Demokratisches Wochenblatt. Organ der deutschen Volkspartei und des Verbands deutscher Arbeitervereine. No. 26. Leipzig, den 26. Juni. 1869. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie hier am Platze eintschliezlich Bringerlohn 12 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nimmt entgegen Herr G. Richter, Peterssteinweg 7, Leipziger Confumverein, Üniversitätsstraße, und die Erpedition d. Blattes in der Wohnung des Herrn A. Bebel, Petersstraße 18. Für Dresden Filialexpedition( interimistisch) M. Hendel, Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika 2c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Agent für London: A. Duenfing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. An unsere Leser! Mit Ende dieses Monats beginnt ein neues Abonnement auf das ,, Demokratische Wochenblatt". Wir ersuchen unsere geneigten Leser ergebenst, ihre Bestellungen auf das neue Quartal recht bald aufgeben zu wollen, damit feine Unterbrechung in der Zusendung eintritt. Diejenigen unserer geehrten Abonnenten, welche das Blatt unter Kreuzband zu empfangen wünschen, ersuchen wir höflichst, den Betrag von 15 Ngr. per Quartal prænumerando einsenden zu wollen. An unsere Parteigenossen richten wir die Aufforderung, auch zum neuen Quartal mit ganzer Kraft für die Weiterverbreitung unseres Organs zu wirken. Wir können zwar mit Genugthuung erklären, daß von Quartal zu Quartal, und namentlich im letzten, der Abonnentenstand unseres Blattes sich bedeutend gehoben hat; noch aber sind wir nicht geringe Opfer zu bringen gezwungen. Wir hoffen deshalb zuversichtlich, daß Jeder in unseren Reihen es als eine Ehrensache betrachtet, uns diese Opfer abnehmen und dadurch zugleich den Wirkungskreis der Partei immer mehr erweitern zu helfen. Die Redaktion und Expedition des Demokratischen Wochenblattes. Inhalt: Politische Uebersicht. Aus England. Thü ringen und die demokratisch- sozialistische Bewegung. Fortsetzung und Vororts- und Arbeiter- Angelegenheiten. Schluß.) Barteigenoffen. tervereins. An die An die Mitglieder des Algemeinen Deutschen Arbeinig, Hainichen, Werdau, Lunzenau, Stöcken, Leipzig. Aufruf an die Holzarbeiter aller Länder. Fürth, ChemBeilage: Die sächsischen Landtagswahlen. Der Normalarbeitstag. Die Schneiderei in London. Anzeigen. Politische Uebersicht. Endlich sind die beiden Windmühlen: Reichstag und Bollparlament glücklich zur Ruhe gestellt worden. Dazu kommt, daß in Preußen, besonders in den östlichen Provinzen die Erwerbslosigkeit und die Verarmung immer mehr um sich greifen, wie dies die Aeltesten der Kaufmannschaft von Tilsit in ihrem Jahresberichte für 1868 aussprachen. Dieser traurige Zustand gibt ihnen zu folgenden Klagen Anlaß: ,, Es ist ein eigenthümlicher Widerspruch, daß in dem Zeitalter der Eisenbahnen, der Erfindungen, des überall angestrebten friedlichen Verkehrs der Völker untereinander von gewissen Seiten jene Richtung, die diesen Prinzipien gerade entgegengesetzt ist, der Militarismus zur Geltung zu bringen und hoch zu Der wird! Für dieſe letztere Richtung scheint das Windmüller hat den Spaß dran verloren, Luft mahlen zu Fabrikwesen nur insofern Werth zu haben, als es zur Erzeuglaffen. charakteristisch. Die Schlußszenen( denn es gab ihrer mehrere) waren Zu der letzten Sigung des Zollparlaments ung neuer Waffen angewendet wird; die Eisenbahnen sind nur darum zu fördern, weil sie den Transport großer Armeen erleichtern, und Ackerbau, Gewerbe, Handel genießen nur darum Unnatürlich und unhaltbar gewiß; aber die unnatürhatten sich bloß 22, schreibe zweiundzwanzig Mitglieder einge- nothwendiger Pflege, weil ohne sie die Erhaltung und Ernähfunden, und der arme Simson, der seine feierliche Abschieds- rung der übermäßig zahlreichen Heere nicht einen Augenblick rede bei sich behalten mußte, erklärte ganz beſtürzt, es walte möglich wäre. Daß ein solcher Zustand unnatürlich und darum ein Mißverständniß ob. Als ob das ganze Zollparlament nicht ein für die Dauer unhaltbar ist, leuchtet ein." Mißverständniß wäre! Was endlich die Heimschickung anbetrifft, so wurden Zeitersparniß halber die beiden hohen Körperschaften lichsten, die unhaltbarsten Zustände verschwinden nicht von selbst, gleichzeitig in's Berliner Schloß bestellt, und ihnen die ,, Thronreden" sondern können nur durch irgend eine Krafftäußerung beunmittelbar hinter einander verlesen. Das Wetter war eisig seitigt werden. Wenn das Bolt in Preußen nicht die Hände falt, und der Frühlingsredner Bölt soll einen entsetzlichen regt, wird der Militarismus ruhig fortbestehen und den allSchnupfen mit nach Haus genommen haben. Nun zu Ernstem. gemeinen Ruin vollenden. Anfangs der nächsten Woche tritt die neugewählte frandes Nordbundes, hauptsächlich in Preußen und Mecklenburg, dann zu frischen Tumulten kommen werde. Wie schon wiederholt erwähnt, grassirt im ganzen Gebiete zösische Kammer zusammen, die Regierung fürchtet, daß es ein förmliches Auswanderungsfieber, indem die Leute sich zum Theil der Militärpflicht, zum Theil dem Steuerdrude entBis auf einige Hundert sind die bei den letzten Aufläufen in Paris Verhafteten wieder in Freiheit gesetzt worden. Die ziehen wollen. In Berlin haben sich im vorigen Jahre 150 Absicht, einen Prozeß auf Verschwörung" zu machen, scheint junge Leute der Militärpflicht entzogen und in einem der östman aufgegeben zu haben. gestiegen. Aus dem Bezirke Stettin sind 1868 nicht weniger tete irgend einen großen Entschluß, ein Manifest, eine ent= als 978 Bersonen ausgewandert. scheidende That. Nichts. Statt dessen ein kleines, mattes " 1 Privatbriefchen, an irgend einen Lakai des zweiten Dezembers gerichtet, und durch irgend eine studirte Indiskretion veröffentlicht, in welchem der Kaiser erklärt, daß er im alten Geleis fortfahren werde, also, mit anderen Worten, der Welt verkündet, daß er sich noch nicht zu einem Entschluß aufzuraffen vermocht habe. Ter Brief hat denn auch den Feinden des Kaisers sehr viel Freude, seinen Freunden sehr viel Herzeleid verursacht. Der offiziöse Constitutionel" sucht die üble Wirkung abzuschwächen, indem er zum so und so viel dutendsten Male ,, Reformen" in Aussicht stellt. Er schreibt: ,, Wie der Kaiser eben so stolz(!) als wahr(!!) sagt, darf eine Regierung, welche sich respektirt, weder der Uebereilung, noch dem von der Emente ausgeübten Drucke nachgeben. Der Insurrektion weichen, heißt dieselbe als ein Regierungsmittel anerkennen und sie ermuthigen, bei erster Gelegenheit wieder hervorzutreten. In Gegenwart also einer drohenden Menge hat die Regierung nur eine Pflicht: die aufständische Bewegung nieder zu schlagen. Wenn jedoch die Ordnung wieder hergestellt ist und die Insurrektion sich besiegt erklärt, so kann die Regierung ihre Stärke nicht beffer zeigen, als wenn sie freiwillig der öffentlichen Meinung die Zugeständnisse macht, welche sie der Volksleidenschaft verweigert hatte. Nicht in den Pariser Unruhen muß die Regierung den Ausdruck der äffentlichen Meinung suchen, sondern in den allgemeinen Wahlen. 3,500,000 Wähler haben gegen die Candidaten gestimmt, welche die Administration ganz besonders und ganz direkt repräsentiren. Eine noch größere Anzahl von Wählern hat sich zu liberalen politischen Programmen bekannt. Dies bildet ohne Zweifel eine Pression*), aber eine gesetzliche, constitutionelle, ehrerbietige Pression, vor der ein Souverän sich beugen kann, ohne die Würde der Krone zu beeinträchtigen. Robert Peel sagte:„ Eine Regierung ehrt sich, wenn sie dem von außen kommenden Drucke nachgiebt." Wahr ist, daß die Englischen Institutionen mit den unsrigen nichts gemein haben." d. Allerdings ist das wahr; und wahr ist weiter, daß wenn der Kaiser dem von außen, b. h. von dem französischen Volk kommenden ,, Druck" nachgibt, er einfach die Regierung niederzu legen und sich vor einem nationalen Gerichtshof für seinen Hochverrath an der Republik, für das Unheil und die Schmach, die er seit 20 Jahren über Frankreich gebracht, zu verantworten hat. Und wer ist naiv genug, ihm zuzutrauen, daß er dies freiwillig thun werde? Nein der Despotismus ist der Reform unfähig. Er beruht auf Gewalt, muß Gewalt üben, und ist nur durch Gewalt zu stürzen. In Frankreich, wie überall muß er den Weg gehn, welchen er gekommen ist. täglichen Arbeitslohnes auf 3 Fres.*) bis 5 Frcs. 50 Cent. je nach der Art der Leistungen und einige Veränderungen im Kaffenwesen. Wahrlich sehr mäßige Forderungen, namentlich wenn man erwägt, wie mühe- und gefahrvoll der Bergbau ist und daß die meisten Grubenarbeiter Familienväter sind! Die Arbeitgeber weigerten sich, über diese Forderungen auch nur zu unterhandeln. Die Arbeiter stellten nun am 11. d. Mts. die Arbeit ein; sie bewahrten die musterhafteste Ordnung. Hätte die Behörde sich nicht eingemischt, so wäre Alles in der friedlichsten Weise verlaufen. Allein der Präfekt, erbittert darüber, daß die Arbeiter bei der Wahl einem sozial- demokratischen Candidaten ihre Stimmen gegeben und ihm den Sieg über den Regierungskandidaten verfchafft hatten, ließ am 16. Jum sämmtliche Gruben militärisch besetzen und eine Anzahl fried lich dahin ziehender Arbeiter festnehmen und abführen. Die Leute, welche ihre Genossen, die nichts verschuldet hatten, als daß sie ihre Arbeitskraft nicht länger für einen Spottpreis verkaufen wollten, ins Gefängniß abführen sahen, mußten von diesem Augenblicke an überzeugt sei, daß die Regierung gegen sie Partei genommen habe und die Arbeitgeber unterstützen wolle. Sie machten einen ,, Befreiungsversuch". Worin der felbe eigentlich bestand, sagen die Regierungsblätter nicht, auf deren Berichte wir einstweilen noch angewiesen sind. Genug es kam zu einem Auflauf, es tam zu einem Auflauf, die Soldaten feuerten, und 30 Arbeiter wurden getödtet, oder schwer ver wundet. Die Zahl der leicht Verwundeten wird nicht an gegeben. Die Arbeiter stoben auseinander und wärtig herrscht Ruhe in St. Etienne", schreibt das Amts blatt des Kaiserreichs. Aber furchtbarer Ingrimm kocht in den Herzen der Arbeiter, und nicht gegen den Befehlshaber der Truppen, der die Metzelei kommandirte, nicht gegen den Präfekten, der die Truppen herbeirief, richtet sich die Wuth sondern gegen den Mann, der den Befehlshaber und den Präfekten ernannt hat, gegen den kaiserlichen Diktator, der die Herrschaft allein haben will und darum die Verantwortlichkeit für Alles, was im Staat geschieht, auch allein zu tragen hat.