacher. Zabicki, Schriftfetzer. Benjamin Lucraft, Vorsitzender. Cowell Stepney, Kassirer. Für Bolen. J. Georg Eccarius, General- Sekretär. London, 12 Mai 1869. Voltsversammlung der sozial- demokratischen Partei in Wien. ( Nach der Boltsstimme".) Trotz des schlechten Wetters hatten sich am 4. Mai mehr als 6000 Mitglieder der sozial- demokratischen Partei in 30 bels Lokalitäten eingefunden. Auf der Tagesordnung ſtand: 1. Das Koalitionsrecht und 2. Die Arbeiterbewegung und Nationalitätenfrage. Zum Vorsitzenden wurde Har tung, zu Schriftführern Pabst und Dorsch gewählt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprach insbesondere Bald, der betonte, daß ein blos lokales Koalitionsrecht, wie man es gewähren wolle, nichts nütze; das Koalitionsrecht müsse inter Die nächste handgreifliche Wirkung des Bürgerkrieges war national sein, was Redner insbesondere durch Hinweis auf allerdings die, die Stellung des amerikanischen Arbeiters zu ver- die Vorgänge in Genf und Belgien veranschaulichte. Ferner schlechtern. In den Vereinigten Staaten wie in Europa wurde sprach Wühlhauser, der über die Leiden der schußloſen, weil der Riefenalp einer Nationalschuld von Hand zu Hand ge- vereinzelten österreichischen Arbeiter und über die Ausbeutungs schoben, um ihn auf die Schultern der Arbeiterklasse niederzu wuth des Kapitals viele, mit Zahlen belegte Einzelheiten be lassen. Die Preise der Lebensmittel, sagt einer Eurer Staats- richtete, ebenso Tauscher und Bollat. Ein Herr Leitner männer, sind seit 1860 78 Prozent gestiegen, während der erklärte, nicht blos die Arbeiter, sondern auch die Beamten Lohn der einfachen Handarbeit 50 Prozent stieg und der Lohn hätten das Coalitionsrecht nöthig, und rieth den Arbeitern, der geschickten Handarbeit um 60 Prozent.„ Der Pauperis- sich mit dem„, Demokratischen Verein in Mariahilf" in Betmus," flagt er ,,, wächst jetzt in Amerika rascher als die Be- bindung zu setzen. bindung zu setzen. Großes Gelächter. Scheu erwiederte völkerung." ." Ueberdies stechen die Leiden der Arbeiterklasse ab A.:,,Ich gebe zu, daß es ein Beamtenproletariat gibt, aber gegen den als Zierath erscheinenden neugebackenen Lurus von Finanzaristokraten, Shoddy- Aristokraten*) und ähnliches durch wollen, können sich den Arbeitern ohne weiteres anschließen. die Beamten, wenn sie aus dem Koalitionsrechte Nutzen ziehen Kriege erzeugtes Ungeziefer. Dennoch entschädigte der Bürger- Sie können sich auch selbstständig koaliiren und Vereine bilden, krieg durch die Befreiung der Sklaven und den daraus hervor- und es wird unmöglich sein, sie zu bedrücken, denn Einzelne gehenden Vorsprung, den sie Eurer eigenen Klassenbewegung kann man wohl entlassen, aber Hunderte nicht. Wenn die gab. Ein zweiter Krieg, der nicht durch einen erhabenen Zweck, Beamten Sozial- Demokraten werden wollen, dann kann ihnen oder eine soziale Nothwendigkeit geheiligt wäre, sondern nach geholfen werden, auf einem anderen Wege nicht. Herr Leitner dem Muster der alten Welt, würde Ketten für den freien Arbeiter schmieden, statt die des Sklaven zu sprengen. Das aufgehäufte Elend, welches in seinen Spuren zurück bliebe, würde bungen zu trennen, durch das seelenlose Schwert eines stehenden Heeres. att fratischen Verein des 7. Bezirks wenden. Die sozial- demokra hat ferner gesagt, Sie sollen sich vertrauensvoll an den deme tische Partei, die allein in Wien mehr als 20,000 Anhänger Euern Kapitalisten auf einmal die Motive und die Mittel ge- zählt, soll sich an einen demokratischen Verein von einigen währen, die Klasse von ihren fühnen und gerechten Bestre Mitgliedern wenden? Da kann man weiter nichts mehr reden; es ist zu heiter!( Heiterkeit.) Die Grundsäße der sozial- deme kratischen Partei sind der große Magnet, der alle Fasern Euch denn fällt die gloreiche Aufgabe anheim, daß endlich sich zieht. Die andern Theile, welche Nebenzwecke verfolgen jetzt die Arbeiterklasse den Schauplatz der Geschichte betritt, werden verschwinden in der großen sozialen Bewegung." nicht länger als serviles Gefolge, sondern als selbstständige Bald hatte folgende Resolution beantragt, die einstimmig Macht, als eine Macht, die sich ihrer eigenen Verantwortlich genommen wurde:„ Die Bolksversammlung erklärt im feit bewußt und im Stande ist, Frieden zu gebieten, wo die schluß an die am 14. April gefaßte Resolution, der Reich rath möge das Koalitionsrecht noch in der laufenden Seffion Für Großbritanien: R.Applegarth, Zimmermann. M. J. abgeordneten Dr. Roser, dem Herrn Justizminister Dr. Herb gewähren. Die Volksversammlung beauftragt den Reichsraths Gummi- Weber. Harriet Law. B. Lucraft, Stuhlmacher. schränkung des Koalitionsrechts durch etwaige Gesetzestlaufeln jenigen, die ihre Herren sein wollen, Krieg schreien. J. Hales, J. Milner, Schneider. G. Odger, Schuhmacher. J. Roß, Stiefelschaftmacher. R. Schaw, Maler. Cowell Stepney. J. Warren, Reisetaschenmacher. J. Weston, Treppenge= ländermacher. Für Frankreich: E. Dupont, Inſtrumenten*) Shoddy heißen die Baumwollenabfälle. Dieselben waren früher unbenutzt und werthlos, als plötzlich Jemand ein Weittel erfann, sie zu verarbeiten. Diejenigen, welche die Erfindung zuerst ausbeuteten, gezu erklären, daß die Arbeiter sich entschieden gegen verwahren." Ein Nothschrei. Be jede ( Schluß folgt.) Geyer im Erzgebirge, 16. Mai Am 9. Mai hatten wir hier eine Bersammlung, worin be wannen ungeheure Bermögen. Man nennt daher Shoddy- Aristokraten schlossen wurde, sich der Gewerksgenossenschaft der Manufattur in Amerika Leute, die rasch und ohne eigenes Verdienst reich geworden find. Fabrik und Handarbeiter anzuschließen. Aber leider 251 wir bedauern, daß wir jetzt nicht mit einem fleinen Fond versehen sind, um bedrängte Mitarbeiter unterſtüßen zu können. Der größte Theil unserer Arbeiter hat feine Beschäftigung, und ist deren Lage eine im höchsten Grade traurige. Die Noth in Ostpreußen war eine große, aber die Noth unjerer Arbeiterbevölkerung, das kann ich Ihnen versichern, ist eine noch größere; und dabei ist noch keine Aussicht auf Arbeit vorhanden. Ich selbst bin Lohn- Posamentier, und verdiene bei voller Arbeit per Woche 1 Thlr., sage einen Thaler; wenn's mal recht gut geht 