20% Demokratisches Wochenblatt. This fod brombie 600 roillis I now spolugandad na pinan voiton Organ der deutschen Volkspartei und des Verbands deutscher Arbeitervereine. C 1 No. 28. isborg i oposi Leipzig, den 10. Juli. Goodnu sid 1869. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie hier am Blazze einschließlich Bringerlohn 12 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nimmt entgegen Herr G. Richter, Peterssteinweg 7, Leipziger Confumverein, Üniversitätsstraße, und die Expedition d. Blattes in der Wohnung des Herrn A. Bebel, Petersstraße 18. Für Dresden Filialexpedition( interimistisch) M. Hendel, Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika c die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Agent für London: A. Duensing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. Das sächsische Ostpreußen. Jubalt: Politische Uebersicht. Nachricht f. d. Parteigenossen. Resolution der Jut. Arb.- Ass. An die Mitglieder des internationalen Arbeiter- Bundes. Aus Desterreich. Contra Schweitzer- Hatzfeldt( Mende.). Vororts- und ArbeiterAngelegenheiten. Genf, Graz, Dresden, Reichenberg.- Anzeigen. Beilage: Zur Klärung und Einigung.- Contra SchweitzerGatzfeldt- Mende.. sdrantij Politische Uebersicht. Graf Bismard ist in Rücksichtnahme auf seine GeBismark von Berlin weg, so wurde Hr. Wagener, das Haupt der bürgerfeindlichsten Fraktion der Kreuzzeitungspartei, zum vortragenden Rath des Königs ernannt; und gleichzeitig druckte die ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung", Bismard's Leiborgan, den Bericht einer Unterredung ab, welche der Redakteur eines amerikanischen Blattes, des ,, New- York Herald" mit dem Grafen gehabt haben will, einen Bericht, der kaltes Wasser auf die erhitzten Köpfe der Nationalliberalen gießt. Es heißt darin unter Anderm: ,, Graf Bismard sagte, die Schuld an der Verwerfung der Vorlagen und den Schwierigkeiten, die sich weiter daraus entwickeln könnten, liege daran, daß die Abgeordneten kein richtiges Verſtändniß für die Situation und für ihre eigene Stellung hätten. Sie dächten rium beurlaubt" worden, und hat sich wieder nach Varzin zu rückgezogen. Das Bundeskanzleramt bekleidet er jedoch, wie sich als einen Staat im Staate, bewegten sich also eigentlich versichert wird, nach wie vor, woraus zu schließen, daß die noch in feudalen( 1) Vorstellungen. Sie hätten feinen Sinn Bundesgeschäfte keinen gesundheitsschädlichen Einfluß haben. für eine Gemeinsamkeit der Interessen zwischen ihnen und der mas Daß diese Beurlaubung" Aufsehen macht, läßt sich den Regierung. Sie gefielen sich im Widersprechen, Tadeln, Erhehaft Großes leisten vor Allem die nationalliberalen Mythologen. sehen, wie es herauskäme. Getheilt in zahlreiche Fraktionen, Aeußerste an, den Schlüssel des Räthsels zu erschnüffeln. Wahr- Vorschläge und meinten, es sei die Sache des Ministeriums zu Während des preußischen Verfassungskonflikts" jede von anderen Interessen beherrscht, fänden sie sich nur in der Gott hab ihn selig beobachteten die„ Fortschrittler" die Opposition zusammen, und wollten nicht einsehen, daß sie die Sieg, nach jedem empfangenen Fußtritt einen„, moralischen bewilligen hätten. eigenthümliche Taftit, nach jeder erlittenen Niederlage einen Geldmittel ja nicht dem Ministerium, sondern dem Lande zu Es werde vielleicht nöthig sein, Triumph anzukündigen, was für die gläubigen Philister in im Herbst an die Wähler zu appelliren und zu sehen, bie_Wäh den Fortschrittsblättern sehr erbaulich zu lesen war. Als die ob sie nicht ein besseres Verständniß für die Aufgaben Fortschrittspartei sich im Herbst des Jubeljahres 1866 nach des modernen Staates und die Stellung der Volksvertretung die glückliche Selbstabfertigung" ertheilte, fiel ihre Hinterecht japanesischer Sitte auf Befehl des bösen, lieben Bismard hätten, als diese Herren, von denen jeder sich für einen Staatsmann par excellence halte. Die wiederholten Versicherungen Prinzipien waren nicht darunter an die persönlichen Vertrauens zu ihm hätten neben dieser Handlungslegenheit kam denn auch das Rezept jener prächtigen Taktif in fatt, und hätte wiederholt um seine Entlassung gebeten. Nationalliberalen, als die legitimen Erben. Bei dieser Geweise natürlich gar keinen Werth. Er habe die Sache längst laffenschaft tannten und es seitdem mit unermüdlicher Ausdauer anwen= den. In der Beurlaubung" ihres Abgotts erblicken sie keine Niederlage desselben bei Leibe nichtim Gegen Der bejahrte" König aber wolle seine Minister behalten und sich nicht neuen, noch nicht bewährten Rathgebern anvertrauen." Wir glauben nicht, daß die erzählte Unterredung wirklich stattgefunden hat, aber wir glauben, wenn sie stattgefunden theil einen genialen Schachzug, durch welchen er seine ,, reaktio- hätte, und Graf Bismard in offenherziger Stimmung gewesen wäre, würde er sich ungefähr so ausgedrückt haben, wie es ihm fich zeitweilig von seinen Funktionen als königlich preußischer hier in den Mund gelegt ist. Staatsminister entbinden ließ, aber seine Funktionen als BunKein Zweifel, Graf Bismarck hat die Sache fatt". " destanzler beibehält, hat er sich auf den ächten bundesstaatlichen Sein Werk" ist innerlich zerrüttet, von außen bedroht; die Einheitsstandpunkt gestellt und seinen Entschluß erklärt, das Leßte parlamentarische Campagne brachte ihm eine Reihe der preußische Ministerium in dem( noch zu schaffenden) Bundes- empfindlichsten Demüthigungen, und wohlgemerkt, darunter verministerium aufgehen zu lassen, die Mühler und Consorten zu stehen wir nicht die Ablehnung seiner Steuerprojekte beseitigen und das tausendjährige Reich des Nationalliberalis mus ins Leben zu rufen. - denn er fennt seine Pappenheimer und weiß, daß sie nicht unerbittlich sind, bis auf Weiteres aber kann man ,, das Geld nehmen, wo man es findet" wir verstehen darunter das beiTheorie unfreundlichst vor den Kopf stoßen. Kaum war Graf spiellose Fiasko, welches er mit seinen selbmörderischen Redeversuchen im Reichstag und im Bollparlament gemacht hat. ch, wenn fie merken, daß sie sich überlebt haben, den Bauch eigen sein Zurücktreten von der politischen Bühne das Ausland" d. h. *) Die Japanesen haben bekanntlich die vernünftige Gewohnheit, Kein Zweifel, er hat die Sache fatt" und möchte gern durch handig aufzufchligen, was die glüdliche Selbstabfertigung"( Hari kiru) beigt und zu allgemeiner Rachahmung zu empjehlen in ben französischen Kaiser entwaffuen und die Verantwortlichkeit für die nothwendigen Konsequenzen seiner Blut- und Eisenpolitik von sich abschütteln. Doch wo ist der Nachfolger? an Unmittelbar ehe Graf Bismarck nach Varzin abreifte, hatte er eine längere Unterredung mit dem russischen Minister und Diplomaten Gortschakoff, der ihm zu Lieb eigens nach Berlin gekommen war. Was die Beiden zusammen gesprochen, wiſſen wir nicht, aber das wissen wir, daß es ihnen nicht en Stoff gefehlt hat. Die Wahlen und Rüstungen in Frankreich, die Krisis in Spanien, die Unruhen in Italien, die Gährung in den Donauländern, die unhaltbaren Zustände in DeutschLand, die wiedererwachten Hoffnungen der Polen, die Rebellion der Kosacken und Kirgisen, die Aussichten auf einen Conflikt Rußlands mit England in Mittelafiendas war wohl genug, lum den zwei ,, Staatsmännern" die Zeit ihres Zusammenfeins auszufüllen und auch noch etwas für späteres Kopfzerbrechen übrig zu lassen. 306 spart, und in Berlin werden Packete nur noch 2mal täglich ausge tragen, statt 4mal, wodurch ein paar arme Unterbeamten überflüssig und circa 400 Thaler gespart werden. Das Publikum murrt, aber was macht das? Graf Bismard hat seine Dotation, der König seine Gehaltszulage von 1 Million und das herrliche Kriegsheer" wird fett von ausgesognen Mark des Am 3. Juli war der dritte Jahrestag von Sadowa. Hat man ihn gefeiert im Lande der ,, Sieger"? Lesen wir die Berliner Zukunft": über ,, Zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig Jahre lang haben, zu Zeiten selbst verboten und verfolgt, die Oktoberfeuer auf den deutschen Bergen geflammt zu Ehren jenes Haupttages aus den sogenannten Freiheitsfriegen. Und heut kehrt der Jahrestag von Sadowa zum dritten Mal erst wieder und findet schon ein gleichgiltig stilles Geschlecht. Ein paar Concert- und Feuerwerkstünstler an den Anschlagesäulen, ein Inferatenpoet in der ,, Spener'schen Ztg.", zwischen Hoff'scher Abzehrungs- und Nickelz scher Rheumatismusreklame: die haben des 3. Juli gedacht, und außer ihnen der Publicist". Die Berliner Preffe voll ständigst hat ihren Patriotenkalender heute in die Tasche geſtedt, die„ Nat.- 3tg." schreibt über Stempelsteuer, die ,, Kreuz- und Spen. 3tg." über das Conzil, die ,, Nordd. Allg. Ztg." englische Versicherungsgesetzgebung, die ,, Volksztg." grämt sig um Fournier, die„ Voss. 3tg." endlich, in raffinirter Bosheit, spricht über die Gesundheitszustände in den Armeen und hebt die gar nachdenkliche Ziffer von 134 Selbstmorden hervor, welche das norddeutsche Bundesheer im Jahre 1868 aufweift Dies Schweigen der öffentlichen Meinung von allen Seiten und Parteien her, ist ein wunderlich Zeichen, das gar harmo nisch übereinklingt mit der Stimmung des Helden dieser Tage deres satt hat." So raffen wir uns denn auf und erweifen der Gedenkzeit ihre Ehre! Schon einmal ist die Sonne 4. Juli aufgegangen über einem großen Siege, reineren von Blutdampfe ungebrochenen Strahles als jüngst in den böhmi schen Wäldern. Am 4. Juli 1776 ward die Unabhängig keitserklärung der 13 Vereinigten Staaten von Nord amerika ausgesprochen, am 4. Juli hub jene glorreiche bellion an, welche in siebenjährigem Kriege sich durchkämpft und die Republik begründete, die nun in aber 7 Jahren erstes Säculum abschließt, sicherer gefeſtet, denn je, und ih Banner mit den machtvoll sich häufenden Sternen näher dent je nach der alten Welt herüberschwingend. Vor diesem Gedent tage beugen wir ehrfurchtsvoll das Haupt und heben es in beirrter Hoffnung Daß man in Berlin in sehr starker Verlegenheit ist, geht am Besten aus einem Aftenstück hervor, welches dieser Tage von dem dortigen Preßbureau in die Welt geschickt wurde. Es tritt auf als die Enthüllung eines tiefeingeweihten Staatsmanns, der uns belehren will, daß wir alle Dummköpfe gewesen, uns über die Usedom'sche Note und deren Genossinnen zu entrüften: nicht Preußen habe mit dem Ausland Verträge abgeschlossen, wohl aber Desterreich, das 1866 den Staat des Deutschen Berufs" mit Hülfe Frankreichs habe vernichten wollen. Vor dem Ausbruch des Kriegs, schreibt der betref= fende ,, Staatsmann", war ein Vertrag zwischen Frankreich und Desterreich abgeschlossen, durch welchen Frankreich, im Falle der Sieg auf österreichischer Seite war, als Kompensation für die Machterweiterung des österreichischen Kaiserreichs in Deutschland das linke Rheinufer zugesichert war. Allerdings wurde die Rheingrenze im Vertrage selbst nicht ausdrücklich bezeichnet, über die Bedeutung der festgesetzten ,, Kompensation" bestand indessen zwischen den Betheiligten ein völliges und stillschweigendes Einverständniß. So glaubte sich Napoleon gesichert für den Fall, daß Oesterreich siegte. Die Niederlage Desterreichs hielt man in Paris für unmöglich. Ueber die preußischen Rüstungen und die