„ Ein schwererer Schlag, sagt die ,, Frank. Zeitung", konnte das Kaiserreich nicht treffen, als diese Mezelei. Bei vielen Arbeitern hatte sich Bonaparte bisher noch einen Rest von Popularität zu bewahren gewußt. Seine früheren socialistischen Schriften, die Wiederherstellung des in den letzten Tagen der zweiten Republik beschränkten allgemeinen Stimm rechts und einige aus seiner Initiative*) hervorgegangene sociale Maßregeln hatten um den Kaiser( bei den Gedankenlosen, deren Zahl aber überall groß) den Nimbus eines Arbeiterfreundes verbreitet, den er sich bis jetzt schlau zu bewahren gewußt hatte. Die Mezeleien von St. Etienne müssen auch diesen Nimbus vollends zerstören und das Kaiserreich als gleich unvereinbar mit der sozialen Emancipation des Arbeiterstandes wie mit der politischen Freiheit enthüllen." gegen Das Unglück ist eine Eigenschaft, pflegte der alte Napoleon zu sagen, der sich die Eigenschaft des Glücks beilegte, bis er durch den russischen Winter eines andren belehrt ward. Bei dem neuen Napoleon scheint das Unglück wirklich zur Eigen schaft geworden zu sein. Abgesehen von der in der„ Logik der Thatsachen" begründeten zunehmenden Verschlimmerung seiner Wie es scheint, sollen die Vorgänge in St. Etienne z Lage, abgesehen von Maßregeln und Handlungen, die ihm zum einem Feldzug gegen die internationale Arbeiter: Unheil ausschlagen müssen, aber durch die Natur des Kaiser Assoziation benutzt werden. Die kaiserliche Preffe fließt be reichs nothwendig bedingt sind, hat die jüngste Zeit in rascher reits über von den bekannten Denunziationen; die Internatio Aufeinanderfolge Ereignisse gebracht, für die der Kaiser nicht nale, die allerdings in St. Etienne eine bedeutende Verbreitung direkt verantwortlich ist, die nicht mit Nothwendigkeit aus sei- hat, soll den Strife und das Blutvergießen verursacht haben die nem Regierungssystem hervorgehen, und deren Wirkung dennoch ganz wie weiland die Serainger Metzeleien. Nun für ihn eine verderbliche sein muß. Das augenfälligste Beispiel Internationale Arbeiterassoziation ist zu stolz, sich vor den dieser Art ist die Arbeitermetelei, welche am 16. d. M. Machthabern zu beugen; das huldreiche Lächeln, den Händedrud der Schlächtereien von Seraing bildet, mit denen sie auch sonst sehr viel Aehnliches hat. Der Hergang ist in Kurzem Folsie mit republikanischem Unabhängigkeitssinn verachtungsvoll zu rück kein Wunder, daß sie den Haß der Machthaber erwedt gender: Die Bergleute des Kohlenbeckens von St. Etienne ver- hat; sie verdient ihn. Aber diesem Haß wird sie Trotz bieten. langten von den Grubenbesitzern Herabsetzung der Arbeitszeit Starf durch ihre Organisation, welche, ächt demokratisch, die auf acht Stunden für die schwere Arbeit in den Kohlengruben, Selbstständigkeit jedes Mitglieds wahrt und die Thatkraft auf zehn Stunden für die Arbeit im Freien; Festsetzung des *) Drud. 8 Sgr. Der Franc hat 100 Gentimes, *) Der Franc daß also 50 Cent. **) Antrieb, Veranlassung. 4 Sgr. find. Des Einzelnen hebt, unüberwindlich durch die Millionen der Arbei= ter, welche hinter ihr stehu, wird die Internationale Arbeiteraffoziation jedem Unterdrückungsversuch erfolgreich begegnen und fegesgewiß ihre Bahn fortwandeln in dem Bewußtsein, daß ihre Sache die Sache der geknechteten Menschheit ist. In einer der letzten Sizungen der spanischen National bersammlung ließ Castelar, der berühmte republikanische Redner, fich also vernehmen: Ju der neuen Verfassung gibt es zwei Quellen der Macht, das allgemeine Stimmrecht und den König. Die republikanische Partei wird von dem allgemeinem Stimmrecht alle Aemter in der Gemeinde, den Provinzialständen und den Kortes annehmen. Vom König wird sie nichts annehmen. Sie hat ein großes Interesse daran, diesen König hoch auf dem Gipfel der Gesellschaft stehen zu lassen: auf dem Throne wie auf allen Höhen ist die Luft sehr dünn und der Erstickungstod sehr leicht. Wir können vom Könige keine Befugnisse annehmen, ohne uns zu erniedrigen. Wenn wir eines Tages durch den Ausfall des allgemeinen Stimmrechts dazu gelangen, die Mehrheit in dieſen Kortes zu bilden, so werden wir, da wir keinen König wollen und die Regierung aus der Mehrheit des Kortes hervorgehen soll, unverzüglich eine konstituirende Versammlung beantragen, welche den Art. 23( welcher das Königthum einführt) umgestalte und den König und sein Haus dorthin schicke, von wo er gekommen ist; und nie wird die junge republikanische Partei, welche durch die Bewegung der Thatsachen und den Strom der Ideen getragen ist und hier allen Fortschritt und alles Große vertritt, es nöthig haben, ihr Blut zu vergießen, um die Verjüngung des Staates zu erreichen." Wir wollen hoffen, daß nicht alle spanischen Republikaner die Politik so ideal auffaffen. Wenn ein König in Spadurch Majoritätsbeschluß vom Thron entfernt werden kann. nien eingesetzt wird, dann wird er auch Sorge tragen, daß er nicht böse Bublikum den Mordversuch, gleich dem disziplinarischen Eifer des Kriegsministers mit den bereits gethänen und noch zu erwartenden Aussagen Lobbia's in dem Bestechungsspro zeß in Verbindung setzt. Ju verschiedenen Städten Italiens haben ernstliche UnIn ruhen stattgehabt. Aus England. London, 17. Juni. ( Schluß aus voriger Nummer.) Ein Kongreß von Delegirten von Kooperativ= Der Kooperation**) hat vier Tage darüber verhandelt, wie das gesellschaften*), Trades'- Unions und persönlichen Freunden Genossenschaftswesen und namentlich die genossenschaftliche ProHughes, sagte unter andern in seiner Eröffnungsrede:„ Die duktion befördert werden kann. Der Präsident, Thomas mit unserm erstaunlichen Reichthum und unsern jährlichen KapitalMisse des Elends und des Pauperismus, welche gleichzeitig Aufhäufung von 150 Millionen Pf. St. aufgewachsen ist, vor Riesen, den es bändigen soll aber anzurühren fürchtet, muß welcher das heutige Parlament bestürzt dasteht, wie vor einem überwältigt werden." Kooperativgesellschaften, Arbeits- Aff oziationen und Trades'- Unions sind nach seiner Ansicht im Stan de, das große soziale Problem zu lösen. Er verdammt eine in neuerer Zeit um sich greifende Richtung der Kooperation, die Gewinn des Genossenschaftswesens nur als Mittel, um in der nur Geldmacherei bezweckt. Ihm erscheint der materielle Kooperation Menschen zu erziehen und sie in den Stand zu sezzen, menschlich zu leben. der es heißt:„ Die Kooperation wird überlaufen von dem UnHolyoake, ein alter Sozialist, verlas eine Denkschrift, in geziefer der Konkurrenz. Plündernde Banden, Shwärme von Söldlingen fallen über sie her, um sich zu bereichern, unbefümmert um die soziale Bildung und Gleichheit, die sie befördern kann und befördern sollte. Es gibt nur eine Religion ihr Name ist Kommunismus ihr erster Glaubensartikel die Kooperation." Als ob Verdorbenheit und Vornehmheit Hand in Hand In Italien will der Parlamentarismus nicht gedeihen. Die heißblütigen Südländer sind zwar mitunter gute politische Komödianten, allein dann muß es einen Zweckt haben; Komödie zu spielen nur um Komödie zu spielen, widerstrebt ihrer feurigen Natur; das können blos nüchterne, pedantische Menschen, und daher kommt es denn, daß das nüchternste und pedantischste der Industrie Bolk der Welt, die Engländer, es im Parlamentarismus am weitesten gebracht hat. Die Italiener aber, wie gesagt, zeigen fich sehr ungeschickt und in ihrem Parlament geht es deshalb gingen, ist die Kooperation in demselben Maße vornehm gehäufig sehr lebhaft und munter, aber Alles nur nicht parla= worden, wie sie nach der Ueberzeugung ihrer eifrigsten Vert heimentarisch zu. Davon hatten wir dieser Tage wieder ein hüb- diger von der Verdorbenheit ergriffen worden ist. Wer hätte sches Erempel. Ein Deputirter der Rechten, eifriger Anhänger des Ministerinms, wird von einem Blatt der Bestechlichkeit angeklagt. Es kommt zum Prozeß, daß Blatt tritt den Beweis der Wahrheit an, und ein Deputirter der Linken erklärt als Zeuge die Anklage für begründet. Nun furchtbarer Stanfoll foll Beweise bringen; In dem Augenblick, wo die französischen Sozialisten, die seine unter der Bedingung, daß von der Kammer eine UntersuchungsFamilie vertrieben haben, bemüht sind, dem Napoleon ein gleiches tommission ernannt werde, der er seine Beweisstüde vorlegen auf einem Londoner Sozialisten Kongreß im Namen von Schicksal widerfahren zu lassen, der von Paris könne. Dies geschieht. Mittlerweile findet irgendwo eine Ersazwahl französischen, schweizer und deutschen Sozialisten! Der Kongreß statt, und der betreffende Deputirte, Lobbia, der zugleich Offizier passirte ein Dankvotum für die Verfasser verschiedener Berichte ist, geht an den Wahlort und bekämpft den ministeriellen Candidaten. Deshalb ertheilt ihm der Kriegsminister einen Rüffel, unter dem Vorwand, daß Lobbia sich ohne Erlaubniß seines Borgesetzten entfernt hätte. Der gerüffelte Deputirte beschwert Denkschrift, in welcher er sich über die Verdienste von Schulzeer erklärt sich auch bereit, jedoch nur sich in der Kammer; es gibt eine Szene mit abermaligem sich noch vor wenigen Jahren träumen lassen, daß eine so vornehme Gesellschaft, wie die Society of Arts***) zugeben würde, daß ein Kooperativ- Kongreß in ihrem Saal tagen, oder daß ein Graf von Parist), oder ein britischer Gesandter an einem solchen Kongres Theil nehmen würde? Dennoch hat es sich ereignet. = ereignet. aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich, und der Graf von Paris dankte dem Kongreß im Namen jener Verfasser. Der britische Gesandte am Darmstädter Hof verlas eine brauchen. In gewiſſen Stadttheilen von London gibt es ſeit undenklichen räth, nur aus Vorliebe für seinen der Bestechlichkeit angeklag: darauf verfallen, die soziale Frage in diesem Sinn zu studiren. Standal, und der Kriegsminister, welcher in den Verdacht ge- empfahl. Der gute Mann ist wahrscheinlich aus langer Weile ten Anhänger solche disziplinarische Strenge geübt zu haben, zieht die Fühlhörner ein. Alles ist gespannt auf das Resultat der Untersuchungskommissson, da kommt plöglich zu dem doppelten Standal noch ein neuer, größerer: Lobbia wird Abends auf dem Heimweg von Meuchelmördern überfallen, die ihm awei, indeß nicht lebensgefährliche Wunden beibringen und erst durch einen Revolver, den er zum Glück bei sich trägt, verfcheucht werden. Wir brauchen faum zu bemerken, daß das *) Produktivgenossenschaften. **) Assoziation, namentlich: Produktiv- Genossenschaftsw esen. ***) Gesellschaft der Künste. reich. +) Er ist ein Enkel Louis Philippe's, des letzten Königs von Frank Zeiten fast in jedem Bierhaus Leihvereine unter dem Titel Friends of Labour Loan Society*). Sie bestehen aus Handwerkern, die jede Woche einen gewissen Beitrag bezahlen und das Geld ausleihen. Die Einen sparen, die Andern erhalten auf leichte Weise Vorschüsse, um Leder u. s. w. zu kaufen. Es ist ihnen jedoch noch nie eingefallen, dieses für soziale Reform zu halten. Das Resultat des Kongresses ist ein Central- Ausschluß, der die hetero genen**) Elemente, die, unter dem Schleier von Kooperation, ihr egoistisches