1 Thlr. 20 Ngr. Man tommt bei solchem Verdienst als lediger Arbeiter nicht aus, geschweige wenn man verheirathet ist und Frau und Kinder hat, und da kommen, wie jetzt, noch wochenlange Pausen in der Arbeit vor. Da ist es kein Wunder, daß der Vater zur Verzweiflung getrieben wird, wenn die hungernden Kinder um Bred schreien, er keinen Verdienst hat und weder Kaufmann noch Bäcker Kredit gewähren wollen. Bei solchem Elend thut Hülfe, eilige Hülfe dringend noth. Wir glauben ficher, unsere deutschen Arbeiter werden ihren hungernden und darbenden Brüdern in Geyer hülfreiche Hand leisten. schritte, und hat sich am hiesigen Orte, unterstützt von dem Metallarbeiterverband in Zürich, ebenfalls ein solcher ge= gründet. Die Statuten von Zürich, die nach den Musterstatuten des Herrn Bebel entworfen sind, wurden unverändert angenommen und zählt der Verband, unter dem Titel ,, Internationale Gewerksgenossenschaft der Metallarbeiter", schon 55 Mitglieder. Cassel, 18. Mai. Soeben geht uns Folgendes zu: Circular und Aufruf an die Tischler( Schreiner). Geschäftsgenossen! Ihr Alle von Nah und Fern wißt, daß die Lage der Gesellen in Cassel eine traurige ift. Ge Es wurde in der Versammlung vom 10. Mai beschlossen, den Lohn um 25 Prozent zu erhöhen. Die Forderung, Brüder! sie ist gerecht und billig. Es wird zwar einen schweren Kampf geben, denn die Arbeitgeber werden Alles aufbieten, um die Gesellen in der gedrückten Lage zu erhalten, doch, gestützt auf Euch, gehen wir in den Kampf und fest hoffen wir, daß Ihr allen Zuzug von Cassel abhalten werdet und uns mit Geldmitteln unterstützt. Rasche Hülfe thut dringend nöthig. Darum Brüder! thut Eure Schuldigkeit, helft, wie es in Euren Mittel steht; denn, Arbeiter, wir gehören Alle zusammen und nur durch Einigkeit ist es uns möglich, unsre Lage zu verbessern und ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Es ist daher eines Jeden Pflicht, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß wir bei unserem Strike in Gaffel siegen. Wir bitten daher Euch Alle, den Aufruf in allen naheliegenden Kommt der Amtshauptmann oder der Kreisdirektor, um ich persönlich über die hiesigen Verhältnisse zu unterrichten, dann wird schon dafür gesorgt, daß diese die wahre Lage der Dinge nicht erfahren, denn unsre Väter der Stadt" würden es als eine Schande für die Stadt ansehen, wenn die Wahr heit über die Nothlage an den Tag käme; deshalb sucht man diese zu vertuschen. Wir haben in unserm Städtchen keine gabrit, fein faufmännisches Geschäft, keine Handlung, wo Po- einzusenden. famentiere Beschäftigung finden könnten, und doch sind wir so Städten zu verbreiten und alle Gelder an den Unterzeichneten Caffel, 15. Mai 1869. Im Namen des Comités: Fricke. Röttger. Israel. Möller. Annaberg angewiesen; die dortigen Arbeiter haben aber selbst Johann Jann, untere Mühlengaffe Nr. 28. nichts zu thun. Unsere Arbeiter sind durch das ewige Hungern und Darben so genügsam geworden, daß sie zufrieden sind, wenn einfachsten Lebensbedürfnisse haben sie jetzt nicht einmal. Fleisch kommt bei sehr vielen Familien das ganze Jabr 6-10 Mal auf den Tisch, und wie wenig dann noch! Butter zum Brod ist eine Rarität und ein Lurus, den sich nur sehr Wenige gönnen können. Auch findet man häufig, daß Eltern wie Kinder sich nicht einmal nothdürftig bekleiden fönnen, die kleinen müssen halb entblößt in der Stube und Nürnberg, 16. Mai. Mit Freuden haben die Mitglieder unserer Metallarbeiter- Gewerksgenossenschaft die Erklärung der Züricher Berufsgeuoffen aufgenommen, einen Kongreß der Metallarbeiter nach hier gemeinschaftlich einzuberufen. Die Züricher Freunde haben vorgeschlagen, diesen Kongreß am 14., 15. und 16. August dieses Jahres in Nürnberg abzuhalten und die Constituitung der Internationalen GewerksArbeit genossenschaft der Metallarbeiter" vorzunehmen, und haben wir diesen Vorschlag acceptirt. Zugleich versprechen zu betreiben, um eine zahlreiche Beschickung des Kongresses von dort aus zu veranlassen. Wir bitten unsere Berufsgenossen in Deutschland, welchen diese Zeilen zu Gesicht kommen, ebenfalls Hand ans Werk zu legen und die Gründung von Mitgliedschaften an allen Orten, wo unsere Branche vertreten ist, zu betreiben. Der Vorstand der hiesigen Metallauf der Gaffe umherlaufen. Und bei all diefer Noth ist keine unsere Züricher Freunde, die Agitation in der Schweiz lebhaft Behörde da, die der drückendsten Noth durch Beschaffung von zu steuern sucht, denn arbeiten wollen unsere Arbeiter gern, wenn sie nur Gelegenheit haben. zu, in dessen Glaubwürdigkeit wir volles Vertrauen setzen können. Die obige Zuſchrift geht uns von einem Parteigenossen Wir halten nns demnach nicht nur verpflichtet, die Thatfachen zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, sondern fordern arbeiter- Gewerksgenossenschaft ist J. Faaz, Rothgießer, Sternhiermit die Regierungsbehörden öffentlich auf, die wirth hof in Nürnberg. Briefliche Anfragen sind an denselben zu schaftliche Lage der Bevölkerung von Geyer und Um richten. bon Arbeitsstellen die bitterste Noth zu lindern. scheinend, Dank der energischen Leitung desselben, ein siegreiches Wir sind nicht gewillt, dem heutigen Staate zuzumuthen, die Löfung moir der sozialen Frage in die Hand zu nehmen, und Ende erlangt. Die Meister haben sich in einer am Freitag Abend im norddeutschen Hofe abgehaltenen Versammlung entzwar schon um deswillen nicht, weil er dies einfach nicht kann; schlossen, und diese Entschließung sofort der zur gleichen Zeit Angehörigen sorgt, daß sie nicht dem bittersten Mangel oder Gesellschaftshause mitgetheilt, daß sie die Forderungen der Geberlangen aber, daß er wenigstens insoweit für seine tagenden Generalversammlung der Zimmergesellen im Neuen gar dem Hungertede verfallen. In dem vorliegenden Falle sellen nunmehr als gerechtfertigt anerkennen und genehmigen Auf alle Fälle ersuchen wir unsere Parteigenossen, Unter noch zu geringeren Preisen abgeschlossenen Bauverträge der tann Abhülfe mit einigem guten Willen sehr wohl geschehen. wollten, mir mit der einzigen Modifikation, daß angesichts der, stügungen für hülfsbedürftige Arbeiter Geyers an den Vor- Eintritt des Minimallohnsatzes von 1 Thaler