preußische Armee war man nur sehr mangelhaft unterrichtet durch die Berichte des damaligen Militärattachés bei der französischen Botschaft in Berlin, des Grafen de Clermont- Tonnere, der denn auch nach dem Kriege durch einen befferen Beobachter, Baron de Stoffel, ersetzt wurde. Die unterschäßende Meinung, welche man in Paris von der Macht Preußens hatte, führte sogar zu der Besorgniß, die Niederlage Preußens werde eine über das Maaß des Wünschenswerthen hinausgehende sein, Preußen könnte so sehr be= schnitten werden, daß Frankreich durch die Annexion des linken Rheinufers eine nur ungenügende Entschädigung für die Machtentwicklung Desterreichs auf Kosten Preußens und in Deutschland selbst erhalten würde. So war man in Paris, trotz der zugesicherten Neutralität, fest entschlossen, die völlige Niederwerfung Preußens durch eine rechtzeitige Einmischung zu Gunften desselben zu verhindern, natürlich in der Voraussetzung, daß das durch französische Vermittelung gerettete Preußen am Rheinufers zu verweigern. In Wien wiegte man sich in ganz 11 11 die Sache satt". Und das ist die beste Nachricht, die w Also nicht blos Bismarck, auch das preußische Volt hat heute zu geben haben. = Der Reich wur Die übliche Statistik der Reichstags- Bungen und lee Stroh- Drescherei ist soeben veröffentlicht worden. tag hatte 56 Plenarsizungen, in welchen von 180 Rednern sammen 2496 und neunzig längere oder fürzere Reden geredet schreibe zweitausend vierhundert fe den! Die Palme des Fleißes gebührt natürlich den National wenigften in der Lage sein werde, die Annexion des linken liberalen, und unter diesen der erste Preis dem unermüdlic Lasker, der nicht seltener als 149 Mal sprach gemerkt, der Mann war eine Zeitlang frant( nicht all haben. Ihm zunächst kommt Hennig mit 117, Luck mit Hoverbeck mit 63, Miquel mit 58, Bähr, Grumbrecht Schwerin mit je 55 Mal. Von den Genannten ren die Liste nicht weiter- gehört blos Lud nicht zu Nationalliberalen( er ist konservativ). und wo 71 eines Tages, wenn uns nämlich der Beweis geliefert wird, Prächtig ge- fabelt, und vielleicht glauben auch wir es Zunge), sonst würde er wohl das zweite Hundert voll gemad daß Graf Bismard nie in Biarritz war, daß die Usedom'sche Note sammt ihren Genossinnen nur eine von welfischen Agen ten ansgebrütete Ente, daß Graf Bismark nie zu dem kurhessischen Gesandten sagte: ehe wir Desterreich siegen laffen, geben wir Frankreich den Rhein! mit Einem Wort, daß Alles, mas seit 3 Jahren geschehen, ein wüster Traum aber nicht. wenn wir Filby wiebe Wenn einmal das mit dem biederen Münchhausen grabene Geheimniß, Backsteine aus Luft zu verfertigen, uns Das bewiesen wird, gut, dann glauben wir's, vorher entdeckt ist, dann werden die Herren Nationalliberalen ,, Bau" der Deutschen Einheit sicherlich bald fertig haben, Bon wegen der leeren Staatsfaffen wird jest in Preußen wird der Berliner wind" nicht länger von den Süddeut verspottet werden. brav gespart, natürlich an derlei unnüßen Dingen, wie Schulen, Chauffeebauten, Dammarbeiten u. s. w. Auch im Bostwefen wird ge Der in letter Nummer mitgetheilte Brief der vier Re ibr des ner aus Ostpreußen hat seine Wirkung gethan das ,, Nationalfest" in Königsberg ist abbestellt worden. Die halbamtlichen preußischen Blätter kündigen jetzt das Erlöschen des Hunger typhus in Ostpreußen an. Sie vergessen, daß sie ihren Lesern hundermal versichert hatten, der Hunger typhus sei nur eine Lüge der schlechten Presse". Da der Hungertyphus noch nicht erloschen ist, sondern chronisch fortdauert, haben die betreffenden Blätter also selbst im Moment, wo sie der Wahrheit die Ehre zu geben versuchten, eine Lüge gesagt, wobei einem das Sprüchwort einfällt: Wenn man die Natur mit der Heugabel zur Thüre hinausjagt, kommt sie durch's Fenster hineingeschlüpft. " Ein Bild aus dem Militärstaat", manchmal auch" Intelligenzftaat" genannt: in Spandau wurden neulich 4 Gefreite und 1 Unteroffizier wegen Trunkenheit" zu 14, resp. 8tägigen ,, Mittelarrest" verurtheilt, weil sie gesungen hatten: Ich bin Soldat, doch bin ich es nicht gern!" was ein königlich preußischer Soldat, wie der Regimentskommandant bei Berhängung des Urtheils erklärte, unmöglich im nüchternen Zustand singen könne. Noch ein Sittenbild: Ein Adliger, Namens von Zastrow, wird in Berlin eines unnatürlichen Verbrechens angeklagt die Schuldbeweise sind überwältigend, aller Wahrscheinlichkeit nach hat von Zastrow auch einen Mord verübt, er kommt Gericht, die Verhandlungen beginnen, da plötzlich wird der Prozeß ,, auf unbestimmte Zeit" vertagt. Warum? Man zischelt sich in die Ohren und die„ Zukunft" hat den Muth, es heraus zu sagen, das Scheusal habe Mitschulbige bis hinauf in die allerhöchsten Kreise, der Polizei feien die Namen bekannt, und die Sache solle um jeden Preis vertuscht werden. Nun schwer wird das Vertuschen nicht werden ,,, es gibt ja noch Richter in Berlin". Neulich schlugen die bayrischen Nationalliberalen( Fortschrittler) einen furchtbaren Lärm in der Presse bei den jüngsten Krawallen in Paris sei ein bayrischer Gelehrter verhaftet und von der bayrischen Gesandtschaft schmählich im Stich gelassen worden da sehe man die Jämmerlichkeit der Kleinftaatenthums; hätte der fragliche Märtyrer elender Partikulariſterei einem Großstaat und in Deutschland gibt es ja nur Einen angehört, so wäre ihm solches nicht zugestoßen, und hätte sich die französische Polizei etwa auch zufällig an ihm vergriffen, so würde sie doch, sobald sie ihres Irrthums inne geworden, eine Entschuldigung hergestammelt und sich, zu Tode erschrocken, ins Mausloch verkrochen haben. dunkler gezeichnet sind. Vergleicht man diese Karte mit der vor einiger Zeit auf Befehl des Unterrichtsministers ausgearbeiteten Bildungsfarte, so stellt sich eine bis ins Einzelnste gehende Uebereinstimmung heraus: das Verhältniß der demofratischen Stimmenzahl entspricht genau dem Bildungszustand der Bewohner; je höher dieser, desto zahlreicher sind jene. Ueberall, wo der Boltsunterricht einigermaßen etwas taugt, sind die Regierungskandidaten erlegen; wo er im Argen, haben sie gefiegt. Es zeigt dieß, daß Volksbildung die Mutter der Freiheit ist, und daher in dem Despotismus ihren tödtlichen Feind haben muß. Man hat verschiedene Definitionen des Kaiserreichs: ,, das Kaiserreich ist der Friede" ,,, das Kaiserreich ist der Säbel", das Kaiserreich ist der Bankerott" - die erste war eine Lüge, die beiden anderen sind richtig, allein sicher nicht minder richtig ist, wenn wir auf Grund der erwähnten zwei Karten sagen: das Kaiserreich ist die Dumm= heit. Fort mit dem persönlichen Regiment, das ist jetzt die Losung überall in Frankreich, sogar unter den sonst konservativen besitzenden Klassen. In Paris zirkulirt gegenwärtig unter den Hauseigenthümern eine bereits mit vielen Tausenden von Unterschriften bedeckte Petition an den Senat, welche für die Hauptstadt das seit dem Staatsstreich des 2. Dezember ihr vorenthaltene Recht der Selbstverwaltung zurückfordert. Die Petition lautet: An die Herren Senatoren! Paris, 27. Juni 1869. Paris ist seit langer Zeit aller seiner communalen Freiheiten beraubt; es hat nicht einmal das Recht die Männer zu ernennen, welche als Herren über das städtische Eigenthum verfügen. Ein Artikel der gegenwärtigen Constitution macht den Senat zum Wächter über die öffentlichen Freiheiten. Die Unterzeichneten glauben seine Intervention anrufen zu sollen, um einem Zustande ein Ende zu machen, welcher, wie neulich durch Thatsachen bewiesen worden ist, die Ehre und die Intereffen der großen Stadt verletzt. Wir brauchen nicht auseinanderzusetzen, daß 1) die Petition an sich eine Albernheit ist, indem das darin Erbetne dem Cäsarismus nur durch Gewalt entrissen werden kann; und 2, daß man sich obendrein in der Adresse geirrt hat, sintemalen der Senat aus lauter auf Lebenszeit von Bonaparte angestellten Lakaien besteht. Die Unterzeichner der Petition verflagen allerdings nicht den Teufel bei seiner Großmutter, aber doch bei seinem Hausgesinde( ohne I, das bemerken wir ausdrücklich für den Setzer, damit er uns nicht mit der Staatsanwaltschaft in Conflitt bringe), was noch hoffnungsloser ist, da eine Großmutter immerhin eine gewisse Autorität hat, während die Bedienten„ Maul halten" müssen, wenn's vom Herrn befohlen wird. So flapperte ein paar Tage lang die Fortschritts- Windmühle mit wachsendem Geräusch, da wurde sie auf einmal zum Stehen gebracht durch ,, die traurige Mähr", daß der fragliche Gelehrte kein Bayer gewesen, sondern ein Preuße, und daß es nicht ein miserabler kleinstaatlicher bayrischer, sondern ein mächtig großſtaatlicher preußischer, ja normal- nordbündlerischer Baß gewesen, den die französische Polizei, statt sich pflicht geweſenschuldigst ins Mausloch zu verkriechen, auf das frivolste insul- der ersten Wahl blieb Rochefort bekanntlich tirt hat, und was Allem die Krone aufjetzt, daß die töniglich preußische( Nordbunds-) Gesandschaft in Paris nicht den Muth gehabt für ihren Schußbefohlenen ein Unmittelbar vor den Wahlen hieß es, Bonaparte habe die Absicht, dem„ unversöhnlichen" Rochefort die Rückkehr nach Frankreich zu erlauben, und durch diesen„ Aft der Gnade" der Candidatur deffelben die Spitze abzubrechen. Das wäre klug - und wurde also von Bonaparte nicht gethan. Bei es mußte eine engere Wahl vorgenommen werden in der Minorität, und ist neuerdings für die nothwendig gewordenen Nachwahlen in Paris aufgestellt worden. Dieß hat den Kaiser nicht ruhig schlafen lassen, und um sich des unbequemen Gegners zu ent Ein anderer praktischer Kommentar zu dem Thema: Na- ledigen, ließ er ihn unter irgend einer abgeschmackten Anklage tionalliberale Dichtung und realpolitische Wahrheit wird durch( Verbreitung der„ Laterne") vor Gericht stellen und von den Wort einzulegen! die neuesten Aufschlüsse über den belgisch- französischen Streit geliefert. Die Belgier haben nämlich den Franzosen zu nennen pflegt, zu dreijähriger Einsperrung mit dreijährigem in der Eisenbahnfrage Alles zugestehen müssen, weil sie von Verlust der Ehrenbürgerrechte, folglich auch des WahlEngland und Preußen, auf das sie hauptsächlich gerechnet rechts und der Wählbarkeit verurtheilen. Durch diese hatten, vollständig im Stich gelassen worden sind. Beiläufig sei hier bemerkt, daß mit der Eisenbahnfrage, Borgehen hat Bonaparte erstens seine Furcht gezeigt- was sehr unweise ist; hat zweitens das Volk gereizt, was wiederun die von Anfang an nur Vorwand war, die belgisch- franzö- sehr unweise; und hat drittens nicht einmal erreicht, was e sische Frage noch keineswegs gelöst ist. eine Karte des Wahlresultats zu veröffentlichen, auf der die Ein Französisches Blatt hat sich die Mühe genommen, erreichen wollte, da die Pariser Rochefort nun erst recht wähle wollen. In die Kammer fann Rochefort jest freilich nicht ein treten; doch was verschlägt das? Der parlamentarisch einzelnen Wahlbezirke je nach der größeren oder geringeren Kampf gegen das Empire ist höchstens ein Guerillakrieg, de Babl der abgegebenen demokratischen Stimmen heller oder in einem Staat wie Frankreich nimmermehr zum Biel führe tann. Rochefort in der Kammer wäre harmlos; Rochefort gewählt trotz des Urtheils der bonapartischen Richter wäre ein revolutionärer Akt und zugleich eine persönliche Beleidigung für den Kaiser! Seit dem 28. Juni ist der gesetzgebende Körper versam melt. Er beschäftigt sich vorerst fast ausschließlich mit Wahlprüfungen und hat schon eine tüchtige Quantität Schmutz zu Tag gefördert, wovon gelegentlich mehr. Lies't man die Französischen Kammerverhandlungen der letzten Tage, so glaubt man sich in die Abtheilungssigungen des Berliner ,, Reichstags" versetzt, nur daß die Landräthe bei den Franzosen Präfekten heißen.