Wesen treiben, so viel wie möglich fern halten soll, und eine Reihe von Beschlüssen zur Errichtung einer Bant, in welcher nur wirkliche Kooperativ- Gesellschaften Theilhaber sein können. Thüringen und die demokratisch- sozialistische Bewegung. ( Fortsetzung und Schluß.) Apolda kam nunmehr an die Reihe, und zwar war hier die Versammlung im Saale der ,, Weintraube", der ebenfalls sich als zu klein für die Zuhörermenge erwies. Hr. Wiede= mann, der größte Fabrikant Apolda's, eröffnete die Verfammlung im Namen des Bildungsvereins( ein Verein, der, aus der verschiedensten Elementen bestehend, bisher Politik und soziale Frage grundsätzlich ausgeschlossen hatte!) und ver= wahrte sich im Voraus gegen die Deutung, als acceptive der Verein die Ideen des Vortragenden, weil er ihn eingeladen. Bebel sprach eingehend und gründlich, und wurde lebhaft beflatscht, am meisten von den Lassalleanern, Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, deren Bevollmächtigter, Hr. Reichelt, später auch auftrat und sein vollstes Einver ständniß mit Bebel's Vortrag erklärte, ihm auch warm die Hand dafür schüttelte. Hr. Wiedemann und Hr. Schütz, letz= terer Prediger der freireligiösen Gemeinde, machten vom Schulze schen Standpunkt Einwendungen gegen den Vortrag, Hr. Schütz glaubte namentlich das geringe Gewicht, das die Sozial- Demokratie auf die religiöse Bewegung lege, rügen zu müssen. Bebel und Reichelt widerlegten diese Einwendungen. Da Dr. Mar Hirsch, wie verlautete, auch Apolda im Juli heimsuchen will, so wiederholte Bebel hier öffentlich die Bitte, ihn dann ebenfalls einzuladen, was namentlich von den Arbeitern jubelnd aufgenommen wurde. Nächsten Tages kam die Residenz des Großherzogs von Weimar an die Reihe. Die Versammlung war zwar nicht so zahlreich wie in Apolda, wozu verschiedene Ursachen mitwirkten, aber der Geist war vortrefflich, von Hofluft merkte man feine Spur. Kraft, Vorstand des Arbeiter- Vereins eröffnete und leitete die Versammlung. Eine Debatte fnüpfte sich an Bebel's Vortrag nicht, aber der große Beifall den die scharfe Kritik Bebel's namentlich über die bestehenden staatlichen Zustände fand, bewies das volle Einverständniß der aus verschiedenen Elementen bestehenden Versammlung. Wir müssen hier constatiren, daß das große Maaß von Redefreiheit, das man in sämmtlichen Kleinſtaaten Thüringens genießt, start absticht gegen die sächsischen und namentlich preußischen Zustände. Eine polizeiliche Anmeldung ist in den meisten dieser Staaten nicht nothwendig, eine polizeiliche Ueberwachung der Versammlung existirt nicht. Weimar ist sogar, um mit Bismarck zu reden, noch so weit im„ Liberalismus" zurück, daß es nicht einmal ein Vereinsgesetz" hat.( Die preußische und sächsische Polizei würde unter folchen Umständen einen Staat für existenz unfähig halten. Anm. d. Red.) Ausführungen fanden den ungetheiltesten Beifall. Nippoldt sprach seine volle Uebereinstimmung aus und ging besonders auf die Stellung der Schule im heutigen und im demokratischen Staate ein. Jacobi wies auf die Gleichartigkeit der Bestre bungen der verschiedenenen sozial- demokratischen Arbeiterfraktionen hin, die sich vereinigen müßten. Bock sprach für Festhalten an den sozial- demokratischen Prinzipien. Dr. Sy aus Jena sprach ebenfalls für das Zusammengehen aller Demokraten. Nachts gegen 2 Uhr wurden Bebel und Sy von einer großen Zahl Arbeiter unter dem Gesang der Marsaillaise nach ihrer Wohnung geleitet, wo man sich aufs freundlichste verabschiedete. Nach länge rer Debatte wurde auf Antrag Nippoldt's folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heutige Volksversammlung er fennt an, daß nur die sozial- demokratischen Prinzipien es find, welche die Lage der arbeitenden Klassen verbessern können und daß eine Einigung der sozial- demokratischen Arbeiterfraktio nen herbeigeführt werden muß. Sonntag den 13. Juni hatte der ,, demokratische Wahlverein" Thüringens in Eisenach Versammlung, wozu außer Bebel auch Liebknecht erschienen war. Außerdem waren Arbeitervertreter aus Weimar, Erfurt, Gotha, Eisenach und Salzungen anwesend. Liebknecht und Bebel hielten Beide längere Reden über die soziale und politische Bewegung, über die Üntrennbarkeit beider und über festes, einiges Zu sammenhalten der gesammten Demokratie, damit der demokratische Staat bald errungen werde, der nothwendig sei zur Lösung der sozialen Frage für Alle. Es entstand eine lebhafte Debatte, an der sich die Hrn. D. Wild und D. Sy( Jena), Geometer Müller( Weimar), Kaiser und Salm( Erfurt), Nippoldt, Jacobi und Sauerteig( Gotha), Kreuznacher und Riemann( Eisenach), Schlehnbusch( Salzungen), betheilig ten, die sämmtlich von den verschiedensten Gesichtspunkten aus ein Zusammengehen der Demokratie befürworten. Die Versamm lung nahm hierauf folgende Resolution gegen eine Stimme ( Schlehnbusch, Salzungen) an:„ Die Versammlung erklärt: zur gemeinsamen Arbeit für die Lösung der sozialen Frage ist es nicht nur erforderlich, daß die Spaltungen unter den ver schiedenen Fraktionen der demokratischen Arbeiterpartei aufhören, sondern auch, daß die demokratischen Arbeitervereine mit der gesammten demokratischen Partei geeint seien, daß namentlich bei gemeinsamen politischen Angelegenheiten, insbesondere Wahlen, die demokratische Partei und die demokratischen beitervereine zusammen gehn." bei Ar Erfurt bildete den Schluß für die Agitation in Thürin gen. Der Saal des Rathstellers in Erfurt war am Montag den 14. d. M. gepfropft voll. Die Versammlung, von Hern Kaiser, dem Bevollmächtigten des Allgemeinen deutschen Arbeiters vereins, einberufen und eröffnet, wurde auch von ihm als Bor sitzenden geleitet, Herr Oestreich war zweiter Vorsitzender, Herr Salm Schriftführer. Bebel's Vortrag wurde au hier mit dem lebhaftesten Beifall aufgenommen. Nippoldt, der von Gotha extra herübergekommen war, erläuterte weiter die sozial- demokratischen Prinzipien und sprach für Vereinigung, Kaiser unterstützte ihn hierin und wies auf die Vortheile einer solchen Vereinigung hin, Kühn erklärte sich zwar mit einer Einigung einverstanden, rieth aber vorsichtig zu sein, man folle und wolle nicht für die Bourgeoisie arbeiten und sich von ihr mißbrauchen zu lassen. Bebel antwortete scharf und treffend, Kühn erkannte an, daß er berichtigt sei. Dr. Sy aus Jena, Nippoldt und Salm sprachen für eine Resolution Kaifer', dahingehend, daß die sozial- demokratischen Fraktionen sich vereinigen müßten. Diese Resolution mit einem Bu satz Nippoldts, der ein Zusammengehen der Demokratie über In Gotha fand die Versammlung Sonnabend den 12. haupt befürwortete, wurde bei der Abstimmung gegen ungefähr Juni im überfüllten Local des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins statt. Eisendrechsler Jacobi eröffnete diefelbe, Sauerteig wurde zum Vorsitzenden gewählt. Bebel's *) Vorschußvereine der Arbeiterfreunde. **) verschiedenartigen. 8 Stimmen angenommen. wie διαβ Mit der Versammlung in Erfurt endete die Agitation Bebel's in Thüringen für dieses Mal; der Erfolg hat, schon im Anfang bemerkt, alle Erwartungen übertroffen; dieser Erfolg ein dauernder sei, dafür sind die nöthigen Vorkehrungen bereits getroffen werden. Vororts- und Arbeiter- Angelegenheiten. Parteigenossen! Ihr wißt, wie wir nach der Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins in Barmen- Elberfeld in Nr. 14 des ,, Demokratischen Wochenblattes" erklärten, feine Angriffe weiter gegen Herrn von Schweitzer zu bringen. Wir haben unser Wort ehrlich gehalten, und die mit Herrn von Schweitzer einige Wochen später getroffene Uebereinkunft( siehe Nr. 17 d. Bl.) streng erfüllt. Nicht so der Gegner, wie u. A. die auf Herrn v. Schweißer direkt zurückzuführenden Vorgänge in mehreren Leipziger Versammlungen beweisen. Unser Auftreten in Thüringen und die Billigung, welche es Seitens der dortigen Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins fand, hat Herrn von Schweitzer nicht behagt, er beging die Lächerlichkeit uns verbieten zu wollen, ohne seine Einwilverbieten zu wollen, ohne seine Einwilligung und Genehmigung mit Mitgliedern seines Vereins zu verkehren. Wir haben eine solche Zumuthung einfach zu= rückgewiesen. Das giebt Hrn. v. Schweizer Veranlassung im Sozial- Demokrat" vom 23. Juni zu erklären, daß er unser Benehmen als„ Vertragsbruch" ansehe und sich an die stattgehabten Abmachungen nicht mehr gebunden halte. . An die Mitglieder des Allgemeinen Deutschen ArbeiterVereins. Parteigenossen! Unter einer Menge von heuchlerischen Redensarten hat der Präsident unseres Vereins eine Maßregel getroffen, welche jedes denkende Mitglied mit Entrüstung erfüllen muß. In derjeni= gen Eile, welche diese Vorgänge geboten weshalb denn auch Niemand sich über Zurücksetzung beklagen wolle -, sind die Unterzeichneten zusammengetreten und haben sich über einen Schritt geeinigt, der von den weittragendsten Folgen für die sam und vorurtheilsfrei unsere Meinung zu prüfen. Partei sein wird. Wir bitten Euch, Parteigenossen, aufmertWährend noch vor Kurzem die Herren Schweißer und Mende, die sich in der heftigsten Weise gegenseitig beschuldig= ten, Söldlinge der Reaction zu sein, von einer Verschmelzung der verschiedenen Fraktionen der Arbeiterpartei Nichts wissen wollten, treten sie plötzlich heute( im Einverständniß mit der Gräfin Hazfeldt) mit rührenden Worten vor die Mitglieder ihrer Vereine, um dieselben aufzufordern, eine Einheit lediglich die= ser beiden Fraktionen der Partei herbeizuführen wobei denn von der Vereinigung der gesammten sozialdemokratischen Bartei keine Rede ist und dies Alles unter Bedingungen, welche ein Hohn sind auf die Rechte des sogenannten„ souveränen Volkes." Nicht allein ist die Frist der Abstimmung so furz, daß es unmöglich erscheinen muß, daß die Mitglieder sich über die Frage wirklich ein Urtheil bilden können, so daß Alles wie die reinste Ueberrumpelung erscheint! nicht allein ist die Form der Abstimmung, bei der man den Mitgliedern einfach die Pistole auf die Brust setzt mit der Aufforderung, ja oder nein zu sagen, also entweder sich in die schmachvollsten Bedingungen zu fügen, oder auf die sehnlichst gewünschte, wenn auch nur stückweise, Einigung zu verzichten, nicht allein ist diese Form der Abstimmung eine demokratisch gesinnter Männer unwürdige, sondern es ist auch der Präsident so eigenmächtig bei dem Allen vorgegangen, wie es fast ohne Beispiel ist. Nie ist über amerikanische Sklaven in willkürlicherer Weise verfügt worden, als hier über die Mitglieder des Allg. D. Arbeitervereins. Wozu auch vorher, ehe man solche im höchsten Grade wichtige Schritte thut, die Mitglieder oder den VorWir nehmen den uns hingeworfenenen Fehdehandschuh frendig auf. Die Komödie, welche Herr