pro vollen fizenden des Arbeiter Vereins Garl Demmler daselbst zu Wochentag erst mit dem 1. Auguſt ds. Js. geschehe, und daß richten. D. Red.) = Pororts- und Arbeiter- Angelegenheiten. für die Sonntagsarbeit von 6 Uhr früh bis 4 Uhr Nachmittags statt 1 Thlr. 15 Sgr. nur 1 Thlr. 10 Sgr. als Minimalfat gelten folle, bis zum 31. Juli aber ein Minimum von 27% Sgr. pro Wochentag und von 1 Thlr. 2 Sgr. Diesen Bedingungen 6 Pf. pro Sonntag gezahlt werde. enfenibaften acht auch hier in der Schweiz rasch Fort- ernste Bedenken entgegengehalten; in Erwägung jedoch, daß Schaffhausen, 11. Main Die Gründung von Genefir die Einwilligung, wurden zwar anfänglich von den Gesellen jeder Friedensschluß aus Klugheitsgründen auch gewisse Zuge ſtändnisse seitens der obfiegenden Partei zu enthalten pflege, daß die Meister in mündlicher Rücksprache sich als vollständig befiegt erklärt, nur eine anständige Form zum Rückzuge gewünscht und versichert hätten, daß sie größtentheils schon vor dem 1. August über den Minimalſatz von einstweilen 27% Sgr. hinausgehen würden, kamen die Meistervorschläge dennoch zur fast einstimmigen Annahme seitens der äußerst zahlreichen Versammlung, obgleich nach der Versicherung der Kommission die Mittel zur weitern Aufrechterhaltung des mit einem Kosten aufwande von nur 4000 Thlin. durchgeführten Strike nothfalls vorhanden seien. Als Bedingung für den Friedensschluß, deffen Ratifikationen in einer nochmaligen Generalversammlung am 2. Pfingsttage ausgewechselt werden sollten, wurde jedoch gefordert, daß die Meisterschaft den Entschluß vom 14. Wai c. in den öffentlichen Blättern fundgebe und außerdem mit Unterschrift ihrer Kommission und Gegenzeichnung der GesellenKommission den neuen Minimaltarif durch Anschlag auf allen Zimmerplätzen fanttionire. Um aber auch für die Zukunft Gewähr des Friedens und Sicherung vor dem Rücktritt der Meister zu gewinnen, wurde die Gründung einer sowohl im Ortsverein der Zimmerer wie in der Berliner Abtheilung des allgemeinen deutschen Zimmerervereins zu haltenden Strike kasse beschlossen, zu der in der ersten Woche 10 Sgr. pro Mann und Kopf, demnächst 2 Sgr. pro Monat beizusteuern find. Der Beitritt wurde als unerläßliche Ehrenpflicht jedes Zimmerers erklärt. " 1 In Dresden findet jetzt ein wahres Wettrennen in Kundgebungen für die Nützlichkeit der Einführung von Gewerbegerichten statt. Das Gesey, welches die Organisation der selben( nach französischem Muster) feststellt, ist seit 7 Jahren in Kraft, aber wenn nicht schließlich ein wohlmeinender Bureaukrat für die Sache eingetreten, und infolge dessen die unter seiner Leitung stehende Gemeinde( Meißen) mit der Ausführung vorgegangen wäre, so würden diefe Gerichte, welche bei den Strei tigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern"( wie der ungeschickte Kunstausdruck) den letzteren eine gleichberechtigte Stimme zugestehen, wahrscheinlich auch fernerhin todtgeschwiegen worden sein. Das liberale", resp. nationalliberale Großbürgerthum, welches jetzt, wo es durch die Stadträthe die Entscheidung allein in den Händen hatte, besser daran zu sein glaubte, versteht solche Verheißungen, wenn sie ihm unbequem jind, mit ebensolcher Seelenruhe zu ignoriren, als despotische Monarchen die freiheitlichen Zusagen der Verfassungen. Man vermochte das ,, Bedürfniß" nicht zu erkennen, und machte sich gar nichts daraus, mit dem Zurückweisen des von der Regierung aus freiem Antriebe dargebotenen Instituts ,, wieder einmal weniger liberal" zu sein als diese. In Dresden insbesondere erwarben sich die damaligen Stadtverordneten das 232 Die gleichberechtigte Stimme des Arbeiterstandes verlangt aber nicht bloß, wo es sich um die Rechte der Einzelnen, sondern auch wo es sich um Wahrnehmung allgemeiner Interessen han delt, ihre Geltung; die Annahme jenes Prinzips durch Schaf fung von Gewerbegerichten sollte daher konfequenterweise 3 einer entsprechenden Umgestaltung der Gewerbekammer führen. Die Entwickelung dieses Gedankens mußte wegen vor gerückter Zeit der nächsten Versammlung vorbehalten bleiben. zu Glauchan, 19. Mai. Gestern als am 3. Pfingstfeiertage hatten die hiesigen Maurer und Zimmerleute eine stark besuchte Versammlung. Auf der Tagesordnung stand unter anderm auch die Gründung einer Gewerksgenossenschaft. Man kam da hin überein, sich den Dresdener Collegen, welche unabhängig von den anderen Parteien mit Gründung einer Geweit genossenschaft der Bauarbeiter vorgehen wollen, anzuschließen. Wir fordern unsere Parteigenossen allerorts auf, die Bauhand werker zu veranlassen, in ähnlicher Weise vorzugehen. D. R. Barmen, den 11. Mai. Am verflossenen Sonntag Bor mittag hatten wir hier eine Versammlung, in der die Grün dung einer Sektion der Internationalen Arbeiter- Asse ziation besprochen wurde. Die hiesigen Führer des Aug meinen deutschen Arbeitervereins waren ebenfalls in der Ber sammlung zugegen. In der betreffenden Versammlung f man über die Generaldebatte nicht hinaus, Mittwoch soll zweite Versammlung und die Fortiezung der Debatte stattfinden die Leipzig. Die Angelegenheit der Bauarbeiter steht no auf dem alten Flecke. Daß der Rath hiesiger Stadt de Partei der Meister ergriffen hat, wird nun von der e daktion des Tageblatts", also so gut wie amtlich, stätigt.