& distrijiet sod Ueber den jetzigen Stand des Arbeiterstrike's im Loirebecken( St. Etienne) theilt das halbamtliche Memorial de St. Etienne" Folgendes mit, wodurch das in letzter Nummer von uns Veröffentlichte berichtigt wird: Während in den Gruben von Chazotte, St. Chamond und Rive- de- Gier der größte Theil der Bergleute ihre Arbeit wieder begonnen haben, herrscht in Firminy, Montrambert, Roche- la- Molière und Ricamarie noch völlige Arbeitseinstellung. Auf keinem dieser Punkte ist der Widerstand nur im Geringsten schwächer geworden. Eine große Anzahl der Bergleute dieser Lokalitäten hat dieselben verlassen, entweder um nach ihrer Heimath, dem Departement der HautLoire, zurückzukehren, oder um in der Nachbarschaft bei den Arbeiten der Ernte Beschäftigung zu finden. Von Aurec fündigt man die Ankunft einer größeren Zahl Bergleute aus Firminy an; sie benehmen sich friedlich. In Summa ist der Zeitpunkt noch nicht vorherzusehen, wo Alles wieder zur normalen Ordnung zurückgekehrt sein wird. Von Unterhandlungen zwischen den Bergleuten und den Compagnien ist übrigens nicht mehr die Rede. Von beiden Seiten scheint man auf den Einfluß der Zeit und der Ermüdung zu rechnen." Vorige Woche meldeten wir, daß in Spanien der Ruf: Es lebe die Republik! von der monarchistischen Majorität für verfassungswidrig erklärt worden sei. Jetzt erfahren wir, daß die Cortesmehrheit den Beschluß gefaßt hat, bis zum Ende der Verhandlung über das Budget keine Interpellation mehr zuzulassen. Dieser parlamentarische Staatsstreich, der die Mundtodtmachung der republikanischen Minorität bezweckt, wird nach der Logik der Thatsachen in dem militärischen Staatsstreich seine Ergänzung finden., and disp Allgemeinen Deutschen sozial- demokratischen Arbeiterkongres auf Sonnabend, den 7., Sonntag, den 8. und Montag, den 9. August nach Eisenach zu berufen. Der Aufruf zum Kongreß mit Angabe der vorläufigen Tagesordnung wird in den nächsten Tagen und in der nächsten Nummer des ,, Demokratischen Wochenblatts" veröffentlicht. Wir halten uns schen heute für verpflichtet, unsere Parteigenossen nördlich wie südlich des Mains, in Desterreich wie in der freien Schweiz aufzuforden, sich zu rüsten um den Kongreß zu be schicken. Der Kongreß wird ein glorreicher Wendepunkt in der deutschen Arbeiterbewegung sein, wenn die Arbeiter allerwärts sich zusammenschaaren, um die längst ersehnte Einigung aller ehrlichen sozial- demokratischen Arbeiter herbeizuführen. Also frisch ans Werf, Parteigenossen! Tas materielle Opfer, das Ihr bringt, um Eure Telegirten nach Eisenach zu schicken, es wird reichlich vergolten werden! Resolution Reſolution der deutschen Abtheilung der Internationalen Arbeiter Assoziation in Genf. 8 Das Centralfomité der Sektionsgruppe deutscher Sprache, ops In Erwägung: in is in a drist daß die Wiedervereinigung zeitweilig getrennter Bruch theile der sozialdemokratischen Partei stets als ein erfreuliches Ereigniß zu begrüßen ist; daß es die Pflicht aller Parteigenossen ist, die vollständige Einheit der Partei- Organisation und Aftion anzustreben; daß aber jede Organisation, die nicht gänzlich auf demokratischer Grundlage beruht, sondern die gegentheils, das Prinzip der Volkssouveränität verletzend, diesem oder jenem Führer diktatorische Befugniß einräumt, der persönlichen Leitung zu Eigennutz und Mißgriffen die Geschicke der Partei anvertraut, den Antrieb zur Selbstthätigkeit Aller erstickt, die kollektive Initia tive und Strebweise vernichtet, im Parteileben die demokratische Schule und Erziehung verfümmert und verfälscht, immer und überall mit Energie bekämpft werden muß, is beschließt: sion ads] 1) Auf ebenso streng demokratischer als sozialistischer Grundlage der Herstellung der Einheit in der Arbeiterpartei allen Vorschub und Beistand zu leisten und daherdap mars 2) zur Ausführung des von den Bürgern, Bremer, Hoffmann, W. Klees, Th. York, C. Müller, S. Spier, A. BieBom Londoner Generalrath der Internationalen Arbeiter wig, W. Bracke, H. Ehlers, E. Lüdecke, A. Schrader, F. Ellner, Assoziation wird uns zur Veröffentlichung mitgetheilt, daß auf A. Dreyer, Hingstmann, Lehnhoff, L. Bonhorst, Keyser vorge dem Congreß in Basel nur wirkliche Mitglieder der Inter- fchlagenen allgemeinen Kongresses der gesammten nationalen Arbeiter- Assoziation( also nicht Solche, die nur zum sozialdemokratischen Arbeiter Deuschlands nach Kräften Schein mit der Internationalen Arbeiter- Affoziation liebäugeln) mitzuwirken. hom si, dan harus d zu erscheinen berechtigt sind.deje, med child sid and Genf, den 1. Juli 1869. apsmist stidsl asduolus disinalindinis Für das Centralfomité: 99 In Nürnberg ist die am 4. Juli abgehaltene Con- shilomidoron- loron of Joh. Ph. Becker, Präsident. ferenz der social demokratischen Arbeiter Bayerns sehr befriedi di ofisild Th. Remy, Sekretär. digend ausgefallen. Augsburg, München, Schwabach, Bamberg, Fürth, Nürnberg u. f. w. waren vertre ten, und es wurde eine vollständige Einigung der verschiedenen Frattionen erzielt. die doar sam o = Bis jetzt haben sich nicht weniger als 4 Präsidenten der Gewerkschaften unter dem Verbandspräsidium Schweizer's von legterm losgesagt, und zwar: Hr. Fritzsche, Präsident des Cigarren und Tabatarbeiter- Vereins, Hr. Schumann, Präsident des Allgemeinen Deutschen Schuhmachervereins, Hr. York, Präsident des Gewerkvereins deutscher Holzarbeiter, und neuerdings, wie wir erfahren, auch Hr. Schob, Bräsident des Allgemeinen Deutschen Schneidervereins. adat mand tod da at Allen Parteigenossen hiermit zur Nachricht, daß auf einer Conferenz von Vertretern der verschiedenen Fraktionen der Deutschen Sozial- Demokratie einstimmig der Beschluß gefaßt worden ist, den sid bi 1119 nisair] ca ins An die Mitglieder des internationalen Arbeiter- Bundes in Deutschland, der Schweiz und Oesterreich. Bundesgenossen, Brüder! drp, gi Die Herren Bremer, Bracke und Genossen, bisher Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, haben unter dem 22. Juni ds. Js. eine Erklärung erlassen, in welcher ſie die Handlungsweise des Präsidiums des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins einer strengen Kritik unterziehen und zur Einberufung eines Congreffes aller Sozialisten deutscher Sprache, sowie zur Einigung derselben auffordern. Da wir nicht Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Ar beitervereins find, steht es uns nicht zu, über das Verhalten daher nur den Borschlag zur Einigung heraus, dem wir uns des Präsidiums desselben ein Urtheil zu fällen, wir greifen um so freudiger anschließen, als wir schon seit längerer Zeit bemüht sind, zwischen den ftreitenden Fraktionen unserer Br der eine Einigung zu vermitteln. 309 Es wird endlich Zeit, daß die deutschen Arbeiter die dringende Nothwendigkeit erkennen, sich die Hände zu reichen zu gemeinschaftlichem Wirken, denn nur dann wird es möglich, den Kampf gegen alle Klassenherrschaft, gegen die wohlorganifirte Macht des Militarismus, des Adels, der Pfaffen und des Kapitals fiegreich durchzuführen. Aber diese Einigung wird nur dann eine feste und bauernde sein, wenn sie nicht die Zertrümmrung einer Fraktion durch die andere in sich schließt, sondern wenn beide Fraktionen mit dem festen Willen, vergangene Streitigkeiten zu vergessen, sich auf den einzigen Boden stellen, welcher zur Vereinigung gegeben ist, auf den des internationalen Arbeiter- Bunds, und es gilt nun für uns dahin zu wirken, daß die neuzuschaffende Organisation sich diesem Bunde voll und ganz anschließe. Wir rufen daher allen unsern Bundesgenossen zu: ,, Echließt Euch dem Streben nach Vereinigung an, wirkt, vorzüglich in Beschichtung des einzuberufenden Congresses, thätigst mit, und stehet fest mit uns dafür ein, daß die Arbeiter deutscher Zunge fich der internationalen Bewegung ungetheilt anschließen. Mit sozial- demokratischem Gruß Die Leipziger Mitglieder des internationalen Arbeiter- Bundes.809 smist sisurhe Aus Oesterreich. слот Wien, 8. Juli. Uneigennüßigkeit die Initiative politischer und sozialer Thätig= feit immer und immer ins Volk selbst hineinzudrängen, freuen fie fich des Einflusses, welchen sie durch ihr Talent errungen, und von diesem Augenblicke an ist es nicht mehr der Pulsschlag des Volkes, welcher das Blut durch ihre Adern treibt, sondern das lächerliche Gefühl persönlicher Wichtigkeit. Sie werden Absolutisten der Demokratie. Von der Bedeutung ihrer Persönlichkeit durchdrungen, haben sie kein Auge für die Leistungskraft des Volkes, selber voll Herrschergefühl stehen sie der Verwirklichungsarbeit des Volkes gegenüber, welche auf Abschaffung jeder Art von Herrscherthum hinzielt. Sie werden Reaktionäre im Kleide der Revolution. Möge sich insbesondere auch die bürgerliche Demokratie dieser Wahrheit bewußt werden. Fragen wir in den Reihen der reinen Demokratie nach über ihre Aussichten, Pläne und Hoffnungen. Alles grünt und blüht in rosigem lichte, und der einzige trübe Schimmer, der diese Fernsicht stört, ist die Theilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit der großen Masse des Bürgerthums. Bei näherem Zufehen zeigt sich aber leider, daß dieser trübe Schimmer immer dichtere und dichtere Schatten wirft, und das rosige Bild einer schönen Zukunft erscheint dem tiefer blickenden Auge als schwarze finstre Nacht mit glänzender Oberfläche. Was nügen die wohlmeinenden Absichten von ein Paar Dutzend redlichen Männern, wenn der Strom des öffentlichen Lebens in den Sumpf geistiger Gleichgültigkeit mündet? Was nüßen die schönen Jdeale, welche da und dort noch in der Brust Einzelner wachen, wenn der Strom des öffentlichen Lebens gerade nach entgegengesetzter Richtung treibt? Seht ihr denn nicht, daß das Bürgerthum seht ihr denn nicht, daß es Euch, ihr Männer der Zukunft, von Tag zu Tag mehr in seinen materiellen Interessen erstarrt, Eure Aufgabe, sondern begraben. Kommt zu uns, steigt herab unmöglich ist, diesen Leichnam zu beleben? Nicht beleben sei in die Schichten des Volkes aus Eurer vermeintlichen Höhe. Sucht, ob ihr bei uns den Boden findet, der Eure Ideale reifen läßt; sucht im arbeitenden Volke den Hebel geistigen Fortschrittes anzusetzen; Ihr werdet sehen, das man im Vereine mit ihm die Welt aus den Angeln heben kann. Hier ist Leben, hier ist Kraft! Kommt zu uns, prüft unsere Forderungen, hört unsere Wünsche. Ihr werdet sehen, daß nur die Bernunft jene dictirt und nur die Sorge um das Wohl und Wehe unserer Mitmenschen diese leitet. Kommt auf die Seite der Revolution und meidet den häßlichen Schein, zwischen Reaction und Revolution zu stehen. Laffet die alten Gegenfäße scharf und bestimmt hervortreten und mit ihnen fließt In allen staatlichen und städtischen Fragen, in politischen und