v. Schweitzer und Herr Mende als Präsidenten der beiden Fraktionen des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins im vollen Einverständniß mit der Frau Gräfin Haßfeldt und ihren höheren Protektoren jetzt aufführen, hatte, wie uns vom ersten Augenblick flar war und uns von befreundeter und genau unterrichteter Seite bestätigend mitgetheilt wurde, keinen andern Zweck als die, beiden Herren über den Kopf zu wachsen drohende Opposition in den eigenen Vereinen gemeinsam niederzuhalten und zugleich den Kampf mit uns nachdrücklicher stand um ihre Meinung fragen?! Wenn die Thatsachen fertig führen zu können. Die ,, Lassalleaner", wie die zwei ,, Führer" gut orthodox und undemokratisch ihre vereinigten Fraktionen nennen, sollen gegen uns, die ehrliche Sozial- Demokratie, gehetzt werden. fident" Mende selbst das Wort führte, hat das bewiesen. Wohlan, wir treten mit aller Kraft und Zuversicht in sind, wird die ,, freie" Zustimmung der Mitglieder durch einige Redensarten expreßt. Wenn Herr v. Schweißer diftirt, haben die Mitglieder einfach zu gehorchen und dann nennt man dieselben noch das„ souveräne Volk." Ein größerer Hohn war nie einem Menschen geboten. Wenn Herr v. Schweizer es für gut hält, wird den Mitglieder zugemuthet, mit eigner Hand und mit einem Schlage das mühsam in einer Reihe von Jahren aufgebaute Reformwerk zu vernichten und ohne weiteres ein Statut anzunehmen, das früher zu dem erbittersten Zwieden Kampf ein und werden ihn führen Hand in Hand mit den spalt Veranlassung gegeben hat; ein Statut, nach welchem der prinzipientreuen und klarblickenden Elementen im früheren Allge- Präsident die unumschränkteste Gewalt in seinen Händen und meinen Deutschen Arbeiter- Verein. der Vorstand nicht den allergeringsten Einfluß hat, und das zu alledem dahin ausgelegt werden kann, daß auf 3 Jahre hinaus Es wird sich zeigen, ob die Corruption, die Gemeinheit, jede Aenderung an demselben unmöglich ist! Das Vorgehen die Bestechlichkeit auf jener Seite, oder die Ehrlichkeit und die Reinbeit der Absichten auf unserer Seite den Sieg davon trägt. Unsere Losung sei: Nieder mit der Sektirerei! Nieder des Präsidenten in diesem Falle ein Staatsstreich im Kleinen erhebt den schon seit langer Zeit von vielen Mitgliedern des Vereins gehegten Argwohu zur Gewißheit, daß Herr v. Schweißer den Berein lediglich zur Befriedigung seines Ehrgeizes benutzt nud ihn zum Werkzeug einer arbeiterfeindmit dem Personenfultus! Nieder mit den Jesuiten, die unser lichen reactionären Politik herabwürdigen will; sonst würde Brinzip in Worten anerkennen, in Handlungen es verrathen! Hoch derselbe jetzt die Einigung der gesammten sozialdemokratischen lebe die Sozial- Demokratie, hoch die Internationale ArbeiterAffoziation! Leipzig, den 23. Juni 1869. Liebknecht. Bebel und einflußreichsten Mitglieder des Allgemeinen Deutschen ArFolgender Aufruf, unterzeichnet von einigen der tüchtigsten beitervereins, ist uns zugegangen: Arbeiter Deutschlands suchen. Wer die Einigung eines Theils der sozialdemokratischen Arbeiter empfiehlt, ohne dabei mit aller Energie auf die Einigung der gesammten Partei zu wirken, welche ihr allein Macht und Einfluß verschaffen kann, wer durch Einigung eines Theiles in diesen Formen die Einigung aller Theile unmöglich macht, und wer dies thut mit rührenden, von Bruderliebe überfließenden Worten, der ist ein elender Heuchler; und wer dann Diejenigen, welche fich den gestellten schmachvollen Bedingungen nicht fügen, son dern etwas Größeres, etwas Erhabneres erstreben, als Gegner der Einigung überhaupt brandmarken will, ist ein Jesuit ohne Gleichen. Die Einigung der gesammten socialdemokratischen Arbeiter Deutschlands herbeizuführen, muß das Streben jedes ehrlichen Socialdemokraten sein. Angesichts der immer mäch tiger sich ausbreitenden Wogen der Bewegung, angesichts der Vorzeichen, welche in allen Culturstaaten der Welt auf eine baldige mächtige Umgestaltung der politischen und socialen Verhältnisse hindeuten, ist ein Verschleppen dieser Einigung Verrath. heiligem Kampfe für unsere große und erhabene Sache! Be geisterung und Ausdauer verbürgen den Sieg. Den 22. Juni 1869. J. Bremer in Magdeburg. Hoffmann in Neustadt- Magdeburg. W. Klees in Buckau bei Magdeburg. Th. Yord in Harburg. C. Müller, S. Spier und A. Viewieg in Wolfenbüttel. W. Bracke jun., 5. Ehlers, C. Lüdecke und A. Schrader in Braunschweig. Friedrich Ellner in Frankfurt a/ M. Diese Einigung fann aber nur das Werk sein des wirklich ſpaniſchen Cortes in 5000 Exemplaren nach dem Bericht der souveränen Volkes selbst, und Ihr, Mitglieder des Allg. Deutschen Arbeitervereins, werdet Euch nicht verschachern lassen nach der Laune einiger Führer, wie eine Herde Schafe, sondern Ihr werdet, wie Männer, Eures eigenen Geschickes Schmiede sein! Wir haben eingesehen, daß eine Organisation, in welcher der Wille eines Einzelnen sich hinwegjezen kann über alle Errungenschaften des Vereins, ja den Verein selber in jedem Augenblick in Frage stellen, denselben jeden Augenblick auflösen und in anderer ihm passenderer Form wieder ins Leben rufen kann, in welcher dieser Einzelue die Pfennige der Arbeiter gebraucht, um elende Lumpe zu bestechen, daß eine solche Orga= nisation keine Faser von demokratischem Geiste in sich hat. In einer solchen Organisation ferner zu wirken, wäre schmähliche Verschwendung unserer besten Kräfte; wir verzichten darauf! Geleitet von dem Gedanken, daß nur von der Partei selbst über ihre Organisation beschlossen werden kann, und ferner geleitet von dem Gedanken, die Einigung der social- demokratischen Arbeiter Deutschlands, auch was die Gewerkschaften betrifft, her beizuführen, haben wir den Entschluß gefaßt, in kürzester Zeit einen allgemeinen Congreß der gesammten social- demokratischen Arbeiter Deutschlands zu berufen, auf welchem der Grund einer wirklich demokratischen Organisation der Partei, im Anschluß an die internationale Bewegung, gelegt werden kann. Barteigenoffen, wir rechnen auf Eure Unterstützung! Die socialdemokratischen Arbeiter, welche nie von anderem als von einem künstlich erregten Haß gegeneinander erfüllt gewesen sind, werden sich zu einigen und sich eine Organisation zu geben wissen, welche den Geist ihrer Principien mit der Zusammenfaffung aller ihrer Kräfte vereint. Parteigenoffen, Ihr werdet Euch nicht verblenden lassen von den heuchlerischen Rebensarten von Leuten, denen die Einigung der Partei nie am Herzen gelegen hat; Ihr werdet Euch eine Behandlung nicht gefallen lassen, welche man nur ehrlosen oder gedankenlosen Menschen zu bieten wagen kann; Ihr werdet Euch als das zeigen, was Ihr seid- nicht als die willenlosen Sklaven eines launischen Herrschers- sondern als das wirklich und wahrhaft souveräne Volt, das allein über die Gestaltung seiner Geschicke zu entscheiden hat. Wagt einmal im Interesse unserer Prinzipien, im Interesse der Demokratie und des Sozialismus, eine kühne That! Laßt uns die Fahne, auf welcher die Einigung der gesammten Partei geschrieben steht, nicht vergebens erDer Vorort hat die Rede des Republikaners Castelar: Wider die Monarchie," gehalten in einer Sitzung der " Zukunft" abdrucken lassen, und können die Parteigenossen diese Rede in beliebigen Parthien, 100 Stück zu dem Preis von 3% Thlr., durch uns beziehen. Um jede Umständlichkeit bei der Abrechnung zu vermeiden, ersuchen wir, den Geldbetrag bei der Bestellung gleich mit aufzugeben, resp. die Nachnahme des Betrags anzuordnen. Dem Verband beigetreten sind Salfeld und Schwabach; den Beitrag für 1868 hat der A.-V. Gera bezahlt. Der Vorort. Anfruf an die Holzarbeiter aller Länder. Arbeitsgenossen! so Ueberall, wohin wir unsere Blicke wenden, bei allen Na tionen, unter denen es eine moderne Gesellschaft gibt, sehen wir die Anhäufung von Reichthümern bei Einzelnen, und das oft drückendste Elend bei der Masse des Volks. Wir Arbeiter, welchem Stamme, welcher Nation wir auch angehören mögen, seufzen unter dem Druck jener schonungslosen unerfättlichen Macht, die, im alleinigen Besitze der ganzen Induſtrie, den Arbeiter zu ihrem willenlosen Werkzeug gebraucht und dur ihren Grundsatz:„ Kaufe die Arbeitskraft se billig wie möglich, und verkaufe das Erzeugniß derselben so theuer als möglich, die Arbeitskraft zur Waare stempelt. Die stets zunehmende Concurrenz, die immer mehr und mehr hervortretende Groß produktion hat einerseits unsere soziale Stellung so herab gedrückt, der das Mark der Bölfer aussaugende Militarismus andererseits eine solche Unsicherheit der Zustände geschaffen, daß eine friedliche Entwicklung der Geschäfte, eine gesicherte dauernde Arbeit ganz unmöglich gemacht ist. Gleiche Ursachen erzeugen gleiche Wirkungen. So begeg nen wir denn auch überall jener großartigen, alle Länder umfassen den Bewegung unter dem arbeitenden Volke. Wir sehen die Berufsgenossen der verschiedensten Industriezweige sich zusammen schaaren, um durch die Vereinigung aller ihrer Kräfte die un veräußerlichen Menschenrechte zur Geltung zu bringen und den Kampf gegen das Vorrecht aufzunehmen. Bereinigung, Orga niſation ist die Losung der Arbeiter aller Länder. Unſere unser aller Ziel, die Mittel dazu in allen Ländern dieselben. Klassenlage ist überall die gleiche, die Emanzipation der Arbeiter Die Erfahrung der Vergangenheit hat gelehrt, daß Mißachtung der verschiedenen Länder bestehen sollte, eine allgemeine Ber des Bandes der Brüderlichkeit, welches zwischen den Arbeitern eitlung der unzuſammenhängenden, nationalen Anstrengungen hoben haben! Einig nur find die Arbeiter eine Macht! Zer particularistischen Sonderinteressen! Bereinigung der Arbeiter für die Emanzipation zur Folge hatte. Darum fort mit allen aller Nationen unter dem Banner der Sozialdemokratie fei unsere Losung. splittert sind wir ewig das Gespött unserer Gegner, aber einheitlich und wahrhaft demokratisch organisirt, sind wir unüber windlich. Wenn Ihr uns zustimmt, und wir hoffen zuversichtlich, daß Ihr dies thun werdet, so sendet Eure Zustimmung an einen der Unterzeichneten ein, damit wir gemeinsam die Einberufung des Congresses betreiben können. es Aus dem Allg. Deutsch. Arbeiter- Verein werden wir ist uns schwer geworden, den Entschluß zu faffen austreten. Der Allg. Deutsche Arbeiter- Verein war uns ans Herz gewachsen, aber im Interesse der Sache muß man das schwerste Opfer zu bringen verstehen; und anders ist keine Rettung! Genossen aller Länder! Deshalb wollen auch wir zufam mentreten, wollen auch wir durch die Gründung einer großen Internationalen Gewerksgenossenschenschaft der Solzarbeiter eine Organisation ins Leben rufen, welche sicherlich durch die das Interesse der Betheiligten zu wahren und zu fördern. Brüder! Wir sind alle Glieder der einen großen Arbeiter familie; für unsere Vereinigung gibt es also auch keine Scheide wand durch die Grenzpfähle der Staaten, uns tann selbst nicht der Unterschied der Sprache trennen. Das unterzeichnete Comité, gewählt aus der Genossenschaft der Holzarbeiter Nürnbergs, und betraut mit den Vorarbeiten Borwärts denn, Parteigenossen, auf der neuen Bahn in für Einberufung eines allgemeinen Congresses hat sich freudight dieser Aufgabe unterzogen. Wir haben einen Statutenentwurf ausgearbeitet, den wir unsern Gewerksgenossen von nah und fern in nächster Zeit zur Berathung und Beschlußfassung unterbreiten werden. Brüft den Entwurf, tretet zusammen zu Localbereinen und sendet Eure Vertreter zu einem internationalen Delegirten- Congreß der Holzarbeiter, welchen wir hiemit auf den 7., 8. und 9. August d. J. nach Nürnberg einberufen. Die Statuten bitten wir genau zu prüfen und etwaige Abänderungsanträge spätestens 8 Tage vor dem Congreß uns mitzutheilen, damit diese gedruckt den Delegirten eingehändigt werden können. Die Mandate der Abgeordneten müssen zur Legitimation mit mindestens 3 Unterschriften von Mitgliedern der Gewerfsgenossenschaft von dem Orte, wo sie gewählt sind, beglaubigt sein, und die Zahl der Gewerksgenossen, welche vertreten werden, enthalten. Anmeldungen zum Congreß, sowie alle Anfragen und Zu= schriften sind zu richten an F. Thurn, Drechsler Jacobstr. 