( Mangel an Zeit und Raum nöthigen uns, die sprechung dieses Amtsmißbrauchs, sowie die Abrechnung dem ,, Tageblatt", das jetzt auch uns zum Gegenstand feine Zärtlichkeiten gemacht hat, auf nächste Woche zu verschieben. D. R. d. Dem. W.") Druckfehler. Durch ein leidiges Versehen ist in der Berichtigung genossen von Reergard von Neering" verdruckt worden. am Schluß der letzten Nummer der Name unseres geschätzten Bart Vermischtes. Mende hat doch gesprochen Försterling( der schnöd' bei Bei geschobne) ist gerochen! Motto: Ich bin fertig. Hans Blum Rede Nr. 1. Gegen die Portoermäßigungen für das Wit würde ich Nichts einzuwenden haben, da dasselbe jehr geringe Diate bezicht, ebenso für den Reichstag, der gar keine Diäten bekommt; zweifelhafte Verdienst, das vom Gewerbeverein befürwortete, Fürstinnen aufrecht, die sehr viel Diäten beziehen. Ich bitte Sie desball letzteren aber nehmen Sie das Privilegium und erhalten es für von Regierung und Stadtrath beifällig aufgenommene Projekt gegen das Amendement zu stimmen und wenn ich selbst Sie durch der Errichtung eines solchen Gerichts zum Scheitern zu bringen. Neuerdings hat das Beispiel Meißens zur Wiederaufnahme der Sache Veranlassung gegeben, und den Gewerbeverein, den Verein Gewerbtreibender, ja selbst den Innungsältestenverein, der hier seinen Ruf, Vertreter des Berzu sein, durchaus nicht rechtfertigte, zu Resolutionen und Betitionen in der Sache bestimmt. Auch im Arbeiter= bildungsverein ist die Sache besprochen worden. Unsere Parteigenossen haben die Frage theils nach ihrer sozialen, theils nach Worte nicht überzeugt habe, dann lesen Sie die Rede des Abg. Bieglert) oder lassen Sie sie sich noch einmal balten. Ich habe gesproche und Fürstinnen beschlossen, so würde ich auch für die Resolution geftimm Rede Nr. 2**) Hätten Sie nicht die Portofreiheit der Friter haben, jetzt stimme ich nicht mehr dafür. Ich habe gefprode ( Große Heiterteit.) Rede Nr. 3.***)§ 2 will das Heer vom Wahlrecht ausschließ Die Frage, ob das flug ist, ist danach zu ermeffen, ob es gut ift aber wäre das nicht, wie es Ihnen foeben der greise Veteran der Deme tratie++) auseinandergesetzt hat. Es ist aber ein Gejets des ewigen Welten ihrer politischen Seite würdigen zu müssen geglaubt und daher seinem heiligen Rechte gekränkt sieht, dann greift es zum Himmel emp an den Gewerbegerichten hauptsächlich ihren Charakter als freie Bolksgerichte, die staatliche Anerkennung der gleichberechtigten Stellung des Arbeiterstandes, und die wirksamere Ausbildung des Klassenbewußtseins in demselben durch leichte Erledigung der kleinen Privatstreitigkeiten und Gewöhnung zu gemeinschaftlichem Handeln( als Wahlkörper) hervorgehoben. Berantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht, st systems, daß nicht flug ist, was nicht gut ist. Wenn das Bolt fich tionen entstehen, ist eher zu fürchten, wenn Sie sein Wahlrecht aufgeben und holt sich seine ewigen Rechte.( Heiter.cit.) Daß im Heere Aga als wenn Sie es bestehen lassen. Ich habe gesprochen. Heiterfeit.) ( Graf *) Zum Briefportogesey.**) ditto.***) Zum Wahlgefes †) Bismard scher Fortschrittler. ††) Der Bismärder Waled! Druck und Verlag: F. Thiele. mod dhilgunj( Nebution: Beau Leipzig nagsition: Battstraße 18.11 and hadi pumpar i miladagspapir 170 chip and i roid us idezu dived Media Beilage zum Demokratischen Wochenblatt Nr. 21. Zur französischen Wahlbewegung. wie wenn man frei wäre; das beste Mittel über den Despotismus zu triumphiren, ist, sich immer so zu geberden, als lebe man in einer Republik. Wartet nicht, bis Eure Deputirten Euch befreien; ihr müßt sie befreien; entfesselt die Hände Eurer Bertheidiger, wenn ihr gut vertheidigt sein wollt, vor Allem vertheidigt Euch selbst; ihr seid die Kraft, ihr seid die Bahl; wenn Jedermann will, Jedermann kann, mögen 100,000 Bariser sich aufraffen mit dem Ruf: Nieder mit dem Kaiserreich! und das Kaiserreich liegt am Boden. Verweigert die. Steuer, verweigert die Anleihen, verweigert die Aushebung, verweigert die Stimmen, verweigert Alles! Anstatt dem Kaiser Geld zu geben, Soldaten, Beamte, Deputirte, alles, was er verlangt, entzieht ihm eure Hand, die ihn hält und er wird fallen. Tretet überall hervor, wo die Menge sich sammelt, im Theater, auf dem Kirchhof, in den öffentlichen Vorlesungen, in fleinen und großen, in sozialistischen und in WahlversammDie Blicke der demokratischen Partei aller Länder sind gegenwärtig auf Frankreich gerichtet. Die Wahlbewegung tritt mit einer Energie und Kraft hervor, die man kaum geahnt hätte und alle Barteien lassen ihren Sammelruf ertönen. Bonapartisten, Klerikale, Legitimisten, Liberale, Orleanisten, Jakobiner, Kommunisten und Sozialisten; alle rufen wirr durch einander, und der Augenblick ist noch nicht da um einen flaren Blick in dieses Getriebe zu werfen und die Grundströmungen zu sondiren. Die Candidaten erlassen ihre Manifeste und aus allen Ländern erheben sich die Stimmen französischer Flücht linge, Warnung und Ausdauer ihren Brüdern zurufend. Rochefort, Bancel, Raspail und so viele andere, treten vor hre Mitbürger, un zu protestiren wider die Schmach, welche auf Frankreich lastet. Aus England schickt Felix Pyat, der lungen. Feiert die Jahrestage der Trauer und der Siege, derbietet ihm, dem Mann des 2. Dez. den Eid zu leisten. bringt Hochs aus, macht Kazenmusiken, pflanzt Fahnen auf, Barbès, Cambon, Victor Hugo, Louis Blanc, Ledru Rollin schließet die Werkstätten, feiert Banquete, stellt die Arbeit ein, redet, schreibt, handelt, lebet! Möge das Volk leben und das Kaiserreich ist todt. 1. a. mehr verweigern gleichfalls die Candidatur und stellen sich auf die Seite der„ Abstention"( Wahlenthaltung). Manifeste, Bamphlete, Reden, Zeitungen für und gegeneinander geben Zeugniß von der Aufregung, die in Paris herrscht. Eins ist heit ist da- benüßt sie. Die alte abgenügte Wahlmaschine werde die Hauptsache das Bolt athmet! ,, Die Wahlen sind nur eine Gelegenheit, aber die Gelegen= zur Höllenmaschine in Euren Händen; dringt einen Augenblick ein in diese faiserliche Gesetzlichkeit, nur um sie sogleich zu Stellt Candidaten auf, wenn ihr wollt, aber der Wahrheit gleich das zündende Wort eines Republikaners, erwürgen. In diese tausendfältigen Wirren fährt dem Blisstrahl welcher, der Besten Einer, gegenwärtig im Eril lebt. Rogeard solche, die nicht erlaubt sind; legt Stimmzettel nieder, wenn war es, welcher vor mehreren Jahren in seinem„ Propos de ihr wollt, aber revolutionär müssen sie sein. Besetzt die BuLabienus" dem Kaiserreich das Spiegelbild feiner Schande vorist es heute, welcher in seiner Schrift„ La crise electorale en Zählung; macht Kundgebungen für die Freiheit, den Frieden, die Sparsamkeit, die Gerechtigkeit, für all' Eure Rechte, welche 1869 als edler Republikaner seinem Volfe die Wahrheiten die Berneinung des Kaiserreichs sind, für alles, was ihr liebt. Laßt der Revolution zuruft und es an seine Ehre erinnert. Die Euren Ruf ertönen gegen das Militärgesez, gegen den Eid, gegen die ganze Schrift enthält nicht Ein Wert, das nicht der Ausfluß offiziellen Candidaturen, gegen die persönliche