kommunalen Angelegenheiten tritt als bemerkenswertheſter Zug des Bürgerthums die Indolenz, die stumpfe Gleichgültigfeit gegenüber Allem, was nicht den unmittelbarsten Eigennut berührt, hervor! In Wien tritt diese Erscheinung so sehr in den Vordergrund, daß sie von den Organen der Bourgeoisie selbst unverholen eingestanden wird. Man quält sich in den liberalen und ,, demokratischen" Blättern unsäglich ab, den stag= nirenden Sumpf der öffentlichen Meinung einigermaßen in Fluß zu bringen, aber vergebens. Wir sind weit entfernt, über solchen Zustand flagen zu wollen, wir finden ihn vielmehr so ungeheuer natürlich, daß uns nur das Gegentheil davon wun dern würde. Die öffentliche Meinung ist nichts anderes, als der geistige Abdruck jener kleinen und fleinsten Intereſſen, welche das Gehirn der heutigen Gesellschaft in Anspruch nehmen. Das Geldmachen ist das einzige große Gesetz und daraus folgt, daß des Kaufmanns Pfefferfac viel wichtiger ist, als all' diese politischen und sozialen Fragen, welche nur das gemüthliche Geschäft des Verdienens und Genießens stören. Die Rudera politischen Denkens und Wollens, welche im Wieher Bürgerthum noch übrig sind, krystallisiren sich in einzelnen ſtenzbedingungen einer Klasse, welche mit giftigem Windhauch Euer geistiges Leben zu zersetzen droht, kommt zu uns; Arbeit, demokratischen Bereinen; sie stehen aber so vereinzelt und ohne Stttlichkeit, Wissenschaft ist unser Wahlspruch, die Revolution Rückhalt im Volke da, daß sie eigentlich nur ein Scheinleben ist unsere Mutter! ind vedno führen. Wären nicht die Zeitungen so freundlich zu melden, doldog s daß der Berein zur Wahrung der Volksrechte" eine Versammlung abgehalten oder der demokratische Verein" dieser oder jener Vorstadt eine Resolution gefaßt hat, man hätte keine Ahnung, daß im Wiener Bürgerthum noch Männer existiren, welche anderer Ansicht sind als ihre Regierung. Es kommt uns nicht in den Sinn, diese Vereine anzugreifen; wir Sozianeues Leben durch unsere Adern. Erhebt Euch über die Eridis rsd duspolii anc Das sächsische Ostpreußen. Das sächsische III. Geyer, den 25. Juni. In Betreff unserer Zustände weiß ich heute nichts besonderes Neues zu schreiben. Ueber die Schönfelder Schulmeisterliften machen unseren Weg auch ohne sie, vielleicht fehen sie geschichte können wir hinweggehen; wir geben solche Verläumspäter ein, daß sie den ihrigen ohne uns nicht machen können. Der bloße Name der Demokratie hat für uns etwas Großder der allgemeinen Verachtung preis! In der vorlegten Nummer des ,, Wochenblatts" ist auch erwähnt, daß die Noth nicht in Geyer herrscht, sondern auch in andern Städten, zuschreiben will, so ist vielleicht Das das einzig Berechtigte, und in der That erstreckt sie sich über die Städte Geyer, daß wir schon dem demokratischen Namen zu lieb im Stande find, Denen Sympathien zuzuwenden, welche ihn führen. Und Bärenstein und Oberwiesenthal. Ich glaube aber, daß es in doch hat uns dieser unser Glaube schon furchtbar betrogen. Geyer am schlimmsten steht, weil hier 1) verhältnißmäßig die Unser Blut wurde in Strömen vergoffen im Jahr 1848 in meisten Posamentierer sind und 2) weil man hier die miferaFrankreich und in Deutschland, weil wir den Männern glaub- belften Arbeiten machen muß, denn es werden hier ausschließ ten, welche den demokratischen Namen führten. Wer weiß es, lich baumwollne Fransen gefertigt, und wenn nur einigermaßen ob die Langmuth und das Bertrauen des Boltes nicht auch in flott gearbeitet wird, so werden wöchentlich gegen 3000 Mal Butunft viele Opfer fordern wird. Die Führer des Bolkes 30 Ellen fertig. Für 30 Ellen giebt es nun 2%, 3 und find nur zu oft seine schlimmsten Feinde Anstatt mit voller 3% Ngr; jegt aber giebt es immer nur wöchentlich 1000 1500 Mal 30 Ellen zu arbeiten, woraus sich Jeder die ArbeitsTosigkeit leicht berechnen kann. Die Lebensweise erklärt sich wiederum leicht aus dem Verdienst; es wechselt beständig trocknes Brod und Cichorienbrühe( ,, Kaffee" fann man es nicht nennen) mit Kartoffeln, und Kartoffeln mit trocknem Brod 2c. und das noch oft nicht genügend. Trotzdem ist der jetzige Gesundheitszustand immer noch verhältnißmäßig gut. Freilich muß man in Betracht ziehen, daß man hier gute reine Luft und gutes Wasser hat, was man beides glücklicherweise nicht zu versteuern braucht. Hätten wir eine Flußniederung, so würde der Hungertyphus uns nicht oft verlassen. Contra Schweizer- Hatzfeldt( Mende). ( Fortsetzung aus der Beilage.) Der ,, Sozialdemokrat" hat sich endlich bequemt die Erklärung des Hrn. Dr. Kirchner, die wir in letter Nummer des ,, Wochen blattes" abdruckten, ebenfalls zu veröffentlichen, damit aber auch aufs Neue bewiesen, wie außerordentlich kleinlich und erbärmlich die Kampfesweise des Hrn. Dr. Schweitzer ist. Der„ SozialDemokrat" wußte nämlich auf diese äußerst ruhig gehaltene Erklärung Kirchner's nichts anderes zu entgegnen, als daß er sagte: ,, Hr. Dr. Kirchner habe den Haupteinwand gegen sich unerwidert gelassen, und der bestehe darin man höre und staune! daß er Liebknecht- Bebel'sche Gewerkschaftsstatuten vertheilt habe." Nichts als Drahtpuppen ſollen also die Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins sein, die ohne die Genehmigung ihres Präsidenten nichts lesen Herr Schweizer hat thatsächlich gewisse Bücher auf den Inder*) gesetzt, d. h. zu lesen verboten), nichts schreiben, nichts reden und thun dürfen, ohne erst brieflich oder telegraphisch bei dem Herrn ,, Präsidenten" in Berlin anzufragen. Damit aber unsere Leser ganz die Größe des Kirchner'schen Verbrechens" kennen lernen, wollen wir noch hinzufügen, daß die Gewerkschaftsstatuten, die Kirchner vertheilt hat, im ganzen höchstens 4, fage vier Stück gewesen sein können, die derselbe als in Nürnberg gewählter Vertrauensmann des Verbands deutscher Arbeitervereine vom Vorort zugeschickt erhielt. Mit der Art, wie Herr Dr. Schweißer die Mitglieder seines Vereins behandelt, und die Zumuthungen, die er an sie stellt, erzieht er nicht selbstdenkende, auf eignen Füßen ſtehende Männer, sondern blinde Fanatiker, die gedankenlos thun, was der Präsident" befiehlt. Das freilich will er, deshalb wird Jeder, der nicht blind sich ihm fügt, im ,, Sozial- Demokrat" gebrandmarkt als Verräther", der die heilige Organisation untergrabe u. dergl. mehr. Elendes Komödiantenspiel das, und bedauernswerthe Menschen, die sich so was bieten lassen! Herr Dr. Schweizer hatte im ,, Sozial- Demokrat“ veröffentlicht, v. Bonhorst habe vom Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein gelebt. Hr. v. Bonhorst hat dieses, ebenfalls in vor. Nr. d. ,, D. W.", durch Anführung der Zahlen, d. h. der Geldsumme, die er als Agitator bekommen und die im Verhältniß zur Leistung äußerst gering genannt werden muß, schlagend wußte! Diese Art, gebrachte Opfer zu lohnen, muß sehr aufmunternd für Diejenigen sein, die heute ,, agitiren", um von dem wankenden Anhang noch zu halten, was zu halten ist. Sehr ergöglich zu lesen ist, wie Dr. Schweizer in Berlin im ,, Sozial- Demokrat" gegen Liebknecht und Bebel zu Felde zieht. Diese beiden sind in seinen Augen die Hauptstörefriede, die je eher je lieber gehenkt werden müßten. Ge treue Anhänger des Hrn. Dr. Schweitzer müssen sich die beiden Genannten als den leibhaftigen ,, Gottseibeiuns" vorstellen, so schauerlich ist das Gemälde, das Hr. Dr. Schweitzer von ihnen entrollt. ,, Neulich", lautet eine Enthüllung" die Hr. Dr. Schweitzer in der letzten Sonntags= Nummer des ,, Sozial- Demotrat" feinen erstarrten Anhängern in einem Briefe aus und haben Verschwörungen gegen unsern verehrten Präsidenten Magdeburg mittheilt ,,, waren diese beiden Herren sogar hier angezettelt." Es werden dann mehrere Männer in Altona geLiebknecht und Bebel" empfangen haben sollen, und diese werden nannt, die eine Menge Briefe und Zusendungen der Herren aafgefordert, diese Briefe zu veröffentlichen. Die Denunzirten in Altona werden nicht schlecht sich die Augen gerieben haben eine Zusendung von Liebknecht und Bebel empfangen. ob dieser Aufforderung, denn sie haben nie eine Zeile, noch sonst zum Lachen, mit welchen Mitteln Herr Dr. Schweißer seine Anhänger der andern Seite fern zu halten sucht; nun, helfen wirds ihm nichts, er ist ein gestürzter Mann und Niemand kann ihn wieder aufrichten. 11 Es it Aus Erbach im Rheingau ist der Redaktion des„ ,, Demotratischen Wochenblattes" folgendes Schreiben zugegangen: Indem bis Ende Juli ein Congreß sämmtlicher bis jetzt getrennten sozial- demokratischen Arbeitervereine stattfindet, for dern wir alle Parteigenossen und Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins auf, dem jetzt neubegründeten Berein unter dem Präsidium Schweizer nicht beizutreten, sondern dahin zu wirken, daß der Congreß so zahlreich besucht wird als möglich, und sich bis dahin neutral zu halten. der alte Sozialdemokrat ist wie auch früher, und nicht, wie Ferner erklären wir, daß Herr v. Bonhorst immer noch Schweizer erklärt, ein zur Volkspartei Abgefallner, möchten aber den Herrn Schweitzer bitten, uns zu berichten, inwieweit Herr v. Bonhorst von dem Verein gelebt haben soll. Im Auftrag der hiesigen Mitgliedschaft Johann Jos. Kowald. Des Von Hrn. Th. York in Harburg, dem Präsidenten de ( Schweitzer'schen) Gewerkvereins Deutscher Holzarbeiter ist uns folgendes Schreiben zugegangen: unfre Der ,, Sozial- Demokrat", das Organ des Hrn. Dr. Schweitzer, verbreitet in seiner letzten Nummer eine so folossal merkwür dige Notiz aus Harburg, daß ich nicht umhin kann, für auswärtigen Parteigenossen die Sache etwas aufzuklären. In Harburg wurde am 4. Juli ein großes Arbeiterfe widerlegt. Hr. Dr. Schweißer fann im ,, Sozial- Demokrat"( Umzug der verschiedenen Gewerke durch die Stadt, große Feier im Freien und Festball in drei Sälen) gefeiert. Feste recht großartige Dimensionen zu geben, diefem ben auch gegen diesen Beweis mit Zahlen nichts entgegnen. Das Um hindert ihn aber nicht, vor wie nach zu behaupten, daß Hr. v. hatte ich es Bonhorst vom Verein gelebt habe, und zwar entwickelt er: Hr. v. Bonhorst habe agitirt, sei für diese Agitation bezahlt wor= unternommen, persönlich dafür einzutreten, und die Comité und Festleitung in die Hand genommen. Am Donnerstag den( freilich schlecht genug! D. R.), um die Reisespesen zu 1. Juli war die letzte Comité- Sißung, in der ich unbeding decken, folglich habe er vom Verein gelebt! Mit andren Wor- anwesend sein mußte, weil ich eben die intellektuelle und fach ten: wer für den Verein gelebt hat, ohne für Schweißer zu liche Leitung in der Hand hatte, und mein Fortbleiben in diefer leben, hat vom Verein gelebt! Derselbe Vorwurf wird gegen Sigung gleichbedeutend mit einer vollständigen Auflösung de Comités und einer schweren Schädigung des Festes gewefen Daß also Männer ihre beste Kraft und Zeit opferten und persönlichen Groll gegen mich gehabt hatten, diesen Umstand, wäre. Dies wissend, benußten einige Personen, die einen rein die ehrlich verdiente Entschädigung annehmen, wird ihnen jetzt um ihr Licht hinter meinem Rücken leuchten zu laffen, unb von demselben Manne zum Vorwurf gemacht, der sie einstmals beriefen eine Mitgliederversammlung des aufgelösten Allg selber schickte und dafür, daß sie