Beld orden det Bebel igen alten, an Die utich Red auf des паф ergibt Sartei Dab die erften durch Dent tation est-> dazu Bollen Sie nicht groß Die Frage bern rbeiter Ber ber is zu enjalls gebe Ber men bald Borbe bie CIL anu eber en: 洳 Demokratisches Wochenblatt. No. 34. Organ der sozial- demokratischen Arbeiterpartei. Leipzig, den 21. August. er Partelve Archt 1869. Das Blatt erscheint jeden Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich bei allen deutschen Postanstalten sowie hier am Platze einschließlich Bringerlohn 121 Ngr.; einzelne Nummern 1 Ngr. Abonnements für Leipzig nimmt entgegen Herr G. Richter, Peterssteinweg 7, Leipziger Confumverein, Univerſitätsstraße, und die Expedition d. Blattes in der Wohnung des Herrn A. Bebel, Petersstraße 18. Für Dresden Filialexpedition( interimistisch) M. Hendel, Wallstraße 10. Agent in London für England, Indien, China, Japan, Australien, Südamerika c. die deutsche Buchhandlung von Franz Thimm, 24 Brook Street, Grosvenor Square, London. Agent für London: A. Duensing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. dem Namen Durch Beschluß des Eisenacher Congresses ist das„ ,, Demokratische Wochenblatt" in den Besitz der sozial- demokratischen Arbeiterpartei übergegangen, und wird schon in allernächster Zeit zweimal wöchentlich erscheinen, vom 1. Oktober an unter Der Volksstaat. Organ der sozial- demokratischen Arbeiterpartei. Inhalt: Politische Uebersicht. An die Partei. Zum Congreß. Der 6. Verbandstag deutscher Arbeitervereine. Gewerksgenossenchaftliches. Nürnberg, Reichenbach, Graz, Wiesbaden, Hamburg, Braunschweig, Berlin, Magdeburg, Gera, Leipzig.-- Zur Beachtung. Beilage: Tod des Präsidenten Sylvis. Congreß- Protokoll( Schluß). Vor zwanzig Jahren. Karl Marr. Ein Mahuruf. Anzeige. = Politische Uebersicht. Die Wirkung, welche unser Auftreten in Eisenach auf die Feinde hervorgebracht hat, ist der beste Beweis für die Correktheit desselben. Mit gleicher Wuth hacken die Organe der Bourgeoisie, der politischen Reaktion und des Aftersozialismus auf uns los, und in rührender Har monie brüllen die Herren Gödsche, Biedermann, Braß, Tölcke, und wie die schöne Gesellschaft" sich benamst, den gemeinsamen Schimpf- und Denunziationschorus. Wir danken für die Ehre, und akzeptiren das Kompliment. Daß die Bour geois- und die Junkerpresse, jene indirekt und diese direkt, die Partei Schweiger's ergreift, ist ebenso natürlich, als es uns angenehm ist. Es fehlte dies noch, um den Königl. Preußischen Hofsozialist zweiter Klasse fertig zu machen. Auch die Verfolgungen haben schon begonnen. In der borletzten Sitzung des demokratischen Arbeitervereins in Berlin hatte eine Diskussion über unsere Prinzipien statt, die den anwesenden Polizeibeamten nicht gefiel und zur Folge hatte, daß in Conflikt fam, räumte der Jurist rasch dem spezifischen Preußen das Feld, und wurde aus dem einstigen Vertheidiger des juristischen Rechts ein schaam- und rücksichtsloser Advokat der Bismarc'schen Blut- und Eisenpolitik, so daß wir das klägliche Schauspiel erlebten, das Opfer der Ohm- Gödsche'schen Polizeiniedertracht mit den Patronen Ohm- Gödsche's zum gemeinsamen Kampf gegen Freiheit und Recht verbündet zu sehen. Also dieser Waldeck hat seine Mandate niedergelegt, und in Berlin, wo er in das Abgeordnetenhaus gewählt war, ist bereits eine Neuwahl angeordnet. Es ist Aussicht auf Durchbringung eines demokratischen Candidaten vorhanden- wenn nämlich das demokratische Kleinbürgerthum sich mit den Arbeitern einigt. Geschieht das nicht, das heißt, besteht das Kleinbürgerthum auf einem sogenannten ,, fortschrittlichen" Candidaten, so wird wahrscheinlich ein Nationalliberaler oder Conservativer durchkommen. Die Verantworlichkeit ruht dann aber nicht auf den Arbeitern, sondern auf dem Kleinbürgerthum; und wir erwarten deshalb von unsren Freunden, daß sie, unbeirrt durch das Geschrei: Ihr arbeitet der Reaktion in die Hände! einen demokratischen, wo möglich einen Arbeiter Candidaten aufstellen werden. Es ist dies eine treffliche Gelegenheit, zu erproben, ob und in wie weit die demokratischen Ver= meint sind. ſicherungen des Kleinbürgerthums ehrlich ge= Herr von Hoverbeck sagte einmal im Berliner ,, Reichstag", die zwei einzigen Geschäfte, die im Nordbund florirten, sei die Waffabrikation und die Beförderung von Auswan Beide Geschäfte erfreuen sich nach wie vor der größten Blüthe, namentlich das letztere. In dieser Beziehung am andern Morgen verhaftet wurden. Die beiden Letzteren feste man nach einigen Stunden wieder in Freiheit, Vogel derern. befindet sich noch in Haft. Es ist dies die Antwort der Breußischen Regierung auf den Eisenacher Con- schreibt die ,, Neue Freie Presse": greß. Die deutschen Arbeiter wollen sich von Bismard- Stieber nicht als Wildtreiber benutzen lassen dafür sollen sie gezüchtigt werden, wo möglich eingeschüchtert. O, wie schlecht diese Herren die deutschen Arbeiter fennen! Vor einigen Wochen legte Waldeck ,, aus Gesundheitsrücksichten" seine Mandate für Kammer und ,, Reichstag" nieber. Natürlich gab dies der fortschrittlichen Bresse" Gelegenheit zu Lobhymnen auf den ,, greifen Veteran der Demokratie". Veteran Nun ergiebt es sich aber neuerdings, daß, was nach 1848 und des großpreußischen Chauvinismus wäre richtiger gewesen. namentlich nach 1849 geschah, in erhöhtem Maße wieder seit Waldeck war nie Demokrat; von jeher betrachtete und behan= 1866 geschieht, und daß, während damals die Hauptauswan= belte zwar des spezifisch preußischen Juristen, und als im Jahr 1866 der Jurist Walded mit dem spezifisch preußischen Waldeck In früheren Jahren hat man in der Presse oft und mit Recht darauf hingewiesen, welche große Verluste an vortreff= lichen Kräften Deutschland in der Reaktionszeit durch die Auswanderung erlitten habe. Man zählte die statistischen Angaben darüber aus Baden, der Rheinpfalz, aus Kurhessen, aus Mecklenburg, aus allen geftandrechteten und mißregierten Ländern her, und man zog daraus die entsprechenden Schlüſſe. Niederdrückung der Volksbewegung in besonders grausamer Weise stattgefunden hatte, diesmal es namentlich Breußen ist, in der seiner genommen hat, lehrt eine Aufstellung über das Verhältniß der irischen und deutschen Einwanderung im Hafen von NewBewohner den Rang abläuft. In welchem Maße diefelbe zu ständigung oder gar ein Bündniß mit Breußen doch nichts A Leibe halten wollte; aber fein Einziger wurde fich klar, daß eine Be nicht den preußischen Cäsarismus verabscheute und fich ihn nicht vom deres fein tann, als ein Bündniß mit dem cafaristischen Re Yorf. Irland hat bekanntlich eine Auswanderung, wie sie in Bolitik verdammen, es hat teine Macht, die jetzige Junterherrschaft gimente. Denn das preußische Bolt mag hundertmal die preußifde der Welt noch nie dagewesen. Man wird sich daher nicht stürzen, es hat also außer der jebigen Regierung fein Organ, ein Bind wundern, daß die Zahl der im Hafen von New- York alljähr- niß zu schließen. Ueber diese Thatsache helfen alle Bhrafen vom deut lich als eingewandert verzeichneten Jren früher sogar die der schen Boltsgeifte und vom deutschen Vaterlande nicht hinweg. Ber Deutschen übertraf, die daselbst landeten. Neuerdings hat sich eine Berständigung mit Preußen suchen. Ein Deutschland exiftit nicht mit dem Casarismus Hand in Hand geben will, kann nicht aber vorläufig nicht; Arndt müßte heute hinter seine Frage nach de das Verhältniß jedoch umgekehrt, wie nachfolgende, auf NewYork bezügliche Tabelle nachweist: Irländer Deutsche 1859 32,652 28,270 1860 47,330 37,899 1861 25,784 27,139 1862 • • 32,217 27,740 1863 91,157 35,002 1864 89,399 57,446 1865 • 70,462 83,451 1866 68,047 106,716 1867. 65,134 1868 47,571 117,591 101,989. Deutschen Baterland" zwei Fragezeichen feyzen." es ift Das ist deutlich und was mehr sagen will richtig. Bloß gegen den ersten Satz müffen wir proteftires -wenn die Deutschen Desterreichs den Prager Frieden al unabwendbare Thatsache acceptirten", hätten sie dadurch be wiesen, daß sie keinen ,, Berstand" haben. Nur graffefter Un verstand gepaart mit der schimpflichsten Feigheit fann eine solche Thatsache als ,, unvermeidlich" akzeptiren. Der„ Berstand" muß den Desterreichern sagen, daß es eine Lebensfrage für fie ist, die Thatsache des Prager Friedens aus der Welt zu fchaf fen; und wenn sie nicht Feiglinge sind, werden sie so handeln, wie der Verstand es ihnen vorzeichnet. Auch dagegen möchten wir Verwahrung einlegen, daß das Wahrhaftig, sie sind unheilbar in ihrem partitularistischen Breußische Bolt nicht die Macht habe, die jetzige Junterwirth Fanatismus diese Kleinstaatler. Einen Mann wie Mezz des Ehebruchs, des Ehrenwortbruchs, der Selbstlob: fabrikation und anderer von den gewöhnlichen Menschen nicht für schön" gehaltenen Dinge schuldig zu erklären es ist unverantwortlich von den Darmstädter Richtern. Freilich, ein ganzes Heer von nach gemeinen bürgerlichen Begriffen unbescholtenen Zeugen; ein ganzer Chimborasso von, nach gemeinen juristischen Begriffen unanfechtbarem Material schaft zu stürzen. Die Macht hat es. Aber Eine Versammlung der Wiener Schriftfeger gegen die Sonntagsarbeit wurde von der Polizei verboten Dieser standalöse Maßregelungseifer fontraftirt recht erbauli mit der ,, milden Praxis", die nach einem furzen Anlauf zum Besseren wieder dem Pfaffenthum gegenüber geübt wird. Zur Feier des 100jährigen Geburtstags Napoleons( a stand dem ,, Boltsparteiler" Fendt zur Seite; doch stand nicht übrigens vor 101 Jahr geboren wurde, und deffen Geburtsta auf der andern Seite Meh, der beste der besten Männer"? haben das Majestätsverbrechen begangen, Meß für einenvon den Geschichtsfälschern cie es zu allen Zeiten gab Nur Einer, aber ein Löwe? Genug die Darmstädter Richter Napoleonischen Dynastie" zu einem gebornen Franzofen um ein Jahr vorgeschoben ward, um den Gründer be machen) hat der französische Kaiser eine ,, vollständige der passende parlamentarische Ausdruck findet sich in unserem Amnestie" erlaffen für alle ,, politischen Verbrechen und Bergehen, Wörterbuche nicht) zu erklären. Was bleibt anders übrig, als Hessen Darmstadt zu annektiren? Und, wenn das nicht bald = sowie für alle Bergehen, welche durch die Preffe, den Buch geschieht, was bleibt dann dem Mes anders übrig, als vorläufig begangen sind. Ferner ist allen Defertenren der Armee und handel und in öffentlichen Versammlungen und Bereinigunge 11 wenigstens seine eigne Person annektiren zu laffen? Denn außerhalb des Bundeskäfigs" zu verbleiben, dem Spott und Hohn der schnöden ,, Bartikularisten" ausgesetzt das erlaubt dem großen Metz seine Würde" nicht. und Flotte Straflosigkeit gewährt worden. ſchön. Das flingt redt Schade nur, daß der Ausdruck politische Verbrechen und Bergehen" ein sehr dehnbarer ist, und daß z. B. Lebr Der Feder- und Wortfrieg zwischen Oesterreich und Pren Deutsch: Stieber) in eine Verschwörung gegen das Leben Rollin, weil er nach der Aussage eines Mouchard's( auf ßen wird nachgerade komisch. Erst versuchte es die Preußische Bonaparte's, verwidelt sein sollte, nicht unter die politifchen Regierung mit groben Noten( von dem groben Geschütz ihrer Verbrecher fällt, also nicht amnestirt ist; ebenso wenig, wie der Breßsoldknechte abgesehen), und da dies nur das Gegentheil unversöhnliche" und unbequeme Rochefort, der einem von der beabsichtigten Wirkung hervorbrachte, und man den tapferen der Polizei bestochnen Buchhändler eine Tracht Prügel gegeben Worten feine tapferen Thaten folgen lassen konnte, versucht man es jetzt mit der Fronie, die bekanntlich eine zweischneidige Waffe ist, und in diesem Fall so ungeschickt gehandhabt wurde, und dafür von Gefängniß verurtheilt wurde. 11 jeden den Richtern Bonaparte's zu 6monatlichen daß sich der plumpe Berliner Notenschreiber mit beiden Schnet stände bleiben, die es der Regierung möglich machen, Und was nügt überhaupt eine Amnestie," wenn die Zu den in die Finger geschnitten hat. Das Spaßhafteste ist, die Begnadigten oder noch nicht Bestraften, der ihr unbequem Preußische Regierung verlangt von der Desterreichischen Beweise ist, jeden Augenblick unter jedem beliebigen Vorwand ein dafür, daß Preußen, d. h. Bismard den Defterreichern nicht freundlich gesinnt sei! Einige Bemerkungen, die anläßlich dieses ,, Notenkriegs" einen bemerkenswerthen Artikel des ,, Ungarischen Lloyd" hervor. heißt es u. A.: sperren lassen? fann " in der Ungarisch- Desterreichischen Delegation fielen, riefen Soldatenspiel in Chalons nicht programmgemäß beiwohnen Beiläufig ist der Kaiser trant, so trant, daß er den und das will wahrhaftig viel sagen. Der Merger In diesem Artikel, der in Berlin nicht gefallen haben wird, über die fühle Aufnahme der Reformen", und die Betrach tungen, zu denen der ziemlich unerwartet erfolgte Tod de Kriegsministers Niel, Anlaß gegeben, haben wesentlich zur Bermehrung des kaiserlichen Uebelbefindens beigetragen. Ueber die Verhältnisse der Fabrikkinder empfahlen, haben mit teiner einzigen Sylbe die Mittel berührt, welche einiger Gemeinden des Kantons Schwyz, über welche uns nod „ Der Berſtand der Deutſchen in Leſterreich aczeptiert den Prager Frieden als umabwendbare Thatsache, aber das Gemüth greift noder noch immer nach Deutschland hinüber. Dadurch entsteht eine Unklarheit, ein Schwanken, das für die politische Thätigkeit geradezu verhängnißvoll werden kann. Alle die Redner, welche eine Verständigung mit Preußen anzuftrebende Verhältniß herrschte völlige Untlarheit. Der Eine identificirte Deutschland mit Preußen, der Andere zog wieder eine scharfe Scheidelinie am Main, der Dritte unterschied sorgfam zwischen dem preußischen Bolt und der preußischen Regierung. Kein Einziger, der " 1 B und in über 664 Fabriken im Ganzen 9540 Kinder befchäf tigt, wovon 9017 zwischen dem 12. und 16. Jabr, 436 v 10-12 Jahren und 52 unter 10 Jahren. Lettere in Б It ti b RENSAREE 92 Te Pe Бе B li fte m F De zu fie te Ja Tif ob bie be me B ba gr gen 66 Ba In ber ID fre Spr nicht chts chen preu in B Dom g. mut# nach oteft Den Kantonen Bern, Luzern, Appenzell A. Rh. und St. Gallen. eine Wie aus einer aufgestellten Rekapitulationstabelle hervorgeht, bestehen hinsichtlich der Zahl der Fabrikfinder unter den Kantonen höchst auffallende Kontraste, welche uns den Werth einer rfcha folchen Statistik, bei welcher die zu Hause beschäftigten Kinder unberücksichtigt bleiben, schwer zu beeinträchtigen scheinen. So finden wir Zürich mit 3085 Kindern in 180 Etablissementen, Bern mit nur 453 Kindern in 25 Fabriken und Aargau mit aid feiner ansehnlichen Strohindustrie mit nur 548 Kindern. Noch schärfer ist der Kontrast zwischen Uri mit 20 Kindern in 2 Fabriken und dem gewerbsthätigen Neuenburg mit nur 19 Fabrikfindern in 3 Etablissementen. Während in der Statistik der Beschäftigungsarten Appenzell A. Rh. mit 15,447 Fabritarbeitern und Arbeiterinnen figurirt und Appenzell J. Rh. mit 2244, führt das Letztere in dem Material der Enquête gar keine Fabrikfinder, das Erstere deren nur 469. Nach der Statistik der Beschäftigungen beträgt die Zahl der Fabrikarbeiter und Arbeiterinnen 6% pt. der Gesammtbevölkerung, die Zahl der Fabrikfinder nach der Enquête nur Os pCt. der Gesammtbevölkerung, oder 57 pGt. der gesammten weiblichen und männlichen Fabrikarbeiter. Diese geringe Zahl legt Zeug= niß dafür ab, welche große Menge von gewerblich beschäf tigten Kindern von der Hausindustrie absorbirt wird, welche uns hier entgeht." urd ſter ann Berfi e fir зи hand da ferm 9 Derb erbo Cauf d. ons bur ga nder ofe Afta erge 11 nig mee gt erb 24 2 8' 78 oli лет g at be and ein B Lid Di Obgleich einige deutsche Zeitungen sich vor Kurzem das haarsträubende Mährchen aufbinden ließen, die paraguvitische Nation sei durch den Krieg mit Brasilien fast bis auf den lebten Mann aufgerieben worden, so dauert doch in Wirklichkeit der Widerstand der Paraguviten gegen die fremden Eroberer ungeschwächt fort, und haben sie in jüngster Zeit sogar sehr bedeutende Vortheile errungen. Man darf nicht vergessen, daß Baraguay so groß ist wie Frankreich, daß sich dem Angriff Terrainschwierigkeiten entgegenseßen, die für eine so jämmerliche Militärmacht wie die der Brasilianer einfach unübersteiglich sind, und daß der Krieg bisher nur an den Gränzen mit vergleichungsweise geringen Opfern für die Bewohner geführt wurde, und, wenn nicht größre Streitkräfte Seitens der Feinde ins Feld kommen, noch auf Jahrzehnte fortgeführt wer= den kann. Die Brasilianer sind aber erwiesenermaßen außer Stand, ihre aktive Armee auch nur auf der bisherigen Höhe zu erhalten. Kurz, kein Zweifel, die braven Republikaner werden fiegen, die landhungrigen Monarchisten den verdienten Lohn finden. ein gegründet. An der Spitze deffelben