3 t r te 1: 5. Preis: 60 f. cts. Freiheit Nummer 12-1. Jahrgang Einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands Ihre Schande, Hitler! Saarbrücken, Dienstag, den 4. Juli 1933 Chefredakteur: M. Braun Soll denn wirklich einem zu Gefallen, dem damit gedient ist, und ihnen zu Gefallen, die sich fürchten, das Menschengeschlecht mit herabgewürdigt werden und versinken, und soll Keinem, dem das Herz es gebietet, erlaubt sein, sie vor dem Verfall zu warnen? Mit Zangen gefoltert! Fichte Mit glühenden Zigarren einen Kranz um den Hals gebrannt Auf dem Flüchtlingsbüro in Saarbrüden erschien dieser Tage ein einfacher, ruhiger Mann, Mitte der Dreißiger, Kriegsteilnehmer, beheimatet und bisher wohnhaft in einem Kölner Vorort. Er stand dort unter dem Verdacht illegaler Arbeit für seine Partei und sollte Flugblätter verbreitet haben. Ende vorige Woche erschien mitten in der Nacht eine Nazikolonne, holte den Aermsten aus seiner Wohnung und schleppte ihn trog flehentlicher Bitten der Familie ins Kölner Braune Haus. Dort unterzog ihn zunächst der Führer" eines strengen Verhörs, und als der Arbeiter alles ihm zur Last Gelegte abftritt, og man ihn nadend aus und die Folter begann! Mittelalterliche Ins quifitionen müssen ein Kinderspiel gegen die Qualen ges wesen sein, die der Bedauernswerte jegt auszustehen hatte! Man schnallte ihn über ein Brett und peitschte ihn mit brei langen Ochiens ziemern so lange durch, bis sein Körper vom Rüden bis zu den Kniekehlen eine einzige blutige Masse war! Acht Tage später bot der also Mißhandelte bei seinem Besuch in Saarbrücken noch ein Bild des Jammers und konnte sich nur unter größten Schmerzen bewegen. Aber damit noch nicht genug! Man überschüttete den Gequälten nach der Prügelserie mit faltem Wasser, damit er ja bei Bes finnung blieb und zwickte hierauf mit 3angen Fleisch ans seiner Brust! Auch das genügte den brannen Bestien noch nicht! Ein besonders würdiger Vertreter des derzeitigen Reichskanzlers nahm seine brennende Zigarre aus der Schnauze und sengte dem wehrlosen, immer noch feifelten Opfer einen Kranz rund den Hals! It m „ Ein Kettchen aus roten Korallen zur Erinnerung...", so höhnte der braune Sadistenkerl auch noch! Nach dieser furchtbaren Peinigung entließ man das arme Opfer; nicht ohne ihm vorher die Auflage zu machen, am nächsten Tage wieder zu kommen, um ein" Protokoll" an unterschreiben. Wahrscheinlich hätte er bescheinigen sollen, daß es keine bessere Behandlung gebe, als in den braunen Ställen des Herrn Reichskanzlers! Man drohte schärfste Strafe bei Nichterscheinen an! In frühester Morgenstunde schleppte fich der Gemarterte unter unfäglichen Schmerzen nach Hause, wo ihn seine Fran versteckte. Prompt erschienen nachmittags die braunen Hä scher erneut, um ihr Opfer, das dem Befehl nicht Folge ges leistet hatte, wiederum zu verschleppen. Als das Durchsuchen der Wohnung ergebnislos war, hielten sie sich an der Frauschablos, und vers prügelten diese jämmerlich! Der Mißhandelte 30g vor, seine Heimat zu verlassen, wo er den Tod zu erwarten hatte, um draußen von einer Schande zu künden, die Deutschland tief herabwürdigt. Mantomme uns nicht mit„ Grenelmärchen"! Wir haben den Mann und seine Wunden mit eigenen Augen gesehen! Er ist die lebende Bes stätigung des braunen Sadismus! SA... vernimmt" Polizei liefert Marxisten den braunen Banden aus Die Polizeidirektion Bremen teilt mit: Im Anschluß an die Plakatierung„ Lezte Warnung" hat ber Polizeiherr die Anordnung getroffen, daß sämtliche Perfonen, die trog aller Warnungen in Zukunft noch wegen marristischer Propaganda oder anderweitiger staatsfeindlicher Betätigung in Haft genommen werden, zunächst einem natio= nalen Verbande zugeführt werden sollen. Der nationale Vers band hat die Aufgabe, zur Unterstützung der politischen Polis zei die Festgenommenen eingehend über ihre Straftat vors bereitend zu vernehmen und sie dann mit dem Ermittlungsergebnis der Geheimen Staatspolizei zuzuführen. ( Hamburger Fremdenblatt" 28. Juni 1^ 38.) Blutrausch Ein ,, Stahlhelmer" bezeugt & öln, 1. Juli.( Eig. Ber.) Ein prominenter Kölner Stahlhelm führer hat vor einigen Tagen in einer Gesellschaft erklärt, er nähme in einem Mißhandlungsprozeß, den doch ein Sozialdemokrat anstrengen möge(! Red.) auf seinen Eid, daß im Keller des„ Braunen Hauses" in Köln, Mozartstr. 28 fich eine regelrechte und wohleingerichtete Folterkam mer befände. Hier würden täglich in„ Schußhaft" genom mene Sozialdemokraten und Kommunisten von der SA. auf das unmenschlichste peinlich befragt". Eine beliebte Methode, die vor allem bei Kommunisten angewandt würde, sei die, die vor allem bei Kommunisten angewandt würde, sei die, daß man die wehrlose Opfer an den Füßen zu einem Deckens haken heraufwinde und dann mit Revolvern an ihren Köps fen vorbeischöffe. Das alles zu dem Zweck, um die Angabe von Mitgliedern zu erpressen. Diesen Tatbestand erbötigt fich ein Stahlhelmführer, dessen persönliche Anständigkei uns bekannt ist, auf seinen Eid zu nehmen. Durch solche Folterungen wird die SA. in den Blutrauch gesteigert. Die Inquisition des Torquemada stellt sich würdig an die Seite des ausgeklügelten Sadismus der Nazis. Priester verjagt! Bombenanschläge auf katholische Kirchen Priester werden mißhandelt Priestern Der Bischof von Speyer holt das Allerheiligste aus einer Kirche ,, Medizinmann' 66 Der Amtliche Preußische Pressedienst hat unter dem 1. Juli mitgeteilt: Das Geh. Staatspolizeiamt hat im Laufe des heutigen Tages in ganz Preußen die Geschäftsstellen folgender Vers bände geschlossen und deren Schriftmaterial und sonstiges Bermögen sichergestellt: Friedensbund Deutscher Katholifen, Windhorstbund, Krenzschar, Sturmschar, Voltsverein für das Katholische Deutschland und Voltsvereinverlag G. m. b. S., Katholischer Jungmännerverband sowie Personenvereini gungen, die als Fortsetzung der genannten Organisationen anzusehen find. Aus dem ganzen Reiche werden ähnliche Aktionen gegen das katholische Vereinswesen gemeldet. Die katholische Presse im Reiche scheint sich über diesen Terror faum noch zu wundern. Dagegen aufzutreten wagt sie nicht. Die Zentrumspresse an der Saar beschwert sich, daß man die katholischen Vereine als„ staatsfeindlich" erklärt und kündigt im übrigen an, daß die Zentrumspartei an der Saar zu den Vorgängen noch Stellung nehmen werde. Unsere Nachricht, daß das Saarzentrum nicht daran denke, fich aufzulösen, wird jezt in einer amtlichen Bekanntmachung der Zentrumspartei in der offiziellen Zentrumszeitung des Saargebietes, der„ Saarbrücker Landeszeitung" bestätigt. Ebenso schließen sich die katholischen Vereine des Saarbeckens dem im Reich erzwungenen Vorgehen nicht an. Wir registrieren noch folgende Meldungen aus der Pfalz, wo der Kulturfampfterror mit besonderer Kraft wütet: Ausweisung von Der Papst als In Stetten( Pfalz), wurde jetzt der zweite Bomben anschlag auf das katholische Pfarrhaus verübt. Der Pfarrer Lanninger ist infolge der dauernden Erregung aufs Kran tenlager geworfen worden. In Weitersweiler wurde der katholische Pfarrer Schenkel schwer mißhandelt, so daß er nach Kirchheimbolan den ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Die Vorfälle waren so schwerer Natur( es soll selbst geschossen worden sein), daß selbst die Nazis nicht umhin konnten, drei ihrer Anhänger zu verhaften. Der katholische Kaplan Seit ist auf Anordnung der Machthaber aus seiner Heimat und Gemeinde Zweibrücken ausgewiesen worden. Begründung: Er soll anti- nationalsozialistisch eingestellt gewesen sein. Der Bischof von Speyer hat sich infolge der andauernden Geistlichenverfolgungen in der Pfalz gezwungen gesehen, die Pfarrkirche in Herrheim zu schließen. Das ewige Licht wurde ausgelöscht, das Allerheiligste nach Speyer vers bracht und das Interditt über die Kirche ausgesprochen, in der kein Gottesdienst mehr stattfinden darf. Diese Maß nahme resultierte aus den dauernden Verfolgungen, denen der Herrheimer Pfarrer und sein Kaplan ausgefeßt waren und in deren Verlauf beide Geistliche flüchten mußten. Der Bischof von Speyer erläßt im Anschluß an diese Maßnahmen eine Erklärung, in der es heißt, daß jeder, der Hand an einen Geistlichen lege, ohne weiteres aus der Kirche er kommu niziert sei. Der katholische Medizinmann" 99 Wie der Nationalsozialismus programmatisch den Papst beschimpit- Dennoch Verhandlungen in Rom Zu verwundern ist eigentlich nur, daß der Katholizismus fich über das Schreckensregiment der Nationalsozialisten auch gegen die kath. Kirche wundert. Führende Nationalsozialisten haben aus ihrem Haß gegen den Katholizismus nie ein Hehl gemacht. Trotzdem hat die katholische Kirche, die jahrzehntelang jede gesittete freidenkerische Aeußerung eines Sozialdemokraten zur Aufputschung der Leidenschaften gegen den Marxismus benutzte, sehr lange zu den antiklerikalen Ausschreitungen der Nationalsozialisten geschwiegen. Nur dadurch konnten die Nationalsozialisten so ungehemmt auch in die Bezirke der katholischen Bevölkerung einbrechen. Der anerkannte kulturpolitische Theoretiker des Nationalsozialismus ist Dr. Alfred Rosenberg, und sein Werk ist „ Der Mythos des 20. Jahrhunderts". Darin läßt er sich wie folgt über Papst und Katholizismus aus: Seite 147: Das Nizäische Glaubensbekenntnis, mit Stimmenmehrheit von Mönchen beschlossen, die aum großen Teil nicht lesen und schreiben konnten, die Lehr säge zustande gekommen auf Räuberfynoden, auf denen man mit Stochieben religiöse Fragen entschied, sind tot. Seite 184: Philosophisch betrachtet, stehen die Glans bensfäße vom Ablaß und der wirksamen Fürbitte ( nebst einer Unzahl anderer, von der Lehre vom Stapulier bis zu den heiligen Delen und wundertätigen Reliquien) auf der Höhe einer Weltanschauung, deren Typus der Mes bizinmann ist. Seite 185: Den Versuch schildern, die zauberhafts dämonische Weltauffassung des Medizin. mannes weltpolitisch durchzusetzen, heißt römische Dogmen und Kirchengeschichte schreiben. Seite 186: Die legten Folgerungen aus dem römischen System hat der Jesuitismus gezogen. Den Schlußstein in dem Bau der Medizinmannphilosophie schuf das vatika: nische Konzil. Hier wurde der Medizin mann für die Zeit der Ausübung seines Amtes zum Gott, zum un fehlbaren Gott erklärt. Jesus ist jegt, streng genoms men, abgesetzt und ersetzt durch das römische System, ges krönt von dem mit aller Macht ausgestatteten, sich Papst nennenden Medizinmann. Seite 198: Das Vatikanum bedeutete den Bruch der legten Charakteure in der damaligen Kirche. Und also auch in der heutigen: denn die jeßigen Würdens träger find bereits unter der Herrschaft dieser ehrlosen Lehrfäße großgezogen worden. Der sogenannte„ polis tische Katholizismus“ ist nur die notwendige Außenseite des jesuitisch- römischen Systems überhaupt, also auch nicht Mißbrauch, sondern die folgerichtige Anwendung der rös mischen Grundfäße, wenn auch Mißbrauch der echten Religion, Seite 194: Afrikanisch ist das Mönchtum, ist ble Tonsur, mittelasiatisch sind die naturwibrigen Rafteiungen, durch die man Gott näher" gebracht werden Summe von Haß Graf Reventlow an seinen Pg. Hitler über die Mißhandlungen und Folterungen... Ein Brief, der nichts genützt hat! Graf Reventlow steht im Lager des Nationalsozialismus. Er war schon vor dem Kriege politisch tätig, ein alldeutscher Reaktionär, der aber immer eine eigene Meinung hatte. Seine adlige Abkunft hat ihm feine Glücksgüter auf den Lebensweg mitgegeben; vielmehr war er immer ein armer Teufel, der sich das Notwendigste durch emfige Echreiberei verdienen mußte. Auch unter den Fahnen Hitlers will Reventlow sich, so schwer es hier auch ist, eine gewisse Selbständigkeit bewahren. Ja, er hat es wiederholt gewagt, Kritik an der Führung der Partei zu üben, so daß es häufig hieß, man werde ihn nicht lange mehr dulden. Jezt wird bekannt, daß Reventlow am 8. April dieses Jahres unter dem Eindruck des braunen Terrors an Hitler einen Brief ge schrieben hat, ber einmal zu den geschichtlichen Dokumenten aus den ersten Monaten des Dritten Reiches ge= hören wird. Reventlow, ein Mann, der trotz aristokratischer Abkunft des proletarischen Mitempfindens nicht bar ist, ents blößt mit rücksichtsloser Offenheit, mit Worten, deren Schärfe nicht überboten werden kann, die Verfolgungen und Mißhandlungen von Arbeitern. Er spricht von der„ Summe des Dasses", die sich hier angesammelt hat. Er appelliert an den Reichskanzler. Bergeblich! Denn seit bem 8. April ist noch wilder . geprügelt, noch infernalischer gemartert worden. Kein Hitler hat sich geäußert. Er weiß das alles aber er tut nicht das geringste. Er läßt den braunen Horden freien Lauf, die nur die praktische Nuzanwendung aus den Haß- und Blutreden thres Führers ziehen. Dieser Brief des Pg. Grafen ReventIow wurde ad acta gelegt, wie so viele ähnliche. Der Schret des gepeinigten Menschenwesens hat nicht das Ohr des Herrn Reichskanzlers. Der Brief Reventlows lautet: „ Reichstag. Abgeordneter Botsdam, den 3. April 1938. Verehrter Herr Reichskanzler und Führer! Ich fühle mich an den folgenden Darlegungen verpflichtet: Die Verfolgungen und Mißhandlung von Gewerkschaftlern durch die SA. bauern fort und haben Ausmaße angenommen, die meiner Ueberzeugung nach sehr schwere Gefahren mehrfacher Natur einschließen. Auf Einzelheiten will ich nicht eingehen, fie ftehen aber zur Verfügung. Der typische Gang ist: die be treffenden Gewerkschaftler, auch Frauen, werden in ein SA. Lokal geschleppt, bort geprügelt and mißhandelt, teils in einer Weise, die sich schwer wiedergeben läßt, nicht selten werden ihnen auch in ihren Wohnungen Eigentumsgegen ftände weggenommen. In befehten Gewerkschaftshäusern finden Demolierungen statt, häufig wurde das Geld forts genommen, darunter Spargelder von Jugendgruppen. Solche Dinge spielen sich nicht nur in Berlin ab, sondern im ganzen Reich, auch in den östlichen Grenzgebieten, wo eine nene, sehr nachs dentliche Seite baza fommt. Die Gewerkschaftshäuser bilden für die Gewerkschaften eine Art Heim, an dem sie hängen. Man verbietet ihnen nun die Benugung ihrer Jugendheime, Turnhallen niw. Das und noch manches andere bedeutet ungeheure, tiefe, gewalt: fame, ich möchte jagen feindliche Eingriffe auch in das private persönliche Leben des Gewerkschaftlers, vernichtet oder nimmt ihm Dinge, an denen er von jeher hängt, von dem ihm ein, wenn noch so fleines, Stüd als sein Privateigentum gehört. Das Recht der Arbeitereinstellung wird hier und da bercita