die, wenig Erfolg versprechende deutschen Arbeitervereins zur felben Stunde, wo die Comité Mission übernahmen, in seinem Blatte nicht genug zu loben Sitzung stattfand, obgleich in einer eben solchen Berfammlung 4 Tage vorher beschlossen worden war, von der Bräsidente Herrn Schumann in Berlin geschleudert, der bekanntlich längere Zeit in Sachsen vorigen Winter agitirte. *) ein lateinisches Wort: Verzeichniß. So nennt man das Berzeichniß der von dem Papst verbotnen Bücher. wahl Abstand zu nehmen und den Berlauf der Bewegung 40 zuwarten. Jene Leute beriefen diese Versammlung, obwohl sie überzeugt waren, daß ich mein Versprechen, vor dem Feste nichts unternehmen zu wollen, was irgendwie dasselbe beeinträchtigen könnte, redlich halten würde. Wenn nun in dieser sogenannten Mitgliederversammlung Herr von Schweißer ,, einstimmig" gewählt worden ist, so hat dies durchaus keine Bedeutung, denn in dieser Versammlung waren nur 27 Personen anwesend, und mindestens 20 davon haben den Herrn von Schweitzer nur gewählt, weil, nun ,, weil's weiter keinen 3wed hat". Hier kann ich nicht umhin, einem Geniestreich des Herrn Liebisch aus Hamburg die verdiente Anerkennung zu verschaffen. Herr Liebisch, der, wer weiß auf welche Weise, von der stattfindenden Comité- Versammlung Kenntniß erhalten hatte, war extra nach Harburg gereist, um durch den hiesigen Bevollmäch tigten der Schneider, H. Buchholz, in dem Comité den Antrag stellen zu lassen, mich aus dem Comité zu entfernen, denn dann würden mindestens 600 Hamburger das Fest besuchen, während, wenn ich in dem Comité bliebe, Niemand kommen würde. ( 8u welchen Schurkenstreichen doch gewisse Leute fähig find.) Natürlich wies das Comité dieses Anfinnen als eine unerhörte Gemeinheit, ohne darüber abzustimmen, zurück, und Herr Liebisch, der am Sonntag doch noch hier war, troßdem ich im Comité blieb, wird sich wohl aus der hier ob waltenden Stimmung überzeugt haben, daß es mit dem für mich verlorenen Boden, wie das Organ des Herrn von Schweitzer den Arbeitern vorzulügen fich bemüht, wenig auf sich hat und daß auf dem ,, verlorenen Boden" die jesuitischen Schliche und Ränke durchaus feinen Voden finden. Harburg, 5. Juli 1869. Th. York. Folgender Brief wurde anläßlich des Mainzer Arbeiter: tags von dem Vorsteher der Gemeinde des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins in Freiburg im Breisgau geschrieben: Freiburg, 4. Juli 1869. 311 in Europa aber mit Ausnahme Frankreichs nicht mehr vorkommt? Bedingt denn eine gute Organisation, die gewiß nothwendig ist, die unumschränkte Alleinherrschaft eines DalaiLama, der mit seinen Machtsprüchen über die ganze Partei disponirt? Ich denke nicht, und zu dieser Ueberzeugung wird jeder Arbeiter kommen, der nicht lediglich unter den ausgetretenen Phrasenpantoffeln Schweizers steht, sondern selbst zu denken sich entschließt. Ja, denken! Das darf der ächte Schweizerianer bei Leibe nicht. Der„ Social- Demokrat" muß seine Bibel sein. Die Phrasen des Präsidenten muß er gut auswendig lernen, aber bis hierher und nicht weiter! Daher der Jubel des Arbeiterkaisers, daß die ,, Nichtarbeiter", daß alle jene Leute, die selbstständig zu denken gewohnt sind, ihren Austritt erklärt haben; aber man muß gestehen, daß dieser Jubel im Widerspruche mit Schweitzer's sonstigem Gebahren ganz undiplomatisch ist, denn er verräth das unehrliche Spiel, das dieser Mensch mit den Arbeitern zu treiben vorhat. Und es verräth auch die ganze Gemeinheit dieses Elenden, famösen Angedenkens vom Schloßgarten zu Mannheim, daß er Solchen, welche ihre ganze Zeit und ihre Intelligenz dem Dienste der Arbeitersache gewidmet haben, hintennach die erhaltenen Entschädigungen wie Almosen vorrückt. Entweder haben diese bekommen, was ihnen gehörte, und dann ist dieses Vorrücken eine Schlechtigkeit sonder Gleichen, oder aber mehr, und dann ist der Präsident mit der Arbeiterfasse unehrlich umgegangen. Wie verhaßt dem c. Schweizer jene ,, Nichtarbeiter" übrigens sind, welche sich ihm nicht mit Leib und Seele verkauft haben, habe ich erfahren: zwei Monate sind es, seitdem ich hier zum Bevollmächtigten gewählt wurde, ein Monat, seitdem die hiesigen Mitglieder den Präsidenten unter Abgabe eines regelrechten Vertrauensvotums um die Bestätigung mahnten, aber bis heute ist noch keine Antwort gekommen. Es ist nun keine mehr nothwendig, denn ich habe es mir von jetzt an zur Aufgabe gemacht, zur wahren Aufklärung der Arbeiter iu jeder Beziehung mitzuwirken, was mir bei dem Schweizer- Sonderbund nicht möglich wäre, und ich schließe heute mit dem Rufan die Arbeiter Deutschlands: Es lebe die Organisation, aber nieder mit der Willkührherrschaft, nieder mit dem DalaiLamathum! Freiburg, 4. Juli 1869. Mit social- demokratischem Gruß Rüdy. Vororts: und Arbeiter- Angelegenheiten. An unsere Verbandsgenossen! Herrn L. von Bonhorst zur Zeit in Mainz. Ich bin vollständig einverstanden mit dem Kampfe gegen den Arbeitercäsarismus, den Schweißer durch seinen famosen Staatsstreich mittelst des allgemeinen Stimm- und Wahlrechts genau nach dem Vorbilde des zweiten Dezember organifirt hat, und ich lebe der Ueberzeugung, daß, wenn dieser Kampf der ehrlichen und denkenden Demokraten gegen den Arbeitercäsar in Berlin auch mit nicht viel mindern Schwierigkeiten verbunden sein wird, als jener der Freiheitsmänner in Frankreich gegen den Despoten in den Tuilerien, die Vernunft und Wahrheit doch siegen muß, wie es auch über dem Rhein zu tagen anfängt. Die Gleichartigkeit beider Systeme geht bis ins Lächerliche: der Cäfar in den Tuilerien pocht auf den Willen des Voltes, der in Berlin gerade so, aber beide fälschen und berwirren die öffentliche Meinung, Genies im Schwindel wie sie sind, durch den großartigsten Aufwand von Sophistik und Bhrasendrechslerei; der Cäsar in den Tuilerien betont fortwährend die Nothwendigkeit einer starten Staatsmacht, der in Berlin die Nothwendigkeit einer strikten Organisation, aber August d. J. beide verstehen darunter nichts anderes, als die unumschränkte persönliche Herrschaft l'état, c'est moi, das französische Volk bin das bischen Freiheit, das die Franzosen besitzen, ein Geschenk Auflösung des Verbands. des Allmächtigen, von Schweiger's Gnaden wird der Bruchtheil Für den 7., 8. und 9. August dieses Jahres ist der sozialdemokratische deutsche Arbeitercongreß nach Eisenach einberufen, bei dem sich unsre Verbandsgenossen zweifellos zahlreich betheiligen werden. Dies veranlaßt uns, gleichzeitig auch den jechften Vereinstag unseres Verbands, nach Eisenach einzuberufen und zwar auf Montag, den 9. Die Tagesordnung bildet: 1. Bericht des Vororts, 2. die Frage: Welche Stellung soll der Verband zu der neuen Bartei einnehmen? event. Die übrigen Punkte, welche wir Anfangs für die Tageswerden durch die Tagesordnung des social- demokratischen Direkte Gesetzgebung welchen er den schlau in seinen Sack escamotirten Arbeitern zu durch das Volt, die politische Stellung der deutschen Sozialgewähren mit der Zeit beruhen wird; in den Tuilerien regiert Demokratie, die Frage der Volkserziehung in Beziehung zum ein Beib, dem man aber doch noch ein gutes Leumundszeugniß Militärsystem und die Gewerksgenossenschafts Angelegenheit, falls ein Weib, das aber ein halbwegs anständiger Mann nicht Congresses bereits erledigt. Wir fordern unsere Verbandsausstellen könnte, am Hofe des Arbeiterfaifers in Berlin eben= gern mit Namen nennt. Mit Staunen muß man sich fragen: genoffen auf mit aller Kraft dahin zu wirken, daß kein Ort fich unter der Phrafe der Organisation einen Despotismus selbstständig einen Deputirten zu schicken, dann mögen die auf allen andern Gebieten der weitgehendsten Freiheit huldigen, Reichen die Kräfte und Mittel des einzelnen Orts nicht aus, auf den Hals laden, wie er wohl noch in China und Japan, Nachbarorte zusammentreten und gemeinschaftlich einen Depu tirten senden. Zeige der Arbeiterstand, daß er auch ein außer ordentliches Opfer zu bringen weiß, wenn es gilt ein großes und erhabenes Ziel zu verwirklichen. Leipzig, den 8. Juli 1869. Mit sozial- demokratischem Gruß und Handschlag Der Vorort: on Bebel, Vorsitzender. Baer, Schriftf. Hadlich, Kassirer. Ullrich, Martin, Thebus, Sch in a lz, Beisitzer. Unserer Aufforderung, der Einberufung eines allgemeinen social- demokratischen Arbeiter- Congresses beizustimmen, sind weiter nachgekommen: Genf und zwar die Redaktion des Felleisen": A. Gögg, das Central- Comité der deutschen Arbeiter= Vereine der Schweiz: Quid, Hofener und Arnold. Zürich: Dr. A. Ladendorf, Redakteur des Felleisen," H. Greulich, Beust und Seelos. Ferner: Apolda, Aalen, Hainichen, Thurm, Burgstädt, Lugau, Graz, Göppingen( Landeskomité der würtembergischen Arb.- Bild.- Vereine), Reutlingen, Tuttlingen, Giengen i/ B., Zell, Rottweil, Barmen- Elberfeld, Bielefeld. sid chi Genf, 28. Juni. Die letzte Generalversammlung der hiesigen Settionen des Internationalen Bundes" hat eine zweite Adresse an den Staatsrath gerichtet, in der sie nachdrücklich gegen das willkührliche Vorgehen der Polizei und der Behörden überhaupt protestirt und eine strenge Untersuchung verlangt. Am Schluß widerspricht die Adresse energisch der vielfach ausgeftreuten Behauptung: der ,, internationale Bund" arbeite auf den Untergang der Republik los, keine der Klassen der Bewohner Genfs und der Schweiz sei dieser treuer ergeben als gerade die arbeitende, welche stets zu jedem Opfer für die Vertheidigung der Republik bereit gewesen und noch heute bereit sei. Der hiesige Buchdruckerstrike ist vollständig beendigt. Die Arbeiter, welche nicht bei der„ Suisse radicale"( einer Zeitung, die den gewünschten Lohntarif angenommen hat) ein Unterkommen finden konnten, sind entweder abgereift oder haben sich zu einer Genossenschafts= Buchdruckerei verbunden. Aus den Statuten der Genossenschaft geht hervor, daß die besagte Druckerei Eigenthum des alten Typographenvereins, welcher Strike gemacht und für diesen Zweck noch einige Tausend Franken von dem ursprünglichen Fond von 8000 Fr. erübrigt hat, bleiben soll. Der Rest des auf 30,000 Frcs. veranschlagten Kapitals soll durch Absatz von 50 Franken- Actien gedeckt werden. Schon sind 8000& c. gezeichnet und es wird die vor Kurzem geschlossene und sehr gut eingerichtete Druckerei der Wittwe Blanchard angekauft. Madame Blanchard verlangt 12,000 Fr., in Raten zahlbar; es ist also gegründete Aussicht vorhanden, daß in der Schweiz Genf die erste GenossenschaftsBuchdruckerei haben wird. Graz, 1. Juli. Am 21. Juni tagte hier die stärkste Volksverjammlung, die Graz je gesehen. Ueber 2000 Menschen waren anwesend, viele Hunderte mußten wegen Mangel an Raum umkehren. Die Bundigammer Bierhalle war Bersammlungslokal. Die Tagesord nung bildete: 1) Die Arbeit in den Strafhäusern, welche einem Consortium von Großindustriellen zur Ausbeutung übergeben werden sollen; 2) gänzliche Aufhebung des Concordats; 3) freies Vereins- und Versammlungsrecht; 4) allgemeine Kranken- und Invalidenkaſſe; 5) allAlle gestellten Resolutionen wurden einstimmig angenommen. Die Grazer Sozialisten find nur Arbeiter, welche auch in dieser großen Bersammlung allein das Wort führten, die anwesenden Doktoren und Angehörige der sogenannten höheren Stände sprachen nicht, wahrscheinlich paßte ihnen Manches nicht in den Kram, doch haben auch sie den Rednern Beifall geklatscht. died biszidor Dresden, 4. Juli. Gestern fand im hiesigen Arbeiter- Bildungsverein eine Besprechung der Borlage Hog Boroits, die Reorganiſation organisation nöthig sei, es wurde aber geltend gemacht, daß angesichts der Vorgänge im Allgemeinen deutschen Arbeiterverein zuerst in dieser Beziehung eine Abklärung der Sachlage stattfinden müsse, um womöglich eine Vereinigung der ganzen sozial- demokratischen Partei zu erzielen und wurde deshalb folgende Resolution mit großer Mehrheit angenommen: Der Verein geht zur Zeit über die Vorlage des Vororts zur Tagesordnung über, erklärt aber seine Bereitwilligkeit, das Project eines sozial- demokratischen Arbeiter- Kongresses zum Zweck einer Vereinigung der gesammten ehrlich- sozialistischen Arbeiterpartei thatkräftig zu unterstützen. Reichenberg, 26. Juni. Vor einem halben Jahr( f. N. 52 d. D. W. vom vorigen Jahr) stand ein kurzer Bericht von hier. Ich muß heute zu meinem tiefsten Leidwesen berichten, daß sich die damaligen Voraussetzungen als eben so viele Trugschlüsse erwiesen haben. Ich will versuchen, Ihnen in gedrängtem Rahmen ein getreues Bild der Gesellschaft zu geben, welche hier unter den Namen„ In dustrieller Biltungsverein" die Interessen der Arbeiter mit Füßen tritt. Es war der erste Arbeiter- Berein in Oesterreich und der Zweck des Berantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht. ( Mebattion: Braustr. 