steht Hr. Schneider von Mannheim. Dieser Hr. Schneider, Eigenthümer der ,, demokratischen" Neuen Badischen Landeszeitung" wird für ein Mitglied der Volkspartei ausgegeben. Wir hoffen, daß unsre Freunde in Südwestdeutschland jede Gemeinschaft mit einem Manne von sich weisen, der die Sache der Demokratie schändet. Von zuverlässiger Seite geht uns Folgendes aus Berlin zu: Wer bisher noch daran zweifelte, daß Dr. Schweizer's Beziehungen zur preußischen Regierung ganz intimer Art sind, der braucht nur die Annehmlichkeiten zu sehen, mit welchen ihm seine Haft in der Filial- Anstalt zu Rummelsburg zur angenehmen Sommerfrische umgestaltet wird. Ein eigenes Zimmer, Lektüre nach Belieben, Spaziergänge im schattigen Garten und Fahrten auf dem nahen See, Umgang mit den Beamten und deren Damen, soweit sie seine Unterhaltung nicht fade finden, was allerdings bei den meisten der Fall sein soll, täglich ein Etnr. Eis, um das viele Bier falt zu stellen, eigne Table d'hote das ungefähr sind die Attribute des zukünftigen Märtyrers für die Sache der Arbeiter. Wer sich überzeugen will, der braucht nur von Stralau aus eine Fahrt nach dem Rummelsburger See an der Anstalt vorüber zu machen." Ein gewisser„ Stöckel" aus Glauchau behauptet, die Fonds, welche Dr. Ladendorf dem Vorort deutscher Arbeiter= vereine zugehen ließ, stammten von den Depossedirten. Möglich, daß der( offenbar ganz ungebildete) ,, Stöckel" das glaubt. Aber der Blödsinn wird ihm von Biedermann und Bismarc'schen Consorten, die den Sachverhalt sehr wohl kennen, nachgedruckt. Und das ist niederträchtig. In der ,, Zukunft" lesen wir: ,, Auch die ,, Kreuzzeitung" druckt in ihrem von Herrn Goedsche redigirten ,, Zuschauer" die dem Sozial- Demokrat" entnommene Berleumdung ab, daß Herr Liebknecht beim Kölner Kommunistenprozeß den Demokraten Rösner aus Mühlhausen verrathen habe, in Folge dessen dieser 7 Jahre Zuchthaus erhalten habe. Herr Goedsche hätte es doch leicht gehabt, bemerkt die ,, Rheinische Zeitung", sich bei seinem Freude Stieber über den wahren Sachverhalt zu erkundigen. Der Angeklagte hieß Röser, stammte aus Mülheim a. Rh. und ist zu 6 Jahren Einschließung verurtheilt worden. Gegen ihn wie gegen seine Mitangeklagten wurde von Herrn Stieber das falsche Protollbuch produzirt, welches ein von der Polizei gedungener Spion geschmiedet hatte, und worin auch der Naine Liebknecht, aber mit falschem Vornamen vorkam. Als ein Moment für die Falschheit dieses Machwerks wurde von der Vertheidigung ein Brief von Liebknecht vorge= bracht, der dessen wahren Vornamen konstatirte. Liebknecht selber hat direkt mit dem Kommunistenprozesse nichts zu thun Vom Parteiausschuß sind Mitgliederkarten der Internationalen Arbeiterassoziation zum Preis von 1 Sgr. dies ist der an den Generalrath in London zu entrichtende Jahres- Beitrag Da die Karten in Eng- zu beziehen. lischer Sprache ausgestellt sind, sei hier bemerkt, daß auf der oberen Linie der Name des Mitglieds, auf der zweiten die Zeit des Eintritts und auf der dritten der Jahresbeitrag( 1 Groschen, 3% Kr. Rhein., 5 Kr. Desterr.) zu be- gehabt." merken ist. Bemerkt sei hier, daß Dr. Becker, Redakteur der ,, Rheinischen Zeitung", im ,, Kommunistenprozeß zu mehrjährigem Dank der, eine anerkennende Erwähnung verdienenden Gefängniß verurtheilt wurde. Beiläufig haben wir die obige Pünktlichkeit und Leistungsfähigkeit des Hrn. Roller, wird Notiz nur deshalb abgedruckt, weil sie die sympathetischen Baude gresses schon in 10-14 Tagen in den Händen der Parteigenossen sein können. In das, vorige Woche von uns im Blatt veröffentlichte An die Partei. Parteiprogramm haben sich einige, durch die Eile erklärliche Irrthümer eingeschlichen, die jedoch in den, seitdem gedruckten bereits die Stimmen für den Parteiausschuß abgegeben haben, mustergültigen Separatabzügen beseitigt sind. Unter AnUnter AnWährend die Parteigenossen in Wolfenbüttel ihrerseits ist dies in Braunschweig in der dazu angesetzt gewesenen Ver= ( III. 8) zu unsrem Bedauern ausgelassen. Derfelbe lautet: und fann hier die Wahl erst Freitag den derem wurde der Passus betreffend die Zuchthausarbeit sammlung der vorgerückten Zeit wegen nicht möglich gewesen, ,, Beseitigung der durch die Zucht- und Arbeitshaus- Arbeit der folgen. freien Arbeit geschaffenen Conkurrenz." Mit der erklärten Absicht, den Buchdruckerverband zu 20. August erDer unterzeichnete provisorische Ausschuß sieht sich daher genöthigt, seinerseits noch folgende Bekanntmachungen zu erlassen: 1) Da die sozial- demokratische Arbeiterpartei, welche von Sprengen, haben einige Buchdruckereibesizer soeben einen Ver- den Behörden als ein großer politischer Verein betrachtet wird, ta 143 u als solcher einen Wohnort, einen Sitz haben muß, Braunschweig aber sich als solcher, der hier geltenden reaktionären Vereinsgefeze wegen( Einreichung eines Mitgliederverzeichnisses der ganzen Partei u. f. w.!) nicht empfiehlt, so hat der Ausschuß Eisenach zum Sitz der Partei bestimmt und wird bei den dortigen Behörden die nöthige Anzeige machen. Der Vorort bleibt trotzdem, wie auf dem Congreß bestimmt, Braunschweig Wolfenbüttel. Sollte hier oder da Widerspruch gegen die Wahl von Eisenach als Wohnort der Partei vorhanden sein, so wolle man bei dem Ausschuß darüber die betreffenden Anträge stellen und wird nöthigenfalls Urabstimmung darüber stattfinden. 2) Wir empfehlen den Parteigenossen dringend das Abonnement auf das Parteiorgan, zumal da die früher von ehemaligen Mitgliedern des Allg. Deutschen Arbeiter- Vereins erlassenen Flugblätter seit dem Congreß nicht mehr erscheinen. Am empfehlenswerthesten ist es, wenn die Bestellung auf der Post erfolgt und wird in diesem Falle von derselben das ganze Quartal für den Preis von 12% Sgr. geliefert. Um indeß das massenhafte Abonnement zu erleichtern, eröffnen wir für die Zeit vom Congreß bis zum 1. Oftober bei wöchentlich zweimaligem Erscheinen des Blattes ein Abonnement für den Breis von 7% Sgr. Dieser Betrag ist frauto an Herrn A. Bebel, Leipzig, Petersstraße 18 einzusenden und erfolgt dann die Zusendung franko unter Kreuzband, oder bei größerer Bestellung, zu der sich die Abonnenten eines Oites vereinigen wollen, in Backet. Die Abonnenten sind von dem Parteibeitrag für Monat Auguft und September befreit. 3) Die Gesetze verbieten die Verbindung verschiedener politischer Vereine. Die Parteigenossen der einzelnen Orte haben daher Alles zu vermeiden, was ihnen als solchen vor dem Gesetze den Anschein eines selbstständigen Vereins geben könnte; sie gehören Jeder einzeln der Partei an. Ob zur Besprechung und Beschlußfassung über allgemeine Barteiverhältnisse Versammlungen von Parteigenossen oder allgemeine Arbeiterversammlungen einzuberufen, oder was sonst zur Erledigung der Parteigeschäfte und Interessen für Wege einzuschlagen sind, das werden die Parteigenossen der einzelnen Orte nach den jeweiligen Verhältnissen leicht herausfinden. In Braunschweig ist es z. B. so: Wenn wir uns versammeln würden als„ die" hiesigen Parteigenossen, so würden wir damit die letzteren zu einem Ganzen zusammenfassen und damit das Einschreiten der Behörde hervorrufen. Wenn wir aber eine Versammlung ,, von" Parteigenossen zusammenrufen, können diese letzteren auch Beschlüsse fassen, Wahlen vornehmen u. s. w.; es ist dann eine Versammlung von lauter einzelnen Parteimitgliedern, die, wie jede andere Versammlung, gemeinsame Beschlüsse faffen kann u. s. w. Es ist dann immer gut, bei Beschlüssen etwa zu sagen: Die anwesenden, so und so viel Parteigenossen von Braunschweig"; es darf aber nicht gesagt werden: Die Parteigenossen Braunschweig's erklären in ihrer Sitzung vom.....; bei Wahlen kann selbstverständlich nur Jemand zugelassen werden, der seine vollständig abgestempelte Karte hat, und ist dabei etwa zu sagen: ,, Bon den, am versammelten Parteigenossen gaben so und so viel ihre Stimme für..... ab." ständigen politischen Vereinen stempeln würde, da aber auf der andern Seite es zu dumm" wäre, wollte jedes einzelne Parteimitglied monatlich seinen Groschen franco an den Ausschuß einsenden, da endlich auch keine Gesetze es verbieten, den Beitrag irgend einem Parteigenoffen zur Uebermittlung an den Ausschuß anzuvertrauen, so werden wir an den einzelnen Orten je ein Parteimitglied bezeichnen, welchem wir die Beiträge einzu händigen bitten und welches darüber zu quittiren hat, sowie ferner einige Parteimitglieder, die über gewissenhafte Erfüllung der Pflichten bei dem Genannten zu wachen haben. Zu diesen Aemtern sich eignende Persönlichkeiten bitten wir die Parteigenossen uns vorschlagen zu wollen. 5) Zur Quittirung der Beiträge haben wir Stempel mit den Buchstaben bez.( bezahlt) und zur Beglaubigung über das Halten des Organs ab.( abonnirt) anfertigen lassen, und haben die von uns zu Beitragerhebern ernannten Parteimitglieder die Mitgliedskarten der Parteigenossen entsprechend abzustempeln. Die Abstempelung über Abonnements auf das Parteiorgan darf nur für Diejenigen erfolgen, welche selbst abonnirt haben, und nur für die Zeit, für welche das Abonnement nachgewiesen ist. Diejenigen, welche das Organ mitlesen, haben den Monats beitrag zu entrichten, indeß empfiehlt es sich, daß die jedesmaligen Abonnenten eines Exemplars des Parteiorgans fich in die Abonnementskosten und Monatsbeiträge theilen. 6) Da die Agitation für unsere Brinzipien neben der Zusammenfassung der Kräfte der gesammten Partei, wie sie die Parteiorganisation herstellt, auch die Zusammenfassung der Kräfte der einzelnen Orte erfordert; da eine solche lokale Organisation aber in der Organisation der gesammten Partei vor den Gesetzen nicht zulässig ist, so fordern wir die Parteigenossen auf, auf Grund der Congreßbeschlüsse allenthalben sozial demokratische Arbeitervereine zu gründen. Diese lokalen Vereine, ob sie nun Arbeiter-, Arbeiterbildungs- oder neuzugrün dende sozial- demokratische Arbeitervereine sind, haben als solche mit der Parteiorganisation nichts zu thun, und dürfen weder untereinander noch mit den Behörden der Partei in Verbin dung treten, weshalb der unterzeichnete Ausschuß gezwungen sein würde, jede solche Verbindung mit den genannten Vereinen oder ihren Behörden zurückzuweisen. Selbstverständlich steht es jedem einzelnen Parteigenossen, ob Mitglied eines lokalen Ber eins oder nicht, frei, mit dem unterzeichneten Ausschuß in Ber bindung zu treten und wird sich derselbe angelegen sein laſſen, die Wünsche aller Parteigenossen aufs Pünktlichste zu befriedigen. Für die Constituirung eines Vorstandes der lokalen Ber Vorsitzenden, dessen Stellvertreter, einem Schriftführer und eine empfehlen wir den Parteigenossen, denselben aus einem einem Cassirer zusammenzusetzen. Nochmals aber machen wir darauf aufmerksam, daß diese lokalen Vereine nur für die lokale Agitation( am Ort und in Parteigenosse die Pflicht hat, nicht allein Mitglied eines solchen der Umgegend) bestimmt sind und sein können, weshalb jeder lokalen Vereins, sondern auch Mitglied der gesammten Partei zu sein. Als Agitatoren werden von uns für Thüringen die Herren J. Nippoldt in Gotha und C. A. Reichelt in Apolda, für Baden und angränzende Länder Herr Aug. Rüdt, Heidel Wofür unter allen Umständen Sorge getragen werden muß, gegend Hr. Polling in Dessau, Stein'sche Str. 21( jetzt berg, Kronengasse 8, für die Anhaltischen Länder und Umist, daß die Parteigenossen der einzelnen Orte nie und nirgends zu Bergmann Fritz Scharie, Staßfurth, Wafferthorſtraße), einem Ganzen zufammengefaßt werden, sondern immer als ein- Halberstadt und den Harz Herr C. Naters in Halberstadt, die Auffaffung Seitens der Behörden eine andere ist, muß selbstverständlich anders vorgegangen werden. Keinesfalls dürfen sich beim andere Staatsbürger, das Recht haben, sich zu versammeln. Wo burg, bezeichnet und wolle man sich im Falle des Bedürfnisses an dieselben wenden. Fernere Vorschläge sind uns willkommen. indeß Parteigenoffen irgendwo auf Grund des Vereinsrechts, dürfen, noch selbst für Reisekosten u. f. w. zu sorgen haben, da der Stand der Parteifaffe die Uebernahme der Koften auf sondern sie müssen sich stets auf Grund des Versamm= Iungsrechts versammeln. 4) Da in Preußen und den meisten übrigen deutschen Staaten die selbstständige Wahl eines Beitragerhebers und dieselbe noch nicht erlaubt. Orte( Ronsdorf) freiwillige Beiträge eingelaufen. Allerdings Seit unserer letzten Bekanntmachung find nur von einem mehrerer Revisoren die Parteigenossen der einzelnen Orte zu selbst ist dieselbe erst seit drei Tagen in den Händen der Partei genoffen, aber, wenn wir jemals etwas erringen wollen, müssen wir uns durchaus an schnelles und energisches Handeln gewöhnen. Also frisch und kräftig Hand ans Werk! Braunschweig- Wolfenbüttel, 17. Aug. 1869. Der provisorische Ausschußz: W. Bracke jr. H. Ehlers. F. Neidel. S. Spier. Zum Congreß. Neidel, Zirfaß und Andere haben Ort, Vertre= tung, 3ahl der Stimmen in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in Eisenach durchgesehen und genau registrirt- der ganze unerhörte Schwindel, den die Schweizerschen mit den Mandaten getrie= ben, ist sonach zu unsrer Kenntniß gekommen. Die Mandate wiesen 106 Delegirte mit über 102,000 Stimmen nach. Eine ganz hübsche Zahl. Wie aber sind diese Stimmen zujammengekommen? Das ist eben so interessant als lehrreich. Einige der eklatantesten Fälle wollen wir hier anführen. Die Herren Brauer, O. Lehder und Liebisch sind in Hamburg in einer Versammlung gewählt worden, die angeblich von 1660 Personen besucht war. Die Mandate der Herren lauten aber jedes auf 1660 Stimmen, es sind also hier allein 3320 Stimmen zu viel aufgeführt. Noch besser verstanden den Schwindel die Leipziger Schweißerianer. Eine ,, Bolksversammlung" von höchstens 250 Personen, wählte am 24. Juli 7 Delegirte nach Eisenach und zwar die Herren: Herrler, W. Hoffmann, Georg, K. Kühn, Pezoldt, Stürr, Jul. Röthing, beiläufig bemerkt, die 7 Häupter der Schweizerischen Prügelgarde hier. Jedes Mandat dieser Herren lautete auf 1562 Stimmen, was zusammen 11,934 Stimmen gibt; da die Ver= sammlung nur 250 Mann starf war, so sind 11,784 Stimmen erlogen. Der Allgemeine deutsche Schneiderverein in Leipzig läßt sich mit 197 Mann vertreten, ist aber nur etwas über vierzig Mann start, 150 Stimmen sind erschwindelt; ein Herr Hauschild vertritt außerdem noch 175 Leipziger Schneider, in Leipzig weiß kein Schneider von dieser Vertretung, also ebenfalls Schwindel. 1000 Mann Leipziger Zimmergesellen ver= tritt ein Herr Goldecker, 900 und 1000 Leipziger Maurer die Herren Kalb und Held. Die betreffenden Vereine zählen feine 200 Mitglieder, eine allgemeine Versammlung war von kaum 400 Personen besucht, wie kann man da im Namen von 2900 Mann stimmen wollen? Der Mandat- Schwindel der Schweizerischen. Es war vorauszusehen, daß die Verhandlungen des sozialdemokratischen Arbeiterkongresses zu Eisenach Gegenstand lebhafter Erörterungen und Anschuldigungen in der feindlichen Presse werden würden; und daß diese Angriffe und Verdächtigungen um so heftiger erfolgen mußten, je mehr sich herausstellte, daß das Werk des Congresses ein dauerndes und segenbringendes für die Arbeiterklasse sei, verstand sich von selbst. In dieser Beziehung also sind wir über die maßlosen Angriffe der gesammten liberalen und reaktionären Presse durch aus nicht verwundert. Ein Programm wie das in Eisenach aufgestellte und angenommene, das so flar und unzweideutig, als dies unsere deutschen Verhältnisse nur gestatten, die Zielpunkte der Arbeiterbewegung aufstellt, mußte nothwendig die Wuth der gegnerischen Presse hervorrufen. Viele Zeitungen und die Leiborgane der Bourgeoisie, die ,, Kölnische Zeitung" und ,, Nationalzeitung" voran, suchen ihren Aerger dadurch zu verstecken, daß sie den Congreß lächerlich zu machen und das rohe Benehmen der Schweizerischen auch der sozial- demokratischen Majorität in die Schuhe zu schieben suchen; andere Zeitungen speien Feuer und Flamme über solch revolutionäres, hochverrätherisches Treiben und sähen am liebsten, die Polizei schritte ein und machte diesen sozialistischen„ Umtrieben" ein Ende. Selbstverständlich müssen auch allerlei Verdächtigungen, wie sie seit Jahren in der„, liberalen" Presse zum guten Lon gehören, herhalten, um Personen und die Sache herabzusetzen. Dasselbe Blatt, das heute über die revolutionären Absichten der Arbeiter Ach und Weh geschrien, denunzirt morgen Per fonen und Bartei als im Dienste der Welfen stehend, und merkt gar nicht, welcher Widerspruch in dem einfachen Aussprechen solcher Urtheile liegt. Daß das Publikum solchen Widerfium sich bieten läßt, ist ein Beleg für seine Urtheils losigkeit. Unter allen Blättern, die uns zu Gesicht gekommen, ift der„ Sozial- Demokrat" des Herrn Schweißer das am wildesten sich geberdende. Die Redakteure dies Blattes scheinen ob der Dinge in Eisenach ganz aus dem Häuschen zu sein und leiften im Lügen das Menschen mögliche. Wir begreifen das. Für die Leute vom„ Sozial- Demokrat", Herrn von Schweitzer einbegriffen, steht durch die Constituirung der sozial- demokra= tischen Arbeiterpartei ein gut Stück Existenz auf dem Spiel. Bom Nasführen der Arbeiter haben sie bisher gelebt und versuchen weiter zu leben, und da von Tag zu Tag der Bankerott in der Partei mehr und mehr zu Tage tritt, so suchen sie den Stand der Dinge zu täuschen. Da kommt's denn, daß zu hoch gegriffen; außerdem waren die Mitglieder des Allge durch viele Worte und großen Lärm den geringen Anhang über Zahl( 8000) für den jetzigen Mitgliederstand des Vereins noch auch der„ Sozial- Demokrat" die Dinge in einem Lichte malt, meinen deutschen Arbeitervereins von 6 Orten in Schlesien, die welches selbst den Anhängern des Dr. Schweißer zu grell ist, und Scheil und Lübkert vertraten, mit 347 Stimmen, Peterswaldau und Dreißighuben mit 98, Osterode mit 180, Harburg mit derung über die Vorgänge in Eisenach, wobei er lügt, daß vertreten. Diese 739 Stimmen sind von den 8000 noch ab= In Nr. 93 giebt der„ Sozial- Demokrat" eine Schil 40, Bockenheim mit 56, Hanau mit 72 Stimmen noch extra dem Dümmsten die Augen übergehen müssen. Nach seinem zuziehen. Herr Klein in Elberfeld vertrat die Hand- und Bericht sollen wir vierzig Delegirte gehabt haben, denen sich Fabrikarbeiterschaft als deren Präsident mit 7010 Stimmen. bas will viel heißen. 