Regierung, gegen d echt republikanischer Gesinnung und des tiefsten politischen alle kaiserlichen Gesetze, welche die Verneinung Eurer Rechte Berständnisses wäre. Mit feltener Klarheit der Rede, mit sind, gegen alles, was ihr verabscheut! Seßet die Anklage auf fordert er das Volk auf, sich von der Wahlurne fernzuhalten, Das Reden werde zum Handeln, die Wahl zur Revolution! einer Ueberzeugungskraft, wie sie nur dem Guten innewohnt, die Tagesordnung, die Absetzung, den Sturz des Despoten! um nicht gemeinschaftliche Sache zu machen mit einer Regie Macht die Wahl- Agitation zur revolutionären. ,, Die große Wahlarmee steht da, sie ist marschfertig, mache sie im legten Augenblick eine der entscheidenden Wendungen, welche die Schlachten gewinnen. Nehme sie sich ihren Mann auf's Sie wähle ihren Angriffspunkt besser und nach so vielen Stunden, welche im ,, gesetzlichen" Schrittgefecht verloren rung, wie sie nie verwerflicher war. Der Kampf zwischen dem Bolt und seinen Bedrüdern wird nimmermehr an der Wahlurne und im Parlament, sondern auf dem Pflaster von Baris ausgefochten. Er zeigt, wie die reine Verneinung der Korn. spottet der Thoren, die da meinen, eine Regierung, welche die gegangen, entlade sie mit Einem Schlage eine revolutionäre Ungefeglichkeit selbst ist, mit ,, gesetzlichen" Mitteln zu stürzen, Batterie. Möge Niemand sagen können: solche Anstrengungen da doch diese geseglichen" Mittel von der Regierung selbst führen nur zu einer leeren Demonstration und so viele brave stammen, also gar nicht gefeßlich" sein können. Die Abstention" verneint nicht nur die Regierung, sondern auch Männer marschiren um nichts zu thun. " 1 Wenn das Bolt sich erhebt in seiner Kraft, um sein zur Vollendung! Wenn man ihm einen derselben macht, indem sie das Bolt mit dem trügerischen Augenblick seine Souveränität läßt, möge es dieselbe bewahren!" Schein der Gesetzlichkeit blendet. Das Bolt hat nur Eine Macht, Ein Gesetz - die Revolution. follte es versäumen, diese Schrift fennen zu lernen. Sie er Reiner unserer Parteigenossen, welcher französisch versteht, schien, wie Rogeard's frühere Schriften, in Brüssel und umfaßt 74 Seiten. Der Schluß derselben lautet in der Uebersetzung folgendermaßen: mit allen Mitteln, nur daß sie revolutionär seien. Die Männer Ich schließe: Macht Kundgebungen unter allen Formen, des Widerstandes zu wechseln reicht nicht hin, man muß das Der erste Congreẞ der internationalen Gewerksgenossenschaft der Manufaktur-, Fabrit- und Handarbeiter zu Leipzig. Bereits am Sonnabend( dem 15. d. M.) war ein Theil der System wechseln. Die Gerichts- und Wahlfeldzüge, welche Delegirten, entfendet von verschiedenen Industriegegenden Deutschjangst zu Baris und in der Brovinz 5 oder 6 unserer demo- lands, in Leipzig eingetroffen. Am Sonnabend Abend begrüßte fratischen Deputirten durchgemecht, haben mehr Wirkung ge- Bebel Namens des Lokalcomité's die Fremden in einer herzhabt in wenigen Tagen, als all ihre parlamentarischen Anstren- lichen Ansprache. Motteler aus Grimmitschau, Borsigender gungen in 12 Jahren; denn vor dem Tribunal sind sie frei, des Organisations- Comité's, dankte und berichtete über die Bersammlungen sind sie frei, in der Kammer sind sie Thätigkeit des Comité's und deren Erfolge. Es waren bis in den frai au merden ist zu fprechen aur Stunde folgende Orte vertreten: Luckenwalde Glauchau Werdan Waldenburg 700 Mitgl., vertreten durch Szimanowsky, 270 Albert, 200 = = Kriegel, 50 = = Hösel, = Münchenbernsdorf 105 Crimmitschau 1000= Bösned Zwickau Gera Barth und Franz Dunker, Kirchhübel, = 120 = = Müller, 80 = Sieland, 13 = Uhlich, 21 50 = = Thierfelder, Motteler, = Burgstädt Eßlingen also 11 Orte mit 2609 Mitgliedern. Eine große Zahl anderer Orte, wie Hainichen, Dindelsbühl, Reichenbach und der ganze Mülsener Grund, hatte brief lich ihre Zustimmung zu Dem, was man unternehmen wolle, ertheilt. Der Congreß erklärte sich hierauf für konstituirt, ernannte zu seinem provisorischen Vorsitzenden Motteler, zum prov. Schriftführer Bebel und wählte zur Prüfung der Mandate Szimanowski, Barth u. Hösel. Ferner wurde beschlossen, auch Parteifreunde, die nicht Fachgenossen, mit berathender Stimme zuzulaffen. Am Sonntag wurden die Verhandlungen Morgens 10 Uhr festgesetzt. Von weiteren Mandaten heben wir das für Meerane durch Eberlein vorgelegte mit 328 Stimmen und das der Luckenwalder Stuhlarbeiter- Genoſſenſchaft mit 300 Stimmen, überreicht durch Beutner und Helsinger, hervor. Nachdem die Mandate geprüft und richtig befunden worden, wurde das Bureau konstituirt und als 1. Vorsitzender Motteler, als 2. Szimanowski, zu Schriftführern Bebel und Bähr gewählt, und nach längerer Berathung bestimmt, daß jeder Delegirte nur 1 Stimme haben solle. Aus Bösned war der Antrag eingegangen, der Congreß solle dahin wirken, daß eine Verständigung der verschiedenen Parteien, in die die Arbeiter gespalten wären, herbeigeführt werde. Dieser Antrag, mit der Generaldiskussion verbunden, rief bei allen Delegirten Aeußerungen des lebhaften Bedauerns über die Uneinigkeit der Arbeiter hervor und der Bereitwilligkeit, eine Einigung erzielen zu helfen, und wurde schließlich der Antrag der Pößnecker einstimmig angenommen. Es wurde hierauf in die Berathung der einzelnen Paragraphen eingegangen. Wir müssen uns damit begnügen, das Allerwichtigste aus den Verhandlungen zu erwähnen und verweisen im Uebrigen auf den demnächst erscheinenden ausführlichen Bericht. 234 Monats an die Hauptfasse einzusenden sind und daß das Ver mögen der Gewerksgenossenschaft sicher und zinsbringend an gelegt worden soll. Das Reisegeld von 2 Ngr. pro Meile wurde beibehalten, dagegen das Maximum von 15 Meilen auf 10 Meilen herabgesetzt; das Begräbnißgeld wurde mit 3 Thlen. normirt. Die Unterstützung bei Strikes wird als Minimum 12½ Ngr. betragen; Erhöhung durch den Verwaltungsrath vorbehalten. Zum Organ der Gewerksgenossenschaft wurde ein stimmig das Demokratische Wochenblatt" erwählt, fertige Statut wurde einstimmig angenommen. Das Der Vorsitzende schloß den Congreß mit trefflichen Wor ten, dem Unternehmen Gedeihen wünschend, an die hohen Ziele unferer Partei erinnernd und zur Energie anfeuernd. Abends verkehrte ein Theil der Delegirten in dem benachbarten lieb lichen Gohlis, und nahm am Dienstag noch an der Landes versammlung Theil. Ein anderer Theil war durch Berufs pflichten zur sofortigen Abreise gezwungen; beiden werden g wiß die Tage des ersten Congresses ihrer Gewerksgenossenschaft noch lange in froher Erinnerung sein, weil sie in ihnen das Bewußtsein wecken werden, etwas Tüchtiges gethan, etwas Heilsames befördert zu haben. Der erste Verbandstag der Sächsischen Consum vereine zu Chemnitz am 27.