für unsere Betriebszellen reserviert, Ans Furcht, brotlos zu werden, treten bie Gewerkschaftler da denn ein und vers bergen nur deshalb ihre Wut und Erbitterung. England und Rußland Die Einigung enb. Berlin, 3. Juli,( Eig. Meld.) Während die Sowets preffe mit der japanischen Presse einen Nachrichtenkrieg um Wladiwostot, Sachalin und Kamschtka führt, und die Nachs richten über japanische Absichten auf diese Gebiete zurückzus weisen bestrebt ist, hat Litwinow in London erfolgreiche Bes mühungen um die Konsolidierung der Bes ziehungen der Sowjetunion zu ihren euros päischen Nachbarn und Rivalen entfaltet. Man muß sich aber daran erinnern, daß der Prozeß gegen die englischen Ins genieure seinerzeit aus innerpolitischen Prestigegründen inszeniert worden war, daß Rußland unter dem englischen Drud alsbald nach dem Prozeß bereits vier Engländer hatte heimkehren lassen, obwohl die ihnen zugedachten Strafen an fich wesentlich milder waren als bei den russischen Angeklagten. Die„ Jsweftija" klärte ihre Leser dahin auf, daß erst England seine Versuche aufgegeben habe, die Sowjets regierung auf die Knie zu zwingen, und daß die Sowjets regierung hierauf beim Präsidium des Zentralexekutivs tomitees für die beiden Engländer Amnestie erwirkt habe. Die Aufhebung der Einfuhrsperre fei eine Niederlage der englischen Scharfmacher und ein Beweis, daß Kolonialmethoden gegenüber der Sowjetunion zwedlos feien. Die Prawda" geht davon aus, daß der Ingenieurs prozeß für England nicht der Grund, sondern nur der Vorwand zu feinem Wirtschaftsangriff auf den proletarischen Staat gewesen sei. follte, asiatisch ist der noch hente in Tibet gebräuchliche Nosenkranz, dessen Mechanismus in der Gebetsmühle feine Bollendung gefunden hat. Asiatisch ist der Fußs fuß des Pabstes, der Dalai Lama verlangt noch heute das gleiche. Der jetzt von Hitler zum Staatssekretär ernannte Mitbegründer der Partei sagt in seiner Programmschrift: " Lente, auch wenn sie deutsch geboren werden, die ihre Befehle vom Ausland empfangen und befolgen, gehören nicht aur beutschen Schidialsgemeinschaft, fie tönnen also auch nicht staatsbürgers liche Rechte ausüben, wo wenig wie ein Jude, und manchen werden wir noch auszuschließen haben von der Ehre des Staatsbürgerrechts." Genau nach diesen Programmfäßen wird jetzt gegen die deutschen Katholiken verfahren. Aber in Nom verhandelt der Katholik von Papen friedlich mit dem Medizinmann" genannten Heiligen Vater. Wer ist nun da noch ehrlich? Alles in allem wird in diesen Wochen eine Summe von Haß erzeugt, die ich für eine schwere Gefahr halte, ganz abgesehen von der wenig volksgenössischen Ungerechtigs keit des ganzen Vorgehens. Die freien Gewerkschaften haben immerhin noch vier Millionen Mitglieder, dazu kommen wei terer Millionen Familienangehörige. Das Vorgehen der SA. ist gefühlsmäßig bis zu einem gewissen Grad verständlich, aber dieser Grad ist schon längst weit überschritten. Man darf die Gewerkschaftler doch auch nicht bestrafen, weil sie jo lange irregeführt sind und selbst geirrt haben. Aber das schlimmste ist, meiner Ansicht nach, bie Kluft des Hasses und des Mißtrauens, die gerade in diesem Augenblic vertieft wird, wo die Regierung den Willen und die Notwendigkeit zu sozialem Frieden verkündet, tatsächlich will und wollen muß. Die Gemißhandelten fliehen zum Teil ins Ausland, weil man ihnen für die Zukunft droht, benehmen sich da= bei teilweise sehr anständig, z. B. wurde ein Arbeitsstudent ganz furchtbar zugerichtet, weigerte sich trots dem einem englischen Journalisten, der ihm Geld bot, ein Interview über seine Weißhandlung, von denen dieser gehört hatte, zu machen. Der Zudrang zum Stahlhelm von diesen Seiten führt fich zum Teil darauf zurück, daß man sich vor den Mißhandlungen sicherstellen will. Es ist nicht selten übrigens, daß ihnen schriftliche Erklärungen abgezwungen werden, daß sie grt behandelt worden seien. Es ist natürlich, daß bei einer Staatsumwälzung anormale Dinge vorkommen, aber ich muß immer wieder auf die schwere Gefahr hinweisen für unsere innere Zukunft, indem wir diese Millionen von Bolfsgenossen in Haß und Verbitterung hineinstoßen lassen, anstatt sie zu ge= winnen. Ueberall versuchen die Ausländer Material zu sammeln und einzudringen und die beobachtende Ruhe der ausländischen Presse gerade in diesem Punkt ist mir bedenks lich. Der ausländische Marrismus dürfte, nicht müßig, aufmerksam auf jede Rißbildung achten und sie fördern. Ich darf noch auf einen Punkt hinweisen: Herr von Papen und seine Kreise scheinen an den angedeuteten Vorgängen start interessiert zu sein, ebenso die Reichswehr. Man hofft augenscheinlich aus dieser Tätigkeit der SA. Boden gegen die NSDAP. zu gewinnen. Schließlich könnte es auch dahin kommen, daß die SA. fich überhaupt gewöhnt an die Auffassung, fich als felbfttätig verfolgender Richter anzusehen: psychologisch läge das beinahe nahe. Wäre es möglich, Herr Reichskanzler, baß von Ihnen eine Verlautbarung oder ein Appell erfolgt, der den Frieden zwischen Arbeitern hier und Arbeitern dort proklamiert und die Zerstörung von gewerkschaftlichen Einrichtungen usw. mißbilligt und ungerecht angegriffenen arbeitenden Volkss genossen Genugtuung zufichert? Das würde nach beiden Sei ten wirken. Das Ganze Halt! Hitler hat die Revolution satt! Reichskanzler Hitler hat am Sonntag in Reichenhall gesprochen. Er sagte, laut WTB., unter anderem: Er werde und brutal jeden Versuch unters rücksichtslos und drücken, den die Reaktion oder andere Kreise machten, die heutige Ordnung zu stürzen. Er werde aber auch rüdsichtslos sich gegen eine sogenannte zweite Revolution wenden, da eine solche chaotische Folgen haben könnte. Was in den letzten fünf Monaten erreicht worden sei, das sei so uns geheuerlich viel, daß man es oft nicht begreifen könne. Man müsse in Ehrfurcht vor den gewaltigen Erfolgen der natios nalsozialistischen Bewegung jetzt alle Kraft daransezen, diese Erfolge zu sichern durch weltanschauliche Feftigung der Massen. Wer sich gegen die nationalsozia listische Staatsgewalt auflehne, der werde hart gepadt werden, ganz gleich, wo er sich befinde. Ran an die Junker! Oberpräsident für ,, Siedelungsbolschew ismus" Der Fraktionsführer der NSDAP. in Preußen, Ober präsident Rube, schreibt in einem Aufsatz„ Arbeit und Brot", den der Preußische Pressedienst der NSDAP. veröffentlicht, u. a.: Die nationalsozialistische Staatsführung werde nicht davor zurückschreden, raffisch gutes Menschenmaterial des Westens in die menschenarmen Gegenden unseres deutschen Oftens umzusiedeln. Hier werde erneut die deutsche Schicksalsfrage aufgerollt: Werde es unserer Generation möglich sein, daß durchzusehen, was Stein und Biss mard nicht gelang, den ostelbischen Großs grundbesig zu zwingen, deutschem Bauerns nachwuchs Land in beachtlichem Maße zur Verfügung zu stellen? Mit rüdsichtsloser Härte müsse die Staatsführung hier eins greifen. Recht sei nur, was dem Volke nutt. Keine Tradition standespolitischer Art dürfe hindern, durch Bauernsiedlung den deutschen Charakter des deutschen Oftens für kommende Jahrhunderte zu wahren. Ein Bauernhof mit sechs, acht oder auch zehn Kindern sei mehr wert, als die Betonbauten der Polen an unseren Grenzen. Arbeit am eigenen Boden bringe Brot und Kinder. Das sind erfreuliche Töne. Nur immer feste druff auf die Junker! Die haben es verdient, schon wegen ihrer Sympathien für die Nazis. Rube, der ein großes loses Maulwerk hat, meints gar nicht so schlimm, aber die proletarische SA. nimmt die Worte ernst. Setzt nur die Lawine in Bewegung! Ihren Weg wird sie schon selber suchen. Was an uns liegt, wird geschehen, damit sie das Junkertum unter sich begräbt. Ein neuer Sicherheitspakt Die marristisch geführten Arbeitermassen find jetzt, and Rußland- Rumänien- Türkei abgesehen von den Gewerkschaften, völlig zerstört, ratlos, vers zweifelt. Der Augenblick, mit ihrer Gewinnung zu beginnen, ift da. Gerade Sie, Herr Reichskanzler und Führer, können angesichts dieser Stimmung Großes und Entscheidendes bes wirken. Bitte, tun Sie es: nationale, außenpolis tische und innenpolitische Intereffen, foaiale Notwendigkeit und voltagenössisches& mp= finden, Gerechtigkeit und Großherzigkeit alles vereint sich hier wie in einem Brennpunkt. Aus London wird berichtet: Die Besprechungen des russischen Außenkommissars Litwinow mit den Vers tretern Polens, Rumäniens und der Türkei in London haben, wie die„ United Preß" erfährt, zu einer Einigung über den Abschluß eines Sicherheitspaktes zwischen Sowjets rußland und den drei genannten Ländern geführt. Die Paraphierung dieses Viermächte- Sicherheitspattes dürfte noch im Laufe des heutigen Abends oder im Laufe des Mons tags etfolgen. Wie verlautet, ist geplant, den Sichers heitspatt sobald als möglich in einen Neun- Mächtes Mit Hitler- Heil und deutschem Gruß Patt umzuwandeln, indem Südslawien, die Tschechoslos Potsdam, Große Weinmeisterstraße 62. watei, Litauen, Lettland und Estland dem Sicherheitspatt zwischen Rußland, Polen, Rumänien und der Türkei beis Graf E. Reventlow." treten. Die mir gewordenen Mitteilungen stammen von Gewerks schaftsführern, die mir als national bekannt sind und seit Jahren in Opposition zur SPD.- Leitung standen. Die Geschäftsstellen des Christlichen Bauernver. eins in Regensburg und Landshut sind geschlossen worden. * Das thüringische Staatsministerium hat den Jungdeutschen Orden aufgelöst. Das Oberhausmitglied Franz Ripfa teilt in der OberHausdebatte mit, daß in der ungarischen Hauptstadt der Lebensmittelverbrauch in den letzten Jahren bei zunehmender Bevölkerung um ein Drittel zurückgegangen ist. Diese Mitteilung fennzeichnet das furchtbare Elend in dem die unga rischen Massen unter der faschistischen Henkerherrschaft Horthys leben. Die Verwirklichung des hitlerschen Vierjahresplanes Reichs Ministerium für Mode Deutsches Reformkleid NSAPD = 1 Awe S NSAP Deutsche Reformhase Fred Die Regierung Adolfs hat damit begonnen, ihren Vierjahresplan in die Tat umzusetzen und energische Maßnahmen zur Linderung des Arbeiterelends zu ergreifen: sie hat eine Ver ordnung über die Frauenmode erlassen! a II erde ers hten, aber nte Iche den 「 就算 Man atios diese der jia. rde sich Ober und SAP. nicht [ des Hchen utsche ation 9181 erns zur ofer eins Reine durch tschen Ein mehr nzen. f auf ihrer Icses : prowird ehen, n des Vers ondon igung owjets Die dürfte Mon= hers chtes hollos spatt i beis Oberer Leender Mits ungarschaft 97 Dr. Richard Kern: Das ,, Arbeitertum" in Deutschland Politische und wirtschaftliche Ausbeutung Als Todfeinde der Arbeiterschaft erweist sich feden Tag die Hitlerdiktatur. Sie verkündet die Aufhebung der Klassengegensätze, die Beseitigung des Klassenkampfes. In Wirklichkeit denkt der Nationalsozialismus nicht daran, an der kapitalistischen Ausbeutung das Geringste zu ändern. Die Klassen werden jetzt Stände getauft, die Klassenherrschaft des Kapitals über die Arbeit aber wird befestigt. Die Klassengegensätze bleiben, aber der Klassenkampf der Arbeiter wird gewaltsam unterdrückt. Nur in diesem Sinne haben die Nationalsozialisten den Klassenkampf aufgehoben". Die Unternehmer- das sind jetzt die„ Führerpersönlichkeiten" der Wirtschaft- die Mode der Diktatur bekommt ihnen vortrefflich. Jeder ein Hitler in seinem Betrieb, jeder ein Diktator über seine Arbeiter! Die Arbeiter, die nur gemeinsam und organisiert dem Kapital gegenübertreten können, wenn ihr Handeln Nußen haben soll, sind der Möglichkeit jedes Widerstandes beraubt. Den Gewerkschaften ist jeder Einfluß entrissen, sie sind zu einem Mittel der Unterdrückung der Arbeiter geworden. Das KoaIitionsrecht ist vernichtet, ein 3 wangsfrieden verordnet. Dabei haben die Nationalsozialisten noch die Schamlosigkeit, von den Arbeitern für diese Unterdrückungsmaschinerie Beiträge zu fordern. Aber nicht nur die Gewerkschaften sind aus einem Mittel der Befreiung in ein Mittel zur Knechtung der Arbeiter umgewandelt; jede Organisationsmöglichkeit, jede Verstän digung der Arbeiter untereinander, ist beseitigt. Die Unternehmer, zumal die mächtigsten, sind gering an Zahl. Sie können sich leicht in ihren Büros, in ihren Sizungen, in ihren Salons verständigen. Ihre Handelskammern, ihre Unternehmerverbände, ihre Kartelle, sind nach wie vor ungestört, die nationalsozialistischen Kommissare und erst recht die gleichgeschalteten Präsidenten und Syndizi sind kein Haar anders geworden, seitdem sie Pg. sind. Nur den Arbeitern ist jede Verständigung unter sich verboten, fie dürfen nicht mal im Rahmen eines Kegelklubs über ihre Angelegenheiten sprechen. Mit dem Koalitionsrecht ist zugleich das Schlichtungswesen vernichtet. An die Stelle der Schlichter treten die „ Treuhänder der Arbeit". In einer Konferenz, die fürzlich bei dem lächerlichen Sodawasser- Fabrikanten, Stahlhelmführer von Röhms Gnaden und Arbeitsminister Seldte, stattgefunden hat, wurde verkündet, daß diese Treuhänder künftig völlig allein, autoritär und rechtsverbindlich die Arbeitsverträge regeln. Sie sollen den Arbeitsfrieden aufrecht erhalten. Die Treuhänder„ verkörpern" die höchste Staatsautorität und find daher lediglich an die Richtlinien und Weisungen der Reichsregierung gebunden. Schlichtungsverhandlungen, wie sie bisher nach dem liberalistischen und marristischen Klaffenkampfprinzip stattgefunden haben, gibt es in Zus funft nicht mehr." Jede Mitwirkung der Gewerkschaften- selbst der jetzt allein existierenden nationalsozialistischen Verbände ist also beseitigt. Die Arbeiter haben beim Abschluß des Arbeitsvertrages, der über ihre Existenz entscheidet, nichts mehr dreinzureden. Aber sind nicht auch die Unternehmer in derselben Lage? Nein, denn die ernannten Treuhänder sind zwar keine Unternehmer, aber sie sind Unternehmersöldlinge und erfüllt von der kapitalistischen Vorstellung, daß der Arbeiter williges Ausbeutungsobjekt zu sein habe. Nicht ein einziger Vertrauensmann der Arbeiterschaft ist unter diesen Treuhändern der nationalsozialistischen Unterdrückungsarbeit im Dienste des Kapitals. Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik ist eine Rette dauernder Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Die Treuhänder aber haben den„ Arbeitsfrieden" zu bewahren, d. h. Lohnerhöhungen sind ausgeschlossen, Lohnkämpfe find staatsfeindlich. Der Reallohn sinkt, die Kaufkraft der Massen wird vermindert. Das ist nationalsozialistische Krisenbekämpfung getreueste Ausführung des Programms des Pg. Thyssen. Die Nationalsozialisten haben bis zur Uebernahme der Macht die Forderung der Arbeitergewerkschaften, die 40Stundenwoche einzuführen, als ihre eigene vertreten. Die„ Treuhänder der Arbeit" denken nicht daran, die Arbeitszeit zu verfürzen, um die Arbeitslosen in den Produk tionsprozeß einzureichen. Sie denken weder in Deutschland daran. Sie haben sogar in Genf unter der Führer ihrer Pg. Ley und Dr. Mansfeld, des als Scharfmacher bekannten früheren Söldlings des Berliner Arbeitgeberverbandes, die Beratungen über die internationale Einführung der 40- Stundenwoche sabotiert. Die Helden, die den Versailler Friedensvertrag um 10 Jahre verlängert haben, die nicht ausgetreten sind, von den Beratungen des Internatio nalen Arbeitsamts sind sie unter einem elenden Vorwand davongelaufen. Der Internationale Arbeiterschutz ist ihnen genau so gleichgültig, wie die Interessen des arbeitenden Voltes in Deutschland. Ganz anders aber find die Gaben, die die Nationalsozia listen für die Unternehmer übrig haben. An die Jugend! Wir leben! Die wenigen Wochen und Monate der Hitlers Herrschaft haben in aller Deutlichkeit das wahre Gesicht des Nationalsozialismus gezeigt. Noch sind die großmauligen Bersprechungen der Nationalsozialisten in befter Erinnerung. Und was zeigt uns die Wirklichkeit? Statt Arbeit und Brot wird uns Tag für Tag mit dem Konzentrationslager gedroht soweit unsere Kameraden nicht schon in einer dieser Höllen sich befinden. Tausende unserer Gesinnungsfreunde wurden ihrer Freiheit beraubt. Damit hofft man einige SA. unterzubringen. Das Leben in diesen politischen Gefangenenlagern ist ein Sohn auf die Menschheit. Noch nie war das schaffende Volt von der gepriesenen Freiheit soweit entfernt wie heute. Was in jahrzehntelanger emfiger Arbeit geschaffen wurde, wird von den Vandalen zerstört. Unsere Ferienheime und unsere Naturfreundehäuser, wo wir uns fern von der aufreibenden Zeit erholen konnten, wurden uns geraubt. Genau so schlimm ist es auf dem wirts fchaftlichen Gebiet bestellt. Immer größer wird die Not und die Preise aller Bedarfsartikel steigen zusehends. Man berichtet ins Ausland über das Sinken der Da sprach in der letzten Woche der Reichswirtschaftskommis sar Dr. Wagener zu den mitteldeutschen Industriellen. Auch ihnen wurde das Eingreifen des Staates in Aussicht gestellt freilich nicht zur Niederhaltung ihres Einkommens wie bei den Arbeitern, nein, ihnen ist die Staatsmacht gnä* dig. Die Wirtschaft und man weiß, daß darunter in der Praris nur die Unternehmer verstanden sind- soll sich sel= ber verwalten. Wenn die Erzeugungsfähigkeit der Betriebe größer sei als der Bedarf, müsse etwas geschehen, eine sinnvolle Planung: Das Karte II sei dann am Plaze. Dabei sei zweierlei auf gesetzlichem Wege zu bewirken: Es dürfe keine Außenseiter geben und dann dürften teine neuen Betriebe entstehen. Die Gewerbefreiheit müsse für die betreffenden Wirtschaftszweige aufgehoben werden. Das Zwangsfartell, das ist also ihr Sozia Iis mus. Sie bekämpfen den Kapitalismus, indem sie ihm ein unbeschränktes Monopol geben. Sie wollen den Kapitalisten untertänigst die von ihnen mit Lug und Trug, mit Terror und Mord eroberte Staatsmacht zur Verfügung stellen, um den Unternehmern jede Konkurrenz vom Leibe zu halten und ihnen zu gestatten, die Preise nach Belieben hoch zu treiben. Wie im Handel, so soll auch im Gewerbe und Industrie die Errichtung neuer Betriebe verhindert werden. Ausnahmen für begünstigte Pg. sind natürlich zugelassen. Die Arbeiter und Angestellten eine entrech tete Masse, die Unternehmer eine in sich geschlos= sene, von Zuzug und Konkurrenz geschützte taste, denen die Wirtschaft der Nation zu schrankenloser Ausbeutung durch die Diktatur zur Verfügung ge´ ellt wird, das ist die Wahrheit über den Sozialismus Hitlers. Das ist die schamlose Enthüllung über den großen Betrug, der an dem deutschen Volke verübt worden ist. Monopolkapitalismus, das ist das letzte Wort dieses Nationalsozialismus, das ist die Arbeitsstellung, wie sie sich die Hitler und Göring gedacht haben: den Nationalsozialisten, die schrankenlose Ausbeutung der politischen Macht, den Kapitalisten die schrankenlose Ausbeutung der Arbeiter und der Konsumenten. Das ist der Sinn des Bündnisses, das Nationalsozialisten und Kapitalisten gegen das deutsche Volk geschlossen haben. Das ist ein Geschäft, aber es wird eine Geschäftsstörung geben! ftimmt wird was natürlich Herrn Ley als untermensch Das Banner hoch! liche Barbarei vorkommen mußio fann man vielleicht Arbeitslofenziffer, indem man die Sozia listen aus den Reihen der nach Arbeit Suchenden streicht. Jugendgenossen und Genossen! Die Stunde des Proletariats wird schlagen. Die sozialistische Die sozialistische Jugend Bebels muß wachsam auf dem Boften stehen. Uns dürfen die Verfolger und Peiniger nicht fümmern. Auch unser aller Leben ist wert, daß wir, um der Idee des Sozia lismus zu huldigen, die schwersten Opfer auf uns nehmen. Nie wollen wir ermüden im Kampf um unser Ideal. Bittersten Haß hat man in uns hineingetreten. Nichts hätte die Begeisterung glutvoller entzünden können, als die tiefe Schmach, die man uns und unseren Führern angetan. Zeigen wir, daß der sozialistische Geist in uns lebendig ist, trotz aller Verfolgungen. Unsere Genossen müssen her: aus den Gefängnissen, Konzentrationslagern und Zuchthäusern. Wir jungen Sozialisten wollen das Banner - Wir der Menschlichkeit und Freiheit weitertragen. wollen kämpfen und heischen Bergeltung! „ Das Banner fann stehen, wenn der Mann auch fällt!" Jawohl! Die Fahne hoch, die Reihen dicht geschlossen! Das Land des Schweigens Was in Deutschland zu lesen verboten ist Der christlichsoziale„ Tiroler Anzeiger" veröffentlicht folgende Anweisung des deutschen Reichsministeriums für Propaganda an die deutsche Presse. In dem Dokument heißt es: Veröffentlichungen, die nicht erwünscht sind: 1. Kein Kanzlerinterview darf veröffentlicht wers ben, sofern nicht das Propagandaministerinm ausdrücklich die Ermächtigung hierzu erteilt hat. 3. Meldungen über den Arbeitsdienst dürfen nicht irgendwelche Fragen dr Landesverteidigung berühren. Die Redaktionen werden angehalten, alles das heraus: zu streichen, was zum Beispiel mit Waffenausbil dung, mit Wehrsport usw. zu tun hat. Die Veröffent: lichung solcher Meldungen hat auch dann zu unter: bleiben, wenn sie von polizeilicher Seite ausgegeben worden ist. Christen über Ley Vernichtend für den Säulenhelligen JGB. Nach seinen von der ganzen Welt anerkannten Mißerfolgen in Genf legt der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, Wert darauf, auch seinen eigenen Volksgenossen Proben seines Scharfsinns und seiner diplomatischen Geschicklichkeit zu geben. In einer vom„ Völkischen Beobachter"( 21. Juni) auf Grund eines Gesprächs mit Ley veröffentlichten Darstellung heißt es u. a.: Die Internationale Arbeitskonferenz( JAK.) ist rein auf dem marristischen Klassenkampfgedanken errichtet, und die 4. Meldungen über in Vorbereitung befinliche Gesezentwürfe dürfen nicht gebracht werden. 5. Das Wort Deutsch- Desterreichischer Ans schluß soll nicht mehr benügt werden. 7. Die Frage der Uniform des Arbeitsdiens stes ist noch nicht entschieden. Erörterungen darüber sind nicht erwünscht. fogar zugeben, daß das JAA. ein Hort des Marxismus ist, jedoch damit muß sich Herr Ley abfinden nicht der lezte. Herr Ley hatte in diesem Falle recht, schleunigst nach Berlin zurückzufahren, wo er sich nicht darüber zu beklagen braucht, daß die Leute seine tiefen Erkenntnisse näher zu untersuchen wagen. Wenn es Herr Rey mit seinem Vorgehen fertig brachte, das die Mandatsprüfungskommission einstimmig der daß Auffassung Ausdruck gab, es habe infolge seiner Abreise aus Genf feinen Zweck mehr, die Prüfung seines Mandates fortzusehen, so kann er sich zu dieser ausnahmsweisen Beseitigung des Widerspruchs zwischen den verschiedenen Gruppen allerdings nicht gratulieren, denn sie bedeutet, daß es die ganze Konferenz vorzieht, das Thema Dr. Len gar nicht mehr zu verhandeln und es offenbar keine Vertreter gibt, die die Gelegenheit einer weiteren Diskussion benußen wollen, um Herrn Ley irgendwelche Genugtuungen zu geben. Hingegen macht die von Jouhaur zur Bekräftigung des Briefes des JGB und des Berichtes der Mandatsprü= fungskommission unterbreitete Denkschrift über das Vorgehen der Nazi in Deutschland in der ganzen Welt die Runde. Seine in diesem Zusammenhang gehaltene Rede hat den lautesten Widerhall gefunden, weil es ein Bes fenntnis ist, daß jeder unterschreiben kann, der nicht durch Rassenhaß und Rassendünkel verblendet ist: Für uns hat alles, was Menschenantlig trägt, Recht auf Gleichheit. Es ist die hehre Mission des JAA., diese Gleichheit in der soziaTen Gerechtigkeit zu verwirklichen. Jene, die dieses schöne Ideal mit Füßen treten, seßen sich außerhalb ihrer selbst, außerhalb unserer Organisation und außerhalb der zivilisierten Menschheit." Jouhaur konnte mit Recht die Einstimmigkeit aller Zus hörer voraussetzen, als er sich zu ienem von den Nazi vers verleugneten Deutschland bekannte,„ das am Glück der Menschheit arbeitete: zum Deutschland Goethes und Schillers". Der Bertreter der Chriftlichen Gewerkschafts- Ins ternationale, Serrarens, sprach sich gleich scharf aus, indem er sagte:„ Wir werden weiter protestieren, selbst wenn man uns mit Repressalien droht( die inzwischen durch die Unterdrückung der ganzen christlichen Gewerkschaftsbewe gung in Deutschland bereits zur Wahrheit geworden sind, d. R.), selbst wenn unsere Leute getroffen werden, weil wir die Freiheit lieben." 8. Ueber Standortverlegungen bei Reichss wehr und Polizei darf nichts veröffentlicht werden. Außer der Tatsache, daß Hitlers Aeußerungen unter Göbbels Zensur gestellt werden, ist in diesem Erlaß vor allem der Hinweis auf die Waffenausbildung des sogenannten Arbeitsdienstes höchst dung des sogenannten Arbeitsdienste böchft Persönliche Sicherheit" Herr Len befundete nach seiner Ankunft in Berlin, daß seine Rückkehr nach Deutschland im Interesse der Wahrung der„ Ehre und Würde Deutschlands" erfolgte. Das Gegenteil ist der Fall: Die Ehre und Würde Deutschlands wurden dem persönlichen Prestige des Herrn Dr. Ley geopfert! bemerkenswert! marristische Arbeitnehmergruppe beherrscht die gesamte Konferenz. Unternehmer und Arbeitnehmer steht sich in schroffem Widerspruch gegenüber und es ist den beiden Gruppen ein und desselben Landes verboten, miteinander zu verkehren. Tun sie es dennoch, so genügt dieser Umstand um das Mandat des betreffenden Staates anzuzweifeln. Das JA A. und das JAK. sind der leste Hort des Marrismus." Wenn Herr Ley unter" Marrismus" den demokratischen Aufbau des JAA, versteht( iedes Land ist durch zwei Regierungsdelegierte und je einen frei gewählten Unternehmerresp. Arbeiterdelegierten vertreten), ferner die Gewohnheit, daß auf der Arbeitskonferenz nicht mit Erpressungen gearbeitet, sondern unter Einhaltung der Statuten abgeEine Frau in Schutzhaft Düsseldorf, 28. Juni. Der Direktor des Arbeitsamtes Düsseldorf, Dr. Hermann Lehbrink, und die Leiterin der weiblichen Arbeitsvermittlung, Frau Roja Neumann, wurden auf Montagvormittag auf Veranlassung des Kom missars beim Arbeitsamt Düsseldorf, Niedmann, in Schutz= haft genommen. Dr. Lehbrint, der im Dezember 1931 vom Arbeitsamt Münster an das Arbeitsamt Düsseldorf als erster Vorsitzender versetzt wurde und in Münster 3en= trumskreisen nahegestanden haben soll, soll systematisch in letzter Zeit die Maßnahmen des Kommissars zur Säube rung der Verwaltung zu sabotieren versucht haben. Die hier: über in den nationalsozialistischen Bevölkerungsfreisen eingetretene Erregung machte die Inschutzhaftnahme erforder= lich. Fran Rosa Neumann wurde ebenfalls aus Grüns den ihrer persönlichen Sicherheit in Schuhhaft genommen. Ein Tag der deutschen Schmach! Rückblick auf den Judenboykott vom 1. April 1933 Reldiskanzler verantwortlich! " Es rast der See und will sein Opfer haben!" In völliger Verkennung der Stimmung in der Welt wurde am 27./28. März in Besprechungen zwischen Reichskanzler Hitler und Reichspropagandaminister Göbbels auf Hitlers Landsitz bei Berchtesgaden der Bontott gegen die deutschen Juden beschlossen. Der neue Reichspropagandaminister stand angesichts der wachsenden Weltbewegung gegen die Terrorgreuel in Deutschland vor seiner ersten großen Fachaufgabe. Es hat sich herausgestellt, daß er lediglich über die Register der unwahrhaftigen Massenaufpeitschung aus seinen Versammlungen verfügte. In jahrelanger Agitation unter sinnlos aufgepeitschten Massen hat er fich ein Maß von Zynismus und Menschenverachtung angeeignet, das ihn unfähig macht, echte moralische Empörung, die die ganze Welt ergriffen hatte, zu verstehen. Er glaubte, der öffentlichen Meinung des Auslandes gegenübertreten zu können wie einer von nationalsozialistischem Rausch befallenen Maffenversammlung. Die Empörung des Rechtes und der Gesittung sollte unter den Stiefelabsab getreten werden. Von aller sittlichen Wertung abgesehen, bedeutete dieser Boykottbeschluß ein trauriges Armutszeugnis der neuen Machthaber. Alle Höllenhunde der antisemitischen Hezze wurden unter Führung des Radauantisemiten Julius Streicher aus Nürnberg entfesselt. Es ist in der Weltgeschichte noch nicht dagewesen, daß eine Regierung, weil ihr die moralische Verurteilung der unter ihrer Herrschaft verübten Greuel in der öffentlichen Meinung der Welt mißfiel, nunmehr ganz offiziell die Judenverfolgung betrieb. Es muß festgestellt werden, daß eine Trennung zwischen Regierung und nationalsozia= listischer Partei bei dieser Judenverfolgung nicht vorgenommen werden darf. Dieser Boykott gegen die deutschen Juden war eine offizielle Represalie gegen die öffentliche Meinung des Auslandes. Es ist ein Zeugnis für den ganzen Mangel an Verständnis für den Geist des Auslandes bei den neuen Machthabern, daß sie glaubten, mit einem solchen brutalen Bekenntnis zum Pogrom auf die Mentalität z. B. der englischen Konservativen wirken zu können! Weil aus konservativer Anhänglichkeit an die Grundprinzipien des Rechtsstaates die öffentliche Meinung, beispielsweise in England, sich einhellig gegen die Judenverfolgungen empört hat, sollten die deutschen Juden nun erst recht verfolgt werden! Damit wurde manifestiert, daß der Bruch mit dem Rechtsstaat vollständig war, daß alle Grundrechte, die nicht nur auf dem Papier der Berfassung von Weimar standen, sondern auf tief eingewurzelter moralischer Ueberzeugung beruhten, aus gestrichen waren. Der gelbe Fleck Am 29. März veröffentlichte die Nationalsozialistische Partei ihren Boykottaufruf gegen die deutschen Juden. Am selben Tage erklärte Reichskanzler Hitler in einer Kabinettsizung, seine Partei habe diesen Boykott proflamieren müssen, um spontanen Aktionen zuvorzukommen und sie zu kanalisieren". Diese politische Moral nach dem Grundsay: Wenn andere spontan Juden totschlagen wollen, so schlage ich sie selber organisiert tot, ist der Beweis für das absolut enge Zusammenspiel der Spitze der Reichsregierung mit der Nationalsozialistischen Partei in der Verfolgung der Juden. Das Reichskabinett wurde durch den in Berchtesgaden ge= faßten Beschluß und den Boykottaufruf vor eine vollendete Tatsache gestellt. Der Boykottaufruf der NSDAP. überschlug sich in aufhebenden Tönen. Es hieß darin:„ Gewissenlose landesverräterische Hetzkampagne... Lügenmeldungen, Greuelmärchen... Ein Klüngel jüdischer Literaten, Professoren und Geschäftemacher... Verantwortlich sind die Juden unter uns." Es wurde aufgefordert, überall Aktionskomitees gegen die deutschen Juden zu bilden, die Zeitungen auf das schärfste zu überwachen, damit sie die Boykottaufforderung an führender Stelle abdruckten, Tausende von antisemitischen Massenversammlungen zu veranstalten und besonders die Juden auf dem flachen Land zu verfolgen. Am 30. März erfolgten neue Anordnungen, unter denen besonders die Aufforderung her= vorstuch, jüdische Geschäfte mit einem gelben Fleck auf swarzem unde zu kennzeichnen.