6000 Maurer in Berlin lassen sich durch die Herren Hasselmann( 4000) und Lübnitz( 2000) vertreten. Der Maurerverein zählt mehrere Hundert Mann, eine allgemeine Versammlung war nicht vom vierten Theil der angegebenen Zahl besucht, das schadet nichts, 6000 Maurer werden vertreten aber wie! Berliner Zimmerer sind 1900 Mann vertreten, durch Herrn Kapell( 1000), Finn( 900); die Vertretung ist grade so wenig in dieser Höhe berechtigt wie die der Maurer. Herr Aurin aus Berlin vertritt den Bäckerverein mit 1000 Stimmen, derselbe zählt nicht den vierten Theil der angegebenen Zahl. Die Herren Tölcke, Lübkert, Zilowsky, Rost ver= treten eine Volksversammlung in Berlin mit 1000 Stimmen; die betreffende Versammlung war nach dem einmüthigen Zeugniß der Berliner Zeitungen von höchstens 4-500 Personen besucht. Ferner vertreten die Herren Tölcke und E. Leinhos ( Altona), Richter( Wandsbeck) den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein mit 20,000 Stimmen. Wenn hiervon 12,000 gestrichen werden, so wäre die Wie uns von Mitgliedern dieser Gewerkschaft versichert wurde, verlieren über eine so dummdreiste Behauptung fein Wort. ist die Zahl um mindestens 3000 zu hoch gegriffen. Trot Innerhalb 14 Tagen erscheint das Protokoll des Congresses dieser Vertretung durch den Präsidenten Klein waren von der nach stenographischer Niederschrift, das wird alle Einzelheiten Gewerkschaft noch extra vertreten: Harburg 182, Halberstadt 50, aftenmäßig enthalten. Die Schweizerischen, sagt der ,, Sozial- Barmen 635, Marburg 18, Hannover 206, Offenbach 53 Demokrat", feien 110 Delegirte mit über 102,000 Stimmen Stimmen; im Ganzen also 1,142 Stimmen, die von den 4000 schen in unsern Händen gehabt. Bracke, Bebel, York,( Elberfeld) scheint das Schwindeln los zu haben, denn er hat gewesen. Zum Glück haben wir die ,, Mandate" der Schweizer- Stimmen Klein's in Abrechnung zu bringen find. Herr Klein T noch ertra Mandate von vier hintereinander in Elberfeld abgehaltenen Arbeiterversammlungen von 240, 170, 370 und 800, im Ganzen 1580 Stimmen. Herr Klein wird gebeten, fünftig Jahr vor jedem Congreß Tag für Tag Volksversammlungen abzuhalten, er wird schließlich doppelt so viel Stimmen vertreten als Barmen Elberfeld Einwohner zählen. Aus Barmen vertritt ein Herr Böje 932 Manufakturarbeiter, ungefähr fünf mal mehr als er zu vertreten berech tigt ist. Ferner werden aus Barmen durch Herrn Frid 700 Mann aus einer Volksversammlung, die von keinen 250 besucht war, vertreten. Ein Herr Böse vertritt eine Volksversammlung in Oberbarmen mit 1100 Stimmen, es waren feine 500 Mann anwesend. Obermann aus Neviges vertritt eine Volksversammlung in Bochum mit 1500Stimmen, höchstens 500 sollen anwesend gewesen sein. Einen großartigen Schwindel haben die HH. D. Schnaufer, E. Müller und Denkwitz in Halle fertig gebracht. Die Herren haben das Lügen in der Schule der Gräfin Hatzfeldt erlernt, die können es noch besser als die Schweitzer'schen. Die genannten Drei vertreten: Halle 878, Reiteburg 385, Diskau 405, Könnern 640, Beesen 583, Löbejün 1025, Seeben 905, Wörblitz 511, Döllnitz- Pritschena 809. Die genannten Orte liegen um Halle und haben die ehrenwerthen Drei gleich so ziemlich die ganze Bevölkerung, Frauen und Kinder mit eingerechnet, zur Vertretung in die Mandate aufgenommen. Ein Herr Herold vertritt aus Ottenseu eine Volksversammlung von 3000 Mann, der genannte Ort zählt kaum so viel Einwohner. Wenn einmal gelogen werden muß, dann nur ordentlich!!! Hr. Richter aus Glauchau vertritt eine Volfs= versammlung von 150 Mann, es waren aber nur 50 zugegen, darunter 20 Gegner. Hr. E. Schletter aus Thalheim vertritt Bersammlungen aus Konsdorf und Thalheim im Erzgebirge mit 700 Mann; die Zahl 150 wäre noch zu hoch gegriffen. Stuttgart führt 500 Schweizerlinge auf; der vierte Theil soll, nach der Aussage des Stuttgarter Vertreters vollkommen genügen. Hr. Plambed vertrat aus Neumünster 129 Mann; er fand es für gut, eigenhändig mit Bleistift noch eine Null anzuhängen und 1000 Stimmen zu erschwindeln. Doch genug dieses neuesten Schweitzer- Tölde- Schwindels! Unsere Parteigenossen werden aus dem Obigen ersehen, was das Geschrei des ,, Sozial- Demokrat" zu bedeuten hat. Finden sich Schweitzer'sche Sendlinge ein um unsere Organisation zu stören, dann halte man ihnen obige Zahlen unter die Nase. Der sechste Vereinstag des Verbands Deutscher Arbeitervereine zu Eisenach. Derfelbe wurde Dienstag, den 10. August, Morgens 7 Uhr im Gasthof zum Mohren durch den seitherigen Vorsitzenden Bebel eröffnet Da der sozial- demokratische Arbeiter- Congreß wider Erwarten bis Montag, den 9. August, spät Abends gedauert, so waren viele Deputirte genöthigt abzureifen, und konnten den Verhandlungen des Vereinstags nicht beiwohnen. Durch Mandate vertreten waren folgende Orte: Darmstadt, Bernsdorf, Crimmitschau( 4 Vereine), Cainsdorf, Ehrenfriedersdorf, Gohlis, Neustadt a. d. Orla, Weimar, Frankfurt a. M., Wilfau, Göppingen, Coburg, Stuttgart, Fürth, Lichtenstein, Niedermülsen, St. Micheln, Mülsen St. Nillas, Stangendorf, Hormersdorf, Dorfchemnitz, Niederzwönitz, Leipzig, Meerane( 2 Vereine), Saalfeld, Glauchau, Lichtenstein, Berlin, Schönau, Kirchberg, Großenhain, Wildenfels, Nüruberg, Gauverband würtembergischer Arbeiterbildungsvereine, Aalen, Backnang, Geißlingen, Reutlingen, Mezingen, Heilbronn, Giengen a. B., Oberndorf a. N., Eßlingen, Schwäbisch- Hall, Rottweil, Tuttlingen, Schramberg, Burgstädt, Remse, Waldenburg, Niederlungwitz, Reichenbach i. V., Hohendorf- Rödlitz, Thurm, Mülsen St. Jacob, Bischofswerda, Geyer, Calw, Crailsheim, Schwiebus, Heidenheini, Laichingen, Ravensburg und Weingarten. Bereits abgereist waren die Vertreter von Bamberg, Luckenwalde, Dresden und anderen Orten. Von Vertretern waren anwesend: Bebel, Baer, Hadlich, Schilling, Schmalz( Leipzig), Motteler, Stolle( Crimmitschau), Kölz( Lichtenstein), Binkert( Darmstadt), Colditz( Crimmitschau), Demmler( Geyer), Kraft( Weimar), Opificius( Frankfurt a. M.), Mosig( Kirchberg), Birbs( Göppingen), Rüger( Coburg), Lorenz( Stuttgart), Löwenstein ( Fürth), Blechschmidt( Ortmannsdorf), Malech( Meerane), Salmann ( Saalfeld), Baumann( Glauchau), Seidel( Crimmitschau), Metzner ( Berlin), Kohlrauch( Eisenach), D. Ehrlich( Eisenach), Rüll und Mendel( Nürnberg), Bürger( Göppingen), Bronnenmayer( Eğlingen), L. Geier( Burgstädt), Bogel( Niederlungwitz), C. Neu( Reichenbach i. B.) Ferner Greulich( Zürich), Quick( Gens) und eine Anzahl Deputirter des Congresses als Zuhörer. Durch Afklamation wurde Bebel zum 1., Bürger zum 11. Vorsitzen den, Motteler zum Schriftführer erwählt. Auf Borschlag Bebel's erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, von einer Prüfung der Mandate abzusehen und die vom Congreß ausgestellten Legitimationen als gültig anzuerkennen. Zur Prüfung der Geschäftsleitung des Vororts wurde, nachdem Nürnberg abgelehnt, Crimmitschau gewählt. Die dort zu wählende Commission soll über das Resultat der Prüfung im Partei Organ Bericht erstatten. Hierauf folgte der Geschäftsbericht des Vororts- Vorsitzenden Bebel über die Verwaltungsperiode vom Nürn berger bis zum Eisenacher Vereinstag. Wir entnehmen dem Bericht folgendes: F = tung damals auf 72 Vereine geschmolzen, von diesen 72 erklärten im Der Verband war in Folge der in Nürnberg eingetretenen SpalLaufe des Jahres 5 aus verschiedenen Ursachen ihren Austritt, dagegen sind 42 nene Vereine im Laufe des Jahres beigetreten, so daß der Ver band bei Zusammentritt dieses Vereinstags 109 Vereine mit ca 10,000 Mitgliedern zählte. Im Großen und Gauzen sind die Resultate des Verbands sehr zufriedenstellend, die Verbindung des Vororts mit den einzelnen Vereinen ist gegen früher bedeutend gestiegen. Im Jahre 1868 betrugen die Einläufe bei dem Vorort 253 Nummern, im Jahre 1869, 907 Nummern, also nahezu vier mal mehr, die Ausläufe vom Vorort 1868, 543 Nummern, im Jahre 1869 aber 4485 Nummern, also acht mal mehr. Der Vorort hatte ferner 10 Cirkulare und 5 verschiedene Statuten und Organisationsentwürfe verfaßt und ver sandt. Die Thätigkeit des Vororts in der Gewerkschaftsangelegenheit war Veranlassung zur Gründung von einer ganzen Reihe von Gewerks genossenschaften. Constituirt sind die Internationale Gewerkschaft der Buchbinder, die Internationale Gewerkschaft der Manufaktur, Fabrik und Sandarbeiter, die Gewerkschaft der Berg Hüttenarbei.er. Der Constituirnng nahe sind die Metallarbeiter, Holzarbeiter, Schuhmacher, Maurer und Zimmerergewerk schaften. Die Kassenverhältnisse hatten sich in Anbetracht der sehr niedrigen Verbandssteuer leidlich günstig gestellt: einschließlich eines vorjährigen Caffenbestandes von 64 Thlr. 14 Ngr. 5 Pf. war die Ge jammteinnahme 470 Thlr. 28 Ngr. 7 Pf., die Ausgabe 457 Thlr. 24 Ngr. 4 Pf., demnach ist ein Cassenbestand von 13 Thlrn. 3 Pf. vorhanden. Die Agitation des Verbands wurde vorzugsweise mit aus dem unter Verwaltung von Dr. Ladendorf und Genossen in Zürich stehenden Revolutionsfonds geflossenen Unterstützungen in Höhe von 934 Thirn. betrieben, und sind bis jetzt davon über 800 Thlr. verbraucht, wovon eine größere Summe zur Unterstützung des Partei- Organs, Des ,, Demokratischen Wochenblattes". und Der Bericht des Vorsitzenden wurde beifällig aufgenommen und auf Antrag Rüll's beschlossen, das vorhandene Inventar Bebel zur Verwaltung zu überlassen, den vorhandenen Cassenbestand bingegen dem Vorort der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu überweisen. Der 2. Punft der Tagesordnung bildete die Stellung des Verbandes zur neu gegründeten sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Bebel beantragte Auflösung des Verbandes. Die Zwecke, die bisher der Verband verfolgt, würden in weit höherem Maße jetzt von der neu gegründeten Partei verfolgt werden. Die Aufrechthaltung des Verbands führe zu einer höchst schädlichen und nachtheiligen Kraft zersplitterung. Zudem könne man mit den Resultaten des Congresses auf das Höchste zufrieden sein. Die angenommene Organisation entspreche genau dem Plan, den der Vorort bereits im Mai ds. Js. für die Neuorganisation des Verbandes den Vereinen vorgeschlagen. Der von ihm ausgearbeitete Organisationsentwurf sei sogar durch die nachfolgenden Beschlüsse des Congresses in der von ihm vorgelegten ursprünglichen Faffung wieder hergestellt worden. Die Hauptfrage für die Vereine des Verbandes, die Steuerfrage, werde durch die dem Ausschuß der Partei eingeräumte Vollmacht zweifellos befriedigend gere gelt werden. Dotzauer( Zwickau), Stolle( Crimmitschau), Löwenstein ( Fürth) u. A. sprachen sich im gleichen Sinne aus. Sierauf wurde die Auflösung des Verbandes nach sechsjährigem Bestehen deffelben einstimmig ausgesprochen.( Der Verband wurde zu Frankfurt am Main auf dem 1. Vereinstag am 6. und 7. Juni 1863 gegründet.) Nachdem dann der Borsitzende auf mehrseitige Anfragen erklärt, daß er auch ferner bereit sei, alle an ihn ergehenden Anforderungen im Interesse der Partei nach Kräften zu unterstützen, Doyauer dem Vorort und namentlich dessen Vorsitzenden den, mit allgemeinen Beifall aufgenommenen Dank der Versammlung für seine Mühewaltung ausgesprochen, wurde die Versammlung geschlossen. Sämmtliche De legirte gaben sich noch das Wort, fest und treu zur Fahne der Sozial- Demokratie zu stehen; darauf trennte man sich auf Wiedersehen in Stuttgart. Es find noch nachträglich für die Kasse des Verbandes deutscher Arbeitervereine eingegangen von Niedermülsen 1 Thlr., Hainichen 4 Thlr. 15 Sgr., wovon 1 Thlr. 15 Sgr. für Broschüren, Waldenburg 1 Thlr. 10 Sgr., Mannheim 3 Thlr. 4° Sgr. 3 Pf., Hamburger Arb. 4 395 Bild. V. restirende Zahlung für die Arbeiterhalle" 3 Thlr. 10 Sgr. Diefe Eingänge werden nebst dem vorhandenen Cassenbestand dem Ausschuß der sozial- demokratischen Arbeiterpartei zuge= wiesen werden. Der Arb.-Bild.-V. Altenburg hat ungeachtet wiederholter Aufforderung seinen Beitrag nicht bezahlt, Gera und Burgstädt haben um Gestundung gebeten. Den Vereinen im oberen Erzgebirge ist in Rücksicht auf die traurigen Erwerbsverhältnisse der Beitrag erlassen worden. Im Auftrage des sechsten Vereinstages deutscher Arbeiter- Vereine: Leipzig, den 16. August 1869. = A. Bebel. Die Gewerksgenossenschaften betreffend. Nachdem der sozialdemokratische Arbeiter Congreß zu Eisenach beschlossen hat, eine Vereinigung der Gewerks= genossenschaften, soweit dieselben sich dem Einflusse des Dr. Schweizer entzogen haben oder noch entziehen, mit allen Mitteln herbei zu führen, halte ich mich für verpflichtet, sämmtliche Mitglieder der noch nicht endgültig constituirten Internationalen Holzarbeiter- Gewerksgenossenschaft aufzufordern, sich dem unter dem Präsidium unseres Parteigenossen Th. York in Harburg stehenden Gewerkverein deutscher Holzarbeiter anzuschließen. Hr. York ist bereit, fofort auf Verlangen die nöthigen Statuten, Quittungsbücher u. s. w. zu übersenden. Wünschenswerthe Aenderungen der Statuten, des Namens der Gewerkschaft c. können auf einer späteren Generalversammlung vorgenommen werden. Jetzt gilt's zunächst zu zeigen, daß die Beschlüsse des Eisenacher Congresses fein leerer Schall find. Also Collegen, frisch aus Wert der Vereinigung! Damit fünftig alle Anfragen wegen Gewerkschaftsstatuten an die richtige Quelle gelangen, veröffentliche ich hiermit folgende Adressen: Internationale Gewerksgenossenschaft für Buch= binder. Präsident: Ernst Werner, Leipzig, Sternwartenkraße; Internationale Gewerksgenossenschaft der Manufattur, Fabrik- und Handarbeiter. Präsident: Julius Motteler, Crimmitschau; Internationale Gewerksgenossenschaft der Metallarbeiter. J. Faaz, Nürnberg, Sternhof; Internationale Gewerksgenossenschaft der Schuhmacher. P. Ullrich, Schuhmacher, Leipzig, Gewandgäßchen; Internationale Gewerksgenossenschaft für Maurer und Zimmerleute. W. Müller, Dresden, kleine Frohngaffe Nr. 5. Internationale Gewerksgenossenschaft der Bergund Hüttenarbeiter. Präsident: Dinter, 3 widau. Herr Schob, Köln, Römergasse 23, früher Präsident des Schweitzer'schen Allgemeinen deutschen Schneidervereins, hat die Gründung einer Internationalen Gewerksge= nossenschaft der Schneider in die Hand genommen, Anfragen sind also an diesen zu richten. * Leipzig, den 16. August 1869. A. Bebel. Congreß der Metallarbeiter in Nürnberg. Nürnberg, den 17. Auguft. Vom Sonntag bis Montag tagte hierselbst der Co'ngreß der internationalen Gewertsgenossenschaft der Mettallarbeiter, auf welchem die Mitgliedschaften von 31 Städten vertreten waren. Fa az( Nürnberg) und alter( Bamberg) wurden zu Vorsitzenden gewählt, Referenten waren Schmidt( Leipzig) und Lingmann( Schwabach).. Wir werden päter ausführlichen Bericht vorlegen und bemerken nur kurz, daß, dem ntrag der Sektion Zürich entsprechend, Punkt 1 der Vorlage( StrikeFonds) zum Punkt 5 gemacht und Invaliden- und Alterverfor= gungstasse, Wander- Unterstützungskasse und Rechtsschutz vorangeftellt wurden. Als besondere Zwecke der Genossenschaft wurden auch aufgestellt: eine ausgedehnte Statistik der Arbeits-, Lohn- und Lebensverhältnisse; Arbeitsvermittlung, Regelung und Beauffichtigung des Lehrlingswesens. Zum Organ der Genossenschaft wählte man das„ Demokratische Wochenblatt". Kleinmeister mit höch ftens 4 Gehilfen wurden für aufnahmssähig erklärt, ebenso Frauen; die Anträge, Arbeiterinnen und Kleinmeister nicht zuzulassen, fanden nicht die nöthige Unterstützung von 1, um zur Diskussion zu kommen. Den Beitrag bestimmte man auf 1 Sgr.