5. Berufsgenossen! Unterstützt unser Streben durch zahlreiche Theilnahme. Vereinigt Euch, wo es nicht schon der Fall ist, schickt Leute Eures Vertrauens. Je größer und stärker unsere Bereinigung sein wird, desto rascher nähern wir uns dem großen Ziele: der vollständigen Befreiung der arbeitenden Claſſe vom ungerechten Druck des Kapitals. Nürnberg, den 16. Juni 1869. 601 sei, wenn er nicht anders manövrire er sah ein, daß es auf alle Fälle mit dem ,, Präsidentenspielen" fein Ende habe und daß der Reichstagsabgeordnete, der, beiläufig gesagt, mit 1800 Thlen. erkauft werden mußte, ebenfalls in die Brüche gehe darum sein Sprung in die Tiefe, darum seine Ver= einigung mit Schweizer. Wir haben nichts dagegen, wenn Mende sich mit Schweitzer vereinigt, denn ,, Back schlägt sich und Pack verträgt sich"; aber dagegen erheben wir unsere Stimme, daß die Arbeiter noch länger von solch erbärmlichen, charakterlosen Menschen an der Nase herumgeführt werden, und bringen daher diese oben angeführten Thatsachen hiermit zur Veröffentlichung." Hainichen, den 15. Juni. Am 6. d. M. hatten wir in Seifersbach eine Zusammenkunft mit dem Mittweidaer Verein, wo wir in parlamentarischer Weise uns über die verschiedenen Tagesfragen unterhielten. Namentlich sprach man sich für eine einheitliche Organisation der gesammten Arbeiterpartei und die Gründung von Gewerksgenossenschaften aus. In Bezug auf letztere wurde gewünscht, daß in Bälde ein tüchtiger Redner zu uns komme, der die Massen aufklären und für die Sache gewinnen solle. Werdan, 12. Juni. Die Gründung einer Metall- Arbeitergewerkschaft ist bei uns im Wert. Lunzenau, den 10. Juni. Am 5. Juni war in unserm Arbeiter- Bildungs- Verein große Bewegung. Ein Laffalleaner ( Hatzfeldter) aus Penig, Schumann, war herübergekommen um uns zu bekehren. Hupfer antwortete und setzte den Vorredner sehr bald auf den Sand. sehr bald auf den Sand. Ein Gast, Uhlmann, aus Zschopau, ergriff ebenfalls gegen Schumann das Wort und erzählte unter andern sehr interessante Geschichtchen aus Mende's Wahlaffairen. Stöken bei Werdau, 22. Juni. Hier hat sich auf AnMit brüderlichem Gruß und Handschlag 5. Thurn. K. Böhme. Falkner. Arzberger. Engelhard. Beiler. Kraus. Siebert. Manderer. Fürth, 14. Juni. Der Arbeiterverein Zukunft" feierte gestern unter zahlreicher Theilnahme von Nah und Fern sein erstes Stiftungsfest. Das Fest, in Concertstücken, Deklamatio= nen und Reden bestehend, wurde in gehobener, ja begeisterter Stimmung abgehalten, und legte Zeugniß dafür ab, daß die Grundsätze des erst jüngster Zeit gegründeten Vereins schon in einer 100 Mann starken Bersammlung in die Berathung regung Mehlhorns aus Crimmitschau ein Arbeiterverein gegründet, der bereits 40 Mitglieder zählt. Leipzig, den 17. Juni. Die Holzarbeiter traten gestern § 10 an die Berathung einem aus neun Personen bestehenden Ausschuß zu überweisen. Gewählt wurden: Bebel, Drechsler; Bellmann und Heinsch, Tischler; Seyferth und Heinze, Instrumentenmacher; Wuttke und Angermann, Stellmacher; Becher, vielfach Wurzel gefaßt haben. Das Fest wird den Theilnehmern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben und hoffentlich dazu beitragen, die Prinzipien der Socialdemokratie immer weiter zu verbreiten. Der an und für sich schon sehr geschmackbolle Saal zum grünen Baum war einfach aber passend deco= rirt. Die schwarz- roth- goldne deutsche Fahne und das Sternen- Böttcher. banner der nordamerikanischen Republik waren wir mit Guirlanden zusammengehalten und mit der Inschrift versehen: ,, Mag auch die Throne halten Zur Frist noch das Geschick; Jun Schooß der Zukunft lieget Die deutsche Republik!" Gegenüber war die Devise angebracht:„ Freiheit! Gleich angebracht: ,, Freiheit! Heute Abend haben die Metallarbeiter Versammlung, in der Bebel sprechen wird. Sonntag kommen die Spinner und Wachstucharbeiter, von denen sich bereits über 100 Mann für die Manufaktur- Gewerkschaft gezeichnet haben, zusammen. Leipzig, 21. Juni. Die hiesigen Laffalleaner beider Linien hatten für letzten Sonnabend eine Versammlung nach dem Pantheon einberufen, worin der Unwürdigkeitsbeschluß" betreffs Liebfnechts und Bebels, kraft dessen dieselben ,, nie wieder in einer Verhielt die Festrede, die in eingehender Weise die Ziele ter Sozial- herausgestellt hatte, daß die Leipziger Arbeiter das Verbrechen Der derzeitige Vorsitzende des Vereins, Hr. Löwenstein, sammlung sprechen dürfen", erneuert werden sollte, weil sich heit und Brüderlichkeit! demokratie behandelte. in nächster Nummer mit. Wir theilen die Grundzüge derselben begangen, sich nicht daran zu kehren. Da zugleich auch der Strike der Zimmerleute und Cigarrenarbeiter auf der Tagesordnung stand, so hatten diese sich sehr zahlreich eingefunden; sahen zugleich das Amt der Herausschmeißer" gegen alle dieChemnih, 22. Juni. Die sogenannte ,, Vereinigung" der Hatzfeldt'schen und Schweizer'schen Fraktion des Allgemeinen sie bildeten das Hauptkontingent der Versammlung und ver deutschen Arbeitervereins hat unter den hiesigen früheren Anhängern Mende's lebhaften Widerspruch hervorgerufen. Das jenigen, welche offen oder privatim für die beiden Geächteten" Chemnizer Tageblatt" gibt folgenden Auszug aus dem Pro Partei ergriffen. Man erzählt uns, daß die Gemeinheit der ,, Das diktatorische Treiben des Herrn Mende und insbe Ausdrücke und die Schimpfworte, die fielen, alles überboten, was bisher in diesem Fach von den Leipziger Lassalleanern getefte der dortigen Lassalleaner: fondere feine unterwürfige Stellung unter die Gräfin Hatzfeldt leistet worden ist, und das will viel sagen. Auch ,, Präsident" führte in der letzten Zeit dazu, daß ein Gericht über ihn und Mende, der seit vorigem Herbst, wo ihn Liebknecht und Bebel feine Handlungsweise gehalten werden sollte. Es waren hin- gründlich im Wiener Saal abführten, keine Courage hatte, in tommando der Gräfin vorhanden, und Herr Mende wurde vollzogenen ,, Vereinigung" beider Linien, eine ,, Rede" zu halten, reichend alle Beweise für die Willkürherrschaft sowie das Ober- Leipzig aufzutreten, wagt es unter dem Schutz der glücklich durch Beschluß vom 12 Juni d. J., gefaßt von den Chemnißer und zwar, wie sich dies für einen Arbeiterführer" ziemt, mit Mitgliedern des Lassalle'schen Vereins, verstärkt durch 50 Ver- dem Klemmer auf der Nase und javabraunen Glacés an den treter auswärtiger Mitgliedschaften, aufgefordert, über dieses Händen. Nachdem er gegen Liebknecht und Bebel ,, losgeTreiben sich in einer Versammlung in Chemnitz zu verant- donnert", bewies er, daß Leipzig nicht Deutschland sei( Herr worten. Herr Mende sah nun ein, daß er ein verlorner Mann Mende ist nämlich stets sehr geistreich) und daß es nothwendig 11 sei, den Beiden das Auftreten in ganz Deutschland zu ver= bieten. Wüthender Beifall folgte diesem weisen Vorschlag. Herr Röthing, der vor wenig Tagen vom Präsidenten“ Mende in einer Bekanntmachung im Bekanntmachung im„ Sozial- Demokrat", auf deutsch gesagt als Lump hingestellt worden war, heute aber nach dem bekannten Sprüchwort: P.. schlägt sich, P verträgt sich, von Mende als sein ,, lieber Freund Röthing" angeredet wurde, glaubte namentlich an der Internationalen Arbeiterassoziation" sein Müthchen fühlen zu müssen und bezeich= nete Searl Weave und Friedr. Engels als ,, geistige Krüppels". Das Schimpfwort lag für Herrn Röthing nahe, da er geistig ein ,, Cretin" und körperlich nicht minder stiefmütterlich von der Natur bedacht ist. Herr Pezold endlich machte sich das Vergnügen an Bebels Rede gegen die Portofreiheit der Fürsten nachzurechnen, daß der König von Preußen noch viel zu wenig Civillifte bekomme im Verhältniß zu dem Land, was er regiere".( sic) D, es ist eine wunderbare Sorte von ,, Sozial- Demokraten", die in Leipzig gezüchtet worden ist, Lassalle würde sich im Grabe umdrehen, wenn er seine Jünger heute reden hörte. Natürlich" ging der Beschluß, Liebknecht und Bebel in ,, Deutschland" in keiner Versammlung mehr sprechen zu lassen, bei dem bekannten Abstimmungsmodus nahezu einstimmig durch ,,, natürlich" war die Versammlung von mindestens 2 oder 3000 Personen" besucht, obgleich der Saal höchstens 1000 Personen faßt, natürlich wurden Bebel und Liebknecht herausgeschmissen", obgleich keiner von Beiden da war, und was des ,, natürlichen" mehr ist. Das einzige Unangenehme bei all diesem Comödienspiel und den Roheiten, die in jeder Versammlung, wo Leipziger Lassalleaner" zugegen sind, vorkommen, ist, daß die Besizer großer Lokalitäten troß aller Versprechungen sich nicht herbeilaffen, ihre Säle zu großen Versammlungen herzugeben, weil sie den Schaden an Möbels und sonstigen Utensilien fürchten. Gelänge es eins unserer größeren Lokale für eine VersammLung zu aquiriren, es würde ein anderes Liedchen gepfiffen werden, wie in den Winkelversammlungen im Pantheon. - Die Gewerkschaftsbewegung geht in Leipzig im besten Zuge vorwärts. Am Donnerstag hielt Bebel in einer start besuchten Versammlung der Internationalen Gewerksgenossenschaft der Metallarbeiter einen Vortrag über die Gewerkschaften. Am Schluß der Versammlung wurde ein Comité von 15 Ber= sonen gewählt, das die von Nürnberg vorgelegten Statuten prüfen und etwaige Abänderungsanträge in einer der nächsten Bersammlungen vorschlagen soll. Sonnabend, den 19. Juni sprach Bebel abermals in einer sehr gut besuchten