( Der gelbe Fleck war im Mittelalter, aur Zeit des Ghettos, das Zeichen, das Inden Wir drucken nachstehend einen Abschnitt aus einer demnächst erscheinenden Broschüre ,, Drei Monate Hitlerherrschaft". Das Kapitel behandelt den Judenboykott, und zwar ist es nicht nur eine Zusammenstellung des bisher bekannten Materials, sondern fügt auch neue Tatsachen hinzu. ,, Die Stunde ist da"! Schon am 30. und 31. März erfolgten in allen Teilen Deutschlands Boykottaktionen. Am 31. März, abends, jubelte das Organ des Reichspropagandaministers Göbbels in Berlin, der„ Angriff":" Die Stunde ist da". Am 1. April rollte fich das traurige Schauspiel des Judenboykotts ab, das auf ewig eine Schande für Deutschland bleiben wird. Was an diesen Tagen an ideellen Werten in Deutschland und für Deutschland zerstört worden ist, ist unübersehbar. Die Schließung von Geschäften, die Beschimpfung jüdischer Geschäftsinhaber, die Beschmierung ihrer Geschäfte mit unflätigsten Beleidigungen, die Zerstörung ihres Kredits, die Entfesselung des gemeinsten Konkurrenzneides und der riedrigsten Radauinstinkte, das war das Werk der neuen Machthaber. Der Haß und die Verblendung gingen soweit, daß jüdische Kinder aus den Schulen nach Hause geschickt wurden, mit der Begründung, daß an jüdische Kinder kein Schulunters richt erteilt werden dürfe! Die Proteste Es muß zur Ehre des deutschen Volkes festgestellt werden, daß sich trotz dem Terror überall Stimmen des Protestes, des Zornes und der Empörung gegen die Boykott- Banden des Reichskanzlers und des Reichspropagandaministers erhoben haben. Es zeigte sich, daß die Moral im deutschen Volke noch nicht völlig erloschen ist. Aber dieser Tag der Schande und des Jrrsinns läßt sich nicht auslöschen. Die willfährigen Organe der Regierung versicherten, es sei alles in völliger Ruhe und ohne Störung der Ordnung abgegangen. Nachrichten über schwere Ausschreitungen wurden unterdrückt. In Kiel verteidigte sich ein aufs schwerste bedrängter Jude mit der Waffe gegen eine Pogrombande. Die amtliche Meldung fälschte den Tatbestand in einen unprovozierten Angriff des Juden um. Der Unglückliche wurde später von den Pogrombanden aus dem Polizeigefängnis herausgeholt, ohne daß die Polizei ihn schüßte. Er wurde ermordet. Es ist kein Zweifel, daß die Befristung der öffentlichen Boykottaktion nicht zuletzt auf die ungeheure Empörung zurückzuführen war, die sich der öffentlichen Meinung des Auslandes bemächtigt hat. Aber der stumme Pogrom wurde sichtslos auf die Straße geworfen, jeder jüdische Name aus dem Redaktionsstab ausgemerzt. Damit aber nicht genug. Der jüdische Besizer dieses Verlages hat fich dem Druck des antisemitischen Terrors so weit gefügt, daß er 120 jüdische Angestellte seines Ver lages, darunter kleinste Leute mit niedrigstem Einkommen auf Verlangen der Boykotthetzer auf die Straße ge= worfen hat. Diese Angestellten haben sich nichts zuschulden femmen lassen, sie sind brotlos gemacht worden und gehen einem traurigen Lose entgegen, nur, weil sie Juden sind! Eine derartige Unterwerfung eines bisher im Ausland hoch angesehenen Verlages unter den niedrigsten Antisemitis mus läßt auf die Stärke des stummen Pogromes schließen. Das Mittel, das vorzugsweise dabei angewandt wird, ist die Drohung mit der Auflösung von Bankverbindungen und Kreditdrosselung. Es sind daran Banken beteiligt, an deren Spize bisher noch in der ganzen Finanzwelt hoch angesehene Juden stehen. Bis jetzt noch! Der Tietz- Konzern Dieselbe Drohung wurde auch gegen andere Unter nehmungen angewandt: Am 5. April meldete die HandelsPresse: „ Die folgenden Vorstandsmitglieder der Leonhard Tiet AG., Köln, haben dem Aufsichtsrat ihre Aemter zur Verfügung gestellt: Dr. Alfred Leonhard Tieß, Julius Schloß, Franz Levy, Franz Baumann, Gerhard Tiez. Ferner haben die Herren Mar Grünbaum, May Baumann, Albert Bendir, Frizz Hochheimer, Kurt Meyer, Louis Schloß, Dr. Frizz Oppenheimer, Dr. P. Rosenberg ihre Aemter als Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft niedergelegt. Bei der Tochtergesellschaft des Unternehmens, der E. H. P. A. G. für Einheitspreise, Köln, sind die Herren Dr. Eliel, Franz Levy, Julius Schloß und Gerhard Tietz aus dem Aufsichtsrat, die Herren Ernst Baumann und Hans Gahen aus dem Vorstand ausgeschieden." Ebenso hat das gesamte Präsidium des Verbandes deutscher Waren- und Kaufhäuser E. V., Berlin, seinen Rücktritt erflären müssen, das geschäftsführende Präsidialmitglied, Professor Georg Bernhard mußte endgültig aus dem Verbande ausscheiden. nun erst recht mit verbisfener Wut weiter durchgeführt. Er Verzweiflung richtete sich in erster Linie gegen jüdische Intellektuelle, Richter, Rechtsanwälte und Aerzte. Was jüdische Gelehrte und Forscher, was jüdische Philan tropen und Aerzte in Deutschland für das Bolt und seine Wohlfahrt wie für die Wissenschaft geleistet haben, soll von der antisemitischen Welle ausgelöscht werden. Das stumme Pogrom Die Verfolgung und Eristenzvernichtung der Juden ist grausam und schrankenlos. Die Zahl der jüdischen Rechtsanwälte, die an den Gerichten zugelassen werden, wird überall auf ein lächerliches Minimum beschränkt. Aus den Krankenhäusern sind jüdische Aerzte restlos verdrängt worden. Die Zeitungen wurden gezwungen, jüdische Redakteure und Mitarbeiter zu entlassen. In wirtschaftlichen Organisationen Börsenvorständen, Maklervereinigungen wurden die Juden hinausgeworfen. In den Schlacht- und Viehhöfen werden jüdische Händler und Metzger nicht mehr zugelassen. Täglich laufen aus allen Teilen des Reiches Meldungen über die fyftematische Eristenzvernichtung der Juden zusammen. Ein besonders empörender Fall ist der Fall des Verlages Rudolf Mosse in Berlin, der neben anderen Zeitungen das in der Welt bekannte„ Berliner Tageblatt" herausgibt. Diese Zeitung war ein freiheitliches Organ, daneben ein ausgesprochenes jüdisches ausgesprochenes jüdisches Familienblatt. Der Befizer ist Jude. Unter dem Druck des Terrors änderte das„ Berliner Tageblatt", wie die anderen in diesem Verlag erscheinenden Zeitungen seine Meinung vollständig. Diese Zeitungen wurden zu Dienern und Epeichelleckern des neuen Systems. Die führenden Redakteure dieser Zeitung wurden rüdfichtbar auf der Kleidung tragen mußten, um von jedermann Die Massenverhaffungen schon, von weitem als Jude erkannt zu werden.) Der Tert der Boykottplafate, die an sämtlichen Plafatiäulen Deutschlands angeschlagen wurden, gipfelte in der Behauptung, der Jude ist an allem schuld, der Jude ist unser Unglück. Ein gewaltiger Propaganda- Apparat wurde für die Judenhezze aufgeboten. Die Aufrufe und Anordnungen wurden täglich mehrmals durch alle deutschen Rundfunksender der Bevölke rung mitgeteilt, alle deutschen Zeitungen wurden gezwungen, diese Boykotts Aufforderung an führender Stelle abzudruden. Besonders unwürdig war die Rolle, die ausgesprochen jüdische Zeitungen wie die Blätter des Verlags Rudolf Mosse in Berlin dabei spielten. Das anständige Deutschland Das anständige Deutschland unterlag dem Drud des Terrors. Dennoch sette eine Gegenwirkung ein, namentlich von den Kreisen, die mit starrem Entsetzen erkannten, wie diese ungeheuerliche Pogromheze auf das Ausland wirken mußte. Am 81. März wurde der Boykott, der ursprünglich als Dauerboykott gedacht war, auf einen Tag befristet. Aber der ungeheure moralische Schaden, den die Entfesselung dieser barbarischen Pogromhese dem Ansehen Deutschlands zugefügt hat, war damit nicht wieder gutzumachen. Auch Stahlhelm" führer Der erste Stahlhelmführer, Oberstleutnant a. D. Lind wurm, wurde in Eisenach ins Polizeigefängnis eingeliefert. Der ehemalige Stahlhelmführer Major a. D. von Voigt mußte wegen Beschimpfung Seldtes sogar den Gang ins 3uchthaus Untermarsfeld antreten. In Bayern und in Württemberg hat man auch zahllose fatho lische Geistliche inhaftiert. Die Zahl der verhafteten Sozialdemokraten ist Legion. Ans Hamburg wird die Verhaftung von 200 sozialdemokra tischen Funktionären, aus Magdeburg von 200, aus Dresden von 150, aus Senftenberg( Niederlausitz) von 265, aus Frank: furt a. M. von 50, aus Essen von 26, aus Bremen von 20, ans Recklinghausen von 12 gemeldet usw. Die von uns dieser Tage gemeldete Zahl von 3000 vers hafteten Sozialdemokraten ist wahrscheinlich um Tausende überholt. Feigheit, Angst, Berfolgungswahn, Haß und gemeinste Verbrecherinstinkte haben bei diesem Feldzug gegen politisch Andersdenkende zusammengewirkt. Aber noch immer gilt das Wort:„ Wer Wind säet, wird Sturm ernten". In der gesamten Ronfeftion geht ebenfalls ein stummer Pogrom vor sich. Er betrifft nicht nur Inhaber und leitende Angestellte, sondern auch die mittleren und unteren Gruppen von Angestellten und Arbeitern. Wer Jude ist, wird entlassen. Städtische Gesellschaften boyfottieren systematisch jüdische Lieferanten, jüdische Angestellte und Arbeiter werden entlassen. Diese Existenzvernichtung des Judentums geht unaufhaltsam weiter. Die schlimmste und erbärmlichste Form der Rassenfämpfe wird von den neuen Machthabern in Deutschland unter Einsatz der Staatsmacht gefördert. Der antisemitische Jargon ist Staatssprache geworden. Die Berliner Polizei nahm Haussuchungen in vornehmlich von Juden bewohnten Vierteln vor. Sie benannte diese Aktion offiziell ,, Razzia im Berliner Ghetto". Ein Rundfunkwagen begleitete die Polizisten. Beamte, Polizeiärzte und Berichterstatter beschimpften die jüdische Bevölkerung während der Haussuchung mit antisemitischen Gemeinheiten. Letzte Verzweiflung hat die betroffenen deutschen Juden ergriffen. Die Zahl der Selbstmorde von Juden ist unheimlich angewachsen. Ein einzig erschütternder Fall vom 1. April aus Heidelberg: Ein junger Jurist, hochbegabt, auf das glänzendste beurteilt, wurde aus dem Amt gewiesen weil er Jude ist. Als er heimkehrte, sah er an der Tür seiner väterlichen Wohnung sein Vater ist ein hochangesehener Mediziner den gelben Fled. Der junge Mann, der dem Lande, dem er dienen wollte, nicht dienen durfte, der sich und die Seinen verfolgt sah wie Aussäßige cder Verbrecher, hat sich selbst den Tod gegeben. Bei den gegenwärtigen Machthabern in Deutschland wiegt das Leben eines Juden feherleicht. Sondergerichte wü'en Für die Wahrheit ins Gefängnis Das Dortmunder Sondergericht verurteilte den Hammerschmied Mey wegen Verbreitung von Greuelnachrichten" zu neun Monaten Gefängnis. Der Sozialdemofrat Windmöller aus Selm- Beifang wurde zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er behauptet hatte, der Reichstagsbrand sei von Nationalsozialisten gelegt worden. Den Abonnentsbetrag für Einzelabonnenten zuzüglich der Portospesen für den laufenden Monat werden wir jeweils am Anfang des Lietermonats, dem Wunsch: der meisten Leser entsprechend, durch Nachnahme erheben. Wir bitten, diese bei Vorzeigen sofort einzulösen, um unnütze Unkosten zu ersparen Verlag» Deutsche Freiheit" Deutsche Stimmen Feuilletonbeilage der ,, Deutschen Freiheit" Die erste Nazi- Komödie Einer macht sich über seine Leute lustig onjunktur, eine Revolutionskomödie" fo nennt sich ein Theaterstück, das soeben im Münchener Refidenztheater zur Uraufführung gelangte. Sein Autor ist ein Herr Dietrich Loder, der, wie es scheint, seine nationalsozialistischen Pg's besonders gut kennt. Denn im Bericht des„ Völfischen Beobachters" über den Inhalt des Stückes heißt es wörtlich: " Denn die Tendenz dieser revolutionskomödie ist hoch, attuell, sie ist herrlich: Sie geht gegen das bornierte deutsche Protfitbürgertum und sein erbärmliches Verhalten unmittelbar vor und nach dem 30. Januar 1933. Die famos erdachte Handlung schafft die Gelegenheit, die bürgerlichen Ehrenmänner mit der leicht angestaubten Hemdbrust" in ihren unerfreulichsten Ausgaben als Steuerhinterzieher, Tantiemenschinder, Postenjäger, Geschäftspatrioten, Zivilifationsliteraten, Fraktionsvorstände der bürgerlichen Mitte ( gemäßigt national) usw. auf einem Haufen zusammen vorzuführen. Vor dem 30. Januar mit vereinten Kräften gegen die Nationalsozialisten, gegen die„ Schreihälse", die" Radika linskis", die„ Narren", gegen die man sich„ distanzieren" muß! Nach dem Sieg der nationalen Revolu tion feig, würdelos, aber mit ausgestreckten Armen heil" rufend schon wieder die„ Konjunttur" witternd! Und wenn's auch nur in Form eines fetten Staatsauftrages wäre, wofür man mit Vergnügen den Herrn Staatssekretär als Schwiegersohn anzuerkennen bereit ist.