( oder 31, tr. süddeutsch, 5 fr. öfter., 12 Centimes) wöchentlich; als erste Einschreibegebühr das Vierfache. Die Organisation ist ähnlich der Eisenacher; Vorort wurde Nürnberg, Sitz der Controlkommiffion Crimmitschau. Reichenbach i. B., den 16. Aug. Bei der gestrigen Berichterstat tung unseres Delegirten über den Eisenacher Congreß hatten wir das Vergnügen, zwei Schweitzer- Hatzfeldt'sche Agitatoren", die Herren Kühn aus Leipzig und Simon aus Pengenfeld, in unserer Versammlung zu haben. Nachdem der Berichter, tter geendet hatte, ergriff Herr Kühn das Wort und suchte in längerer Hede den Bericht theils in Abrede zu stellen, theils suchte er unserer Partei alle Ungesetzlichkeiten und Unregelmäßigkeiten beim Congreß vorzuwerfen und strich die Schweitzersche Organisation auf alle mögliche Weise heraus, worauf er von verschiedenen Rednern nach Gebühr abgefertigt wurde. Hier ist kein Boden für den Aftersozialismus. Das Schönste war, daß die anwesenden Legenfelder Schweißzerianer etwas schwankend in Betreff der Unfehlbarkeit ihres ,, Diktators" wurden. Graz, den 16. August. Am 18. Juli ds. Js. fand hier eine Schlosserversammlung statt, deren Tagesordnung war: Abkürzung der Arbeitszeit um zwei Stunden. Bisher hatten die Schlosser von 5 Uhr Früh bis 7 Uhr Abends gearbeitet, und sie machten nun die Forderung von 6 bis 6 Uhr zu arbeiten; und verlangten eine Erhöhung ihres sehr geringen ohnes um 10%. Dieser Forderung wollen die Herren Arbeitgeber nicht entsprechen, demzufolge kündigten sämmtliche Schlosser unterm 15. August ihre Arbeit und wird hiermit vor Zuzug gewarnt. Mit sozialdemokratischem Brudergruß: Alois Bremmer, Schloffer. Wiesbaden, 16. August. Unser Arbeiterverein und mit ihm die demokratische Sache in Wiesbaden hat einen schweren Verluft erlitten. Der alte Habich ist gestorben, der bisher wie Keiner unsern Verein unterstützte und stets bei der Hand war, wenn es galt, zu rathen und zu helfen. Er wird bei uns in gutem Andenken bleiben. Samburg, den 16. August. Gestern Abend fand in Altona eine Arbeiterversammlung statt, worin die Schweizerischen Delegirten Bericht über den Eisenacher Congreß abstatteten und ihr ,, Hallelujah Schweizer" sangen. Es mochten etwa 400 Personen, darunter 60-70 unferer Barteigenossen, anwesend sein. In die Rednerliste waren, nächst den beiden Delegirten, Levieu und Geib aus Hamburg, sodann Lübkert aus Berlin eingezeichnet. Der erste Delegirte, Schmalz, sprach in Variationen ungefähr Folgendes: " ,, Geis ist ein Verräther, weil er zu Bebel- Liebknecht übergelaufen; die letzteren sind auch Verräther, furzum, in Eisenach gab es nichts wie Himmel, Volkspartei und Verräther!" Wahrscheinlich meinte Herr Schmalz, daß der, welchem die Butter unter den Sonnenstrahlen schmilzt, rufen müsse:„ Die Sonne kommt; Lügen, Lügen herbei, um sie zu verfinstern!" Herr Winter, zweiter Delegirter, machte angebliche Enthüllungen über unsere ,, Unehrlichkeit" zu Eisenach, frente sich, daß wir aus dem Löwen" gesungen worden seien und gab Beweis davon, daß er sich eher für eine Spinnstube, als für alles andere, eignet. Levien, welcher die vorgebrachten Ungeheuerlichkeiten berichtigte, wurde häufig unterbrochen, theilte aber zum Dank dafür recht bissige Hiebe aus. Nun kam der Präsident" Lübkert, welchem man in der Noth vor Geib das Wort ertheilte. Lübkert sprach eine Stunde lang. Er hat uns ,, durchschaut", er hat seinen Dutzfreund, den ,, Doctor", vor uns gewarnt 2c.; wir sind Republikaner, das gefällt Herrn Lübkert nicht. Erst die große Masse herangezogen und dann aufgeklärt, nicht wie wir: gewinnen uns aufklären zugleich. Wir sind keine Politiker, Herr Lübkert aber hat innerhalb eines Jahres( so lange kümmert er sich nämlich um die Arbeiter) die Weisheit in Politik und Sozialismus mit Löffeln gegessen. Ob er diese Weisheit verdaut hat, bezweifeln wir. Während der Rede Lübkert's machte ein Schweitzerianer, Homayer aus Hamburg, Standal', indem er einem unserer Parteifreunde ohne jede Veranlassung ins Gesicht spuckte. Nun faßten die Schweizerianer Muth, fingen an zu stoßen und zu puffen, und wollten Levien und Geib zu Leibe. Dagegen standen jedoch die Hände der Altonaer Tischler und Cigarrenmacher. Das Bureau wollte, nachdem wieder etwas Ruhe eingetreten, nur noch 5 Minuten Redezeit gewähren. Geib nahm jetzt das Wort und erklärte, daß er es unter seiner Würde halte, in einer Versammlung zu sprechen, worin man durch Sput und Schläge Ueberzeugung zu machen suche. Er verlasse den Saal. Diese Erklärung verblüffte die Schweizerianer; ruhig verließen wir das Lokal und mit uns eine Anzahl unparteiischer Arbeiter. Was darauf noch in der Versammlung geschehen ist, wissen wir nicht. Jedenfalls wird man dem obersten Prinzip" geopfert, d. h. ein Hoch dem Herrn von Schweitzer ausge= bracht haben. Der Rest von der Versammlung ist: Eine geballte Fauft in der Tasche! Heute Abend findet hier in Hamburg eine Versammlung statt, worin die Erklärung Geib's, enthalten in der hiesigen Reform", einer ,, ftrengen" Kritik unterworfen werden soll. Geib ist von den Berufern der Bersammlung zum persönlichen Erscheinen brieflich eingeladen worden; eine Brutalität" werde man fich nicht gegen ihn erlauben. Da Geib jedoch seine Erklärung( die Mandatsfälschungen machen den Gegnern Sorge) völlig aufrecht erhält, so hat er dies einfach brieflich mitgetheilt 394 und geht nicht in die Versammlung. Uebrigens enthielt sein Brief die Versicherung, daß er stets zu finden sein werde, wo man mit Ernst, Anstand und Würde über die große Arbeiterfrage verhandle. Die Agitation in Hamburg und Altona macht für uns Fortschritte; schon kommen 42 Exemplare des Parteiorgans nach beiden Städten. Braunschweig, 11. August. Gestern Abend ist der Vorort der Partei, als man die Delegirten zum Congreß noch in Eisenach wußte und auch unsern H. Ehlers fern wähnte, von den Schweitzerlingen Lübkert aus Berlin und Wolff aus Hamburg überfallen worden. Leider sind die braunschweiger Arbeiter fein Futter mehr für solche Wölfe, welche denn auch wie begossene Pudel abziehen mußten. Unsere Arbeiter wollen die Bemerkung gemacht haben, daß das alte Sprüch wort von den Wölfen in Schafskleidern hier gerade umgekehrt zutreffe. Ausführlicherer Bericht folgt. C Lüdecke. Braunschweig, den 14. August. Bei seinem Hiersein erklärte Herr Lübkert gauz offen, daß die Reisegelder für die 9 Agitatoren, welche neulich zur Berherrlichung des, der Kasse 100 Thir. vorgestreckt habenden(?) Herren von Schweitzer in die Welt hinausgeschickt wurden, aus der Verbandskasse entnommen worden seien. Also hierfür hat jener herrliche Diktator diese Kassenorganisation geschaffen nicht aber um gewissermaßen für die einzelnen Gewerkschaftskaffen eine Rückversicherung zu haben. Nun, wer noch ferner Luft hat, sich so um sein Geld auf Nimmerwiedersehen beschwindeln zu lassen, dem steht das offen, Herr von Schweitzer spielt ja seine Rolle weiter. Man kann ihn in Berlin nicht entbehren. Wem es dagegen ernstlich um die Emanzipation des vierten Standes zu thun ist, der stelle sich mit den Holzarbeitern auf den Boden der internationalen Vereinigung der Gewerkschaften. Berlin, den 18. Auguft. Der Demokratische Arbeiterverein" nahm in seiner gestrigen Sitzung die Berichterstattung seines Deiegirten, Herrn Metzner, entgegen, wobei ihn Herr Aron, der auch von anderer Seite delegirt war, unterstützte. Nachdem dieselben über die Vorgänge der Vorversammlung( den gescheiterten Standalversuch) berichtet, einige Vorwürfe, die unsrer Partei und einzelnen Mitgliedern derselben von den Schweitzerianern gemacht find, zurückgewiesen, sowie die hauptsächlichsten Beschlüsse bez. der Orga= nisation und das Programm beleuchtet hatten, wurde denselben für ihr Wirken und Verhalten auf dem Congreffe die vollste Zustimmung der Versammlung ausgesprochen. Sobald das vollständige Protokoll vorliegt, soll die Reorganisation des Vereins auf Grund der CongreßVorlage statt haben, unter welcher Reserve auch von anderer Seite ( den früber gewesenen Mitgliedern des Allgemeinen deutschen ArbeiterVereins) der Anschluß an den demo.ratischen Arbeiterverein in Aussicht gestellt werde. Magdeburg, 15. Aug. Kaum war ich am Mittwoch früh 3 Uhr in Magdeburg angekommen, als auch schon ein Telegramm von Staßfurt anlangte:„ Mittwoch Abend Versammlung, Klein aus Elberfeld, Brauer aus Hamburg bier, unbedingt kommen." So unlieb es mir auch war, kaum zu Hause zu sein und wieder nach Staßfurt zu müssen, so setzte ich mich doch nach Tische auf die Bahn und fuhr hinüber. Jch traf mur Klein aus Elberfeld, der, sichtlich überrascht, beim Eintritt in den Saal zu mir sagte: Was wollen Sie, ich habe nur eine Mitgliederversammlung der Gewerkschaften zusammenberufen, da dürfen Sie nicht sprechen." Jch antwortete ihm gebührend. Die Versammlung wurde eröffnet und wählte mich zu ihrem Vorsitzenden; ich ertheilte Klein das Wort, und nachdem er ein Stück auswendig gelernten Agi= tationsvortrag gehalten, gab er einen lügenhaften Bericht über den Congreß, und verlangte, die Hand- und Fabrikarbeiter sollten ihn als ihren Präsidenten anerkennen, und alle Abgefallenen, wie Bremer und Bolling, zurückweisen. Jetzt ergriff ich das Wort und widerlegte den ganzen schamlosen Schwindel und Lügenbrei es dauerte nicht lange, so rief die ganze Versammlung: Klein ist ein Lügner! Klein herunter, wir wollen mit ihm nichts zu thun haben! Klein, der noch eine Vertheidigung für Herrn Schweitzer und sich anbringen wollte, wurde überfchricen und ausgepfiffen. Nachdem ich die Ruhe wieder hergestellt hatte, beschloß die Versammlung, 1500 Mann start, sich der sozial- demokratischen Arbeiterpartei anzuschließen. Nach wiederholten Hochrufen auf das Resultat des Congresses der sozial- demokratischen Arbeiterpartei wurde die Versammlung um 1 Uhr Nachts geschlossen. Klein wird an Staßfurt noch lange denken. ,, Klein ist ein Lügner!" Am Donnerstag traf ich wieder in Mageburg ein, aber siehe ,,, Wolf und Bräuer aus Hamburg waren auch eingetroffen," einige Mitglieder des Schneidervereins brachten dieselben zu mir ins Geschäft. Sie gaben an, es müsse heute in Magdeburg Versammlung sein. Die war nun leider nicht. Ich bat, fie möchten doch eine einberufen, ich würde mich freuen, es bei ihnen eben so zu machen, wie es Klein in Staßfurt betommen, aber sie hatten keine Lust und sind den andern Morgen wieder unverrichteter Sache abgereift. Bremer. Gera, 18. August. Auch unsere Stadt batte sich am 12. d. Mts. des Auftretens zweier Agitatoren Schweitzer's zu erfreuen, die eine Versammlung durch Plakate nach ,, Bellevue" einberufen hatten und welche start besucht war. Auf der Tagesordnung stand: Der allgemeine deutsche Arbeiterverein" und" Bericht über den Eisenacher Congreß". Als Referent fungirte ein Herr Kühn aus Leipzig, dem ein Herr Klinkhardt aus Zeitz sekundirte. Erfigenannter entwickelte in seinem Vortrage die Verfassungszustände, Wort für Wort der Lassalle'schen Brochüre folVerantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht. ( Redaktion: Brauftr. 11) gend, dem von unserer Seite nichts entgegengesetzt wurde. Als Redner jedoch auf den Eisenacher Congreß zu sprechen fam, legte er sich furchtbar aufs Lügen, und es entstand eine hitzige Debatte, die bis friib 1 Uhr dauerte. Unser Vorstand E. Brätter und Hr. Zerboni fertigten die Agenten Schweitzer's gebührend ab. So sollte unter Anderm der Congreß im Gasthof zum Mohren" bei verschlossenen Thüren getagt haben; überhaupt bestand dieser sog." Congreßbericht" nur in Verdächti gungen der Herren Bebel und Liebknecht." Hr. Brätter hielt den Schweizerlingen entgegen, daß sie nicht nach Eisenach gekommen wären, um die Einigung herbeizuführen, sondern um dieselbe zu verhindern; das hätten sie durch ihr rohes Betragen bei der Vorberathung im ,, Löwen" bewiesen, welches die Vertreter Desterreichs und Ler Schweiz mit Elel erfüllt habe. Nicht Jünger ihres großen Meisters seien die heutigen Lassalleaner, sondern Bastarde desselben. Hierauf verlangten die Agenten Schweitzer's Beweise dafür, daß Letzterer der Reaktion diene. Es wurde entgegnet, daß Schweitzer bei Berathung des Militärbudgets im Norddeutschen Reichstag" sich als Apostat entpuppt, indem er als Vertreter der Demokratie für das Militärbudget gestimmt*). Hr. Kühn stellte diese Thatsache natürlich in Abrede, und bezeichnete es als eine böswillige Erfindung des Herrn Bebel. Bei der Debatte über das allgemeine Wahlrecht bezeichneten die Sendlinge Schweizer's dieses Recht als einziges Heilmittel gegen alle socialen Schäden. Brätter wies auf Frankreich hin, wo dasselbe schon seit 18 Jahren besteht, und auf Napoleon, der während seiner Gefangenschaft gar schöne Dinge über Sozialismus geschrieben hat, und frug: wie weit sind die französischen Arbeiter bis heute gekommen? Das allgemeine Stimmrecht sei nur von Werth in einem Staate, wie er durch das Eisenacher Programm angestrebt werde; in absolutistisch regierten Staaten, wie Frankreich und Preußen, sei dasselbe werthlos. Die Regierungen wären flug genug, dem Kampf der Arbeiter gegen die Bougeoisie den möglichsten Vorschub zu leisten; sie träfen so zwei Fliegen mit einem Schlag. Denu einestheils treibe man hierdurch die Bourgeoisie der Reaktion in die Arme, anderntheils bestärke man die Arbeiter in dem Glauben, als wolle man etwas für sie thun. Das sei der reinste Macchiavellismus. Nachdem die beiden Herren in dieser Weise auf den Sand gesetzt und ihre auswendig gelernten Phrasen erschöpft waren, da war auch die Debatte erschöpft. Sie forderten nunmehr die Anwesenden auf, sich in die Liste des Allgemeinen Deutschen Arbeiterveins einzuzeichen, welcher Aufforderung nicht Einer nachtam. Und somit war die Absicht der Schweißzerlinge vollständig vereitelt. Sonnabend darauf hielt unser Verein eine allgemeine Versammlung ab, in welcher Brätter über den Eisenacher Congreß referirte und in kurzen Zügen die dort gefaßten Beschlüsse charakterisirte. Es zeichneten sich denselben Abend 22 neue Mitglieder ein, und hoffen wir, daß bald noch mehr dazu treten werden. Leipzig, den 19. August. Die Holzarbeiter hielten am Dienstag Versammlung im Wiener Saal, in welcher der Delegirte Seiffert über den Eisenacher Congreß Bericht erstattete, sich über das Resultat des Congresses sehr befriedigend aussprach und den Anwesenden den Eintritt als Mitglieder der sozial- demokratischen Arbeiterpartei empfahl. Die Versammlung erklärte sich mit der Haltung ihres Delegirten einverstanden. Hierauf brachte Bebel die Stellung der internationalen Holzarbeiterschaft zur Allgemeinen deutschen Holzarbeiterschaft zur Sprache und beantragte auf Grund der Eisenacher Beschlüsse die Vereinigung resp. Eintritt in den Allgemeinen deutschen Gewerk- Verein der Holzarbeiter unter dem Präsidium York's. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Jm Arbeiter- Bildungsverein erstatteten Schmalz und Schilling in zahlreicher Versammlung gestern Abend Bericht. Auf Antrag Bebel's beschloß die Versammlung gegen Eine Stimme Annahme des Eisenacher Programms und Beitritt zur sozialdemokratischen Arbeiterpartei. *) Nicht gestimmt hat Dr. Schweizer für das Militärgesetz, sondern gesprochen; bei der Abstimmung drückte er sich. Zur Notiz. Theils wegen Mangels an Raum, theils wegen zu später Einsendung mußten mehrere Berichte 2c. zurückgestellt werden. Wenn Berichterstatter ihren Namen genannt wünschen, so sind sie gebeten, dies ausdrücklich zu bemerken. Zur Beachtung. In der am 7. August stattgehabten Generalversammlung des Arbeiter- Gesangvereins„ Germania", rue du faubourg St. Martin No. 64 in Paris, wurde einstimmig die Errichtung eines Arbeitervermittlungs- Bureau's beschlossen, welches zum Zweck haben soll, deutschen, daselbst ankommenden Arbeitern unentgeltlich Arbeit zu verschaffen. Baris, den 12. August 1869. Leipzig. Für den Arbeiter- Gesangverein ,, Germania": Der Vorsitzende: Louis Bauer. Der Schriftführer: Druck und Verlag: F. Thiele. Ferreritione atonal 19 A. Schnitzlein. Beilage zum Demokratischen Wochenblatt nr. 4. Tod des Präsidenten der Nationalen Arbei= ter- Union der Vereinigten Staaten. London, den 16. Auguft. = Der Generalrath der Juternationalen Arbeiter= Assoziation erhielt vor einigen Tagen von New York die Trauerbotschaft, daß W. H. Sylvis, der Präsident der Nationalen Arbeiter- Union der Vereinigten Staaten, am 27. Juli Morgens um 6 Uhr gestorben ist. Wie unverhofft dieser schwere Schlag die amerikanische Arbeiter klasse getroffen, geht daraus hervor, daß Sylvis noch wenige Tage vor seinem Ende für den ,, Chicago Workingmen's Advocate", dessen Mitredakteur er war, Artikel schrieb, die kaum gedruckt sein konnten, als er starb, und daß die Zeitung von derselben Woche, in welcher sie erschienen, seiner Strankheit mit keiner Silbe erwähnte. Sein schein bar höchst unbedeutendes Unwohlsein war nur seiner nächsten Umgebung in Philadelphia bekannt. Erst spät am Montag Abend, dem 26. Juli, stellten sich Besorgniß er= regende Symptome ein Dienstag Morgen um 6 Uhr hatte der beharrlichste und unermüdlichste aller beharrlichen und unermüdlichen Streiter für die gute und gerechte Sache der Arbeiterklasse im 41sten Jahre seines Alters aufgehört zu leben! Sylvis war einer von den Wenigen, denen es durch unermüdliches Streben gelingt, sich über das geistige Alltagsmaaß ihrer Klasse zu erheben und sich das Zutrauen Derer, für die sie kämpfen, zu erwerben. Er war der Sohn eines eingewanderten Franzosen und das älteste Kind einer zahlreichen Familie. Schon in früher Kindheit verließ er das väterliche Haus, um bei einem benachbarten Farmer zu arbeiten und sein Scherflein zur Erhaltung der jüngeren Familienglieder beizutragen, welches er getreulich vollbrachte. Später lernte er die Eisengießerei, womit er sich zwanzig Jahre ernährte, bis ihn feine Fachgenossen aus der Werkstelle holten und als ihren Anführer hinausschickten auf den Tummelplatz der Geschichte, um als General die proletarische Armee gegen das Unwesen der Bourgeois Herrschaft in den Kampf zu führen. Neben seiner anstrengenden förperlichen Arbeit hatte Sylvis Muße gefunden, sich einen hohen Grad von Bildung zu erwerben; vor Allem aber w gte er die bestehenden Verhältnisse nach ihrem wahren Werthe zu schätzen und in ihrem rechten Lichte zu erkennen. Tausende, denen die Natur mehr als das Durchschnittsquantum von Gehirn verliehen hat, haben weder den Muth, noch den guten Willen, das eigene Klassen- Interesse und dadurch das eigene persönliche Interesse zu verfechten; sie begnügen sich damit, ihre höheren Geistesgaben im Dienst der Unterdrücker zu prostituiren, im alten herkömmlichen Schlendrian fortzutrampeln und im entscheidenden Augenblicke ihre Fähigkeiten selbst gegen ihre Klasse zu kehren. Lincoln's Wahl zum Präsidenten versette einerseits der politischen Oberherrschaft der südlichen Sklavenhalter den Todesstoß, anderseits lockerte sie die politischen Liebesbande, welche bis dahin das Proletoriat an die radikale Bourgeoisie gefesselt hatten und legte den Grundstein zur Organisation der Arbeiterklasse: der Bürgerkrieg schuf den Kampfplay, auf wechem die Arbeiterklasse als selbstbestim mende politisch- soziale Macht auftreten konnte. = Die Organisation der amerikanischen Gewerfsgenossenschaften fällt mit dem Siege der radikalen Bourgeoisie zusammen. Sylvis war einer der thätigsten Beförderer des Gewerksgenossenschafts Wesens und beschränkte seine Thätigkeit nicht auf die Organisation seines eigenen Gewerkes, sondern war auch andern behülflich. Als wichtigste Maßregel zur Hebung der arbeitenden Klasse galt ihm die Beschränkung der Arbeitszeit. Die = 11 Eisengießer- Union( Gewerksgenossenschaft) war die erste Gesellschaft, welche die gesetzliche Beschränkung des Arbeitstags auf acht Stunden verlangte. Dieses geschah auf ihrer zweiten Jahresversammlung im Januar 1861. Als Präsident dieser Union, die 1866 über 130 Zweig Unionen zählte, welche sich über die Vereinigten Staaten und Kanada erstrecken, durchreiste Sylvis fast das ganze Land, theils um Streitigkeiten zu schlichten, theils um neue Zweige zu organisiren. Da er ein eben so eifriger Politiker als Gewerks- Unionist war, so hatten jene Reisen einen doppelten Werth für ihn. Während er die speziellen Geschäfte seiner Union abmachte, sammelte er Erfahrungen und machte Bekanntschaften, die das allgemeine Interesse der Arbeiterklasse förderten. Er war zu der Ueberzeugung gefommen, daß die Lohnfrage nur eine zeitweilige sei, und daß das Endziel der Gewerks- Organisationen unvermeidlich die Abschaf= fung der Lohnarbeit überhaupt sein müsse. Eine andere Ueberzeugung, die er hegte, war die, daß die Gewerksgenossenschaften nichts Ersprießliches für die Arbeiterklasse im Ganzen bewirken könnten, wenn sie nicht einen direkten Einfluß auf die Gesetzgebung ausüben. Zur allseitigen Behandlung der Arbeiterfrage fand er die regelmäßig veröffentlichten Monatsberichte seiner Union zu beschränkt. Auf der siebenten Jahresversammlung( Januar 1866) wurde beschlossen, eine Monatsschrift herauszugeben unter dem Titel: International Journal"( 32 große Quartſeiten) ,,, gewidmet der Diskussion der Arbeiterfrage in allen ihren Verzweigungen, Redakteur Wm. H. Sylvis." In Folge einer Adresse der Eisengießer- Union, welche nachdrücklichere Betreibung der Achtstunden= Agitation forderte, kam im Herbst 1866 ein allgemeiner Arbeiterkongreß zu Stande, dessen Resultat die heutige LabourUnion( Arbeiter- Union) ist. Im Jahre 1866 begnügte man sich damit, die Forderungen der Arbeiterklasse festzustellen und zu erklären, daß die Arbeiter fortan keine Gemeinschaft mehr mit den alten bürgerlichen Parteien als solchen haben können, sondern daß sie für Diejenigen stimmen werden, die sich bereit erklären, die Forderungen der Arbeiter im Congreß zu befürworten. Der kurze Zeitraum von zwei Jahren reichte hin, diese Bescheidenheit in den Entschluß zu verwandeln, daß die Arbeiter selbst den Staat regieren müssen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Auf dem letzten Congreß im September 1868 ward beschlossen, eine selbstständige politische Arbeiter= partei zu organisiren. Sylvis ward einstimmig zum Präsidenten gewählt( mit einem Gehalt von 1500 Dollars), lars), um den Beschluß auszuführen. In seinem ersten Rundschreiben( November 1868) fündigte er an:„ Das Werf, welches wir vor uns haben, ist nichts weniger als eine soziale Revolution. Wenn Alle Hand ans Werk legen, so können wir den Präsidenten für 1872 wählen und in der Zwischenzeit den Congreß controliren." Später machte Sylvis eine Rundreise durch die Vereinigten Staaten von Osten nach Westen und von Norden nach Süden, und hielt einige Hundert Reden über die bestehen= den Zustände. Er war gerade damit beschäftigt, seinen Jahresbericht und die Vorlagen für den Congreß, welcher sich heute zu Philadelphia versammelt, auszuarbeiten, als ihn der Tod hinwegraffte. Daß die amerikanische Arbeiterbewegung nicht von dem Leben eines Einzelnen abhängt, versteht sich von selbst; aber ebenso sicher ist, daß Sylvis ein fast unerfeßlicher Verlust für den gegenwärtigen Arbeiter- Congreß ist. Aller Augen warteten auf Sylvis, der als General der proletarischen Armee neben seinen Fähigkeiten eine zehnjährige Erfahrung besaß, und- Sylvis ist todi! # polis& Protokoll des Congresses am 8. und 9. August ftätigung nicht, so muß die Wahl nach 4 Wochen direkt durch die Parteiim Gasthof zum Mohren in Eisenach. ( Schluß.) Montag, den 9. Auguft. [ Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden Geib gegen 8 Uhr. Depeschen sind eingegangen von Cöln, Eßlingen( humoriftisch),( Sozialisten), Wien( Arbeiter).] necht zur persönlichen Bemerkung: Auch gegen mich find Berleumdungen verbreitet worden; bei Gelegenheit des Prozesses gegen den Communiften- Bund wurde ein Protokollbuch den Geschworenen vor= gelegt, das unter Andern von einem Liebknecht unterzeichnet war. Diese Unterschrift sammt dem Protoiollbuch war aber, wie Stieber gezwungen wurde, vor den Geschworenen einzugestehen, auf nichtswürdige Weise gefälscht. Jetzt beziehen sich die Leute darauf, indem sie eine angebliche Aussage Hillmann's zur Begründung anführen, daß Röser infolge von Liebknecht's Denunziation zu Zuchthausstrafe verurtheilt worden sei. Ich frage Hillmann, der hier anwesend ist, ob er je etwas derart gesagt hat? Hillmann erklärt, früher nie etwas davon gehört zu haben, daß er folglich auch so etwas nicht sagen konnte. Er werde übrigens zum Schluß noch weitere Enthüllungen bringen. Liebknecht erklärt, biermit erreicht zu haben, was er erreichen wollte. Es steht im Sozial- Demokrat", folglich ist es gelogen." ( Große Heiterkeit.) Hillmann wünscht, daß man allgemein keine Rücksicht auf dieses Blatt nehme, es sei Schweizers Hauptforge immer gewesen, die Leute zufammen zu hetzen. Rittinghausen als Berichterstatter der am Abend vorher über Theil XI gewählten Commission wegen Einführung der direkten Gesetzgebung: Es mußte gefragt werden, ob nicht eine direkte Gesetzgebung mit Umgehung der Delegirten sich empfehle. Manche hielten dieß für noch nicht zeitgemäß. Anders verhalten sich die Dinge im Staate, anders in einer Partei. Jeder Delegirte spricht nur seine Meinung aus. Es empfiehlt sich, daß die Zahl der Delegirten eines Ortes auf 5 be= schränkt werde. Stellt den Antrag der Commission, Theil X und XI in folgender Faffung anzunehmen: ursary X. Jeder Delegirte hat eine Stimme. Die Parteigenossen, welche sich an einem Orte an der Wahl der Delegirten betheiligen, dürfen nur 5 stimmberechtigte Abgeordnete zum Congreß entsenden. Parteimitglieder, welche nicht Delegirte sind, haben nur berathende Stimme. XI. Spätestens drei Wochen nach dem Congreß muß das Congreßprotokoll allen Mitgliedern zum Kostenpreise zugänglich gemacht werden. Alle Congreßbeschliffe, welche eine Abänderung des Statuts, die Grundfätze und die politische Stellung der Partei oder die Besteuerung der= felben betreffen, müssen innerhalb 6 Wochen nach dem Congieß der Ur abstimmung aller Parteimitglieder unterbreitet werden. Einfache Majorität der Abstimmenden entscheidet. Das Resulat der Abstimmung wird im Parteiorgan veröffentlicht. Mühlwasser: Wenn Sie dem Delegirten einer entfernten großen Stadt oder eines großen Bezirks nur Eine Stimme geben, wie dem Delegirten eines benachbarten Dorfes, so ist das ungerecht. Jeder Delegirte, welcher eine bestimmte Zahl( 500) von Stimmen vertritt, sollte je eine Stimme haben. [ Der Commissionsantrag über Theil X und Xl wird hierauf angenommen.] Zu Theil XII. Bebel als Berichterstatter: Es ist von Rüdt die Frage angeregt worden, ob nicht lieber vom Congreß die Mitglieder des Ausschusses und der Commission zu wählen seien. Dagegen ist von Braunschweig und Hamburg eingewandt worden, daß dem Congreß hinreichende Kenntniß der Persönlichkeiten und deren Fähigkeiten abgehe. Aron wünscht Auskunft über den Wahlmodus, welcher vorgeschlagen sei, und wird auf die Bestimmung in Xll hingewiesen. Bebel will ftatt halbmeilig. einmeilig gesetzt haben. Hirsch will zweimeilig, statt einmeilig, wird nicht unterſtützt. Werner( Leipzig) will Wahl durch Urversammlung, wird aber nicht unterstützt: Aaron will ,, in besonderen Wahlgängen durch Stimmzettel", wird unterstützt. Sonnemann findet es bedenklich, daß der Congreß den Mitglie dern des Vorortes die Wahl überläßt und will, daß der Congreß we nigstens 2 Personen des Ausschusses wähle. Walster spricht sich entschieden gegen eine weitere Zerlegung der executiven Gewalt aus; habe man früher einem Manne ohne Controle getraut, so werde man jetzt einer großen Mitgliedschaft das Vertrauen schenken können. Wähle man zwei, fönne man gleich zwietracht in die Partei bringen. Aron will Veröffentlichung des Wahlprotokolls über Wahl der Vorortsmitglieder. Stolle und Rüdt gegen Ueberlassung der Wahl an die Vorortsmitglieder. Schlömer beantragt Bestätigung der Wahl des Ausschusses durch die Parteimitglieder 4 Wochen nach Bekanntmachung der gewählten Bersonen durch das Parteiorgan mit einfacher Majorität. Erfolgt die Bemitglieder geschehen. Bennecke beantragt, daß der Kassirer aution zu stellen habe. Walster ist nöthigenfalls damit einverstanden, daß der Vorsitzende vom Congreß ernannt werde, aber nicht eine zweite Person, durch welche der Dualismus von vornherein in die Executive gebracht werde. [ Depesche aus Wiesbaden von Sozial- Demokraten".] Schrader wünscht Wahl durch die Mitgliedschaft. Bronnemayer beantragt Wahl des Vorsitzenden durch den 300 Congreß. Rüdt wünscht Wahl sämmtlicher Mitglieder des Ausschusses durch den Congreß. Sonnemann zieht seinen Antrag isdv nofononp zurüd. Yort hält es für sehr falsch, daß die Ausschußmitglieder im Congreß gewählt werden, da besticht mancher durch glänzende Rednergabe Die Ortsmitglieder kennen ihre Mitglieder beffer. [ Schluß der Debatte.] Bracke bittet mit Ausnahme des Schlömer'schen und Bönnecke'schen alle Amendements abzulehnen, da die Ausschußmitglieder immer von den paar Delegirten gewählt werden, während sie doch mit dem Amendement Schlömer's von einer großen Mitgliedschaft gewählt werden, die mehr Vertrauen verdiene. Die Spitze soll eine Executive sein und keine Führung. Ernennen wir hier alle Ausschußmit glieder, dann kommen wir wieder auf die Persönlichkeitsfragen. Es wird abgestimmt: Das Amendement Rüdt's wird verworfen. Ueber das Amendement Bronnemayer's wird die Abstimmung als zweifelhaft erkannt. Hirsch beantragt Wiederaufnahme der Debatte, auch hierüber ist die Abstimmung zweifelhaft; man geht zur Abstimmung über; der Antrag Bronnemayer's wird abgelehnt. Angenommen werden die Amendements von Aaron, Bennecke, Aaron, Schlömer und Bebel. Greulich will, daß die Caution von der Controlkommission firirt und in Verwaltung genommen werde. Dies wird angenommen. XIII ohne Debatte angenommen. XIV desgleichen. XV ebenfalls. Aron beantragt, daß mit der Wahl der Controlkommission ebenso verfahren werde, wie XVI mit Wahl des Ausschusses. Auch dieses wird angenommen. Zu XVII wird von Opificius( Frankfurt) beantragt, daß die Controlcommission verpflichtet werde, vierteljährlich Controle eintreten zu laffen. Bonhorst beantragt einfache Majorität, wird abgelehnt. Theil XVII angenommen. Bracke als Referent beantragt zu XVIII, daß das Demokra tische Wochenblatt" in Besitz der Partei genommen und zum Parteiorgan umgewandelt werde; Umänderung des Namens erst mit nächstem Quartal aus Rücksicht auf die Poſt. Als Titel empfehle er:„ Der Volksstaat". Nippoldt beantragt Hinzufügung: Organ der sozial- demokratischen Partei in Deutschland." Yorf beantragt: Organ der demokratisch- sozialistischen Arbeiterpartei." Liebknecht setzt die praktischen Gründe auseinander, aus denen der alte Titel bis zum nächsten Quartal beibehalten werden müsse, aber das Blatt müsse zweimal die Woche erscheinen. Das ,, Demokratische Wochenblatt" ist verleumdet worden alsBourgeois-, als welfischesOrgan, aber nur von Schweitzer und Genossen. Verdächtigungen werden gegen Alle geschleudert werden, welche in unserer Partei auftreten und unsere Organisation annehmen. Das Demokratische Wochenblatt" hat alle Kämpfe der Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins, so weit sie nicht persönliche Interessen des Herrn von Schweitzer betrafen, jeder Zeit unterstützt. Bebel bittet, den Titel nicht zu diskutiren, bis man über den Namen der Partei einig sei und die Diskussion auch hierüber auszusetzen. Scheu wünscht, daß der Titel jetzt diskutirt werde.. Weller( Nürnberg) schlägt vor: ,, Organ der sozial- demokratischen Partei." [ Telegramme, Ronsdorf: Frick's Bericht im ,, Sozial- Demofrat" falsch. Ronsdorfer Parteigenossen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.] Scheu beantragt: ,, sozial- demokratischen Arbeiterpartei" ohne Hinzufügung von Deutschlands". Bebel wünscht eben nur Partei und nicht Arbeiterpartei, weil das überflüssig, beantragt aber den Titel: demokratisch- sozialistisch, weil wir nur durch den demokratischen Staat zu dem sozialistischen Staate gelangen. [ Schluß der Debatte mit Ausnahme des nächsten Redners.] Bremer: wir wollen nicht für irgend eine verwandte Partei eintreten, sondern jene mag zu uns kommen. Die Arbeiterpartei ist die Partei der Menschheit, wer in ihr kämpfen will, er sei Arbeiter oder nicht, der ist ihr willkommen. Bebel erklärt sich mißverstanden. Bremer bestreitet dies und verlangt den Titel: sozial- demokratische Arbeiterpartei. Bracke als Referent: Der einzelne Mensch kann nicht gut demofratischer Sozialist genannt werden, andererseits sei der andere Titel weiterfaffend, es sei aber übrigens ziemlich gleichgültig; allein sozial- dentoIratische Arbeiter partei ist überflüffige Wiederholung. ( Schluß der Debatte.] 