- 29. März 1869. ( Schluß Müller aus Freiberg, Schmüyler aus Crimmitschau, Graupner aus Stollberg, Schröder aus Chemnitz, Mehlhorn ( Crimmitschau), Pempel( Werdau), Anesorg( Stollberg). Schade brod Frankenberg), Uhlemann( Niederwürschnitz) berichten über die gemachten Erfahrungen in ihren Vereinen und die mehr oder weniger günstigen Erfolge von Reclamationen an die Kreisdirektion. be bei Eine von Pempel( Werdau) eingebrachte Resolution: Der erste Verbandstag der sächsischen Consumvereine dauert tief, daß die Bemühungen seiner Centralſtelle der sächsischen Staatsregierung zur Zeit noch ohne jeden Erfolg, jeit Juli 1868 jogar ohne jedwede Antwort ge blieben sind, und beauftragt das Direktorium unausgefest Schritte in diefer Richtung zu thun, wird hierauf einstimmig angenommen. Wahl eines gemeinsamen Organs theilt zunächst seine Anfit Herr Motteler( Crimmitschau) als Referent über die Borlage sollte der Sitz der Gewerfsgenossenschaft zu Crim- geistigen Interessen der Vereine und ihrer Glieder zu fördern Nach§ 1. der vom Organisationskomité ausgearbeiteten über die Aufgabe desselben mit, die sei: die materiellen und mitschau sein. Nach langer Diskussion wurde einstimmig, mit Rücksicht auf die im Nordbund nicht fern liegende Möglich und Aufklärung über genossenschaftliche Interessen zu geben. Die vorgeschlagenen Fachblätter Die vorgeschlagenen Fachblätter der Consumverein " von keit einer( schon einmal dageweſenen) Annexion der Kaſſe, der E. Pfeiffer in Stuttgart, weil zu materiell, und ,, Blätter für Sig nach Eßlingen( Württemberg) verlegt. Bei§. 2 wurde Genossenschaftswesen" von Schulze- Delitzsch, weil die Conjun von der Errichtung einer allgemeinen Kranken- und Be- vereine zu wenig berücksichtigend, glaube er nicht empfehlen forgungs- Kaffe, mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der ört- fischen Organs und verweist dabei auf das Demokratifde gräbniß- Kaffe, sowie einer allgemeinen Invaliden- und Ber- fönnnen, er wünsche vielmehr Begründung eines speziell fäd lichen Verhältnisse und die an vielen Orten bereits bestehenden Wochenblatt", zu welchem man ein monatliches Beiblatt geben Anstalten, vorläufig abgesehen, dagegen eine allgemeine Wander Unterstügung- angenommen. 1 Die Einschreibegebühr trag incl. Verwaltungsfoften auf monatlich 2 Ngr. Jm Uebrigen wurde an der Berlage nicht Vieles geändert. " 1 fönne, verzichtet übrigens auf einen besonderen Vorschlag. Herr Lausche( Bischofswerda) schließt sich den Ausführun ( nach der Vorlage 5 Ngr.) wurde auf 2 Ngr. festgesetzt, der Bei- gen des Referenten an, wünscht daß das Organ auch Beleh chen, da es nur wenigen Mitgliedern vergönnt sei, Fachschriften rung bieten möge über Produktion, Waarenfunde und dergle Bei§ 24 wurden wegen der vorgerückten Zeit die Ver- fich anzuschaffen, verwendet sich für ein inländisches Blatt und handlungen vertagt und der Abend vereinigte die Delegirten speziell für das vom Vorredner empfohlene. Ebenfo Bempel und die Leipziger Freunde in dem prachtvollen, von Licht und Waffer strahlenden Garten des Schützenhauses. Am Montag ( Werdau). Reichert Leipzig warnt vor der Wahl eines politischen gemüthlichen Dampfschifffahrt nach Plagwitz, wurde der Con- zur Zeit noch die Rundschreiben des Direktoriums als Organ Vormittag, nach einer vom Arbeiterbildungsverein veranstalteten Blattes, ebenso Sauer( Leipzig); ersterer stellt den Antrag greß um 10 Uhr fortgesetzt. Besonderen Anlaß zu eingehen den Debatten bot§ 32( Raffenwejen),§ 36( Reisegeld),§ 37 gelten zu lassen. ( Begräbnißgeld) und§ 39( Unterstügung an Arbeitslose, im Berband zur Zeit noch nicht im Stande, ein politisches Blatt Germann( Leipzig), ein eigenes Blatt zu schaffen fei ber Strife Befindliche). Es wurde beschlossen, daß die Gelder und Abrechnungen jedes Monats in der ersten Hälfte des folgenden zu wählen halte er für äußerst bedenklich, weil es zu Spal tungen in den Bereinen führen werde, das Demotratife Wochenblatt" mögen die einzelnen Mitglieder immerhin halten und lesen, aber als Organ des Verbandes empfehle er den Confumverein" von Pfeiffer, den man mur mit Mittheilungen bedenken möge. Ziehl aus Chemnitz stellt den Antrag: den ,, Confumverein" zu wählen. 235 Motteler bezweifelt, daß das genannte Blatt den spezi= ellen Interessen der sächsischen Vereine zu dienen im Stande sei. Der Antrag Germanns: ein neues Organ zu gründen, wird abgelehnt, ebenso der, den„ Consumverein" zu wählen, der Reichert'sche Antrag fällt mit 20 gegen 19, ein weiterer Antrag, die Rundschreiben der Verbandsdirektion der sächsischen Vorschußvereine zu wählen, mit 30 gegen 15 Stimmen. Für die Blätter für Genossenschaftswesen" hatte sich feine Stimme erhoben und so ward der Antrag, das Demokratische Wochenblatt" zu wählen, falls es zu demselben Preise geliefert werde, wie das Pfeiffersche Blatt, mit 36 gegen 9 Stimmen angenommen. Vorfällen gegeben habe. Die irischen Landherren sind im höchsten Grade beunruhigt. höchsten Grade beunruhigt. Gladstone hat bei verschiedenen Gelegenheiten erklärt, daß die Kirchenbill nur die erste Maßregel zur Zufriedenstellung der irischen Bevölkerung sei, und daß die nächste Maßregel dahin zielen müsse, den Bauern die Früchte ihrer Arbeit, z. B. in Bodenverbesserung, zu sichern. Wodurch aber dieses Ziel erreicht werden soll, darüber läßt er fein Wort verlauten. Sein College John Bright dagegen nimmt kein Blatt vor den Mund, er sagt, was er für nothwendig hält, und was Bright für nothwendig hält und Gladstone beabsichtigen mag, erfüllt die Landherren mit Entsezen. Bright sagte noch vor einigen Tagen im Unterhause:„ Ich habe es schon früher gesagt und wiederhole es jetzt, daß in Irland kein Friede