( Kunststück!) Als der Mann noch unbefannter Oberführer der SA. und häufiges Opfer des Republick- Schutzgesetzes war, befürchtete der Herr Bankdirektor das Schlimmste für seine Firma, sobald er sich auch nur öffentlich sehen ließ mit dem unmöglichen Menschen!" Dietrich Loder hat mit sicherem Blick die in der Tat wunbeste Stelle getroffen, die aus Anlaß der nationalen Revolution an dem an und für sich schon morbiden und angefaulten Körper der bürgerlichen Gesellfchaft aufgebrochen ist. Die zweifelhaften Ehrenmänner sowohl, nie auch die erfreulicheren Erscheinungen dieses „ Vereinfacht!" Die Fakultäten an den Hochschulen ausgeschaltet Bon alters her hatten die Fakultäten an den beutschen Unversitäten das Vorschlagsrecht zur Besetzung eines Lehrstuhls. Sie hielten eine Auslese unter den geeigneten Bewerbern und reichten dann ihre Vorschläge dem Ministerium ein. Eifersüchtig wachten bisher die deutschen Hochschullehrer über dieses Recht. denn es war für sie das wesentlichste Stück der akademischen Freiheit in ihrer Gelehrten- Republik. Damit ist es nun aus! Amtlich wird mitgeteilt: Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Rust, hat den Fakultäten mitgeteilt, daß er in der nächsten Zeit von dem üblichen Verfahren bei Nenbesetzungen von Professuren abweichen wird. Es sollen in einer Reihe von Fällen von den Fakultäten feine Listen mehr eingefordert, sondern den Fakultäten Gelegenheit zur Stellungnahme zu bestimmten Vorschlägen gegeben werden. Eine derartige Vereinfachung des Berufungs verfahrens ist notwendig geworden, weil sonst die rechts zeitige Neubefegung der freien Stellen gefährdet ist. Das bedeutet das Ende der Selbständigkeit der Fakultäten. Jezt müssen sie die Vorschläge des Ministers anhören, der ihnen gnädigst eine Stellungnahme" gestattet. Wehe ihnen, wenn sie im heutigen Dritten Reich eine andere Auffassung über die Berufung eines Kollegen verträten als er! Dann sind ihnen braune Briefe oder ernste Vorhaltungen des Herrn Kommissars" sicher. An die Stelle der freien Wissenschaft tritt der Ellenbogen der kreatur. Es wird weiter entlassen. Die nichtplanmäßigen außerordentlichen Profefforen an der Universität München Dr. Heilner( Physiologie), Dr. Otto Neubauer( Innere Medizin), Dr. Karl Süßheim( Geschichte der mohammedanischen Völker) und Dr. Ludwig Steinberger( Mittlere und neuere Geschichte), sowie die Privatdozenten für Kunstgeschichte Dr. Ernst Michalski und Dr. Ernst Strauß wurden mit sofortiger Wirkung aus dem bayerischen Staatsdienst entlan Drüben... London: Der französische W riot und Professor Einstein, der aus Deu.jayiano vertriebene Gelehrte, sind in diesen Tagen gemeinsam zu Ehrendoktoren ber Rechte an der Universität Glasgow promoviert worden. Paris: Die Pariser Akademie der Wissenschaften ernannte Professor Dr. Einstein zu ihrem ausländischen Mitglied. Der Weg zum Frieden " Die Reichsregierung hat sich entschlossen, für das Reichsbeer eine neue Felduniform einzuführen. Sie geht auf langjährige, nunmehr abgeschlossene Versuche zurück."( Deutsche Allgemeine Zeitung", Berlin, vom 20 Juni.) Sehr aufschlußreich Aus Hans Wendts Referat über den Film„ SA.- Mann Brand":„ Es ist sehr aufschlußreich, daß der Landwirt Huber, der seinen Nationalsozialismus bis zum Siege der Bewe gung im Nachttischfasten verbirgt und erst nach dem 5. März die Hakenkreuz flagge zeigt, ben lebhaftesten Beifall des Publikums davonträgt."( Deutsche Allgemeine Beitung", Berlin.) ... Stückes sind uns aus der Geschichte der letzten Wochen und Monate wohl vertraut. Vor allem in dem charakterschwachen Bankdirektor, dessen Vaterlandsliebe mit der Höhe der erzielten Dividende steigt und fällt, hat Loder den Typ der deutschen Spießbürger schlechthin getroffen." * Wahrhaft herrlich! Diese Ritter der Konjunktur- sie plätschern jetzt in den neuen Gewässern, haben das Hakentreuz an ihrem Rockaufschlag, seßen das SA.- Käppi auf und bieten das nationalsozialistische Bekenntnis an jeder Straßenede an, zwecks Propaganda und Geschäft, das braune Deckblatt über der Profitzigarre. Aber was sind das für Leute, die in München eine solche Satire beklatschten- genau so, wie es ein angeregtes Nazipublikum allenthalben beklatschen würde? Da saßen der Herr Ministerpräsident Siebert, der Herr Justizminister Frant unter vielen braunen Uniformen. Sie gingen, wie es in dem Bericht heißt, angeregt“ und„ verständnisvoll" mit. Ja, diese Herrschaften haben Verständnis für Situationen, in denen sie selber stecken. Denn sie sind geradezu Muster Exempel der Ronjunktur, hochgehoben durch Volksgunst, im Besitz von Ge finnung, die heute klingende Münze einbringt und einen Ereignisse und Geschichten wollüftigen Ueberblick über viele frumme Rücken gewährt. Kurz, in dem morbiben und angfaulten Körper der bärgerlichen Gesellschaft sien die uniformierten Spießbürger des Dritten Reichs wie die Maden im Sped: Postenjäger, Parteibuchbeamte, Bonzofratie mit Aufschlägen und Herren. Auch das ist uns, um mit dem Herrn Kritiker zu reden, aus der Geschichte der letzten Wochen und Monate„ wohlvertraut". Und der Herr Autor Dietrich oder selbst? Er schreibt „ Konjunktur" er macht Konjunktur. Er wird für den traffen Zugriff ins eigene Nest gelohnt durch Tantiemen und darf sich freuen, den zahlreichen literarischen Kollegen, die jezt gleichgeschaltet und gleichgefärbt sind, knapp um eine Nasenlänge vorausgewesen sein. Museumsverwaltung ,, gereinigt" Jm Konzentrationslager Bon Theodor Kramer. All dies, den lehmigen Grund, bestreut mit Schlacken, die Gräben rings, die unter Wasser stehn, die sandgeteerten Dächer der Baraden hab' ich vor Jahren schon einmal gesehn. Wie heut verfilzte Stacheldraht die Pfosten, nur trug ich damals selbst Montur, Gewehr und Bajonett und stand vorm Gitter Posten und meine Beine waren nicht so schwer. Doch stumm wie heute haßte ich die Schnallen und preßte meine Schläfen an die Wand nachts, wenn es niemand sah; beim Händeballen war's, daß ich Stück für Stüd die Welt verstand, Und als ihm später alle dort entrannen, bekämpfte ich den Zwang in falter Wut, im Haus, im Saal und bei den Schmierölkannen, bis man uns faßte; und man faßte gut. Den einen wird man packen und erschlagen, wenn er vor früh auf die Latrine geht; den andern wird man erst ins Ruhrhaus tragen, wenn falt der Schweiß ihm auf der Stirne steht. Kann sein, die werden einen von uns biegen... es braucht vielleicht ein Menschenleben lang; doch nichts kann auf die Dauer unterkriegen, was in uns lebt; wach hält es schon der Zwang. Kleine Zitate Was man in der Nazi- Presse liest Im Berliner Tageblatt" findet sich folgende Dreizeilennotiz: Der Vorstand des Lessingbundes in Wolfenbüttel hat beschlossen, den Bund aufzulösen und sein Vermögen dem Kampsbund für deutsche Kultur zur Verfügung zu stellen." Der kleine olenjunge, die Scheuerfrau, der Portier oder der unbeachtete Nachbar, die riesige Masse derer, die nur Objekte des Geschehens waren, sie prüfen heute und sie richten".( Aus der Glosse„ Die Abrechnung" im 3. Heft der Monatsschrift„ Die Tat", Jena.) # Auf einer von der Zentrale der Hausfrauenvereine GroßBerlins veranstalteten Rundgebung für deutsche Fette be= ministerium, bei allem Verständnis für die Eindämmung Die Hervorragenden verschwinden die Zweit- tlagte Frau Clara Mende, Referentin im Reichswirtschaftsklassigen werden auf ihre Plätze beordert des Verbrauchs von Margarine, die durch die Verteuerung Herr Rust, der preußische Nazi, Kultusminister, hat den Ge neraldirektor der Staatlich- n Museen, Geheimen Re, gierungsrat Professor Dr. h. c. Waetzold sowie den Direktor der Nationalgalerie( einschließlich der Sammlung im Kronprinzensaale) Geheimen Regierungsrat Dr. Justi beurlaubt, ferner den Geheimen Regierungsrat Dr. Friedländer von der Leitung der Direktion der Gemäldegalerie im Kaiser- Friedrich- Museum entbunden. der Fette bedingte schlechtere Ernährung in ungezählten deutschen Familien. Wir lesen über die Aufgabe des deutschen Schulfunkes in den offiziellen Mitteilungen der Reichsrundfunkgesellschaft" in Berlin: Die Hitler- Jugend ist in allen ihren Unterformationen die ausschließliche politische Er= ziehung- sgemeinschaft der jungen deutschen Gene ration. Heute hat sie ihren Geist auch in die Schule getragen. Und der Schulfunt will mithelfen an der Vertiefung dieser neuen geistigen Haltung. Zur Leitung sind vertretungsweise berufen worden: an die Generaldirektion der Staatlichen Museen der Professor Dr. Kümmel unter Beibehaltung der Direktion der Asiatischen Abteilung, an die Nationalgalerie der Direktor des Städtischen Museums für Kunst und Gewerbe in Salle an Ein altes Lied der Saale, Professor Dr. Schardt, an die Gemäldegalerie der Direktion der Städtischen Sammlungen in Düsseldorf Professor Dr. Roetschau. Gleichzeitig ist an Stelle des bereits früher beurlaubten Professors Dr. Glaser der Professor Dr. Hermann Schmit in Berlin mit der Direktion der Staatlichen Kunstbibliothek vertretungsweise beauftragt worden. Waeßold, Justi und Friedländer haben dem Berliner Museumswesen jahrzehntelang Haltung und Gesicht gegeben. Gegen ihre Kunstpolitik läßt sich manches sagen, aber jeder von diesen dreien war eine Persönlichkeit, die kraft hervorragenden könnens an den Platz gehörte, auf dem sie stand. Wer kommt an ihrer statt? Leute der zweiten Klasse, Männer von lokaler Bedeutung, aber bewährt in rechtzeitiger Anpassung an die neue Offizialgesinnung. Nur von Kümmel weiß man, daß er schon vor Jahren Proben eines überhitten Teutonismus abgelegt hat, die in der ganzen Welt Heiterkeit hervorgerufen haben. Gedanken Von Miquel de Unamuno Alles, was sich auf die Rassenlehre und Völker: Innde bezieht, ist eine recht heifle Angelegenheit, Sobald von der Reinheit des Blutes und der Nasse gesprochen wird, rufe ich stets sofort alles zur Hilfe, was in mir an Steptizismus vorhanden ist. Selten sind dann nämlich diese ethnolo= auf neu aufgefrischt Jetzt wird das Horst- Weffel- Lied von allen Fachleuten bürgerlicher Zunft als das neue deutsche Volkslied gepriesen. Eingeweihten ist bekannt, daß diese Melodie schon lange in in Deutschland eingeführt war. Während des Krieges wurde die Melodie zum Argonnenlied benußt. Argonnerwald, Argonnerwald, ein einziger Friedhof bist du bald!" Dann gehörte es zu den bekanntesten Lieder der Nationalisten. „ Dem Kaiser Wilhelm haben wirs geschworen, dem Kaiser Wilhelm reichen wir die Hand". Und später haben die Kommunisten bei jeder Demonstration dies Lied gesungen.„ Dem Karl Liebknecht haben wir geschworen, der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand!"- Und nun mit einemmale entdecken es die Hitlerianer und ihre kritiklosen Anbeter als neues Volkslied. Dabei kam bekanntlich der Nationalheilige Horst Wessel aus der Kommunisten front und hat sicher von dort die Melodie mitgebracht. Genau so ist es mit dem Rotgardistenmarsch. Dieses„ Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" hat Hermann Scherchen aus Rußland nach Deutschland ge= bracht. Rußland und Scherchen werden verdammt, aber ihre Lieder singt man doch,- Und das„ Lieblingslied des Herrn Göring":" Wann wir schreiten"? Stammt das nicht vom ersten Reichstreffen der Sozialistischen Arbeiterjugend in Weimar? Wurde es nicht durch die SAJ. tatsächlich zum deutschen Volkslied? Die Sozialisten sperrt man in Konwerden die Lieblinge zentrationslager, aber ihre Lieder Görings. gischen Betrachtungen wirklich wissenschaftlich begründet, fon: Ein deutscher Dance bern fie bernhen fast immer auf Leidenschaften und Affekten. Einer Sache lönnen wir uns bei Rassenfragen absolut sicher sein, nämlich der, daß wir nichts sicheres wiffen, und es ist feine geringere Sache, zu wissen, daß man nichts weiß. Ich pflege deshalb immer die Frage nach der Rasse durch die nach der Sprache zu erfeßen. Denn, wenn es einerseits sehr schwierig ist, die Naffe eines Europäers zu bestimmen, so ist es doch leicht festzustellen, in welcher Sprache er denkt, und die Sprache ist das Blut der Seele und sozusagen Fuhrwerk der Gedanken. Wenn ich jemanden weh tne und verleße, betrübt es mich stets. Aber es ist leider eine Tatsache, daß der abstrakte Tadel, nach der Art der Moralisten, die gegen das Laster als solches tämpfen, sehr wenig Wirkung hat, wenn er sich nicht gegen einen bestimm'en Lasterhaften wendet. Mit den geistigen Lastern ist es ganz dasselbe, die Affäre Dreyfus 3. B. hat in Frankreich einen viel größeren Einfluß gehabt, als wenn man nur allgemein gepredigt hätte, ohne individuelle Beziehung. Bevor noch Hitler die Macht ergriffen" hatte, hatte der deutsche Buchhandel schon so ne Ahnung. Alle die Bücher, deren Autoren den neuen Herren nicht genehm waren, wurden, so rasch es nur ging, zu tief herabgesezten Preisen losgeschlagen. Die schönsten Werke der deutschen Literatur waren in den feinsten Ausgaben um ein Spottgeld zu haben. Da. hatte nun in Breslau, in der Stadt, wo der Fememörder Heines die Nazis fommandierte, ein Buchhändler eine Prachtausgabe der Werke Heinrich Heines ins Schaufenster gestellt:„ Heines gesammelte Werke, 12 Bände, 7,50 Mart." Kamen da nun zwei stramme Nazistudenten vorüber.„ Ne, fieb mal. guag!" rief da gleich der eine, wär hädde das für meeglich gehalten, daß unser Heines oochn Dichdr is d!"" Nee, nee," sagte da der andere ebenso bewundernd, und gleich zweelf Bände und fir fibn Marga fuffzigg! Mensch, da machn wa aber schnelle hinein, bevors noch een andrer siehd! Das isd doch n Gelegenheitsggauf!" Und drin waren die beiden im Laden. Der Buchhändler soll sich sehr gewundert haben. DAS BUNTE BLATT TAGLICHE UNTERHALTUNGS- BEILAGE Vom Königsbett ins Klofter Das Gedenken des 200. Todestages des am 1. Februar 1738 verstorbenen sächsischen Kurfürsten August des Starken weckt auch Erinnerungen an die ihm lange in Liebe verbundene Aurora von Königsmart, jene schwedische Gräfin, die nach Dresden kam, dort am Hofe Favoritin wurde und schließlich ihren Lebensabend in einem Kloster verbrachte, wo sie fünf Jahre früher als ihr Geliebter, der Sachsenfürst und Polenkönig, starb. Sie ist nicht das einzige Fürstenliebchen, das, von Hofpracht und Königsgunst verlassen, den Weg ins fromme Klosterstift nehmen mußte, um dort die letzten Le= bensjahre in etwas ruhigerer Art zu verbringen. Ja, es scheint fast, als hätten die bevorrechteten einstmaligen Nußnießer weiblicher Schönheit einen Spaß darin gesehen, das alte Wort wahr zu machen: Junge Hure, alte Betschwester. Schön wie der junge Tag soll Aurora gewesen sein, als sie die Mätresse des sächsischen August wurde, dem sie ebenso wie seine vielen anderen Liebsten, Kinder gebar.