397 Bebel weist darauf hin, was das Gründen einer neuen Zeitung loftet, das Blatt habe nur eine Schuldenlast von 6-800 Thirn., was eine geringfügige Summe gegen die entstehenden Kosten für ein neues Organ fei. Rittinghausen hält es für sehr bedenklich, einen gewohnten Parteinamen zu ändern, der eine historische Bedeutung habe. Bei jeder Entwickelung habe die Partei ihren Namen verändert. Der richtige sei jetzt sozial- demokratische Partei. Bei der Abstimmung wird der Titel: sozial demokratische Partei angenommen. Bolling behauptet, damit seien die Arbeiter hinausgeworfen. F. W. Fritsche und Bremer wollen ihre Mandate zurückziehen. [ Großer Sturm.] Yort beantragt namentliche Abstimmung. [ Die Wiederaufnahme der Debatte wird von Raspe beantragt und vom Congreß beschlossen.] Hoffstetten: Herr Raspe wünscht Denjenigen nachzugeben, welche das Wort„ Arbeiterpartei" aufgenommen haben wollen. " Die Versammlung entscheidet sich für den Titel: Sozial demokratische Arbeiterpartei". Desgleichen für den Titel: Voltsstaat". Desgleichen für den Sitz des Erscheinens: Leipzig. Theil XVIII wird hierauf im Ganzen angenommen. Desgleichen Theil XIX ohne Debatte. In Bezug auf die Statuten der sozial- demokratischen Arbeitervereine werden verschiedene Amendements gestellt: Bebel beantragt, den§ 2 aus Rüsicht auf polizeiliche Hindernisse zu streichen. Rittinghausen wünscht, daß alle Delegirten nur in Volksversammlungen zu wählen seien. setzen. Bebel beantragt:„ Agitationszwecke" statt ,, Parteizwecke" zu [ Pause von 1 Stunde angenommen 12% Uhr.]- Nachmittags 3 Uhr Wiedereröffnung durch den Vorsitzenden Geib. aus Gotha: Hoch die Delegirten!] Nippoldt beantragt Enbloc- Annahme. Rittinghausen zieht seinen Antrag zurück. Die Streichung von§ 20 wird angenommen. Depesche Das Statut mit Bebel's Verbesserung ,, Agitationszwecke" en bloc angenommen. Zu Theil XV erhebt Scheu gesetzliche Bedenken. Oberwinder bestätigt sie, da in Desterreich ein Comité von mehr als 5 Mitgliedern als ein Verein angesehen wird. Bebel beantragt, in solchen Fällen dem Ausschusse die geeigneten Maßregeln anheim zu stellen. Rüdt beantragt: Weder Redakteur noch Expediteur des Organs dürfen im Ausschusse sein. [ Wird angenommen.] Bu 11, 8 ist ein Protest eingegangen wegen Nichtaufnahme einer Bestimmung über Zuchthausarbeit." Rüdt beantragt Einführung der im Verkehr üblichen Löhne für die Arbeiter in Strafanstalten. Yort beantragt: Beseitigung der durch die Zuchthausarbeit den freien industriellen Arbeitern geschaffenen Concurrenz. Schlömer: Verbot der Zuchthausarbeit. Walster beantragt, statt Zuchthausarbeit zu setzen:„ Zucht- und Arbeitshausarbeit." Yort ist damit einverstanden. Der Antrag wird mit dieser Erwägung und mit Streichung des Wortes ,, industriellen" genehmigt. Metzner beantragt zu 111, 8,, Verbot der Kinderarbeit in Fabriken und auf dem Lande." Schlö mer beantragt hierzu das Wort: ,, erwerbsmäßigen" einzuschalten. Bebel beantragt:„ Verbot der Kinderarbeit." [ Wird angenommen; die übrigen Amendements zurückgezogen.] Werner( Leipzig) beantragt: Die Reisekosten und Diäten der Delegirten zu den Generalversammlungen sind auf alle Parteigenossen zu übertragen, nach Kopfzahl zu repartiren und eine Extrasteuer zu erheben. Walster constatirt auf Grund des Protokolls, daß das Verbot aller Kinderarbeit schon mit dem Fritzsche'schen Antrage am vergangenen Tage beschlossen sei. Bebel weist auf die unpraktischen Seiten des Werner'schen Antrages hin, die unverhältnißmäßigen Summen, den Mangel an gleichmäßigen Wahlkreisen 2c. [ Der Antrag Werner's wird verworfen.] Vorsitzender schlägt vor, daß Roller und Dr. Walster das Protokoll bearbeiten, und im Einverständniß mit einer Redaktionscommission von 3 Mitgliedern herausgeben sollen. Liebknecht wünscht, daß das von Dr. Walster abgefaßte Protokoll dem Parteiorgan zum Abdruck zur Verfügung gestellt werde. [ Wird angenommen. Desgleichen die Bearbeitung durch Walster und Roller.] Neben Dr. Walster und Roller werden Bebel, Werner und Liebknecht in die Redaktionscommission gewählt. Als Sitz des Vorortes werden Hamburg, Leipzig, Wien und Braunschweig vorgeschlagen. Brade spricht gegen Hamburg, wegen der dortigen Parteiverhältnisse. Auch vor Leipzig sei zu warnen, weil gegen die Herren Liebknecht und Bebel noch nicht überwundene Vorurtheile herrschen. BraunschweigWolfenbüttel würde Bracke und Spier in den Ausschluß bringen, deren persönliche Verhältnisse eine solche Thätigkeit nicht ermöglichen. schlage deshalb Wien vor als Vorort und für Hamburg ein Agitationscomité. Dagegen will Bracke die Mitgliederbeiträge annehmen. Eine Finanzcommission in Braunschweig. Er Oberwinder erklärt seine Freude über Bracke's Antrag, Wien müsse der Centralpunkt der sozial- demokratischen Bewegung werden. Die politische Situation werde zwischen Berlin und Wien entschieden. In Preußen zeigt das Volk wenig Initiative, wegen Uebermacht der Regierung. In Desterreich gebe ein Zersetzungsprozeß vor sich, der günstig für die Bewegung, wegen schwankender Regierung. Liebknecht ist anfangs ganz derselben Ansicht gewesen, aber er findet die polizeilichen Verhältnisse dort ungünstig. Wenn Wien ein Jahr lang in unserer Bewegung geblieben, dann wird es uns eine Ehre und Freude sein, den Vorort dahin zu verlegen. Es bleibt nur Braunschweig und Leipzig, und schlage er ersteren Ort vor, Leipzig werde unter keinen Umständen annehmen. Neumayr ist für Desterreich, dessen jungfräuliche Bewegung die Sache fördern müsse. York ist auch für die alte Kaiserstadt gewesen, welches 1848 über Berlin den Vorrang errungen hatte. Aber die jetzigen Verhältnisse! Wir müssen Braunschweig nehmen. Die Wiener müssen mehr mit dem nördlichen Deutschland, die norddeutschen Genossen mehr mit österreichischen Verhältnissen bekannt gemacht werden. Empfiehlt Braunschweig. Reichelt( Hannover) warnt vor Wien, eben wegen der freundlichen Haltung der dortigen Bourgeois- Presse u. s. w. Auch gegen Leipzig sei er, und empfehle Braunschweig. Bebel: Herr Bracke erkennt durch seine Vorschläge selbst an, daß Wien zur Zeit nicht möglich ist, es wäre eine zweite Mainlinie. [ Leipzig und Wien wird verworfen, Braunschweig angenommen. Depesche von Frankfurt: Vorwärts, es lebe die Vereinigung!] Walster schlägt vor, Wien als Sitz der Control Commission zu erwählen, um Osterreich hereinzubringen in den gemeinschaftlichen Parteiverband und in das gemeinschaftliche Parteileben. [ Wien wird ohne weitere Debatte als Sitz der Control- Commission erwählt.] Bebel beantragt, daß die Ausschußmitglieder entschädigt werden sollen für ihre Mühewaltung und daß der Control Commission über tragen werden soll, Vorschläge über Höhe der Entschädigung zu stellen. Bracke beantragt: Jedem Parteigenossen eine Extrastener von 2 Groschen zur Deckung der 300 Thlr. Congreßschulden abzuverlangen und gegen Einziehung dieses Betrages Parteikarten auszugeben. Er modificirt denselben durch Herabsetzung um die Hälfte. Bebel: Hier sind 193 Orte, mögen überall Volksversammlungen abgehalten und freiwillige Beiträge gesammelt werden. Wörtlich: Der Congreß empfiehlt den Parteigenossen an allen Orten freiwillige Sammlungen zu veranstalten und diese dem Ausschuß einzusenden. Bracke's Antrag wird verworfen, der Bebel's angenommen. Zum nächsten Congreßort werden vorgeschlagen: Süddeutschland im Allgemeinen, Nürnberg, Mainz, Stuttgart, Frankfurt. Bürger empfiehlt Württemberg. Stuttgart wird angenommen. Lorenz( Stuttgart) dankt, und hofft, daß der Congreß würdig empfangen werden wird. [ 5 Minuten Pause.] Der Vorsitzende eröffnet die Debatte zur Gewerkschaftsfrage und verliest eine Mittheilung J. Pb. Becker's als Antrag, dessen momentane Behandlung vorläufig abgelehnt wird. Leyendecker beantragt: die anwesenden Präsidenten von Gewerks genossenschaften zu hören. Dies wird angenommen. York spricht über das Verhältniß der verschiednen Gewerkschaften zu einander und deren mögliche Vereinigung( resp. Trennung) und schlägt vor: sich unter sich selbst zu organisiren und abzuwarten bis sich Gegen( Die Programm- und Organisationsdebatte wird für geschlossen sätze vereinbaren lassen werden, damit die Angehörigen der verschiedenen erklärt.) Der Vorsitzende Geib erklärt die sozial- demokratische Arbeiter- Partei auf Grund des beschlossenen Programms und der Organisation für constituirt. ( Allseitiges Bravo.) Scheu beantragt für diesmal von einer Bestätigung des Ausschusses durch die Unwähler abzusehen. Bracke beantragt einstweilige Zusammensetzung eines provisorischen Comités. Rakh Sains Simandement uriid Richtungen keinen Schaden dadurch als Mitglieder der Gewerkschaften nehmen. Schob( Präsident der Schneidergewerkschaft) theilt seine Erfahrungen mit und vertritt den internationalen Standpunkt. Beantragt, daß die anwesenden Fachgenossen mit schweizerischen Fachgenossen in Verbindung treten und fordert anderweitige Gewerksgenossen auf, Gleiches zn thun und mit der Internationalen in Verbindung zu treten. Warnt vor Verbindung mit den diktatorisch organisirten Gewerkschaften Schweitzer's. Werner( Leipzig) bespricht die Stellung der Gewerkschaften gegenüber der sozialdemokratischen Organisation und beleuchtet die Anforderungen, die an die Gewertsmitgliedschaften in petuniärer Hinsicht gemacht 398 werden, warnt vor Zersplitterung der Kräfte und theilt als gemachte Erfahrung mit, daß sich Gründung von Mitgliedschaften internationaler Tendenz der sozialdemokratischen Partei empfehle, Vereinigung mit jenfeitigen( Schweizer- Hatzfeldt'schen) Gewerkschaften unfruchtbar angestrebt würde. Organisation von Gewerkschaften nennt er ,, Mittel zum Zweck der Parteibeförderung und Verbreitung der sozialdemokratischen Idee." = Bebel wird dafür sorgen, daß alle internationale Holzarbeiter gewertsgenossen zu York's Gewerkschaft übergehen. Gleich geht es nicht, weil viele Ausgaben gemacht sind. Diese Vereinigung wird auch anderwärts zu ermöglichen sein. Aber die Schweißer' schen müssen sich von Schweizer losjagen. Kobitsch zieht seinen Antrag zu Gunsten der Bebel'schen Ansicht zmüd. Bintert ergeht sich über Einrichtung der Gewertsgenossenschaften und hebt die Wichtigkeit der Krankenkassen hervor. Seyffert( Leipzig) bemerkt, daß die Zahl der Genossenschaften der Kassen wegen möglichst beschränkt werden müsse. Der Egoismus, der in die Gewertsgenossenschaften gebracht wird, müsse möglichst beschränkt werden, es möge nicht zu viel versprochen werden, es muß ihnen gesagt werden, daß sie hauptsächlich zu Produktivassoziationen vorgebildet werden sollen. Vorsitzender bittet, mehr auf die Verbandsfrage Rücksicht zu nehmen, die Einrichtung der einzelnen Genossenschaften sei innere Sache der einzelnen Genossenschaften. Werner und Motteller beantragen, daß die Parteigenossen so viel wie möglich dahin wirken, daß die Gewerksgenossenschaften im Wege gegenseitiger Rückversicherungsverträge( Cartells) sich möglichst ihr Bestehen zu sichern suchen. Schrader Lüneburg), als Mitglied einer zerfallenen Genossenschaft will Anschluß an eine internationale Genossenschaft. Naters weist darauf hin, daß die ländliche Bevölkerung besonders durch das Materielle der Gewerksgenossenschaften zu gewinnen_jei. Auch er wünscht Anschluß an die internationalen Gewerksgenossen= schaften. Schulz Mainz) wünscht Aufklärung über die Verbindung der Genossenschaften und zu diesem Behuse Fortsetzung der Debatte. Dieselbe wird beschlossen.] Schmidt( Wiesbaden) fragt, wie die chinesische Mauer der Schweitzerlinge zu beseitigen sei. Vorläufig möchten die aus dem Schweizerischen Verband Ausgetretenen sich mit den Andern vereinigen. Raspe( Essen): ( Essen): Die Schweitzer'schen Gewerfsgenossenschaften fönnen nicht mehr lange bestehen, da Dr. Schweißer seinen Verpflich tumgen nicht mehr nachkommen kann. Zu dieser Ueberzeugung muß man sie kommen lassen. Das, was der Congreß schafft, hat eine zu lunst, die anderen nur eine Vergangenheit. Die noch im Schweitzerschen Verband Befindlichen müssen einstweilen ihre Thätigkeit fortsetzen. Leyendecker( Mainz): Auch die Mainzer find vor die Thür gesetzt, sie tönnen nicht lange warten, die Anderen werden nicht sobald zur Befinnung kommen, da ist Verwirrung unausbleiblich. Wir müssen sofort zur Internationalen übergeben. Kobitsch und Reimann beantragen, daß das Parteiorgan auch das Organ der Gewerkschaften werde. Yort beantragt Verpflichtung der Parteigenossen zur Gründung von Gewerkschaften auf internationalem Gebiete. Schulz( Wiainz) will dafür sorgen, daß die Ausgetretenen sich allenthalben der Internationalen anschließen. Andere aber haben bereits viel eingezahlt, namentlich die Metallarbeiter. Er will, daß durch das Parteiorgan Aufklärung über die Gewerksgenossenschaften gebracht werde. Leyendecker erklärt in Bezug auf die Zimmerleute zu Mainz, daß sie sich der Internationalen anschließen werden. Mühlwasser ergeht sich in Betrachtungen über die internationalen Berhältnisse Desterreichs. Greulich( Zürich) betlagt die Wirthschaft des Dr. Schweizer mit dem Gelde der Gewerksgenossenschaften und erklärt dieß für eine Schmach. International müssen sie alle werden, soweit sich Antnüpfungspunite finden. Um ein Organ zu haben für Alle, können Sie den Generalrath in London nehmen, derselbe müßte einen Beitrag zu den Bureaukosten erhalten. Müller( Dresden) beantragt eine turze Separatsitzung der Gewerksgenossenschafts- Bertreter, um sich über ein einheitliches System zu einigen. [ Dies wird angenommen.] Bebel und York bringen statt ihrer einzelnen Anträge einen vereinigten ein. Zu Gunsten dieses Antrags wird auf die Separatsitzung verzichtet. Oberwinder antwortet auf eine Interpellation. Der Bebel- York'sche Antrag wird angenommen. Der Moteller- Werner' sche gleichfalls. Der Kobitsch- Reimann'sche desgleichen. [ Telegramm: Donnerudes Hoch von den Mainzer Genossen. Brief aus Remscheid mit Zustimmungserklärung.] Es folgt Berichterstattung der Prüfungskommission( v. Bonhorst.) Beanstandet wurden 11 Mandate von Gotha, weil sie keine Mandanten angaben.( Diese Delegirten hatten andere Mandate.) Der Vorfitzende tritt dem bei. Der Delegirte von Gersheim wird beanstandet. Ter Vorsitzende entscheidet dagegen. Der Vertreter( Stumpf) der deutschen Section aus der Schweiz wird beanstandet, weil feine Zahl angegeben. Die Zahl wird auf Grund glaubhafter Mittheilung auf 1500 Stimmen festgesetzt. Dem Vertreter der Dienstagsgesellschaft in Apolda werden, weil die Zahl nicht angegeben, auf Grund augestellter Ermittelungen 25 Stimmen zugestanden. Bolling wird wegen eines Formfehlers mit 44 Stimmen bean standet. Der Vorsitzende hebt das Mißverständniß. Knappe für Hand- und Fabritarbeiter wird mit 66 Stimmen an genommen. Berg aus Cöln hat ein Mandat ohne Angabe des Orts. Es wird Köln ermittelt. nommen. Schuhmachergenossenschaft Bamberg wird mit 25 Stimmen angeCigarren und Tabafarbeiter Berlins, Mandat Fritzsche, werden mit 108 Stimmen angenommen. Stolle weist die Anschuldigungen wegen zu später Prüfung der Mandate zurück. Die Commission theilt jerner mit, daß 262 Delegirte mit 324 geprüften Mandaten anwesend sind; 26 Mandate find beanstandet, 193 Orte vertreten, die nicht beanstandeten Stimmen belaufen sich auf 148, 250, wozu die von der Versammlung zugestandenen hinzuzurechnen sind. Der Congreß enthebt mit Dank die Commission ihrer Pflicht. Zur Verhandlung tommt nunmehr der Antrag Joh. Ph. Beckers und Genossen. Liebknecht beantragt: 1) Der Congreß ernennt eine Commission, welche zu berathen hat, wie die Beziehungen der sozial- demokratischen Arbeiterpartei zur internationalen Arbeiterassoziation zu regeln sind; 2) Der Congreß ernennt eine Delegation, die auf dem bevorstehenden Bajeler Congreß das Verhältniß zur internationalen Arbeiterassoziation endgültig zu regeln hat; und 3) der Congreß empfiehlt allen Weit gliedern der sozial- demokratischen Arbeiterpartei den persönlichen Eintritt in die internationale Arbeiterassoziation. J. Ph. Becker bedauert, daß sein Antrag so zum Schluß erst gekommen, daß fast nichts anderes übrig blieb, als ihn einer Commission zu übergeben, zumal bei der sonderbaren Brüderlichkeit einer gewiffent Partei. Aber ohne Beschluß können wir nicht gehen. Jeder Sozialist muß international sein. Der Vorsitzende bemerkt, daß erst die Tagesordnug erledigt werden müsse. Liebknecht bemerkt, daß der Congreß durchaus von internatio nalem Geist beseelt war. Werner: Wir können uns nicht mit einer Resolution gegenüber dieser Frage abfinden. Empfiehlt eine Commission, welche ihre Beschlüsse dem Baseler Congreß überbringt. Die Gewerksgenossenschaften müssen nothwendiger Weise in Verbindung mit der Internationalen treten. Rittinghausen warnt vor dem Antrage Liebknecht's wegen des Vereinsgesetzes, namentlich in Preußen. Das Auskunfsmittel ist nur eins: daß wie alle persönlich eintreten und in unserem Kreise zu Gleichem anregen. Liebknecht: Der Congreß ist tein Verein, und in Eisenach gibts kein Vereinsgesetz. Wir müssen unsere Zusammengehörigkeit befunden. Greulich will Erörterung der Grundsätze, nach welchen die Commission sich zu richten habe. Gegenüber den Bedenken wegen der Kosten, deutet er darauf hin, daß ja auch ein Deutscher in der Schweiz als Telegirter bezeichnet werden könnte. Der Vorsitzende bemerkt dazu, daß ein Schweizer schwerlich alle unsere Vereinsgesetze kenne. [ Der Schluß der Debatte wird angenommen.] Bei Ver Abstimmung wird der Antrag Liebknecht's angenommen. Auf Antrag des Vorsitzenden wird die Commission gewählt. Gewählt werden Liebknecht, Rittinghausen und Greulich. Beschlossen wird, daß ein Delegirter nach Basel geschickt werde. Hierzu wird Liebknecht bestimmt. Schulz( Mainz) empfiehlt, teine Angriffe im Parteiorgan gegen Schweitzer, den Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein c. zu bringen, ebensowenig ihre Angriffe zu erwidern. [ Der Antrag wird nicht hinreichend unterstützt.] Brace theilt mit, daß Tölcke 30-40 Delegirte zur Agitation mit Geldmitteln versehen habe. Wer am tüchtigsten agitire, bekomme die Oberhand. [ Depesche von Coblenz: Sorgt für die Einigkeit.] Lasch( Chemnitz) versichert, daß bei ihm zu Hause die Agitatoren teinen Boden finden werden. [ Ein Antrag zur Begrüßung der Weimarischen Lehrerversammlung geht ein und wird angenommen.] Geib, Oberwinder und Joh. Ph. Becker werden gewählt, diese Begrüßung zu bewirken. Mühlwasser( Brünn) beantragt, einen Aufruf an die Nationali täten, Liebknecht ein Manifest an die Arbeiter. Letzteres wird an genommen und Joh. Ph. Becker, Oberwinder und Liebknecht hierzu gewählt. Ebenso werden zwei Proklamationen an die Schrift- Proletarier( Lehrer) und landwirthschaftlichen Arbeiter beschlossen.