1). 512 feleen moralische und intellektuelle Bildung" mit Ausschluß von Politik und Religion. So lange die eigentlichen Gründer( es waren meist Arbeiter, etwas wenig Kleinmeister) im Verein thätig waren, konnte der Präses( wie der Vorsitzende genannt wird) und die Clique der Fabrikanten nicht viel ausrichten. Es hatte sich eine stramme Opposition gebildet, welche jedoch den Fehler beging, wegen eines zweimal zur Abstimmung gebrachten Antrags auszuscheiden. Seit dieser Zeit( es sind drei Jahre) ist der Präses der Brave heißt Dr. Wilhelm Herzig, das Gesetzbuch des Vereins und wehe demjenigen, welcher an der Unfehlbarkeit dieses Mannes zweifelt. Daß sich wieder eine Partei bildete, welche, mit den bestehenden Berhältnissen unzufrieden, den Muth besaß, dagegen zu sprechen, datirt erst seit seinem halben Jahre. Um diese Zeit trat Einsender dieses dem Verein bei, und versuchte die Unzufriedenen zu vereinigen. Wir bildeten einen jozialdemokratischen Club. Hier zeigte sich aber noch sehr viel Unklarheit und Mangel an Thatkraft. Ich war für ein Programm, welches die Grundsäße der Sozialisten enthielt, und für Satzungen, welche kurz und bündig den Zweck unseres Zusammentretens ausdrückten. Warum sollte man auch das Licht schenen, wenn man recht hat? pil Die trockenen Wahrheiten, welche mein erstes Statut enthielt, wur den unbarmherzig gestrichen, jo daß am Ende nur noch ein Geschreibsel vorhanden war, welches so viel wie Nichts jagte. Man fühlte dies auch heraus und ich wurde angegangen, ein neues Statut mit Programm einzubringen. Es war zur Zeit, als uns die Reichenberger( Bourgeois) Zeitung" nach einer Leipziger Correspondenz wegen Programmlosigkeit" anhäkelte. Da jedoch schon beim ersten Punkte die Kunst des Streichens wegen zu großer Schärfe" wieder in Anwendung gebracht wurde, zog ich meine Vorlage zurück. Sollte es ein Fehler sein? Seit der Zeit fristet der sozial- demokratische Club kümmerlich sein Dasein mit dem alten Geschreibsel! Es sind dies höchft traurige Aussichten! " Unser Verhältniß dem Vereins- Pascha gegenüber spitzt sich von Tag zu Tag mehr zu. Jusbesondere habe ich mir unter den Philistern des Vereins unverföhnliche Feinde geschaffen, so daß sogar die Frage ventilirt wurde, mich als Wühler und Revolutionär aus dem Verein zu stoßen. Der Boden für einen neuen Arbeiterverein wäre vielleicht jetzt günftiger als vor einem halben Jahre, besonders seit den Brünner Ereig nissen, doch es fehlt an befähigten Männern, die wenigstens über ein Quantum Zeit verfügen könnten. Was kann aber ein halbes Dutzend Fabritarbeiter bei 12-13ſtindiger Arbeitsdauer thun? Man kommt ermüdet nach Hause, mit ge nauer Noth, daß man zeitweilig Freunde besucht, Zeitungen lieft, einen Brief schreibt u. f. w. Ein zweiter Punkt ist die Geldfrage! Ein Arbeiter in hiesiger Gegend verdient nicht viel( ,, s' macht die mangelhafte gewerbliche Bildung" sagt unjer Präses) und gibt erst dann Geld aus, wenn der Vortheil auf der Hand liegt. Was habe ich schon agitirt für die Verbreitung von Arbeiterzeitungen, leider mit geringem oder gar keinem Erfolge. ( Wir rathen unserem Correspondenten ungesäumt die Gründung eines neuen Arbeitervereins in die Hand zu nehmen. Der Boden ist unzweifelhaft günstig, und daß es an befähigten Männern nicht fehlt, dafür legt obiger Bericht das beste Zeugniß ab. D. Red. d. D. W.) Verschiedene Berichte mußten wieder wegen Mangel an Raum zurü gestellt werden. Ein Bericht aus Berlin über eine Versammlung, die am vorigen Sonntag dort stattgefunden und von unseren Parteigenossen einberufen war, von den Anhängern Schweitzer's aber gestört wurde, ist uns für diese Nummer zu spät zugegangen. Anzeigen. Der Thüringer Volksbote. Demokratisches Organ des Thüringer Wahlvereins erscheint jede Woche einmal in Jena und fostet pro Quartal durch die Post bezogen nur 5 Sgr. Bei direkter Bestellung von mindestens 5 Exemplaren sendet die Expedition das Blatt portofrei zu. Der Thüringer Voltsbote" kämpft mit Entschiedenheit für den demokratischen Volksstaat. Er bekämpft das persönliche Regt ment, den Beamten- und Militärstaat, den Scheinliberalismus des Staates und der Parteien. Nur in der selbstthätigen Theilnahme der untrennbaren Lösung der sozialen und politischen Aufgabe sieht er das Volk wieder erstarken und mit dem Vertrauen auf sich selbst Freiheit, Recht und Einheit erringen. Die Expedition des Thüringer Volksboten. Warnung! απ Wir warnen alle Arbeiter- Vereine vor der Aufnahme des Tuch machers Friedrich Dörffling aus Neumünster in Holstein. Derselbe, feither Mitglied unferes Vereins, bat Poesned beimlich verlassen, ohne ein aus der Bibliothet entlichenes Buch- die Gerichts abzugeben. Beipzig. ing to Der Arbeiter- Bildungsverein in Boesned. Druck und Verlag: F. Thiele Expedition: Betersßraße 18 Beilage zum Demokranjujen wojenvinn**** Zur Klärung und Einigung. ( In Sachen der Allg. Deutschen Lehrerversammlung.) Dem Herrn Jul. Beeger gewidmet. Sehr ungern habe ich mich zu diesen Worten der Erwiderung entschlossen. Mögen sie in dem Geiste der Versöhnlichkeit aufgenommen werden, dem sie entquellen. " Sie haben mir, Herr Beeger ,,, vollkommene Unbekannte schaft mit den betreffenden Verhältnissen" vorgeworfen, als ich bemüht war, in flüchtigen Strichen die Allgemeine Deutsche Lehrerversammlung zu Staffel als eine scheinfreisinnige zu bezeichnen. Die Personalangaben" sollen ,, auf Jerthum beruhen." Vor allem ist es Paniß, der von mir falsch beurtheilt worden wäre und für den Sie eine Lanze einzulegen für nöthig fanden. Bleiben wir bei ihm stehen. Zuvörderst möchte ich mich dagegen verwahren, als ob ich Paniz in Verbindung mit der Allgem. Deutschen Lehrerzeitung" gebracht hätte. Sehr wohl ist mir bekannt, wie gerade die unter wesentlicher Mitwirkung von Paniz erscheinenden Leipziger Blätter für Pädagogif" in mehrfachem Gegensatze zu der ,, Allg. D. Lhrzt." stehen, ja schon öfter mit dieser in Fehde gelegen haben. Des Streites 3. B. zwischen Bauitz und Bornemann sei vorübergehend gedacht. Aber Eines bleibt deshalb doch nicht weniger gewiß: Paniz gehört zu den pädagogischen National- Liberalen,( wenn Sie auch, Herr Beeger, diese Bezeichnung in dem Wegweiser" mit einem? versehen haben), abgesehen davon, welcher politischen Farbe er anzugehören sich den Anschein gibt. Suchen wir darüber klar zu werden. Wollen Sie, Herr Beeger, in der Nummer 30 vom vor. J., der ,, Allg. Deutschen Lehrerzeitung", die in Leipzig erscheint und deshalb nach wie vor von mir nicht zu den Dresdner, sondern den Leipziger Blättern gerechnet wird, die zu Kassel gehaltene Rede des be= regten Pädagogen und nunmehrigen Kammerdeputirten nachlesen und die Stelle beachten: ,, Wenn wir es freudig begrüßen, daß der größte nord deutsche Staat die von der Geschichte ihm vorgezeichnete Bahn wieder betreten und seine nationale Aufgabe erkannt hat, so fönnen wir doch nicht anders sagen als: Für die deutsche Schule ist von diesem größten deutschen Staate nur Heil zu erwarten, wenn er sein Konkordat, die Regulative von sich thut; wenn er Deutschland nicht blos das Schwert, sondern auch die Fackel des Geistes wieder voranträgt. 11 Und nun sagen Sie mir noch einmal, ich habe Gespenster heraufbeschworen; man solle sich vor allem an die ,, ausgefprochenen" Nationalliberalen halten. Gibt's denn noch etwas ,, Ausgesprocheneres" als jenes Bekenntniß? Ist sie denn nicht flar wie das Licht heraustretend, jene unsinnige Zweiseelentheorie: in demselben Athemzuge Zustimmung zu der Bismarckschen Politik und Kampf gegen Mühler? Nennen Sie deshalb den Mann„, freisinnig"; dafür halten sich die Braune und Conforten auch, wenn sie tapfer auf Eulenburg und v. d. Heydt stürmen; aber ein Demokrat kann der nicht sein, welcher nach 1866 davon reden mag, daß Preußen seine ,, nationale Aufgabe" erkannt habe. Oder läßt sich diese Schlußapostrophe auch anders übersetzen, als in den Stoßseufzer der reichstäglichen Majorität: ein wenig mehr Freiheit im Innern wäre nüßlich; aber am Militäretat dürfen wir nicht rütteln! jüngste Elaborat eines andern Helden und beständigen Sprechers Und wie herrlich es sich trifft. Da lese ich eben das auf den Allgemeinen Deutschen Lehrerversammlungen. W. Lange sagt in den„ Rheinischen Blättern" Januar- Februar 1869: O du siamesisches Zwillingspaar: Baniz- Lange! Und werden Sie mir es noch verargen, Herr Beeger, wenn ich eine Versammlung, in der solche Männer die Koryphäen sind, und derartige Aussprüche mit Beifall begrüßt werden, durchaus nicht von demokratischem Hauche belebt finden kann? Von Ministeriumskandidaten, welche auf einstiges constitutionelleres Regiment rechnen, um dann ihre Weisheit als andere Regulative gesezlich aufzubürden, wäre diese Sprache begreiflich. Aber einmit bauen an der Volksschule der Zukunft ist von ihnen nicht zu verlangen. Wer freiheitliche Reformen begehrt, aber zugleich es nicht unterlassen kann, der Pickelhaube die Reverenz zu machen; wer es nicht fassen will, daß Bismarck's Erfolge nur Mühler's Bemühen zu verdanken sind, daß die Volksbedrückung stets die Volksverdummung zur Voraussetzung hat, der mag sich der Volkspartei fern halten. Er hat kein Verständniß für ihre Ziele." Ein anderes freilich ist es, ob es von der noch so sehr jungen radikalen Partei unter den Schulmännern flug gehandelt ist, Männer anzugreifen, die denn zur Zeit immer noch manchen guten Dienst leisten können, indem sie, wenn auch niemals geeignet, die volle Freiheit zu erringen, doch kleine Abschlagszahlungen an maßgebender Stelle befürworten werden. Mag es Andern so scheinen. Ich bin nun einmal ein Feind von Abschlagszahlungen! Und dann fürs zweite habe ich für meine Person allein den Feldzug eröffnet. Erhalte ich Mitstreiter, so sind sie freudig willkommen; wenn nicht, so maße ich mir niemals an, der Vertreter der pädagogischen Demokratie sein zu wollen. Ich habe auch kein Conzessionsbüreau und Patentverleihungsamt für dieselbe übernommen, Herr Beeger! " Schließlich noch eins. Sie sind für Panis eingetreten, dessen ich eigentlich nur so nebenbei unter den übrigen Rednern auf der Stasseler Versammlung erwähnt habe, und nannten meine Angaben ,, völlige Unkenntniß" verrathende. Wollen Sie mir erlauben, meine vor gerade einem Jahre ausgesprochenen Ansichten über den Ausgang der diesjährigen Berliner Versamm= lung denjenigen von Banitz in den Blättern für Bädagogik", 1868 Band 2, Heft 4 Nr. 5( die ich mir also doch wohl gelegentlich angesehen habe) gegenüber zu stellen. Sie sollen mir nicht Anerkennung meiner Weissagungsgabe zollen- ich halte nicht viel vom Prophetismus; aber das Wort ,, völlige Unkenntniß" möchte ich nicht auf mir sigen lassen, und gegen den Herrn Paniz würde ich Sie gern ein wenig aufheben. Dieser constitutionelle Politiker schreibt: ,, Wenn in Berlin die Gegner der Versammlung nicht kommen und reden, dann haben sie sicher ihre Sache aufgegeben" und aus dem ganzen Referat über die Kasseler Versammlung geht seine siegesfreudige von mir gestellte Horoskop lautete( ,, Dem. Wochenbl." Nr. 27 vom Jahrg. 