( Dieser Fürst war ob seiner mehr als zahlreichen leiblichen Kinder im wahr= sten Wortsinn ein Landes vater...) Fünf, sechs Jahre währte das höfische Glück, dann hieß es abtreten und fromm werden. Freilich mit einem entsprechenden Rang; Aurore wurde Pröpstin des adligen Damenstifts in Quedlinburg. Im Keller der dortigen Domkirche steht ihr Sarg. Bis in unsere Zeit hinein war er offen. Für jedermann sichtbar. lag, vom Salpetergehalt des Steinkellers geschützt, unverwest die schöne Frau im Sarge. Besucher kamen und gingen. Und wenn sie gingen, so nahmen sie nicht selten ein Fezchen von der großen Staatsrobe der Frau mit. Zur Erinnerung. Bis dann vor einer Reihe von Jahren der wuchtige Sarkophag für die Deffentlichkeit geschlossen wurde. Man mochte dieser Beraubung nicht mehr länger tatenlos zusehen. Erwähnenswert ist, daß Auroras Bruder als schwedischer Oberst und Abenteurer nach Hannover fam, um dort sein Glück zu machen. Doch war er vom Geschick weniger begünstigt als seine schwarzhaarige Schwester. Das Liebesverhältnis, das er mit der Hannoverischen Prinzessin Sophie Dorothea anknüpfte, hatte zur Folge, daß er auf höheren Befehl ermordet wurde. Sein Schicksal erinnert an das jenes immer wieder neu in Romanen auftauchenden Barons Trend, der sich am Hofe des Preußenkönigs Friedrich II. gewissen Illusionen hingab, um sich dann eines Tages plötzlich auf der Festung Glatz zu finden. Jener preußische Friedrich war es bekanntlich auch, der zunächst ein paar Jahre lang die berühmte italienische Tänzerin Barberina mit vielerlei Gunstbezeugungen überhäufte, ja, ihrethalben beinahe eine große diplomatische Attion mit der Republik Venedig anfing, um die Tänzerin dann fern von Berlin nach dem schlesischen Glogau zu verbannen, weil die bewunderte Tänzerin sich gegen den Willen des Königs mit dem Baron Cocceji heimlich vermählt hatte. Cocceji, der Regierungspräsident in Glogau wurde, wandte Tibet öffnet die Sore Es sucht Anschluß an die übrige Welt Aus Tibet fommen Nachrichten, die daruf hindeuten, daß die Tibetaner auf dem besten Wege sind, ihre bis in die jüngste Zeit bewahrte Abgeschlossenheit gegen die übrige Welt aufzugeben. Die Regierung hat diesen Nachrichten zufolge den Auftrag zum Bau mehrerer großer Landstraßen Was es affes gibt sich freilich recht schnell von dem einstigen Liebchen vieler Die Ffudit ins 3rrenfiaus großer Herren ab. Eine andere hatte es ihm angetan; die Ehe wurde geschieden; die Baronin gründete ein Frauenstift und starb einige Jahrzehnte später in dem kleinen Dorfe Barschau als Oberin dieses Stiftes. Sie wurde, ganz gegen ihren testamentarischen Willen, im Keller des katholischen Kirchleins in Hochkirch beigesetzt. Vor einigen Jahren stand ich an dieser Stätte. Mit den verbleichten Knochen der einstigen Königsfreundin hatten damals bei einer Renovierung des weltabgelegenen Dorfkirchleins neugierige Kinder gespielt. Bis dem Unfug ein Ende gemacht und der Zugang vermauert wurde... Besser ins Kloster als etwa nach dem entsetzlichen Vorbilde der englischen Geschichte aufs Schafott, wo zwei der legitimen Gemahlinnen Heinrichs VIII. endeten, mag auch die Mätresse Ludwigs XIV. gedacht haben, als sie mit erst 50 Jahren den Weg in die Kirchenstille gehen mußte. Jene Marquise von Montespan, die erst( oder auch schon) vier Jahre verheiratet war, als sie dem genußsüchtigen König in die Hände fiel, dem sie im Laufe der Jahre nicht weniger als sieben Kinder geboren hat. Diese Kinder wurden in der Hauptsache von ihrer Nachfolgerin in der königlichen Liebesgunst, der Marquise von Maintenon, erzogen. Diese gewann nicht nur die Liebe des Königs, fie erlangte auch einen großen Einfluß auf die Staatsangelegenheiten. Ihr Leben beschloß sie in dem Fräuleinstift St. Cyr, 84jährig. Schließlich hatte auch schon die Vorgängerin der Montespan im Kloster geendet, die große Rotette a palliere. Die Montespan hatte es verstanden, sie in der Gunst des Königs auszustechen und sich an ihre Stelle zu setzen oder vielmehr zu legen... Sie ist übrigens nicht zu verwechseln mit einer großen Pariser Bühnenkünstlerin gleichen Namens, der ebenfalls allerlei Personen von Rang zu Füßen lagen, die Triumphe über Triumphe feierte, und die dann eines Tages zerknirscht nach Lourdes wallfahrte, um später gar als fromme Missionsschwester in Afrika tätig zu sein. Doch das war lange nach dem ancien regime. Unter der alten absoluten Königsherrschaft, in der das niedere Volk von den privilegierten Machthabern aufs gewissenloseste unterdrückt und ausgebeutet wurde, gab es für die abgedankten Hofgeliebten noch die Möglichkeit, wenn auch widerwillig, in einem weltabgeschiedenen Kloster den Lebensabend beschaulich zu verbringen. Als der Unmut des Volkes aufs höchste gestiegen war und die Revolution sich anschickte, mit alten Vorrechten aufzuräumen, waren diese Zeiten vorbei. Und so endete die heute wieder einmal zu einer Ope rettenkönigin gewordene Madame Dubarry, die Geliebte Ludwigs XV., bereits unter der Guillotine. Es wurde ihr der Vorwurf der Begünstigung der Emigranten gemacht. J. Kliche. nicht einverstanden und wollten den Prozeß zu Ende führen. Es kam vor dem Schiedsgericht zur Verhandlung in Sachen Wallburg: Paul Hörbiger als Wallburgs Schiedsmann feste sich in vorbildlicher Weise für seine jüdischen Kollegen ein. Dies nüßte freilich wenig: der Streit wurde von Gerichts wegen in Ruhe belassen, bis zur Klärung der Judenfrage im Deutschen Reich.. gegeben, die die Grundlage eines in den nächsten Jahren Laden nicht verlernen zu gestaltenden großzügigen Verkehrssystems werden sollen. Katholische Mönche aus der Schweiz, die seit kurzer Zeit ihr Domizil in unwirtlichen Pässen des tibetanischen Gebirges aufgeschlagen haben, berichten nach der Meldung eines englisch- chinesischen Blattes, daß die Zahl der Weißen, die sich in Tibet aufhalten, erheblich zugenommen habe. Ueber China beginne sich ein reger Handelsverkehr zu entwickeln. Einer anderen Meldung des gleichen Blattes zufolge soll von englischer Seite beabsichtigt werden, von Indien aus einen ständigen Flugdienst nach den Hauptorten Tibets einzurichten. Auch die Nanking- Regierung will mit deutschen Flugzeugen die ständige Verbindung mit der Hauptstadt Tibets, Plasa, aufnehmen. Chinesische Pläne gehen auch dahin, die nur sehr schwach bevölkerte tibetanische Hochebene mit chinesischen Auswanderern zu besiedeln, nachdem die Mandschurei als chinesisches Siedlungsgebiet für absehbare Zeit als verloren zu betrachten ist. Tibet gehört ohnehin formell zum chinesischen Machtbereich, wenn es auch der NankingRegierung bisher nicht gelungen ist, sich in diesem Lande einen tatsächlichen Einfluß zu sichern. Aber in der letzten Zeit hat sich die Nanting- Regierung es angelegen sein lassen, die Berbindung mit der Regierung in Llafa aufzunehmen, und es heißt zuverlässig, daß man dieses Mal nicht wie in früheren Jahren auf stritte Ablehnung gestoßen ist. Film- Antisemiten Vor affen aber: Gagenkürzung Die Hugenbergsche„ ufa", Deutschlands größter Filmproduktions- und Verleihkonzern, hat bekanntlich auch unter ihrem Personal die vollkommene Ausschaltung aller reichsdeutschen Juden vollzogen, während ausländische Juden, wie z. B. die Ungarin Rosi Barsony, von der Kündigung verschont geblieben sind. Zu den Opfern dieses Vorgehens gehören vor allem Julius Falkenstein und Otto Wallburg, zwei der bisher meistbeschäftigten Darfteller, ohne die ein deutscher Lustspielfilm selten denkbar gewesen ist. Da obwohl Wallburg als auch Falkenstein bereits Jahresverträge für die kommende Arbeitssaison der Ufa in Händen hatten, übergaben sie ihren Fall dem Berliner nationalistischen Rechtsanwalt Dr. Langbehn, dessen unpartetische Rechtsauffassung tros dem Hitlerumsturz unver ändert geblieben ist. Dr. Langbehn versicherte beiden, daß die Ufa als Privatunternehmen keineswegs von Staatswegen zum Ausschluß der Juden hätte verpflichtet werden können, und sandte dem Ufa- Direktor Grieving ein Schreiben mit der Aufforderung, die Verträge der Künstler einzuhalten. Die Antmort war überraschend: die Ufa erklärte sich bereit, die betden jüdischen Künstler wieder filmen zu lassen, allerdings um die Hälfte der vereinbar= ten Gage! Wallburg und Falkenstein waren natürlich mit solcher rassentechnischen Deklassierung ihres Könnens Eine Auskunft. Ein Hamburger fuhr auf einem Rade durch die Lüneburger Heide, und da er es eilig hatte und im Augenblick nicht wußte, wo er sich befand, rief er schnell ohne Gruß einen Bauern, der behaglich schmauchend vor seiner Hoftür stand, mit den Worten an: Wie het dat hier?" Der Bauer nahm langsam seine Pfeife aus dem Mund und sagte: Hier heet dat ,, Gun Dag'!" Goethe und Amerika. 1 Im Goethejahr. Eine Herde von Amerikanern braust nach Weimar, hopst in bereitstehende Automobile. Wird zum Park gefahren, Goethes Gartenhaus zu besichtigen. Vor dem Eingang bleiben die Amerikaner stehen und sehen sich die Wiese vor dem Hause an. Dann sagen sie alle, wie aus einem Munde:„ Was für ein wundervoller Golfplatz!" Das Zeugnis. „ Ich würde Ihnen ja gerne ein gutes Zeugnis geben, Lina, aber sie sind nie pünktlich mit dem Bereiten der Mahlzeiten gewesen!" „ Gnädige Frau, dann schreiben Sie doch einfach: Ste machte die Mahlzeiten ebenso pünktlich, wie sie den Lohn befam..." Das kleinere Uebel. Der kleine Tom rannte um die Ede und direkt in die Arme des Pfarrers. ,, Um Gottes willen, wohin rennst du denn so eilig?" Herr Pfarrer, ich muß schnell nach Hause, weil meine Mutter mich verprügeln will!" " Was?" wundert sich der Pfarrer. Du rennst auch noch, um eher Prügel zu kriegen?" Ja, wissen Sie, Herr Pfarrer, gleich kommt Vater nach Hause, und wenn mich Mutter nicht verhauen hat, dann tut er e8!" Der Mustergatte. „ Vom ersten Tage meiner Ehe an habe ich meine Frau au striktester Pünktlichkeit erzogen."- Schön ist das.". Kürzlich hat sich in Budapest folgendes zugetragen: Aus einem Hause in der eleganten Waignerstraße stürzte ein nackter Mann und rannte schreiend über den Korso. Er wurde verhaftet und von der Polizei einvernommen: die Polizei stellte fest, daß der nackte Mann ein„ Simulant" sei, der schon mehrere ähnliche Streiche durchgeführt habe. Der„ Simulant" will nämlich in einem Irrenhaus aufgenommen wer den, weil er arbeitslos ist und endlich einmal versorgt sein möchte. Aber in dieser Welt gelingt es ihm nicht, für irrsinnig erklärt zu werden: in dieser Welt, in der man Getreide verbrennt und Menschen verhungern läßt, in der man die Betriebe rationalisiert, bis sie vor lauter Rationalisierung zugesperrt werden, in der man Geld für Panzerkreuzer und kein Geld für Brot hat, in der man die Ungeborenen schützt, um sie nach ihrer Geburt dem Elendstod preiszugeben in dieser Welt ist der Frrsinn das Normale. Und der Arbeitslose hat keine Aussicht, im Irrenhaus interniert zu werden: man wird ihn wegen Irreführung der Behörden, wegen Verlegung der öffentlichen Sittlichkeit, wegen Uebertretung dieses und jenes Paragraphen verurteilen und ihm vorüber gehend im Gefängnis Kost und Quartier geben aber mehr an sozialer Fürsorge tann er nicht verlangen. Riesenkrabben bedrofien Australien Schwere Verluste der Fischerei- Industrie. Millionen und aber Millionen von Riesenkrabben sind plöblich an der Süd- und Ostküste Australiens aufgetaucht und richten dort ungeheuren Schaden an. Es ist der größte Einfall dieser Zerstörer alles maritimen Tier- und Pflanzenlebens, dessen man sich überhaupt erinnern kann. Ganze KoIonien dieser Schädlinge nisten selbst in den kleinsten Buchten der ganzen Küstenlinie. Die durchschnittliche Größe dieser Krabben wird zwischen zwei und fünf Fuß angegeben bei gespannten Scheren. Die eingeborenen Fischer halten diese Krabben für eine fleinere Abart der bekannten papanischen Riesenkrabbe, die im Durchschnitt eine Spannweite von zehn Fuß erreicht. Sachverständige dagegen glauben, daß es sich nur um eine besonders große Sorte der einheimischen Spinnenkrabbe handelt, die jedoch nicht eßbar ist. An gewissen Stellen liegen die Tiere bis zu drei Fuß hoch aufgeschichtet übereinander, vernichten alles Leben und zerfressen sogar die ausgelegten Fischerneße. So ist beispiels weise die gesamte Flundernfischerei in den betroffenen Gegenden schon jetzt völlig zum Stillstand gekommen, was für die auf den Fischfang angewiesene Industrie einen wöchent lichen Verlust von mehreren tausend Pfund bdeutet. Der Fischereiverband ist bei der Regierung vorstellig geworden und hat sofortige Maßnahmen gegen die Plage gefordert. Es wird vorgeschlagen, die ganze Küste mit Barkassen abzufahren, die schwere, auf dem Meeresboden rollende Walzen im Schlepptan führen sollen, mit deren Hilfe dann die Tiere zerdrückt und zerquetscht werden. Eine Spielbank in Andorra Auch die kleinste Republik Europas braucht Geld. In der Republik Andorra, wo kürzlich sich eine OperettenRevolution abgespielt hatte, gehen jetzt wieder große Dinge vor. Der Staatsrat beschloß, das Gesuch einer spanisch- französischen Gesellschaft um Errichtung einer internationalen Spielbank zu genehmigen, da er von dieser Maßnahme einen beträchtlichen Aufschwung des Fremdenverkehrs und eine Vervielfachung des Steuereinganges erwartet. Die Behör den bereiten sich auf die Eröffnung der Spielbank feierlich vor, und in den nächsten Monaten sollen große Hotels und Vergnügungsetablissements erbaut werden, um dem neuen internationalen Kurort einen mondänen Rahmen zu geben. Der gesetzwiderige Blitz Die getötete Ruh. In einem Orte in der Nähe von Prag fuhr der Blizz dieser Tage in einen Kuhstall und machte dabei einer Kuh den Garaus. Das Bäuerlein erfaßte die Situation„ blizschnell", zog dem Tiere die Haut ab, und meldete das Fleisch sofort ordnungsgemäß als Schlachtvieh bei der Steuer an. Aber das Bäuerlein hatte Pech; die Steuer machte ihn nämlich darauf aufmerksam, es sei durchaus unzulässig, das Schlachtvieh erst nach dem Schlachten anzumelden. Vielmehr hätte die Kuh als Lebendvieh zuvor gewogen und versteuert werden müssen. Der Bauer mochte sich noch soviel Mühe geben, so meinte die er durfte das Fleisch nicht verkaufen. Denn Behörde zuvor müsse die Genehmigung aus Prag eingeholt werben. Da aber ein Sonntag dazwischen komme und der Instanzenweg überhaupt einzuhalten sei, so müsse er sich schon acht bis zehn Tage gedulden(!) In der Zwischenzeit dürfte das Kuhfleisch nicht gerade appetitlicher geworden sein. Gummi als Dadideck- Material In einem Londoner Laboratorium werden Versuche gemacht, Platten aus einer besonders haltbaren Gummimasse zum Zwecke der Eindeckung von Wohnhäusern und Magazinen herzustellen. Nach Angabe des Erfinders soll dieses neue Material, das an Haltbarkeit, wärmetechnischen Eigenschaften und Wasserfestigkeit alle bisher verwendeten Stoffe zumindest erreiche, größtenteils aber übertreffe, bei Massenanfertigung außerordentlich billig herzustellen sein und außerdem infolge seiner einfachen Berlegbarkeit die Baufoften ganz beträchtlich reduzieren. " Ja, jeden Tag muß das Effen Punkt 1 Uhr auf dem Tisch Morpheus contra Sonfilm stehen!"