Versammlung der Notenstecher und Notendrucker über die Arbeiterbewegung und den Zweck der Gewerkschaften. Die Versammlung sprach einmüthig dem Vortragenden ihren Dank aus und beschloß dann, ein Comité von 5 Personen zu ernennen, das zugleich Vertreter der Steindrucker, Kupferdrucker und Lithographen heranziehen soll, um später eine gemeinschaftliche Versammlung dieser ganzen Korporationen einzuberufen, in der die Constituirung einer Gewerk schaft vorgenommen werden soll. Ein gut gemeinter Vorschlag an die Herren Leipziger ,, Lajjalleaner". ,, Am Sonnabend haben die vereinigten„ Lassalleaner" unter dem Aufwand aller erdenklichen Schimpf und Schmäh reden aufs neue beschlossen, Liebknecht und mich für unwür ( Warum nicht Europa?) dig" zu erklären, ferner in einer Arbeiterversammlung 3 sprechen; auf Antrag des Präsidenten" Mende soll sogar be schlossen worden sein, diese„ Unwürdigkeit" auf die Versamm lungen in ganz Deutschland auszudehnen. O sancta simplicitas! Binnen drei Monaten also der zweite Banuftrahl, auf unsere sündigen Häupter herniederfällt. Wahrhaftig, der erſte muß wenig gefruchtet haben, daß man sich gezwungen sah, den zweiten noch verschärft auf uns niederzuschleudern. Wohl bekomm' das kindische Vergnügen. So wenig Leipzig Arbeiter) sich bis jetzt daran gekehrt haben und uns vor w nach in ihre Korporationsversammlungen einluden, so wenig werden sie es künftig thun, und die deutschen Arbeiter werden gar lachen, die Lassalleaner auswärts**), die nicht so bornirt sind wie ihre Leipziger Collegen, am meisten. fic Es wird also für die Leipziger Herren Lassalleaner nothwendig sein, auf energischere Mittel zu sinnen, um ihrem Beschluß Geltung zu verschaffen, und da schlage ich ihrem Be vollmächtigten vor, für nächsten Sonnabend abermals eine Versammlung in die Räume des heil. Pantheon einzuladen und derselben folgende Resolution zur Annahme vorzulegen: 11 ,, In Erwägung, daß unser im März erlassener Bannflu betreffend die Unwürdigkeit" Liebknechts und Bebels, einem großen Theil der Leipziger Arbeiter nicht respektirt wor den ist, in Erwägung, daß auch der zum zweiten Mal noch ver schärft erlassene Bannstrahl wahrscheinlich weder von den Ar beitern Leipzigs, noch des übrigen Deutschland beachtet werden wird, in Erwägung endlich, daß wir keine Macht haben, Lieb knecht und Bebel an die erste beste Laterne aufzuknüpfen, beschließt die heutige Versammlung: Liebknecht und Bebel haben sich von Stund an von Speise und Trank zu enthalten und einfach zu verhungern." Ich will zwar nicht behaupten, daß ich noch mein Freund Liebknecht nur die mindeste Lust verspürten, einem solchen Be schluß nachzukommen, indeß die Herren ,, Lassalleaner" hätten auf alle Fälle damit einen tapferen Beschluß gefaßt und ihre freundliche Gesinnung für uns an den Tag gelegt und weiter hats keinen Zweck. Ich bitte die Herren Leipziger ,, Laffalleaner" dringend, das oben Gesagte zu beachten, sie bereiten dadurch mir und Liebknecht und wahrscheinlich auch der übrigen Bevölkerung Leipzigs eine vergnügte Stunde und sie selbst haben abermals Gelegenheit, die Schleußen ihrer ,, Beredsamkeit" aufzuziehen und die seit dem letzten Sonnabend angesammelten Vorräthe von Schimpf- und Schmähworten los zu werden. Auf diese Weise ist uns Allen geholfen. Bebel." *) Liebknecht und ich haben vorige Woche allein in 5 Arbeitertorpo rationsversammlungen hier Vorträge gehalten **) In Gotha hielt ich am 12., Eisenach den 13., Erfurt den 14 ds. Mts. Volksversammlungen ab, die von Mitgliedern des Allg. beut Sonntag, den 20. Juni hielten eine Anzahl Arbeiter der Pfaffendorfer und Eutrißscher Spinnerei eine Bersammlung im Lokal des Arbeiter- Bildungsvereins ab, um sich wegen Anschluß an die Internationale Gewerksgenossenschaft der Manufaktur, Fabrik und Handarbeiter zu besprechen. Man kam überein, am nächsten Sonntag abermals zusammenzukommen versammlung im Lokal des Allg. deutschen Arbeitervereins abgehalten schen Arbeitervereins einberufen waren, in Gotha wurde sogar die Boll und die Constituirung vorzunehmen. In Apolda, wo ich am 10. Juni in einer sehr stark besuchten Bolts Leipzig, 22. Juni. Bebel veröffentlichte im ,, Leipziger in erster Linie ihr Bevollmächtigter Reichelt, mit mir vollkommen versammlung sprach, erklärten sich sämmtliche anwesende Lassalleaner Tageblatt" Folgendes: einverstanden. Wir ersuchen unsere Filialexpeditionen, die Abrechnung beendigte Quartal uns recht bald zugehen zu lassen. Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht. ( Redaktion: Braustr. 11). Nummer für das mit dieser Die Expedition. Drud Verlag: F. Thiele. } Leipzig.{ Expedition: Petersfraße 18 Gierzu eine Beilage. Beilage zum Demokratischen Wochenblatt Ur. 26. Die sächsischen Landtagswahlen. ( Aus der Demokratischen Correspondenz.") " Das unglückliche Land, welches vor der zollerschen Umstrickung nicht hat gerettet werden können, da sein kleines tapfres Heer in den Sturz des größeren Alliirten hineingezogen wurde, hat zum Ueberfluß auch noch eine Regierung, von der es in die Folgen jener Umstrickung immer tiefer hineingerissen wird. Einer der von Natur begabtesten Fürsten, wie man sagt, und einer der gebildetsten Fürsten, wie man weiß, scheint König Johann von Sachsen nicht die Einsicht oder die Kraft zu haben, um aus der hergebrachten Politik seines Hauses sich zu retten. Wenn jemals einem Lande der Weg klar gewiesen war, auf welchem allein die Sicherung seines Heiles und seiner Zukunft möglich, so ist es Sachsen. Seit hundert Jahren hängt ihm das zollersche Schwert über dem Haupt. Zweimal in den hundert Jahren hat es bis ins Mark ge= spürt, welchen Nachbar es an dem Zollernstaate hat. Vor drei Jahren hat es eben nothdürftig das nackte Leben gerettet. Will es am Leben bleiben, so ist ihm die energische Entwicklung seiner gesammten Volkskraft geboten, oder wir verstehen tein Deutsch mehr. Der volle Gegensatz seines Siegers muß es sein oder es ist seines Siegers sichere Beute. Was ihm der Nordbund an Möglichkeit zu Bürgerfreiheit läßt, das mußte es erfüllen. Seine Zukunft heißt: sich demokratisiren oder sich pulverisiren lassen, zollerisiren lassen. Die sächsische Regierung hat also wählen lassen nach einem Wahlgesetz, welches der Bismärckerei alles in die Hände giebt, der deutschen Demokratie nichts läßt; sie hat ihren preußischen Gegnern neuen Boden geschaffen, den vorwärtstreibenden rettenden Volksmächten keine Stelle gegeben. Sollte sie da= neben doch an conservativen Stimmen die Mehrheit behalten haben, so weiß man schon was das bedeutet. Solche sogenannte Conservative sind nichts als ministerielle Ja- Menschen, die mit der Regierung gehen, bis die Regierung mit ihnen fällt. Seit 1866 sollte das im dunkelsten Ministerial- Zimmer flar sein. Eine Regierung aber, die nach 1866 so durchzukommen meint, genießt nur noch das Gnadenbrod der Geschichte, und von einem so regierten Lande ist einfach zu sagen: wenn das nicht zu Grunde geht, so muß es Gottes sehr besondrer Wille sein. Die Landtagswahl ist ausgefallen, wie Jedermann es vor= ausgesehen: nur ein winziger Bruchtheil der Bevölkerung hat gewählt eine Minorität selbst innerhalb der wahlberechtigten Minorität und die neue Kammer ein ächtes Invalidenhaus! Von den 80 Abgeordneten sind etwa 40 ausgediente Partitularisten, 20 ausgediente Anneronisten und 19 ausgediente Liberale oder ,, Fortschrittler". Der Eine Demokrat Wigard wird sich in diesem Lazareth nicht geheuer fühlen. Zum Schluß ein kleines Rechenerempel", das wir der ,, Frankfurter Zeitung" entnehmen: Statt dessen was geschieht? Gedrückt freilich wird das Land durch die Politik seiner Regierung nicht grade, was man ,, Zum Norddeutschen Reichstag sind in runder Summe so Druck nennt, aber der Bann eines beschränkten Conservatis 460,000 Sachsen wahlberechtigt. Das Reichstagswahlgesetz hat mus lastet auf dem Lande nach wie vor. Ein Wahlgefez bekanntlich den Alterscensus des vollendeten 25. Jahres und mit hohem Census bezeichnet noch immer das Maaß von wird von den Lokalbehörden sehr illiberal interpretirt, so daß staatsbürgerlichem Recht, welches die Regierung des Königs man ohne Uebertreibung sagen kann: mindestens 40,000 MänJohann der Bevölkerung ihres Landes zu bewilligen die Güte ner über 25 Jahre sind mehr oder weniger willkürlich des und den Verstand hat. Der Nordbund hat auch Sachsen das Rechts für den Reichstag zu wählen beraubt. Nehmen wir allgemeine Stimmrecht gebracht; zu seinem Reichstag läßt dazu noch die 100,000 Männer zwischen 21 und 25 Jahren, Zollern die sächsischen Brüder wählen auf breit demokratischer so haben wir 600,000 Staatsbürger, denen das Wahlrecht geGrundlage, in rein demokratischen Formen. Aber zu seinem bührt. Bei der letzten Landtagswahl haben im Ganzen ge eigenen Landtag muß das sächsische Volk wählen nach einem stimmt 56,138 Wähler Wahlgesetz, welches drei Viertel der Reichstagswähler rechtlos macht. Man könnte einen Preis setzen, diesen Unverstand zu übertreffen. also nicht der zehnte der majorenen männlichen Bevölkerung! Von diesen 56,138 Stimmen haben die 44 national- liberalen und von den National Liberalen annektirten Candidaten resp. Abgeordneten 22,431 erhalten; also stimmten für sie nicht 4 Procent der majorennen männlichen Bevölkerung. Von jenen Noch mehr. Von Advokaten und Professoren abgesehen, die, je näher an den Nordbund heran, um so blinder und blindwüthiger werden, ist in Sachsen die sehr einflußreiche 44 ist den ,, National- Liberalen" aber, wenn man die äußerste Fabrikanten- Bourgeoisie, die von Zollvereins wegen die ge- Toleranz übt, höchstens die Hälfte in Wirklichkeit zuzuweisen jammte Zollerei mit Haut und Haaren in den Kauf nimmt, oder 22 Abgeordnete mit die Stimmen halbirt zusammen 11,226 Stimmen, was nicht zwei Procent der geleitet ihrerseits von dem holden Unverstand, daß sie vom Zollverein lebe, während der Zollverein von ihr lebt. Kraft majorennen männlichen Bevölkerung ergiebt! Daß unter des königlich sächsischen Wahlgefeßes ist es genau dieſe Bour- den 550,000 Männern, die am 4. d. nicht stimmen durften geoisie, welche die Wahlen beherrscht. Die Resultate liegen oder nicht stimmen wollten, kein Dugend National= bor. Sollte ein Wahlgesetz erfunden werden, welches in Sach- Liberaler ist, wird selbst der Dresdener Siegel uns zugees tönnte faum anders sein als das gegenwärtige. Und zwar, wie in diesen positiven, so in seinen negativen Wirkungen. Bekanntlich ist in dem fabrikreichen Sachsen eine sehr zahlreiche ner über 21 Jahre. Von diesen 600,000 haben sich 56,138 an der Landtagswahl betheiligt, d. h. von je 100 Männern neun bis zehn. Und von diesen 600,000 Sachsen haben arbeitende Bevölkerung. In dieser Arbeiterwelt herrscht