- Dieselbe Commission wird zur Abfaffung derfelben ermählt. Schmidt( Wiesbaden) ermahnt die Anwesenden, Alle einzutreten mit aller Macht für das, was sie heute beschlossen. Zum provisorischen Comité werden hierauf ernannt: Bracke, Ehlers, Neidel( Braunschweig) und Spier( Wolfenbüttel). Rüdt gedentt Derjenigen, die sich in Feindschaft getrennt haben, wie sie gekommen. Dagegen seien hier die Grundsteine zu einem großen Werte gelegt von freien Männern. Dieses ist nicht durch die Waffen der Lüge zu stürzen, so wenig wie Luther's Werk. So denken wir. Den freien Voltsstaat zu gründen sind wir gekommen. Des Volfes Stimme ist Gottes Stimme." Naters erklärt, daß er im ,, goldenen Löwen" zur Verföhnung geredet und deshalb Verräther genannt worden sei. Deswegen sei er hierhergekommen und habe sich hier glücklich gefühlt; dankt den Vertretern Desterreich's." Bremer will nur an die trübe Stimmung zur Zeit der Einberufung und an das fröhliche Gefühl jetzt über das gelungene Wert erinnern. Er dankt dem Vorsitzenden für seine Mühe und fordert zu einem Gang nach der Wartburg und dann zur Berathung der Gewerksgenossenschaften auf. Bonhorst gedenkt der Führung des Hrn. Geib und der Unterstützung durch das Bureau. Hillmann wirft einen furzen Rückblick auf seine lange Laufbahn als Sozialist, gedenkt der schmerzlichen Gefühle darüber, daß er jahrelang nichts mehr thun fonnte für die Sache mit seinem Häuflein, dankt für das Erscheinen und die Theilnahme der Arbeiter in Masse. Der Vorsitzende Geib erklärt diesen Congreß als die aufgehende Sonne einer großen sozialen Bewegung in ganz Deutschland. Er erinnert an das Märchen von dem Baume, dessen Zweige sich zurückziehen, wenn man nach den goldenen Früchten greifen will. Dieser Baum sei von einer bösen Schlange umwunden, die man zu verscheuchen auf alle Weise bestrebt sein müsse. Wenn dies aber auf friedlichem Wege nicht zu erreichen sei, dann sei nichts übrig, als einen neuen kräftigen Baum erstehen zu lassen. Dies werde erreicht, wenn der Geift der Zusammengehörigkeit Alle bewege, und diesen Geist möge man in alle Herzen pflanzen. Hoch die Internationale Arbeiter- Bewegung! ( Die Versammlung stimmut begeistert ein.) [ Der Congreß ist geschlossen. Schluß des Protokolls.] Eisenach, den 9. August 1869, Abends 9 Uhr. Gasthof zum A. Otto Walster, Schriftführer des Congresses. Mohren. " 1805 Bor zwanzig Jahren feierte die Blut- und Eisenpolitit" in Baden ihre entsetzlichen Orgien und stärkte sich im Herzblut der deutschen Republikaner Der jetzige König von zum Tigersprunge des Jahres 1866. Preußen hatte das Kommando: luftig zerrissen die preußischen Standrechtskugeln die Brust der Kämpfer für das freie, einige Deutschland; und das geknebelte Volt schaute ohnmächtig zu und schwor Rache. Damit die That, damit der Schwur nicht vergessen werde, hat der Stuttgarter ,, Beobachter" am 3. Auguſt nachfolgendes Gedenkblatt veröffentlicht: Der Beobachter" vom 3. August 1849 berichtet: 11 11 Ba den. Das Morden hat begonnen. Johann Ludwig Maximilian Dortu aus Potsdam, Sohn eines preußischen Staatsdieners, vormaliger preußischer Unteroffizier, Kämpfer auf den Berliner Märzbarrikaden und Mitstreiter im badischen Voltsheere, wurde am 31. Juli früh 4 Uhr in Freiburg von den Preußen beim Kirchhof von Wiehre, Stunde vor der Stadt, erschossen. Er wurde in einer Chaise hinausgeführt. Am Kirchhof, erzählt das Deutsche Volksblatt", mußte er aussteigen. Er ging, ein großer, schöner Mann, etwa 24 Jahre alt, muthig und gefaßt, die linke Hand auf das Herz gelegt, die rechte in die Seite geſtemmt, in der Mitte des Quarrés, das die Infanterie gebildet hatte, während die Husaren in der Nähe ſtreiften, um Zuschauer ferne zu halten. Das Todesurtheil wurde vorgelejen. Dortu antwortete: Ich sterbe für die Freiheit; schießt gut, Brüder! Er sant sogleich, von vielen Kugeln durchbohrt, entseelt zusammen. Die Leiche wurde in einen Sarg gethan und beim Eingange des Kirchhofes ver= scharrt. Das Grab hat keinen Hügel, sondern ist ganz eben." 399 Hand gefämpft hatten, wider dynastischen Verrath und Ver gewaltigung. Als eine heilige Pflicht", so rief im Frühjahr 1866 ein Freischärler, der diesen Kampf mitgekämpft, in einer Versammlung deutscher Turner im Ausland ,,, als eine heilige Pflicht eines Jeden, der von nah oder fern dieser Dinge Zeuge gewesen, betrachte ich es, die Erinnerung an die Greuel wach zu erhalten, welche damals von den obersten Staatsgewalten an den Edelſten und Besten der Nation mit roher Grausamkeit und teuflischer Bosheit verübt worden sind. Schmach, ewige Schmach über Die, so sich Beschützer von Kunst und Wissenschaft nannten, und denen es eine Wollust war, edel und fein gebildete Menschen, die für diese Ueberzeugung eingestanden, Schriftsteller, Dichter, Künstler, zu allen unaussprech= lichen Erniedrigungen herabzudrücken, welche ein humaneres Zeitalter dereinst nicht einmal mehr über den gemeinsten Verbrecher verhängen wird! Schmach über sie, und niemals Bardon für sie!" produce Wir wollen am 20. Jahrestag dieser Greuel der Aufforderung Ludwig Bamberger's nachkommen, denn er war es, der diese Worte sprach. Den Treuen zum Gedächt= niß, den Verräthern zur Schmach! Vor Monaten schon erhielten wir von einem Freunde in Baden, der jene Dinge als Augenzeuge mit erlebt, Mittheilungen ,, Aus der Zeit der schweren Noth", nebst einer Liste der Opfer, deren Veröffentlichung wir auf diesen 20. Jahrestag aufgespart und deren Angabe wir nach einem inzwischen bei Eichelsdörfer in Mannheim erschienenen Flugblatt vervollständigt haben. Dasselbe enthält, da uns die Gesammt= zahl der Verurtheilten auf 98 angegeben ist die Namen jämmtlicher zum Tod und zu längerer Zuchthausstrafe Ver= urtheilten bis auf zwei, nebst dem Datum der Urtheile, die sich vom 31. Juli bis Ende Oktober Schlag auf Schlag folg= ten. Die Standgerichte hatten ihren Sit in Mannheim, Rastatt und Freiburg, wo ja auch die Todesurtheile durch Pulver und Blei vollzogen wurden. Die Zuchthausstrafen wurden zum großen Theil im Bruchsaler Zellengefängniß mit der gesetzlichen Reduktion verbüßt. Genau, wie seine Angaben sind, hat das Flugblatt bei dem Einen recht, den es abweichend von unserer Liste anstatt zum Tod, zu 10 Jahr Zuchthaus verurtheilt. Im Uebrigen können wir für die Zuverlässigkeit unserer Gewährsmänner unbedingt einstehen. Das Flugblatt, das wir der Uebersichtlichkeit wegen alphabetisch ordnen, hat die Ueberschrift: Verzeichniß der bei den Standgerichten in Baden im Jahre 1849 gefällten und vollzogenen Strafurtheile. 1) Erschossen: J. Bauer, Soldat, von Giessigheim. Bernigau, Offizier, von Köln. Ernst v. Biedenfeld, Major, von Bühl. Georg Bönning, Offizier, von Wiesbaden( 71 Jahre alt). Andr. Counis, Dragoner, von Pforzheim. Heinr. Dietz, Klempner, von Schneeberg( Sachsen). J. 2. M. Dortu, Auskultator, von Potsdam. Ernst Elsenhans, Redakteur, von Feuerbach Karl ( Württemberg). Gerhard, Soldat, von Rintheim. Jos. Günthard, Soldat, von Constanz. Konrad Heilig, Wachtmeister, von Pfullendorf. Karl Höfer, Lehrer, von Brehmen. Jacobi, Schreiner, von Mannheim. Pet. Jäger, Soldat, von Aglasterhausen. Jansen von Köln. Kilmary, Soldat, von Rastatt. Kohlenbecker, Soldat, von Karlsruhe. Gebhard Kröner, Soldat, von Bombach. Pet. Lacher, Soldat, von Bruchsal. Konrad Lenzinger, Korporal, von Durlach. Theophile Mniewsky von Russisch Polen. Friedr. Neff von Rümmingen. L. P. Schade, Soldat, von Karlsruhe. Schra= der, preußischer Soldat. Valentin Streuber, Wagmeister, der, preußischer Soldat. von Mannheim. Gust. Nic. Tiedemann, Offizier, von Landshut. A. v. Trützschler von Dresden. L. Zenthofer, Büchsenmacher, von Mannheim. Dies war das erste Lebenszeichen der nach Besiegung der badischen Reichsverfassungskämpfer durch die Preußen eingesetzten Standgerichte. Den heldenmüthigen Preußen folgten 27 andere deutsche Männer in den Tod, 68 wanderten in das Buchthaus auf lange, Lange Jahre. Wohl 10,000 zogen in die Verbannung, ins Elend. Die Mehrzahl derselben deckt längst die fremde Erde! Und alles das- weil sie, dem Schwur des deutschen Volkes getreu, für die von seinen Ver- v. Corvin Wierbisky von Gumbinnen. Th. Mögling, bafchloffene Reichanerfaffung mit den Waffen in der Dekonomierath, von Brackenheim( Württemberg). 2) Zum Tod verurtheilt und zu 10 Jahr Zucht= haus begnadigi: 3) Statt zum Tod zu lebenswieriger Festungshaft verurtheilt und vom König von Preußen zu lebenslänglichem Buchthaus ,, begnadigt": 008 Gottfr. Kinkel, Professor, von Bonn. d dh 400 4) Zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt: ja Karl Ahrens, Naturforscher, von Augsburg. Fr. Auhl, Metzger, von Düsseldorf( 6 Jahre). Bernh. Baader, Hut macher, von Freiburg. Franz Back of, Wachtmeister von Wäsch bach. Fr. Beerwalt, Seidenweber, von Wien. Val. Blind, Lieutenant von Mannheim. Friedr. Blumenschein, Soldat, von Heidelberg. J. Ritter v. Braun, kath. Pfarrer, von Ewasingen. Fr. Ant. Büchle, Corporal, von Unteröwisheim. Fr. Frant, Tagelöhner, von Friedrichsdorf. Fr. Grimmer, kathol. Pfarrer, von Tauberbischofsheim. Chr. Halter von Aargau. Joh. Heil von Simmern( Preußen). Heinzius, Major, von Frankfurt an der Oder. Fr. Hehl, Kanonier. E. Herr, Schuster, von Bamberg. Hetterich, Wirth, C. von Bruchsal. Hirschfeld, Freischärler. J. P. Jahule, Buchdruckerlehrling, von Hall( Württemberg.) Illig, Kanonier. Jgn. Jörger Lehrer, von Altbreisach. Komlossi, Metzger, von Rastatt. Franz Kaucher, Arzt, von Heidelberg. Kerber, Soldat, von Constanz. Andr. Ph. Kohler, von Weil( Württemberg). Kopf, Soldat, von Dundenheim. Kasimir Krenkel, Dragoner, von Renchen. Kuhnert, Soldat, von Tryberg. Joh. Kunisky, Schneider, von Möve( Preußen),( 5 Jahre). Kunz, Strumpfwirker, von Rastatt. Kupferberg, stud. med., von Mainz. Franz Maler, Lieutenant, von Baden. Joh Mayer, Schneider, von Nürnberg. Joseph Metzger, Soldat, von Freiburg. G. Mohrauer, Goldarbeiter, von Hanau. Jakob Müller, Schuster, von Stromberg. G. Neckermann, Fourier, von Unterschlüpf. Heinr. Niebergall, Kaufmann, von Neckargerach. Nowitsch von Ungarn. Martin Nunnenmacher, Seifensteder, von Staufen. Ploch von Dielhelm. 2. v. Rango, Oberstlieutenant, von Berlin( damals Rauch von Grafenhausen). Karl Reet, Eisengießer, von Engers( Preußen). Aug. Reinberger, Schuster, von Badenweiler. Phil. Reiter, Cameralist, von Wertheim. J. B. Risch, Soldat, von Hochstetten. F. Rohr von Stuttgart. 2. Rumbach, Kommissionär, von Mannheim. Saul, Apotheker, von Thiengen. Johann Schanz von Hoffenheim. Schilling, Soldat, von Leipfer dingen. Schlageter, Dragoner. Jak. Schmierer, Hausknecht, von Erdmannshausen( Württemberg). Schneider, Soldat. Christ. Scholterer, Kanonier, von Lahr. Schützenbach, Kanonier, von Mannheim( erschossen?). A. Steck von Neuen burg( geb. in Posen). Strobel, Soldat. Joh. Thalheimer, von Leim( Baiern). Max Wenger, stud., von Handheim. Heinr. Wilhelm, von Erfurt( 6 Jahre). Karl Zöller, Soldat. Aus den Notizen unseres badischen Korrespondenten theilen wir folgende interessante Einzeluheiten über einige der weniger bekannten Persönlichkeiten und über den Geist mit, der die von ganz Deutschland verurtheilten Blutgerichte beseelte. Karl Höfer, 21 Jahre alt, zuletzt Schullehrer in Heilig freuzsteinach, gegen den ein falscher Zeuge, der später kläglich endete, aussagte, war an einem Donnerstag verurtheilt und die Hinrichtung auf den kommenden Sonnabend anberaumt worden, weil bekanntlich am Tage des Herrn keine Hinrichtung stattfinden durfte. Da Höfer nicht eine 48stündige Todesqual erdulden wollte, so erbat er sich die Gnade, ihn am nämlichen Abend noch zu erschießen und wurde auch seinem Verlangen entsprochen. Einige Soldaten hielten Laternen, damit die Feuernden die Richtung ihrer Gewehre nicht verfehlten. Es war 8% Uhr Abends, als Höfer die Rathhaustreppe herabkam, seine junge hochschwangere Frau stürzte ihm mit einem Schrei, der den Umstehenden durch Mark und Bein drang, entgegen mein Karl! mein Karl! dische Gensdarmen stießen die Frau mit Gewehrkolben zurück, daß sie besinnungslos aufs Pflaster stürzte.( Ich war Augenzeuge dieser Scene mit einem Freunde aus Mannheim, Kaufmann Sick.) Gebhardt Kromer aus Bombach im badischen Oberland, nur gemeiner Soldat, ein Mensch von außerordentba= lichen Fähigkeiten und großer Bravour. Seine schönen Schwestern bekränzten nach der im badischen Oberlande herrschenden Sitte seine Grabstätte mit Blumen und Kränzen. Die siegreichen Offiziere ließen die Mädchen fangen, sie ent blößen und ihnen Schläge aufzählen, wobei sie zusahen. Andr. Counis aus Pforzheim war einer der heldenmüthigsten Männer der badischen Revolution, die Bravour, die er an den Tag legte, machte ihm einen Namen, der ver dient verewigt zu werden. Bemerkenswerth ist, daß, als der erste, der vor'm Mannheimer Standgericht erschien, der schweizerische Artillerie- Unterlieutenant Steck, der Gravirteste von Allen, beschuldigt, Ludwigshafen in Brand geschossen zu haben, 10 Jahre Zuchthaus strafe erhielt und die beiden Andern, die ihm folgten, die nämliche Strafe traf, von Offenburg, aus dem Hauptquartier, wo sich der Oberbefehlshaber, der jeßige König von Preußen befand, der Befehl kam augenblicklich das Standgericht aufzu lösen und ein anderes zu ernennen. Das neu geschaffene Standgericht fällte denn auch hintereinander 5 Todesurtheile über Dies, Lacher, v. Trüßschler, Höfer und Streuber; die 3 Letzteren fielen offenbar als Opfer einer tyrannischen Willkür, Trüßschler, weil er sich am sächsischen Aufstand betheiligt haben sollte, andere Anschuldigungen waren nicht erwiesen. Schul Lehrer Höfer, weil dem Lehrerstand ein Exempel statuirt wer den sollte, und Streuber, einer der edelsten und geachtetsten Bürger Mannheims." Bekannt ist, daß die Meisten der zum Tode Verur theilten wie Helden starben. Die Gräber der treuen Söhne Deutschlands sind jetzt geebnet und ihre Spuren verwischt. Die Grabschrift, die ihnen das deutsche Volk schrieb, konnten sie nicht vertilgen: ..Exoriare aliquis ex nostris ossibus ultor!" ( Aus unsern Gebeinen wird ein Rächer erstehen!) Karl Marx.