sein wird, bis durch irgend welche Mittel die Bevölkerung einen größern Antheil am Grundeigenthum erhält, als sie gegen= wärtig hat. Die Zeit ist gekommen, wo Unterdrückungsgesetze ungerecht und schädlich sind und kein einziges sollte erlassen werden, ohne von einer heilsamen Versöhnungsmaßregel be= gleitet zu werden. Ich habe hier und anderwärts gesagt und bin noch heute der Meinung, daß es besser gewesen wäre, wenn vor fünfzig Jahren die irischen Landherren die Hälfte ihrer Güter verloren hätten, um Irland zufrieden zu machen; sie würden sich selbst viel sicherer gestellt haben." Die Herren im Oberhause wollten wissen, ob Bright die Meinung des Ministeriums ausgesprochen und ob es wirklich so weit geDer letzte Gegenstand der Tagesordnung: Bestimmung kommen, daß die Regierung Englanos bereit ist, die heiligen von Zeit und Ort des nächsten Verbandstages findet nach fur- Rechte des Grundeigenthums anzutaften. Nach Bright's durchzer Debatte, in welcher Lausche( Bischofswerda) im Interesse aus richtigen Ansichten besteht die Heiligkeit des irischen Grundder Oberlausit Dresden, Sauer dagegen im Interesse des eigenthums in Jahrhundertelanger Konfistation, Metzelei und Boigtlandes eine Stadt im Voigtlande vorgeschlagen, seine Unterdrückung; und die Aristokratie befürchtet, daß diese Ansicht Erledigung durch die Wahl einer Stadt im Voigtlande, die bei Regelung der irischen Landfrage maßgebend werden könnte. Aufsuchung einer solchen dem Direktorium anheimgebend; als Zeit des Verbandstags wird Ostern nächsten Jahres gewählt. Ein weiterer Gegenstand der Tagesordnung, Besprechung über Bier und Branntweinschant in den Consumvereinen, be leuchtet vom materiellen, fittlichen und gefeglichen Standpunft aus, mußte wegen nothwendiger Räumung des Saales leider Das Resultat der Wahl der Verbandsdirektion wird hierauf proklamirt. Die meisten Stimmen haben erhalten: Germann( 48), Jubisch( 47), Berghammer( 31). Die übrigen waren vertheilt auf Ruck und Sauer, sämmtlich von Leipzig. Die 3 erstgenannten nehmen die Wahl an und bilden bis zum nächsten Verbandstag das Direktorium der sächsischen Consumvereine. zurückſtehen. Die Bersammlung ward vom Vorsitzenden Germann nach 4 Uhr mit einem Hoch auf die Stadt Chemnitz geSchloffen. Am Dienstag fand noch eine Besichtigung der Vereinsbäckereien, deren Erzeugnisse viel Anerkennung fanden und der Aftienspinnerei statt. Sämmtliche Anwesende, Fremde und EinAber die betreffenden Anfragen im Oberhause waren umsonst. Graf Granville, der Wortführer des Ministeriums, konnte feine Auskunft geben. Einmal war es gegen die parlamentarische Ordnung, daß das Oberhaus, ohne offiziell eingeladen worden zu sein, über Sachen sprechen sollte, die im Unterhause vorgefallen und dann war es unmöglich, noch dieses Jahr die bezüglichen Gesetzentwürfe vorzulegen, und was nächstes Jahr in Aussicht steht, davon hat er nicht die entfernteste Ahnung. Einige der Herren wurden über diese Antwort so empört, daß sie drohten, die Kirchenbill bei Seite zu legen, bis das Ministerium seine Landbill bekannt gemacht habe. Der Kooperativkongreß**) den ich neulich erwähnte, wird sich am 31. ds. Mts. in London versammeln. Die heimische, haben mit Befriedigung die Stätte gemeinsamer Ar- Fragen, welche erörtert werden sollen, find: 1) durch welche beit verlassen und mit dem Wunsche, daß das gelegte Saat- Maßregeln kann die Organisation der Gewerks- Genossenschaften forn reiche Frucht tragen möge. 031 1173 Aus England. 2-1919dondon 14. Mai. zu fooperativen Zweden benugt werden? 2) Wie können sich die Kooperativ- Gesellschaften gegenseitig Hülfe leisten? 3) Welches sind die Hauptursachen, die in manchen Fällen zum Mißlingen von kooperativen Unternehmungen geführt haben, und welches sind die Grundbedingungen des Erfolgs? 4) Welches ist die billigste Vertheilung des Profits zwischen Kapitalist und Arbeiter, wo sich die Arbeitgeber mit den Arbeitern affociiren? 5) Welches sind die besten Mittel, Kenntnisse über die Koopehaus, oder vielmehr die liberale Majorität des Unterhauses, ration unter dem Volke zu verbreiten? Die irische Kirchenbill ist fertig. Das UnterWährend des Kongreffes sollen Proben kooperativer Jnes sich ,, amerikanisirt" habe, ist ausgestoßen worden, weil die dustrie ausgestellt werden. Majorität so vernünftig war, der Minorität nicht auf ihre fie überſtimmen. Auf diese Weise ward die Komitéarbeit, Der von dem Eisen- Gewerbe im Norden von England ernannte Schiedsrichter hat sein Erkenntniß abgegeben. Die Arbeiter verlangten eine Lohnerhöhung von 10 Prozent, auf welche in der Bestimmung der Details besteht, fehr vereinfacht Anrathen des Schiedsrichters, der die Geschäftsbücher der Brinund abgekürzt. zipale für die letzten fünf Jahre untersucht hat, ist es zu einem zu vertreiben, hat das Minifterium eine Bill*) vorgeschlagen, von 6 Bence 5 Gr. per Tonne, alle übrigen Arbeiter, die Um den Bürgermeister von Cort aus seinem Amte Vergleich dahin gekommen, daß die Schlämmer eine Lohnzulage durch welche er unfähig gemacht werden soll, fortan irgend ein sich den Lohnabzügen von 1867 unterworfen, eine Zulage von öffentliches Amt zu befleiden. Die Oppofition flagt das Minifterium an, daß es zu nachsichtig mit den Feniern verfahren und durch sein Betragen direkten Anlaß zu dergleichen Gefets *) Das waren sie zu allen Zeiten und werden es ewig jeiu. **) Congreß der Produktiv- Genossenschaften; Kooperation, Genossenfchaft; tooperativ, genoffenschaftlich; tooperiren, genossenschaftlich zujammenarbeiten. 