leb= für mehr oder weniger national- liberale Candidaten etwa 110,000 hafte Bewegung. Gut antibismarcksche Agitatoren sind dort gestimmt, d. h. von je 100 Männern nicht zwei. unablässig thätig, den Widerstand gegen den fluchwürdigen Militarismus und Cäfarismus zu erhalten, zu stärken, zu or= ganisiren, einen Rechts- Widerstand, der natürlich mit dyna stischem Widerstreben, mit gouvernementalem Bartikularismus nichts gemein hat. Die allergewöhnlichste Einsicht müßte der sächsischen Regierung rathen, diesen Elementen freie Bahn zu gönnen, zu geben, zu brechen. Aber grade diese Elemente sind durch das Wahlgesetz so gut wie vollständig ausgeschlossen und haben es daher vorgezogen, sich lieber ganz der Betheiligung Kann man sich eine klassischere Minoritätswahl denken, und einen glänzenderen Sieg der Nationalliberalen?" Der Normalarbeitstag. II. Naive, findliche Gemüther hegen gerne die Vorstellung, auch sonst immer mehr getheilten und verbesserten Produktionsan einer Wahl zu enthalten, die doch nimmermehr den wahren daß mit der steigenden Einführung von Maschinen und einer Ausdruck der Boltsstimmung geben kann. weise von selbst schon die Last der Arbeit des einzelnen Arbeiters, die Summe seiner täglich erforderten Kraftausgabe, fich in gleichem Maße immer mehr vermindern werde. Ein nüchterner Blick in die Thatsachen hinein wirft indeß diese schöne Illusion sofort über den Haufen. Die Arbeitskraft des Arbeiters ist eine Waare, die für den Lohn gekauft und für die Produktion verwendet wird. Wenn es nun durch Vervollkommung der Arbeitsweise dahin gekommen ist, daß 5 Arbeiter dasselbe leisten können, was bisher 10, so ist keineswegs die Folge hiervon, daß der Unternehmer seine 10 Leute nunmehr nur noch, für den bisherigen Lohn, halbe Tage arbeiten lassen wird. Er wird vielmehr zunächst, wenn er nicht seine Produktion erweitert und seinen Absatz vergrößert, 5 Arbeiter entlassen und den übrigen 5 Arbeitern den Lohn, als Preis der von ihnen gekauften Arbeitskraft, bezahlen wie vorher. Die Verbesserung der Arbeitsweise bringt also an sich nicht den Arbeitern Gewinn, sondern den Unternehmern. Ja, sie hat sogar den 5 entlassenen Arbeitern schweren Nachtheil ge= bracht: sie sind ,, überflüssig" und damit brodlos geworden. Man wird einwenden, daß durch die verbesserte und billigere Herstellung das Produkt billiger geworden sei und dadurch der Absatz doppelt so stark werde, so daß die 5, zurückgestellten" Arbeiter bald wieder beschäftigt werden würden. Aber einmal ist ihnen das ein sehr schlechter Trost, da sie bis dahin verhungert sein können, und dann, wird nicht bis dahin eine abermalige Verbesserung der Produktion abermals die Hälfte der Arbeiter überflüssig machen? Ja, nehmen wir sogar an, der Absatz nehme sofort um ½ zu, so würden statt der bisherigen 10 Arbeiter immer nur sechs beschäftigt werden, und die andern 4 werden durch den Fortschritt" der Industrie trocken gelegt. Da sie aber leben wollen, und, um zu leben, arbeiten müssen, so entsteht ein starkes, die Nachfrage überwiegendes Angebot der Waare ,, Arbeitskraft"; in diesem Falle tritt bekanntlich ein Sinken der Preise( also hier des Lohnes) und eine allgemeine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen ein. Unter den letzteren figurirt insbesondere die Kinderarbeit und eine übermäßige Verlängerung der Arbeitszeit. Zeit hat zu einer alltäglichen Erscheinung, zu einer Regel ge macht, was selbst in dem so verschrieenen ,, finsteren" Mittelalter zu den seltenen Ausnahmen gehörte. Daß aber die private Thätigkeit der Betheiligten, daß Vereinbarungen mit den Arbeitgebern, daß selbst Coalitionen hieran nichts ändern, diese Regel nicht umstoßen können, das geht eben mit Klarheit aus dem bisherigen schlagenden Mißerfolg aller derartigen Bestrebungen hervor. Hat das Kapital in seiner Wiege schon die Verlängerung des Arbeitstags zu erringen vermocht, um wie viel weniger wird es sie sich jetzt entreißen lassen, jest, wo es die Macht ist, die alle Mächte beherrscht! Die einzige Coalition, die ihm gewachsen ist, ist die im Staate organisirte Gesellschaft; die einzige Vereinbarung, die es nicht ohne Weiteres umgehen oder brechen kann, ist das Gesetz! Die Schneiderei in London, oder: Der Kampf des großen und des kleinen Kapitals. Von J. G. Eccarius. ( Schluß.) Werfen wir nun einen Blick in das Innere der großen Werkstellen. Jm 6. Report of Health( Bericht über die öffent liche Gesundheit), giebt Dr. E. Smith das' Resultat feiner Untersuchung von 16 Werkstellen. In einer gemeinen Herberge verlangt das Gesetz 300 Kubiffuß Raum für jeden Einwohner, in den vornehmen Schneiderwerkstellen ist der größte Raum 270 Kubikfuß, der fleinste 105 Kubikfuß per Kopf, der Durch schnittsraum 156 Subitfuß. Beim großen Schneidermeister Bool sitzen 100 Mann in einem Durchschnittsraum von 148 Kubikfuß, und die Abtritte sind nur durch eine Thür von der Werkstelle getrennt. Bedenkt man nun, daß eine Gasflamme in einer Stunde 50 Kubikfuß Luft zum Einathmen untauglic macht und 700 Kubikfuß von 60° auf 80° Fahrenheit erhist, und daß die Arbeiter von 6 Uhr Morgens bis 7 oder 8 Uhr Abends in dieser Luft sitzen, ohne zum Essen zu gehen, so wird es leicht begreiflich, warum zwei Drittel der Schueider an der Schwindsucht sterben und die meisten vor dem 50. Jahre. Dr. Smith berechnet: wenn die Luft, welche der Mensch einathmet während er liegt= 1 iſt, fo ist sie in der sigenden Stellung= 1.18, wenn man 3 eng lische Meilen*) die Stunde marschirt= 3; und wenn ma 62 Pfund trägt 3.84. Während 12 Arbeitsstunden athmel der Schneider 188 Kubikfuß Luft ein. Bei 10 Stunden stehender Arbeit hätte er 414 Rubitfuß eingeamthmet. Da die Quantität der eingeathmeten Luft, den im Körper vorgehenden Lebensprozeß repräsentirt, und da der Grad der Ausdehnung und Bewegung der Lunge und Brust eine sehr wichtige Der Kampf um die Länge des Arbeitstages zieht sich ziehung zur Entstehung der Schwindsucht hat, so ist es offe durch die ganze Geschichte der englischen Industrie hin. Vor hundert Jahren währte der Arbeitstag nur 10 Stunden; er ist. Dr. John Simon, der Leiter dieser Untersuchungen, her bar, daß das Schneidergeschäft der Gesundheit sehr nachtheilig wurde zuerst künstlich durch politische Geseze verlängert, bis das Kapital so weit erstarkt war, durch seine bloße soziale merkt über den Bericht: Keine Industrie, die bisher Macht ihn verlängern zu können. Auf dem Zenith angelangt, Bild als das der Schneiderwerkstellen. Wären alle a beginnt in den dreißiger Jahren die rückläufige Bewegung. dern Umstände günstig, das Ueberarbeiten, welches syste Es würde zu weit führen, den heißen und nicht unblutigen matisch ist, würde allein hinreichen, Krankheit In allen Kulturländern und in jeder Arbeitsbranche wird trotz der, seit hundert Jahren ungeheuer verbesserten Produktionsweise und erhöhten Ergiebigkeit der Arbeit doch weit mehr gearbeitet, als im Mittelalter und als vor 100 oder 50 Jahren. Unter dem Joch der Arbeit drohte das englische Volk zu vertommen; ganze Schichten der Bevölkerung janten aus ihrem früheren verhältnißmäßig blühenden Kulturzustand zurück in unerhörte Unwissenheit, Barbarei und Rohheit, und nur dem entschlossenen, energischen Willen des noch gesunden Theils der arbeitenden Klassen, und des nicht unmittelbar im Interesse des Kapitals stehenden Theils der sonstigen Bevölkerung ist die Einführung gefeßlicher Schranken, die Durchsetzung eines Normal- Arbeitstages zu verdanken. Kampf der englischen Arbeiter um die Schranke des Arbeitstags in seinen Detailzügen zu schildern, wir werden dies ein andermal thun; aber ist es etwa in Deutschland anders? 11 Ber be zu erzeugen und die Schneider arbeiten 12, 13, ja 3 weilen 15 Stunden in einer Tour in jenen abscheulichen Weit stellen." Er weist nach, daß es dem Arbeiter praktisch u Die Riemendreher und Bandwirker im Rheinland führten im möglich ist, seinen Meister zu zwingen, alle entfernbaren llebel, vorigen Jahr Klage über 15-18stündige Arbeitszeit ohne die seine Gesundheit zerstören, zu beseitigen, und daß dieser anderwärts kämpfen für die Verkürzung der Arbeitszeit auf 3wang vom Staate kommen muß. Aber die Regie: Pause für die Mahlzeiten. Die Zimmerleute in Berlin und 12, sage zwölf Stunden! Die Bäcker wollten vergeblich die 19stündige Arbeitszeit auf 15 Stunden beschränken; die Cigarrenmacher wollten ebenfalls vorerst, ohne Erfolg gehabt zu haben, einen 12stündigen Arbeitstag, und so fönnten wir hunderte von Belegen anführen. Die Großproduktion unserer rung läßt sich auf dergleichen Dinge nicht ein. Und in diese Mörder- Gruben drängt sich die Jugend, als wenn es sich um ein Himmelreich handelte. *) 5 engl. Meilen / Stunden. Dem nicht 1 deutsche Meile, also 3 englische Meilen 287 Der Arbeiterbildungs- Verein in Nürnberg wünscht seine Bibliothek zu vermehren und sucht dies hauptsächlich durch Anschaffung sozialistischer Bücher und Broschüren zu bewerkstelligen. Er ersucht daher Brudervereine, die mehrere Exemplare eines Buches oder einer Broschüre haben und je 1 Exemplar davon gegen billige Berechnung abgeben wollen, ihm mitzutheilen, zu welchem Preise die Abgabe erfolgen kann. Adressen sind zu richten an E. Rüll, Bergstraße 17." Mit sozialdemokratischem Gruß: Die Vorstandschaft. Einladung zum Abonnement auf das Mainzer Journal. Eingeweihten mag es als Widerspruch erscheinen, daß die Ueberarbeit systematisch sein sollte, wo nur für% des Jahrs Beschäftigung ist. Aber es fällt nicht selten vor, daß man sich bei einem Tage Arbeit in der Woche überarbeiten muß. Es ist Schinderei oder nichts, Alles wie Dampf und die Leute sterben wie Dampf. Die Schneider und außer ihnen blos noch die Schriftseger sterben am zahlreichsten zwischen 45 und 50 Jahre alt. Die Schuhmacher sowohl in London als auf dem Lande sterben am zahlreichsten nach dem 65. Lebensjahre, die Pächter und Bischöfe und Landeigenthümer nach dem 75. In der ganzen Bevölkerung kömmt zwischen 15 und 20 Jahre alt jährlich ein Todesfall auf 178 Lebende, bei den Schneidern auf 136. Zwischen 20 und 25 einer auf 120, bei den Schnei= dern auf 90. Von 25-35 1 auf 106, bei den Schneidern 1 auf 86. Von 35-45 1 auf 80, bei den Schneidern 1 auf 77. Von 45-55 1 auf 56, bei den Schneidern 1 auf 46. Die alten Spartaner stürzten schwächliche Kinder von einem Felsen herab; moderne Mütter schicken sie in die Schneiderwerkstellen, um ihr Leben da zu fristen, wo die starken kaum leben können. Und welche Nachkommenschaft werden die 127,000 Londoner Weiber erzeugen, die in den verschiedenen Zweigen der Nadelarbeit auf noch schlimmere Weise abgerackert werden? Wir brauchen einen Mechaniker, der für die Rähmaschine thut, was Artwright für die Spinnmaschine