1868): Jn Berlin wird der Redefluß im reichlichen Sande der Spree verrinnen und diese Lehrerversammlung( d. H. unter den alten Leitern und mit der in Kassel kundgegebenen Tendenz) kann zur ewigen Ruhe eingehen." Hoffnung auf den Berliner Lehrertag zur Evidenz hervor. Das Und welches Urtheil hat unser Sack in der Nummer 23 Ihres eignen Blattes über die nunmehr stattgehabte Versammlung gefällt? 11 Sie ist nicht vom rechten Geiste erfüllt gewesen und darum war sie ein tönendes Erz, eine klingende Schelle." Hoffen wir auf Wien, aber lassen Sie mich noch einmal prophezeien: Es wird nicht eher mit den Allgemeinen Deutschen Lehrerversammlungen besser werden, als bis die unklare Hefe halber flauer Liberalität ausgeschieden ist; bis ich muß darauf beDie da bei uns stehen am starten Ruder, berufen uns zu schützen und zu schirmen; sie warten selbstbewußt der kommenden Dinge, ihre Ruhe gießt Vertrauen in unsre Herzen. Schwertes Spitze, sondern auch auf die Macht des Zeit- Zügel an sich genommen und die Majorität erlangt haben wird. gebantens." 3ft in Leipzig bei den legten Landtagswahlen von den Nationalliberalen( Biedermann und Consorten) als Candidat aufgeftellt und gewählt worden. ( Die Red.) harren statt aller Panige eine entschiednere Richtung die Wenn wir uns jetzt geeinigt oder doch verständigt hätten, würde die Absicht dieser Zeilen erreicht sein. W. Herold. Contra Schweitzer- Hatzfeldt( Mende). Die aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein Ausgeschiedenen geben ein wöchentlich erscheinendes ,, Flugblatt" heraus, durch welches sie bis zum Congreß den Zusammenhang unter sich und mit den übrigen Parteigenossen erhalten und den Umtrieben Schweiger's entgegentreten werden. Die erste Nummer trägt folgenden Aufruf an der Spize: Parteigenossen! Dem einzuberufenden allgemeinen Congreß der so= cial- demokratischen Arbeiter Deutschlands liegt eine Idee zu Grunde, ohne deren Verwirklichung die Partei zur ewigen Ohnmacht verdammt ist, die Idee nämlich: eine Vereinigung der gesammten social- demokratischen Arbeiter Deutschlands in einer einheitlichen Organisation herbeizuführen. Wie diese Organisation beschaffen sein muß, wird sich auf dem Congresse finden, so viel ist aber gewiß, daß die dem Congreffe zu Grunde liegende Idee siegen wird und siegen muß. Auf denn, social- demokratische Arbeiter, laßt Euch nicht mehr von gewissenlosen Menschen gegen einander hetzen, sondern reicht einander die Bruderhand, ob Ihr bisher in den beiden allgem. deutschen Arbeitervereinen, ob Ihr in der internationalen Abeiter- Association oder in dem Verbande deutscher Ar= beitervereine, ob Ihr in den österreichischen und Schweizer- Vereinen oder unserethalben in der sächsischen Volkspartei gestanBlicet nicht hin auf Eure Vergangenheit, blicket bin auf Blicket nicht hin auf Eure Vergangenheit, blicket hin auf die Zukunft! Laßt den alten, jahrelangen Hader und Zwiespalt ruh'n; heute gilt es, Arbeiter, herzustellen die ganze, die volle Einheit der Partei! den habt. Ein Schurke, wer mag es sein, wer es will ganze volle Einheit der Partei zu verhindern sucht! diese Wie sollen sich die ,, Proletarier aller Länder vereinigen" fönnen, wenn ihr noch in einem Lande den verabscheuungswer= thesten Krieg untereinander führt? Auf denn, social- demokratische Arbeiter, es gilt ein männ= liches, ein für die Sache der Arbeit segensreiches Beginnen! Der Sieg muß unser werden! Auf zum Congreß! Es ist durchaus nothwendig, daß die Parteigenossen bei den Statt findenden Kämpfen mit den Agitatoren des Herrn v. Schweitzer das Augenmerk stets auf die Hauptfragen richten, auf die Fragen nämlich, ob es außer dem jetzigen Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Verein noch Sozial- Demokraten giebt, ob man es für nothwendig hält, mit diesen eine Einigung, also die einheitliche Organisation der gesammten Partei herbeizu führen, und ob der Congreß hierzu der rechte Weg ist. Die Personenfragen sind durchaus Nebensache. Erkennen die Arbeiter an, daß es in Deutschland außerhalb des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins( in der Juternationalen Arbeiter- Assoziation, in dem Verbande deutscher Arbeitervereine, in den österreichischen und den schweizer Vereinen u. f. w. u. f. w.) ehrliche Sozial- Demokraten giebt, exfennen sie ferner an, daß eine einheitliche Organisation aller dieser, bisher in verschiedenen Fraktionen getheilten Glieder einer Partei nöthig ist, und halten sie einen Congreß der gesammten Partei dazu für den rechten Weg, so ist es ihre Pflicht mit uns für Zustande kommen des Congresses zu wirken. Dann können die Arbeiter auch keine Minute mehr mit Herrn v. Schweitzer zusammengehen, der die übrigen Fraktionen der Sozial- Demokratie in Deutschland haßt und mit der größten Erbitterung bekämpft, ja der sogar, allerdings in etwas ver blümter Weise, in seinem Blatte die Internationale Ar beiter Assoziation angegriffen hat. Entweder Herr v. Schweizer hat Recht, dann muß man Alles bekämpfen, was nicht Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein ist, oder wir haben Recht, und dann muß mit allen Mitteln die Einigung der Partei erstrebt und Herrn v. Schweißer sein unsauberes Befeindungshandwerk gelegt werden. wählet, Ihr Arbeiter!( Flugblatt.) Eins von beiden. Nun Hamburg, 2. Juli. Der heutige ,, Social- Demokrat" ( No. 76) ergeht sich in den bekannten ungereimten TriumphgeDr. Schweiger gestimmt worden: Wie viele Stimmen vor fängen. Er führt eine Reihe von Orten auf, in denen für Bekanntwerden unseres Hamburger Aufrufs abgegeben wurden, Rücken gefehrt haben, weil sie ihm und seinem, vorzüglich in steht nicht dabei, und alle die, welche Herrn Dr. Schweitzer den jüngster Zeit gekennzeichneten Auftreten entschieden feind sind, Mitgliedschaften des allgem. deutschen Arbeitervereins bestehen werden nicht genannt. Eine große Anzahl Orte, an denen oder noch unlängst bestanden haben, blieben der Abstimmung fern und vielfache Zuschriften an uns befunden dies werden nicht verfehlen, den am 25. Juli stattfindenden so seitens solcher Mitgliedschaften, seitens aller deutschen Socialcial- demokratischen Congreß zu beschicken. Was sollte auch jetzt Demokraten besseres gethan werden können, um ihre Entrüstung ihre aufrichtige Hingebung für die auf internationaler Grundgegen das Personensystem des Herrn Dr. Schweitzer und um lage beruhende socialistische Arbeiterbewegung an den Tag zu ziellen Artikeln bisher eine stets doppelzüngige Sprache führte, Legen? Wie der ,, Soc.- Dem." in seinen offiziösen und offi so auch heute. Die ,, Nichtarbeiter" haben nach ihm das ganze Unglück verschuldet; ja wohl: die Nichtarbeiter SchweitzerHatzfeldt Mende, ein Kleeblatt, das sich wie ein Dämon vampyrartig auf's Herz der Arbeiterbewegung legte, um dieſes Herz eigennützig auszufangen und seine besten Kräfte schon früh zeitig tödtlich zu vergiften. Weil das Statut der Barmen Elberfelder Generalversammlung noch nicht alt sei, darum hat es für diese Nichtarbeiter keine Bedeutung als ob jenes Statut nicht das Resultat eines Jahre langen Ringens wäre, strirte, welchen der allgem. deutsche Arbeiterverein bis zum heu als ob es nicht am deutlichsten den geschichtlichen Proceß illu tigen Tage durchlebt hat! Aber das schert jene ,, Bourgeois heit zu ertränken, karten das Spielchen ab und setzen dann das nicht, sie suchen in einer Flasche Champagner ihre Vergangen ,, souveräne Volk" in Bewegung. Allein wie? Sie machen es den Mitgliedern unmöglich, sich mit einander über ihre Ansich ten und Erwägungsgründe zu besprechen; sie unterdrücken jede gegentheilige Weinung; sie benutzen selbst das Geld der Ver einskasse, über die sie verfügen, um mit diesem Gelde ihnen gefügige Leute für ihre persönlichen Zwecke reisen und wir fen zu lassen. Und später nennen sie dies ,, Agitation"! Wer dem gegenüber noch von einem souverainen Volk" sprechen kann, ist entweder ein Heuchler, ein Unwissender, oder auch er gleicht jenem Gefangenen, welcher sich nur dann am wohlsten fühlte, wenn er die Kette um den Hals trug. Der ,, Social Demokrat" versucht es, diese Kette um den Hals der deutschen Arbeiterbewegung immer fester zn schnüren, doch es soll ihm nichts nützen. Der Congreß wird diese Kette mit einem Rud zersprengen und zwar auf Grund der Einigung jener radicalen Social- Demokratie, welche die Orthodorie und den persön lichen Gott auch in der Kirche der Zukunft unausge setzt zu befehden entschlossen ist. Wohl wissen wir, u was es sich in der heutigen Arbeiterbewegung handelt, und weil wir dies wissen, weil wir dieselbe nicht an einzelne Personen knüpfen und schließlich an ihnen, die schon so manche Seiten sprünge gemacht haben, zerschellen lassen wollen, deshalb unser Veto. Herr v. Schweitzer übergeht heute unsern Hamburger Aufruf. Er druckt ihn nicht ab, es fehlt ihm an Raum. Aufgepaßt! Er steckt unsere Auflagen ruhig in die Tasche, et fühlt es selbst, daß er unsern Aufruf, der ihn voll und ganz entlarvte, nicht widerlegen kann. Sehr gut, denn mehr bedarf es nicht, um die übrigen Phrasen dieses Herrn in's rechte Licht zu stellen. Von Statutenbruch und den darumgeschlungenen fo phistischen Deutungen des Herrn v. Schweißer brauchen nun nicht mehr zu reden; nur noch das Eine geben wir in diesem Punkte den Arbeitern zu bedenken: daß ein ehrlicher un er wir Führer, ein es aufrichtig meinender Präsident eine solche Controle, wie sie in Barmen- Elberfeld durch die Art der Zusammensetzung des Vorstandes geschaffen worden war, nicht fürch= tet, nicht hintergeht, nicht bekämpft. Wer solche Controle fürch= tet, der bricht über sich selbst den Stab. Wer sie hintergeht, der betrügt gleichzeitig das souveraine Volk", durch dessen Willen sie eingesetzt wurde. Streben wir darum, daß es besser werde und daß es mit solchem Präsidium zu Ende gehe. Auf dem Congreß muß dafür gesorgt werden