- Aber wenn Sie zufällig um diese Zeit noch nicht da sind?"-" Dann bekomme ich nichts mehr!" Aha Ja, Frau Hofer, das geht nicht mehr so weiter! Entweder muß der Student Sprotte ausziehen oder ich fündige au: Ersten! So etwas seiner Nachbarin zuzumuten: Jede bend hört man aus seinem Zimmer unanständige Lieder." „ Aber, Fräulein Rösler. Herr Sprotte kann doch gar nicht fingen!" In Aagen in Südfrankreich hat der Stadrat dieser Tage die Aufführung von Tonfilmen jeder Art verboten. Begründung: Die guten Bürger der Stadt Agen werden durch die Filme verleitet, zur Schlafenszeit in den Lichtspieltheater zu hoden und auf diese Weise ihre Gesundheit zu bee ni ächtig Der Magistrat hat die Kinobefizer aufgefordert, die Filme nachmittags laufen zu lassen. Wer also nicht arbeitslos ist, der darf in Zukunft in Agen keine Tone filme mehr sehen und hören. 3 t t eeeg ちはら は t, r 1 18 ht te -0 t t ie re nt h. e11ch 8. eitr its er en rt. 11en re It ge ent ett me ich nd ent er ent 1", rt er ich Stte r IT, te enb er ent eTie a= 23 fe 18 де e= ch [= it Peter Garwy: Hitlers Drang nach Osten Wiederaufleben von Brest- Litowsk? Faschismus ift Krieg. Manchem herzensguten bürgers lichen Politiker schien diese vom Sozialismus aufgestellte These übertrieben, schlagartig, jedenfalls voreilig. Die Friedensrede des braunen Kanzlers im Scheinparlament, die eine plumpe Maskierung war, hat trotzdem ihr Ziel den erstidenden Ring der außenpolitischen und moralischen Isolation zu sprengen, wenigstens zu lockern- nicht vers fehlt. Und dies um so mehr, als ein Teil der dezimierten, terrorisierten und desorientierten sozialdemokratischen Reichstagsfraktion durch ihr Votum die Hitlersche Maske: rade der„ nationalen Einheit" der Henker und ihrer Opfer unglücklicherweise mitgemacht hat. Nun tam die Ernüchterung. Die programs matische Erklärung Hugenbergs auf der Weltwirtschaftskonferenz plagte wie eine Bombe. Und vor allem war die Sowjetdeles gation überrascht. Imperialismus wieder zur Geltung. Er fühlt sich wieder zur Führung in Mitteleuropa berufen. Er fordert die Zu rückgabe der abgetrennten deutschen Provinzen. Er fordert den gewaltsamen Anschluß Oesterreichs von innen". Jezt erhebt er in London den Anspruch auf den großen Spiel raum in Osteuropa. Drang nach Often! Die alte Parole, die 1918 in Brest Litowsk schier zur Wirklich feit wurde. Was meinte Hugenberg unter dem Spielraum in Osteuropa? An erster Stelle die Randstaaten, die Splitter des alten, zusammengebrochenen russischen Raisertums, und die Sowjetunion. In einem Atemzuge hat der offizielle Vertreter des faschisti: schen Deutschlands vor dem hohen Gremium der Weltwirts schaftskonferenz die afrikanischen Kolonien und Rußland als res nullins, als Niemandsland genannt. Eine größere fanm möglich. Die ideologische" Verhüllung der Kampf gegen den Weltbolschewismus“ und die„ Rettung der europäischen Zivilisation" Zivilisation" ist nur eine plumpe Maskerade. Es handelt sich um anderes. Es handelt sich vielmehr um die Umlenkung der revisionistischen Politik, die im Westen auf unüberwindliche Widerstände gestoßen ist, in die Ofte richtung. Die Spielraumsansprüche des Nazideutsch lands sollen auf Rosten der Sowjetunion und der Randstaaten gesättigt werden. Polen soll durch Rückgabe des Korridors in der Ukraine kompensiert werden. Die Mängel des unmöglichen Versailler Vertrages sollen also durch die Wiederauflebung des verruchten Brests Litowsker Vertrages repariert werden. Werden die Mächte der früheren Entente für diese waghalsigen Pläne zu haben sein? Einst versuchte Bismarck das revanchelustige Franks eines kolonialen Reiches erleichtert hatte. Wird nunmehr Frankreich gewillt sein, dies mißlungene Manöver dem revancheluftigen Deutschland gegenüber zu wiederholen, in: dem es den deutschfaschistischen Drang nach dem Often unters stützen würde? Es find kaum zwei Monate verflossen, seitdem die Sowjets Erniedrigung und Beleidigung des Rapallopartners ist reich nach Afrika abzulenken, indem er ihm die Errichtung regierung in voller Anerkennung ihrer moral- politischen Pflichten ihren verfolgten und gemarterten Gesinnungss genossen in Deutschland gegenüber und in Verkennung der gesamten außenpolitischen Situation fich beeilte, als erste einen Freundschaftsvertrag" mit der Hits Ier Regierung abzuschließen. Die Nache dafür tam unerwartet schnell. Kaum vermochte die Sowjetdiplo: matie und die Sowjetpresse, ihre Verlegenheit zu verheims lichen. War aber wirklich das anßenpolitische Manifest der Hitler- Regierung so unerwartet? Denn es handelt sich trog den flauen Dementis der deutschen Diplomatie- nicht um ein persönliches Glaubensbekenntnis von Hugenberg, fondern um einen Versuchsballon der Naziregierung. Hinter Hugenberg steht in diesem Falle Hitler. Es ist sein Geist. feine Sprache, feine Zielsetzung. Es genügt, sein Buch„ Mein Rampf", das zum Evangelium des„ Dritten Reiches" ge: worden ist, nachzuschlagen, um die Wurzeln des Memoran dums von Hugenberg zu finden. In diesem Memorandum fordert das faschis tische Deutschland einen größeren Spiel: raum für seine ökonomische und politische Expansion. Im Faschismus feiert der deutsche Imperialismus seine Auferstes hung. Er erhebt den Anspruch auf die Gleichberechtigung mit den anderen Imperialismen. Er schwärmt von einem„ Play an ber Sonne". Und wenn dieser Platz von anderen Völkern bereits besetzt ist desto schlimmer für die legteren! Die auserwählte„ blonde Nordrafse" strebt nach der Welts geltung“. Der Versailler Frieden wollte Deutschland vers ftümmeln und als Weltmacht zum langsamen Verwelten verurteilen. Auf dem Umweg des Nationalsozialismus, das ms das Kind des Versailler Systems ist, kommt der deutsche Vergessen ist die alte Freundschaft. Vergessen ist die große Dienstleistung der Sowjetunion, die in den Zeiten von Genua und Rapallo das völlig ohnmächtige Deutschland aus dem Ring der Isolation wenn auch nur zum Teil befreite. Lange Zeit hindurch war die Oftorientierung der Grundpfeiler und der Trumpf der deutschen Außenpolitik. Aller Welt war flar, was hinter Rapallo steckte. Die eng ste Verbindung zwischen der Reichswehr und der Roten Armee war ein offenes Geheimnis. Die Ges schichte mit der Verladung der Sowjetgranaten in Hamburg ist noch in Erinnerung aller. Nun scheint die Ostorientierung der dents schen Außenpolitit auf einmal durch den imperialistischen Drang nach Osten abgelöst zu sein. Es ist noch keine Kriegserklärung. Es ist nur ein Versuch einer Nenorientierung und zugleich ein Beweis für den abenteuerlichen Charakter der Hitlerschen Außenpolitik. Immerhin sind die Bestürzung und der Alarm der Sowjetpreffe nur zu begreiflich. Oder handelt es sich um ein Erpreffungsmanöver der im Fernen Often bedrängten und in einen Konflikt mit England geratenen Sowjetunion gegen: über, um diese von der Annäherung an Frankreich ab: zulenken? Auch diese Variante ist freilich nicht ausgeschlossen. Sekt man aber das Memorandum Hugenbergs auf der Weltwirts schaftskonferenz mit der vorherigen Reise des außenpoliti: schen Beraters und Wortführers Rosenberg in Verbindung, so muß man zum Schluß kommen, daß die Grundlinie der faschistischen Außen politit des Dritten Reiches gegen die Sowjetunion zugefpigt ist. Separatisten und Besatzungszelt Schnorren, d'e Hauptsache Eine unvollkommene Ausstellung Aus Köln wird uns mitgeteilt: Das nationalsozialistische Städtische Presseamt schreibt: Deutschlands Unglück,„ Das Diktat von Versailles", ist jedem Deutschen an dem Gedenktag des 28. Juni in Ers innerung gebracht worden. Das Rheinland hat durch die Separatisten und Besagungszeit die schmachvollen Auswirkungen des Schanddiktates unmittelbar zu spüren be= tommen. Diese furchtbare Zeit spiegelt sich wider in der Sonderschau Dokumente aus der Separatisten- und Besagungszeit". Die Ausstellung, die kein deutscher Volks. genosse verpassen darf, ist im Ausstellungsraum im Messeturm Köln, Rheinpart, noch bis zum 15. Juli geöffnet. In dem dort ausliegenden Gäste- Buch vermerkte ein deutscher Mann die eindrucksvolle Mahnung:„ Volksgenossen, vers geßt diese Zeit nie!" Ein anderer schreibt warnend:„ Denkt an Frankreichs Rezept: Nach dem Zuckerbrot die Peitsche!" die gesamte Schan ist von so gewaltiger Eindrucksfähigkeit, daß es Besucher gibt, die schon zum dritten und viers ten Male die, Ausstellung eingehend besichtigen. Auf der anderen Seite aber haben Hunderte von Schulklassen und Tausende von deutschen Boltsgenossen den Weg zur Ausstellung leider noch nicht gefunden. An alle diese ergeht hiermit nochmals der dringende Aufruf, die denkwürdige Ausstellung zu besuchen. Demnach scheinen die Kölner, soweit sie noch zum Denken fähig sind, diese hetzerische Ausstellung abzulehnen. Die Ausstellung wurde interessanter, wenn man sie ergänzte durch die Namen und die Bilder der Marristen, die vor zehn Jahren in den Gefängnissen der Besatzung saßen oder ausgewiesen wurden. Vor zehn Jahren, als nicht ein einziger der jetzt führenden Nazis sein Herz für die bedrückten Rheinlande entdeckt hatte. Man sollte in der Ausstellung auch die französischen Pressestimmen über den verrückten Putsch HitIers am 9. November 1923 aushängen, die damals mit der Bertrümmerung des Reichs und mit dem Abfall der Rheinlande rechneten. Das Rheinland blieb deutsch und es wurde von der Besatzung befreit tro Hitler, nicht durch Hitler. Keine Haufen bilden Wo mehr als drei zusammenstehen Im Bezirk Halle- Merseburg ist verboten worden, daß mehr als drei Personen auf der Straße zusammenstehen. Allen Straßenpassanten ist es verboten, die Hände in den Taschen zu halten. Ein Arbeitersieg Erfolgreicher Streik in Bielefeld Auf einer Baustelle in Bielefeld forderten 160 Notstandsarbeiter, die mit Tiefbauarbeiten beschäftigt werden, eine Beihilfe von monatlich 6 Mart. Als die Forderung abgelehnt wurde, traten die Arbeiter in den Streit. Nach dreitägigem Kampf wurde die Forderung bewilligt. Der Bettel als Grundsatz Im Dritten Reiche ist alles in Butter. Seine Lobredner erfinden jeden Tag einen neuen Glorienschein. Aber„ fechten" können sie oder müssen sie es?- doch. Da hatte der Kanzler am ersten Mai aufgerufen zu einer Stiftung für die Opfer der Arbeit". Am 1. Juni wurde ein Gesetz veröffentlicht: Freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit". Und nun können die den Sozialismus Hitlers unterstützenden deutschen Unternehmer sich nicht mehr halten. Sie müssen auch ihrer„ antikapitalistischen Sehnsucht" Ausdruck verleihen.„ Adolf Hitler- Spende der deutschen Wirtschaft" schaft" dazu rufen sie auf. Die Berufsgenossenschaften haben sich„ dankenswerterweise zur technischen Durchführung der Sammlung zur Verfügung gestellt". So heißt es in dem Rundschreiben an die deutschen Unternehmen. Dadurch hofft man den Straßenbettel der SA., SS. usw. ein Ende bereiten zu können. Die armen SA.- Bettler! Nun wird ihnen auch noch diese Einnahme genommen. Filmkünstler - arisch! Das Ausland wird Gegenmaßregeln treffen Reichsminister Dr. Göbbels hat eine Verordnung ers laffen, die die Voraussetzungen für die Einfuhr ausländis scher Bildstreifen und für die Anerkennung deutscher Bild: streifen im Spieljahre 1933/34 regelt. Die Beschäftigung nichtarischer Filmschaffender bes darf fünftig ebenso wie diejenige von Ausländern der Ge nehmigung des Reichsministers für Boltsaufklärung und Propaganda, um die Anerkennung eines Bildstreifens als deutschen zu gewährleisten. Deutschstämmige Ausländer werden den Deutschen gleichgestellt, wenn sie durch zehnjäh rigen Aufenthalt in Deutschland ihre Verbundenheit mit dem Mutterlande dargetan haben. Die friedliche Revision des Versailler Vertrages kann durch keine abenteuers lichen Manöver auf Kosten Rußlands und anderen osteuropäischen Staaten ersegt werden. So groß die Versuchung auch ist, müssen die westeuropäischen Demokratien unter dem stärksten Drud der Ars beiterklasse und ihrer Organisationen die Oftpläne des deutschen Faschismus aufs entschiedenste verwerfen. Die Sowjetpreise schlägt Alarm. Und mit Recht. Die Gefahr ist groß, wenn auch nicht akut. Wie soll aber Sowjetrußland sich zur Abwehr dieser heranreifenden Ges fahr vorbereiten? Hier ist die rettende Selbstkritik am meisten am Plage. Es muß festgestellt werden, daß gerade die außen und innenpolitische Schwäche der Sowjetunion den Appetit seiner Nachbarn im Westen wie im Osten ers wedt und als begehrenswertes Objekt erscheinen läßt. Außenpolitisch hat die Sowjetregierung ihre Position dadurch erschwert, daß sie durch die Komintern die Kommus nistische Partei Deutschlands als Wegbereiterin des Natios nalsozialismus fungieren ließ, die die Demokratie fyftemas tisch unterwählte und die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften als die Hauptfeinde bekämpft hatte. Innenpolitisch wird die Sowjetunion durch die Generallinie Stalins geschwächt, die durch die Versuchss politik die Wirtschaftslage verschlechtert und die Bauerns schaft gegen die Sowjetmacht aufwiegelt. Die Nenorienties rung der bolichemistischen Politik im innern und nach außen ist für die Bekämpfung des Weltfaschismus unentbehrlich! ,, Energisch durchgegriffen" Nazi- offiziös wird aus Leverkusen berichtet: Auf Grund zuverlässiger Nachrichten über neue kommunistische Wühls arbeit in Leverkusen veranstaltete die hiesige Polizei in Gemeinschaft mit SA. und SS. eine Reihe von Hanss suchungen, die zahlreiches Material zutage lieferte und zu Verhaftungen führte. In den letzten Wochen wurden An= zeichen von Neuorganisationen festgestellt. Flugs blätter hegerischen Inhaltes wurden verteilt, Versammlungen und Besprechungen abgehalten. Am legten Freitag wurden wieder kommunistische Flugblätter mit lügenhaften Angriffen gegen örtliche NSDAP.- Führer verbreitet. Einem SS.- Mann gelang es, den Täter festzunehmen. Von der SS. und dem Motorsturm wurden darauf eine Reihe Hanss suchungen gehalten und zahlreiche Kommunisten verhaftet. Am Samstagmorgen konnte die als kommunistische Hochburg bekannte Kolonie Heidehöhe" in Schlebusch vollständig a b geriegelt und Haus für Haus durchsucht und über einen Zentner marristisches Heh- und Schriftenmaterial beschlagnahmt werden. Auch bei dieser Gelegenheit wurden Berhaftungen vorgenommen. Einen guten Fang machte die Kriminalpolizei durch die Verhaftung des KPD.