that, d. h. sie aus der Dachstube bolt und so groß macht, daß sie nur mit Pferdetraft bewegt werden kann. Die Nadelarbeit im Kleinen zerstört die Gesundheit und tödtet den Arbeiter in der Blüthe seines Lebens. Nieder mit der kleinen Nadelarbeit, nieder mit der Dachstuben- Maschine, nieder mit den kleinen Dorfmeistern, die von ihren Lehrjungen Nachrichten. leben und die großen Städte überfüllen! Die Schneider werben zu Verantwortlicher Redakteur: Dr. J. Saufen. Bestellungen auf das dritte Quartal des Mainzer Journals für 1869 bitten wir rechtzeitig zu machen. Originalforrespondenzen, sowie alle bis elf Uhr Vormittags einlaufenden Unser Haupt- oder Morgenblatt liefert die leitenden Artikel und telegraphischen Depeschen; die Beilage oder das Abendblatt einen vollftändigen Tagesbericht mit allen bis 4 Uhr Nachmittags eintreffenden Neuigkeiten. beigegeben, sie bilden jährlich zwei starke Quartbände und liefern an Die Rheinischen Blätter werden unserem Abendblatte als Beilage Material wenigstens so viel als zehn Bände des gewöhnlichen Romanformates. Wir geben jährlich drei bis vier größere Originalromane bewährter deutscher und ausländischer Dichter, die sich bis jetzt überall eines ungetheilten Beifalls zu erfreuen hatten; außerdem Literaturberichte, Bilder aus der Länder- und Völkerkunde, Denkwürdigkeiten zur Geschichte der Gegenwart und eine sehr reichhaltige Sammlung von vermischten Das Mainzer Journal mit seiner Beilage, dem Abendblatt, ist in einer starken Auflage über ganz Deutschland verbreitet, in Mainz selbst, Tode geradkert, weil ihrer viel zu viele sind; wären sie im ganzen Großherzogthum Hessen, in Baden, au Niederrhein, in Kurtar, so würden sie sich nicht vorzeitig ins Grab zu arbeiten heffen, Nassau und Rheinbayern gehört es zu den gelesensten Blättern. brauchen. Wären sie theuer, so würde man eine großartige Es empfiehlt sich deshalb zu Anzeigen aller Art, die auf diesem Wege Maschine erfinden, um die Schneiderei und alle übrige Nadelarbeit wirklich fabrikmäßig zu betreiben. Der Großbetrieb ist die erste Bedingung der Emanzipation der Arbeiterklasse. Wären 50 Arbeiter nöthig, um eine Schlafnicht bloß eine lokale sondern allgemeine Verbreitung finden. Das Mainzer Journal erscheint in Groß- Folio- Format und wird das einen Bogen starte Hauptblatt täglich, mit Ausnahme der Sonntage und der höchsten Feiertage, um 12 Uhr Vormittags, das Abendblatt mit den Rheinischen Blättern, um fünf Uhr Nachmittags ausge müße zu machen, so hinge die Schneiderkooperation nicht mehr geben. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. bom guten Willen der Schlafmügen ab. Auzeigen. Deutscher Arbeiterbildungs- Verein in London. Charles- Hotel, 71 Dean- Street, Soho Square. W. London. Alle sozialistischen Schriften find durch meine Vermittelung zu beziehen. Leipzig, Windmühlenstr. 23 Hintergebäude. C. E. Seifert. Die Organisation der Deutschen Arbeiterpartei. Von Carl Hirsch. Der Preis des ganzen Blattes ist hier in Mainz vierteljährlich 2 fl.; auswärts mit dem üblichen Postaufschlage. Juferate aller Art werden aufgenommen und wird die vierjpaltige Petitzeile oder deren Raum, sehr billig, mit 3 kr. berechnet. Bloße Lokalanzeigen liefern wir noch billiger und bitten wir die Interessenten, sich) deßhalb mit der Expedition zu benehmen. Bestellungen auf das Mainzer Journal( auch für einzelne Monate) nehmen alle Postämter jederzeit entgegen. Die Expedition des Mainzer Journals. Frankfurter Zeitung ( Auflage 9000) und Handelsblatt.( Auflage 9000) Der Abonnementspreis im Norddeutschen Bund außerhalb Preußens beträgt per Quartal. Thlr. 1. 27% Abonnements werden bei allen Postämtern angenommen. Frankfurt a M., im Juni 1869. Die Expedition der Frankfurter Zeitung. Bestellungen auf die in Köln erscheinende Rheinische Beitung, Organ der Demokratie in Rheinland und Westfalen, wolle man möglichst frühzeitig bei der nächsten Postanstalt machen, damit in dem regelmäßigen Empfange der Zeitung keine Unterbrechung eintrete. Arbeiterpreis: pr. Expl. 2½ Sgr. bei Entnahme bon Barthien nicht unter 6 Expl. Durch den Buchhandel bezogen pr. Expl. 5 Sgr. Berlin, 10. Waterloo- Ufer, zu beziehen; Bestellung und Betrag Postanstalten einschließlich Porto und Zeitungssteuer 1% Thlr. Soeben erschienen! vom Verleger J. Wincler in per Bostanweisung. Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt bei allen ( 3 fl. 4 kr.)- Anzeigen 1½ Sgr. für die Petitzeile. 288 Der Bürger- und Bauernfreund fängt mit dem 1. Juli ein neues Vierteljahr an. Wie rasch die Zeit vergeht! Man merkt's aber nicht an dem Guten, was in der Welt geschieht, sondern an dem vielen, vielen Bösen. Damit es mit der Zeit anders, das heißt besser werde, muß das Volk verfolgen, was weniges Gutes und vieles Böses geschieht, muß hören, welche Mittel zur Befestigung des Guten, zur Bekämpfung des Bösen von einsichtigen, freisinnigen Männern vorgeschlagen werden. Unser demokratisches Blatt wird fortfahren Alles, was Gutes und Böses geschieht, im volksthüml chsten Tone zu erzählen, dem Volke zu lehren, wie es sich zu verhalten hat, kurz es wird sich bemühen, politische Bildung in demokratischem Sinne zu verbreiten. Demofraten, helft uns unser Ziel erreichen, indem Ihr unser Blatt in den betreffenden Schichten des Volkes verbreitet, bis es durch größere demokratische Zeitungen verdrängt und überflüssig geworden. Der Bürger und Bauernfreund( bei Bestellung bitten wir den ganzen Namen des Blattes und den Namen des Verlegers anzugeben) erscheint in Tilsit im Verlage von H. Post, redigirt unter Mitwirkung von J. Reitenbach durch W. Simpson in Plicken bei Gumbinnen, jeden Freitag einen halben Bogen start, oft mit Beilagen, und kostet für das Vierteljahr durch die Post bezogen 4 Silbergroschen 6 Pfennige ohne Bestellgeld. Inserate finden für 3 Sgr. die Zeile Verbreitung durch ganz Deutschland und darüber hinaus. H. Post- Tilsit, W. Simpson- Plicken bei Gumbinnen, Verleger. Redakteur. Einladung zum Abonnement auf die in Darmstadt erscheinende Hellische Landes- Beitung. Organ der demokratischen Partei. Indem wir uns erlauben zum Abonnement auf unser Blatt für das 3. Quartal 1869 einzuladen, machen wir darauf aufmerksam, daß wir uns seit dem 1. Juli v. J. rückhaltlos als Organ der demokratischen Partei erklärt haben, und daß namentlich die demokratische Partei in Hessen solidarisch mit uns verknüpft ist. Damit ist unser Standpunkt von selbst gegeben. Wir fämpfen seit dieser Zeit energisch für die unveräußerlichen Rechte des deutschen Volkes mitzuwirken zur Bestimmung seines Schicksals und seiner Zukunft. Nicht was irgend dynastischer Ehrgeiz zu eignem Nutzen und Frommen zu erstreben sucht, sondern das, was aus dem Volke in seiner Gesammtheit heraus zur Lösung der Einheits- und Freiheitsfrage geschaffen werden kann, zu unterstützen ist unsere Aufgabe. Was speziell unseres engeres Vaterland, Hessen betrifft, so kämpfen wir für Erhaltung seiner Selbstständigkeit, weil wir nur in der Gleichberechtigung der Stämme den Weg zu einer Lösung der deutschen Frage finden können. Dem frei gewählten Barlamente werden sich diese Stämme alle beugen, die Gewalt wird nur den Bürgerkrieg oder die schwersten auswärtigen Berwickelungen zur nothwendigen Folge haben. In den innern Angelegenheiten waren wir von jeher entschieden freisinnig und werden es bleiben. So wird, in demokratischem Sinne für die Wiedervereinigung des Gesammtvaterlandes wirkend, unser Blatt fortfahren, dem Leser, wie seither, ein genaues Bild der Tagesereignisse zu verschaffen und laden wir Freunde und Gesinnungsgenossen zu thätiger Mitarbeiterschaft ein. Der Abonnementspreis incl. Provision und Bestellgeld beträgt für das Vierteljahr nur 1 fl. 27 fr. Darmstadt im Juni 1869. Die Redaction und Expedition. Promenade- Straße 37. Die Süddeutsche Post in München, ein von A. Bogner gegründetes demokratisches Organ, er scheint vorläufig wöchentlich 3 mal und kostet das Vierteljah excl. des Postzuschlages bloß 30 kr. Das Blatt vertritt mit Entschiedenheit die Interessen der deutschen Volkspartei und kämpft deshalb energisch gegen Cäsarismus, Militarismus und alle sonstigen Erscheinungen der Unfreiheit. Indem Mitglieder und Anhänger der Partei dieses Organ durch Abonnement und Verbreitung unterſtüßen, ermöglichen sie zugleich, daß die Sache der Freiheit auch in der Hauptstadt Bayerns und überhaupt in Altbayern Boden gewinne. Im Vertrauen auf diese Mithilfe beginnt das Blatt den zweiten Vierteljahrgang seit seinem Be ſtehen und wird wie bisher die Leser durch ständige Original arbeiten und gutes Feuilleton zu befriedigen suchen. Man abonnirt für das 3. Quartal des lauf. Js. bei allen Poſtanſtalten und Postboten des In- und Auslandes. Der„ Nürnberger Anzeiger," ein demokratisches Blatt, ladet hiermit ein zum Abonnement für die Monate Jul August und September. Das Blatt erscheint täglich, Sams tags mit Unterhaltungsblatt, und kostet vierteljährlich im gan zen Postvereinsgebiete 1 fl.( wozu die Poſtſpeditionsgebühren kommen). tommen). Inserate finden weiteste Verbreitung und werden billigst berechnet. Der„ Nünberger Anzeiger" steht auf de Boden der deutschen Volkspartei und der Freiheits- und Frie densliga. Er kämpft gegen Cäsarenthum und Militarismus gegen Bevormundung und Druck der Bureaukratie und Hierarchie, gegen die Aussaugung des Volkes durch übermäßig Besteuerung und gegen die in der modernen Produktionswei wurzelnden Uebel und Schäden. Det bolle Selbstregierung, Selbstverwaltung, Gleichberechtigung, Freiheit im Staate, in der Kirche und Schule, Wahrheit Recht, Frieden und Humanismus unter dem einigenden Bann Schwarz- Roth- Gold: dies sind die leitenden Sterne feine Wirksamkeit; Muth und Ausdauer werden ihn zum Ziele führer Alle wahren Volksfreunde werden uns in unserm Streben unterſtüßen. Nürnberg im Juni 1869. Die Redaktion und Expedition Nürnberger Anzeiger." Bestellungen auf die Mannheimer Abendzeitung, De Organ der deutschen Volkspartei in Baden, wollen für das 3. Quartal möglichst frühzeitig bei der nächten Postanstalt gemacht werden. Verlagspreis vierteljährlich 1 l., durch die Post bezogen 1 f. 15 fr. Inserate 3 kr. die einspaltige Petitzeile. Probenummern stehen frauto und gratis zu Diensten. de Bade): Pour paraître le jeudi 24 courant, à Heidelberg( Grand- Duché La Fraternité organe internationale de la démocratie paraissant tous les 15 jours. Prix d'abonnement dans to ut l'Allemagne 1 florin par trimestre sous bande. Envoyer le mon tant en un mandat de poste. Adresser tout ce qui concerne le journal: Mr. E. La Rigaudière à Heidelberg( Grand- Duché de Bade Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht. Leipzig.( Druck und Verlag: F. Thiele. ( Redaktion: Brauftr 11)