es lebe der Congreß! August Geib. Das nachfolgende Circular ist von Herrn Fritsche( Mitglied des Norddeutschen Reichstags und Präsident des Cigarrenarbeitervereins, der stärksten unter den ehemaligen Schweiger'schen Gewerkschaften) an alle Bevollmächtigte des allgem. Cigarren- und Tabafarbeiter- Vereins versandt worden: Geehrte Vereinsgenossen! Es ist ein trauriger Act, der mich zu gegenwärtigem Schreiben veranlaßt. Seit Begründung des allgem. deutsch. Arbeitervereins bin ich in demselben und für denselben thätig gewesen und darf mich wohl der Hoff nung hingeben, daß ich während dieser Zeit hinreichende Beweise meiner Treue gegeben habe, so daß Niemand das Recht hat, an meiner politischen Ehrlichkeit zu zweifeln; und so kann ich denn auch getroſten Muths vor Euch treten mit der Erklärung, daß ich es mit meiner Ehre für unvereinbar halte, länger einem Vereine anzugehören, dessen höchste Spitze das heiligste Recht des Volkes, die Selbststimmung seiner Geschicke mittelst des allgemeinen gleichen direkten Stimmrechtes, in unerhörter Weise herabwärdigt. band stattfinden soll. Damals sah ich noch nicht völlig klar, heute sind mir die Augen völlig geöffnet. Ich hielt es für eine unabweisbare Pflicht, den Mitglie= dorn des allgem. Cigarren- und Tabakarbeiter- Vereins meine Stellung als Parteimann klar zu legen, und so sage ich Euch denn frei und offen, ich halte mich zu Brace, Geib, Ellner und Genossen, gegen Schweizer! Es lebe die ehrliche Social- Demokratie! Berlin, den 1. Juli 1869. F. W. Fritsche, Cigarrenarbeiter. An die Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins. Freunde und Parteigenossen! Der Sozial- Demokrat" brachte in Nr. 72 und 73 von voriger Woche Verläumdungs- Notizen über frühere Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins und nennt auch meinen Namen mit unter den ,, bestechlichen Subjekten". Ich wundere mich nicht darüber, daß Hr. Schweitzer, dem ich seit der Erfurter Generalversammlung 1866 ein Dorn im Auge bin, mich so zu verdächtigen sucht. Die Agitationsgelder, die ich aus der Kasse des Vereins erhalten habe, stehen in jeder Cassenabrechnung vom Vereinskassirer; was ich aber durch meine Agitation verloren habe, kann mir ein Mann nicht ersetzen, der der Kasse des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins etwa 1200 Thaler schuldet, ohne überhaupt die Absicht zur Zurückzahlung irgendwie zu zeigen, ein Mann, der trotzdem er sich zu dieser Schuld in Hamburg und Barmen- Elberfeld protokollarisch bekannte, noch jüngst die Frechheit hatte, den protofoliosen Mitgliedern vorzuschwatzen, daß er bei der Vereinstasse mit 100 Thalern im Vorschuß sei!- Seine VereinsAuflösungskomödien, die er immer von Neuem aufführt, wenn der Verein jedesmal stark und kräftig dasteht, sind ein feststehender Beweis dafür, daß er Euch der Reaktion und Bourgeoisie gegenüber niemals als geschlossene Masse aufkommen Nach der Barmen- Elberfelder Geralversammlung ließ Dr. Schweitzer mittelst Urabstimmung das auf dieser Generalverfammlung geschaffene Gesetz( Vereinsstatut) sanktioniven. Kaum zwei Monate sind vergangen und er ordnet über Nacht an, dieses Gesetz durch Urabstimmung zu verwerfen, nachdem er es selbst mit Füßen getreten. Es ist dies aber nicht der alleinige Grund, welcher mich zu dieser Erklärung veranlaßt, es giebt lassen will. deren viele, unter denen ich nur noch den gewichtigsten hervor= heben will. Auf der Barmen- Elberfelder Generalversammlung fam, dem der Beschwerdekommission sogar brieflich vorgelegten Verlangen des Präsidenten zuwider, die Angelegenheit des Hrn. v. Hofstetten vor die Versammlung. Zu seiner Rechtfertigung gegen diesen Mann, dem er die Rolle eines Franz Moor gespielt, als dessen Geldquellen verfiegt waren, sprach Hr. Schweißer auch folgende denkwürdige Worte: ,, Er tönne feinen großen Gedanken denken, wenn er sich nicht alle Genüsse des Lebens verschaffe." Großer alleinfeligmachender Weisheitspächter, deshalb sind Sie wohl auch in die Schürze der Gräfin gehüpft, um deren nie versiegende Geldquelle einiger Aderlässe unterheilige Geist auf Sie herabfahre? In Berlin sollte der allgem. deutsche Arbeiterverein nach richterlichem Schiedsspruch aufgelöst werden, und daß auch das Obertribunal so entscheiden würde, wußte Dr. Schweizer. Da= rum löste er selbst den Verein auf und begründete einen neuen. Die Auflösung des Vereins gründet sich in der Hauptsache auf den Paragraphen der Statuten, welcher von den Ortskaffirern handelt: davon leitete die Behörde ab, daß der Verein aus mehr oder weniger selbstständigen Vereinen beſtehe. Der be dem jetzt wieder angenommenen alten Lassalle'schen ziehen zu können, damit durch verschaffte Lebensgenüsse der treffende Paragraph aber war ganz derselbe, wie in Statut. Entweder ist das Gebahren Schweiger's eine Dummheit, weil er diesen Umstand außer Acht gelassen hat, denn der VerSache ist fast ebenso schlimm als politische Unredlichkeit, oder ein kann jederzeit aufgelöst werden, und Dummheit in solcher Schweißer wußte, die Polizei in Berlin, wohin der Sitz des Vereins verlegt ist, werde, trotzdem daß die Gerichte es als ftrafbar erklärt haben diesem Berein anzugehören, nicht ge gen denselben einschreiten!! Was soll aber dann ein ehrlicher Demokrat von Schweitzer denken? Bezüglich Schweitzer's Haltung in den Arbeiterschafts- VerAls im Jahr 1867 bei Gelegenheit der Braunschweiger Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins Herr Schweizer, Perl und Tölcke in„ Schrader's Hotel" logirten, erfrechte sich Schweitzer, der damals noch nicht Präsident war, als ich mit Hrn. Perl eine Cassenorganisation entwarf, und das Gespräch auf die eintretende Zersplitterung kam, die man doch verhüten müßte, folgende, für mich und Alle, die noch einen Funken von Vertrauen zu ihm hatten, ewig im Gedächt= niß bleibende Worte zu sagen: ,, Wenn ich sehe, daß hier in Braunschweig mit den Delegirten wieder nichts anzufangen ist, schon im Jnteresse des allgem. Cigarren- und Tabafarbeiter Spalten langer, schon fertiger Bericht erscheint morgen im bandsangelegenheiten liegen ebenfalls Thatsachen vor, die mich dann reise ich mit Tölcke noch diese Nacht ab und ein vier Bereins nöthigen, mich von Schweitzer vollständig zu trennen. Dem Ausschuß unseres Vereins werde ich den Antrag unterbreiten: des verabfolgen zu lassen, so lange Schweizer Präsident des Arbeiterschaftsverbandes ift." Die Gründe werde ich dem Ausschuß vorlegen und hoffe, derselbe wird. meinem Antrage beistimmen. Jetzt wird man sich auch erklären können, warum Sozial- Demokrat". Das Blatt erscheint zum letzten Mal, und in acht Tagen ist der Verein vernichtet und aufgelöst." Dies 11 der Grund, weshalb ich schon damals seiner Wahl zum Präsidenten entgegentrat und mein Amt als Cassirer niederlegte. Schweitzer ließ mich ohne Antwort 8 Tage lang, und gab mir 14 Tage später in Berlin die flehentlichsteu Bitten, nicht aus dem Verein auszutreten; hierfür ist Hr. Roller Zeuge; ich ich unsere Generalversammlung ersuchte, mir es zu überlaffen fagte ihm, daß ich in Dresden gewesen wäre, gegen Schweitzer den Zeitpunkt zu bestimmen, wann unser Anschluß an den Ver- gesprochen, und auch in dem dortigen Verein als Vorstands= mitglied fungire, mithin würde man mit Schimpfereien in den Zeitungen gegen mich kommen; Herr Schweitzer erwiederte, daß er dafür sorgen wollte, er nähme die Sache auf sich, ich sollte mich doch als Mann schämen, einem Verein anzugehöen, wo die Hatzfeldt das Commando führte; hierbei bediente er sich der beliebten Titel gegen diese Dame, une heute, was doch das liebe Geld nicht thut, spricht er auf einmal die Gräfin heilig und erhebt diefelbe zur Schutzpatronin des Vereins. Ich schrieb damals an Försterling, ich könnte nach den in Dresden statt gefundenen Streitigkeiten mich nicht entschließen, in seinem Verein zu bleiben, er solle mich in der Liste ausstreichen; die Gräfin Hatzfeldt hätte fünf Thaler Agitationsgeld bei mir deponirt zur Agitation in Thüringen, diese hätte ich derselben berechnet für die Reise nach Dresden. Parteigenossen! Das ist mein Verbrechen gewesen, urtheilet selbst. Ich fordere aber den Herrn Schweißer auf, mir Die jenigen öffentlich mitzutheilen, welche mir Geld gegeben haben wollen, gegen die Sache der Arbeiter zu wühlen. Auge in Auge möchte ich diese Angelegenheit zum Austrag bringen. Bringen Sie alle Beweise gegen mich zur Stelle, ich bringe meine Beweise gegen Sie mit! Jedem ehrlich denkenden Arbeiter muß die Schamröthe ins Gesicht treten, wenn er nun noch dem elenden schweizerischhatzfeldt'schen Treiben zuschaut. Für heute genug, und schließe ich mich mit Freuden den verschiedenen, leider nur zu sehr begründeten Proteſten meiner. früheren Vereinsbrüder an. Winkel i. Rheingau i. Nassau, den 30. Juni 1869. J. M. Hirsch. Fortsetzung im Hauptblatt.) Anzeigen. Alle sozialistischen Schriften sind durch meine Vermittelung zu beziehen. Leipzig, Windmühlenstr. 23 Hintergebäude. C. E. Seifert. Der Vorbote. Organ der Internationalen Arbeiter Assoziation. Redigirt von Joh. Ph. Becker. -Erscheint in Genf. Monatlich 1 Nummer. halbjährlich 10 Groschen. Breis ( Es ist Pflicht aller Arbeitervereine dieses Parteiorgan zu halten. Die Red. d. Demofr. Wochenbl.) Das Felleisen, Organ der deutschen Arbeiterbildungsvereine in der Schweiz, redigirt von Amand Goegg und Dr. Aug. Ladendorf, hat trotz seines kurzen Bestehens schon größere Verbreitung erlangt und sich durch seine volksthümliche Sprache, durch seine unumwundene Befürwortung der demokratischen Republik als der einzig möglichen, praktischen Staatsform für Herstellung der deut schen Einheit und Freiheit und durch seine, ohne alle System reiterei eingehende Beleuchtung der sozialen Fragen allgemeine Anerkennung erworben. Wir müssen dieses Blatt um so mehr empfehlen, als es keine Privatspeculation ist und als patrio tische Unternehmung von den deutschen Arbeitervereinen in der Schweiz zur Verbreitung richtiger Prinzipien herausgegeben und beinahe zum Kostenpreis verabfolgt wird. Das Felleisen" erscheint wöchentlich in Genf und kann auf dasselbe bei allen deutschen Postämtern zu dem halbjähr lichen Preis von 1 Fl. 38 Kr. oder 28 Sgr.( Postporto in begriffen) abonnirt werden. Der ,, Frankfurter Beobachter" Demokratisches Organ) ift das billigste politische Blatt Frankfurts. Neben einer täglichen poli tischen Uebersicht, Leitartikeln, Originaltelegrammen und Correspondenzen widmet derselbe den Börsen und Sandelssachen eingehende Auf merksamkeit, bringt das tägliche Coursblatt und in der täglichen Feuilleton- Beilage ,, Siesta" anziehende Romane, Novellen und Aufsätze. Deutscher Arbeiterbildungs- Verein ßen) und à 1 fl. 58 fr.( in den nichtpreußischen Staaten) nehmen alle in London. Charles- Hotel, 71 Dean- Street, Soho Square. W. London. „ Die Zukunft". Demokratische Beitung. Neubegründet von Dr. Johann Jacoby, redigirt von Dr. Guido Weiß. erscheint auch im 3. Quartale cr. als Abendblatt im bisherigen Folioformate, zu dem ermäßigten Preise von 1 Thlr. 15 Sgr. oder 2 fl. 40 fr. rhein. vierteljährlich. 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Leipzig.{ ( Redaktion: Braustr. 11). Drud und Berlag: F. Thiele. Erpedition Retersirane 18