- Jnstruts teurs Paul Hackländer aus Lennep. Streik im Arbeitslager Der Kampfgeist lebt In Wick stadt bei Friedberg sollten in dem Arbeitsdienst lager, das unter der Leitung des Stahlhelms steht, zwei Mann wegen ,, kommunistischer Umtriebe" entlassen werden. Die andern Arbeitsdienstler solidarisierten sich mit den beiden, marschierten geschlossen zu den Vorgesetzten, entsandten eine gewählte Delegation, die unter Androhung des Streifs die Forderung auf sofortige Rückgängigmachung der Ent lassenen verbrachten. Unter dem Druck des geschlossenen Aufmarsches mußten die Entlassenen zurückgenommen werden. Alle Geldfendungen für die ,, Deutfche Freiheit" ob durch Banküberweifung, Scheck, Poftanweifung, find zu adreffieren an Verlag der Volksftimme GmbH. Saarbrücken Zu vermerken ift bei jeder Zahlung: Für Deutfche Freiheit! Bank: Deutfche Bank und Diskonto- Gefellſchaft, Filiale Saarbrücken Poftfcheck: Saarbrücken 619( Verlag der Volksftimme G. m. b. H.) Filmbilder aus dem Reich Was man sieht und was man nicht sieht Die Berliner Schutzpolizei hat sich einen neuen Spielmannszug zugelegt. Er besteht aus zwölf Trommlern und zwölf Pfeifern und dem neuen Schellenbaum. Dieser Schellenbaum hat Roßschweifen, die in den preußischen Farben, schwarz- weiß, gehalten sind. Er trägt eine Standarde, deren Vorderseite den Polizeistern, dessen das Hakenkreuz und dessen weiße Rückseite den Preußenadler zeigt. So meldet das„ Berliner Tageblatt" am 15. Juni und fügt hinzu, daß am Tage vor Fronleichnam Tausende von Schaulustigen diesen neuen Spielmannszug bewunderten. Sehen die Berliner„ Schaulustigen" noch etwas anderes als neue Schellenbäume? Hören sie noch etwas anderes als das Klingklang der Brandenburger Torwache? Hören sie die Schreie der Gemarterten in den Gefängnissen, den Kasernen? Sehen sie die Wunden der Geschlagenen? Ein Berliner Arzt stellt fest: In letzter Zeit nimmt die Zahl der Patienten, die wegen schwerer Nervenstörungen und Nervenzusammenbrüche meine Ordination aufsuchen, furchtbar zu. Meist sind es Menschen, die einige Zeit in" Schuzhaft" waren. Ein paar Tage oder auch nur ein paar Stunden in einer SA.- Kaserne haben starke, gesunde Menschen oft für ihr ganzes Leben er= ledigt. Was der Patient dem Arzt unter vier Augen im Ordinationszimmer verrät, erzählt er nicht auf der Straße. Furcht vor weiteren Mißhandlungen, Furcht für die Angehörigen hält die meisten davor zurück, über das, was ihnen in der Schußhaft" widerfuhr, zu sprechen. Und Berlin ist eine Millionenstadt. Da weiß einer vom anderen nichts. Da ist es leichter, die Greuel geheimzuhalten als anderswo. Das Begräbnis In den kleinen Städten, in denen die Leute einander kennen, in denen sich rasch etwas herumspricht, in denen sich auch mehr persönlicher Groll zwischen den Anhängern der verschiedenen Parteien angesammelt hat, hebt der Terror nicht nur vielfach hemmungsloser sein Haupt, sondern man kann ihn hier auch weniger verhüllen. Völlig nackt, gefährlich unverhüllt, zeigt der Greuel sein scheußliches Gesicht auf dem Land, in den kleinen Nestern, wo längst der Arbeiter, der eine kommunistische Zeitung las, wie ein roter Hund bekannt war, wo jedes Kind weiß, daß der X. ein„ Sozi" war, wo es ebensowenig ein Verfommnissen. Hier wird alles offenbar. Hier reden die Toten. bergen der eigenen Person gibt wie ein Verbergen von VorDie folgende Schilderung stammt aus einem solchen Ort: Der Arbeiter L., Vater von vier kleinen Kindern, als Kommunist und Führer der Antifa im Ort bekannt, wird verhaftet und in das Arbeitslager transportiert. Etwa acht Tage danach erhält Fran L. die Nachricht, daß ihr Mann gestorben ist. Als Todesursache wird Herzschlag infolge Magen- und Darmblutung angegeben. L. hat Zeit seines Lebens nie an derartigen Beschwerden gelitten. Die Frau fährt sofort ins Lager. Die Leiche ist bis zum Kinn mit einem Tuch bedeckt. Sie hebt die Decke und sicht: der Tote ist auf der linken Hälfte des Körpers ganz blauunterlaufen. Der überwachende SA.- Mann erklärt, das komme vom Herzschlag. Es gelingt der Frau, die Ueberführung ihres Mannes in ihren Wohnort durchzusehen. Dort wird der Tote in der Leichenhalle des Friedhofes aufgebahrt. Die Kunde davon verbreitet sich wie ein Lauffeuer im Ort. Es segt eine wahre Völkerwanderung nach dem Friedhof ein. Und mit Grauen stellt jeder einzelne feft: Dem Toten fehlt das halbe Gesäß. An seiner Stelle find alte Lappen in das Fleisch gepreßt. Der Rücken ist blut= unterlaufen. Der Leib weist Spuren von Stiefelabfäßen auf. Einige Rippen sind eingeschlagen. Die Handgelenke zeigen Abdrücke von Fesseln. Die Frau erhebt die Anklage auf Mord. Die Stimmung am Ort ist für sie. Man ist gezwungen, dieser Stimmung Rechnung zu tragen. Wenigstens zum Schein. Man entsendet eine Mordkommission: zur Untersuchung". Die Leiche wird seziert. Man findet nichts Verdächtiges. Die Beteiligung am Begräbnis ist unerwartet groß. Fast der halbe Ort folgt dem Sarg. Hundert SA., mit Karabider halbe Ort folgt dem Sarg. Hundert SA., mit Karabi nern und Pistolen bewaffnet, halten die„ Ordnung" aufrecht. Als der Zug zum Friedhofstor kommt, wird abgesperrt. Nur die allernächsten Angehörigen dürfen zum Grab. Ein Chor, der sich zum Singen gestellt hat, wird abgewiesen. Als einer der Sänger darüber eine abfällige Bemerkung macht, wird er gepackt, in eir Rokal geschleppt, über ine Bank gelegt und verprügelt. Totenblaß wankt er hinaus. Gericht unter Terror 99 Wir fühlen uns nicht mehr frei in unseren Entschlüssen“ Courage hat Vor dem zur Zeit tagenden Schwurgericht in Bonn spielte fich eine Szene ab, die schlagartig die Situation in Deutsch land beleuchtet. Angeklagt waren 16 Sozialdemokraten, denen vorgeworfen wird, in Siegburg einen„ Fenerüberfall" auf Razis unternommen zu haben, bei dem ein SS.- Mann ge: tötet wurde. Jedes Kind in der Bonn- Siegburger Gegend weiß, daß es sich in der Tat um einen organisierten Angriff der SA. und SS. auf das Gewerkschaftshaus handelte, gegen den dessen Gäste sich zur Wehr setzten. In der jezigen Verhandlung erklärte der Vorsitzende am vierten Verhandlungstage, nachdem sehr viel Material gegen die SA.- und SS.-, Zeugen" zum Vorschein gekommen war, daß die den Gerichtskorridor beherrschenden Hitlertruppen Zuhörer am Betreten des Gerichtssaales behindert hätten, wodurch die gesetzlich vorgeschriebene Oeffentlichkeit der Ver= handlung nicht gewahrt sei. Obwohl der vor die Gerichts= schranke gerufene SS.- Führer das verneinte, trat das Ge= richt zur Beratung ab und verkündete dann den Beschluß, Bauknecht und Zörglebel Köln, 30. Juni.( Eig. Ber.) Der frühere sozialdemokratische Kölner Polizeipräsident Otto Bauknecht, der nach seiner Ausweisung aus Köln sich in Stuttgart aufhielt, wurde von dort im Zusammenhang mit der faschistischen Aktion gegen die SPD. durch drei Kriminalbeamte nach Köln zurückgeholt und in das Gefängnis Klingelpüß eingeliefert. In demselben Gefängnis befindet sich auch der ehemalige Polizeipräsident von Berlin und Dortmund 3örgiebel, der schon vor längerer Zeit auf der Straße verhaftet wurde, mit der Begründung„ daß seine Anwesenheit auf der Straße aufreizend wirke." Zörgiebel sah fich nämlich die Auslagen des Kaufhauses Tieß auf der Höhestraße an, während seine Frau drinnen einen Einkauf besorgte. Räuberbanden Ein Gerichtshof, der noch daß ein Teil der Gerichtsmitglieder sich infolge der Lage im Gerichtssaal nicht frei in seinen Entschlüssen glaube und daß das Gericht sich infolgedessen als tatsächlich in der Recht sprechung behindert ansehe. Außerdem sei die öffentliche Sicherheit nicht gewährleistet. Vor der Verkündung dieses Beschlusses hatte das Gericht zur eigenen Sicherung zwischen dem von der SA. beherrschten Zuhörerraum und dem Gerichtstisch eine Kette von eiligst hinzugerufenen Polizeibeamten bilden lassen. Die Berhand: lung wurde unter lantem Wiurren der SA. auf unbestimmte Zeit vertagt. Deutlicher kann der Hitlerterror in Deutschland wahrhaftig der Welt nicht demonstriert werden, als daß ein deutsches Ge= richt zum Schutz vor SA.- Leute, die eigentlich selbst auf die Anklagebank gehörten, die Polizei rufen lassen mußte und dann erklärt, in seiner Sicherheit bei objektiver Erforschung der Wahrheit gehindert zu sein. Wohlfahrtsunterstüßung bezieht. Es sind alte Leute über 70 Jahre. Schon einmal war in der Nacht eine Horte Nazis in deren Wohnung eingedrungen. Auch diesmal besuchte man die Alten. Dabei haben die SA.- Banden alles demoliert. Selbst vor Beschimpfungen und Drohungen schreckte man nicht zurück. Das Gemeinste aber: Man zerschlug den Leuten die Fenster, warf alles durcheinander und entwendete den Rest der Wohlfahrtsunterstüßung. Das Wohlfahrtsamt mußte die Rückerstattung des Geldes, wie auch die Reparatur in der Wohnung übernehmen. Der Anführer dieser Räuberbande war von den Nazis als ehrenamtlicher Pfleger angestellt gewesen und mußte wegen ähnlicher Heldentaten" aus diesem Amt wieder entfernt werden. Neue deutsche Moral! Rebellion im Arbeitsdienstlager Auch 70jährige Wohlfahrtsempfänger werden Die anderen Arbeitsdienstler solidarisierten sich aber mit den nicht geschont Im Zusammenhang mit der Aktion gegen den Kampfring wurden auch Haussuchungen bei politisch Verdächtigen" gemacht. In Berlin wurde dabei ein Ehepaar heimgesucht, das Gutgehendes Wollwarenund Herrenhut- Geschält mit Wohnung in zentialer Lage Metz zu verkauten. Offerien unter Nr. 15an'd. Geschäftsst dieser Zeitung erbeten. Wer erteilt spanischen Unterricht gegen engl. oder Be zahlung. Offerten unt. Nr. 17 an die Geschäftsstelle d. Zeitung erbet. Zu verkaufen in St. Avold 1. 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Am Tage des Begräbnisses erscheint im Lokalblatt der nächsten Stadt eine Notiz: Wer das unwahre Gerücht verbreitet, daß der Arbeiter L. ermordet wurde, setzt sich schwerer Strafe aus...." Als das Gerücht aufkommt, daß die Leiche photographiert wurde, werden bei Arbeiterphotographen Hausdurch suchungen gemacht, photographische Apparate und Platten beschlagnahmt. Der Herr Graf hat persönliche Beziehungen. Ueber die Hintergründe der guten Beziehungen zwischen Nazibonzen und Großkapital aber gibt folgende Begebenheit Aufschluß: Zu den Spizzen der SA., zur besten nationalsozialistischen Gesellschaft, gehört der Graf Helldorf. Er war bis unmittelbar nach der Reichstagswahl der oberste Führer der Berliner SA. Wider Erwachen aber wurde er beim großen Bonzenschub nicht Polizeipräsident von Berlin, sondern nur von Charlottenburg. Was war die Ursache? Durch Gleichschaltungsmaßnahmen" war herausgekommen, daß der Herr Graf von dem damals noch völlig jüdischen Verband der Waren- und Kaufhäuser" für seine persönlichen Zwecke ein„ Darlehen" von einigen tausend Mart erhalten hatte. Es gibt noch viele solcher Geheimnisse. Sie töten den Geist nicht! Ein Augenzeuge berichtet aus Magdeburg: Gestern find 900 Wohlfahrtserwerbslose vom Arbeitsdienst nach Pommern geschickt worden. Es waren alles junge Leute zwischen achtzehn bis vierundzwanzig Jahren. Hätten sie sich geweigert, so hätte man ihnen die Unterstüßung entzogen. Sie marschierten aus den Vororten geschlossen zum Bahnhof und erregten großes Aufsehen. Mit Rot- Fronts und Freiheitrufen und unter dem Gesang der Internationale" und Brüder, zur Sonne, zur Freiheit", zogen sie durch die Straßen. Als sie vor das Nazigebäude tamen, riefen fie:„ Nieder mit dem Faschismus!" Die ganze Stadt war in heller Aufregung. Die SA. versuchte einigemal einzugreifen, aber ohne Erfolg. Unterwegs wurde der Eisenbahnzug von in angehalten und die Notbremse gezogen. Sie töten den Geist nicht, ihr Brüder! London Kommt es zur Vertagung? Die Londoner Weltwirtschaftskonferenz befindet sich in sehr kritischer Lage. Roosevelt hat seine Unterschrift unter der gemeinsamen Erklärung der Goldländer und Englands, welche nur den Willen zur prinzipiellen Rückfehr zum Goldstandard, die Abwehr der Devisenspekulation und die Notwendigkeit der Verteidigung der Goldwährungen enthielt, verweigert. Die amerikanische Dele gation teilte der Leitung der Weltwirtschaftskonferenz die Absage mit: Der Präsident habe die Erklärung in ihrer jetzigen Form zurückgewiesen. Damit ist die kritische Situation, in der sich die Konferenz seit Tagen befindet, noch erheblich verschärft worden. Die Goldstandardländer warten die Rede des Staatssekre tärs ab, ehe sie weitere Entscheidungen treffen. Die Ameri faner suchen die ernsten Befürchtungen zu beschwichtigen. indem sie betonen, daß die Erklärung nur in der jezigen Form abgelehnt wurde. Welche Bedeutung kann aber eine noch weiter verwässerte Erklärung haben, da ia schon der jetzige Text, der nach langen schwierigen Beratungen und vielen Abstrichen geboren wurde, höchst vage war! Die letzte Hoffnung der Weltwirtschaftskonferenz bleibt, daß sich hinter der offiziellen Ablehnung vielleicht doch noch der geheime Wille und ein geheimes Versprechen verbirgt, die Entwertung des Dollars nur bis zu einem bestimmten Punkte zu treiben, und dies innerhalb einer gewissen Frist. Andernfalls wäre wohl eine Vertagung der Weltwirtschaftskonferenz kaum mehr zu vermeiden. Was England anbetrifft, so hat es durch die Konferenz wenigstens die Beendigung seines Wirtschaftsfrieges mit Rußland erreicht, worüber sich hier einige Befriedigung zeigt. Achtung! Abonnements für Paris! Bestellung sind zu richten an Le Courrier Socialiste, Paris 2, rue Feydeau 12. Verantwortlich: für die Redaktion Joh. Pizz; Inserate Hubert Jüttner, beide in Saarbrücken. Druck und Verlag: ,, Volksstimme" G. m. b. H., Saarbrücken, Schüßenstraße 5. Deutsche lassen ihre Möbel und sonstigen Stückgüter nach Frankreich einzig und allein befördern durch STERN- EXPRESS 31, Rue de Pétrograd-PARIS 8° ( Nähe Place Clichy) Téléphon: Europe 60,10. Kabeladresse: Sternex- Paris Verpackung Versicherung Sammelwaggons aus den wichtigsten Städten Deutschlands. 1-3 mal wöchentlich nach Paris- Riviera und den tranz. Provinz Städten; dadurch ermäßigte Fracht Lagerung Agenturen in allen Städten Deutschlands und Zentral- Europas Auskunft: Rechtsstelle für deutsche Flüchtlinge 27, Rue Jean Dolent- Paris 14 Gelegenheits- Angebot! Henry Barbusse, Das Feuer Tagebuch einer Korporal. schaft. Kriegsroman Vollst. Ausgabe. 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