5 Prozent erhalten. Diese Preise dürfen vor Ablauf des Jahres nicht geändert werden. Gleichzeitig wurde der Beschluß gefaßt, es sei wünschenswerth, Maßregeln zu treffen, daß fünftig der Arbeitslohn mit dem Verkaufspreis des Eisens steige oder falle. Derselbe Schiedsrichter hat entschieden, daß die Zimmerleute und Schreiner von Manchester nach Stunden bezahlt werden sollen und daß vorläufig die gebräuchliche Arbeitszeit von 54% Stunde per Woche in Kraft bleiben soll. Die Steinhauer wollen sich unter keiner Bedingung auf die Stunden- Bezahlung einlassen. Die„ Notiz" der sechsstündigen Verminderung der Arbeitszeit ist von den Arbeitern zurückgenommen worden; auch verstehen sie sich in einigen Städten dazu, die Maschinen in Anwendung bringen zu lassen, aber sie bestehen auf Tagarbeit, die Kapitalisten ebenso hartnäckig auf Stundenarbeit. Die Arbeiterinnen von Boston in den Vereinigten Staaten sehnen sich aufs Land. Vor Kurzem wurde eine Konferenz abgehalten, worin eine Petition an die Gesetzgebung berathen wurde, in der verlangt wird, daß der Staat eine Fläche urbaren Landes ankaufen und Häuser darauf bauen soll, um den Arbeiterinnen ein Unterkommen zu verschaffen. Der Staat soll sie mit Nahrung, Werkzeugen und Saat versehen und so in den Stand setzen, ihre eigenen Lebensmittel zu er zeugen; ferner soll der Staat während der ersten drei Jahre feinen Pacht verlangen, und die Arbeiterinnen auf immer steuerfrei halten und gegen Schuldpfändungen sicher stellen. Die jährlichen Pachtgelder, welche nach Verlauf der ersten drei Jahre erhoben werden, sollen vom Auslagefapital abgezogen werden, bis das Ganze getilgt ist. Im Ganzen sollen sich in Boston 20,000 Weiber befinden, die gezwungen sind ihr jämmerliches Dasein mit Näherei für Hungerpreise zu fristen; viele derselben sind die Wittwen und Töchter der im Krieg gefallenen Helden. Bücherschau. Chemie für Schule und Haus. Populäre Darstellung der Lehren der Chemie, erläutert an einfachen Experimenten, die von Jedermann leicht angestellt werden können. Von W. Baer. Mit 342 in den Text eingedruckten Holzschnitten. Leipzig. Verlag von Gebhardt und ReisLand. 1869. 236 Erkenntniß aufkommen, daß nicht die Fleischtöpfe Aegyptens, die ihnen auf jener Seite winken, sondern die Einführung der Errungenschaften der Wissenschaft in das alltägliche Leben, um sie nicht bloß dem materiellen, sondern auch dem sittlichen Fortschritt der Menschheit dienstbar zu machen, den größten Lohn und die höchste Befriedigung für die Mühe des Forschens gewähre. Daher der Angstruf: Die Wissenschaft muß um kehren!" denn durch die freigebige Austheilung der Schätze des Wissens an alle Arme und Elende, die mühselig und beladen sind, ist schon manche Bresche in den Aberglauben gelegt, der vordem die privilegirten Klassen der Gesellschaft mit einem Heiligenschein umgab. " Nicht wenig hat die Chemie dazu beigetragen, so manchen schädlichen Unverstand in den Köpfen zu beseitigen. Und wahr lich, faum verdient es eine Wissenschaft mehr, daß ihre Lehren Jedermann bekannt seien, denn sie ist recht eigentlich die Wissenschaft für Jedermann. Ihre Lehren sind nicht allein für die Beschäftigung und Thätigkeit eines jeden Einzelnen, sondern auch für das gesammte alltägliche Leben überhaupt on der größten Wichtigkeit, so daß wir mit Zuversicht davon eine heilsame Rückwirkung auf das Staats- und Völkerleben er warten fönnen. Nicht allein, daß wir selbst unbewußt zu jeder Stunde chemische Operationen ausführen, sondern solche ziehen sich auch, ohne daß wir eine Kenntniß oder Ejicht davon haben, unausgesetzt an uns selbst, denn unser Leben be ruht ja wesentlich auf einer chemischen Thätigkeit. Trotz alle dem ist eine Kenntniß der chemischen Lehren im Allgemeinen nur wenig verbreitet und vorzugsweise gilt das von den Kreiſen, in denen unser Blatt heimisch ist. Wir empfehlen daher unsren Lesern angelegentlich das vorstehende Wert, das mit Recht den Namen eines Haus buches" verdient. Es ist in einer allgemein verständlichen Sprache geschrieben, ja es weiß sogar den Leser zu fesseln. Ein weiterer Vorzug ist sein billiger Preis 1 Thl. für 25 Bändchen, jedoch will der Verleger die Buchhandlungen, bei denen Seitens der Arbeiter- Vereine zehn Exemplare auf einmal bestellt werden, in den Stand setzen, das Exemplar für 20 Ngr. oder 1 fl. öfter. W. liefern zu können. Wo fich nicht so viele Abnehmer zusammenfinden, wird der Vorort oder die Red. d. Bl., falls man sich an sie wendet, gern den Bermittler machen. ( Wir empfehlen nachstehende Annonce dringend zur Beherzigung D. R. d.„ Dem. W.") An die Süddeutschen ArbeiterVereine. Von der ersten deutschen Spinn- und Web- Genossenschaft Ernst Stehfest& Co. Statt die große Menge, wie es eigentlich ihre Pflicht gewesen wäre, über die Vorgänge in der Natur zu unterrichten und aufzuklären, haben die privilegirten Kasten und Klassen, die bis in die neueste Zeit hinein fast allein im Besitz des Wissens waren, diesen Schatz eifersüchtig gehütet und vorzugsweise zur Unterjochung und Ausbeutung ihrer Nebenmenschen benußt, indem sie mit den Gewaltigen im innigsten Einverständniß- in der unwissenden Menge den Glauben an einen übernatürlichen Einfluß wachriefen und dadurch dieselbe zu einem gefügigen Werkzeug in ihren Händen machten. Hätten sich die Wissenden dieser Sünde gegen die Würde und Freiheit mit dem Verkauf ihrer Fabrikate der Menschheit nicht theilhaft gemacht, so würde die Geschichte, über die wir Geficht zeigen; denn nie und nimmer würde sich der Mensch einem Wesen seiner eigenen Art, zumal die Gewalthaber keinesmur zu oft erröthen müſſen, ein ganz anderes Se wegs die Besten und Begabteſten ſind, ſondern gewöhnlich tief unter dem Durchschnitt der Mittelmäßigkeit ſtehen, ja nicht selten zu den verworfensten Charaktern gehören, als willenLofer Sklave unterworfen haben, wenn er dasselbe nicht im Bunde mit überirdischen Mächten geglaubt hätte. Selbst heute ist das innige Bündniß, das von je die Fürsten, Priester und Gelehrten vereinte, um die geistige Finsterniß zu erhalten, noch lange nicht gesprengt, wohl aber etwas gelockert, denn die riesigen Fortschritte der Naturwissenschaften in den letzten hundert Jahren ließen auch in einigen Männern der Wissenschaft die in Crimmitschau in Sachsen ( Arbeiter- Association) Sommer-, Winter-, RockHosenstoffe sid und ( Buckskins, Velours, Ratinés etc. rein Wolle garantirt) Be für Süd- Deutschland betraut, bringen wir dies mit dem merken zur Kenntniß, daß Coupons in jeder beliebigen Größe zu Fabrikpreisen abgegeben werden. Die verehrt. Bereine, welche Musterkarten wünschen, e halten solche franco und gratis zugesandt von Motteler& Mendel in Nürnberg, Carls- Straße S. Nr. 104. Berantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht. Leipzig. JDruck und Verlag: F. Thiele. ( Redaktion: Brauftr. 11). Expedition: Betersitraße 18.