*) Man hat sich in Deutschland daran gewöhnt, in Ferdinand Lassalle den Urheber der deutschen Arbeiterpartei zu sehen. Und doch ist nichts unrichtiger. Wenn ihm vor sechs, sieben Jahren in allen Fabrikdistrikten, in allen großen Städten, den Centren der arbeitenden Bevölkerung, das Proletariat in Massen zuströmte, wenn seine Reisen Triumphzüge waren, um die ihn die Landesfürsten beneiden konnten war da der Boden nicht vorher etwa schon im Stillen gedüngt worden, der so rasch aufschießende Früchte trug? Wenn die Arbeiter seinen Lehren Beifall zujauchzten, geschah dies, weil diese Lehren ihnen neu, oder weil sie den Denkenden unter ihnen schon längst mehr oder weniger bekannt waren? Die heutige Generation lebt rasch und vergißt rasch. Die Bewegung der vierziger Jahre, die in der Revolution von 1848 gipfelte und in der Reaktion von 1849-52 ihren Abschluß fand, ist bereits verschollen, mit sammt ihrer politischen und sozialistischen Literatur. Es muß daher daran erinnert werden, daß vor und während der Revolution von 1848 unter den Arbeitern, namentlich Westdeutschlands, eine wohlorganisirte so zialistische Partei bestand, welche zwar nach dem Kölner Som munistenprozeß auseinander fiel, deren einzelne Mitglieder aber im Stillen fortfuhren, den Boden vorzubereiten, dessen Lassalle sich nachher bemächtigte. Es muß ferner daran erinnert werden, daß ein Mann existirte, der, neben der Organisation dieser Partei, das wissenschaftliche Studium der sog. sozialen Frage, d. H. die Kritik der politischen Dekonomie, zu seiner Lebensaufgabe gemacht und bereits vor 1860 bedeutende Re sultate seiner Forschungen veröffentlicht hatte. Lassalle war ein höchst talentvoller, vielseitig gebildeter Stopf, ein Mann von großer Energie und fast unbegränzter Versabilität; er war ganz dazu gemacht, unter allen Umständen eine politische Rolle *) Diefer, zuerst in der Zukunft" veröffentlichte Artikel stammt von kompetentefter Seite. Wir haben nur einige Stellen weggelassen, die hier und da hätten verletzen können. " Ti i R te 20 h id go bo a Do 5 ai الدور je to bo ad De fo u id et er en T: 1. t: 1. 1T, D= T, 401 zu spielen. Aber er war nicht der ursprüngliche Initiator der deutschen Arbeiterbewegung. Er hatte einen bahnbrechenden Borgänger, und dieser heißt Karl Marx. olit dan Karl Marx ist geboren am 5. Mai 1818 zu Trier, wo er feine Gymnasialbildung erhielt. Er studirte Rechtswissen schaft in Bonn und später in Berlin, wo ihn indeß die Beschäftigung mit der Philosophie dem Jus bald abwendig machte. Nach fünfjährigem Aufenthalt in der ,, Metropole der Intelligenz" fehrte er 1841 nach Bonn zurück mit der Absicht, sich dort zu habilitiren. Damals herrschte in Preußen die erste„ neue Aera". Friedrich Wilhelm IV. hatte erklärt, er liebe eine ,, gesinnungstüchtige Opposition", und an verschiedenen Stellen wurde der Versuch gemacht, eine solche zu organisiren. So wurde in Köln die Rheinische Zeitung" gestiftet; Mary fritisirte in ihr mit damals unerhörter Kühnheit die Verhandlungen des rheinischen Provinziallandtages in Artikeln, die viel Aufsehen machten. Ende 1842 übernahm er selbst die Redaktion und machte der Censur so viel zu schaffen, daß man ihm die Ehre anthat, für die ,, Rheinische Zeitung" einen Spezial- Censor von Berlin zu schicken. Als auch dies nicht half, mußte die Beitung doppelte Censur durchmachen, indem jede Nummer außer der gewöhnlichen, noch in zweiter Instanz der Censur des Kölner Regierungspräsidenten unterworfen wurde. Aber auch dies Mittel half nichts gegen die verhärtete Böswilligkeit" der Rhein. 3tg."; und Anfang 1843 erließ das Ministerium ein 11 Dekret, wonach die ,, Rhein. 3tg." Ende des ersten Quartals auf= hören mußte. Marx trat sofort ab, da die Aktionäre einen Vermittelungsversuch machen wollten, aber auch dieser schlug fehl und die Zeitung hörte auf zu erscheinen. e 1 1 Die Kritif der Verhandlungen des rheinischen Landtags nöthigte Mary, Fragen des materiellen Interesses zu studiren. Hier traten ihm neue Gesichtspunkte entgegen, Gesichtspunkte, die weder die Juristerei noch die Philosophie vorgesehen hatten. Anknüpfend an Hegel's Rechtsphilosophie, fam Mary zu der Einsicht, daß nicht der von Hegel als„ Krönung des Gebäudes" dargestellte Staat, sondern vielmehr die von ihm so stiefmütter: lich behandelte ,, bürgerliche Gesellschaft" diejenige Sphäre sei, in der der Schlüssel zum Verständniß des geschichtlichen Entwickelungsprozesses der Menschheit zu suchen sei. Die Wissen schaft der bürgerlichen Gesellschaft aber ist die politische Dekonomie und diese Wissenschaft konnte nicht in Deutschland, sie konnte nur in England oder Frankreich gründlich studirt werden. dair Nach seiner Verheirathung mit der Tochter des Geheimen Regierungsraths v. Westphalen in Trier( Schwester des spä= teren preußischen Ministers des Innern v. Westphalen) siedelte Mary daher im Sommer 1843 nach Paris über, wo er sich hauptsächlich dem Studium der Nationalökonomie und der Geschichte der großen französischen Revolution widmete. Zugleich gab er mit A. Ruge die ,, Deutsch- französischen Jahrbücher" heraus, von denen indeß nur ein Band erschien. 1845 von Guizot aus Frankreich ausgewiesen, ging er nach Brüffel und blieb dort, mit gleichen Studien beschäftigt, bis zum Ausbruch der Fe= bruar- Revolution. Wie wenig er mit dem landläufigen Sozialismus, selbst in seiner gelehrtthuendsten Form einverstanden war, bewies seine Kritit des großen Proudhon'schen Werkes: Philosophie de la misére", welche 1847 unter dem Titel: Misére de la philosophie", Brüffel und Paris, erschien. In dieser Schrift finden sich bereits viele wesentliche Bunkte seiner lest ausführlich dargelegten Theorie. Auch das„ Manifest der tommunistischen Partei", London 1848, vor der Februar- Revolution geschrieben und von einem Arbeiterkongreß in London adoptivt, ist wesentlich sein Wert. Von der belgischen Regierung unter dem Einfluß der Panik der Februar- Revolution wieder ausgewiesen, fam Marr auf Aufforderung der französischen provisorischen Regierung nach Paris schaftlichen Beschäftigungen in den Hintergrund; es hieß jetzt eingreifen in die Bewegung. Nachdem Mary während der erften aufgeregten Tage dem Unsinn der Agitatoren entgegen" gearbeitet hatte, welche deutsche Arbeiter von Frankreich aus als Freischaaren zur Republikanisirung Deutschlands organisiren wollten, ging er mit seinen Freunden nach Köln und gründete dort die Neue Rheinische Zeitung", die bis zum Juni 1849 bestand und am Rhein noch in gutem Gedächtniß ist. Die Preßfreiheit von 1848 ist wohl nirgends so erfolgreich ausge beutet worden als damals, mitten in einer preußischen Festung, von jener Zeitung. Nachdem die Regierung vergeblich versucht hatte, die Zeitung durch gerichtliche Verfolgung todtzumachen Es wur Mary stand zweimal vor den Assisen, wegen Breßvergehen und wegen Aufforderung zur Steuerverweigerung und wurde beidemale freigesprochen wurde sie zur Zeit der Mai- Aufstände 1849 dadurch zum Fall gebracht, daß Marx unter dem Vorwande, seine preußische Unterthanenpflicht verloren zu haben, und die übrigem Redakteure unter ähnlichen Vorwänden ausgewiesen wurden. Mary mußte daher wieder nach Paris, von wo er abermals ausgewiesen wurde und noch im Sommer 1849 nach seinem jetzigen Wohnsitz, London, ging. nagyon In London fand sich damals die ganze fine fleur der kontinentalen Flüchtlingsschaft aller Nationen zusammen. den Revolutionscomités aller Art gebildet, Kombinationen, provisorische Regierungen in partibus infidelium*), es gab Streitigkeiten und Zänkereien aller Art, und die dabei betheiligt ge= wesenen Herren blicken jetzt sicher auf diese Periode als auf die mißlungenfte ihres Lebens zurück. Mary hielt sich von allen diesen Umtrieben fern. Eine Zeit lang setzte er seine ,, Neue Rheinische Zeitung" in der Form einer Monatsrevue fort( Hamburg 1850); nachher zog er fich ins British Museum zurück und durchforschte die dortige ungeheure, gro= ßentheils noch ungekannte Bibliothek nach ihrer national= ökonomischen Seite hin. Gleichzeitig schrieb er regelmäßig in die „ ,, New- York Tribune", er war so zu sagen der Redakteur dieses ersten englisch- amerikanischen Blattes, für europäische Politit, bis zum Ausbruche des amerikanischen Bürgerkrieges. Der Staatsstreich des 2. Dezember veranlaßte ihn zu einer Broschüre: Der 18. Brümaire des Louis Bonaparte", NewYort 1852, welche jetzt eben in neuem Abdruck( Hamburg, bei Meißner) erscheint, und zum Verständniß der haltlosen Lage, in die derselbe Bonaparte gerade jetzt gerathen ist, nicht wenig beitragen wird. Der Held des Staatsstreiches wird hier eben in seiner nackten Wirklichkeit dargestellt, wie er erscheint ohne die Glorie, mit der der momentane Erfolg ihn umgeben hat. Der Philister, der seinen Napoleon III. für den größten Mann des Jahrhunderts hält und sich nun nicht erklären kann, wie dieses Wundergenie jetzt plötzlich Böcke über Böcke schießt und einen politischen Fehler über den anderen begeht, besagter Philister kann sich aus der erwähnten Mary'schen Arbeit Raths erholen. So wenig Mary sich während seines ganzen Londoner Aufenthalts vordrängte, so zwang ihn doch Carl Vogt, nach der italienischen Campagne 1859, zu einer Polemik, die in Mary's: Herr Vogt, London 1860" ihren Abschluß fand. Um dieselbe Zeit erschien die erste Frucht seiner national= ökonomischen Studien: Zur Kritik der politischen Dekonomie, Berlin 1859. Erstes Heft." Erstes Heft." Dies Heft enthält blos die Geldtheorie, welche von ganz neuen Gesichtspunkten dargestellt ist; die Fortsetzung ließ auf sich warten, da der Verfasser inzwischen so viel neues Material entdeckte, daß er neue Studien für nöthig hielt. 1867 endlich erschien in Hamburg: Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Erster Band. Dies Wert enthält die Resultate des Studiums cines ganzen Lebens. Es ist die politische Dekonomie der arbeitenden Klasse, auf ihren wissenschaftlichen Ausdruck reduzirt. Hier handelt es sich nicht um agitatorische Phrasen, sondern um streng wissenschaftliche Deduktionen. Mag man sich zum Sozialismus verhalten wie man will, man wird immerhin anerkennen müssen, daß hier derselbe zuerst wissenschaftlich dargestellt ist und daß es eben *) Lateinisch: für Länder, die man noch nicht besitzt. 403 Deutschland vorbehalten war, diese Leistung auch auf diesem Gebiet zu verwirklichen. Wer jetzt noch den Sozialismus bekämpfen will, wird mit Mary fertig werden müssen; gelingt ihm dieß, dann braucht er freilich die dii minorum gentium nicht zu erwähnen. o dair duci Das Mary'sche Buch hat aber auch noch nach anderer Seite hin ein Interesse. Es ist die erste Schrift, in der die thatsächlichen Verhältnisse, die zwischen Kapital und Arbeit bestehen, in ihrer klassischen Form, wie sie solche in England erlangt haben, vollständig und übersichtlich geschildert werden. Die parlamentarischen Untersuchungen lieferten hierzu ein reich liches, einen Zeitraum von fast vierzig Jahren umfassendes und selbst in England so gut wie ungekanntes Material über die Verhältnisse der Arbeiter in fast allen Industriezweigen, über Arbeit von Weibern und Kindern, über Nachtarbeit u. s. w.; dies Alles ist hier zum ersten Mal zugänglich gemacht. Daran reiht sich die Geschichte der Fabrikgesetzgebung in England, welche, von den bescheidenen Anfängen der ersten Afte von 1803 an, jetzt dahin gekommen ist, die Arbeitszeit in fast allen, fabrikmäßig oder häuslich betriebenen Geschäftszweigen für Weiber und junge Leute unter 18 Jahren auf 60 Stunden wöchent lich, für Kinder unter 13 Jahren auf 39 Stunden wöchentlich zu beschränken. Nach dieser Seite hin ist das Buch von höchstem Interesse für jeden Industriellen. Mary ist lange Jahre unbedingt der„ Beſtverleumdete" deutsche Schriftsteller gewesen, wogegen ihm Niemand das Zeugniß verwehren wird, daß er dafür auch tapfer um sich gehauen hat, und daß seine Hiebe alle scharf saßen. Aber die Polemit, in der er doch so viel gemacht" hat, war im Grunde doch nur Sache der Nothwehr bei ihm. Sein eigentliches Interesse war schließlich doch immer bei seiner Wissenschaft, die er fünfund zwanzig Jahre mit einer Gewissenhaftigkeir studirt und durchdacht hat, die ihresgleichen sucht: einer Gewissenhaftigkeit, die ihn verhindert hat, feine Schlußfolgerungen in systematischer Form vor das Publikum zu bringen, ehe sie ihm nach Form und Inhalt selbst genügten, ehe er darüber mit sich klar war, daß er kein Buch ungelesen, keinen Einwurf unerwogen gelassen, daß er jeden Punkt vollständig erschöpft habe. Originelle Denter sind in dieser Zeit der Epignonen sehr rar, wenn aber ein Mann nicht nur ein origineller Denter, sondern auch im Besitz einer, in seinem Fache unerreichten Gelehrsamkeit ist, so ver dient er doppelte Anerkennung. Außer seinen Studien beschäftigte sich Mary, wie nicht anders zu erwarten, mit der Arbeiterbewegung; er ist einer der Gründer der ,, Internationalen Arbeiter- Assoziation", welche in letzter Zeit so viel von sich reden machte und bereits an mehr als einem Orte bewiesen hat, daß sie eine Macht ist. Wir glauben nicht zu irren, wenn wir sagen, daß auch in dieser, jedenfalls in der Arbeiterbewegung Epoche machenden Gesellschaft, das deutsche Element Dant namentlich Mary Dant namentlich Marx - die ihm gebührende einflußreiche Stellung einnimmt. Eine Mahnung. Von einem Bergarbeiter. te Ich kann nicht unterlassen, meine Ansicht über das Unglück der Burgk'schen Berufsgenossen zu veröffentlichen. Als 1867 in Lugau über 100 Mann lebendig begraben waren, von deren Tobtengräbern" man heute noch nicht weiß, ob sie zur gesetzlichen Strafe gezogen worden sind, da hörte man üverall, vorzüglich unter den Bergleuten, welche das am besten verstehen müssen, daß Niemand schuld sei als die Werksbesitzer, resp. wie Ein Mann zusammenschaaren, um vielleicht für die Zu kunft ähnliche oder noch schlimmere Unglücksfälle zu verhüten; man hätte sollen glauben, es müßten alle Bergarbeiter, ohne daß Ein Mann sich ausschloß, in Zeit von vier Wochen organisirt dastehen. 970 Anstatt dessen mußte ich aber zu meiner sehr großen Verwunderung mit ansehen, wie spurlos dies alles wieder verflog. Nur noch in der Chronik ist es zu finden, nur noch einige Wittwen und Waisen der dahin Geschlachteten schreien Ach und Weh und blicken mit Verachtung auf die Schuldtragenden. Aber unter den Tausenden und Abertausenden meiner Kameraden ist das wieder etwas Altes, und um wirksame Sicherheitsmaßregeln zu ergreifen, dazu will sich keiner bewegen laffen.go Wir haben zwar in Lugau im Monat Februar auf Anregung solcher Männer, welche die Kappe vom Kopf geschüttelt und das Brett von den Augen gerissen haben, eine Ge werksgenossenschaft für Lugan und Umgegend gegründet; es hatten sich auch beinahe 400 Mann eingeschrieben, was noch tein Verhältniß ist zu der Masse der Bergarbeiter, aber leider Gott! wie sieht es mit den geringen Beisteuern aus? Zum 1. August sollte die statutarische Unterstüßung erfolgen, aber an Geld ist nicht zu denken; ich schäme mich zu sagen, daß nur der kleinste Theil seine Steuern entrichtet hat. Ich faffe aber nochmals frischen Muth und ermahne meine Kameraden, sich an der Gewerksgenossenschaft zu betheiligen; der Nutzen, den sie bringt, denke ich, wird gewiß Jedem flar sein, wel cher das ,, Demokratische Wochenblatt" liest, und wer es liest, den bitte ich, daß er es den Nichtlesern zu lesen giebt, oder sie selbst auffordert, ihre Paar Pfennige, welche manchmal zu ganz unnützen Zwecken verwendet werden, zusammenzuhalten, und für die Gewerksgenossenschaft und das Parteiorgan zu verwenden: 0 Wenn ich nun annehme, es hätten sich in Burgt sämmt liche Bergarbeiter an der Gewerksgenossenschaft betheiligt, so würde gewiß Einer unter den Vielen gewesen sein, der auf den Gedanken gekommen wäre, daß die schlagenden Wetter sich angehäuft haben könnten, da, wie es heißt, der Hoffnungs schacht am 1. August während des Schachtbaues zugebühnt und dadurch die Wetterkommunikation der beiden Schächte abgesperrt war. ugd Wenn Selbiger nun seine Kameraden vor dem Einfahren aufmerksam gemacht und dem betreffenden Vorgesetzten seine Gedanken gemeldet hätte, so würde er freilich ein schiefes Gesicht, auch gar eine grobe Rede aufgebunden bekommen haben, denn es heißt immer: der Arbeiter versteht es nicht, wenn er gleich alle Arbeiten praktisch können muß, wenn er aber darauf bestanden hätte, daß erst sichere Vorsichtmaßregeln getroffen werden müßten, bevor ein Mann einführe, so hätten doch die Vorgesetzten sich darein fügen müssen, und es wäre gewiß das große Unglück verhütet worden. Und zu fürchten brauchte sich der Mann nicht, denn hinter ihm stand die Gewerksgenossenschaft, die ihn nicht im Stich gelassen hätte. So aber besteht keine Organisation, und wenn es ein Arbeiter wagen wollte, den Vorgesetzten( die ohnehin den Arbeiter blos für ein Stück Werkinventar halten, das, wenn es abgenutzt ist, weggeworfen wird) Vorschriften zu machen, so würde ihn gewiß der Daum so auf's Auge gesetzt, daß er Jahre lang davon zu leiden hätte, und seine Kameraden, die sich seiner in solchen Fällen annehmen sollten, lachen ihn obendrein noch brav aus! Anzeige. deren Beamten durch Nachlässigkeit im Schachtbau. Man hätte Deutscher Arbeiterbildungs- Verein sollen glauben, nach diesem Unglück müßten sich die Bergleute *) Lateinisch: die Götter der kleinen Stämme, der unbedeutenden Leute. Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht. ( Redaktion: Brauftr. 11). in London. Charles- Hotel, 71 Dean- Street, Soho Square. W. London. } Leipzig. Druck und Verlag: F. Thiele. Expedition: Betersstraße 18. I S